Rechtssicherheit oder: Kennt jemand einen guten Anwalt mit Spezialgebiet Urheberrecht?

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Hallo liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter!

Mich treibt momentan noch eine Frage in den Wahnsinn:
Wie legal ist die Neuübersetzung, wenn wir urheberrechtlich geschützte Quellen benutzen? Beim AT ist das ganze nicht sooo tragisch, da könnte man in die Richtlinien schreiben, dass bitte der Westminster Leningrad Codex benutzt werden soll (Der Unterschied zur BHS sollte sollte nur aus dem Apparat bestehen), aber beim NT gibt es nicht ohne weiteres einen guten freien Text. Da jede Theologin und jeder Theologe ein NTG im Schrank stehen hat, sollte man die Frage stellen, ob sie/er es nicht benutzen darf.

Kennt jemand einen Anwalt, den man mal unverbindlich nach sowas fragen könnte?
Es gibt soviel Probleme und Unsicherheiten bei dem Thema.
Ist vielleicht selbst jemand auf diesem Gebiet bewandert?

Herausgefunden habe ich:
Der Urheberrechtsschutz endet 70 Jahre nach dem Tod des Autors (also die Kittel-Hebraica (1.Aufl. könnten wir benutzen, aber wer will den alten Schinken(der Basiert noch nicht auf dem Leningradensis)? Spannend wäre die 3. Auflage der BHK, weil sie der direkte Vorläufer (auch textlich) der BHS ist, leider war Kittel zur Veröffentkichung schon ein paar Jahre tot).

Eine Übersetzung ist ein Werk, was als Bearbeitung gilt (die Erlaubnis der Übersetzung muss eingeholt werden).

Eine Übersetzung ist ein Werk, woran der Autor der Übersetzung das Urheberrecht inne hat (zu der Frage, inwieweit dann der ursprüngliche Urheber Rechte an der Übersetzung hat, habe ich nicht gefunden).

Sehr verwirrend.

... müssen wir eben gemeinfreie Texte als Grundlage benutzen. Der WLC ist gut genug um nur in Streitfällen in die Hebraica schauen zu müssen und vom NTG gibt es die 1904er Augabe des schon länger als 70 Jahre toten Herrn Nestle...
Diese Nestle-Version gibt es als pdf bei der OpenLibrary zum freien Download.

Der WLC-Text entweder Online unter http://www.tanach.us oder in einem freien Bibelprogramm, wie Xiphos (für Windows, Linux und BSD) oder MacSword zugänglich.

Mal schauen, was die nächsten Tage so bringen.

Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine gemeinnützige Stiftung, und wenn sie uns tatsächlich die Nutzung der wissenschaftlichen Bibelausgaben verbieten würden, dann wäre das für sie ein PR-Gau.

Aber da die Rechtefrage auch bereits übersetzte Texte auf Amen-online.de betrifft, habe ich einfach mal per E-Mail angefragt, ob ich die ursprachlichen Ausgaben für meine eigenen Übersetzungen verwenden darf.

In dem unwahrscheinlichen Fall, dass es tatsächlich zum Eklat kommen sollte: Im Rahmen der KDE Free Qt Foundation arbeite ich bereits mit einem deutschen Rechtsanwalt zusammen, der auf Urheberrecht und freie Lizenzen spezialisiert ist und sehr kompetent ist. Wenn wir zur Finanzierung dieser Rechtsberatung um Spenden bitten, dann ist das für die DBG viel peinlicher als für uns.

Olaf

Die deutsche Bibelgesellschaft erlaubt es uns, die Urtext-ausgaben zu übersetzen:
http://www.offene-bibel.de/node/32