Deutsche Gebärdensprache hat mit Leichter Sprache nichts zu tun

Ich bin einiger Maßen entsetzt, diesen Satz in der Erklärung für Leichte Sprache zu finden:
"Sie kann außerdem nützlich sein für Menschen mit Deutsch als Fremdsprache, wie beispielsweise auch viele Gehörlose (mehr Infos). "
Es ist aus meiner Sicht grenzwertig, die Leichte Sprache Deutschlernenden zuzumuten. Aber die Leichte Sprache Gehörlosen zuzumuten finde ich absurd und zeugt von mangelnder Kompetenz in Sachen DGS (Deutscher Gebärdensprache).
Wer hat das geschrieben? Wo kommt das her?

Schaut selbst: https://vimeo.com/32917861
Rotkäppchen in DGS. Ihr könnt sehen, dass die Grammatik anderen Regeln folgt, wenn ihr aufmerksam beobachtet. Außerdem ist die Mimik sehr wichtig.

Leichte Sprache ist eine Form, die von ihren Nutzern selbst entwickeln wurde. Sie nutzen die deutsche Sprache. Sie verkleinern Sätze. Zum besseren Verständnis werden den Texten Grafiken beigefügt.

Ich kenne mich mit Gebärdensprache durchaus nicht aus. Wenn du meinst, dass etwas auf der LS-Seite schief erklärt ist - das zum Beispiel -, dann ändere es am Besten gleich; im Moment bist da ja du unser Profi :)
Oder du merkst es vorsichtsheitshalber vorher auf der Diskussionsseite an; ich verspreche auch, ich steige spätestens morgen in die Diskussion ein.

Hallo,

die Kriterien für unsere Bibel in Leichter Sprache haben wir damals gemeinsam auf einem Offene-Bibel-Treffen erarbeitet. In der Arbeitsgruppe waren Dorothee und ich. Danach haben wir sie im Plenum besprochen und auch noch mal auf der Leichte-Sprache-Mailingliste um Feedback gefragt. Hintergrund der Idee, dass Leichte Sprache für Nicht-Muttersprachler und Gehörlose eventuell zusätzlich verwendbar sein könnte, sind die Losungen für Gehörlose (die ja auch keine DGS verwenden).

Ich stimme zu, dass wir die Kriterien für die Bibel in Leichter Sprache in diesem Punkt noch einmal überarbeiten sollten. Mein Vorschlag: Der Hinweis auf die sekundären Zielgruppen ganz nach unten, und die Gehörlosen herausnehmen.

Vielleicht hilftauch, sich am Satz von der Startseite zu den Übersetzungen zu orientieren? Dort steht ja nur: "Leichte Sprache will Barrieren beim Lesen abbauen – für Menschen, die schwierigere Sprache nicht so gut verstehen."

Es gibt einen Änderungsvorschlag von Akelei, der die leichte (!) Sprache betrifft. Wenn wir uns auf leichte (!) Sprache einigen könnten, hätten wir eine Menge Probleme nicht. Wenn wir Leichte Sprache nutzen, geraten wir in einen Zusammenhang, der sich aus den Erfindern und Nutzern der Leichten Sprachen, den Übersetzungsbüros, den Regeln, der Profis, dem Copyright ergibt. Tatsache ist, es es weit mehr Texte gibt, die sich als Leichte Sprache ausgeben, aber die Regeln nicht beachten. Außerdem wird selten verstanden, dass es sich um Lesetexte handelt (wenn man die Regeln beachtet), was bei einem Bibeltext nicht unbedingt der Fall ist.

Mein Vorschlag:
Wir lassen die Sache mit der Leichten Sprache, widmen uns der Offenen Bibel in leichter Sprache und verfassen für diese Qualitätsmerkmale. Zu solchen Qualitätsmerkmalen gehört aus meiner Sicht, dass der Text die Regeln der Leichten Sprache berücksichtigt und in enger Zusammenarbeit mit den Machern der Offenen Bibel entsteht.

Akelei, war das als Änderungsvorschlag gedacht? Also als Vorschlag, das Konzept von "Leichte Sprache" nach "leichte Sprache" zu ändern? Oder hast du nur nicht so auf die Groß- und Kleinschreibung geachtet? Ich hatte das jetzt nämlich gar nicht als Änderungsvorschlag in diesem Sinn aufgefasst :)

Unüberlegt habe ich die Kleinschreibung nicht gewählt. Für mich bedeutete es erst einmal, dass ich mich eher kompetent fühle, eine Übersetzung in leichte Sprache zu erstellen, die die Leichte Sprache zu berücksichtigen versucht.
Aus der Einführung / Anleitung hatte ich das Vorgehen so verstanden. Ich ging also davon aus, dass die Übersetzung in diesem Bereich in der Weise geplant sei: Erst eine gute Rohfassung in leichter Sprache zu erstellen, die mit der Studienfassung zusammen passt. Anschließend werden Experten für Leichte Sprache hinzugezogen.
Die Ursprungsdiskussion habe ich ja nicht mitbekommen. Falls ich das Vorgehen also falsch interpretiert habe, wundert es mich nicht. Wenn es neue Denkanstöße liefert, freut es mich aber.