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	<title>Die Offene Bibel - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-23T12:26:16Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16978</id>
		<title>Markus 8</title>
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		<updated>2014-07-22T13:24:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge bei Jesus war und sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{L|2}}„Ich habe Mitleid mit den Leuten, weil sie schon drei Tage lang bei mir sind und nichts zu essen haben. &lt;br /&gt;
{{L|3}}Und wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, dann werden sie unterwegs zusammenbrechen. Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“ &lt;br /&gt;
{{L|4}}Und seine Jünger erwiderten ihm: „Woher soll man all diese Leute hier in dieser unbewohnten Gegend mit Essen satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{L|5}}Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie antowrteten: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{L|6}}Daraufhin gab er den Leuten die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote bekommen und ein Dankgebet gesprochen hatte, brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen. Und sie teilten sie an die Leute aus.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und sie hatten ein paar kleine Fische dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.&lt;br /&gt;
{{L|8}}Und die Menschen aßen und wurden satt. Danach hoben sie die übrig gebliebenen Stücke auf, es waren sieben Körbe voll.&lt;br /&gt;
{{L|9}}Es waren etwa viertausend Menschen gewesen. Danach verabschiedete er sie,&lt;br /&gt;
{{L|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und kam in das Gebiet von Dalmanuta.&lt;br /&gt;
{{L|11}}Dort kamen die Pharisäer vorbei und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten, um ihn zu testen.&lt;br /&gt;
{{L|12}}Und er seufzte innerlich und sagte: „Warum verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja, ich sage euch: Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“&lt;br /&gt;
{{L|13}}Und er verließ sie, stieg wieder in das Boot und fuhr zum anderen Ufer.&lt;br /&gt;
{{L|14}}Sie hatten aber vergessen, Brote mitzunehmen, sodass sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten.&lt;br /&gt;
{{L|15}}Und er warnte sie: „Passt auf! Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ &lt;br /&gt;
{{L|16}}Und sie machten sich zusammen Gedanken, weil sie keine Brote hatten. &lt;br /&gt;
{{L|17}}Und Jesus, der das bemerkte, sagt zu ihnen: „Warum macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht? Habt ihr ein verhärtetes Herz?&lt;br /&gt;
{{L|18}}Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?&lt;br /&gt;
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?&lt;br /&gt;
Und denkt daran: &lt;br /&gt;
{{L|19}}Als ich die fünf Brote für die fünftausend Menschen geteilt habe, wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten: „Zwölf.“ &lt;br /&gt;
{{L|20}}Als ich die sieben Brote für die viertausend Menschen geteilt habe, wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten: „Sieben.“ &lt;br /&gt;
{{L|21}}Da sagte er zu ihnen: „Versteht ihr immer noch nicht?“ &lt;br /&gt;
{{L|22}}Als sie nach Betsaida kamen, da brachten die Leute einen Blinden zu ihm und baten Jesus, ihn zu berühren.&lt;br /&gt;
{{L|23}}Und er nahm die Hand des Blinden und führte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er ihm in die Augen gespuckt und ihm die Hände aufgelegt hatte, fragte er ihn: „Siehst du etwas?“&lt;br /&gt;
{{L|24}}Und nachdem der Mann wieder sehen konnte blickte er auf und sagte: „Ich sehe die Leute wie Bäume; aber ich sehe sie umhergehen.“&lt;br /&gt;
{{L|25}} Daraufhin legte Jesus ihm erneut die Hände auf seine Augen, und der Mann hatte klare Sicht. Er war wieder gesund und konnte nun alles deutlich erkennen. &lt;br /&gt;
{{L|26}}Da schickte Jesus ihn nach Hause, wobei er ihm auftrug: „Geh aber nicht ins Dorf!“ &lt;br /&gt;
{{L|27}}Und Jesus und seine Jünger zogen weiter in die Dörfer von Cäsarea Philippi; und auf dem Weg befragte er seine Jünger: „Für wen halten mich die Leute?“&lt;br /&gt;
{{L|28}}Da antworteten sie zu ihm: „Einige halten dich für Johannes den Täufer, und andere für Elija, wieder andere meinen, dass du einer von den Propheten bist.“&lt;br /&gt;
{{L|29}}Und er fragte sie: „Und für wen haltet ihr mich?“ Petrus antwortete: „Du bist der Christus!“&lt;br /&gt;
{{L|30}}Und er befahl ihnen, mit niemandem über ihn sprechen. &lt;br /&gt;
{{L|31}}Und er begann sie darüber aufzuklären, dass der Sohn des Menschen viel leiden, und von den Ältesten, den obersten Priestern und den Schreibern abgelehnt werde. Und dass er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse.&lt;br /&gt;
{{L|32}}Und er sagte das ganz offen. Da nahm Petrus ihn beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen.&lt;br /&gt;
{{L|33}}Jesus drehte sich um und, nachdem er seine Jünger angesehen hatte, wies er Petrus zurecht: „Geh weg von mir, Widersacher! Du hast nicht Gottes Interessen im Sinn, sondern die der Menschen.“&lt;br /&gt;
{{L|34}}Dann rief er die Menschenmenge samt seinen Jüngern zu sich und sagte zu ihnen: „Wenn jemand mir nachfolgen will, dann muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen! &lt;br /&gt;
{{L|35}}Denn jeder, der sein Leben retten will, wird es verlieren; aber jeder, der wegen mir und der Heilsbotschaft sein Leben verliert, der wird es retten. &lt;br /&gt;
{{L|36}}Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen, aber sein Leben zu verlieren? &lt;br /&gt;
{{L|37}}Denn was könnte ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben? &lt;br /&gt;
{{L|38}}Denn jeder, der sich in dieser untreuen und sündigen Zeit über mich und meine Worte schämt, über den wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, sobald er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge [bei Jesus] war und [sie] nichts zu essen hatten, da rief er die Jünger zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief er zu sich und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{S|2}} „Ich bedauere (habe Mitleid mit) die Menschenmenge (den Leuten), weil sie schon drei Tage [lang]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drei Tage [lang]&#039;&#039; steht im Nominativ wie ein Subjekt. Eigentlich wäre ein Akkusativ der zeitlichen Ausdehnung zu erwarten (NSS; BDR §144.2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei mir sind und nichts zu essen haben.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse (schicke), dann werden sie unterwegs zusammenbrechen (sehr schwach werden). Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und seine Jünger erwiderten {ihm}: „Woher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Woher&#039;&#039; LUT, ZÜR übersetzen „Wie“, doch gemeint ist, woher die Jünger das Brot (pars pro toto für Nahrung) nehmen sollen (Pesch 1976, 403; vgl. GNB, NGÜ, EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
soll man [all] diese [Leute] &#039;&#039;hier&#039;&#039; in [dieser] Einöde (unbewohnten Gegend) mit Broten (Nahrung) satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie {aber} sagten: „Sieben.“{{par|Markus|6|38}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Daraufhin (Und) gab er der Menschenmenge die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er ... erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] Aor., hier als vorzeitiger temporaler Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;ein Dankgebet gesprochen&#039;&#039; W. „gedankt“. Gemeint ist hier jedoch ein Dankgebet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen, und sie teilten sie an die Menschenmenge (Leute) aus.{{par|Markus|6|41}} &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sie hatten ein paar Fische (kleine Fische)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Fische (kleine Fische)&#039;&#039; Hier steht zwar die Diminutivform „Fischlein“, aber es ist unklar, ob Markus damit auch kleine Fische meint. Er benutzt den Diminutiv nämlich gerne – allein in Kap. 7 in V. 25 (Töchterlein) und 27f. (Hündlein)(vgl. Collins 2007, 380). Für kleine Fische entscheiden sich ELB, MEN, NGÜ, GNB.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.{{par|Markus|6|41}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und [die Menschen] aßen und wurden satt, und sie hoben die übrig gebliebenen Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die übrig gebliebenen Brocken&#039;&#039; W. „die Reste der Brocken“ ([[Gen. part.]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, sieben Körbe.{{par|Markus|6|42|43}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Es waren {aber} etwa viertausend [Menschen]. Danach (Und) verabschiedete (ließ gehen, schickte weg) er sie,{{par|Markus|6|44}} &lt;br /&gt;
{{S|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg er … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gelangte (kam) in das Gebiet von Dalmanuta&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dalmanuta&#039;&#039; Der Ort wird nur hier erwähnt und ist sonst unbekannt. Die Parallelstelle Mt 15,39 spricht stattdessen vom ebenfalls unbekannten Ort Magadan. In der Textüberlieferung wurde daraus in einigen Handschriften „Magdala“. Dalmanuta ist jedoch zweifellos die ursprünglichste Version des Namens. Sowohl bei Dalmanuta als auch bei Magadan könnte es sich gut um alternative Namen der Ortschaft Magdala handeln (Blomberg 1992, 247).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|11}} Da (Und) kamen die Pharisäer hervor&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen hervor&#039;&#039; Oder „kamen heraus“. Das deutet darauf hin, dass es sich um die Pharisäer des Ortes handelt, die bei Jesu Ankunft aus ihren Häusern kommen, um ihn zu stellen (France 2002, 311). Weil Markus keine weiteren Angaben macht, könnte diese Konnotation hier jedoch fehlen oder in den Hintergrund treten (vgl. 1,38; 3,21), daher die Übersetzung (Guelich 1989, 413).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie … verlangten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Könnte z.B. auch als separater Hauptsatz übersetzt werden. &#039;&#039;Zeichen vom Himmel&#039;&#039; Anders als bei Johannes bezieht &#039;&#039;Zeichen&#039;&#039; sich hier nicht auf ein Wunder, sondern irgendeine Art von übernatürlichem Zeichen, das beweisen würde, dass Jesus mit Gottes Unterstützung wirkt. &#039;&#039;vom Himmel&#039;&#039;, d.h. von Gott sollte das Zeichen kommen. Die Juden erwarteten solche Zeichen der Echtheit. Auch Mose (u.a. Ex 4,1–9; 29–31; 7,8–22) und Elija (1Kö 18,38) bestätigten ihre Sendung auf diese Weise (France 2002, 311f.; Guelich 1989, 413f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um (wobei sie) ihm eine Falle zu stellen (ihn auf die Probe zu stellen; zu testen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um ihm eine Falle zu stellen&#039;&#039; Finales (oder modales) [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Oder wie MEN: „weil sie ihm eine Falle stellen wollten“. Das Verb heißt „testen, erproben“ im weitesten Sinn. Hier erproben die Pharisäer Jesus so, dass er möglichst geschädigt werden soll (vgl. LN 27.31): Sie stellen ihm eine Falle, indem sie hoffen, dass er sich auf ihre Forderung einlässt, jedoch auf Kommando kein entsprechendes Zeichen hervorrufen kann. Vgl. Mk 10,2; 12,15; Joh 8,6. Jesus wurde zuvor schon in Mk 1,13 vom Satan auf die Probe gestellt, was die Pharisäer wie ihn zu Jesu Gegenspielern macht (vgl. Collins 2007, 384). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er stöhnte (seufzte tief) aus dem Innersten (innerlich)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus dem Innersten&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;innerlich&#039;&#039; W. „in seinem Geist“. D.h. heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stöhnte (seufzte) … auf und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte: „Warum (Was) verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Hier kommt es nach Mk 3,28 zum zweiten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !&#039;&#039; D.h. „Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“ Es handelt sich um eine unvollendete, aber klar verständliche Schwurformel, d.h. „Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird, [soll mir etwas zustoßen]!“. Solche Schwurformeln waren auf Hebräisch gebräuchlich. Dabei verband der Sprecher den Eid mit einem Fluch, der ihn treffen sollte, wenn er ihn brach. Jesus benutzt sie wie eine besonders starke Verneinung. Eine ähnliche unvollständige Schwurformel als Verneinung steht in Ps 94,11 LXX. Der Prophet Elischa wird in 2Kö 6,31 Ziel eines Eides, der auch eine Fluchformel enthält (Collins 2007, 385; France 2002, 313).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er ließ sie [stehen] (verließ sie),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er ließ sie [stehen]&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stieg wieder ein und fuhr zum anderen Ufer. &lt;br /&gt;
{{S|14}} {Und} Sie hatten vergessen (vergaßen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie hatten vergessen (vergaßen)&#039;&#039; Der Aorist wird hier wohl mit vorzeitiger Bedeutung benutzt. &#039;&#039;sie&#039;&#039; Die meisten Übersetzungen übersetzen sinngemäß „die Jünger“, nicht &#039;&#039;sie&#039;&#039;, aber es gibt keinen direkten Anhaltspunkt dafür, dass Jesus davon auszunehmen ist. Markus möchte uns vielleicht zu verstehen geben, dass der Aufbruch so unvermittelt geschah, dass die Gruppe (oder die Jünger) nicht mehr zum Einkaufen kam.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote mitzunehmen, sodass (und) sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten. &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und er schärfte ihnen ein (warnte sie) {sagend}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schärfte ihnen ein&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]], was wohl impliziert, dass diese Aussage einen etwas längeren Diskurs zusammenfasst (oder eine häufige Aussage Jesu darstellt) (France 2002, 315). &#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Passt auf (Seht zu), hütet euch vor dem Sauerteig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sauerteig&#039;&#039; wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerteig Sauerteig] den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes&#039; Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes&#039; Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und sie diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;machten sich Gedanken&#039;&#039; „Diskutieren“ (so die wahrscheinlich gemeinte Bedeutung) steht im [[Imperfekt]]. Das Wort bedeutet hier entweder, dass die Jünger einfach weiterdiskutierten und Jesu Kommentar überhörten oder im Eifer der Diskussion ignorierten (so Guelich 1989, 424; France 2002, 317). Dass darüber geredet wurde, war dann schon in V. 14 impliziert und könnte Jesu Bemerkungen über den Sauerteig ausgelöst haben. Oder es signalisiert, dass nun eine Diskussion einsetzte, die sich wegen des fehlenden Brotes (V. 14) anbahnte (so Collins 2007, 386). Eine dritte Möglichkeit (nach MEN) versteht das Imperfekt als missverstehende Reaktion: „Da erwogen sie im Gespräch miteinander: »(Das sagt er deshalb) weil wir keine Brote haben.«“ (Es ist möglich, dass MEN dabei einer alternativen Lesart folgt, die „und sagten“ ergänzt.) Die erste Möglichkeit ist häufiger Funktion des Imperfekts als die zweite und ist tendenziell vorzuziehen; die dritte käme wohl auch ohne Imperfekt aus (vgl. France 2002, 317). Die meisten deutschen Übersetzungen verstehen das gr. Wort διαλογίζομαι jedoch im Sinn von „sich Gedanken machen“ – wohl weil sie etwas besser zu V. 17 passt. So EÜ: „Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.“ Doch welche Funktion hätte in diesem Fall πρὸς ἀλλήλους „zu-/miteinander“ (bei EÜ unübersetzt)? NGÜ liest sich schon fast absurd: „Da machten sie sich untereinander Gedanken...“ Das Wort scheint hier sicher die Bedeutung „diskutieren“ zu haben (so die bisher zitierten Kommentare sowie NSS; Pesch 1976, 412f.; LN 33.158; GNB, MEN und englische Übersetzungen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
miteinander (machten sich Gedanken) darüber, dass (weil) sie keine Brote hatten. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus&#039;&#039; In einigen Handschriften fehlt Jesus als explizites Subjekt. Textkritik: Auch NA28 und SBLGNT lassen es aus, wohl als eine recht offensichtliche stilistische Verbesserung. Insgesamt ist die Überlieferung jedoch so gut (u.a. {{hebr}}א{{hebr ende}} A C D K 28 33 Mehrheitstext gegen sieben in NA28 angeführte Zeugen), dass sich die Frage stellt, ob hier nicht eine (weniger offensichtlich zu begründende) versehentliche Auslassung nicht wahrscheinlicher wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte)&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (oder [[attr. Ptz.]]), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagt zu ihnen: „Warum diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken) darüber&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken)&#039;&#039; Zur Abwägung zwischen den beiden Alternativen s. die Fußnote im vorigen Vers.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und … denn immer noch nicht&#039;&#039; Die doppelte Verneinung mit „noch nicht“ und „und nicht“ verstärkt auf Griechisch den Effekt der rhetorischen Frage. Um deren rhetorische Kraft einzufangen, wurde die Frage in der Übersetzung sinngemäß mit denn und immer verstärkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Habt ihr ein {euer} verstocktes (verhärtetes) Herz?{{par|Markus|6|52}}{{par|Markus|7|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;{{S|18}} Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?&lt;br /&gt;
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Habt ihr zwar Augen, aber seht nicht? Und habt ihr zwar Ohren, aber hört nicht?&#039;&#039; Die beiden [[Ptz. conj.]] &#039;&#039;habt ihr&#039;&#039; sind dabei konzessiv aufgelöst, was wohl dem Sinn von Jer 5,21 entspricht. Vgl. NGÜ: „Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören?“ Oder einfach „Habt ihr Augen und seht nicht? Und habt ihr Ohren und hört nicht?“ Es handelt sich um eine recht freie Wiedergabe von Jer 5,21, die aber inhaltlich und im Zusammenhang mit der Kritik aus V. 17 eher an den in Mk 4,12 zitierten Abschnitt aus Jes 6,9-10 erinnert (Watts 2007, 172). Doch passen thematisch alle drei angespielten Abschnitte (ebd. 174).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Jeremia|5|21}}{{par|Ezechiel|12|2}}{{par|Psalm|115|5|6}}{{par|Jesaja|6|9}}{{par|Markus|4|12}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&#039;&#039; Man kann diesen Satz sowohl als eigenständige Frage wie auch als Einleitung zu V. 19 auffassen. Nach France (2002, 317) handelt es sich eher um eine weitere rhetorische Frage, aber NA28, SBLGNT und viele deutsche Übersetzungen folgen der zweiten Deutung. ZÜR und viele englische Übersetzungen folgen der ersten. Diese Übersetzung hat den Vorteil, dass sie zu kürzeren Sätzen führt und die Parallelität zwischen den beiden Fragen in V. 19 und 20 nicht aufbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] zerbrochen habe,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Brote … zerbrochen habe&#039;&#039; „Brote zerbrechen“ steht hier als metonymisches Idiom dafür, dass Jesus sie mit Nahrung versorgt hat (vgl. LN 23.20).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten (sagten) {ihm}: „Zwölf.“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [zerbrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten (sagten) {ihm}: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da (und) sagte er (fuhr fort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte er (fuhr fort)&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier wohl einfach an, dass Jesus weitersprach oder fortfuhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Versteht ihr immer noch nicht?“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Als (Und) sie nach Betsaida kamen, da (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … da&#039;&#039; W. „und … und“, hier als temporales Satzgefüge verstanden (vgl. Reiser 1983, 119).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brachten [die Leute] einen Blinden zu ihm und baten (forderten auf) [Jesus], ihn zu berühren.{{par|Markus|7|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er nahm die Hand des Blinden und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
führte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er ihm in die Augen gespuckt und ihm die Hände aufgelegt hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er … gespuckt und … aufgelegt hatte&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]] (2x), als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte ihn:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte ihn:&#039;&#039; Die Frage wird im Griechischen wie eine abhängige Frage durch εἰ „ob“ eingeleitet. Wohl durch eine ähnliche Praxis im Hebräischen beeinflusst (NSS; Siebenthal 2011, §269b; France 2002, 324f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehst du etwas?“{{par|Markus|7|33}} &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und nachdem [der Mann] wieder sehen konnte ([der Mann] blickte auf und),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem [der Mann] wieder sehen konnte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] als temporaler Nebensatz aufgelöst. Die Alternative &#039;&#039;blickte auf und&#039;&#039; löst das Ptz. beigeordnet auf. Das Verb heißt im Zusammenhang mit Blindheit immer „wieder sehen können“ (Mk 10,51; Mt 20,34; 11,5; Lk 7,22; 18,41–43 (3x); Joh 9,11.15.18; Apg 9,12.17.18; 22,13. So France 2002, 325; Collins 2007, 394). Obwohl diese Bedeutung seit Johnson 1979 zweifelsfrei belegt und im NT häufig ist, bleiben die meisten Übersetzungen an dieser Stelle bei „er blickte auf“ (vgl. NSS; LN 24.10; s. jedoch die Alternativübersetzung der NGÜ; NET; Guelich 1989, 428. Vgl. MEN: „Jener schlug die Augen auf“). Vielleicht liegt das daran, dass „aufblicken“ ebenfalls sehr gut in den Kontext passt. Wahrscheinlich liefert Markus dem Leser ein Wortspiel, indem er absichtlich beide Bedeutungen zulässt (France 2002, 325). Dass der Mann wieder sehen könnte, scheint jedoch im Vordergrund zu stehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte er: „Ich sehe die Leute (Menschen) – {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{dass}&#039;&#039; Welche Funktion ὅτι „dass“ (oder „weil“) hier hat, ist nicht restlos geklärt. Es ist möglich, dass es hier wie das aramäische Relativpronomen {{hebr}}דּיִ{{ִhebr ende}} verwendet wird (das auch „dass“ heißen kann) oder es (falsch) übersetzt. Dann wäre zu übersetzen: „Ich sehe die Leute, die wie Bäume [sind]...“ (Guelich 1989, 433; vgl. Siebenthal 2011, §252a). NSS empfiehlt, ὅτι am besten als Doppelpunkt (wie ein ὅτι recitativum) zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie Bäume, ich sehe sie umhergehen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ich sehe die Leute – wie Bäume, ich sehe sie umhergehen&#039;&#039; Falsch wäre die Übersetzung „ich sehe sie wie Bäume umhergehen“ (LUT, ELB, GNB?). &#039;&#039;Bäume&#039;&#039; ist Neutrum Plural, das Partizip &#039;&#039;umhergehen&#039;&#039; (ein [[AcP]]) Maskulinum Plural. Das Partizip bezieht sich auf &#039;&#039;die Leute&#039;&#039; (France 2002, 325). Die Übersetzung versucht das zu berücksichtigen. Sehr schön fängt das NGÜ ein: „Ich sehe Menschen; sie gehen umher, aber sie sehen aus wie Bäume.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|25}} Daraufhin legte [Jesus] erneut die Hände auf seine Augen, und [der Mann] hatte klare Sicht (sah klar) und war wieder gesund (wiederhergestellt), und er konnte nun alles deutlich (scharf) erkennen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er konnte nun alles deutlich erkennen&#039;&#039; Das Verb steht im Unterschied zu den beiden vorigen ([[Aorist]]) im [[Imperfekt]], das hier zum Ausdruck bringt, dass der Mann &#039;&#039;nun&#039;&#039; (sinngemäß eingefügt) dauerhaft deutlich sehen &#039;&#039;konnte&#039;&#039; (ebenfalls ergänzt, um den Sinn richtig zu vermitteln) (vgl. France 2002, 325). MEN legt etwas kreativ aus: „so daß er auch in der Ferne alles scharf sah“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Markus|7|35}} &lt;br /&gt;
{{S|26}} Da (Und) schickte [Jesus] ihn nach Hause (in sein Haus), wobei er ihm auftrug (sagte):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm auftrug (sagte)&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Eine andere Möglichkeit wäre „mit den (folgenden) Worten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geh auch (aber) nicht ins Dorf!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh auch nicht ins Dorf!“&#039;&#039; Das ist offenbar so zu verstehen, dass der Mann nicht direkt in Betsaida (=dem Dorf) lebte. Vgl. GNB: „Geh nicht erst nach Betsaida hinein, sondern geh gleich nach Hause!“ Textkritik: Der Mehrheitstext scheint diese schwer zu deutende Anweisung etwas verständlicher zu machen, indem er ergänzt: „...noch sprich mit jemandem im Dorf!“&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Jesus und seine Jünger zogen weiter (gingen fort, machten sich auf) in die Dörfer von Cäsarea Philippi; und auf dem Weg befragte er seine Jünger {und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen}: „Für wen halten mich die Leute?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Für wen halten mich die Leute?“&#039;&#039; Oder „Was sagen die Leute (Menschen), wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagen/halten die Leute mich zu sein?“ ([[AcI]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|28}} Da sagten sie zu ihm {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„[Einige für] Johannes den Täufer, und andere [für] Elija, wieder andere [meinen], dass [du] einer von den Propheten [bist].“{{par|Markus|6|14|16}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und er fragte sie: „Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&#039;&#039; Oder „Und was sagt &#039;&#039;ihr&#039;&#039;, wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagt/haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich zu sein?“ ([[AcI]]. Vgl. die Frage in V. 27)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Petrus antwortete {und sagte zu ihm}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Petrus antwortete {und sagte zu ihm}&#039;&#039; Die pleonastische Formulierung kann in der Übersetzung gekürzt werden. Sie signalisiert die Wichtigkeit von Petrus&#039; folgender Aussage.&amp;lt;!-- &amp;lt;-- Ungeprüfte Vermutung, habe inzwischen allerdings anderswo gelesen, dass das stimmt. --&amp;gt; &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Du bist der Messias (Gesalbte; Christus)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messias&#039;&#039; Gr. χριστός „der Gesalbte“ oder formelhaft „Christus“. Das griechische Wort ist eine Übersetzung von hebr. {{hebr}}מָשִׁיחַ{{hebr ende}} &#039;&#039;maschiach&#039;&#039;. Der Messias war in den Prophetien des AT ein König nach dem Muster des Königs David, der Israel in eine neue Zeit führen und als gerechter König regieren sollte (z.B. Jer 23,5). Zwischentestamentliche Autoren erwarteten einen militärischen Anführer, der Israel von der Fremdherrschaft der Griechen und später der Römer befreien und zu alter Größe zurückführen würde (vgl. Evans 2001, 15).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und er schärfte (befahl) ihnen ein, {damit} mit niemandem über ihn sprechen. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er begann sie darüber aufzuklären (zu lehren), dass der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) viel leiden, {und} von den Ältesten, {und} den obersten (führenden, Hohen) Priestern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;oberste Priester&#039;&#039; Auf Griechisch „Hohe Priester“. Damit waren ehemalige Hohe Priester gemeint, die weiter im Hohen Rat vertreten waren, aber wahrscheinlich auch Mitglieder der wichtigen Priesterfamilien (France 2002, 335 Fn 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und den Schriftgelehrten (Schreibern) abgelehnt (verworfen, zurückgewiesen) werden, dass (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass (und)&#039;&#039; Anstatt die Satzreihe mit &#039;&#039;und&#039;&#039; fortzusetzen, haben wir hier mit &#039;&#039;dass&#039;&#039; aus stilistischen Gründen neu eingesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse.{{par|Psalm|118|22}}{{par|Hosea|6|2}}{{par|Markus|9|31}}{{par|Markus|10|33|34}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er sagte das ganz offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er sagte das ganz offen&#039;&#039; W. „er sagte das Wort...“ oder besser „diese Aussage machte er...“. Markus bezieht sich hier speziell auf die Lehre aus V. 31 (France 2002, 337). &#039;&#039;ganz offen&#039;&#039; W. „mit Offenheit/Freimut“ ([[instr. Dat.]]). MEN, ZÜR: „und er sprach das ganz offen aus“, EÜ (vgl. NGÜ): „er redete ganz offen darüber“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da (Und) nahm Petrus ihn beiseite und begann, missbilligend auf ihn einzureden (ihn zu rüffeln/zurechtzuweisen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, missbilligend auf ihn einzureden&#039;&#039; W. „tadeln, zurechtweisen“. Gemeint ist, dass Petrus Jesus solche düsteren Vorhersagen ausreden und ihn zur Vernunft bringen möchte. GNB: „wollte ihm das ausreden“, MEN: „begann auf ihn einzureden“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|33}} Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte)&#039;&#039; Beide Verben sind [[Ptz. conj.]], hier temporal und modal (bzw. in der Klammer temporal-vorzeitig) aufgelöst. Man könnte auch einfacher formulieren: „Der drehte sich um, {und} sah seine Jünger an [und] wies Petrus zurecht“ oder „drehte sich um und … wies zurecht, wobei er … ansah.“ ansah W. „sah“. Wahrscheinlich meint Markus: Petrus ist nicht der Mann, von dem Jesus sich beiseite nehmen lässt. Gibt es ein Problem mit einer so essenziellen Frage wie der für Jesus unausweichlich von Gott geplanten Zukunft, so betrifft das alle. Besonders, wenn zu erwarten ist, dass die anderen Jünger ähnliche menschliche Vorstellungen vom Messias haben (vgl. die Fußnote bei „Messias“ in V. 29) (France 2002, 338, gegen Collins 2007, 406f., die nicht begründet, warum Jesus seine Antwort nur an Petrus, aber nicht an die anderen Jünger richtet).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wies Petrus zurecht (herrschte ihn an) {und sagte}: „Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan (Widersacher)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan!“&#039;&#039; Der Ausruf ist doppeldeutig. Jesus fordert Petrus gleichzeitig auf, im aus den Augen zu gehen, und sich wieder in der Nachfolge bei den Jüngern hinter ihm einzureihen (vgl. W. „hinter mir nachzufolgen“ in V. 34!). Der nächste Satz zeigt, was Jesus meint: Petrus (aber auch keiner der anderen Jünger) sollte sich nicht Gottes Plänen in den Weg stellen oder in irgendeiner Form verweigern. Denn damit, auch wenn es aus den besten Absichten geschieht, würde er zum Widersacher Gottes (vgl. Collins 2007, 407). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Satan&#039;&#039; ist die Umschrift des hebräischen Worts {{hebr}}שָׂטָן{{hebr ende}}. Nirgendwo sonst wird ein Mensch als Satan bezeichnet. Jesus meint jedoch kaum, dass Petrus besessen ist (Collins 2007, 407). Petrus&#039; Vorstellungen stehen Gottes Plänen so weit entgegen, dass sie von Satan kommen müssen (France 2002, 338). Er könnte Petrus&#039; Einwände als einen weiteren Versuch des Teufels auffassen, ihn in Versuchung zu führen (Collins 2007, 407). Eine andere Möglichkeit ist, dass Jesus das Wort adjektivisch benutzt und Petrus so als einen Widersacher bzw. jemanden, der sich ihm in den Weg stellt, bezeichnet. Schließlich spricht Jesus gleich darauf ja von „menschlichen“ Vorstellungen, nicht von denen des Teufels (Evans 2001, 19). Doch signalisiert die scharfe Formulierung, unter Beibehaltung des semitischen Begriffs auch im Griechischen, dass Jesus seinen Jünger wirklich als Satan anspricht (France 2002, 338 Fn 61).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&#039;&#039; NGÜ: „Denn was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich.“ MEN: „Deine Gedanken sind nicht die Gedanken Gottes, sondern sind Menschengedanken.“ ZÜR: „Denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|34}} Dann (Und) rief er die Menschenmenge samt seinen Jüngern zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief zu sich … und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen: „Wenn jemand mir nachfolgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mir nachfolgen&#039;&#039; W. „hinter mir/mir nach nachfolgen“ (vgl. Mk 1,17; 2,14). Manche Übersetzungen: „Wer mein Jünger sein will...“ (EÜ, NGÜ) Genau das hat Jesus hier im Blick (France 2002, 339; Pryke 1978, S. 41).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
will, dann muss (soll)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann muss (soll) … verleugnen … auf sich nehmen … nachfolgen&#039;&#039; Die drei Verben stehen in der dritten Person des Imperativs, den man am besten mit Hilfsverb („soll“, „muss“ oder „möge“) oder einem Konjunktiv umschreibt. Hier beschreibt Jesus die Anforderungen, die er an seine Nachfolger stellt. In diesem Kontext ist „muss“ am passendsten (vgl. Collins 2007, 408).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich selbst verleugnen, {und} sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&#039;&#039; Das Verb αἴρω heißt bei Gegenständen „aufheben“, aber auch „(mit sich) tragen“ oder „mitführen“ (BA 1a/2). Die klassische Übersetzung seit Luther ist „sein Kreuz auf sich nehmen“, gemeint ist aber wohl eher, es in übertragener Sicht mit sich herumzutragen (vgl. BA 2). Konkret geht es dabei um den Querbalken des Kreuzes, der zur eigenen Hinrichtung herangezogen würde (Collins 2007, 408). Kreuzigung war auch in Palästina eine übliche Form der Todesstrafe. Das Bild der Verurteilten, die den Balken durch die Stadt trugen, war den Leuten geläufig (Evans 2001, 25). Diese Wendung war möglicherweise als Sprichwort bekannt. Lukas macht deutlich, dass dies übertragen gemeint ist, indem er „täglich“ ergänzt (Lk 9,23). Doch Jesus hat hier gerade seinen Tod vorhergesagt. Mit diesen Worten macht er also deutlich, dass die Gefahr für seine Nachfolger, sein Schicksal zu teilen, sehr real ist (Collins 2007, 408; France 2002, 339f.). Der Leser erhält den Eindruck, dass Jesus genau weiß, was auf ihn zukommt (Evans 2001, 25). Dieses Schicksal bewusst in Kauf zu nehmen und Jesus trotz allem nachzufolgen, das gehört für Jesus sicherlich auch dazu, sich selbst zu verleugnen (France 2002, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und mir nachfolgen!&lt;br /&gt;
{{S|35}} Denn jeder, der (wer) sein Leben (Seele) retten will, wird es verlieren; aber jeder, der (wer) wegen mir und des Evangeliums (der Heilsbotschaft) sein Leben (Seele) verliert, der wird es retten.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die gesamte Welt zu gewinnen&#039;&#039; Das heißt im übertragenen Sinn, (im diesseitigen Leben) den größtmöglichen Erfolg zu erzielen (France 2002, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und [dabei]) sein Leben (Seele) zu verlieren?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Leben (Seele) zu verlieren&#039;&#039; Einige Übersetzungen geben das Prädikat nicht mit &#039;&#039;verlieren&#039;&#039;, sondern mit „Schaden nehmen (an)“ wieder. LUT: „nähme an seiner Seele Schaden“, NGÜ: „wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt“, ähnlich ZÜR, wohl nach BA ζημιόω. LN 57.69 listet die Passivform dagegen mit einer separaten Bedeutung übers. etwa „Verlust erleiden, verlieren, einbüßen“. Als Gegensatz zu „(etw.) gewinnen“ ist „(etw.) verlieren“ die angemessenere Übersetzung (vgl. France 2002, 341), wenngleich sicherlich in dieser sprichwörtlichen Form sehr zugespitzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Kohelet|1|3}}{{par|Psalm|49|8|10}}&lt;br /&gt;
{{S|37}} Denn was könnte (sollte) man (ein Mensch) als Gegenwert für sein Leben (Seele) geben?&lt;br /&gt;
{{S|38}} Denn jeder, der (wer immer) sich in dieser untreuen (ehebrecherischen) und sündigen Generation (Zeit, Geschlecht) über (wegen) mich und meine Worte schämt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jeder, der sich … über mich und meine Worte schämt usw.&#039;&#039; Für heutige Leser ist NGÜ recht passend: „Wer ... nicht zu mir und meinen Worten steht“. Jesus benutzt jetzt das Bild von Scham und Ehre, die in den meisten Kulturen weitaus wichtiger sind als im Westen. Wer sich hier über Jesus schämt, der kann auch bei Jesu Rückkehr keine Ehrung erwarten. Das hier und jetzt wird als untreu bzw. w. ehebrecherisch und sündig beschrieben. Der erste ist ein Begriff, der schon im AT Israels (im übertragenen Sinn ehelich) Untreue gegenüber Gott und seinem Bund bezeichnet hat. sündig verstärkt den Eindruck noch, dass diese Generation sich von Gott abgewandt hat und auch seinen Abgesandten Jesus verschmäht. Die neue Zeit, die mit dem Kommen des Menschensohns (Dan 7,13-14; Sach 14,5), d.h. Jesu Rückkehr anbricht, ist für Jesus die entscheidende (vgl. France 2002, 341ff.; Collins 2007, 410f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
über den wird sich auch der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) schämen, sobald er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt.“{{par|Daniel|7|13|14}}{{par|Daniel|7|9|10}}{{par|Sacharja|14|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16866</id>
		<title>Markus 8</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16866"/>
		<updated>2014-07-04T14:10:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge bei Jesus war und sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{L|2}}„Ich habe Mitleid mit den Leuten, weil sie schon drei Tage lang bei mir sind und nichts zu essen haben. &lt;br /&gt;
{{L|3}}Und wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, dann werden sie unterwegs zusammenbrechen. Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“ &lt;br /&gt;
{{L|4}}Und seine Jünger erwiderten ihm: „Woher soll man all diese Leute hier in dieser unbewohnten Gegend mit Essen satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{L|5}}Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie antowrteten: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{L|6}}Daraufhin gab er den Leuten die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote bekommen und ein Dankgebet gesprochen hatte, brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen. Und sie teilten sie an die Leute aus.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und sie hatten ein paar kleine Fische dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.&lt;br /&gt;
{{L|8}}Und die Menschen aßen und wurden satt. Danach hoben sie die übrig gebliebenen Stücke auf, es waren sieben Körbe voll.&lt;br /&gt;
{{L|9}}Es waren etwa viertausend Menschen gewesen. Danach verabschiedete er sie,&lt;br /&gt;
{{L|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und kam in das Gebiet von Dalmanuta.&lt;br /&gt;
{{L|11}}Dort kamen die Pharisäer vorbei und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten, um ihn zu testen.&lt;br /&gt;
{{L|12}}Und er seufzte innerlich und sagte: „Warum verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja, ich sage euch: Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“&lt;br /&gt;
{{L|13}}Und er verließ sie, stieg wieder in das Boot und fuhr zum anderen Ufer.&lt;br /&gt;
{{L|14}}Sie hatten aber vergessen, Brote mitzunehmen, sodass sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten.&lt;br /&gt;
{{L|15}}Und er warnte sie: „Passt auf! Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ &lt;br /&gt;
{{L|16}}Und sie machten sich zusammen Gedanken, weil sie keine Brote hatten. &lt;br /&gt;
{{L|17}}Und Jesus, der das bemerkte, sagt zu ihnen: „Warum macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht? Habt ihr ein verhärtetes Herz?&lt;br /&gt;
{{L|18}}Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?&lt;br /&gt;
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?&lt;br /&gt;
Und denkt daran: &lt;br /&gt;
{{L|19}}Als ich die fünf Brote für die fünftausend Menschen geteilt habe, wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten: „Zwölf.“ &lt;br /&gt;
{{L|20}}Als ich die sieben Brote für die viertausend Menschen geteilt habe, wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten: „Sieben.“ &lt;br /&gt;
{{L|21}}Da sagte er zu ihnen: „Versteht ihr immer noch nicht?“ &lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}&lt;br /&gt;
{{L|36}}&lt;br /&gt;
{{L|37}}&lt;br /&gt;
{{L|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge [bei Jesus] war und [sie] nichts zu essen hatten, da rief er die Jünger zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief er zu sich und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{S|2}} „Ich bedauere (habe Mitleid mit) die Menschenmenge (den Leuten), weil sie schon drei Tage [lang]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drei Tage [lang]&#039;&#039; steht im Nominativ wie ein Subjekt. Eigentlich wäre ein Akkusativ der zeitlichen Ausdehnung zu erwarten (NSS; BDR §144.2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei mir sind und nichts zu essen haben.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse (schicke), dann werden sie unterwegs zusammenbrechen (sehr schwach werden). Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und seine Jünger erwiderten {ihm}: „Woher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Woher&#039;&#039; LUT, ZÜR übersetzen „Wie“, doch gemeint ist, woher die Jünger das Brot (pars pro toto für Nahrung) nehmen sollen (Pesch 1976, 403; vgl. GNB, NGÜ, EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
soll man [all] diese [Leute] &#039;&#039;hier&#039;&#039; in [dieser] Einöde (unbewohnten Gegend) mit Broten (Nahrung) satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie {aber} sagten: „Sieben.“{{par|Markus|6|38}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Daraufhin (Und) gab er der Menschenmenge die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er ... erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] Aor., hier als vorzeitiger temporaler Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;ein Dankgebet gesprochen&#039;&#039; W. „gedankt“. Gemeint ist hier jedoch ein Dankgebet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen, und sie teilten sie an die Menschenmenge (Leute) aus.{{par|Markus|6|41}} &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sie hatten ein paar Fische (kleine Fische)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Fische (kleine Fische)&#039;&#039; Hier steht zwar die Diminutivform „Fischlein“, aber es ist unklar, ob Markus damit auch kleine Fische meint. Er benutzt den Diminutiv nämlich gerne – allein in Kap. 7 in V. 25 (Töchterlein) und 27f. (Hündlein)(vgl. Collins 2007, 380). Für kleine Fische entscheiden sich ELB, MEN, NGÜ, GNB.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.{{par|Markus|6|41}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und [die Menschen] aßen und wurden satt, und sie hoben die übrig gebliebenen Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die übrig gebliebenen Brocken&#039;&#039; W. „die Reste der Brocken“ ([[Gen. part.]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, sieben Körbe.{{par|Markus|6|42|43}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Es waren {aber} etwa viertausend [Menschen]. Danach (Und) verabschiedete (ließ gehen, schickte weg) er sie,{{par|Markus|6|44}} &lt;br /&gt;
{{S|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg er … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gelangte (kam) in das Gebiet von Dalmanuta&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dalmanuta&#039;&#039; Der Ort wird nur hier erwähnt und ist sonst unbekannt. Die Parallelstelle Mt 15,39 spricht stattdessen vom ebenfalls unbekannten Ort Magadan. In der Textüberlieferung wurde daraus in einigen Handschriften „Magdala“. Dalmanuta ist jedoch zweifellos die ursprünglichste Version des Namens. Sowohl bei Dalmanuta als auch bei Magadan könnte es sich gut um alternative Namen der Ortschaft Magdala handeln (Blomberg 1992, 247).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|11}} Da (Und) kamen die Pharisäer hervor&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen hervor&#039;&#039; Oder „kamen heraus“. Das deutet darauf hin, dass es sich um die Pharisäer des Ortes handelt, die bei Jesu Ankunft aus ihren Häusern kommen, um ihn zu stellen (France 2002, 311). Weil Markus keine weiteren Angaben macht, könnte diese Konnotation hier jedoch fehlen oder in den Hintergrund treten (vgl. 1,38; 3,21), daher die Übersetzung (Guelich 1989, 413).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie … verlangten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Könnte z.B. auch als separater Hauptsatz übersetzt werden. &#039;&#039;Zeichen vom Himmel&#039;&#039; Anders als bei Johannes bezieht &#039;&#039;Zeichen&#039;&#039; sich hier nicht auf ein Wunder, sondern irgendeine Art von übernatürlichem Zeichen, das beweisen würde, dass Jesus mit Gottes Unterstützung wirkt. &#039;&#039;vom Himmel&#039;&#039;, d.h. von Gott sollte das Zeichen kommen. Die Juden erwarteten solche Zeichen der Echtheit. Auch Mose (u.a. Ex 4,1–9; 29–31; 7,8–22) und Elija (1Kö 18,38) bestätigten ihre Sendung auf diese Weise (France 2002, 311f.; Guelich 1989, 413f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um (wobei sie) ihm eine Falle zu stellen (ihn auf die Probe zu stellen; zu testen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um ihm eine Falle zu stellen&#039;&#039; Finales (oder modales) [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Oder wie MEN: „weil sie ihm eine Falle stellen wollten“. Das Verb heißt „testen, erproben“ im weitesten Sinn. Hier erproben die Pharisäer Jesus so, dass er möglichst geschädigt werden soll (vgl. LN 27.31): Sie stellen ihm eine Falle, indem sie hoffen, dass er sich auf ihre Forderung einlässt, jedoch auf Kommando kein entsprechendes Zeichen hervorrufen kann. Vgl. Mk 10,2; 12,15; Joh 8,6. Jesus wurde zuvor schon in Mk 1,13 vom Satan auf die Probe gestellt, was die Pharisäer wie ihn zu Jesu Gegenspielern macht (vgl. Collins 2007, 384). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er stöhnte (seufzte tief) aus dem Innersten (innerlich)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus dem Innersten&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;innerlich&#039;&#039; W. „in seinem Geist“. D.h. heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stöhnte (seufzte) … auf und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte: „Warum (Was) verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Hier kommt es nach Mk 3,28 zum zweiten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !&#039;&#039; D.h. „Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“ Es handelt sich um eine unvollendete, aber klar verständliche Schwurformel, d.h. „Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird, [soll mir etwas zustoßen]!“. Solche Schwurformeln waren auf Hebräisch gebräuchlich. Dabei verband der Sprecher den Eid mit einem Fluch, der ihn treffen sollte, wenn er ihn brach. Jesus benutzt sie wie eine besonders starke Verneinung. Eine ähnliche unvollständige Schwurformel als Verneinung steht in Ps 94,11 LXX. Der Prophet Elischa wird in 2Kö 6,31 Ziel eines Eides, der auch eine Fluchformel enthält (Collins 2007, 385; France 2002, 313).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er ließ sie [stehen] (verließ sie),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er ließ sie [stehen]&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stieg wieder ein und fuhr zum anderen Ufer. &lt;br /&gt;
{{S|14}} {Und} Sie hatten vergessen (vergaßen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie hatten vergessen (vergaßen)&#039;&#039; Der Aorist wird hier wohl mit vorzeitiger Bedeutung benutzt. &#039;&#039;sie&#039;&#039; Die meisten Übersetzungen übersetzen sinngemäß „die Jünger“, nicht &#039;&#039;sie&#039;&#039;, aber es gibt keinen direkten Anhaltspunkt dafür, dass Jesus davon auszunehmen ist. Markus möchte uns vielleicht zu verstehen geben, dass der Aufbruch so unvermittelt geschah, dass die Gruppe (oder die Jünger) nicht mehr zum Einkaufen kam.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote mitzunehmen, sodass (und) sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten. &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und er schärfte ihnen ein (warnte sie) {sagend}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schärfte ihnen ein&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]], was wohl impliziert, dass diese Aussage einen etwas längeren Diskurs zusammenfasst (oder eine häufige Aussage Jesu darstellt) (France 2002, 315). &#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Passt auf (Seht zu), hütet euch vor dem Sauerteig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sauerteig&#039;&#039; wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerteig Sauerteig] den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes&#039; Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes&#039; Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und sie diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;machten sich Gedanken&#039;&#039; „Diskutieren“ (so die wahrscheinlich gemeinte Bedeutung) steht im [[Imperfekt]]. Das Wort bedeutet hier entweder, dass die Jünger einfach weiterdiskutierten und Jesu Kommentar überhörten oder im Eifer der Diskussion ignorierten (so Guelich 1989, 424; France 2002, 317). Dass darüber geredet wurde, war dann schon in V. 14 impliziert und könnte Jesu Bemerkungen über den Sauerteig ausgelöst haben. Oder es signalisiert, dass nun eine Diskussion einsetzte, die sich wegen des fehlenden Brotes (V. 14) anbahnte (so Collins 2007, 386). Eine dritte Möglichkeit (nach MEN) versteht das Imperfekt als missverstehende Reaktion: „Da erwogen sie im Gespräch miteinander: »(Das sagt er deshalb) weil wir keine Brote haben.«“ (Es ist möglich, dass MEN dabei einer alternativen Lesart folgt, die „und sagten“ ergänzt.) Die erste Möglichkeit ist häufiger Funktion des Imperfekts als die zweite und ist tendenziell vorzuziehen; die dritte käme wohl auch ohne Imperfekt aus (vgl. France 2002, 317). Die meisten deutschen Übersetzungen verstehen das gr. Wort διαλογίζομαι jedoch im Sinn von „sich Gedanken machen“ – wohl weil sie etwas besser zu V. 17 passt. So EÜ: „Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.“ Doch welche Funktion hätte in diesem Fall πρὸς ἀλλήλους „zu-/miteinander“ (bei EÜ unübersetzt)? NGÜ liest sich schon fast absurd: „Da machten sie sich untereinander Gedanken...“ Das Wort scheint hier sicher die Bedeutung „diskutieren“ zu haben (so die bisher zitierten Kommentare sowie NSS; Pesch 1976, 412f.; LN 33.158; GNB, MEN und englische Übersetzungen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
miteinander (machten sich Gedanken) darüber, dass (weil) sie keine Brote hatten. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus&#039;&#039; In einigen Handschriften fehlt Jesus als explizites Subjekt. Textkritik: Auch NA28 und SBLGNT lassen es aus, wohl als eine recht offensichtliche stilistische Verbesserung. Insgesamt ist die Überlieferung jedoch so gut (u.a. {{hebr}}א{{hebr ende}} A C D K 28 33 Mehrheitstext gegen sieben in NA28 angeführte Zeugen), dass sich die Frage stellt, ob hier nicht eine (weniger offensichtlich zu begründende) versehentliche Auslassung nicht wahrscheinlicher wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte)&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (oder [[attr. Ptz.]]), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagt zu ihnen: „Warum diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken) darüber&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken)&#039;&#039; Zur Abwägung zwischen den beiden Alternativen s. die Fußnote im vorigen Vers.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und … denn immer noch nicht&#039;&#039; Die doppelte Verneinung mit „noch nicht“ und „und nicht“ verstärkt auf Griechisch den Effekt der rhetorischen Frage. Um deren rhetorische Kraft einzufangen, wurde die Frage in der Übersetzung sinngemäß mit denn und immer verstärkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Habt ihr ein {euer} verstocktes (verhärtetes) Herz?{{par|Markus|6|52}}{{par|Markus|7|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;{{S|18}} Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?&lt;br /&gt;
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Habt ihr zwar Augen, aber seht nicht? Und habt ihr zwar Ohren, aber hört nicht?&#039;&#039; Die beiden [[Ptz. conj.]] &#039;&#039;habt ihr&#039;&#039; sind dabei konzessiv aufgelöst, was wohl dem Sinn von Jer 5,21 entspricht. Vgl. NGÜ: „Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören?“ Oder einfach „Habt ihr Augen und seht nicht? Und habt ihr Ohren und hört nicht?“ Es handelt sich um eine recht freie Wiedergabe von Jer 5,21, die aber inhaltlich und im Zusammenhang mit der Kritik aus V. 17 eher an den in Mk 4,12 zitierten Abschnitt aus Jes 6,9-10 erinnert (Watts 2007, 172). Doch passen thematisch alle drei angespielten Abschnitte (ebd. 174).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Jeremia|5|21}}{{par|Ezechiel|12|2}}{{par|Psalm|115|5|6}}{{par|Jesaja|6|9}}{{par|Markus|4|12}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&#039;&#039; Man kann diesen Satz sowohl als eigenständige Frage wie auch als Einleitung zu V. 19 auffassen. Nach France (2002, 317) handelt es sich eher um eine weitere rhetorische Frage, aber NA28, SBLGNT und viele deutsche Übersetzungen folgen der zweiten Deutung. ZÜR und viele englische Übersetzungen folgen der ersten. Diese Übersetzung hat den Vorteil, dass sie zu kürzeren Sätzen führt und die Parallelität zwischen den beiden Fragen in V. 19 und 20 nicht aufbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] zerbrochen habe,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Brote … zerbrochen habe&#039;&#039; „Brote zerbrechen“ steht hier als metonymisches Idiom dafür, dass Jesus sie mit Nahrung versorgt hat (vgl. LN 23.20).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten (sagten) {ihm}: „Zwölf.“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [zerbrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten (sagten) {ihm}: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da (und) sagte er (fuhr fort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte er (fuhr fort)&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier wohl einfach an, dass Jesus weitersprach oder fortfuhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Versteht ihr immer noch nicht?“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Als (Und) sie nach Betsaida kamen, da (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … da&#039;&#039; W. „und … und“, hier als temporales Satzgefüge verstanden (vgl. Reiser 1983, 119).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brachten [die Leute] einen Blinden zu ihm und baten (forderten auf) [Jesus], ihn zu berühren.{{par|Markus|7|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er nahm die Hand des Blinden und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
führte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er ihm in die Augen gespuckt und ihm die Hände aufgelegt hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er … gespuckt und … aufgelegt hatte&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]] (2x), als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte ihn:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte ihn:&#039;&#039; Die Frage wird im Griechischen wie eine abhängige Frage durch εἰ „ob“ eingeleitet. Wohl durch eine ähnliche Praxis im Hebräischen beeinflusst (NSS; Siebenthal 2011, §269b; France 2002, 324f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehst du etwas?“{{par|Markus|7|33}} &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und nachdem [der Mann] wieder sehen konnte ([der Mann] blickte auf und),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem [der Mann] wieder sehen konnte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] als temporaler Nebensatz aufgelöst. Die Alternative &#039;&#039;blickte auf und&#039;&#039; löst das Ptz. beigeordnet auf. Das Verb heißt im Zusammenhang mit Blindheit immer „wieder sehen können“ (Mk 10,51; Mt 20,34; 11,5; Lk 7,22; 18,41–43 (3x); Joh 9,11.15.18; Apg 9,12.17.18; 22,13. So France 2002, 325; Collins 2007, 394). Obwohl diese Bedeutung seit Johnson 1979 zweifelsfrei belegt und im NT häufig ist, bleiben die meisten Übersetzungen an dieser Stelle bei „er blickte auf“ (vgl. NSS; LN 24.10; s. jedoch die Alternativübersetzung der NGÜ; NET; Guelich 1989, 428. Vgl. MEN: „Jener schlug die Augen auf“). Vielleicht liegt das daran, dass „aufblicken“ ebenfalls sehr gut in den Kontext passt. Wahrscheinlich liefert Markus dem Leser ein Wortspiel, indem er absichtlich beide Bedeutungen zulässt (France 2002, 325). Dass der Mann wieder sehen könnte, scheint jedoch im Vordergrund zu stehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte er: „Ich sehe die Leute (Menschen) – {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{dass}&#039;&#039; Welche Funktion ὅτι „dass“ (oder „weil“) hier hat, ist nicht restlos geklärt. Es ist möglich, dass es hier wie das aramäische Relativpronomen {{hebr}}דּיִ{{ִhebr ende}} verwendet wird (das auch „dass“ heißen kann) oder es (falsch) übersetzt. Dann wäre zu übersetzen: „Ich sehe die Leute, die wie Bäume [sind]...“ (Guelich 1989, 433; vgl. Siebenthal 2011, §252a). NSS empfiehlt, ὅτι am besten als Doppelpunkt (wie ein ὅτι recitativum) zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie Bäume, ich sehe sie umhergehen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ich sehe die Leute – wie Bäume, ich sehe sie umhergehen&#039;&#039; Falsch wäre die Übersetzung „ich sehe sie wie Bäume umhergehen“ (LUT, ELB, GNB?). &#039;&#039;Bäume&#039;&#039; ist Neutrum Plural, das Partizip &#039;&#039;umhergehen&#039;&#039; (ein [[AcP]]) Maskulinum Plural. Das Partizip bezieht sich auf &#039;&#039;die Leute&#039;&#039; (France 2002, 325). Die Übersetzung versucht das zu berücksichtigen. Sehr schön fängt das NGÜ ein: „Ich sehe Menschen; sie gehen umher, aber sie sehen aus wie Bäume.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|25}} Daraufhin legte [Jesus] erneut die Hände auf seine Augen, und [der Mann] hatte klare Sicht (sah klar) und war wieder gesund (wiederhergestellt), und er konnte nun alles deutlich (scharf) erkennen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er konnte nun alles deutlich erkennen&#039;&#039; Das Verb steht im Unterschied zu den beiden vorigen ([[Aorist]]) im [[Imperfekt]], das hier zum Ausdruck bringt, dass der Mann &#039;&#039;nun&#039;&#039; (sinngemäß eingefügt) dauerhaft deutlich sehen &#039;&#039;konnte&#039;&#039; (ebenfalls ergänzt, um den Sinn richtig zu vermitteln) (vgl. France 2002, 325). MEN legt etwas kreativ aus: „so daß er auch in der Ferne alles scharf sah“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Markus|7|35}} &lt;br /&gt;
{{S|26}} Da (Und) schickte [Jesus] ihn nach Hause (in sein Haus), wobei er ihm auftrug (sagte):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm auftrug (sagte)&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Eine andere Möglichkeit wäre „mit den (folgenden) Worten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geh auch (aber) nicht ins Dorf!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh auch nicht ins Dorf!“&#039;&#039; Das ist offenbar so zu verstehen, dass der Mann nicht direkt in Betsaida (=dem Dorf) lebte. Vgl. GNB: „Geh nicht erst nach Betsaida hinein, sondern geh gleich nach Hause!“ Textkritik: Der Mehrheitstext scheint diese schwer zu deutende Anweisung etwas verständlicher zu machen, indem er ergänzt: „...noch sprich mit jemandem im Dorf!“&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Jesus und seine Jünger zogen weiter (gingen fort, machten sich auf) in die Dörfer von Cäsarea Philippi; und auf dem Weg befragte er seine Jünger {und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen}: „Für wen halten mich die Leute?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Für wen halten mich die Leute?“&#039;&#039; Oder „Was sagen die Leute (Menschen), wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagen/halten die Leute mich zu sein?“ ([[AcI]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|28}} Da sagten sie zu ihm {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„[Einige für] Johannes den Täufer, und andere [für] Elija, wieder andere [meinen], dass [du] einer von den Propheten [bist].“{{par|Markus|6|14|16}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und er fragte sie: „Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&#039;&#039; Oder „Und was sagt &#039;&#039;ihr&#039;&#039;, wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagt/haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich zu sein?“ ([[AcI]]. Vgl. die Frage in V. 27)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Petrus antwortete {und sagte zu ihm}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Petrus antwortete {und sagte zu ihm}&#039;&#039; Die pleonastische Formulierung kann in der Übersetzung gekürzt werden. Sie signalisiert die Wichtigkeit von Petrus&#039; folgender Aussage.&amp;lt;!-- &amp;lt;-- Ungeprüfte Vermutung, habe inzwischen allerdings anderswo gelesen, dass das stimmt. --&amp;gt; &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Du bist der Messias (Gesalbte; Christus)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messias&#039;&#039; Gr. χριστός „der Gesalbte“ oder formelhaft „Christus“. Das griechische Wort ist eine Übersetzung von hebr. {{hebr}}מָשִׁיחַ{{hebr ende}} &#039;&#039;maschiach&#039;&#039;. Der Messias war in den Prophetien des AT ein König nach dem Muster des Königs David, der Israel in eine neue Zeit führen und als gerechter König regieren sollte (z.B. Jer 23,5). Zwischentestamentliche Autoren erwarteten einen militärischen Anführer, der Israel von der Fremdherrschaft der Griechen und später der Römer befreien und zu alter Größe zurückführen würde (vgl. Evans 2001, 15).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und er schärfte (befahl) ihnen ein, {damit} mit niemandem über ihn sprechen. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er begann sie darüber aufzuklären (zu lehren), dass der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) viel leiden, {und} von den Ältesten, {und} den obersten (führenden, Hohen) Priestern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;oberste Priester&#039;&#039; Auf Griechisch „Hohe Priester“. Damit waren ehemalige Hohe Priester gemeint, die weiter im Hohen Rat vertreten waren, aber wahrscheinlich auch Mitglieder der wichtigen Priesterfamilien (France 2002, 335 Fn 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und den Schriftgelehrten (Schreibern) abgelehnt (verworfen, zurückgewiesen) werden, dass (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass (und)&#039;&#039; Anstatt die Satzreihe mit &#039;&#039;und&#039;&#039; fortzusetzen, haben wir hier mit &#039;&#039;dass&#039;&#039; aus stilistischen Gründen neu eingesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse.{{par|Psalm|118|22}}{{par|Hosea|6|2}}{{par|Markus|9|31}}{{par|Markus|10|33|34}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er sagte das ganz offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er sagte das ganz offen&#039;&#039; W. „er sagte das Wort...“ oder besser „diese Aussage machte er...“. Markus bezieht sich hier speziell auf die Lehre aus V. 31 (France 2002, 337). &#039;&#039;ganz offen&#039;&#039; W. „mit Offenheit/Freimut“ ([[instr. Dat.]]). MEN, ZÜR: „und er sprach das ganz offen aus“, EÜ (vgl. NGÜ): „er redete ganz offen darüber“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da (Und) nahm Petrus ihn beiseite und begann, missbilligend auf ihn einzureden (ihn zu rüffeln/zurechtzuweisen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, missbilligend auf ihn einzureden&#039;&#039; W. „tadeln, zurechtweisen“. Gemeint ist, dass Petrus Jesus solche düsteren Vorhersagen ausreden und ihn zur Vernunft bringen möchte. GNB: „wollte ihm das ausreden“, MEN: „begann auf ihn einzureden“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|33}} Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte)&#039;&#039; Beide Verben sind [[Ptz. conj.]], hier temporal und modal (bzw. in der Klammer temporal-vorzeitig) aufgelöst. Man könnte auch einfacher formulieren: „Der drehte sich um, {und} sah seine Jünger an [und] wies Petrus zurecht“ oder „drehte sich um und … wies zurecht, wobei er … ansah.“ ansah W. „sah“. Wahrscheinlich meint Markus: Petrus ist nicht der Mann, von dem Jesus sich beiseite nehmen lässt. Gibt es ein Problem mit einer so essenziellen Frage wie der für Jesus unausweichlich von Gott geplanten Zukunft, so betrifft das alle. Besonders, wenn zu erwarten ist, dass die anderen Jünger ähnliche menschliche Vorstellungen vom Messias haben (vgl. die Fußnote bei „Messias“ in V. 29) (France 2002, 338, gegen Collins 2007, 406f., die nicht begründet, warum Jesus seine Antwort nur an Petrus, aber nicht an die anderen Jünger richtet).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wies Petrus zurecht (herrschte ihn an) {und sagte}: „Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan (Widersacher)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan!“&#039;&#039; Der Ausruf ist doppeldeutig. Jesus fordert Petrus gleichzeitig auf, im aus den Augen zu gehen, und sich wieder in der Nachfolge bei den Jüngern hinter ihm einzureihen (vgl. W. „hinter mir nachzufolgen“ in V. 34!). Der nächste Satz zeigt, was Jesus meint: Petrus (aber auch keiner der anderen Jünger) sollte sich nicht Gottes Plänen in den Weg stellen oder in irgendeiner Form verweigern. Denn damit, auch wenn es aus den besten Absichten geschieht, würde er zum Widersacher Gottes (vgl. Collins 2007, 407). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Satan&#039;&#039; ist die Umschrift des hebräischen Worts {{hebr}}שָׂטָן{{hebr ende}}. Nirgendwo sonst wird ein Mensch als Satan bezeichnet. Jesus meint jedoch kaum, dass Petrus besessen ist (Collins 2007, 407). Petrus&#039; Vorstellungen stehen Gottes Plänen so weit entgegen, dass sie von Satan kommen müssen (France 2002, 338). Er könnte Petrus&#039; Einwände als einen weiteren Versuch des Teufels auffassen, ihn in Versuchung zu führen (Collins 2007, 407). Eine andere Möglichkeit ist, dass Jesus das Wort adjektivisch benutzt und Petrus so als einen Widersacher bzw. jemanden, der sich ihm in den Weg stellt, bezeichnet. Schließlich spricht Jesus gleich darauf ja von „menschlichen“ Vorstellungen, nicht von denen des Teufels (Evans 2001, 19). Doch signalisiert die scharfe Formulierung, unter Beibehaltung des semitischen Begriffs auch im Griechischen, dass Jesus seinen Jünger wirklich als Satan anspricht (France 2002, 338 Fn 61).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&#039;&#039; NGÜ: „Denn was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich.“ MEN: „Deine Gedanken sind nicht die Gedanken Gottes, sondern sind Menschengedanken.“ ZÜR: „Denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|34}} Dann (Und) rief er die Menschenmenge samt seinen Jüngern zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief zu sich … und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen: „Wenn jemand mir nachfolgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mir nachfolgen&#039;&#039; W. „hinter mir/mir nach nachfolgen“ (vgl. Mk 1,17; 2,14). Manche Übersetzungen: „Wer mein Jünger sein will...“ (EÜ, NGÜ) Genau das hat Jesus hier im Blick (France 2002, 339; Pryke 1978, S. 41).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
will, dann muss (soll)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann muss (soll) … verleugnen … auf sich nehmen … nachfolgen&#039;&#039; Die drei Verben stehen in der dritten Person des Imperativs, den man am besten mit Hilfsverb („soll“, „muss“ oder „möge“) oder einem Konjunktiv umschreibt. Hier beschreibt Jesus die Anforderungen, die er an seine Nachfolger stellt. In diesem Kontext ist „muss“ am passendsten (vgl. Collins 2007, 408).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich selbst verleugnen, {und} sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&#039;&#039; Das Verb αἴρω heißt bei Gegenständen „aufheben“, aber auch „(mit sich) tragen“ oder „mitführen“ (BA 1a/2). Die klassische Übersetzung seit Luther ist „sein Kreuz auf sich nehmen“, gemeint ist aber wohl eher, es in übertragener Sicht mit sich herumzutragen (vgl. BA 2). Konkret geht es dabei um den Querbalken des Kreuzes, der zur eigenen Hinrichtung herangezogen würde (Collins 2007, 408). Kreuzigung war auch in Palästina eine übliche Form der Todesstrafe. Das Bild der Verurteilten, die den Balken durch die Stadt trugen, war den Leuten geläufig (Evans 2001, 25). Diese Wendung war möglicherweise als Sprichwort bekannt. Lukas macht deutlich, dass dies übertragen gemeint ist, indem er „täglich“ ergänzt (Lk 9,23). Doch Jesus hat hier gerade seinen Tod vorhergesagt. Mit diesen Worten macht er also deutlich, dass die Gefahr für seine Nachfolger, sein Schicksal zu teilen, sehr real ist (Collins 2007, 408; France 2002, 339f.). Der Leser erhält den Eindruck, dass Jesus genau weiß, was auf ihn zukommt (Evans 2001, 25). Dieses Schicksal bewusst in Kauf zu nehmen und Jesus trotz allem nachzufolgen, das gehört für Jesus sicherlich auch dazu, sich selbst zu verleugnen (France 2002, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und mir nachfolgen!&lt;br /&gt;
{{S|35}} Denn jeder, der (wer) sein Leben (Seele) retten will, wird es verlieren; aber jeder, der (wer) wegen mir und des Evangeliums (der Heilsbotschaft) sein Leben (Seele) verliert, der wird es retten.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die gesamte Welt zu gewinnen&#039;&#039; Das heißt im übertragenen Sinn, (im diesseitigen Leben) den größtmöglichen Erfolg zu erzielen (France 2002, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und [dabei]) sein Leben (Seele) zu verlieren?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Leben (Seele) zu verlieren&#039;&#039; Einige Übersetzungen geben das Prädikat nicht mit &#039;&#039;verlieren&#039;&#039;, sondern mit „Schaden nehmen (an)“ wieder. LUT: „nähme an seiner Seele Schaden“, NGÜ: „wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt“, ähnlich ZÜR, wohl nach BA ζημιόω. LN 57.69 listet die Passivform dagegen mit einer separaten Bedeutung übers. etwa „Verlust erleiden, verlieren, einbüßen“. Als Gegensatz zu „(etw.) gewinnen“ ist „(etw.) verlieren“ die angemessenere Übersetzung (vgl. France 2002, 341), wenngleich sicherlich in dieser sprichwörtlichen Form sehr zugespitzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Kohelet|1|3}}{{par|Psalm|49|8|10}}&lt;br /&gt;
{{S|37}} Denn was könnte (sollte) man (ein Mensch) als Gegenwert für sein Leben (Seele) geben?&lt;br /&gt;
{{S|38}} Denn jeder, der (wer immer) sich in dieser untreuen (ehebrecherischen) und sündigen Generation (Zeit, Geschlecht) über (wegen) mich und meine Worte schämt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jeder, der sich … über mich und meine Worte schämt usw.&#039;&#039; Für heutige Leser ist NGÜ recht passend: „Wer ... nicht zu mir und meinen Worten steht“. Jesus benutzt jetzt das Bild von Scham und Ehre, die in den meisten Kulturen weitaus wichtiger sind als im Westen. Wer sich hier über Jesus schämt, der kann auch bei Jesu Rückkehr keine Ehrung erwarten. Das hier und jetzt wird als untreu bzw. w. ehebrecherisch und sündig beschrieben. Der erste ist ein Begriff, der schon im AT Israels (im übertragenen Sinn ehelich) Untreue gegenüber Gott und seinem Bund bezeichnet hat. sündig verstärkt den Eindruck noch, dass diese Generation sich von Gott abgewandt hat und auch seinen Abgesandten Jesus verschmäht. Die neue Zeit, die mit dem Kommen des Menschensohns (Dan 7,13-14; Sach 14,5), d.h. Jesu Rückkehr anbricht, ist für Jesus die entscheidende (vgl. France 2002, 341ff.; Collins 2007, 410f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
über den wird sich auch der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) schämen, sobald er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt.“{{par|Daniel|7|13|14}}{{par|Daniel|7|9|10}}{{par|Sacharja|14|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16865</id>
		<title>Markus 8</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16865"/>
		<updated>2014-07-04T14:07:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge bei Jesus war und sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{L|2}}„Ich habe Mitleid mit den Leuten, weil sie schon drei Tage lang bei mir sind und nichts zu essen haben. &lt;br /&gt;
{{L|3}}Und wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, dann werden sie unterwegs zusammenbrechen. Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“ &lt;br /&gt;
{{L|4}}Und seine Jünger erwiderten ihm: „Woher soll man all diese Leute hier in dieser unbewohnten Gegend mit Essen satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{L|5}}Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie antowrteten: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{L|6}}Daraufhin gab er den Leuten die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote bekommen und ein Dankgebet gesprochen hatte, brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen. Und sie teilten sie an die Leute aus.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und sie hatten ein paar kleine Fische dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.&lt;br /&gt;
{{L|8}}Und die Menschen aßen und wurden satt. Danach hoben sie die übrig gebliebenen Stücke auf, es waren sieben Körbe voll.&lt;br /&gt;
{{L|9}}Es waren etwa viertausend Menschen gewesen. Danach verabschiedete er sie,&lt;br /&gt;
{{L|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und kam in das Gebiet von Dalmanuta.&lt;br /&gt;
{{L|11}}Dort kamen die Pharisäer vorbei und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten, um ihn zu testen.&lt;br /&gt;
{{L|12}}Und er seufzte innerlich und sagte: „Warum verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja, ich sage euch: Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“&lt;br /&gt;
{{L|13}}Und er verließ sie, stieg wieder in das Boot und fuhr zum anderen Ufer.&lt;br /&gt;
{{L|14}}Sie hatten aber vergessen, Brote mitzunehmen, sodass sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten.&lt;br /&gt;
{{L|15}}Und er warnte sie: „Passt auf! Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ &lt;br /&gt;
{{L|16}}Und sie machten sich zusammen Gedanken, weil sie keine Brote hatten. &lt;br /&gt;
{{L|17}}Und Jesus, der das bemerkte, sagt zu ihnen: „Warum macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht? Habt ihr ein verhärtetes Herz?&lt;br /&gt;
{{L|18}}Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?&lt;br /&gt;
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?&lt;br /&gt;
Und denkt daran:&lt;br /&gt;
{{L|19}}Als ich die fünf Brote für die fünftausend Menschen geteilt habe, wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten: „Zwölf.“ &lt;br /&gt;
{{L|20}}Als ich die sieben Brote für die viertausend Menschen geteilt habe, wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten: „Sieben.“ &lt;br /&gt;
{{L|21}}Da sagte er zu ihnen: „Versteht ihr immer noch nicht?“ &lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}&lt;br /&gt;
{{L|36}}&lt;br /&gt;
{{L|37}}&lt;br /&gt;
{{L|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge [bei Jesus] war und [sie] nichts zu essen hatten, da rief er die Jünger zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief er zu sich und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{S|2}} „Ich bedauere (habe Mitleid mit) die Menschenmenge (den Leuten), weil sie schon drei Tage [lang]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drei Tage [lang]&#039;&#039; steht im Nominativ wie ein Subjekt. Eigentlich wäre ein Akkusativ der zeitlichen Ausdehnung zu erwarten (NSS; BDR §144.2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei mir sind und nichts zu essen haben.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse (schicke), dann werden sie unterwegs zusammenbrechen (sehr schwach werden). Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und seine Jünger erwiderten {ihm}: „Woher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Woher&#039;&#039; LUT, ZÜR übersetzen „Wie“, doch gemeint ist, woher die Jünger das Brot (pars pro toto für Nahrung) nehmen sollen (Pesch 1976, 403; vgl. GNB, NGÜ, EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
soll man [all] diese [Leute] &#039;&#039;hier&#039;&#039; in [dieser] Einöde (unbewohnten Gegend) mit Broten (Nahrung) satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie {aber} sagten: „Sieben.“{{par|Markus|6|38}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Daraufhin (Und) gab er der Menschenmenge die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er ... erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] Aor., hier als vorzeitiger temporaler Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;ein Dankgebet gesprochen&#039;&#039; W. „gedankt“. Gemeint ist hier jedoch ein Dankgebet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen, und sie teilten sie an die Menschenmenge (Leute) aus.{{par|Markus|6|41}} &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sie hatten ein paar Fische (kleine Fische)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Fische (kleine Fische)&#039;&#039; Hier steht zwar die Diminutivform „Fischlein“, aber es ist unklar, ob Markus damit auch kleine Fische meint. Er benutzt den Diminutiv nämlich gerne – allein in Kap. 7 in V. 25 (Töchterlein) und 27f. (Hündlein)(vgl. Collins 2007, 380). Für kleine Fische entscheiden sich ELB, MEN, NGÜ, GNB.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.{{par|Markus|6|41}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und [die Menschen] aßen und wurden satt, und sie hoben die übrig gebliebenen Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die übrig gebliebenen Brocken&#039;&#039; W. „die Reste der Brocken“ ([[Gen. part.]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, sieben Körbe.{{par|Markus|6|42|43}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Es waren {aber} etwa viertausend [Menschen]. Danach (Und) verabschiedete (ließ gehen, schickte weg) er sie,{{par|Markus|6|44}} &lt;br /&gt;
{{S|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg er … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gelangte (kam) in das Gebiet von Dalmanuta&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dalmanuta&#039;&#039; Der Ort wird nur hier erwähnt und ist sonst unbekannt. Die Parallelstelle Mt 15,39 spricht stattdessen vom ebenfalls unbekannten Ort Magadan. In der Textüberlieferung wurde daraus in einigen Handschriften „Magdala“. Dalmanuta ist jedoch zweifellos die ursprünglichste Version des Namens. Sowohl bei Dalmanuta als auch bei Magadan könnte es sich gut um alternative Namen der Ortschaft Magdala handeln (Blomberg 1992, 247).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|11}} Da (Und) kamen die Pharisäer hervor&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen hervor&#039;&#039; Oder „kamen heraus“. Das deutet darauf hin, dass es sich um die Pharisäer des Ortes handelt, die bei Jesu Ankunft aus ihren Häusern kommen, um ihn zu stellen (France 2002, 311). Weil Markus keine weiteren Angaben macht, könnte diese Konnotation hier jedoch fehlen oder in den Hintergrund treten (vgl. 1,38; 3,21), daher die Übersetzung (Guelich 1989, 413).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie … verlangten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Könnte z.B. auch als separater Hauptsatz übersetzt werden. &#039;&#039;Zeichen vom Himmel&#039;&#039; Anders als bei Johannes bezieht &#039;&#039;Zeichen&#039;&#039; sich hier nicht auf ein Wunder, sondern irgendeine Art von übernatürlichem Zeichen, das beweisen würde, dass Jesus mit Gottes Unterstützung wirkt. &#039;&#039;vom Himmel&#039;&#039;, d.h. von Gott sollte das Zeichen kommen. Die Juden erwarteten solche Zeichen der Echtheit. Auch Mose (u.a. Ex 4,1–9; 29–31; 7,8–22) und Elija (1Kö 18,38) bestätigten ihre Sendung auf diese Weise (France 2002, 311f.; Guelich 1989, 413f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um (wobei sie) ihm eine Falle zu stellen (ihn auf die Probe zu stellen; zu testen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um ihm eine Falle zu stellen&#039;&#039; Finales (oder modales) [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Oder wie MEN: „weil sie ihm eine Falle stellen wollten“. Das Verb heißt „testen, erproben“ im weitesten Sinn. Hier erproben die Pharisäer Jesus so, dass er möglichst geschädigt werden soll (vgl. LN 27.31): Sie stellen ihm eine Falle, indem sie hoffen, dass er sich auf ihre Forderung einlässt, jedoch auf Kommando kein entsprechendes Zeichen hervorrufen kann. Vgl. Mk 10,2; 12,15; Joh 8,6. Jesus wurde zuvor schon in Mk 1,13 vom Satan auf die Probe gestellt, was die Pharisäer wie ihn zu Jesu Gegenspielern macht (vgl. Collins 2007, 384). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er stöhnte (seufzte tief) aus dem Innersten (innerlich)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus dem Innersten&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;innerlich&#039;&#039; W. „in seinem Geist“. D.h. heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stöhnte (seufzte) … auf und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte: „Warum (Was) verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Hier kommt es nach Mk 3,28 zum zweiten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !&#039;&#039; D.h. „Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“ Es handelt sich um eine unvollendete, aber klar verständliche Schwurformel, d.h. „Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird, [soll mir etwas zustoßen]!“. Solche Schwurformeln waren auf Hebräisch gebräuchlich. Dabei verband der Sprecher den Eid mit einem Fluch, der ihn treffen sollte, wenn er ihn brach. Jesus benutzt sie wie eine besonders starke Verneinung. Eine ähnliche unvollständige Schwurformel als Verneinung steht in Ps 94,11 LXX. Der Prophet Elischa wird in 2Kö 6,31 Ziel eines Eides, der auch eine Fluchformel enthält (Collins 2007, 385; France 2002, 313).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er ließ sie [stehen] (verließ sie),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er ließ sie [stehen]&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stieg wieder ein und fuhr zum anderen Ufer. &lt;br /&gt;
{{S|14}} {Und} Sie hatten vergessen (vergaßen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie hatten vergessen (vergaßen)&#039;&#039; Der Aorist wird hier wohl mit vorzeitiger Bedeutung benutzt. &#039;&#039;sie&#039;&#039; Die meisten Übersetzungen übersetzen sinngemäß „die Jünger“, nicht &#039;&#039;sie&#039;&#039;, aber es gibt keinen direkten Anhaltspunkt dafür, dass Jesus davon auszunehmen ist. Markus möchte uns vielleicht zu verstehen geben, dass der Aufbruch so unvermittelt geschah, dass die Gruppe (oder die Jünger) nicht mehr zum Einkaufen kam.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote mitzunehmen, sodass (und) sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten. &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und er schärfte ihnen ein (warnte sie) {sagend}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schärfte ihnen ein&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]], was wohl impliziert, dass diese Aussage einen etwas längeren Diskurs zusammenfasst (oder eine häufige Aussage Jesu darstellt) (France 2002, 315). &#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Passt auf (Seht zu), hütet euch vor dem Sauerteig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sauerteig&#039;&#039; wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerteig Sauerteig] den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes&#039; Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes&#039; Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und sie diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;machten sich Gedanken&#039;&#039; „Diskutieren“ (so die wahrscheinlich gemeinte Bedeutung) steht im [[Imperfekt]]. Das Wort bedeutet hier entweder, dass die Jünger einfach weiterdiskutierten und Jesu Kommentar überhörten oder im Eifer der Diskussion ignorierten (so Guelich 1989, 424; France 2002, 317). Dass darüber geredet wurde, war dann schon in V. 14 impliziert und könnte Jesu Bemerkungen über den Sauerteig ausgelöst haben. Oder es signalisiert, dass nun eine Diskussion einsetzte, die sich wegen des fehlenden Brotes (V. 14) anbahnte (so Collins 2007, 386). Eine dritte Möglichkeit (nach MEN) versteht das Imperfekt als missverstehende Reaktion: „Da erwogen sie im Gespräch miteinander: »(Das sagt er deshalb) weil wir keine Brote haben.«“ (Es ist möglich, dass MEN dabei einer alternativen Lesart folgt, die „und sagten“ ergänzt.) Die erste Möglichkeit ist häufiger Funktion des Imperfekts als die zweite und ist tendenziell vorzuziehen; die dritte käme wohl auch ohne Imperfekt aus (vgl. France 2002, 317). Die meisten deutschen Übersetzungen verstehen das gr. Wort διαλογίζομαι jedoch im Sinn von „sich Gedanken machen“ – wohl weil sie etwas besser zu V. 17 passt. So EÜ: „Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.“ Doch welche Funktion hätte in diesem Fall πρὸς ἀλλήλους „zu-/miteinander“ (bei EÜ unübersetzt)? NGÜ liest sich schon fast absurd: „Da machten sie sich untereinander Gedanken...“ Das Wort scheint hier sicher die Bedeutung „diskutieren“ zu haben (so die bisher zitierten Kommentare sowie NSS; Pesch 1976, 412f.; LN 33.158; GNB, MEN und englische Übersetzungen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
miteinander (machten sich Gedanken) darüber, dass (weil) sie keine Brote hatten. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus&#039;&#039; In einigen Handschriften fehlt Jesus als explizites Subjekt. Textkritik: Auch NA28 und SBLGNT lassen es aus, wohl als eine recht offensichtliche stilistische Verbesserung. Insgesamt ist die Überlieferung jedoch so gut (u.a. {{hebr}}א{{hebr ende}} A C D K 28 33 Mehrheitstext gegen sieben in NA28 angeführte Zeugen), dass sich die Frage stellt, ob hier nicht eine (weniger offensichtlich zu begründende) versehentliche Auslassung nicht wahrscheinlicher wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte)&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (oder [[attr. Ptz.]]), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagt zu ihnen: „Warum diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken) darüber&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken)&#039;&#039; Zur Abwägung zwischen den beiden Alternativen s. die Fußnote im vorigen Vers.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und … denn immer noch nicht&#039;&#039; Die doppelte Verneinung mit „noch nicht“ und „und nicht“ verstärkt auf Griechisch den Effekt der rhetorischen Frage. Um deren rhetorische Kraft einzufangen, wurde die Frage in der Übersetzung sinngemäß mit denn und immer verstärkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Habt ihr ein {euer} verstocktes (verhärtetes) Herz?{{par|Markus|6|52}}{{par|Markus|7|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;{{S|18}} Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?&lt;br /&gt;
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Habt ihr zwar Augen, aber seht nicht? Und habt ihr zwar Ohren, aber hört nicht?&#039;&#039; Die beiden [[Ptz. conj.]] &#039;&#039;habt ihr&#039;&#039; sind dabei konzessiv aufgelöst, was wohl dem Sinn von Jer 5,21 entspricht. Vgl. NGÜ: „Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören?“ Oder einfach „Habt ihr Augen und seht nicht? Und habt ihr Ohren und hört nicht?“ Es handelt sich um eine recht freie Wiedergabe von Jer 5,21, die aber inhaltlich und im Zusammenhang mit der Kritik aus V. 17 eher an den in Mk 4,12 zitierten Abschnitt aus Jes 6,9-10 erinnert (Watts 2007, 172). Doch passen thematisch alle drei angespielten Abschnitte (ebd. 174).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Jeremia|5|21}}{{par|Ezechiel|12|2}}{{par|Psalm|115|5|6}}{{par|Jesaja|6|9}}{{par|Markus|4|12}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&#039;&#039; Man kann diesen Satz sowohl als eigenständige Frage wie auch als Einleitung zu V. 19 auffassen. Nach France (2002, 317) handelt es sich eher um eine weitere rhetorische Frage, aber NA28, SBLGNT und viele deutsche Übersetzungen folgen der zweiten Deutung. ZÜR und viele englische Übersetzungen folgen der ersten. Diese Übersetzung hat den Vorteil, dass sie zu kürzeren Sätzen führt und die Parallelität zwischen den beiden Fragen in V. 19 und 20 nicht aufbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] zerbrochen habe,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Brote … zerbrochen habe&#039;&#039; „Brote zerbrechen“ steht hier als metonymisches Idiom dafür, dass Jesus sie mit Nahrung versorgt hat (vgl. LN 23.20).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten (sagten) {ihm}: „Zwölf.“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [zerbrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten (sagten) {ihm}: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da (und) sagte er (fuhr fort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte er (fuhr fort)&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier wohl einfach an, dass Jesus weitersprach oder fortfuhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Versteht ihr immer noch nicht?“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Als (Und) sie nach Betsaida kamen, da (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … da&#039;&#039; W. „und … und“, hier als temporales Satzgefüge verstanden (vgl. Reiser 1983, 119).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brachten [die Leute] einen Blinden zu ihm und baten (forderten auf) [Jesus], ihn zu berühren.{{par|Markus|7|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er nahm die Hand des Blinden und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
führte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er ihm in die Augen gespuckt und ihm die Hände aufgelegt hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er … gespuckt und … aufgelegt hatte&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]] (2x), als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte ihn:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte ihn:&#039;&#039; Die Frage wird im Griechischen wie eine abhängige Frage durch εἰ „ob“ eingeleitet. Wohl durch eine ähnliche Praxis im Hebräischen beeinflusst (NSS; Siebenthal 2011, §269b; France 2002, 324f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehst du etwas?“{{par|Markus|7|33}} &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und nachdem [der Mann] wieder sehen konnte ([der Mann] blickte auf und),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem [der Mann] wieder sehen konnte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] als temporaler Nebensatz aufgelöst. Die Alternative &#039;&#039;blickte auf und&#039;&#039; löst das Ptz. beigeordnet auf. Das Verb heißt im Zusammenhang mit Blindheit immer „wieder sehen können“ (Mk 10,51; Mt 20,34; 11,5; Lk 7,22; 18,41–43 (3x); Joh 9,11.15.18; Apg 9,12.17.18; 22,13. So France 2002, 325; Collins 2007, 394). Obwohl diese Bedeutung seit Johnson 1979 zweifelsfrei belegt und im NT häufig ist, bleiben die meisten Übersetzungen an dieser Stelle bei „er blickte auf“ (vgl. NSS; LN 24.10; s. jedoch die Alternativübersetzung der NGÜ; NET; Guelich 1989, 428. Vgl. MEN: „Jener schlug die Augen auf“). Vielleicht liegt das daran, dass „aufblicken“ ebenfalls sehr gut in den Kontext passt. Wahrscheinlich liefert Markus dem Leser ein Wortspiel, indem er absichtlich beide Bedeutungen zulässt (France 2002, 325). Dass der Mann wieder sehen könnte, scheint jedoch im Vordergrund zu stehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte er: „Ich sehe die Leute (Menschen) – {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{dass}&#039;&#039; Welche Funktion ὅτι „dass“ (oder „weil“) hier hat, ist nicht restlos geklärt. Es ist möglich, dass es hier wie das aramäische Relativpronomen {{hebr}}דּיִ{{ִhebr ende}} verwendet wird (das auch „dass“ heißen kann) oder es (falsch) übersetzt. Dann wäre zu übersetzen: „Ich sehe die Leute, die wie Bäume [sind]...“ (Guelich 1989, 433; vgl. Siebenthal 2011, §252a). NSS empfiehlt, ὅτι am besten als Doppelpunkt (wie ein ὅτι recitativum) zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie Bäume, ich sehe sie umhergehen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ich sehe die Leute – wie Bäume, ich sehe sie umhergehen&#039;&#039; Falsch wäre die Übersetzung „ich sehe sie wie Bäume umhergehen“ (LUT, ELB, GNB?). &#039;&#039;Bäume&#039;&#039; ist Neutrum Plural, das Partizip &#039;&#039;umhergehen&#039;&#039; (ein [[AcP]]) Maskulinum Plural. Das Partizip bezieht sich auf &#039;&#039;die Leute&#039;&#039; (France 2002, 325). Die Übersetzung versucht das zu berücksichtigen. Sehr schön fängt das NGÜ ein: „Ich sehe Menschen; sie gehen umher, aber sie sehen aus wie Bäume.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|25}} Daraufhin legte [Jesus] erneut die Hände auf seine Augen, und [der Mann] hatte klare Sicht (sah klar) und war wieder gesund (wiederhergestellt), und er konnte nun alles deutlich (scharf) erkennen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er konnte nun alles deutlich erkennen&#039;&#039; Das Verb steht im Unterschied zu den beiden vorigen ([[Aorist]]) im [[Imperfekt]], das hier zum Ausdruck bringt, dass der Mann &#039;&#039;nun&#039;&#039; (sinngemäß eingefügt) dauerhaft deutlich sehen &#039;&#039;konnte&#039;&#039; (ebenfalls ergänzt, um den Sinn richtig zu vermitteln) (vgl. France 2002, 325). MEN legt etwas kreativ aus: „so daß er auch in der Ferne alles scharf sah“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Markus|7|35}} &lt;br /&gt;
{{S|26}} Da (Und) schickte [Jesus] ihn nach Hause (in sein Haus), wobei er ihm auftrug (sagte):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm auftrug (sagte)&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Eine andere Möglichkeit wäre „mit den (folgenden) Worten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geh auch (aber) nicht ins Dorf!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh auch nicht ins Dorf!“&#039;&#039; Das ist offenbar so zu verstehen, dass der Mann nicht direkt in Betsaida (=dem Dorf) lebte. Vgl. GNB: „Geh nicht erst nach Betsaida hinein, sondern geh gleich nach Hause!“ Textkritik: Der Mehrheitstext scheint diese schwer zu deutende Anweisung etwas verständlicher zu machen, indem er ergänzt: „...noch sprich mit jemandem im Dorf!“&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Jesus und seine Jünger zogen weiter (gingen fort, machten sich auf) in die Dörfer von Cäsarea Philippi; und auf dem Weg befragte er seine Jünger {und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen}: „Für wen halten mich die Leute?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Für wen halten mich die Leute?“&#039;&#039; Oder „Was sagen die Leute (Menschen), wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagen/halten die Leute mich zu sein?“ ([[AcI]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|28}} Da sagten sie zu ihm {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„[Einige für] Johannes den Täufer, und andere [für] Elija, wieder andere [meinen], dass [du] einer von den Propheten [bist].“{{par|Markus|6|14|16}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und er fragte sie: „Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&#039;&#039; Oder „Und was sagt &#039;&#039;ihr&#039;&#039;, wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagt/haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich zu sein?“ ([[AcI]]. Vgl. die Frage in V. 27)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Petrus antwortete {und sagte zu ihm}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Petrus antwortete {und sagte zu ihm}&#039;&#039; Die pleonastische Formulierung kann in der Übersetzung gekürzt werden. Sie signalisiert die Wichtigkeit von Petrus&#039; folgender Aussage.&amp;lt;!-- &amp;lt;-- Ungeprüfte Vermutung, habe inzwischen allerdings anderswo gelesen, dass das stimmt. --&amp;gt; &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Du bist der Messias (Gesalbte; Christus)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messias&#039;&#039; Gr. χριστός „der Gesalbte“ oder formelhaft „Christus“. Das griechische Wort ist eine Übersetzung von hebr. {{hebr}}מָשִׁיחַ{{hebr ende}} &#039;&#039;maschiach&#039;&#039;. Der Messias war in den Prophetien des AT ein König nach dem Muster des Königs David, der Israel in eine neue Zeit führen und als gerechter König regieren sollte (z.B. Jer 23,5). Zwischentestamentliche Autoren erwarteten einen militärischen Anführer, der Israel von der Fremdherrschaft der Griechen und später der Römer befreien und zu alter Größe zurückführen würde (vgl. Evans 2001, 15).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und er schärfte (befahl) ihnen ein, {damit} mit niemandem über ihn sprechen. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er begann sie darüber aufzuklären (zu lehren), dass der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) viel leiden, {und} von den Ältesten, {und} den obersten (führenden, Hohen) Priestern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;oberste Priester&#039;&#039; Auf Griechisch „Hohe Priester“. Damit waren ehemalige Hohe Priester gemeint, die weiter im Hohen Rat vertreten waren, aber wahrscheinlich auch Mitglieder der wichtigen Priesterfamilien (France 2002, 335 Fn 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und den Schriftgelehrten (Schreibern) abgelehnt (verworfen, zurückgewiesen) werden, dass (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass (und)&#039;&#039; Anstatt die Satzreihe mit &#039;&#039;und&#039;&#039; fortzusetzen, haben wir hier mit &#039;&#039;dass&#039;&#039; aus stilistischen Gründen neu eingesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse.{{par|Psalm|118|22}}{{par|Hosea|6|2}}{{par|Markus|9|31}}{{par|Markus|10|33|34}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er sagte das ganz offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er sagte das ganz offen&#039;&#039; W. „er sagte das Wort...“ oder besser „diese Aussage machte er...“. Markus bezieht sich hier speziell auf die Lehre aus V. 31 (France 2002, 337). &#039;&#039;ganz offen&#039;&#039; W. „mit Offenheit/Freimut“ ([[instr. Dat.]]). MEN, ZÜR: „und er sprach das ganz offen aus“, EÜ (vgl. NGÜ): „er redete ganz offen darüber“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da (Und) nahm Petrus ihn beiseite und begann, missbilligend auf ihn einzureden (ihn zu rüffeln/zurechtzuweisen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, missbilligend auf ihn einzureden&#039;&#039; W. „tadeln, zurechtweisen“. Gemeint ist, dass Petrus Jesus solche düsteren Vorhersagen ausreden und ihn zur Vernunft bringen möchte. GNB: „wollte ihm das ausreden“, MEN: „begann auf ihn einzureden“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|33}} Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte)&#039;&#039; Beide Verben sind [[Ptz. conj.]], hier temporal und modal (bzw. in der Klammer temporal-vorzeitig) aufgelöst. Man könnte auch einfacher formulieren: „Der drehte sich um, {und} sah seine Jünger an [und] wies Petrus zurecht“ oder „drehte sich um und … wies zurecht, wobei er … ansah.“ ansah W. „sah“. Wahrscheinlich meint Markus: Petrus ist nicht der Mann, von dem Jesus sich beiseite nehmen lässt. Gibt es ein Problem mit einer so essenziellen Frage wie der für Jesus unausweichlich von Gott geplanten Zukunft, so betrifft das alle. Besonders, wenn zu erwarten ist, dass die anderen Jünger ähnliche menschliche Vorstellungen vom Messias haben (vgl. die Fußnote bei „Messias“ in V. 29) (France 2002, 338, gegen Collins 2007, 406f., die nicht begründet, warum Jesus seine Antwort nur an Petrus, aber nicht an die anderen Jünger richtet).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wies Petrus zurecht (herrschte ihn an) {und sagte}: „Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan (Widersacher)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan!“&#039;&#039; Der Ausruf ist doppeldeutig. Jesus fordert Petrus gleichzeitig auf, im aus den Augen zu gehen, und sich wieder in der Nachfolge bei den Jüngern hinter ihm einzureihen (vgl. W. „hinter mir nachzufolgen“ in V. 34!). Der nächste Satz zeigt, was Jesus meint: Petrus (aber auch keiner der anderen Jünger) sollte sich nicht Gottes Plänen in den Weg stellen oder in irgendeiner Form verweigern. Denn damit, auch wenn es aus den besten Absichten geschieht, würde er zum Widersacher Gottes (vgl. Collins 2007, 407). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Satan&#039;&#039; ist die Umschrift des hebräischen Worts {{hebr}}שָׂטָן{{hebr ende}}. Nirgendwo sonst wird ein Mensch als Satan bezeichnet. Jesus meint jedoch kaum, dass Petrus besessen ist (Collins 2007, 407). Petrus&#039; Vorstellungen stehen Gottes Plänen so weit entgegen, dass sie von Satan kommen müssen (France 2002, 338). Er könnte Petrus&#039; Einwände als einen weiteren Versuch des Teufels auffassen, ihn in Versuchung zu führen (Collins 2007, 407). Eine andere Möglichkeit ist, dass Jesus das Wort adjektivisch benutzt und Petrus so als einen Widersacher bzw. jemanden, der sich ihm in den Weg stellt, bezeichnet. Schließlich spricht Jesus gleich darauf ja von „menschlichen“ Vorstellungen, nicht von denen des Teufels (Evans 2001, 19). Doch signalisiert die scharfe Formulierung, unter Beibehaltung des semitischen Begriffs auch im Griechischen, dass Jesus seinen Jünger wirklich als Satan anspricht (France 2002, 338 Fn 61).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&#039;&#039; NGÜ: „Denn was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich.“ MEN: „Deine Gedanken sind nicht die Gedanken Gottes, sondern sind Menschengedanken.“ ZÜR: „Denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|34}} Dann (Und) rief er die Menschenmenge samt seinen Jüngern zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief zu sich … und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen: „Wenn jemand mir nachfolgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mir nachfolgen&#039;&#039; W. „hinter mir/mir nach nachfolgen“ (vgl. Mk 1,17; 2,14). Manche Übersetzungen: „Wer mein Jünger sein will...“ (EÜ, NGÜ) Genau das hat Jesus hier im Blick (France 2002, 339; Pryke 1978, S. 41).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
will, dann muss (soll)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann muss (soll) … verleugnen … auf sich nehmen … nachfolgen&#039;&#039; Die drei Verben stehen in der dritten Person des Imperativs, den man am besten mit Hilfsverb („soll“, „muss“ oder „möge“) oder einem Konjunktiv umschreibt. Hier beschreibt Jesus die Anforderungen, die er an seine Nachfolger stellt. In diesem Kontext ist „muss“ am passendsten (vgl. Collins 2007, 408).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich selbst verleugnen, {und} sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&#039;&#039; Das Verb αἴρω heißt bei Gegenständen „aufheben“, aber auch „(mit sich) tragen“ oder „mitführen“ (BA 1a/2). Die klassische Übersetzung seit Luther ist „sein Kreuz auf sich nehmen“, gemeint ist aber wohl eher, es in übertragener Sicht mit sich herumzutragen (vgl. BA 2). Konkret geht es dabei um den Querbalken des Kreuzes, der zur eigenen Hinrichtung herangezogen würde (Collins 2007, 408). Kreuzigung war auch in Palästina eine übliche Form der Todesstrafe. Das Bild der Verurteilten, die den Balken durch die Stadt trugen, war den Leuten geläufig (Evans 2001, 25). Diese Wendung war möglicherweise als Sprichwort bekannt. Lukas macht deutlich, dass dies übertragen gemeint ist, indem er „täglich“ ergänzt (Lk 9,23). Doch Jesus hat hier gerade seinen Tod vorhergesagt. Mit diesen Worten macht er also deutlich, dass die Gefahr für seine Nachfolger, sein Schicksal zu teilen, sehr real ist (Collins 2007, 408; France 2002, 339f.). Der Leser erhält den Eindruck, dass Jesus genau weiß, was auf ihn zukommt (Evans 2001, 25). Dieses Schicksal bewusst in Kauf zu nehmen und Jesus trotz allem nachzufolgen, das gehört für Jesus sicherlich auch dazu, sich selbst zu verleugnen (France 2002, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und mir nachfolgen!&lt;br /&gt;
{{S|35}} Denn jeder, der (wer) sein Leben (Seele) retten will, wird es verlieren; aber jeder, der (wer) wegen mir und des Evangeliums (der Heilsbotschaft) sein Leben (Seele) verliert, der wird es retten.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die gesamte Welt zu gewinnen&#039;&#039; Das heißt im übertragenen Sinn, (im diesseitigen Leben) den größtmöglichen Erfolg zu erzielen (France 2002, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und [dabei]) sein Leben (Seele) zu verlieren?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Leben (Seele) zu verlieren&#039;&#039; Einige Übersetzungen geben das Prädikat nicht mit &#039;&#039;verlieren&#039;&#039;, sondern mit „Schaden nehmen (an)“ wieder. LUT: „nähme an seiner Seele Schaden“, NGÜ: „wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt“, ähnlich ZÜR, wohl nach BA ζημιόω. LN 57.69 listet die Passivform dagegen mit einer separaten Bedeutung übers. etwa „Verlust erleiden, verlieren, einbüßen“. Als Gegensatz zu „(etw.) gewinnen“ ist „(etw.) verlieren“ die angemessenere Übersetzung (vgl. France 2002, 341), wenngleich sicherlich in dieser sprichwörtlichen Form sehr zugespitzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Kohelet|1|3}}{{par|Psalm|49|8|10}}&lt;br /&gt;
{{S|37}} Denn was könnte (sollte) man (ein Mensch) als Gegenwert für sein Leben (Seele) geben?&lt;br /&gt;
{{S|38}} Denn jeder, der (wer immer) sich in dieser untreuen (ehebrecherischen) und sündigen Generation (Zeit, Geschlecht) über (wegen) mich und meine Worte schämt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jeder, der sich … über mich und meine Worte schämt usw.&#039;&#039; Für heutige Leser ist NGÜ recht passend: „Wer ... nicht zu mir und meinen Worten steht“. Jesus benutzt jetzt das Bild von Scham und Ehre, die in den meisten Kulturen weitaus wichtiger sind als im Westen. Wer sich hier über Jesus schämt, der kann auch bei Jesu Rückkehr keine Ehrung erwarten. Das hier und jetzt wird als untreu bzw. w. ehebrecherisch und sündig beschrieben. Der erste ist ein Begriff, der schon im AT Israels (im übertragenen Sinn ehelich) Untreue gegenüber Gott und seinem Bund bezeichnet hat. sündig verstärkt den Eindruck noch, dass diese Generation sich von Gott abgewandt hat und auch seinen Abgesandten Jesus verschmäht. Die neue Zeit, die mit dem Kommen des Menschensohns (Dan 7,13-14; Sach 14,5), d.h. Jesu Rückkehr anbricht, ist für Jesus die entscheidende (vgl. France 2002, 341ff.; Collins 2007, 410f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
über den wird sich auch der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) schämen, sobald er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt.“{{par|Daniel|7|13|14}}{{par|Daniel|7|9|10}}{{par|Sacharja|14|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16849</id>
		<title>Markus 8</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16849"/>
		<updated>2014-06-29T20:20:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge bei Jesus war und sie nichts zu essen hatten. Da rief er die Jünger zu sich und sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{L|2}}„Ich habe Mitleid mit den Leuten, weil sie schon drei Tage lang bei mir sind und nichts zu essen haben. &lt;br /&gt;
{{L|3}}Und wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, dann werden sie unterwegs zusammenbrechen. Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“ &lt;br /&gt;
{{L|4}}Und seine Jünger erwiderten ihm: „Woher soll man all diese Leute hier in dieser unbewohnten Gegend mit Essen satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{L|5}}Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie antowrteten: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{L|6}}Daraufhin gab er den Leuten die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote bekommen und ein Dankgebet gesprochen hatte, brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen. Und sie teilten sie an die Leute aus.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und sie hatten ein paar kleine Fische dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.&lt;br /&gt;
{{L|8}}Und die Menschen aßen und wurden satt. Danach hoben sie die übrig gebliebenen Stücke auf, es waren sieben Körbe voll.&lt;br /&gt;
{{L|9}}Es waren etwa viertausend Menschen gewesen. Danach verabschiedete er sie,&lt;br /&gt;
{{L|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und kam in das Gebiet von Dalmanuta.&lt;br /&gt;
{{L|11}}Dort kamen die Pharisäer vorbei und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten, um ihn zu testen.&lt;br /&gt;
{{L|12}}Und er seufzte innerlich und sagte: „Warum verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja, ich sage euch: Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“&lt;br /&gt;
{{L|13}}Und er verließ sie, stieg wieder in das Boot und fuhr zum anderen Ufer.&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}&lt;br /&gt;
{{L|36}}&lt;br /&gt;
{{L|37}}&lt;br /&gt;
{{L|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge [bei Jesus] war und [sie] nichts zu essen hatten, da rief er die Jünger zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief er zu sich und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{S|2}} „Ich bedauere (habe Mitleid mit) die Menschenmenge (den Leuten), weil sie schon drei Tage [lang]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drei Tage [lang]&#039;&#039; steht im Nominativ wie ein Subjekt. Eigentlich wäre ein Akkusativ der zeitlichen Ausdehnung zu erwarten (NSS; BDR §144.2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei mir sind und nichts zu essen haben.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse (schicke), dann werden sie unterwegs zusammenbrechen (sehr schwach werden). Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und seine Jünger erwiderten {ihm}: „Woher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Woher&#039;&#039; LUT, ZÜR übersetzen „Wie“, doch gemeint ist, woher die Jünger das Brot (pars pro toto für Nahrung) nehmen sollen (Pesch 1976, 403; vgl. GNB, NGÜ, EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
soll man [all] diese [Leute] &#039;&#039;hier&#039;&#039; in [dieser] Einöde (unbewohnten Gegend) mit Broten (Nahrung) satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie {aber} sagten: „Sieben.“{{par|Markus|6|38}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Daraufhin (Und) gab er der Menschenmenge die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er ... erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] Aor., hier als vorzeitiger temporaler Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;ein Dankgebet gesprochen&#039;&#039; W. „gedankt“. Gemeint ist hier jedoch ein Dankgebet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen, und sie teilten sie an die Menschenmenge (Leute) aus.{{par|Markus|6|41}} &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sie hatten ein paar Fische (kleine Fische)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Fische (kleine Fische)&#039;&#039; Hier steht zwar die Diminutivform „Fischlein“, aber es ist unklar, ob Markus damit auch kleine Fische meint. Er benutzt den Diminutiv nämlich gerne – allein in Kap. 7 in V. 25 (Töchterlein) und 27f. (Hündlein)(vgl. Collins 2007, 380). Für kleine Fische entscheiden sich ELB, MEN, NGÜ, GNB.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.{{par|Markus|6|41}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und [die Menschen] aßen und wurden satt, und sie hoben die übrig gebliebenen Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die übrig gebliebenen Brocken&#039;&#039; W. „die Reste der Brocken“ ([[Gen. part.]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, sieben Körbe.{{par|Markus|6|42|43}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Es waren {aber} etwa viertausend [Menschen]. Danach (Und) verabschiedete (ließ gehen, schickte weg) er sie,{{par|Markus|6|44}} &lt;br /&gt;
{{S|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg er … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gelangte (kam) in das Gebiet von Dalmanuta&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dalmanuta&#039;&#039; Der Ort wird nur hier erwähnt und ist sonst unbekannt. Die Parallelstelle Mt 15,39 spricht stattdessen vom ebenfalls unbekannten Ort Magadan. In der Textüberlieferung wurde daraus in einigen Handschriften „Magdala“. Dalmanuta ist jedoch zweifellos die ursprünglichste Version des Namens. Sowohl bei Dalmanuta als auch bei Magadan könnte es sich gut um alternative Namen der Ortschaft Magdala handeln (Blomberg 1992, 247).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|11}} Da (Und) kamen die Pharisäer hervor&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen hervor&#039;&#039; Oder „kamen heraus“. Das deutet darauf hin, dass es sich um die Pharisäer des Ortes handelt, die bei Jesu Ankunft aus ihren Häusern kommen, um ihn zu stellen (France 2002, 311). Weil Markus keine weiteren Angaben macht, könnte diese Konnotation hier jedoch fehlen oder in den Hintergrund treten (vgl. 1,38; 3,21), daher die Übersetzung (Guelich 1989, 413).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie … verlangten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Könnte z.B. auch als separater Hauptsatz übersetzt werden. &#039;&#039;Zeichen vom Himmel&#039;&#039; Anders als bei Johannes bezieht &#039;&#039;Zeichen&#039;&#039; sich hier nicht auf ein Wunder, sondern irgendeine Art von übernatürlichem Zeichen, das beweisen würde, dass Jesus mit Gottes Unterstützung wirkt. &#039;&#039;vom Himmel&#039;&#039;, d.h. von Gott sollte das Zeichen kommen. Die Juden erwarteten solche Zeichen der Echtheit. Auch Mose (u.a. Ex 4,1–9; 29–31; 7,8–22) und Elija (1Kö 18,38) bestätigten ihre Sendung auf diese Weise (France 2002, 311f.; Guelich 1989, 413f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um (wobei sie) ihm eine Falle zu stellen (ihn auf die Probe zu stellen; zu testen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um ihm eine Falle zu stellen&#039;&#039; Finales (oder modales) [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Oder wie MEN: „weil sie ihm eine Falle stellen wollten“. Das Verb heißt „testen, erproben“ im weitesten Sinn. Hier erproben die Pharisäer Jesus so, dass er möglichst geschädigt werden soll (vgl. LN 27.31): Sie stellen ihm eine Falle, indem sie hoffen, dass er sich auf ihre Forderung einlässt, jedoch auf Kommando kein entsprechendes Zeichen hervorrufen kann. Vgl. Mk 10,2; 12,15; Joh 8,6. Jesus wurde zuvor schon in Mk 1,13 vom Satan auf die Probe gestellt, was die Pharisäer wie ihn zu Jesu Gegenspielern macht (vgl. Collins 2007, 384). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er stöhnte (seufzte tief) aus dem Innersten (innerlich)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus dem Innersten&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;innerlich&#039;&#039; W. „in seinem Geist“. D.h. heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stöhnte (seufzte) … auf und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte: „Warum (Was) verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Hier kommt es nach Mk 3,28 zum zweiten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !&#039;&#039; D.h. „Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“ Es handelt sich um eine unvollendete, aber klar verständliche Schwurformel, d.h. „Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird, [soll mir etwas zustoßen]!“. Solche Schwurformeln waren auf Hebräisch gebräuchlich. Dabei verband der Sprecher den Eid mit einem Fluch, der ihn treffen sollte, wenn er ihn brach. Jesus benutzt sie wie eine besonders starke Verneinung. Eine ähnliche unvollständige Schwurformel als Verneinung steht in Ps 94,11 LXX. Der Prophet Elischa wird in 2Kö 6,31 Ziel eines Eides, der auch eine Fluchformel enthält (Collins 2007, 385; France 2002, 313).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er ließ sie [stehen] (verließ sie),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er ließ sie [stehen]&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stieg wieder ein und fuhr zum anderen Ufer. &lt;br /&gt;
{{S|14}} {Und} Sie hatten vergessen (vergaßen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie hatten vergessen (vergaßen)&#039;&#039; Der Aorist wird hier wohl mit vorzeitiger Bedeutung benutzt. &#039;&#039;sie&#039;&#039; Die meisten Übersetzungen übersetzen sinngemäß „die Jünger“, nicht &#039;&#039;sie&#039;&#039;, aber es gibt keinen direkten Anhaltspunkt dafür, dass Jesus davon auszunehmen ist. Markus möchte uns vielleicht zu verstehen geben, dass der Aufbruch so unvermittelt geschah, dass die Gruppe (oder die Jünger) nicht mehr zum Einkaufen kam.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote mitzunehmen, sodass (und) sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten. &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und er schärfte ihnen ein (warnte sie) {sagend}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schärfte ihnen ein&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]], was wohl impliziert, dass diese Aussage einen etwas längeren Diskurs zusammenfasst (oder eine häufige Aussage Jesu darstellt) (France 2002, 315). &#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Passt auf (Seht zu), hütet euch vor dem Sauerteig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sauerteig&#039;&#039; wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerteig Sauerteig] den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes&#039; Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes&#039; Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und sie diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;machten sich Gedanken&#039;&#039; „Diskutieren“ (so die wahrscheinlich gemeinte Bedeutung) steht im [[Imperfekt]]. Das Wort bedeutet hier entweder, dass die Jünger einfach weiterdiskutierten und Jesu Kommentar überhörten oder im Eifer der Diskussion ignorierten (so Guelich 1989, 424; France 2002, 317). Dass darüber geredet wurde, war dann schon in V. 14 impliziert und könnte Jesu Bemerkungen über den Sauerteig ausgelöst haben. Oder es signalisiert, dass nun eine Diskussion einsetzte, die sich wegen des fehlenden Brotes (V. 14) anbahnte (so Collins 2007, 386). Eine dritte Möglichkeit (nach MEN) versteht das Imperfekt als missverstehende Reaktion: „Da erwogen sie im Gespräch miteinander: »(Das sagt er deshalb) weil wir keine Brote haben.«“ (Es ist möglich, dass MEN dabei einer alternativen Lesart folgt, die „und sagten“ ergänzt.) Die erste Möglichkeit ist häufiger Funktion des Imperfekts als die zweite und ist tendenziell vorzuziehen; die dritte käme wohl auch ohne Imperfekt aus (vgl. France 2002, 317). Die meisten deutschen Übersetzungen verstehen das gr. Wort διαλογίζομαι jedoch im Sinn von „sich Gedanken machen“ – wohl weil sie etwas besser zu V. 17 passt. So EÜ: „Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.“ Doch welche Funktion hätte in diesem Fall πρὸς ἀλλήλους „zu-/miteinander“ (bei EÜ unübersetzt)? NGÜ liest sich schon fast absurd: „Da machten sie sich untereinander Gedanken...“ Das Wort scheint hier sicher die Bedeutung „diskutieren“ zu haben (so die bisher zitierten Kommentare sowie NSS; Pesch 1976, 412f.; LN 33.158; GNB, MEN und englische Übersetzungen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
miteinander (machten sich Gedanken) darüber, dass (weil) sie keine Brote hatten. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus&#039;&#039; In einigen Handschriften fehlt Jesus als explizites Subjekt. Textkritik: Auch NA28 und SBLGNT lassen es aus, wohl als eine recht offensichtliche stilistische Verbesserung. Insgesamt ist die Überlieferung jedoch so gut (u.a. {{hebr}}א{{hebr ende}} A C D K 28 33 Mehrheitstext gegen sieben in NA28 angeführte Zeugen), dass sich die Frage stellt, ob hier nicht eine (weniger offensichtlich zu begründende) versehentliche Auslassung nicht wahrscheinlicher wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte)&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (oder [[attr. Ptz.]]), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagt zu ihnen: „Warum diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken) darüber&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken)&#039;&#039; Zur Abwägung zwischen den beiden Alternativen s. die Fußnote im vorigen Vers.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und … denn immer noch nicht&#039;&#039; Die doppelte Verneinung mit „noch nicht“ und „und nicht“ verstärkt auf Griechisch den Effekt der rhetorischen Frage. Um deren rhetorische Kraft einzufangen, wurde die Frage in der Übersetzung sinngemäß mit denn und immer verstärkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Habt ihr ein {euer} verstocktes (verhärtetes) Herz?{{par|Markus|6|52}}{{par|Markus|7|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;{{S|18}} Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?&lt;br /&gt;
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Habt ihr zwar Augen, aber seht nicht? Und habt ihr zwar Ohren, aber hört nicht?&#039;&#039; Die beiden [[Ptz. conj.]] &#039;&#039;habt ihr&#039;&#039; sind dabei konzessiv aufgelöst, was wohl dem Sinn von Jer 5,21 entspricht. Vgl. NGÜ: „Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören?“ Oder einfach „Habt ihr Augen und seht nicht? Und habt ihr Ohren und hört nicht?“ Es handelt sich um eine recht freie Wiedergabe von Jer 5,21, die aber inhaltlich und im Zusammenhang mit der Kritik aus V. 17 eher an den in Mk 4,12 zitierten Abschnitt aus Jes 6,9-10 erinnert (Watts 2007, 172). Doch passen thematisch alle drei angespielten Abschnitte (ebd. 174).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Jeremia|5|21}}{{par|Ezechiel|12|2}}{{par|Psalm|115|5|6}}{{par|Jesaja|6|9}}{{par|Markus|4|12}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&#039;&#039; Man kann diesen Satz sowohl als eigenständige Frage wie auch als Einleitung zu V. 19 auffassen. Nach France (2002, 317) handelt es sich eher um eine weitere rhetorische Frage, aber NA28, SBLGNT und viele deutsche Übersetzungen folgen der zweiten Deutung. ZÜR und viele englische Übersetzungen folgen der ersten. Diese Übersetzung hat den Vorteil, dass sie zu kürzeren Sätzen führt und die Parallelität zwischen den beiden Fragen in V. 19 und 20 nicht aufbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] zerbrochen habe,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Brote … zerbrochen habe&#039;&#039; „Brote zerbrechen“ steht hier als metonymisches Idiom dafür, dass Jesus sie mit Nahrung versorgt hat (vgl. LN 23.20).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten (sagten) {ihm}: „Zwölf.“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [zerbrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten (sagten) {ihm}: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da (und) sagte er (fuhr fort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte er (fuhr fort)&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier wohl einfach an, dass Jesus weitersprach oder fortfuhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Versteht ihr immer noch nicht?“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Als (Und) sie nach Betsaida kamen, da (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … da&#039;&#039; W. „und … und“, hier als temporales Satzgefüge verstanden (vgl. Reiser 1983, 119).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brachten [die Leute] einen Blinden zu ihm und baten (forderten auf) [Jesus], ihn zu berühren.{{par|Markus|7|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er nahm die Hand des Blinden und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
führte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er ihm in die Augen gespuckt und ihm die Hände aufgelegt hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er … gespuckt und … aufgelegt hatte&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]] (2x), als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte ihn:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte ihn:&#039;&#039; Die Frage wird im Griechischen wie eine abhängige Frage durch εἰ „ob“ eingeleitet. Wohl durch eine ähnliche Praxis im Hebräischen beeinflusst (NSS; Siebenthal 2011, §269b; France 2002, 324f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehst du etwas?“{{par|Markus|7|33}} &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und nachdem [der Mann] wieder sehen konnte ([der Mann] blickte auf und),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem [der Mann] wieder sehen konnte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] als temporaler Nebensatz aufgelöst. Die Alternative &#039;&#039;blickte auf und&#039;&#039; löst das Ptz. beigeordnet auf. Das Verb heißt im Zusammenhang mit Blindheit immer „wieder sehen können“ (Mk 10,51; Mt 20,34; 11,5; Lk 7,22; 18,41–43 (3x); Joh 9,11.15.18; Apg 9,12.17.18; 22,13. So France 2002, 325; Collins 2007, 394). Obwohl diese Bedeutung seit Johnson 1979 zweifelsfrei belegt und im NT häufig ist, bleiben die meisten Übersetzungen an dieser Stelle bei „er blickte auf“ (vgl. NSS; LN 24.10; s. jedoch die Alternativübersetzung der NGÜ; NET; Guelich 1989, 428. Vgl. MEN: „Jener schlug die Augen auf“). Vielleicht liegt das daran, dass „aufblicken“ ebenfalls sehr gut in den Kontext passt. Wahrscheinlich liefert Markus dem Leser ein Wortspiel, indem er absichtlich beide Bedeutungen zulässt (France 2002, 325). Dass der Mann wieder sehen könnte, scheint jedoch im Vordergrund zu stehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte er: „Ich sehe die Leute (Menschen) – {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{dass}&#039;&#039; Welche Funktion ὅτι „dass“ (oder „weil“) hier hat, ist nicht restlos geklärt. Es ist möglich, dass es hier wie das aramäische Relativpronomen {{hebr}}דּיִ{{ִhebr ende}} verwendet wird (das auch „dass“ heißen kann) oder es (falsch) übersetzt. Dann wäre zu übersetzen: „Ich sehe die Leute, die wie Bäume [sind]...“ (Guelich 1989, 433; vgl. Siebenthal 2011, §252a). NSS empfiehlt, ὅτι am besten als Doppelpunkt (wie ein ὅτι recitativum) zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie Bäume, ich sehe sie umhergehen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ich sehe die Leute – wie Bäume, ich sehe sie umhergehen&#039;&#039; Falsch wäre die Übersetzung „ich sehe sie wie Bäume umhergehen“ (LUT, ELB, GNB?). &#039;&#039;Bäume&#039;&#039; ist Neutrum Plural, das Partizip &#039;&#039;umhergehen&#039;&#039; (ein [[AcP]]) Maskulinum Plural. Das Partizip bezieht sich auf &#039;&#039;die Leute&#039;&#039; (France 2002, 325). Die Übersetzung versucht das zu berücksichtigen. Sehr schön fängt das NGÜ ein: „Ich sehe Menschen; sie gehen umher, aber sie sehen aus wie Bäume.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|25}} Daraufhin legte [Jesus] erneut die Hände auf seine Augen, und [der Mann] hatte klare Sicht (sah klar) und war wieder gesund (wiederhergestellt), und er konnte nun alles deutlich (scharf) erkennen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er konnte nun alles deutlich erkennen&#039;&#039; Das Verb steht im Unterschied zu den beiden vorigen ([[Aorist]]) im [[Imperfekt]], das hier zum Ausdruck bringt, dass der Mann &#039;&#039;nun&#039;&#039; (sinngemäß eingefügt) dauerhaft deutlich sehen &#039;&#039;konnte&#039;&#039; (ebenfalls ergänzt, um den Sinn richtig zu vermitteln) (vgl. France 2002, 325). MEN legt etwas kreativ aus: „so daß er auch in der Ferne alles scharf sah“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Markus|7|35}} &lt;br /&gt;
{{S|26}} Da (Und) schickte [Jesus] ihn nach Hause (in sein Haus), wobei er ihm auftrug (sagte):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm auftrug (sagte)&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Eine andere Möglichkeit wäre „mit den (folgenden) Worten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geh auch (aber) nicht ins Dorf!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh auch nicht ins Dorf!“&#039;&#039; Das ist offenbar so zu verstehen, dass der Mann nicht direkt in Betsaida (=dem Dorf) lebte. Vgl. GNB: „Geh nicht erst nach Betsaida hinein, sondern geh gleich nach Hause!“ Textkritik: Der Mehrheitstext scheint diese schwer zu deutende Anweisung etwas verständlicher zu machen, indem er ergänzt: „...noch sprich mit jemandem im Dorf!“&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Jesus und seine Jünger zogen weiter (gingen fort, machten sich auf) in die Dörfer von Cäsarea Philippi; und auf dem Weg befragte er seine Jünger {und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen}: „Für wen halten mich die Leute?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Für wen halten mich die Leute?“&#039;&#039; Oder „Was sagen die Leute (Menschen), wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagen/halten die Leute mich zu sein?“ ([[AcI]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|28}} Da sagten sie zu ihm {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„[Einige für] Johannes den Täufer, und andere [für] Elija, wieder andere [meinen], dass [du] einer von den Propheten [bist].“{{par|Markus|6|14|16}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und er fragte sie: „Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&#039;&#039; Oder „Und was sagt &#039;&#039;ihr&#039;&#039;, wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagt/haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich zu sein?“ ([[AcI]]. Vgl. die Frage in V. 27)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Petrus antwortete {und sagte zu ihm}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Petrus antwortete {und sagte zu ihm}&#039;&#039; Die pleonastische Formulierung kann in der Übersetzung gekürzt werden. Sie signalisiert die Wichtigkeit von Petrus&#039; folgender Aussage.&amp;lt;!-- &amp;lt;-- Ungeprüfte Vermutung, habe inzwischen allerdings anderswo gelesen, dass das stimmt. --&amp;gt; &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Du bist der Messias (Gesalbte; Christus)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messias&#039;&#039; Gr. χριστός „der Gesalbte“ oder formelhaft „Christus“. Das griechische Wort ist eine Übersetzung von hebr. {{hebr}}מָשִׁיחַ{{hebr ende}} &#039;&#039;maschiach&#039;&#039;. Der Messias war in den Prophetien des AT ein König nach dem Muster des Königs David, der Israel in eine neue Zeit führen und als gerechter König regieren sollte (z.B. Jer 23,5). Zwischentestamentliche Autoren erwarteten einen militärischen Anführer, der Israel von der Fremdherrschaft der Griechen und später der Römer befreien und zu alter Größe zurückführen würde (vgl. Evans 2001, 15).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und er schärfte (befahl) ihnen ein, {damit} mit niemandem über ihn sprechen. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er begann sie darüber aufzuklären (zu lehren), dass der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) viel leiden, {und} von den Ältesten, {und} den obersten (führenden, Hohen) Priestern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;oberste Priester&#039;&#039; Auf Griechisch „Hohe Priester“. Damit waren ehemalige Hohe Priester gemeint, die weiter im Hohen Rat vertreten waren, aber wahrscheinlich auch Mitglieder der wichtigen Priesterfamilien (France 2002, 335 Fn 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und den Schriftgelehrten (Schreibern) abgelehnt (verworfen, zurückgewiesen) werden, dass (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass (und)&#039;&#039; Anstatt die Satzreihe mit &#039;&#039;und&#039;&#039; fortzusetzen, haben wir hier mit &#039;&#039;dass&#039;&#039; aus stilistischen Gründen neu eingesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse.{{par|Psalm|118|22}}{{par|Hosea|6|2}}{{par|Markus|9|31}}{{par|Markus|10|33|34}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er sagte das ganz offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er sagte das ganz offen&#039;&#039; W. „er sagte das Wort...“ oder besser „diese Aussage machte er...“. Markus bezieht sich hier speziell auf die Lehre aus V. 31 (France 2002, 337). &#039;&#039;ganz offen&#039;&#039; W. „mit Offenheit/Freimut“ ([[instr. Dat.]]). MEN, ZÜR: „und er sprach das ganz offen aus“, EÜ (vgl. NGÜ): „er redete ganz offen darüber“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da (Und) nahm Petrus ihn beiseite und begann, missbilligend auf ihn einzureden (ihn zu rüffeln/zurechtzuweisen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, missbilligend auf ihn einzureden&#039;&#039; W. „tadeln, zurechtweisen“. Gemeint ist, dass Petrus Jesus solche düsteren Vorhersagen ausreden und ihn zur Vernunft bringen möchte. GNB: „wollte ihm das ausreden“, MEN: „begann auf ihn einzureden“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|33}} Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte)&#039;&#039; Beide Verben sind [[Ptz. conj.]], hier temporal und modal (bzw. in der Klammer temporal-vorzeitig) aufgelöst. Man könnte auch einfacher formulieren: „Der drehte sich um, {und} sah seine Jünger an [und] wies Petrus zurecht“ oder „drehte sich um und … wies zurecht, wobei er … ansah.“ ansah W. „sah“. Wahrscheinlich meint Markus: Petrus ist nicht der Mann, von dem Jesus sich beiseite nehmen lässt. Gibt es ein Problem mit einer so essenziellen Frage wie der für Jesus unausweichlich von Gott geplanten Zukunft, so betrifft das alle. Besonders, wenn zu erwarten ist, dass die anderen Jünger ähnliche menschliche Vorstellungen vom Messias haben (vgl. die Fußnote bei „Messias“ in V. 29) (France 2002, 338, gegen Collins 2007, 406f., die nicht begründet, warum Jesus seine Antwort nur an Petrus, aber nicht an die anderen Jünger richtet).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wies Petrus zurecht (herrschte ihn an) {und sagte}: „Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan (Widersacher)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan!“&#039;&#039; Der Ausruf ist doppeldeutig. Jesus fordert Petrus gleichzeitig auf, im aus den Augen zu gehen, und sich wieder in der Nachfolge bei den Jüngern hinter ihm einzureihen (vgl. W. „hinter mir nachzufolgen“ in V. 34!). Der nächste Satz zeigt, was Jesus meint: Petrus (aber auch keiner der anderen Jünger) sollte sich nicht Gottes Plänen in den Weg stellen oder in irgendeiner Form verweigern. Denn damit, auch wenn es aus den besten Absichten geschieht, würde er zum Widersacher Gottes (vgl. Collins 2007, 407). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Satan&#039;&#039; ist die Umschrift des hebräischen Worts {{hebr}}שָׂטָן{{hebr ende}}. Nirgendwo sonst wird ein Mensch als Satan bezeichnet. Jesus meint jedoch kaum, dass Petrus besessen ist (Collins 2007, 407). Petrus&#039; Vorstellungen stehen Gottes Plänen so weit entgegen, dass sie von Satan kommen müssen (France 2002, 338). Er könnte Petrus&#039; Einwände als einen weiteren Versuch des Teufels auffassen, ihn in Versuchung zu führen (Collins 2007, 407). Eine andere Möglichkeit ist, dass Jesus das Wort adjektivisch benutzt und Petrus so als einen Widersacher bzw. jemanden, der sich ihm in den Weg stellt, bezeichnet. Schließlich spricht Jesus gleich darauf ja von „menschlichen“ Vorstellungen, nicht von denen des Teufels (Evans 2001, 19). Doch signalisiert die scharfe Formulierung, unter Beibehaltung des semitischen Begriffs auch im Griechischen, dass Jesus seinen Jünger wirklich als Satan anspricht (France 2002, 338 Fn 61).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&#039;&#039; NGÜ: „Denn was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich.“ MEN: „Deine Gedanken sind nicht die Gedanken Gottes, sondern sind Menschengedanken.“ ZÜR: „Denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|34}} Dann (Und) rief er die Menschenmenge samt seinen Jüngern zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief zu sich … und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen: „Wenn jemand mir nachfolgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mir nachfolgen&#039;&#039; W. „hinter mir/mir nach nachfolgen“ (vgl. Mk 1,17; 2,14). Manche Übersetzungen: „Wer mein Jünger sein will...“ (EÜ, NGÜ) Genau das hat Jesus hier im Blick (France 2002, 339; Pryke 1978, S. 41).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
will, dann muss (soll)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann muss (soll) … verleugnen … auf sich nehmen … nachfolgen&#039;&#039; Die drei Verben stehen in der dritten Person des Imperativs, den man am besten mit Hilfsverb („soll“, „muss“ oder „möge“) oder einem Konjunktiv umschreibt. Hier beschreibt Jesus die Anforderungen, die er an seine Nachfolger stellt. In diesem Kontext ist „muss“ am passendsten (vgl. Collins 2007, 408).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich selbst verleugnen, {und} sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&#039;&#039; Das Verb αἴρω heißt bei Gegenständen „aufheben“, aber auch „(mit sich) tragen“ oder „mitführen“ (BA 1a/2). Die klassische Übersetzung seit Luther ist „sein Kreuz auf sich nehmen“, gemeint ist aber wohl eher, es in übertragener Sicht mit sich herumzutragen (vgl. BA 2). Konkret geht es dabei um den Querbalken des Kreuzes, der zur eigenen Hinrichtung herangezogen würde (Collins 2007, 408). Kreuzigung war auch in Palästina eine übliche Form der Todesstrafe. Das Bild der Verurteilten, die den Balken durch die Stadt trugen, war den Leuten geläufig (Evans 2001, 25). Diese Wendung war möglicherweise als Sprichwort bekannt. Lukas macht deutlich, dass dies übertragen gemeint ist, indem er „täglich“ ergänzt (Lk 9,23). Doch Jesus hat hier gerade seinen Tod vorhergesagt. Mit diesen Worten macht er also deutlich, dass die Gefahr für seine Nachfolger, sein Schicksal zu teilen, sehr real ist (Collins 2007, 408; France 2002, 339f.). Der Leser erhält den Eindruck, dass Jesus genau weiß, was auf ihn zukommt (Evans 2001, 25). Dieses Schicksal bewusst in Kauf zu nehmen und Jesus trotz allem nachzufolgen, das gehört für Jesus sicherlich auch dazu, sich selbst zu verleugnen (France 2002, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und mir nachfolgen!&lt;br /&gt;
{{S|35}} Denn jeder, der (wer) sein Leben (Seele) retten will, wird es verlieren; aber jeder, der (wer) wegen mir und des Evangeliums (der Heilsbotschaft) sein Leben (Seele) verliert, der wird es retten.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die gesamte Welt zu gewinnen&#039;&#039; Das heißt im übertragenen Sinn, (im diesseitigen Leben) den größtmöglichen Erfolg zu erzielen (France 2002, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und [dabei]) sein Leben (Seele) zu verlieren?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Leben (Seele) zu verlieren&#039;&#039; Einige Übersetzungen geben das Prädikat nicht mit &#039;&#039;verlieren&#039;&#039;, sondern mit „Schaden nehmen (an)“ wieder. LUT: „nähme an seiner Seele Schaden“, NGÜ: „wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt“, ähnlich ZÜR, wohl nach BA ζημιόω. LN 57.69 listet die Passivform dagegen mit einer separaten Bedeutung übers. etwa „Verlust erleiden, verlieren, einbüßen“. Als Gegensatz zu „(etw.) gewinnen“ ist „(etw.) verlieren“ die angemessenere Übersetzung (vgl. France 2002, 341), wenngleich sicherlich in dieser sprichwörtlichen Form sehr zugespitzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Kohelet|1|3}}{{par|Psalm|49|8|10}}&lt;br /&gt;
{{S|37}} Denn was könnte (sollte) man (ein Mensch) als Gegenwert für sein Leben (Seele) geben?&lt;br /&gt;
{{S|38}} Denn jeder, der (wer immer) sich in dieser untreuen (ehebrecherischen) und sündigen Generation (Zeit, Geschlecht) über (wegen) mich und meine Worte schämt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jeder, der sich … über mich und meine Worte schämt usw.&#039;&#039; Für heutige Leser ist NGÜ recht passend: „Wer ... nicht zu mir und meinen Worten steht“. Jesus benutzt jetzt das Bild von Scham und Ehre, die in den meisten Kulturen weitaus wichtiger sind als im Westen. Wer sich hier über Jesus schämt, der kann auch bei Jesu Rückkehr keine Ehrung erwarten. Das hier und jetzt wird als untreu bzw. w. ehebrecherisch und sündig beschrieben. Der erste ist ein Begriff, der schon im AT Israels (im übertragenen Sinn ehelich) Untreue gegenüber Gott und seinem Bund bezeichnet hat. sündig verstärkt den Eindruck noch, dass diese Generation sich von Gott abgewandt hat und auch seinen Abgesandten Jesus verschmäht. Die neue Zeit, die mit dem Kommen des Menschensohns (Dan 7,13-14; Sach 14,5), d.h. Jesu Rückkehr anbricht, ist für Jesus die entscheidende (vgl. France 2002, 341ff.; Collins 2007, 410f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
über den wird sich auch der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) schämen, sobald er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt.“{{par|Daniel|7|13|14}}{{par|Daniel|7|9|10}}{{par|Sacharja|14|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Vorlage:Markus_6&amp;diff=16848</id>
		<title>Vorlage:Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Vorlage:Markus_6&amp;diff=16848"/>
		<updated>2014-06-29T19:59:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{AufgabenKapitelKopf|Markus|6|Mk 6}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verse 1-56&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;span style=&amp;quot;color:grey;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;Lesefassung erstellen&amp;lt;/s&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In leichte Sprache übertragen&lt;br /&gt;
* Prüfung auf Erfüllung der Übersetzungskriterien&lt;br /&gt;
* Prüfung auf inhaltliche Verständlichkeit&lt;br /&gt;
* Korrektorat&lt;br /&gt;
* &amp;lt;span style=&amp;quot;color:grey;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;Vergleich mit dem Urtext&amp;lt;/s&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;span style=&amp;quot;color:grey;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;optional:&#039;&#039; Weiterer Kommentarvergleich &#039;&#039;(z.B. &amp;lt;s&amp;gt;Collins, France, Guelich&amp;lt;/s&amp;gt;, Marcus, Gundry, Blight, Mann, Pesch, Gnilka, Lane, Stein, Cranfield, Lohmeyer)&#039;&#039;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;span style=&amp;quot;color:grey;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;optional:&#039;&#039; Vergleich mit weiteren Übersetzungen &#039;&#039;(&amp;lt;s&amp;gt;Luther, ELB, Zür, EÜ&amp;lt;/s&amp;gt;, SLT, &amp;lt;s&amp;gt;Menge, NGÜ, GNB&amp;lt;/s&amp;gt; o.a.)&#039;&#039;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16847</id>
		<title>Markus 6</title>
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		<updated>2014-06-29T14:52:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: &amp;quot;Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}Ist das nicht der Handwerker, Marias Sohn und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns?&amp;quot; Und sie ärgerten sich über ihn.&lt;br /&gt;
{{L|4}}Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Anerkennung, außer in seiner Heimatstadt, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“&lt;br /&gt;
{{L|5}}So konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) vollbringen, außer dass er einigen Kranken durch Handauflegen heilte.&lt;br /&gt;
{{L|6}}Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Dann zog er durch die Dörfer ringsum und lehrte.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und er rief die Zwölf zu sich und sandte sie zu zweit aus. Er gab ihnen Macht über die unreinen Geister&lt;br /&gt;
{{L|8}}und er gab ihnen die Anweisung, nichts außer einem Wanderstab auf den Weg mitzunehmen – kein Brot, keine Tasche, kein Geld am Gürtel - &lt;br /&gt;
{{L|9}}aber Sandalen zu tragen. „Und zieht keine zwei Unterhemden an!&amp;quot; &lt;br /&gt;
{{L|10}}Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus hineingeht, bleibt ihr, bis ihr wieder weggeht. &lt;br /&gt;
{{L|11}}Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu, dann geht von dort weg und schüttelt den Staub von euren Schuhsohlen ab, als Zeichen für sie!“ &lt;br /&gt;
{{L|12}}Und sie gingen los und predigten, dass die Menschen sollten umkehren sollten. &lt;br /&gt;
{{L|13}}Zudem trieben sie viele Dämonen aus. Sie salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. &lt;br /&gt;
{{L|14}}Und König Herodes hörte von Jesus, denn sein Name war bekannt geworden, und die Leute meinten: „Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum diese Wunderkräfte in ihm wirken!“ &lt;br /&gt;
{{L|15}}Andere sagten dagegen: „Er ist Elija!&amp;quot;, und wieder andere meinten: „Er ist ein Prophet wie einer der vergangenen Propheten.“ &lt;br /&gt;
{{L|16}}Als Herodes das hörte, rief er: „Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|17}}Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis werfen lassen. Das tat er weil er Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, geheiratet hatte.&lt;br /&gt;
{{L|18}}Denn Johannes hatte wiederholt zu Herodes gesagt: „Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|19}}Aber Herodias nahm ihm das übel und wollte ihn töten. Aber es gelang ihr nicht. &lt;br /&gt;
{{L|20}}Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war. Also beschützte er ihn. Und wenn er ihm zuhörte, war er jedes Mal stark verwirrt, aber er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{L|21}}Und als ein günstiger Tag kam, an dem Herodes anlässlich seines Geburtstages für seine Hofbeamten, die Offiziere und die angesehensten Bürger Galiläas ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{L|22}}und als die Tochter eben jener Herodias tanzte, gefiel sie Herodes und seinen Tischgästen. Der König sagte zu dem Mädchen: „Wünsche dir, was auch immer du willst, und ich werde es dir geben!“ &lt;br /&gt;
{{L|23}}Und er schwor ihr: „Worum du mich auch bittest, ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“ &lt;br /&gt;
{{L|24}}Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen?“, und sie antwortete: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“ &lt;br /&gt;
{{L|25}}Und sofort ging sie eilig hinein zum König und sich von ihm: „Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Teller gibst!“ &lt;br /&gt;
{{L|26}}Und der König wurde sehr traurig, aber wegen seiner Schwüre und der Gäste wollte er sie nicht abweisen. &lt;br /&gt;
{{L|27}}Also schickte der König einen Henker und befahl, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis. &lt;br /&gt;
{{L|28}}Darauf brachte er seinen Kopf auf einem Teller herein und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{L|29}}Und als seine Jünger davon hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab. &lt;br /&gt;
{{L|30}}Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{L|31}}Und er sagte zu ihnen: „Kommt doch ganz allein mit mir an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen. &lt;br /&gt;
{{L|32}}Und sie fuhren in dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein.&lt;br /&gt;
{{L|33}}Allerdings sahen die Leute, wie sie losfuhren, und viele erfuhren davon. Zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und liefen voraus. &lt;br /&gt;
{{L|34}}Und als er ausstieg, sah er eine große Menschenmenge. Er empfand Mitleid mit ihnen, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben. Und er begann, sie vieles zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach. Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: Wir haben 5 Brote und zwei Fische&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Joses, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Alte und hochwertige Handschriften überliefern das Verb ἠπόρει &#039;&#039;war stark verunsichert&#039;&#039;. Die meisten Handschriften enthalten jedoch das nicht eindeutig zu deutende ἐποίει „er tat“ (so Guelich 1989, 325). Die Debatte lässt sich auf zwei Erwägungen konzentrieren: 1. die externe Bezeugung der vorgezogenen Variante ist gut genug, um die Lesart plausibel erscheinen zu lassen. 2. Dass das häufige Wort im Laufe der Überlieferung versehentlich oder missverständlicherweise das seltenere ersetzte, ist wahrscheinlicher als der umgekehrte Vorgang. Andere interne Erwägungen (Bedeutung, Assimilation an Parallelstellen, syntaktische Erwägungen zu πολλὰ (s.o.)) erlauben keine definitive Entscheidung oder sprechen ebenfalls eher für ἠπόρει (Willker 2013, 226ff.; Collins 2007, 294f. Fn k).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede. Textkritik: Das Wort fehlt in den meisten Zeugen, ist aber andererseits schon in P45 (3. Jh.) und einigen anderen Handschriften bezeugt. NA28 setzt es als unsicher in eckige Klammern, SBLGNT lässt es weg. Da die externe Bezeugung recht schwach ist und es keinen überzeugenden Grund für eine Kürzung gibt, ist πολλὰ wohl eine spätere Ergänzung – möglicherweise um auf den Plural „Schwüre“ in V. 26 vorzubereiten (so Collins 2007, 295 Fn o; Willker 2013, 233f.; dagegen Guelich 1989, 325; France 2002, 255, die die mutmaßliche Auslassung mit stilistischen Erwägungen begründen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB: „Allerdings sahen viele [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] doch, damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war eine entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete sie. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote&#039;&#039; Textkritik: NA28 setzt diese Worte als unsicher in eckige Klammern. Ihr Fehlen ist unter anderem in 01, P45 und dem westlichen Text bezeugt. Zu finden sind sie dagegen in B und dem Mehrheitstext. Die meisten Exegeten (auch SBLGNT) entscheiden sich für die längere Lesart, weil es kein Motiv für die sekundäre Erweiterung gibt. Die Kürzung dagegen ließe sich als Harmonisierung mit den Parallelstellen Mt 14,21; Lk 9,14 erklären. Für die kürzere Variante entscheiden sich ZÜR und offenbar GNB (vgl. Willker 2013, 254f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind [war] {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit fassungslos schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dazu s.u. Textkritik), dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Der byzantinische Text (aber auch 33) bezeugt in diesem Vers nicht &#039;&#039;ganz fassungslos&#039;&#039; (λίαν ... ἐξίσταντο), sondern „ganz außerordentlich fassungslos und verwundert“ (λίαν [ἐκ περισσοῦ] ... ἐξίσταντο καὶ ἐθαύμαζον). Das hinzugefügte Verb wird in der Textkritik seltsamerweise durchweg als sekundäre Ausschmückung verstanden, das zweite Adverbial dagegen als stilistisch markinisch beibehalten (SBLGNT; France 2002, 269) bzw. als unsicher in eckige Klammern gesetzt (NA28; Metzger 1994, 79f.). Die Varianten, die entweder nur λίαν ganz oder nur ἐκ περισσοῦ außerordentlich (oder eine Variante dieser Form) enthalten, seien danach stilistische Verbesserungen. Doch in beiden Fällen sind die Vertreter der kürzeren Lesart beinahe gleich; als externe Bezeugung sind sie genauso stark wie die weiter verbreitete, längere Version ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 892 u.a.). Das heißt auch, dass die Lesart der kritischen Editionen lediglich in einzelnen unwichtigen Zeugen zu finden ist (28 und einige antike Übersetzungen). Es bietet sich deshalb an, sie gemeinsam zu beurteilen. Der byzantinische Text könnte in beiden Fällen eine Konflation („Aufblähung“) sein, die zwei verschiedene Varianten gemeinsam in den Text aufgenommen hat. Wie diese alternativen Lesarten zustande kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn jedoch „und verwundert“ eine Ausschmückung ist, dann könnte für &#039;&#039;außerordnetlich&#039;&#039; dasselbe gelten. Ausgehend von externer Bezeugung und diesen internen Erwägungen bevorzugen wir hier darum in beiden Fällen die kürzere Version (wie Willker 2013, 263-67). (Sollte sich die Hypothese der erweiternden Ausschmückung als falsch herausstellen, wäre jedoch auch die längere Version als ursprünglichere denkbar.) Der Lesart von NA28 und SBLGNT entsprechend, erscheint ganz außerordentlich in der Klammer, „und verwundert“ jedoch nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig.„an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16846</id>
		<title>Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16846"/>
		<updated>2014-06-29T14:50:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: &amp;quot;Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}Ist das nicht der Handwerker, Marias Sohn und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns?&amp;quot; Und sie ärgerten sich über ihn.&lt;br /&gt;
{{L|4}}Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Anerkennung, außer in seiner Heimatstadt, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“&lt;br /&gt;
{{L|5}}So konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) vollbringen, außer dass er einigen Kranken durch Handauflegen heilte.&lt;br /&gt;
{{L|6}}Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Dann zog er durch die Dörfer ringsum und lehrte.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und er rief die Zwölf zu sich und sandte sie zu zweit aus. Er gab ihnen Macht über die unreinen Geister&lt;br /&gt;
{{L|8}}und er gab ihnen die Anweisung, nichts außer einem Wanderstab auf den Weg mitzunehmen – kein Brot, keine Tasche, kein Geld am Gürtel - &lt;br /&gt;
{{L|9}}aber Sandalen zu tragen. „Und zieht keine zwei Unterhemden an!&amp;quot; &lt;br /&gt;
{{L|10}}Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus hineingeht, bleibt ihr, bis ihr wieder weggeht. &lt;br /&gt;
{{L|11}}Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu, dann geht von dort weg und schüttelt den Staub von euren Schuhsohlen ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;ra&amp;quot;&amp;gt;Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, als Zeichen für sie!“ &lt;br /&gt;
{{L|12}}Und sie gingen los und predigten, dass die Menschen sollten umkehren sollten. &lt;br /&gt;
{{L|13}}Zudem trieben sie viele Dämonen aus. Sie salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. &lt;br /&gt;
{{L|14}}Und König Herodes hörte von Jesus, denn sein Name war bekannt geworden, und die Leute meinten: „Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum diese Wunderkräfte in ihm wirken!“ &lt;br /&gt;
{{L|15}}Andere sagten dagegen: „Er ist Elija!&amp;quot;, und wieder andere meinten: „Er ist ein Prophet wie einer der vergangenen Propheten.“ &lt;br /&gt;
{{L|16}}Als Herodes das hörte, rief er: „Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|17}}Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis werfen lassen. Das tat er weil er Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, geheiratet hatte.&lt;br /&gt;
{{L|18}}Denn Johannes hatte wiederholt zu Herodes gesagt: „Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|19}}Aber Herodias nahm ihm das übel und wollte ihn töten. Aber es gelang ihr nicht. &lt;br /&gt;
{{L|20}}Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war. Also beschützte er ihn. Und wenn er ihm zuhörte, war er jedes Mal stark verwirrt, aber er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{L|21}}Und als ein günstiger Tag kam, an dem Herodes anlässlich seines Geburtstages für seine Hofbeamten, die Offiziere und die angesehensten Bürger Galiläas ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{L|22}}und als die Tochter eben jener Herodias tanzte, gefiel sie Herodes und seinen Tischgästen. Der König sagte zu dem Mädchen: „Wünsche dir, was auch immer du willst, und ich werde es dir geben!“ &lt;br /&gt;
{{L|23}}Und er schwor ihr: „Worum du mich auch bittest, ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“ &lt;br /&gt;
{{L|24}}Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen?“, und sie antwortete: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“ &lt;br /&gt;
{{L|25}}Und sofort ging sie eilig hinein zum König und sich von ihm: „Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Teller gibst!“ &lt;br /&gt;
{{L|26}}Und der König wurde sehr traurig, aber wegen seiner Schwüre und der Gäste wollte er sie nicht abweisen. &lt;br /&gt;
{{L|27}}Also schickte der König einen Henker und befahl, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis. &lt;br /&gt;
{{L|28}}Darauf brachte er seinen Kopf auf einem Teller herein und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{L|29}}Und als seine Jünger davon hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab. &lt;br /&gt;
{{L|30}}Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{L|31}}Und er sagte zu ihnen: „Kommt doch ganz allein mit mir an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen. &lt;br /&gt;
{{L|32}}Und sie fuhren in dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein.&lt;br /&gt;
{{L|33}}Allerdings sahen die Leute, wie sie losfuhren, und viele erfuhren davon. Zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und liefen voraus. &lt;br /&gt;
{{L|34}}Und als er ausstieg, sah er eine große Menschenmenge. Er empfand Mitleid mit ihnen, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben. Und er begann, sie vieles zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach. Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: Wir haben 5 Brote und zwei Fische&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Joses, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Alte und hochwertige Handschriften überliefern das Verb ἠπόρει &#039;&#039;war stark verunsichert&#039;&#039;. Die meisten Handschriften enthalten jedoch das nicht eindeutig zu deutende ἐποίει „er tat“ (so Guelich 1989, 325). Die Debatte lässt sich auf zwei Erwägungen konzentrieren: 1. die externe Bezeugung der vorgezogenen Variante ist gut genug, um die Lesart plausibel erscheinen zu lassen. 2. Dass das häufige Wort im Laufe der Überlieferung versehentlich oder missverständlicherweise das seltenere ersetzte, ist wahrscheinlicher als der umgekehrte Vorgang. Andere interne Erwägungen (Bedeutung, Assimilation an Parallelstellen, syntaktische Erwägungen zu πολλὰ (s.o.)) erlauben keine definitive Entscheidung oder sprechen ebenfalls eher für ἠπόρει (Willker 2013, 226ff.; Collins 2007, 294f. Fn k).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede. Textkritik: Das Wort fehlt in den meisten Zeugen, ist aber andererseits schon in P45 (3. Jh.) und einigen anderen Handschriften bezeugt. NA28 setzt es als unsicher in eckige Klammern, SBLGNT lässt es weg. Da die externe Bezeugung recht schwach ist und es keinen überzeugenden Grund für eine Kürzung gibt, ist πολλὰ wohl eine spätere Ergänzung – möglicherweise um auf den Plural „Schwüre“ in V. 26 vorzubereiten (so Collins 2007, 295 Fn o; Willker 2013, 233f.; dagegen Guelich 1989, 325; France 2002, 255, die die mutmaßliche Auslassung mit stilistischen Erwägungen begründen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB: „Allerdings sahen viele [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] doch, damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war eine entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete sie. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote&#039;&#039; Textkritik: NA28 setzt diese Worte als unsicher in eckige Klammern. Ihr Fehlen ist unter anderem in 01, P45 und dem westlichen Text bezeugt. Zu finden sind sie dagegen in B und dem Mehrheitstext. Die meisten Exegeten (auch SBLGNT) entscheiden sich für die längere Lesart, weil es kein Motiv für die sekundäre Erweiterung gibt. Die Kürzung dagegen ließe sich als Harmonisierung mit den Parallelstellen Mt 14,21; Lk 9,14 erklären. Für die kürzere Variante entscheiden sich ZÜR und offenbar GNB (vgl. Willker 2013, 254f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind [war] {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit fassungslos schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dazu s.u. Textkritik), dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Der byzantinische Text (aber auch 33) bezeugt in diesem Vers nicht &#039;&#039;ganz fassungslos&#039;&#039; (λίαν ... ἐξίσταντο), sondern „ganz außerordentlich fassungslos und verwundert“ (λίαν [ἐκ περισσοῦ] ... ἐξίσταντο καὶ ἐθαύμαζον). Das hinzugefügte Verb wird in der Textkritik seltsamerweise durchweg als sekundäre Ausschmückung verstanden, das zweite Adverbial dagegen als stilistisch markinisch beibehalten (SBLGNT; France 2002, 269) bzw. als unsicher in eckige Klammern gesetzt (NA28; Metzger 1994, 79f.). Die Varianten, die entweder nur λίαν ganz oder nur ἐκ περισσοῦ außerordentlich (oder eine Variante dieser Form) enthalten, seien danach stilistische Verbesserungen. Doch in beiden Fällen sind die Vertreter der kürzeren Lesart beinahe gleich; als externe Bezeugung sind sie genauso stark wie die weiter verbreitete, längere Version ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 892 u.a.). Das heißt auch, dass die Lesart der kritischen Editionen lediglich in einzelnen unwichtigen Zeugen zu finden ist (28 und einige antike Übersetzungen). Es bietet sich deshalb an, sie gemeinsam zu beurteilen. Der byzantinische Text könnte in beiden Fällen eine Konflation („Aufblähung“) sein, die zwei verschiedene Varianten gemeinsam in den Text aufgenommen hat. Wie diese alternativen Lesarten zustande kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn jedoch „und verwundert“ eine Ausschmückung ist, dann könnte für &#039;&#039;außerordnetlich&#039;&#039; dasselbe gelten. Ausgehend von externer Bezeugung und diesen internen Erwägungen bevorzugen wir hier darum in beiden Fällen die kürzere Version (wie Willker 2013, 263-67). (Sollte sich die Hypothese der erweiternden Ausschmückung als falsch herausstellen, wäre jedoch auch die längere Version als ursprünglichere denkbar.) Der Lesart von NA28 und SBLGNT entsprechend, erscheint ganz außerordentlich in der Klammer, „und verwundert“ jedoch nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig.„an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16845</id>
		<title>Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16845"/>
		<updated>2014-06-29T14:44:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: &amp;quot;Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}Ist das nicht der Handwerker, Marias Sohn und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns?&amp;quot; Und sie ärgerten sich über ihn.&lt;br /&gt;
{{L|4}}Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Anerkennung, außer in seiner Heimatstadt, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“&lt;br /&gt;
{{L|5}}So konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) vollbringen, außer dass er einigen Kranken durch Handauflegen heilte.&lt;br /&gt;
{{L|6}}Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Dann zog er durch die Dörfer ringsum und lehrte.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und er rief die Zwölf zu sich und sandte sie zu zweit aus. Er gab ihnen Macht über die unreinen Geister&lt;br /&gt;
{{L|8}}und er gab ihnen die Anweisung, nichts außer einem Wanderstab auf den Weg mitzunehmen – kein Brot, keine Tasche, kein Geld am Gürtel - &lt;br /&gt;
{{L|9}}aber Sandalen zu tragen. „Und zieht keine zwei Unterhemden an!&amp;quot; &lt;br /&gt;
{{L|10}}Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus hineingeht, bleibt ihr, bis ihr wieder weggeht. &lt;br /&gt;
{{L|11}}Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu, dann geht von dort weg und schüttelt den Staub von euren Schuhsohlen ab, als Zeichen für sie!“ &lt;br /&gt;
{{L|12}}Und sie gingen los und predigten, dass die Menschen sollten umkehren sollten. &lt;br /&gt;
{{L|13}}Zudem trieben sie viele Dämonen aus. Sie salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. &lt;br /&gt;
{{L|14}}Und König Herodes hörte von Jesus, denn sein Name war bekannt geworden, und die Leute meinten: „Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum diese Wunderkräfte in ihm wirken!“ &lt;br /&gt;
{{L|15}}Andere sagten dagegen: „Er ist Elija!&amp;quot;, und wieder andere meinten: „Er ist ein Prophet wie einer der vergangenen Propheten.“ &lt;br /&gt;
{{L|16}}Als Herodes das hörte, rief er: „Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|17}}Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis werfen lassen. Das tat er weil er Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, geheiratet hatte.&lt;br /&gt;
{{L|18}}Denn Johannes hatte wiederholt zu Herodes gesagt: „Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|19}}Aber Herodias nahm ihm das übel und wollte ihn töten. Aber es gelang ihr nicht. &lt;br /&gt;
{{L|20}}Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war. Also beschützte er ihn. Und wenn er ihm zuhörte, war er jedes Mal stark verwirrt, aber er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{L|21}}Und als ein günstiger Tag kam, an dem Herodes anlässlich seines Geburtstages für seine Hofbeamten, die Offiziere und die angesehensten Bürger Galiläas ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{L|22}}und als die Tochter eben jener Herodias tanzte, gefiel sie Herodes und seinen Tischgästen. Der König sagte zu dem Mädchen: „Wünsche dir, was auch immer du willst, und ich werde es dir geben!“ &lt;br /&gt;
{{L|23}}Und er schwor ihr: „Worum du mich auch bittest, ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“ &lt;br /&gt;
{{L|24}}Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen?“, und sie antwortete: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“ &lt;br /&gt;
{{L|25}}Und sofort ging sie eilig hinein zum König und sich von ihm: „Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Teller gibst!“ &lt;br /&gt;
{{L|26}}Und der König wurde sehr traurig, aber wegen seiner Schwüre und der Gäste wollte er sie nicht abweisen. &lt;br /&gt;
{{L|27}}Also schickte der König einen Henker und befahl, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis. &lt;br /&gt;
{{L|28}}Darauf brachte er seinen Kopf auf einem Teller herein und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{L|29}}Und als seine Jünger davon hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab. &lt;br /&gt;
{{L|30}}Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{L|31}}Und er sagte zu ihnen: „Kommt doch ganz allein mit mir an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen. &lt;br /&gt;
{{L|32}}Und sie fuhren in dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein.&lt;br /&gt;
{{L|33}}Allerdings sahen die Leute, wie sie losfuhren, und viele erfuhren davon. Zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und liefen voraus. &lt;br /&gt;
{{L|34}}Und als er ausstieg, sah er eine große Menschenmenge. Er empfand Mitleid mit ihnen, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben. Und er begann, sie vieles zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach. Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: Wir haben 5 Brote und zwei Fische&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Joses, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Alte und hochwertige Handschriften überliefern das Verb ἠπόρει &#039;&#039;war stark verunsichert&#039;&#039;. Die meisten Handschriften enthalten jedoch das nicht eindeutig zu deutende ἐποίει „er tat“ (so Guelich 1989, 325). Die Debatte lässt sich auf zwei Erwägungen konzentrieren: 1. die externe Bezeugung der vorgezogenen Variante ist gut genug, um die Lesart plausibel erscheinen zu lassen. 2. Dass das häufige Wort im Laufe der Überlieferung versehentlich oder missverständlicherweise das seltenere ersetzte, ist wahrscheinlicher als der umgekehrte Vorgang. Andere interne Erwägungen (Bedeutung, Assimilation an Parallelstellen, syntaktische Erwägungen zu πολλὰ (s.o.)) erlauben keine definitive Entscheidung oder sprechen ebenfalls eher für ἠπόρει (Willker 2013, 226ff.; Collins 2007, 294f. Fn k).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede. Textkritik: Das Wort fehlt in den meisten Zeugen, ist aber andererseits schon in P45 (3. Jh.) und einigen anderen Handschriften bezeugt. NA28 setzt es als unsicher in eckige Klammern, SBLGNT lässt es weg. Da die externe Bezeugung recht schwach ist und es keinen überzeugenden Grund für eine Kürzung gibt, ist πολλὰ wohl eine spätere Ergänzung – möglicherweise um auf den Plural „Schwüre“ in V. 26 vorzubereiten (so Collins 2007, 295 Fn o; Willker 2013, 233f.; dagegen Guelich 1989, 325; France 2002, 255, die die mutmaßliche Auslassung mit stilistischen Erwägungen begründen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB: „Allerdings sahen viele [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] doch, damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war eine entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete sie. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote&#039;&#039; Textkritik: NA28 setzt diese Worte als unsicher in eckige Klammern. Ihr Fehlen ist unter anderem in 01, P45 und dem westlichen Text bezeugt. Zu finden sind sie dagegen in B und dem Mehrheitstext. Die meisten Exegeten (auch SBLGNT) entscheiden sich für die längere Lesart, weil es kein Motiv für die sekundäre Erweiterung gibt. Die Kürzung dagegen ließe sich als Harmonisierung mit den Parallelstellen Mt 14,21; Lk 9,14 erklären. Für die kürzere Variante entscheiden sich ZÜR und offenbar GNB (vgl. Willker 2013, 254f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind [war] {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit fassungslos schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dazu s.u. Textkritik), dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Der byzantinische Text (aber auch 33) bezeugt in diesem Vers nicht &#039;&#039;ganz fassungslos&#039;&#039; (λίαν ... ἐξίσταντο), sondern „ganz außerordentlich fassungslos und verwundert“ (λίαν [ἐκ περισσοῦ] ... ἐξίσταντο καὶ ἐθαύμαζον). Das hinzugefügte Verb wird in der Textkritik seltsamerweise durchweg als sekundäre Ausschmückung verstanden, das zweite Adverbial dagegen als stilistisch markinisch beibehalten (SBLGNT; France 2002, 269) bzw. als unsicher in eckige Klammern gesetzt (NA28; Metzger 1994, 79f.). Die Varianten, die entweder nur λίαν ganz oder nur ἐκ περισσοῦ außerordentlich (oder eine Variante dieser Form) enthalten, seien danach stilistische Verbesserungen. Doch in beiden Fällen sind die Vertreter der kürzeren Lesart beinahe gleich; als externe Bezeugung sind sie genauso stark wie die weiter verbreitete, längere Version ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 892 u.a.). Das heißt auch, dass die Lesart der kritischen Editionen lediglich in einzelnen unwichtigen Zeugen zu finden ist (28 und einige antike Übersetzungen). Es bietet sich deshalb an, sie gemeinsam zu beurteilen. Der byzantinische Text könnte in beiden Fällen eine Konflation („Aufblähung“) sein, die zwei verschiedene Varianten gemeinsam in den Text aufgenommen hat. Wie diese alternativen Lesarten zustande kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn jedoch „und verwundert“ eine Ausschmückung ist, dann könnte für &#039;&#039;außerordnetlich&#039;&#039; dasselbe gelten. Ausgehend von externer Bezeugung und diesen internen Erwägungen bevorzugen wir hier darum in beiden Fällen die kürzere Version (wie Willker 2013, 263-67). (Sollte sich die Hypothese der erweiternden Ausschmückung als falsch herausstellen, wäre jedoch auch die längere Version als ursprünglichere denkbar.) Der Lesart von NA28 und SBLGNT entsprechend, erscheint ganz außerordentlich in der Klammer, „und verwundert“ jedoch nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig.„an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16766</id>
		<title>Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16766"/>
		<updated>2014-06-27T16:10:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: &amp;quot;Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}Ist das nicht der Handwerker, Marias Sohn und der Bruder von Jakobus, Josef, Judas und Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns?&amp;quot; Und sie ärgerten sich über ihn.&lt;br /&gt;
{{L|4}}Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Anerkennung, außer in seiner Heimatstadt, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“&lt;br /&gt;
{{L|5}}So konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) vollbringen, außer dass er einigen Kranken durch Handauflegen heilte.&lt;br /&gt;
{{L|6}}Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Dann zog er durch die Dörfer ringsum und lehrte.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und er rief die Zwölf zu sich und sandte sie zu zweit aus. Er gab ihnen Macht über die unreinen Geister&lt;br /&gt;
{{L|8}}und er gab ihnen die Anweisung, nichts außer einem Wanderstab auf den Weg mitzunehmen – kein Brot, keine Tasche, kein Geld am Gürtel - &lt;br /&gt;
{{L|9}}aber Sandalen zu tragen. „Und zieht keine zwei Unterhemden an!&amp;quot; &lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach. Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: Wir haben 5 Brote und zwei Fische&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Josef, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Alte und hochwertige Handschriften überliefern das Verb ἠπόρει &#039;&#039;war stark verunsichert&#039;&#039;. Die meisten Handschriften enthalten jedoch das nicht eindeutig zu deutende ἐποίει „er tat“ (so Guelich 1989, 325). Die Debatte lässt sich auf zwei Erwägungen konzentrieren: 1. die externe Bezeugung der vorgezogenen Variante ist gut genug, um die Lesart plausibel erscheinen zu lassen. 2. Dass das häufige Wort im Laufe der Überlieferung versehentlich oder missverständlicherweise das seltenere ersetzte, ist wahrscheinlicher als der umgekehrte Vorgang. Andere interne Erwägungen (Bedeutung, Assimilation an Parallelstellen, syntaktische Erwägungen zu πολλὰ (s.o.)) erlauben keine definitive Entscheidung oder sprechen ebenfalls eher für ἠπόρει (Willker 2013, 226ff.; Collins 2007, 294f. Fn k).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede. Textkritik: Das Wort fehlt in den meisten Zeugen, ist aber andererseits schon in P45 (3. Jh.) und einigen anderen Handschriften bezeugt. NA28 setzt es als unsicher in eckige Klammern, SBLGNT lässt es weg. Da die externe Bezeugung recht schwach ist und es keinen überzeugenden Grund für eine Kürzung gibt, ist πολλὰ wohl eine spätere Ergänzung – möglicherweise um auf den Plural „Schwüre“ in V. 26 vorzubereiten (so Collins 2007, 295 Fn o; Willker 2013, 233f.; dagegen Guelich 1989, 325; France 2002, 255, die die mutmaßliche Auslassung mit stilistischen Erwägungen begründen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB: „Allerdings sahen viele [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] doch, damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war eine entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete sie. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote&#039;&#039; Textkritik: NA28 setzt diese Worte als unsicher in eckige Klammern. Ihr Fehlen ist unter anderem in 01, P45 und dem westlichen Text bezeugt. Zu finden sind sie dagegen in B und dem Mehrheitstext. Die meisten Exegeten (auch SBLGNT) entscheiden sich für die längere Lesart, weil es kein Motiv für die sekundäre Erweiterung gibt. Die Kürzung dagegen ließe sich als Harmonisierung mit den Parallelstellen Mt 14,21; Lk 9,14 erklären. Für die kürzere Variante entscheiden sich ZÜR und offenbar GNB (vgl. Willker 2013, 254f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind [war] {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit fassungslos schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dazu s.u. Textkritik), dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Der byzantinische Text (aber auch 33) bezeugt in diesem Vers nicht &#039;&#039;ganz fassungslos&#039;&#039; (λίαν ... ἐξίσταντο), sondern „ganz außerordentlich fassungslos und verwundert“ (λίαν [ἐκ περισσοῦ] ... ἐξίσταντο καὶ ἐθαύμαζον). Das hinzugefügte Verb wird in der Textkritik seltsamerweise durchweg als sekundäre Ausschmückung verstanden, das zweite Adverbial dagegen als stilistisch markinisch beibehalten (SBLGNT; France 2002, 269) bzw. als unsicher in eckige Klammern gesetzt (NA28; Metzger 1994, 79f.). Die Varianten, die entweder nur λίαν ganz oder nur ἐκ περισσοῦ außerordentlich (oder eine Variante dieser Form) enthalten, seien danach stilistische Verbesserungen. Doch in beiden Fällen sind die Vertreter der kürzeren Lesart beinahe gleich; als externe Bezeugung sind sie genauso stark wie die weiter verbreitete, längere Version ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 892 u.a.). Das heißt auch, dass die Lesart der kritischen Editionen lediglich in einzelnen unwichtigen Zeugen zu finden ist (28 und einige antike Übersetzungen). Es bietet sich deshalb an, sie gemeinsam zu beurteilen. Der byzantinische Text könnte in beiden Fällen eine Konflation („Aufblähung“) sein, die zwei verschiedene Varianten gemeinsam in den Text aufgenommen hat. Wie diese alternativen Lesarten zustande kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn jedoch „und verwundert“ eine Ausschmückung ist, dann könnte für &#039;&#039;außerordnetlich&#039;&#039; dasselbe gelten. Ausgehend von externer Bezeugung und diesen internen Erwägungen bevorzugen wir hier darum in beiden Fällen die kürzere Version (wie Willker 2013, 263-67). (Sollte sich die Hypothese der erweiternden Ausschmückung als falsch herausstellen, wäre jedoch auch die längere Version als ursprünglichere denkbar.) Der Lesart von NA28 und SBLGNT entsprechend, erscheint ganz außerordentlich in der Klammer, „und verwundert“ jedoch nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig.„an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16765</id>
		<title>Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16765"/>
		<updated>2014-06-27T15:37:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: &amp;quot;Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}Ist das nicht der Handwerker, Marias Sohn und der Bruder von Jakobus, Josef, Judas und Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns?&amp;quot; Und sie ärgerten sich über ihn.&lt;br /&gt;
{{L|4}}Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Ansehen, außer in seiner Heimatstadt, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach. Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: Wir haben 5 Brote und zwei Fische&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Josef, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Alte und hochwertige Handschriften überliefern das Verb ἠπόρει &#039;&#039;war stark verunsichert&#039;&#039;. Die meisten Handschriften enthalten jedoch das nicht eindeutig zu deutende ἐποίει „er tat“ (so Guelich 1989, 325). Die Debatte lässt sich auf zwei Erwägungen konzentrieren: 1. die externe Bezeugung der vorgezogenen Variante ist gut genug, um die Lesart plausibel erscheinen zu lassen. 2. Dass das häufige Wort im Laufe der Überlieferung versehentlich oder missverständlicherweise das seltenere ersetzte, ist wahrscheinlicher als der umgekehrte Vorgang. Andere interne Erwägungen (Bedeutung, Assimilation an Parallelstellen, syntaktische Erwägungen zu πολλὰ (s.o.)) erlauben keine definitive Entscheidung oder sprechen ebenfalls eher für ἠπόρει (Willker 2013, 226ff.; Collins 2007, 294f. Fn k).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede. Textkritik: Das Wort fehlt in den meisten Zeugen, ist aber andererseits schon in P45 (3. Jh.) und einigen anderen Handschriften bezeugt. NA28 setzt es als unsicher in eckige Klammern, SBLGNT lässt es weg. Da die externe Bezeugung recht schwach ist und es keinen überzeugenden Grund für eine Kürzung gibt, ist πολλὰ wohl eine spätere Ergänzung – möglicherweise um auf den Plural „Schwüre“ in V. 26 vorzubereiten (so Collins 2007, 295 Fn o; Willker 2013, 233f.; dagegen Guelich 1989, 325; France 2002, 255, die die mutmaßliche Auslassung mit stilistischen Erwägungen begründen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB: „Allerdings sahen viele [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] doch, damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war eine entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete sie. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote&#039;&#039; Textkritik: NA28 setzt diese Worte als unsicher in eckige Klammern. Ihr Fehlen ist unter anderem in 01, P45 und dem westlichen Text bezeugt. Zu finden sind sie dagegen in B und dem Mehrheitstext. Die meisten Exegeten (auch SBLGNT) entscheiden sich für die längere Lesart, weil es kein Motiv für die sekundäre Erweiterung gibt. Die Kürzung dagegen ließe sich als Harmonisierung mit den Parallelstellen Mt 14,21; Lk 9,14 erklären. Für die kürzere Variante entscheiden sich ZÜR und offenbar GNB (vgl. Willker 2013, 254f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind [war] {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit fassungslos schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dazu s.u. Textkritik), dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Der byzantinische Text (aber auch 33) bezeugt in diesem Vers nicht &#039;&#039;ganz fassungslos&#039;&#039; (λίαν ... ἐξίσταντο), sondern „ganz außerordentlich fassungslos und verwundert“ (λίαν [ἐκ περισσοῦ] ... ἐξίσταντο καὶ ἐθαύμαζον). Das hinzugefügte Verb wird in der Textkritik seltsamerweise durchweg als sekundäre Ausschmückung verstanden, das zweite Adverbial dagegen als stilistisch markinisch beibehalten (SBLGNT; France 2002, 269) bzw. als unsicher in eckige Klammern gesetzt (NA28; Metzger 1994, 79f.). Die Varianten, die entweder nur λίαν ganz oder nur ἐκ περισσοῦ außerordentlich (oder eine Variante dieser Form) enthalten, seien danach stilistische Verbesserungen. Doch in beiden Fällen sind die Vertreter der kürzeren Lesart beinahe gleich; als externe Bezeugung sind sie genauso stark wie die weiter verbreitete, längere Version ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 892 u.a.). Das heißt auch, dass die Lesart der kritischen Editionen lediglich in einzelnen unwichtigen Zeugen zu finden ist (28 und einige antike Übersetzungen). Es bietet sich deshalb an, sie gemeinsam zu beurteilen. Der byzantinische Text könnte in beiden Fällen eine Konflation („Aufblähung“) sein, die zwei verschiedene Varianten gemeinsam in den Text aufgenommen hat. Wie diese alternativen Lesarten zustande kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn jedoch „und verwundert“ eine Ausschmückung ist, dann könnte für &#039;&#039;außerordnetlich&#039;&#039; dasselbe gelten. Ausgehend von externer Bezeugung und diesen internen Erwägungen bevorzugen wir hier darum in beiden Fällen die kürzere Version (wie Willker 2013, 263-67). (Sollte sich die Hypothese der erweiternden Ausschmückung als falsch herausstellen, wäre jedoch auch die längere Version als ursprünglichere denkbar.) Der Lesart von NA28 und SBLGNT entsprechend, erscheint ganz außerordentlich in der Klammer, „und verwundert“ jedoch nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig.„an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16764</id>
		<title>Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16764"/>
		<updated>2014-06-27T15:34:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: &amp;quot;Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}Ist das nicht der Handwerker, Marias Sohn und der Bruder von Jakobus, Josef, Judas und Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns?&amp;quot; Und sie ärgerten sich über ihn.&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach. Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: Wir haben 5 Brote und zwei Fische&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Josef, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Alte und hochwertige Handschriften überliefern das Verb ἠπόρει &#039;&#039;war stark verunsichert&#039;&#039;. Die meisten Handschriften enthalten jedoch das nicht eindeutig zu deutende ἐποίει „er tat“ (so Guelich 1989, 325). Die Debatte lässt sich auf zwei Erwägungen konzentrieren: 1. die externe Bezeugung der vorgezogenen Variante ist gut genug, um die Lesart plausibel erscheinen zu lassen. 2. Dass das häufige Wort im Laufe der Überlieferung versehentlich oder missverständlicherweise das seltenere ersetzte, ist wahrscheinlicher als der umgekehrte Vorgang. Andere interne Erwägungen (Bedeutung, Assimilation an Parallelstellen, syntaktische Erwägungen zu πολλὰ (s.o.)) erlauben keine definitive Entscheidung oder sprechen ebenfalls eher für ἠπόρει (Willker 2013, 226ff.; Collins 2007, 294f. Fn k).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede. Textkritik: Das Wort fehlt in den meisten Zeugen, ist aber andererseits schon in P45 (3. Jh.) und einigen anderen Handschriften bezeugt. NA28 setzt es als unsicher in eckige Klammern, SBLGNT lässt es weg. Da die externe Bezeugung recht schwach ist und es keinen überzeugenden Grund für eine Kürzung gibt, ist πολλὰ wohl eine spätere Ergänzung – möglicherweise um auf den Plural „Schwüre“ in V. 26 vorzubereiten (so Collins 2007, 295 Fn o; Willker 2013, 233f.; dagegen Guelich 1989, 325; France 2002, 255, die die mutmaßliche Auslassung mit stilistischen Erwägungen begründen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB: „Allerdings sahen viele [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] doch, damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war eine entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete sie. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote&#039;&#039; Textkritik: NA28 setzt diese Worte als unsicher in eckige Klammern. Ihr Fehlen ist unter anderem in 01, P45 und dem westlichen Text bezeugt. Zu finden sind sie dagegen in B und dem Mehrheitstext. Die meisten Exegeten (auch SBLGNT) entscheiden sich für die längere Lesart, weil es kein Motiv für die sekundäre Erweiterung gibt. Die Kürzung dagegen ließe sich als Harmonisierung mit den Parallelstellen Mt 14,21; Lk 9,14 erklären. Für die kürzere Variante entscheiden sich ZÜR und offenbar GNB (vgl. Willker 2013, 254f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind [war] {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit fassungslos schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dazu s.u. Textkritik), dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Der byzantinische Text (aber auch 33) bezeugt in diesem Vers nicht &#039;&#039;ganz fassungslos&#039;&#039; (λίαν ... ἐξίσταντο), sondern „ganz außerordentlich fassungslos und verwundert“ (λίαν [ἐκ περισσοῦ] ... ἐξίσταντο καὶ ἐθαύμαζον). Das hinzugefügte Verb wird in der Textkritik seltsamerweise durchweg als sekundäre Ausschmückung verstanden, das zweite Adverbial dagegen als stilistisch markinisch beibehalten (SBLGNT; France 2002, 269) bzw. als unsicher in eckige Klammern gesetzt (NA28; Metzger 1994, 79f.). Die Varianten, die entweder nur λίαν ganz oder nur ἐκ περισσοῦ außerordentlich (oder eine Variante dieser Form) enthalten, seien danach stilistische Verbesserungen. Doch in beiden Fällen sind die Vertreter der kürzeren Lesart beinahe gleich; als externe Bezeugung sind sie genauso stark wie die weiter verbreitete, längere Version ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 892 u.a.). Das heißt auch, dass die Lesart der kritischen Editionen lediglich in einzelnen unwichtigen Zeugen zu finden ist (28 und einige antike Übersetzungen). Es bietet sich deshalb an, sie gemeinsam zu beurteilen. Der byzantinische Text könnte in beiden Fällen eine Konflation („Aufblähung“) sein, die zwei verschiedene Varianten gemeinsam in den Text aufgenommen hat. Wie diese alternativen Lesarten zustande kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn jedoch „und verwundert“ eine Ausschmückung ist, dann könnte für &#039;&#039;außerordnetlich&#039;&#039; dasselbe gelten. Ausgehend von externer Bezeugung und diesen internen Erwägungen bevorzugen wir hier darum in beiden Fällen die kürzere Version (wie Willker 2013, 263-67). (Sollte sich die Hypothese der erweiternden Ausschmückung als falsch herausstellen, wäre jedoch auch die längere Version als ursprünglichere denkbar.) Der Lesart von NA28 und SBLGNT entsprechend, erscheint ganz außerordentlich in der Klammer, „und verwundert“ jedoch nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig.„an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16763</id>
		<title>Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=16763"/>
		<updated>2014-06-27T15:29:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fbeetschen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: &amp;quot;Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach. Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: Wir haben 5 Brote und zwei Fische&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Joses, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Alte und hochwertige Handschriften überliefern das Verb ἠπόρει &#039;&#039;war stark verunsichert&#039;&#039;. Die meisten Handschriften enthalten jedoch das nicht eindeutig zu deutende ἐποίει „er tat“ (so Guelich 1989, 325). Die Debatte lässt sich auf zwei Erwägungen konzentrieren: 1. die externe Bezeugung der vorgezogenen Variante ist gut genug, um die Lesart plausibel erscheinen zu lassen. 2. Dass das häufige Wort im Laufe der Überlieferung versehentlich oder missverständlicherweise das seltenere ersetzte, ist wahrscheinlicher als der umgekehrte Vorgang. Andere interne Erwägungen (Bedeutung, Assimilation an Parallelstellen, syntaktische Erwägungen zu πολλὰ (s.o.)) erlauben keine definitive Entscheidung oder sprechen ebenfalls eher für ἠπόρει (Willker 2013, 226ff.; Collins 2007, 294f. Fn k).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede. Textkritik: Das Wort fehlt in den meisten Zeugen, ist aber andererseits schon in P45 (3. Jh.) und einigen anderen Handschriften bezeugt. NA28 setzt es als unsicher in eckige Klammern, SBLGNT lässt es weg. Da die externe Bezeugung recht schwach ist und es keinen überzeugenden Grund für eine Kürzung gibt, ist πολλὰ wohl eine spätere Ergänzung – möglicherweise um auf den Plural „Schwüre“ in V. 26 vorzubereiten (so Collins 2007, 295 Fn o; Willker 2013, 233f.; dagegen Guelich 1989, 325; France 2002, 255, die die mutmaßliche Auslassung mit stilistischen Erwägungen begründen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB: „Allerdings sahen viele [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] doch, damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war eine entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete sie. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote&#039;&#039; Textkritik: NA28 setzt diese Worte als unsicher in eckige Klammern. Ihr Fehlen ist unter anderem in 01, P45 und dem westlichen Text bezeugt. Zu finden sind sie dagegen in B und dem Mehrheitstext. Die meisten Exegeten (auch SBLGNT) entscheiden sich für die längere Lesart, weil es kein Motiv für die sekundäre Erweiterung gibt. Die Kürzung dagegen ließe sich als Harmonisierung mit den Parallelstellen Mt 14,21; Lk 9,14 erklären. Für die kürzere Variante entscheiden sich ZÜR und offenbar GNB (vgl. Willker 2013, 254f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind [war] {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit fassungslos schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dazu s.u. Textkritik), dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Der byzantinische Text (aber auch 33) bezeugt in diesem Vers nicht &#039;&#039;ganz fassungslos&#039;&#039; (λίαν ... ἐξίσταντο), sondern „ganz außerordentlich fassungslos und verwundert“ (λίαν [ἐκ περισσοῦ] ... ἐξίσταντο καὶ ἐθαύμαζον). Das hinzugefügte Verb wird in der Textkritik seltsamerweise durchweg als sekundäre Ausschmückung verstanden, das zweite Adverbial dagegen als stilistisch markinisch beibehalten (SBLGNT; France 2002, 269) bzw. als unsicher in eckige Klammern gesetzt (NA28; Metzger 1994, 79f.). Die Varianten, die entweder nur λίαν ganz oder nur ἐκ περισσοῦ außerordentlich (oder eine Variante dieser Form) enthalten, seien danach stilistische Verbesserungen. Doch in beiden Fällen sind die Vertreter der kürzeren Lesart beinahe gleich; als externe Bezeugung sind sie genauso stark wie die weiter verbreitete, längere Version ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 892 u.a.). Das heißt auch, dass die Lesart der kritischen Editionen lediglich in einzelnen unwichtigen Zeugen zu finden ist (28 und einige antike Übersetzungen). Es bietet sich deshalb an, sie gemeinsam zu beurteilen. Der byzantinische Text könnte in beiden Fällen eine Konflation („Aufblähung“) sein, die zwei verschiedene Varianten gemeinsam in den Text aufgenommen hat. Wie diese alternativen Lesarten zustande kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn jedoch „und verwundert“ eine Ausschmückung ist, dann könnte für &#039;&#039;außerordnetlich&#039;&#039; dasselbe gelten. Ausgehend von externer Bezeugung und diesen internen Erwägungen bevorzugen wir hier darum in beiden Fällen die kürzere Version (wie Willker 2013, 263-67). (Sollte sich die Hypothese der erweiternden Ausschmückung als falsch herausstellen, wäre jedoch auch die längere Version als ursprünglichere denkbar.) Der Lesart von NA28 und SBLGNT entsprechend, erscheint ganz außerordentlich in der Klammer, „und verwundert“ jedoch nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig.„an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Fbeetschen</name></author>
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