Vereinsmodelle

So lange Wolfgang die „Offene Bibel“ mit seinen bewährten Moderationsfähigkeiten leitet, ist sie in guten Händen.

Sehr wahrscheinlich wird die Offene Bibel (gerade auch wegen Wolfgangs Talent) jedoch sehr stark wachsen und irgendwann so groß sein wird, dass sie nicht mehr von einer Einzelperson allein geleitet werden kann. Voraussichtlich wird es dann nötig sein, dass wir Strukturen entwickeln (oder zuvor entwickelt haben), die die notwendigen Entscheidungsprozesse tragen können.

Im Zusammenhang mit der Vereinsgründung habe ich daher überlegt, welche Vereinsstrukturen für diese Herausforderung sinnvoll sein könnten. Dabei sind meine Überlegungen stark von meinen Erfahrungen mit dem KDE e.V. geprägt.

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit habe ich meine Überlegungen in einem PDF-Dokument zusammengefasst.

Für Feedback zu dem Dokument bin ich dankbar. Konkrete Überlegungen zum Wortlaut der Satzung sollten jedoch weiterhin auf der entsprechenden Diskussionseite geschehen, damit sich das Gespräch nicht zerfasert.

Kommentare

Hallo Olaf,
vielen Dank für diese Übersicht. Ich finde deine Argumente einleuchtend und teile deine Einschätzung. Mir fällt spontan nichts ein, was an Vor- oder Nachteilen fehlt.

Wow! Vielen Dank Olaf! Sowohl für die großartige Arbeit als auch für das Riesenkompliment.
Vielleicht hast Du recht damit, dass wir nicht so weit auseinanderliegen. Ich fand die Formulierung "in den Verein wählen" oder "Zustimmung zur Aufnahme" oder so etwas seltsam, bis mir aufgefallen ist, dass ja sowieso (im Normalfall der Vorstand oder die MV) über den Mitgliedsantrag entscheidet.
Ich bin tatsächlich für den Repräsentativen Verein. So haben viele Menschen die Möglichkeit mitzureden und es kann trotzdem (durch die Trennung der aktiven und der Fördermitglieder eine gewisse Stabilität gewährleistet sein.
Ich würde dem Vorstand überlassen, ob die Aufnahme in den aktiven Kreis per MV oder Onlineabstimmung geregelt wird. Die Aufnahme als Fördermitglied kann der Vorstand auch selbst machen, denke ich. Das erspart unnötige Arbeit.
Ich bin schon gespannt auf Deinen Satzungsentwurf.
Ach ja, wir werden eienn Drucker haben, sodass wir im Notfall (!!!) die Satzung vor Ort neu ausdrucken können. Der Drucker ist leider extrem langsam und braucht für eine Seite bis zu 5 Minuten (dafür ist er halt tragbar).

Vielen Dank an Wolfgang für die weiteren Anregungen. Ich stimme ihm zu, dass bei Fördermitgliedern der Vorstand entscheiden kann – diese Unterscheidung habe ich in dem Dokument vergessen zu erwähnen.

Beim KDE e.V. ist (wie von Wolfgang vorgeschlagen) sowohl eine Abstimmung auf der Mitgliederversammlung als auch eine Onlineabstimmung möglich. Da die Mitgliederversammlung des KDE e.V. immer auf der gut besuchten KDE-Konferenz "Akademy" stattfindet, hatten wir mehrmals die Situation, dass wir auf einer Mitgliederversammlung über die Aufnahme von Anwesenden abgestimmt haben, zu denen gleichzeitig bereits Online-Abstimmungen liefen.

Erfahrungsgemäß werden die Mitgliedsanträge auf einer Mitgliederversammlung deutlich schlechter geprüft. Zum einen kann man die bisherige Mitarbeit der betroffenen Personen offline schlechter nachvollziehen. Zum anderen will man oft relativ schnell mit der Mitgliederversammlung beginnen, um genug Zeit für die eigentlichen Entscheidungen zu haben, und dann wird das Abstimmen über Mitgliedsanträge am Beginn der Mitgliederversammlung eher zu einer schnell erledigten Formsache. Wenn die Leute persönlich anwesend sind, dann kann man sie direkt befragen, was von Vorteil ist, aber das macht es auch schwieriger, mit "Nein" zu stimmen oder zu viele Fragen zu stellen.

Wenn wir nur die Online-Abstimmung erlauben, dann müssen die Online-Abstimmungen von Anfang an funktionieren. Zum Glück lassen sich die Abstimmungen zunächst ganz einfach per E-Mail durchführen (nach dem Motto: Bitte antwortet auf diese E-Mail mit dem Wort "Ja", "Nein" oder "Enthaltung"). Später können wir dann auf ein professionelleres System wechseln.

Wo sind jeweils die Gefahren, wenn wir das Abstimmen auf der Mitgliederversammlung erlauben oder verbieten?

Extrem überzeichnet:
- Bei reinen Online-Abstimmungen: Wenn fast alle Vereinsmitglieder die Online-Abstimmungen ignorieren, dann brauchen wir für die Abstimmungen ein extrem niedriges Quorum, d.h. Abstimmungen auf der MV wären sowieso aussagekräftiger.
- Bei Abstimmungen auf der MV: Ein Vorstand, der dem Verein seine Meinung aufzwingen möchte, kann die MV sehr kurzfristig an einen Zeit und Ort legen, der für viele Mitglieder schlecht erreichbar ist, aber für viele Freunde des Vorstands sehr gut erreichbar. Wenn diese Freunde dann alle zur MV kommen und Mitgliedsanträge stellen, dann ist es sehr schwer, den Anwesenden zu sagen: "Ihr habt bisher noch nicht mitgearbeitet. Wir kennen euch nicht wirklich. Arbeitet doch erst mal eine Weile mit, und dann stimmen wir neu über eure Mitgliedschaft ab."

Ich tendiere eher zur reinen Online-Lösung, lasse mich aber auch gerne von der anderen Variante überzeugen.

Olaf

Für mich kommen von den vorgestellten eigentlich nur der Förder- und der repräsentative Verein infrage, von denen ich, wie bisher ihr alle, das repräsentative Vereinsmodell vorziehen würde. Olaf hat die Vorteile schön dargelegt, und dieses Modell scheint unseren Vorstellungen am ehesten zu entsprechen. Ich glaube, wir haben da einen ziemlichen Konsens. (Dass ein Trägerverein mit viel Vorstandsmacht nachteilig sein kann, hat sich z.B. schon bei der Wikipedia gezeigt, nach allem, was ich gehört habe.)
Mir fehlt in Olafs Darstellung allerdings noch eine Pespektive. Es handelt sich allerdings nicht um einen unberücksichtigten Vor- oder Nachteil. Natürlich sollten wir uns bei der Gestaltung des Vereins hauptsächlich am Ziel einer freien Bibelübersetzung orientieren. Aber wir sollten dabei auch mögliche ander Vereinsaktivitäten nicht vernachlässigen. Vielleicht wollen wir später auch die Verbreitung der Offenen Bibel oder christlicher Literatur unter freien Lizenzen fördern, oder Bibelsoftware unterstützen, etc. In dieser Hinsicht finde ich, dass die bisherige Diskussion sich noch zu stark auf die jetzige Situation mit Webseite und Redaktion bezieht. Es könnte aber sein, dass neben diesen beiden Bereichen in Zukunft noch andere wichtig werden, die wir auch noch berücksichtigen wollen.
Das ist jetzt nur ein relativ vager Gedanke, den ich nicht wirklich zu Ende gedacht habe. Mich würde aber eure Meinung dazu interessieren.