Barcamp, Vereinsgründung und andere Gründe zum Feiern

Wie fängt man ein so gigantisches Wochenende zu beschreiben? Am besten ganz von vorn. Ich muss mich vermutlich auf die wichtigsten Dinge beschränken, sonst wird´s ein Buch.
Nach einem gelungenen WarmUp in der UrbanKitchen ging es am Samstag morgen ab 9 Uhr im Gemeindehaus los. Die Sponsoren ermöglichten durch Kaffee, Tee, Saft und leckerem Essen eine schöne Stunde Frühstücken und Kennenlernen. (Ein herzliches Danke an die Sponsoren: evangelisch.de, ev. Zukunftstiftung, Ratiodrink, GEPA, sonntagmorgen.com). Nach der Sessionplanung ging es dann direkt los. Für mich war direkt als erstes die Offene Bibel Session dran und ich konnte etwa 10 Anwesenden von der Offenen Bibel berichten, die Konzepte vorstellen und mich der Diskussion stellen. Da das ganz schön viel ist, mache ich daraus einen Extra-Teil (s.u.).
Ebenfalls im ersten Block stellte Christoph Römhild die neue Austauschplattform für kirchliche Mitarbeitende www.geistreich.de (erwachsen aus dem Patongo-Projekt) vor. In einem zweiten Teil hatten die Teilnehmer seiner Sessions die Möglichkeit geistreich.de direkt auszuprobieren. Bei seiner ersten Session wäre ich gern dabei gewesen, da ich ja aich schon als Betatester die Plattform kennen lernen durfte.
Im zweiten Block (Slot) ging es in die Kellerbar, um dort meine Erfahrungen (als Laie) mit professionellem Druck und OpenSource-Programmen zu teilen. Die Folien (und vor allem die wichtigen Links gibt es auf http://kirche20.mixxt.de). Nach einem sehr leckeren Mittagessen ging es weiter mit Diskussionen zur Verkündungung des Evangelium im Web 2.0 und ein wenig Medientheorie und einer Session zu RSS-Feeds in Drupal (ein Content Management System, worauf auch die Offene Bibel aufsetzt). Im Anschluss daran gab es (schon wieder von mir) eine Session zu Drupal als Community-CMS, die zusammen mit @maerys und Carsten Logemann eher zu einer Drupal-Werbeveranstaltung mutierte (tja, das passiert, wenn man drei Drupal-begeisterte Menschen in einen Raum packt ;-)). Gerade durch die Dichte der Drupalspezialisten (zu denen ich mich nicht rechne!) konnte auch ich sehr viel technisches lernen. Mein definiftives Fazit für diesen Tag: Mache niemals drei Sessions an einem Tag, besonders nicht, wenn du im lautesten Zimmer (8 Betten) der dortigen Jugendherberge "schläfst". Ansonsten bewahrheitete sich für mich wieder der Spruch, dass die Zeit zwischen den Sessions mindestens so wichtig ist, wie während der Sessions. Mittlerweile würde ich vermutlich (wenn ich ein Barcamp organisieren würde) eine halbe Stunde Pause zwischen den Sessions einplanen.
Damit ging der offizielle Teil des ersten Tages zu Ende und wir fanden uns wenig später in der Kellerbar zur OpenDJparty ein.
Der zweite Tag stand für mich ganz im Zeichen der Vereinsgründung. Ein Interessanter Aspekt dieses Barcamps war im Übrigen, dass der Sonntag mit einer Andacht begonnen wurde - sehr stilvoll mit Glockengeläut, gehalten von @ralpe. Der erste Slot ging dann mit Jan für eine vorläufige Geschäftsordnung drauf, im zweite Slot konnte ich wenigstens die erste Hälfte von der Live-Streaming-Session mitbekommen. Olaf kam in der Session an und da konnte ich natürlich nicht in der Session bleiben. Ben und Jan kamen kurze Zeit später auch noch an unseren Tisch und so konnte unsere Viererrunde voll loslegen. Um 14 Uhr war es dann so weit, wir machten uns auf in Raum 2 und konnten uns über drei spontane Mitgründer freuen (dazu kamen Kornelius und Norbert, die schon im Vorfeld zugesagt hatten). Mit viel guter Laune und Diskussionsstoff gründeten wir in den nächsten eineinhalb Stunden den Verein. Hier nochmal vielen Dank an den Barcamp-Leiter Tom Noeding, der uns die Zeit ließ und uns nicht aus dem Raum vertrieben hat.
Leider konnte ich durch die Vereinsgründung nicht mehr an der "Wir verbessern Evangelisch.de"-Session teilnehmen. Richtig produktiv waren am zweiten Tag die Teilnehmer einer Session, die sich durch die Erkenntnisse des Barcamps inspiriert mit der Abfassung eines Thesenpapiers beschäftigten. Ich bin schon gespannt, was da nacgh der Endredaktion herauskommt.
Bei der Verabschiedung gab es noch eine kleine Überraschung. Nicht nur, dass noch zwei Packungen Ratiodrink (einer der Sponsoren - sehr leckerer Saft) und Tee mit passendem Gebäck von der GEPA verlost wurden (Jippieh, ich habe gewonnen), hat sich das Team von evangelisch.de noch überlegt uns noch anwesenden Vereinsgründern einen Blumenstrauß zu überreichen. DANKE!

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Jetzt der ausführliche Bericht von der Offene Bibel Session:

Nachdem die Anwesenden im ersten Teil meines Vortrags aufmerksam gelauscht hatten, stiegen auf einige Zwischenfragen plötzlich Ingo Schütz und Joachim Happel (www.rpi-virtuell.net) in eine Diskussion ein. Die Studienfassung wurde als großer Schritt gewürdigt, die Lesefassung fiel allerdings unten durch. Ihre Kriterien seien Kriterien aller in letzter Zeit entstandenen Bibelübersetzungen, man müsse einen Schritt weiter in Richtung Web 2.0 gehen und Lesefassungen für verschiedene Zielgruppen machen, einzelne Benutzerfassungen, etc. Ich muss zugeben, dass meine erste Reaktion auf die Vorschläge und Aussagen der beiden etwas abwehrend war. Die Genialität der Ideen wurde mir erst nach und nach klar (und auch, was genau gemeint war). Im Endeffekt (nach der Session haben wir noch weiter diskutiert) heißt der Vorschlag: Wir lassen die Lesefassung mit unseren Kriterien stehen, aber: Es wird zusätzlich über der Lesefassung einen Link zur "Eigenen Lesefassung" geben. Vielleicht dann auch noch Links zu Lesefassungen anderer Benutzer. Dies könnte z.B. erzielt werden, indem man das Unterseitenprinzip bei den Benutzerseiten benutzt, zusätzlich könnte es einen allgemeinen Namensraum z.B. für eine Kinderbibel geben. Die so entstandenen Übersetzungen könnten auch noch bewertet und kommentiert werden, was das Gespräch über die Texte weiter anregen kann.
Mein größter Traum wäre in diesem Zusammenhang, dass es möglich ist, per Klick ein paar Benutzerfassungen, die "Original"-Lesefassung und die Studienfassung synoptisch (versgenau nebeneinander) anzeigen zu lassen und auch in dieser Art schick gesetzt ausdrucken zu können. Über die Realisierung einer solchen Veränderung sollten wir nicht zu lange grübeln, mittlerweile haben wir drei (vier?) Informatiker und eine Drupal-Spezialistin an Bord. Zu diesem weit über die ursprüngliche Idee der Offenen Bibel hinausgehenden Konzept hätte ich gerne Eure Meinung!

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Nachklapp Vereinsgründung

Nach der Gründung des Vereins stehen nun einige Dinge an, bevor es richtig losgehen kann. Der Verein muss "eingetragen" werden und darf danach das "e.V." hinter dem Namen tragen. Parallel dazu läuft ein Verfahren beim Finanzamt, das uns einen Status der Gemeinnützigkeit einbringt (damit wir steuerrechtlich relevante Spenden einnehmen dürfen, selbst keine Steuern zahlen müssen,...). Die ersten vier Anfragen zur Mitgliedschaft habe ich schon bekommen, ich werde in Erfahrung bringen, ob man vor der Eintragung Mitglied werden kann, ohne Gründungsmitglied zu sein.
Ich überlege gerade ein wenig an der Integration des Vereins in die Webseite und habe die Entdeckung gemacht, dass eine Drupalerweiterung (civicrm) sich hervorragend zum Vereinsmanagement und zum Fundraising eignet. Johannes hat schon rückgemeldet, dass er damit schon gearbeitet hat.
Die offiziellen offene-bibel.de-Mailadressen, unter denen ihr uns ab sofort erreichen könnt:
Olaf: olaf@offene...
Ben: ben@offene... und finanzen@offene...
Wolfgang: wolfgang@offene...
Desweiteren erreicht ihr uns alle unter: Verein@offene... und vorstand@offene...

Soviel in "Kürze".

Kommentare

Hallo Wolfgang,
Das neue Konzept, das du beschreibst, wäre eine sympathische Zweitinterpretation des Begriffs Offene Bibel. Die erste ist, wenn ich es richtig verstehe, eine Bibel zu haben, die als CC Projekt, offen ist für lizenzfreie Verwendung ähnlich wie bei Linux. Die Zweitinterpretation wäre das Web.2 Konzept einer interaktiven Bibel (evtl. unter zur Verfügungstellung des source code?), die ergebnisoffen ist und offen für alle, die aus der Studienfassung heraus eine lesbare Fassung generieren wollen. Es kam da in der Runde zum Bleistift der Gedanke auf, Religionslehrer zu gewinnen, die mit ihrer Klasse ein paar Kapitel der Studienbibel in eine Lesefassung transportieren. Da ich voraussetze, dass der Heilige Geist schon immer die Aufgabe der Supervision und des Supports von jeglichen Bibelübersetzungen hat, darfst du dann auch hier mit der inspirierenden Hilfe des dreieinigen Gottes rechnen. Glückwunsch zu deiner Flexibilität, -Aaron-

Die Idee ist auf jeden Fall gut, das hatte ich ja schon am Sonntag gesagt. Ich finde es sehr spannend, den Benutzern die Möglichkeit einer eigenen Lesefassung zur Verfügung zu stellen oder die Möglichkeit spezialisierter Lesefassungen zuzulassen. Auch die Synopse klingt natürlich verlockend, auch wenn der wissenschaftliche Wert fragwürdig sein wird. Die Verlinkung auf eigene Lesefassungen auf der Kapitelseite ist eine gute Idee!

Ohne ein richtiges Konzept halte ich es aber für verfrüht enthusiastisch, schon jetzt spezielle Namensräume freizugeben oder weitere Projekte zu starten. Im Grunde spricht ja nichts direkt dagegen, aber ich finde, dass etwas Planung nicht schaden kann. Lasst uns ein Bild der Lage gewinnen - sehen, wer dazu gute Ideen hat oder wer sich auch tatsächlich in weiteren Projekten engagieren würde.
Im Moment ist die Community ja klein genug - wir sollten unsere "manpower" vielleicht doch erst auf die zentralen Punkte konzentrieren, sonst kann sich der Übersetzungsvorgang noch lange hinziehen. Derweil können wir unsere Überlegungen und Ideen ja schon in eigenen Lesefassungen, im Forum oder auf eigenen Seiten im Benutzernamensraum sammeln.