Die OfBi auf dem Kirchentag 2011

Wie fängt man an, wenn man etwas so großartiges beschreiben will, wie die Erlebnisse mit der Offenen Bibel auf dem Kirchentag? Vermutlich ist es am besten vorne anzufangen. Die letzten zwei Wochen vor der Kirchentagswoche waren hart, die kleinen Kirchentagsflyer mussten designt wurden und die Handzettel brauchten auch noch eine Überarbeitung vor dem Nachdruck. Quartierfragen mussten geklärt werden, Angebote für Crew-Shirts mussten eingeholt und zahlreiche Sachen mussten an verschiedenen Orten eingepackt werden. Es grenzt an ein mittleres Wunder, dass ich nichts Wichtiges (eigentlich gar nichts) vergessen habe.
Am Samstag abend packte ich dann das von meinen Eltern geliehene Auto voll (unter vollem Einsatz, denn ohne das Herausnehmen der gesamten Rückbank ging erstmal gar nichts). Am Sonntag ging es dann erstmal Richtung Osten um einen lange überfälligen Besuch zu machen. Diese drei Tage Urlaub vor dem Kirchentag stellten sich als das Beste was mir passieren konnte heraus.
Mittwoch früh ging es dann die letzten 100 km Richtung Dresden, wo ich kurz nach Olaf und Barbara eintraf. Den Forstschritt von vier Stunden Standaufbau konntet ihr live per Twitter/Identi.ca verfolgen. Durch das schon im Vorfeld günstig erstandene Rollup und die letztes Jahr gedruckten Banner machte unser Stand einen recht professionellen Eindruck. Die zahlreichen Bücher und Laptops bildeten eine schöne Mischung aus alt und neu.

Für nächstes Mal
Unsere ursprüngliche Idee, die Besucher eine eigene Lesefassung von Psalm 23 und Jona 1 schreiben zu lassen mussten wir recht schnell begraben, denn es war einfach zu viel für die Besucher. Die Kirchentagsflyer, die wir in großem Stil am Abend der Begegnung verteilt haben, können wir uns das nächste Mal sparen, meinen Beobachtungen nach waren 99% unserer Standbesucher Laufkundschaft, der Rest hat uns im Programmheft gesehen. Zwei "Arbeitslaptops" und ein Präsentationslaptop sind genug.

Besucher und Erfahrungen
Die Buttons waren wie erwartet ein kleiner Besuchermagnet. Besonders jüngere Menschen hatten ein Auge dafür und steuerten zuerst diesen Bereich unseres Stands an. Weitere Anziehungspunkte waren das Rollup, das auf Augenhöhe neugierig machte und die wichtigen Informationen erst mit einem Blick nach unten enthüllte. Auch unsere Textbeispiele auf den Bannern wurden mit großer Aufmerksamkeit studiert, oft erst aus respektvoller Distanz, dann interessiert aus nächster Nähe. Der Laptop mit der eilig zusammengeschraubten Präsentation zog ebenfalls einige Menschen an, auch wenn der Monitor leider etwas zu dunkel für die helle Umgebung  war.
Unsere Besucher waren bunt gemischt, von biblisch interessierten Jugendlichen bis zu pensionierten Pfarrern war alles dabei. Ein paar besondere Begegnungen möchte ich euch aber nicht vorenthalten. Da waren zum Beispiel ein paar "echte" Bibelübersetzer (darunter auch Übersetzer von Wycliff) , die sehr interessiert an unseren Kriterien und Methoden ware. Wir konnten durchaus gemeinsame Arebitsabläufe erkennen und wurden selbst als Bibelübersetzer tituliert (wahnsinn, und das von jemandem der schon eine ganze Bibel übersetzt hat!). Wir konnten über Hilfsmittel und Urtexte fachsimpeln und gegenseitig Tipps austauschen - auf Augenhöhe. Ein wenig überraschend tauchten auch zwei Mitglieder der Deutschen Bibelgesellschaft auf, die wohl von der Lippischen Bibelgesellschaft (auch hier nochmals ein Dankeschön für die Spende) einen Tipp bekommen hatten. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt gerade in einem anderen Gespräch, so dass Olaf dieses Gespräch alleine führen musste. Die Macher vom "Neuen Testament als Magazin" kamen auch gezielt zu uns, mit den Worten "Wir kennen euer Projekt, kennt ihr unseres?". Es war ein gutes Gespräch und wir tauschten unsere Kontalktdaten aus. Selbst ein Redakteuer(?) der Bibel in gerechter Sprache hat (wohl eher durch Zufall) an unseren Stand gefunden und war beeindruckt. Es gab, soweit ich es mitbekommen habe, nur eine Begegnung mit negativer Rückmeldung, weil wir die wissenschaftlich edierten Urtexte verwenden und nicht die Vulgata - nunja, das können wir verschmerzen. Alle anderen Rückmeldungen waren irgendwo zwischen positiv und begeistert.

Neben den vielen Gesprächen mit den Besuchern gab es aber auch immer wieder Zeit für Gespräche untereinander, die ebenfalls wichtig und gut waren. Außerdem hat man ja auch die Möglichkeit jemand neues aus dem Projekt im richtigen Leben kennen zu lernen. Mein Fazit: Nächstes Mal wieder, wenn es irgendwie geht.

Ich möchte mich nochmal bei allen Standbetreuern, Spendern, Sponsoren, Helfern und Gästen für Geduld, Geld, Zeit und Zuhören bedanken, die unseren Kirchentagsstand zu einem Erfolg gemacht haben.

PS: Für den Katholikentag habe ich schon mal vorgefühlt, das Bewerbungsprozedere ist etwas komplizierter als beim Evangelischen Kirchentag, aber eine erste unverbindliche Bewerbung ist schon unterwegs.