Das Markusprojekt geht zu Ende - Rück- und Ausblick

Das Markusprojekt geht zu Ende. Heute ist mein letzter offizieller Arbeitstag als Projektkoordinator. Was haben wir erreicht?
 
Wir haben eine vollständige Rohübersetzung des Markusevangeliums erreicht. Viele von euch haben dazu etliche Stunden eurer Zeit investiert. Besonders die Nutzer Thommy B und Sebastian Walter möchte ich hervorheben, die viel größere Beiträge geleistet haben, als man es von jemandem erwarten dürfte, der in seiner Freizeit mit anpackt.

In der Studienfassung haben wir die Kapitel 1-11 und 13 fertig durchgesehen. In Arbeit sind die Kapitel 12 und 14. Angefangene Lesefassungen haben wir von drei ganzen Kapiteln (1, 2, 4, dazu ein Teil von 6). Es gibt einen Ansatz in leichter Sprache zu Mk 1.

Neben der in absehbarer Zeit fertigen Studienfassung haben wir einige wichtige Ziele erreicht. Wir haben eine sorgfältige Einführung für neue Übersetzer geschaffen. Zusammen mit der Startvorbereitung für das Markusprojekt hat uns das einen ganzen Monat mehr gekostet als erwartet. (Das ist auch der Grund, warum wir die Studienfassung bis jetzt noch nicht fertig durchgesehen haben.) Hier hat besonders mohij mehrere Wochen lang einen großen Teil seiner Freizeit geopfert. Wir haben die Übersetzungskriterien für die Lesefassung verfeinert und sind damit dem Ziel einen Schritt näher gekommen, diese kommunikative Übersetzung einheitlich gestalten, bewerten und verbessern zu können. (Dabei haben sich besonders Olaf und Sebastian hervorgetan.) Besonders wichtig für uns war es auch, dass wir zum ersten Mal die Gelegenheit hatten, zu mehrt gezielt an der Fertigstellung von einem Abschnitt zu arbeiten. Dabei haben wir wichtige Erkenntnisse gesammelt. Beispielsweise, dass die Studienfassung, so gut sie auch erklärt und dokumentiert sein mag, nicht immer alle Informationen bieten kann, die die Übersetzer der Lesefassung benötigen. Daher haben wir im Markusevangelium zunächst je nach Bedarf die Anmerkungen zur Übersetzung auf der Diskussionsseite erweitert und sind am Ende dazu übergegangen, zu jedem Kapitel einen Kommentar mit den wichtigsten Erkenntnissen zu schreiben (bisher für Mk 9, 10, 11 und 13). Aufgrund dieser Erkenntnisse werden wir demnächst zudem beginnen, die Kriterien der Studienfassung noch einmal zu prüfen und ggfs. zu ergänzen.

Weiterhin haben wir einige in der Übersetzung wichtige Schlüsselbegriffe untersucht und uns auf (vorläufige) Übersetzungen geeinigt. Die neue Kategorie:Terminologie soll in solchen Fällen verbindliche Absprachen festhalten.

Wie geht es weiter?
Zunächst mal ändert sich nichts, zumindest für die nächsten Tage. Wie so oft gehen auch beim Markusprojekt Plan und Wirklichkeit weit auseinander. Nach Plan sollte ich meine Arbeiten mit dem Ende des Monats fertig gestellt haben. Tatsächlich fehlen mir noch ein paar Stunden. In den nächsten Tagen werde ich deshalb weiter an der Studienfassung von Mk 12 arbeiten. Sebastian hat sich noch Mk 14 vorgenommen. So wollen wir in den kommenden Wochen noch die gesamte Studienfassung fertigstellen.

Mit dem Ende der Durchsicht werden wir aber einige editorische Entscheidungen treffen müssen. Es sind teils banale Fragen wie:
 - Schreiben wir "Hohepriester", "Hoher Priester" oder "Oberster Priester"? Oder theologisch bedeutsame, wie:
 - Übersetzen wir "Reich Gottes" oder "Gottes Königsherrschaft"?
und etliche andere, die wir noch abschließend klären müssen. Das schreit geradezu nach interessanten Diskussionen, in denen wir uns über eure Beteiligung freuen würden. :-)

Sobald wir mit dem Markusevangelium zufrieden sind, wollen wir gerne einen etwas breiter angelegten Praxistest der Studienfassung vornehmen. Wir haben uns überlegt, den Text des Markusevangeliums in verschiedenen Formaten, auch gedruckt, zum Lesen bereitzustellen und um gezielte Rückmeldungen zu bitten. Genauere Pläne stehen noch aus, erstmal gilt es, die Übersetzung zu finalisieren.

Am Ende möchte ich mich noch persönlich bei allen bedanken, die das Markusprojekt und meine vollzeitliche Arbeit möglich gemacht und begleitet haben. Ich bin überzeugt, dass Gott seine Hand über unser Projekt gehalten und einige von euch genau im richtigen Moment geschickt hat - nur so haben wir überhaupt so viel erreicht, wie wir jetzt vorzuweisen haben. Ich jedenfalls werde weiter für die Offene Bibel arbeiten, soweit ich kann - und hoffe, vielen von euch noch digital über den Weg zu laufen, während unser spannendes Übersetzungsprojekt sich in eine richtig spannende Phase entwickelt.