Aufteilung der Kapitelseiten

Schon lange empfinde ich es als kontraproduktiv, dass Studien- und Lesefassung sich eine Kapitelseite teilen. Das ist erstens umständlich, weil wir seit Jahren fast immer nur mit der Studienfassung gearbeitet haben, und zweitens unübersichtlich, weil es die Kapitelseiten vollstopft und die Studienfassung vor dem Blick verbirgt.
Als spontaner Gedanke, weil wir gerade eh schon planen, etliche Dutzend Kapitelseiten zu überarbeiten: Was haltet ihr davon, für jede Fassung eine eigene Kapitelseite anzulegen? Wenn ja, wie ließe sich das umsetzen? Und wenn ja, sollen wir das gemeinsam mit den Statusvorlagen machen oder auf später verschieben? 
Mir fallen sehr wenig Gründe ein, die das bisherige Vorgehen tatsächlich rechtfertigen. Es wird wohl kaum jemand unsere Wiki-Seiten benutzen, um beide Fassungen nacheinander zu lesen - dazu sind die Seiten immer noch zu unübersichtlich, außerdem haben unsere Fassungen nicht eine gemeinsame, logische Lesereihenfolge, sondern verschiedene Lesezwecke. Das heißt, man wird nur im Ausnahmefall beide zur gleichen Zeit lesen wollen.
Aber das ist noch nicht alles: Wir haben ja auch schon für die Leichte Sprache, persönliche Fassungen und Kommentare separate Seiten. Alle diese Seiten sind im selben Kapitel der Bibel lokalisiert. Da wäre es sauberer, ein Kapitel in einer Übersicht (oder Leseansicht) darzustellen, die auch tatsächlich darauf optimiert ist, dem Leser alles zu präsentieren, was wir haben.
Und dieser Gedanke hat sich jetzt herauskristallisiert: Die Kapitelseiten sind einfach nicht zum Lesen optimiert. Sie bieten einen Einstieg (nämlich den Seitenanfang), wo zwei erforderlich wären (nämlich einer für jede Fassung; oder mehr, wenn man die anderen kapitelbezogenen Seiten mit berücksichtigt).
Sie sind aber auch nicht zum Bearbeiten optimiert! Zum Bearbeiten bräuchten wir einen übersichtlichen WYSIWYG-Editor (was wir schon in WikEd haben), aber gleichzeitig müsste man auch die fertige Version der Fassungen heranziehen können. Etwa, wenn man in der Studienfassung arbeitet (Fußnoten können einen ganz schönen Dschungel bilden, wie hier geschildert), oder wenn man die Studienfassung als Referenz für die Bearbeitung einer anderen Fassung benutzt.
Ein Argument FÜR die Beibehaltung wäre, dass es für neue Lesefassungsautoren einfacher ist, auf derselben Seite zu arbeiten, auf der schon die Studienfassung ist. Aber das könnte man mit planvollem Webdesign sicherlich wettmachen.
Ein weiteres Argument für die Beibehaltung wäre Such- und Suchmaschinenfreundlichkeit. Wer ein Kapitel sucht, bekommt gleich beide Fassungen angezeigt. Google-Nutzer müssen nicht entscheiden, welche Übersetzung sie nun lesen wollen. Freilich könnte man auch das etwa durch eine Leseansicht ausgleichen. Denn die Kehrseite der Münze ist, dass Google-Nutzer auf derselben Kapitelseite fast zwangsläufig die (momentan noch fast zwangsläufig schlechte) Lesefassung finden werden, wo es doch in solchen Fällen schon eine recht reife Studienfassung gibt.
Wie ist eure Einschätzung? Alles in einem Rutsch, dafür etwas später, aber gut durchgeplant und mit langfristiger Wirkung? Oder Status jetzt, dafür dann später keinen Arbeitsaufwand gespart? 
Wenn wir jetzt nämlich alle Statusvorlagen überarbeiten, aber die Kapitelseiten nicht trennen, müssten wir später dieselbe Arbeit mit den Statusvorlagen wiederholen, wenn wir die beiden Fassungen entwirren.

Hallo,

Ich finde es eigentlich sehr gut, dass beides auf einer Seite steht, und zwar aus 3 Gründen:

1. Bei inhaltlichen Änderungen an der Studienfassung ist in sehr vielen Fällen auch die Lesefassung ändern Wenn es zwei verschiedene Seiten sind, dann ist die Gefahr viel größer, dass es sich auseinander entwickelt – weil die Leute den Zusammenhang nicht mehr sehen.

2. Die Lesefassung ist eine gute Ergänzung zur Studienfassung. Aus sich selbst heraus ist die Studienfassung nämlich so unübersichtlich, dass man kaum in der Lage ist, den Gesamtzusammenhang zu verstehen oder eine bestimmte Stelle zu suchen.

3. Die Studienfassung ist eine gute Ergänzung zur Lesefassung. Zum Beispiel wird unsere Lesefassung an manchen Stellen davon abweichen, was die Leser von anderen Übersetzungen im Ohr haben. In diesen Fällen kann man dann in der Studienfassung nachvollziehen, ob wir einfach nur unnötig frei umformuliert haben oder ob wir gutge Gründe für die andere Wortwahl haben.

Das Problem mit der fehlenden Übersichtlichkeit sehe ich vor allem durch die Fußnoten. Schließlich füllen ja manche Verse der Studienfassung mehrere Bildschirmseiten, weil ein paar Fußnoten mit jeweils mehreren Absätzen mitten darin stehen. Vermutlich können wir dieses Problem nur lösen, wenn wir die Syntax der Fußnoten ändern.

Vielen Dank für deine Antwort! Jetzt hatte ich gehofft, dass sich zwischendurch noch andere zu Wort melden, daher hatte ich etwas gewartet.
Ich glaube, wir sind in der Hinsicht unterschiedlich, dass du tendenziell Bekanntes gerne behältst und verbesserst, damit es bewährter wird, während ich überlege, ob es auch ganz anders geht. Das liegt vielleicht auch daran, dass du den Zeitaufwand und die möglichen Gefahren technischer Änderungen besser aus eigener Erfahrung kennst. :-) Gut, dass wir uns da in unseren Perspektiven ergänzen!
Ich habe ja nichts dagegen, Vor- und Nachteile eines Vorschlags abzuwägen. Daher habe ich selbst auch schon einige mögliche Gegenargumente genannt. In diesem Fall kommen mir deine drei Einwände aber eher schwach vor. Darf ich dir mal ganz sachlich antworten? 
Bei 1. sehe ich wenig "Gefahrenpotenzial", das nicht im Moment auch schon vorhanden wäre. Denken wir daran, unübersichtlich ist es auch jetzt schon, richtig? Und schon jetzt steht in der Lesefassung oft schon alles, nur nicht das, was in der Studienfassung stand. Ein Problem mit reziproken Verbesserungen haben wir so oder so.
Im Falle des 2. und 3. Einwands meine ich, sie schon im Vorfeld entkräftet zu haben. Die damit verbundenen Anliegen sind ja ein Stück weit berechtigt. Die gegenwärtigen Kapitelseiten können jedoch beide Zwecke höchstens passabel erfüllen. Komfortabel ist die gleichzeitige Benutzung beider Fassungen auf einer Seite nicht. Wenn ich Studien- und Lesefassung wirklich vergleichen will, öffne ich zwei Tabs mit der gleichen Seite, anstatt hin- und herzuscrollen. Die Kapitelseiten sind auch gar nicht darauf ausgerichtet, leicht scrollbar zu sein – geschweige denn, dass man gezielt zwischen Versen hin- und herspringen könnte.
Ein anderer Aspekt, den ich schon angedeutet hatte: Beide Anliegen könnte man auch bei einer Teilung erhalten, wenn man sie in eine Leseansicht oder eine andere Art von Kapitelansicht einbaut, die nicht dem starren Schema folgt, wie wir es gerade benutzen.
Nein, das Problem ist inhärent im Design der Kapitelseiten. Das ist auch nicht die Schuld der Fußnoten – wobei du recht hast, die könnte man gerne übersichtlicher darstellen! 
Wie gesagt: Ich habe nichts dagegen, dieses Anliegen bis zu einer günstigeren Zeit aufzuschieben. Aber ich finde, uns könnte viel verloren gehen, wenn wir nicht darüber nachdenken.
Patrick hat mir im Chat erzählt, dass ihr beiden einmal über die Möglichkeit gesprochen habt, das Kapitelseiten-Template (?) massiv umzugestalten, um die Seiten besser an unsere Zwecke anzupassen. Und da es diese Pläne schon gab, war er auch dagegen, die Seiten aufzuteilen. So ein Ansatz könnte das Problem natürlich auch lösen.
Allerdings kann ich mich nicht erinnern, von dir dazu schonmal etwas gelesen zu haben, oder täusche ich mich? Stammte die Bemerkung über die Anpassung der Fußnoten-Syntax aus diesem Kontext? Kannst du eine Aussage dazu machen, ob es konkrete Pläne dazu gibt, beziehungsweise, ob es realistisch ist, dass diese Anpassung mal durchgeführt wird? Wenn ja, welche Möglichkeiten hätten wir denn dabei, um die Nutzung der Kapitelseiten komfortabler zu machen? 

Ich bin auch nicht dafür, die Fassungen aufzutrennen. Ich finde es sehr gut, dass zwei Fassungen, die sich - zumindest irgendwann - wirklich gut ergänzen, tatsächlich auch direkt aufeinander folgen, anstatt dass man immer zwischen zwei Fassungen und Tabs/Fenstern hin- und herwechseln müsste. Und ich z.B. mache das in der Tat so, dass ich, auch wenn ich in die SF hineinschauen will, im Normalfall erst mal die LF lese, um einen Gesamtüberblick zu bekommen. Bei 2+3 stimme ich Olaf daher unumschränkt zu.
Auch Olafs Gefahr 1 sehe ich genauso. Einfach deshalb, weil bei der Aufteilung der Fassungsseiten die beiden Fassungen noch mehr als separate Entitäten wahrgenommen würden, was sie aber auf OfBi ja nicht sein wollen. Und dass auch jetzt die Lesefassung gelegentlich nicht auf die Studienfassung abgestimmt wird, kann doch keinesfalls heißen, dass wir das dann halt einfach noch mehr forcieren.
Noch dazu finde ich die Kapitelseiten eigentlich nicht unübersichtlich; aber es kann sein, dass ich mich da einfach schon zu sehr dran gewöhnt habe. Das Problem, dass oben wegen Logo und der Header und links wg. dem Navigator je  1/6 des Bildschirms wegfallen, wird mit der neuen Optik erledigt sein. Dann folgte auf dem Bildschirm nur noch (von oben nach unten): 
Kapitelbezeichnung => Links LF/SF => Status LF => LF => Status SF => SF => Anmerkungen => FNn. 
Das finde ich ziemlich logisch, und keines der Elemente stört irgendwie beim Betrachten eines anderen Elements, weil sie nacheinander kommen.
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P.S.: Wo ich das aber gerade schreibe: Hier könnte fei wirklich optisch nachgebessert werden. Z.B.: Wenn der Status getrennt für die Fassungen vergeben wird, bräuchten wir eigentlich über den Fassungs-Überschriften keine eigene Kapitelüberschrift mehr. Sondern dann könnten wir es einfach bei den beiden Kapitelüberschriften belassen, die dann nicht mehr lauten: "Lesefassung (Rut 1)", sondern "Rut 1: Lesefassung" etc. 
Die Links unter der Kapitelbezeichnung sind dann auch unnötig, denn der Link zur SF kommt ja direkt unter der Überschrift der LF und vice versa. Durch eine Suchleiste im neuen Header würde auch die arg kleine und eigentlich jetzt schon redundante Navigationshilfe rechts unter der Kapitelbezeichnung wegfallen können. Und wenn die Statussymbole vereinfacht worden sind, könnten die einfach rechtsbündig auf eine Ebene mit der Fassungsbezeichnung kommen. Oder so ähnlich. Das wäre schon übersichtlicher.

Gut, dann ist klar, dass ich in der Minderheit bin. Kein Problem! Danke, dass ihr euch die Zeit zum Antworten genommen habt! 
Sebastian, dein Entwurf sieht interessant aus! Ich sehe momentan den Nachteil, dass man am Seitenanfang nicht erkennen kann, welchen Status die Studienfassung hat. Aber jetzt verstehe ich auch, wie die teilgefüllten Kreise aus dem Grafik-Vorschlag gemeint waren. Ich hatte mir bisher kein "Uhrzeiger"-Modell, sondern eine gerade Trennlinie vorgestellt.