Erste Übersetzung

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Ihr Lieben,
 
eben habe ich meine erste Übersetzung hier versucht und zwar Jer 8, 4-7.
 - Ja genau der ist Sonntag Predigttext --
Jedenfalls aber bitte ich um Rückmeldung, ob die Art und Weise, wie ich es eingestellt habe, so in Ordnung ist oder was es zu verbessern gäbe.
Viele Grüße, Pedentim

Hi Pedentim,

Danke für die Übersetzung! Ich freue mich sehr über deine Mitarbeit. Der Text geht auf jeden Fall in die richtige Richtung, deshalb geht er definitiv so in Ordnung.

Ich sage dir jetzt auch, was mir noch auffällt, allerdings nur, weil du ausdrücklich gefragt hast! Ich schreibe einfach mal, was ich persönlich verbessern würde, ohne dass ich erwarte, dass du dir nochmal die Mühe machst. (Für die Leser: Hier ist Jeremia 8)
1. Kleinigkeit: Anführungs- und Schlusszeichen bei wörtlicher Rede, z.B. in V. 4 und 6.
2. Kleinigkeit: Gottesname als JHWH, nicht Jhwh.
3. Welche Verbenformen hast du in der wörtlichen Rede als Präsens übersetzt? Es könnten z.B. Partizipien oder gnomische Perfekte oder durative Imperfekte sein. Ergeben sich (je nach Form) evtl. noch andere Möglichkeiten zu übersetzen? Es könnte sich lohnen, bei einheitlichen Verben beim ersten entsprechenden Prädikat am Anfang der Ansprache eine Fußnote zu setzen.
4. 6e: "Alles kehrt sich weg im Lauf". Ist das die beste Übersetzung, dann könnte man die Bedeutung in einer Fußnote mit einer Paraphrase verdeutlichen. Z.B. würde ich gerne wissen, wie sich "im Lauf" zum Rest der Proposition verhält. Ist es adverbial und heißt sowas wie "flugs" oder "so schnell wie möglich"? Evtl. ist auch interessant, warum hier "Alles" (Sg.) und nicht mehr der Pl. steht. Könnte man "kehrt sich weg" noch klarer formulieren? Ist ein wörtliches "Abwenden" gemeint, oder ist es eine ähnliche bildliche "Abkehr" von JHWH wie weiter oben?
5. V. 7 braucht m.M.n. eine Fußnote, die kurz erklärt, was mit den festgesetzten Zeiten dieser Vögel gemeint ist - sind das Zugvögel? Evtl.: Welche Rückschlüsse lässt dieser Vergleich darauf zu, was der Prophet damit aussagen möchte? In anderen Worten: Wie kommt er von 7a-b zu 7c "und mein Volk kennt nicht das Recht (Richten, Rechtsspruch) Jhwh’s."? Wenn die Klammer in 7a "kennt seine festgesetzten Zeiten (kennt die Zeit der Rückkehr)" eine wörtlichere Übersetzung angeben soll, dann ist eine Fußnote dazu besser geeignet. Wegen der rhetorischen Kraft von "Zeit der Rückkehr" im Rahmen der vorgebrachten Kritik an Israel könnte es auch sinnvoll sein, das zunächst beizubehalten und, wie in Punkt 4 vorgeschlagen, die Paraphrase z.B. mit "D.h. "Text"" in die Fußnote zu packen. Manchmal lohnt sich auch ein Kommentar, der erklärt, warum die Paraphrase nötig war.
6. 7c wird offenbar mit einem adversativen Waw eingeleitet, da könnte man auch gleich "aber" oder "aber (und)" schreiben. Zu Recht hast du so interessante Alternativen angegeben. Hier würde ich eine Fußnote setzen. Was meint JHWHs Recht - die Torah? Eine Richter- oder Herrschertätigkeit? Ist das vielleicht eine häufige Formulierung bei Jeremia? Evtl.: Warum hast du dich für "Recht" und nicht eine der Alternativen entschieden? Diese Fragen könnte man auch in 2 Sätzen abhandeln, aber einige weitere Informationen würden dem Leser schon viel bringen.
7. Evtl. wäre noch eine Erklärung zu 4c interessant: "Oder wendet sich einer ab und kehrt sich nicht zurück?" Die Logik erschließt sich nämlich nicht auf den ersten Blick. Vielleicht ist nur die deutsche Formulierung das Problem, oder vielleicht geht es in Wirklichkeit um irgendeine Aktivität, bei der man tatsächlich früher oder später zurückkommt.
EDIT: Ach ja, 8. "sagend" in 6d kannst du getrost mit geschweiften Klammern ausklammern, die Formel ist im Deutschen ja obsolet.