Kinderbibel

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Auf dem Barcamp wurde diskutiert, eine Lesefassung für Kinder zu erstellen. Meiner Kenntnis nach gibt es im Deutschen keine Bibelüberstzung für Kinder. Als Vater von 5 Kindern habe ich es immer wieder erlebt, wie sich die Kinder im Religionsuntericht mit Bibelübersetzungen rumplagen müssen, die sie gar nicht verstehen. Was sich Kinderbibel nennt, sind ausnahmslos Erzählungen anhand von biblischen Geschichten und erfüllt nicht diesen Anspruch.
Das schon in der Studienfassung fertiggestellete Buch Jona würde sich als Einstieg anbieten in dieses Projekt. Dazu müssten aber die technischen Fragen geklärt werden, wie und wo das geschehen soll. Als Alternative würde ich auch eigenständig daran gehen, würde aber, falls andere mit der Idee etwas anfangen können, lieber gemeinsam daran arbeiten.
Lieben Gruß Norbert

Hallo Norbert,

auf dem Barcamp hatte ich zwar eher an freiere Erzählungen gedacht, finde ein wörtlicheres Vorgehen aber auch sehr gut.

Ein Problem, dass ich bei vielen Kinderbibeln sehe, ist ein starker Fokus auf moralische Erziehung. Die biblische Botschaft vom liebenden und vergebenden Gott kommt mir dabei oft zu kurz.

Gerade das Buch Jona ist ein gutes Beispiel: Die biblische Geschichte ist sehr humorvoll geschrieben ist und hinterfragt Jonas Selbstgerechtigkeit ironisch. Es wäre schön, wenn dieses Augenzwinkern auch in der Kinderbibel noch deutlich zu spüren ist.

Leider werde ich nicht die Zeit haben, an der Kinderbibel mitzuarbeiten, aber ich werde interessiert verfolgen, was daraus wird. Und wenn Du nichts dagegen hast, dann werde ich vielleicht hin und wieder Vorschläge machen oder auf Zwischentöne hinweisen, die mir im Urtext besonders gut gefallen.

Olaf

An freieren Erzählungen ist m.V. kein Mangel. Außerdem bevorzuge ich bei freieren Erzählungen den freien Vortrag, wie ich es auf der Bibelschule gelernt habe mit den entsprechenden Erzähltechniken wie Nebeneinstieg. Was fehlt ist aber eine Bibelübersetzung bzw. Übertragung in kindgerechter Sprache, da im Religionsuntericht mitunter auch auf die Bibel zurückgegriffen wird.
Hilfestellung, wie du sie nun anbietest, ist auf jeden Fall willkommen, auch wenn du nicht an der Lesefassung für Kinder direkt arbeitest. Ich arbeite auch nicht an der Studienfassung, kann aber imho doch ein wenig unterstützen durch das, was ich so einbringen kann. Geklärt müsste vorher werden, wie das Ganze sich hier auf Offene Bibel einfügt. Da sind von Wolfgang Ideen da, die erst noch umgesetzt werden müssten.
Wolfgang hat im Blog das ja bereits angerissen. Hier in Ausschnitten reinkopiert:
Zitat Wolfgang:  Im Endeffekt (nach der Session haben wir noch weiter diskutiert) heißt der Vorschlag: Wir lassen die Lesefassung mit unseren Kriterien stehen, aber: Es wird zusätzlich über der Lesefassung einen Link zur "Eigenen Lesefassung" geben. Vielleicht dann auch noch Links zu Lesefassungen anderer Benutzer. Dies könnte z.B. erzielt werden, indem man das Unterseitenprinzip bei den Benutzerseiten benutzt, zusätzlich könnte es einen allgemeinen Namensraum z.B. für eine Kinderbibel geben. Die so entstandenen Übersetzungen könnten auch noch bewertet und kommentiert werden, was das Gespräch über die Texte weiter anregen kann.
Gruß Norbert

Hallo Olaf
Der Hinweis mit dem Humor ist wichtig. Kinder sind gewiss humorvoll ansprechbar und in einer Kinderbibel kann es auch mal lustig zugehen.
Ich könnte mir z.B. vorstellen, die ellenlangen unbekanten hebräischen Namen in den Geschlechtsregistern in Deutsch wiederzugeben. Mit meinen rudimentären Hebräischkenntnissen war es mir ein Schmunzeln, dass es unter den Kantoren (wie ich ja auch einer bin) einen "Bakbukja" gibt, was übersetzt "Flasche Gottes" bedeutet. Das finde ich gut. Flasche als solche ist zwar nicht ehrenhaft, aber mit Flasche Gottes könnte ich mich identifizieren. Wo Gott für uns ist, kann er auch eine Flasche wie mich gebrauchen.
Lieben Gruß  Norbert
P.S.: Geht die Uhr eigentlich nach? Ich habe eben einen Rechtschreibfehler korrigiert. Beim Abspeichern hieß es dann 16.22 Uhr obwohl es 17.22 Uhr war.

Ich glaube nicht, dass ich für das Konzept mitverantwortlich sein möchte. Höchstens könnte ich mitdiskutieren und solche Sachen. Ich hab so schon genug zu tun, und manchmal frage ich mich, ob ich mich bei der Offenen Bibel nicht verhoben habe... :-)

Ohnehin sollte es erst einmal einen von Wolfgang angekündigten (Zitat:) allgemeinen Namensraum für eine Kinderbibel geben. Und dann sehen wir weiter.
Vom Konzept her wäre nicht viel zu sagen. Mein Vorschlag wäre, dass wir immer den bereits fertiggestellten Büchern der Studienbibel folgen; das wären zur Zeit drei. Einzelne Kapitel, ohne dass das ganze Buch vorliegt, in eine kindgerechte Sprache zu übertragen, halte ich dagegen nicht für sinnvoll. Die von Olaf zurecht vorgeschlagenen stilistischen Eigenarten (Humor) einer solchen Übertragung gebieten, jeweils ein ganzes Buch in einem Wurf einheitlich zu bearbeiten.
Das bedeutet konkret, dass wir uns absprechen, wer an welchem Buch aktuell für sich privat in einem Textprogramm arbeitet. Doppelte Bearbeitungen sind angesichts der von Ben zurecht erwähnten knappen Resourcen, die jeder zur Verfügung hat, dagegen möglichst zu vermeiden. Das kann durch eine kurze Info vermieden werden etwa in der Form: Ich xyz arbeite zur Zeit an der kindgerechten Übertragung des Buches XYZ. Die vorläufigen Ergebnisse der Bearbeitungen der einzelnen Übersetzer werden im Namensraum veröffentlicht, wenn das ganze Buch soweit in einem Guss fertig ist. Danach sollten konstruktive Verbesserungsvorschläge dazu eingebracht werden, da wo es angebracht ist.
P.S.: Das ist, wenn ich es richtig verstehe, anders bei einer Studienfassung, wo schon mal ohne Probleme einzelne Verse wortwörtlich übersetzt werden können ohne zunächst direkten Bezug zum ganzen Buch; und diese einzelnen Verse dann auch zur Diskussion gestellt sind.

Zitat:   auf dem Barcamp hatte ich zwar eher an freiere Erzählungen gedacht, finde ein wörtlicheres Vorgehen aber auch sehr gut.
Ein Problem, dass ich bei vielen Kinderbibeln sehe, ist ein starker Fokus auf moralische Erziehung. Die biblische Botschaft vom liebenden und vergebenden Gott kommt mir dabei oft zu kurz.
Gerade das Buch Jona ist ein gutes Beispiel: Die biblische Geschichte ist sehr humorvoll geschrieben ist und hinterfragt Jonas Selbstgerechtigkeit ironisch. Es wäre schön, wenn dieses Augenzwinkern auch in der Kinderbibel noch deutlich zu spüren ist.
Was hier Olaf schreibt, könnte so etwas wie ein Programm sein für eine Kinderbibel, besonders der Aspekt, dass hier Pfiffigkeit und Humor gefragt sind und moralinsaure Zeigefinger no go.
Villt kann auch ein Mittelweg gefunden werden zwischen freier Erzählung und Vers für Vers Übertragung. Bei zu freier Auswahl der Texte ist die Gefahr, dass es zu einer Gummibärchenversion verkommt. Gummibärchen sind bekanntlich als Haupternährungsquelle für Kinder ungesund. Es braucht auch Mohrrüben, Spinat, Äpfel und andere feste Speise,
meint aus Erfahrung Norbert

Naja, der Zeigefinger kommt auch in den Texten vor und sollte nicht wegrationalisiert werden.
Für so ein Spagat brauchen wir dann aber wirklich Kriterien. Ein paar Eckpunkte schaden mit Sicherheit nicht. Im Übrigen gibt es seit dem Kirchentag zwei weitere Interessent(inn)en für die Kinderbibel. Ich hoffe, sie melden sich bald an.

Zitat:   Im Übrigen gibt es seit dem Kirchentag zwei weitere Interessent(inn)en für die Kinderbibel.
Spitzenmäßig!
Zitat:   Naja, der Zeigefinger kommt auch in den Texten vor und sollte nicht wegrationalisiert werden
Deswegen habe ich auch geschrieben moralinsauer. Werte sollten in solch einer Kinderbibel imho mit humoristischem Zeigefinger vermittelt werden.
Zitat:  Ein paar Eckpunkte schaden mit Sicherheit nicht.
Das mit dem Humor als Übersetzungsprinzip, von Olaf eingeführt,  halte ich schon mal für den 1. Eckpunkt.
Der 2. Eckpunkt wäre dann der von dir so formulierte Spagat zwischen Erzählstil und Vers für Vers Übertragung.
Den 3. Eckpunkt ergänzend zu den 2 ersten möchte ich so fassen:
Den einzelnen Schriftstellern größtmögliche schriftstellerische Freiheit lassen, nicht jedes Wort analysieren. Das ist zu Recht anders als bei der Übersetzungsarbeit der Studienbibel.
Sonst läuft es noch darauf hinaus, wie hier bei Heinrich Böll:
http://www.youtube.com/watch?v=-JQ6NzeMsGU&feature=related
Dabei braucht es meiner Meinung nach keinen einheitlichen, eingeebneten  Stil der einzelnen Bücher und Bearbeiter . Auch in den Originalbüchern der Bibel ist zu erkennen, dass sie zwar unter Gesamtleitung des Heiligen Geistes stehen, aber dennoch individuelle große stilistische Unterschiede aufweisen. Das kann ruhig auch in der Übertragung auf eine Kinderbibel so rüberkommen. Eine solche erkennbare, breitgefächerte, bunte Vielfalt freut auch die Kinder. Wir können uns da ruhig vom Vorbild der Lutherbibel mit dem einzigartigen, die deutsche Sprache prägenden einheitlichen Sprachstil, lösen.
Weitere Kriterien sollten sich im Zuge der Arbeit an der Kinderbibel praktischerweise von selbst herausschälen.
 

Von einer Userin auf evangelisch.de, die meinen Hinweis auf das Projekt Kinderbibel im Kindergottesdienstkreis gelesen hat, bin ich auf diesen link aufmerksam gemacht worden. Ich geb ihn weiter. 
http://www.theologie.uzh.ch/index/KinderbibelnForschungskollProgramm.pdf
Lieben Gruß Norbert

 Habe jetzt einfach mal angefangen mit Psalm 23. Die Metadiskussion über Kriterien kann imho nebenher geführt werden. Gruß Norbert

http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Benutzer:-Aaron-

 Ich bin ziehmlich begeistert, auch wenn ich wohl aus Zeitgründen kaum etwas dazu beitragen kann. Auf der Grundlage können wir wirklich die Diskussion beginnen, die hier schon gestartet wurde. Deshalb kommen meine Anmerkungen auch eben dort hin.

 War ja ein erster Versuch. Habe dann heute die 3 Psalmen anhand der bisherigen Kriterien überarbeitet.

http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Benutzer:-Aaron-   

 Hallo Olaf
Villt ist es machbar, dass du das 1. Kapitel von Jona mal exemplarisch anhand der oben erwähnten Kriterien und den an anderer Stelle geposteten Regeln für leichte Sprache bearbeitst. Du hast doch sowieso schon die (normale) Lesefassung dazu erstellt, wenn ich es richtig anhand der Versionsgeschichte erkenne. Das würde imho das gemeinsame Ringen um gültige Kriterien für eine Fassung-Bibel in leichter-einfacher-vereinfachter Sprache-Lesart  voranbringen.  Lieben Gruß Norbert

Wie ist denn angedacht, diese Kinderbibel überhaupt zu konzeptionieren? Möchtest du tatsächlich die ganze Bibel in kindgerechte Sprache übertragen? Oder sollte es eine selektive Auswahl sein? 
Aus offensichtlichen Gründen eigenen sich manche Teile der Bibel ja wegen der Komplexität oder Trockenheit der Thematik nur eingeschränkt für eine Kinderbibel. (Wie hat das eigentlich die Volxbibel gemacht? Ich hätte ja nicht gedacht, dass die noch ein AT dranhängen...)
Kennt ihr eigentlich schon die Basisbibel? Sie scheint ja in eine ähnliche (wenn auch weniger spezifische) Richtung zu gehen.

ZItat: Möchtest du tatsächlich die ganze Bibel in kindgerechte Sprache übertragen? Oder sollte es eine selektive Auswahl sein?
Yes Sir! Mir kommt die Erinnerung an meine musikalische Arbeit an den Psalmen. Das fing auch zaghaft mit einem Psalm an; zum Schluss waren es dann doch alle 150, was ich nie gedacht hätte.
Die Kinderbibel sollte den fertiggestellten Teilen der Studienbibel nachfolgen. Mit der Zeit wird es einen Weg und Erfahrung geben, auch sperrigere Teile zu übersetzen. Eine Auszugsbibel halte ich deshalb für zuwenig, weil die Verwendung im Religionsuntericht damit ausgeschlossen ist. Es sollte diese Bibel eine echte Alternative sein, um alle Bibelstellen in kindgerechter Sprache nachschlagen zu können.
Eine andere Frage wäre, ob das dann gedruckt werden muss. Bis die Kinderbibel fertig ist, arbeiten die Kids auch im Religionsuntericht am PC und können auf diesem Weg die Kinderbibel permanent verbessern helfen. Das ist meine feste Überzeugung und ein nicht geringes Vorhaben. Umso netter fände ich es, wenn ich mit der Arbeit nicht allein gelassen bliebe.
Lieben Gruß Norbert

Ich hab selbst einen Sohn und würde mich sehr für das Projekt interessieren! Das sähe ich auch als Übung für den späteren Dienst, mich möglichst einfach und verständlich auszudrücken.

Das wär Super!

Tut mir leid, dass ich gerade nicht soviel mitdiskutieren kann, aber die Kirchentagsvorbereitungen fressen mich auf.
Ich mache mal einen Vorschlag. Norbert, Ben und X(?) arbeiten ein Konzept aus, worüber wir anderen drüberschauen können und dann baue ich Euch einen eigenen Namensraum (ich denke für so eine Unternehmung ist das die bessere Variante als Kategorien oder Unterbenutzerseiten).
Gute Nacht, Wolfgang