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	<title>Die Offene Bibel - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-23T16:38:23Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_12&amp;diff=39144</id>
		<title>Markus 12</title>
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		<updated>2023-11-11T11:16:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HHigel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Und er begann in Gleichnissen mit ihnen zu reden: „Ein Mann legte einen Weinberg an, errichtete eine Mauer um ihn herum, hob ein Auffangbecken für die Kelter aus und baute einen Wachturm. Dann verpachtete er ihn an Weinbauern und verreiste.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Zur vereinbarten Zeit sandte er einen Diener zu den Weinbauern, um von Ihnen seinen Anteil an den Erträgen des Weinbergs einzutreiben,&lt;br /&gt;
{{L|3}} doch sie packten und schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.&lt;br /&gt;
{{L|4}} Da sandte er noch einen Diener zu ihnen. Auch den schlugen sie auf den Kopf und beschimpften ihn.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Er sandte einen weiteren, den brachten sie um, und viele andere – manche verprügelten sie, andere brachten sie um.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Da hatte er noch einen einzigen: Seinen geliebten Sohn. Diesen sandte er als letzten zu ihnen, weil er sich sagte: ‚Meinen Sohn werden sie respektieren.‘&lt;br /&gt;
{{L|7}} Die Weinbauern aber sagten zueinander: ‚Das ist der Erbe! Kommt, wir bringen ihn um, dann wird das Erbe uns gehören!‘&lt;br /&gt;
{{L|8}} Sie packten ihn und brachten ihn um und warfen ihn hinaus vor den Weinberg.&lt;br /&gt;
{{L|9}} Was wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen, die Weinbauern ausmerzen und wird den Weinberg anderen geben.&lt;br /&gt;
{{L|10}} Kennt Ihr nicht diese Schriftstelle?&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;‚Gerade der Stein, den die Bauleute abgelehnt haben,&lt;br /&gt;
der ist zum Schlussstein geworden.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Durch den Herrn ist es geschehen,&lt;br /&gt;
wunderbar ist es in unseren Augen.‘“&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|12}} Da wollten die Schriftgelehrten Jesus verhaften. Aber sie hatten Angst vor der Menschen, denn diese merkten, dass die Schriftgelehrten mit dem Gleichnis gemeint waren. Deswegen ließen sie ihn in Ruhe und gingen davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|13}} Später schickten sie einige Pharisäer und Anhänger von Herodes zu Jesus, um ihn mit einer Aussage bloßzustellen.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Als sie zu ihm kamen, sprachen sie ihn an: „Lehrer, wir wissen, dass du objektiv antwortest und dich von niemandem beeinflussen lässt; du achtest nicht auf das Ansehen der Menschen, sondern lehrst wirklich ausschließlich den Willen Gottes. Erlaubt das Gesetz, dass man Steuern an den Kaiser zahlt? Sollen wir sie zahlen oder nicht?“&lt;br /&gt;
{{L|15}} Doch Jesus erkannte ihre Absichten und antwortete ihnen: „Warum versucht ihr mir eine Falle zu stellen? Bringt mir einen Denar, damit ich ihn anschauen kann.“&lt;br /&gt;
{{L|16}} Da brachten sie ihm einen. Und er sagte zu ihnen: „Wessen Bild und Name seht ihr darauf?“ Sie antworteten: „Die des Kaisers.“&lt;br /&gt;
{{L|17}} Da sagte Jesus ihnen: „Was des Kaisers Eigentum ist, das gebt ihm zurück, und was Gottes Eigentum ist, das gebt Gott!“ Das erstaunte sie, denn diese Antwort hatten sie nicht erwartet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|18}} Auch die Sadduzäer kamen zu ihm, die behaupten es gäbe keine Auferstehung. Sie fragten ihn:&lt;br /&gt;
{{L|19}} „Lehrer, Mose hat geschrieben: ‚Wenn der Bruder eines Mannes verstirbt, der eine Frau ohne Kinder zurücklässt, dann soll der Mann die Frau seines verstorbenen Bruders heiraten und Nachkommen für seinen Bruder zeugen.‘&lt;br /&gt;
{{L|20}} Nehmen wir an es waren einmal sieben Brüder. Der erste heiratete, starb aber, bevor er und seine Frau Nachkommen bekamen.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Deswegen heiratete sein jüngerer Bruder die Frau. Aber auch er starb, bevor sie Nachkommen bekamen. Genauso der dritte.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Alle sieben Brüder hinterließen keinen Nachkommen. Zuletzt, nach allen sieben Brüdern, starb auch die Frau.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Wenn sie nun bei der Auferstehung auferstehen: Mit wem von ihnen wird die Frau verheiratet sein? Denn sie war die Frau aller sieben Brüder.“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|24}} Jesus sagte ihnen: „Liegt ihr nicht deshalb falsch, weil ihr die Schriften und Gottes Kraft nicht kennt?&lt;br /&gt;
{{L|25}} Denn wenn sie auferstehen, werden sie nicht heiraten oder verheiratet sein. Sondern wie Engel in den Himmeln werden sie sein.&lt;br /&gt;
{{L|26}} Bezüglich der Auferweckung der Toten – habt ihr nicht im Buch des Mose gelesen, wie Gott beim Dornbusch zu ihm sprach: ‚Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs‘? &amp;lt;!-- Dieser Satz sollte an den Vers der Lese-Fassung in Mose angepasst werden. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|27}} Er ist kein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Ihr liegt sehr falsch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|28}} Einer der Schriftgelehrten kam zu ihnen. Er hatte gehört wie sie diskutierten und wie gut Jesus geantwortet hatte. Deswegen fragte er Jesus: „Was ist das oberste aller Gebote?“&lt;br /&gt;
{{L|29}} Jesus antwortete: „Das oberste Gebot ist: ‚Höre Israel: Der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr,&lt;br /&gt;
{{L|30}} liebe den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzem Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft.‘&lt;br /&gt;
{{L|31}} Das zweite ist das folgende ist dieses: ‚Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!‘ Größer als diese beiden ist kein anderes Gebot.“&lt;br /&gt;
{{L|32}} Der Schriftgelehrte sagte zu ihm: „Gute Antwort, Lehrer, du hast die Wahrheit gesagt: ‚Er ist der einzige und kein anderer ist neben ihm.‘&lt;br /&gt;
{{L|33}} Und ‚ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzer Auffassungsgabe und aus ganzer Kraft und den Mitmenschen wie sich selbst zu lieben‘, das ist mehr als alle Brand- und Schlachtopfer.“&lt;br /&gt;
{{L|34}} Als Jesus sah, dass er verständig antwortete, sagte er zu ihm: „Du bist nicht weit weg von Gottes Reich.“ Nun wagte niemand mehr, ihn zu fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|35}} Jesus sprach, als er im Tempel lehrte: „Wie können die Schriftgelehrten sagen, dass der Gesalbte der Sohn Davids ist?&lt;br /&gt;
{{L|36}} David selbst sagte, vom Heiligen Geist geführt: ‚Der Herr sagte zu meinem Herrn. Nimm Platz zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße setze.‘&lt;br /&gt;
{{L|37}} David bezeichnet ihn als Herrn, wie soll er dann Sohn sein?“ Und die große Menschmenge hing gespannt an seinen Lippen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|38}} In seiner Lehre riet er: „Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in schönen Roben umhergehen wollen und Begrüßungen auf den Marktplätzen&lt;br /&gt;
{{L|39}} und besondere Sitzplätze in den Synagogen und bei den Festmählern begehren.&lt;br /&gt;
{{L|40}} Diejenigen, welche die Haushälte der Witwen verschlingen und um den Schein zu wahren besonders lange beten, sie werden ein umfangreicheres Urteil erhalten.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und er setzte sich gegenüber dem Opferkasten und beobachtete, wie die Menschen ihre Opfergaben machten; viele Reiche warfen viel ein.&lt;br /&gt;
{{L|42}} Da kam eine arme Witwe alleine und warf zwei Lepta ein, das entspricht einem Quadrans.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte zu ihnen: „Amen, eines sage ich euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten geworfen, als alle, die vor ihr etwas eingeworfen haben.&lt;br /&gt;
{{L|44}} Denn alle haben einen Teil aus ihrem Überfluss eingeworfen, aber sie warf von ihrem Mangel alles ein, was sie besaß, ihren gesamten Lebensunterhalt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} &amp;lt;ref&amp;gt;In dem folgenden allegorischen Gleichnis (Verse 1-11) sind starke Parallelen zu einem ähnlichen Gleichnis in Jes 5,1-7 zu finden, die Jesus mit seiner Einleitung, die die Anlage des Weinbergs beschreibt (vgl. Jes 5,1-2), bewusst hervorruft. In dem alttestamentlichen Gleichnis erklärt Gott durch den Propheten, wie er mit einem sorgfältig angelegten und gepflegten, doch fruchtlosen Weinstock verfahren wird. Jes 5,7 identifiziert den Weinberg mit dem Haus Israel und die Pflanzen mit den Männern Judas. Er will den Weinberg komplett verwüsten, von Dornen überwachsen und keinen Regen mehr darauf fallen lassen. Auch in Jesu Gleichnis steht der Weinberg für Israel (wie Kennern von Jes 5,7 bekannt wäre), der Erbauer und Besitzer ist Gott (ebenfalls aus Jes 5 und dem Kontext (vgl. V. 9) abzuleiten). Die Winzer repräsentieren die religiösen Führer des Volkes (vgl. V. 12). Der geliebte Sohn muss Jesus sein, der mit dem Gleichnis die in 11,27 gestellte Frage nach seiner Autorität oder Bevollmächtigung beantwortet (Evans 2001, 230). Zudem wurde Jesus schon zweimal in Mk als „geliebter Sohn“ bezeichnet (1,11; 9,7)(France 2002, 458; vgl. die Fn in V. 6). Die abgewiesenen und getöteten Sklaven sind die von Israel verschmähten Propheten, die das Volk immer wieder erfolglos zur Umkehr aufriefen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und er begann, mithilfe von (in) Gleichnissen (bildhaften Vergleichen) mit ihnen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit ihnen&#039;&#039; D.h. die Vertreter der jüdischen Führung aus dem vorigen Kapitel, die wegen der Tempelreinigung Streit mit Jesus gesucht hatten (vgl. V. 12) (vgl. France 2002, 458; Collins 2007, 544).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu reden: „Ein Mann legte (pflanzte) einen Weinberg an, {und} er errichtete eine Mauer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mauer&#039;&#039; Alle Übersetzungen: „Zaun“. Doch bestand ein solcher Grenz- und Schutzwall eines Weinbergs aus Feldsteinen, die beim Anlegen des Weinbergs entfernt und zu einem Wall aufgeschüttet wurden. Im holzarmen Palästina wäre ein Zaun nach europäischem Verständnis undenkbar, und er hätte auch tierische oder menschliche Eindringlingen nicht so gut vom Weinberg fernhalten können wie ein Steinwall. Diese Mauern können bis zu 2m hoch und mit vertrockneten Dornen bewehrt sein, um Schakale und andere Tiere von den leckeren Trauben abzuschirmen ([http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-68738 Dalman 1935], 316, 309, 334f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um ihn herum, {und} hob ein Auffangbecken (Keltertrog) [für die Weinpresse]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auffangbecken (Keltertrog) [für die Weinpresse]&#039;&#039; In diese Grube floss der in der Kelter aus den Trauben getretene Traubensaft ab. Ihre Größe hing von den Dimensionen der Kelter ab. ELB und NGÜ sachlich korrekt „Keltertrog“ bzw. „Grube zum Keltern des Weins“ (Dalman nennt diesen Behälter „Kufe“, BA „Keltertrog“). Viele Übersetzungen schreiben vereinfachend, aber etwas ungenau „Kelter“ (bezeichnet die gesamte Weingewinnungsanlage) oder wie GNB „Weinpresse“. Diese Auffanggrube galt als Hauptbestandteil der Kelter. Zu der Anlage gehörten aber auch ein abgeflachter, oft ebenfalls ausgegrabener Tretplatz und je nach Beschaffenheit verschiedene andere durch Graben angelegte Bereiche. Sie alle waren i.d.R. mit Holz, Ton oder Steinen eingefasst und häufig mit Pech abgedichtet. Vom Tretplatz liefen oft Rinnen zu mehreren Keltertrögen ([http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-68738 Dalman 1935], 356f., 359-63).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus und baute einen Wachtturm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wachtturm&#039;&#039; und Schutzmauer waren nötig, um die reifenden Trauben vor Eindringlingen zu schützen. Der Turm konnte eine erhöhte Aussichtsplattform, ein einfaches Häuschen oder, recht häufig, ein gemauerter Steinturm sein, der dazu diente, den gesamten Weinberg zu überblicken ([http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-68738 Dalman 1935], 333, 316-19). Es musste ständig ein Wächter da sein, der in Hsl 8,11 ein Fünftel des Ertrags bekommt. Der Wächter sollte natürlich Diebstähle verhindern, aber in erster Linie Vögel und andere Tiere von den Trauben fernhalten. Zu den Schädlingen gehörten vor allem Schakale, Füchse, Vögel und Insekten (ebd. 297). Als Waffen dienten ihm dabei Stab, Bogen, Schleuder und wohl auch Falle und Netz (ebd. 332).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dann (und) verpachtete er ihn an Weingärtner (Bauern) und verreiste.{{par|Jesaja|5|1|2}} &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und zur [vereinbarten] Zeit&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zur [vereinbarten] Zeit&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]]. Gemeint ist die in der Pachtvereinbarung abgesprochene Zeit (Evans 2001, 233). Bei einem neuen Weinberg wären bis zur ersten Ernte wenigstens 4 Jahre vergangen (France 2002, 459).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sandte er einen Sklaven (Knecht) zu den Weingärtnern (Bauern), um von den Weingärtnern (Bauern) [seinen Anteil] an den Erträgen (Früchten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[seinen Anteil] an den Erträgen (Früchten)&#039;&#039; Der [[partitive Genitiv]] macht im Deutschen die Ergänzung von &#039;&#039;[seinen Anteil]&#039;&#039; nötig. Der &#039;&#039;Ertrag&#039;&#039; bezeichnet wohl eher einen Geldwert aus dem Erlös der Ernte als einen tatsächlichen Anteil der Ernte (Evans 2001, 233).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Weinbergs zu erhalten (abzuholen),&lt;br /&gt;
{{S|3}} doch sie packten und schlugen (misshandelten, drangsalierten) ihn und schickten ihn mit leeren Händen [fort]. &lt;br /&gt;
{{S|4}} Da (Und) sandte er noch einen Sklaven (Knecht) zu ihnen. Auch den schlugen sie auf den Kopf (schändeten/verwundeten sie am Kopf)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schlugen sie auf den Kopf (schändeten sie am Kopf)&#039;&#039; Die genaue Bedeutung dieses Verbs, das sich direkt von dem Wort für „Kopf“ ableitet (wie dt. „köpfen“), ist unbekannt. Es wird häufig als eine Anspielung auf Johannes dem Täufer gesehen, der zu den Propheten zählte und enthauptet worden war. Da der Sklave jedoch offensichtlich überlebt, heißt das Wort vermutlich entweder „auf den Kopf schlagen“ (BA) bzw. „am Kopf verletzen“ oder „am Kopf entehren“, wie es zwei von David gesandten Sklaven in 2Sam 10,2b-5 erging. Den beiden wurden die Bärte abrasiert. Vielleicht entblößen die Weingärtner auch das Haupt des Boten, indem sie seinen Turban wegnehmen (Evans 2001, 233f.). Jede Art von Schändung oder Gewalt gegen den Kopf wäre wohl höchst entehrend gewesen, wie auch aus dem zweiten Verb hervorgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und entehrten ihn (behandelten ihn verächtlich).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;entehrten ihn (behandelten ihn verächtlich)&#039;&#039; - Vermutlich in Form von Beschimpfungen; viele Üss. daher sinnvoll: „beschimpften ihn“ (z.B. BB, EÜ, GN, HER05, HfA).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Da (Und) sandte er einen weiteren, und den brachten sie um, und viele andere&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und viele andere&#039;&#039; D.h. wohl „und er schickte noch viele andere“. NGÜ (vgl. EÜ, GNB) formuliert etwas freier, aber elegant und treffend „So ging es noch vielen anderen“. Auf der übertragenen Ebene sind damit die von Israel missachteten Propheten des Alten Testaments gemeint (vgl. die Fn zu V. 1).&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
manche verprügelten sie, andere brachten sie um&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verprügelten sie ... brachten sie um&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]] (2x), hier als Indikative aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hatte noch einen: [seinen] (noch [seinen] einzigen) geliebten Sohn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;noch einen: [seinen] geliebten Sohn&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;noch [seinen] einzigen geliebten Sohn&#039;&#039; Der &#039;&#039;geliebte Sohn&#039;&#039; ist Jesus, der in Mk schon zweimal als „geliebter Sohn“ bezeichnet worden ist (1,11; 9,7)(France 2002, 458). Das Wort &#039;&#039;geliebt&#039;&#039; lässt sprachlich auch Abrahams Bereitschaft aus Gen 22,2 LXX anklingen, seinen geliebten Sohn Isaak Gottes Willen zu opfern. In der einflussreichen griechischen Übersetzung des AT übersetzt das gr. Wort „geliebt“ interessanterweise häufig das hebr. Wort für „einzig“, sodass man hier durchaus die Konnotation eines „einzigen geliebten Sohnes“ sehen kann, die durch das schon vorhandene &#039;&#039;einen/einzigen&#039;&#039; noch verstärkt wird (vgl. Evans 2001, 234f.). Daher übersetzt NET treffend: „He had one left, his one dear son.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Er sandte ihn als letzten zu ihnen, weil er glaubte (dachte, sich sagte):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil er glaubte (dachte, sich sagte)&#039;&#039; Kausales (oder modales) [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Meinen Sohn werden sie respektieren (achten).‘ &lt;br /&gt;
{{S|7}} Aber jene Weingärtner (Bauern) sagten zueinander: ‚Das ist der Erbe! Kommt, wir bringen ihn um,{{par|Genesis|37|20}} dann wird das Erbe uns gehören&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;uns gehören&#039;&#039; W. „unser sein“. &amp;lt;/ref&amp;gt;!‘{{par|1 Könige|21|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und sie packten ihn und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie packten ihn und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brachten ihn um, danach (und) warfen sie ihn hinaus vor den Weinberg.{{par|1 Könige|21|16}} &lt;br /&gt;
{{S|9}} Was wird nun der Besitzer (Herr) des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner (Bauern) ausmerzen (töten, vernichten), und den Weinberg wird er anderen geben.{{par|Jesaja|5|5}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Habt ihr nicht auch (nicht einmal) diese Schriftstelle&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diese Schriftstelle&#039;&#039; W. „diese Schrift“, d.h. „den folgenden Abschnitt der Schrift“. Viele Übersetzungen geben das Wort nach LUT mit „Schriftwort“ wieder, GNB: „die Stelle in den Heiligen Schriften, wo es heißt“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gelesen?&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;‚[Der] Stein&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Stein&#039;&#039; Obwohl im Griechischen kein Artikel steht, ist das Substantiv bestimmt. Das ist auf eine Eigenart der (hier auf Griechisch zitierten) hebräischen Poesie zurückzuführen (NSS). Das Zitat in Vv. 10-11 stammt aus der griechischen Übersetzung von Ps 118,22f.&amp;lt;/ref&amp;gt;, den die Bauleute abgelehnt (verworfen, zurückgewiesen) haben,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Stein, … , &amp;lt;u&amp;gt;der&amp;lt;/u&amp;gt; ist zum Eckstein geworden&#039;&#039; Die Konstruktion legt Gewicht auf den angesprochenen Gegensatz. Man könnte auch formulieren: „Gerade [der] Stein … ist geworden“. W. „[der] Stein … dieser ist geworden.“&amp;lt;/ref&amp;gt; ist zum Schlussstein (Kopfstein, Eckstein)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schlussstein&#039;&#039;, &#039;&#039;Kopfstein&#039;&#039; oder &#039;&#039;Eckstein&#039;&#039;, Gr. κεφαλὴ γωνίας, w. „Haupt [der] Ecke“. Traditionell hat man das Wort als &#039;&#039;Eckstein&#039;&#039; übersetzt, auch aufgrund von 1Petr 2,6-8, wo dieser „Kopfstein“ Menschen in übertragener Hinsicht zu Fall bringt. Dieser Deutung, genauer, als „Grundstein“, folgt heute noch Collins 2007, 548. Allerdings wäre das eine ungewöhnliche Verwendung des hebräischen und griechischen Wortes „Haupt/Kopf“ – man sollte meinen, ein Kopf wäre (auch im übertragenen Sinn) tendenziell oben am fraglichen Objekt zu finden. Die Bezeichnung „Haupt [der] Ecke“ ließe eher auf einen &#039;&#039;Schlussstein&#039;&#039; schließen, der eine Ecke, aber auch einen Bogen, Dachgiebel oder eine Säule abschließt (Evans 2001, 238). Ein solcher Schlussstein könnte den Bau eines Gebäudes vollenden und durch Form und Verzierungen besonders ins Auge fallen (France 2002, 463). Das Argument aus 1Petr 2,6-8 für die Deutung als &#039;&#039;Eckstein&#039;&#039; lässt sich mit der Beobachtung entkräften, dass der Verfasser vermutlich mehrere Metaphern vermischt, wie er das schon in V. 5 tut (France 2002, 463 Fn 24). Die Übersetzung &#039;&#039;Kopfstein&#039;&#039; gibt zwar die zugrunde liegende Metapher wieder, könnte im Deutschen wegen der Assoziation mit „Kopfsteinpflaster“ zu Missverständnissen führen. Daher ist &#039;&#039;Schlussstein&#039;&#039; besser geeignet. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit dem abgelehnten Stein, der zum Schlussstein wird, bezieht Jesus sich auf sich selbst – gerade vor dem Hintergrund des gewissermaßen unvollendet, ja unbeachtet gebliebenen Einritts in Jerusalem (Mk 11,1-11) und der fehlenden Anerkennung durch die religiösen Führer der Juden. Diese sind mit den &#039;&#039;Bauleuten&#039;&#039; gemeint. In der zeitgenössischen jüdischen Auslegung hatte man Ps 118,22f. noch auf den – zunächst als Königskandidaten ja „übersehenen“ – König David bezogen (Evans 2001, 238). Mit dem Zitat gibt Jesus gleichzeitig auch zu verstehen, dass er diese Ereignisse als Erfüllung seiner Vorhersage aus Mk 8,31 versteht. Dort hatte Jesus zum ersten Mal vorausgesagt, von den religiösen Führern abgelehnt zu werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Das kommt vom Herrn,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das kommt vom Herrn&#039;&#039; Oder etwas freier, aber schöner: „Das geht auf das Wirken des Herrn zurück“. W. etwa „Dies ist vom/durch den Herrn entstanden/gekommen“. GNB: „Der Herr hat dieses Wunder vollbracht“, NGÜ schlicht „Das hat der Herr getan“. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das&#039;&#039; (Nom. Sg. fem.) könnte sich innerhalb des griechischen Satzes auch auf „Haupt/Kopf“ (V. 10) beziehen. Mehrere Übersetzungen weichen deshalb etwas von unserer Wiedergabe ab: „vom Herrn her ist er dies geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen“ (ELB, vgl. ZÜR, MEN). Wahrscheinlicher ist, dass das ungewöhnliche feminine Demonstrativpronomen einfach eine wörtliche Übersetzung des hebr. {{Hebr}}זֹּאת{{Hebr ende}} „dies“ darstellt (France 2002, 462 Fn 18). Das Zitat in Vv. 10-11 stammt aus der griechischen Übersetzung von Ps 118,22f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und es ist wunderbar (erstaunlich, verwunderlich) in unseren Augen.‘“{{par|Psalm|118|22|23}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Da (Und) wollten sie ihn gerne (suchten sie [nach einer Möglichkeit],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Da wollten sie ihn gerne&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;suchten sie [nach einer Möglichkeit]&#039;&#039;, auch als [[inchoatives Imperfekt]] vorstellbar: „begannen [nach einer Möglichkeit zu suchen], ihn zu ergreifen“ (vgl. Collins 2007, 549). Vgl. dazu die parallele Formulierung [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] und Fußnote, sowie [[Markus 14#s1|14,1]] und [[Markus 14#s11|11]]. Anstatt mit „[nach einer Möglichkeit] suchen“ haben wir Gr. ζητέω etwas passender i.S.v. „(gerne) wollen, wünschen“ übersetzt. EÜ (vgl. GNB, NGÜ, MEN, ZÜR) formuliert elegant: „Daraufhin hätten sie Jesus gern verhaften lassen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihn...) festnehmen (verhaften), aber sie fürchteten die Menschenmenge, denn sie wussten (merkten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie wussten&#039;&#039; Diese Begründung fällt wegen der prägnanten Ausdrucksweise sehr schwammig aus. Wir erfahren nicht, ob mit &#039;&#039;sie&#039;&#039; die religiösen Führer oder das Publikum gemeint sind, oder warum die Führer gerade deshalb Angst vor dem Volk hatten, weil sie (oder das Volk) die wahre Bedeutung von Jesu Geschichte verstanden hatten. Das wahrscheinlichere Subjekt sind die Priester und Schriftgelehrten, von denen ja unmittelbar zuvor die Rede war, doch werden die meisten Zuschauer verstanden haben, was gemeint war (France 2002, 464). Nach France wäre die folgende sinngemäße Formulierung möglich: „Da suchten sie [nach einer Möglichkeit] ihn zu ergreifen, (konnten es aber noch nicht, weil) sie die Menschenmenge fürchteten, denn sie wussten (und waren sich bewusst, dass auch das Volk wusste), dass er das Gleichnis zu ihnen gesagt hatte (sodass die Menge sich womöglich auf seine Seite geschlagen hätte).“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dass er das Gleichnis gegen sie gesprochen hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegen sie gesprochen hatte&#039;&#039; Etwas freier formuliert, würde man in heutigem Deutsch sagen: „dass sie mit dem Gleichnis gemeint waren“ (vgl. NGÜ, EÜ). MEN: „gegen sie gerichtet hatte“, GNB: „dass das Gleichnis auf sie gemünzt war “.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Daher (und) sie ließen ihn zurück (ihn unbehelligt; von ihm ab) und gingen davon. &lt;br /&gt;
{{S|13}} Und (danach) sie schickten einige Pharisäer und Herodianer (Anhänger von Herodes) zu ihm, um {sie} ihn [in] einer Äußerung ([mit] einer Frage)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die Anhänger des Herodes Antipas waren zwar politisch an sich nicht mit den Pharisäern gleicher Meinung, taten sich hier aber gegen den äußeren Feind zusammen. (Hans F. Bayer, Das Evangelium des Markus, S. 421)&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] einer Äußerung&#039;&#039; oder &#039;&#039;[mit] einer Frage&#039;&#039; W. etwa „[durch/anhand] eine Aussage/Wort“, wobei Markus nicht auflöst, ob λόγος „Wort/Aussage“ sich auf die Fangfrage oder auf die erhoffte unbedachte Äußerung bezieht. Die Präposition (hier in eckigen Klammern) ist im Deutschen zu ergänzen, im Griechischen übernimmt der [[instrumentaler Dativ|instrumentale Dativ]] deren Funktion (vgl. NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu fangen (ertappen).&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und als sie ankamen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie ankamen&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], mit temporalem Nebensatz übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten sie zu ihm: „Lehrer, wir wissen, dass du objektiv (aufrichtig) bist und auf niemanden besondere Rücksicht nimmst&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auf niemanden besondere Rücksicht nimmst&#039;&#039; Gemeint ist, dass sich Jesus weder von den Meinungen anderer beeinflussen lässt noch auf menschliche Zustimmung aus ist. Übersetzungen wie „Du kümmerst dich um niemanden“ (ELB) oder, ähnlich OfBi, „Du nimmst auf niemanden Rücksicht“ (EÜ, MEN) sind insofern irreführend. Die doppelte Verneinung (W. „nimmst &#039;&#039;nicht&#039;&#039; auf &#039;&#039;niemanden&#039;&#039;...“) gibt der Verneinung besondere Ausdruckskraft (NSS), lässt sich aber nicht direkt übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
Du schaust {eben} nicht auf [das] Äußere&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das Äußere&#039;&#039; W. „das Gesicht“ (Hebraismus). Bezeichnet hier als Metonymie (Konkretes für Abstraktes) die Person, insbesondere Ansehen und Stellung, so ähnlich wie in der deutschen Wendung „das Gesicht wahren“. Die Tugend der Unparteilichkeit war schon im Gesetz angemahnt (Lev 19,15). Ähnliche Wendungen in Gal 2,6; Jud 16 (vgl. France 2002, 467f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[der] Menschen, sondern lehrst wirklich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wirklich&#039;&#039; W. „in Wahrheit“. Die wörtliche Übersetzung hätte auf Deutsch jedoch nicht die gleiche Bedeutung. Es ist als Beteuerung zu verstehen wie „wahrlich, amen“, das Jesus häufig benutzt (TLNT I, 2; LN 70.4). Am besten daher &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; (EÜ, NEÜ). NLB: „was du sagst, ist wahr“, LUT: „recht“, NGÜ: „lässt du dich allein von der Wahrheit leiten“.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Weg Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Weg Gottes&#039;&#039; bezeichnet Gottes Willen für das menschliche Leben (vgl. France 2002, 468; NSS). Die gleiche Wendung findet sich in Apg 18,26 sowie Bar 3,13. Vgl. Apg 16,17; 18,25, aber auch Joh 14,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Darf man&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Darf man&#039;&#039; Oder „Ist es richtig“ (NGÜ, NLB, NEÜ). Dem Kontext gemäß könnte man auch übersetzen: „Ist es nach Gottes Gesetz erlaubt“ (GNB, viele engl. Übers.; Bratcher 1993, 372) oder „ist es Gottes Wille“ (NSS, HfA). Diese Wendung hat im Markusevangelium jedes Mal wenigstens implizit mit dem Gesetz oder jüdischen Vorschriften zu tun (Mk 2,24.26; 3,4; 6,18; 10,2).   &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dem] Kaiser (Cäsar) Steuern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Steuer&#039;&#039; Eine Pauschalabgabe, die jede Person im römischen Herrschaftsgebiet als Kopf- und Eigentumssteuer entrichten musste. Als Galiläer war Jesus nicht betroffen. Anders als Judäa stand Galiläa nicht unter direkter römischer Verwaltung (France 2002, 465).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zahlen oder nicht? Sollen wir [sie] zahlen oder nicht zahlen?“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Doch er erkannte ihre Heuchelei und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er erkannte … und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination aufgelöst. Auch die kausale Sinnrichtung wäre denkbar. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen: „Warum stellt ihr mir eine Falle (versucht ihr mich)?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum stellt ihr mir eine Falle?&#039;&#039; Die Pharisäer haben sich schon zweimal vorher an Fangfragen versucht (Mk 8,11; 10,2; vgl. Joh 8,6). Jetzt spricht Jesus den Vorwurf zum ersten Mal aus. Vorher benutzte nur Markus den Begriff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bringt mir einen Denar&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Bringt mir einen Denar&#039;&#039; Eine römische Silbermünze. Nach Mt 20,2 konnte ein Denar Lohn für die Arbeit eines Tages sein. Auf den Denaren, die hier im Mittelpunkt stehen und in denen die Kopfsteuer zu entrichten war, wurde der Kaiser als „Sohn des göttlichen Augustus“ und „Hoher Priester“ bezeichnet. Für die Juden wäre das eine Provokation gewesen. Das war zu dieser Zeit Tiberius (France 2002, 466.68). &#039;&#039;Bringt&#039;&#039; ist wörtlich übersetzt. Das Verb deutet vielleicht darauf hin, dass keiner der Anwesenden eine so wertvolle Münze einfach aus der Tasche ziehen konnte. Ansonsten hätte man das Verb „geben“ erwarten können.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
damit ich [ihn] mir anschauen [kann].“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Da brachten sie [ihm einen]. Und er sagte zu ihnen: „Wessen Bild und Aufschrift [ist das hier]?“ Sie {aber} antworteten (sagten) {ihm}: „[Des] Kaisers (Cäsars).“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Da sagte Jesus zu ihnen: „Was [dem] Kaiser (Cäsar) gehört,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was [dem] Kaiser (Cäsar) gehört...&#039;&#039; Oder „Des Kaisers [Eigentum] gebt [dem] Kaiser“. W. etwa „was des Kaisers [ist], gebt...“. Ebenso bei &#039;&#039;was Gott gehört...&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gebt [dem] Kaiser (Cäsar) zurück, und was Gott [gehört], [gebt] Gott!“ Da (Und) waren sie sehr erstaunt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;waren sie sehr erstaunt&#039;&#039; Die Gute Nachricht trifft den Sinn am besten: „Solch eine Antwort hatten sie nicht von ihm erwartet.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
über ihn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} {Und} es kamen zu ihm {{NurExport||Sadduzäer||NurExport_Ende}}{{KeinExport}}[[Sadduzäer]]{{KeinExport_Ende}}, welche sagen (der Meinung sind), dass es keine Auferstehung gibt, und fragten ihn {sagend}: &lt;br /&gt;
{{S|19}} „Lehrer, Mose hat uns geschrieben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;geschrieben&#039;&#039; gemeint ist in der Torah als Gesetz aufgeschrieben&amp;lt;/ref&amp;gt;: ‚Wenn jemandes Bruder stirbt, und eine Frau zurücklässt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und eine Frau zurücklässt&#039;&#039; ist eine Ergänzung des Markus zu diesem Zitat aus dem Dtn.&amp;lt;/ref&amp;gt; und kein Kind hinterlässt, dass dann sein Bruder dessen Frau nehmen und er für seinen Bruder Nachkommen (Samen) zeugen (aufrichten) soll‘&amp;lt;ref&amp;gt;Der zweite Teil des Zitats stammt aus Gen&amp;lt;/ref&amp;gt;. {{KeinExport}}([[Deuteronomium 25#s5 |Dtn 25,5]]; [[Genesis 38#s8|Gen 38,8]]){{KeinExport_Ende}}{{NurExport||{{par|Deuteronomium|25|5}}{{par|Genesis|38|8}}||NurExport_Ende}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} Es waren [einmal] sieben Brüder. Und der erste nahm eine Frau, und als er starb, hinterließ er keinen Nachkommen (Samen).&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und der zweite nahm sie, und er starb und hinterließ keinen Nachkommen (Samen). Und der dritte ebenso. &lt;br /&gt;
{{S|22}} {Und} die Sieben hinterließen [also alle] keinen Nachkommen. [Als] Letzte von allen starb auch die Frau.&lt;br /&gt;
{{S|23}} Bei der Auferstehung, wenn sie auferstehen:&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;:„Wenn sie auferstehen“ fehlt in vielen Handschriften - Der schwierigren (doppelten) Lesart wird der Vorzug gegeben, weil es wahrscheinicher scheint, dass eine solche von den Schreibern gestrichen wurde, als dass sie ergänzt wurde (siehe TCNT, S.93)&amp;lt;/ref&amp;gt;Wessen Frau von diesen wird sie sein? Denn die sieben hatten sie [alle] zur Frau.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Jesus sagte zu ihnen: „Täuscht ihr euch nicht deshalb, weil ihr die Schriften nicht kennt und nicht Gottes Kraft?&lt;br /&gt;
{{S|25}} Denn wenn sie von den Toten auferstehen, werden sie weder heiraten noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel im Himmel (in den Himmeln).&lt;br /&gt;
{{S|26}} Hinsichtlich der Toten aber, dass sie auferweckt werden – habt ihr nicht im Buch des Mose über den Dornbusch gelesen, wie Gott [da] zu ihm sprach {sagend}: ‚Ich [bin] der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs‘{{KeinExport}} ([[Exodus 3#s6 |Ex 3,6]]){{KeinExport_Ende}}? &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abrahams, Isaaks und Jakobs&#039;&#039; - Die Erzväter galten als bei Gott lebend (Dschulnigg 2007, 320) und dienen Jesus so gleichzeitig als Beleg aus der Schrift für die Auferstehung.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{NurExport|| {{par|Exodus|3|6}} ||NurExport_Ende}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Er ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Ihr täuscht euch sehr.“&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und es kam einer von den Schriftgelehrten zu ihnen, der gehört hatte, wie sie diskutierten (ihre Diskussion, ihr Streiten). Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: „Was ist das höchste (erste) Gebot von allen?“&lt;br /&gt;
{{S|29}} Jesus antwortete: „Das höchste (erste) Gebot ist: ‚Höre Israel: Der Herr, unser Gott, ist Herr allein,&lt;br /&gt;
{{S|30}} und liebe (du sollst lieben) den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand (Vernunft, Gesinnung) und aus deiner ganzen Kraft (Macht, Stärke).‘{{par|Deuteronomium|6|4|5}}{{par|Josua|22|5}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Das zweite (andere) ist dieses: ‚Liebe (und du sollst lieben) deinen Mitmenschen (Nächsten, Nahestehenden, Nachbarn) wie dich selbst!‘{{par|Levitikus|19|18}} Größer als diese ist kein anderes Gebot.“&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und der Schriftgelehrte sagte zu ihm: „Gut, Lehrer, hast du von der Wahrheit geredet: ‚Er nur einer ist und kein (nicht ein) anderer außer ihm.‘&lt;br /&gt;
{{S|33}} Und ‚ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzer Auffassungsgabe&amp;lt;ref&amp;gt;gr. συνέσεως&amp;lt;/ref&amp;gt; und aus ganzer Kraft und den Mitmenschen (Nächsten, Nahestehenden, Nachbarn) zu lieben wie sich selbst‘, ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.“&lt;br /&gt;
{{S|34}} Als Jesus sah, dass er verständig antwortete, sagte er zu ihm: „Du bist nicht weit [entfernt] vom Reich Gottes (von der Gottesherrschaft).“ Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} {Und} Jesus sprach (antwortete) {und redete}, als er im Tempel lehrte: „Wie [können] die Schriftgelehrten sagen, dass der Gesalbte der Sohn Davids ist?&lt;br /&gt;
{{S|36}} David selbst sagte im heiligen Geist: ‚Der Herr sagte zu meinem Herrn. Setze [dich] zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße setze.‘&amp;lt;ref&amp;gt;Ps 110,1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} David selbst nennt ihn Herrn, und wie soll er [dann] Sohn sein?“ Und die große Menschenmenge hörte ihn gern. &lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte in seiner Lehre: „Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in Roben umhergehen wollen und Begrüßungen auf den Marktplätzen &lt;br /&gt;
{{S|39}} und Vorsitze in den Synagogen und erste Plätze bei den Festmählern [begehren].&lt;br /&gt;
{{S|40}} Diejenigen, die die Häuser der Witwen verschlingen und für den Anschein lange beten, sie werden ein umfangreicheres Urteil erhalten.“&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er setzte sich gegenüber dem Opferkasten und beobachtete, wie die Menschenmenge Geld in den Opferkasten warf; und viele Reiche warfen viel ein.&lt;br /&gt;
{{S|42}} Da kam eine einzige arme Witwe und warf zwei Lepta ein, das entspricht einem Quadrans. &lt;br /&gt;
{{S|43}} Und nachdem er seine Jünger zu sich gerufen hatte,  sagte er zu ihnen: „Amen, ich sage euch:&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Amen, ich sage euch&#039;&#039; - Durch „Amen, ich sage euch“ eingeleitete Sätze finden sich in der Bibel ausschließlich bei Jesus und dienen v.a. dazu, den folgenden Satz zu markieren als ein(e) mit Vollmacht geäußerte(s) Voraussage / Urteil (BB: „Damit verbürgt er sich dafür, dass seine Worte wahr sind und Gültigkeit haben.“). Sehr sinnvoll übersetzt daher Zink: „Was ich sage, ist wahr: ...“ &amp;lt;/ref&amp;gt; Diese arme Witwe hat mehr als alle [anderen] eingeworfen, die [etwas] in den Opferkasten eingeworfen haben.&lt;br /&gt;
{{S|44}} Denn alle haben [etwas] aus ihrem Überfluss eingeworfen, sie aber hat aus ihrem Mangel alles, was sie hatte, eingeworfen – ihr ganzes Leben (ihren ganzen Lebensunterhalt).“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr ganzes Leben (ihren ganzen Lebensunterhalt)&#039;&#039; - &#039;&#039;bios&#039;&#039;, das gr. Wort für „Leben“, hat oft die Bedeutung „Lebensunterhalt“; eine Üs. mit „Leben“ wäre daher nicht einmal überwörtlich, sondern falsch. Dennoch muss „Leben“ hier mindestens mitgehört werden: Die Witwe gibt ihren ganzen Lebensunterhalt und damit auch ihr ganzes Leben für Gott hin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anliegen}}&lt;br /&gt;
Kapitel 12 sammelt die Sicht von Markus auf Jesu Theologie und Selbstverständnis in unterschiedlichen Textformen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es beginnt mit dem Gleichnis der treulosen Pächter (12,1-11/12), das darstellt, wie Jesus durch die religiösen Führer der Juden abgelehnt wird. Hierauf folgt ein Streitgepräch zum Steuerzahlen (12,13-17), in dem Jesus das Verhältnis zwischen Theologie und Politik nicht etwa entscheidet, sondern den Glauben an Gott und politisches Handeln der Menschen in die Verantwortung der Glaubenden selbst legt. &amp;lt;ref&amp;gt;Bayer 2008, S. 423&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem weiteren Streitgespräch (12, 18-27) geht es um die Frage der Auferstehung. Jesus stellt klar, dass Gottes Schöpfung und seine Liebe zu den Menschen nicht mit dem Tod endet.&amp;lt;ref&amp;gt;Gnilka 1979, S. 160 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit der Frage nach dem höchsten Gebot endet diese Reihe von Auseinandersetzungen. Jesus beginnt seinen eigenen Weg. Er erklärt, das Reich Gottes sei nicht weit. Die Einhaltung des Doppelgebots der Liebe ist für Jesus Zentrum der biblischen Ethik: Gutes Handeln muss sich an der Liebe zu Gott und den Mitmenschen messen lassen. &amp;lt;ref&amp;gt;Bayer 2008, S. 432f &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus beginnt seine eigene Lehre programmatisch im Tempel und stellt dar, dass der Messias viel mehr als nur ein irdischer Herrscher ist und setzt sich damit zugleich von der Lehre der Schriftgelehrten ab. Dies verdeutlicht er abschließend am Beispiel der armen Witwe.&amp;lt;ref&amp;gt;Bayer 2008, S. 436 - 440, Gnilka 1979,  S. 175 und 178&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HHigel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_11&amp;diff=39143</id>
		<title>Markus 11</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_11&amp;diff=39143"/>
		<updated>2023-11-11T11:08:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HHigel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Und als sie in der Nähe von Jerusalem waren, bei Betfage und Betanien beim Ölberg, schickte er zwei seiner Jünger los.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Er sagte zu ihnen: „Geht in das Dorf da vorne, ihr werdet dort sofort ein angebundenes Eselsfohlen finden, auf dem noch niemand geritten ist. Bindet es los und bringt es her!&lt;br /&gt;
{{L|3}} Und wenn euch jemand fragt: ‚Warum macht ihr das?‘, dann sagt: ‚Der Herr braucht es und schickt es später wieder zurück.‘“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Da gingen sie los und fanden das Eselsfohlen, das auf der Straße an eine Tür gebunden war und banden es los.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Da fragten einige Leute: „Warum bindet ihr das Eselsfohlen los?“&lt;br /&gt;
{{L|6}} Da sagten sie ihnen genau das, was Jesus gesagt hatte, und die Leute ließen sie machen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|7}} Und sie führten das Eselsfohlen zu Jesus und legten ihre Kleider auf das Fohlen und er setzte sich darauf.&lt;br /&gt;
{{L|8}} Und viele breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere Zweige, die sie auf den Feldern abgeschnitten oder -gerissen hatten.&lt;br /&gt;
{{L|9}} Und die Menschen, die vor ihm her gingen oder ihm folgten, riefen immer wieder gemeinsam: „Hosanna! Gepriesen sei, der im Namen des Herrn kommt!&lt;br /&gt;
{{L|10}} Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hosanna in den höchsten Höhen!“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|11}} So zog er nach Jerusalem, zum Tempel. Nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er mit den zwölf Jüngern nach Betanien, weil es bereits spät war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|12}} Als sie am folgenden Tag Betanien verließen, wurde er hungrig.&lt;br /&gt;
{{L|13}} Und als er von weitem einen Feigenbaum mit Blättern sah, ging er hin um zu sehen, ob Feigen am Baum waren. Doch es waren keine Feigen am Baum, denn es war nicht die richtige Jahreszeit für Feigen.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Da sagte er zu dem Baum: „Nie mehr, bis in Ewigkeit, soll jemand von dir etwas essen!“ Und seine Jünger hörten es.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|15}} Als sie nach Jerusalem kamen, ging er in den Tempel und fing an, alle, die im Tempel verkauften und kauften, hinaus zu treiben. Er warf die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um&lt;br /&gt;
{{L|16}} und ließ nicht zu, dass Gegenstände in den Tempelhof gebracht wurden.&lt;br /&gt;
{{L|17}} Dabei lehrte er sie: „Steht nicht geschrieben: ‚Mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt werden‘? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht!“&lt;br /&gt;
{{L|18}} Als die obersten Priester und die Schriftgelehrten davon hörten, suchten sie nach einer Möglichkeit, wie sie ihn aus dem Weg räumen könnten. Sie fürchteten ihn nämlich, denn die Menschenmenge war von seiner Lehre fasziniert.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und als es Abend wurde, gingen sie aus der Stadt hinaus.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|20}} Als sie morgens an dem Feigenbaum vorbei kamen, sahen sie, dass er vollständig verdorrt war.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Und Petrus erinnerte sich und sagte zu Jesus: „Rabbi, schau, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!“&lt;br /&gt;
{{L|22}} Und Jesus entgegnete: „Vertraut auf Gott!&lt;br /&gt;
{{L|23}} Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht zweifelt, sondern glaubt, dass es geschieht, wenn ihr zu diesem Berg sagt: ‚Erhebe dich und stürze dich ins Meer!‘, dann wird das auch geschehen.&lt;br /&gt;
{{L|24}} Daher sage ich euch: Glaubt bei allen Dingen, für die ihr betet und bittet, dass ihr sie schon erhalten habt, dann werden sie eintreffen.&lt;br /&gt;
{{L|25}} Und immer wenn ihr betet, dann vergebt denen, gegen die ihr etwas habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Sünden vergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|27}} Und sie kamen wieder nach Jerusalem. Und während er sich im Tempel aufhielt, kamen die obersten Priester, und die Ältesten auf ihn zu&lt;br /&gt;
{{L|28}} und fragten ihn: „Mit welchem Recht handelst du so? Oder wer hat dir das Recht gegeben, so zu handeln?“&lt;br /&gt;
{{L|29}} Doch Jesus sagte zu ihnen: „Eines möchte ich von euch wissen. Antwortet mir, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich so handle.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Die Taufe von Johannes - stammte sie vom Himmel oder von den Menschen? Sagt es mir!“&lt;br /&gt;
{{L|31}} Da berieten sie sich: „Wenn wir sagen: ‚vom Himmel‘, wird er sagen: ‚Weshalb habt ihr im dann nicht geglaubt?‘&lt;br /&gt;
{{L|32}} Sagen wir aber: ‚von Menschen‘ … ?“ Aber sie hatten Angst vor der Menschenmenge, denn alle waren der Meinung, dass Johannes wirklich ein Prophet gewesen war.&lt;br /&gt;
{{L|33}} Also antworteten Sie Jesus: „Wir wissen es nicht.“ Da erwiderte Jesus: „Dann sage ich euch auch nicht, mit welchem Recht ich so handle.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als sie in die Nähe von Jerusalem kamen (näherten), nach Betfage und Betanien beim Ölberg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ölberg&#039;&#039; W. „Berg der Ölbäume“ &#039;&#039;in die Nähe von Jerusalem ..., nach Betfage und Betanien beim Ölberg&#039;&#039; Die Gruppe erreichte Jerusalem von Osten, von Jericho her (10,46). Der Ölberg liegt östlich von Jerusalem, dem Tempelberg gegenüber, dazwischen liegt das Kidrontal. Die Straße von Jericho nach Jerusalem führt an der Südseite des Ölbergs vorbei. Betfage und Betanien lagen beide etwas südlich dieser Straße am Hang des Ölbergs. Betanien, wo Jesus später seine Unterkunft hatte (V. 11-12; 14,3), lag etwa 3km vor Jerusalem, das kleinere Betfage etwas näher. Bei dem Dorf in V. 2 handelt es sich wohl um Betfage (Collins 2007, 516; France 2002, 430).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
schickte er zwei seiner Jünger los.{{par|Sacharja|14|4}} &lt;br /&gt;
{{S|2}} Er sagte zu ihnen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er sagte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als eigenständiger Hauptsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geht in das Dorf, das vor euch [liegt], und gleich, wenn ihr hineingeht,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn ihr hineingeht&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
werdet ihr ein Eselsfohlen (Fohlen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;fohlen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Eselsfohlen (Fohlen)&#039;&#039; Markus spricht wie Lukas nur von einem Fohlen, während Matthäus und Johannes von einem Eselsfohlen berichten. Zwar ist ein Fohlen gewöhnlich ein junges Pferd, in Jesu paläsitinischem Kontext ist mit einem Fohlen i.d.R. jedoch ein Eselsfohlen gemeint (France 2002, 431). Weiter wäre im Kontext eines kleinen Dorfes ein Pferd unwahrscheinlich (Collins 2007, 517). Vgl. Mt 21,2; Joh 12,15, wo von jungen Eseln die Rede ist. Mit „Fohlen“ ist Markus zudem näher am griechischen Text von Sach 9,9, wo vom Fohlen eines Lasttiers (=Esels) die Rede ist (France).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;noch nie ein Mensch&#039;&#039; W. „niemand der Menschen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesessen hat. Bindet es los und bringt es her!&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und falls euch jemand fragt: ‚Was macht ihr da (Warum macht ihr das)?‘, [dann] sagt: ‚Der Herr braucht es und schickt es [später] wieder zurück (hierher).‘“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt; Für detaillierte Textkritik vgl. den [[Kommentar:Markus 11#Exkurs: Textkrik zu V. 3|Exkurs]] im Kommentar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Daraufhin (Und) gingen sie los und fanden das Eselsfohlen (Fohlen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;fohlen&amp;quot; /&amp;gt;, das draußen auf der Straße an eine Tür (Tor) gebunden war, und (als) sie banden es los.&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und (da) einige von den [Leuten], die dort herumstanden, fragten sie: „Was macht ihr [da], dass ihr das Eselsfohlen (Fohlen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;fohlen&amp;quot; /&amp;gt; losbindet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;macht ihr … dass ihr losbindet&#039;&#039; [[Prädikatives Partizip#Prädikatives Partizip bei modifizierenden Verben|Prädikatives Partizip]], als Nebensatz aufgelöst. EÜ: „Wie kommt ihr dazu, den Esel loszubinden?“&amp;lt;/ref&amp;gt;?“ &lt;br /&gt;
{{S|6}} Da sagten sie ihnen genau [das, was] Jesus gesagt hatte, und [die Leute] ließen sie machen. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sie führten das Eselsfohlen (Fohlen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;fohlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu Jesus und legten ihre Kleider (Mäntel, Obergewänder) über [das Tier], und er setzte sich darauf.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und viele breiteten ihre Kleider (Mäntel, Obergewänder) auf dem Weg aus, andere {aber} Zweige (lange Gräser, Laubbüschel), die sie auf den Feldern abgeschnitten (abgerissen) hatten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die sie … abgeschnitten (abgerissen) hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und die [Menschen], die vor [ihm] hergingen und [ihm] folgten, riefen immer wieder&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;riefen immer wieder&#039;&#039; Das [[Impferfekt]] drückt das, dass die Menschen diese Worte in Sprechchören riefen (oder sangen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Hosanna!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hosanna&#039;&#039; Aus Ps 118,25, Hebr. {{hebr}}הוֹשִׁיעָה נָּא{{hebr ende}} „Rette doch/bitte!“, hier offenbar die auf griechische wiedergegebene aramäische Version {{hebr}}הושע נא{{hebr ende}}. Obwohl Mk 11,9 den griechischen Text von Ps 118,26 zitiert, gibt er hier das unübersetzte Wort wieder. Vielleicht war der Ruf unter Markus&#039; Lesern hinreichend bekannt (Collins 2007, 519). Von der Wurzel für „retten“ stammt auch Jesu zu dieser Zeit sehr häufiger hebräischer Name Jeschua. In Ps 118 gilt der Ruf Gott, die versprochene Rettung einzuleiten. Gleich im Anschluss an das Zitat wird in Ps 118 der Tempel erwähnt – den Jesus bald betreten wird (Evans 2001, 145). Psalm 118 war der letzte Psalm, der an Festtagen von Pilgern gesungen wurde. Die pilgernde Menge, die mit Jesus zum Passafest nach Jerusalem kam, scheint den Psalm jedoch nun über Jesus zu singen (vgl. France 2002, 433f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gepriesen (Gesegnet) [sei], der im Namen des Herrn kommt!{{par|Psalm|118|25|26}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Gepriesen (Gesegnet) [sei] das kommende Reich (Herrschaft) unseres Vaters (Vorfahren) David! Hosanna in den höchsten [Höhen]!“{{par|Psalm|148|1}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} So (Danach, Und) zog (ging) er hinein nach Jerusalem, in den Tempel (Tempelbezirk). Dann (Und), nachdem er sich alles angesehen hatte, begab sich mit den Zwölf nach Betanien, weil (als) die Stunde schon spät war.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) die Stunde schon spät war&#039;&#039; D.h. einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 6,35 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|12}} {Und} Als sie am folgenden Tag Betanien verließen, wurde er hungrig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde er hungrig&#039;&#039; Als [[ingressives Aorist]] übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und als er von weitem einen Feigenbaum mit Blättern sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er … sah&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er ging hin, [um zu sehen], ob er vielleicht etwas daran fände. Doch (Und) als er hinkam, fand er nur (nichts außer) Blätter, es war nämlich nicht die Zeit für Feigen.{{par|Micha|7|1}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} Da (Und) sagte er zu [dem Baum]:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Da (Und) sagte er zu [dem Baum]&#039;&#039; W. „antwortete und sagte er zu ihm“. Jesus „antwortet“ (d.h. reagiert) hier auf die Situation (DBL Greek 646; vgl. V. 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Nie mehr, bis in Ewigkeit, soll jemand&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Nie mehr, bis in Ewigkeit soll jemand&#039;&#039; W. „nie mehr, bis in Ewigkeit, soll niemand“. Die doppelte Verneinung verstärkt den Schwur.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von dir Frucht essen!“ Und seine Jünger hörten das.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Als (Und) sie nach Jerusalem kamen, {und}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;als&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Als (Und) ... {und}&#039;&#039; W. „und … und“, hier als temporale Verknüpfung wiedergegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er in den Tempel (Tempelbezirk) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging er … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fing an, [alle], die im Tempel verkauften und kauften, hinauszutreiben. {und} Er warf die Tische der Geldwechsler und die Stände (Sitze) der Taubenverkäufer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taubenverkäufer&#039;&#039; W. „die Tauben verkauften“ ([[Subst. Ptz.]]). Jesus ist gegen Kommerz im Tempelhof, der der Anbetung Gottes vorbehalten sein sollte (vgl. V. 17) (Evans 2001, 169-171).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um{{par|Hosea|9|15}}{{par|Johannes|2|15}} &lt;br /&gt;
{{S|16}} und ließ nicht zu, dass irgendjemand einen Gegenstand (etwas)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einen Gegenstand (etwas)&#039;&#039; Offenbar diente der Tempelhof als Abkürzung für den Warenverkehr (France 2002, 444f.; Collins 2007, 530). Sach 14,21 stellte für den zukünftigen Tempel in Aussicht, dass keinerlei Händler mehr darin verkehren würden. Ein jüdischer Schriftsteller berichtet, dass im (Priestern vorbehaltenen) Heiligtum weder Speisen noch ungeweihte Gegenstände erlaubt waren (Josephus, Gegen Apion 2.8 §§106, 109). Eine spätere jüdische Schriftauslegung verbot den Zutritt zum Tempelberg mit Stab, Sandalen, Geldbörse, staubigen Füßen oder als Abkürzung, aber auch das Spucken auf dem Gelände (m. Ber. 9:5) (Evans 2001, 173).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
durch den Tempelhof (Tempel) trug.{{par|Sacharja|14|21}} &lt;br /&gt;
{{S|17}} Dabei lehrte er sie:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dabei lehrte er sie&#039;&#039; [[Imperfekt]], das etwas Fortdauerndes beschreibt und hier vielleicht anzeigt, dass Jesu Vorwurf die kondensierte Form einer längeren Rede ist. Oder inchoativ „er fing an, sie zu lehren“ (so Evans 2001, 173). W. „Und er lehrte und sagte zu ihnen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Heißt es nicht (Steht nicht geschrieben): ‚Mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Haus des Gebets [für] alle Völker&#039;&#039; ([[Dat. commodi]]). Der griechische Text folgt in diesem Zitat wörtlich der LXX und dem hebräischen.&amp;lt;/ref&amp;gt;  (Nichtjuden) genannt werden‘?{{par|Jesaja|56|7}} Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht!“{{par|Jeremia|7|11}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Räuberhöhle&#039;&#039; W. „Höhle der Räuber“ Das Bild stammt aus Jer 7,11. Jesus vergleicht den Idealzustand des Tempelgottesdiensts in dem für die Zukunft verheißenen Tempel (Jes 56,7) mit einem Zustand, den der Prophet Jeremia zum Anlass genommen hat, dem Tempel und den Priestern ein Strafgericht anzudrohen (Jer 7,11). Eigentlich sollte der Tempel für alle ein Ort des Gebets an Gott sein, die Priester sollten ein Beispiel in vorbildlicher Erfüllung der Gebote geben. Doch Jeremias Zeitgenossen waren Heuchler, die die zehn Gebote (und damit den Bund) brachen und sogar andere Götter verehrten. Indem sie sich beim Tempel (und der so zugesicherten Gegenwart Gottes) sicher wähnten, machten sie das Gotteshaus also gewissermaßen zur Räuberhöhle. Gott drohte darum durch Jeremias Protest im Tempel mit der Zerstörung des Tempels und der Vertreibung aus dem Gelobten Land, wenn sie sich nicht ändern. Jesu Vorwurf könnte also kaum schwerer wiegen. Offenbar nimmt er die Entweihung des Tempels durch Kommerz (und andere Vorgänge?) als ähnlich großen Verstoß gegen den Bund wahr, der das Eintreffen der Jesaja-Prophetie effektiv verhindert (Evans 2001, 174-79; France 2002, 445f.; Collins 2007, 530ff.). Nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. Chr. war den Lesern des Evangeliums sicherlich bewusst, dass auch darin ein Zusammenhang vorlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|18}} Als (Und) die obersten (führenden, Hohen) Priester&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;priester&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;oberste Priester&#039;&#039; Auf Griechisch „Hohe Priester“. Damit waren ehemalige Hohe Priester gemeint, die weiter im Hohen Rat vertreten waren, aber wahrscheinlich auch Mitglieder der wichtigen Priesterfamilien (France 2002, 335 Fn 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Schriftgelehrten (Schreiber) [davon (das)] hörten, {und}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;als&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
suchten sie [nach einer Möglichkeit]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;suchten ... fürchteten … war fasziniert&#039;&#039; Die letzten beiden [[Imperfekt]]e erklären die Situation. Der erste könnte auch linear „suchten weiter/ständig [nach einer Möglichkeit]“ oder inchoativ „begannen (erneut) zu suchen“ wiedergegeben werden. Zu &#039;&#039;suchten&#039;&#039; oder inchoativ „begannen zu suchen“ vgl. die parallelen Formulierungen in Mk 12,12; 14,1 und 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wie sie ihn aus dem Weg räumen (umbringen, beseitigen, loswerden) [könnten]. Sie fürchteten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; ihn nämlich, denn das ganze Volk&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das ganze Volk&#039;&#039; D.h. nicht das Volk der Juden, sondern das Straßenvolk (gr. ὄχλος „Menschenmenge“), die Leute, die Jesus zuhörten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war von seiner Lehre fasziniert (beeindruckt). &lt;br /&gt;
{{S|19}} Und als es Abend (spät) wurde, gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte zum Ausdruck bringen, dass sie dies jeden Abend taten (France 2002, 447). Im Deutschen wäre diese Information teil der Zeitangabe, nicht des Verbs, etwa: „Jeden Abend gingen...“ oder „Abends gingen sie immer...“ Vgl. ELB: „Und wenn es Abend wurde, gingen sie...“ (ähnlich MEN u. einige engl. Übers.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie aus der Stadt hinaus. &lt;br /&gt;
{{S|20}} Und als sie morgens [daran] vorbeikamen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie … vorbeikamen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sahen sie, dass der Feigenbaum von den Wurzeln her verdorrt war.{{par|Ijob|18|16}} &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und Petrus erinnerte sich und sagte (rief) zu ihm: „Rabbi, schau, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und Jesus entgegnete {und sagte zu ihnen}: „Habt Glauben (Vertrauen) [an] Gott&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Glauben (Vertrauen) [an] Gott&#039;&#039; Objektiver Genitiv (Evans 2001, 186).&amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
{{S|23}} Ja, (Amen, Wahrlich) ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Hier kommt es nach Mk 3,28 zum zweiten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Jeder, der (Wer) zu diesem Berg hier sagt: ‚Erhebe dich und stürze dich ins Meer!‘, und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt (vertraut), dass geschieht, was er sagt, für den wird es eintreffen!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;für den wird es eintreffen&#039;&#039; W. „dem wird es zuteil werden“ (vgl. NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|24}} Daher sage ich euch: Glaubt (Vertraut)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Glaubt [bei] allen [Dingen], für die...&#039;&#039; W. „Alle [Dinge], für die ihr betet und bittet: glaubt, dass ihr...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[bei] allen [Dingen], für die ihr betet und bittet, dass ihr [sie schon] erhalten habt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass ihr [sie schon] erhalten habt&#039;&#039; Die Erfüllung steht wie die Bedingung (das Beten) in der Zukunft. Gemeint ist also: Wer im Moment des Gebets darauf vertraut, dass seine Bitte schon sicher erfüllt ist, dessen Bitte wird erfüllt werden (vgl. BDR §333.2; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann werden sie {für euch} eintreffen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann werden sie {für euch} eintreffen&#039;&#039; W. „dann wird es euch zuteil werden“ (vgl. NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|25}} Und immer wenn ihr dasteht und betet (zum Beten steht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn ihr dasteht und betet&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;zum Beten steht&#039;&#039; Das Stehen war eine normale Gebetshaltung (Evans 2001, 192). Der Vers umschreibt also: „Immer wenn ihr beten wollt“ (EÜ, NGÜ, MEN) „euch zum Gebet vorbereitet“ oder einfach „wenn ihr betet“ (GNB). &#039;&#039;und betet&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst. Alternativ &#039;&#039;zum Beten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als finale Präpositionalphrase aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
[dann] vergebt [den betreffenden Menschen], wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.&lt;br /&gt;
{{S|26}} {{Sekundär}} Doch wenn ihr nicht vergebt, dann wird auch euer Vater im Himmel eure Verfehlungen nicht vergeben. {{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: In einigen der besten Zeugen fehlt V. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und sie kamen wieder nach Jerusalem. Und während er sich im Tempel aufhielt (durch den Tempel ging), kamen die obersten (führenden, Hohen) Priester&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;priester&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{und} die Schriftgelehrten (Schreiber) und die Ältesten auf ihn zu&lt;br /&gt;
{{S|28}} und fragen ihn: „Mit welchem Recht (Befugnis, Vollmacht, Autorität) tust du so etwas (diese [Dinge])? Oder wer hat dir dieses Recht (Befugnis, Vollmacht, Autorität) dazu gegeben, so etwas (solche [Dinge]) zu tun?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Recht (Befugnis, Vollmacht, Autorität)&#039;&#039; Diese Frage richtet sich gegen Jesu Protest im Tempel. Die religiösen Führer hatten im Tempel die alleinige Verfügungsgewalt. Sie waren diejenigen, die hier das Sagen hatten, und niemand sonst – und Jesus hat sich eingemischt. Da Jesus ohne ihre Genehmigung gehandelt hatte, hätten sie mit jeder denkbaren Antwort rechtliche Schritte gegen ihn einleiten können. Sowohl das Eingeständnis, keine Befugnis zu haben, als auch der Anspruch, eine höhere Vollmacht zu haben als die Priester und Schriftgelehrten, hätten sie zu seinem Schaden benutzen können (Evans 2001, 200f.; vgl. France 2002, 454).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|29}} Doch Jesus sagte zu ihnen: „Eines möchte ich von euch wissen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Eines möchte ich von euch wissen&#039;&#039; Oder „Ich werde euch nur eine Frage stellen“ (vgl. ZÜR). Die zweite Übersetzung kann zwar das Futur direkt übertragen, betont jedoch eines nicht so direkt wie die vorgezogene Formulierung. LUT: „Ich will euch auch eine Sache fragen“, GNB: „Ich habe nur eine Frage an euch“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{und} Antwortet mir,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und} Antwortet mir&#039;&#039; Oder „Wenn ihr mir antwortet...“ Der Imperativ steht hier wie in einem semitischen Bedingungssatz für die Bedingung (Evans 2001, 204). GNB: „Die beantwortet mir, dann...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann (und) werde ich euch sagen, mit welchem Recht (Befugnis, Vollmacht, Autorität) ich so handle (so etwas; diese [Dinge] tue).&lt;br /&gt;
{{S|30}} Die Taufe von Johannes – stammte (war) sie vom Himmel oder von Menschen? Sagt es (Antwortet) mir!“&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) besprachen sie sich (dachten bei sich) {und sagten}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagten}&#039;&#039; Das [[pleonatische Partizip]] leitet die zitierte Rede ein, ist im Deutschen aber unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wenn wir sagen: ‚vom Himmel‘, wird er sagen: ‚Weshalb habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‘&lt;br /&gt;
{{S|32}} Sagen wir aber (Sollen wir stattdessen sagen):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sagen wir aber&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Sollen wir stattdessen sagen&#039;&#039; Beide Übersetzungen sind möglich, weil die Satzzeichen im griechischen Neuen Testament aus dem Sinn erschlossen werden müssen. Die erste folgt der Interpunktion von NA28 und geht davon aus, dass die Erwägung unvollständig abbricht. Der [[Konjunktiv]] verknüpft den Satz dann mit der Bedingung „Wenn wir sagen“ aus V. 31, wo ebenfalls der Konjunktiv stand, und „wenn“ ist aus V. 31 zu ergänzen (so ZÜR; NSS). Die zweite versteht den Konjunktiv als deliberativen Konjunktiv, die abgebrochene Überlegung endet in einer unbeantworteten Frage (so die meisten Übersetzungen). Als dritte theoretisch mögliche Übersetzung kommt auch eine zwischenzeitliche Entscheidung „Sagen wir doch ‚von Menschen‘“ infrage (vgl. France 2002, 455). NGÜ formuliert den weiteren Gedankengang passend: „Doch ´das wagten sie nicht,` weil sie vor dem Volk Angst hatten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚von Menschen‘...?“ Sie fürchteten das Volk (die Menschenmenge), denn alle waren der Meinung, dass Johannes tatsächlich ein Prophet gewesen war.&lt;br /&gt;
{{S|33}} Also (Und) antworteten sie Jesus {und sagten}: „Wir wissen [es] nicht.“ Da (Und) erwiderte (sagte) Jesus {zu ihnen}: „Dann sage ich euch auch nicht, mit welchem Recht (Befugnis, Vollmacht, Autorität) ich so handle (so etwas; diese [Dinge] tue).“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HHigel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_10&amp;diff=39142</id>
		<title>Markus 10</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_10&amp;diff=39142"/>
		<updated>2023-11-11T11:01:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HHigel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Und von dort ging er auf die andere Seite des Jordans, nach Judäa, und wieder versammelten sich Menschen bei ihm und wie immer erklärte er ihnen, wie sie leben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|2}} Da kamen einige Pharisäer, die ihm eine Falle stellen wollten, indem sie fragten, ob ein Mann sich von seiner Frau scheiden darf.&lt;br /&gt;
{{L|3}} Aber er fragte sie: „Was hat Mose euch vorgeschrieben?“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Und sie sagten: „Mose hat erlaubt, der Frau einen Scheidungsbrief zu schreiben und sich dann von ihr zu scheiden.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Aber Jesus sagte zu ihnen: „Weil ihr Gott nicht gehorchen könnt, hat er euch dieses Gebot gegeben.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Aber seit Anfang der Schöpfung „hat er sie männlich und weiblich gemacht.“&lt;br /&gt;
{{L|7}} „Aus diesem Grund wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und er wird sich mit seiner Frau vereinen&lt;br /&gt;
{{L|8}} und die beiden werden zu einem Körper, also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Körper.&lt;br /&gt;
{{L|9}} Was Gott vereint hat, das soll der Mensch nicht trennen.“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|10}} Als sie im Haus waren, fragten die Jünger noch mal Jesus,&lt;br /&gt;
{{L|11}} und er erklärte ihnen: „Wenn man sich von seiner Frau scheidet und heiratet eine andere, bricht man die Ehe,&lt;br /&gt;
{{L|12}} und wenn sich eine Frau geschieden hat und einen anderen heiratet, bricht sie die Ehe“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|13}} Und einige Leute versuchten, Kinder zu ihm zu bringen, damit er sie berühre, aber die Jünger hielten sie unfreundlich davon.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Aber als Jesus das sah, wurde er ärgerlich und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder zu mir kommen! Hindert sie nicht daran, denn solchen gehört Gottes Reich.&lt;br /&gt;
{{L|15}} Wahrlich, ich sage euch: Jeder, der Gottes Reich nicht wie ein Kind annimmt, kommt auf keinen Fall hinein.“&lt;br /&gt;
{{L|16}} Und er nahm sie in die Arme und segnete sie, indem er ihnen die Hände auflegte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|17}} Und als er raus auf die Straße ging, kam jemand gerannt und kniete sich vor ihn. Er fragte ihn: „Guter Lehrer, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erhalten?“&lt;br /&gt;
{{L|18}} Jesus aber sagte zu ihm: „Warum nennst du &#039;&#039;mich&#039;&#039; gut? Niemand ist gut, außer einem: Gott.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Du kennst die Gebote: ‚Töte nicht, brich nicht die Ehe, stiehl nicht, lüge nicht, unterschlage nicht, ehre deinen Vater und deine Mutter.‘“&lt;br /&gt;
{{L|20}} Der Mann entgegnete: „Lehrer, das habe ich seit meiner Jugend alles gehalten.“&lt;br /&gt;
{{L|21}} Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb, und er sagte zu ihm: Noch etwas: Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen, dann hast du einen Schatz im Himmel. Und dann folge mir!“&lt;br /&gt;
{{L|22}} Aber diese Forderung schockierte den Mann und traurig ging er weg, denn er war reich.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Und Jesus sah sich um und sagte zu seinen Jüngern: „Es ist sehr schwer für Reiche, in Gottes Reich zu kommen!“&lt;br /&gt;
{{L|24}} Die Junger waren von seinen Worten überrascht. Doch Jesus sagte noch einmal zu ihnen: „Es ist schwer, in Gottes Reich zu kommen!&lt;br /&gt;
{{L|25}} Für ein Kamel ist es leichter, durch ein Nadelöhr zu kommen, als für einen Reichen in Gottes Reich zu kommen.“&lt;br /&gt;
{{L|26}} Da waren sie völlig erstaunt und sagten zu einander: „Wer kann dann gerettet werden?“&lt;br /&gt;
{{L|27}} Jesus sah sah sie an und sagte: „Bei Menschen ist das unmöglich, aber bei Gott nicht: Denn bei Gott ist alles möglich.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|28}} Petrus sagte zu ihm: „Du weißt, dass wir alles verlassen haben und dir folgen!“&lt;br /&gt;
{{L|29}} Jesus sagte: „Wahrlich, ich sage euch: Jeder, der sein Haus, seine Geschwister, Eltern, Kinder oder Felder wegen mir und wegen des Evangeliums zurück gelassen hat,&lt;br /&gt;
{{L|30}} wird das Hundertfache dafür bekommen: jetzt Häuser, Geschwister, Mütter, Kinder und Felder, allerdings unter Verfolgung, und in Zukunft ewiges Leben.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Aber viele Erste werden Letzte sein und die Letzten Erste.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|32}} Sie gingen nach Jerusalem; Jesus ging vor ihnen her. Und die Jünger wunderten sich darüber, und die, die hinter ihm gingen, bekamen Angst. Da nahm er die Zwölf noch einmal bei Seite und teilte ihnen mit, was mit ihm geschehen würde:&lt;br /&gt;
{{L|33}} „Wir gehen nach Jerusalem, dort wird der Menschensohn an die obersten Priester und die Schriftgelehrten ausgeliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen und ihn an die Heiden ausliefern,&lt;br /&gt;
{{L|34}} und sie werden ihn verspotten, anspucken, auspeitschen und töten, aber nach drei Tagen wird er auferstehen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|35}} Und Jakobus und Johannes, die Söhne von Zebedäus, kamen auf ihn zu und sagten zu ihm: „Lehrer, wir wollen, dass du für uns tust, worum wir dich bitten werden.“&lt;br /&gt;
{{L|36}} Da sagte er zu ihnen: „Was wollt ihr, dass ich für euch tun soll?“&lt;br /&gt;
{{L|37}} Sie sagten zu ihm: „Gewähre uns, in deinem Reich neben dir sitzen zu dürfen!“&lt;br /&gt;
{{L|38}} Da sagte Jesus zu ihnen: „Ihr wisst nicht, um was ihr da bittet! Könnt ihr den Becher trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft werden, mit der &#039;&#039;ich&#039;&#039; getauft werde?“&lt;br /&gt;
{{L|39}} Sie aber sagten zu ihm: „Das können wir!“ Jesus aber sprach zu ihnen: „Den Becher, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden,&lt;br /&gt;
{{L|40}} aber nicht ich sage, wer neben mir sitzt, denn die Sitze sind bereits vergeben.“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|41}} Als die anderen zehn Jünger das hörten, wurden sie wütend auf Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|42}} Da rief Jesus sie zu sich und sagte zu ihnen: „Ihr wisst, dass Herrscher die Menschen unterdrücken und ihre Macht missbrauchen.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Aber bei euch ist das nicht so! Wer bei euch groß sein möchte, soll euer Diener sein,&lt;br /&gt;
{{L|44}} und wer bei euch Erster sein möchte, soll der Sklave aller anderen sein.&lt;br /&gt;
{{L|45}} Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld an Stelle vieler zu geben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|46}} Und sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge von Jericho weitergehen wollte, saß ein blinder Bettler, Bartimäus, am Straßenrand,&lt;br /&gt;
{{L|47}} Und als er hörte, dass es Jesus, der Nazarener, war, fing er an zu schreien: „Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!“&lt;br /&gt;
{{L|48}} Und viele herrschten ihn an, still zu sein. Aber er schrie um so lauter: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“&lt;br /&gt;
{{L|49}} Da blieb Jesus stehen und sagte: „Ruft ihn!“ Und sie riefen den Blinden und sagten zu im: „Keine Angst! Steh auf, er ruft dich!“&lt;br /&gt;
{{L|50}} Da warf er seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|51}} Und Jesus fragte ihn: „Was willst du, dass ich für dich tue?“ Da sagte der Blinde zu ihm: „Rabbuni, dass ich sehen kann!“&lt;br /&gt;
{{L|52}} Und Jesus sagte zu ihm: „Dein Glaube hat dich geheilt!“, und sofort konnte er sehen und schloss sich Jesus auf dem Weg an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und von dort brach (stand) er auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brach auf und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zog (kam) in das Gebiet von Judäa und (und zwar) das [Land] jenseits des Jordans, und wieder einmal (erneut) liefen Menschenmengen bei ihm zusammen, und wie es seine Gewohnheit war, lehrte er sie auch diesmal (wieder). &lt;br /&gt;
{{S|2}} Daraufhin (Und) kamen einige Pharisäer herbei und wollten von ihm wissen (erkundigten sich), ob es einem Mann erlaubt sei, sich von [seiner] Frau zu scheiden (wegzuschicken), um (wobei sie) ihm eine Falle zu stellen (ihn auf die Probe zu stellen; zu testen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um ihm eine Falle zu stellen&#039;&#039; Finales (oder modales) [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Oder wie MEN: „weil sie ihm eine Falle stellen wollten“. Das Verb heißt „testen, erproben“ im weitesten Sinn. Hier erproben die Pharisäer Jesus so, dass er möglichst geschädigt werden soll (vgl. LN 27.31): Die Pharisäer wissen vermutlich, dass Jesus Johannes nahe stand, der am Ende wegen seiner Position zur Scheidung und Wiederheirat des Tetrarchen Herodes Antipas umgekommen war (Mk 6,14-29). Dessen Scheidung hatte einen Krieg provoziert und Herodes um ein Haar um sein Land gebracht. Die Pharisäer hoffen vermutlich, dass Jesus sich als politisch gefährlich herausstellt (Evans 2001, 82) oder zumindest bei seinen Anhängern unbeliebt macht. Die meisten Juden zu seiner Zeit glaubten nämlich, dass Scheidung erlaubt war. Im besten Fall hätten sie nachweisen können, dass Jesu Position dem Gesetz (Dtn 24,1-4) widersprach (France 2002, 390). Für ähnliche Versuche der Pharisäer vgl. Mk 8,11; 12,15; Joh 8,6. Jesus wurde zuvor schon in Mk 1,13 vom Satan auf die Probe gestellt, was die Pharisäer wie ihn zu Jesu Gegenspielern macht (vgl. Collins 2007, 384).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|3}} Er jedoch erwiderte {und sagte zu ihnen}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er jedoch erwiderte {und sagte zu ihnen}&#039;&#039; Die pleonastische Formulierung kann in der Übersetzung gekürzt werden. erwiderte Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Was hat euch Mose vorgeschrieben (geboten)?“&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und sie sagten: „Mose hat es zugelassen, [der Frau] einen Scheidungsbrief zu schreiben und [sich dann von ihr] zu scheiden (wegzuschicken).“{{par|Deuteronomium|24|1|4}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Aber Jesus sagte zu ihnen: „Angesichts (wegen, mit Rücksicht auf) eurer Sturheit (Herzenshärte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Angesichts (wegen, mit Rücksicht auf) eurer Sturheit (Herzenshärte)&#039;&#039; Diese &#039;&#039;Sturheit&#039;&#039;, „Verstockung“ oder, etwas wörtlicher, &#039;&#039;Herzenshärte&#039;&#039; signalisiert nicht Kaltherzigkeit gegenüber dem Partner, sondern die Unfähigkeit oder den Unwillen, Gottes Geboten zu gehorchen – hier gerade, seiner eigentlichen Absicht für die Ehe zu folgen. Jesus argumentiert also, dass letztlich nur die menschliche Sünde zu diesem Gebot geführt hat. (Evans 2001, 84; France 2002, 391). &#039;&#039;Angesichts&#039;&#039; Gr. πρός wird an dieser Stelle häufig mit dem kausalen Sinn von „aufgrund“, &#039;&#039;wegen&#039;&#039; übersetzt, steht aber eher i.Sv. &#039;&#039;mit Rücksicht auf&#039;&#039; (MEN, BA III5a) für die weise Vorsichtsmaßnahme, die eben diese menschliche Schwäche berücksichtigt (vgl. France, NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
hat er euch dieses Gebot (Vorschrift) aufgeschrieben (gegeben).&lt;br /&gt;
{{S|6}} Aber seit [dem] Beginn der Schöpfung „hat er sie männlich und weiblich gemacht.“{{par|Genesis|1|27}}{{par|Genesis|5|2}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} „Aus diesem Grund wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und er wird sich mit seiner Frau vereinen (zusammenschließen)&lt;br /&gt;
{{S|8}} und die beiden (zwei) werden zu einem Fleisch (Körper)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Fleisch&#039;&#039; steht hier im übertragenen Sinn für den &#039;&#039;Körper&#039;&#039;. Es handelt sich hier um ein wörtliches Zitat aus der LXX, sodass hinter dem griechischen σάρξ das atl. {{hebr}}בָּשָׂר{{hebr ende}} „Fleisch“ mit dieser übertragenen Bedeutung steht (TDNT B1b).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sein (werden)“,{{par|Genesis|2|24}} daher sind sie nicht länger zwei, sondern ein Fleisch (Körper).&lt;br /&gt;
{{S|9}} Was Gott verbunden (vereinigt, zusammengefügt) hat, das soll (darf)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das soll (darf) ein ([der]) Mensch nicht trennen&#039;&#039; Das Verb steht in der dritten Person des Imperativs, den man am besten mit Hilfsverb („soll“, „muss“ bzw. negativ „darf“ oder „möge“) oder einem Konjunktiv umschreibt. Hier beschreibt Jesus eine ethische Maxime aufgrund eines Schöpfungsprinzips, daher ist soll am passendsten. &#039;&#039;ein ([der]) Mensch&#039;&#039; Gemeint ist entweder „(irgend)ein Mensch“ oder „der Mensch“ (Synonym zu „Menschheit“), wobei die meisten Übersetzungen sich für die letzte Variante entscheiden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum ein ([der]) Mensch nicht trennen.“&lt;br /&gt;
{{S|10}} Als (Und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … da&#039;&#039; W. „Und … und“, hier als temporales Verhältnis verstanden und übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich die Jünger im Haus (zu Hause) bei ihm noch einmal (wieder) danach erkundigten (fragten),&lt;br /&gt;
{{S|11}} da (und) sagte er zu ihnen: „Jeder, der (Wer immer) sich von seiner Frau scheidet und eine andere heiratet, bricht an ihr die Ehe,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bricht an ihr die Ehe&#039;&#039; D.h. „bricht so die Ehe, die mit der ersten Frau bestand“ (vgl. Collins 2007, 469).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} und wenn sie sich von ihrem Mann geschieden hat und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie sich ... geschieden hat und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
einen anderen heiratet, bricht sie die Ehe.“ &lt;br /&gt;
{{S|13}} Und [die Leute] versuchten, Kinder zu ihm zu bringen (brachten), um {er} sie zu berühren,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;versuchten, Kinder zu ihm zu bringen&#039;&#039; Das konative [[Imperfekt]] drückt aus, dass die Leute es versuchten (Evans 2001, 93). &#039;&#039;um sie zu berühren&#039;&#039; Wahrscheinlich stand dahinter eine abgergläubische Vorstellung. So wie die Menschen immer wieder versuchten, geheilt zu werden, indem sie Jesus berührten (z.B. Mk 5,28), so hoffen die Eltern offenbar, dass irgendeine Kraft oder ein Segen (vgl. V. 16) von Jesus auf ihre Kinder übergehen wird (Collins 2007, 471f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber die Jünger wiesen sie unfreundlich ab (schimpften sie)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Jünger wiesen sie unfreundlich ab (schimpften sie)&#039;&#039; Es wird nicht klar, ob die Jünger die Eltern der Kinder in unfreundlicher Weise zurückwiesen oder ob sie die Kinder schimpften. Es könnte sein, dass sie einfach eine Belästigung von Jesus fernhalten wollten, oder dass sie etwas dagegen hatten, dass Jesus die Kinder berühren sollte (s. die vorige Fußnote) (Evans 2001, 84). Die Jünger schienen Jesu Lehre aus 9,37 schon wieder vergessen zu haben (France 2002, 397).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|14}} Doch als Jesus [das] sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Jesus [das] sah&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wurde er ärgerlich (ungehalten) und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder zu mir kommen! Haltet sie nicht auf, denn solchen [wie ihnen] gehört Gottes Reich (Herrschaft). &lt;br /&gt;
{{S|15}} Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jeder, der (Wer immer) Gottes Reich (Herrschaft) nicht wie ein Kind annimmt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht wie ein Kind annimmt&#039;&#039; Das kann zwei Bedeutungen haben: 1. Die Annahme von Gottes Reich, wie ein Kind (Kind als Nominativ) es tun würde oder 2. Die Annahme von Gottes Reich, wie man ein Kind (Kind als Akkusativ) aufnehmen würde. Dass Mk 9,37 ebenfalls davon spricht, „Geringe“ (oder Kinder) aufzunehmen, könnte für 2. sprechen, aber logischer in den Kontext passt die erste Deutung. V. 14B („Gottes Reich gehört solchen wie ihnen“) spricht ebenfalls für 1. Das würde zudem gut zu Mt 18,3 passen (France 2002, 397f.; Collins 2007, 473).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kommt bestimmt nicht hinein.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und er nahm sie in die Arme und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm sie in die Arme und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
segnete sie, indem er ihnen die Hände auflegte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er … auflegte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und als er nach draußen auf die Straße kam (sich auf den Weg machte), kam einer angerannt und kniete sich vor ihm hin.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam angerannt und kniete sich hin&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]] (2x), hier als separater Hauptsatz wiedergeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er fragte ihn: „Guter Lehrer, was muss (soll) ich tun, um {ich} ewiges Leben zu bekommen (Anteil am … zu erhalten; erben)?“&lt;br /&gt;
{{S|18}} Jesus aber sagte zu ihm: „Warum nennst du &#039;&#039;mich&#039;&#039; gut? Niemand ist gut außer einem: Gott.&lt;br /&gt;
{{S|19}} Du kennst die Gebote: ‚Töte (morde) nicht, brich die Ehe nicht, stiehl nicht, mache keine Falschaussage;{{par|Exodus|20|13|16}} unterschlage (betrüge, enthalte vor, raube) nicht;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;unterschlagen&#039;&#039; Dabei geht es um die betrügerische Vorenthaltung, beispielsweise eines verdienten Lohns, oder das Unterschlagen von anvertrauten Gütern (LN 57.248; 57.47; NSS; Collins 2007, 478). Als einziges zitiertes Gebot gehört dieses nicht zu den Zehn Geboten. Der Unterschied zu „stehlen“ ist nicht groß. Vielleicht soll das Wort das Zehnte Gebot zusammenfassen (France 2002, 402). Eine andere Quelle für diesen Punkt der Liste könnte Mal 3,5 LXX sein. Oder Jesus ergänzt ihn sinngemäß, weil sein Gegenüber reich ist – daher ist es wahrscheinlicher, dass er etwas unterschlägt als andere beneidet (Evans 2001, 96; Collins 2007, 478f.). Viele Übersetzungen geben das Wort mit „(be)rauben“ wieder.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ehre deinen Vater und deine Mutter.‘{{par|Exodus|20|12}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} Der [Mann] {aber} entgegnete (sagte) {ihm}: „Lehrer, das alles habe ich seit meiner Jugend befolgt (beachtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beachtet (bewahrt)&#039;&#039; Oder „vor all dem habe ich mich in Acht genommen“. Das Verb steht im Medium, ist aber wohl wie ein Aktiv zu übersetzen (NSS). Die andere Möglichkeit wäre, dass der Mann so ausdrückt, er habe sich davor in Acht genommen, die erwähnten Verbote zu verletzen (France 2002, 402f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Jesus {aber} sah ihn an und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah ihn an und&#039;&#039; Beigeordnet aufgelöstes [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gewann ihn lieb&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gewann ihn lieb&#039;&#039; Oder: „zeigte seine Liebe (mit einer Geste)“ Die vielleicht sinnvollste Übersetzung von „liebte“ ist als [[ingressives Aorist]] (wie OfBi), das den Beginn von etwas in den Fokus nimmt. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Jesus seine Zuneigung mit einer Geste bekundet (Evans 2001, 98; beispielsweise einer Umarmung, wie NSS vorschlägt), aber keine Übersetzung folgt dem. EÜ: „Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er“, NGÜ: „Jesus sah ihn voller Liebe an“, NET, NASB: „he felt love for him“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und er sagte zu ihm: „Eins fehlt dir [noch]: Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib [den Erlös] den Armen, dann (und) wirst du einen Schatz im Himmel haben. Und [dann] komm, folge mir nach!“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Doch der [Mann] war erschüttert (getroffen; enttäuscht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschüttert (getroffen; enttäuscht)&#039;&#039; Einige Übersetzungen: „entsetzt“ oder, wie Luther, „unmutig“. Sicher ist, dass der Mann von der Forderung überrascht und enttäuscht war, weil er sie nicht erfüllen wollte oder für unerfüllbar hielt. Unklar ist, wie stark der Schock oder die Betroffenheit ist, die das Wort ausdrücken soll.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
über diese Forderung (das Gesagte; Wort) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;war erschüttert … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging traurig davon, denn er besaß&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er besaß&#039;&#039; [[Pleonastisches Ptz.]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
viele Güter. &lt;br /&gt;
{{S|23}} Und Jesus schaute sich um und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schaute sich um und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst. Eine weitere mögliche Auflösung wäre z.B. „mit/nach einem Blick in die Runde“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu seinen Jüngern (Schülern): „Wie schwer werden [es] die Wohlhabenden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Wohlhabenden&#039;&#039; W. etwa „diejenigen, welche {die} Güter/Reichtümer haben“ ([[subst. Ptz.]]), oder wie NGÜ: „Menschen, die viel besitzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[haben], in Gottes Reich (Königsherrschaft) zu kommen!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Die Jünger {aber} waren von seinen Worten überrascht (bestürzt, entgeistert)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;überrascht (bestürzt, entgeistert)&#039;&#039; D.h. sie hatten so eine Aussage von Jesus nicht erwartet.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch Jesus sagte noch einmal zu ihnen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte noch einmal zu ihnen&#039;&#039; W. „antwortete und sagte noch einmal zu ihnen“. Jesus „antwortet“ (d.h. reagiert) hier auf die Situation (DBL Greek 646; vgl. V. 51). Im Kontext vielleicht „ergriff das Wort“ (NSS, der aber so übersetzt wie wir). MEN: „Jesus aber wiederholte seinen Ausspruch nochmals mit den Worten“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Kinder&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kinder&#039;&#039; D.h. etwa „Leute“, eine freundliche Anrede an die Jüngergruppe (vgl. France 2002, 404). Vgl. Joh 21,5, wo die Wiedergabe mit „Männer“ etwas angemessener ist und den Vorzug erhielt.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wie schwer ist es, in Gottes Reich (Königsherrschaft) zu kommen!&lt;br /&gt;
{{S|25}} Es ist leichter [für] ein Kamel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamel&#039;&#039; Nach manchen Handschriften: „Schiffstau“ (s.u.). Eine verbreitete Erklärung identifiziert das Nadelöhr mit einem kleineren Stadttor für Passanten, das ein Kamel vielleicht irgendwie hätte durchqueren können. Es gibt jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass solche Tore jemals so bezeichnet wurden (France 2002, 405). Ein entsprechendes historisches Tor in Jerusalem stammt aus dem Mittelalter (Evans 2001, 101). Jesus will mit diesem originellen Bild zeigen, dass es für Reiche unmöglich ist, in Gottes Reich zu kommen (s. die nächsten Verse), nicht dass es für sie besonders schwierig ist (France 2002, 405). Jesus setzt dem kleinstmöglichen Loch eines der größten in Palästina bekannten Tiere entgegen (Pesch 1977, 141). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Einige eher unwichtige Zeugen lesen καμιλον „Schiffstau“ statt καμηλον &#039;&#039;Kamel&#039;&#039; (&#039;&#039;f&#039;&#039;13, 28, 124, 579, arm, geo). Bemerkenswert daran ist, dass das Schiffstau (als übergroßes Gegenstück zum Nähgarn) thematisch näher mit dem Nadelöhr verbunden ist als das Kamel (Evans 2001, 90). In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurden die beiden Wörter teils praktisch gleich ausgesprochen (Willker 2013, 420f.). Neben der stabilen externen Überlieferung spricht für das Kamel, dass es in anderen antiken Texten ähnliche Redewendungen gibt (wie etwa der Elefant durch das Nadelöhr in rabbinischen Texten; Gnilka 1979, 88). So ist das „Schiffstau“ ein recht offensichtlicher Versuch, Jesu bizarren Vergleich verständlicher zu machen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
durch das Nadelöhr&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Nadelöhr&#039;&#039; W. „das Öhr der Nadel“ Textkritik: Die bestimmten Artikel sind zwar textkritisch umstritten (sie fehlen in etlichen wichtigen Zeugen; NA28 setzt sie in eckige Klammern), aber ihr Fehlen ist sehr wahrscheinlich eine Angleichung an Mt 19,24 par Lk 18,25. Die bestimmten Artikel zeigen dem Leser die Bekanntheit des Nadelöhrs als das bekanntermaßen kleinste Loch an (Willker 2013, 422).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu kommen, als [für] einen Reichen, in Gottes Reich (Königsherrschaft) zu kommen.“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Da waren sie völlig entgeistert (außer sich, erstaunt, überwältigt) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu einander: „Wer kann dann gerettet werden?!?“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Jesus sah sie an und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah an und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte: „Bei Menschen [ist es] unmöglich, aber nicht bei Gott: Denn bei Gott [ist] alles möglich.“ &lt;br /&gt;
{{S|28}} Petrus sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; W. „fing an zu sagen“, eine bei Markus typische Wendung, wo „anfangen“ sehr schwache Bedeutung hat.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Du weißt (Siehe),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Du weißt&#039;&#039; W. „Siehe“. Das Wort hat im Griechischen die Funktion, die Aufmerksamkeit auf das Folgende zu lenken. Diese Funktion kann man nicht mit dem deutschen „siehe“, sondern nur mit einer sinngemäßen Wiedergabe erreichen (Runge, Discourse Grammar, 5.4.2). Unsere Wiedergabe vgl. EÜ, GNB, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt (haben uns dir angeschlossen)!“&lt;br /&gt;
{{S|29}} Jesus sagte: „Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;[[Amen]]&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es gibt niemanden, der Haus (Haushalt), {oder} Brüder oder Schwestern, {oder} Mutter, {oder} Vater oder Kinder oder Felder wegen mir und wegen des Evangeliums (der Heilsbotschaft) zurückgelassen (verlassen) hat,&lt;br /&gt;
{{S|30}} der nicht&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der nicht&#039;&#039; W. „(Es gibt niemanden (V. 29)...,) wenn er nicht“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[das] Hundertfache [dafür] bekommen wird (bekommt): jetzt, in dieser Zeit, Häuser und Brüder, {und} Schwestern, {und} Mütter, {und} Kinder und Felder, [wenn auch] unter Verfolgungen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[wenn auch] unter Verfolgungen&#039;&#039; bezieht sich auf Begleitumstände (BA μετά, III.2.). &#039;&#039;[wenn auch]&#039;&#039; wurde daher sinngemäß eingefügt, weil „unter Verfolgungen“ eine Einschränkung bezeichnet, die man im Deutschen auf diese Weise einleitet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und im kommenden Zeitalter (Welt) ewiges Leben.&lt;br /&gt;
{{S|31}} Und (Aber) viele Erste werden Letzte sein und die Letzten Erste.“{{par|Markus|10|44}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Sie {aber} waren auf dem Weg nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sie waren auf dem Weg nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran&#039;&#039; Es handelt sich um zwei [[periphrastisches Ptz.|umschriebene Imperfekte]], die sinngemäß wiedergegeben sind. Sie heben den durativen Aspekt stärker hervor und beschreiben so die Ausgangslage dieses neuen Abschnitts. &#039;&#039;waren auf dem Weg nach Jerusalem&#039;&#039; lässt sich auch anders wiedergeben: „waren unterwegs und gingen dabei (hinauf) nach Jerusalem“ oder, wie es an anderen Stellen häufig zu finden ist, einfach „gingen (hinauf) nach Jerusalem“. Der Übersetzer hat das Ptz. „gingen (hinauf)“ nicht zusätzlich übersetzt, weil &#039;&#039;waren auf dem Weg&#039;&#039; schon dieselben Informationen enthält (vgl. NSS; GNB, NGÜ, EÜ, MEN). Die Juden sprachen im Zusammenhang mit der Reise nach Jerusalem grundsätzlich von einem „Hinaufgehen“ (auch weil Jerusalem erhöht und der Tempel auf einem Hügel lag). Vgl. Mk 3,22, wo die Schriftgelehrten aus Jerusalem &#039;&#039;herab&#039;&#039;gekommen sind.&lt;br /&gt;
Nach 10,1 ist Jesu Reisegruppe bereits nach Judäa gekommen, hat aber die Stadt Jericho noch nicht erreicht (V. 46), an der jeder vorbeikam, der im Jordantal nach Süden reiste. Von dort aus führte eine Straße nach Westen gen Jerusalem.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und (da) [die Jünger (Leute)] wunderten sich darüber (wurden von Beklommenheit erfasst; erschraken),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;1&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[die Jünger (Leute)] wunderten sich darüber (wurden von Beklommenheit erfasst; erschraken)&#039;&#039; und &#039;&#039;bekamen Angst&#039;&#039; Impliziertes Subjekt nach dem Verlauf der Erzählung sind die Jünger (France 2002, 412). Zum zweiten Subjekt s. die nächste Fußnote. Die Verwunderung (oder die Beklommenheit, das Unbehagen) der Jünger ist eine Reaktion auf Jesu Verhalten, den der Evangelist uns als entschlossen auf sein Schicksal zumarschierend darstellt (ebd.). Das [[Imperfekt]] drückt dann die wachsenden oder anhaltenden Gefühle der Jünger aus (daher &#039;&#039;bekamen&#039;&#039; statt „&#039;&#039;hatten&#039;&#039; Angst“) (Evans 2001, 108; France). Viele Übersetzungen versuchen leider nicht in ausreichendem Maß, die einzelnen Satzteile in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. NGÜ macht die Vorgänge am besten verständlich: „Unruhe hatte die Jünger ergriffen, und auch die anderen, die mitgingen, hatten Angst.“ MEN: „Jesus ging ihnen (dabei) voran, und sie waren darüber erstaunt; die ihm Nachfolgenden aber waren voll Furcht.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und (aber) die, die hinter ihm gingen (die ihm Folgenden, seine Nachfolger),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die hinter ihm hergingen (die ihm Folgenden, seine Nachfolger)&#039;&#039; ([[Subst. Ptz.]]) Da Jesus vorausgeht, heißt „nachfolgen“ hier wohl einfach „hinterhergehen“ und bezeichnet im weiteren Sinn seine Nachfolger, die Jesus in diesem Moment hinterhergingen (France 2002, 412). Die Gruppe der Zwölf ist nur ein Teil von ihnen, die Jesus gleich noch einmal besonders auf das Bevorstehende vorbereitet. Das Bild des vorangehenden Jesus und der folgenden Jünger steht wohl auch symbolisch für die Nachfolge (Collins 2007, 484).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bekamen Angst&amp;lt;ref name=&amp;quot;1&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) nahm er die Zwölf noch einmal beiseite und teilte ihnen mit&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahm beiseite und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst. &#039;&#039;teilte ihnen mit&#039;&#039; W. „begann ihnen zu sagen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
was mit ihm geschehen würde: &lt;br /&gt;
{{S|33}} „Wir gehen jetzt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jetzt&#039;&#039; W. „Siehe“. Das Wort hat im Griechischen die Funktion, die Aufmerksamkeit auf das Folgende zu lenken. Diese Funktion kann man nicht mit dem deutschen „siehe“, sondern nur mit einer sinngemäßen Wiedergabe erreichen (Runge, Discourse Grammar, 5.4.2). GNB: „Hört zu!“, NGÜ, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{hinauf} nach Jerusalem, dann wird der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) an die obersten (führenden, Hohen) Priester&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;oberste Priester&#039;&#039; Auf Griechisch „Hohe Priester“. Damit waren ehemalige Hohe Priester gemeint, die weiter im Hohen Rat vertreten waren, aber wahrscheinlich auch Mitglieder der wichtigen Priesterfamilien (France 2002, 335 Fn 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Schriftgelehrten (Schreibern) ausgeliefert werden, und sie werden ihn [zum] Tod verurteilen und ihn an die Heiden (Nichtjuden) ausliefern,&lt;br /&gt;
{{S|34}} und sie werden ihn verspotten, und sie werden ihn anspucken, und sie werden ihn auspeitschen und töten, und nach drei Tagen wird er auferstehen.“ &lt;br /&gt;
{{S|35}} Und Jakobus und Johannes, die Söhne von Zebedäus, kamen auf ihn zu und sagten zu ihm: „Lehrer, wir wollen, dass du [für] uns&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] uns&#039;&#039; [[Dat. commodi]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
tust, worum wir dich auch bitten werden.“&lt;br /&gt;
{{S|36}} Da sagte er zu ihnen: „Was wollt ihr, dass ich [für] euch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] euch&#039;&#039; [[Dat. commodi]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
tun soll?“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Sie sagten zu ihm: „Gewähre uns&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gestatte uns&#039;&#039; W. „Gib uns“, was wohl eine respektvolle Formulierung ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{dass wir} in deiner Herrlichkeit (Herrschaft, Ehre)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in deiner Herrlichkeit (Herrschaft, Ehre)&#039;&#039; bezieht sich auf die Zeit, in der Jesus seine Herrschaft als Messias in vollem Umfang angetreten hat (vgl. Mt 19,28; Mk 12,36), als Menschensohn, der von Gott ewige Macht erhält (Dan 7,13f.) (Evans 2001, 116; Pesch 1977, 155). Sehr passend paraphrasiert GNB: „wenn du deine Herrschaft angetreten hast“. EÜ: „in deinem Reich“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
einer an deiner rechten und einer an deiner linken [Seite] zu sitzen!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Da sagte Jesus zu ihnen: „Ihr wisst nicht, um was ihr [da] bittet! Könnt ihr den Becher (Kelch) trinken, den &#039;&#039;ich&#039;&#039; trinke,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Becher (Kelch) trinken, den ich trinke&#039;&#039; - Metapher, die sich auch in [[Markus 14#s36 |Mk 14,36]] findet. Diese Stelle, MartPol 14,2 („Ich danke dir, dass ich zu deinen Märtyrern gehören und am Kelch Christi teilhaben darf“), MartJes 5,13 (Jesaja bei seinem gewaltsamen Tod: „Nur für mich hat Gott diesen Kelch gemischt“) und der Ausdruck „(bitterer) Kelch des Todes“ für den Tod in TestAb 16,12; TgN zu Dtn 32,1 und TgN, TgJ, TgF zu Gen 40,23 legen nahe, dass die Rede vom „Kelch“, den jemand trinken muss, metaphorisch für den (gewaltsamen?) Tod (eines Gerechten?) steht. Verwandt ist vielleicht der Ausdruck „den Tod schmecken“ für „sterben“ in [[Markus 9#s1 |Mk 9,1]]; [[Johannes 8#s52 |Joh 8,52]]; [[Hebräer 2#s9 |Heb 2,9]] und häufiger in der frühjüdischen Literatur.&amp;lt;br /&amp;gt;In der Tat ist Johannes der einzige der Zwölf, von dem kein Märtyrertod überliefert ist; er musste Jesu Becher nicht trinken.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder [mit] der Taufe getauft werden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;taufe&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[mit] der Taufe getauft werden&#039;&#039; Bei &#039;&#039;[mit] der Taufe&#039;&#039; handelt es sich um einen „Akkusativ des inneren Objekts“, einen Akkusativ, der hinsichtlich Stamm oder Sinn mit dem dazugehörigen Verb übereinstimmt und so eine [[figura etymologica]] bildet (Siebenthal 2011, §151a). Jesus prägt hier scheinbar eine neue Metapher, indem er gleichzeitig die Taufe von Johannes dem Täufer (mit der er getauft wurde) und den verbreiteten übertragenen Gebrauch des gr. βαπτίζομαι „überwältigt sein“ ins Bewusstsein ruft und so zu einem Bild für das Martyrium verbindet (France 2002, 416f.; vgl. BA 3c). (Vergleichbare Wendungen im Deutschen sind „das Wasser steht mir bis zum Hals“ oder „ins kalte Wasser geworfen werden“.) Zusammen mit dem Kelch, der nach atl. Prophezeiungen den Zorn Gottes symbolisiert, und der Johannestaufe, die die Vergebung der Sünden anzeigte, weist Jesus so auf seinen stellvertretenden Tod für die Menschheit hin (Collins 2007, 496f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
mit der &#039;&#039;ich&#039;&#039; getauft werde?“&lt;br /&gt;
{{S|39}} Sie aber sagten zu ihm: „[Das] können wir!“ Jesus aber sprach zu ihnen: „Den Becher (Kelch), den ich trinke, werdet ihr trinken, und [mit] der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;taufe&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|40}} aber es ist nicht meine Sache (steht mir nicht zu), [euch] das Sitzen an meiner rechten oder linken [Seite] zu gewähren,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gewähren&#039;&#039; W. „geben“ (vgl. V. 37)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern [das Sitzen steht denjenigen zu], [für] die es vorgesehen (bestimmt, bereitet) ist.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sondern [das Sitzen steht denjenigen zu], [für] die es vorgesehen (bestimmt, bereitet) ist&#039;&#039; D.h. „Auf diesen Plätzen werden diejenigen Sitzen, die dafür vorgesehen sind“, und zwar (wie das Passiv anzeigt) von Gott (France 2002, 417). &#039;&#039;[für] die&#039;&#039; [[Dat. commodi]].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|41}} Und als die zehn [anderen Jünger das] hörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ... hörten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren sie wütend (ärgerten sie sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;waren sie wütend&#039;&#039; W. „begannen sie, wütend zu sein“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf Jakobus und Johannes. &lt;br /&gt;
{{S|42}} Und (da) Jesus rief sie zu sich und sagte zu ihnen: „Ihr wisst, dass diejenigen, die als Regierende der Völker (nichtjüdischen Völker, Nichtjuden) angesehen sind (gelten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die als Regierende … angesehen sind (gelten)&#039;&#039; W. „die zu regieren/herrschen (Inf.) über die Völker (Gen.) angesehen sind“ Die meisten Übersetzungen formulieren „gelten“. &#039;&#039;angesehen sind&#039;&#039; gibt jedoch noch besser die öffentlich sichtbare Rolle dieser Regierenden wieder (vgl. France 2002, 418). &#039;&#039;über die Völker&#039;&#039; (Genitivobjekt, Siebenthal 2011, §167h)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Menschen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sie&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;die Menschen&#039;&#039; W. „sie“, d.h. ihre Völker oder Untertanen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
beherrschen (unterdrücken), und [dass] ihre Großen (Mächtigen) die Menschen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihre Macht spüren lassen (ihre Macht über sie missbrauchen).&lt;br /&gt;
{{S|43}} Aber so ist es bei euch nicht! Wer (Jeder, der) bei (unter) euch groß sein (werden) möchte, soll vielmehr euer Diener sein,&lt;br /&gt;
{{S|44}} und wer (jeder, der) bei (unter) euch bedeutend (Erster) sein (werden) möchte, soll Sklave aller [anderen] sein.{{par|Markus|9|35}}{{par|Markus|10|31}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Denn auch der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld anstelle (für) vieler zu geben.“{{par|Markus|14|24}}{{par|Jesaja|53|10|12}}{{par|Daniel|7|13|14}}{{par|Philipper|2|6|11}}{{par|1_Timotheus|2|5|6}}{{par|Jesaja|43|3|4}} &lt;br /&gt;
{{S|46}} Und sie kamen nach Jericho. Und als er von Jericho aufbrach, [er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er von Jericho aufbrach, [er] und seine Jünger und eine beachtliche Menschenmenge&#039;&#039; Diese Temporalangabe ([[Gen. abs.]]) ist für unsere Begriffe umständlich formuliert. Stünde das Partizip im Plural, würde es die ganze Gruppe einschließen. Die Formulierung könnte ein Überbleibsel mündlicher Überlieferung sein (Collins 2007, 508). Durch die Einfügung von &#039;&#039;[er]&#039;&#039; ist glücklicherweise eine sehr wörtliche Wiedergabe (jedoch als Parenthese) möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und seine Jünger und eine beachtliche (ansehnliche) Menschenmenge, saß der Sohn von Timäus, Bartimäus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Sohn von Timäus, Bartimäus&#039;&#039; Der Name „Bartimäus“ bedeutet auf Aramäisch eben das – Sohn von Timäus/Timai ({{hebr}}בר טמאי{{hebr ende}} bar ṭimʾay). Es könnte auch sein, dass ein anderer aramäische Name hinter der griechischen Form steht. Verknüpfungen mit aramäischen Wörtern für „blind“ oder „unrein“ wären möglich, sind aber sehr unsicher (Collins 2007, 508f.; vgl. Evans 2001, 131).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein blinder Bettler, am Straßenrand&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;am Straßenrand&#039;&#039; W. „bei/neben der Straße/Weg“, Gr. παρὰ τὴν ὁδόν. Die genaue Ortsangabe, die im Griechischen die Präposition παρὰ ausdrückt, lässt sich im Deutschen nur mittels einer Abwandlung des Substantivs von „Straße“ zu „Straßenrand“ erreichen (vgl. Mk 4,4.15). Die Position des Bettlers am Straßenrand am Ortsausgang war gut gewählt, weil so der gesamte Reiseverkehr nach Jerusalem an ihm vorbeikommen musste. Nicht nur wohlhabende Reisende, sondern auch Pilger wie Jesus und seine Jünger wären vermutlich zu einem Almosen bereit gewesen (Evans 2001, 131).&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als er hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass es Jesus der Nazarener war, fing er an zu schreien {und zu sagen}: „Sohn Davids,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sohn Davids&#039;&#039; „Sohn Davids“ ist eine Bezeichnung für den Messias (vgl. 12,35). In Mt 1,20 spricht ein Engel Jesu Adoptivvater Josef mit diesem Titel an. Der jüdischen Erwartung nach war der Messias nicht nur ein Nachfahre des Königs David, sondern auch ein König wie er. Es ist das erste Mal, dass ein Außenstehender Jesus damit in Verbindung bringt (vgl. France 2002, 423).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus, hab Erbarmen mit mir!“ &lt;br /&gt;
{{S|48}} Und viele herrschten ihn an, {damit} still zu sein. Aber er schrie umso lauter (mehr): „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ &lt;br /&gt;
{{S|49}} Da (und) blieb Jesus stehen (stand auf) und sagte: „Ruft ihn!“ Und sie riefen den Blinden und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;blieb stehen&#039;&#039; sowie &#039;&#039;und sagten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst. &#039;&#039;blieb stehen (stand auf)&#039;&#039; Das griechische Wort heißt einfach „er stand“, kann aber für „aufstehen“ oder „stehen bleiben“ benutzt werden. Stand Jesus auf, dann hatte er sich vielleicht vorher zum Lehren niedergelassen (Evans 2001, 133).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Keine Angst! (Hab nur Mut!) Steh auf, er ruft dich!“&lt;br /&gt;
{{S|50}} Da warf er seinen Mantel (Obergewand) ab, sprang auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;warf er … ab, sprang auf und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam zu Jesus. &lt;br /&gt;
{{S|51}} Und Jesus fragte ihn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte ihn&#039;&#039; W. „antwortete ihm und sagte“ Jesus „antwortet“ (d.h. reagiert) hier auf die Situation, vielleicht auf die Zurufe des Bettlers (DBL Greek 646), allerdings mit einer eigenen Frage (vgl. V. 24).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Was willst du, dass ich für dich tue?“ Da sagte der Blinde zu ihm: „Rabbuni&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Rabbuni&#039;&#039; Das ist eine respektvolle Anrede für einen Höhergestellten und wird von dem Blinden hier (wie bei den späteren Rabbinen) wohl speziell für Jesus als „Lehrer“ benutzt (Collins 2007, 511). Nur in Joh 20,16 wird Jesus sonst noch so genannt, und zwar von Maria Magdalena in einem sehr emotionalen Moment. Offenbar gibt es abgesehen von der etwas stärkeren Betonung keinen Unterschied zu „Rabbi“ (=Lehrer) (France 2002, 424).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dass ich sehen kann!“&lt;br /&gt;
{{S|52}} Und Jesus sagte zu ihm: „Geh&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geh&#039;&#039; D.h. „Geh nur!“ (GNB, NGÜ). Vgl. 7,29. Gemeint ist einfach, dass er geheilt ist und gehen kann, wenn er möchte. Markus stellt Bartimäus also nicht als ungehorsam dar, wenn er sich Jesus im nächsten Vers anschließt (France 2002, 425).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dein Glaube hat dich geheilt (gerettet)!“, und er konnte augenblicklich sehen, und er folgte (schloss sich an) ihm auf dem Weg.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er folgte ihm auf dem Weg&#039;&#039; D.h. wohl, dass Bartimäus sein Jünger wurde. „Folgen“ oder „nachfolgen“ geschieht bei Markus sonst häufig im Kontext der Jüngerschaft. &#039;&#039;auf dem Weg&#039;&#039; könnte auch symbolisch den Weg der Nachfolge bezeichnen (vgl. V. 32). In den vergangenen zwei Kapiteln (seit dem Wendepunkt in Mk 8,29) kam diese Wendung vermehrt vor – einerseits, weil Jesus und die Jünger vom Norden Palästinas nach Jerusalem reisten, andererseits, weil Jesus ihnen in dieser Zeit viel über Nachfolge beigebracht hat (vgl. France 2002, 425; Collins 2007, 511). MEN (vgl. NGÜ): „und schloß sich an Jesus auf der Wanderung an“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HHigel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_9&amp;diff=39141</id>
		<title>Markus 9</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_9&amp;diff=39141"/>
		<updated>2023-11-11T10:45:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HHigel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Und weiter sagte er zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch: Es gibt einige unter denen, die hier stehen, die nicht sterben werden, bevor sie gesehen haben, wie Gottes Reich mit Macht gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|2}} Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes und führte sie auf einen hohen Berg, und er wurde vor ihnen verwandelt:&lt;br /&gt;
{{L|3}} Sein Mantel erstrahlte blendend weiß, weißer als irgend ein Tuchfärber auf der ganzen Erde ihn weiß färben könnte.&lt;br /&gt;
{{L|4}} Und es erschien ihnen Elija zusammen mit Mose, und sie sprachen mit Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Da sprach Petrus zu Jesus: „Meister, es ist gut, dass wir hier sind! Lass uns drei Hütten bauen: dir eine, Mose eine und Elija eine!“&lt;br /&gt;
{{L|6}} Denn er wusste nicht, was er tun sollte, da sie sich sehr fürchteten.&lt;br /&gt;
{{L|7}} Und eine Wolke erschien über ihnen, aus der eine Stimme kam: „Dies ist mein geliebter Sohn, hört auf ihn!“&lt;br /&gt;
{{L|8}} Und als sie sich umblickten, sahen sie nur noch Jesus, sonst niemanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|9}} Während sie den Berg hinabstiegen, befahl er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten - erst, wenn der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.&lt;br /&gt;
{{L|10}} Und sie redeten nicht darüber, fragten sich aber, was er mit „von den Toten auferstanden“ meinte.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Dann fragten sie ihn: „Warum sagen die Schriftgelehrten, dass zuerst Elija kommen müsse?“&lt;br /&gt;
{{L|12}} Und er sagte zu ihnen: „Elija kommt wirklich zuerst und stellt alles wieder her. Aber es steht auch über den Menschensohn geschrieben, dass er viel leiden und verachtet werden müsse.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Tatsache ist, dass Elija schon gekommen ist, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten — wie über ihn geschrieben steht.“&lt;br /&gt;
{{L|14}} Und als sie zu den Jüngern kamen, sahen sie, dass eine große Menschenmenge um sie war und Schriftgelehrte mit ihnen diskutierten.&lt;br /&gt;
{{L|15}} Als die Menge Jesus sah, geriet sie in Aufregung, rannte zu ihm und begrüßte in überschwänglich.&lt;br /&gt;
{{L|16}} Da fragte er sie: „Worüber diskutiert ihr mit meinen Jüngern?“&lt;br /&gt;
{{L|17}} Jemand aus der Menge antwortete: „Ich wollte meinen Sohn zu dir bringen, da ein Geist in ihm ist, welcher ihn stumm macht.&lt;br /&gt;
{{L|18}} Und immer wenn er ihn anfällt, wirft er ihn ihn und her, er hat Schaum vor dem Mund, sein Gesicht und ganzer Körper verkrampft. Ich bat deine Jünger, ihn auszutreiben, aber sie schafften es nicht.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Da fuhr er sie an: „Oh, du ungläubiges Geschlecht! Wie lange muss ich denn noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch denn noch ertragen? Bringt ihn zu mir!“&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sie brachten ihn zu ihm. Und als der Geist ihn sah, verkrampfte er den Jungen, so dass er sich mit Schaum vor dem Mund auf der Erde wälzte.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Da fragte Jesus den Vater des Jungen: „Seit wann hat er das?“ Und der Vater sagte: „Das hat er schon als kleines Kind gehabt.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Ein paar mal hat er ihn auch ins Feuer oder Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Ich flehe dich an, wenn du es kannst, dann hilf uns und erbarme dich.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Jesus antwortete ihm: „‚Wenn du es kannst‘ … - Wer glaubt, kann ‚alles‘!“&lt;br /&gt;
{{L|24}} Da schrie der Vater des Jungen: „Ich glaube! Hilf mir zu glauben!“&lt;br /&gt;
{{L|25}} Als Jesus sah, dass viele Menschen kamen, befahl er dem unreinen Geist: „Du stummer und tauber Geist, ich befehle dir, fahre aus ihm heraus und fahre nie wieder in ihn hinein!“&lt;br /&gt;
{{L|26}} Da schrie der Geist und unter heftigen Krämpfen fuhr der Geist aus dem Jungen. Und dieser bewegte sich nicht mehr, so dass viele sagten, er sei gestorben.&lt;br /&gt;
{{L|27}} Doch Jesus nahm seine Hand und forderte ihn auf, aufzustehen - und er stand auf.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Und nachdem er ins Haus gegangen und sie alleine waren, fragten ihn seine Jünger: „Warum konnten wir den Geist nicht austreiben?“&lt;br /&gt;
{{L|29}} Da sagte er zu ihnen: „Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|30}} Von dort aus reisten sie durch Galiläa, und er wollte nicht, dass jemand es erfährt,&lt;br /&gt;
{{L|31}} da er seinen Jüngern etwas erklären wollte und sagte: „Der Menschensohn ist den Menschen ausgeliefert worden, und sie werden ihn töten, aber nach drei Tagen wird er auferstehen.“&lt;br /&gt;
{{L|32}} Aber seine Jünger verstanden nicht, was er damit sagen wolle, trauten sich aber nicht, ihn zu fragen.&lt;br /&gt;
{{L|33}} Sie kamen nach Kafarnaum. Im Haus fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs diskutiert?“&lt;br /&gt;
{{L|34}} Aber sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs darüber diskutiert, wer der Größe sei.&lt;br /&gt;
{{L|35}} Da setzte er sich, wandte sich an die zwölf Jünger und sagte zu ihnen: „Wenn jemand der Erste sein will, wird er der Letzte von Allen und der Diener von Allen sein.“&lt;br /&gt;
{{L|36}} Und er nahm ein Kind, stellte es in ihre Mitte, umarmte es und sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{L|37}} „Wer ein solches Kind mir zu Liebe aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|38}} Johannes sagte zu ihm: „Lehrer, wir haben gesehen, wie jemand mit deinem Namen Dämonen austrieb. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er nicht zu uns gehört.“&lt;br /&gt;
{{L|39}} Aber Jesus sagte: „Lasst ihn machen, denn niemand, der mit meinem Namen Wunder tut, wird schlecht über mich reden.&lt;br /&gt;
{{L|40}} Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|41}} „Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - Wahrlich, ich sage euch - er wird seinen Lohn auf jeden Fall bekommen.&lt;br /&gt;
{{L|42}} Wer aber auch nur dem Niedrigsten, der an mich glaubt, etwas antut, für den wäre es besser, ihn mit einem Eselsmühlstein am Hals ins Meer zu werfen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|43}} „Wenn du mit deiner Hand sündigen willst, haue sie ab! Denn es ist besser, dass du verstümmelst in das Reich Gottes kommst als mit beiden Händen in das unauslöschliche Feuer der Hölle,&lt;br /&gt;
{{L|44}} {{sekundär}}wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.{{sekundär ende}}&lt;br /&gt;
{{L|45}} Und wenn du mit deinem Fuß sündigen willst, haue ihn ab! Denn es ist besser, dass du humpelnd in das Reich Gottes kommst, als mit beiden Füßen in die Hölle geworfen zu werden,&lt;br /&gt;
{{L|46}} {{sekundär}}wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.{{sekundär ende}}&lt;br /&gt;
{{L|47}} Und wenn du mit deinem Auge sündigen willst, reiß es raus! Denn es ist besser, dass du einäugig in das Reich Gottes eingehst, als mit beiden Augen in die Hölle geworfen zu werden,&lt;br /&gt;
{{L|48}} Wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|49}} „Jeder wird mit Feuer gesalzen werden.&lt;br /&gt;
{{L|50}} Salz ist gut. Wenn das Salz geschmacklos geworden ist, womit würdet ihr es würzen? Habt Salz unter euch und haltet Frieden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und weiter&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weiter sagte er&#039;&#039; - W. &#039;&#039;Und er sagte&#039;&#039;. Das καὶ schließt direkt an den vorangehenden Abschnitt an; das [[Impf.]] drückt die Fortsetzung der Rede aus; „sechs Tage später“ in V. 2 markiert einen Einschnitt zw. Vv. 1.2. V. 1 wird daher auch von nahezu allen Exegeten noch dem Abschnitt 8,34-38 zugeordnet; auch einige alte Manuskripte begannen das neue Kapitel erst bei V. 2. Zur Zuordnung vgl. bes. gut van Iersel 1998, S. 291f. &#039;&#039;Weiter&#039;&#039; soll diesen Zusammenhang zum Ausdruck bringen. So auch R-S; ähnlich CSB, NCV. Gut auch ALB, CEB, CJB, GN, GNT, MEN, NeÜ, NGÜ, NL, NLT, WNT: „Und er fuhr fort“ / „Und er fügte hinzu“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
sagte er zu ihnen: „Amen (Wahrlich, Ja), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Amen, ich sage euch&#039;&#039; - nicht-responsorisches °Amen°: Jesus spricht als einer, der bevollmächtigt ist, Aussagen über das „Kommen des Reiches Gottes“ zu machen und auch über das nötige Wissen verfügt. Zusammen mit der Konstruktion οὐ μὴ + Aorist Konjunktiv - der stärkstmöglichen Verneinung zukünftiger Geschehnisse im Griechischen (Wallace, S. 468) - in οὐ μὴ γεύσωνται &#039;&#039;sie werden garantiert nicht schmecken&#039;&#039; wird so das folgende als absolut sichere Aussage markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es gibt einige unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken (nicht sterben)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;den Tod nicht schmecken&#039;&#039; - hebräisches Idiom für „sterben“; auch in [[Johannes 8#s52 |Joh 8,52]]; [[Hebräer 2#s9 |Heb 2,9]] und häufiger in der frühjüdischen Literatur (Stellen bei B/S I, S. 751f; vgl. auch BDAG 195). Verwandt ist vielleicht der Ausdruck „(bitterer) Kelch des Todes“ für den Tod in TestAb 16,12; TgN zu Dtn 32,1 und TgN, TgJ, TgF zu Gen 40,23. BB, Camacho/Mateos 1994, CEB, GNT, GW, HfA, NCV, NGÜ, NIRV, NL, NLT, Pesch 1977, S. 66 einfach: „nicht sterben“ - das ist wohl die einfachste Lösung.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
werden, bis (bevor, ehe) sie gesehen haben, wie Gottes Reich (Herrschaft)&amp;lt;ref&amp;gt;zu &#039;&#039;Reich Gottes&#039;&#039; vgl. Terminologie/[[Reich Gottes]].&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Macht (Kraft) gekommen ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gekommen ist&#039;&#039; - W. &#039;&#039;bis sie gesehen haben das Reich Gottes gekommen in Macht&#039;&#039;. Das [[Perfekt]] ἐληλυθυῖαν &#039;&#039;gekommen&#039;&#039; drückt hier aus, dass die Genannten das schon jetzt nahe Reich Gottes vollständig realisiert sehen werden, bevor sie sterben (vgl. Collins 2007, 413).&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{par|Markus|13|26}}{{par|Lukas|2|26}}{{par|Johannes|8|52}}{{par|Apostelgeschichte|1|6}}{{par|Hebräer|2|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes (die Brüder Jakobus und Johannes?), und führte sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahm mit und führte sie&#039;&#039; - Typisch markinische Redundanz (daher auch [[Lukas 9#s28 |Lk 9,28]]: „Er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich &#039;&#039;und stieg&#039;&#039; auf den Berg.“); hier aber zweckmäßig eingesetzt: Zusammen mit dem folgenden, ebenfalls gedoppelten &#039;&#039;für sich, allein&#039;&#039; wird so das häufige Motiv der Privatoffenbarung an ausgewählte Jünger besonders betont. Sehr gut WIL: „er führte sie - nur sie allein - auf einen hohen Berg.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
für sich, allein,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;s. letzte FN&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
auf einen hohen Berg, und er wurde vor ihnen (vor ihren Augen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor ihnen&#039;&#039; - viele Üss. stilistisch gut: „vor ihren Augen“, aber Mk verwendet wohl bewusst „ihnen“: Die Geschehnisse der Perikope Mk 9,2-8 sind kein Selbstzweck, sondern &#039;&#039;für die Jünger bestimmt&#039;&#039;: &#039;&#039;Vor ihnen&#039;&#039; wird Jesus verwandelt; &#039;&#039;ihnen&#039;&#039; erscheinen Elija mit Mose, und &#039;&#039;ihnen&#039;&#039; („aus der Wolke“) deutet die „Stimme“ aus, was sie da eben gesehen haben.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
verwandelt (verwandelte sich):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde verwandelt (verwandelte sich)&#039;&#039; - Entweder Passivum divinum &#039;&#039;wurde verwandelt&#039;&#039;, also sinngemäß „wurde von Gott verwandelt“ (so z.B. Dschulnigg 2007, S. 245; Kmiecik 1997, S. 134; Pesch 1977, S. 72; Wördemann 2008, S. 44) oder reflexives Passiv &#039;&#039;verwandelte sich&#039;&#039; (so z.B. Haenchen 1966, S. 308; Kleist 1937, S. 214). Die erste Variante ist wahrscheinlicher: In Mk 9,2-8 wurde vermutlich die Textsorte „Epiphanie“ (=Erscheinung Gottes) mit der hellenistischen Textsorte „Metamorphose“ (=Verwandlung) verschmolzen (vgl. gut Wördemann 2008, S. 37f), um die Epiphanie als &#039;&#039;Christophanie&#039;&#039; darstellen zu können: &#039;&#039;Christus&#039;&#039; offenbart sich auf dem Berg in seiner göttlichen Herrlichkeit. In der hellenistischen Textsorte Metamorphose ist es aber üblich(er), dass die Verwandelten &#039;&#039;von Göttern&#039;&#039; verwandelt werden. Auch ist es ja in V. 7 Gott, der den Jüngern die Geschehnisse ausdeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Exodus|24|13|15}}{{par|2_Petrus|1|16|18}}{{par|2Korinther|3|18}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} {und} Seine Obergewänder {wurden} strahlten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;periphrastisch&amp;quot;&amp;gt;V. 3: &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;wurden&amp;lt;/s&amp;gt; strahlten&#039;&#039;, V. 4: &#039;&#039;sprachen &amp;lt;s&amp;gt;waren im Gespräch&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039;, V. 6: &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;waren in Furcht geraten&amp;lt;/s&amp;gt; fürchteten sich&#039;&#039;, V. 7: &#039;&#039;Und eine Wolke &amp;lt;s&amp;gt;entstand und&amp;lt;/s&amp;gt; überschattete sie&#039;&#039; - nicht: „wurden strahlend“ oder „begannen zu strahlend“, „waren im Gespräch“, „war in Furcht geraten“ und „es entstand eine Wolke und überschattete sie“: periphrastisches Tempus (vgl. Pryke 1978, S. 36). Hier höchst passend, da diese Konstruktion wohl expressiver ist als ein gewöhnlicher Aorist.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[so] sehr (blendend) weiß&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;strahlten so sehr weiß&#039;&#039; - W. &#039;&#039;strahlten, sehr weiß&#039;&#039;: Wieder: typisch markinische Redundanz (so auch Marcus 2009); auch hier wieder zweckmäßig verwendet zur Steigerung „Strahlend-heit“ und „Weiß-heit“. Im Deutschen zum Glück leicht übertragbar durch adverbiale Wiedergabe von „sehr weiß“: „Sie strahlten blendend weiß / erstrahlten in blendendem Weiß“. Übersetze: „und seine Kleider erstrahlen in einem solch blendendem Weiß, dass auf der ganzen Erde kein einziger Tuchfärber sie derart weiß hätte machen können.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiße Kleider und Lichtherrlichkeit sind im neuen Testament und auch häufig in der altjüdischen und frühchristlichen Literatur Kennzeichen himmlischer Wesen (vgl. gut Gnilka 1979, S. 33; Lo 2012, S. 175). Das Motiv ist ähnlich aber auch im außerjüdischen und außerchristlichen Bereich verbreitet; vgl. Frenschkowski 1997, S. 185.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wie sie kein Walker&amp;lt;ref&amp;gt;zu &#039;&#039;Walker&#039;&#039; gut Dschulnigg 2007, S. 245: „Walker oder Tuchscherer krempelten Wolle, kratzten Tücher auf und reinigten schmutzige Gewänder. Der Vergleich verdeutlicht, dass die Kleider Jesu in himmlischem Glanz versetzt werden.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
auf der [ganzen] Erde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auf der [ganzen] Erde&#039;&#039; - eigentlich unnötig; natürlich geht es um irdische Walker. Der Sinn ist emphatisch (Cranfield 1959, S. 290), daher &#039;&#039;[ganzen]&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{derart}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;derart&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039; (οὕτως) - redundant nach οἷα &#039;&#039;so&#039;&#039; (Kleist 1937, S. 214). Kein Semitismus (gegen Grosvenor/Zerwick &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;); auch hier wieder zweckmäßige Redundanz zur Unterstreichung der „&#039;&#039;so&#039;&#039; unglaublichen Weißheit“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
weiß färben könnte. {{par|Exodus|34|29}}{{par|Psalm|104|1|2}}{{par|Daniel|7|9}}{{par|Daniel|12|3}}{{par|Maleachi|3|2}}{{par|Johannes|1|14}}{{par|Matthäus|28|3}}{{par|Philipper|3|21}}{{par|Offenbarung|3|5}}{{par|Offenbarung|4|4}}{{par|Offenbarung|7|9}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und es erschien ihnen Elija zusammen mit Mose&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija zusammen mit Mose&#039;&#039; - Der Ausdruck wird in der Exegese heftig diskutiert, weil doch Mose der wichtigere von beiden und daher die Reihenfolge von „Elija mit Mose“ merkwürdig sei (Kmiecik 1997, S. 138 glaubt sogar, dass die „falsche“ Reihenfolge der Nennung signalisieren soll, dass die Jünger nichts von dem verstehen, was sie sehen). In diesem Zhg. hat Heil 1999 den Vorschlag gemacht, dass durch die Konstruktion „X zusammen mit Y“ nicht X, sondern &#039;&#039;Y&#039;&#039; als das wichtigere Glied von beiden markiert würde. Folgte man dem, müsste man im Deutschen besser übersetzen: „Mose und Elija“. Allerdings sehe ich das Problem nicht. Man weiß schon lange, dass Mk sich stark am Elija-Elischa-Zyklus bedient hat, um sein Evangelium zu komponieren (vgl. z.B. van Iersel 1998, S. 64f): Elija ist schon im Mk-Ev. ein „Typos“ Christi; dass er daher auch als eine der beiden Figuren - selbst als die erstgenannte - in der Verklärungserzählung auftauchen sollte, scheint mir ganz natürlich. Ich sehe nicht, was gegen „Elija mit Mose“ spräche. Hier ist übrigens Mose ebenso wie Elija Typos Christi: Mose war deutlich das Vorbild für die Komposition der Perikope Mk 9,2-8; vgl. [[Exodus 24|Ex 24]]; [[Exodus 34|34]] (bes. auch die Interpretation dieser Stellen in [http://www.de.wikisource.org/wiki/Ueber_das_Leben_Mosis/Buch_2 Philo, VitMos II 66-76], bes. 69f.; dazu auch Wypadlo 2013, S. 393ff). Vermutlich ist dieses doppelte Typos-Verhältnis auch der Grund, warum es gerade Elija und Mose sind, die bei der Verklärung erscheinen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Auftreten von Elija und Mose macht aus V. 4 eine „Synkrisis“ (=Vergleich einer Person mit gleichrangigen historischen Größen und Vorläufern). Auch dies ist eine hellenistische Textsorte; auch sie ist hier integraler Bestandteil der Christophanie, die die Importanz Jesu - der sich gerade als Sohn Gottes offenbart - durch Vergleich mit Elija und Moses noch zusätzlich unterstreicht. Gut Berger 1984, S. 1175: „In den Evangelien halte ich den Teil der sogenannten &#039;Verklärung&#039; (Mk 9) für eine σύνκρισις, in dem sich Jesus mit Elia und Mose unterhält, die erscheinen (Mk 9,4). Jesus wird damit als einer gekennzeichnet, der in diese Größenordnung von Menschen gehört: Er ist ihr Genosse, weil sie mit ihm reden. Was sonst durch Typologie erreicht wird (vgl. die Darstellung Jesu nach Art von Elia und Elisa), geschieht hier mit Hilfe einer Erscheinung.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie sprachen ({waren im Gespräch})&amp;lt;ref name=&amp;quot;periphrastisch&amp;quot; /&amp;gt; mit Jesus. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Da {antwortete und}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;antworten&amp;quot;&amp;gt;V. 5.19: &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;antwortete und&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039;, V. 6: &#039;&#039;wie er reagieren (was er antworten)&#039;&#039; - Biblizismus: ἀποκρίνομαι &#039;&#039;antworten&#039;&#039; bedeutet in der Bibel häufiger nicht nur „erwiedern auf ein Angesprochen-sein“, sondern auch „reagieren auf einen Umstand“; vgl. Kleist 1937, S. 163; Wördemann 2008, S. 46. Denn Sinn treffen Camacho/Mateos 1994, CEB mit &#039;&#039;reagieren&#039;&#039;; im Deutschen aber besser schlicht: Vv. 5.19: „&#039;&#039;Da&#039;&#039; sprach Petrus/Jesus“; V. 5: „wie er reagieren sollte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sprach Petrus zu Jesus: „Meister (Rabbi)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meister (Rabbi)&#039;&#039; - „Rabbi“ wurde in nachbiblischer Zeit v.a. als Ehrentitel für Torah-Lehrer verwendet. Zur Verfassungszeit des NT hatte sich der Begriff aber vermutlich noch nicht als dieser &#039;&#039;terminus technicus&#039;&#039; etabliert und es war bloß eine allgemeine Ehrenbezeichnung; Marcus 2009 schlägt daher vor: „Sir“. „Meister“ nach ALB, BBE, HfA, H-R, HER, KAM, KAR, KJV, PAT, RSV, Taylor 1979, TMB, TYN, WBT, WYC&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, es ist gut, dass wir hier sind! Und lass uns (so lass uns denn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und lass uns (so lass uns denn)&#039;&#039; - konsekutives καὶ; „So lass uns denn...“ gut nach Reiser 1983, S. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
drei Hütten (Zelte) bauen - dir eine, Mose eine und Elija eine!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Von vielen Exegeten wird V. 5 theologisiert: Entweder heißt es dann, Petrus wolle unangemessenerweise den himmlischen Zustand dauerhaft festhalten (sozusagen: indem er die himmlischen Wesen an irdische Hütten bindet), oder er glaube, die Endzeit, in der die himmlischen Wesen mit den Erwählten zusammen wohnen werden (vgl. z.B. äthHen 39,1.4.7f*), sei nun da. V. 6 macht aber klar, dass alles andere als theologische Reflexion hinter Petrus Ausruf in V. 5 steckt: Sein Vorschlag wird von Mk als völliger Nonsens abqualifiziert, den er nur geäußert habe, weil er vor Angst nicht wusste, was er redete. Vv. 5f verdichten gemeinsam den Topos der „Epiphanie-Furcht, de[s] Gottesschrecken[s]“ (Pesch 1977, S. 76). Den Sinn trifft VOLX: „Petrus war völlig high. Er meinte nur: ... / Er war aber nicht klar in der Birne und hatte wohl einen Adrenalinkick, weil er so eine Angst hatte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Weil äthHen nicht leicht zugänglich ist, will ich obige Stelle noch eben wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;„In diesen Tagen werden auserwählte und heilige Kinder vom hohen Himmel herabsteigen&lt;br /&gt;
und ihr Stamm wird sich mit den Menschenkindern vereinigen. [...]&lt;br /&gt;
Hier sah ich ein anderes Gesicht:&lt;br /&gt;
Die Wohnungen der Gerechten und die Ruhestätten der Heiligen. [...]&lt;br /&gt;
Ich sah seine [=des Auserwählten] Wohnstätte unter den Fittichen des Herrn der Geister.&lt;br /&gt;
Alle Gerechten und Auserwählten glänzen vor ihm wie Feuerschein;&lt;br /&gt;
ihr Mund ist voll von Segensworten;&lt;br /&gt;
ihre Lippen preisen den Namen des Herrn der Geister&lt;br /&gt;
und Gerechtigkeit hört nicht mehr vor ihm auf.&lt;br /&gt;
Hier wünschte ich zu wohnen&lt;br /&gt;
und meine Seele trug nach jener Wohnstätte Verlangen. [...]“ (Üs.: Rießler)&amp;lt;/poem&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er wusste nämlich nicht, wie er reagieren (was er antworten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;antworten&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
sollte; denn (so sehr) sie fürchteten sich (waren in Furcht geraten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;periphrastisch&amp;quot; /&amp;gt;. {{par|Markus|14|40}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und eine Wolke {entstand und}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;periphrastisch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
hüllte (verbarg, überschattete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hüllte ein (verbarg, überschattete)&#039;&#039; - s. nächste Fußnote&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie&#039;&#039; - Das „sie“ scheint sich hier auf die Jünger zu beziehen, da diese die letztmöglichen Referenten sind. („So sehr fürchteten &#039;&#039;sie&#039;&#039; sich. Und eine Wolke hüllte &#039;&#039;sie&#039;&#039; ein...“). So deshalb z.B. Ernst 1963, S. 258, Pesch 1977, S. 76; Kmiecik 1997, S. 139. Pronomina wie αὐτός müssen sich im Griechischen aber nicht notwendigerweise auf den letztmöglichen Referenten beziehen, sondern können auch auf die &#039;&#039;salientesten&#039;&#039; (-&amp;gt;Salienz) Referenten verweisen (vgl. z.B. Dana/Mantey § 136; Wallace, S. 325f.; Zerwick § 214) - und die sind hier ohne Zweifel Jesus, Mose und Elija. Dass im folgenden Teilvers eine Stimme &#039;&#039;aus&#039;&#039; der Wolke spricht, impliziert, dass die Jünger sich außerhalb der Wolke befinden, und also bezieht das &#039;&#039;sie&#039;&#039; sich höchstwahrscheinlich auf Jesus, Mose und Elija. So z.B. auch Gnilka 1979; Marcus 2009. Richtig Cranfield 1959, S. 292: „Oepke hat wahrscheinlich recht damit, wenn er denkt, dass die Bedeutung von ἐπισκιάζω hier nicht „überschatten“, sondern „einhüllen“, „verbergen“ ist [so auch Marcus 2009] und dass αὐτοῖς sich auf Jesus, Moses und Elija bezieht, die Jünger dagegen darin nicht inbegriffen sind.“ Das Einhüllen der Wolke entzieht das himmlische Erlebnis den Augen der Jünger, und als sie sich wieder verzieht, sind sie „plötzlich“ (V. 9) wieder allein mit Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein, und eine Stimme kam aus der Wolke: „Dies ist mein geliebter (einziger)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;geliebter&#039;&#039; - ἀγαπητός meint hier wie z.B. auch Gen 22,2.16 LXX und [[Markus 1#s11 |Mk 1,11]] wohl nicht (allein) „geliebt“, sondern „einzig“; vgl. z.B. Kleist 1937, S. 184; Kmiecik 1997, S. 139; Turner 1926b; Wördemann 2008, S. 47. Seine &#039;&#039;Bedeutung&#039;&#039; ist aber dennoch „geliebt“, gut daher Camacho/Mateos 1994: „Dieser ist mein Sohn, der Geliebte“ (ähnlich Dschulnigg 2007, GREB, KAR, NIV, NRS, Pesch 1977, Stier, TNIV, WNT, YLT); GN: „Dies ist mein Sohn, ihm gilt meine Liebe“ (ähnlich CEB, CJB, GW, NCV, Taylor 1979, S. 462, WIL); BB: „Das ist mein Sohn, ihn hab ich lieb“ (ähnlich NIRV).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sohn, [darum]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[darum]&#039;&#039; - „[darum]“ gut nach Reiser 1983, S. 145.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
hört auf ihn!“ {{par|Exodus|16|10|11}}{{par|Exodus|23|21|22}}{{par|Exodus|24|15}}{{par|Exodus|33|9}}{{par|Exodus|40|34}}{{par|Deuteronomium|5|22}}{{par|Deuteronomium|18|15}}{{par|1Könige|8|10}}{{par|Psalm|2|7}}{{par|Psalm|99|7}}{{par|Jesaja|42|1}}{{par|2Chronik|5|13}}{{par|2Makkabäer|2|8}}{{par|Markus|1|11}}{{par|Markus|13|26}}{{par|Markus|14|62}}{{par|Apostelgeschichte|1|9}}{{par|2_Petrus|1|17}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und plötzlich, als sie sich umblickten, sahen sie niemanden {nicht}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemanden &amp;lt;s&amp;gt;nicht&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039; - typisch markinische doppelte Verneinung; vgl. Marcus 2009. Hier wieder gepaart mit weiterer Redundanz: μόνον &#039;&#039;allein&#039;&#039; in „außer Jesus allein“ ist überflüssig. Es wird so betont, dass das plötzliche Verschwinden von Elija und Moses genau so wunderbar ist wie ihr Erscheinen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
mehr bei sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bei sich&#039;&#039; - warum „bei sich“? Recht wahrscheinlich gehört dies zum in [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_i FN i] beschriebenen Muster und unterstreicht noch einmal die Perikope abschließend, dass all das in Vv. 2-8 Geschehene &#039;&#039;ihnen&#039;&#039;, den Jüngern, gegolten hat. Es klingt aber etwas merkwürdig und wird daher auch von vielen kommunikativen Üss. ausgespart (z.B. BB, B/N, HfA, KAM). Vielleicht sollte man in der LF daher nach einem anderen Weg suchen, dieses Muster auszudrücken; gut vielleicht GN, GNT, NGÜ, NL, NLT: „...sahen sie niemanden mehr. Nur Jesus war noch bei ihnen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Jesus allein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Während sie vom (aus dem)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;ek&amp;quot;&amp;gt;V. 9: &#039;&#039;vom (aus dem)&#039;&#039; - ἐκ verwendet wie ἀπό; vielleicht Semitismus - s. Turner 1929a, S. 282f. Daher auch Textvarianten.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Berg herabstiegen, befahl er ihnen {damit},&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hina&amp;quot;&amp;gt;V. 9: &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;dass&amp;lt;/s&amp;gt;,&#039;&#039;; V. 12.18.30: &#039;&#039;dass (damit)&#039;&#039; - ἵνα zur Einleitung von Objektsätzen (klassisch eigtl. nur zur Einleitung von Final- und Konsekutivsätzen). Entweder Latinismus (verwendet wie lat. &#039;&#039;ut&#039;&#039; (so Turner 1929b, S. 356f; van Iersel 1998, S. 34f.)) oder Semitismus (verwendet wie hebr. {{hebr}}כִּי{{hebr ende}}). Typisch für Mk; insgesamt 31x im Ev.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten - erst (außer)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erst (außer)&#039;&#039; - Exzeptivsatz temporal verwendet, wohl Semitismus; vgl. Beyer 1968, S. 132-34; Marcus 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wenn der Menschensohn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039; ist ein eschatologischer Terminus. Außer in [[Markus 2#s10 |Mk 2,10]].[[Markus 2#s28 |28]] verwendet Jesus dieses „biographische Ich-Idiom“ (Schenk 1997) ausschließlich, wenn er von seiner Rolle in Gottes Heilsplan spricht, also der, dass er - der Menschensohn - von den Menschen verworfen, ausgeliefert und getötet werden müsse, dann aber in großer Macht und Herrlichkeit wiederkehren werde. Vgl. besonders gut Danove 2003, S. 23-25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von den Toten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von den Toten&#039;&#039; - gemeint ist nicht das „Reich der Toten“, sondern die toten &#039;&#039;Menschen&#039;&#039;; vgl. BDAG 668; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Marcus 2009. Vor allen anderen Toten und als (vorerst) einziger unter den Toten wird der Menschensohn auferstehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
auferstanden sei. {{par|Matthäus|8|4}}{{par|Markus|5|43}}{{par|Markus|8|30|31}}{{par|Markus|10|32}}{{par|Lukas|24|46}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und sie behielten das Wort bei sich ({bei sich}), diskutierten (miteinander) &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;behielten das Wort bei sich (&amp;lt;s&amp;gt;bei sich&amp;lt;/s&amp;gt;), diskutierten (miteinander)&#039;&#039; - πρὸς ἑαυτοὺς &#039;&#039;bei sich/miteinander&#039;&#039; lässt sich entweder ziehen zu τὸν λόγον ἐκράτησαν&#039;&#039;sie hielten das Wort&#039;&#039; oder zu συζητοῦντες &#039;&#039;sie diskutierten&#039;&#039;; abhängig davon lässt der Satz sich auf zwei Weisen auflösen: (1) „Sie behielten das Wort bei sich [i.e., folgten Jesu Schweigegebot], diskutierten aber darüber“ - so z.B. Camacho/Mateos 1994, S. 172; Cranfield 1959, S. 297; Kleist 1937, S. 214 - oder (2) „Sie hielten das Wort [i.e. sie merkten es sich (so gut B/N)] und diskutierten miteinander“, so die meisten Üss. Rein syntaktisch gesehen sind beide Auflösungen gleich gut möglich, aber im aktuellen Kontext (s. V.9) macht Auflösung (1) mehr Sinn.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber, was dies sei - „von den Toten Auferstehen“.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„von den Toten Auferstehen“&#039;&#039; - rätselhaft ist den Jüngern vermutlich nicht das Konzept „vom Tod auferstehen“ - das war in der nachexilischen Zeit in Israel sogar recht verbreitet -, sondern exakt das „als erster und vorerst einziger der Toten auferstehen“, vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ag FN ag]; so gut Marcus 2009 &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Johannes|12|16}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Dann fragten sie ihn {und sagten}: „Warum sagen [dann] die Schriftgelehrten (fragten sie ihn, warum die Schriftgelehrten sagten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum sagen [dann] die Schriftgelehrten (fragten sie ihn, warum die Schriftgelehrten sagten)&#039;&#039; - im klassischen Griechisch leitet Ὅτι &#039;&#039;dass&#039;&#039; meist indirekte Fragen ein. Bes. im Mk-Ev. wird es aber dann auch gern als „reine“ Interrogativpartikel verwendet; vgl. BDR §300.2; Turner 1925d, S. 59f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass zuerst Elija kommen müsse?“ {{par|Maleachi|3|23}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er sagte zu ihnen: „In der Tat (zwar)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vers 12&amp;quot;&amp;gt;Schwieriger Vers. Der Zhg. von V. 12bc mit mit 12a ist nicht völlig klar. V. 12a wird eingeleitet von μέν, das meist vorkommt im Zhg. mit δὲ, dann: &#039;&#039;Zwar... aber&#039;&#039;. Fehlt dies δὲ, heißt μέν meist &#039;&#039;tatsächlich, in der Tat...&#039;&#039;. Hier folgt kein δὲ, sondern καὶ πῶς &#039;&#039;und wie...?, und warum...?&#039;&#039;; einige (z.B. Cranfield 1959, S. 298; Gundry 1993, S. 464; NSS) denken aber, dass dies καὶ πῶς hier als Ersatz für δὲ verwendet wird. Möglich ist also jede der folgenden Kombinationen: &lt;br /&gt;
* (1) „[Zwar/in der Tat] kommt zuerst Elija, um alles wieder herzustellen[. Und wieso/, aber es] steht über den Menschensohn geschrieben, dass er leiden und verachtet werden müsse [?/.]“&lt;br /&gt;
Problem bei diesen Varianten: Alle implizieren, dass irgendein Gegensatz besteht zwischen der Tatsache, dass zuerst - d.h., vor dem Ende - Elija wiederkommen müsse und der Tatsache, dass über den Menschensohn geschrieben stehe, dass er leiden und verachtet werden müsse. Ein solcher Gegensatz ist aber nicht erkennbar.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gnilka 1979 und Marcus 2009 verstehen 12a als Frage:&lt;br /&gt;
* (2) „Kommt Elija zuerst, um alles wiederherzustellen? Wieso steht dann über den Menschensohn geschrieben...“ (Gnilka)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* (3) „Ist das wirklich so, dass Elija, wenn er zuerst wiederkommt, alles wiederherstellt?“ (Marcus)&lt;br /&gt;
Für drei weitere (verzweifelte) Lösungen vgl. Oke 1953; für eine alte textkritische (und textkritisch nicht haltbare) [http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/thstkr_1862/0547?sid=294e9eeae52a348294f1eb9d86113531 Linder 1862, S. 558f.].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) ist unwahrscheinlich, weil in V. 13 die Wiederkunft Elija&#039;s ja sogar als bereits geschehen ausgesagt wird. Bei (3) bin ich nicht einmal sicher, ob diese Deutung von μέν überhaupt grammatisch möglich ist, aber selbst wenn, macht sie keinen Sinn: Die Jünger haben nicht danach gefragt, warum die Schriftgelehrten sagen, dass Elija alles &#039;&#039;wiederherstellt&#039;&#039;, sondern warum sie sagen, dass er &#039;&#039;zuerst kommen&#039;&#039; muss; Jesu Rückfrage wäre so also unsinnig („Warum sagen die Schriftgelehrten, dass Elija zuerst kommen muss?“ - „Ist das wirklich so, dass Elija alles wiederherstellt?“). Bleiben also wieder die Varianten in (1) und das Problem des nicht erkennbaren Widerspruchs.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vermutlich muss man die Verse so verstehen, dass dieser von uns nicht wahrnehmbare Widerspruch zwischen den Geschehnissen an Elija und denen am Menschensohn nur in der Wahrnehmung der Jünger bestand: Die Jünger haben Jesu Prophezeiung so aufgefasst, als würde sie bedeuten, dass der Menschensohn &#039;&#039;und nicht Elija&#039;&#039; vor dem Ende wiederkommen werde. Und Jesus antwortet darauf sinngemäß: „Nein nein, die Schriftgelehrten haben schon recht damit, wenn sie sagen, dass vor dem Ende der Welt Elija wiederkommen müsse. Aber &#039;&#039;gleichzeitig&#039;&#039; steht ja in der Schrift, dass der Menschensohn - ebenfalls noch vor dem Ende! - leiden und verachtet werden müsse. Das muss einfach beides geschehen. Und jetzt sage ich euch noch etwas: Was die Wiederkunft Elija&#039;s angeht: Der war schon da [- und nun steht nur noch das Leiden und Verachtet-Werden des Menschensohns aus].“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
kommt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Verbform&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;kommt&#039;&#039; + &#039;&#039;stellt wieder her&#039;&#039; - Wenn wir Vv. 12f richtig gedeutet haben (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ai FN ai], [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_al FN al]), werden die Verbformen in V. 12 klug verwendet: ἐλθὼν &#039;&#039;kommt&#039;&#039; ist Partizip Aorist, ἀποκαθιστάνει &#039;&#039;stellt wieder her&#039;&#039; ist Indikativ Präsens. Partizip Aorist hat meist &#039;&#039;vorzeitige&#039;&#039; Bedeutung und wird so zeitlich relativ &#039;&#039;vor&#039;&#039; das Indikativ Präsens &#039;&#039;er stellt wieder her&#039;&#039; eingeordnet. Und Indikativ Präsens kann (1) &#039;&#039;gnomische&#039;&#039; Bedeutung haben; Jesus würde dann etwas über die überzeitliche Wahrheit dessen, was geschrieben steht, aussagen, ohne auf den exakten Zeitpunkt zu achten(„In der Tat: Das mit dem zuerst-Kommen und dem folgenden alles-Wiederherstellen Elija&#039;s stimmt“), es kann aber (2) auch &#039;&#039;effektive&#039;&#039; Bedeutung haben und so aussagen, dass es bereits geschehen ist und nun die Effekte dieses eingetreten-Seins in Kraft sind, also „er ist gekommen, &#039;&#039;hat&#039;&#039; alles wiederhergestellt und nun &#039;&#039;ist&#039;&#039; alles wiederhergestellt.“ In V. 12 sind - wieder: wenn wir Vv. 12f richtig gedeutet haben - beide Bedeutungen aktiv: (1) macht V. 12 zu einer sinnvollen Antwort auf die Anfrage der Jünger in V. 11, (2) deckt sich mit der folgenden Richtigstellung in V. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Elija zuerst und stellt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Verbform&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
alles wieder her.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stellt alles wieder her&#039;&#039; - Wieso stellt Elija „alles wieder her?“ Elija war nach altjüdischem Glauben zwar der Vorläufer des Messias (wahrscheinlich jedenfalls - Faierstein 1981 und Fitzmyer 1985 haben gegen diesen exegetischen Konsens angeschrieben), aber davon, dass er „alles wiederherstellt“ war nie die Rede. Zudem ist der wiedergekommene Elija im Mk-Ev. &#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; (s. FNn zu [[Markus 1|Mk 1]]), und es ist nicht einzusehen, wie Johannes „alles wiederhergestellt“ haben sollte. van Iersel 1998 und Black 2012 denken an [[Markus 1#s4 |Mk 1,4]], wo steht, dass &#039;&#039;ganz&#039;&#039; Judäa und &#039;&#039;ganz&#039;&#039; Jerusalem sich bei Johannes taufen gelassen habe. Das scheint mir etwas weit hergeholt, aber es ist dennoch die bei Weitem sinnvollste Erklärung, die ich gefunden habe.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Aber [gleichzeitig]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vers 12&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
steht (und wie/warum steht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vers 12&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
über den Menschensohn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
geschrieben(?), dass (damit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hina&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er vieles leiden und verachtet werden müsse.(?)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vers 12&amp;quot; /&amp;gt; {{par|Jesus_Sirach|48|10}}{{par|Maleachi|3|24}}{{par|Lukas|1|16|17}}{{par|Lukas|1|76}}{{par|Apostelgeschichte|1|6}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aber ich sage euch (Ja, mehr noch:),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Aber ich sage euch (Ja, mehr noch:)&#039;&#039; - „ich sage euch“ fungiert im NT genauso wie nicht-responsorisches °Amen°: Das Folgende wird als definitiv wahr markiert. V. 13 schließt an V. 12 mit ἀλλά an, das meist adversative Bedeutung hat (&#039;&#039;aber, stattdessen, nichtsdestotrotz,...&#039;&#039;). Wenn unsere Deutung von Vv. 12f (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ai FN ai], [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_al FN al]) richtig ist, wird mit V. 13 V. 12 aber nicht kontrastiert, sondern spezifiziert (vgl. auch [https://www.academia.edu/535637/The_Discourse_Function_of_In_Non-Negative_Contexts Brannan 2008], S. 14f.): Die Position der Schriftgelehrten wird in V. 12 prinzipiell angenommen, in V. 13 aber durch die definitive Wahrheit genauer ausgeführt: Nicht nur &#039;&#039;muss&#039;&#039; Elija kommen - er &#039;&#039;ist&#039;&#039; sogar bereits gekommen. Vgl. auch WIL: „Elia &#039;&#039;ist&#039;&#039; schon gekommen.“ Daher statt &#039;&#039;aber ich sage euch&#039;&#039; besser: &#039;&#039;Ja, mehr noch&#039;&#039; (so gut auch CJB: „There&#039;s more to it:...“). Das καὶ &#039;&#039;und, auch&#039;&#039; in V. 13 markiert noch zusätzlich, dass die beiden Verse keinen Kontrast bilden, sondern dass V. 12 mit V. 13 &#039;&#039;überstiegen&#039;&#039; wird, daher besser &#039;&#039;sogar&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach Joüon wird von einigen Exegeten das ἀλλά auch mit „Eh bien!...“, „Well!...“, „Wohlan!...“ übersetzt (z.B. Grosvenor/Zerwick; Kleist 1937; Pesch 1977); auch PAT, KAR: „Nun denn,...“. Ich bin nicht sicher, welche Diskursfunktion das haben soll (Joüon war mir noch nicht zugänglich), aber vermutlich soll auch dies markieren, dass im folgenden Satz V. 12 nicht kontrastiert, sondern weitergeführt wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Elija ist auch (sogar)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch (sogar)&#039;&#039; - s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_an FN an]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[bereits] gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten - wie über ihn geschrieben steht.“ {{par|Matthäus|11|14}}{{par|Matthäus|17|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und als sie (er) zu den Jüngern kamen (kam), sahen sie (sah er),&lt;br /&gt;
dass eine große Menschenmenge um sie [war] und Schriftgelehrte mit ihnen diskutierten. {{par|Lukas|11|53}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und sofort, als die ganze Menschenmenge ihn sah, erschrak sie (staunte sie, geriet sie in Ehrfurcht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschrak sie (staunte sie)&#039;&#039; - ἐκθαμβέομαι im NT nur in Mk. (hier; [[Markus 14#s33 |Mk 14,33]]; [[Markus 16#s5 |16,5]].[[Markus 16#s6 |16]]). In Mk 9,15 differieren Lexika und Üss deutlich. In dt. Üss meist „wurde ganz aufgeregt“ (aber wohl nur, weil dies die bedeutungsoffenste Üs. ist); danach „erschrak sie“; auch „war überrascht“ (H-R; so auch die meisten englischen Üss); „waren außer sich vor Freude“ (B/N, ähnlich ALB, MEN);  „sie erschauderten“ (Pesch 1977; Stier); „erfaßte alle ein großes Erstaunen“ (KAR); „überkam die gesamte Volksmenge heilige Scheu“ (KNO).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es handelt sich hier um ein „vorgezogenes Admirationsmotiv“ (so z.B. Dschulnigg 2007, S. 253; Pesch 1977, S. 87; Theißen 1990, S. 80): Für gewöhnlich am Ende von Wundergeschichten (am Anfang nur hier und [[Markus 1#s22 |Mk 1,22]]) reagieren die Zuschauer angemessen auf dieses Wunder; es handelt sich also wohl um eine Mischung aus Bewunderung, Erstaunen und tatsächlich „heiliger Scheu“ (KNO). Gut daher van Iersel 1998, Marcus 2009, NLT, NRS: „were overcome with awe“; sehr gut WNT: „astonished and awe-struck“. Ich würde empfehlen: „Kaum hatte die ganze Menge ihn erblickt, lief sie ehrfürchtig staunend zu ihm hin und begrüßte ihn freudig.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rannte auf ihn zu und begrüßte ihn [freudig]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begrüßte ihn [freudig]&#039;&#039; - [freudig] nach EWNT I, S. 416: ἀσπάζομαι „als Ausdruck der Zuneigung, der freudigen Aufnahme“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. {{par|Exodus|34|30}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Da fragte er sie:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sieihrihnen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sie&#039;&#039; + &#039;&#039;ihr&#039;&#039; + &#039;&#039;mit ihnen&#039;&#039; - Das αὐτούς &#039;&#039;sie&#039;&#039; wirkt, als würde es sich auf die Volksmenge beziehen: Sie ist der letztmögliche Referent und es ist auch einer aus der Volksmenge, der antwortet. So klar ist die Sache aber nicht (vgl. wieder [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_x FN x]): Die „sie“ werden gefragt, warum „sie“ mit „ihnen“ diskutieren. Weil - so der übliche Argumentationsgang - von den drei Parteien Jünger, Volksmenge und Schriftgelehrte die Volksmenge die einzige Partei ist, die in V. 14 nicht als diskutierend dargestellt wird, muss sich das &#039;&#039;sie&#039;&#039; entweder auf die Jünger (z.B. Gnilka 1979) oder auf die Schriftgelehrten (z.B. Lührmann 1987) beziehen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich glaube, das ist falsch gesehen - V. 14 schildert nicht drei Parteien, sondern zwei: 14c schildert das Setting - da sind (a) die Jünger und (b) die Volksmenge -, 14d das Geschehen: Schriftgelehrte und Jünger diskutieren miteinander. Die Schriftgelehrten sind also in 14c in die Volksmenge inkludiert, und also ist es auch kein Problem, wenn Jesus seine Frage an die Volksmenge richtet. Sinngemäß also: „Jesus fragte in die Menge: Worüber diskutiert ihr mit meinen Jüngern?“&amp;lt;/ref&amp;gt; „Worüber (warum) diskutiert ihr&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sieihrihnen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit ihnen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sieihrihnen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
?“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Einer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einer&#039;&#039; Das Zahlwort εἷς &#039;&#039;eins, einer&#039;&#039; steht hier für das Indefinitpronomen τις &#039;&#039;jemand, irgendeiner&#039;&#039;; vgl. Grosvenor/Zerwick 1993. Das ist kein Semitismus; diese Verwendung findet sich z.B. auch bei Aristoteles; vgl. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%CE%B5%E1%BC%B7%CF%82 Pape, S. 738].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus (aus heraus)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus (aus heraus)&#039;&#039; - vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ac FN ac]: ἐκ verwendet wie ἀπό; vielleicht Semitismus - s. Turner 1929a, S. 282f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Menschenmenge antwortete ihm: „Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht (wollte ihn zu dir bringen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe zu dir gebracht (wollte zu dir bringen)&#039;&#039; offensichtlich hat er ihn ja nicht zu Jesus gebracht - denn der war nicht da. Es war nur seine Intention, ihn zu Jesus zu bringen; vgl. Cranfield 1959, S. 301 - daher besser modal zu übersetzen: „Ich wollte meinen Sohn zu dir bringen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; weil&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil&#039;&#039; - [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adv. Ptc.], kausal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er einen stummen Geist (einen Geist, der ihn stumm macht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einen stummen Geist (einen Geist, der ihn stumm macht)&#039;&#039; - welches von beidem gemeint ist, ist nicht ganz klar. Natürlich heißt es wörtlich „stummer Geist“, aber es ist auffällig, dass der Geist gerade im Zhg. mit der Schilderung der Krankheitssymptome als „stumm“ bezeichnet wird, und selbst wenn es wirklich auf den Geist zu beziehen ist, könnte das ja auch &#039;&#039;gerade deshalb&#039;&#039; auf den Geist zu beziehen sein, &#039;&#039;weil&#039;&#039; er den Jungen stumm macht. Was zum Krankheitsbild passt; eine steife Zunge gehört zum Krankheitsbild der Epilepsie. Deshalb „ein Geist, der ihn stumm macht“ z.B. bei BB, BBE, Camacho/Mateos 1994, CEB, CJB, CSB, ESV, GN, GNT, GW, HfA, KAM, LEB, NAS, NCV, NeÜ, NIRV, NIV, NL, NLT, NRS, TNIV.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ohne das ausschließen zu wollen, würde ich dennoch „stummer Geist“ empfehlen - allein schon, weil in V. 25 „Du Geist, der stumm und taub macht“ unglücklich klingen würde.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
hat (von einem stummen Geist besessen ist). {{par|Matthäus|12|22}}{{par|Markus|7|26}}{{par|Lukas|11|14}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und wo auch immer [er ist, wenn]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wo auch immer [er ist, wenn]&#039;&#039; - das „wo auch immer“ bezieht sich nicht auf den Körperteil, an dem der Geist den Jungen jeweils packt (so z.B. B/N: „Wo immer er ihn an seinem Leib zu packen kriegt“) - obwohl bei Epileptikern bei sogenannten „fokalen Anfällen“ in der Tat nur einzelne Körperteile betroffen sein können -, sondern auf den Ort, an dem der Junge sich jeweils bei einem seiner epileptischen Anfälle befindet (so z.B. Marcus 2009: „Wo immer er ist, wenn es ihn packt“; ähnlich GW, GNT, MSG, NAS, NIV, NLT, NRS, TNIV, TYN: „Wann immer der Geist ihn packt“)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er ihn anfällt (packt),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;anfällt (packt)&#039;&#039; - meist „packt“. καταλαμβάνω kommt von der selben Wurzel wie ἐπιλαμβάνομαι, das gleichzeitig &#039;&#039;terminus technicus&#039;&#039; für Besessenheit und für den epileptischen Anfall ist (und sogar das Etymon des deutschen „Epilepsie“ ist). In „anfallen“ kommt dieser Zhg. auch im Deutschen zum Ausdruck.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zerrt er ihn hin und her (wirft er ihn zu Boden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zerrt er ihn hin und her (wirft er ihn zu Boden)&#039;&#039; - W.: reißt er ihn. Nicht: „Wirft er ihn zu Boden“; ῥήσσω &#039;&#039;hin und her zerren&#039;&#039; (EWNT III, S. 508) steht hier für die epileptischen Konvulsionen des Knaben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihm tritt Schaum vor den Mund (er schäumt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Symptome&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;er hat Schaum vor dem Mund (er schäumt)&#039;&#039; + &#039;&#039;er knirscht mit den Zähnen&#039;&#039; + &#039;&#039;er wird [ganz] starr&#039;&#039; stehen für diverse Symptome der Epilepsie; in den Klammern steht die wörtliche Übersetzung. Mit dem „Schäumen“ ist schaumiger Speichelfluss gemeint, mit dem Zähneknirschen das Verkrampfen der Gesichtsmuskulatur, das so stark sein kann, dass Epileptiker sich dabei sogar selbst den Kiefer brechen können. &#039;&#039;Starr werden&#039;&#039; gut nach Louw/Nida 23.172.; gemeint ist der Ganzkörperkrampf. Treffender: „Er hat Schaum vor dem Mund, sein Gesicht verzerrt sich und er krampft am ganzen Körper“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er knirscht mit den Zähnen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Symptome&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er wird [ganz] starr.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Symptome&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und ich sagte zu deinen Jüngern, dass (damit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hina&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
sie ihn vertreiben sollen (bat deine Jünger, ihn auszutreiben), und (aber)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (aber)&#039;&#039; - „und“ zur Verknüpfung von Gegensätzen. So z.B. auch in Platon, Lach 183 - kein Semitismus. Hier deshalb gesetzt, weil die καὶ-Häufung die lebendige, dramatische Rede nachbilden sollen („καὶ wo auch immer [er ist, wenn] er ihn anfällt, zerrt er ihn hin und her καὶ ihm tritt Schaum vor den Mund καὶ sein Kiefer verkrampft sich καὶ er wird ganz starr. καὶ ich sagte zu deinen Jüngern, dass sie ihn vertreiben sollen καὶ sie konnten es nicht.“); vgl. Reiser 1983, S. 103.114.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie konnten es nicht (sie waren zu schwach dafür).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie konnten es nicht (sie waren zu schwach dafür)&#039;&#039; - besser nicht „sie konnten es nicht“ - ἰσχύω hat die Grundbedeutung &#039;&#039;stark sein&#039;&#039;, wird im ntl häufiger als nicht theologisch verwendet und steht öfter z.B. für die Kraft/Macht, die einem Christus/der Glaube/das Gebet verleiht (vgl. EWNT II, S. 512f). Das ist auch hier im Blick; vgl. V. 29. Gut daher EÜ; GW, Marcus 2009, R-S, WNT: „sie hatten nicht die Kraft/Macht dazu“.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Markus|5|3}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Da {antwortete und}&amp;lt;ref name=&amp;quot;antworten&amp;quot; /&amp;gt; sagte er ihnen (fuhr er sie an):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schimpfwort&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte er ihnen (fuhr er sie an)&#039;&#039; + &#039;&#039;Oh, [du] ungläubiges Geschlecht (Pack)!&#039;&#039; - überraschend starkes Scheltwort. Das „Geschlecht“ ist in Mk fast ausnahmslos negativ konnotiert und damit beinahe ein Schimpfwort; „ungläubig“ ebenso, da diese Ungläubigkeit geradezu ein &#039;&#039;moralischer&#039;&#039; Mangel ist (vgl. die Erweiterung von V. 19 in [[Matthäus 17#s17 |Mt 17,17]]; [[Lukas 9#s41 |Lk 9,41]]: „ungläubiges und verkehrtes Geschlecht!“; auch EWNT I, S. 294). Diese Schärfe wird durch die Hinzufügung der Interjektion „Oh!...“ sogar noch zusätzlich verstärkt (vgl. Zerwick §35: „Tatsächlich wird ὦ im neuen Testament - außer in Apg - nur in Kontexten verwendet, die eine starke Emotion des Sprechers nahelegen.“). Dieses starke Scheltwort richtet sich hier deutlich (mindestens: auch) an die Jünger, deshalb gab es in der Exegese einige Versuche, das Wort in seiner Referenz „umzubiegen“. Z.B. ist für Pesch 197, S. 90 diese überraschende Schärfe „das sicherste Indiz dafür, daß in der Erzählung ursprünglich vom exorzistischen Unvermögen der Schriftgelehrten und nicht der Jünger Jesu die Rede war.“ - aber dafür gibt es keine Indizien. So schockierend das auch sein mag: Im Text, wie er uns vorliegt, beschimpft Jesus &#039;&#039;seine Jünger&#039;&#039; als „ungläubiges Pack“ (so sehr gut B/N). Wegen der Schärfe auch besser &#039;&#039;fuhr sie an&#039;&#039; als &#039;&#039;sagte zu ihnen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Oh, [du] ungläubiges Geschlecht (Pack)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schimpfwort&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis wann (wie lange) werde (muss)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;modal&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;werde (muss)&#039;&#039; - sicher modales Futur&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ich [denn noch] bei euch sein? Bis wann werde (muss)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;modal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ich euch [denn noch] ertragen? Bringt ihn zu mir!“ {{par|Numeri|14|11}}{{par|Numeri|14|27}}{{par|Psalm|4|3}}{{par|Sprüche|1|22}}{{par|Jeremia|4|21|22}}{{par|Jeremia|23|26}}{{par|Markus|16|14}}{{par|Lukas|24|25}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sie brachten ihn zu ihm. Und als ihn der Geist sah (Kaum hatte der Geist ihn gesehen - da...),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und als der Geist ihn sah, sofort (Kaum hatte der Geist in gesehen - da)&#039;&#039; - Das Adverb εὐθύς &#039;&#039;sofort&#039;&#039; in „zerrte er ihn sofort in Krämpfen hin und her“ hat im Griechischen die Funktion, Spannung zu erzeugen (vgl. Pryke 1987, S. 87). Daher treffender die in der Klammer angegebene Übersetzung.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
schüttelte er ihn sofort in [heftigen] Krämpfen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schüttelte er ihn in [heftigen] Krämpfen&#039;&#039; ist unsere Wiedergabe des einen Wortes συνεσπάραξεν; „in Krämpfen schütteln“ gut nach EWNT III, S. 748. συσπαράσσω steht ebenso wie das obige ῥήσσω (V. 18) für die epileptischen Konvulsionen des Knaben (Lukas kombiniert die beiden Worte in [[Lukas 9#s42 |Lk 9,42]]); es ist eine Steigerungsform des gleichbedeutenden σπαράσσω (V. 26): Angesichts Jesu bäumt der Geist sich auf und ruft einen besonders heftigen Anfall hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
und die Erde gefallen wälzte er sich schäumend (so dass der Knabe sich mit Schaum vor dem Mund auf der Erde wälzte).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und auf die Erde gefallen wälzte er sich schäumend (so dass der Knabe sich mit Schaum vor dem Mund auf der Erde wälzte)&#039;&#039; - Der Satz drückt die Folgen der heftigen Konvulsionen aus; besser daher konsekutives καί: &#039;&#039;so dass&#039;&#039;. „Auf die Erde gefallen“ ist Partizip Aorist und drückt so das dem „Wälzen“ zeitlich relativ Vorangehende aus; schöner effektiv zu übersetzen: &#039;&#039;auf der Erde (liegend)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|21}} Da fragte er dessen Vater: „Wieviel Zeit ist es, seit [der] ihm dies passiert? (Wie lange geht das schon so mit ihm?)“ Und er sagte: „[Schon] von [frühester] Kindheit an.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Schon] von [frühester] Kindheit an&#039;&#039;; w. &#039;&#039;von von Kindheit an&#039;&#039; (kein Schreibfehler): παιδιόθεν meint schon selbst &#039;&#039;von Kindheit an&#039;&#039;; ἐκ &#039;&#039;seit&#039;&#039; ist damit redundant; vgl. Grosvenor/Zerwick; Marcus 2009. Diese typisch markinische Redundanz hat Mk in diesem Kapitel bisher immer zu Zwecken der Emphase angewendet (s. FNn [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_g g].[http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_l l].[http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_y y]) - wie ja pleonastische Konstruktionen ganz allgemein häufig auf den „Wunsch des Sprechenden, sich kräftiger auszudrücken“ (Hillen 1989, S. 4) zurückführbar sind; daher auch hier besser „&#039;&#039;schon&#039;&#039; von &#039;&#039;frühester&#039;&#039; Kindheit an“ (ähnlich WNT).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das passt zum Text: Wundererzählungen heben häufig die Dauer der Krankheit hervor, da besonders „veraltete Fälle von vornherein als unheilbar galten“ (Pesch 1977, S. 91) und so das Wunder in seiner Wunderbarkeit noch zusätzlich unterstrichen wird; so &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Marcus 2009; vgl. die Parallelstellen. Es passt auch zum folgenden Vers, der durch die Hervorhebung der Gefährlichkeit der Krankheit das selbe leistet.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Markus|5|25}}{{par|Lukas|8|43}}{{par|Johannes|5|6}}{{par|Johannes|9|1}}{{par|Apostelgeschichte|3|2}}{{par|Apostelgeschichte|9|33}}{{par|Apostelgeschichte|14|8}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Ja (und),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;emphatisches kai&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sogar (und)&#039;&#039; + &#039;&#039;sogar (sowohl)&#039;&#039; - sicher emphatisches καὶ; hierzu gut Dana/Mantey §221.3; zur Funktion im Text siehe [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_bl bl]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
mehrfach hat er ihn sogar (sowohl)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;emphatisches kai&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
ins Feuer oder (als auch) ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Ich flehe dich an (aber),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ich flehe dich an (aber)&#039;&#039; - kohortatives ἀλλά (Pesch 1977, S. 92). BDAG und EWNT empfehlen bei dieser Verwendung („Bei Aufforderungen [...] zur Verstärkung“, EWNT I, S. 147) die Übersetzung mit „nun denn“ oder „wohl an“, aber ich sehe nicht, wie das eine Aufforderung verstärken sollte. Besser frei: „Ich flehe dich an!“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
wenn du etwas vermagst (wenn etwas in deiner Macht steht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn du etwas vermagst (wenn etwas in deiner Macht steht)&#039;&#039; kontrastiert hier Jesus mit den Jüngern, die „zu schwach“ waren, um den Knaben zu heilen. Jesus wird es in V. 23 umdeuten: „Wer glaubt, vermag alles!“ Er greift dort des Vaters εἴ τι δύνῃ „wenn du &#039;&#039;etwas&#039;&#039; vermagst“ auf und übersteigert das „etwas“ zu „alles“. Nicht weniger ist hier ausgesagt, als dies: „Die Glaubenden partizipieren an Gottes Allmacht, dem allein das πάντα δυνατὰ (alles [vermag]) eigentlich zusteht ([[Markus 10#s27 |Mk 10,27]]; [[Markus 14#s36 |14,36]]).“ (Dschulnigg 2007, S. 253). Man könnte V. 23 beinahe übersetzen mit „Wer glaubt, ist allmächtig“; vgl. Theißen 1990, S. 140: „πάντα δυνατὰ ist göttliches Attribut im strengsten Sinn“. Vielleicht sollte man daher wirklich zu den vorgeschlagenen Alternativübersetzungen greifen; ich bin aber nicht ganz sicher, ob das nicht doch etwas zu weit geht.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
dann hilf uns und hab Mitleid mit uns (erbarme dich unser)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hilf uns und hab Mitleid mit uns (erbarme dich unser)!&#039;&#039; - W. &#039;&#039;hilf uns, dich unser erbarmend&#039;&#039;. Dass Jesus sich der beiden erbarmt, ist natürlich die Bedingung dafür, dass er ihnen auch hilft; und es ist durch Partizip Aorist auch so markiert (&#039;&#039;dich [zuvor] unser erbarmend&#039;&#039;); vgl. Grosvenor/Zerwick. Dennoch steht es hier in der Reihenfolge &#039;&#039;helfen&#039;&#039; -&amp;gt; &#039;&#039;erbarmen&#039;&#039;. Vielleicht soll diese durcheinandergeratene Reihenfolge die Verzweiflung des Vaters unterstreichen; immerhin ist dies sicher auch die Funktion der καὶ-Häufung in der Rede des Vaters (wie bereits in V. 18, s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ba FN ba]): „&#039;&#039;καὶ mehrfach καὶ hat er ihn ins Feuer geworfen καὶ ins Wasser, um ihn zu töten.&#039;&#039;“&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Matthäus|8|2}}{{par|Matthäus|15|22}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Jesus antwortete ihm: {Das}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;Das&amp;lt;/s&amp;gt; „wenn du vermagst“&#039;&#039; - Τὸ &#039;&#039;das&#039;&#039; macht aus der Phrase „wenn du vermagst“ ein Nomen (Cranfield 1959, S. 302); auf diese Weise wird es als ein Zitat markiert (Grosvenor/Zerwick). Gut B/N: „Was das &amp;gt;Wenn du kannst...&amp;lt; betrifft“; noch besser BB: „Was heißt hier: &#039;Wenn du kannst&#039;?“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
„&#039;Wenn du es vermagst (Wenn es in deiner Macht steht)&#039;... - Wer glaubt, vermag &#039;&#039;alles&#039;&#039; (ist allmächtig)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vermag &#039;&#039;Alles&#039;&#039; (ist allmächtig)&#039;&#039; - s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_bk FN bk].&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Matthäus|17|20}}{{par|Matthäus|21|22}}{{par|Markus|11|23}}{{par|Lukas|17|6}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} Sofort (Da)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sofort (Da)&#039;&#039; - εὐθύς &#039;&#039;sofort&#039;&#039; meint oft auch einfach „dann“, „danach“ (vgl. Taylor 1979, S. 172; daher &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;: „&#039;&#039;Entonces&#039;&#039; el padre del muchacho gritó“). Hier ist das εὐθύς als &#039;&#039;sofort&#039;&#039; aber sinnvoll; es unterstreicht das dramatische Hervorbrechen des verzweifelten Schreis (B/N: „Kaum hatte Jesus das gesagt, da schrie...“). Wirkungstreuer aber daher eine Üs. mit „Da schrie/schluchzte...“; so z.B. BB, EÜ, GN, KAR, NGÜ, NeÜ, Schenke 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
schrie (schluchzte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrie (schluchzte)&#039;&#039; - W. &#039;&#039;Sofort sagte der Vater des Jungen schreiend&#039;&#039;. Viele Manuskripte ergänzen: „&#039;&#039;unter Tränen&#039;&#039; schreiend“. Das ist zweifellos ein späterer Zusatz, dient hier aber wohl nicht nur der „Steigerung der Dramatik“ (z.B. Pesch 1977, S. 85), sondern ist eine Erläuterung des „schreiend“ - die Erweiterung des „sagte“ durch „schreiend“ dient dem Ausdruck der Verzweiflung des Vaters (Partizip Aorist hier nicht vorzeitig, sondern pleonastisch: Ausdruck der selben Handlung durch zwei Worte; vgl. Zerwick §262; Grosvenor/Zerwick &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;); die Ergänzung „unter Tränen“ macht das nur noch expliziter. Einige Üss. haben es daher sogar dennoch beibehalten, z.B. HNV, TMB, WEB. Sehr gut daher KAR: „Da &#039;&#039;schluchzte&#039;&#039; der Vater des Knaben &#039;&#039;laut&#039;&#039; auf:...“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
der Vater des Jungen und sagte: „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ {{par|Lukas|17|5}}{{par|Hebräer|12|2}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Als Jesus sah, dass eine Menschenmenge zusammenlief (herandrängte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zusammenlief (herandrängte)&#039;&#039; - ἐπισυντρέχω ist ein Hapax Legomenon im gesamten Griechisch; Wortbildung: τρέχω &#039;&#039;laufen&#039;&#039; -&amp;gt; συν-τρέχω &#039;&#039;zusammen-laufen&#039;&#039; -&amp;gt; ἐπι-συντρέχω &#039;&#039;heran-zusammenlaufen&#039;&#039;; gut Louw/Nida 15.134: „eilig an einen Ort zusammenlaufen“. Redundante Wortbildung („an einen Ort“ ist in „zusammenlaufen“ bereits enthalten); besser daher gesteigert: „herandrängen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als Jesus sah, dass eine Menschenmenge zusammenlief&#039;&#039; - Der Satz wirkt merkwürdig - als wäre Jesus ein „Showoff“. Jesus handelt aber nicht, weil sein Publikum nun groß genug ist, sondern es handelt sich hier um ein Geheimhaltungsmotiv: Jesus möchte im Gegenteil ein möglichst kleines Publikum (so Cranfield 1959, S. 303; Dschulnigg 2007, S. 255; Pesch 1977, S. 93).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vielleicht steht aber auch dies im Hintergrund: In der Antike (und noch bis ins 19. Jh.)  war der Glaube verbreitet, Epilepsie sei hochansteckend. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass der Junge in V. 14-19 nicht anwesend ist und dass die Menschenmenge nach dem Herbeibringen des Jungen erst von Neuem zusammenlaufen muss. Vielleicht beeilt sich Jesus also angesichts der zusammenlaufenden Menge deshalb so mit dem Exorzismus, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
gebot er dem unreinen Geist {und sagte zu ihm}: „Du stummer und tauber Geist,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Du stummer und tauber Geist&#039;&#039; - W. &#039;&#039;der stumme und taube Geist&#039;&#039;; Nominativ für Vokativ (Grosvenor/Zerwick). Kein Semitismus; vgl. Doudna 1961, S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ich befehle dir, komm aus ihm heraus (fahre aus ihm aus) und geh nie mehr in ihn hinein (fahre nie mehr in ihn hinein)!“ {{par|Markus|1|25}}{{par|Markus|5|8}}{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und schreiend und [den Jungen] in heftigen Krämpfen schüttelnd&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schreiend und [den Jungen] in heftigen Krämpfen schüttelnd&#039;&#039; - W. „schreiend und heftig schüttelnd“. Vielleicht dienen die beiden Partizipien hier als Vollverbersatz; so zumindest Pryke 1978, S. 119f.123; daher BB, B/N, GN, Gnilka 1979, HER, HfA, KAM, LUT, MEN, NeÜ, NGÜ, NL, R-S, SLT , TAF: „Und er schrie, schüttelte ihn heftig hin und her und fuhr aus“. Hier auch dadurch erklärlich, dass durch den Einsatz von Partizipien ein Gleichklang entsteht: &#039;&#039;kraxas kai sparaxas&#039;&#039;. Aber vermutlich ist die Stelle so zu erklären: Beim Exorzismus ist der Moment der Ausfahrt des Dämons einer der gefährlichsten, da der Dämon dem Besessenen hier noch ein letztes Mal großen Schaden zufügen kann. Vgl. Theißen 1990, S. 96: „Der Exorzismus ist so oft das Gegenteil einer Heilung: eine Gefährdung, die eine folgende Heilung notwendig macht (Mk 9,27).“ Das ist es wohl, dass die Modifikation des „er fuhr aus“ durch „schreiend und heftig schüttelnd“ hier ausdrücken soll. Vielleicht sollte man daher besser frei übersetzen: „Da schüttelten den Jungen so heftige Krämpfe wie nie zuvor und mit einem schrecklichen Schrei fuhr der Geist aus.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
kam er heraus (fuhr der Geist aus). Und er wurde (war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde (war)&#039;&#039; - Nicht: „er &#039;&#039;wurde&#039;&#039; wie tot“; γίνομαι als Ersatz von εἶναι - vgl. Louw/Nida 13.3: „to possess certain characteristics, with the implication of their having been acquired“. Übersetze: „... fuhr der Geist aus. Und der Junge lag da wie tot.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
wie tot, daher (sodass)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;daher (sodass)&#039;&#039; - resultatives ὥστε (Pryke 1978, S. 115) -&amp;gt; „sodass“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Meisten (die Menge)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Meisten (die Menge)&#039;&#039; - „die Meisten“ i.S.v. „die Menge“; vgl. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/πολύς Pape 671, Bed. 3]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten, er sei gestorben. {{par|Markus|1|26}}{{par|Lukas|4|41}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Doch Jesus ergriff seine Hand und hieß ihn aufstehen (richtete ihn auf, weckte ihn auf, heilte ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hieß ihn aufstehen&#039;&#039; nach Louw/Nida 17.10 („to cause to stand up“); in Anbetracht des Folgesatzes sinnvoller als „weckte ihn auf“ oder gar „erweckte ihn“. Das häufige „richtete ihn auf“ oder „zog ihn hoch“ ist gut; wäre aber eine Doppelung mit dem Folgesatz.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und er stand auf. {{par|Matthäus|8|15}}{{par|Apostelgeschichte|9|41}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und nachdem er ins Haus gegangen war, fragten ihn seine Jünger für sich:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;für sich&#039;&#039; - versprachlicht hier das Motiv der Sonderbelehrung (siehe Parallelstellen); besser: „Und nachdem er ins Haus gegangen war und sie unter sich waren, fragten ihn seine Jünger“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
„Dass wir ihn nicht austreiben konnten (Warum konnten wir ihn nicht austreiben)?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dass (warum)&#039;&#039; - ὅτι zur Einleitung von Warum-Fragen; vgl. Turner 1925d, S. 58. So auch fast alle Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Matthäus|13|36}}{{par|Markus|4|10}}{{par|Markus|4|34}}{{par|Markus|9|33}}{{par|Markus|10|10}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Da sagte er zu ihnen: „Diese Art kann durch nichts ausfahren (ausgetrieben werden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ausfahren (ausgetrieben werden)&#039;&#039; - ἐξέρχομαι &#039;&#039;ausfahren&#039;&#039; verwendet als Äquivalent des Passivs ἐκβάλλω &#039;&#039;austreiben&#039;&#039;; vgl. Symth §1752; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Cranfield 1959, S. 304; Kleist 1937, S. 214. So auch die meisten Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
außer durch Gebet.“ {{par|Daniel|9|3}}{{par|Jakobus|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Von dort aus (gingen sie fort und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus (gingen sie fort und)&#039;&#039; - W. „Von dort fortgegangen seiend“&amp;lt;/ref&amp;gt; reisten sie durch Galiläa, und er wollte nicht, dass (damit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hina&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
jemand es erführe,&lt;br /&gt;
{{S|31}} denn er lehrte (wollte lehren)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lehrte (wollte belehren)&#039;&#039; - W. „lehren“, aber dies Lehren ist die Intention, die hinter dem nicht-Wollen v. V. 30 steht, daher im Dt. besser „denn er wollte seine Jünger belehren. Er sagte ihnen:...“ Schön KAR: „Denn er dachte seine Jünger zu unterweisen. / So sprach er zu ihnen:...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seine Jünger und sagte zu ihnen: „Der Menschensohn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
ist in die Hände der Menschen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Hände der Menschen&#039;&#039; - Biblizismus, „in die Hand von X“ entspricht „an X“, „in die Gewalt von X“. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ausgeliefert (wird ausgeliefert werden),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist ausgeliefert (wird ausgeliefert werden)&#039;&#039; - futurisches Präsens, um zu betonen, dass das hier Prophezeite sicher feststeht (vgl. Smyth §1879; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Cranfield 1959; Kleist 1937; Marcus 2009). Zudem &#039;&#039;passivum divinum&#039;&#039;; sinngemäß also „wird [von Gott] in die Hände der Menschen ausgeliefert werden“; vgl. Dschulnigg 2007; Pesch 1977; Schenke 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
und sie werden ihn töten, und nachdem (obwohl)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem (obwohl)&#039;&#039; - beide Deutungen des Partizips sind möglich; „nachdem“ z.B. Gnilka 1979; Marcus 2009; Schenke 2005; „obwohl“ Camacho/Mateos 1994; Kleist 1937. Beides trifft die gern gewählte Übersetzung „drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen.“ {{par|Matthäus|16|21}}{{par|Matthäus|20|18|19}}{{par|Markus|8|31}}{{par|Markus|10|33|34}}{{par|Markus|14|21}}{{par|Markus|14|41}}{{par|Lukas|18|31}}{{par|Johannes|3|14}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Sie verstanden das Wort (diesen Ausspruch) jedoch nicht, und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und&#039;&#039; - vielleicht besser: Deutung als καὶ zur Markierung schwacher Gegensätzlichkeit (so auch Reiser 1983, S. 115); dann: „Sie verstanden diesen Ausspruch nicht, fürchteten sich aber,...“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
sie fürchteten sich, ihn zu fragen. {{par|Markus|7|18}}{{par|Markus|8|17|18}}{{par|Markus|9|10}}{{par|Lukas|2|50}}{{par|Lukas|9|45}}{{par|Johannes|16|18|19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|33}} Sie kamen nach Kafarnaum. Als er im Haus war (ankam),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;war&#039;&#039; - nicht: „ankam“; γίνομαι als Ersatz von εἶναι - vgl. Louw/Nida 85.6: „to be in a place, with the possible implecation of having come to be in such a place“. Auch hier dient die Erwähnung des nicht näher spezifischen Hauses nur der Verdichtung des Motivs der Privatoffenbarung an die Jünger (wie oft in Mk).&amp;lt;/ref&amp;gt; fragte er sie: „Worüber (Was) habt ihr auf dem Weg (unterwegs) diskutiert (überlegt)?“&lt;br /&gt;
{{S|34}} Sie aber schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg (unterwegs) miteinander [darüber] diskutiert, wer der Größte (größer)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Größte (größer)&#039;&#039; - Komparativ als Superlativ; vgl. Cranfield 1959, S. 307.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[sei]. {{par|Matthäus|18|1}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Da setzte er sich, rief (wandte sich an) die Zwölf und sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief (wandte sich an) die Zwölf und sagte zu ihnen&#039;&#039; - Offensichtlich sind die Zwölf bereits bei ihm; eine Übersetzung mit „rufen“ macht daher keinen Sinn. ἐφώνησεν meint hier „sich wenden an“; s. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%CF%86%CF%89%CE%BD%CE%AD%CF%89 Pape 1322]; Thayer; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Cranfield 1959, S. 307f. Daher: „Da setzte er sich und wandte sich an die Zwölf &amp;lt;s&amp;gt;und sagte&amp;lt;/s&amp;gt;:...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wenn jemand der Erste sein will, wird (muss)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wird (soll)&#039;&#039; - modales Futur; vgl. Smyth 1910a; Zerwick §94; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Grosvenor/Zerwick; Kleist 1937; Marcus 2009. So fast alle Üss. Theoretisch wäre die futurische Übersetzung aber genau so möglich; „Wenn jemand der Erste sein will, wird er der Letzte von Allen und der Diener von Allen sein“ hieße dann etwa „Wer hoch hinaus will, wird tief fallen“. Zur modalen Deutung vgl. die Parallelstellen, zur futurischen [[Sprüche 29#s23 |Spr 29,23]]; [[Matthäus 23#s11 |Mt 23,11f]]; [[Lukas 14#s11 |Lk 14,11]]; [[Lukas 18#s14|18,14]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er der Letzte von Allen und der Diener von Allen sein.“ {{par|Matthäus|11|11}}{{par|Matthäus|20|26|27}}{{par|Markus|10|43|44}}{{par|Römer|12|10}}{{par|Philipper|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und er nahm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Adoption&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Er nahm ein Kind, stelltes es in ihre Mitte, nahm es in die Arme&#039;&#039; - Was macht Jesus hier mit dem Kind? Wörtlich übersetzt klingt der Text so, als stünde im Haus irgendwo ein Kind herum. Das „nimmt“ Jesus, „stellt es“ in der Mitte der Jünger wieder „ab“&#039; nur, um es direkt darauf wieder zu sich heranzuziehen, um es „in die Arme zu schließen“. „Das arme Kind“, möchte man beinahe sagen - fast schon eine kleine Achterbahnfahrt, die es da mitmacht. Vermutlich darf man dies &#039;&#039;nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;umarmte&#039;&#039; aber nicht (nur) wörtlich verstehen, sondern es ist dies eine „Handlungsmetapher“: Jemanden „nehmen und umarmen“ sind symbolische Handlungen, mit der (quasi-)verwandschaftliche Verhältnisse bestätigt oder sogar geschaffen werden (z.B. als Adoptionsvorgang); vgl. Derrett 1983; Grassi 1992; Marcus 2009. Zu „nehmen“ vgl. z.B. [[Exodus 2#s9 |Ex 2,9]] (auch: LXX); zu „umarmen“ [[Genesis 29#s13 |Gen 29,13]]; [[Genesis 33#s4 |33,4]]. Diese Adoptionssymbolik ist wohl auch hier im Blick; s. den nächsten Vers.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ein Kind, stellte es in ihre Mitte, umarmte es&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Adoption&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte zu ihnen: {{par|Markus|10|16}}&lt;br /&gt;
{{S|37}} „Wer eines von solchen Kindern (ein solches Kind) in meinem Namen (mir zuliebe, um meinetwillen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in meinem Namen (mir zuliebe, um meinetwillen)&#039;&#039; - vgl. dazu [https://archive.org/stream/imnamenjesueine01heitgoog#page/n69/mode/1up Heitmüller 1903, S. 50], der Beispiele für dieses Idiom in Demosthenes, Isaeus, Josephus, Lukian, Demosthenes und Dio Cassius bringt und kommentiert mit: „An diesen Stellen giebt unsere Formel den Titel, die Kategorie, den Grund bzw. Vorwand an, unter dem, mit Bezug auf den dies oder das geschieht.“ Viel besser als die wörtliche Übersetzung daher B/N, NGÜ, NL: „um meinetwillen“; HfA, KAM: „Mir zuliebe“. Vgl. auch Grosvenor/Zerwick: „for my sake, out of devotion to me“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt nicht mich auf, sondern (vielmehr)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht mich, sondern (vielmehr) den&#039;&#039; - vgl. dazu Zerwick §445; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick: „nicht A, sondern B“ ist nach Zerwick ein Idiom, das die Betonung auf B legt: „viel mehr B als A“. Ich denke aber, dass dieses Idiom hier nicht zur Anwendung kommt; es ist hier ja keine Frage von „X &#039;&#039;mehr als&#039;&#039; Y“, sondern „X &#039;&#039;statt&#039;&#039; Y“ oder genauer „X &#039;&#039;gleichzeitig&#039;&#039; mit Y“. Den Sinn trifft eher: „Wer ein solches Kind aufnimmt, nimmt damit gleichzeitig mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt damit gleichzeitig Gott auf.“ - aber in der wörtlichen Übersetzung im Fließtext ist das wohl erkennbar genug.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
den, der mich gesandt hat.“ {{par|Matthäus|10|40}}{{par|Matthäus|25|40}}{{par|Lukas|9|48}}{{par|Lukas|10|16}}{{par|Johannes|5|23}}{{par|Johannes|12|44|45}}{{par|1Thessalonicher|4|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|38}} Johannes sagte zu ihm: „Lehrer, wir haben gesehen, wie jemand Dämonen austrieb mit deinem Namen (und dabei deinen Namen verwendete). &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit deinem Namen (und dabei deinen Namen verwendete)&#039;&#039; - Hier sicher instrumentales ἐν; die Alternativübersetzung soll das deutlicher machen. Im antiken Israel war es üblich, den Namen von Göttern, Dämonen und Personen, denen eine enge Bindung zu Gott nachgesagt wurde, für Exorzismen zu verwenden. Besonders häufig wurde der Name Salomo gewählt, aber auch von Jesu Namen ist uns mehrfach überliefert, dass er in Exorzismen benutzt wurde (vgl. z.B. [[Apostelgeschichte 4#s7 |Apg 4,7-11]].[[Apostelgeschichte 4#s30 |30]]). Daraus folgte nicht, dass diese Exorzisten auch Anhänger Jesu waren; vgl. z.B. [[Matthäus 7#s22 |Mt 7,22]]; [[Apostelgeschichte 19#s13 |Apg 19,13-17]]; auch in einigen heidnischen magischen Texten findet sich Jesu Name derart verwendet, s. PGM 3.420; 4.1233; 4.3020; 12.192; vgl. Marcus 2009 &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;. Dass der fremde Exorzist kein Jesusjünger ist, wird schon aus diesem Vers klar; dass er ihm ggü. nicht einmal wohlwollend eingestellt sein musste, V. 39; vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wir hinderten ihn daran (haben versucht, ihn daran hindern),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wir hinderten ihn daran (haben versucht, ihn daran zu hindern; wollten ihn daran hindern)&#039;&#039; - hier sicher konatives Imperfekt, sonst machte Jesu Aufforderung in V. 39 nicht viel Sinn - der Schaden wäre schon angerichtet. Zum konativen Imperfekt vgl. BDR §326, Dana §177; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Cranfield 1959, S. 310, Grosvenor/Zerwick, Taylor 1979, S. 485; ähnlich Kleist 1937, S. 215; so auch viele Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
weil er uns nicht folgt (nicht zu uns gehört).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil er uns nicht folgt (nicht zu uns gehört)&#039;&#039; - sicher wollen die Jünger dem Exorzisten das nicht verbietet, weil er kein Anhänger der &#039;&#039;Jünger&#039;&#039; ist. ἀκολουθέω meint hier - wie schon [[Markus 8#s34 |Mk 8,34]] (s. dort [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_8#note_ba FN ba]) - „zugehörig sein“; vgl. Pryke 1978, S. 41. Vielleicht hier gewählt wegen dem Gleichklang von &#039;&#039;wir wollten ihn daran hindern&#039;&#039; und &#039;&#039;[zu uns] gehört&#039;&#039;: &#039;&#039;ekolüomen&#039;&#039; - &#039;&#039;äkoluthei&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Numeri|11|27|28}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Jesus aber sagte: „Hindert ihn nicht [daran], denn es gibt niemanden, der Wunder mit meinem Namen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit meinem Namen&#039;&#039; - ἐπὶ τῷ ὀνόματί verwendet wie oben ἐν τῷ ὀνόματί (s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_cp FN cp]); vgl. BDAG: „der Machttaten vollbringt, indem er meinen Namen nennt“. So auch viele Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wirkt und schnell &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schnell&#039;&#039; - Abwandlung eines jüdischen Sprichwortes; vgl. B/S I, S. 19; Dschulnigg 2007, S. 262; Pesch 197, S. 109. Eine Variante dieses Sprichworts lautet etwa: „Wem man Übles getan, dem tut man nicht so schnell Gutes; und wem man Gutes getan, dem tut man nicht so schnell Übles“. Hier entspricht ihm ungefähr das dänische Sprichwort „Man kann nicht gleichzeitig pusten und Mehl im Mund haben“: Wem die positive Nennung des Namens Jesu nutzt, wird ihn so bald nicht negativ verwenden. Übersetze vielleicht: „Hindert ihn nicht daran - wer mit meinem Namen Wunder tut, wird ihn nicht gleichzeitig schmähen.“ Wenn der Sentenzen-charakter dieses abgewandelten Sprichworts in der LF noch besser herauskommen könnte, wäre das aber noch besser.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schlecht von mir zu sprechen vermag (von mir sprechen kann).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schlecht von mir zu sprechen vermag (von mir sprechen kann)&#039;&#039; - δύναμαι &#039;&#039;vermögen&#039;&#039; verwendet als Hilfsverb, besser einfach „verfluchen kann“. Vgl. Turner 1927a, S. 355.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|40}} Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wer nicht gegen uns ist, ist für uns&#039;&#039; - auch dies ist ein Sprichwort; s. Cicero, Lig 11 (vgl. Cranfield 1959, S. 310).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(steht über uns).“ {{par|Matthäus|12|30}}{{par|Lukas|11|23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|41}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Struktur&amp;quot;&amp;gt;Zur Strukturellen Zuordnung von Vv. 41f siehe [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_9#Struktur_der_Studienfassung Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
„{Denn}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;Denn&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039; - γάρ &#039;&#039;denn&#039;&#039; muss nicht immer eine Begründung für vorangehende Textteile einleiten, sondern kann auch einfach einen neuen Textabschnitt markieren (vgl. z.B. Smyth §2808; Kleist 1932, S. 164f.; ad loc. Kleist 1937, S. 215). Von dieser zweiten Verwendung ist schon länger der Spezialfall bekannt, dass Mk γάρ gelegentlich auch nur verwendet, um in einer Spruchsammlung einzelne Sprüche voneinander abzugrenzen (also exakt das, was wir in Mk 9 vermutlich vor uns haben, s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_9#Struktur_der_Studienfassung Kommentar]); vgl. Pryke 1978, S. 128.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer euch [auch nur] &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[auch nur]&#039;&#039; - „einen Becher Wasser zu trinken geben“ ist das geringste Werk der Gastfreundschaft (Pesch 1977, S. 110); es wird hier für die sprichwörtlich kleinstmögliche gute Tat verwendet - daher „[auch nur]“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
einen Becher Wasser zu trinken gibt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einen Becher Wasser zu trinken gibt&#039;&#039; - im Griechischen figura etymologica: ποτίσῃ ποτήριον &#039;&#039;[Wer euch] tränkt mit einem Trunk&#039;&#039; („Trunk“ aber w. „Becher“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
weil (im Namen, dass)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (im Namen, dass)&#039;&#039; - W. „im Namen, dass“, aber gr. Idiom für „weil“; vgl. BDAG, [https://archive.org/stream/imnamenjesueine01heitgoog#page/n69/mode/1up Heitmüller 1903, S. 48.50]; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Cranfield 1959, S. 312; Grosvenor/Zerwick; Taylor 1979, S. 486. So auch viele Üss. Allerdings seltenes Idiom; daher die Varianten.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ihr zu Christus gehört - Amen, ich sage euch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Amen, ich sage euch&#039;&#039; - nicht-responsives °Amen°. Zusammen mit der Konstruktion οὐ μὴ + Partizip Aorist - der stärkstmöglichen Verneinung zukünftiger Geschehnisse im Griechischen (Wallace, S. 468) - in „wird nicht verlieren“ markiert dies den hierigen Spruch als autoritativ ausgesprochene, absolut gültige Heilszusage.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
- der wird seinen Lohn nicht verlieren (wird ihn bekommen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wird seinen Lohn nicht verlieren (wird ihn bekommen)&#039;&#039; - ἀπόλλυμι meint nicht nur „verlieren“, sondern auch „nicht bekommen“ (vgl. Louw/Nida 57.67). Das ist hier - in einer Heilszusage - sinnvoller, denn „der wird seinen Lohn nicht verlieren“ würde implizieren, dass er den Lohn bereits erhalten hat. „Nicht nicht-bekommen“ ist damit eine Art doppelte Verneinung, die stärker ist als eine bloße Bejahung und so zusammenwirkt mit dem „Amen, ich sage euch“ und der Konstruktion οὐ μὴ + Partizip Aorist (s. letzte Fußnote).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|42}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Struktur&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
Wer aber (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aber (und)&#039;&#039; - „und“ zur Verknüpfung von Gegensätzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[auch nur] einen dieser Kleinen (einen der Geringen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einen dieser Kleinen (einen der Geringen)&#039;&#039; - Auf wen „diese Kleinen“ verweist, ist in der Exegese umstritten. Einige denken, dass es sich bei „diesen Kleinen“ um eine Ehrenbezeichnung Jesu für die Jünger handle (s. z.B. Jeremias 1971, S. 113 zu dieser Stelle; [[Matthäus 10#s42 |Mt 10,42]]; [[Matthäus 18#s10 |18,10]].[[Matthäus 18#s14 |14]]; [[Matthäus 25#s40 |25,40]].[[Matthäus 25#s45 |45]]). Das ist mindestens schwierig. Mt 18,10.14 verweist es zweifellos auf Kinder; vgl. [[Matthäus 18#s5 |Mt 18,5f]] (also die Parallelstelle von Mk 9,42). Und Mt 25,40.45 ist nicht von „einem dieser Kleinen“ die Rede, sondern von „einem meiner kleinsten Brüder“ und die Referenz wird weiter dadurch aufgeklärt, dass diese als hungernde, dürstende, obdachlose, nackte, kranke und gefangene Menschen näher bestimmt werden - man kann diese Stelle also nicht ohne Weiteres mit Mk 9,42 par. parallelisieren. Bleiben Mt 10,42 und Mk 9,42. Auch an unserer Stelle deckt sich ἕνα τῶν μικρῶν &#039;&#039;einer dieser Kleinen&#039;&#039; nicht mit ὑμᾶς &#039;&#039;euch&#039;&#039; (3. Pers. vs. 2. Pers., außerdem werden die beiden Gruppen „diese Kleinen“ und „ihr“ hier ja offensichtlich miteinander kontrastiert). Zudem kann das Demonstrativpronomen „dies“ in „dieser Kleinen“ nur meinen „solche Kinder wie das, von dem ich in Vv. 33-37 geredet habe“ - wenn man es nicht (wie z.B. Pesch 1977, S. 92) als (bedeutungsloses) redundantes Pronomen deutet (ein Aramäismus; vgl. [http://archive.org/stream/grammatikdesj00dalmuoft#page/113/mode/1up Dalman 1905, S. 113f]; [https://archive.org/stream/fourgospelsanewt009081mbp#page/n305/mode/1up Torrey 1933, S. 290] zu [[Matthäus 5#s19 |Mt 5,19]] - mit dieser Verwendung dürfte man vielleicht auch die Textvarianten erklären können, in denen das Demonstrativpronomen fehlt). Man wird daher hier besser davon ausgehen müssen, dass „diese Kleinen“ wieder die Kinder meint (so z.B. auch Collins 2007, S. 450, Evans 2001, S. 70; Gundry 1993, S. 512.524, van Iersel 1998, S. 312f; gut auch Loader 2012, S. 121f.), was noch wahrscheinlicher wird, wenn man (wie viele) davon ausgeht, dass entweder Vv. 41f oder nur Vv. 42 ursprünglich direkt an V. 37 angeschlossen haben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die an mich ({an mich}) glauben, ärgert (vom Glauben abbringt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ärgert (vom Glauben abbringt)&#039;&#039; - σκανδαλίζω kann sowohl „vom Glauben abbringen“ meinen als auch „ärgern“ (außerdem „zur Sünde verführen“, aber das ist hier sehr wahrscheinlich nicht im Blick). Liest man - wie wir, vgl. wieder den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_9#Struktur_der_Studienfassung Kommentar] - Vv.41-42 als zusammenhängend und berücksichtigt die parallele Struktur der beiden Verse, erkennt man, dass ὃς ἂν σκανδαλίσῃ &#039;&#039;Wer [auch nur einen dieser Kleinen] ärgert/vom Glauben abbringt&#039;&#039; parallel  ist zu ὃς ἂν ποτίσῃ ὑμᾶς ποτήριον ὕδατος &#039;&#039;Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt&#039;&#039;. σκανδαλίζω wird also mit der „sprichwörtlich kleinstmöglichen guten Tat“ parallelisiert. Entweder, man geht davon aus, dass dies nichts bedeutet, lässt sich deshalb in der Deutung von σκανδαλίζω leiten von dem „die Kleinen, &#039;&#039;die glauben&#039;&#039;“ und übersetzt daher „vom Glauben abbringt“. So z.B. BB, GN, HfA, KAM, LUT, NL. Oder aber man hält Vv. 41f für eine Art „verdrehtes argumentum a maiore ad minus“: Kinder werden in der Antike allgemein - und auch im NT - eher mit Niedrigkeit und Schwachheit konnotiert (vgl. z.B. Aasgaard 2006; Grassi 1992). Erst recht solche, die „aufgenommen“ werden müssen, also Waisenkinder: Sie gehören zu den schwächsten Gliedern der Gesellschaft und stehen so sozial weit unter den Jüngern. In den Vv. 33-37 nimmt aber Jesus eine seiner häufigen „Umwertungen der Werte“ vor: Wer von den Jüngern der Erste sein will, soll der Diener &#039;&#039;aller&#039;&#039; sein - selbst „solchen Kindern“ sollen sie dienen (Vv. 36f). In Vv. 41f wird diese Umwertung wieder aufgegriffen: Wer den Jüngern eine kleine Wohltat erweist, wird seinen Lohn erhalten (V. 41). Wer aber ein solches Kind „ärgert“ - d.h., ihm eine kleine Übeltat erweist - für den wäre es besser..., und es folgt die Beschreibung einer der grausamstmöglichen Strafen der Antike (s.u.). Heißt: Handlungen an christusgläubigen Kindern wiegen schwerer als an den christusgläubigen Jüngern: Wenn schon denen, die an den Jüngern handeln, vergolten wird - um wieviel mehr wird dann erst denen vergolten werden, die an Kindern handeln (ähnlich analysiert Stein 2008, S. 447). Dieses argumentum a maiore ad minus funktioniert gerade deshalb - ist gerade deshalb so überraschend und radikal - weil in der opinio communis die Verhältnisse eigentlich umgekehrt sind. Lässt man sich von dieser Deutung leiten, sollte man übersetzen mit „ärgern“; so z.B. BEN, ELB, FREE, Gnilka 1979, H-R, KNO, Marcus 2009, MEISTER, MEN, MNT, PAT, TAF, TEXT.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Seit Deming 1990 glauben außerdem einige, dass sich das σκανδαλίζω auf sexuelle Vergehen gegenüber Kindern bezieht, und es ist dies vermutlich auch möglich, wenn man V. 42 isoliert liest - im aktuellen Kontext macht es aber nicht viel Sinn.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich persönlich würde durchaus Deutung 2 den Vorzug geben und habe sie daher auch als Primärübersetzung angegeben, weil sie den Text kohärenter sein lässt; davon abgesehen spricht aber nicht viel gegen Deutung 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
- für den ist (wäre)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist (wäre)&#039;&#039; - modales Indikativ; vgl. Kleist 1937, S. 216. So fast alle Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
es gut (besser),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gut&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;gut (besser)&#039;&#039; - sicher Positiv als Komparativ; vgl. Zerwick §145. So auch alle Üss. Kein Semitismus; vgl. z.B. Herodot IX.26.7; auch BDR §245.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
wenn ein Eselsmühlstein um seinen Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn ein Eselsmühlstein um seinen Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde&#039;&#039; - Die Hinrichtungsart, die hier beschrieben wird, nennt sich „Katapontismus“; sie ist in der Antike v.a. deshalb gefürchtet, weil sie dem Toten die Bestattung verwehren sollte (vgl. [http://de.wikisource.org/wiki/RE:Katapontismos Pauly X,2, Sp. 2480-2482]; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; gut Pesch 1977, S. 114). Derrett 1985 denkt hier an ein Wortspiel: Nicht nur die durch Katapontismos hingerichteten wurden im Alten Israel nicht begraben, sondern auch Esel (vgl. z.B. TDOT IV, S. 469 - daher in [[Jer 22#s19 |Jer 22,19]] auch die Rede vom „Eselsbegräbnis“ i.S.v. „gar kein Begräbnis“). Wenn also jemand gerade mit einem &#039;&#039;Esels&#039;&#039;mühlstein um den Hals ins Meer geworfen wird, unterstreicht das noch mal den „Eselsbegräbnis-charakter“ des Katapontismos. Dem folgend hält es auch Henderson 2001, S. 49 für eine weitere - diesmal aber missglückte - Abwandlung einer jüdischen Redensart.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Matthäus|25|40}}{{par|Matthäus|26|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|43}} „{Und} Wenn deine Hand dich zur Sünde verführen will (zur Sünde verführt, ärgert, vom Glauben abbringt),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zur Sünde&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;zur Sünde verführen will (zur Sünde verführt, ärgert, vom Glauben abbringt)&#039;&#039; - auch die Deutung von Vv. 43.45.47 hängt davon ab, wie man Vv. 42 zuordnet. Geht man davon aus, dass die Verse mit V. 42 zusammengehören, ist wahrscheinlich, dass σκανδαλίζω in allen vier Versen das selbe meint; dann wäre in allen vier Versen am Wahrscheinlichsten: „vom Glauben abbringt“. Die drei Verse sind aber ws. unabhängig von V. 42 zu lesen (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_9#Struktur_der_Studienfassung Kommentar]). Dann ist unser wichtigstes Indiz für die Deutung von σκανδαλίζω, dass es dasjenige ist, wegen dem man „in die Gehenna geworfen wird“, also sehr wahrscheinlich „zur Sünde verführt“. Deutung als konatives Präsens („verführ&#039;&#039;en will&#039;&#039;“) gut nach Grosvenor/Zerwick: Das Abhauen soll gerade verhindern, dass der Plan der Hand/des Fußes/des Auges gelingt, das zur-Sünde-verführt-Werden ist also noch nicht Realität. Wegen den Subjekten Hand, Fuß und Auge aber wohl besser „zur Sünde zu verführen droht“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
hau sie ab! [Denn]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kausal&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[Denn]&#039;&#039; - Asyndese zum Ausdruck kausaler Verhältnisse, so gut Reiser 1983, S. 143.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
es ist gut (besser),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gut&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
dass du verstümmelt in das Leben &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leben&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leben&#039;&#039; wird hier als Wechselbegriff für das „Reich Gottes“ verwendet; so eigtl. alle. „Reich Gottes“ steht ja denn auch statt „Leben“ in V. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eingehst, als die zwei Hände habend (mit beiden Händen) in die Gehenna (Hölle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gehenna&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Gehenna (Hölle)&#039;&#039; - „Gehenna “ war ursprünglich eine griechische Ortsbezeichnung für das Hinnomtal ({{hebr}}גֵּי הִנּׂם{{hebr ende}} &#039;&#039;gê hinnom&#039;&#039;) im Süden Jerusalems. Wohl, weil (s. [[2Könige 16#s3|2Kön 16,3]]; [[2Könige 21#s6 |21,6]]) dort unter Ahas und Manasse Kinder geopfert wurden, wurde es nach und nach mythisiert, bis „Gehenna“ als Wechselbegriff für die Feuerhölle verwendet werden konnte.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
einzugehen (geworfen zu werden):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einzugehen (geworfen zu werden)&#039;&#039; - ähnlich wie in V. 29 fungiert hier das Aktiv ἀπελθεῖν wie das Passiv βληθῆναι &#039;&#039;geworfen werden&#039;&#039; (s. V. 46; vgl. Smyth §1752; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick; Kleist 1937, S. 216). Hier deshalb, weil so das &#039;&#039;Eingehen ins Leben&#039;&#039; (εἰσελθεῖν) sprachlich parallel laufen kann mit dem &#039;&#039;Geworfen-Werden in die Gehenna&#039;&#039; (ἀπελθεῖν). In V. 45 dagegen steht merkwürdigerweise überall βληθῆναι, und, noch verrückter, auch in fast allen Mss. in V. 47; einige wenige aber ändern hier (nicht aber in V. 45!) wieder zu ἀπελθεῖν.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
in das unauslöschliche Feuer,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gehenna, in das unauslöschliche Feuer&#039;&#039; - wahrscheinlich: deskriptive Apposition (vgl. Smyth §987; Wallace, S. 48): „ins unauslöschliche Feuer der Gehenna“. Ähnlich Kleist 1937, S. 216; so gut auch HfA, KAM, NL. Hier würde diese Übersetzung aber den Parallelismus von Vv. 43.45.47 zerstören, so dass man wohl bei der (etwas unschönen?) appositiven Übersetzung bleiben muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Jesaja|33|14}}{{par|Matthäus|3|12}}{{par|Matthäus|25|41}}{{par|Offenbarung|14|10|11}}{{par|Offenbarung|20|15}}{{par|Offenbarung|21|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} {{sekundär}}wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.{{sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 44.46&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Vv. 44.46 sind eine Doppelung von V. 48 und fehlen in einigen wichtigen Mss.; daher werden sie heute fast einheitlich als sekundär erklärt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und wenn dein Fuß dich zur Sünde verführen will (zur Sünde verführt, ärgert, vom Glauben abbringt),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zur Sünde&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann hau ihn ab! [Denn]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kausal&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
es ist gut (besser),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gut&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
dass du lahm in das Leben&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leben&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
eingehst, als die zwei Füße habend (mit beiden Füßen) in die Gehenna (Hölle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gehenna&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
geworfen zu werden,&lt;br /&gt;
{{S|46}} {{sekundär}}wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.{{sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 44.46&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|47}} Und wenn dein Auge dich zur Sünde verführen will (zur Sünde verführt, ärgert, vom Glauben abbringt),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zur Sünde&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
reiß es aus! [Denn]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kausal&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
es ist gut (besser),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gut&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
dass du einäugig in das Reich Gottes eingehst, als zwei Augen habend (mit zwei Augen) in die Gehenna (Hölle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gehenna&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
geworfen zu werden,&lt;br /&gt;
{{S|48}} &#039;wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt&#039;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.&#039;&#039; - Mit diesem Zitat von [[Jesaja 66#s24 |Jes 66,24]] endet die Spruchtrias Vv. 43.45.47. Jes 66,24 lautet: „Sie werden hinausgehen und auf die Leichen der mir untreuen/gegen mich sündigenden Menschen sehen, denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen [...].“ In vielen Kommentaren wird auch dies ins Hinnomtal lokalisiert, weil der Ort, von dem „sie“ „hinausgehen“ werden, Jerusalem ist; „ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen“ dient also bereits dort zur Charakterisierung der Strafe, die Apostaten/Sünder in der Feuerhölle Gehenna zu ertragen haben werden. Ähnlich Sir 7,17 LXX: „Die Strafe des Gottfernen ist Feuer und Wurm.“; [[Judith 16#s17|Jdth 16,17]] „Am Tag des Gerichts straft sie der allmächtige Herr, er schickt Feuer und Würmer in ihr Gebein; in Ewigkeit sollen sie heulen vor Schmerzen“ (EÜ). Der Wurm symbolisiert dabei vermutlich die ewigwährende Verwesung (so z.B. Gnilka 1979, S. 65; Pesch 1977, S. 115). Marcus 2009 fühlt sich dabei mit Dale Allison an Prometheus erinnert, dem Tag auf Tag bei lebendigen Leibe ein Adler die Leber aus dem Leib frisst, die über Nacht stets wieder nachwächst. Das ist natürlich Eisegese, aber ich finde sie hier ziemlich passend.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Römer|8|13}}{{par|1Korinther|9|27}}{{par|Galater|5|24}}{{par|Kolosser|3|5}}{{par|Titus|2|12}}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|49}} {Denn} (Denn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;Denn&amp;lt;/s&amp;gt; (Denn)&#039;&#039; - Vv. 49f gehören sehr sicher nicht mit dem vorangehenden Abschnitt zusammen; gemeinsam ist ihnen nur das ominöse „Feuer“, dass hier aber nicht das obige Höllenfeuer meint, sondern etwas Gutes, das zum „Gesalzen-sein“ führt. Zu &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;denn&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039; siehe [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_cx FN cx].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Jeder wird mit Feuer gesalzen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden&#039;&#039; - einer der schwierigsten Verse im ganzen NT. Weil er „völliger Nonsens“ (Torrey 1933, S. 302) ist, konnten Bratcher/Nida 1961, S. 304 schon 1961 über 15 verschiedene Deutungen dieses Verses zusammengetragen; mittlerweile sind noch mehr hinzugekommen. Selbst den alten Schreibern war der Sinn des Verses schon nicht mehr klar (vgl. Metzgers Referat der verschiedenen Textvarianten in Metzger 1994, S. 87). Ernst 1963, S. 284 denkt sogar, dass der Vers überhaupt keinen Sinn machen &#039;&#039;soll&#039;&#039;, sondern als „als schillernde[s] und vieldeutige[s] Rätselwort nur zum Nachdenken“ anregen will.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heute sind vor allem zwei Erklärungsansätze verbreitet:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(1) Der erste versucht, den Vers in der Form zu erklären, in der er überliefert ist. Am verbreitetsten ist die Variante dieses Ansatzes, den Vers mit [[Levitikus 2#s13 |Lev 2,13]] (vielleicht besser: [[Ezechiel 43#s24 |Ez 43,24]]) zusammenzulesen und in Zusammenhang zu bringen mit Feueropfern, die vor dem Entzündet-Werden gesalzen werden müssen. Das aber funktioniert nicht; die Crux am Vers ist ja gerade, dass (a) &#039;&#039;Menschen&#039;&#039; (b) &#039;&#039;mit&#039;&#039; Feuer gesalzen werden. In Lev 2 und Ez 43,24 ist zwar von Feuer und Salz die Rede, aber weder werden dort „Menschen“ gesalzen, noch wird „mit Feuer“ gesalzen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Der zweite versucht, den Sinn des Verses durch eine Rückübersetzung ins Hebräische/Aramäische zu klären. Man rekonstruiert dabei entweder {{hebr}}כִּי כָל אִיש בָּאֵש יָמְלָח{{hebr ende}} &#039;&#039;denn jeder Mensch wird/muss im/mit Feuer gesalzen werden&#039;&#039; oder {{hebr}}כִּי כָל בָּאֵש יָמְלָח{{hebr ende}} &#039;&#039;denn jeder/alles wird/muss im/mit Feuer gesalzen werden&#039;&#039;. Zu den bekannteren Vorschlägen zählt dann (ich ordne an nach steigender Plausibilität):&lt;br /&gt;
* Statt {{hebr}}אִיש{{hebr ende}} &#039;&#039;Mensch&#039;&#039; habe im Urtext ursprünglich {{hebr}}אֵש{{hebr ende}} &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; gestanden: &#039;&#039;Jedes Feuer wird durch Feuer gesalzen werden&#039;&#039; (Chajes 1899, S. 53f.) - aber das ist ja noch sinnloser als der griechische Text. Trotzdem ist das offenbar der bekannteste Vorschlag dieser Art - wohl, weil er auch der erste dieser Art war.&lt;br /&gt;
* Hebr. {{hebr}}מלח{{hebr ende}} &#039;&#039;salzen&#039;&#039; habe auch die Bedeutung &#039;&#039;zerstören&#039;&#039; - das ist allerdings mindestens zweifelhaft -: &#039;&#039;Alles  wird durch Feuer zerstört werden.&#039;&#039; ([http://www.biblicalstudies.org.uk/pdf/gtj/06-2_299.pdf Fields 1985], S. 302f.). Ähnlich Carmignac 1967, der {{hebr}}מלח{{hebr ende}} nicht als {{hebr}}מלח{{hebr ende}} II &#039;&#039;salzen&#039;&#039;, sd. {{hebr}}מלח{{hebr ende}} I &#039;&#039;auflösen (wie Rauch)&#039;&#039; deutet: &#039;&#039;Alles wird sich im Feuer auflösen (wie Rauch)&#039;&#039; (so kürzlich auch wieder  [http://www.christusrex.org/www1/ofm/sbf/Books/LA48/48125FM.pdf Manns 1998, S. 130]).&lt;br /&gt;
* Baarda 1959 denkt bei der Rekonstruktion nicht an hebr. {{hebr}}מלח{{hebr ende}} &#039;&#039;salzen&#039;&#039;, sondern an aram {{hebr}}תבל{{hebr ende}} &#039;&#039;salzen&#039;&#039;, und schlägt vor, im ursprünglichen Text habe aber nicht {{hebr}}תבל{{hebr ende}}, sondern {{hebr}}טבל{{hebr ende}} &#039;&#039;taufen&#039;&#039; gestanden: &#039;&#039;Jeder wird im Feuer getauft werden&#039;&#039; (so auch kürzlich wieder [https://www.academia.edu/1258632/_Everyone_Will_Be_Baptized_in_Fire_Mark_9.49_Q_3.16_and_the_Baptism_of_the_Coming_One_Journal_for_the_Study_of_the_Historical_Jesus_7_2009_254-285 Frayer-Griggs 2009]).&lt;br /&gt;
* Statt {{hebr}}איש באש{{hebr ende}} &#039;&#039;Mensch im/mit Feuer&#039;&#039; habe ursprünglich {{hebr}}אשר יבאש{{hebr ende}} gestanden: &#039;&#039;Alles, was verfault, wird gesalzen&#039;&#039; ([https://archive.org/stream/orientalistische07deutuoft#page/n20/mode/1up Bergmann 1904], nach einem ähnlichen Vorschlag von Halévy 1903). Ähnlich schlägt [https://archive.org/stream/fourgospelsanewt009081mbp#page/n317/mode/1up Torrey 1933, S. 300] vor, {{hebr}}בָּאֵש{{hebr ende}} &#039;&#039;im/mit Feuer&#039;&#039; als das Partizip von aram {{hebr}}באש{{hebr ende}} &#039;&#039;verderben&#039;&#039; zu deuten: &#039;&#039;Alles Verderbliche wird gesalzen&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Von diesen vier Vorschlägen ist der Beste zweifellos der von Torrey. Im Unterschied zur Standard-Deutung macht er außerdem Sinn, aber er ist in dem Maße Sondermeinung, dass wir uns dieser Deutung in der LF recht sicher nicht anschließen können. Wir werden daher wohl bei der rätselhaften Standard-übersetzung bleiben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|50}} Gut [ist] das Salz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gut [ist] das Salz&#039;&#039; - Adjektiv in Prädikatsstellung. Diese Konstruktion legt ein wenig mehr Betonung auf das Adjektiv als die häufigere „Das Salz [ist]/ist gut“ (vgl. [http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0007%3Apart%3D4%3Achapter%3D40%3Asection%3D82%3Asubsection%3D78 Smyth §1168a]; Wallace, S. 307), ist aber dennoch oft - und wohl auch hier - einfach zu übersetzen mit „Salz ist gut“ (so auch Wallace, S. 308).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Aber wenn das Salz unsalzig (salzlos, geschmacklos) geworden ist - womit werdet (wollt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;werdet (wollt)&#039;&#039; - wahrscheinlich deliberatives Futur, um die Frage als rhetorische Frage zu markieren (vgl. Dana/Mantey §178.4; Wallace, S. 570 u.ö.). „wollt“ auch in vielen Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ihr es würzen? Habt (teilt) Salz unter (in)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Habt (teilt) Salz unter (in)&#039;&#039; - Fast einheitlich: „Habt Salz &#039;&#039;in&#039;&#039; euch“, als sollte man Salz „in seinem Körper“ haben. Wie merkwürdig der Satz ist, wird erst deutlich, wenn man es in einer etwas verfremdeten Form sieht: KAR: „In euch selber sollt ihr &#039;Salz&#039; haben“. Kürzlich aber Lattke 1984, S. 54: „Habt (=teilt) unter euch Salz“. Das macht wesentlich mehr Sinn; vielleicht darf man hierbei sogar an eine Abwandlung des alten Sprichwortes (das schon bei Aristoteles, NE VIII.4 und Cicero, Laelius 19 (67) überliefert ist) denken, man kenne einander erst, wenn man einen Scheffel Salz miteinander gegessen habe. Ein Ausdruck gegenseitiger Liebe ist das gemeinsame Essen von Salz auch in Pseudo-Clemens Brief an Jakobus: „Denn ich weiß, dass ihr diese Dinge tun werdet, wenn ihr die Liebe in eurem Geist verfestigt, und als Einstieg gibt es da nur einen sinnvollen Weg: Das gemeinsame Essen von Salz.“ (Ps.Clem., Ep.Jac. 9,1f)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
euch, und haltet [so]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und haltet [so]&#039;&#039; - &#039;&#039;[so]&#039;&#039; gut nach Cranfield 1959, S. 317, der den ersten Imperativ als Bedingung für den zweiten liest.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
untereinander Frieden!“ {{par|Römer|12|18}}{{par|2Korinther|13|11}}{{par|Kolosser|4|6}}{{par|Hebräer|12|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HHigel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_13&amp;diff=39140</id>
		<title>Markus 13</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_13&amp;diff=39140"/>
		<updated>2023-11-11T10:35:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HHigel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Als er aus dem Tempel ging, sagte einer seiner Jünger zu ihm: „Lehrer! Diese Steine und Gebäude sind großartig!“&lt;br /&gt;
{{L|2}} Da sagte Jesus zu ihm: „Du findest diese Gebäude beeindruckend? Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, alles wird zerstört werden.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} Als er gegenüber vom Tempel auf dem Ölberg saß und sie alleine waren, fragten ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas:&lt;br /&gt;
{{L|4}} „Wann wird das passieren? Und woran wird man erkennen, dass eintritt, was du gesagt hast?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|5}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Achtet darauf, dass euch niemand irreführt.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Denn es werden viele behaupten: ‚Ich bin Jesus!‘, und sie werden viele Menschen irreführen.&lt;br /&gt;
{{L|7}} Bleibt ruhig, wenn ihr von Kriegen hört, denn es muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.&lt;br /&gt;
{{L|8}} Völker und Staaten werden sich bekämpfen und es wird Erdbeben und Hungersnöte geben. Das ist der Anfang der schlimmen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|9}} Seid vorsichtig! Man wird euch an jüdische Gerichte und Synagogen ausliefern, ihr werdet verprügelt und meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, um ihnen von mir zu erzählen —&lt;br /&gt;
{{L|10}} denn zuerst müssen alle Völker vom Evangelium erfahren.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Und wenn man euch abführt, um euch auzuliefern, macht euch keine Gedanken darüber, was ihr sagen sollt, sondern das, was Gott euch in jener Stunde eingeben wird, das sagt! Denn nicht ihr redet, sondern der heilige Geist.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Ein Bruder wird seinen Bruder in den Tod und ein Vater sein Kind ausliefern, und Kinder werden sich gegen ihre Eltern erheben und sie töten.&lt;br /&gt;
{{L|13}} Und wegen mir werdet ihr von allen gehasst werden. Wer mir aber bis zum Ende aller Zeiten treu bleibt, der wird gerettet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|14}} Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung stehen seht, wo er nicht stehen soll — der Leser sei aufmerksam! —, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen;&lt;br /&gt;
{{L|15}} wer auf seiner Dachterrasse ist, sollte nicht noch etwas aus seinem Haus holen;&lt;br /&gt;
{{L|16}} und wer auf dem Feld ist, sollte nicht zurück gehen, um sein Obergewand zu holen.&lt;br /&gt;
{{L|17}} Für Schwangere und Stillende wird es besonders schlimm werden.&lt;br /&gt;
{{L|18}} Betet, dass es nicht im Winter geschieht!&lt;br /&gt;
{{L|19}} Denn diese Zeit wird die Schlimmste sein, schlimmer als alles vorher und alles nachher.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Wenn der Herr diese Zeit nicht verkürzt hätte, würde niemand gerettet, doch wegen den Erwählten, die er gewählt hat, hat er diese Zeit reduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|21}} Wenn jemand zu euch sagt: ‚Dieser hier ist Christus!‘ oder ‚Jener dort ist Christus!‘ — glaubt es nicht,&lt;br /&gt;
{{L|22}} denn es werden falsche Christusse und Propheten auftreten und Zeichen und Wunder vollbringen und versuchen, die Erwählten irrezuführen.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Also passt auf, denn ich habe auch alles vorhergesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|24}} Nach dieser schlimmen Zeit wird die Sonne dunkel und der Mond wird nicht mehr scheinen,&lt;br /&gt;
{{L|25}} die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte in den Himmeln werden erschüttert werden.&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und der Menschensohn wird mit großer Macht und Herrlichkeit in den Wolken kommen.&lt;br /&gt;
{{L|27}} Aus allen Teilen der Erde wird er die Erwählten durch seine Engel sammeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|28}} Ein Vergleich ist der Feigenbaum: Wenn er Blätter bekommt wisst ihr, dass es Sommer wird.&lt;br /&gt;
{{L|29}} So wisst ihr auch, wenn das alles passiert, dass es nicht mehr lange dauert.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Wirklich, ich sage euch: Es wird alles vor dem Ende dieser Generation geschehen.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Himmel und Erde sind vergänglich, aber meine Worte gelten ewig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|32}} Wann das geschehen wird, wissen weder die Engel im Himmel, noch der Sohn, sondern nur der Vater.&lt;br /&gt;
{{L|33}} Seid immer bereit! — denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt da ist.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Es ist wie bei einem Menschen, der, bevor er das Haus verlässt um auf Reisen zu gehen, jedem seiner Knechte eine eigene Aufgaben erteilte und dem Torhüter gebot, wachsam zu sein.&lt;br /&gt;
{{L|35}} Seid also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt — ob am Abend, um Mitternacht oder morgens —&lt;br /&gt;
{{L|36}} damit er, wenn er plötzlich kommt, euch nicht schlafend findet.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Was ich euch sage, sage ich allen: Seid wachsam!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} {Und} (Und)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;&#039;&#039;und&#039;&#039;&amp;lt;/s&amp;gt; - καὶ &#039;&#039;und&#039;&#039; hat hier die Funktion, Kap. 13 mit der vorangehenden Szene zu verbinden; vgl. Mateos 1987, S. 80. Im Deutschen setzte man in solchen Fällen keine Konjunktion, daher ist sie in der LF besser auszusparen.&amp;lt;/ref&amp;gt; als er aus dem Tempel hinausging (hinausgeht)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er hinausging&#039;&#039; - Da das Präsens λέγει &#039;&#039;er sagt(e)&#039;&#039;, zu dem der temporale Genitivus absolutus ἐκπορευομένου &#039;&#039;als er hinausgeht/hinausging&#039;&#039; in gleichzeitiger Relation steht, &#039;&#039;historisches&#039;&#039; Präsens ist (s. nächste Fußnote), ist die präsentische Wiedergabe überwörtlich und sollte vermieden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sagte (sagt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; - [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Historisches_Pr%C3%A4sens Historisches Präsens], vgl. Kmiecik 1997, S. 36; Mateos 1987, S. 81&amp;lt;/ref&amp;gt; einer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einer&#039;&#039; Das Zahlwort εἷς &#039;&#039;eins, einer&#039;&#039; steht hier für das Indefinitpronomen τις &#039;&#039;jemand, irgendeiner&#039;&#039;; vgl. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 150. Das ist kein Semitismus; diese Verwendung findet sich z.B. auch bei Aristoteles; vgl. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%CE%B5%E1%BC%B7%CF%82 Pape, S. 738].&amp;lt;/ref&amp;gt; seiner Jünger zu ihm: „Lehrer! {Sieh nur!} (Sieh nur!)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;&#039;&#039;Sieh nur&#039;&#039;&amp;lt;/s&amp;gt; - Der Ausruf insgesamt und das ἴδε &#039;&#039;sieh nur&#039;&#039; speziell sind an dieser Stelle merkwürdig, denn sie kommen aus dem Mund eines Jüngers, der schon mindestens drei Tagen in Jerusalem weilt und nicht etwa gerade zum ersten Mal den Tempel sieht, sondern einen Tempelbesuch &#039;&#039;beendet&#039;&#039; (Lohmeyer 1967, S. 268). Da ἴδε als Redeeinleitung ein stehender Begriff zum Ausdruck von Verwunderung ist (&#039;&#039;ad loc&#039;&#039; z.B. [http://dare.ubvu.vu.nl/bitstream/handle/1871/15504/4727.pdf?sequence=4 Bailey 2009], S. 346; ähnlich Pesch 1977, S. 270), sollte man ihn hier besser als bloße Fokuspartikel interpretieren und unübersetzt lassen oder zu einem deutschen Äquivalent greifen (Bailey z.B. schlägt vor: „such (wonderful) stones!“ (S. 357)). So ja auch in vielen Üss. in V. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Was für Steine und was für Gebäude!&amp;lt;ref&amp;gt;Der Tempel war Teil einer größeren Tempelanlage (für ein Modell vgl. z.B. [http://erwin-reidinger.heimat.eu/HP_Bilder/TempelanlageInJerusalem.pdf Reidinger 2004, S. 13]; daher Plural.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Da (Und) sagte Jesus zu ihm: „Du achtest auf diese großen Gebäude? (Diese Gebäude da?, Siehst/bewunderst du diese großen Gebäude?, Du siehst/bewunderst diese großen Gebäude.)&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot;&amp;gt;βλέπω &#039;&#039;sehen&#039;&#039; ist in Mk 13 ein Leitwort und wird verwendet in Vv. 2.5.9.23.33. V. 2 wird in der Exegese merkwürdigerweise oft separat von den anderen vier Verwendungen abgehandelt (für eine Übersicht und zu den obigen Alternativübersetzungen vgl. gut Cranfield 1959, S. 391f), aber besser ist dies: Gleich, wie genau Jesu &#039;&#039;du siehst diese großen Gebäude&#039;&#039; exakt zu verstehen ist; zusammen mit dem folgenden &#039;&#039;Kein Stein [des Tempels] wird hier auf dem anderen bleiben&#039;&#039; steht es auf jeden Fall dem begeisterten Ausruf des Jüngers entgegen. In Vv. 5.9 lenkt Jesus dann die Aufmerksamkeit der Jünger auf andere Dinge als den Tempel: „Seht &#039;&#039;darauf, dass euch niemand irreführt&#039;&#039;“ resp. „Seht &#039;&#039;auf euch selbst&#039;&#039; [, denn man wird euch anfeinden]“; in V. 33 wird es außerdem in direktem Zusammenhang mit ἀγρυπνέω &#039;&#039;wachsam sein&#039;&#039; verwendet. Folgt man der Logik des Textes, sollte man daher besser deuten: V. 2: &#039;&#039;Achte nicht auf den Tempel, denn kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben&#039;&#039; (oder, näher am Text: &#039;&#039;Was achtest du auf diese großen Gebäude?&#039;&#039;); V. 5: &#039;&#039;Habt Acht, dass euch niemand irreführt!&#039;&#039;, V. 9: &#039;&#039;Nehmt euch in Acht!&#039;&#039;; V. 23: &#039;&#039;Seid achtsam!&#039;&#039;; V. 33: &#039;&#039;Seid achtsam! Seid wachsam!&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht (Keinesfalls)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot;&amp;gt;οὐ μὴ &#039;&#039;(sicher) nicht&#039;&#039; ist eine besonders starke Verneinung, sie dient hier aber nur der Intensivierung, um Jesu Äußerung sprachlich zu markieren als (&#039;&#039;sichere&#039;&#039;) Prophezeiung. Das Deutsche verwendet hierfür andere Konstruktionen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird [hier] gelassen werden Stein auf Stein, der nicht {sicher} (sicher)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot; /&amp;gt; zerstört (herausgebrochen) werden wird.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der nicht zerstört (herausgebrochen) werden wird&#039;&#039; - Dieser Relativsatz wirkt sprachlich etwas merkwürdig (Pesch 1977, S. 271: „überschießend“, „holprig“); seine Deutung hängt ab von der Übersetzung von καταλύω &#039;&#039;lösen, herauslösen, zerstören&#039;&#039;: (i) Von einer großen Mehrheit wird καταλύω gedeutet und übersetzt als „zerstören“. In diesem Fall wäre die Konstruktion in etwa vergleichbar mit einer deutschen Konstruktion à la „Er setzt Stein auf Stein, der groß ist“ - normalerweise würde man nicht erwarten, dass „Stein“ auch noch durch einen Relativsatz erweitert wird. Der Sinn wäre trotzdem klar: Die Aussage, dass kein Stein auf dem anderen gelassen werden würde, wird zusätzlich noch durch die Aussage gesteigert, dass jeder Stein zerstört werden würde. In der LF sollte man dann wohl besser mit zwei Sätzen arbeiten, etwa: „Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben: jeder noch so kleine Stein wird zerstört werden.“  (ii) EWNT II, S. 651 schlägt aber &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; vor: „herausbrechen“. In diesem Fall machte der Satz grammatisch mehr Sinn (- ist aber auch dann grammatisch immer noch etwas ungewöhnlich -), denn dann würden sich Hauptsatz und Relativsatz auf den selben Sachverhalt beziehen: „Hier wird keinesfalls gelassen werden Stein auf Stein, der nicht herausgebrochen werden wird“. Es läge dann ein Fall von &#039;&#039;redundantem Relativsatz&#039;&#039; vor - eine Konstruktion, die man sonst eher aus dem klassischen Griechisch als der Koine kennt (Kleist 1937, S. 143) und die typisch ist für den markinischen Stil (s. allein in diesem Kapitel noch [[Markus 13#s19 |Vv. 19]].[[Markus 13#s20 |20]]) - der ebenso wie wie οὐ μὴ (s.o.) nur der Intensivierung der Aussage dient, also einfach „Kein einziger Stein wird hier auf dem anderen bleiben!“. Ich persönlich (S.W.) würde Möglichkeit (ii) den Vorzug geben, aber da sie meines Wissens noch nicht vorgeschlagen wurde, wird man sich in der LF doch besser für Möglichkeit (i) entscheiden müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt;“{{par|1Könige|9|8}}{{par|Jeremia|26|18}}{{par|Micha|3|12}}{{par|Markus|14|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Als er dann saß (sich setzte) auf dem (den)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er auf dem Ölberg saß&#039;&#039; vs. &#039;&#039;Als er sich auf den Ölberg setzte&#039;&#039; - εἰς wird hier verwendet wie ἔν; daher ist es nicht direktional, sondern lokativisch zu übersetzen. Auch dies ist typisch für den markinischen Stil (vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Turner 1924b, S. 19), aber kein „markinischer Semitismus“, da es sich auch sonst häufiger in der Koine findet (Kleist 1937, S. 225).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ölberg gegenüber dem Tempel, fragte[n] ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas alleine&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allein&#039;&#039; übersetzt κατ’ ἰδίαν. Dieser Ausdruck versprachlicht hier das Motiv der Privatoffenbarung / Sonderoffenbarung Jesu an seine Jünger (Witherington 2001, S. 439); in der LF sollte man zu etwas greifen wie „als sie allein/für sich waren“.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} „{Sag uns:}&amp;lt;ref&amp;gt;Die Redeeinleitung Εἰπὸν ἡμῖν &#039;&#039;sage uns&#039;&#039; dient im NT häufiger nur als Bitte um eine Antwort (z.B. [[Matthäus 22#s17 |Mt 22,17]]; [[Lukas 20#s20 |Lk 20,2]]; [[Lukas 22#s67|22,67]] u.ö.); im Deutschen entspricht dem funktional eher eine uneingeleitete Frage.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wann wird dies&amp;lt;ref name=&amp;quot;Demonstrativ&amp;quot;&amp;gt;Die Referenz der Demonstrativpronomen ταῦτα &#039;&#039;dies&#039;&#039; und ταῦτα πάντα &#039;&#039;all dies&#039;&#039; sind in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; sein? Und was [wird sein] das Zeichen [dafür], wann dies alles&amp;lt;ref name=&amp;quot;Demonstrativ&amp;quot; /&amp;gt; bestimmt ist (im Begriff ist)&amp;lt;ref&amp;gt;μέλλῃ bedeutet sowohl „im Begriff sein“ (als Ausdruck für die nahe Zukunft) als auch „vorherbestimmt sein“ (EWNT II, S. 994: „Schließlich kann μ. die im göttlichen Ratschluß begründete Notwendigkeit eines Geschehens und damit dessen sicheres Eintreten ausdrücken.“). Die Übersetzungen variieren daher; z.B. Jantzen: „wann das alles &#039;&#039;im Begriff ist&#039;&#039;, vollendet zu werden“ vs. SLT: „wann dies alles vollendet werden &#039;&#039;soll&#039;&#039;.“ Weil „dies alles“ vermutlich auf eschatologische Geschehnisse verweist (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]), ist hier die zweite Bedeutung wahrscheinlicher.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu geschehen (vollendet zu werden, zu enden)&amp;lt;ref&amp;gt;συντελέω &#039;&#039;vollenden&#039;&#039; wird meist apokalyptisch gedeutet; s. z.B. EWNT III, S. 742. Matthäus macht dies explizit: [[Matthäus 24#s3 |Mt 24,3]] τί τὸ σημεῖον τῆς σῆς παρουσίας καὶ συντελείας τοῦ αἰῶνος &#039;&#039;Was [wird sein] das Zeichen für deine Wiederkunft&#039;&#039; (παρουσία, =&#039;&#039;Parusie&#039;&#039;) &#039;&#039;und für das Ende&#039;&#039; (συντελεία) &#039;&#039;der Welt{zeit}?&#039;&#039;. Aus stilistischen Gründen sollte es dennoch nicht mit „enden“ oder „vollenden“ übersetzt werden. Gleich, worauf man „dies alles“ beziehen muss: Weder von der „Zerstörung des Tempels“ noch vom „Ende der Welt“ (so die beiden geläufigsten Interpretationen des „dies alles“) noch vom „Auftreten des Antichristen“ (s. im [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]) würde man im Deutschen sagen, sie würden „enden“ oder „sich vollenden“, sondern: sie werden „geschehen“ - und auch dies gehört zur Grundbedeutung von συντελέω; vgl. z.B. [http://www.biblestudytools.com/lexicons/greek/nas/sunteleo.html Thayer]&amp;lt;/ref&amp;gt;?“{{par|Daniel|8|13}}{{par|Daniel|12|6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und Jesus sagte zu ihnen ({begann}, zu ihnen zu sagen)&amp;lt;ref&amp;gt;Höchstwahrscheinlich pleonastisches ἄρχομαι - eine Stileigentümlichkeit des Mk (vgl. Doudna 1961, S. 51ff.; Kleist 1937, S. 205; Pryke 1978, S. 79ff.; Reiser 1983, S. 45): &#039;&#039;Beginnen&#039;&#039; wird redundant gesetzt und kann in der Übersetzung ausgespart werden, indem der Infinitiv stilistisch besser als Vollverb übersetzt wird. Vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Gaston 1970, S. 13; dagegen Dschulnigg 2007, S. 338; allerdings ohne Begründung.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Habt acht (seht zu)&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt;, dass euch niemand irreführt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}}  [Denn] es werden viele unter meinem Namen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name&amp;quot;&amp;gt;Auch diese beiden strittigen Sätzchen werden von Cranfield 1959, S. 395 gut in ihre möglichen Bedeutungen aufgedröselt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„ἐπὶ τῷ ὀνόματί μου [&#039;&#039;unter meinem Namen&#039;&#039;] ist am natürlichsten zu deuten als (i) &#039;sie berufen sich auf mich als Autorität&#039;, aber es kann auch bedeuten (ii) &#039;Sie schreiben sich selbst den Messias-titel zu, der rechtmäßig &#039;&#039;mir&#039;&#039; gebührt.&#039; [...] Die Worte λέγοντες ὅτι Ἐγώ εἰμι [&#039;&#039;die sagen: Ich bin [es]&#039;&#039;] sind ähnlich mehrdeutig. Sie könnten bedeuten (a) &#039;die sagen „Ich bin“&#039; - d.h. sie behaupten, der Messias zu sein (vgl. [[Johannes 4#s26 | Joh 4,26]] und Matthäus&#039; hierige Ergänzung von ὁ χριστός [=der Christus], [[Matthäus 24#s5 | Mt 24,5]]) [...], (b) &#039;die sagen „Ich bin es“&#039;, also ganz ähnlich wie (a), aber mit Fokus auf der Idee der Gegenwart des Messias; (c) &#039;die sagen, dass ich es sei&#039; - d.h., die sagen, dass ich (Jesus) gekommen wäre [...], (d) &#039;die sagen, dass ich (Jesus) (der Christus) bin&#039; - das aber kann man ausschließen, denn das wäre ja keine Irreführung; (e) &#039;die sagen, dass sie ich seien&#039; - in dem Sinne, dass Betrüger behaupten, Jesus zu sein.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Abstand am wahrscheinlichsten (und auch die Mehrheitsmeinung) ist die Kombination von (ii) und (a), denn die beiden Sätze interpretieren sich gegenseitig: die zweite Aussage ist eine Identitätsproklamation („Ich bin X“), und dieses „X“ ist zu füllen durch ἐπὶ τῷ ὀνόματί μου &#039;&#039;unter meinem Namen&#039;&#039;, also „unter Inanspruchnahme des Messiastitels, der rechtmäßig mir gebührt“ (vgl. gut Kmiecik 1997, S. 42; Pesch 1977, S. 279). Sinngemäß bedeutet der Vers also: „Denn es werden viele kommen und behaupten, der Messias zu sein - dabei bin das doch in Wirklichkeit ich!“, oder einfach „Viele Messiasprätendenten werden auftreten“.&amp;lt;/ref&amp;gt; kommen und sagen: ‚Ich bin [es]!‘&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name&amp;quot; /&amp;gt;, und sie werden viele irreführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Wenn ihr {aber} (Ihr dagegen: Wenn ihr)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot;&amp;gt;Eigentümlich für den markinischen Stil - dennoch aber gut Griechisch (die Konstruktion findet sich z.B. auch bei Plutarch und Thukydides) - ist, dass gelegentlich Konjunktionen nicht in ihrer Konjunktions-bedeutung verwendet werden, sondern bloß als Trennungszeichen von Sätzen und Textabschnitten fungieren (vgl. z.B. Reiser 1983, S. 99f.160f). Diese Konjunktionen und Partikeln sind im Deutschen oft besser auszusparen. Dazu gehören in Kap. 13:&lt;br /&gt;
* V. 7: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - denn V. 7 ist integraler Bestandteil des Abschnitts Vv.5-8, vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._5-8:_Abschnitt_1 Kommentar] (gegen Mateos 1987, S. 201f., der denkt, δέ würde hier die &#039;&#039;vielen&#039;&#039;, die sich täuschen lassen (V. 6) mit den Jüngern, die sich eben nicht täuschen lassen sollen (V. 7), konstrastieren (daher obige Alternative „ihr dagegen: wenn ihr“). Die kontrastierende Funktion wäre dann wahrscheinlich (und in der Tat eine schöne Deutung), wenn auch &#039;&#039;ihr&#039;&#039; in V. 7 durch ein Pronomen ausgedrückt wäre; bei bloßer 2.Person Plural aber nicht).&lt;br /&gt;
* V. 9: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - Zum Textabschnitte einleitenden δέ vgl. [http://www.books.google.de/books?id=CrkeAAAAIAAJ&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA59#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Thrall 1962, S. 59]&lt;br /&gt;
* V. 17: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - V. 17 ist ein apokalyptischer Klageruf, der gattungstypisch semantisch nicht mit dem umliegenden Text zusammenhängt.&lt;br /&gt;
* V. 23: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_13#note_bd Fußnote bd].&lt;br /&gt;
* V. 24: ἀλλά - V. 24 wird gern kommentiert mit: „Mit „aber“ [...] wird die große Wende eingeleitet“ (Gnilka 1978, S. 200) o.Ä. Es sollte hier aber nicht zu viel von ἀλλά abgeleitet werden - zwar beginnt hier in der Tat ein neuer Textabschnitt (s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13 Kommentar]), aber die Kontinuität mit dem vorangehenden Abschnitt ist doch gewährleistet durch ἐν ἐκείναις ταῖς ἡμέραις &#039;&#039;in jenen Tagen&#039;&#039; (schon V. 17) und μετὰ τὴν θλῖψιν &#039;&#039;nach jener Drangsal&#039;&#039; (vgl. V. 19). vgl. auch Mateos 1987, S. 331. Ebenso wie δέ in Vv. 14.28 fungiert hier ἀλλά als Abschnittstrenner.&lt;br /&gt;
* V. 28: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039;; denn es gibt nichts vorangehendes, womit durch δέ kontrastiert werden könnte. vgl. auch Mateos 1987, S. 374; [http://www.books.google.de/books?id=CrkeAAAAIAAJ&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA59#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Thrall 1962, S. 59]&lt;br /&gt;
* V. 37: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; hebt den letzten Vers als abschließendes Fazit vom vorangehenden Textteil ab.&lt;br /&gt;
Zu ἀλλά vgl. noch [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%E1%BC%80%CE%BB%CE%BB%CE%AC Pape 100]; zu δέ Muraoka, S. 140.&amp;lt;/ref&amp;gt; von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, erschreckt nicht, [denn] es muss geschehen, doch [es ist] noch nicht das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Erheben wird sich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot;&amp;gt;Verb in Satzspitzenstellung als eine für Prophezeiungen typische emphatische Ausdrucksstellung; vgl. Reiser 1983, S. 94. Dieses Stilmittel parallelisiert Vv. 8.12.19.22, die ohnehin strukturell parallel fungieren (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13&amp;amp;section=2 Kommentar, FN b]). Im Deutschen sollte dies nicht nachgeahmt, sondern zu einem stilistischen Äquivalent gegriffen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; nämlich (denn)&amp;lt;ref&amp;gt;Meist: &#039;&#039;denn erheben wird sich...&#039;&#039;; besser aber: &#039;&#039;es wird sich nämlich erheben...&#039;&#039; - das γὰρ &#039;&#039;denn&#039;&#039; ist besser als explikatives γὰρ &#039;&#039;nämlich&#039;&#039; zu interpretieren; vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._5-8:_Abschnitt_1 Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; Volk gegen Volk und Reich gegen Reich, Erdbeben werden sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; stellenweise (mancherorts), geben wird es&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Hungersnöte. [Der] Anfang der Wehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Anfang der Wehen&#039;&#039; - apokalyptische Formel, die v.a. in der rabbinischen Literatur gebräuchlich ist. Die &#039;&#039;(Geburts-)wehen&#039;&#039; stehen für die Zeit der Not, die vor dem Einbruch der schönen Endzeit ertragen werden müssen (so fast alle Kommentare)&amp;lt;/ref&amp;gt; [ist] dies. {{par|2Chronik|15|6}}{{par|Jesaja|13|13}}{{par|Jesaja|19|2}}{{par|Jesaja|26|17}}{{par|Joel|2|10}}{{par|Johannes|16|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Nehmt euch in Acht (Blickt auf euch selbst)!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Man wird euch (sie werden)&amp;lt;ref name=&amp;quot;impersonaler Plural&amp;quot;&amp;gt;impersonaler Plural; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Turner 1924a, S. 382. Pryke 1978, S. 107 hält es hier für ein Passivsubstitut, aber das ist angesichts der direkt folgenden Passivformen nicht sehr wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; ausliefern&amp;lt;ref&amp;gt;παραδίδωμι &#039;&#039;ausliefern&#039;&#039; wird im Mk neben den Vorkommen in Mk 13 nur zweimal nicht von der Passion Jesu gesagt; es ist also eine Vokabel aus der Passionstheologie - die Überlieferung der Jünger Jesu wird parallelisiert mit der „eschatologisch[en] Preisgabe des Menschensohns an die Menschen“ (EWNT III, S. 46; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Thüsing 2011, S. 111).&amp;lt;/ref&amp;gt; an Synhedrien&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort συνέδριον kennt man sonst v.a. aus der Passionserzählung; er bezieht sich dort in der Einzahl auf den Sanhedrin, den jüdischen Hohen Rat. Die hierige Mehrzahl συνέδρια dagegen legt nahe, dass von kleineren jüdischen Lokalgerichten die Rede ist; vgl. ThW VII, S. 864f. - es folgen also auf die zwei jüdischen Instanzen „Synhedrien“ und „Synagogen“ die zwei nicht-jüdische Instanzen „Statthalter“ und „Könige“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Synagogen&amp;lt;ref&amp;gt;εἰς kann in der Koine verwendet werden wie ἔν und umgekehrt; abhängig davon ließe sich der Satz auflösen als (i) „Man wird euch ausliefern, in Synhedrien und Synagogen werdet ihr geprügelt werden“ (so z.B. Cranfield 1959, S. 397; Pesch 1977, S. 183; Turner 1924b, S. 19), (ii) „Man wird euch an Synhedrien und Synagogen ausliefern, ihr werdet geprügelt werden“ (so Mateos 1987, S. 236) oder (iii) „Man wird euch ausliefern an Synhedrien, in Synagogen werdet ihr geprügelt werden“ (so die Mehrheit). Angesichts der parallelen Konstruktion von εἰς συνέδρια und εἰς συναγωγὰς mit εἰς wird man wohl Mateos (=ii) zustimmen müssen. Dies erleichtert auch das Verständnis vom „Prügeln“, denn obwohl die Prügelstrafe u.a. auch von Lokalgerichten und Synagogen verhängt werden durfte, wäre ein Prügeln &#039;&#039;in&#039;&#039; Synagogen doch eher ungewöhnlich.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ihr werdet geprügelt werden und ihr werdet meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, ihnen zum Zeugnis&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung dieses Nachsatzes ist etwas unklar. (1) ist nicht klar, ob αὐτοῖς &#039;&#039;ihnen&#039;&#039; sich auf die Statthalter und Könige bezieht oder auf die Auslieferer, Prügler, Statthalter und Könige, (2) lässt sich aus V. 9 allein nicht erkennen, worauf das &#039;&#039;ihnen zum Zeugnis&#039;&#039; sich eigentlich beziehen soll. Die Mehrheitsmeinung bei der Interpretation von &#039;&#039;V. 10&#039;&#039; ist aber, dass er parenthetisch das &#039;&#039;ihnen zum Zeugnis&#039;&#039; auslegt und &#039;&#039;Zeugnis&#039;&#039; also auf die „Verkündigung“ zu beziehen ist; und da man durch Ausgeliefert-werden und Geprügelt-werden keinen direkten Beitrag zur Verkündigung leistet, bedeuten Vv. 9c.10 wohl sinngemäß: „Ihr werdet meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, um ihnen zu verkündigen; denn erst muss auf der ganzen Welt das Evangelium verkündigt werden.“&amp;lt;/ref&amp;gt; -{{par|Markus|1|44}}{{par|Markus|6|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} denn (und, aber)&amp;lt;ref&amp;gt;Kausales καὶ; vgl. Reiser 1983, S. 127; Wilckens.&amp;lt;/ref&amp;gt; zuerst&amp;lt;ref&amp;gt;recht sicher i.S.v. „vor dem Ende“&amp;lt;/ref&amp;gt; muss das Evangelium bei ({bei})&amp;lt;ref&amp;gt;εἰς wird hier verwendet wie ἔν; vgl Cranfield 1959, S. 199; Turner 1924b, S. 20&amp;lt;/ref&amp;gt; allen Völkern verkündigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und wenn man euch abführt (sie euch abführen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;impersonaler Plural&amp;quot; /&amp;gt;, um euch auszuliefern&amp;lt;ref&amp;gt;final aufgelöstes [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adverbiales Partizip], so auch Schenke 2005, S. 290 („zur Auslieferung vorführen“); vgl. auch Mateos 1987, S. 237. Auch Jantzen u.a. Üss. Die Jünger sollen sich &#039;&#039;im Vorfeld&#039;&#039; ihres Ausgeliefert-werdens keine Sorgen machen. So stimmt es ja auch zusammen mit &#039;&#039;προ&#039;&#039;μεριμνᾶτε &#039;&#039;sorgt euch nicht im Voraus&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sorgt euch nicht im Voraus, was ihr sagen sollt, sondern das, was (was auch immer) euch in jener Stunde eingegeben (gegeben)&amp;lt;ref&amp;gt;theologischer Passiv, eigentlich also besser „das, was Gott euch in jener Stunde eingeben wird“. Vgl. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 151&amp;lt;/ref&amp;gt; werden wird, das sagt! Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} {Und} Ausliefern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; wird ein Bruder [seinen] Bruder in den Tod und ein Vater [sein] Kind, und erheben werden sich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Kinder gegen [ihre] Eltern und töten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; werden sie sie.{{par|Micha|7|2}}{{par|Micha|7|6}}{{par|Sacharja|13|3}}{{par|Matthäus|10|35}}{{par|Lukas|12|52}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}}Und ihr werdet von allen gehasst werden wegen meines Namens (um meinetwillen, wegen mir)&amp;lt;ref&amp;gt;wie im Hebräischen dient auch in der Koine &#039;&#039;Name&#039;&#039; als Wechselbegriff für den Namensträger, also &#039;&#039;wegen meinem Namen&#039;&#039; = &#039;&#039;wegen mir&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der aber, der bis zum Ende&amp;lt;ref&amp;gt;(i) Die Mehrheitsmeinung - der auch hier zuzustimmen ist - ist, dass das &#039;&#039;Ende&#039;&#039; sich auf das Eschaton, das Ende der Zeit, bezieht. Daneben hat (ii) Cranfield 1959, S. 401 die Bedeutung &#039;&#039;völlig, komplett&#039;&#039; vorgeschlagen; (iii) Ernst 1963, S. 377f. hält es für doppelsinnig und bezieht es neben dem Eschaton auch auf das Lebensende jedes einzelnen Jüngers. (ii) ist sehr unwahrscheinlich - die Wiederholung der in V.7 deutlich eschatologisch verwendeten Vokabel ist zu auffällig für diese Interpretation. (iii) ist möglich, aber aus dem selben Grund nicht sehr wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; standhaft bleibt (dies erduldet)&amp;lt;ref&amp;gt;ὑπομένω steht nicht nur für &#039;&#039;ausharren&#039;&#039; i.S.v. &#039;&#039;warten&#039;&#039;, sondern - bes. hier - für das Ertragen und Erdulden von Leiden; vgl. EWNT III, S. 968&amp;lt;/ref&amp;gt;, wird gerettet werden.{{par|Daniel|12|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Wenn ihr dann aber den Gräuel der Verwüstung&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot;&amp;gt;Vers 14 ist völlig rätselhaft. Rätselhaft ist (1) der Ausdruck βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως, der standardmäßig übertragen wird mit &#039;&#039;Gräuel der Verwüstung&#039;&#039;; etwas rätselhaft ist (2) der Wechsel vom Neutrum βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως zum Maskulinum ἑστηκότα &#039;&#039;, der steht&#039;&#039; und rätselhaft ist außerdem (3) die Ortsangabe ὅπου οὐ δεῖ, die standardmäßig übertragen wird mit &#039;&#039;wo er nicht darf&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(i) Die Standard-Interpretation ist diese: (1) βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως ist ein Verweis auf [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]]; [[Daniel 11#s31 |11,31]]; [[Daniel 12#s11 |Dan 12,11 LXX]]; [[1Makkabäer 1#s54 |1Makk 1,54]]. In den alttestamentlichen Texten ist die Entsprechung {{hebr}}שִׁקּוּץ שֹׁמֵם{{hebr ende}}. Das hebräische {{hebr}}שִׁקּוּץ{{hebr ende}} ist eine verächtliche Bezeichnung für Götzen und Götzenkulte (Ges18, S. 1381f) und {{hebr}}שֹׁמֵם{{hebr ende}} ist ein Verbaladjektiv mit der Bedeutung &#039;&#039;verwüstend&#039;&#039; (Ges18, S. 1380) - also rein lexikalisch &#039;&#039;der verwüstende Götze&#039;&#039; oder &#039;&#039;der verwüstende Götzenkult&#039;&#039;. Historisch macht diese Übersetzung Sinn, denn in den besagten Texten ist wohl die Rede von der Statue des Zeus, die Antiochus Epiphanes 168 v.Chr. im Tempel aufstellen ließ. Das griechische βδέλυγμα dagegen bezeichnet meist allgemein &#039;&#039;das, was Gott ein Gräuel ist&#039;&#039; (EWNT I, S. 502) und das griechische τῆς ἐρημώσεως wäre entsprechend dem Hebräischen zu deuten als Genitiv des Produkts, also &#039;&#039;das Gräuel, das Verwüstung hervorbringt&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Weil diese von Daniel übernommene &#039;&#039;Neutrum&#039;&#039;-Phrase modifiziert wird vom &#039;&#039;maskulinischen&#039;&#039; Partizip ἑστηκότα &#039;&#039;der steht&#039;&#039;, heißt es meist, dass V. 14a &#039;&#039;ad sensum&#039;&#039; konstruiert sei und man deshalb bei βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως an eine Person denken müsse, nämlich den Antichristen - was gut mit der Konnotation „Götze“ des Hebräischen zusammenstimmt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) ὅπου οὐ δεῖ &#039;&#039;wo er nicht darf&#039;&#039; weiterhin wird meist mit [[Matthäus 24,15 |Mt 24,15]] bezogen auf den Tempel, also sinngemäß: „Wenn der Antichrist im Tempel auftaucht“, was außerdem zusammenstimmt mit [[2Thessalonicher 2,3|2Thess 2,3ff]]: „Zuerst muss der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt.“ (EÜ)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(ii) Exegeten wie Pesch 1977, Schenke 2005 und Thüsing 2011 denken bei βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως nicht an den Antichristen, sondern an zeitgeschichtliche Geschehnisse zur Zeit des jüdischen Krieges. Pesch lässt die genaue Referenz offen, da sie nicht genau bestimmt werden könne; Schenke denkt an die Schreckensherrschaft der Zeloten im Tempel ab 65/66 n.Chr. und Thüsing an die römischen Feldzeichen, die die Römer nach der Eroberung Jerusalems im Tempel aufstellten und auf denen Götzenbilder abgebildet seien. Diese Interpretation hat aber die grammatische Schwierigkeit die ad-sensum-Konstruktion (s.o. unter (2)); v.a. aber fügt sie sich schlecht in den Kontext des Abschnitts, denn spätestens V. 19 macht ja deutlich, dass hier eben nicht an „zeitgeschichtliche Ereignisse gedacht wird“ (Pesch), sondern an apokalyptische Geschehnisse (vgl. auch [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._14-20:_Abschnitt_3 Kommentar]). Weil Interpretation (ii) außerdem noch eine Minderheitenmeinung ist, wird man durchaus Interpretation (i) den Vorzug geben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; stehen&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot; /&amp;gt; seht, wo er nicht [stehen] soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot; /&amp;gt; – der Leser sei aufmerksam!&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung dieser Parenthese ist in der Exegese umstritten. Die unterschiedlichen Interpretationen hängen v.a. daran, auf wen &#039;&#039;Leser&#039;&#039; bezogen wird. Vorgeschlagen wurden, dass es sich beziehe&lt;br /&gt;
# auf den Leser eines hypothetischen apokalyptischen Flugblattes, das als (eine der) Vorlage(n) von Mk 13 angenommen wird - diese Position ist sehr verbreitet, dennoch sehr unwahrscheinlich. Denn es ist schwer vorstellbar, dass es dem Redaktor des Mk nicht aufgefallen sein sollte, dass sich die Parenthese - die sich an einen Leser und nicht an mehrere Hörer richtet - so überhaupt nicht in die Kommunikationssituation der eschatologischen Mahnrede Jesu fügt und sie daher mitübernommen habe.&lt;br /&gt;
# auf den Hörer bei der öffentlichen Verlesung des Markusevangeliums, dem die Wichtigkeit des Gräuels der Verwüstung noch einmal unterstrichen werden soll - aber dieser &#039;&#039;Hörer&#039;&#039; ist ja dann kein „Leser“.&lt;br /&gt;
# auf den Vorleser des Markusevangeliums bei der öffentlichen Verlesung; die Parenthese sei dann nicht dazu gedacht, laut vorgelesen zu werden, sondern sei eine Notiz für den Vorleser, die eben beschriebene ad-sensum-Konstruktion richtig vorzulesen (vgl. Best 1989, S. 128-30, der die Parenthese dann auch konsequent in seiner Übersetzung ausspart. Dagegen aber gut Collins 2009, S. 545f.)&lt;br /&gt;
# auf die vier Jünger, die die von [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]]; [[Daniel 11#s31 |11,31]]; [[Daniel 12#s11 |12,11]] übernommene Prophezeiung richtig - d.h. im Lichte der Prophezeiung Jesu (Perkins 2006, S. 104) - verstehen sollen, wenn sie sie lesen.&lt;br /&gt;
(4) ist am Wahrscheinlichsten, daher noch einige Worte dazu. Zunächst: „Leser des Danielbuches“ als Bedeutung von „Leser“ liegt schon deshalb nahe, da ἀναγινώσκω im Mk ausschließlich für das Lesen im AT verwendet wird (vgl. z.B. Pryke 1978, S. 57f). Vgl. außerdem die Parallelstelle [[Matthäus 24#s15 |Mt 24,15]], wo der Verweis auf das Danielbuch expliziert wird. Dann: Vergleichbare Aufforderungen finden sich auch in anderen Prophezeiungen; vgl. bes. [[Daniel 9#s23 |Dan 9,23]].[[Daniel 9#s25 |25]] (also dem direkten Kontext von [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]], von wo Jesus mutmaßlich die Prophezeiung des „Gräuels der Verwüstung“ übernommen hat); auch [[Offenbarung 13#s9 |Offb 13,9]].[[Offenbarung 13#s18 |18]]; [[Offenbarung 17#s9 |17,9]] (Stellen nach Pesch 1977, S. 292). Auch ist es nicht (sehr) problematisch, dass die Jünger hier in der 3. Person (&#039;&#039;der Leser&#039;&#039; statt &#039;&#039;ihr Leser&#039;&#039;) angesprochen werden; es finden sich im Mk häufiger Anreden an Zuhörer, die Jesus in 3. Person angespricht (s. [[Markus 4#s9 |Mk 4,9]].[[Markus 4#s23 |23]]; [[Markus 8#s34 |8,34]]; vgl. Perkins 2006, S. 101f). Sinngemäß wäre dann also zu übersetzen: „Ihr Leser, gebt gut acht“ oder „Beim Lesen seid verständig“.&amp;lt;/ref&amp;gt; –, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen&amp;lt;ref&amp;gt;Das Motiv der Flucht ins Gebirge ist ein häufigeres Motiv; vgl. z.B. [[1Makkabäer 2#s28 |1Makk 2,28]] (s. z.B. Gnilka 1978, S. 195f); umgekehrt kennt man auch das Motiv der Flucht aus dem Umland in die Hauptstadt, vgl. z.B. [[Jeremia 4#s1 |Jer 4,1]]ff. (s. z.B. Pesch 1977, S. 292).&amp;lt;/ref&amp;gt;;{{par|Genesis|19|17}}{{par|Jeremia|4|29}}{{par|Daniel|9|27}}{{par|Daniel|11|31}}{{par|Daniel|12|11}}{{par|1Makkabäer|1|54}}{{par|1Makkabäer|2|28}}{{par|2Thessalonicher|2|4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} wer auf dem Dach [ist],&amp;lt;ref&amp;gt;Das altjüdische Haus hatte ein von außen begehbares Dach (eine schöne Darstellung findet sich im [http://books.google.de/books?id=frwjqZSN4oUC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA9#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Kregel Pictorial Guide to Everyday Life in Bible Times]), das man vor allem in der Freizeit benutzte (z.B. um zu schlafen). Für die LF würde ich „Dachterrasse“ vorschlagen (so auch NeÜ; ähnlich KAM: „Terrasse“. Gut auch KNO: „Flachdach“)&amp;lt;/ref&amp;gt; soll nicht ({weder})&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;nicht hinabsteigen, um hineinzugehen&#039;&#039; vs. &#039;&#039;weder herabsteigen noch hineingehen&#039;&#039; - Natürlich muss der auf dem Dach hinabsteigen, um in die Berge fliehen können; μηδὲ hat daher hier negative finale Bedeutung (vgl. Smyth 2193b). Die Satzstruktur lässt sich nicht in die LF übernehmen, man muss zu etwas greifen wie „Wer auf dem Dach ist, soll sich nicht erst noch &amp;lt;s&amp;gt;hinuntersteigen, um&amp;lt;/s&amp;gt; ins Haus gehen, um sich etwas zu holen“&amp;lt;/ref&amp;gt; hinabsteigen, um ({noch})&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot; /&amp;gt; hineinzugehen (hineingehen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot; /&amp;gt;, um etwas aus seinem Haus zu holen;{{par|Ezechiel|7|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;soll sich nicht zurückwenden nach zurück&#039;&#039;; gemeint ist sicher „nach Hause zurückkehren“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um sein Obergewand zu holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} {Aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; Wehe denen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wehe denen&#039;&#039;: Gattungstypische Einleitung eines apokalyptischen Klagerufs (vgl. z.B. [[Offenbarung 18#s16 |Offb 18,16]].[[Offenbarung 18#s19 |19]]); das Schicksal der „schwächsten Glieder der Fluchtgeneration“ (Ernst 1963, S. 381) - der Schwangeren und Stillenden - wird in Form einer Weheruf-parenthese beklagt. Das beste Äquivalent wäre eine Übertragung ähnlich der von BB („Wie schrecklich wird diese Zeit für die Frauen sein, die gerade ein Kind erwarten oder stillen!“) und NGÜ („Wie schwer werden es die Frauen haben, ...!“).&amp;lt;/ref&amp;gt;, die in jenen Tagen&amp;lt;ref name=&amp;quot;in jenen Tagen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;in jenen Tagen&#039;&#039;: Stereotype alttestamentliche Phrase, die häufig in eschatologischen Kontexten verwendet wird; s. z.B. [[Jeremia 3#s16 |Jer 3,16]].[[Jeremia 3#s18 |18]]; [[Jeremia 31#s29 |31,29]]; [[Jeremia 33#s15 |33,15]]f.; [[Joel 3#s1 |Joel 3,1]]; [[Sacharja 8#s23 |Sach 8,23]] u.ö.&amp;lt;/ref&amp;gt; schwanger sind oder stillen!{{par|Lukas|23|29}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} {Aber} (Darum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter&amp;quot;&amp;gt;Der Verweis auf den Winter wird meist darauf bezogen, dass der Winter in Palästina die Regenzeit ist und starke Regenfälle die Flucht erschweren. Vielleicht liegt aber wirklich (auch) die Kälte im Fokus: Israel liegt zwar hauptsächlich in einer subtropischen Klimazone, aber in höher gelegenen Regionen - zu denen auch Jerusalem und natürlich erst recht die Berge gehören - kann es winters durchaus so kalt werden, dass es zu Schneefällen kommen kann. Das würde auch erklären, warum V. 16 die Rede vom Mantel ist; vielleicht sollte man daher das δὲ besser als kausales δὲ deuten: &#039;&#039;Darum betet, dass es nicht winters geschieht!&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Betet, dass es nicht während des Winters&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter&amp;quot; /&amp;gt; geschieht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Denn es werden sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; jene Tage eine derartige Bedrängnis, wie sie seit Beginn der Schöpfung, die Gott geschaffen hat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;redundant&amp;quot;&amp;gt;redundanter Relativsatz. Kein Semitismus oder Septuagintismus (gegen Cranfield 1959, S. 404); die Konstruktion kennt man auch sonst im Griechischen (vgl. z.B. Chariton, Chaireas und Kallirhoe 7,2,4 τῆς Ἀθηναίων δυστυχίας, ἣν ἐδυστύχησαν ἐν τῷ πολέμῳ τῷ Σικελικῷ &#039;&#039;das Leid der Athener, an dem sie litten im sizilischen Krieg&#039;&#039;); vgl. auch Kleist 1937, S. 143f. „Redundant“ ist eigentlich ungenau; die Konstruktion dient dazu, das durch den Relativsatz modifizierte Satzglied zu spezifizieren; bei Chariton also etwa &#039;&#039;Der Athener Leid &amp;lt;u&amp;gt;während dem sizilischen Krieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;; Mk 13,19 &#039;&#039;seit Beginn von &amp;lt;u&amp;gt;Gottes&amp;lt;/u&amp;gt; Schöpfung&#039;&#039;; Mk 13,20 &#039;&#039;um &amp;lt;u&amp;gt;seiner/der von ihm&amp;lt;/u&amp;gt; Auserwählten willen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis jetzt nicht geschehen ist und niemals geschehen wird&amp;lt;ref&amp;gt;οὐ μὴ + Aorist Konjunktiv: stärkstmögliche griechische Konstruktion zur Negierung eines zukünftigen Geschehnisses; vgl. Wallace, S. 468. Der Vers verdichtet den Topos des Nochniedagewesenen (Pesch 1977, S. 293); vielleicht sollte man in der LF statt zu einer wörtlichen Üs. besser zu einem Äquivalent greifen wie „eine solche Drangsal, wie sie noch nie geschehen ist - früher nicht, heute nicht und nimmermehr!“ oder einfach „eine Drangsal, wie sie die Welt noch nie gesehen hat.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Exodus|11|6}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Daniel|12|1}}{{par|Offenbarung|16|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} {Und} Wenn der Herr nicht die Tage verkürzt hätte,&amp;lt;ref&amp;gt;zum Motiv der verkürzten Zeit vgl. Ernst 1963, S. 381f.: „Die Verkürzung der Zeit ist ein bekanntes Motiv (vgl. 4Esra 4,26; 2Bar 20,1; 1Hen 80,2; Barn 4,3), dessen Wurzeln im Geschichtsverständnis der Apokalyptik liegen. Der Herr hat den Ablauf in einem Plan festgelegt. Auch die Drangsale der Endzeit unterliegen dem unausweichlichen „es muß geschehen“; der Geschichtsdeterminismus ist freilich durch die Rückführung auf den Willen Gottes, der aus Barmherzigkeit die Drangsale verkürzen kann, relativiert.“&amp;lt;/ref&amp;gt; würde absolut niemand&amp;lt;ref&amp;gt;W.: &#039;&#039;nicht ... jedes Fleisch&#039;&#039;; Kombination zweier Septuagintismen; vgl. Cranfield 1959, S. 404; Doudna 1961, S. 105f: &#039;&#039;nicht jeder&#039;&#039; = &#039;&#039;keiner&#039;&#039;; &#039;&#039;jedes Fleisch&#039;&#039; = &#039;&#039;jeder&#039;&#039;, also „absolut keiner“. In Mk 13 ist dies die einzige Stelle, die ich für einen eventuellen Semitismus halten würde. Dahin weist auch, dass κύριος im NT nur in AT-Zitaten oder Nachahmungen des Septuaginta-Stils ohne Artikel verwendet wird; vgl. Mateos 1987, S. 287.&amp;lt;/ref&amp;gt; gerettet werden, doch um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;redundant&amp;quot; /&amp;gt; hat er die Tage verkürzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} {Und} Sagt dann einer zu euch: ‚{Siehe} Hier [ist] der Christus!‘&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siehe&amp;quot;&amp;gt;Bailey 2009, S. 360 hat die beiden Ausrufe sehr gut analysiert: Fokalisiert ist in beiden jeweils der Lokativ (&#039;&#039;Hier&#039;&#039; + &#039;&#039;dort&#039;&#039;); sie sind also konstruiert wie eine Antwort auf die unausgedrückte Frage „Wo ist der Christus?“. ἴδε  fungiert dabei als bloßer Fokuspartikel und sollte im Deutschen ausgespart werden. So jedenfalls wäre der Satz grammatisch zu analysieren. V. 22 macht aber deutlich, dass dieses &#039;&#039;Hier!&#039;&#039; und &#039;&#039;dort!&#039;&#039; auf die verschiedenen Pseudo-christusse verweisen soll; also sinngemäß eher „Dieser hier ist  der Christus!“ und „jener dort ist der Christus!“. Ich denke aber, dass das auch bei wörtlicher Übersetzung klar herauskommt.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder {Siehe} dort [ist er]!&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siehe&amp;quot; /&amp;gt; - glaubt [es] nicht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} denn aufstehen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; werden falsche Christusse und falsche Propheten, und darbieten&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Bedeutung „darbieten“ für δίδωμι vgl. Mateos 1987, S. 288. Einige Hss haben ποιήσουσιν statt δώσουσιν, aber die Kombination von σημεῖον mit ποιέω findet sich sonst nirgends in den synoptischen Evangelien (dafür häufiger in Joh); daher und wegen der weit besseren Bezeugung ist δώσουσιν der Vorzug zu geben.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden sie&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Zeichen und Wunder,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zeichen und Wunder&#039;&#039;: pleonastischer formelhafter Ausdruck. Das Wort τέρας &#039;&#039;Wunder&#039;&#039; wird von den Synoptikern einzig hier und in der Parallelstelle [[Matthäus 24#s24 |Mt 24,24]] verwendet. Auffällig ist, dass es auch im Joh nur einmal ([[Johannes 4#s48 |Joh 4,48]]), ebenfalls in Verbindung mit σημεῖον und scheinbar ebenfalls in abwertender Weise, verwendet wird - „„Wunder“ sind genau das, was man von Gott nicht erwarten darf. Die heidnischen Griechen verstanden unter τέρας meist ein Staunen und Schrecken erregendes, exorbitantes Wunderzeichen, vor allem kosmischer Art [...].“ (Fuller 1969, S. 23). Vielleicht kann man diese Konnotation des Exorbitanten und des Abwertenden besser übertragen durch etwas wie „Mirakel und Wunderwerke“; vielleicht sogar „Mirakel und Spektakel“, aber das geht vielleicht einen Schritt zu weit.&amp;lt;/ref&amp;gt; um – wenn möglich – die Auserwählten zu verführen (irrezuführen)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb ἀποπλανάω hat hier „die Bedeutung eschatologischer Verführung“ (EWNT III, S. 236)&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Deuteronomium|13|2}}{{par|Jeremia|6|13}}{{par|Daniel|11|35}}{{par|Offenbarung|13|13|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} {Ihr aber} (Ihr dagegen)&amp;lt;ref&amp;gt;Auch in V. 23 scheint δὲ nur den Beginn eines neuen Satzes zu markieren. Möglich wäre aber auch dies: Der Einschub εἰ δυνατὸν &#039;&#039;wenn möglich&#039;&#039; in V. 22 könnte theoretisch auch bedeuten &#039;&#039;wo/bei wem immer das möglich ist (=ihnen das gelingt)&#039;&#039;; in diesem Fall würde das δὲ in V. 23 die Jünger mit den Erwählten, bei denen das Irreführen gelingt, kontrastieren. Dann wäre außerdem das πρὸς in V. 22 resultativ zu deuten, also etwa „falsche Christen und Propheten werden Mirakel und Spektakel veranstalten &#039;&#039;und so all jene&#039;&#039; Erwählten verführen, &#039;&#039;bei denen&#039;&#039; es ihnen gelingt. &#039;&#039;Ihr dagegen&#039;&#039;: Achtet auf euch selbst...“ - So aber m.W. niemand und es ist diese Verwendung von εἰ auch eher selten, daher können wir getrost bei der angegebenen Standard-übersetzung bleiben.&amp;lt;/ref&amp;gt; seid achtsam!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Ich habe euch alles vorausgesagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung von πάντα ist in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} {Aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; in jenen Tagen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;in jenen Tagen&amp;quot; /&amp;gt; nach jener Bedrängnis, wird die Sonne verdunkelt werden (sich verfinstern), {und} der Mond wird seinen Schein nicht geben,{{par|Jesaja|13|10}}{{par|Jesaja|24|23}}{{par|Jesaja|34|4}}{{par|Ezechiel|32|7}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Joel|2|10}}{{par|Joel|3|4}}{{par|Joel|4|15}}{{par|Amos|8|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} {und} die Stern werden vom Himmel fallen und die Kräfte&amp;lt;ref&amp;gt;Die δυνάμεις sind in der Bibel mythische kosmische Mächte. Wahrscheinlich ist diese Vorstellung noch ein Reflex aus der Zeit, als die Himmelskörper auch in Israel als göttlich angesehen wurden. In der nachbiblischen Zeit wurden sie als „Engel“ interpretiert (bes. wichtig: Dionysius Areopagita: [http://www.unifr.ch/bkv/kapitel3689.htm CH 8,1]); heute stellen sie in der Engellehre sozusagen „ganz offiziell“ einen der Neun Englischen Chöre: die &#039;&#039;virtutes&#039;&#039;, die dafür verantwortlich sind, in Gottes Auftrag Wunder zu wirken. Vermutlich stammt das Bild noch aus der Apokalypse-Schilderung in [[Jesaja 34#s4 |Jes 34,4]].&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Himmeln (am Himmel) werden erschüttert werden.{{par|Jesaja|34|4}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Offenbarung|6|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und dann wird erscheinen (wird man sehen, werden sie sehen)&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;werden sie sehen&#039;&#039;, aber impersonaler Plural (vgl. z.B. Martin 2009, S. 477), daher besser &#039;&#039;wird &amp;lt;u&amp;gt;man&amp;lt;/u&amp;gt; sehen&#039;&#039;. Noch besser aber: ὁράω im Medium ist ein formelhafter Offenbarungsterminus, der v.a. im Zhg. mit Christi Auferstehung verwendet wird; daher &#039;&#039;wird erscheinen&#039;&#039;. Ähnlich ist ἐρχόμενον in der hierigen Verwendung ein eschatologischer Terminus (s. [[Markus 11#s9 |Mk 11,9]]f; [[Markus  12#s9 |12,9]]; [[Markus 13#s35 |13,35]]; [[Markus 14#s62 |14,62]]; vgl. Kleist 1937, S. 183). Beide beziehen sich also auf die heilbringende Ankunft des Menschensohnes am Ende der Zeit; sehr gut wäre es daher, wenn das Zusammenspiel dieser beiden Vokabeln sich auch lexikalisch in der LF erkennen ließe.&amp;lt;/ref&amp;gt; den in den Wolken kommenden Menschensohn&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot;&amp;gt;Auch &#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039; ist ein eschatologischer Terminus. Außer in [[Markus 2#s10 |Mk 2,10]].[[Markus 2#s28 |28]] verwendet Jesus dieses „biographische Ich-Idiom“ (Schenk 1997) ausschließlich, wenn er von seiner Rolle in Gottes Heilsplan spricht, also der, dass er - der Menschensohn - von den Menschen verworfen, ausgeliefert und getötet werden müsse, dann aber in großer Macht und Herrlichkeit wiederkehren werde. Vgl. besonders gut Danove 2003, S. 23-25. &#039;&#039;Sohn&#039;&#039; in V. 32 ist sehr wahrscheinlich nur eine Kurzform von &#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039;; vgl. z.B. Schenk 1997, S. 84&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit großer Macht&amp;lt;ref&amp;gt;Im Singular (anders als im Plural, V. 25) ist die δύναμις ein Attribut Gottes/Christi und bezeichnet deren (All)Macht.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Herrlichkeit&amp;lt;ref&amp;gt;δόξα ist ein Begriff aus den Theophanietraditionen; es handelt sich um ein sichtbares Attribut des sich offenbarenden Gottes. Wo die Texte Rückschlüsse auf das Wesen der δόξα zulassen, scheint man sich diese Herrlichkeit als eine Art „Lichtglanz“, „Glorie“ vorstellen zu müssen (vgl. ähnlich EWNT I, S. 836). [[Matthäus 24#s27 |Mt 24,27]] und [[Lukas 17#s24 |Lk 17,24]] explizieren das, indem sie die Parusie des Menschensohnes mit einem Wetterleuchten vergleichen: „Wie der Blitz [...] leuchtet, so wird es mit dem Menschensohn/der Ankunft des Menschensohns sein [...].“ In V. 26 bildet es so einen Gegensatz mit der Schilderung der Finsternis in V. 25 und sollte in der LF daher besser mit etwas wie „herrlicher Lichtglanz“ o.Ä. übersetzt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Daniel|7|13}}{{par|Matthäus|16|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und dann wird er die Engel aussenden und die Auserwählten aus den vier Himmelsrichtungen (Winden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Himmelsrichtungen&#039;&#039; - W. „Winde“; zur Bedeutung „Himmelsrichtungen“ vgl. EWNT I, S. 231. Im Hintergrund steht die im Alten Orient häufigere Verortung der (Personifikationen der) vier Winde an die vier Enden der Erde (s. in der Bibel noch [[Offenbarung 7#s1 |Offb 7,1]]; auch [[Ezechiel 37#s9 |Ez 37,9]]; [[Sacharja 6#s1 |Sach 6,1-5]]; für ein Bsp. in der ägyptischen Ikonographie s. z.B. [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/pageview/11625 hier] oder [http://www.ifao.egnet.net/bifao/106/14/ hier], S. 328; jeweils dargestellt durch vier geflügelte Tiere). Damit und dadurch stehen die Winde gleichzeitig für die Himmelsrichtungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels&amp;lt;ref&amp;gt;Eine schwierige Stelle. (i) Die Übersetzung im Fließtext ist die Standard-Deutung. Daneben hat (ii) Kleist 1937, S. 226 vorgeschlagen, dass es sich hier um die Konstruktion der „parallelen Orientierung“ handeln könnte: Zwei zusammenhängende Ortsangaben werden mit der selben Präposition versehen, obwohl sie rein semantisch unterschiedlicher Präpositionen bedürften, also z.B. im Deutschen &#039;&#039;Ich gehe &amp;lt;u&amp;gt;auf&amp;lt;/u&amp;gt; die Stadt auf dem Berg&#039;&#039; statt &#039;&#039;Ich gehe &amp;lt;u&amp;gt;zur&amp;lt;/u&amp;gt; Stadt auf dem Berg&#039;&#039; und im Falle von Mk 13,27 &#039;&#039;Er wird die Auserwählten aus den vier Himmelsrichtungen &amp;lt;u&amp;gt;am&amp;lt;/u&amp;gt; Ende der Erde sammeln zum Saum des Himmels&#039;&#039;. Diese Konstruktion gibt es wohl wirklich, obwohl ws. nicht alle von Kleist gelisteten Stellen derart zu analysieren sind (neben Mk 13,27 nennt er: [[Markus 1#s28 |Mk 1,28]].[[Markus 1#s38|38]].[[Markus 1#s39 |39]]; [[Markus 5#s1 |5,1]].[[Markus 5#s19 |19]]; [[Markus 6#s45 |6,45]].[[Markus 6#s51 |51]].[[Markus 6#s56 |56]]; [[Markus 9#s43 |9,43]]; [[Markus 11#s1 |11,1]].[[Markus 11#s11 |11]]; [[Markus 12#s2 |12,2]]; [[Markus 14#s3 |14,3]].[[Markus 14#s9 |9]]), aber in diesem Fall sollte man besser Schweizer folgen: (iii) Schweizer 1998, S. 150f erklärt die Formulierung &#039;&#039;vom Rand der Erde bis zum Rand des Himmels&#039;&#039; als „eine etwas unlogische Vermischung der beiden Bilder „von einem Rand des Himmels bis zum andern“ ([[Deuteronomium 30#s4 |Dtn 30,4 LXX]], wo vom Sammeln der versprengten Israeliten die Rede ist) und „von einem Rand der Erde bis zum anderen“ ([[Deuteronomium 13#s8 |Dtn 13,8]]).“; sie ist dann als ein etwas schräger Ausdruck für „auf der ganzen Erde“ aufzufassen. [[Matthäus 24#s31 |Mt 24,31]] hat das geglättet; bei ihm heißt es nur noch wie in Dtn 30,4 „von einem Ende des Himmels bis zum andern“. V. 27 ist dann pleonastisch; &#039;&#039;aus den vier Himmelsrichtungen&#039;&#039; und &#039;&#039;auf der ganzen Erde&#039;&#039; beziehen sich beide darauf, dass der Menschensohn seine Auserwählten &#039;&#039;von überall her&#039;&#039; zusammensammeln wird.&amp;lt;br /&amp;gt; Zur Vorstellung vgl. noch Tg Ps-Jon Dt 30,4: „Wenn eure Zerstreuten wären an den Enden des Himmels, so wird euch von dort der Memra Jahves eures Gottes zusammenbringen durch Elias, den Hohenpriester, und euch von dort heranholen durch den König, den Messias.“ (vgl. B/S IV/2. S. 797)&amp;lt;/ref&amp;gt; sammeln.{{par|Deuteronomium|30|3}}{{par|Jeremia|32|37}}{{par|Ezechiel|34|13}}{{par|Ezechiel|36|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Über&amp;lt;ref&amp;gt;zu Ἀπὸ i.S.v. &#039;&#039;über&#039;&#039; vgl. LSJ (Bed. A7)&amp;lt;/ref&amp;gt; den Feigenbaum {aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; lernt (erfahrt) ein Gleichnis: Sobald&amp;lt;ref&amp;gt;zu ὅταν ἤδη i.S.v. &#039;&#039;sobald&#039;&#039; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick.&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Zweige&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;sein Zweig&#039;&#039;; kollektiver Singular&amp;lt;/ref&amp;gt; weich werden &amp;lt;ref&amp;gt;sicher i.S.v. &#039;&#039;Wenn der Saft in die Zweige steigt&#039;&#039; (so z.B. GN, NGÜ). Sehr schön BB: &#039;&#039;Wenn seine Zweige frisch austreiben und Blätter bekommen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe [ist].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} So auch ihr:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot;&amp;gt;Zum Gleichnis vgl. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; wenn ihr dies&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot; /&amp;gt; geschehen seht, erkennt, dass er (es)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot; /&amp;gt; nahe vor den Toren (vor der Tür)&amp;lt;ref&amp;gt;θύραις Dativ Plural kann auch für die einzelne Tür verwendet werden. Wer sich für „die Tür“ entscheidet lässt den Hörer/Leser eher an die Tür eines Hauses denken. Wird der Plural verwendet, wird das Bild von „Stadttoren“ wachgerufen. Deshalb dann besser „vor den Toren“.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist!{{par|Philemon|4|5}}{{par|Offenbarung|3|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Amen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschlecht&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dieses Geschlecht wird nicht vergehen&#039;&#039; heißt höchstwahrscheinlich, dass noch zu Lebzeiten der Zeitgenossen Jesu das Eschaton eintreten wird (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]). Diese mit diesem Begriff bezeichneten Zeitgenossen werden im Mk stets negativ beurteilt (so auch Dschulnigg 2007, S. 348; Gnilka 1978, S. 206; Schenke 2005, S. 299); wahrscheinlich wird man daher V. 30 als Drohwort auffassen müssen (vgl. bes. [[Markus 8#s38 |Mk 8,38]]). Das &#039;&#039;Amen, ich sage euch&#039;&#039; (-&amp;gt;°Amen°) hätte dann hier eine ähnliche Funktion wie im Deutschen ein Drohungen einleitendes „Ich verspreche dir,...“, „ich sag&#039;s dir,...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ich sage euch: Nicht (Keinesfalls)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot; /&amp;gt; wird diese Generation (Geschlecht)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschlecht&amp;quot; /&amp;gt; vergehen, bis dies alles&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung von ταῦτα πάντα &#039;&#039;dies alles&#039;&#039; ist in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; geschehen sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kleist 1937, S. 226 kommentiert wunderbar diesen Vers, indem er seiner Unsicherheit sehr ehrlich Ausdruck verleiht: „&#039;&#039;Werden&#039;&#039; oder &#039;&#039;würden&#039;&#039; vergehen? Werden Himmel und Erde tatsächlich vergehen? Oder vielleicht in diesem Sinn: „Selbst wenn Himmel und Erde (von denen man ja eigentlich meinen würde, dass sie unzerstörbar sind) vergehen würde, würden meine Worte nicht vergehen; d.h. sich nicht als falsch erweisen“?“&amp;lt;br /&amp;gt;Das ist eine schöne Deutung, aber nicht nötig: Die Vorstellung, dass am Ende der Zeit Himmel und Erde vergehen würden, ist ein häufigerer Topos in der Bibel; vg. TRE 30, S. 290: „Die alttestamentlich-apokalyptische Tradition des Untergangs von Sonne, Mond, Sternen, Himmel und Erde fand in den Gerichtsszenen im Neuen Testament (vgl. [[Markus 13#s24 |Mk 13,24-26]]; [[Apostelgeschichte 6#s12 |Apg 6,12-17]]; [[Hebräer 12#s26 |Heb 12,26f.]] [...]) Wiederhall. [...] Am Tag des Herrn vergehen Himmel, Erde und Grundelemente in einem kosmischen Weltenbrand (vgl. [[2Petrus 3#s10 |2Pet 3,10-13]]). Obwohl die Schöpfung, Himmel und Erde (vgl. [[Lukas 16#s17 |Lk 16,17]] [Q]; [[Markus 13#s31 |Mk 13,31]]), diese Welt (vgl. [[1Korinther 7#31 |1Kor 7,31b]]; [[1Johannes 2#17 |1Joh 2,17]]) vergehen werden, wäre das aber nicht das Ende.“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Psalm|89|37|38}}{{par|Jesaja|40|8}}{{par|Jesaja|51|6}}{{par|Jesaja|54|10}}{{par|Matthäus|5|18}}{{par|1_Petrus|1|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Von dem Tag und der Stunde weiß niemand,&amp;lt;ref&amp;gt;Die Formulierung Περὶ τῆς ἡμέρας ἐκείνης &#039;&#039;über jenen Tag&#039;&#039; (περί + Genitiv = &#039;&#039;über&#039;&#039;) klingt so, als wollte Jesus sagen, dass niemand etwas &#039;&#039;über&#039;&#039; die Geschehnisse am Ende der Zeit weiß - was aber keinen Sinn macht, da er ja selbst gerade lang und breit die Geschehnisse am Ende der Zeit referiert hat. Es muss daher gedeutet werden als &#039;&#039;Den Tag oder die Stunde kennt niemand&#039;&#039;, also &#039;&#039;den genauen Zeitpunkt allerdings kennt niemand&#039;&#039;. Vgl. ähnlich Schenke 2005, S. 299: „Antithetisch schließt 13,32 die Terminfrage ab: Über das hinaus, was Jesus angekündigt hat, kann niemand etwas zum Termin der Vollendung sagen. Sie wird sicher und noch vor dem Vergehen dieser Generation kommen, doch den genauen Tag oder gar die Stunde kennt außer Gott niemand, und Gott bewahrt ihn bei sich.“ Das Motiv der Unbekanntheit des genauen Zeitpunktes findet sich auch in 2Bar 21,8 („[Gott], der du [...] ganz allein der Zeiten Schluß vor seiner Ankunft kennst [...]“ (Rießler)) (vgl. Gnilka 1978, S. 207). Vgl. noch V. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt; weder die Engel (Boten)&amp;lt;ref&amp;gt;Sowohl das hebräische {{hebr}}מַלְאָך{{hebr ende}} als auch das griechische ἄγγελος heißt ursprünglich nur „Bote“, wird aber in der Bibel eher selten von menschlichen Boten verwendet, sondern meist von himmlischen Geistwesen, für die sich im Deutschen die Bezeichnung „Engel“ eingebürgert hat. Da sie hier durch „im Himmel“ spezifiziert werden, ist klar, dass dass es sich um letztere handelt. Auch das Motiv des Nichtwissens der Engel findet sich häufiger; vgl. [[1Petrus 1#s12 |1Pet 1,12]]; [[Epheser 3#10 |Eph 3,10]]; 4Esra 4,52 („Er (=der Engel) sprach zu mir: / Zum Teil kann ich die Zeichen dir vermelden, / wonach du fragst. / Doch ward ich nicht gesandt, / von deiner Lebensdauer etwas dir zu sagen. / Ich weiß es selber nicht.“ (Rießler)); vgl. Gnilka 1978, S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Himmel, noch der Sohn&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot; /&amp;gt;, allein der Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} Seid achtsam!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Seid wachsam! - denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt (da) ist.{{par|Matthäus|24|42}}{{par|Lukas|12|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} [Es ist]&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kleist 1937, S. 226: „ὡς ἄνθρωπος: brachylogical; „it is as when...““. Vielleicht aber besser: Vv. 34f. sind ein °Gleichnis°; V. 34 ist dabei die Bild-, V. 35 die Sachhälfte. Vielleicht könnte man daher das ὡς ... οὖν auch deuten als Versprachlichung der Relation von Bild- und Sachhälfte: &#039;&#039;So wie..., so&#039;&#039; (vgl. Louw/Nida 89.50 zu οὖν: „Resultats-marker; impliziert häufig die Konklusion einer Argumentation“ (meine Übersetzung)). Dann also: &#039;&#039;Ebenso, wie wenn ein Mann auf Reisen geht ... und dem Torhüter aufträgt, wachsam zu sein, so sollt auch ihr wachsam sein ...&#039;&#039;. Bisher habe ich aber kein gute Beispiel für ein derart verwendetes οὖν gefunden, daher wird man wohl der Lösung von Kleist den Vorzug geben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie bei einem Mensch auf Reisen, der, als er das Haus verließ und seinen Knechten die Vollmacht gab (ihre Verantwortungen übertrug)&amp;lt;ref&amp;gt;meist: „Vollmacht“; es ist aber zweifellos gemeint, dass jedem Knecht eine bestimmte &#039;&#039;Tätigkeit&#039;&#039; zugewiesen wird (so wird es ja im nächsten Teilvers auch näher spezifiziert). &#039;&#039;Verantwortung&#039;&#039; nach Muraoka, S.255 („authoritative responsibility“); so gut auch BB, EÜ, GN, NeÜ, NGÜ, Zink: „Verantwortung übertragen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adverbiale Partizipien] aufgelöst als temporale Nebensätze. So löst auch Kleist 1937 auf und so ist es viel sinnvoller; denn der Fokus liegt bei dem Gleichnis ja nicht darauf, dass der Hausherr seinen Dienern Tätigkeiten zuweist und unter anderem auch dem Torhüter die Tätigkeit des Wachehaltens; sondern allein die Tätigkeit des Wachehaltens steht im Fokus. Diese Auflösung entbindet auch von der Notwendigkeit, das Gleichnis für eine nicht gelungene Verschmelzung zweier verschiedener Quellen zu erklären, wie z.B. [http://www.digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/goToPage/bsb00051853.html?pageNo=161&amp;amp;prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;context=Luke&amp;amp;hl=scan&amp;amp;mode=simple&amp;amp;rows=10&amp;amp;fulltext=Luke Weder 1978, S. 163] das tut.&amp;lt;/ref&amp;gt; - jedem seine [eigene] Aufgabe - {dabei}&amp;lt;ref&amp;gt;partikularisierendes καὶ: Der Torhüter ist bereits in &#039;&#039;seinen Knechten&#039;&#039; inkludiert; nun wird noch einmal gesondert auf den Torhüter Bezug genommen&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Torhüter gebot, dass er wachsam sei (Wache halte).&amp;lt;ref&amp;gt;Das altjüdische Haus gehörte i.d.R. zu einem ummauerten Häuserverbund mit gemeinschaftlichen Innenhof, dessen vorderer Teil an die Straße reichte. Viele solcher Häuserverbünde hatten hier einen Torhüter postiert; größere und vornehmere Häuserverbünde sogar ein extra Torhäuschen. vgl. z.B. B/S &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} Seid also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt&amp;lt;ref&amp;gt;Der Satz ist spannend, denn er steht sowohl auf der Bildseite als auch auf der Sachseite des Gleichnisses (-&amp;gt;°Gleichnis°) und bezieht sich sowohl auf die &#039;&#039;Rückkehr&#039;&#039; des Hausherrn als auch als die eschatologisch zu verstehende (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_13#note_bg Fußnote bg]) &#039;&#039;Wiederkunft&#039;&#039; des &#039;&#039;Herrn&#039;&#039;, also des Menschensohnes.&amp;lt;/ref&amp;gt; - ob am Abend, zur Mitternacht, zum Hahnenschrei oder im Morgengrauen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abend&#039;&#039;, &#039;&#039;Mitternacht&#039;&#039;, &#039;&#039;Hahnenschrei&#039;&#039; und &#039;&#039;Morgengrauen&#039;&#039; sind die vier Nachtwachenzeiten der Römer (vgl. Thüsing 2011, S. 115); die Zeitangaben passen also ausgesprochen gut zur Aufgabe des Wache-haltens eines Torwächters.&amp;lt;/ref&amp;gt; -{{par|Lukas|12|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} damit er, wenn er plötzlich kommt, euch nicht schlafend vorfindet.{{par|Matthäus|25|5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} Was ich {aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; euch sage, sage ich&amp;lt;ref&amp;gt;sehr gut GN: „Was ich euch gesagt habe, gilt für alle“.&amp;lt;/ref&amp;gt; allen: Seid wachsam!{{par|Apostelgeschichte|20|31}}{{par|1Korinther|16|13}}{{par|1_Petrus|5|8}}“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HHigel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_13&amp;diff=39139</id>
		<title>Markus 13</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_13&amp;diff=39139"/>
		<updated>2023-11-11T10:33:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HHigel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Als er aus dem Tempel ging, sagte einer seiner Jünger zu ihm: „Lehrer! Diese Steine und Gebäude sind großartig!“&lt;br /&gt;
{{L|2}} Da sagte Jesus zu ihm: „Du findest diese Gebäude beeindruckend? Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, alles wird zerstört werden.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} Als er gegenüber vom Tempel auf dem Ölberg saß und sie alleine waren, fragten ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas:&lt;br /&gt;
{{L|4}} „Wann wird das passieren? Und woran wird man erkennen, dass eintritt, was du gesagt hast?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|5}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Achtet darauf, dass euch niemand irreführt.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Denn es werden viele behaupten: ‚Ich bin Jesus!‘, und sie werden viele Menschen irreführen.&lt;br /&gt;
{{L|7}} Bleibt ruhig, wenn ihr von Kriegen hört, denn es muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.&lt;br /&gt;
{{L|8}} Völker und Staaten werden sich bekämpfen und es wird Erdbeben und Hungersnöte geben. Das ist der Anfang der schlimmen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|9}} Seid vorsichtig! Man wird euch an jüdische Gerichte und Synagogen ausliefern, ihr werdet verprügelt und meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, um ihnen von mir zu erzählen —&lt;br /&gt;
{{L|10}} denn zuerst müssen alle Völker vom Evangelium erfahren.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Und wenn man euch abführt, um euch auzuliefern, macht euch keine Gedanken darüber, was ihr sagen sollt, sondern das, was Gott euch in jener Stunde eingeben wird, dass sagt! Denn nicht ihr redet, sondern der heilige Geist.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Ein Bruder wird seinen Bruder in den Tod und ein Vater sein Kind ausliefern, und Kinder werden sich gegen ihre Eltern erheben und sie töten.&lt;br /&gt;
{{L|13}} Und wegen mir werdet ihr von allen gehasst werden. Wer mir aber bis zum Ende aller Zeiten treu bleibt, der wird gerettet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|14}} Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung stehen seht, wo er nicht stehen soll — der Leser sei aufmerksam! —, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen;&lt;br /&gt;
{{L|15}} wer auf seiner Dachterrasse ist, sollte nicht noch etwas aus seinem Haus holen;&lt;br /&gt;
{{L|16}} und wer auf dem Feld ist, sollte nicht zurück gehen, um sein Obergewand zu holen.&lt;br /&gt;
{{L|17}} Für Schwangere und Stillende wird es besonders schlimm werden.&lt;br /&gt;
{{L|18}} Betet, dass es nicht im Winter geschieht!&lt;br /&gt;
{{L|19}} Denn diese Zeit wird die Schlimmste sein, schlimmer als alles vorher und alles nachher.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Wenn der Herr diese Zeit nicht verkürzt hätte, würde niemand gerettet, doch wegen den Erwählten, die er gewählt hat, hat er diese Zeit reduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|21}} Wenn jemand zu euch sagt: ‚Dieser hier ist Christus!‘ oder ‚Jener dort ist Christus!‘ — glaubt es nicht,&lt;br /&gt;
{{L|22}} denn es werden falsche Christusse und Propheten auftreten und Zeichen und Wunder vollbringen und versuchen, die Erwählten irrezuführen.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Also passt auf, denn ich habe auch alles vorhergesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|24}} Nach dieser schlimmen Zeit wird die Sonne dunkel und der Mond wird nicht mehr scheinen,&lt;br /&gt;
{{L|25}} die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte in den Himmeln werden erschüttert werden.&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und der Menschensohn wird mit großer Macht und Herrlichkeit in den Wolken kommen.&lt;br /&gt;
{{L|27}} Aus allen Teilen der Erde wird er die Erwählten durch seine Engel sammeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|28}} Ein Vergleich ist der Feigenbaum: Wenn er Blätter bekommt wisst ihr, dass es Sommer wird.&lt;br /&gt;
{{L|29}} So wisst ihr auch, wenn das alles passiert, dass es nicht mehr lange dauert.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Wirklich, ich sage euch: Es wird alles vor dem Ende dieser Generation geschehen.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Himmel und Erde sind vergänglich, aber meine Worte gelten ewig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|32}} Wann das geschehen wird, wissen weder die Engel im Himmel, noch der Sohn, sondern nur der Vater.&lt;br /&gt;
{{L|33}} Seid immer bereit! — denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt da ist.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Es ist wie bei einem Menschen, der, bevor er das Haus verlässt um auf Reisen zu gehen, jedem seiner Knechte eine eigene Aufgaben erteilte und dem Torhüter gebot, wachsam zu sein.&lt;br /&gt;
{{L|35}} Seid also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt — ob am Abend, um Mitternacht oder morgens —&lt;br /&gt;
{{L|36}} damit er, wenn er plötzlich kommt, euch nicht schlafend findet.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Was ich euch sage, sage ich allen: Seid wachsam!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} {Und} (Und)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;&#039;&#039;und&#039;&#039;&amp;lt;/s&amp;gt; - καὶ &#039;&#039;und&#039;&#039; hat hier die Funktion, Kap. 13 mit der vorangehenden Szene zu verbinden; vgl. Mateos 1987, S. 80. Im Deutschen setzte man in solchen Fällen keine Konjunktion, daher ist sie in der LF besser auszusparen.&amp;lt;/ref&amp;gt; als er aus dem Tempel hinausging (hinausgeht)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er hinausging&#039;&#039; - Da das Präsens λέγει &#039;&#039;er sagt(e)&#039;&#039;, zu dem der temporale Genitivus absolutus ἐκπορευομένου &#039;&#039;als er hinausgeht/hinausging&#039;&#039; in gleichzeitiger Relation steht, &#039;&#039;historisches&#039;&#039; Präsens ist (s. nächste Fußnote), ist die präsentische Wiedergabe überwörtlich und sollte vermieden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sagte (sagt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; - [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Historisches_Pr%C3%A4sens Historisches Präsens], vgl. Kmiecik 1997, S. 36; Mateos 1987, S. 81&amp;lt;/ref&amp;gt; einer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einer&#039;&#039; Das Zahlwort εἷς &#039;&#039;eins, einer&#039;&#039; steht hier für das Indefinitpronomen τις &#039;&#039;jemand, irgendeiner&#039;&#039;; vgl. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 150. Das ist kein Semitismus; diese Verwendung findet sich z.B. auch bei Aristoteles; vgl. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%CE%B5%E1%BC%B7%CF%82 Pape, S. 738].&amp;lt;/ref&amp;gt; seiner Jünger zu ihm: „Lehrer! {Sieh nur!} (Sieh nur!)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;&#039;&#039;Sieh nur&#039;&#039;&amp;lt;/s&amp;gt; - Der Ausruf insgesamt und das ἴδε &#039;&#039;sieh nur&#039;&#039; speziell sind an dieser Stelle merkwürdig, denn sie kommen aus dem Mund eines Jüngers, der schon mindestens drei Tagen in Jerusalem weilt und nicht etwa gerade zum ersten Mal den Tempel sieht, sondern einen Tempelbesuch &#039;&#039;beendet&#039;&#039; (Lohmeyer 1967, S. 268). Da ἴδε als Redeeinleitung ein stehender Begriff zum Ausdruck von Verwunderung ist (&#039;&#039;ad loc&#039;&#039; z.B. [http://dare.ubvu.vu.nl/bitstream/handle/1871/15504/4727.pdf?sequence=4 Bailey 2009], S. 346; ähnlich Pesch 1977, S. 270), sollte man ihn hier besser als bloße Fokuspartikel interpretieren und unübersetzt lassen oder zu einem deutschen Äquivalent greifen (Bailey z.B. schlägt vor: „such (wonderful) stones!“ (S. 357)). So ja auch in vielen Üss. in V. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Was für Steine und was für Gebäude!&amp;lt;ref&amp;gt;Der Tempel war Teil einer größeren Tempelanlage (für ein Modell vgl. z.B. [http://erwin-reidinger.heimat.eu/HP_Bilder/TempelanlageInJerusalem.pdf Reidinger 2004, S. 13]; daher Plural.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Da (Und) sagte Jesus zu ihm: „Du achtest auf diese großen Gebäude? (Diese Gebäude da?, Siehst/bewunderst du diese großen Gebäude?, Du siehst/bewunderst diese großen Gebäude.)&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot;&amp;gt;βλέπω &#039;&#039;sehen&#039;&#039; ist in Mk 13 ein Leitwort und wird verwendet in Vv. 2.5.9.23.33. V. 2 wird in der Exegese merkwürdigerweise oft separat von den anderen vier Verwendungen abgehandelt (für eine Übersicht und zu den obigen Alternativübersetzungen vgl. gut Cranfield 1959, S. 391f), aber besser ist dies: Gleich, wie genau Jesu &#039;&#039;du siehst diese großen Gebäude&#039;&#039; exakt zu verstehen ist; zusammen mit dem folgenden &#039;&#039;Kein Stein [des Tempels] wird hier auf dem anderen bleiben&#039;&#039; steht es auf jeden Fall dem begeisterten Ausruf des Jüngers entgegen. In Vv. 5.9 lenkt Jesus dann die Aufmerksamkeit der Jünger auf andere Dinge als den Tempel: „Seht &#039;&#039;darauf, dass euch niemand irreführt&#039;&#039;“ resp. „Seht &#039;&#039;auf euch selbst&#039;&#039; [, denn man wird euch anfeinden]“; in V. 33 wird es außerdem in direktem Zusammenhang mit ἀγρυπνέω &#039;&#039;wachsam sein&#039;&#039; verwendet. Folgt man der Logik des Textes, sollte man daher besser deuten: V. 2: &#039;&#039;Achte nicht auf den Tempel, denn kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben&#039;&#039; (oder, näher am Text: &#039;&#039;Was achtest du auf diese großen Gebäude?&#039;&#039;); V. 5: &#039;&#039;Habt Acht, dass euch niemand irreführt!&#039;&#039;, V. 9: &#039;&#039;Nehmt euch in Acht!&#039;&#039;; V. 23: &#039;&#039;Seid achtsam!&#039;&#039;; V. 33: &#039;&#039;Seid achtsam! Seid wachsam!&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht (Keinesfalls)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot;&amp;gt;οὐ μὴ &#039;&#039;(sicher) nicht&#039;&#039; ist eine besonders starke Verneinung, sie dient hier aber nur der Intensivierung, um Jesu Äußerung sprachlich zu markieren als (&#039;&#039;sichere&#039;&#039;) Prophezeiung. Das Deutsche verwendet hierfür andere Konstruktionen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird [hier] gelassen werden Stein auf Stein, der nicht {sicher} (sicher)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot; /&amp;gt; zerstört (herausgebrochen) werden wird.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der nicht zerstört (herausgebrochen) werden wird&#039;&#039; - Dieser Relativsatz wirkt sprachlich etwas merkwürdig (Pesch 1977, S. 271: „überschießend“, „holprig“); seine Deutung hängt ab von der Übersetzung von καταλύω &#039;&#039;lösen, herauslösen, zerstören&#039;&#039;: (i) Von einer großen Mehrheit wird καταλύω gedeutet und übersetzt als „zerstören“. In diesem Fall wäre die Konstruktion in etwa vergleichbar mit einer deutschen Konstruktion à la „Er setzt Stein auf Stein, der groß ist“ - normalerweise würde man nicht erwarten, dass „Stein“ auch noch durch einen Relativsatz erweitert wird. Der Sinn wäre trotzdem klar: Die Aussage, dass kein Stein auf dem anderen gelassen werden würde, wird zusätzlich noch durch die Aussage gesteigert, dass jeder Stein zerstört werden würde. In der LF sollte man dann wohl besser mit zwei Sätzen arbeiten, etwa: „Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben: jeder noch so kleine Stein wird zerstört werden.“  (ii) EWNT II, S. 651 schlägt aber &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; vor: „herausbrechen“. In diesem Fall machte der Satz grammatisch mehr Sinn (- ist aber auch dann grammatisch immer noch etwas ungewöhnlich -), denn dann würden sich Hauptsatz und Relativsatz auf den selben Sachverhalt beziehen: „Hier wird keinesfalls gelassen werden Stein auf Stein, der nicht herausgebrochen werden wird“. Es läge dann ein Fall von &#039;&#039;redundantem Relativsatz&#039;&#039; vor - eine Konstruktion, die man sonst eher aus dem klassischen Griechisch als der Koine kennt (Kleist 1937, S. 143) und die typisch ist für den markinischen Stil (s. allein in diesem Kapitel noch [[Markus 13#s19 |Vv. 19]].[[Markus 13#s20 |20]]) - der ebenso wie wie οὐ μὴ (s.o.) nur der Intensivierung der Aussage dient, also einfach „Kein einziger Stein wird hier auf dem anderen bleiben!“. Ich persönlich (S.W.) würde Möglichkeit (ii) den Vorzug geben, aber da sie meines Wissens noch nicht vorgeschlagen wurde, wird man sich in der LF doch besser für Möglichkeit (i) entscheiden müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt;“{{par|1Könige|9|8}}{{par|Jeremia|26|18}}{{par|Micha|3|12}}{{par|Markus|14|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Als er dann saß (sich setzte) auf dem (den)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er auf dem Ölberg saß&#039;&#039; vs. &#039;&#039;Als er sich auf den Ölberg setzte&#039;&#039; - εἰς wird hier verwendet wie ἔν; daher ist es nicht direktional, sondern lokativisch zu übersetzen. Auch dies ist typisch für den markinischen Stil (vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Turner 1924b, S. 19), aber kein „markinischer Semitismus“, da es sich auch sonst häufiger in der Koine findet (Kleist 1937, S. 225).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ölberg gegenüber dem Tempel, fragte[n] ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas alleine&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allein&#039;&#039; übersetzt κατ’ ἰδίαν. Dieser Ausdruck versprachlicht hier das Motiv der Privatoffenbarung / Sonderoffenbarung Jesu an seine Jünger (Witherington 2001, S. 439); in der LF sollte man zu etwas greifen wie „als sie allein/für sich waren“.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} „{Sag uns:}&amp;lt;ref&amp;gt;Die Redeeinleitung Εἰπὸν ἡμῖν &#039;&#039;sage uns&#039;&#039; dient im NT häufiger nur als Bitte um eine Antwort (z.B. [[Matthäus 22#s17 |Mt 22,17]]; [[Lukas 20#s20 |Lk 20,2]]; [[Lukas 22#s67|22,67]] u.ö.); im Deutschen entspricht dem funktional eher eine uneingeleitete Frage.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wann wird dies&amp;lt;ref name=&amp;quot;Demonstrativ&amp;quot;&amp;gt;Die Referenz der Demonstrativpronomen ταῦτα &#039;&#039;dies&#039;&#039; und ταῦτα πάντα &#039;&#039;all dies&#039;&#039; sind in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; sein? Und was [wird sein] das Zeichen [dafür], wann dies alles&amp;lt;ref name=&amp;quot;Demonstrativ&amp;quot; /&amp;gt; bestimmt ist (im Begriff ist)&amp;lt;ref&amp;gt;μέλλῃ bedeutet sowohl „im Begriff sein“ (als Ausdruck für die nahe Zukunft) als auch „vorherbestimmt sein“ (EWNT II, S. 994: „Schließlich kann μ. die im göttlichen Ratschluß begründete Notwendigkeit eines Geschehens und damit dessen sicheres Eintreten ausdrücken.“). Die Übersetzungen variieren daher; z.B. Jantzen: „wann das alles &#039;&#039;im Begriff ist&#039;&#039;, vollendet zu werden“ vs. SLT: „wann dies alles vollendet werden &#039;&#039;soll&#039;&#039;.“ Weil „dies alles“ vermutlich auf eschatologische Geschehnisse verweist (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]), ist hier die zweite Bedeutung wahrscheinlicher.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu geschehen (vollendet zu werden, zu enden)&amp;lt;ref&amp;gt;συντελέω &#039;&#039;vollenden&#039;&#039; wird meist apokalyptisch gedeutet; s. z.B. EWNT III, S. 742. Matthäus macht dies explizit: [[Matthäus 24#s3 |Mt 24,3]] τί τὸ σημεῖον τῆς σῆς παρουσίας καὶ συντελείας τοῦ αἰῶνος &#039;&#039;Was [wird sein] das Zeichen für deine Wiederkunft&#039;&#039; (παρουσία, =&#039;&#039;Parusie&#039;&#039;) &#039;&#039;und für das Ende&#039;&#039; (συντελεία) &#039;&#039;der Welt{zeit}?&#039;&#039;. Aus stilistischen Gründen sollte es dennoch nicht mit „enden“ oder „vollenden“ übersetzt werden. Gleich, worauf man „dies alles“ beziehen muss: Weder von der „Zerstörung des Tempels“ noch vom „Ende der Welt“ (so die beiden geläufigsten Interpretationen des „dies alles“) noch vom „Auftreten des Antichristen“ (s. im [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]) würde man im Deutschen sagen, sie würden „enden“ oder „sich vollenden“, sondern: sie werden „geschehen“ - und auch dies gehört zur Grundbedeutung von συντελέω; vgl. z.B. [http://www.biblestudytools.com/lexicons/greek/nas/sunteleo.html Thayer]&amp;lt;/ref&amp;gt;?“{{par|Daniel|8|13}}{{par|Daniel|12|6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und Jesus sagte zu ihnen ({begann}, zu ihnen zu sagen)&amp;lt;ref&amp;gt;Höchstwahrscheinlich pleonastisches ἄρχομαι - eine Stileigentümlichkeit des Mk (vgl. Doudna 1961, S. 51ff.; Kleist 1937, S. 205; Pryke 1978, S. 79ff.; Reiser 1983, S. 45): &#039;&#039;Beginnen&#039;&#039; wird redundant gesetzt und kann in der Übersetzung ausgespart werden, indem der Infinitiv stilistisch besser als Vollverb übersetzt wird. Vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Gaston 1970, S. 13; dagegen Dschulnigg 2007, S. 338; allerdings ohne Begründung.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Habt acht (seht zu)&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt;, dass euch niemand irreführt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}}  [Denn] es werden viele unter meinem Namen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name&amp;quot;&amp;gt;Auch diese beiden strittigen Sätzchen werden von Cranfield 1959, S. 395 gut in ihre möglichen Bedeutungen aufgedröselt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„ἐπὶ τῷ ὀνόματί μου [&#039;&#039;unter meinem Namen&#039;&#039;] ist am natürlichsten zu deuten als (i) &#039;sie berufen sich auf mich als Autorität&#039;, aber es kann auch bedeuten (ii) &#039;Sie schreiben sich selbst den Messias-titel zu, der rechtmäßig &#039;&#039;mir&#039;&#039; gebührt.&#039; [...] Die Worte λέγοντες ὅτι Ἐγώ εἰμι [&#039;&#039;die sagen: Ich bin [es]&#039;&#039;] sind ähnlich mehrdeutig. Sie könnten bedeuten (a) &#039;die sagen „Ich bin“&#039; - d.h. sie behaupten, der Messias zu sein (vgl. [[Johannes 4#s26 | Joh 4,26]] und Matthäus&#039; hierige Ergänzung von ὁ χριστός [=der Christus], [[Matthäus 24#s5 | Mt 24,5]]) [...], (b) &#039;die sagen „Ich bin es“&#039;, also ganz ähnlich wie (a), aber mit Fokus auf der Idee der Gegenwart des Messias; (c) &#039;die sagen, dass ich es sei&#039; - d.h., die sagen, dass ich (Jesus) gekommen wäre [...], (d) &#039;die sagen, dass ich (Jesus) (der Christus) bin&#039; - das aber kann man ausschließen, denn das wäre ja keine Irreführung; (e) &#039;die sagen, dass sie ich seien&#039; - in dem Sinne, dass Betrüger behaupten, Jesus zu sein.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Abstand am wahrscheinlichsten (und auch die Mehrheitsmeinung) ist die Kombination von (ii) und (a), denn die beiden Sätze interpretieren sich gegenseitig: die zweite Aussage ist eine Identitätsproklamation („Ich bin X“), und dieses „X“ ist zu füllen durch ἐπὶ τῷ ὀνόματί μου &#039;&#039;unter meinem Namen&#039;&#039;, also „unter Inanspruchnahme des Messiastitels, der rechtmäßig mir gebührt“ (vgl. gut Kmiecik 1997, S. 42; Pesch 1977, S. 279). Sinngemäß bedeutet der Vers also: „Denn es werden viele kommen und behaupten, der Messias zu sein - dabei bin das doch in Wirklichkeit ich!“, oder einfach „Viele Messiasprätendenten werden auftreten“.&amp;lt;/ref&amp;gt; kommen und sagen: ‚Ich bin [es]!‘&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name&amp;quot; /&amp;gt;, und sie werden viele irreführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Wenn ihr {aber} (Ihr dagegen: Wenn ihr)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot;&amp;gt;Eigentümlich für den markinischen Stil - dennoch aber gut Griechisch (die Konstruktion findet sich z.B. auch bei Plutarch und Thukydides) - ist, dass gelegentlich Konjunktionen nicht in ihrer Konjunktions-bedeutung verwendet werden, sondern bloß als Trennungszeichen von Sätzen und Textabschnitten fungieren (vgl. z.B. Reiser 1983, S. 99f.160f). Diese Konjunktionen und Partikeln sind im Deutschen oft besser auszusparen. Dazu gehören in Kap. 13:&lt;br /&gt;
* V. 7: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - denn V. 7 ist integraler Bestandteil des Abschnitts Vv.5-8, vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._5-8:_Abschnitt_1 Kommentar] (gegen Mateos 1987, S. 201f., der denkt, δέ würde hier die &#039;&#039;vielen&#039;&#039;, die sich täuschen lassen (V. 6) mit den Jüngern, die sich eben nicht täuschen lassen sollen (V. 7), konstrastieren (daher obige Alternative „ihr dagegen: wenn ihr“). Die kontrastierende Funktion wäre dann wahrscheinlich (und in der Tat eine schöne Deutung), wenn auch &#039;&#039;ihr&#039;&#039; in V. 7 durch ein Pronomen ausgedrückt wäre; bei bloßer 2.Person Plural aber nicht).&lt;br /&gt;
* V. 9: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - Zum Textabschnitte einleitenden δέ vgl. [http://www.books.google.de/books?id=CrkeAAAAIAAJ&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA59#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Thrall 1962, S. 59]&lt;br /&gt;
* V. 17: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - V. 17 ist ein apokalyptischer Klageruf, der gattungstypisch semantisch nicht mit dem umliegenden Text zusammenhängt.&lt;br /&gt;
* V. 23: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_13#note_bd Fußnote bd].&lt;br /&gt;
* V. 24: ἀλλά - V. 24 wird gern kommentiert mit: „Mit „aber“ [...] wird die große Wende eingeleitet“ (Gnilka 1978, S. 200) o.Ä. Es sollte hier aber nicht zu viel von ἀλλά abgeleitet werden - zwar beginnt hier in der Tat ein neuer Textabschnitt (s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13 Kommentar]), aber die Kontinuität mit dem vorangehenden Abschnitt ist doch gewährleistet durch ἐν ἐκείναις ταῖς ἡμέραις &#039;&#039;in jenen Tagen&#039;&#039; (schon V. 17) und μετὰ τὴν θλῖψιν &#039;&#039;nach jener Drangsal&#039;&#039; (vgl. V. 19). vgl. auch Mateos 1987, S. 331. Ebenso wie δέ in Vv. 14.28 fungiert hier ἀλλά als Abschnittstrenner.&lt;br /&gt;
* V. 28: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039;; denn es gibt nichts vorangehendes, womit durch δέ kontrastiert werden könnte. vgl. auch Mateos 1987, S. 374; [http://www.books.google.de/books?id=CrkeAAAAIAAJ&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA59#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Thrall 1962, S. 59]&lt;br /&gt;
* V. 37: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; hebt den letzten Vers als abschließendes Fazit vom vorangehenden Textteil ab.&lt;br /&gt;
Zu ἀλλά vgl. noch [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%E1%BC%80%CE%BB%CE%BB%CE%AC Pape 100]; zu δέ Muraoka, S. 140.&amp;lt;/ref&amp;gt; von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, erschreckt nicht, [denn] es muss geschehen, doch [es ist] noch nicht das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Erheben wird sich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot;&amp;gt;Verb in Satzspitzenstellung als eine für Prophezeiungen typische emphatische Ausdrucksstellung; vgl. Reiser 1983, S. 94. Dieses Stilmittel parallelisiert Vv. 8.12.19.22, die ohnehin strukturell parallel fungieren (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13&amp;amp;section=2 Kommentar, FN b]). Im Deutschen sollte dies nicht nachgeahmt, sondern zu einem stilistischen Äquivalent gegriffen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; nämlich (denn)&amp;lt;ref&amp;gt;Meist: &#039;&#039;denn erheben wird sich...&#039;&#039;; besser aber: &#039;&#039;es wird sich nämlich erheben...&#039;&#039; - das γὰρ &#039;&#039;denn&#039;&#039; ist besser als explikatives γὰρ &#039;&#039;nämlich&#039;&#039; zu interpretieren; vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._5-8:_Abschnitt_1 Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; Volk gegen Volk und Reich gegen Reich, Erdbeben werden sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; stellenweise (mancherorts), geben wird es&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Hungersnöte. [Der] Anfang der Wehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Anfang der Wehen&#039;&#039; - apokalyptische Formel, die v.a. in der rabbinischen Literatur gebräuchlich ist. Die &#039;&#039;(Geburts-)wehen&#039;&#039; stehen für die Zeit der Not, die vor dem Einbruch der schönen Endzeit ertragen werden müssen (so fast alle Kommentare)&amp;lt;/ref&amp;gt; [ist] dies. {{par|2Chronik|15|6}}{{par|Jesaja|13|13}}{{par|Jesaja|19|2}}{{par|Jesaja|26|17}}{{par|Joel|2|10}}{{par|Johannes|16|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Nehmt euch in Acht (Blickt auf euch selbst)!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Man wird euch (sie werden)&amp;lt;ref name=&amp;quot;impersonaler Plural&amp;quot;&amp;gt;impersonaler Plural; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Turner 1924a, S. 382. Pryke 1978, S. 107 hält es hier für ein Passivsubstitut, aber das ist angesichts der direkt folgenden Passivformen nicht sehr wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; ausliefern&amp;lt;ref&amp;gt;παραδίδωμι &#039;&#039;ausliefern&#039;&#039; wird im Mk neben den Vorkommen in Mk 13 nur zweimal nicht von der Passion Jesu gesagt; es ist also eine Vokabel aus der Passionstheologie - die Überlieferung der Jünger Jesu wird parallelisiert mit der „eschatologisch[en] Preisgabe des Menschensohns an die Menschen“ (EWNT III, S. 46; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Thüsing 2011, S. 111).&amp;lt;/ref&amp;gt; an Synhedrien&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort συνέδριον kennt man sonst v.a. aus der Passionserzählung; er bezieht sich dort in der Einzahl auf den Sanhedrin, den jüdischen Hohen Rat. Die hierige Mehrzahl συνέδρια dagegen legt nahe, dass von kleineren jüdischen Lokalgerichten die Rede ist; vgl. ThW VII, S. 864f. - es folgen also auf die zwei jüdischen Instanzen „Synhedrien“ und „Synagogen“ die zwei nicht-jüdische Instanzen „Statthalter“ und „Könige“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Synagogen&amp;lt;ref&amp;gt;εἰς kann in der Koine verwendet werden wie ἔν und umgekehrt; abhängig davon ließe sich der Satz auflösen als (i) „Man wird euch ausliefern, in Synhedrien und Synagogen werdet ihr geprügelt werden“ (so z.B. Cranfield 1959, S. 397; Pesch 1977, S. 183; Turner 1924b, S. 19), (ii) „Man wird euch an Synhedrien und Synagogen ausliefern, ihr werdet geprügelt werden“ (so Mateos 1987, S. 236) oder (iii) „Man wird euch ausliefern an Synhedrien, in Synagogen werdet ihr geprügelt werden“ (so die Mehrheit). Angesichts der parallelen Konstruktion von εἰς συνέδρια und εἰς συναγωγὰς mit εἰς wird man wohl Mateos (=ii) zustimmen müssen. Dies erleichtert auch das Verständnis vom „Prügeln“, denn obwohl die Prügelstrafe u.a. auch von Lokalgerichten und Synagogen verhängt werden durfte, wäre ein Prügeln &#039;&#039;in&#039;&#039; Synagogen doch eher ungewöhnlich.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ihr werdet geprügelt werden und ihr werdet meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, ihnen zum Zeugnis&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung dieses Nachsatzes ist etwas unklar. (1) ist nicht klar, ob αὐτοῖς &#039;&#039;ihnen&#039;&#039; sich auf die Statthalter und Könige bezieht oder auf die Auslieferer, Prügler, Statthalter und Könige, (2) lässt sich aus V. 9 allein nicht erkennen, worauf das &#039;&#039;ihnen zum Zeugnis&#039;&#039; sich eigentlich beziehen soll. Die Mehrheitsmeinung bei der Interpretation von &#039;&#039;V. 10&#039;&#039; ist aber, dass er parenthetisch das &#039;&#039;ihnen zum Zeugnis&#039;&#039; auslegt und &#039;&#039;Zeugnis&#039;&#039; also auf die „Verkündigung“ zu beziehen ist; und da man durch Ausgeliefert-werden und Geprügelt-werden keinen direkten Beitrag zur Verkündigung leistet, bedeuten Vv. 9c.10 wohl sinngemäß: „Ihr werdet meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, um ihnen zu verkündigen; denn erst muss auf der ganzen Welt das Evangelium verkündigt werden.“&amp;lt;/ref&amp;gt; -{{par|Markus|1|44}}{{par|Markus|6|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} denn (und, aber)&amp;lt;ref&amp;gt;Kausales καὶ; vgl. Reiser 1983, S. 127; Wilckens.&amp;lt;/ref&amp;gt; zuerst&amp;lt;ref&amp;gt;recht sicher i.S.v. „vor dem Ende“&amp;lt;/ref&amp;gt; muss das Evangelium bei ({bei})&amp;lt;ref&amp;gt;εἰς wird hier verwendet wie ἔν; vgl Cranfield 1959, S. 199; Turner 1924b, S. 20&amp;lt;/ref&amp;gt; allen Völkern verkündigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und wenn man euch abführt (sie euch abführen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;impersonaler Plural&amp;quot; /&amp;gt;, um euch auszuliefern&amp;lt;ref&amp;gt;final aufgelöstes [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adverbiales Partizip], so auch Schenke 2005, S. 290 („zur Auslieferung vorführen“); vgl. auch Mateos 1987, S. 237. Auch Jantzen u.a. Üss. Die Jünger sollen sich &#039;&#039;im Vorfeld&#039;&#039; ihres Ausgeliefert-werdens keine Sorgen machen. So stimmt es ja auch zusammen mit &#039;&#039;προ&#039;&#039;μεριμνᾶτε &#039;&#039;sorgt euch nicht im Voraus&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sorgt euch nicht im Voraus, was ihr sagen sollt, sondern das, was (was auch immer) euch in jener Stunde eingegeben (gegeben)&amp;lt;ref&amp;gt;theologischer Passiv, eigentlich also besser „das, was Gott euch in jener Stunde eingeben wird“. Vgl. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 151&amp;lt;/ref&amp;gt; werden wird, das sagt! Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} {Und} Ausliefern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; wird ein Bruder [seinen] Bruder in den Tod und ein Vater [sein] Kind, und erheben werden sich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Kinder gegen [ihre] Eltern und töten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; werden sie sie.{{par|Micha|7|2}}{{par|Micha|7|6}}{{par|Sacharja|13|3}}{{par|Matthäus|10|35}}{{par|Lukas|12|52}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}}Und ihr werdet von allen gehasst werden wegen meines Namens (um meinetwillen, wegen mir)&amp;lt;ref&amp;gt;wie im Hebräischen dient auch in der Koine &#039;&#039;Name&#039;&#039; als Wechselbegriff für den Namensträger, also &#039;&#039;wegen meinem Namen&#039;&#039; = &#039;&#039;wegen mir&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der aber, der bis zum Ende&amp;lt;ref&amp;gt;(i) Die Mehrheitsmeinung - der auch hier zuzustimmen ist - ist, dass das &#039;&#039;Ende&#039;&#039; sich auf das Eschaton, das Ende der Zeit, bezieht. Daneben hat (ii) Cranfield 1959, S. 401 die Bedeutung &#039;&#039;völlig, komplett&#039;&#039; vorgeschlagen; (iii) Ernst 1963, S. 377f. hält es für doppelsinnig und bezieht es neben dem Eschaton auch auf das Lebensende jedes einzelnen Jüngers. (ii) ist sehr unwahrscheinlich - die Wiederholung der in V.7 deutlich eschatologisch verwendeten Vokabel ist zu auffällig für diese Interpretation. (iii) ist möglich, aber aus dem selben Grund nicht sehr wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; standhaft bleibt (dies erduldet)&amp;lt;ref&amp;gt;ὑπομένω steht nicht nur für &#039;&#039;ausharren&#039;&#039; i.S.v. &#039;&#039;warten&#039;&#039;, sondern - bes. hier - für das Ertragen und Erdulden von Leiden; vgl. EWNT III, S. 968&amp;lt;/ref&amp;gt;, wird gerettet werden.{{par|Daniel|12|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Wenn ihr dann aber den Gräuel der Verwüstung&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot;&amp;gt;Vers 14 ist völlig rätselhaft. Rätselhaft ist (1) der Ausdruck βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως, der standardmäßig übertragen wird mit &#039;&#039;Gräuel der Verwüstung&#039;&#039;; etwas rätselhaft ist (2) der Wechsel vom Neutrum βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως zum Maskulinum ἑστηκότα &#039;&#039;, der steht&#039;&#039; und rätselhaft ist außerdem (3) die Ortsangabe ὅπου οὐ δεῖ, die standardmäßig übertragen wird mit &#039;&#039;wo er nicht darf&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(i) Die Standard-Interpretation ist diese: (1) βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως ist ein Verweis auf [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]]; [[Daniel 11#s31 |11,31]]; [[Daniel 12#s11 |Dan 12,11 LXX]]; [[1Makkabäer 1#s54 |1Makk 1,54]]. In den alttestamentlichen Texten ist die Entsprechung {{hebr}}שִׁקּוּץ שֹׁמֵם{{hebr ende}}. Das hebräische {{hebr}}שִׁקּוּץ{{hebr ende}} ist eine verächtliche Bezeichnung für Götzen und Götzenkulte (Ges18, S. 1381f) und {{hebr}}שֹׁמֵם{{hebr ende}} ist ein Verbaladjektiv mit der Bedeutung &#039;&#039;verwüstend&#039;&#039; (Ges18, S. 1380) - also rein lexikalisch &#039;&#039;der verwüstende Götze&#039;&#039; oder &#039;&#039;der verwüstende Götzenkult&#039;&#039;. Historisch macht diese Übersetzung Sinn, denn in den besagten Texten ist wohl die Rede von der Statue des Zeus, die Antiochus Epiphanes 168 v.Chr. im Tempel aufstellen ließ. Das griechische βδέλυγμα dagegen bezeichnet meist allgemein &#039;&#039;das, was Gott ein Gräuel ist&#039;&#039; (EWNT I, S. 502) und das griechische τῆς ἐρημώσεως wäre entsprechend dem Hebräischen zu deuten als Genitiv des Produkts, also &#039;&#039;das Gräuel, das Verwüstung hervorbringt&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Weil diese von Daniel übernommene &#039;&#039;Neutrum&#039;&#039;-Phrase modifiziert wird vom &#039;&#039;maskulinischen&#039;&#039; Partizip ἑστηκότα &#039;&#039;der steht&#039;&#039;, heißt es meist, dass V. 14a &#039;&#039;ad sensum&#039;&#039; konstruiert sei und man deshalb bei βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως an eine Person denken müsse, nämlich den Antichristen - was gut mit der Konnotation „Götze“ des Hebräischen zusammenstimmt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) ὅπου οὐ δεῖ &#039;&#039;wo er nicht darf&#039;&#039; weiterhin wird meist mit [[Matthäus 24,15 |Mt 24,15]] bezogen auf den Tempel, also sinngemäß: „Wenn der Antichrist im Tempel auftaucht“, was außerdem zusammenstimmt mit [[2Thessalonicher 2,3|2Thess 2,3ff]]: „Zuerst muss der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt.“ (EÜ)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(ii) Exegeten wie Pesch 1977, Schenke 2005 und Thüsing 2011 denken bei βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως nicht an den Antichristen, sondern an zeitgeschichtliche Geschehnisse zur Zeit des jüdischen Krieges. Pesch lässt die genaue Referenz offen, da sie nicht genau bestimmt werden könne; Schenke denkt an die Schreckensherrschaft der Zeloten im Tempel ab 65/66 n.Chr. und Thüsing an die römischen Feldzeichen, die die Römer nach der Eroberung Jerusalems im Tempel aufstellten und auf denen Götzenbilder abgebildet seien. Diese Interpretation hat aber die grammatische Schwierigkeit die ad-sensum-Konstruktion (s.o. unter (2)); v.a. aber fügt sie sich schlecht in den Kontext des Abschnitts, denn spätestens V. 19 macht ja deutlich, dass hier eben nicht an „zeitgeschichtliche Ereignisse gedacht wird“ (Pesch), sondern an apokalyptische Geschehnisse (vgl. auch [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._14-20:_Abschnitt_3 Kommentar]). Weil Interpretation (ii) außerdem noch eine Minderheitenmeinung ist, wird man durchaus Interpretation (i) den Vorzug geben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; stehen&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot; /&amp;gt; seht, wo er nicht [stehen] soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot; /&amp;gt; – der Leser sei aufmerksam!&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung dieser Parenthese ist in der Exegese umstritten. Die unterschiedlichen Interpretationen hängen v.a. daran, auf wen &#039;&#039;Leser&#039;&#039; bezogen wird. Vorgeschlagen wurden, dass es sich beziehe&lt;br /&gt;
# auf den Leser eines hypothetischen apokalyptischen Flugblattes, das als (eine der) Vorlage(n) von Mk 13 angenommen wird - diese Position ist sehr verbreitet, dennoch sehr unwahrscheinlich. Denn es ist schwer vorstellbar, dass es dem Redaktor des Mk nicht aufgefallen sein sollte, dass sich die Parenthese - die sich an einen Leser und nicht an mehrere Hörer richtet - so überhaupt nicht in die Kommunikationssituation der eschatologischen Mahnrede Jesu fügt und sie daher mitübernommen habe.&lt;br /&gt;
# auf den Hörer bei der öffentlichen Verlesung des Markusevangeliums, dem die Wichtigkeit des Gräuels der Verwüstung noch einmal unterstrichen werden soll - aber dieser &#039;&#039;Hörer&#039;&#039; ist ja dann kein „Leser“.&lt;br /&gt;
# auf den Vorleser des Markusevangeliums bei der öffentlichen Verlesung; die Parenthese sei dann nicht dazu gedacht, laut vorgelesen zu werden, sondern sei eine Notiz für den Vorleser, die eben beschriebene ad-sensum-Konstruktion richtig vorzulesen (vgl. Best 1989, S. 128-30, der die Parenthese dann auch konsequent in seiner Übersetzung ausspart. Dagegen aber gut Collins 2009, S. 545f.)&lt;br /&gt;
# auf die vier Jünger, die die von [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]]; [[Daniel 11#s31 |11,31]]; [[Daniel 12#s11 |12,11]] übernommene Prophezeiung richtig - d.h. im Lichte der Prophezeiung Jesu (Perkins 2006, S. 104) - verstehen sollen, wenn sie sie lesen.&lt;br /&gt;
(4) ist am Wahrscheinlichsten, daher noch einige Worte dazu. Zunächst: „Leser des Danielbuches“ als Bedeutung von „Leser“ liegt schon deshalb nahe, da ἀναγινώσκω im Mk ausschließlich für das Lesen im AT verwendet wird (vgl. z.B. Pryke 1978, S. 57f). Vgl. außerdem die Parallelstelle [[Matthäus 24#s15 |Mt 24,15]], wo der Verweis auf das Danielbuch expliziert wird. Dann: Vergleichbare Aufforderungen finden sich auch in anderen Prophezeiungen; vgl. bes. [[Daniel 9#s23 |Dan 9,23]].[[Daniel 9#s25 |25]] (also dem direkten Kontext von [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]], von wo Jesus mutmaßlich die Prophezeiung des „Gräuels der Verwüstung“ übernommen hat); auch [[Offenbarung 13#s9 |Offb 13,9]].[[Offenbarung 13#s18 |18]]; [[Offenbarung 17#s9 |17,9]] (Stellen nach Pesch 1977, S. 292). Auch ist es nicht (sehr) problematisch, dass die Jünger hier in der 3. Person (&#039;&#039;der Leser&#039;&#039; statt &#039;&#039;ihr Leser&#039;&#039;) angesprochen werden; es finden sich im Mk häufiger Anreden an Zuhörer, die Jesus in 3. Person angespricht (s. [[Markus 4#s9 |Mk 4,9]].[[Markus 4#s23 |23]]; [[Markus 8#s34 |8,34]]; vgl. Perkins 2006, S. 101f). Sinngemäß wäre dann also zu übersetzen: „Ihr Leser, gebt gut acht“ oder „Beim Lesen seid verständig“.&amp;lt;/ref&amp;gt; –, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen&amp;lt;ref&amp;gt;Das Motiv der Flucht ins Gebirge ist ein häufigeres Motiv; vgl. z.B. [[1Makkabäer 2#s28 |1Makk 2,28]] (s. z.B. Gnilka 1978, S. 195f); umgekehrt kennt man auch das Motiv der Flucht aus dem Umland in die Hauptstadt, vgl. z.B. [[Jeremia 4#s1 |Jer 4,1]]ff. (s. z.B. Pesch 1977, S. 292).&amp;lt;/ref&amp;gt;;{{par|Genesis|19|17}}{{par|Jeremia|4|29}}{{par|Daniel|9|27}}{{par|Daniel|11|31}}{{par|Daniel|12|11}}{{par|1Makkabäer|1|54}}{{par|1Makkabäer|2|28}}{{par|2Thessalonicher|2|4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} wer auf dem Dach [ist],&amp;lt;ref&amp;gt;Das altjüdische Haus hatte ein von außen begehbares Dach (eine schöne Darstellung findet sich im [http://books.google.de/books?id=frwjqZSN4oUC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA9#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Kregel Pictorial Guide to Everyday Life in Bible Times]), das man vor allem in der Freizeit benutzte (z.B. um zu schlafen). Für die LF würde ich „Dachterrasse“ vorschlagen (so auch NeÜ; ähnlich KAM: „Terrasse“. Gut auch KNO: „Flachdach“)&amp;lt;/ref&amp;gt; soll nicht ({weder})&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;nicht hinabsteigen, um hineinzugehen&#039;&#039; vs. &#039;&#039;weder herabsteigen noch hineingehen&#039;&#039; - Natürlich muss der auf dem Dach hinabsteigen, um in die Berge fliehen können; μηδὲ hat daher hier negative finale Bedeutung (vgl. Smyth 2193b). Die Satzstruktur lässt sich nicht in die LF übernehmen, man muss zu etwas greifen wie „Wer auf dem Dach ist, soll sich nicht erst noch &amp;lt;s&amp;gt;hinuntersteigen, um&amp;lt;/s&amp;gt; ins Haus gehen, um sich etwas zu holen“&amp;lt;/ref&amp;gt; hinabsteigen, um ({noch})&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot; /&amp;gt; hineinzugehen (hineingehen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot; /&amp;gt;, um etwas aus seinem Haus zu holen;{{par|Ezechiel|7|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;soll sich nicht zurückwenden nach zurück&#039;&#039;; gemeint ist sicher „nach Hause zurückkehren“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um sein Obergewand zu holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} {Aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; Wehe denen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wehe denen&#039;&#039;: Gattungstypische Einleitung eines apokalyptischen Klagerufs (vgl. z.B. [[Offenbarung 18#s16 |Offb 18,16]].[[Offenbarung 18#s19 |19]]); das Schicksal der „schwächsten Glieder der Fluchtgeneration“ (Ernst 1963, S. 381) - der Schwangeren und Stillenden - wird in Form einer Weheruf-parenthese beklagt. Das beste Äquivalent wäre eine Übertragung ähnlich der von BB („Wie schrecklich wird diese Zeit für die Frauen sein, die gerade ein Kind erwarten oder stillen!“) und NGÜ („Wie schwer werden es die Frauen haben, ...!“).&amp;lt;/ref&amp;gt;, die in jenen Tagen&amp;lt;ref name=&amp;quot;in jenen Tagen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;in jenen Tagen&#039;&#039;: Stereotype alttestamentliche Phrase, die häufig in eschatologischen Kontexten verwendet wird; s. z.B. [[Jeremia 3#s16 |Jer 3,16]].[[Jeremia 3#s18 |18]]; [[Jeremia 31#s29 |31,29]]; [[Jeremia 33#s15 |33,15]]f.; [[Joel 3#s1 |Joel 3,1]]; [[Sacharja 8#s23 |Sach 8,23]] u.ö.&amp;lt;/ref&amp;gt; schwanger sind oder stillen!{{par|Lukas|23|29}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} {Aber} (Darum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter&amp;quot;&amp;gt;Der Verweis auf den Winter wird meist darauf bezogen, dass der Winter in Palästina die Regenzeit ist und starke Regenfälle die Flucht erschweren. Vielleicht liegt aber wirklich (auch) die Kälte im Fokus: Israel liegt zwar hauptsächlich in einer subtropischen Klimazone, aber in höher gelegenen Regionen - zu denen auch Jerusalem und natürlich erst recht die Berge gehören - kann es winters durchaus so kalt werden, dass es zu Schneefällen kommen kann. Das würde auch erklären, warum V. 16 die Rede vom Mantel ist; vielleicht sollte man daher das δὲ besser als kausales δὲ deuten: &#039;&#039;Darum betet, dass es nicht winters geschieht!&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Betet, dass es nicht während des Winters&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter&amp;quot; /&amp;gt; geschieht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Denn es werden sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; jene Tage eine derartige Bedrängnis, wie sie seit Beginn der Schöpfung, die Gott geschaffen hat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;redundant&amp;quot;&amp;gt;redundanter Relativsatz. Kein Semitismus oder Septuagintismus (gegen Cranfield 1959, S. 404); die Konstruktion kennt man auch sonst im Griechischen (vgl. z.B. Chariton, Chaireas und Kallirhoe 7,2,4 τῆς Ἀθηναίων δυστυχίας, ἣν ἐδυστύχησαν ἐν τῷ πολέμῳ τῷ Σικελικῷ &#039;&#039;das Leid der Athener, an dem sie litten im sizilischen Krieg&#039;&#039;); vgl. auch Kleist 1937, S. 143f. „Redundant“ ist eigentlich ungenau; die Konstruktion dient dazu, das durch den Relativsatz modifizierte Satzglied zu spezifizieren; bei Chariton also etwa &#039;&#039;Der Athener Leid &amp;lt;u&amp;gt;während dem sizilischen Krieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;; Mk 13,19 &#039;&#039;seit Beginn von &amp;lt;u&amp;gt;Gottes&amp;lt;/u&amp;gt; Schöpfung&#039;&#039;; Mk 13,20 &#039;&#039;um &amp;lt;u&amp;gt;seiner/der von ihm&amp;lt;/u&amp;gt; Auserwählten willen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis jetzt nicht geschehen ist und niemals geschehen wird&amp;lt;ref&amp;gt;οὐ μὴ + Aorist Konjunktiv: stärkstmögliche griechische Konstruktion zur Negierung eines zukünftigen Geschehnisses; vgl. Wallace, S. 468. Der Vers verdichtet den Topos des Nochniedagewesenen (Pesch 1977, S. 293); vielleicht sollte man in der LF statt zu einer wörtlichen Üs. besser zu einem Äquivalent greifen wie „eine solche Drangsal, wie sie noch nie geschehen ist - früher nicht, heute nicht und nimmermehr!“ oder einfach „eine Drangsal, wie sie die Welt noch nie gesehen hat.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Exodus|11|6}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Daniel|12|1}}{{par|Offenbarung|16|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} {Und} Wenn der Herr nicht die Tage verkürzt hätte,&amp;lt;ref&amp;gt;zum Motiv der verkürzten Zeit vgl. Ernst 1963, S. 381f.: „Die Verkürzung der Zeit ist ein bekanntes Motiv (vgl. 4Esra 4,26; 2Bar 20,1; 1Hen 80,2; Barn 4,3), dessen Wurzeln im Geschichtsverständnis der Apokalyptik liegen. Der Herr hat den Ablauf in einem Plan festgelegt. Auch die Drangsale der Endzeit unterliegen dem unausweichlichen „es muß geschehen“; der Geschichtsdeterminismus ist freilich durch die Rückführung auf den Willen Gottes, der aus Barmherzigkeit die Drangsale verkürzen kann, relativiert.“&amp;lt;/ref&amp;gt; würde absolut niemand&amp;lt;ref&amp;gt;W.: &#039;&#039;nicht ... jedes Fleisch&#039;&#039;; Kombination zweier Septuagintismen; vgl. Cranfield 1959, S. 404; Doudna 1961, S. 105f: &#039;&#039;nicht jeder&#039;&#039; = &#039;&#039;keiner&#039;&#039;; &#039;&#039;jedes Fleisch&#039;&#039; = &#039;&#039;jeder&#039;&#039;, also „absolut keiner“. In Mk 13 ist dies die einzige Stelle, die ich für einen eventuellen Semitismus halten würde. Dahin weist auch, dass κύριος im NT nur in AT-Zitaten oder Nachahmungen des Septuaginta-Stils ohne Artikel verwendet wird; vgl. Mateos 1987, S. 287.&amp;lt;/ref&amp;gt; gerettet werden, doch um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;redundant&amp;quot; /&amp;gt; hat er die Tage verkürzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} {Und} Sagt dann einer zu euch: ‚{Siehe} Hier [ist] der Christus!‘&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siehe&amp;quot;&amp;gt;Bailey 2009, S. 360 hat die beiden Ausrufe sehr gut analysiert: Fokalisiert ist in beiden jeweils der Lokativ (&#039;&#039;Hier&#039;&#039; + &#039;&#039;dort&#039;&#039;); sie sind also konstruiert wie eine Antwort auf die unausgedrückte Frage „Wo ist der Christus?“. ἴδε  fungiert dabei als bloßer Fokuspartikel und sollte im Deutschen ausgespart werden. So jedenfalls wäre der Satz grammatisch zu analysieren. V. 22 macht aber deutlich, dass dieses &#039;&#039;Hier!&#039;&#039; und &#039;&#039;dort!&#039;&#039; auf die verschiedenen Pseudo-christusse verweisen soll; also sinngemäß eher „Dieser hier ist  der Christus!“ und „jener dort ist der Christus!“. Ich denke aber, dass das auch bei wörtlicher Übersetzung klar herauskommt.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder {Siehe} dort [ist er]!&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siehe&amp;quot; /&amp;gt; - glaubt [es] nicht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} denn aufstehen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; werden falsche Christusse und falsche Propheten, und darbieten&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Bedeutung „darbieten“ für δίδωμι vgl. Mateos 1987, S. 288. Einige Hss haben ποιήσουσιν statt δώσουσιν, aber die Kombination von σημεῖον mit ποιέω findet sich sonst nirgends in den synoptischen Evangelien (dafür häufiger in Joh); daher und wegen der weit besseren Bezeugung ist δώσουσιν der Vorzug zu geben.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden sie&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Zeichen und Wunder,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zeichen und Wunder&#039;&#039;: pleonastischer formelhafter Ausdruck. Das Wort τέρας &#039;&#039;Wunder&#039;&#039; wird von den Synoptikern einzig hier und in der Parallelstelle [[Matthäus 24#s24 |Mt 24,24]] verwendet. Auffällig ist, dass es auch im Joh nur einmal ([[Johannes 4#s48 |Joh 4,48]]), ebenfalls in Verbindung mit σημεῖον und scheinbar ebenfalls in abwertender Weise, verwendet wird - „„Wunder“ sind genau das, was man von Gott nicht erwarten darf. Die heidnischen Griechen verstanden unter τέρας meist ein Staunen und Schrecken erregendes, exorbitantes Wunderzeichen, vor allem kosmischer Art [...].“ (Fuller 1969, S. 23). Vielleicht kann man diese Konnotation des Exorbitanten und des Abwertenden besser übertragen durch etwas wie „Mirakel und Wunderwerke“; vielleicht sogar „Mirakel und Spektakel“, aber das geht vielleicht einen Schritt zu weit.&amp;lt;/ref&amp;gt; um – wenn möglich – die Auserwählten zu verführen (irrezuführen)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb ἀποπλανάω hat hier „die Bedeutung eschatologischer Verführung“ (EWNT III, S. 236)&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Deuteronomium|13|2}}{{par|Jeremia|6|13}}{{par|Daniel|11|35}}{{par|Offenbarung|13|13|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} {Ihr aber} (Ihr dagegen)&amp;lt;ref&amp;gt;Auch in V. 23 scheint δὲ nur den Beginn eines neuen Satzes zu markieren. Möglich wäre aber auch dies: Der Einschub εἰ δυνατὸν &#039;&#039;wenn möglich&#039;&#039; in V. 22 könnte theoretisch auch bedeuten &#039;&#039;wo/bei wem immer das möglich ist (=ihnen das gelingt)&#039;&#039;; in diesem Fall würde das δὲ in V. 23 die Jünger mit den Erwählten, bei denen das Irreführen gelingt, kontrastieren. Dann wäre außerdem das πρὸς in V. 22 resultativ zu deuten, also etwa „falsche Christen und Propheten werden Mirakel und Spektakel veranstalten &#039;&#039;und so all jene&#039;&#039; Erwählten verführen, &#039;&#039;bei denen&#039;&#039; es ihnen gelingt. &#039;&#039;Ihr dagegen&#039;&#039;: Achtet auf euch selbst...“ - So aber m.W. niemand und es ist diese Verwendung von εἰ auch eher selten, daher können wir getrost bei der angegebenen Standard-übersetzung bleiben.&amp;lt;/ref&amp;gt; seid achtsam!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Ich habe euch alles vorausgesagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung von πάντα ist in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} {Aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; in jenen Tagen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;in jenen Tagen&amp;quot; /&amp;gt; nach jener Bedrängnis, wird die Sonne verdunkelt werden (sich verfinstern), {und} der Mond wird seinen Schein nicht geben,{{par|Jesaja|13|10}}{{par|Jesaja|24|23}}{{par|Jesaja|34|4}}{{par|Ezechiel|32|7}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Joel|2|10}}{{par|Joel|3|4}}{{par|Joel|4|15}}{{par|Amos|8|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} {und} die Stern werden vom Himmel fallen und die Kräfte&amp;lt;ref&amp;gt;Die δυνάμεις sind in der Bibel mythische kosmische Mächte. Wahrscheinlich ist diese Vorstellung noch ein Reflex aus der Zeit, als die Himmelskörper auch in Israel als göttlich angesehen wurden. In der nachbiblischen Zeit wurden sie als „Engel“ interpretiert (bes. wichtig: Dionysius Areopagita: [http://www.unifr.ch/bkv/kapitel3689.htm CH 8,1]); heute stellen sie in der Engellehre sozusagen „ganz offiziell“ einen der Neun Englischen Chöre: die &#039;&#039;virtutes&#039;&#039;, die dafür verantwortlich sind, in Gottes Auftrag Wunder zu wirken. Vermutlich stammt das Bild noch aus der Apokalypse-Schilderung in [[Jesaja 34#s4 |Jes 34,4]].&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Himmeln (am Himmel) werden erschüttert werden.{{par|Jesaja|34|4}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Offenbarung|6|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und dann wird erscheinen (wird man sehen, werden sie sehen)&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;werden sie sehen&#039;&#039;, aber impersonaler Plural (vgl. z.B. Martin 2009, S. 477), daher besser &#039;&#039;wird &amp;lt;u&amp;gt;man&amp;lt;/u&amp;gt; sehen&#039;&#039;. Noch besser aber: ὁράω im Medium ist ein formelhafter Offenbarungsterminus, der v.a. im Zhg. mit Christi Auferstehung verwendet wird; daher &#039;&#039;wird erscheinen&#039;&#039;. Ähnlich ist ἐρχόμενον in der hierigen Verwendung ein eschatologischer Terminus (s. [[Markus 11#s9 |Mk 11,9]]f; [[Markus  12#s9 |12,9]]; [[Markus 13#s35 |13,35]]; [[Markus 14#s62 |14,62]]; vgl. Kleist 1937, S. 183). Beide beziehen sich also auf die heilbringende Ankunft des Menschensohnes am Ende der Zeit; sehr gut wäre es daher, wenn das Zusammenspiel dieser beiden Vokabeln sich auch lexikalisch in der LF erkennen ließe.&amp;lt;/ref&amp;gt; den in den Wolken kommenden Menschensohn&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot;&amp;gt;Auch &#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039; ist ein eschatologischer Terminus. Außer in [[Markus 2#s10 |Mk 2,10]].[[Markus 2#s28 |28]] verwendet Jesus dieses „biographische Ich-Idiom“ (Schenk 1997) ausschließlich, wenn er von seiner Rolle in Gottes Heilsplan spricht, also der, dass er - der Menschensohn - von den Menschen verworfen, ausgeliefert und getötet werden müsse, dann aber in großer Macht und Herrlichkeit wiederkehren werde. Vgl. besonders gut Danove 2003, S. 23-25. &#039;&#039;Sohn&#039;&#039; in V. 32 ist sehr wahrscheinlich nur eine Kurzform von &#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039;; vgl. z.B. Schenk 1997, S. 84&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit großer Macht&amp;lt;ref&amp;gt;Im Singular (anders als im Plural, V. 25) ist die δύναμις ein Attribut Gottes/Christi und bezeichnet deren (All)Macht.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Herrlichkeit&amp;lt;ref&amp;gt;δόξα ist ein Begriff aus den Theophanietraditionen; es handelt sich um ein sichtbares Attribut des sich offenbarenden Gottes. Wo die Texte Rückschlüsse auf das Wesen der δόξα zulassen, scheint man sich diese Herrlichkeit als eine Art „Lichtglanz“, „Glorie“ vorstellen zu müssen (vgl. ähnlich EWNT I, S. 836). [[Matthäus 24#s27 |Mt 24,27]] und [[Lukas 17#s24 |Lk 17,24]] explizieren das, indem sie die Parusie des Menschensohnes mit einem Wetterleuchten vergleichen: „Wie der Blitz [...] leuchtet, so wird es mit dem Menschensohn/der Ankunft des Menschensohns sein [...].“ In V. 26 bildet es so einen Gegensatz mit der Schilderung der Finsternis in V. 25 und sollte in der LF daher besser mit etwas wie „herrlicher Lichtglanz“ o.Ä. übersetzt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Daniel|7|13}}{{par|Matthäus|16|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und dann wird er die Engel aussenden und die Auserwählten aus den vier Himmelsrichtungen (Winden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Himmelsrichtungen&#039;&#039; - W. „Winde“; zur Bedeutung „Himmelsrichtungen“ vgl. EWNT I, S. 231. Im Hintergrund steht die im Alten Orient häufigere Verortung der (Personifikationen der) vier Winde an die vier Enden der Erde (s. in der Bibel noch [[Offenbarung 7#s1 |Offb 7,1]]; auch [[Ezechiel 37#s9 |Ez 37,9]]; [[Sacharja 6#s1 |Sach 6,1-5]]; für ein Bsp. in der ägyptischen Ikonographie s. z.B. [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/pageview/11625 hier] oder [http://www.ifao.egnet.net/bifao/106/14/ hier], S. 328; jeweils dargestellt durch vier geflügelte Tiere). Damit und dadurch stehen die Winde gleichzeitig für die Himmelsrichtungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels&amp;lt;ref&amp;gt;Eine schwierige Stelle. (i) Die Übersetzung im Fließtext ist die Standard-Deutung. Daneben hat (ii) Kleist 1937, S. 226 vorgeschlagen, dass es sich hier um die Konstruktion der „parallelen Orientierung“ handeln könnte: Zwei zusammenhängende Ortsangaben werden mit der selben Präposition versehen, obwohl sie rein semantisch unterschiedlicher Präpositionen bedürften, also z.B. im Deutschen &#039;&#039;Ich gehe &amp;lt;u&amp;gt;auf&amp;lt;/u&amp;gt; die Stadt auf dem Berg&#039;&#039; statt &#039;&#039;Ich gehe &amp;lt;u&amp;gt;zur&amp;lt;/u&amp;gt; Stadt auf dem Berg&#039;&#039; und im Falle von Mk 13,27 &#039;&#039;Er wird die Auserwählten aus den vier Himmelsrichtungen &amp;lt;u&amp;gt;am&amp;lt;/u&amp;gt; Ende der Erde sammeln zum Saum des Himmels&#039;&#039;. Diese Konstruktion gibt es wohl wirklich, obwohl ws. nicht alle von Kleist gelisteten Stellen derart zu analysieren sind (neben Mk 13,27 nennt er: [[Markus 1#s28 |Mk 1,28]].[[Markus 1#s38|38]].[[Markus 1#s39 |39]]; [[Markus 5#s1 |5,1]].[[Markus 5#s19 |19]]; [[Markus 6#s45 |6,45]].[[Markus 6#s51 |51]].[[Markus 6#s56 |56]]; [[Markus 9#s43 |9,43]]; [[Markus 11#s1 |11,1]].[[Markus 11#s11 |11]]; [[Markus 12#s2 |12,2]]; [[Markus 14#s3 |14,3]].[[Markus 14#s9 |9]]), aber in diesem Fall sollte man besser Schweizer folgen: (iii) Schweizer 1998, S. 150f erklärt die Formulierung &#039;&#039;vom Rand der Erde bis zum Rand des Himmels&#039;&#039; als „eine etwas unlogische Vermischung der beiden Bilder „von einem Rand des Himmels bis zum andern“ ([[Deuteronomium 30#s4 |Dtn 30,4 LXX]], wo vom Sammeln der versprengten Israeliten die Rede ist) und „von einem Rand der Erde bis zum anderen“ ([[Deuteronomium 13#s8 |Dtn 13,8]]).“; sie ist dann als ein etwas schräger Ausdruck für „auf der ganzen Erde“ aufzufassen. [[Matthäus 24#s31 |Mt 24,31]] hat das geglättet; bei ihm heißt es nur noch wie in Dtn 30,4 „von einem Ende des Himmels bis zum andern“. V. 27 ist dann pleonastisch; &#039;&#039;aus den vier Himmelsrichtungen&#039;&#039; und &#039;&#039;auf der ganzen Erde&#039;&#039; beziehen sich beide darauf, dass der Menschensohn seine Auserwählten &#039;&#039;von überall her&#039;&#039; zusammensammeln wird.&amp;lt;br /&amp;gt; Zur Vorstellung vgl. noch Tg Ps-Jon Dt 30,4: „Wenn eure Zerstreuten wären an den Enden des Himmels, so wird euch von dort der Memra Jahves eures Gottes zusammenbringen durch Elias, den Hohenpriester, und euch von dort heranholen durch den König, den Messias.“ (vgl. B/S IV/2. S. 797)&amp;lt;/ref&amp;gt; sammeln.{{par|Deuteronomium|30|3}}{{par|Jeremia|32|37}}{{par|Ezechiel|34|13}}{{par|Ezechiel|36|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Über&amp;lt;ref&amp;gt;zu Ἀπὸ i.S.v. &#039;&#039;über&#039;&#039; vgl. LSJ (Bed. A7)&amp;lt;/ref&amp;gt; den Feigenbaum {aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; lernt (erfahrt) ein Gleichnis: Sobald&amp;lt;ref&amp;gt;zu ὅταν ἤδη i.S.v. &#039;&#039;sobald&#039;&#039; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick.&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Zweige&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;sein Zweig&#039;&#039;; kollektiver Singular&amp;lt;/ref&amp;gt; weich werden &amp;lt;ref&amp;gt;sicher i.S.v. &#039;&#039;Wenn der Saft in die Zweige steigt&#039;&#039; (so z.B. GN, NGÜ). Sehr schön BB: &#039;&#039;Wenn seine Zweige frisch austreiben und Blätter bekommen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe [ist].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} So auch ihr:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot;&amp;gt;Zum Gleichnis vgl. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; wenn ihr dies&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot; /&amp;gt; geschehen seht, erkennt, dass er (es)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot; /&amp;gt; nahe vor den Toren (vor der Tür)&amp;lt;ref&amp;gt;θύραις Dativ Plural kann auch für die einzelne Tür verwendet werden. Wer sich für „die Tür“ entscheidet lässt den Hörer/Leser eher an die Tür eines Hauses denken. Wird der Plural verwendet, wird das Bild von „Stadttoren“ wachgerufen. Deshalb dann besser „vor den Toren“.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist!{{par|Philemon|4|5}}{{par|Offenbarung|3|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Amen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschlecht&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dieses Geschlecht wird nicht vergehen&#039;&#039; heißt höchstwahrscheinlich, dass noch zu Lebzeiten der Zeitgenossen Jesu das Eschaton eintreten wird (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]). Diese mit diesem Begriff bezeichneten Zeitgenossen werden im Mk stets negativ beurteilt (so auch Dschulnigg 2007, S. 348; Gnilka 1978, S. 206; Schenke 2005, S. 299); wahrscheinlich wird man daher V. 30 als Drohwort auffassen müssen (vgl. bes. [[Markus 8#s38 |Mk 8,38]]). Das &#039;&#039;Amen, ich sage euch&#039;&#039; (-&amp;gt;°Amen°) hätte dann hier eine ähnliche Funktion wie im Deutschen ein Drohungen einleitendes „Ich verspreche dir,...“, „ich sag&#039;s dir,...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ich sage euch: Nicht (Keinesfalls)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot; /&amp;gt; wird diese Generation (Geschlecht)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschlecht&amp;quot; /&amp;gt; vergehen, bis dies alles&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung von ταῦτα πάντα &#039;&#039;dies alles&#039;&#039; ist in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; geschehen sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kleist 1937, S. 226 kommentiert wunderbar diesen Vers, indem er seiner Unsicherheit sehr ehrlich Ausdruck verleiht: „&#039;&#039;Werden&#039;&#039; oder &#039;&#039;würden&#039;&#039; vergehen? Werden Himmel und Erde tatsächlich vergehen? Oder vielleicht in diesem Sinn: „Selbst wenn Himmel und Erde (von denen man ja eigentlich meinen würde, dass sie unzerstörbar sind) vergehen würde, würden meine Worte nicht vergehen; d.h. sich nicht als falsch erweisen“?“&amp;lt;br /&amp;gt;Das ist eine schöne Deutung, aber nicht nötig: Die Vorstellung, dass am Ende der Zeit Himmel und Erde vergehen würden, ist ein häufigerer Topos in der Bibel; vg. TRE 30, S. 290: „Die alttestamentlich-apokalyptische Tradition des Untergangs von Sonne, Mond, Sternen, Himmel und Erde fand in den Gerichtsszenen im Neuen Testament (vgl. [[Markus 13#s24 |Mk 13,24-26]]; [[Apostelgeschichte 6#s12 |Apg 6,12-17]]; [[Hebräer 12#s26 |Heb 12,26f.]] [...]) Wiederhall. [...] Am Tag des Herrn vergehen Himmel, Erde und Grundelemente in einem kosmischen Weltenbrand (vgl. [[2Petrus 3#s10 |2Pet 3,10-13]]). Obwohl die Schöpfung, Himmel und Erde (vgl. [[Lukas 16#s17 |Lk 16,17]] [Q]; [[Markus 13#s31 |Mk 13,31]]), diese Welt (vgl. [[1Korinther 7#31 |1Kor 7,31b]]; [[1Johannes 2#17 |1Joh 2,17]]) vergehen werden, wäre das aber nicht das Ende.“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Psalm|89|37|38}}{{par|Jesaja|40|8}}{{par|Jesaja|51|6}}{{par|Jesaja|54|10}}{{par|Matthäus|5|18}}{{par|1_Petrus|1|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Von dem Tag und der Stunde weiß niemand,&amp;lt;ref&amp;gt;Die Formulierung Περὶ τῆς ἡμέρας ἐκείνης &#039;&#039;über jenen Tag&#039;&#039; (περί + Genitiv = &#039;&#039;über&#039;&#039;) klingt so, als wollte Jesus sagen, dass niemand etwas &#039;&#039;über&#039;&#039; die Geschehnisse am Ende der Zeit weiß - was aber keinen Sinn macht, da er ja selbst gerade lang und breit die Geschehnisse am Ende der Zeit referiert hat. Es muss daher gedeutet werden als &#039;&#039;Den Tag oder die Stunde kennt niemand&#039;&#039;, also &#039;&#039;den genauen Zeitpunkt allerdings kennt niemand&#039;&#039;. Vgl. ähnlich Schenke 2005, S. 299: „Antithetisch schließt 13,32 die Terminfrage ab: Über das hinaus, was Jesus angekündigt hat, kann niemand etwas zum Termin der Vollendung sagen. Sie wird sicher und noch vor dem Vergehen dieser Generation kommen, doch den genauen Tag oder gar die Stunde kennt außer Gott niemand, und Gott bewahrt ihn bei sich.“ Das Motiv der Unbekanntheit des genauen Zeitpunktes findet sich auch in 2Bar 21,8 („[Gott], der du [...] ganz allein der Zeiten Schluß vor seiner Ankunft kennst [...]“ (Rießler)) (vgl. Gnilka 1978, S. 207). Vgl. noch V. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt; weder die Engel (Boten)&amp;lt;ref&amp;gt;Sowohl das hebräische {{hebr}}מַלְאָך{{hebr ende}} als auch das griechische ἄγγελος heißt ursprünglich nur „Bote“, wird aber in der Bibel eher selten von menschlichen Boten verwendet, sondern meist von himmlischen Geistwesen, für die sich im Deutschen die Bezeichnung „Engel“ eingebürgert hat. Da sie hier durch „im Himmel“ spezifiziert werden, ist klar, dass dass es sich um letztere handelt. Auch das Motiv des Nichtwissens der Engel findet sich häufiger; vgl. [[1Petrus 1#s12 |1Pet 1,12]]; [[Epheser 3#10 |Eph 3,10]]; 4Esra 4,52 („Er (=der Engel) sprach zu mir: / Zum Teil kann ich die Zeichen dir vermelden, / wonach du fragst. / Doch ward ich nicht gesandt, / von deiner Lebensdauer etwas dir zu sagen. / Ich weiß es selber nicht.“ (Rießler)); vgl. Gnilka 1978, S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Himmel, noch der Sohn&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot; /&amp;gt;, allein der Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} Seid achtsam!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Seid wachsam! - denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt (da) ist.{{par|Matthäus|24|42}}{{par|Lukas|12|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} [Es ist]&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kleist 1937, S. 226: „ὡς ἄνθρωπος: brachylogical; „it is as when...““. Vielleicht aber besser: Vv. 34f. sind ein °Gleichnis°; V. 34 ist dabei die Bild-, V. 35 die Sachhälfte. Vielleicht könnte man daher das ὡς ... οὖν auch deuten als Versprachlichung der Relation von Bild- und Sachhälfte: &#039;&#039;So wie..., so&#039;&#039; (vgl. Louw/Nida 89.50 zu οὖν: „Resultats-marker; impliziert häufig die Konklusion einer Argumentation“ (meine Übersetzung)). Dann also: &#039;&#039;Ebenso, wie wenn ein Mann auf Reisen geht ... und dem Torhüter aufträgt, wachsam zu sein, so sollt auch ihr wachsam sein ...&#039;&#039;. Bisher habe ich aber kein gute Beispiel für ein derart verwendetes οὖν gefunden, daher wird man wohl der Lösung von Kleist den Vorzug geben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie bei einem Mensch auf Reisen, der, als er das Haus verließ und seinen Knechten die Vollmacht gab (ihre Verantwortungen übertrug)&amp;lt;ref&amp;gt;meist: „Vollmacht“; es ist aber zweifellos gemeint, dass jedem Knecht eine bestimmte &#039;&#039;Tätigkeit&#039;&#039; zugewiesen wird (so wird es ja im nächsten Teilvers auch näher spezifiziert). &#039;&#039;Verantwortung&#039;&#039; nach Muraoka, S.255 („authoritative responsibility“); so gut auch BB, EÜ, GN, NeÜ, NGÜ, Zink: „Verantwortung übertragen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adverbiale Partizipien] aufgelöst als temporale Nebensätze. So löst auch Kleist 1937 auf und so ist es viel sinnvoller; denn der Fokus liegt bei dem Gleichnis ja nicht darauf, dass der Hausherr seinen Dienern Tätigkeiten zuweist und unter anderem auch dem Torhüter die Tätigkeit des Wachehaltens; sondern allein die Tätigkeit des Wachehaltens steht im Fokus. Diese Auflösung entbindet auch von der Notwendigkeit, das Gleichnis für eine nicht gelungene Verschmelzung zweier verschiedener Quellen zu erklären, wie z.B. [http://www.digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/goToPage/bsb00051853.html?pageNo=161&amp;amp;prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;context=Luke&amp;amp;hl=scan&amp;amp;mode=simple&amp;amp;rows=10&amp;amp;fulltext=Luke Weder 1978, S. 163] das tut.&amp;lt;/ref&amp;gt; - jedem seine [eigene] Aufgabe - {dabei}&amp;lt;ref&amp;gt;partikularisierendes καὶ: Der Torhüter ist bereits in &#039;&#039;seinen Knechten&#039;&#039; inkludiert; nun wird noch einmal gesondert auf den Torhüter Bezug genommen&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Torhüter gebot, dass er wachsam sei (Wache halte).&amp;lt;ref&amp;gt;Das altjüdische Haus gehörte i.d.R. zu einem ummauerten Häuserverbund mit gemeinschaftlichen Innenhof, dessen vorderer Teil an die Straße reichte. Viele solcher Häuserverbünde hatten hier einen Torhüter postiert; größere und vornehmere Häuserverbünde sogar ein extra Torhäuschen. vgl. z.B. B/S &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} Seid also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt&amp;lt;ref&amp;gt;Der Satz ist spannend, denn er steht sowohl auf der Bildseite als auch auf der Sachseite des Gleichnisses (-&amp;gt;°Gleichnis°) und bezieht sich sowohl auf die &#039;&#039;Rückkehr&#039;&#039; des Hausherrn als auch als die eschatologisch zu verstehende (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_13#note_bg Fußnote bg]) &#039;&#039;Wiederkunft&#039;&#039; des &#039;&#039;Herrn&#039;&#039;, also des Menschensohnes.&amp;lt;/ref&amp;gt; - ob am Abend, zur Mitternacht, zum Hahnenschrei oder im Morgengrauen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abend&#039;&#039;, &#039;&#039;Mitternacht&#039;&#039;, &#039;&#039;Hahnenschrei&#039;&#039; und &#039;&#039;Morgengrauen&#039;&#039; sind die vier Nachtwachenzeiten der Römer (vgl. Thüsing 2011, S. 115); die Zeitangaben passen also ausgesprochen gut zur Aufgabe des Wache-haltens eines Torwächters.&amp;lt;/ref&amp;gt; -{{par|Lukas|12|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} damit er, wenn er plötzlich kommt, euch nicht schlafend vorfindet.{{par|Matthäus|25|5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} Was ich {aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; euch sage, sage ich&amp;lt;ref&amp;gt;sehr gut GN: „Was ich euch gesagt habe, gilt für alle“.&amp;lt;/ref&amp;gt; allen: Seid wachsam!{{par|Apostelgeschichte|20|31}}{{par|1Korinther|16|13}}{{par|1_Petrus|5|8}}“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HHigel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_13&amp;diff=39138</id>
		<title>Markus 13</title>
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		<updated>2023-11-11T10:27:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HHigel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Als er aus dem Tempel ging, sagte einer seiner Jünger zu ihm: „Lehrer! Diese Steine und Gebäude sind großartig!“&lt;br /&gt;
{{L|2}} Da sagte Jesus zu ihm: „Du findest diese Gebäude beeindruckend? Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, alles wird zerstört werden.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} Als er gegenüber vom Tempel auf dem Ölberg saß und alleine waren, fragten ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas:&lt;br /&gt;
{{L|4}} „Wann wird das passieren? Und woran wird man erkennen, dass eintritt, was du gesagt hast?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|5}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Achtet darauf, dass euch niemand irreführt.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Denn es werden viele behaupten: ‚Ich bin Jesus!‘, und sie werden viele Menschen irreführen.&lt;br /&gt;
{{L|7}} Bleibt ruhig, wenn ihr von Kriegen hört, denn es muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.&lt;br /&gt;
{{L|8}} Völker und Staaten werden sich bekämpfen und es wird Erdbeben und Hungersnöte geben. Das ist der Anfang der schlimmen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|9}} Seid vorsichtig! Man wird euch an jüdische Gerichte und Synagogen ausliefern, ihr werdet verprügelt und meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, um ihnen von mir zu erzählen —&lt;br /&gt;
{{L|10}} denn zuerst müssen alle Völker vom Evangelium erfahren.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Und wenn man euch abführt, um euch auzuliefern, macht euch keine Gedanken darüber, was ihr sagen sollt, sondern das, was Gott euch in jener Stunde eingeben wird, dass sagt! Denn nicht ihr redet, sondern der heilige Geist.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Ein Bruder wird seinen Bruder in den Tod und ein Vater sein Kind ausliefern, und Kinder werden sich gegen ihre Eltern erheben und sie töten.&lt;br /&gt;
{{L|13}} Und wegen mir werdet ihr von allen gehasst werden. Wer mir aber bis zum Ende aller Zeiten treu bleibt, der wird gerettet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|14}} Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung stehen seht, wo er nicht stehen soll — der Leser sei aufmerksam! —, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen;&lt;br /&gt;
{{L|15}} wer auf seiner Dachterrasse ist, sollte nicht noch etwas aus seinem Haus holen;&lt;br /&gt;
{{L|16}} und wer auf dem Feld ist, sollte nicht zurück gehen, um sein Obergewand zu holen.&lt;br /&gt;
{{L|17}} Für Schwangere und Stillende wird es besonders schlimm werden.&lt;br /&gt;
{{L|18}} Betet, dass es nicht im Winter geschieht!&lt;br /&gt;
{{L|19}} Denn diese Zeit wird die Schlimmste sein, schlimmer als alles vorher und alles nachher.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Wenn der Herr diese Zeit nicht verkürzt hätte, würde niemand gerettet, doch wegen den Erwählten, die er gewählt hat, hat er diese Zeit reduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|21}} Wenn jemand zu euch sagt: ‚Dieser hier ist Christus!‘ oder ‚Jener dort ist Christus!‘ — glaubt es nicht,&lt;br /&gt;
{{L|22}} denn es werden falsche Christusse und Propheten auftreten und Zeichen und Wunder vollbringen und versuchen, die Erwählten irrezuführen.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Also passt auf, denn ich habe auch alles vorhergesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|24}} Nach dieser schlimmen Zeit wird die Sonne dunkel und der Mond wird nicht mehr scheinen,&lt;br /&gt;
{{L|25}} die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte in den Himmeln werden erschüttert werden.&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und der Menschensohn wird mit großer Macht und Herrlichkeit in den Wolken kommen.&lt;br /&gt;
{{L|27}} Aus allen Teilen der Erde wird er die Erwählten durch seine Engel sammeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|28}} Ein Vergleich ist der Feigenbaum: Wenn er Blätter bekommt wisst ihr, dass es Sommer wird.&lt;br /&gt;
{{L|29}} So wisst ihr auch, wenn das alles passiert, dass es nicht mehr lange dauert.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Wirklich, ich sage euch: Es wird alles vor dem Ende dieser Generation geschehen.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Himmel und Erde sind vergänglich, aber meine Worte gelten ewig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|32}} Wann das geschehen wird, wissen weder die Engel im Himmel, noch der Sohn, sondern nur der Vater.&lt;br /&gt;
{{L|33}} Seid immer bereit! — denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt da ist.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Es ist wie bei einem Menschen, der, bevor er das Haus verlässt um auf Reisen zu gehen, jedem seiner Knechte eine eigene Aufgaben erteilte und dem Torhüter gebot, wachsam zu sein.&lt;br /&gt;
{{L|35}} Seid also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt — ob am Abend, um Mitternacht oder morgens —&lt;br /&gt;
{{L|36}} damit er, wenn er plötzlich kommt, euch nicht schlafend findet.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Was ich euch sage, sage ich allen: Seid wachsam!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} {Und} (Und)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;&#039;&#039;und&#039;&#039;&amp;lt;/s&amp;gt; - καὶ &#039;&#039;und&#039;&#039; hat hier die Funktion, Kap. 13 mit der vorangehenden Szene zu verbinden; vgl. Mateos 1987, S. 80. Im Deutschen setzte man in solchen Fällen keine Konjunktion, daher ist sie in der LF besser auszusparen.&amp;lt;/ref&amp;gt; als er aus dem Tempel hinausging (hinausgeht)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er hinausging&#039;&#039; - Da das Präsens λέγει &#039;&#039;er sagt(e)&#039;&#039;, zu dem der temporale Genitivus absolutus ἐκπορευομένου &#039;&#039;als er hinausgeht/hinausging&#039;&#039; in gleichzeitiger Relation steht, &#039;&#039;historisches&#039;&#039; Präsens ist (s. nächste Fußnote), ist die präsentische Wiedergabe überwörtlich und sollte vermieden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sagte (sagt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; - [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Historisches_Pr%C3%A4sens Historisches Präsens], vgl. Kmiecik 1997, S. 36; Mateos 1987, S. 81&amp;lt;/ref&amp;gt; einer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einer&#039;&#039; Das Zahlwort εἷς &#039;&#039;eins, einer&#039;&#039; steht hier für das Indefinitpronomen τις &#039;&#039;jemand, irgendeiner&#039;&#039;; vgl. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 150. Das ist kein Semitismus; diese Verwendung findet sich z.B. auch bei Aristoteles; vgl. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%CE%B5%E1%BC%B7%CF%82 Pape, S. 738].&amp;lt;/ref&amp;gt; seiner Jünger zu ihm: „Lehrer! {Sieh nur!} (Sieh nur!)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;&#039;&#039;Sieh nur&#039;&#039;&amp;lt;/s&amp;gt; - Der Ausruf insgesamt und das ἴδε &#039;&#039;sieh nur&#039;&#039; speziell sind an dieser Stelle merkwürdig, denn sie kommen aus dem Mund eines Jüngers, der schon mindestens drei Tagen in Jerusalem weilt und nicht etwa gerade zum ersten Mal den Tempel sieht, sondern einen Tempelbesuch &#039;&#039;beendet&#039;&#039; (Lohmeyer 1967, S. 268). Da ἴδε als Redeeinleitung ein stehender Begriff zum Ausdruck von Verwunderung ist (&#039;&#039;ad loc&#039;&#039; z.B. [http://dare.ubvu.vu.nl/bitstream/handle/1871/15504/4727.pdf?sequence=4 Bailey 2009], S. 346; ähnlich Pesch 1977, S. 270), sollte man ihn hier besser als bloße Fokuspartikel interpretieren und unübersetzt lassen oder zu einem deutschen Äquivalent greifen (Bailey z.B. schlägt vor: „such (wonderful) stones!“ (S. 357)). So ja auch in vielen Üss. in V. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Was für Steine und was für Gebäude!&amp;lt;ref&amp;gt;Der Tempel war Teil einer größeren Tempelanlage (für ein Modell vgl. z.B. [http://erwin-reidinger.heimat.eu/HP_Bilder/TempelanlageInJerusalem.pdf Reidinger 2004, S. 13]; daher Plural.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Da (Und) sagte Jesus zu ihm: „Du achtest auf diese großen Gebäude? (Diese Gebäude da?, Siehst/bewunderst du diese großen Gebäude?, Du siehst/bewunderst diese großen Gebäude.)&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot;&amp;gt;βλέπω &#039;&#039;sehen&#039;&#039; ist in Mk 13 ein Leitwort und wird verwendet in Vv. 2.5.9.23.33. V. 2 wird in der Exegese merkwürdigerweise oft separat von den anderen vier Verwendungen abgehandelt (für eine Übersicht und zu den obigen Alternativübersetzungen vgl. gut Cranfield 1959, S. 391f), aber besser ist dies: Gleich, wie genau Jesu &#039;&#039;du siehst diese großen Gebäude&#039;&#039; exakt zu verstehen ist; zusammen mit dem folgenden &#039;&#039;Kein Stein [des Tempels] wird hier auf dem anderen bleiben&#039;&#039; steht es auf jeden Fall dem begeisterten Ausruf des Jüngers entgegen. In Vv. 5.9 lenkt Jesus dann die Aufmerksamkeit der Jünger auf andere Dinge als den Tempel: „Seht &#039;&#039;darauf, dass euch niemand irreführt&#039;&#039;“ resp. „Seht &#039;&#039;auf euch selbst&#039;&#039; [, denn man wird euch anfeinden]“; in V. 33 wird es außerdem in direktem Zusammenhang mit ἀγρυπνέω &#039;&#039;wachsam sein&#039;&#039; verwendet. Folgt man der Logik des Textes, sollte man daher besser deuten: V. 2: &#039;&#039;Achte nicht auf den Tempel, denn kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben&#039;&#039; (oder, näher am Text: &#039;&#039;Was achtest du auf diese großen Gebäude?&#039;&#039;); V. 5: &#039;&#039;Habt Acht, dass euch niemand irreführt!&#039;&#039;, V. 9: &#039;&#039;Nehmt euch in Acht!&#039;&#039;; V. 23: &#039;&#039;Seid achtsam!&#039;&#039;; V. 33: &#039;&#039;Seid achtsam! Seid wachsam!&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht (Keinesfalls)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot;&amp;gt;οὐ μὴ &#039;&#039;(sicher) nicht&#039;&#039; ist eine besonders starke Verneinung, sie dient hier aber nur der Intensivierung, um Jesu Äußerung sprachlich zu markieren als (&#039;&#039;sichere&#039;&#039;) Prophezeiung. Das Deutsche verwendet hierfür andere Konstruktionen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird [hier] gelassen werden Stein auf Stein, der nicht {sicher} (sicher)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot; /&amp;gt; zerstört (herausgebrochen) werden wird.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der nicht zerstört (herausgebrochen) werden wird&#039;&#039; - Dieser Relativsatz wirkt sprachlich etwas merkwürdig (Pesch 1977, S. 271: „überschießend“, „holprig“); seine Deutung hängt ab von der Übersetzung von καταλύω &#039;&#039;lösen, herauslösen, zerstören&#039;&#039;: (i) Von einer großen Mehrheit wird καταλύω gedeutet und übersetzt als „zerstören“. In diesem Fall wäre die Konstruktion in etwa vergleichbar mit einer deutschen Konstruktion à la „Er setzt Stein auf Stein, der groß ist“ - normalerweise würde man nicht erwarten, dass „Stein“ auch noch durch einen Relativsatz erweitert wird. Der Sinn wäre trotzdem klar: Die Aussage, dass kein Stein auf dem anderen gelassen werden würde, wird zusätzlich noch durch die Aussage gesteigert, dass jeder Stein zerstört werden würde. In der LF sollte man dann wohl besser mit zwei Sätzen arbeiten, etwa: „Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben: jeder noch so kleine Stein wird zerstört werden.“  (ii) EWNT II, S. 651 schlägt aber &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; vor: „herausbrechen“. In diesem Fall machte der Satz grammatisch mehr Sinn (- ist aber auch dann grammatisch immer noch etwas ungewöhnlich -), denn dann würden sich Hauptsatz und Relativsatz auf den selben Sachverhalt beziehen: „Hier wird keinesfalls gelassen werden Stein auf Stein, der nicht herausgebrochen werden wird“. Es läge dann ein Fall von &#039;&#039;redundantem Relativsatz&#039;&#039; vor - eine Konstruktion, die man sonst eher aus dem klassischen Griechisch als der Koine kennt (Kleist 1937, S. 143) und die typisch ist für den markinischen Stil (s. allein in diesem Kapitel noch [[Markus 13#s19 |Vv. 19]].[[Markus 13#s20 |20]]) - der ebenso wie wie οὐ μὴ (s.o.) nur der Intensivierung der Aussage dient, also einfach „Kein einziger Stein wird hier auf dem anderen bleiben!“. Ich persönlich (S.W.) würde Möglichkeit (ii) den Vorzug geben, aber da sie meines Wissens noch nicht vorgeschlagen wurde, wird man sich in der LF doch besser für Möglichkeit (i) entscheiden müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt;“{{par|1Könige|9|8}}{{par|Jeremia|26|18}}{{par|Micha|3|12}}{{par|Markus|14|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Als er dann saß (sich setzte) auf dem (den)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er auf dem Ölberg saß&#039;&#039; vs. &#039;&#039;Als er sich auf den Ölberg setzte&#039;&#039; - εἰς wird hier verwendet wie ἔν; daher ist es nicht direktional, sondern lokativisch zu übersetzen. Auch dies ist typisch für den markinischen Stil (vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Turner 1924b, S. 19), aber kein „markinischer Semitismus“, da es sich auch sonst häufiger in der Koine findet (Kleist 1937, S. 225).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ölberg gegenüber dem Tempel, fragte[n] ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas alleine&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allein&#039;&#039; übersetzt κατ’ ἰδίαν. Dieser Ausdruck versprachlicht hier das Motiv der Privatoffenbarung / Sonderoffenbarung Jesu an seine Jünger (Witherington 2001, S. 439); in der LF sollte man zu etwas greifen wie „als sie allein/für sich waren“.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} „{Sag uns:}&amp;lt;ref&amp;gt;Die Redeeinleitung Εἰπὸν ἡμῖν &#039;&#039;sage uns&#039;&#039; dient im NT häufiger nur als Bitte um eine Antwort (z.B. [[Matthäus 22#s17 |Mt 22,17]]; [[Lukas 20#s20 |Lk 20,2]]; [[Lukas 22#s67|22,67]] u.ö.); im Deutschen entspricht dem funktional eher eine uneingeleitete Frage.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wann wird dies&amp;lt;ref name=&amp;quot;Demonstrativ&amp;quot;&amp;gt;Die Referenz der Demonstrativpronomen ταῦτα &#039;&#039;dies&#039;&#039; und ταῦτα πάντα &#039;&#039;all dies&#039;&#039; sind in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; sein? Und was [wird sein] das Zeichen [dafür], wann dies alles&amp;lt;ref name=&amp;quot;Demonstrativ&amp;quot; /&amp;gt; bestimmt ist (im Begriff ist)&amp;lt;ref&amp;gt;μέλλῃ bedeutet sowohl „im Begriff sein“ (als Ausdruck für die nahe Zukunft) als auch „vorherbestimmt sein“ (EWNT II, S. 994: „Schließlich kann μ. die im göttlichen Ratschluß begründete Notwendigkeit eines Geschehens und damit dessen sicheres Eintreten ausdrücken.“). Die Übersetzungen variieren daher; z.B. Jantzen: „wann das alles &#039;&#039;im Begriff ist&#039;&#039;, vollendet zu werden“ vs. SLT: „wann dies alles vollendet werden &#039;&#039;soll&#039;&#039;.“ Weil „dies alles“ vermutlich auf eschatologische Geschehnisse verweist (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]), ist hier die zweite Bedeutung wahrscheinlicher.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu geschehen (vollendet zu werden, zu enden)&amp;lt;ref&amp;gt;συντελέω &#039;&#039;vollenden&#039;&#039; wird meist apokalyptisch gedeutet; s. z.B. EWNT III, S. 742. Matthäus macht dies explizit: [[Matthäus 24#s3 |Mt 24,3]] τί τὸ σημεῖον τῆς σῆς παρουσίας καὶ συντελείας τοῦ αἰῶνος &#039;&#039;Was [wird sein] das Zeichen für deine Wiederkunft&#039;&#039; (παρουσία, =&#039;&#039;Parusie&#039;&#039;) &#039;&#039;und für das Ende&#039;&#039; (συντελεία) &#039;&#039;der Welt{zeit}?&#039;&#039;. Aus stilistischen Gründen sollte es dennoch nicht mit „enden“ oder „vollenden“ übersetzt werden. Gleich, worauf man „dies alles“ beziehen muss: Weder von der „Zerstörung des Tempels“ noch vom „Ende der Welt“ (so die beiden geläufigsten Interpretationen des „dies alles“) noch vom „Auftreten des Antichristen“ (s. im [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]) würde man im Deutschen sagen, sie würden „enden“ oder „sich vollenden“, sondern: sie werden „geschehen“ - und auch dies gehört zur Grundbedeutung von συντελέω; vgl. z.B. [http://www.biblestudytools.com/lexicons/greek/nas/sunteleo.html Thayer]&amp;lt;/ref&amp;gt;?“{{par|Daniel|8|13}}{{par|Daniel|12|6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und Jesus sagte zu ihnen ({begann}, zu ihnen zu sagen)&amp;lt;ref&amp;gt;Höchstwahrscheinlich pleonastisches ἄρχομαι - eine Stileigentümlichkeit des Mk (vgl. Doudna 1961, S. 51ff.; Kleist 1937, S. 205; Pryke 1978, S. 79ff.; Reiser 1983, S. 45): &#039;&#039;Beginnen&#039;&#039; wird redundant gesetzt und kann in der Übersetzung ausgespart werden, indem der Infinitiv stilistisch besser als Vollverb übersetzt wird. Vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Gaston 1970, S. 13; dagegen Dschulnigg 2007, S. 338; allerdings ohne Begründung.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Habt acht (seht zu)&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt;, dass euch niemand irreführt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}}  [Denn] es werden viele unter meinem Namen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name&amp;quot;&amp;gt;Auch diese beiden strittigen Sätzchen werden von Cranfield 1959, S. 395 gut in ihre möglichen Bedeutungen aufgedröselt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„ἐπὶ τῷ ὀνόματί μου [&#039;&#039;unter meinem Namen&#039;&#039;] ist am natürlichsten zu deuten als (i) &#039;sie berufen sich auf mich als Autorität&#039;, aber es kann auch bedeuten (ii) &#039;Sie schreiben sich selbst den Messias-titel zu, der rechtmäßig &#039;&#039;mir&#039;&#039; gebührt.&#039; [...] Die Worte λέγοντες ὅτι Ἐγώ εἰμι [&#039;&#039;die sagen: Ich bin [es]&#039;&#039;] sind ähnlich mehrdeutig. Sie könnten bedeuten (a) &#039;die sagen „Ich bin“&#039; - d.h. sie behaupten, der Messias zu sein (vgl. [[Johannes 4#s26 | Joh 4,26]] und Matthäus&#039; hierige Ergänzung von ὁ χριστός [=der Christus], [[Matthäus 24#s5 | Mt 24,5]]) [...], (b) &#039;die sagen „Ich bin es“&#039;, also ganz ähnlich wie (a), aber mit Fokus auf der Idee der Gegenwart des Messias; (c) &#039;die sagen, dass ich es sei&#039; - d.h., die sagen, dass ich (Jesus) gekommen wäre [...], (d) &#039;die sagen, dass ich (Jesus) (der Christus) bin&#039; - das aber kann man ausschließen, denn das wäre ja keine Irreführung; (e) &#039;die sagen, dass sie ich seien&#039; - in dem Sinne, dass Betrüger behaupten, Jesus zu sein.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Abstand am wahrscheinlichsten (und auch die Mehrheitsmeinung) ist die Kombination von (ii) und (a), denn die beiden Sätze interpretieren sich gegenseitig: die zweite Aussage ist eine Identitätsproklamation („Ich bin X“), und dieses „X“ ist zu füllen durch ἐπὶ τῷ ὀνόματί μου &#039;&#039;unter meinem Namen&#039;&#039;, also „unter Inanspruchnahme des Messiastitels, der rechtmäßig mir gebührt“ (vgl. gut Kmiecik 1997, S. 42; Pesch 1977, S. 279). Sinngemäß bedeutet der Vers also: „Denn es werden viele kommen und behaupten, der Messias zu sein - dabei bin das doch in Wirklichkeit ich!“, oder einfach „Viele Messiasprätendenten werden auftreten“.&amp;lt;/ref&amp;gt; kommen und sagen: ‚Ich bin [es]!‘&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name&amp;quot; /&amp;gt;, und sie werden viele irreführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Wenn ihr {aber} (Ihr dagegen: Wenn ihr)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot;&amp;gt;Eigentümlich für den markinischen Stil - dennoch aber gut Griechisch (die Konstruktion findet sich z.B. auch bei Plutarch und Thukydides) - ist, dass gelegentlich Konjunktionen nicht in ihrer Konjunktions-bedeutung verwendet werden, sondern bloß als Trennungszeichen von Sätzen und Textabschnitten fungieren (vgl. z.B. Reiser 1983, S. 99f.160f). Diese Konjunktionen und Partikeln sind im Deutschen oft besser auszusparen. Dazu gehören in Kap. 13:&lt;br /&gt;
* V. 7: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - denn V. 7 ist integraler Bestandteil des Abschnitts Vv.5-8, vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._5-8:_Abschnitt_1 Kommentar] (gegen Mateos 1987, S. 201f., der denkt, δέ würde hier die &#039;&#039;vielen&#039;&#039;, die sich täuschen lassen (V. 6) mit den Jüngern, die sich eben nicht täuschen lassen sollen (V. 7), konstrastieren (daher obige Alternative „ihr dagegen: wenn ihr“). Die kontrastierende Funktion wäre dann wahrscheinlich (und in der Tat eine schöne Deutung), wenn auch &#039;&#039;ihr&#039;&#039; in V. 7 durch ein Pronomen ausgedrückt wäre; bei bloßer 2.Person Plural aber nicht).&lt;br /&gt;
* V. 9: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - Zum Textabschnitte einleitenden δέ vgl. [http://www.books.google.de/books?id=CrkeAAAAIAAJ&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA59#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Thrall 1962, S. 59]&lt;br /&gt;
* V. 17: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - V. 17 ist ein apokalyptischer Klageruf, der gattungstypisch semantisch nicht mit dem umliegenden Text zusammenhängt.&lt;br /&gt;
* V. 23: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_13#note_bd Fußnote bd].&lt;br /&gt;
* V. 24: ἀλλά - V. 24 wird gern kommentiert mit: „Mit „aber“ [...] wird die große Wende eingeleitet“ (Gnilka 1978, S. 200) o.Ä. Es sollte hier aber nicht zu viel von ἀλλά abgeleitet werden - zwar beginnt hier in der Tat ein neuer Textabschnitt (s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13 Kommentar]), aber die Kontinuität mit dem vorangehenden Abschnitt ist doch gewährleistet durch ἐν ἐκείναις ταῖς ἡμέραις &#039;&#039;in jenen Tagen&#039;&#039; (schon V. 17) und μετὰ τὴν θλῖψιν &#039;&#039;nach jener Drangsal&#039;&#039; (vgl. V. 19). vgl. auch Mateos 1987, S. 331. Ebenso wie δέ in Vv. 14.28 fungiert hier ἀλλά als Abschnittstrenner.&lt;br /&gt;
* V. 28: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039;; denn es gibt nichts vorangehendes, womit durch δέ kontrastiert werden könnte. vgl. auch Mateos 1987, S. 374; [http://www.books.google.de/books?id=CrkeAAAAIAAJ&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA59#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Thrall 1962, S. 59]&lt;br /&gt;
* V. 37: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; hebt den letzten Vers als abschließendes Fazit vom vorangehenden Textteil ab.&lt;br /&gt;
Zu ἀλλά vgl. noch [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%E1%BC%80%CE%BB%CE%BB%CE%AC Pape 100]; zu δέ Muraoka, S. 140.&amp;lt;/ref&amp;gt; von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, erschreckt nicht, [denn] es muss geschehen, doch [es ist] noch nicht das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Erheben wird sich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot;&amp;gt;Verb in Satzspitzenstellung als eine für Prophezeiungen typische emphatische Ausdrucksstellung; vgl. Reiser 1983, S. 94. Dieses Stilmittel parallelisiert Vv. 8.12.19.22, die ohnehin strukturell parallel fungieren (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13&amp;amp;section=2 Kommentar, FN b]). Im Deutschen sollte dies nicht nachgeahmt, sondern zu einem stilistischen Äquivalent gegriffen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; nämlich (denn)&amp;lt;ref&amp;gt;Meist: &#039;&#039;denn erheben wird sich...&#039;&#039;; besser aber: &#039;&#039;es wird sich nämlich erheben...&#039;&#039; - das γὰρ &#039;&#039;denn&#039;&#039; ist besser als explikatives γὰρ &#039;&#039;nämlich&#039;&#039; zu interpretieren; vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._5-8:_Abschnitt_1 Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; Volk gegen Volk und Reich gegen Reich, Erdbeben werden sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; stellenweise (mancherorts), geben wird es&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Hungersnöte. [Der] Anfang der Wehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Anfang der Wehen&#039;&#039; - apokalyptische Formel, die v.a. in der rabbinischen Literatur gebräuchlich ist. Die &#039;&#039;(Geburts-)wehen&#039;&#039; stehen für die Zeit der Not, die vor dem Einbruch der schönen Endzeit ertragen werden müssen (so fast alle Kommentare)&amp;lt;/ref&amp;gt; [ist] dies. {{par|2Chronik|15|6}}{{par|Jesaja|13|13}}{{par|Jesaja|19|2}}{{par|Jesaja|26|17}}{{par|Joel|2|10}}{{par|Johannes|16|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Nehmt euch in Acht (Blickt auf euch selbst)!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Man wird euch (sie werden)&amp;lt;ref name=&amp;quot;impersonaler Plural&amp;quot;&amp;gt;impersonaler Plural; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Turner 1924a, S. 382. Pryke 1978, S. 107 hält es hier für ein Passivsubstitut, aber das ist angesichts der direkt folgenden Passivformen nicht sehr wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; ausliefern&amp;lt;ref&amp;gt;παραδίδωμι &#039;&#039;ausliefern&#039;&#039; wird im Mk neben den Vorkommen in Mk 13 nur zweimal nicht von der Passion Jesu gesagt; es ist also eine Vokabel aus der Passionstheologie - die Überlieferung der Jünger Jesu wird parallelisiert mit der „eschatologisch[en] Preisgabe des Menschensohns an die Menschen“ (EWNT III, S. 46; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Thüsing 2011, S. 111).&amp;lt;/ref&amp;gt; an Synhedrien&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort συνέδριον kennt man sonst v.a. aus der Passionserzählung; er bezieht sich dort in der Einzahl auf den Sanhedrin, den jüdischen Hohen Rat. Die hierige Mehrzahl συνέδρια dagegen legt nahe, dass von kleineren jüdischen Lokalgerichten die Rede ist; vgl. ThW VII, S. 864f. - es folgen also auf die zwei jüdischen Instanzen „Synhedrien“ und „Synagogen“ die zwei nicht-jüdische Instanzen „Statthalter“ und „Könige“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Synagogen&amp;lt;ref&amp;gt;εἰς kann in der Koine verwendet werden wie ἔν und umgekehrt; abhängig davon ließe sich der Satz auflösen als (i) „Man wird euch ausliefern, in Synhedrien und Synagogen werdet ihr geprügelt werden“ (so z.B. Cranfield 1959, S. 397; Pesch 1977, S. 183; Turner 1924b, S. 19), (ii) „Man wird euch an Synhedrien und Synagogen ausliefern, ihr werdet geprügelt werden“ (so Mateos 1987, S. 236) oder (iii) „Man wird euch ausliefern an Synhedrien, in Synagogen werdet ihr geprügelt werden“ (so die Mehrheit). Angesichts der parallelen Konstruktion von εἰς συνέδρια und εἰς συναγωγὰς mit εἰς wird man wohl Mateos (=ii) zustimmen müssen. Dies erleichtert auch das Verständnis vom „Prügeln“, denn obwohl die Prügelstrafe u.a. auch von Lokalgerichten und Synagogen verhängt werden durfte, wäre ein Prügeln &#039;&#039;in&#039;&#039; Synagogen doch eher ungewöhnlich.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ihr werdet geprügelt werden und ihr werdet meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, ihnen zum Zeugnis&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung dieses Nachsatzes ist etwas unklar. (1) ist nicht klar, ob αὐτοῖς &#039;&#039;ihnen&#039;&#039; sich auf die Statthalter und Könige bezieht oder auf die Auslieferer, Prügler, Statthalter und Könige, (2) lässt sich aus V. 9 allein nicht erkennen, worauf das &#039;&#039;ihnen zum Zeugnis&#039;&#039; sich eigentlich beziehen soll. Die Mehrheitsmeinung bei der Interpretation von &#039;&#039;V. 10&#039;&#039; ist aber, dass er parenthetisch das &#039;&#039;ihnen zum Zeugnis&#039;&#039; auslegt und &#039;&#039;Zeugnis&#039;&#039; also auf die „Verkündigung“ zu beziehen ist; und da man durch Ausgeliefert-werden und Geprügelt-werden keinen direkten Beitrag zur Verkündigung leistet, bedeuten Vv. 9c.10 wohl sinngemäß: „Ihr werdet meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, um ihnen zu verkündigen; denn erst muss auf der ganzen Welt das Evangelium verkündigt werden.“&amp;lt;/ref&amp;gt; -{{par|Markus|1|44}}{{par|Markus|6|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} denn (und, aber)&amp;lt;ref&amp;gt;Kausales καὶ; vgl. Reiser 1983, S. 127; Wilckens.&amp;lt;/ref&amp;gt; zuerst&amp;lt;ref&amp;gt;recht sicher i.S.v. „vor dem Ende“&amp;lt;/ref&amp;gt; muss das Evangelium bei ({bei})&amp;lt;ref&amp;gt;εἰς wird hier verwendet wie ἔν; vgl Cranfield 1959, S. 199; Turner 1924b, S. 20&amp;lt;/ref&amp;gt; allen Völkern verkündigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und wenn man euch abführt (sie euch abführen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;impersonaler Plural&amp;quot; /&amp;gt;, um euch auszuliefern&amp;lt;ref&amp;gt;final aufgelöstes [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adverbiales Partizip], so auch Schenke 2005, S. 290 („zur Auslieferung vorführen“); vgl. auch Mateos 1987, S. 237. Auch Jantzen u.a. Üss. Die Jünger sollen sich &#039;&#039;im Vorfeld&#039;&#039; ihres Ausgeliefert-werdens keine Sorgen machen. So stimmt es ja auch zusammen mit &#039;&#039;προ&#039;&#039;μεριμνᾶτε &#039;&#039;sorgt euch nicht im Voraus&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sorgt euch nicht im Voraus, was ihr sagen sollt, sondern das, was (was auch immer) euch in jener Stunde eingegeben (gegeben)&amp;lt;ref&amp;gt;theologischer Passiv, eigentlich also besser „das, was Gott euch in jener Stunde eingeben wird“. Vgl. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 151&amp;lt;/ref&amp;gt; werden wird, das sagt! Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} {Und} Ausliefern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; wird ein Bruder [seinen] Bruder in den Tod und ein Vater [sein] Kind, und erheben werden sich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Kinder gegen [ihre] Eltern und töten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; werden sie sie.{{par|Micha|7|2}}{{par|Micha|7|6}}{{par|Sacharja|13|3}}{{par|Matthäus|10|35}}{{par|Lukas|12|52}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}}Und ihr werdet von allen gehasst werden wegen meines Namens (um meinetwillen, wegen mir)&amp;lt;ref&amp;gt;wie im Hebräischen dient auch in der Koine &#039;&#039;Name&#039;&#039; als Wechselbegriff für den Namensträger, also &#039;&#039;wegen meinem Namen&#039;&#039; = &#039;&#039;wegen mir&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der aber, der bis zum Ende&amp;lt;ref&amp;gt;(i) Die Mehrheitsmeinung - der auch hier zuzustimmen ist - ist, dass das &#039;&#039;Ende&#039;&#039; sich auf das Eschaton, das Ende der Zeit, bezieht. Daneben hat (ii) Cranfield 1959, S. 401 die Bedeutung &#039;&#039;völlig, komplett&#039;&#039; vorgeschlagen; (iii) Ernst 1963, S. 377f. hält es für doppelsinnig und bezieht es neben dem Eschaton auch auf das Lebensende jedes einzelnen Jüngers. (ii) ist sehr unwahrscheinlich - die Wiederholung der in V.7 deutlich eschatologisch verwendeten Vokabel ist zu auffällig für diese Interpretation. (iii) ist möglich, aber aus dem selben Grund nicht sehr wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; standhaft bleibt (dies erduldet)&amp;lt;ref&amp;gt;ὑπομένω steht nicht nur für &#039;&#039;ausharren&#039;&#039; i.S.v. &#039;&#039;warten&#039;&#039;, sondern - bes. hier - für das Ertragen und Erdulden von Leiden; vgl. EWNT III, S. 968&amp;lt;/ref&amp;gt;, wird gerettet werden.{{par|Daniel|12|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Wenn ihr dann aber den Gräuel der Verwüstung&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot;&amp;gt;Vers 14 ist völlig rätselhaft. Rätselhaft ist (1) der Ausdruck βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως, der standardmäßig übertragen wird mit &#039;&#039;Gräuel der Verwüstung&#039;&#039;; etwas rätselhaft ist (2) der Wechsel vom Neutrum βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως zum Maskulinum ἑστηκότα &#039;&#039;, der steht&#039;&#039; und rätselhaft ist außerdem (3) die Ortsangabe ὅπου οὐ δεῖ, die standardmäßig übertragen wird mit &#039;&#039;wo er nicht darf&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(i) Die Standard-Interpretation ist diese: (1) βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως ist ein Verweis auf [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]]; [[Daniel 11#s31 |11,31]]; [[Daniel 12#s11 |Dan 12,11 LXX]]; [[1Makkabäer 1#s54 |1Makk 1,54]]. In den alttestamentlichen Texten ist die Entsprechung {{hebr}}שִׁקּוּץ שֹׁמֵם{{hebr ende}}. Das hebräische {{hebr}}שִׁקּוּץ{{hebr ende}} ist eine verächtliche Bezeichnung für Götzen und Götzenkulte (Ges18, S. 1381f) und {{hebr}}שֹׁמֵם{{hebr ende}} ist ein Verbaladjektiv mit der Bedeutung &#039;&#039;verwüstend&#039;&#039; (Ges18, S. 1380) - also rein lexikalisch &#039;&#039;der verwüstende Götze&#039;&#039; oder &#039;&#039;der verwüstende Götzenkult&#039;&#039;. Historisch macht diese Übersetzung Sinn, denn in den besagten Texten ist wohl die Rede von der Statue des Zeus, die Antiochus Epiphanes 168 v.Chr. im Tempel aufstellen ließ. Das griechische βδέλυγμα dagegen bezeichnet meist allgemein &#039;&#039;das, was Gott ein Gräuel ist&#039;&#039; (EWNT I, S. 502) und das griechische τῆς ἐρημώσεως wäre entsprechend dem Hebräischen zu deuten als Genitiv des Produkts, also &#039;&#039;das Gräuel, das Verwüstung hervorbringt&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Weil diese von Daniel übernommene &#039;&#039;Neutrum&#039;&#039;-Phrase modifiziert wird vom &#039;&#039;maskulinischen&#039;&#039; Partizip ἑστηκότα &#039;&#039;der steht&#039;&#039;, heißt es meist, dass V. 14a &#039;&#039;ad sensum&#039;&#039; konstruiert sei und man deshalb bei βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως an eine Person denken müsse, nämlich den Antichristen - was gut mit der Konnotation „Götze“ des Hebräischen zusammenstimmt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) ὅπου οὐ δεῖ &#039;&#039;wo er nicht darf&#039;&#039; weiterhin wird meist mit [[Matthäus 24,15 |Mt 24,15]] bezogen auf den Tempel, also sinngemäß: „Wenn der Antichrist im Tempel auftaucht“, was außerdem zusammenstimmt mit [[2Thessalonicher 2,3|2Thess 2,3ff]]: „Zuerst muss der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt.“ (EÜ)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(ii) Exegeten wie Pesch 1977, Schenke 2005 und Thüsing 2011 denken bei βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως nicht an den Antichristen, sondern an zeitgeschichtliche Geschehnisse zur Zeit des jüdischen Krieges. Pesch lässt die genaue Referenz offen, da sie nicht genau bestimmt werden könne; Schenke denkt an die Schreckensherrschaft der Zeloten im Tempel ab 65/66 n.Chr. und Thüsing an die römischen Feldzeichen, die die Römer nach der Eroberung Jerusalems im Tempel aufstellten und auf denen Götzenbilder abgebildet seien. Diese Interpretation hat aber die grammatische Schwierigkeit die ad-sensum-Konstruktion (s.o. unter (2)); v.a. aber fügt sie sich schlecht in den Kontext des Abschnitts, denn spätestens V. 19 macht ja deutlich, dass hier eben nicht an „zeitgeschichtliche Ereignisse gedacht wird“ (Pesch), sondern an apokalyptische Geschehnisse (vgl. auch [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._14-20:_Abschnitt_3 Kommentar]). Weil Interpretation (ii) außerdem noch eine Minderheitenmeinung ist, wird man durchaus Interpretation (i) den Vorzug geben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; stehen&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot; /&amp;gt; seht, wo er nicht [stehen] soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot; /&amp;gt; – der Leser sei aufmerksam!&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung dieser Parenthese ist in der Exegese umstritten. Die unterschiedlichen Interpretationen hängen v.a. daran, auf wen &#039;&#039;Leser&#039;&#039; bezogen wird. Vorgeschlagen wurden, dass es sich beziehe&lt;br /&gt;
# auf den Leser eines hypothetischen apokalyptischen Flugblattes, das als (eine der) Vorlage(n) von Mk 13 angenommen wird - diese Position ist sehr verbreitet, dennoch sehr unwahrscheinlich. Denn es ist schwer vorstellbar, dass es dem Redaktor des Mk nicht aufgefallen sein sollte, dass sich die Parenthese - die sich an einen Leser und nicht an mehrere Hörer richtet - so überhaupt nicht in die Kommunikationssituation der eschatologischen Mahnrede Jesu fügt und sie daher mitübernommen habe.&lt;br /&gt;
# auf den Hörer bei der öffentlichen Verlesung des Markusevangeliums, dem die Wichtigkeit des Gräuels der Verwüstung noch einmal unterstrichen werden soll - aber dieser &#039;&#039;Hörer&#039;&#039; ist ja dann kein „Leser“.&lt;br /&gt;
# auf den Vorleser des Markusevangeliums bei der öffentlichen Verlesung; die Parenthese sei dann nicht dazu gedacht, laut vorgelesen zu werden, sondern sei eine Notiz für den Vorleser, die eben beschriebene ad-sensum-Konstruktion richtig vorzulesen (vgl. Best 1989, S. 128-30, der die Parenthese dann auch konsequent in seiner Übersetzung ausspart. Dagegen aber gut Collins 2009, S. 545f.)&lt;br /&gt;
# auf die vier Jünger, die die von [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]]; [[Daniel 11#s31 |11,31]]; [[Daniel 12#s11 |12,11]] übernommene Prophezeiung richtig - d.h. im Lichte der Prophezeiung Jesu (Perkins 2006, S. 104) - verstehen sollen, wenn sie sie lesen.&lt;br /&gt;
(4) ist am Wahrscheinlichsten, daher noch einige Worte dazu. Zunächst: „Leser des Danielbuches“ als Bedeutung von „Leser“ liegt schon deshalb nahe, da ἀναγινώσκω im Mk ausschließlich für das Lesen im AT verwendet wird (vgl. z.B. Pryke 1978, S. 57f). Vgl. außerdem die Parallelstelle [[Matthäus 24#s15 |Mt 24,15]], wo der Verweis auf das Danielbuch expliziert wird. Dann: Vergleichbare Aufforderungen finden sich auch in anderen Prophezeiungen; vgl. bes. [[Daniel 9#s23 |Dan 9,23]].[[Daniel 9#s25 |25]] (also dem direkten Kontext von [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]], von wo Jesus mutmaßlich die Prophezeiung des „Gräuels der Verwüstung“ übernommen hat); auch [[Offenbarung 13#s9 |Offb 13,9]].[[Offenbarung 13#s18 |18]]; [[Offenbarung 17#s9 |17,9]] (Stellen nach Pesch 1977, S. 292). Auch ist es nicht (sehr) problematisch, dass die Jünger hier in der 3. Person (&#039;&#039;der Leser&#039;&#039; statt &#039;&#039;ihr Leser&#039;&#039;) angesprochen werden; es finden sich im Mk häufiger Anreden an Zuhörer, die Jesus in 3. Person angespricht (s. [[Markus 4#s9 |Mk 4,9]].[[Markus 4#s23 |23]]; [[Markus 8#s34 |8,34]]; vgl. Perkins 2006, S. 101f). Sinngemäß wäre dann also zu übersetzen: „Ihr Leser, gebt gut acht“ oder „Beim Lesen seid verständig“.&amp;lt;/ref&amp;gt; –, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen&amp;lt;ref&amp;gt;Das Motiv der Flucht ins Gebirge ist ein häufigeres Motiv; vgl. z.B. [[1Makkabäer 2#s28 |1Makk 2,28]] (s. z.B. Gnilka 1978, S. 195f); umgekehrt kennt man auch das Motiv der Flucht aus dem Umland in die Hauptstadt, vgl. z.B. [[Jeremia 4#s1 |Jer 4,1]]ff. (s. z.B. Pesch 1977, S. 292).&amp;lt;/ref&amp;gt;;{{par|Genesis|19|17}}{{par|Jeremia|4|29}}{{par|Daniel|9|27}}{{par|Daniel|11|31}}{{par|Daniel|12|11}}{{par|1Makkabäer|1|54}}{{par|1Makkabäer|2|28}}{{par|2Thessalonicher|2|4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} wer auf dem Dach [ist],&amp;lt;ref&amp;gt;Das altjüdische Haus hatte ein von außen begehbares Dach (eine schöne Darstellung findet sich im [http://books.google.de/books?id=frwjqZSN4oUC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA9#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Kregel Pictorial Guide to Everyday Life in Bible Times]), das man vor allem in der Freizeit benutzte (z.B. um zu schlafen). Für die LF würde ich „Dachterrasse“ vorschlagen (so auch NeÜ; ähnlich KAM: „Terrasse“. Gut auch KNO: „Flachdach“)&amp;lt;/ref&amp;gt; soll nicht ({weder})&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;nicht hinabsteigen, um hineinzugehen&#039;&#039; vs. &#039;&#039;weder herabsteigen noch hineingehen&#039;&#039; - Natürlich muss der auf dem Dach hinabsteigen, um in die Berge fliehen können; μηδὲ hat daher hier negative finale Bedeutung (vgl. Smyth 2193b). Die Satzstruktur lässt sich nicht in die LF übernehmen, man muss zu etwas greifen wie „Wer auf dem Dach ist, soll sich nicht erst noch &amp;lt;s&amp;gt;hinuntersteigen, um&amp;lt;/s&amp;gt; ins Haus gehen, um sich etwas zu holen“&amp;lt;/ref&amp;gt; hinabsteigen, um ({noch})&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot; /&amp;gt; hineinzugehen (hineingehen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot; /&amp;gt;, um etwas aus seinem Haus zu holen;{{par|Ezechiel|7|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;soll sich nicht zurückwenden nach zurück&#039;&#039;; gemeint ist sicher „nach Hause zurückkehren“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um sein Obergewand zu holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} {Aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; Wehe denen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wehe denen&#039;&#039;: Gattungstypische Einleitung eines apokalyptischen Klagerufs (vgl. z.B. [[Offenbarung 18#s16 |Offb 18,16]].[[Offenbarung 18#s19 |19]]); das Schicksal der „schwächsten Glieder der Fluchtgeneration“ (Ernst 1963, S. 381) - der Schwangeren und Stillenden - wird in Form einer Weheruf-parenthese beklagt. Das beste Äquivalent wäre eine Übertragung ähnlich der von BB („Wie schrecklich wird diese Zeit für die Frauen sein, die gerade ein Kind erwarten oder stillen!“) und NGÜ („Wie schwer werden es die Frauen haben, ...!“).&amp;lt;/ref&amp;gt;, die in jenen Tagen&amp;lt;ref name=&amp;quot;in jenen Tagen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;in jenen Tagen&#039;&#039;: Stereotype alttestamentliche Phrase, die häufig in eschatologischen Kontexten verwendet wird; s. z.B. [[Jeremia 3#s16 |Jer 3,16]].[[Jeremia 3#s18 |18]]; [[Jeremia 31#s29 |31,29]]; [[Jeremia 33#s15 |33,15]]f.; [[Joel 3#s1 |Joel 3,1]]; [[Sacharja 8#s23 |Sach 8,23]] u.ö.&amp;lt;/ref&amp;gt; schwanger sind oder stillen!{{par|Lukas|23|29}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} {Aber} (Darum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter&amp;quot;&amp;gt;Der Verweis auf den Winter wird meist darauf bezogen, dass der Winter in Palästina die Regenzeit ist und starke Regenfälle die Flucht erschweren. Vielleicht liegt aber wirklich (auch) die Kälte im Fokus: Israel liegt zwar hauptsächlich in einer subtropischen Klimazone, aber in höher gelegenen Regionen - zu denen auch Jerusalem und natürlich erst recht die Berge gehören - kann es winters durchaus so kalt werden, dass es zu Schneefällen kommen kann. Das würde auch erklären, warum V. 16 die Rede vom Mantel ist; vielleicht sollte man daher das δὲ besser als kausales δὲ deuten: &#039;&#039;Darum betet, dass es nicht winters geschieht!&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Betet, dass es nicht während des Winters&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter&amp;quot; /&amp;gt; geschieht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Denn es werden sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; jene Tage eine derartige Bedrängnis, wie sie seit Beginn der Schöpfung, die Gott geschaffen hat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;redundant&amp;quot;&amp;gt;redundanter Relativsatz. Kein Semitismus oder Septuagintismus (gegen Cranfield 1959, S. 404); die Konstruktion kennt man auch sonst im Griechischen (vgl. z.B. Chariton, Chaireas und Kallirhoe 7,2,4 τῆς Ἀθηναίων δυστυχίας, ἣν ἐδυστύχησαν ἐν τῷ πολέμῳ τῷ Σικελικῷ &#039;&#039;das Leid der Athener, an dem sie litten im sizilischen Krieg&#039;&#039;); vgl. auch Kleist 1937, S. 143f. „Redundant“ ist eigentlich ungenau; die Konstruktion dient dazu, das durch den Relativsatz modifizierte Satzglied zu spezifizieren; bei Chariton also etwa &#039;&#039;Der Athener Leid &amp;lt;u&amp;gt;während dem sizilischen Krieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;; Mk 13,19 &#039;&#039;seit Beginn von &amp;lt;u&amp;gt;Gottes&amp;lt;/u&amp;gt; Schöpfung&#039;&#039;; Mk 13,20 &#039;&#039;um &amp;lt;u&amp;gt;seiner/der von ihm&amp;lt;/u&amp;gt; Auserwählten willen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis jetzt nicht geschehen ist und niemals geschehen wird&amp;lt;ref&amp;gt;οὐ μὴ + Aorist Konjunktiv: stärkstmögliche griechische Konstruktion zur Negierung eines zukünftigen Geschehnisses; vgl. Wallace, S. 468. Der Vers verdichtet den Topos des Nochniedagewesenen (Pesch 1977, S. 293); vielleicht sollte man in der LF statt zu einer wörtlichen Üs. besser zu einem Äquivalent greifen wie „eine solche Drangsal, wie sie noch nie geschehen ist - früher nicht, heute nicht und nimmermehr!“ oder einfach „eine Drangsal, wie sie die Welt noch nie gesehen hat.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Exodus|11|6}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Daniel|12|1}}{{par|Offenbarung|16|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} {Und} Wenn der Herr nicht die Tage verkürzt hätte,&amp;lt;ref&amp;gt;zum Motiv der verkürzten Zeit vgl. Ernst 1963, S. 381f.: „Die Verkürzung der Zeit ist ein bekanntes Motiv (vgl. 4Esra 4,26; 2Bar 20,1; 1Hen 80,2; Barn 4,3), dessen Wurzeln im Geschichtsverständnis der Apokalyptik liegen. Der Herr hat den Ablauf in einem Plan festgelegt. Auch die Drangsale der Endzeit unterliegen dem unausweichlichen „es muß geschehen“; der Geschichtsdeterminismus ist freilich durch die Rückführung auf den Willen Gottes, der aus Barmherzigkeit die Drangsale verkürzen kann, relativiert.“&amp;lt;/ref&amp;gt; würde absolut niemand&amp;lt;ref&amp;gt;W.: &#039;&#039;nicht ... jedes Fleisch&#039;&#039;; Kombination zweier Septuagintismen; vgl. Cranfield 1959, S. 404; Doudna 1961, S. 105f: &#039;&#039;nicht jeder&#039;&#039; = &#039;&#039;keiner&#039;&#039;; &#039;&#039;jedes Fleisch&#039;&#039; = &#039;&#039;jeder&#039;&#039;, also „absolut keiner“. In Mk 13 ist dies die einzige Stelle, die ich für einen eventuellen Semitismus halten würde. Dahin weist auch, dass κύριος im NT nur in AT-Zitaten oder Nachahmungen des Septuaginta-Stils ohne Artikel verwendet wird; vgl. Mateos 1987, S. 287.&amp;lt;/ref&amp;gt; gerettet werden, doch um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;redundant&amp;quot; /&amp;gt; hat er die Tage verkürzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} {Und} Sagt dann einer zu euch: ‚{Siehe} Hier [ist] der Christus!‘&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siehe&amp;quot;&amp;gt;Bailey 2009, S. 360 hat die beiden Ausrufe sehr gut analysiert: Fokalisiert ist in beiden jeweils der Lokativ (&#039;&#039;Hier&#039;&#039; + &#039;&#039;dort&#039;&#039;); sie sind also konstruiert wie eine Antwort auf die unausgedrückte Frage „Wo ist der Christus?“. ἴδε  fungiert dabei als bloßer Fokuspartikel und sollte im Deutschen ausgespart werden. So jedenfalls wäre der Satz grammatisch zu analysieren. V. 22 macht aber deutlich, dass dieses &#039;&#039;Hier!&#039;&#039; und &#039;&#039;dort!&#039;&#039; auf die verschiedenen Pseudo-christusse verweisen soll; also sinngemäß eher „Dieser hier ist  der Christus!“ und „jener dort ist der Christus!“. Ich denke aber, dass das auch bei wörtlicher Übersetzung klar herauskommt.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder {Siehe} dort [ist er]!&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siehe&amp;quot; /&amp;gt; - glaubt [es] nicht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} denn aufstehen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; werden falsche Christusse und falsche Propheten, und darbieten&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Bedeutung „darbieten“ für δίδωμι vgl. Mateos 1987, S. 288. Einige Hss haben ποιήσουσιν statt δώσουσιν, aber die Kombination von σημεῖον mit ποιέω findet sich sonst nirgends in den synoptischen Evangelien (dafür häufiger in Joh); daher und wegen der weit besseren Bezeugung ist δώσουσιν der Vorzug zu geben.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden sie&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Zeichen und Wunder,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zeichen und Wunder&#039;&#039;: pleonastischer formelhafter Ausdruck. Das Wort τέρας &#039;&#039;Wunder&#039;&#039; wird von den Synoptikern einzig hier und in der Parallelstelle [[Matthäus 24#s24 |Mt 24,24]] verwendet. Auffällig ist, dass es auch im Joh nur einmal ([[Johannes 4#s48 |Joh 4,48]]), ebenfalls in Verbindung mit σημεῖον und scheinbar ebenfalls in abwertender Weise, verwendet wird - „„Wunder“ sind genau das, was man von Gott nicht erwarten darf. Die heidnischen Griechen verstanden unter τέρας meist ein Staunen und Schrecken erregendes, exorbitantes Wunderzeichen, vor allem kosmischer Art [...].“ (Fuller 1969, S. 23). Vielleicht kann man diese Konnotation des Exorbitanten und des Abwertenden besser übertragen durch etwas wie „Mirakel und Wunderwerke“; vielleicht sogar „Mirakel und Spektakel“, aber das geht vielleicht einen Schritt zu weit.&amp;lt;/ref&amp;gt; um – wenn möglich – die Auserwählten zu verführen (irrezuführen)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb ἀποπλανάω hat hier „die Bedeutung eschatologischer Verführung“ (EWNT III, S. 236)&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Deuteronomium|13|2}}{{par|Jeremia|6|13}}{{par|Daniel|11|35}}{{par|Offenbarung|13|13|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} {Ihr aber} (Ihr dagegen)&amp;lt;ref&amp;gt;Auch in V. 23 scheint δὲ nur den Beginn eines neuen Satzes zu markieren. Möglich wäre aber auch dies: Der Einschub εἰ δυνατὸν &#039;&#039;wenn möglich&#039;&#039; in V. 22 könnte theoretisch auch bedeuten &#039;&#039;wo/bei wem immer das möglich ist (=ihnen das gelingt)&#039;&#039;; in diesem Fall würde das δὲ in V. 23 die Jünger mit den Erwählten, bei denen das Irreführen gelingt, kontrastieren. Dann wäre außerdem das πρὸς in V. 22 resultativ zu deuten, also etwa „falsche Christen und Propheten werden Mirakel und Spektakel veranstalten &#039;&#039;und so all jene&#039;&#039; Erwählten verführen, &#039;&#039;bei denen&#039;&#039; es ihnen gelingt. &#039;&#039;Ihr dagegen&#039;&#039;: Achtet auf euch selbst...“ - So aber m.W. niemand und es ist diese Verwendung von εἰ auch eher selten, daher können wir getrost bei der angegebenen Standard-übersetzung bleiben.&amp;lt;/ref&amp;gt; seid achtsam!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Ich habe euch alles vorausgesagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung von πάντα ist in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} {Aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; in jenen Tagen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;in jenen Tagen&amp;quot; /&amp;gt; nach jener Bedrängnis, wird die Sonne verdunkelt werden (sich verfinstern), {und} der Mond wird seinen Schein nicht geben,{{par|Jesaja|13|10}}{{par|Jesaja|24|23}}{{par|Jesaja|34|4}}{{par|Ezechiel|32|7}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Joel|2|10}}{{par|Joel|3|4}}{{par|Joel|4|15}}{{par|Amos|8|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} {und} die Stern werden vom Himmel fallen und die Kräfte&amp;lt;ref&amp;gt;Die δυνάμεις sind in der Bibel mythische kosmische Mächte. Wahrscheinlich ist diese Vorstellung noch ein Reflex aus der Zeit, als die Himmelskörper auch in Israel als göttlich angesehen wurden. In der nachbiblischen Zeit wurden sie als „Engel“ interpretiert (bes. wichtig: Dionysius Areopagita: [http://www.unifr.ch/bkv/kapitel3689.htm CH 8,1]); heute stellen sie in der Engellehre sozusagen „ganz offiziell“ einen der Neun Englischen Chöre: die &#039;&#039;virtutes&#039;&#039;, die dafür verantwortlich sind, in Gottes Auftrag Wunder zu wirken. Vermutlich stammt das Bild noch aus der Apokalypse-Schilderung in [[Jesaja 34#s4 |Jes 34,4]].&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Himmeln (am Himmel) werden erschüttert werden.{{par|Jesaja|34|4}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Offenbarung|6|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und dann wird erscheinen (wird man sehen, werden sie sehen)&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;werden sie sehen&#039;&#039;, aber impersonaler Plural (vgl. z.B. Martin 2009, S. 477), daher besser &#039;&#039;wird &amp;lt;u&amp;gt;man&amp;lt;/u&amp;gt; sehen&#039;&#039;. Noch besser aber: ὁράω im Medium ist ein formelhafter Offenbarungsterminus, der v.a. im Zhg. mit Christi Auferstehung verwendet wird; daher &#039;&#039;wird erscheinen&#039;&#039;. Ähnlich ist ἐρχόμενον in der hierigen Verwendung ein eschatologischer Terminus (s. [[Markus 11#s9 |Mk 11,9]]f; [[Markus  12#s9 |12,9]]; [[Markus 13#s35 |13,35]]; [[Markus 14#s62 |14,62]]; vgl. Kleist 1937, S. 183). Beide beziehen sich also auf die heilbringende Ankunft des Menschensohnes am Ende der Zeit; sehr gut wäre es daher, wenn das Zusammenspiel dieser beiden Vokabeln sich auch lexikalisch in der LF erkennen ließe.&amp;lt;/ref&amp;gt; den in den Wolken kommenden Menschensohn&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot;&amp;gt;Auch &#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039; ist ein eschatologischer Terminus. Außer in [[Markus 2#s10 |Mk 2,10]].[[Markus 2#s28 |28]] verwendet Jesus dieses „biographische Ich-Idiom“ (Schenk 1997) ausschließlich, wenn er von seiner Rolle in Gottes Heilsplan spricht, also der, dass er - der Menschensohn - von den Menschen verworfen, ausgeliefert und getötet werden müsse, dann aber in großer Macht und Herrlichkeit wiederkehren werde. Vgl. besonders gut Danove 2003, S. 23-25. &#039;&#039;Sohn&#039;&#039; in V. 32 ist sehr wahrscheinlich nur eine Kurzform von &#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039;; vgl. z.B. Schenk 1997, S. 84&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit großer Macht&amp;lt;ref&amp;gt;Im Singular (anders als im Plural, V. 25) ist die δύναμις ein Attribut Gottes/Christi und bezeichnet deren (All)Macht.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Herrlichkeit&amp;lt;ref&amp;gt;δόξα ist ein Begriff aus den Theophanietraditionen; es handelt sich um ein sichtbares Attribut des sich offenbarenden Gottes. Wo die Texte Rückschlüsse auf das Wesen der δόξα zulassen, scheint man sich diese Herrlichkeit als eine Art „Lichtglanz“, „Glorie“ vorstellen zu müssen (vgl. ähnlich EWNT I, S. 836). [[Matthäus 24#s27 |Mt 24,27]] und [[Lukas 17#s24 |Lk 17,24]] explizieren das, indem sie die Parusie des Menschensohnes mit einem Wetterleuchten vergleichen: „Wie der Blitz [...] leuchtet, so wird es mit dem Menschensohn/der Ankunft des Menschensohns sein [...].“ In V. 26 bildet es so einen Gegensatz mit der Schilderung der Finsternis in V. 25 und sollte in der LF daher besser mit etwas wie „herrlicher Lichtglanz“ o.Ä. übersetzt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Daniel|7|13}}{{par|Matthäus|16|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und dann wird er die Engel aussenden und die Auserwählten aus den vier Himmelsrichtungen (Winden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Himmelsrichtungen&#039;&#039; - W. „Winde“; zur Bedeutung „Himmelsrichtungen“ vgl. EWNT I, S. 231. Im Hintergrund steht die im Alten Orient häufigere Verortung der (Personifikationen der) vier Winde an die vier Enden der Erde (s. in der Bibel noch [[Offenbarung 7#s1 |Offb 7,1]]; auch [[Ezechiel 37#s9 |Ez 37,9]]; [[Sacharja 6#s1 |Sach 6,1-5]]; für ein Bsp. in der ägyptischen Ikonographie s. z.B. [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/pageview/11625 hier] oder [http://www.ifao.egnet.net/bifao/106/14/ hier], S. 328; jeweils dargestellt durch vier geflügelte Tiere). Damit und dadurch stehen die Winde gleichzeitig für die Himmelsrichtungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels&amp;lt;ref&amp;gt;Eine schwierige Stelle. (i) Die Übersetzung im Fließtext ist die Standard-Deutung. Daneben hat (ii) Kleist 1937, S. 226 vorgeschlagen, dass es sich hier um die Konstruktion der „parallelen Orientierung“ handeln könnte: Zwei zusammenhängende Ortsangaben werden mit der selben Präposition versehen, obwohl sie rein semantisch unterschiedlicher Präpositionen bedürften, also z.B. im Deutschen &#039;&#039;Ich gehe &amp;lt;u&amp;gt;auf&amp;lt;/u&amp;gt; die Stadt auf dem Berg&#039;&#039; statt &#039;&#039;Ich gehe &amp;lt;u&amp;gt;zur&amp;lt;/u&amp;gt; Stadt auf dem Berg&#039;&#039; und im Falle von Mk 13,27 &#039;&#039;Er wird die Auserwählten aus den vier Himmelsrichtungen &amp;lt;u&amp;gt;am&amp;lt;/u&amp;gt; Ende der Erde sammeln zum Saum des Himmels&#039;&#039;. Diese Konstruktion gibt es wohl wirklich, obwohl ws. nicht alle von Kleist gelisteten Stellen derart zu analysieren sind (neben Mk 13,27 nennt er: [[Markus 1#s28 |Mk 1,28]].[[Markus 1#s38|38]].[[Markus 1#s39 |39]]; [[Markus 5#s1 |5,1]].[[Markus 5#s19 |19]]; [[Markus 6#s45 |6,45]].[[Markus 6#s51 |51]].[[Markus 6#s56 |56]]; [[Markus 9#s43 |9,43]]; [[Markus 11#s1 |11,1]].[[Markus 11#s11 |11]]; [[Markus 12#s2 |12,2]]; [[Markus 14#s3 |14,3]].[[Markus 14#s9 |9]]), aber in diesem Fall sollte man besser Schweizer folgen: (iii) Schweizer 1998, S. 150f erklärt die Formulierung &#039;&#039;vom Rand der Erde bis zum Rand des Himmels&#039;&#039; als „eine etwas unlogische Vermischung der beiden Bilder „von einem Rand des Himmels bis zum andern“ ([[Deuteronomium 30#s4 |Dtn 30,4 LXX]], wo vom Sammeln der versprengten Israeliten die Rede ist) und „von einem Rand der Erde bis zum anderen“ ([[Deuteronomium 13#s8 |Dtn 13,8]]).“; sie ist dann als ein etwas schräger Ausdruck für „auf der ganzen Erde“ aufzufassen. [[Matthäus 24#s31 |Mt 24,31]] hat das geglättet; bei ihm heißt es nur noch wie in Dtn 30,4 „von einem Ende des Himmels bis zum andern“. V. 27 ist dann pleonastisch; &#039;&#039;aus den vier Himmelsrichtungen&#039;&#039; und &#039;&#039;auf der ganzen Erde&#039;&#039; beziehen sich beide darauf, dass der Menschensohn seine Auserwählten &#039;&#039;von überall her&#039;&#039; zusammensammeln wird.&amp;lt;br /&amp;gt; Zur Vorstellung vgl. noch Tg Ps-Jon Dt 30,4: „Wenn eure Zerstreuten wären an den Enden des Himmels, so wird euch von dort der Memra Jahves eures Gottes zusammenbringen durch Elias, den Hohenpriester, und euch von dort heranholen durch den König, den Messias.“ (vgl. B/S IV/2. S. 797)&amp;lt;/ref&amp;gt; sammeln.{{par|Deuteronomium|30|3}}{{par|Jeremia|32|37}}{{par|Ezechiel|34|13}}{{par|Ezechiel|36|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Über&amp;lt;ref&amp;gt;zu Ἀπὸ i.S.v. &#039;&#039;über&#039;&#039; vgl. LSJ (Bed. A7)&amp;lt;/ref&amp;gt; den Feigenbaum {aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; lernt (erfahrt) ein Gleichnis: Sobald&amp;lt;ref&amp;gt;zu ὅταν ἤδη i.S.v. &#039;&#039;sobald&#039;&#039; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick.&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Zweige&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;sein Zweig&#039;&#039;; kollektiver Singular&amp;lt;/ref&amp;gt; weich werden &amp;lt;ref&amp;gt;sicher i.S.v. &#039;&#039;Wenn der Saft in die Zweige steigt&#039;&#039; (so z.B. GN, NGÜ). Sehr schön BB: &#039;&#039;Wenn seine Zweige frisch austreiben und Blätter bekommen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe [ist].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} So auch ihr:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot;&amp;gt;Zum Gleichnis vgl. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; wenn ihr dies&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot; /&amp;gt; geschehen seht, erkennt, dass er (es)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot; /&amp;gt; nahe vor den Toren (vor der Tür)&amp;lt;ref&amp;gt;θύραις Dativ Plural kann auch für die einzelne Tür verwendet werden. Wer sich für „die Tür“ entscheidet lässt den Hörer/Leser eher an die Tür eines Hauses denken. Wird der Plural verwendet, wird das Bild von „Stadttoren“ wachgerufen. Deshalb dann besser „vor den Toren“.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist!{{par|Philemon|4|5}}{{par|Offenbarung|3|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Amen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschlecht&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dieses Geschlecht wird nicht vergehen&#039;&#039; heißt höchstwahrscheinlich, dass noch zu Lebzeiten der Zeitgenossen Jesu das Eschaton eintreten wird (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]). Diese mit diesem Begriff bezeichneten Zeitgenossen werden im Mk stets negativ beurteilt (so auch Dschulnigg 2007, S. 348; Gnilka 1978, S. 206; Schenke 2005, S. 299); wahrscheinlich wird man daher V. 30 als Drohwort auffassen müssen (vgl. bes. [[Markus 8#s38 |Mk 8,38]]). Das &#039;&#039;Amen, ich sage euch&#039;&#039; (-&amp;gt;°Amen°) hätte dann hier eine ähnliche Funktion wie im Deutschen ein Drohungen einleitendes „Ich verspreche dir,...“, „ich sag&#039;s dir,...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ich sage euch: Nicht (Keinesfalls)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot; /&amp;gt; wird diese Generation (Geschlecht)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschlecht&amp;quot; /&amp;gt; vergehen, bis dies alles&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung von ταῦτα πάντα &#039;&#039;dies alles&#039;&#039; ist in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; geschehen sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kleist 1937, S. 226 kommentiert wunderbar diesen Vers, indem er seiner Unsicherheit sehr ehrlich Ausdruck verleiht: „&#039;&#039;Werden&#039;&#039; oder &#039;&#039;würden&#039;&#039; vergehen? Werden Himmel und Erde tatsächlich vergehen? Oder vielleicht in diesem Sinn: „Selbst wenn Himmel und Erde (von denen man ja eigentlich meinen würde, dass sie unzerstörbar sind) vergehen würde, würden meine Worte nicht vergehen; d.h. sich nicht als falsch erweisen“?“&amp;lt;br /&amp;gt;Das ist eine schöne Deutung, aber nicht nötig: Die Vorstellung, dass am Ende der Zeit Himmel und Erde vergehen würden, ist ein häufigerer Topos in der Bibel; vg. TRE 30, S. 290: „Die alttestamentlich-apokalyptische Tradition des Untergangs von Sonne, Mond, Sternen, Himmel und Erde fand in den Gerichtsszenen im Neuen Testament (vgl. [[Markus 13#s24 |Mk 13,24-26]]; [[Apostelgeschichte 6#s12 |Apg 6,12-17]]; [[Hebräer 12#s26 |Heb 12,26f.]] [...]) Wiederhall. [...] Am Tag des Herrn vergehen Himmel, Erde und Grundelemente in einem kosmischen Weltenbrand (vgl. [[2Petrus 3#s10 |2Pet 3,10-13]]). Obwohl die Schöpfung, Himmel und Erde (vgl. [[Lukas 16#s17 |Lk 16,17]] [Q]; [[Markus 13#s31 |Mk 13,31]]), diese Welt (vgl. [[1Korinther 7#31 |1Kor 7,31b]]; [[1Johannes 2#17 |1Joh 2,17]]) vergehen werden, wäre das aber nicht das Ende.“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Psalm|89|37|38}}{{par|Jesaja|40|8}}{{par|Jesaja|51|6}}{{par|Jesaja|54|10}}{{par|Matthäus|5|18}}{{par|1_Petrus|1|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Von dem Tag und der Stunde weiß niemand,&amp;lt;ref&amp;gt;Die Formulierung Περὶ τῆς ἡμέρας ἐκείνης &#039;&#039;über jenen Tag&#039;&#039; (περί + Genitiv = &#039;&#039;über&#039;&#039;) klingt so, als wollte Jesus sagen, dass niemand etwas &#039;&#039;über&#039;&#039; die Geschehnisse am Ende der Zeit weiß - was aber keinen Sinn macht, da er ja selbst gerade lang und breit die Geschehnisse am Ende der Zeit referiert hat. Es muss daher gedeutet werden als &#039;&#039;Den Tag oder die Stunde kennt niemand&#039;&#039;, also &#039;&#039;den genauen Zeitpunkt allerdings kennt niemand&#039;&#039;. Vgl. ähnlich Schenke 2005, S. 299: „Antithetisch schließt 13,32 die Terminfrage ab: Über das hinaus, was Jesus angekündigt hat, kann niemand etwas zum Termin der Vollendung sagen. Sie wird sicher und noch vor dem Vergehen dieser Generation kommen, doch den genauen Tag oder gar die Stunde kennt außer Gott niemand, und Gott bewahrt ihn bei sich.“ Das Motiv der Unbekanntheit des genauen Zeitpunktes findet sich auch in 2Bar 21,8 („[Gott], der du [...] ganz allein der Zeiten Schluß vor seiner Ankunft kennst [...]“ (Rießler)) (vgl. Gnilka 1978, S. 207). Vgl. noch V. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt; weder die Engel (Boten)&amp;lt;ref&amp;gt;Sowohl das hebräische {{hebr}}מַלְאָך{{hebr ende}} als auch das griechische ἄγγελος heißt ursprünglich nur „Bote“, wird aber in der Bibel eher selten von menschlichen Boten verwendet, sondern meist von himmlischen Geistwesen, für die sich im Deutschen die Bezeichnung „Engel“ eingebürgert hat. Da sie hier durch „im Himmel“ spezifiziert werden, ist klar, dass dass es sich um letztere handelt. Auch das Motiv des Nichtwissens der Engel findet sich häufiger; vgl. [[1Petrus 1#s12 |1Pet 1,12]]; [[Epheser 3#10 |Eph 3,10]]; 4Esra 4,52 („Er (=der Engel) sprach zu mir: / Zum Teil kann ich die Zeichen dir vermelden, / wonach du fragst. / Doch ward ich nicht gesandt, / von deiner Lebensdauer etwas dir zu sagen. / Ich weiß es selber nicht.“ (Rießler)); vgl. Gnilka 1978, S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Himmel, noch der Sohn&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot; /&amp;gt;, allein der Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} Seid achtsam!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Seid wachsam! - denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt (da) ist.{{par|Matthäus|24|42}}{{par|Lukas|12|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} [Es ist]&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kleist 1937, S. 226: „ὡς ἄνθρωπος: brachylogical; „it is as when...““. Vielleicht aber besser: Vv. 34f. sind ein °Gleichnis°; V. 34 ist dabei die Bild-, V. 35 die Sachhälfte. Vielleicht könnte man daher das ὡς ... οὖν auch deuten als Versprachlichung der Relation von Bild- und Sachhälfte: &#039;&#039;So wie..., so&#039;&#039; (vgl. Louw/Nida 89.50 zu οὖν: „Resultats-marker; impliziert häufig die Konklusion einer Argumentation“ (meine Übersetzung)). Dann also: &#039;&#039;Ebenso, wie wenn ein Mann auf Reisen geht ... und dem Torhüter aufträgt, wachsam zu sein, so sollt auch ihr wachsam sein ...&#039;&#039;. Bisher habe ich aber kein gute Beispiel für ein derart verwendetes οὖν gefunden, daher wird man wohl der Lösung von Kleist den Vorzug geben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie bei einem Mensch auf Reisen, der, als er das Haus verließ und seinen Knechten die Vollmacht gab (ihre Verantwortungen übertrug)&amp;lt;ref&amp;gt;meist: „Vollmacht“; es ist aber zweifellos gemeint, dass jedem Knecht eine bestimmte &#039;&#039;Tätigkeit&#039;&#039; zugewiesen wird (so wird es ja im nächsten Teilvers auch näher spezifiziert). &#039;&#039;Verantwortung&#039;&#039; nach Muraoka, S.255 („authoritative responsibility“); so gut auch BB, EÜ, GN, NeÜ, NGÜ, Zink: „Verantwortung übertragen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adverbiale Partizipien] aufgelöst als temporale Nebensätze. So löst auch Kleist 1937 auf und so ist es viel sinnvoller; denn der Fokus liegt bei dem Gleichnis ja nicht darauf, dass der Hausherr seinen Dienern Tätigkeiten zuweist und unter anderem auch dem Torhüter die Tätigkeit des Wachehaltens; sondern allein die Tätigkeit des Wachehaltens steht im Fokus. Diese Auflösung entbindet auch von der Notwendigkeit, das Gleichnis für eine nicht gelungene Verschmelzung zweier verschiedener Quellen zu erklären, wie z.B. [http://www.digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/goToPage/bsb00051853.html?pageNo=161&amp;amp;prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;context=Luke&amp;amp;hl=scan&amp;amp;mode=simple&amp;amp;rows=10&amp;amp;fulltext=Luke Weder 1978, S. 163] das tut.&amp;lt;/ref&amp;gt; - jedem seine [eigene] Aufgabe - {dabei}&amp;lt;ref&amp;gt;partikularisierendes καὶ: Der Torhüter ist bereits in &#039;&#039;seinen Knechten&#039;&#039; inkludiert; nun wird noch einmal gesondert auf den Torhüter Bezug genommen&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Torhüter gebot, dass er wachsam sei (Wache halte).&amp;lt;ref&amp;gt;Das altjüdische Haus gehörte i.d.R. zu einem ummauerten Häuserverbund mit gemeinschaftlichen Innenhof, dessen vorderer Teil an die Straße reichte. Viele solcher Häuserverbünde hatten hier einen Torhüter postiert; größere und vornehmere Häuserverbünde sogar ein extra Torhäuschen. vgl. z.B. B/S &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} Seid also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt&amp;lt;ref&amp;gt;Der Satz ist spannend, denn er steht sowohl auf der Bildseite als auch auf der Sachseite des Gleichnisses (-&amp;gt;°Gleichnis°) und bezieht sich sowohl auf die &#039;&#039;Rückkehr&#039;&#039; des Hausherrn als auch als die eschatologisch zu verstehende (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_13#note_bg Fußnote bg]) &#039;&#039;Wiederkunft&#039;&#039; des &#039;&#039;Herrn&#039;&#039;, also des Menschensohnes.&amp;lt;/ref&amp;gt; - ob am Abend, zur Mitternacht, zum Hahnenschrei oder im Morgengrauen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abend&#039;&#039;, &#039;&#039;Mitternacht&#039;&#039;, &#039;&#039;Hahnenschrei&#039;&#039; und &#039;&#039;Morgengrauen&#039;&#039; sind die vier Nachtwachenzeiten der Römer (vgl. Thüsing 2011, S. 115); die Zeitangaben passen also ausgesprochen gut zur Aufgabe des Wache-haltens eines Torwächters.&amp;lt;/ref&amp;gt; -{{par|Lukas|12|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} damit er, wenn er plötzlich kommt, euch nicht schlafend vorfindet.{{par|Matthäus|25|5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} Was ich {aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; euch sage, sage ich&amp;lt;ref&amp;gt;sehr gut GN: „Was ich euch gesagt habe, gilt für alle“.&amp;lt;/ref&amp;gt; allen: Seid wachsam!{{par|Apostelgeschichte|20|31}}{{par|1Korinther|16|13}}{{par|1_Petrus|5|8}}“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HHigel</name></author>
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