Grafiken zum Text

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In der Arbeit mit Leichter Sprache ist es üblich, die Texte mit passenden Grafiken zu verstehen. Die Grafiken sollen beim Verständnis des Lesens helfen. Gewöhnlich sind die Grafiken an Piktogrammen orientiert.

Nun hat ~Akelei unsere Texte in Leichter Sprache mit ihren Grafiken versehen. Die bringen meines Erachtens den Inhalt gut zur Geltung, sind aber kunstvoll und nicht Piktogramm.

Mir selber sind die Regeln der Leichten Sprache nicht das Maßgebende, sondern zum Einen der Text selber (darum bin ich immer wieder froh, auf die Studienfassung zugreifen zu können und in Diskussionen was von Exegeten oder Sprachwissenschaftlern zu lesen) und zum anderen die Zielgruppe. Ich nehme die Texte aus offene-bibel.de, setze sie selber neu und nutze sie mit Grafiken von Reinhild Kassing, die uns im Bistum Essen zur Verfügung stehen. Sie sind aber mit Copyright versehen und können nicht von allen genutzt werden.
Die Grafiken von ~Akelei sagen mir zu, weil sie einen Zugang zu den Texten bieten, der ähnlich wie der Zugang zu Kunst funktioniert. Dadurch wird deutlicher, dass die Bibel kein Gesetzestext ist oder dass wir sie lesen würden wie die Muslime den Koran, sondern dass es eine Auslegungsgeschichte gibt und jeder Mensch selber eine Haltung dazu finden muss.

Wie seht ihr das?

Ist das so, dass sie an Piktogrammen orientiert sind? Beim Evangelium in Leichter Sprache ist das ja auch nicht so. (Ehrliche Frage; so viel Leichte Sprache lese ich nicht)
Wo überall finde ich denn eigentlich die Grafiken von Akelei? So viele habe ich noch gar nicht gesehen.

Ja, es sind nicht so viele, weil ich mir nicht im Klaren bin, ob Zeichnungen oder Aquarelle tatsächlich die richtige Form einer bildlichen Unterstützung für den Text sind. Zugleich wären Fotos in diesem Zusammenhang sehr aufwändig.

Ich habe hier etwas Literatur zum Thema: https://www.uni-hildesheim.de/media/fb3/uebersetzungswissenschaft/Leicht..., S. 84
In einem Vortrag bei einer Tagung vor zwei Jahren (Genaueres müsste ich erst recherchieren...) wurde die These vertreten, dass Fotos leichter verstöndlich seien, man Zeichnungen zu entschlüsseln immer lernen müsse, auch Piktogramme. Was haltet ihr davon?

Was ich zumindest versuchen wollte, wenn ich Bilder hinzugefügt habe, ist eine gewissen Anschaulichkeit bei erzählenden Texten und eine gewissen Poesie bei poetischen Texten hinzuzufügen. Wenn wir alle Texte ohne Bilder präsentieren und dazu noch mit den kategorisierenden Bannern versehen, wirken sie mir zu nüchtern... Die sozialen Netzwerke setzen auch auf Bilder. Vielleicht können wir da etwas lernen?

Wer die Texte benutzt, sollte sich immer überlegen, wie sie für die jewilige Zielgruppe sinnvoll bebildert sind, finde ich. Unabhängig davon, ob wir Bilder zur Verfügung stellen. Das ist ein großer Vorteil unserer Bibel: Sie lässt sich sehr einfach in ein beliebiges Layout bringen.