<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=J%C3%BCrgen</id>
	<title>Die Offene Bibel - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=J%C3%BCrgen"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/wiki/Spezial:Beitr%C3%A4ge/J%C3%BCrgen"/>
	<updated>2026-04-23T19:18:12Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25812</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25812"/>
		<updated>2017-10-15T14:30:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dich,&lt;br /&gt;
_alle deine&amp;lt;ref&amp;gt;deine: im Hebräischen Femininum mit Bezug auf die Stadt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; Feinde,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und knirschen mit [ihren] Zähnen,&lt;br /&gt;
_sie sagen: Wir haben [sie] verschlungen;&lt;br /&gt;
ja, dies ist der Tag, auf den wir hofften,&lt;br /&gt;
_wir haben [es] erreicht&amp;lt;ref&amp;gt;wir haben (es) erreicht: Andere übersetzen „wir haben ihn (d.h. den erhofften Tag) erreicht&amp;lt;/ref&amp;gt;, gesehen.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Getan hat JHWH, was er ersann,&lt;br /&gt;
_ erfüllt hat er sein Wort,&lt;br /&gt;
das er angeordnet hat seit den Tagen der Urzeit:&amp;lt;ref&amp;gt;das er angeordnet hat: Gordis bezieht dies auf den Tempel und nicht auf das Wort. Dann lautet die Übersetzung: Was er angeordnet hat ..., das riss er ein ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ er riss ein und hatte kein Mitleid.&lt;br /&gt;
Und er ließ sich freuen über dich den Feind,&lt;br /&gt;
_ hat erhöht das Horn&amp;lt;ref&amp;gt;Horn: ein bildhafter Ausdruck für Macht&amp;lt;/ref&amp;gt; deiner Bedränger.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Ihr&amp;lt;ref&amp;gt;ihr: im Hebr. Plural; gemeint sind die Bewohner Jerusalems&amp;lt;/ref&amp;gt; Herz schreit&amp;lt;ref&amp;gt;schreit: Andere deuten das hebräische Perfekt an dieser Stelle als Vergangenheitstempus: schrie&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Herrn.&lt;br /&gt;
_[Du] Stadtmauer der Tochter Zion,&amp;lt;ref&amp;gt;Ihr Herz schreit ... Stadtmauer ...: So der masoretische Text. Zahlreiche Übersetzungen und Kommentatoren halten diese Überlieferung von Vers 18a für korrupt. Unter den verschiedenen Verbesserungsvorschlägen hat die Änderung von {{Hebr}}צָעַק{{Hebr ende}} (schreit/schrie) in {{Hebr}}צַעֲקִי{{Hebr ende}} (schrei!) und die Tilgung von {{Hebr}}חוֹמַת{{Hebr ende}} (Mauer) Eingang in viele Übersetzungen gefunden. Neuere Übersetzungen (z.B. NZB, Lu2017) folgen wieder dem masoretischen Text.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lass herabfließen wie einen Bach die Tränen&lt;br /&gt;
_Tag und Nacht!&lt;br /&gt;
Gönne (gib) dir keine Ruhe (Aufhören),&lt;br /&gt;
_nicht versiege (höre auf) dein Augapfel&amp;lt;ref&amp;gt;Augapfel: wörtlich die Tochter deines Auges&amp;lt;/ref&amp;gt;!&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Auf, klage in der Nacht&lt;br /&gt;
_zu Beginn der Nachtwachen!&lt;br /&gt;
Gieße dein Herz aus wie Wasser&lt;br /&gt;
_vor dem Angesicht des Herrn!&lt;br /&gt;
Erhebe&amp;lt;ref&amp;gt;klage ... gieße ... erhebe: Diese Imperative haben im Hebräischen feminines Geschlecht, so dass auch hier Jerusalem als Subjekt zu denken ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihm deine Hände&lt;br /&gt;
_für das Leben deiner Kinder,&lt;br /&gt;
die vor Hunger schmachten&lt;br /&gt;
_an jeder Straßenecke!&amp;lt;ref&amp;gt;Auffälligerweise ist Vers 19 vierzeilig. Da die vierte Zeile jedoch von allen Textzeugen überliefert wird und auch inhaltlich keine Fragen aufwirft, gibt es keinen Grund sie zu tilgen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, und schau doch,&lt;br /&gt;
_wem du solches angetan hast!&lt;br /&gt;
Sollen Frauen ihre Leibesfrucht essen,&lt;br /&gt;
_[ihre] umsorgten&amp;lt;ref&amp;gt;umsorgten: andere übersetzen „gesund geborenen“ o.ä. {{Hebr}}טִפֻּחִים{{Hebr ende}} kommt nur hier in der hebräischen Bibel vor.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kinder?&lt;br /&gt;
Sollen im Heiligtum getötet werden&lt;br /&gt;
_Priester und Prophet?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|21}} Auf der Erde in den Straßen liegen&lt;br /&gt;
_Kind und Greis;&lt;br /&gt;
meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;junge Frauen ... junge Männer: Im Hebräischen sind damit noch nicht Verheiratete gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind gefallen durch das Schwert,&lt;br /&gt;
du hast getötet am Tag deines Zorns,&lt;br /&gt;
_du hast abgeschlachtet, nicht geschont.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|22}} Du riefst aus wie einen Tag der Festversammlung&lt;br /&gt;
_meine Fremdlingschaft ringsumher,&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den masoretischen Text von Vers 22a ohne Eingriffe und Sonderbedeutungen folgendermaßen zu verstehen: Gott hat öffentlich beschlossen, dass die Einwohner Jerusalems in der eigenen Stadt und ringumher Fremdlinge sein sollen. Andere deuten {{Hebr}}מְגוּרַי{{Hebr ende}} (meine Fremdlingschaft) als Plural von {{Hebr}}מָגוֹר{{Hebr ende}} (Grauen, Schrecken). Gordis vermutet ein Wortspiel und übersetzt {{Hebr}}מְגוּרַי{{Hebr ende}} als „neighbors (terrors)“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und es gab am Tag des Zorns JHWHs keinen&lt;br /&gt;
_Entronnenen und Entkommenen;&lt;br /&gt;
die ich umsorgt und großgezogen habe,&lt;br /&gt;
_ mein Feind hat sie vertilgt. &amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25811</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25811"/>
		<updated>2017-10-15T08:15:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dich,&lt;br /&gt;
_alle deine&amp;lt;ref&amp;gt;deine: im Hebräischen Femininum mit Bezug auf die Stadt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; Feinde,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und knirschen mit [ihren] Zähnen,&lt;br /&gt;
_sie sagen: Wir haben [sie] verschlungen;&lt;br /&gt;
ja, dies ist der Tag, auf den wir hofften,&lt;br /&gt;
_wir haben [es] erreicht&amp;lt;ref&amp;gt;wir haben (es) erreicht: Andere übersetzen „wir haben ihn (d.h. den erhofften Tag) erreicht&amp;lt;/ref&amp;gt;, gesehen.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Getan hat JHWH, was er ersann,&lt;br /&gt;
_ erfüllt hat er sein Wort,&lt;br /&gt;
das er angeordnet hat seit den Tagen der Urzeit:&amp;lt;ref&amp;gt;das er angeordnet hat: Gordis bezieht dies auf den Tempel und nicht auf das Wort. Dann lautet die Übersetzung: Was er angeordnet hat ..., das riss er ein ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ er riss ein und hatte kein Mitleid.&lt;br /&gt;
Und er ließ sich freuen über dich den Feind,&lt;br /&gt;
_ hat erhöht das Horn&amp;lt;ref&amp;gt;Horn: ein bildhafter Ausdruck für Macht&amp;lt;/ref&amp;gt; deiner Bedränger.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Ihr&amp;lt;ref&amp;gt;ihr: im Hebr. Plural; gemeint sind die Bewohner Jerusalems&amp;lt;/ref&amp;gt; Herz schreit&amp;lt;ref&amp;gt;schreit: Andere deuten das hebräische Perfekt an dieser Stelle als Vergangenheitstempus: schrie&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Herrn.&lt;br /&gt;
_[Du] Stadtmauer der Tochter Zion,&amp;lt;ref&amp;gt;Ihr Herz schreit ... Stadtmauer ...: So der masoretische Text. Zahlreiche Übersetzungen und Kommentatoren halten diese Überlieferung von Vers 18a für korrupt. Unter den verschiedenen Verbesserungsvorschlägen hat die Änderung von {{Hebr}}צָעַק{{Hebr ende}} (schreit/schrie) in {{Hebr}}צַעֲקִי{{Hebr ende}} (schrei!) und die Tilgung von {{Hebr}}חוֹמַת{{Hebr ende}} (Mauer) Eingang in viele Übersetzungen gefunden. Neuere Übersetzungen (z.B. NZB, Lu2017) folgen wieder dem masoretischen Text.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lass herabfließen wie einen Bach die Tränen&lt;br /&gt;
_Tag und Nacht!&lt;br /&gt;
Gönne (gib) dir keine Ruhe (Aufhören),&lt;br /&gt;
_nicht versiege (höre auf) dein Augapfel&amp;lt;ref&amp;gt;Augapfel: wörtlich die Tochter deines Auges&amp;lt;/ref&amp;gt;!&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Auf, klage in der Nacht&lt;br /&gt;
_zu Beginn der Nachtwachen!&lt;br /&gt;
Gieße dein Herz aus wie Wasser&lt;br /&gt;
_vor dem Angesicht des Herrn!&lt;br /&gt;
Erhebe&amp;lt;ref&amp;gt;klage ... gieße ... erhebe: Diese Imperative haben im Hebräischen feminines Geschlecht, so dass auch hier Jerusalem als Subjekt zu denken ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihm deine Hände&lt;br /&gt;
_für das Leben deiner Kinder,&lt;br /&gt;
die vor Hunger schmachten&lt;br /&gt;
_an jeder Straßenecke!&amp;lt;ref&amp;gt;Auffälligerweise ist Vers 19 vierzeilig. Da die vierte Zeile jedoch von allen Textzeugen überliefert wird und auch inhaltlich keine Fragen aufwirft, gibt es keinen Grund sie zu tilgen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, und schau doch,&lt;br /&gt;
_wem du solches angetan hast!&lt;br /&gt;
Sollen Frauen ihre Leibesfrucht essen,&lt;br /&gt;
_[ihre] umsorgten&amp;lt;ref&amp;gt;umsorgten: andere übersetzen „gesund geborenen“ o.ä. {{Hebr}}טִפֻּחִים{{Hebr ende}} kommt nur hier in der hebräischen Bibel vor.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kinder?&lt;br /&gt;
Sollen im Heiligtum getötet werden&lt;br /&gt;
_Priester und Prophet?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25810</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25810"/>
		<updated>2017-10-12T20:11:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dich,&lt;br /&gt;
_alle deine&amp;lt;ref&amp;gt;deine: im Hebräischen Femininum mit Bezug auf die Stadt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; Feinde,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und knirschen mit [ihren] Zähnen,&lt;br /&gt;
_sie sagen: Wir haben [sie] verschlungen;&lt;br /&gt;
ja, dies ist der Tag, auf den wir hofften,&lt;br /&gt;
_wir haben [es] erreicht&amp;lt;ref&amp;gt;wir haben (es) erreicht: Andere übersetzen „wir haben ihn (d.h. den erhofften Tag) erreicht&amp;lt;/ref&amp;gt;, gesehen.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Getan hat JHWH, was er ersann,&lt;br /&gt;
_ erfüllt hat er sein Wort,&lt;br /&gt;
das er angeordnet hat seit den Tagen der Urzeit:&amp;lt;ref&amp;gt;das er angeordnet hat: Gordis bezieht dies auf den Tempel und nicht auf das Wort. Dann lautet die Übersetzung: Was er angeordnet hat ..., das riss er ein ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ er riss ein und hatte kein Mitleid.&lt;br /&gt;
Und er ließ sich freuen über dich den Feind,&lt;br /&gt;
_ hat erhöht das Horn&amp;lt;ref&amp;gt;Horn: ein bildhafter Ausdruck für Macht&amp;lt;/ref&amp;gt; deiner Bedränger.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Ihr&amp;lt;ref&amp;gt;ihr: im Hebr. Plural; gemeint sind die Bewohner Jerusalems&amp;lt;/ref&amp;gt; Herz schreit&amp;lt;ref&amp;gt;schreit: Andere deuten das hebräische Perfekt an dieser Stelle als Vergangenheitstempus: schrie&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Herrn.&lt;br /&gt;
_[Du] Stadtmauer der Tochter Zion,&amp;lt;ref&amp;gt;Ihr Herz schreit ... Stadtmauer ...: So der masoretische Text. Zahlreiche Übersetzungen und Kommentatoren halten diese Überlieferung von Vers 18a für korrupt. Unter den verschiedenen Verbesserungsvorschlägen hat die Änderung von {{Hebr}}צָעַק{{Hebr ende}} (schreit/schrie) in {{Hebr}}צַעֲקִי{{Hebr ende}} (schrei!) und die Tilgung von {{Hebr}}חוֹמַת{{Hebr ende}} (Mauer) Eingang in viele Übersetzungen gefunden. Neuere Übersetzungen (z.B. NZB, Lu2017) folgen wieder dem masoretischen Text.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lass herabfließen wie einen Bach die Tränen&lt;br /&gt;
_Tag und Nacht!&lt;br /&gt;
Gönne (gib) dir keine Ruhe (Aufhören),&lt;br /&gt;
_nicht versiege (höre auf) dein Augapfel&amp;lt;ref&amp;gt;Augapfel: wörtlich die Tochter deines Auges&amp;lt;/ref&amp;gt;!&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Auf, klage in der Nacht&lt;br /&gt;
_zu Beginn der Nachtwachen!&lt;br /&gt;
Gieße dein Herz aus wie Wasser&lt;br /&gt;
_vor dem Angesicht des Herrn!&lt;br /&gt;
Erhebe&amp;lt;ref&amp;gt;klage ... gieße ... erhebe: Diese Imperative haben im Hebräischen feminines Geschlecht, so dass auch hier Jerusalem als Subjekt zu denken ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihm deine Hände&lt;br /&gt;
_für das Leben deiner Kinder,&lt;br /&gt;
die vor Hunger schmachten&lt;br /&gt;
_an jeder Straßenecke!&amp;lt;ref&amp;gt;Auffälligerweise ist Vers 19 vierzeilig. Da die vierte Zeile jedoch von allen Textzeugen überliefert wird und auch inhaltlich keine Fragen aufwirft, gibt es keinen Grund sie zu tilgen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, und schau doch,&lt;br /&gt;
_wem du solches angetan hast!&lt;br /&gt;
Sollen Frauen ihre Leibesfrucht essen,&lt;br /&gt;
_ gesund geborene Kinder?&amp;lt;ref&amp;gt;gesund geboren: andere übersetzen „umhegt“ o.ä. {{Hebr}}טִפֻּחִים{{Hebr ende}} kommt nur hier in der hebräischen Bibel vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sollen im Heiligtum getötet werden&lt;br /&gt;
_Priester und Prophet?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25809</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25809"/>
		<updated>2017-10-12T15:25:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dich,&lt;br /&gt;
_alle deine&amp;lt;ref&amp;gt;deine: im Hebräischen Femininum mit Bezug auf die Stadt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; Feinde,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und knirschen mit [ihren] Zähnen,&lt;br /&gt;
_sie sagen: Wir haben [sie] verschlungen;&lt;br /&gt;
ja, dies ist der Tag, auf den wir hofften,&lt;br /&gt;
_wir haben [es] erreicht&amp;lt;ref&amp;gt;wir haben (es) erreicht: Andere übersetzen „wir haben ihn (d.h. den erhofften Tag) erreicht&amp;lt;/ref&amp;gt;, gesehen.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Getan hat JHWH, was er ersann,&lt;br /&gt;
_ erfüllt hat er sein Wort,&lt;br /&gt;
das er angeordnet hat seit den Tagen der Urzeit:&amp;lt;ref&amp;gt;das er angeordnet hat: Gordis bezieht dies auf den Tempel und nicht auf das Wort. Dann lautet die Übersetzung: Was er angeordnet hat ..., das riss er ein ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ er riss ein und hatte kein Mitleid.&lt;br /&gt;
Und er ließ sich freuen über dich den Feind,&lt;br /&gt;
_ hat erhöht das Horn&amp;lt;ref&amp;gt;Horn: ein bildhafter Ausdruck für Macht&amp;lt;/ref&amp;gt; deiner Bedränger.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Ihr&amp;lt;ref&amp;gt;ihr: im Hebr. Plural; gemeint sind die Bewohner Jerusalems&amp;lt;/ref&amp;gt; Herz schreit&amp;lt;ref&amp;gt;schreit: Andere deuten das hebräische Perfekt an dieser Stelle als Vergangenheitstempus: schrie&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Herrn.&lt;br /&gt;
_[Du] Stadtmauer der Tochter Zion,&amp;lt;ref&amp;gt;Ihr Herz schreit ... Stadtmauer ...: So der masoretische Text. Zahlreiche Übersetzungen und Kommentatoren halten diese Überlieferung von Vers 18a für korrupt. Unter den verschiedenen Verbesserungsvorschlägen hat die Änderung von {{Hebr}}צָעַק{{Hebr ende}} (schreit/schrie) in {{Hebr}}צַעֲקִי{{Hebr ende}} (schrei!) und die Tilgung von {{Hebr}}חוֹמַת{{Hebr ende}} (Mauer) Eingang in viele Übersetzungen gefunden. Neuere Übersetzungen (z.B. NZB, Lu2017) folgen wieder dem masoretischen Text.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lass herabfließen wie einen Bach die Tränen&lt;br /&gt;
_Tag und Nacht!&lt;br /&gt;
Gönne (gib) dir keine Ruhe (Aufhören),&lt;br /&gt;
_nicht versiege (höre auf) dein Augapfel&amp;lt;ref&amp;gt;Augapfel: wörtlich die Tochter deines Auges&amp;lt;/ref&amp;gt;!&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Auf, klage in der Nacht&lt;br /&gt;
_zu Beginn der Nachtwachen!&lt;br /&gt;
Gieße dein Herz aus wie Wasser&lt;br /&gt;
_vor dem Angesicht des Herrn!&lt;br /&gt;
Erhebe&amp;lt;ref&amp;gt;klage ... gieße ... erhebe: Diese Imperative haben im Hebräischen feminines Geschlecht, so dass auch hier Jerusalem als Subjekt zu denken ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihm deine Hände&lt;br /&gt;
_für das Leben deiner Kinder,&lt;br /&gt;
die vor Hunger schmachten&lt;br /&gt;
_an jeder Straßenecke!&amp;lt;ref&amp;gt;Auffälligerweise ist Vers 19 vierzeilig. Da die vierte Zeile jedoch von allen Textzeugen überliefert wird und auch inhaltlich keine Fragen aufwirft, gibt es keinen Grund sie zu tilgen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25808</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25808"/>
		<updated>2017-10-12T15:20:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dich,&lt;br /&gt;
_alle deine&amp;lt;ref&amp;gt;deine: im Hebräischen Femininum mit Bezug auf die Stadt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; Feinde,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und knirschen mit [ihren] Zähnen,&lt;br /&gt;
_sie sagen: Wir haben [sie] verschlungen;&lt;br /&gt;
ja, dies ist der Tag, auf den wir hofften,&lt;br /&gt;
_wir haben [es] erreicht&amp;lt;ref&amp;gt;wir haben (es) erreicht: Andere übersetzen „wir haben ihn (d.h. den erhofften Tag) erreicht&amp;lt;/ref&amp;gt;, gesehen.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Getan hat JHWH, was er ersann,&lt;br /&gt;
_ erfüllt hat er sein Wort,&lt;br /&gt;
das er angeordnet hat seit den Tagen der Urzeit:&amp;lt;ref&amp;gt;das er angeordnet hat: Gordis bezieht dies auf den Tempel und nicht auf das Wort. Dann lautet die Übersetzung: Was er angeordnet hat ..., das riss er ein ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ er riss ein und hatte kein Mitleid.&lt;br /&gt;
Und er ließ sich freuen über dich den Feind,&lt;br /&gt;
_ hat erhöht das Horn&amp;lt;ref&amp;gt;Horn: ein bildhafter Ausdruck für Macht&amp;lt;/ref&amp;gt; deiner Bedränger.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Ihr&amp;lt;ref&amp;gt;ihr: im Hebr. Plural; gemeint sind die Bewohner Jerusalems&amp;lt;/ref&amp;gt; Herz schreit&amp;lt;ref&amp;gt;schreit: Andere deuten das hebräische Perfekt an dieser Stelle als Vergangenheitstempus: schrie&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Herrn.&lt;br /&gt;
_[Du] Stadtmauer der Tochter Zion,&amp;lt;ref&amp;gt;Ihr Herz schreit ... Stadtmauer ...: So der masoretische Text. Zahlreiche Übersetzungen und Kommentatoren halten diese Überlieferung von Vers 18a für korrupt. Unter den verschiedenen Verbesserungsvorschlägen hat die Änderung von {{Hebr}}צָעַק{{Hebr ende}} (schreit/schrie) in {{Hebr}}צַעֲקִי{{Hebr ende}} (schrei!) und die Tilgung von {{Hebr}}חוֹמַת{{Hebr ende}} (Mauer) Eingang in viele Übersetzungen gefunden. Neuere Übersetzungen (z.B. NZB, Lu2017) folgen wieder dem masoretischen Text.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lass herabfließen wie einen Bach die Tränen&lt;br /&gt;
_Tag und Nacht!&lt;br /&gt;
Gönne (gib) dir keine Ruhe (Aufhören),&lt;br /&gt;
_nicht versiege (höre auf) dein Augapfel&amp;lt;ref&amp;gt;Augapfel: wörtlich die Tochter deines Auges&amp;lt;/ref&amp;gt;!&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Auf, klage in der Nacht&lt;br /&gt;
_zu Beginn der Nachtwachen!&lt;br /&gt;
Gieße dein Herz aus wie Wasser&lt;br /&gt;
_vor dem Angesicht des Herrn!&lt;br /&gt;
Erhebe zu ihm deine Hände&lt;br /&gt;
_für das Leben deiner Kinder,&lt;br /&gt;
die vor Hunger schmachten&lt;br /&gt;
_an jeder Straßenecke!&amp;lt;ref&amp;gt;Auffälligerweise ist Vers 19 vierzeilig. Da die vierte Zeile jedoch von allen Textzeugen überliefert wird und auch inhaltlich keine Fragen aufwirft, gibt es keinen Grund sie zu tilgen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25807</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25807"/>
		<updated>2017-10-11T17:28:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dich,&lt;br /&gt;
_alle deine&amp;lt;ref&amp;gt;deine: im Hebräischen Femininum mit Bezug auf die Stadt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; Feinde,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und knirschen mit [ihren] Zähnen,&lt;br /&gt;
_sie sagen: Wir haben [sie] verschlungen;&lt;br /&gt;
ja, dies ist der Tag, auf den wir hofften,&lt;br /&gt;
_wir haben [es] erreicht&amp;lt;ref&amp;gt;wir haben (es) erreicht: Andere übersetzen „wir haben ihn (d.h. den erhofften Tag) erreicht&amp;lt;/ref&amp;gt;, gesehen.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Getan hat JHWH, was er ersann,&lt;br /&gt;
_ erfüllt hat er sein Wort,&lt;br /&gt;
das er angeordnet hat seit den Tagen der Urzeit:&amp;lt;ref&amp;gt;das er angeordnet hat: Gordis bezieht dies auf den Tempel und nicht auf das Wort. Dann lautet die Übersetzung: Was er angeordnet hat ..., das riss er ein ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ er riss ein und hatte kein Mitleid.&lt;br /&gt;
Und er ließ sich freuen über dich den Feind,&lt;br /&gt;
_ hat erhöht das Horn&amp;lt;ref&amp;gt;Horn: ein bildhafter Ausdruck für Macht&amp;lt;/ref&amp;gt; deiner Bedränger.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Ihr&amp;lt;ref&amp;gt;ihr: im Hebr. Plural; gemeint sind die Bewohner Jerusalems&amp;lt;/ref&amp;gt; Herz schreit&amp;lt;ref&amp;gt;schreit: Andere deuten das hebräische Perfekt an dieser Stelle als Vergangenheitstempus: schrie&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Herrn.&lt;br /&gt;
_[Du] Stadtmauer der Tochter Zion,&amp;lt;ref&amp;gt;Ihr Herz schreit ... Stadtmauer ...: So der masoretische Text. Zahlreiche Übersetzungen und Kommentatoren halten diese Überlieferung von Vers 18a für korrupt. Unter den verschiedenen Verbesserungsvorschlägen hat die Änderung von {{Hebr}}צָעַק{{Hebr ende}} (schreit/schrie) in {{Hebr}}צַעֲקִי{{Hebr ende}} (schrei!) und die Tilgung von {{Hebr}}חוֹמַת{{Hebr ende}} (Mauer) Eingang in viele Übersetzungen gefunden. Neuere Übersetzungen (z.B. NZB, Lu2017) folgen wieder dem masoretischen Text.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lass herabfließen wie einen Bach die Tränen&lt;br /&gt;
_Tag und Nacht!&lt;br /&gt;
Gönne (gib) dir keine Ruhe (Aufhören),&lt;br /&gt;
_nicht versiege (höre auf) dein Augapfel&amp;lt;ref&amp;gt;Augapfel: wörtlich die Tochter deines Auges&amp;lt;/ref&amp;gt;!&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25806</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25806"/>
		<updated>2017-10-11T17:27:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dich,&lt;br /&gt;
_alle deine&amp;lt;ref&amp;gt;deine: im Hebräischen Femininum mit Bezug auf die Stadt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; Feinde,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und knirschen mit [ihren] Zähnen,&lt;br /&gt;
_sie sagen: Wir haben [sie] verschlungen;&lt;br /&gt;
ja, dies ist der Tag, auf den wir hofften,&lt;br /&gt;
_wir haben [es] erreicht&amp;lt;ref&amp;gt;wir haben (es) erreicht: Andere übersetzen „wir haben ihn (d.h. den erhofften Tag) erreicht&amp;lt;/ref&amp;gt;, gesehen.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Getan hat JHWH, was er ersann,&lt;br /&gt;
_ erfüllt hat er sein Wort,&lt;br /&gt;
das er angeordnet hat seit den Tagen der Urzeit:&amp;lt;ref&amp;gt;das er angeordnet hat: Gordis bezieht dies auf den Tempel und nicht auf das Wort. Dann lautet die Übersetzung: Was er angeordnet hat ..., das riss er ein ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ er riss ein und hatte kein Mitleid.&lt;br /&gt;
Und er ließ sich freuen über dich den Feind,&lt;br /&gt;
_ hat erhöht das Horn&amp;lt;ref&amp;gt;Horn: ein bildhafter Ausdruck für Macht&amp;lt;/ref&amp;gt; deiner Bedränger.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Ihr&amp;lt;ref&amp;gt;ihr: im Hebr. Plural; gemeint sind die Bewohner Jerusalems&amp;lt;/ref&amp;gt; Herz schreit&amp;lt;ref&amp;gt;schreit: Andere deuten das hebräische Perfekt an dieser Stelle als Vergangenheitstempus: schrie&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Herrn.&lt;br /&gt;
_[Du] Stadtmauer der Tochter Zion,&amp;lt;ref&amp;gt;Ihr Herz schreit ... Stadtmauer ...: So der masoretische Text. Zahlreiche Übersetzungen und Kommentatoren halten diese Überlieferung von Vers 18a für korrupt. Unter den verschiedenen Verbesserungsvorschlägen hat die Änderung von {{Hebr}}צָעַק{{Hebr ende}} (schreit/schrie) in {{Hebr}}צַעֲקִי{{Hebr ende}} (schrei!) und die Tilgung von {{Hebr}}חוֹמַת{Hebr ende}} (Mauer) Eingang in viele Übersetzungen gefunden. Neuere Übersetzungen (z.B. NZB, Lu2017) folgen wieder dem masoretischen Text.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lass herabfließen wie einen Bach die Tränen&lt;br /&gt;
_Tag und Nacht!&lt;br /&gt;
Gönne (gib) dir keine Ruhe (Aufhören),&lt;br /&gt;
_nicht versiege (höre auf) dein Augapfel&amp;lt;ref&amp;gt;Augapfel: wörtlich die Tochter deines Auges&amp;lt;/ref&amp;gt;!&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25797</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25797"/>
		<updated>2017-10-10T18:28:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dich,&lt;br /&gt;
_alle deine&amp;lt;ref&amp;gt;deine: im Hebräischen Femininum mit Bezug auf die Stadt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; Feinde,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und knirschen mit [ihren] Zähnen,&lt;br /&gt;
_sie sagen: Wir haben [sie] verschlungen;&lt;br /&gt;
ja, dies ist der Tag, auf den wir hofften,&lt;br /&gt;
_wir haben [es] erreicht&amp;lt;ref&amp;gt;wir haben (es) erreicht: Andere übersetzen „wir haben ihn (d.h. den erhofften Tag) erreicht&amp;lt;/ref&amp;gt;, gesehen.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Getan hat JHWH, was er ersann,&lt;br /&gt;
_ erfüllt hat er sein Wort,&lt;br /&gt;
das er angeordnet hat seit den Tagen der Urzeit:&amp;lt;ref&amp;gt;das er angeordnet hat: Gordis bezieht dies auf den Tempel und nicht auf das Wort. Dann lautet die Übersetzung: Was er angeordnet hat ..., das riss er ein ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ er riss ein und hatte kein Mitleid.&lt;br /&gt;
Und er ließ sich freuen über dich den Feind,&lt;br /&gt;
_ hat erhöht das Horn&amp;lt;ref&amp;gt;Horn: ein bildhafter Ausdruck für Macht&amp;lt;/ref&amp;gt; deiner Bedränger.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25796</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25796"/>
		<updated>2017-10-10T15:38:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dich,&lt;br /&gt;
_alle deine&amp;lt;ref&amp;gt;deine: im Hebräischen Femininum mit Bezug auf die Stadt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; Feinde,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und knirschen mit [ihren] Zähnen,&lt;br /&gt;
_sie sagen: Wir haben [sie] verschlungen;&lt;br /&gt;
ja, dies ist der Tag, auf den wir hofften,&lt;br /&gt;
_wir haben [es] erreicht&amp;lt;ref&amp;gt;wir haben (es) erreicht: Andere übersetzen „wir haben ihn (d.h. den erhofften Tag) erreicht&amp;lt;/ref&amp;gt;, gesehen.&amp;lt;/Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25795</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=25795"/>
		<updated>2017-10-09T15:51:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_„Wo sind Getreide und Wein?“,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Es klatschen&amp;lt;ref&amp;gt;klatschen ... zischen: beides Ausdrücke der Schadenfreude.&amp;lt;/ref&amp;gt; über dich [in] die Hände&lt;br /&gt;
_alle die des Weges ziehen,&lt;br /&gt;
sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf&lt;br /&gt;
_über die Tochter Jerusalem:&lt;br /&gt;
Ist dies die Stadt, die sie nennen (man nennt) &amp;quot;vollkommene Schönheit&amp;quot;,&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)&amp;quot;?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=24699</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=24699"/>
		<updated>2016-08-11T07:26:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen.&lt;br /&gt;
Es wurde wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„&#039;&#039;Witwe&#039;&#039;“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
_die Herrin unter den Völkern,&lt;br /&gt;
die Fürstin über die Provinzen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Provinzen&#039;&#039; - Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
_wurde zur Fronarbeiterin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronarbeiterin&#039;&#039; - W. „zum Frondienst“; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in Zeilen 3.4 und 5.6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} [Bitter] weint sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Bitter] weint sie&#039;&#039; - W. „weinen sie weint“; im Heb. wird ein Verb derart um den Infinitiv des selben Wortes erweitert, um es noch stärker zu machen. Manche Übersetzer (vgl. Kraus, ELB) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und ihre Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle ihre Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Festpilger&#039;&#039; - W. „der zum Fest Kommenden“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Tore&#039;&#039; sind im Alten Israel nicht nur zwei Türen, sondern ein großer Bereich, in dem man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht versammelte. Hier ist außerdem speziell an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] entvölkert,&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - W.: „Und sie, bitter ist ihr.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - W.: „sind zum Haupt geworden.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die ZÜR übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - W.: „sie“ (Sg. f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel; wegen ihrer vielen Vergehen),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. V. 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}} &#039;&#039;baschebi&#039;&#039; („&#039;&#039;in&#039;&#039; Gefangenschaft“)).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tochter Zion&#039;&#039; - „Zion“=Jerusalem. „Tochter Zion“ ist ein häufiger heb. Ausdruck, mit dem die Stadt personifiziert und als „Tochter“ ihrem „Vater“ JHWH zugeordnet werden soll (vgl. Berges 2002, S. 54).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_All ihre Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. „Hirsche“, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu. Während die alten Versionen (LXX und VUL) „Widder“ überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Ez 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Heb. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. „Weide“ als der Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen (in Ohnmacht/ohnmächtig fortgezogen)&lt;br /&gt;
_In Gegenwart des Verfolgers (Jägers).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Verfolgers (Jägers)&#039;&#039; - Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Zeile 5 auf die Widder bezieht, muss man das Wort mit „Jäger“ oder „Treiber“ übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, bezeichnet es die Babylonier; die Doppelzeile ist dann parallel zur letzten Doppelzeile von V. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in (durch) die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
[Ihre] Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - Das Wort ist im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt und entsprechend unsicher in seiner Bedeutung. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert „Exil“ (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften „Wohnsitz“ (κατοικεσία); Vulgata &#039;&#039;sabbata&#039;&#039;, d.h. „Sabbate“. Ges18 nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die heute gängigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - W.: „eine Sünde hat gesündigt Jerusalem“; Figura etymologica zur Verstärkung des Verbs.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - W.: „ihre Scham (Genitalbereich) gesehen“. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen,&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - LUT übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergestoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt; unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
„Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass (denn, Ach!,) der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt).“&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
[Sie,] von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - W.: „Versammlung“; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - W.: „ihr Volk“.&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_Suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[Weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen; die Wendung hat in der Bibel noch häufiger die oben übersetzte Bedeutung.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete (für eine Bettlerin?, was für ein Schlemmer ich) geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres) und ließ es herabkommen [auf mich] (und trat es nieder)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - &#039;&#039;und ließ es herabkommen [auf mich] (und trat es nieder)&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā); worauf sich „es“ beziehen soll, ist dann unklar. Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Heb. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch 4QLam und die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Nach BHQ folgen wir dieser Lesart. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039; nimmt &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; als Subjekt; „Feuer“ ist im Heb. aber meist Fem. und nur manchmal Mask., daher ist das unwahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ausgespannte Netze sind in der Bibel häufiger eine Metapher für Unheil, das jemandem bereitet wird. So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Heb. {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd). Im MT ist es überliefert als {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad); dieses Wort findet sich sonst nicht in der Bibel; seine Bed. muss also aus dem Kontext erschlossen werden: „angebunden“. Die Übersetzer der LXX, Syr und der Vulgata haben es offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet; diese Schreibweise findet sich auch in einigen Handschriften und so wird das Wort auch im Midrasch gedeutet. Darauf folgt das Wort  {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl). Dieses kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt,&amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er (es)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er (es)&#039;&#039; - Subjekt ist entweder Gott oder das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen.&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände [derer],&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Unsicheres Wort, das sich nur zwei Mal in der Bibel findet (noch [[Psalm 119#s118 |Ps 119,118]]). Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālāh) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern). Syr und Tg übersetzen „niedertreten“, was darauf hinweisen könnte, dass im ursprünglichen Text {{Hebr}}סלל{{Hebr ende}} (sll) stand.&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039;unter jemandem ein Blutbad anrichten.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die Reihenfolge der Verse 16 und 17 in Klgl 1 ist unsicher. Das Alphabet war im Alten Israel offenbar in zwei Varianten verbreitet; in der einen folgte &#039;&#039;Pe&#039;&#039; auf &#039;&#039;`Ajin&#039;&#039;, in der anderen &#039;&#039;`Ajin&#039;&#039; auf &#039;&#039;Pe&#039;&#039;. Nach MT ist in Klgl 1 die Reihenfolge V. 16 (die &#039;&#039;`Ajin&#039;&#039;-Strophe) - V. 17 (die &#039;&#039;Pe&#039;&#039;-Strophe); nach 4QLam V. 17 - V. 16, dort folgt also wie in Klgl 2-4 &#039;&#039;`Ajin&#039;&#039; auf &#039;&#039;Pe&#039;&#039;. Das lässt sich entweder so erklären, das 4QLam die Reihenfolge der Verse von Klgl 1 nachträglich an Klgl 2-4 angepasst hat oder dass MT die Reihenfolge der Verse nachträglich an die verbreitetere Version des Alphabets angeglichen hat. Textkritisch ist diese Frage nicht entscheidbar (so auch Schäfer 2006, S. 244f.); wir orientieren uns in der Reihenfolge am MT.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge {mein Auge}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;mein Auge {&amp;lt;s&amp;gt;mein Auge&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; - In MT steht das Wort „mein-Auge“ zweimal nebeneinander. 4QLam, LXX, Syr und VUL haben es nur einmal; ein Schreiber hat also wahrscheinlich das ursprünglich eine „mein-Auge“ doppelt geschrieben. Vgl. allerdings Tg („meine zwei beiden Augen“); 4QLam: („meine beiden Augen“); auch einige LXX-Handschriften und Syr haben das Wort im Plural statt im Sg. und auch LXX&amp;lt;sup&amp;gt;O&amp;lt;/sup&amp;gt; war die Fassung mit doppeltem „mein-Auge“ bekannt. Vgl. außerdem noch [[2Könige 4#s19 |2 Kön 4,19]] („mein Kopf, mein Kopf“); [[Jeremia 4#s19 |Jer 4,19]] („meine Eingeweide, meine Eingeweide“) - ganz sicher es also nicht, dass der ursprüngliche Text nur ein „mein Auge“ hatte.&amp;lt;/ref&amp;gt; zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_[Dass] rings um ihn (seine Nachbarn) seine Feinde [seien],&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mund&#039;&#039; steht hier wie öfter synekdochisch für das, was aus diesem Mund kommt: für Gottes Weisungen und Gebote.&amp;lt;/ref&amp;gt; habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: LXX + Syr fügen hinzu: „und fanden keine“. Dieser Überlieferung zu folgen ist unnötig (gegen Kraus S. 18), wenn man das Impf. {{Hebr}}ּוְיָשִׁיבו{{Hebr ende}} (wəjāšîbû) final übersetzt (vgl. GKC §107q).&amp;lt;/ref&amp;gt; (ihre Seele zurückzubringen).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, dass mir angst [ist],&lt;br /&gt;
_mein Inneres ist (meine Eingeweide sind) aufgewühlt,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aufgewühlt&#039;&#039; ― od.: &#039;&#039;glüht&#039;&#039;. Ges18 unterscheidet zwei Wurzeln {{Hebr}}חמר{{Hebr ende}} (ḥāmar): 1. aufwühlen, gären (u.a. zur Bezeichnung von Schaumwein) 2. rot sein, ohne {{Hebr}}חֳמַרְמָרוּ{{Hebr ende}} (ḥŏmarmārû) in Klgl 1,20 einer der beiden Wurzeln sicher zuzuordnen. Der Unterschied ist am Ende nicht groß, in beiden Fällen wird große Angst oder Erregung ausgedrückt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
es dreht (windet) sich mein Herz in meinem Innern,&lt;br /&gt;
_denn ich war in der Tat widerspenstig (trotzig):&lt;br /&gt;
draußen machte das Schwert [mich] kinderlos,&lt;br /&gt;
_drinnen [ist es] wie der Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Übersetzungen bieten: &#039;&#039;drinnen der Tod&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;drinnen (herrscht) der Tod&#039;&#039;, müssen dazu aber das &#039;&#039;wie&#039;&#039; ({{Hebr}}כְּ{{Hebr ende}}/kǝ) im hebräischen Text ignorieren. Vielleicht heißt {{Hebr}}כַּמָּוֶת{{Hebr ende}} (kammāwät) &#039;&#039;als ob eine Seuche (wütet)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|21}} Sie haben (Man hat) gehört,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sie haben gehört&#039;&#039; - nämlich &#039;&#039;die Feinde&#039;&#039; (vgl. 21b), oder allgemein &#039;&#039;man&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Einige vermuten wegen Syr („Höre!“), dass hier ursprünglich ein Imp. Sg. gestanden habe: {{Hebr}}שְׁמַע{{Hebr ende}} (šǝmaʻ = &#039;&#039;höre&#039;&#039;) statt {{Hebr}}שָׁמְעוּ{{Hebr ende}} (šamǝʻû; so z.B. BHS, Gordis 1974, S. 160; Hillers 1972, S. 14f.; EÜ). Ebenso in Zeile 5: „Bringe“ (nach Syr, so BHS, EÜ u.a.), das andere als sog. „prekatives Perfekt“ deuten und auf dieser Basis ebenso übersetzen (z.B. Gordis 1974, S. 160; Hillers 1972, S. 15). Die LXX hat Imp. Pl. überliefert: &#039;&#039;Hört&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; dass ich seufze,&lt;br /&gt;
_da [war] keiner, der mir Mut machte (Trost zuspricht);&lt;br /&gt;
alle meine Feinde hörten von meinem Unheil,&lt;br /&gt;
_sie jubelten, weil du [es] bereitet (getan) hast;&lt;br /&gt;
du brachtest den Tag, den (das Gericht, das) du angekündigt hattest,&lt;br /&gt;
_aber (und) sie werden (sollen) sein wie ich.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;du brachtest ..., aber sie werden sein&#039;&#039; - andere übersetzen: &#039;&#039;Bringst du den Tag … dann werden sie mir gleich sein&#039;&#039; (beigeordneter Bedingungssatz, vgl. GKC §159 b/h). Andere übersetzen: „Bringe...!“ (s. vorige FN). Für die obige Übersetzung spricht, dass der &#039;&#039;angekündigte Tag&#039;&#039; besser zu dem gegenwärtigen Unheil passt, als in ihm eine Gerichtsdrohung gegen die Feinde zu sehen, die hier sehr unvermittelt käme.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|22}} Kommen wird all ihre Bosheit vor dein Angesicht;&lt;br /&gt;
_dann (und) tue ihnen,&lt;br /&gt;
wie du mir getan hast,&lt;br /&gt;
_wegen all meiner Vergehen;&lt;br /&gt;
denn zahlreich [sind] meine Seufzer,&lt;br /&gt;
_und mein Herz [ist] krank (schwach, traurig).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Klagelieder&#039;&#039;&#039; gehören zur Gattung der sog. „Stadtuntergangsklagen“, mit denen die Zerstörung einer Stadt beklagt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;S. dazu näher [http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/30274/ Stadtklagen (Alter Orient) (WiBiLex)]); einige sumerische Stadtklagen finden sich [http://etcsl.orinst.ox.ac.uk/cgi-bin/etcsl.cgi?text=c.2*# hier] im ETCSL unter 2.2&amp;lt;/ref&amp;gt; Geschichtlicher Hintergrund ist die Vernichtung Jerusalems durch die Babylonier um 587 v.Chr., bei der u.a. der Tempel zerstört und die jerusalemer Oberschicht nach Babylon ins Exil entführt wurde - die größte Katastrophe in der Geschichte Judäas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vor V. 1&#039;&#039;&#039; findet sich in fast allen alten Übersetzungen eine Notiz, die Jeremia als den Autor der Klagelieder nennt; die selbe Tradition findet sich auch des Öfteren in alten jüdischen Texten. Heute ist man sich mehr oder weniger einig darüber, dass diese Zuschreibung historisch wertlos ist, Jeremia nicht der Autor der Klagelieder war und diese Zuschreibung aus dem Vers [[2Chroniken 35#s25 |2 Chr 35,25]] zu erklären ist, den die alten Exegeten auf das Buch der Klagelieder bezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 1-3&#039;&#039;&#039; beklagen die Vereinsamung Jerusalems: V. 1 wird die Entvölkerung Jerusalems mit dem Bild der Verwitwung beschrieben. Witwenschaft war im Alten Israel eine soziale Krisensituation, da Witwen zusätzlich zu ihrer Vereinsamung und fast automatischen Verarmung häufig unterdrückt wurden. Auch dies wird hier mit dem Begriff „Fronsklavin“ äußerst passend auf Jerusalem übertragen, denn in der Tat hatte Juda in Folge der Eroberung durch die Babylonier nur mehr den Rang eines Vasallenstaates.&amp;lt;br /&amp;gt;Vv. 2.3 wird diese Vereinsamung noch spezifiziert: V. 2 spricht davon, dass Jerusalem von ihren Verbündeten im Stich gelassen und gar befeindet wurde, V. 3 von ihren ursprünglichen Bewohnern, die aus Jerusalem in die Verbannung weggeführt wurden und dort ebenfalls viel zu leiden haben. Jerusalem ist gänzlich vereinsamt und sowohl in Jerusalem als auch unter den exilierten Judäern in Babylon herrscht großes Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Klagelieder_1&amp;diff=24695</id>
		<title>Diskussion:Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Klagelieder_1&amp;diff=24695"/>
		<updated>2016-08-11T07:20:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Übersetzte Verse = &lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-22&amp;lt;/u&amp;gt;: Jürgen&lt;br /&gt;
|Überprüfte Verse = &lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-22&amp;lt;/u&amp;gt;: Sebastian&lt;br /&gt;
|Alternativen = &lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = &lt;br /&gt;
|Studienfassung verstehbar = &lt;br /&gt;
|Anliegen dokumentiert = &lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &lt;br /&gt;
Berges 2002; Gordis 1974; Hillers 1972 (Sebastian)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = &lt;br /&gt;
|Übrige Überprüfungen = &lt;br /&gt;
|Was fehlt = &lt;br /&gt;
Anmerkungen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Untige Diskussionsbeiträge&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Endkorrektur (Sebastian)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier dürfen Vorschläge, Rückfragen und andere Diskussionsbeiträge folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=SF=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strophik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hi Jürgen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bin gerade dabei, Klgl 1 zweitzulesen. Renkema 1988, S. 299-305; Berges 2002, S. 91f. und Schäfer 2006, S. 249f. stellen alle folgende Struktur heraus; die meisten wegen Inklusionen und Wortwdhh. in den &amp;quot;Canticles&amp;quot;, von denen viele überzeugend sind (ich gebe mal die Überschriften von Renkema):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vv. 1-11: &#039;&#039;&#039;Canto I&#039;&#039;&#039;: Jerusalem remembers the days of misery&lt;br /&gt;
** Vv. 1-6: &#039;&#039;&#039;Subcanto A&#039;&#039;&#039;: Depopulation and misery&lt;br /&gt;
*** Vv. 1-3: &#039;&#039;&#039;Canticle 1&#039;&#039;&#039;: Jerusalem and Judah are lonesome, comfortless and oppressed widows&lt;br /&gt;
*** Vv. 4-6: &#039;&#039;&#039;Canticle 2&#039;&#039;&#039;: Zion without pilgrims&lt;br /&gt;
** Vv. 7-11: &#039;&#039;&#039;Subcanto B&#039;&#039;&#039;: Jerusalem&#039;s humiliation and prayer to YHWH&lt;br /&gt;
*** Vv. 7-9: &#039;&#039;&#039;Canticle 3&#039;&#039;&#039;: The bitter end of Jerusalem is caused by her sin&lt;br /&gt;
*** Vv. 10-11: &#039;&#039;&#039;Canticle 4&#039;&#039;&#039;: A cry for YHWH to look at their dishonouring and hunger&lt;br /&gt;
* Vv. 12-22: &#039;&#039;&#039;Canto II&#039;&#039;&#039;: A cry for help notwithstanding YHWH&#039;s justified punishment&lt;br /&gt;
** Vv. 12-16: &#039;&#039;&#039;Subcanto A&#039;&#039;&#039;: The unparalleled punishment of Zion&lt;br /&gt;
*** Vv. 12-13: &#039;&#039;&#039;Canticle 5&#039;&#039;&#039;: A call for compassion&lt;br /&gt;
*** Vv. 14-16: &#039;&#039;&#039;Canticle 6&#039;&#039;&#039;: YHWH delivered them in the hands of their enemies&lt;br /&gt;
** Vv. 17-22: &#039;&#039;&#039;Subcanto B&#039;&#039;&#039;: Being without friends Zion turns desparately to YHWH&lt;br /&gt;
*** Vv. 17-19: &#039;&#039;&#039;Canticle 7&#039;&#039;&#039;: No comfort for Zion because of YHWH&#039;s justified punishment&lt;br /&gt;
*** Vv. 20-22: &#039;&#039;&#039;Canticle 8&#039;&#039;&#039;: A prayer for retrbution of their enemies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat Kraus eine andere Makrostruktur? Oder betrachtet er einfach nur jede der Buchstaben-Einheiten als Strophe und Klgl 1 also als Kette von 22 Strophen auf der gleichen Ebene?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich wäre jedenfalls dafür, die Strophik auch im Schriftbild sichtbar zu machen. Wo die jeweiligen Buchstaben stehen, könnte man ja stattdessen wie z.B. in [[Psalm 9]] und 10 nachvollziehbar machen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 21:19, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hi Sebastian,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kraus hat folgende Makrostruktur:&lt;br /&gt;
*Vv. 1-11 Zion wird beklagt (9c + 11c ist Zion selbst die Klagende)&lt;br /&gt;
*Vv. 12-16 Zion klagt ihr Leid &lt;br /&gt;
*V. 17 Klage über Jerusalem&lt;br /&gt;
*V.18-22 Zion klag ihr Leid&lt;br /&gt;
Kraus orientiert sich am Wechsel des Klagenden. Eine dezidierte Gliederung legt er allerdings nicht vor. Daher scheint mir die übereinstimmende Makrostruktur von Renkema und Berges sinnvoller. Hast du eine Idee, wie man diese Strophik im Schriftbild sichtbar machen kann? Einrückungen scheinen mir ganz sinnvoll zu sein. Jürgen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 1==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===rbtj===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Folge Cstr. (&#039;&#039;rbtj&#039;&#039;) - Präp. (&#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039;) - Nomen (&#039;&#039;gojim&#039;&#039;) sehr selten ist, hat McDaniel 1968, S. 29-31 vorgeschlagen, &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; md. im zweiten Fall nach ugaritischem, phönizischem und punischem Sprachgebrauch als Ehrenbezeichnung zu verstehen: &amp;quot;reich an Volk&amp;quot; + &amp;quot;die &amp;lt;u&amp;gt;Herrin&amp;lt;/u&amp;gt; unter den Völkern&amp;quot; (// &amp;quot;Fürstin unter den Provinzen&amp;quot;). McDaniel will auch das erste &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; so verstehen, aber das lehnen viele ab. Das zweite &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; so zu verstehen, ist aber auf einige Zustimmung gestoßen, u.a., weil schon VUL das so hat und weil der Chiasmus, den du in FN d ja auch erwähnst, dann noch deutlicher wäre (vgl. Seow 1985, S. 419):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Es wurde wie eine Witwe&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;Die Herrin unter den Völkern&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Fürstin der Provinzen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;wurde Fronarbeiterin&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; wären dann eine Antanaklasis.&amp;lt;br /&amp;gt;M&lt;br /&gt;
indestens würde ich daher vorschlagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;Die Reiche unter den Völkern&amp;lt;/code&amp;gt; =&amp;gt; &amp;lt;code&amp;gt;Die Reiche (Herrin) unter den Völkern&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mir persönlich ist die Interpretation des zweiten &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; als &amp;quot;Herrin&amp;quot; ziemlich sympathisch; aber das ist dein Kapitel. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:10, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überzeugt mich. --[[Benutzer:Jürgen|Jürgen]] ([[Benutzer Diskussion:Jürgen|Diskussion]]) 09:20, 11. Aug. 2016 (CEST)&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Wegen des Chiasmus würde ich durchaus das &amp;quot;sie&amp;quot; in Zeile 3 streichen. Dann ist auch im Dt. die Abfolge Prädikat - Subjekt - Subjekt - Prädikat.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowieso: Es haben schon einige Exegeten festgestellt, wie wenig Parallelismen in den Klageliedern zu finden sind und wie oft es dagegen auf das Enjambement zurückgreift. Das da oben ist eine der vier Stellen, die ich gesehen habe, bei denen deine Üs. ein wenig gegen diese Technik arbeitet. Ich sammle diese Stellen mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* V. 1: Wie sitzt &amp;lt;s&amp;gt;sie&amp;lt;/s&amp;gt; allein / die Stadt, einst reich an Menschen.&lt;br /&gt;
* V. 1: Wie eine Witwe ist &amp;lt;s&amp;gt;sie&amp;lt;/s&amp;gt;geworden / die Reiche unter den Völkern.&lt;br /&gt;
* V. 15: Verworfen hat &amp;lt;s&amp;gt;er&amp;lt;/s&amp;gt; alle meine Tapferen / der Herr, in meiner Mitte&lt;br /&gt;
* V. 18: Meine jungen Frauen und Männer, / &amp;lt;s&amp;gt;sie&amp;lt;/s&amp;gt; sind in die Verbannung gegangen.&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 18:56, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 2==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden von dir gestrichenen &amp;quot;ihr&amp;quot; habe ich &amp;quot;ent-strichen&amp;quot;; die häufige Wdh. von &amp;quot;ihr&amp;quot; ist ja einer der Clous in V. 2. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 3===&lt;br /&gt;
Um die Wdh. v. &amp;quot;ihr&amp;quot; erkennbar zu machen, würde ich hier tatsächlich die unschöne Üs. &amp;lt;code&amp;gt;keiner ist ihr [als] Tröster&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;keiner ist ihr [als] Tröster&#039;&#039; - d.h., „keiner ist da, der sie tröstet“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/code&amp;gt; empfehlen. Das zeigt auch, wie nahe syntaktisch Zeile 3 und 6 einander sind. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den fehlenden &#039;&#039;menachem&#039;&#039; übersetzt du in V. 2 mit &amp;quot;Tröster&amp;quot;, in V. 9 mit &amp;quot;der, der sie ermutigt&amp;quot;, in V. 16 mit &amp;quot;Ermutiger&amp;quot;, in V. 17 mit &amp;quot;der, der ihr Mut macht&amp;quot; und in V. 21 mit &amp;quot;der, der mir Mut macht&amp;quot;. Ist das Absicht? Denn das ist ja ein Refrain. Auch das &#039;&#039;lah&#039;&#039; beziehst du manchmal auf das &#039;&#039;´ejn&#039;&#039; (&amp;quot;ihr [ist] kein Tröster&amp;quot;) und manchmal auf &#039;&#039;menachem&#039;&#039; (&#039;&#039;[Es ist] keiner, der sie tröstet&amp;quot;). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 09:08, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 4===&lt;br /&gt;
finde ich gut gelöst, insofern hier das &amp;quot;ihr&amp;quot; erkennbar ist, aber &amp;quot;Liebhaber&amp;quot; finde ich zu spezifisch. Vielleicht &amp;lt;code&amp;gt;ihren Gefährten (unter allen sie Liebenden)&amp;lt;/code&amp;gt;? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 3==&lt;br /&gt;
===Zeile 1===&lt;br /&gt;
ergänze die Alternative &amp;quot;entblößt&amp;quot; (so z.B. Renkema 1988, S. 306; vgl. V. 8) und zu &amp;quot;aus&amp;quot; die Alternativen &amp;quot;durch&amp;quot; (min causae), &amp;quot;nach&amp;quot; (min temporis), &amp;quot;das heißt&amp;quot; (min explicativum) und &amp;quot;in&amp;quot; (min des Zustands (&amp;quot;min status&amp;quot;?), vgl. Gordis 1974b, S. 153f., der dann übersetzt: &amp;quot;Judah is in exile, in a state of poverty and oppression&amp;quot; (S. 154)). Ein min des Zustands findet sich in den gängigen Lexika nicht, aber mit Deutung als min explikativum kommt man ja zum selben Ergebnis. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 11:28, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ausgewandert&amp;quot; würde ich vertauschen durch &amp;quot;ins Exil gehen&amp;quot;: &lt;br /&gt;
: &amp;quot;Das Verb {{hebr}}גלה{{hebr ende}}  &amp;quot;in die Verbannung gehen&amp;quot; wird im AT nie im Sinne einer Flucht oder freiwilligen Emigration gebraucht, sondern immer im Kontext gewaltsamer Deportationen [...].&amp;quot; (Berges 2002, S. 100; ebenso Hillers 1972, S. 6f.). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 11:28, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hillers übersetzt daher: &amp;quot;Judah has gone into exile after suffering and after much toil.&amp;quot; Auch Berges 2002, S. 85: &amp;quot;Juda ging in die Verbannung&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Grund ist auch die zweite Alternative in FN g recht unwahrscheinlich und offenbar ohnehin nur entstanden, weil ein paar Exegeten früher &#039;&#039;hamm&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;tsarim&#039;&#039; (&amp;quot;Bedrängnisse&amp;quot;) umpunktiert haben zu &#039;&#039;hamitsrim&#039;&#039; (&amp;quot;Ägypten&amp;quot;); so z.B. Joüon 1913.--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeilen 3-6===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;goj&#039;&#039; übersetzt du V. 1 mit &amp;quot;Völker&amp;quot;, Vv. 3.6 mit &amp;quot;Heiden (Völker)&amp;quot;. Ist das Absicht? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du übersetzt 1x Präsens und 3x Perfekt. Hast du das von Kraus? Näherliegend scheint mir (a) entweder wie bei Berges 2002 2x Präsens und 2x Perfekt oder (b) wie bei Hillers 4x die selbe Zeitstufe: Nach (a) ist Zeile 3 mit Zeile 4 zusammenzunehmen und beides als der Zustand aufzufassen, den Zeilen 5.6 begründen (&amp;quot;Obwohl sie unter Heidenvölkern wohnt [durch X-Qatal markierter Nebensatz, daher überflüssiges &#039;&#039;hî´&#039;&#039;], findet sie keine Ruhe: All ihre Verfolger haben sie eingeholt inmitten der Bedrängnis.&amp;quot;). Und nach (b) ist alles eine reihende Schilderung des Elends auf der selben Zeitstufe. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Ruhe&amp;quot; ergänze &amp;quot;Heimat&amp;quot;: Janus-Parallelismus dadurch, dass &#039;&#039;menuchah&#039;&#039; beides bedeuten kann: (1) Sie findet keine &#039;&#039;Ruhe&#039;&#039;: All ihre Verfolger haben sie eingeholt; (2) Sie wohnt unter Heidenvölkern, hat keine &#039;&#039;Heimat&#039;&#039; gefunden. Die selbe Mehrdeutigkeit findet sich auch in [[Rut 1#s9 |Rut 1,9]], s. FN aa. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Zeilen 5.6 verstehe ich nach der üblichen Üs. nicht. Soll das heißen: Obwohl sie ja davor schon ohnehin in Bedrängnis war (insofern sie unter Heidenvölkern wohnte), haben jetzt auch noch ihre Verfolger eingeholt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht so:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3 &#039;&#039;Sie wohnt unter Heidenvölkern&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
: 4 &#039;&#039;nicht hat sie Ruhe (ein Heim) gefunden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
5 &#039;&#039;All ihre Verfolger haben sie eingeholt&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
: 6 &#039;&#039;[Sie ist] inmitten der Bedrängnis&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 5 spiegelt dabei Zeile 3: Sie ist unter &#039;&#039;Heidenvölkern&#039;&#039; + &#039;&#039;ihre Verfolger&#039;&#039; haben sie eingeholt =&amp;gt; Sie ist von Ausländern umgeben; Zeile 6 spiegelt Zeile 4: Sie hat keine &#039;&#039;Ruhe gefunden&#039;&#039; + Sie ist &#039;&#039;inmitten der Bedrängnis&#039;&#039; =&amp;gt; Sie hat die volle Ladung Leid abbekommen. Ist das sinnvoll? Oder stehe nur ich auf dem Schlauch und verstehe den Sinn der verbreiteten Üs. nicht? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 4==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mich irritiert, dass die &amp;quot;klagenden Wege&amp;quot; nicht im Parallelismus zu den &amp;quot;verstörten Toren&amp;quot; (s.u.) stehen, dass die &amp;quot;verstörten Tore&amp;quot; im Parallelismus zu den &amp;quot;seufzenden Priestern&amp;quot; stehenn, dass die &amp;quot;seufzenden Priester&amp;quot; &#039;&#039;nicht&#039;&#039; mit den &amp;quot;trauernden Jungfrauen&amp;quot; im Parallelismus stehen und dass die &amp;quot;trauernden Jungfrauen&amp;quot; mit &amp;quot;Und ihr selbst ists bitter&amp;quot; im Parallelismus stehen soll.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn man nur diese Strophe außerhalb des Gesamtkontexts der Klagelieder hätte, würde man das sicher als zwei Dreizeiler analysieren. Vielleicht könnte man dann sogar Zeile 2 als Apokoinu verstehen (Zeile 2 wäre sowohl Nebensatz von Zeile 1 und 3). Wäre das auch im Kontext der Klagelieder möglich?:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Die Wege Zions klagen&lt;br /&gt;
:: Weil es keine Festgänger gibt&lt;br /&gt;
:: Sind ihre Tore verstört/Ihre Tore sind verstört.&lt;br /&gt;
: Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
:: Ihre Jungfrauen trauern&lt;br /&gt;
:: Und ihr selbst ists bitter.&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:28, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
===Zeile 3===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schmm&#039;&#039; heißt eigentlich nicht &amp;quot;entvölkert&amp;quot;, sondern sehr deutlich (1) &amp;quot;verwüstet, zerstört&amp;quot; und (2) &amp;quot;verstört&amp;quot;. Kommt das &amp;quot;entvölkert&amp;quot; von Kraus? Auch Berges 2002, S. 85 hat &amp;quot;ihre Tore sind menschenleer&amp;quot; und führt dafür 2Sam 13,20; Jes 54,1 an. Aber sieht man sich diese Stellen an, sieht man, dass das wohl nicht so ist: Jes 54,1 ist das &#039;&#039;schmm&#039;&#039; die gegensätzliche Stimmung zu &amp;quot;Jubeln und Jauchzen&amp;quot;, also &amp;quot;Verstörung&amp;quot;, und 2Sam 13,20 heißt es direkt davor, Tamar solle sich die Sache &amp;quot;nicht zu Herzen nehmen&amp;quot; - &amp;quot;Doch Tamar blieb verstört im Hause ihres Bruders.&amp;quot; In Klgl 1,4 &amp;quot;trauern&amp;quot; die Straßen und die Tore sind &amp;quot;verstört&amp;quot;. Auch für Cross 1983, S. 138; Gordis 1974, S. 130 und Hillers 1972, S. 1 sind ihre Tore &amp;quot;desolate&amp;quot;. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 08:24, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 5==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===FN p===&lt;br /&gt;
Wieso soll V. 18 der Üs. &amp;quot;als Gefangene&amp;quot; widersprechen? Wenn man das &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039; als &amp;quot;Beth essentiae&amp;quot; versteht, ist das genau die Bed. der Präp.: &amp;quot;Als Gefangene&amp;quot;. Ergänzen würde ich daher einfach die Alternative &amp;lt;code&amp;gt;([als] Gefangene&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[als] Gefangene&#039;&#039; - W. „[als] Gefangenschaft“; abstrakter Begriff statt der konkreten Person (vgl. V. 1).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;)&amp;lt;/code&amp;gt;--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:28, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 6==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 1===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dahood 1978, S. 176 versteht das &#039;&#039;hadarahh&#039;&#039; &amp;quot;ihre Herrlichkeit&amp;quot; als Abstractum pro Concreto: &amp;quot;ihre Herrlichen&amp;quot; = &amp;quot;her nobility&amp;quot;. Ich bin recht sicher, dass das richtig ist. Erstens wg. dem Zhg (//&amp;quot;Fürsten&amp;quot;, Zeile 3), zweitens, weil ich glaube, dass Vv. 1-6 chiastisch gebaut sind und also V. 6 V. 1 entspricht, wo gleichzeitig von der &amp;quot;Entfürstung&amp;quot; und &amp;quot;Entvölkerung&amp;quot; Jerusalems die Rede ist (s. gleich). Beides würde nach diesem Verständnis auch in V. 6, Zeile 1.2 thematisiert. Was meinst du?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: V. 1: Die Fürstin ist entfürstet, verwitwet und unterdrückt.&lt;br /&gt;
:: V. 2: Leid durch ihre Feinde&lt;br /&gt;
::: V. 3: Entvölkerung Jerusalems (+ Leid Judas) &lt;br /&gt;
::: V. 4: Ent-&amp;quot;pilgerung&amp;quot; Jerusalems.&lt;br /&gt;
:: V. 5: Leid durch ihre Feinde&lt;br /&gt;
: V. 6: Ihre Herrlichen und Anführer sind ebenfalls entherrlicht und ent-anführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:08, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 4===&lt;br /&gt;
Ist die &amp;quot;Weide&amp;quot; doch wohl eher wörtlich zu nehmen als &amp;quot;Nahrungsquelle für Widder&amp;quot;, vgl. Vv. 11.19. Das ist dann der Grund, warum sie in Zeilen 5.6 nur &amp;quot;kraftlos&amp;quot; vor ihren Verfolgern fliehen können. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:08, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 5===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;koach&#039;&#039; heißt nicht &amp;quot;Bedeutungslosigkeit&amp;quot;. Kommt das von Kraus? Cross, Berges, Gordis, Dahood und Hillers haben alle &amp;quot;kraftlos, ohne Kraft&amp;quot;. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:08, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 7==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textkritik===&lt;br /&gt;
Nach der Veröffentlichung von 4QLam stellt sich die Situation ein bisschen anders da. Du bist offenbar gewillt, hier Textkritik zu betreiben, daher entwerfe ich dir mal eine Textkritik-FN a. Meiner Meinung nach sieht die Sache anders aus, daher entwerfe ich noch eine zweite Textkritik-FN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;FN a&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gedenke, JHWH, ihres Unglücks,&lt;br /&gt;
: welches [ist] seit alten Tagen (worunter sie schon seit alters her leiden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die ersten beiden Zeilen sind in zwei verschiedenen Versionen überliefert; die eine findet sich in 4QLam (der bei Weitem ältesten erhaltenen Handschrift von Klgl 1), die andere in MT und allen alten Üss. Nach BHQ, Cross 1983, S. 140 und Schäfer 2006, S. 247-249 ist als ursprünglicher Text eine Mischform aus beiden Versionen zu betrachten, die wir oben übersetzt haben.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die beiden Varianten sind:&lt;br /&gt;
# 4QLam: &#039;&#039;Gedenke, JHWH, unserer Trauer/Schmerzen, / welche [sind] seit alten Tagen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
# MT: &#039;&#039;Es gedenkt Jerusalem der Tage ihres Elends und ihres Unglücks, / All ihrer Kostbarkeiten, welche [es gibt] seit alten Tagen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon unabhängig vom Sinn ist der MT deshalb schwierig weil die beiden Zeilen im Vergleich zu den anderen Zeilen von Klgl 1 viel zu lang sind. Alternativ hätte man beide Zeilen je in Doppelzeilen aufzuteilen; dann aber wäre V. 7 der einzige Vers in Klgl 1 mit &#039;&#039;vier&#039;&#039; Doppelzeilen und die Zahl der Hebungen, die für die Rhythmik hebräischer Lyrik entscheidend ist, wäre ungewöhnlich: &#039;&#039;Es gedenkt Jerusalem / der Tage ihres Elends und ihres Unglücks; // All ihrer Kostbarkeiten / welche [es gibt] seit alten Tagen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;FN b&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;Es gedenkt Jerusalem der Tage ihres Elends und ihres Unglücks,&lt;br /&gt;
: All ihrer Kostbarkeiten, welche [es gibt/gab] seit alten Tagen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: In 4QLam (der bei Weitem ältesten erhaltenen Handschrift von Klgl 1) ist der Text in einer anderen Version überliefert: &#039;&#039;Gedenke, JHWH, unserer Trauer/Schmerzen, / welche [sind] seit alten Tagen!&#039;&#039; Wahrscheinlich gab es zwei unterschiedliche Varianten, in denen der Text überliefert wurde; die eine davon findet sich in MT, die andere in 4QLam (vgl. Kotzé 2011).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
BHQ, Cross 1983 und Schäfer 2006 dagegen sehen als ursprünglichen Text eine Mischform aus diesen beiden Versionen an („Gedenke, JHWH, unseres Unglücks, welches [es gibt] seit alten Tagen!“), aber ihre Rekonstruktion basiert auf den beiden gewagten Annahmen, dass (1) ein ursprüngliches {{hebr}}מרודיה{{hebr ende}} im MT zunächst verschrieben worden wäre zu {{hebr}}כל מחמודיה{{hebr ende}}, dann sowohl die falsche als auch die richtige Version nebeneinander in den MT aufgenommen worden wären, zusätzlich weitere Wörter aus den Klgl fälschlicherweise in diese Zeile hineingeschrieben worden wären und ein Schreiber dann auch noch versucht hätte, durch die Einfügung weiterer Worte den Vers zu „retten“ und (2) darauf, dass das selbe Wort in 4QLam verschrieben worden wäre zu {{hebr}}מכאובנו{{hebr ende}}, das doch recht anders aussieht als {{hebr}}מרודיה{{hebr ende}}:&amp;lt;br /&amp;gt; {{hebr}}מכאובנו{{hebr ende}} &amp;lt;= {{hebr}}מרודיה{{hebr ende}} =&amp;gt; {{hebr}}ומרודיה כל מחמודיה{{hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:09, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeilen 7.8===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirklich, so willst du das aufteilen - &amp;quot;Ihre Feinde sahen sie, lachten / über ihre Zerstörung&amp;quot;? Wieso nicht &amp;quot;Ihre Feinde sahen sie, / lachten über ihre Zerstörung&amp;quot;? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 17:30, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;sahen&amp;quot; besser als &amp;quot;sich weiden, sich ergötzen&amp;quot; (&#039;&#039;ra´ah&#039;&#039; hat oft diese Konnotation. S. deutlich z.B. [[Psalm 22#s18 |Ps 22,18]]), oder? Wenn du gerne einen Beleg für eine FN hättest: &amp;quot;The expression &#039;&#039;r´wh&#039;&#039; carries the connotation of &amp;quot;gloat over, look with pleasure on,&amp;quot; as often in Biblical Hebrew and the Mescha´ Inscription.&amp;quot; (Cross 1983, S. 141). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 17:30, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 8==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===deshalb===&lt;br /&gt;
Die Streichung stammt sicher von Kraus, oder? Das würde heute niemand mehr machen; erst recht nicht metri causa. Das &amp;quot;Deshalb&amp;quot; ist ja sogar ziemlich zentral für die Gedankenentwicklung der Klgl. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 19:14, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===länîdah===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine textkritische Frage, keine der Auslegung: &lt;br /&gt;
* Entweder versteht man das He als Dittographie und das Jod als Verschreibung eines Waw, um so auf &#039;&#039;länud&#039;&#039; zu kommen, das sich auch in 4QLam findet und durch LXX, VUL und Tg gestützt wird: &amp;quot;Zum Kopfschütteln ist sie geworden&amp;quot; (Geste der Verachtung). Eine exakte Parallele gibt es dafür nicht; am ehesten Ps 44,15: &amp;quot;Du machtest uns zum Schütteln des Kopfes (&#039;&#039;mänôd-ró´sch&#039;&#039;).&amp;quot; &lt;br /&gt;
* oder man versteht das Wort als plene geschriebenes &#039;&#039;länidah&#039;&#039; (&amp;quot;zur Abscheu&amp;quot;, &amp;quot;zur Unreinen&amp;quot;), wie das Wort auch von Syr und ws. Aq verstanden worden ist. Vgl. den nächsten Vers. Sym hat beide Deutungen nebeneinandergeschrieben. &lt;br /&gt;
Cross 1983, S. 141, BHQ und Kotzé 2012 halten (1) für die beste Erklärung der Textvarianten; laut Gordis war früher die Mehrheitsmeinung 2 (aber da war 4QLam noch nicht veröffentlicht).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn wir von &#039;&#039;länud&#039;&#039; ausgehen, haben wir zwei weitere Alternativen: (1) &#039;&#039;länud&#039;&#039; wird nach Ps 44,15 als &amp;quot;zur Be-kopfschüttel-ten&amp;quot; = &amp;quot;zur Verachteten&amp;quot; geworden, oder (2) &#039;&#039;länud&#039;&#039; wird nach Gen 4,12-14 als &amp;quot;zur Heimatlosen&amp;quot; verstanden (s. Kotzé 2012, S. 199f.). Vom Kontext passt sicher am besten (1.1), was du ja auch wählst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht einfach so:&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schwer gesündigt hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
Ist zum Gespött (zur Unreinen/zur Abscheu, zur Wanderin)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;zum Gespött (zur Wanderin; zur Unreinen, zur Abscheu)&#039;&#039; - Das Wort ist zwei Varianten überliefert: (1) als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;nud&#039;&#039; („zum Kopfschütteln“ (Geste der Verachtung, daher =„zur Verachteten“, vgl. [[Psalm 44#s15 |Ps 44,15]]), „zur [heimatlosen] Wanderin“ (vgl. [[Genesis 4#s12 |Gen 4,12-14]])) in 4QLam, LXX, VUL und Tg und (2) als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;nidah&#039;&#039; („zur Unreinen, zur Abscheu“) in MT, Syr und wahrscheinlich Aq. Sym hat beide Varianten übersetzt und nebeneinander geschrieben. Die ältere Variante ist wahrscheinlich die erste, die dann zur zweiten verschrieben worden ist (so auch z.B. BHQ, Kotzé 2012). Letztlich ist es gleich: Vom Kontext passt bei Variante (1) am Besten die Bedeutung „zur Verachteten“ und bei (2) die Bedeutung „zur Abscheu=zur Verabscheuten“; beides soll sagen, wie verachtet Jerusalem nun ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 19:14, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===gam hi´===&lt;br /&gt;
ist noch unübersetzt. Es sei denn, das soll &amp;quot;deshalb&amp;quot; tun, aber &#039;&#039;gam&#039;&#039; heißt nicht &amp;quot;deshalb&amp;quot;. Ws. &amp;quot;Sie ihrerseits&amp;quot; (vgl. Berges 2002, S. 89): &amp;quot;Sie ihrerseits seufzt...&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu ergänze die Alternative &amp;quot;laut&amp;quot; (nach Ugaritisch &#039;&#039;gm&#039;&#039;, so z.St. McDaniel 1968, S. 31; Hillers 1972, S. 10); vielleicht mit Fragezeichen (musst du wissen). Ein solches &#039;&#039;gm&#039;&#039; II setzen auch Beirne 1963, S. 201-203 und mehrfach Dahood an; u.a. in Num 11,4; Ps 71,22.24; 137,1; Spr 1,26; 21,13; Jes 13,3; Jer 48,2. (Wenn, fände ich persönlich das nur bei Num 11,4; Ps 137,1 und evt. Jes 13,3 sinnvoll). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 19:27, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 9==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unreinheit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exakter wäre: &amp;quot;&amp;quot;Unreinheit&amp;quot; ist ein Euphemismus für Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (Lev 15,19).&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das Blut &amp;quot;an ihren Säumen&amp;quot; ist, heißt dann wohl, dass sie &amp;quot;so krass menstruiert, dass es bis zu ihren Gewandsäumen sickert&amp;quot;, sie also hyper-unrein ist, oder? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 20:32, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===´acharith===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraus beide Belegstellen belegen nichts (?), jedenfalls nicht &amp;quot;das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes&amp;quot;. Erläutert er das irgendwie näher? Neben Dtn 32,29 und Ps 73,17 sind weitere Parallelstellen Jes 47,7; z.T. auch Am 8,10. An allen Stellen ist die &amp;quot;Vernichtung&amp;quot;, die Gott über seine Feinde bringt, gemeint. Was soll das heißen, dass sie diese nicht bedacht haben? Ich sehe keinen guten Weg, das über diese Parallelen zu erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vielleicht so: &#039;&#039;jarad&#039;&#039; ist auch ein Euphemismus für &amp;quot;sterben&amp;quot; (vgl. Schorch 2000, S. 133); wahrscheinlich hat also Hillers 1972, S. 24 recht: &amp;quot;Hence this half-line seems to be tied more closely to the second line of the stanza, with its reference, to the fall of Jerusalem, than to the foregoing.&amp;quot;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;[Sogar] an ihren Gewandsäumen [ist] ihre Unreinheit.&#039;&#039; (d.h., sie ist arg verderbt)&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;Sie dachte nicht an ihr Ende - &#039;&#039; (das sie wegen dieser ihrer Unreinheit natürlich ereilen musste)&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;Und ist erstaunlich hinabgesunken;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;Hat nicht mal einen Tröster.&#039;&#039; - ...--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 20:32, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 10==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottesdienst===&lt;br /&gt;
Ist keine eigentliche Bed. von &#039;&#039;qahal&#039;&#039;; wenn, würde ich in den Fließtext &amp;quot;Kultversammlung&amp;quot; übernehmen und das dann in der FN als &amp;quot;Gottesdienst&amp;quot; erläutern. Aber ich denke, die Engführung auf &amp;quot;Gottesdienst&amp;quot; liegt hier recht fern, das Schlimme ist ja sicher nicht, dass die Babylonier am Gottesdienst der Israeliten teilgenommen hätten. &#039;&#039;qahal&#039;&#039; als &amp;quot;Kultgemeinde&amp;quot; ist wahrscheinlich eine Synekdoche für &amp;quot;Tempel, Heiligtum&amp;quot;, wie aus der parallelen Doppelzeile klar wird und wie z.B. auch Ez 44,9 Dtn 23,3 verstanden hat, auf welchen Vers sich Klgl 1,10 hier bezieht. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:06, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 11==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Qatal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ergänze vielleicht &amp;quot;[bereits]&amp;quot;; das auf das Ptz. folgende Qatal meint wahrscheinlich: &amp;quot;Sie suchen aktuell nach Brot, nachdem sie bereits all ihre Kostbares weggegeben haben, um am Leben zu bleiben.&amp;quot; Daher wahrscheinlich auch die freiere Üs. von VUL. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:39, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens kann Qatal nach dem System derer, an denen ich mich orientiere, immer auch Präsens-Bed. haben, und selbst Exegeten, die das nicht so sehen, haben dennoch festgestellt, dass &amp;quot;ungewöhnlicherweise Qatal in den Klageliedern häufig präsentisch verstanden werden müsse&amp;quot;. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:02, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kostbarkeiten: Textkritik===&lt;br /&gt;
Willst du vom Zeugnis von VUL auf einen alternativen Urtext schließen? So verstehe ich jedenfalls eine FN. Dann sollte aber in den Fließtext ein [all] ergänzt werden.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
BHQ allerdings wertet die Variation einfach als &amp;quot;emphatischere Interpretation&amp;quot;: &amp;quot;The versions show some variation but none of them really presupposes a Hebrew text which would be different from M. V uses the indefinite pronoun instead of the possessive pronoun, probably to put stress on the aspect that &#039;&#039;all&#039;&#039; precious things must be given away.&amp;quot; Das finde ich auch wahrscheinlicher, denn die Version von VUL wird ja von keiner Handschrift und keiner anderen Üs. gedeckt. + S.o. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:39, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===am Leben bleiben===&lt;br /&gt;
übersetzt du V. 11 mit &amp;quot;am Leben bleiben&amp;quot;, V. 16 mit &amp;quot;wieder beleben&amp;quot; und V. 19 mit &amp;quot;überleben&amp;quot;. Ist das Absicht? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 09:27, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===verachtet===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;quot;Bettler&amp;quot;, dass ich zum letzten Wort ergänzt habe, geht übrigens auf einen Vorschlag von Hurowitz zurück, der das Wort (nur hier!) geleitet von akk. &#039;&#039;zilulu&#039;&#039; (&amp;quot;Bettler, Vagabund&amp;quot;) verstehen will; also ein &#039;&#039;zll&#039;&#039; IV (!) ansetzt. Ich weiß nicht, ob sich dem in der Zwischenzeit jemand angeschlossen hat (ist 1999 erschienen). Ich bin daher gar nicht sicher, ob es überhaupt sinnvoll ist, das als Alternative aufzunehmen. Das passt als Bed. sicher am Besten, aber solange es keine weitere Belegstelle oder wenigstens weitere Kognate gibt, scheint mir das ganz unwahrscheinlich.  --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:39, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 12==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 1 Textkritik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß natürlich auch nicht, was das bedeutet, aber:&lt;br /&gt;
# Welche Fragepartikel soll da fehlen? &#039;&#039;ha&#039;&#039;? Fragen ohne &#039;&#039;ha&#039;&#039; finden sich ganz oft.&lt;br /&gt;
# Dein zweiter Vorschlag ist sprachlich unproblematisch: &amp;quot;Nicht [sei das] wider euch!&amp;quot;. So schon der Midrasch: &amp;quot;May what has come upon me not come upon you&amp;quot;. So auch Ibn Ezra, Raschi. Vgl. auch b. Sanh. 104b.&lt;br /&gt;
# Die Emendation wäre eigentlich besser {{hebr}}לכו לכם{{hebr ende}} (Dat. eth., s. z.B. [[Hohelied 1#s8 |Hld 1,8]] &amp;quot;geh &amp;lt;s&amp;gt;dich&amp;lt;/s&amp;gt; aus!&amp;quot;; mit dem selben Verb [[Hohelied 4#s6 |Hld 4,6]] &amp;quot;ich will &amp;lt;s&amp;gt;mich&amp;lt;/s&amp;gt; gehen.&amp;quot;). Die Entwicklung wäre: lkwlkm =&amp;gt;lwlkm=&amp;gt; lw´lkm. Auseinandergeschrieben wäre das dann lw´ ´lkm (Doppelte Konsonanten wurden nur einmal geschrieben) und in plene lw´ ´ljkm. Das wäre schon sehr leicht möglich.&lt;br /&gt;
# (a) Argumente metri causa lassen sich heute nicht mehr textkritisch verwenden. (b) Gordis 1974 hält die Worte außerdem für eine Anakrusis (d.h. Worte, die außerhalb des Metrums standen), und in der Tat gab es so etwas auch. Wegen (a) würde ich Argument 1 gar nicht erst machen, wegen der Möglichkeit von (b) zumindest aber sehen, dass es sehr sehr schwach ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll heißen: Für jede deiner drei Varianten könntest du dich berechtigt entscheiden; schön und leicht verständlich ist aber keine davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich zum selben Ergebnis für die LF kommen wollte wie du, würde ich das vielleicht so machen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Nicht zu (für, wider) euch}&amp;lt;ref&amp;gt;{&amp;lt;s&amp;gt;Nicht zu (für, wider) euch&amp;lt;/s&amp;gt;} - Rätselhafter Text. In der LF daher am Besten wie z.B. in EÜ, H-R, HER05, LUT, PAT auszusparen, da es nichts Wesentliches zur Entwicklung des Kapitels oder auch nur des Verses beizutragen scheint:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diskutiert werden v.a. drei Auflösungen: &lt;br /&gt;
# „[Berührt es] euch nicht...?“ (so z.B. Berges 2002, S. 86; MEN, SLT)&lt;br /&gt;
# „[Solches möge] euch nicht [treffen]...!“ (so z.B. Gordis 1974, S. 157; Parry 2010, S. 38; GN, NeÜ; so auch schon einige alte jüdische Ausleger)&lt;br /&gt;
# Der Text ist voller Schreibfehler; „Nicht zu euch“ habe ursprünglich „Kommt!“ gelautet (so z.B. Hillers 1972, S. 11; Salters 2010, S. 34).&lt;br /&gt;
Nach jeder dieser Deutungen sollen also durch diese Worte irgendwie die folgenden Imperative vorbereitet werden: Die Passanten sollen deshalb „schauen“, weil (1) das Schicksal Jerusalems sie „berühren“ soll oder (2) weil das Schicksal Jerusalems ihnen eine Warnung sein soll; oder aber (3) die Worte sind nur ein weiterer Imperativ in der Imperativkette: „Kommt, schaut und seht!“.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu vielen weiteren Deutungsvorschlägen vgl. Kotzé 2011b, S. 91-97.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 00:16, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zorn===&lt;br /&gt;
Ich glaube, die Erklärung über den Umweg des &amp;quot;Errötens&amp;quot; ist nicht richtig: &#039;&#039;charon&#039;&#039; (von &#039;&#039;chrh&#039;&#039;) stammt von den selben Etymonen wie &#039;&#039;chrr&#039;&#039; (&amp;quot;brennen, glühen&amp;quot;) und meint also tatsächlich das &amp;quot;Brennen&amp;quot;, nicht das &amp;quot;Erröten&amp;quot;. Das ist eine tote Metapher und kann also einfach mit &amp;quot;Zürnen&amp;quot; wiedergegeben werden.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zürnen der Nase&amp;quot; wäre überwörtlich; solche Ausdrücke müssen über den heb. Stil erklärt werden: Wegen der &amp;quot;synthetischen Körperauffassung&amp;quot; (Wolff; online z.B. bei [http://www.koerpergottes.unibe.ch/pdf/Synthetisches_Bedeutungsspektrum_hebraeischer_KoerperteilbezeichnungenBZ_51_2007_S.257%E2%80%93265.pdf Wagner 2007, S. 257f.]) können im Heb. z.B. statt einem Menschen &amp;quot;die Hände dieses Menschen&amp;quot; etwas machen oder statt einem Menschen &amp;quot;die Augen eines Menschen&amp;quot; etwas sehen; ebenso kann statt einem Menschen dann eben &amp;quot;die Nase dieses Menschen&amp;quot; zürnen. Dass das besser so zu erklären ist, sieht man z.B. daran, dass das Wort in 1/3 seiner Belege ohne ein Körperteil steht oder daran, dass in Gen 31,35 und Gen 45,5 nicht jmds &amp;quot;Nase&amp;quot;, sd. jmds &amp;quot;Augen&amp;quot; &amp;quot;entbrennen&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als FN würde daher etwas reichen wie &amp;lt;code&amp;gt;Am Tag seines Zürnens&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seines Zürnens&#039;&#039; - W. „des Zürnens seiner Nase“, heb. Idiom für „seines Zürnens“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klgl 1,12 ist sogar eine ziemlich gute Belegstelle dafür, denn ursprünglich stand hier wohl nicht &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;jom charon ´appo&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;jom charono&#039;&#039; (&amp;quot;Am Tag seines Zürnens&amp;quot;, so in 4QLam), das im MT zum üblichen idiomatischen Ausdruck &amp;quot;Am Tag des Zürnens seiner Nase&amp;quot; ausgebaut worden ist (so BHQ, Cross 1983, Hobbins 2009). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:01, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 13==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===13a als Bild für Krankheit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Abschluss-FN zu V. 13 streiche &amp;quot;Jer 20,9&amp;quot;, da wird das &amp;quot;Brennen&amp;quot; für Worte, die aus dem Herz des Psalmisten wollen, verwendet - das ist ein anderes Bild. Ergänzen könntest du stattdessen Ps 32,4; 119,83, wenn du magst.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin aber unsicher, wie passend ich die Deutung dieses Ausdrucks als Beschreibung einer Krankheit finde. Ich weiß, dass die Rede von der Austrocknung in diesen Parallelstellen (und auch Ps 22,16) gelegentlich als Beschreibung einer Krankheit verstanden worden ist, aber hier ist ja explizit vom &amp;quot;&#039;&#039;vom Himmel&#039;&#039; kommenden Feuer&amp;quot; die Rede. Hillers 1972 z.B. verweist daher auf 2Kön 1,10.12.14; 2Chr 7,1, wo das Feuer, das &#039;&#039;jarad&#039;&#039;, wörtlich verstanden werden muss; Berges auf das Stadtuntergangsklagen-Motiv der vollständigen Zerstörung einer Stadt durch Feuer und daher auf Gen 19,24. Stammt diese Interpretation von Kraus?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich kann zwei Alternativen anbieten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=status&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus der Höhe sandte er Feuer,&lt;br /&gt;
: In meine Gebeine (auf mich) ließ er es niederfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;In meine Gebeine (auf mich) ließ er es niederfahren&#039;&#039; - Übersetze: „Er ließ Feuer auf mich regnen“: „meine Knochen“ werden im Heb. oft als Wechselbegriff für „mich“ verwendet (vgl. z.B. Dalglish 1962, S. 143) und bei „vom Himmel sandte er Feuer und ließ es auf mich niederfahren“ handelt es sich wohl um die Heb. Stileigentümlichkeit, dass - anders, als man das im Dt. machen würde - zur Beschreibung einer Bewegung nicht die Bewegung selbst, sondern Anfang und Ende der Bewegung genannt werden (wie z.B. im häufigen Ausdruck „losgehen und ankommen“, dazu s. z.B. [http://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Spezial:Bibelstelle&amp;amp;abk=rut_2#note_j FN j] zu [[Rut 2#s3 |Rut 2,3]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=status&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus der Höhe sandte er Feuer,&lt;br /&gt;
: In meine Gebeine ließ er es niederfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den &#039;&#039;Gebeinen&#039;&#039; s. die Anmerkungen; speziell sind hier wahrscheinlich die Gebäude gemeint (vgl. Berges 2002, S. 114). Anlass des Bildes ist wahrscheinlich das Niederbrennen Jerusalems ([[2Könige 25#s8 |2 Kön 25,8f.]]), das hier wie die ganze Niederlage der Stadt nicht auf die Babylonier, sondern auf Gott zurückgeführt wird und daher mit dem Bild des Feuer- und Schwefelregens aus [[Genesis 19#s24 |Gen 19,24]] beschrieben wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;&#039;Vv. 12-22&#039;&#039;&#039; wird ein Motiv, das sich in vielen altorientalischen Stadtklagen findet, abgewandelt: Während dort die Stadtgöttin zur Sprache kommt und den Niedergang ihrer Stadt beklagen kann, wird hier Jerusalem selbst personifiziert und kann ihren eigenen Niedergang beklagen. Zu dieser Personifikation gehört auch, dass sie mit menschlichem Körper dargestellt wird: In V. 13 hat es Gebeine und Füße, in V. 14 einem Nacken für das Joch und einen Hals; in V. 16 Augen, in V. 17 Hände und in V. 20 Eingeweide und Herz. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:07, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===machte mich einsam===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu &#039;&#039;&#039;schmm&#039;&#039; s.[http://offene-bibel.de/wiki/Diskussion:Klagelieder_1#Zeile_3_2 o]. Berges, Cross, Gordis, Hillers haben auch hier wieder alle &amp;quot;desolate&amp;quot;/&amp;quot;verstört&amp;quot;. Das passt auch gut zum folgenden &#039;&#039;daweh&#039;&#039;, denn dazu vgl. die mheb. + aram. + äth. Kognate (&amp;quot;traurig&amp;quot;); daher auch CDCH, S. 76 + Ges18, S. 244 + ZLH, S. 168f. zu Klgl 1,13: &amp;quot;traurig&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=&amp;gt; &amp;quot;Er machte mich verstört, / traurig den ganzen Tag&amp;quot;. (dann sollte aber auch V. 22 mit &amp;quot;traurig&amp;quot; übersetzt werden)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Gemieden&amp;quot; scheint mir unwahrscheinlich; das muss ja über &amp;quot;unrein&amp;quot; hergeleitet werden und dann wäre die Aussage: &amp;quot;JHWH (!) machte mich unrein (d.h. gemieden)&amp;quot;.&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:36, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 14==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 1: Textkritik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich trage mal noch mehr Vrss. zusammen; ich glaube fast nicht, dass du dann noch MT folgen willst:&lt;br /&gt;
* MT: &#039;&#039;nißqad `ol&#039;&#039; (&amp;quot;?&amp;quot;) - Barthélemy, BHQ, Berges 2002.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Kann als &#039;&#039;terminus technicus&#039;&#039; für das Auflegen eines Joches nur aus dem Kontext erschlossen werden [nachdem schon aus dem Kontext erschlossen werden musste, dass es überhaupt ein terminus technicus für das Auflegen eines Joches ist.]&amp;quot; (Berges 2002, S. 89)&lt;br /&gt;
* LXX, Syr, VUL, LamR, 27 Mss: &#039;&#039;nischqad (&amp;quot;es wird gewacht&amp;quot;) `ol/`al&#039;&#039;. So auch viele jüd. Ausleger (Rashi, Joseph Kara, Menachem). - BHS, Hillers 1972, Gordis 1974; B-R.&amp;lt;br /&amp;gt;Ein Nifal des häufigen Verbs &#039;&#039;schqd&#039;&#039; ist aber sonst nicht belegt.&lt;br /&gt;
* 4QLam: &#039;&#039;nqschrh&#039;&#039; (&amp;quot;gebunden ist sie&amp;quot;)&lt;br /&gt;
** urspr.: &#039;&#039;nqschr&#039;&#039; (&amp;quot;gebunden ist&amp;quot;) - Cross 1983; Salters 2010; BigS, H-R, MEN, NL, SLT, TAF, TUR, van Ess.&amp;lt;br /&amp;gt;Das scheint mal Standard gewesen zu sein: Oettli 1889, S. 206: &amp;quot;Wir deuten mit den Neuern nach Qimchi = &#039;&#039;&#039;niqschar&#039;&#039; vgl. &#039;&#039;`qd&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Tg: &#039;&#039;niqschah&#039;&#039; (&amp;quot;schwer ist&amp;quot;). - Praetorius; Budde, Kraus, Hobbins 2009; ähnlich Rudolph; EÜ, HER05, HfA, LUT, NeÜ, PAT, Zink&lt;br /&gt;
MT steht also mit seinem &#039;&#039;nißqad&#039;&#039; allein. Die Vrss. zeigen, dass &#039;&#039;nißqad `ol&#039;&#039; wahrscheinlich die ihnen vorliegende Form war, aber offensichtlich niemand was damit anfangen konnte. Also wird man doch von einem Schreibfehler am Anfang der Textüberlieferung auszugehen haben und dann am ehesten dem Tg folgen. Aber das ist wahrscheinlich ein Fall, wo nach [http://offene-bibel.de/wiki/%C3%9Cbersetzungskriterien Kriterium 1a] eine unauffällige Üs. zu wählen ist. Was ist unauffälliger? Für &amp;quot;gebunden ist&amp;quot; habe ich 8 Üss. gezählt, für &amp;quot;schwer ist&amp;quot; 7, aber dafür sind bei &amp;quot;schwer&amp;quot; EÜ und LUT dabei...&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich würde ich auch bei &amp;quot;gebunden&amp;quot; bleiben, aber das folgende &amp;quot;geflochten&amp;quot; ist doch sicher auf die &amp;quot;Sünden&amp;quot; zu beziehen, nicht auf ein erst zu ergänzendes Subjekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Güte, sind die Klgl eine harte Nuss... --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:00, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 3===&lt;br /&gt;
ist auch wieder textkritisch problematisch: (1) 4QLam hat und Sym liest &#039;&#039;`ulo&#039;&#039; (&amp;quot;sein Joch&amp;quot;) statt &#039;&#039;`alu&#039;&#039; (&amp;quot;sie sind hinaufgestiegen&amp;quot;). So daher auch Cross 1983; Hillers 1972: &amp;quot;His yoke is on my neck.&amp;quot; (2) LXX&amp;lt;sup&amp;gt;L&amp;lt;/sup&amp;gt; übersetzt offenbar &#039;&#039;`alah `ulo `al&#039;&#039; (&amp;quot;hinaufgestiegen ist sein Joch&amp;quot;), was daher Hobbins 2009 als ursprünglichen Text ansieht; ähnlich schon Budde und Rudolph: &#039;&#039;`alu `ulo `al&#039;&#039;. Vorzuziehen wäre davon sicher (1). Wäre (1) MT vorzuziehen? Ich weiß es nicht. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:46, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 15==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verwerfen in===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;in&amp;quot; besser als &amp;quot;aus&amp;quot;, oder? (vgl. BHRG §39.6.1.1; Dahood 1970, S. 391f.; KBL3, S. 101). Oder als Alternative zu ergänzen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 07:11, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 17==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 1===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039; steht hier deswegen, weil &#039;&#039;paraß&#039;&#039; ein sog. „Verbum gesticulationis“ ist, das als solches regelmäßig mit nicht zu übersetzendem &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039; steht (vgl. dazu Jenni 1997c). Üs. einfach &amp;quot;Zion streckt ihre Hände aus&amp;quot; + FN: &amp;quot;altorienatlische Gebetsgeste; die Bed. ist also in etwa: &amp;quot;Zion rief Gott an&amp;quot;. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 10:04, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===verhängen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist textkritisch ein bisschen problematisch; 4QLam hat &#039;&#039;tsapah&#039;&#039; (&amp;quot;JHWH hat gewacht/gelauert über Jakob&amp;quot;) statt &#039;&#039;tsawah&#039;&#039;. MT wird zwar von sämtlichen Versionen gestützt, aber dennoch sehen das BHQ, Cross 1983 und Hobbins 2009 als ursprünglich an; auch Kotzé 2011b, S. 130 hält das für möglich. Das sind die vier aktuellsten textkritischen Arbeiten zu Klgl 1, das ist also eine starke wissenschaftliche Meinung und sollte daher wahrscheinlich schon erwähnt werden. Ich persönlich halte das für ganz fernliegend - die textkritische Evidenz ist sehr gering; der Schreiber von 4QLam hat allgemein einen schlechten Ruf und MT ist durchaus die lectio difficilior - aber vielleicht siehst du das anders? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:03, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 18==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verbannung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist nicht die Bed. v. &#039;&#039;sch&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;bi&#039;&#039;, sd. &amp;quot;Gefangenschaft, Deportation&amp;quot;. Gerade hier ist damit sehr sicher das Exil gemeint. &amp;quot;Verbannung&amp;quot; würde ja heißen, dass man in Jerusalem beschlossen habe, sie wegzuschicken. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:15, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 19==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===hemmah===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wg. &#039;&#039;hemmah&#039;&#039; statt &amp;quot;sie&amp;quot; vielleicht besser &amp;quot;[aber] die&amp;quot;. Oder auch &amp;quot;[doch] ach!, sie haben...&amp;quot; (&#039;&#039;hemmah&#039;&#039; wie oft als &#039;&#039;hinneh&#039;&#039;-Äquivalent, so z.St. McDaniel 1968). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:33, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Priester und Älteste===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du das so deuten willst, dann doch ws. leichter: &amp;quot;[Selbst] meine Priester und Älteste&amp;quot;, da das Heb. ja fast nie solche Fokuspartikeln setzt. Aber ist das nicht eher ein Merismus mit V. 18: Meine jungen Frauen und Männer wurden deportiert, meine Priester und Ältesten sind in der Stadt umgekommen =&amp;gt; Jerusalem ist menschenleer.? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:30, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 20==&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;chamar&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &#039;&#039;chamar&#039;&#039; II finde ich KBL3 sehr viel besser als Ges18: Pealal: &amp;quot;glühen, brennen&amp;quot; (Klgl 1,20; 2,11; Ijob 16,16); Hiphil: &amp;quot;brennen machen&amp;quot; (Sir 42,3) - vgl. mheb. &#039;&#039;chmr&#039;&#039; &amp;quot;rösten, versengen&amp;quot;; aram. &#039;&#039;chamar&#039;&#039; &amp;quot;glühen&amp;quot;; arab. &#039;&#039;chmr&#039;&#039; II: &amp;quot;röten, rösten, verbrennen&amp;quot;. Bei Ges18 verstehe ich gar nicht, wie Eingeweide &amp;quot;rot&amp;quot; sein will. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:33, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;kamawet&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;k&#039;&#039; ist sicher ein emphatisches &#039;&#039;k&#039;&#039; (vgl. Gordis 1974, S. 159; Dahood 1978, S. 179): &amp;quot;und drinnen - der &#039;&#039;Tod&#039;&#039;.&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ähnlich Berges 2002, S. 90: &lt;br /&gt;
: &amp;quot;EÜ &#039;drinnen raffte sie die Pest dahin&#039; (V 20c) entbehrt jeder Grundlage. Manche gehen von einem emphatischen &#039;&#039;kaph&#039;&#039; aus: &amp;quot;drinnen, ja der Tod&amp;quot; (u.a. &#039;&#039;Gordis&#039;&#039; 277). Der Aspekt des Vergleichs bleibt aber anwesend; vgl. das sog. &#039;&#039;kaph veritatis&#039;&#039; [...].&amp;quot; &lt;br /&gt;
Den &amp;quot;noch anwesenden Aspekt des Vergleichs&amp;quot; hat Berges von GKC §118x, aber heute sieht man das nicht mehr so, s.  z.B. HALOT zum Kaf veritatis: &amp;quot;seemingly superfluous, stressing, pleonastic (confirmatory [...], Gesenius-K. 118x).&amp;quot; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:02, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 22==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommen wird===&lt;br /&gt;
Nicht besser &amp;quot;kommen möge&amp;quot;? So Cross 983; Berges 2002, Gordis 1974, Hillers 1972, Seow 1985, S. 419 --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:40, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Poesie-Syntax==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hi Jürgen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich habe gerade die Poesie-Syntax in deine Übersetzung eingearbeitet; ich hoffe, du hast nicht dagegen. Falls sie dir noch nicht geläufig ist, erkläre ich sie dir mal kurz: Poesie kommt immer zwischen zwei &amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;-Tags, also z.B.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
GEDICHT&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb dieser Poem-Tags müssen keine &amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;-Tags gesetzt werden; Zeilenbrüche werden automatisch übernommen. Und die zweite Zeile eines Distichons lässt sich einfach durch &amp;quot;_&amp;quot; auszeichnen; das Wiki übernimmt dann selbst die Markierung. Also z.B.: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ZEILE 1&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ZEILE 2&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
ZEILE 1&lt;br /&gt;
_ZEILE 2&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willst du dagegen einen Strophen-break machen, muss dafür der Poem-Tag geschlossen und nach zwei Leerzeilen wieder geöffnet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
STROPHE 1, ZEILE 1&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
_STROPHE 1, ZEILE 2&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
STROPHE 2, ZEILE 1&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
_STROPHE 2, ZEILE 2&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wars auch schon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Noch mal auf diesem Wege. Freut mich riesig, dass du dich an die Klagelieder gemacht hast!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe Grüße, --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 07:43, 15. Dez. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen, könntest du mir bitte mal die vollständige Literaturangabe von Kraus schicken? Dann könnte ich die Fußnoten an unseren Zitationsstandard anpassen (AUTOR JAHR, S. SEITE) und auf der [[Terminologie]] einen Eintrag machen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 21:19, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=LF=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=verwendete Literatur=&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Klagelieder_1&amp;diff=24669</id>
		<title>Diskussion:Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Klagelieder_1&amp;diff=24669"/>
		<updated>2016-08-08T11:32:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Übersetzte Verse = &lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-22&amp;lt;/u&amp;gt;: Jürgen&lt;br /&gt;
|Überprüfte Verse = &lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-22&amp;lt;/u&amp;gt;: Sebastian&lt;br /&gt;
|Alternativen = &lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = &lt;br /&gt;
|Studienfassung verstehbar = &lt;br /&gt;
|Anliegen dokumentiert = &lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &lt;br /&gt;
Berges 2002; Gordis 1974; Hillers 1972 (Sebastian)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = &lt;br /&gt;
|Übrige Überprüfungen = &lt;br /&gt;
|Was fehlt = &lt;br /&gt;
Anmerkungen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Untige Diskussionsbeiträge&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Endkorrektur (Sebastian)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier dürfen Vorschläge, Rückfragen und andere Diskussionsbeiträge folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=SF=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strophik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hi Jürgen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bin gerade dabei, Klgl 1 zweitzulesen. Renkema 1988, S. 299-305; Berges 2002, S. 91f. und Schäfer 2006, S. 249f. stellen alle folgende Struktur heraus; die meisten wegen Inklusionen und Wortwdhh. in den &amp;quot;Canticles&amp;quot;, von denen viele überzeugend sind (ich gebe mal die Überschriften von Renkema):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vv. 1-11: &#039;&#039;&#039;Canto I&#039;&#039;&#039;: Jerusalem remembers the days of misery&lt;br /&gt;
** Vv. 1-6: &#039;&#039;&#039;Subcanto A&#039;&#039;&#039;: Depopulation and misery&lt;br /&gt;
*** Vv. 1-3: &#039;&#039;&#039;Canticle 1&#039;&#039;&#039;: Jerusalem and Judah are lonesome, comfortless and oppressed widows&lt;br /&gt;
*** Vv. 4-6: &#039;&#039;&#039;Canticle 2&#039;&#039;&#039;: Zion without pilgrims&lt;br /&gt;
** Vv. 7-11: &#039;&#039;&#039;Subcanto B&#039;&#039;&#039;: Jerusalem&#039;s humiliation and prayer to YHWH&lt;br /&gt;
*** Vv. 7-9: &#039;&#039;&#039;Canticle 3&#039;&#039;&#039;: The bitter end of Jerusalem is caused by her sin&lt;br /&gt;
*** Vv. 10-11: &#039;&#039;&#039;Canticle 4&#039;&#039;&#039;: A cry for YHWH to look at their dishonouring and hunger&lt;br /&gt;
* Vv. 12-22: &#039;&#039;&#039;Canto II&#039;&#039;&#039;: A cry for help notwithstanding YHWH&#039;s justified punishment&lt;br /&gt;
** Vv. 12-16: &#039;&#039;&#039;Subcanto A&#039;&#039;&#039;: The unparalleled punishment of Zion&lt;br /&gt;
*** Vv. 12-13: &#039;&#039;&#039;Canticle 5&#039;&#039;&#039;: A call for compassion&lt;br /&gt;
*** Vv. 14-16: &#039;&#039;&#039;Canticle 6&#039;&#039;&#039;: YHWH delivered them in the hands of their enemies&lt;br /&gt;
** Vv. 17-22: &#039;&#039;&#039;Subcanto B&#039;&#039;&#039;: Being without friends Zion turns desparately to YHWH&lt;br /&gt;
*** Vv. 17-19: &#039;&#039;&#039;Canticle 7&#039;&#039;&#039;: No comfort for Zion because of YHWH&#039;s justified punishment&lt;br /&gt;
*** Vv. 20-22: &#039;&#039;&#039;Canticle 8&#039;&#039;&#039;: A prayer for retrbution of their enemies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat Kraus eine andere Makrostruktur? Oder betrachtet er einfach nur jede der Buchstaben-Einheiten als Strophe und Klgl 1 also als Kette von 22 Strophen auf der gleichen Ebene?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich wäre jedenfalls dafür, die Strophik auch im Schriftbild sichtbar zu machen. Wo die jeweiligen Buchstaben stehen, könnte man ja stattdessen wie z.B. in [[Psalm 9]] und 10 nachvollziehbar machen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 21:19, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hi Sebastian,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kraus hat folgende Makrostruktur:&lt;br /&gt;
*Vv. 1-11 Zion wird beklagt (9c + 11c ist Zion selbst die Klagende)&lt;br /&gt;
*Vv. 12-16 Zion klagt ihr Leid &lt;br /&gt;
*V. 17 Klage über Jerusalem&lt;br /&gt;
*V.18-22 Zion klag ihr Leid&lt;br /&gt;
Kraus orientiert sich am Wechsel des Klagenden. Eine dezidierte Gliederung legt er allerdings nicht vor. Daher scheint mir die übereinstimmende Makrostruktur von Renkema und Berges sinnvoller. Hast du eine Idee, wie man diese Strophik im Schriftbild sichtbar machen kann? Einrückungen scheinen mir ganz sinnvoll zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 1==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===rbtj===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Folge Cstr. (&#039;&#039;rbtj&#039;&#039;) - Präp. (&#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039;) - Nomen (&#039;&#039;gojim&#039;&#039;) sehr selten ist, hat McDaniel 1968, S. 29-31 vorgeschlagen, &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; md. im zweiten Fall nach ugaritischem, phönizischem und punischem Sprachgebrauch als Ehrenbezeichnung zu verstehen: &amp;quot;reich an Volk&amp;quot; + &amp;quot;die &amp;lt;u&amp;gt;Herrin&amp;lt;/u&amp;gt; unter den Völkern&amp;quot; (// &amp;quot;Fürstin unter den Provinzen&amp;quot;). McDaniel will auch das erste &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; so verstehen, aber das lehnen viele ab. Das zweite &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; so zu verstehen, ist aber auf einige Zustimmung gestoßen, u.a., weil schon VUL das so hat und weil der Chiasmus, den du in FN d ja auch erwähnst, dann noch deutlicher wäre (vgl. Seow 1985, S. 419):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Es wurde wie eine Witwe&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;Die Herrin unter den Völkern&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Fürstin der Provinzen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;wurde Fronarbeiterin&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; wären dann eine Antanaklasis.&amp;lt;br /&amp;gt;M&lt;br /&gt;
indestens würde ich daher vorschlagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;Die Reiche unter den Völkern&amp;lt;/code&amp;gt; =&amp;gt; &amp;lt;code&amp;gt;Die Reiche (Herrin) unter den Völkern&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mir persönlich ist die Interpretation des zweiten &#039;&#039;rbtj&#039;&#039; als &amp;quot;Herrin&amp;quot; ziemlich sympathisch; aber das ist dein Kapitel. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:10, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Wegen des Chiasmus würde ich durchaus das &amp;quot;sie&amp;quot; in Zeile 3 streichen. Dann ist auch im Dt. die Abfolge Prädikat - Subjekt - Subjekt - Prädikat.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowieso: Es haben schon einige Exegeten festgestellt, wie wenig Parallelismen in den Klageliedern zu finden sind und wie oft es dagegen auf das Enjambement zurückgreift. Das da oben ist eine der vier Stellen, die ich gesehen habe, bei denen deine Üs. ein wenig gegen diese Technik arbeitet. Ich sammle diese Stellen mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* V. 1: Wie sitzt &amp;lt;s&amp;gt;sie&amp;lt;/s&amp;gt; allein / die Stadt, einst reich an Menschen.&lt;br /&gt;
* V. 1: Wie eine Witwe ist &amp;lt;s&amp;gt;sie&amp;lt;/s&amp;gt;geworden / die Reiche unter den Völkern.&lt;br /&gt;
* V. 15: Verworfen hat &amp;lt;s&amp;gt;er&amp;lt;/s&amp;gt; alle meine Tapferen / der Herr, in meiner Mitte&lt;br /&gt;
* V. 18: Meine jungen Frauen und Männer, / &amp;lt;s&amp;gt;sie&amp;lt;/s&amp;gt; sind in die Verbannung gegangen.&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 18:56, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 2==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden von dir gestrichenen &amp;quot;ihr&amp;quot; habe ich &amp;quot;ent-strichen&amp;quot;; die häufige Wdh. von &amp;quot;ihr&amp;quot; ist ja einer der Clous in V. 2. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 3===&lt;br /&gt;
Um die Wdh. v. &amp;quot;ihr&amp;quot; erkennbar zu machen, würde ich hier tatsächlich die unschöne Üs. &amp;lt;code&amp;gt;keiner ist ihr [als] Tröster&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;keiner ist ihr [als] Tröster&#039;&#039; - d.h., „keiner ist da, der sie tröstet“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/code&amp;gt; empfehlen. Das zeigt auch, wie nahe syntaktisch Zeile 3 und 6 einander sind. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den fehlenden &#039;&#039;menachem&#039;&#039; übersetzt du in V. 2 mit &amp;quot;Tröster&amp;quot;, in V. 9 mit &amp;quot;der, der sie ermutigt&amp;quot;, in V. 16 mit &amp;quot;Ermutiger&amp;quot;, in V. 17 mit &amp;quot;der, der ihr Mut macht&amp;quot; und in V. 21 mit &amp;quot;der, der mir Mut macht&amp;quot;. Ist das Absicht? Denn das ist ja ein Refrain. Auch das &#039;&#039;lah&#039;&#039; beziehst du manchmal auf das &#039;&#039;´ejn&#039;&#039; (&amp;quot;ihr [ist] kein Tröster&amp;quot;) und manchmal auf &#039;&#039;menachem&#039;&#039; (&#039;&#039;[Es ist] keiner, der sie tröstet&amp;quot;). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 09:08, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 4===&lt;br /&gt;
finde ich gut gelöst, insofern hier das &amp;quot;ihr&amp;quot; erkennbar ist, aber &amp;quot;Liebhaber&amp;quot; finde ich zu spezifisch. Vielleicht &amp;lt;code&amp;gt;ihren Gefährten (unter allen sie Liebenden)&amp;lt;/code&amp;gt;? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 3==&lt;br /&gt;
===Zeile 1===&lt;br /&gt;
ergänze die Alternative &amp;quot;entblößt&amp;quot; (so z.B. Renkema 1988, S. 306; vgl. V. 8) und zu &amp;quot;aus&amp;quot; die Alternativen &amp;quot;durch&amp;quot; (min causae), &amp;quot;nach&amp;quot; (min temporis), &amp;quot;das heißt&amp;quot; (min explicativum) und &amp;quot;in&amp;quot; (min des Zustands (&amp;quot;min status&amp;quot;?), vgl. Gordis 1974b, S. 153f., der dann übersetzt: &amp;quot;Judah is in exile, in a state of poverty and oppression&amp;quot; (S. 154)). Ein min des Zustands findet sich in den gängigen Lexika nicht, aber mit Deutung als min explikativum kommt man ja zum selben Ergebnis. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 11:28, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ausgewandert&amp;quot; würde ich vertauschen durch &amp;quot;ins Exil gehen&amp;quot;: &lt;br /&gt;
: &amp;quot;Das Verb {{hebr}}גלה{{hebr ende}}  &amp;quot;in die Verbannung gehen&amp;quot; wird im AT nie im Sinne einer Flucht oder freiwilligen Emigration gebraucht, sondern immer im Kontext gewaltsamer Deportationen [...].&amp;quot; (Berges 2002, S. 100; ebenso Hillers 1972, S. 6f.). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 11:28, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hillers übersetzt daher: &amp;quot;Judah has gone into exile after suffering and after much toil.&amp;quot; Auch Berges 2002, S. 85: &amp;quot;Juda ging in die Verbannung&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Grund ist auch die zweite Alternative in FN g recht unwahrscheinlich und offenbar ohnehin nur entstanden, weil ein paar Exegeten früher &#039;&#039;hamm&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;tsarim&#039;&#039; (&amp;quot;Bedrängnisse&amp;quot;) umpunktiert haben zu &#039;&#039;hamitsrim&#039;&#039; (&amp;quot;Ägypten&amp;quot;); so z.B. Joüon 1913.--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeilen 3-6===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;goj&#039;&#039; übersetzt du V. 1 mit &amp;quot;Völker&amp;quot;, Vv. 3.6 mit &amp;quot;Heiden (Völker)&amp;quot;. Ist das Absicht? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du übersetzt 1x Präsens und 3x Perfekt. Hast du das von Kraus? Näherliegend scheint mir (a) entweder wie bei Berges 2002 2x Präsens und 2x Perfekt oder (b) wie bei Hillers 4x die selbe Zeitstufe: Nach (a) ist Zeile 3 mit Zeile 4 zusammenzunehmen und beides als der Zustand aufzufassen, den Zeilen 5.6 begründen (&amp;quot;Obwohl sie unter Heidenvölkern wohnt [durch X-Qatal markierter Nebensatz, daher überflüssiges &#039;&#039;hî´&#039;&#039;], findet sie keine Ruhe: All ihre Verfolger haben sie eingeholt inmitten der Bedrängnis.&amp;quot;). Und nach (b) ist alles eine reihende Schilderung des Elends auf der selben Zeitstufe. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Ruhe&amp;quot; ergänze &amp;quot;Heimat&amp;quot;: Janus-Parallelismus dadurch, dass &#039;&#039;menuchah&#039;&#039; beides bedeuten kann: (1) Sie findet keine &#039;&#039;Ruhe&#039;&#039;: All ihre Verfolger haben sie eingeholt; (2) Sie wohnt unter Heidenvölkern, hat keine &#039;&#039;Heimat&#039;&#039; gefunden. Die selbe Mehrdeutigkeit findet sich auch in [[Rut 1#s9 |Rut 1,9]], s. FN aa. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Zeilen 5.6 verstehe ich nach der üblichen Üs. nicht. Soll das heißen: Obwohl sie ja davor schon ohnehin in Bedrängnis war (insofern sie unter Heidenvölkern wohnte), haben jetzt auch noch ihre Verfolger eingeholt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht so:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3 &#039;&#039;Sie wohnt unter Heidenvölkern&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
: 4 &#039;&#039;nicht hat sie Ruhe (ein Heim) gefunden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
5 &#039;&#039;All ihre Verfolger haben sie eingeholt&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
: 6 &#039;&#039;[Sie ist] inmitten der Bedrängnis&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 5 spiegelt dabei Zeile 3: Sie ist unter &#039;&#039;Heidenvölkern&#039;&#039; + &#039;&#039;ihre Verfolger&#039;&#039; haben sie eingeholt =&amp;gt; Sie ist von Ausländern umgeben; Zeile 6 spiegelt Zeile 4: Sie hat keine &#039;&#039;Ruhe gefunden&#039;&#039; + Sie ist &#039;&#039;inmitten der Bedrängnis&#039;&#039; =&amp;gt; Sie hat die volle Ladung Leid abbekommen. Ist das sinnvoll? Oder stehe nur ich auf dem Schlauch und verstehe den Sinn der verbreiteten Üs. nicht? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:25, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 4==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mich irritiert, dass die &amp;quot;klagenden Wege&amp;quot; nicht im Parallelismus zu den &amp;quot;verstörten Toren&amp;quot; (s.u.) stehen, dass die &amp;quot;verstörten Tore&amp;quot; im Parallelismus zu den &amp;quot;seufzenden Priestern&amp;quot; stehenn, dass die &amp;quot;seufzenden Priester&amp;quot; &#039;&#039;nicht&#039;&#039; mit den &amp;quot;trauernden Jungfrauen&amp;quot; im Parallelismus stehen und dass die &amp;quot;trauernden Jungfrauen&amp;quot; mit &amp;quot;Und ihr selbst ists bitter&amp;quot; im Parallelismus stehen soll.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn man nur diese Strophe außerhalb des Gesamtkontexts der Klagelieder hätte, würde man das sicher als zwei Dreizeiler analysieren. Vielleicht könnte man dann sogar Zeile 2 als Apokoinu verstehen (Zeile 2 wäre sowohl Nebensatz von Zeile 1 und 3). Wäre das auch im Kontext der Klagelieder möglich?:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Die Wege Zions klagen&lt;br /&gt;
:: Weil es keine Festgänger gibt&lt;br /&gt;
:: Sind ihre Tore verstört/Ihre Tore sind verstört.&lt;br /&gt;
: Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
:: Ihre Jungfrauen trauern&lt;br /&gt;
:: Und ihr selbst ists bitter.&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:28, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
===Zeile 3===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schmm&#039;&#039; heißt eigentlich nicht &amp;quot;entvölkert&amp;quot;, sondern sehr deutlich (1) &amp;quot;verwüstet, zerstört&amp;quot; und (2) &amp;quot;verstört&amp;quot;. Kommt das &amp;quot;entvölkert&amp;quot; von Kraus? Auch Berges 2002, S. 85 hat &amp;quot;ihre Tore sind menschenleer&amp;quot; und führt dafür 2Sam 13,20; Jes 54,1 an. Aber sieht man sich diese Stellen an, sieht man, dass das wohl nicht so ist: Jes 54,1 ist das &#039;&#039;schmm&#039;&#039; die gegensätzliche Stimmung zu &amp;quot;Jubeln und Jauchzen&amp;quot;, also &amp;quot;Verstörung&amp;quot;, und 2Sam 13,20 heißt es direkt davor, Tamar solle sich die Sache &amp;quot;nicht zu Herzen nehmen&amp;quot; - &amp;quot;Doch Tamar blieb verstört im Hause ihres Bruders.&amp;quot; In Klgl 1,4 &amp;quot;trauern&amp;quot; die Straßen und die Tore sind &amp;quot;verstört&amp;quot;. Auch für Cross 1983, S. 138; Gordis 1974, S. 130 und Hillers 1972, S. 1 sind ihre Tore &amp;quot;desolate&amp;quot;. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 08:24, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 5==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===FN p===&lt;br /&gt;
Wieso soll V. 18 der Üs. &amp;quot;als Gefangene&amp;quot; widersprechen? Wenn man das &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039; als &amp;quot;Beth essentiae&amp;quot; versteht, ist das genau die Bed. der Präp.: &amp;quot;Als Gefangene&amp;quot;. Ergänzen würde ich daher einfach die Alternative &amp;lt;code&amp;gt;([als] Gefangene&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[als] Gefangene&#039;&#039; - W. „[als] Gefangenschaft“; abstrakter Begriff statt der konkreten Person (vgl. V. 1).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;)&amp;lt;/code&amp;gt;--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:28, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 6==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 1===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dahood 1978, S. 176 versteht das &#039;&#039;hadarahh&#039;&#039; &amp;quot;ihre Herrlichkeit&amp;quot; als Abstractum pro Concreto: &amp;quot;ihre Herrlichen&amp;quot; = &amp;quot;her nobility&amp;quot;. Ich bin recht sicher, dass das richtig ist. Erstens wg. dem Zhg (//&amp;quot;Fürsten&amp;quot;, Zeile 3), zweitens, weil ich glaube, dass Vv. 1-6 chiastisch gebaut sind und also V. 6 V. 1 entspricht, wo gleichzeitig von der &amp;quot;Entfürstung&amp;quot; und &amp;quot;Entvölkerung&amp;quot; Jerusalems die Rede ist (s. gleich). Beides würde nach diesem Verständnis auch in V. 6, Zeile 1.2 thematisiert. Was meinst du?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: V. 1: Die Fürstin ist entfürstet, verwitwet und unterdrückt.&lt;br /&gt;
:: V. 2: Leid durch ihre Feinde&lt;br /&gt;
::: V. 3: Entvölkerung Jerusalems (+ Leid Judas) &lt;br /&gt;
::: V. 4: Ent-&amp;quot;pilgerung&amp;quot; Jerusalems.&lt;br /&gt;
:: V. 5: Leid durch ihre Feinde&lt;br /&gt;
: V. 6: Ihre Herrlichen und Anführer sind ebenfalls entherrlicht und ent-anführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:08, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 4===&lt;br /&gt;
Ist die &amp;quot;Weide&amp;quot; doch wohl eher wörtlich zu nehmen als &amp;quot;Nahrungsquelle für Widder&amp;quot;, vgl. Vv. 11.19. Das ist dann der Grund, warum sie in Zeilen 5.6 nur &amp;quot;kraftlos&amp;quot; vor ihren Verfolgern fliehen können. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:08, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 5===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;koach&#039;&#039; heißt nicht &amp;quot;Bedeutungslosigkeit&amp;quot;. Kommt das von Kraus? Cross, Berges, Gordis, Dahood und Hillers haben alle &amp;quot;kraftlos, ohne Kraft&amp;quot;. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:08, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 7==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textkritik===&lt;br /&gt;
Nach der Veröffentlichung von 4QLam stellt sich die Situation ein bisschen anders da. Du bist offenbar gewillt, hier Textkritik zu betreiben, daher entwerfe ich dir mal eine Textkritik-FN a. Meiner Meinung nach sieht die Sache anders aus, daher entwerfe ich noch eine zweite Textkritik-FN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;FN a&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gedenke, JHWH, ihres Unglücks,&lt;br /&gt;
: welches [ist] seit alten Tagen (worunter sie schon seit alters her leiden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die ersten beiden Zeilen sind in zwei verschiedenen Versionen überliefert; die eine findet sich in 4QLam (der bei Weitem ältesten erhaltenen Handschrift von Klgl 1), die andere in MT und allen alten Üss. Nach BHQ, Cross 1983, S. 140 und Schäfer 2006, S. 247-249 ist als ursprünglicher Text eine Mischform aus beiden Versionen zu betrachten, die wir oben übersetzt haben.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die beiden Varianten sind:&lt;br /&gt;
# 4QLam: &#039;&#039;Gedenke, JHWH, unserer Trauer/Schmerzen, / welche [sind] seit alten Tagen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
# MT: &#039;&#039;Es gedenkt Jerusalem der Tage ihres Elends und ihres Unglücks, / All ihrer Kostbarkeiten, welche [es gibt] seit alten Tagen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon unabhängig vom Sinn ist der MT deshalb schwierig weil die beiden Zeilen im Vergleich zu den anderen Zeilen von Klgl 1 viel zu lang sind. Alternativ hätte man beide Zeilen je in Doppelzeilen aufzuteilen; dann aber wäre V. 7 der einzige Vers in Klgl 1 mit &#039;&#039;vier&#039;&#039; Doppelzeilen und die Zahl der Hebungen, die für die Rhythmik hebräischer Lyrik entscheidend ist, wäre ungewöhnlich: &#039;&#039;Es gedenkt Jerusalem / der Tage ihres Elends und ihres Unglücks; // All ihrer Kostbarkeiten / welche [es gibt] seit alten Tagen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;FN b&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;Es gedenkt Jerusalem der Tage ihres Elends und ihres Unglücks,&lt;br /&gt;
: All ihrer Kostbarkeiten, welche [es gibt/gab] seit alten Tagen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: In 4QLam (der bei Weitem ältesten erhaltenen Handschrift von Klgl 1) ist der Text in einer anderen Version überliefert: &#039;&#039;Gedenke, JHWH, unserer Trauer/Schmerzen, / welche [sind] seit alten Tagen!&#039;&#039; Wahrscheinlich gab es zwei unterschiedliche Varianten, in denen der Text überliefert wurde; die eine davon findet sich in MT, die andere in 4QLam (vgl. Kotzé 2011).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
BHQ, Cross 1983 und Schäfer 2006 dagegen sehen als ursprünglichen Text eine Mischform aus diesen beiden Versionen an („Gedenke, JHWH, unseres Unglücks, welches [es gibt] seit alten Tagen!“), aber ihre Rekonstruktion basiert auf den beiden gewagten Annahmen, dass (1) ein ursprüngliches {{hebr}}מרודיה{{hebr ende}} im MT zunächst verschrieben worden wäre zu {{hebr}}כל מחמודיה{{hebr ende}}, dann sowohl die falsche als auch die richtige Version nebeneinander in den MT aufgenommen worden wären, zusätzlich weitere Wörter aus den Klgl fälschlicherweise in diese Zeile hineingeschrieben worden wären und ein Schreiber dann auch noch versucht hätte, durch die Einfügung weiterer Worte den Vers zu „retten“ und (2) darauf, dass das selbe Wort in 4QLam verschrieben worden wäre zu {{hebr}}מכאובנו{{hebr ende}}, das doch recht anders aussieht als {{hebr}}מרודיה{{hebr ende}}:&amp;lt;br /&amp;gt; {{hebr}}מכאובנו{{hebr ende}} &amp;lt;= {{hebr}}מרודיה{{hebr ende}} =&amp;gt; {{hebr}}ומרודיה כל מחמודיה{{hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:09, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeilen 7.8===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirklich, so willst du das aufteilen - &amp;quot;Ihre Feinde sahen sie, lachten / über ihre Zerstörung&amp;quot;? Wieso nicht &amp;quot;Ihre Feinde sahen sie, / lachten über ihre Zerstörung&amp;quot;? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 17:30, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;sahen&amp;quot; besser als &amp;quot;sich weiden, sich ergötzen&amp;quot; (&#039;&#039;ra´ah&#039;&#039; hat oft diese Konnotation. S. deutlich z.B. [[Psalm 22#s18 |Ps 22,18]]), oder? Wenn du gerne einen Beleg für eine FN hättest: &amp;quot;The expression &#039;&#039;r´wh&#039;&#039; carries the connotation of &amp;quot;gloat over, look with pleasure on,&amp;quot; as often in Biblical Hebrew and the Mescha´ Inscription.&amp;quot; (Cross 1983, S. 141). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 17:30, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 8==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===deshalb===&lt;br /&gt;
Die Streichung stammt sicher von Kraus, oder? Das würde heute niemand mehr machen; erst recht nicht metri causa. Das &amp;quot;Deshalb&amp;quot; ist ja sogar ziemlich zentral für die Gedankenentwicklung der Klgl. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 19:14, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===länîdah===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine textkritische Frage, keine der Auslegung: &lt;br /&gt;
* Entweder versteht man das He als Dittographie und das Jod als Verschreibung eines Waw, um so auf &#039;&#039;länud&#039;&#039; zu kommen, das sich auch in 4QLam findet und durch LXX, VUL und Tg gestützt wird: &amp;quot;Zum Kopfschütteln ist sie geworden&amp;quot; (Geste der Verachtung). Eine exakte Parallele gibt es dafür nicht; am ehesten Ps 44,15: &amp;quot;Du machtest uns zum Schütteln des Kopfes (&#039;&#039;mänôd-ró´sch&#039;&#039;).&amp;quot; &lt;br /&gt;
* oder man versteht das Wort als plene geschriebenes &#039;&#039;länidah&#039;&#039; (&amp;quot;zur Abscheu&amp;quot;, &amp;quot;zur Unreinen&amp;quot;), wie das Wort auch von Syr und ws. Aq verstanden worden ist. Vgl. den nächsten Vers. Sym hat beide Deutungen nebeneinandergeschrieben. &lt;br /&gt;
Cross 1983, S. 141, BHQ und Kotzé 2012 halten (1) für die beste Erklärung der Textvarianten; laut Gordis war früher die Mehrheitsmeinung 2 (aber da war 4QLam noch nicht veröffentlicht).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn wir von &#039;&#039;länud&#039;&#039; ausgehen, haben wir zwei weitere Alternativen: (1) &#039;&#039;länud&#039;&#039; wird nach Ps 44,15 als &amp;quot;zur Be-kopfschüttel-ten&amp;quot; = &amp;quot;zur Verachteten&amp;quot; geworden, oder (2) &#039;&#039;länud&#039;&#039; wird nach Gen 4,12-14 als &amp;quot;zur Heimatlosen&amp;quot; verstanden (s. Kotzé 2012, S. 199f.). Vom Kontext passt sicher am besten (1.1), was du ja auch wählst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht einfach so:&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schwer gesündigt hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
Ist zum Gespött (zur Unreinen/zur Abscheu, zur Wanderin)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;zum Gespött (zur Wanderin; zur Unreinen, zur Abscheu)&#039;&#039; - Das Wort ist zwei Varianten überliefert: (1) als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;nud&#039;&#039; („zum Kopfschütteln“ (Geste der Verachtung, daher =„zur Verachteten“, vgl. [[Psalm 44#s15 |Ps 44,15]]), „zur [heimatlosen] Wanderin“ (vgl. [[Genesis 4#s12 |Gen 4,12-14]])) in 4QLam, LXX, VUL und Tg und (2) als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;nidah&#039;&#039; („zur Unreinen, zur Abscheu“) in MT, Syr und wahrscheinlich Aq. Sym hat beide Varianten übersetzt und nebeneinander geschrieben. Die ältere Variante ist wahrscheinlich die erste, die dann zur zweiten verschrieben worden ist (so auch z.B. BHQ, Kotzé 2012). Letztlich ist es gleich: Vom Kontext passt bei Variante (1) am Besten die Bedeutung „zur Verachteten“ und bei (2) die Bedeutung „zur Abscheu=zur Verabscheuten“; beides soll sagen, wie verachtet Jerusalem nun ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 19:14, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===gam hi´===&lt;br /&gt;
ist noch unübersetzt. Es sei denn, das soll &amp;quot;deshalb&amp;quot; tun, aber &#039;&#039;gam&#039;&#039; heißt nicht &amp;quot;deshalb&amp;quot;. Ws. &amp;quot;Sie ihrerseits&amp;quot; (vgl. Berges 2002, S. 89): &amp;quot;Sie ihrerseits seufzt...&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu ergänze die Alternative &amp;quot;laut&amp;quot; (nach Ugaritisch &#039;&#039;gm&#039;&#039;, so z.St. McDaniel 1968, S. 31; Hillers 1972, S. 10); vielleicht mit Fragezeichen (musst du wissen). Ein solches &#039;&#039;gm&#039;&#039; II setzen auch Beirne 1963, S. 201-203 und mehrfach Dahood an; u.a. in Num 11,4; Ps 71,22.24; 137,1; Spr 1,26; 21,13; Jes 13,3; Jer 48,2. (Wenn, fände ich persönlich das nur bei Num 11,4; Ps 137,1 und evt. Jes 13,3 sinnvoll). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 19:27, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 9==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Unreinheit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exakter wäre: &amp;quot;&amp;quot;Unreinheit&amp;quot; ist ein Euphemismus für Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (Lev 15,19).&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das Blut &amp;quot;an ihren Säumen&amp;quot; ist, heißt dann wohl, dass sie &amp;quot;so krass menstruiert, dass es bis zu ihren Gewandsäumen sickert&amp;quot;, sie also hyper-unrein ist, oder? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 20:32, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===´acharith===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraus beide Belegstellen belegen nichts (?), jedenfalls nicht &amp;quot;das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes&amp;quot;. Erläutert er das irgendwie näher? Neben Dtn 32,29 und Ps 73,17 sind weitere Parallelstellen Jes 47,7; z.T. auch Am 8,10. An allen Stellen ist die &amp;quot;Vernichtung&amp;quot;, die Gott über seine Feinde bringt, gemeint. Was soll das heißen, dass sie diese nicht bedacht haben? Ich sehe keinen guten Weg, das über diese Parallelen zu erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vielleicht so: &#039;&#039;jarad&#039;&#039; ist auch ein Euphemismus für &amp;quot;sterben&amp;quot; (vgl. Schorch 2000, S. 133); wahrscheinlich hat also Hillers 1972, S. 24 recht: &amp;quot;Hence this half-line seems to be tied more closely to the second line of the stanza, with its reference, to the fall of Jerusalem, than to the foregoing.&amp;quot;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;[Sogar] an ihren Gewandsäumen [ist] ihre Unreinheit.&#039;&#039; (d.h., sie ist arg verderbt)&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;Sie dachte nicht an ihr Ende - &#039;&#039; (das sie wegen dieser ihrer Unreinheit natürlich ereilen musste)&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;Und ist erstaunlich hinabgesunken;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;Hat nicht mal einen Tröster.&#039;&#039; - ...--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 20:32, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 10==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottesdienst===&lt;br /&gt;
Ist keine eigentliche Bed. von &#039;&#039;qahal&#039;&#039;; wenn, würde ich in den Fließtext &amp;quot;Kultversammlung&amp;quot; übernehmen und das dann in der FN als &amp;quot;Gottesdienst&amp;quot; erläutern. Aber ich denke, die Engführung auf &amp;quot;Gottesdienst&amp;quot; liegt hier recht fern, das Schlimme ist ja sicher nicht, dass die Babylonier am Gottesdienst der Israeliten teilgenommen hätten. &#039;&#039;qahal&#039;&#039; als &amp;quot;Kultgemeinde&amp;quot; ist wahrscheinlich eine Synekdoche für &amp;quot;Tempel, Heiligtum&amp;quot;, wie aus der parallelen Doppelzeile klar wird und wie z.B. auch Ez 44,9 Dtn 23,3 verstanden hat, auf welchen Vers sich Klgl 1,10 hier bezieht. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:06, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 11==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Qatal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ergänze vielleicht &amp;quot;[bereits]&amp;quot;; das auf das Ptz. folgende Qatal meint wahrscheinlich: &amp;quot;Sie suchen aktuell nach Brot, nachdem sie bereits all ihre Kostbares weggegeben haben, um am Leben zu bleiben.&amp;quot; Daher wahrscheinlich auch die freiere Üs. von VUL. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:39, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens kann Qatal nach dem System derer, an denen ich mich orientiere, immer auch Präsens-Bed. haben, und selbst Exegeten, die das nicht so sehen, haben dennoch festgestellt, dass &amp;quot;ungewöhnlicherweise Qatal in den Klageliedern häufig präsentisch verstanden werden müsse&amp;quot;. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 23:02, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kostbarkeiten: Textkritik===&lt;br /&gt;
Willst du vom Zeugnis von VUL auf einen alternativen Urtext schließen? So verstehe ich jedenfalls eine FN. Dann sollte aber in den Fließtext ein [all] ergänzt werden.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
BHQ allerdings wertet die Variation einfach als &amp;quot;emphatischere Interpretation&amp;quot;: &amp;quot;The versions show some variation but none of them really presupposes a Hebrew text which would be different from M. V uses the indefinite pronoun instead of the possessive pronoun, probably to put stress on the aspect that &#039;&#039;all&#039;&#039; precious things must be given away.&amp;quot; Das finde ich auch wahrscheinlicher, denn die Version von VUL wird ja von keiner Handschrift und keiner anderen Üs. gedeckt. + S.o. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:39, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===am Leben bleiben===&lt;br /&gt;
übersetzt du V. 11 mit &amp;quot;am Leben bleiben&amp;quot;, V. 16 mit &amp;quot;wieder beleben&amp;quot; und V. 19 mit &amp;quot;überleben&amp;quot;. Ist das Absicht? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 09:27, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===verachtet===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;quot;Bettler&amp;quot;, dass ich zum letzten Wort ergänzt habe, geht übrigens auf einen Vorschlag von Hurowitz zurück, der das Wort (nur hier!) geleitet von akk. &#039;&#039;zilulu&#039;&#039; (&amp;quot;Bettler, Vagabund&amp;quot;) verstehen will; also ein &#039;&#039;zll&#039;&#039; IV (!) ansetzt. Ich weiß nicht, ob sich dem in der Zwischenzeit jemand angeschlossen hat (ist 1999 erschienen). Ich bin daher gar nicht sicher, ob es überhaupt sinnvoll ist, das als Alternative aufzunehmen. Das passt als Bed. sicher am Besten, aber solange es keine weitere Belegstelle oder wenigstens weitere Kognate gibt, scheint mir das ganz unwahrscheinlich.  --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:39, 11. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 12==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 1 Textkritik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß natürlich auch nicht, was das bedeutet, aber:&lt;br /&gt;
# Welche Fragepartikel soll da fehlen? &#039;&#039;ha&#039;&#039;? Fragen ohne &#039;&#039;ha&#039;&#039; finden sich ganz oft.&lt;br /&gt;
# Dein zweiter Vorschlag ist sprachlich unproblematisch: &amp;quot;Nicht [sei das] wider euch!&amp;quot;. So schon der Midrasch: &amp;quot;May what has come upon me not come upon you&amp;quot;. So auch Ibn Ezra, Raschi. Vgl. auch b. Sanh. 104b.&lt;br /&gt;
# Die Emendation wäre eigentlich besser {{hebr}}לכו לכם{{hebr ende}} (Dat. eth., s. z.B. [[Hohelied 1#s8 |Hld 1,8]] &amp;quot;geh &amp;lt;s&amp;gt;dich&amp;lt;/s&amp;gt; aus!&amp;quot;; mit dem selben Verb [[Hohelied 4#s6 |Hld 4,6]] &amp;quot;ich will &amp;lt;s&amp;gt;mich&amp;lt;/s&amp;gt; gehen.&amp;quot;). Die Entwicklung wäre: lkwlkm =&amp;gt;lwlkm=&amp;gt; lw´lkm. Auseinandergeschrieben wäre das dann lw´ ´lkm (Doppelte Konsonanten wurden nur einmal geschrieben) und in plene lw´ ´ljkm. Das wäre schon sehr leicht möglich.&lt;br /&gt;
# (a) Argumente metri causa lassen sich heute nicht mehr textkritisch verwenden. (b) Gordis 1974 hält die Worte außerdem für eine Anakrusis (d.h. Worte, die außerhalb des Metrums standen), und in der Tat gab es so etwas auch. Wegen (a) würde ich Argument 1 gar nicht erst machen, wegen der Möglichkeit von (b) zumindest aber sehen, dass es sehr sehr schwach ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll heißen: Für jede deiner drei Varianten könntest du dich berechtigt entscheiden; schön und leicht verständlich ist aber keine davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich zum selben Ergebnis für die LF kommen wollte wie du, würde ich das vielleicht so machen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Nicht zu (für, wider) euch}&amp;lt;ref&amp;gt;{&amp;lt;s&amp;gt;Nicht zu (für, wider) euch&amp;lt;/s&amp;gt;} - Rätselhafter Text. In der LF daher am Besten wie z.B. in EÜ, H-R, HER05, LUT, PAT auszusparen, da es nichts Wesentliches zur Entwicklung des Kapitels oder auch nur des Verses beizutragen scheint:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diskutiert werden v.a. drei Auflösungen: &lt;br /&gt;
# „[Berührt es] euch nicht...?“ (so z.B. Berges 2002, S. 86; MEN, SLT)&lt;br /&gt;
# „[Solches möge] euch nicht [treffen]...!“ (so z.B. Gordis 1974, S. 157; Parry 2010, S. 38; GN, NeÜ; so auch schon einige alte jüdische Ausleger)&lt;br /&gt;
# Der Text ist voller Schreibfehler; „Nicht zu euch“ habe ursprünglich „Kommt!“ gelautet (so z.B. Hillers 1972, S. 11; Salters 2010, S. 34).&lt;br /&gt;
Nach jeder dieser Deutungen sollen also durch diese Worte irgendwie die folgenden Imperative vorbereitet werden: Die Passanten sollen deshalb „schauen“, weil (1) das Schicksal Jerusalems sie „berühren“ soll oder (2) weil das Schicksal Jerusalems ihnen eine Warnung sein soll; oder aber (3) die Worte sind nur ein weiterer Imperativ in der Imperativkette: „Kommt, schaut und seht!“.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu vielen weiteren Deutungsvorschlägen vgl. Kotzé 2011b, S. 91-97.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 00:16, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zorn===&lt;br /&gt;
Ich glaube, die Erklärung über den Umweg des &amp;quot;Errötens&amp;quot; ist nicht richtig: &#039;&#039;charon&#039;&#039; (von &#039;&#039;chrh&#039;&#039;) stammt von den selben Etymonen wie &#039;&#039;chrr&#039;&#039; (&amp;quot;brennen, glühen&amp;quot;) und meint also tatsächlich das &amp;quot;Brennen&amp;quot;, nicht das &amp;quot;Erröten&amp;quot;. Das ist eine tote Metapher und kann also einfach mit &amp;quot;Zürnen&amp;quot; wiedergegeben werden.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zürnen der Nase&amp;quot; wäre überwörtlich; solche Ausdrücke müssen über den heb. Stil erklärt werden: Wegen der &amp;quot;synthetischen Körperauffassung&amp;quot; (Wolff; online z.B. bei [http://www.koerpergottes.unibe.ch/pdf/Synthetisches_Bedeutungsspektrum_hebraeischer_KoerperteilbezeichnungenBZ_51_2007_S.257%E2%80%93265.pdf Wagner 2007, S. 257f.]) können im Heb. z.B. statt einem Menschen &amp;quot;die Hände dieses Menschen&amp;quot; etwas machen oder statt einem Menschen &amp;quot;die Augen eines Menschen&amp;quot; etwas sehen; ebenso kann statt einem Menschen dann eben &amp;quot;die Nase dieses Menschen&amp;quot; zürnen. Dass das besser so zu erklären ist, sieht man z.B. daran, dass das Wort in 1/3 seiner Belege ohne ein Körperteil steht oder daran, dass in Gen 31,35 und Gen 45,5 nicht jmds &amp;quot;Nase&amp;quot;, sd. jmds &amp;quot;Augen&amp;quot; &amp;quot;entbrennen&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als FN würde daher etwas reichen wie &amp;lt;code&amp;gt;Am Tag seines Zürnens&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seines Zürnens&#039;&#039; - W. „des Zürnens seiner Nase“, heb. Idiom für „seines Zürnens“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klgl 1,12 ist sogar eine ziemlich gute Belegstelle dafür, denn ursprünglich stand hier wohl nicht &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;jom charon ´appo&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;jom charono&#039;&#039; (&amp;quot;Am Tag seines Zürnens&amp;quot;, so in 4QLam), das im MT zum üblichen idiomatischen Ausdruck &amp;quot;Am Tag des Zürnens seiner Nase&amp;quot; ausgebaut worden ist (so BHQ, Cross 1983, Hobbins 2009). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:01, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 13==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===13a als Bild für Krankheit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Abschluss-FN zu V. 13 streiche &amp;quot;Jer 20,9&amp;quot;, da wird das &amp;quot;Brennen&amp;quot; für Worte, die aus dem Herz des Psalmisten wollen, verwendet - das ist ein anderes Bild. Ergänzen könntest du stattdessen Ps 32,4; 119,83, wenn du magst.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin aber unsicher, wie passend ich die Deutung dieses Ausdrucks als Beschreibung einer Krankheit finde. Ich weiß, dass die Rede von der Austrocknung in diesen Parallelstellen (und auch Ps 22,16) gelegentlich als Beschreibung einer Krankheit verstanden worden ist, aber hier ist ja explizit vom &amp;quot;&#039;&#039;vom Himmel&#039;&#039; kommenden Feuer&amp;quot; die Rede. Hillers 1972 z.B. verweist daher auf 2Kön 1,10.12.14; 2Chr 7,1, wo das Feuer, das &#039;&#039;jarad&#039;&#039;, wörtlich verstanden werden muss; Berges auf das Stadtuntergangsklagen-Motiv der vollständigen Zerstörung einer Stadt durch Feuer und daher auf Gen 19,24. Stammt diese Interpretation von Kraus?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich kann zwei Alternativen anbieten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=status&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus der Höhe sandte er Feuer,&lt;br /&gt;
: In meine Gebeine (auf mich) ließ er es niederfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;In meine Gebeine (auf mich) ließ er es niederfahren&#039;&#039; - Übersetze: „Er ließ Feuer auf mich regnen“: „meine Knochen“ werden im Heb. oft als Wechselbegriff für „mich“ verwendet (vgl. z.B. Dalglish 1962, S. 143) und bei „vom Himmel sandte er Feuer und ließ es auf mich niederfahren“ handelt es sich wohl um die Heb. Stileigentümlichkeit, dass - anders, als man das im Dt. machen würde - zur Beschreibung einer Bewegung nicht die Bewegung selbst, sondern Anfang und Ende der Bewegung genannt werden (wie z.B. im häufigen Ausdruck „losgehen und ankommen“, dazu s. z.B. [http://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Spezial:Bibelstelle&amp;amp;abk=rut_2#note_j FN j] zu [[Rut 2#s3 |Rut 2,3]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=status&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus der Höhe sandte er Feuer,&lt;br /&gt;
: In meine Gebeine ließ er es niederfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den &#039;&#039;Gebeinen&#039;&#039; s. die Anmerkungen; speziell sind hier wahrscheinlich die Gebäude gemeint (vgl. Berges 2002, S. 114). Anlass des Bildes ist wahrscheinlich das Niederbrennen Jerusalems ([[2Könige 25#s8 |2 Kön 25,8f.]]), das hier wie die ganze Niederlage der Stadt nicht auf die Babylonier, sondern auf Gott zurückgeführt wird und daher mit dem Bild des Feuer- und Schwefelregens aus [[Genesis 19#s24 |Gen 19,24]] beschrieben wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;&#039;Vv. 12-22&#039;&#039;&#039; wird ein Motiv, das sich in vielen altorientalischen Stadtklagen findet, abgewandelt: Während dort die Stadtgöttin zur Sprache kommt und den Niedergang ihrer Stadt beklagen kann, wird hier Jerusalem selbst personifiziert und kann ihren eigenen Niedergang beklagen. Zu dieser Personifikation gehört auch, dass sie mit menschlichem Körper dargestellt wird: In V. 13 hat es Gebeine und Füße, in V. 14 einem Nacken für das Joch und einen Hals; in V. 16 Augen, in V. 17 Hände und in V. 20 Eingeweide und Herz. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:07, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===machte mich einsam===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu &#039;&#039;&#039;schmm&#039;&#039; s.[http://offene-bibel.de/wiki/Diskussion:Klagelieder_1#Zeile_3_2 o]. Berges, Cross, Gordis, Hillers haben auch hier wieder alle &amp;quot;desolate&amp;quot;/&amp;quot;verstört&amp;quot;. Das passt auch gut zum folgenden &#039;&#039;daweh&#039;&#039;, denn dazu vgl. die mheb. + aram. + äth. Kognate (&amp;quot;traurig&amp;quot;); daher auch CDCH, S. 76 + Ges18, S. 244 + ZLH, S. 168f. zu Klgl 1,13: &amp;quot;traurig&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=&amp;gt; &amp;quot;Er machte mich verstört, / traurig den ganzen Tag&amp;quot;. (dann sollte aber auch V. 22 mit &amp;quot;traurig&amp;quot; übersetzt werden)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Gemieden&amp;quot; scheint mir unwahrscheinlich; das muss ja über &amp;quot;unrein&amp;quot; hergeleitet werden und dann wäre die Aussage: &amp;quot;JHWH (!) machte mich unrein (d.h. gemieden)&amp;quot;.&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:36, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 14==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 1: Textkritik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich trage mal noch mehr Vrss. zusammen; ich glaube fast nicht, dass du dann noch MT folgen willst:&lt;br /&gt;
* MT: &#039;&#039;nißqad `ol&#039;&#039; (&amp;quot;?&amp;quot;) - Barthélemy, BHQ, Berges 2002.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Kann als &#039;&#039;terminus technicus&#039;&#039; für das Auflegen eines Joches nur aus dem Kontext erschlossen werden [nachdem schon aus dem Kontext erschlossen werden musste, dass es überhaupt ein terminus technicus für das Auflegen eines Joches ist.]&amp;quot; (Berges 2002, S. 89)&lt;br /&gt;
* LXX, Syr, VUL, LamR, 27 Mss: &#039;&#039;nischqad (&amp;quot;es wird gewacht&amp;quot;) `ol/`al&#039;&#039;. So auch viele jüd. Ausleger (Rashi, Joseph Kara, Menachem). - BHS, Hillers 1972, Gordis 1974; B-R.&amp;lt;br /&amp;gt;Ein Nifal des häufigen Verbs &#039;&#039;schqd&#039;&#039; ist aber sonst nicht belegt.&lt;br /&gt;
* 4QLam: &#039;&#039;nqschrh&#039;&#039; (&amp;quot;gebunden ist sie&amp;quot;)&lt;br /&gt;
** urspr.: &#039;&#039;nqschr&#039;&#039; (&amp;quot;gebunden ist&amp;quot;) - Cross 1983; Salters 2010; BigS, H-R, MEN, NL, SLT, TAF, TUR, van Ess.&amp;lt;br /&amp;gt;Das scheint mal Standard gewesen zu sein: Oettli 1889, S. 206: &amp;quot;Wir deuten mit den Neuern nach Qimchi = &#039;&#039;&#039;niqschar&#039;&#039; vgl. &#039;&#039;`qd&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Tg: &#039;&#039;niqschah&#039;&#039; (&amp;quot;schwer ist&amp;quot;). - Praetorius; Budde, Kraus, Hobbins 2009; ähnlich Rudolph; EÜ, HER05, HfA, LUT, NeÜ, PAT, Zink&lt;br /&gt;
MT steht also mit seinem &#039;&#039;nißqad&#039;&#039; allein. Die Vrss. zeigen, dass &#039;&#039;nißqad `ol&#039;&#039; wahrscheinlich die ihnen vorliegende Form war, aber offensichtlich niemand was damit anfangen konnte. Also wird man doch von einem Schreibfehler am Anfang der Textüberlieferung auszugehen haben und dann am ehesten dem Tg folgen. Aber das ist wahrscheinlich ein Fall, wo nach [http://offene-bibel.de/wiki/%C3%9Cbersetzungskriterien Kriterium 1a] eine unauffällige Üs. zu wählen ist. Was ist unauffälliger? Für &amp;quot;gebunden ist&amp;quot; habe ich 8 Üss. gezählt, für &amp;quot;schwer ist&amp;quot; 7, aber dafür sind bei &amp;quot;schwer&amp;quot; EÜ und LUT dabei...&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich würde ich auch bei &amp;quot;gebunden&amp;quot; bleiben, aber das folgende &amp;quot;geflochten&amp;quot; ist doch sicher auf die &amp;quot;Sünden&amp;quot; zu beziehen, nicht auf ein erst zu ergänzendes Subjekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Güte, sind die Klgl eine harte Nuss... --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:00, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 3===&lt;br /&gt;
ist auch wieder textkritisch problematisch: (1) 4QLam hat und Sym liest &#039;&#039;`ulo&#039;&#039; (&amp;quot;sein Joch&amp;quot;) statt &#039;&#039;`alu&#039;&#039; (&amp;quot;sie sind hinaufgestiegen&amp;quot;). So daher auch Cross 1983; Hillers 1972: &amp;quot;His yoke is on my neck.&amp;quot; (2) LXX&amp;lt;sup&amp;gt;L&amp;lt;/sup&amp;gt; übersetzt offenbar &#039;&#039;`alah `ulo `al&#039;&#039; (&amp;quot;hinaufgestiegen ist sein Joch&amp;quot;), was daher Hobbins 2009 als ursprünglichen Text ansieht; ähnlich schon Budde und Rudolph: &#039;&#039;`alu `ulo `al&#039;&#039;. Vorzuziehen wäre davon sicher (1). Wäre (1) MT vorzuziehen? Ich weiß es nicht. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 22:46, 12. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 15==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verwerfen in===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;in&amp;quot; besser als &amp;quot;aus&amp;quot;, oder? (vgl. BHRG §39.6.1.1; Dahood 1970, S. 391f.; KBL3, S. 101). Oder als Alternative zu ergänzen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 07:11, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 17==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeile 1===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039; steht hier deswegen, weil &#039;&#039;paraß&#039;&#039; ein sog. „Verbum gesticulationis“ ist, das als solches regelmäßig mit nicht zu übersetzendem &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;&#039;&#039; steht (vgl. dazu Jenni 1997c). Üs. einfach &amp;quot;Zion streckt ihre Hände aus&amp;quot; + FN: &amp;quot;altorienatlische Gebetsgeste; die Bed. ist also in etwa: &amp;quot;Zion rief Gott an&amp;quot;. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 10:04, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===verhängen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist textkritisch ein bisschen problematisch; 4QLam hat &#039;&#039;tsapah&#039;&#039; (&amp;quot;JHWH hat gewacht/gelauert über Jakob&amp;quot;) statt &#039;&#039;tsawah&#039;&#039;. MT wird zwar von sämtlichen Versionen gestützt, aber dennoch sehen das BHQ, Cross 1983 und Hobbins 2009 als ursprünglich an; auch Kotzé 2011b, S. 130 hält das für möglich. Das sind die vier aktuellsten textkritischen Arbeiten zu Klgl 1, das ist also eine starke wissenschaftliche Meinung und sollte daher wahrscheinlich schon erwähnt werden. Ich persönlich halte das für ganz fernliegend - die textkritische Evidenz ist sehr gering; der Schreiber von 4QLam hat allgemein einen schlechten Ruf und MT ist durchaus die lectio difficilior - aber vielleicht siehst du das anders? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:03, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 18==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verbannung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist nicht die Bed. v. &#039;&#039;sch&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;bi&#039;&#039;, sd. &amp;quot;Gefangenschaft, Deportation&amp;quot;. Gerade hier ist damit sehr sicher das Exil gemeint. &amp;quot;Verbannung&amp;quot; würde ja heißen, dass man in Jerusalem beschlossen habe, sie wegzuschicken. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:15, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 19==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===hemmah===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wg. &#039;&#039;hemmah&#039;&#039; statt &amp;quot;sie&amp;quot; vielleicht besser &amp;quot;[aber] die&amp;quot;. Oder auch &amp;quot;[doch] ach!, sie haben...&amp;quot; (&#039;&#039;hemmah&#039;&#039; wie oft als &#039;&#039;hinneh&#039;&#039;-Äquivalent, so z.St. McDaniel 1968). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:33, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Priester und Älteste===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du das so deuten willst, dann doch ws. leichter: &amp;quot;[Selbst] meine Priester und Älteste&amp;quot;, da das Heb. ja fast nie solche Fokuspartikeln setzt. Aber ist das nicht eher ein Merismus mit V. 18: Meine jungen Frauen und Männer wurden deportiert, meine Priester und Ältesten sind in der Stadt umgekommen =&amp;gt; Jerusalem ist menschenleer.? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 13:30, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 20==&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;chamar&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &#039;&#039;chamar&#039;&#039; II finde ich KBL3 sehr viel besser als Ges18: Pealal: &amp;quot;glühen, brennen&amp;quot; (Klgl 1,20; 2,11; Ijob 16,16); Hiphil: &amp;quot;brennen machen&amp;quot; (Sir 42,3) - vgl. mheb. &#039;&#039;chmr&#039;&#039; &amp;quot;rösten, versengen&amp;quot;; aram. &#039;&#039;chamar&#039;&#039; &amp;quot;glühen&amp;quot;; arab. &#039;&#039;chmr&#039;&#039; II: &amp;quot;röten, rösten, verbrennen&amp;quot;. Bei Ges18 verstehe ich gar nicht, wie Eingeweide &amp;quot;rot&amp;quot; sein will. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 14:33, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;kamawet&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;k&#039;&#039; ist sicher ein emphatisches &#039;&#039;k&#039;&#039; (vgl. Gordis 1974, S. 159; Dahood 1978, S. 179): &amp;quot;und drinnen - der &#039;&#039;Tod&#039;&#039;.&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ähnlich Berges 2002, S. 90: &lt;br /&gt;
: &amp;quot;EÜ &#039;drinnen raffte sie die Pest dahin&#039; (V 20c) entbehrt jeder Grundlage. Manche gehen von einem emphatischen &#039;&#039;kaph&#039;&#039; aus: &amp;quot;drinnen, ja der Tod&amp;quot; (u.a. &#039;&#039;Gordis&#039;&#039; 277). Der Aspekt des Vergleichs bleibt aber anwesend; vgl. das sog. &#039;&#039;kaph veritatis&#039;&#039; [...].&amp;quot; &lt;br /&gt;
Den &amp;quot;noch anwesenden Aspekt des Vergleichs&amp;quot; hat Berges von GKC §118x, aber heute sieht man das nicht mehr so, s.  z.B. HALOT zum Kaf veritatis: &amp;quot;seemingly superfluous, stressing, pleonastic (confirmatory [...], Gesenius-K. 118x).&amp;quot; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:02, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 22==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommen wird===&lt;br /&gt;
Nicht besser &amp;quot;kommen möge&amp;quot;? So Cross 983; Berges 2002, Gordis 1974, Hillers 1972, Seow 1985, S. 419 --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 15:40, 13. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Poesie-Syntax==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hi Jürgen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich habe gerade die Poesie-Syntax in deine Übersetzung eingearbeitet; ich hoffe, du hast nicht dagegen. Falls sie dir noch nicht geläufig ist, erkläre ich sie dir mal kurz: Poesie kommt immer zwischen zwei &amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;-Tags, also z.B.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
GEDICHT&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb dieser Poem-Tags müssen keine &amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;-Tags gesetzt werden; Zeilenbrüche werden automatisch übernommen. Und die zweite Zeile eines Distichons lässt sich einfach durch &amp;quot;_&amp;quot; auszeichnen; das Wiki übernimmt dann selbst die Markierung. Also z.B.: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ZEILE 1&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ZEILE 2&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
ZEILE 1&lt;br /&gt;
_ZEILE 2&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willst du dagegen einen Strophen-break machen, muss dafür der Poem-Tag geschlossen und nach zwei Leerzeilen wieder geöffnet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
STROPHE 1, ZEILE 1&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
_STROPHE 1, ZEILE 2&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
STROPHE 2, ZEILE 1&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
_STROPHE 2, ZEILE 2&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wars auch schon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Noch mal auf diesem Wege. Freut mich riesig, dass du dich an die Klagelieder gemacht hast!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe Grüße, --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 07:43, 15. Dez. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen, könntest du mir bitte mal die vollständige Literaturangabe von Kraus schicken? Dann könnte ich die Fußnoten an unseren Zitationsstandard anpassen (AUTOR JAHR, S. SEITE) und auf der [[Terminologie]] einen Eintrag machen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] ([[Benutzer Diskussion:Sebastian Walter|Diskussion]]) 21:19, 10. Jan. 2016 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=LF=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=verwendete Literatur=&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22956</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22956"/>
		<updated>2016-01-10T18:19:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Wo sind Getreide und Wein?&amp;quot;,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf deine Schuld&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über deiner Schuld.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22955</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22955"/>
		<updated>2016-01-10T18:15:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Wo sind Getreide und Wein?&amp;quot;,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,&lt;br /&gt;
_was mit dir&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. mit deinem Untergang.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergleichen, Tochter Jerusalem?&lt;br /&gt;
Was kann ich dir gleichstellen&lt;br /&gt;
_um dich zu trösten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um dich zu trösten&#039;&#039; ― und dich [damit] trösten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jungfrau, Tochter Zion?&lt;br /&gt;
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):&lt;br /&gt;
_Wer wird dich heilen?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Deine (Heils-)Propheten hatten Visionen für dich:&lt;br /&gt;
_Lüge (Leeres) und Tünche&amp;lt;ref&amp;gt;od.: salzlos, fade&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
aber deckten nicht auf&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;keine Offenbarung&#039;&#039; ― wörtl.: sie deckten nicht auf [die Hülle] über.&amp;lt;/ref&amp;gt; deine Schuld (Missetat; Strafe),&lt;br /&gt;
_um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).&lt;br /&gt;
Sie hatten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: schauten&amp;lt;/ref&amp;gt; für dich Orakel (Sprüche)&lt;br /&gt;
_aus Lüge (Leerem) und Verführung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei anderer Vokalisation: &#039;&#039;Orakel, Lüge und Verführung.&#039;&#039;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22931</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22931"/>
		<updated>2016-01-06T19:42:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Meine Augen sind in Tränen aufgelöst (dahingeschwunden, erschöpft),&lt;br /&gt;
_mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).&lt;br /&gt;
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leber&amp;lt;ref&amp;gt;Das Ausschütten innerer Organe ist in der herbäischen Bibel Ausdruck, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Hi 16,13). Nach Kraus (S. 40) ist die Leber Sitz der innersten Empfindungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mein Leben),&lt;br /&gt;
_wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,&lt;br /&gt;
als Kind und Säugling verreckten&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Sie fragten ihre Mütter:&lt;br /&gt;
_&amp;quot;Wo sind Getreide und Wein?&amp;quot;,&lt;br /&gt;
als sie verreckten wie durchbohrt&lt;br /&gt;
_in den Plätzen der Stadt,&lt;br /&gt;
als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss&lt;br /&gt;
_in den Schoß ihrer Mütter.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22930</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22930"/>
		<updated>2016-01-06T18:22:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039;unter jemandem ein Blutbad anrichten.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu überleben&#039;&#039; - LXX überliefert &#039;&#039;und fanden keine&#039;&#039;. Dieser Überlieferung zu folgen ist unnötig (gegen Kraus S. 18), wenn man das Impf. {{Hebr}}ּוְיָשִׁיבו{{Hebr ende}} (wəjāšîbû) final übersetzt (vgl. Gesenius-Kautzsch §107q).&amp;lt;/ref&amp;gt; (ihre Seele zurückzubringen)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, dass mir angst [ist],&lt;br /&gt;
_mein Inneres ist (meine Eingeweide sind) aufgewühlt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aufgewühlt&#039;&#039; ― od.: &#039;&#039;glüht&#039;&#039;. Gesenius-Donner unterscheidet zwei Wurzeln {{Hebr}}חמר{{Hebr ende}} (ḥāmar): 1. aufwühlen, gären (u.a. zur Bezeichnung von Schaumwein) 2. rot sein, ohne {{Hebr}}חֳמַרְמָרוּ{{Hebr ende}} (ḥŏmarmārû) in Klgl 1,20 einer der beiden Wurzeln sicher zuzuordnen. Der Unterschied ist am Ende nicht groß, in beiden Fällen wird große Angst oder Erregung ausgedrückt.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
es dreht (windet) sich mein Herz in meinem Innern,&lt;br /&gt;
_denn ich war in der Tat widerspenstig (trotzig):&lt;br /&gt;
draußen machte das Schwert [mich] kinderlos,&lt;br /&gt;
_drinnen [ist es] wie der Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Übersetzungen bieten: &#039;&#039;drinnen der Tod&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;drinnen (herrscht) der Tod&#039;&#039;, müssen dazu aber das &#039;&#039;wie&#039;&#039; ({{Hebr}}כְּ{{Hebr ende}}/kǝ) im hebräischen Text ignorieren. Vielleicht heißt {{Hebr}}כַּמָּוֶת{{Hebr ende}} (kammāwät) &#039;&#039;als ob eine Seuche (wütet)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|21}} Sie haben gehört&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. &#039;&#039;die Feinde&#039;&#039; (vgl. 21b) oder allgemein &#039;&#039;man&#039;&#039;. BHK vermutet, dass hier ursprünglich ein Imp. Sg. gestanden habe: {{Hebr}}שְׁמַע{{Hebr ende}} (šǝmaʻ = &#039;&#039;höre&#039;&#039;) statt {{Hebr}}שָׁמְעוּ{{Hebr ende}} (šamǝʻû). Die LXX hat Imp. Pl. überliefert: &#039;&#039;Hört&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass ich seufze,&lt;br /&gt;
_da [war] keiner, der mir Mut machte (Trost zuspricht);&lt;br /&gt;
alle meine Feinde hörten von meinem Unheil,&lt;br /&gt;
_sie jubelten, weil du [es] bereitet (getan) hast;&lt;br /&gt;
du brachtest den Tag, den (das Gericht, das) du angekündigt hattest,&lt;br /&gt;
_aber (und) sie werden (sollen) sein wie ich.&amp;lt;ref&amp;gt;andere übersetzen: &#039;&#039;Bringst du den Tag … dann werden sie mir gleich sein&#039;&#039; (beigeordneter Bedingungssatz, vgl. Gesenius-Kautzsch §159 b/h). BHK vermutet hier einen Abschreibfehler und schlägt vor {{Hebr}}הָבֵא אֶת־יוֹם{{Hebr ende}} (hābē’ ’et-jôm) zu lesen: &#039;&#039;Bringe den Tag&#039;&#039;. Für die obige Übersetzung spricht, dass der &#039;&#039;angekündigte Tag&#039;&#039; besser zu dem gegenwärtigen Unheil passt, als in ihm eine Gerichtsdrohung gegen die Feinde zu sehen, die hier sehr unvermittelt käme.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|22}} Kommen wird all ihre Bosheit vor dein Angesicht;&lt;br /&gt;
_dann (und) tue ihnen,&lt;br /&gt;
wie du mir getan hast,&lt;br /&gt;
_wegen all meiner Vergehen;&lt;br /&gt;
denn zahlreich sind meine Seufzer,&lt;br /&gt;
_und mein Herz [ist] krank (schwach, traurig).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22919</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22919"/>
		<updated>2016-01-05T19:53:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisgegeben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;preisgeben&#039;&#039; ― {{Hebr}}חמס{{Hebr ende}} (ḥāmas) wird meist mit &#039;&#039;Gewalt antun&#039;&#039; übersetzt. Stellen wie Hi 15,33 Jer 18,22 - parallel zu {{Hebr}}גלה{{Hebr ende}} (gāla = &#039;&#039;aufdecken&#039;&#039;) - und die Übersetzung der LXX mit διαπεταννύναι (&#039;&#039;ausbreiten, öffnen&#039;&#039;) legen jedoch &#039;&#039;entblößen, des Schutzes berauben&#039;&#039; als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22918</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22918"/>
		<updated>2016-01-05T18:40:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er hat seine Hütte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hütte&#039;&#039; ― Wie aus 6b hervorgeht (&#039;&#039;Versammlungstätte&#039;&#039;) ist mit &#039;&#039;Hütte&#039;&#039; der Tempel gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie einen Weinstock&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie einen Weinstock&#039;&#039; ― So LXX. Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;wie den Garten&#039;&#039; bzw. bei Änderung der Vokalisation &#039;&#039;wie einen Garten&#039;&#039;. Der LXX hat ein leicht veränderter Text - {{Hebr}}גפן{{Hebr ende}} (géfen) statt {{Hebr}}גן{{Hebr ende}} (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtet,&lt;br /&gt;
_seine Versammlungsstätte zerstört,&lt;br /&gt;
in Vergessenheit geraten ließ JHWH in Zion&lt;br /&gt;
_Fest und Sabbat,&lt;br /&gt;
verwarf (verabscheute, verachtete) in seinem grimmigen Zorn&lt;br /&gt;
_König und Priester.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar&amp;lt;ref&amp;gt;Der Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes&lt;br /&gt;
_die Mauern ihrer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot;&amp;gt;d.i. Zions&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste.&lt;br /&gt;
Man lärmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;sie riefen&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; im Haus JHWHs&lt;br /&gt;
_wie an einem Festtag.&amp;lt;ref&amp;gt;In bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} JHWH ersann niederzureißen (zu verwüsten)&lt;br /&gt;
_die Mauern der Tochter Zion&lt;br /&gt;
er spannte die Messschnur&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messschnur spannen&#039;&#039; ist Synonym zu &#039;&#039;ersinnen, planen&#039;&#039; in 8a.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hatte geplant),&lt;br /&gt;
_hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),&lt;br /&gt;
ließ trauern&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wall&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wall&#039;&#039; ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen &#039;&#039;Heer&#039;&#039; in der Annahme, dass es sich bei {{Hebr}}חֵל{{Hebr ende}} (ḥēl) um eine orthographische Variante zu {{Hebr}}חֵיל{{Hebr ende}} (ḥêl = Heer) handelt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mauer,&lt;br /&gt;
_zusammen gaben sie nach&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gaben sie nach&#039;&#039; ― eig. &#039;&#039;verwelkten sie&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Niedergesunken auf die Erde sind ihre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zion&amp;quot; /&amp;gt; Tore&lt;br /&gt;
_vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,&lt;br /&gt;
ihr König und ihre Obersten (Beamten, Hauptmänner) [leben] in [fremden] Völkern,&lt;br /&gt;
_es gibt keine Weisung,&lt;br /&gt;
auch ihre Propheten bekommen (finden)&lt;br /&gt;
_keine Offenbarung (Schauung, Vision) JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Auf der Erde sitzen (wohnen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Auf der Erde sitzen&#039;&#039; war ein Zeichen von Trauer (vgl. Jes 29,4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_verstört (erstarrt, stumm)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. &#039;&#039;und verstört sind&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Alten (Ältesten) der Tochter Zion,&lt;br /&gt;
sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,&lt;br /&gt;
_sich [mit] Sackleinen gegürtet&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichen von Trauer und Reue.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
auf die Erde ließen ihr Haupt sinken&lt;br /&gt;
_die Jungfrauen Jerusalems.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22909</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22909"/>
		<updated>2016-01-04T20:37:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22908</id>
		<title>Klagelieder 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_2&amp;diff=22908"/>
		<updated>2016-01-04T20:37:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Lesefassung}} &amp;#039;&amp;#039;(kommt später)&amp;#039;&amp;#039;  {{Studienfassung}}  &amp;lt;poem&amp;gt; {{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn, _die Tochter Zion, warf aus dem Himmel [auf die]…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie umwölkt der Herr in seinem Zorn,&lt;br /&gt;
_die Tochter Zion,&lt;br /&gt;
warf aus dem Himmel [auf die] Erde&lt;br /&gt;
_die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israels&lt;br /&gt;
und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füße&lt;br /&gt;
am Tag seines Zorns.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernichtet (verschlungen) hat der Herr&lt;br /&gt;
_und verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: nicht gedacht&amp;lt;/ref&amp;gt; die Weiden (Wohnungen) Jakobs,&lt;br /&gt;
zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger&lt;br /&gt;
_die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,&lt;br /&gt;
warf zu Boden,&lt;br /&gt;
_entweihte das Königtum (-reich) und seine Obersten (Beamten, Kommandanten, Fürsten).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns&lt;br /&gt;
_jedes Horn (alle Macht, Kraft) Israels,&lt;br /&gt;
zog zurück seine (schützende) Rechte&lt;br /&gt;
_vor dem Feind;&lt;br /&gt;
und er brannte (wütete) in Jakob wie ein Feuer,&lt;br /&gt;
_[dessen] Flamme rundherum fraß.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er spannte seinen Bogen wie ein Feind&lt;br /&gt;
_[der] Pfeil [war] in seiner Rechten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): &#039;&#039;stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.)&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er tötete wie ein Gegner&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert: &#039;&#039;wie ein Gegner und er tötete&#039;&#039;. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[seine] ganze Augenweide&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augenweide&#039;&#039; - wörtl.: Lust [des] Auges&#039;&#039; = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im (ins) Zelt der Tochter Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zelt der Tochter Zion&#039;&#039; bezeichnet Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_goss er seinen Grimm aus wie Feuer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Der Herr ist wie ein Feind geworden,&lt;br /&gt;
_hat Israel vernichtet (verschlungen),&lt;br /&gt;
vernichtet (verschlungen) all ihre&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der Tochter Zion (4c)&amp;lt;/ref&amp;gt; Paläste&lt;br /&gt;
_zerstört seine Festungen (befestigten Städte),&lt;br /&gt;
er vermehrte in der Tochter Juda&lt;br /&gt;
_Traurigkeit und Trauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22907</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22907"/>
		<updated>2016-01-04T13:14:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039;unter jemandem ein Blutbad anrichten.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu überleben&#039;&#039; - LXX überliefert &#039;&#039;und fanden keine&#039;&#039;. Dieser Überlieferung zu folgen ist unnötig (gegen Kraus S. 18), wenn man das Impf. {{Hebr}}ּוְיָשִׁיבו{{Hebr ende}} (wəjāšîbû) final übersetzt (vgl. Gesenius-Kautzsch §107q).&amp;lt;/ref&amp;gt; (ihre Seele zurückzubringen)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, dass mir angst [ist],&lt;br /&gt;
_mein Inneres ist (meine Eingeweide sind) aufgewühlt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aufgewühlt&#039;&#039; ― od.: &#039;&#039;glüht&#039;&#039;. Gesenius-Donner unterscheidet zwei Wurzeln {{Hebr}}חמר{{Hebr ende}} (ḥāmar): 1. aufwühlen, gären (u.a. zur Bezeichnung von Schaumwein) 2. rot sein, ohne {{Hebr}}חֳמַרְמָרוּ{{Hebr ende}} (ḥŏmarmārû) in Klgl 1,20 einer der beiden Wurzeln sicher zuzuordnen. Der Unterschied ist am Ende nicht groß, in beiden Fällen wird große Angst oder Erregung ausgedrückt.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
es dreht (windet) sich mein Herz in meinem Innern,&lt;br /&gt;
_denn ich war in der Tat widerspenstig (trotzig):&lt;br /&gt;
draußen machte das Schwert [mich] kinderlos,&lt;br /&gt;
_drinnen [ist es] wie der Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Übersetzungen bieten: &#039;&#039;drinnen der Tod&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;drinnen (herrscht) der Tod&#039;&#039;, müssen dazu aber das &#039;&#039;wie&#039;&#039; ({{Hebr}}כְּ{{Hebr ende}}/kǝ) im hebräischen Text ignorieren. Vielleicht heißt {{Hebr}}כַּמָּוֶת{{Hebr ende}} (kammāwät) &#039;&#039;als ob eine Seuche (wütet)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|21}} Sie haben gehört&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. &#039;&#039;die Feinde&#039;&#039; (vgl. 21b) oder allgemein &#039;&#039;man&#039;&#039;. BHK vermutet, dass hier ursprünglich ein Imp. Sg. gestanden habe: {{Hebr}}שְׁמַע{{Hebr ende}} (šǝmaʻ = &#039;&#039;höre&#039;&#039;) statt {{Hebr}}שָׁמְעוּ{{Hebr ende}} (šamǝʻû). Die LXX hat Imp. Pl. überliefert: &#039;&#039;Hört&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass ich seufze,&lt;br /&gt;
_da [war] keiner, der mir Mut machte (Trost zuspricht);&lt;br /&gt;
alle meine Feinde hörten von meinem Unheil,&lt;br /&gt;
_sie jubelten, weil du [es] bereitet (getan) hast;&lt;br /&gt;
du brachtest den Tag, den (das Gericht, das) du angekündigt hattest,&lt;br /&gt;
_aber (und) sie werden (sollen) sein wie ich.&amp;lt;ref&amp;gt;andere übersetzen: &#039;&#039;Bringst du den Tag … dann werden sie mir gleich sein&#039;&#039; (beigeordneter Bedingungssatz, vgl. Gesenius-Kautzsch §159 b/h). BHK vermutet hier einen Abschreibfehler und schlägt vor {{Hebr}}הָבֵא אֶת־יוֹם{{Hebr ende}} (hābē’ ’et-jôm) zu lesen: &#039;&#039;Bringe den Tag&#039;&#039;. Für die obige Übersetzung spricht, dass der &#039;&#039;angekündigte Tag&#039;&#039; besser zu dem gegenwärtigen Unheil passt, als in ihm eine Gerichtsdrohung gegen die Feinde zu sehen, die hier sehr unvermittelt käme.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|22}} Kommen wird all ihre Bosheit vor dein Angesicht;&lt;br /&gt;
_dann (und) tue ihnen,&lt;br /&gt;
wie du mir getan hast,&lt;br /&gt;
_wegen all meiner Vergehen;&lt;br /&gt;
denn zahlreich sind meine Seufzer,&lt;br /&gt;
_und mein Herz [ist] krank (schwach, traurig).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22906</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22906"/>
		<updated>2016-01-04T13:09:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039;unter jemandem ein Blutbad anrichten.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu überleben&#039;&#039; - LXX überliefert &#039;&#039;und fanden keine&#039;&#039;. Dieser Überlieferung zu folgen ist unnötig (gegen Kraus S. 18), wenn man das Impf. {{Hebr}}ּוְיָשִׁיבו{{Hebr ende}} (wəjāšîbû) final übersetzt (vgl. Gesenius-Kautzsch §107q).&amp;lt;/ref&amp;gt; (ihre Seele zurückzubringen)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, dass mir angst [ist],&lt;br /&gt;
_mein Inneres ist (meine Eingeweide sind) aufgewühlt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aufgewühlt&#039;&#039; ― od.: &#039;&#039;glüht&#039;&#039;. Gesenius-Donner unterscheidet zwei Wurzeln {{Hebr}}חמר{{Hebr ende}} (ḥāmar): 1. aufwühlen, gären (u.a. zur Bezeichnung von Schaumwein) 2. rot sein, ohne {{Hebr}}חֳמַרְמָרוּ{{Hebr ende}} (ḥŏmarmārû) in Klgl 1,20 einer der beiden Wurzeln sicher zuzuordnen. Der Unterschied ist am Ende nicht groß, in beiden Fällen wird große Angst oder Erregung ausgedrückt.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
es dreht (windet) sich mein Herz in meinem Innern,&lt;br /&gt;
_denn ich war in der Tat widerspenstig (trotzig):&lt;br /&gt;
draußen machte das Schwert [mich] kinderlos,&lt;br /&gt;
_drinnen [ist es] wie der Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Übersetzungen bieten: &#039;&#039;drinnen der Tod&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;drinnen (herrscht) der Tod&#039;&#039;, müssen dazu aber das &#039;&#039;wie&#039;&#039; ({{Hebr}}כְּ{{Hebr ende}}/kǝ) im hebräischen Text ignorieren. Vielleicht heißt {{Hebr}}כַּמָּוֶת{{Hebr ende}} (kammāwät) &#039;&#039;als ob eine Seuche (wütet)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|21}} Sie haben gehört&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. &#039;&#039;die Feinde&#039;&#039; (vgl. 21b) oder allgemein &#039;&#039;man&#039;&#039;. BHK vermutet, dass hier ursprünglich ein Imp. Sg. gestanden habe: {{Hebr}}שְׁמַע{{Hebr ende}} (šǝmaʻ = &#039;&#039;höre&#039;&#039;) statt {{Hebr}}שָׁמְעוּ{{Hebr ende}} (šamǝʻû). Die LXX hat Imp. Pl. überliefert: &#039;&#039;Hört&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass ich seufze,&lt;br /&gt;
_da [war] keiner, der mir Mut machte (Trost zuspricht);&lt;br /&gt;
alle meine Feinde hörten von meinem Unheil,&lt;br /&gt;
_sie jubelten, weil du [es] bereitet (getan) hast;&lt;br /&gt;
du brachtest den Tag, den (das Gericht, das) du angekündigt hattest,&lt;br /&gt;
_aber (und) sie werden (sollen) sein wie ich.&amp;lt;ref&amp;gt;andere übersetzen: &#039;&#039;Bringst du den Tag … dann werden sie mir gleich sein&#039;&#039; (beigeordneter Bedingungssatz, vgl. Gesenius-Kautzsch §159 b/h). BHK vermutet hier einen Abschreibfehler und schlägt vor {{Hebr}}הָבֵא אֶת־יוֹם{{Hebr ende}} (hābē’ ’et-jôm) zu lesen: &#039;&#039;Bringe den Tag&#039;&#039;. Für die obige Übersetzung spricht, dass der &#039;&#039;angekündigte Tag&#039;&#039; besser zu dem gegenwärtigen Unheil passt, als in ihm eine Gerichtsdrohung gegen die Feinde zu sehen, die hier sehr unvermittelt käme.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|22}} Kommen wird all ihre Bosheit vor dein Angesicht;&lt;br /&gt;
_dann (und) tue ihnen,&lt;br /&gt;
wie du mir getan hast,&lt;br /&gt;
_wegen all meiner Vergehen;&lt;br /&gt;
denn zahlreich sind meine Seufzer,&lt;br /&gt;
_und mein Herz [ist] krank (schwach, traurig).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22905</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22905"/>
		<updated>2016-01-04T13:08:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039;unter jemandem ein Blutbad anrichten.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu überleben&#039;&#039; - LXX überliefert &#039;&#039;und fanden keine&#039;&#039;. Dieser Überlieferung zu folgen ist unnötig (gegen Kraus S. 18), wenn man das Impf. {{Hebr}}ּוְיָשִׁיבו{{Hebr ende}} (wəjāšîbû) final übersetzt (vgl. Gesenius-Kautzsch §107q).&amp;lt;/ref&amp;gt; (ihre Seele zurückzubringen)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, dass mir angst [ist],&lt;br /&gt;
_mein Inneres ist (meine Eingeweide sind) aufgewühlt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aufgewühlt&#039;&#039; ― od.: &#039;&#039;glüht&#039;&#039;. Gesenius-Donner unterscheidet zwei Wurzeln {{Hebr}}חמר{{Hebr ende}} (ḥāmar): 1. aufwühlen, gären (u.a. zur Bezeichnung von Schaumwein) 2. rot sein, ohne {{Hebr}}חֳמַרְמָרוּ{{Hebr ende}} (ḥŏmarmārû) in Klgl 1,20 einer der beiden Wurzeln sicher zuzuordnen. Der Unterschied ist am Ende nicht groß, in beiden Fällen wird große Angst oder Erregung ausgedrückt.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
es dreht (windet) sich mein Herz in meinem Innern,&lt;br /&gt;
_denn ich war in der Tat widerspenstig (trotzig):&lt;br /&gt;
draußen machte das Schwert [mich] kinderlos,&lt;br /&gt;
_drinnen [ist es] wie der Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Übersetzungen bieten: &#039;&#039;drinnen der Tod&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;drinnen (herrscht) der Tod&#039;&#039;, müssen dazu aber das &#039;&#039;wie&#039;&#039; ({{Hebr}}כְּ{{Hebr ende}}/kǝ) im hebräischen Text ignorieren. Vielleicht heißt {{Hebr}}כַּמָּוֶת{{Hebr ende}} (kammāwät) &#039;&#039;als ob eine Seuche (wütet)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|21}} Sie haben gehört&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. &#039;&#039;die Feinde&#039;&#039; (vgl. 22b) oder allgemein &#039;&#039;man&#039;&#039;. BHK vermutet, dass hier ursprünglich ein Imp. Sg. gestanden habe: {{Hebr}}שְׁמַע{{Hebr ende}} (šǝmaʻ = &#039;&#039;höre&#039;&#039;) statt {{Hebr}}שָׁמְעוּ{{Hebr ende}} (šamǝʻû). Die LXX hat Imp. Pl. überliefert: &#039;&#039;Hört&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass ich seufze,&lt;br /&gt;
_da [war] keiner, der mir Mut machte (Trost zuspricht);&lt;br /&gt;
alle meine Feinde hörten von meinem Unheil,&lt;br /&gt;
_sie jubelten, weil du [es] bereitet (getan) hast;&lt;br /&gt;
du brachtest den Tag, den (das Gericht, das) du angekündigt hattest,&lt;br /&gt;
_aber (und) sie werden (sollen) sein wie ich.&amp;lt;ref&amp;gt;andere übersetzen: &#039;&#039;Bringst du den Tag … dann werden sie mir gleich sein&#039;&#039; (beigeordneter Bedingungssatz, vgl. Gesenius-Kautzsch §159 b/h). BHK vermutet hier einen Abschreibfehler und schlägt vor {{Hebr}}הָבֵא אֶת־יוֹם{{Hebr ende}} (hābē’ ’et-jôm) zu lesen: &#039;&#039;Bringe den Tag&#039;&#039;. Für die obige Übersetzung spricht, dass der &#039;&#039;angekündigte Tag&#039;&#039; besser zu dem gegenwärtigen Unheil passt, als in ihm eine Gerichtsdrohung gegen die Feinde zu sehen, die hier sehr unvermittelt käme.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|22}} Kommen wird all ihre Bosheit vor dein Angesicht;&lt;br /&gt;
_dann (und) tue ihnen,&lt;br /&gt;
wie du mir getan hast,&lt;br /&gt;
_wegen all meiner Vergehen;&lt;br /&gt;
denn zahlreich sind meine Seufzer,&lt;br /&gt;
_und mein Herz [ist] krank (schwach, traurig).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22904</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22904"/>
		<updated>2016-01-03T19:44:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039;unter jemandem ein Blutbad anrichten.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu überleben&#039;&#039; - LXX überliefert &#039;&#039;und fanden keine&#039;&#039;. Dieser Überlieferung zu folgen ist unnötig (gegen Kraus S. 18), wenn man das Impf. {{Hebr}}ּוְיָשִׁיבו{{Hebr ende}} (wəjāšîbû) final übersetzt (vgl. Gesenius-Kautzsch §107q).&amp;lt;/ref&amp;gt; (ihre Seele zurückzubringen)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, dass mir angst [ist],&lt;br /&gt;
_mein Inneres ist (meine Eingeweide sind) aufgewühlt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aufgewühlt&#039;&#039; ― od.: &#039;&#039;glüht&#039;&#039;. Gesenius-Donner unterscheidet zwei Wurzeln {{Hebr}}חמר{{Hebr ende}} (ḥāmar): 1. aufwühlen, gären (u.a. zur Bezeichnung von Schaumwein) 2. rot sein, ohne {{Hebr}}חֳמַרְמָרוּ{{Hebr ende}} (ḥŏmarmārû) in Klgl 1,20 einer der beiden Wurzeln sicher zuzuordnen. Der Unterschied ist am Ende nicht groß, in beiden Fällen wird große Angst oder Erregung ausgedrückt.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
es dreht (windet) sich mein Herz in meinem Innern,&lt;br /&gt;
_denn ich war in der Tat widerspenstig (trotzig):&lt;br /&gt;
draußen machte das Schwert [mich] kinderlos,&lt;br /&gt;
_drinnen [ist es] wie der Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Übersetzungen bieten: &#039;&#039;drinnen der Tod&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;drinnen (herrscht) der Tod&#039;&#039;, müssen dazu aber das &#039;&#039;wie&#039;&#039; ({{Hebr}}כְּ{{Hebr ende}}/kǝ) im hebräischen Text ignorieren. Vielleicht heißt {{Hebr}}כַּמָּוֶת{{Hebr ende}} (kammāwät) &#039;&#039;als ob eine Seuche (wütet)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22903</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22903"/>
		<updated>2016-01-03T19:36:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039;unter jemandem ein Blutbad anrichten.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu überleben&#039;&#039; - LXX überliefert &#039;&#039;und fanden keine&#039;&#039;. Dieser Überlieferung zu folgen ist unnötig (gegen Kraus S. 18), wenn man das Impf. {{Hebr}}ּוְיָשִׁיבו{{Hebr ende}} (wəjāšîbû) final übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; (ihre Seele zurückzubringen)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sieh, JHWH, dass mir angst [ist],&lt;br /&gt;
_mein Inneres ist (meine Eingeweide sind) aufgewühlt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aufgewühlt&#039;&#039; ― od.: &#039;&#039;glüht&#039;&#039;. Gesenius-Donner unterscheidet zwei Wurzeln {{Hebr}}חמר{{Hebr ende}} (ḥāmar): 1. aufwühlen, gären (u.a. zur Bezeichnung von Schaumwein) 2. rot sein, ohne {{Hebr}}חֳמַרְמָרוּ{{Hebr ende}} (ḥŏmarmārû) in Klgl 1,20 einer der beiden Wurzeln sicher zuzuordnen. Der Unterschied ist am Ende nicht groß, in beiden Fällen wird große Angst oder Erregung ausgedrückt.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
es dreht (windet) sich mein Herz in meinem Innern,&lt;br /&gt;
_denn ich war in der Tat widerspenstig (trotzig):&lt;br /&gt;
draußen machte das Schwert [mich] kinderlos,&lt;br /&gt;
_drinnen [ist es] wie der Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Übersetzungen bieten: &#039;&#039;drinnen der Tod&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;drinnen (herrscht) der Tod&#039;&#039;, müssen dazu aber das &#039;&#039;wie&#039;&#039; ({{Hebr}}כְּ{{Hebr ende}}/kǝ) im hebräischen Text ignorieren. Vielleicht heißt {{Hebr}}כַּמָּוֶת{{Hebr ende}} (kammāwät) &#039;&#039;als ob eine Seuche (wütet)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22882</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22882"/>
		<updated>2015-12-30T18:41:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039; unter jemandem ein Blutbad anrichten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu überleben&#039;&#039; - LXX überliefert &#039;&#039;und fanden keine&#039;&#039;. Dieser Überlieferung zu folgen ist unnötig (gegen Kraus S. 18), wenn man das Impf. {{Hebr}}ּוְיָשִׁיבו{{Hebr ende}} (wəjāšîbû) final übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; (ihre Seele zurückzubringen)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22881</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22881"/>
		<updated>2015-12-30T15:46:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039; unter jemandem ein Blutbad anrichten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&amp;quot;liebhaber&amp;quot;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu überleben&#039;&#039; - LXX überliefert &#039;&#039;und fanden keine&#039;&#039;. Dieser Überlieferung zu folgen ist unnötig (gegen Kraus S. ), wenn man das Impf. {{Hebr}}ּוְיָשִׁיבו{{Hebr ende}} (wəjāšîbû) final übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; (ihre Seele zurückzubringen)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22880</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22880"/>
		<updated>2015-12-30T14:54:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref name=&#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039;&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039; unter jemandem ein Blutbad anrichten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich habe meine Liebhaber&amp;lt;ref name=&#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039;/&amp;gt; (zu Hilfe) gerufen,&lt;br /&gt;
_ (aber) sie haben mich betrogen (hintergangen, getäuscht),&lt;br /&gt;
meine Priester und Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Priester und Älteste&#039;&#039; stehen als pars pro toto für das ganze Volk. Wenn sie schon hungern, lässt sich erahnen, wie schlimm es um das einfache Volk steht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sind in der Stadt umgekommen,&lt;br /&gt;
als sie Nahrung für sich suchten,&lt;br /&gt;
_um zu überleben (ihre Seele zurückzubringen)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22879</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22879"/>
		<updated>2015-12-29T20:51:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039; unter jemandem ein Blutbad anrichten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Zion fleht mit ihren Händen (streckt ihre Hände aus),&lt;br /&gt;
_da ist keiner, der ihr Mut macht (Trost zuspricht),&lt;br /&gt;
JHWH hat über Jakob&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jakob&#039;&#039; - Bezeichnung für das Volk Israel, die auf den gleichnamigen Patriarchen zurückgeht.&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängt (befohlen),&lt;br /&gt;
_rings um ihn (seine Nachbarn) [seien] seine Feinde,&lt;br /&gt;
Jerusalem wurde&lt;br /&gt;
_zur Verabscheuten (Unreinen) unter ihnen.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gerecht (im Recht) ist JHWH,&lt;br /&gt;
_denn seinem Mund (Wort) habe ich nicht gehorcht.&lt;br /&gt;
Hört doch, all ihr Völker,&lt;br /&gt;
_ seht meine Qual:&lt;br /&gt;
Meine jungen Frauen und Männer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;jungen Frauen und Männer&#039;&#039;  - Die hebräischen Begriffe bezeichnen noch nicht Verheiratete.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind in die Verbannung gegangen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22878</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22878"/>
		<updated>2015-12-29T10:18:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039; unter jemandem ein Blutbad anrichten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deswegen weine ich,&lt;br /&gt;
_mein Auge zerfließt&amp;lt;ref&amp;gt;zerfließt - wörtl. steigt herab&amp;lt;/ref&amp;gt; wasser[gleich],&lt;br /&gt;
denn fern von mir ist ein Ermutiger,&lt;br /&gt;
_einer, der mich wieder belebt (meine Seele zurückbringt);&lt;br /&gt;
meine Kinder (Söhne) sind zerstört (entsetzt, erstarrt),&lt;br /&gt;
_denn stark (mächtig, überlegen) ist der Feind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22874</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22874"/>
		<updated>2015-12-27T17:27:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Verworfen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verworfen hat&#039;&#039; - Andere übersetzen {{Hebr}}סלה{{Hebr ende}} (sālā) mit &#039;&#039;wegschleudern&#039;&#039; (o.ä.); vgl. LXX (ἐξῆρεν - beseitigt hat) und das akkadische Verb salû (wegschleudern).&amp;lt;/ref&amp;gt;  hat er alle meine Tapferen (Starken, Krieger)&lt;br /&gt;
_der Herr, in meiner Mitte;&lt;br /&gt;
ausgerufen hat er über mir (gegen mich) eine Festversammlung (ein Treffen, einen Termin),&lt;br /&gt;
_um meine Krieger zu zerschlagen.&lt;br /&gt;
Der Herr hat die Kelter getreten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jemandem die Kelter treten&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039; unter jemandem ein Blutbad anrichten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_der jungfräulichen Tochter Juda&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jungfrau&#039;&#039; und &#039;&#039;Tochter&#039;&#039; werden beide im Hebräischen zur Personifikation von Länder- und Städtenamen verwendet, ohne dass damit eine ethische Qualifikation ― etwa &#039;&#039;rein, unschuldig&#039;&#039; ― verbunden wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Man beachte die bittere Ironie (vgl. Vers 4cγ) in den jeweiligen Halbversen: (15a) Gott in meiner Mitte … hat verworfen ― (15b) eine Festversammlung … um zu zerschlagen ― (15c) Kelter treten (= richten) … Juda (und nicht ihre Feinde).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22873</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22873"/>
		<updated>2015-12-27T14:03:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Das Joch meiner Vergehen wurde [mir] angebunden(?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;angebunden&#039;&#039; - Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist ungewiss.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_durch seine Hand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch seine Hand&#039;&#039; - od.: &#039;&#039;in seine Seite&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden [seine Stricke] geflochten,&lt;br /&gt;
haben sich um meinen Hals gelegt, &amp;lt;ref&amp;gt; wörtl.: &#039;&#039;sind hinaufgegangen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_er&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. Gott; oder man übersetzt &#039;&#039;es&#039;&#039; mit Bezug auf das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann. &amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren. Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden. Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata. Zwar bietet die LXX ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;. Der masoretische Text hingegen benutzt das Bild des Jochs, das JHWH seinem Volk wegen seiner Vergehen angelegt hat. Mit dem Joch ist die Unterjochung im Exil gemeint. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22871</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22871"/>
		<updated>2015-12-26T16:18:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Ein Joch bindet(?) meine Vergehen an sich,&lt;br /&gt;
_in seine Seite[n]&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Seite&#039;&#039; - eine mögliche Bedeutung des sonst mit &#039;&#039;Hand&#039;&#039; übersetzten Wortes {{Hebr}}יָד{{Hebr ende}} (jād)&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden sie geflochten,&lt;br /&gt;
sind hinaufgegangen auf meinen Nacken,&lt;br /&gt;
_es&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. das Joch&amp;lt;/ref&amp;gt; hat meine Kraft gebrochen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: es ließ straucheln meine Kraft&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Herr gab mich in die Hände derer,&lt;br /&gt;
_[gegen die] ich nicht bestehen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist der Versuch den schwierigen Wortlaut des hebräischen Textes unverändert zu bewahren.&lt;br /&gt;
Hauptproblem bildet das erste Wort {{Hebr}}נשקד{{Hebr ende}} (nśqd/nšqd), das von den Übersetzern der LXX und der Vulgata offensichtlich als {{Hebr}}נִשְׁקַד{{Hebr ende}} (nišqad = er wurde bewacht) gedeutet wurde, in der masoretischen Überlieferung jedoch {{Hebr}}נִשְׂקַד{{Hebr ende}} (niśqad = ?) lautet. Eine Wurzel {{Hebr}}שׂקד{{Hebr ende}} (śqd) ist in der restlichen hebräischen Bibel nicht belegt, seine Bedeutung - wenn man nicht von einer Textverderbnis ausgeht - muss aus dem Zusammenhang erschlossen werden.&lt;br /&gt;
Das zweite Wort {{Hebr}}על{{Hebr ende}} (ʻl) kann als {{Hebr}}עַל{{Hebr ende}} (ʻal = auf, über) - so LXX und viele hebr. Handschriften - oder als {{Hebr}}עֹל{{Hebr ende}} (ʻōl = Joch) gelesenen werden - so der masoretische Text und die Vulgata.&lt;br /&gt;
Für den masoretischen Text spricht, dass er so schwer zu verstehen ist. Offensichtlich hat man hier nach einer alten Lesetradition (vgl. Vulgata) vokalisiert, während die LXX zwar ein für die ersten zwei Wörter naheliegendes, aber für 14a/b keineswegs unproblematisches Textverständnis überliefert hat: &#039;&#039;Es wurde über meine Vergehen gewacht; sie wurden zusammengeflochten, sie sind hinaufgestiegen auf meinen Nacken&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Der Text benutzt das Bild des Jochs, fokussiert aber nicht den Jochbalken, sondern seine Stricke; diese wurden an den Seiten des Jochbalkens angebracht um ihn an Hals und Pflug bzw. Deichsel zu befestigen. Diese Stricke werden mit den Vergehen Jerusalems identifiziert, d.h. die eigenen Vergehen haben Jerusalem in die Knechtschaft des Exils (= Joch) geführt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22870</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22870"/>
		<updated>2015-12-25T10:21:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt. Bedenkenswert scheint mir die Annahme der Jerusalemer Bibel, dass &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; eine Randglosse darstellt, die den Leser schützen soll. Dafür spricht, 1. dass 13a ohne &#039;&#039;nicht für euch&#039;&#039; wieder ins Metrum passt, 2. dass plene geschriebenes {{Hebr}}לוֹא{{Hebr ende}} (lô = &#039;&#039;nicht&#039;&#039;) auf eine späte Abfassungszeit deutet (sonst in Klgl immer {{Hebr}}לֹא{{Hebr ende}} lō).&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aus der Höhe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Höhe&#039;&#039; - d.h. aus dem Himmel (vgl. Jes 33,5; 57,15 Ps 10,5); damit wird das Subjekt eindeutig mit JHWH identifiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Feuer gesandt&lt;br /&gt;
_in meine Gebeine (Inneres), ließ es herabkommen [auf mich]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die masoretische Textüberlieferung lautet: &#039;&#039;und trat es (Sg. f.; zu Gebeine?) nieder&#039;&#039; ({{Hebr}}וַיִּרְדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjirdǽnnā). Der Bezug zu &#039;&#039;Gebeine&#039;&#039; (Pl.) wird erschwert durch den Singular des Pronominalsuffixes (&#039;&#039;es&#039;&#039;). Bei anderer Vokalisation ({{Hebr}}וַיֹּרִדֶּנָּה{{Hebr ende}} wajjōridǽnnā) lautet die Übersetzung &#039;&#039;und er ließ es herabkommen&#039;&#039;, in der &#039;&#039;es&#039;&#039; sich auf &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Sg. f.) bezieht. Gestützt wird diese Übersetzung durch die LXX, die κατήγαγεν αὐτό (katḗgagen autó = &#039;&#039;er brachte es herab&#039;&#039;) überliefert. Das in manchen Übersetzungen zu lesende &#039;&#039;und es vernichtete sie&#039;&#039;, wo &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; (im Hebr. Fem.) zum Subjekt gemacht wird, ist nicht möglich, weil das Prädikat Mask. ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hat meinen Füßen ein Netz gespannt,&lt;br /&gt;
_hat mich zurückgedrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;So übersetzt, stellen die Netze ein unüberwindliches Hindernis dar, die Fliehende muss zurückgehen, dem Verfolger entgegen(!). Andere Übersetzer lassen die Gejagte ins Netz geraten und übersetzen 13bβ &#039;&#039;rücklings riss er mich nieder&#039;&#039; (vgl. Einheitsübersetzung). Jedoch passt diese Formulierung kaum zu jemandem, der in ein Netz gerät und im vollen Lauf doch wohl vorwärts stürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er machte mich einsam (öde, zunichte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machte einsam&#039;&#039; - Die hebräische Wurzel {{Hebr}}שׁמם{{Hebr ende}} (šmm) bezeichnet objektiv die &#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; (eines Landes, einer Stadt) und als Folge der Verwüstung &#039;&#039;Verödung&#039;&#039; und &#039;&#039;Entvölkerung&#039;&#039;; subjektiv bezeichnet sie das &#039;&#039;Entsetzen&#039;&#039;, das solch eine Verwüstung im Menschen hervorruft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_gemieden (unrein, elend, traurig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gemieden&#039;&#039; - Als {{Hebr}}דָּוָה{{Hebr ende}} (dāwā) wird die Frau während ihrer Menstruation bezeichnet (Lev 15,33; 20,18); in dieser Zeit ist sie unrein und darf nicht berührt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. für immer&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;In drei Bildern schildert Jerusalem ihr Los: 1. im Bild der Kranken (13a; vgl. Hi 30,30b Ps 102,4 Jer 20,9); 2. im Bild der Gejagten (13b); 3. im Bild der Einsamen (13c). &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22869</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22869"/>
		<updated>2015-12-24T12:35:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} †Nicht zu (für) euch†&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Der Versanfang scheint fehlerhaft überliefert zu sein; alle Versuche, ihm einen Sinn zu geben, überzeugen nicht wirklich: 1. &#039;&#039;berührt es euch nicht?&#039;&#039; - Im Hebräischen fehlt die Fragepartikel! - 2. &#039;&#039;Nichts dergleichen möge euch treffen&#039;&#039; (Gute Nachricht Bibel). Beides erscheint weit hergeholt angesichts des überlieferten Textbestandes. Als Annahme (Konjektur) für den ursprünglichen Wortlaut wurde {{Hebr}}לְכוּ{{Hebr ende}} (ləḵû) vorgeschlagen: &#039;&#039;Kommt (los!) alle, die ihr ...&#039;&#039; . Wie es zum überlieferten Text kam, ist damit nicht geklärt.&amp;lt;/ref&amp;gt; alle, die ihr des Weges zieht,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem wendet sich wie eine Bettlerin an die Vorübergehenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_gebt Acht und seht,&lt;br /&gt;
ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz (Plage, Qual),&lt;br /&gt;
_der mir zugefügt worden ist,&lt;br /&gt;
mit dem JHWH [mich] plagte,&lt;br /&gt;
_am Tag seines Zornes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zorn&#039;&#039; - Die traditionelle Übersetzung &amp;quot;Zornesglut / glühender Zorn&amp;quot; kann als Steigerung zum bloßen Zorn missverstanden werden. {{Hebr}}חָרוֹן אַף{{Hebr ende}} (ḥārōn ap) bezeichnet das Erröten und das damit verbundene Gefühl von Wärme in der und um die Nase. Beide Wörter, {{Hebr}}אַף{{Hebr ende}} (ap = Nase) und {{Hebr}}חָרוֹן{{Hebr ende}} (ḥārōn = Hitze), können dann für sich allein schon die Bedeutung &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; annehmen, ohne dass ein Unterschied zu ihrer Kombination vorliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22868</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22868"/>
		<updated>2015-12-23T07:08:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} All ihre Bewohner&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Bewohner&#039;&#039; - wörtl. &#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; stöhnen,&lt;br /&gt;
_suchen [nach] Brot (Nahrung),&lt;br /&gt;
[weg]gegeben haben sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gegeben haben sie&#039;&#039; - Da das hebräische Perfekt auch das Fehlen von Veränderung bezeichnen kann, übersetzen manche: &#039;&#039;sie geben (immer noch)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre Kostbarkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Die Vulgata überliefert &#039;&#039;dederunt pretiosa quaeque&#039;&#039; (sie gaben alle Kostbarkeiten), hatte in ihrer hebräischeנ Vorlage demnach wohl {{Hebr}}נתנו כל מחמ(ו)דים{{Hebr ende}}.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; für Nahrung,&lt;br /&gt;
_um am Leben zu bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um am Leben zu bleiben&#039;&#039; - wörtl.: um das Leben (die Seele) zurückzubringen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, und gib doch Acht,&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - od.: denn&amp;lt;/ref&amp;gt; ich eine Verachtete geworden bin.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22862</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22862"/>
		<updated>2015-12-22T13:59:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der Feind hat seine Hand&lt;br /&gt;
_Nach allen Schätzen Zions&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allen Schätzen Zions&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;all ihren Schätzen&#039;&#039;, womit vor allem (aber nicht nur) die Schätze des Tempels gemeint sein dürften (vgl. 2Kö 24,13).&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgestreckt;&lt;br /&gt;
Sie hat Heiden (Völker) gesehen ―&lt;br /&gt;
_Sie sind [wirklich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das hinzugefügte &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; soll das ungläubige Entsetzen andeuten, das im hebräischen Text vielleicht in der Unebenmäßigkeit im Satzbau (Inkonzinnität) angedeutet ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihr Heiligtum gekommen,&lt;br /&gt;
Von denen du befohlen hast,&lt;br /&gt;
_Sie sollen dir nicht in den Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; - wörtl.: &#039;&#039;Versammlung&#039;&#039;; mit {{Hebr}}קָהָל{{Hebr ende}} ist das versammelte Volk als politische und kultische Gemeinschaft gemeint, was kaum wirklich zu trennen ist. &#039;&#039;In die Versammlung kommen&#039;&#039; ist in 10c parallel zu 10b zu verstehen (&#039;&#039;in das Heiligtum kommen&#039;&#039;) und daher sinngemäß als &#039;&#039;Gottesdienst&#039;&#039; oder &#039;&#039;Versammlungsort&#039;&#039; zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hineinkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Beter erinnert Gott, dass er sein eigenes Gebot außer Kraft gesetzt hat, indem er die Babylonier und ihre Verbündeten in den Tempel eindringen ließ. Dieser Widerspruch verstört ihn zutiefst. Interessanterweise wendet er sich in dieser Verstörung direkt an Gott (vgl. den Wechsel in die Anrede von 10b nach 10c).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22835</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22835"/>
		<updated>2015-12-21T10:30:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;zur Fronsklavin&#039;&#039; - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; &#039;&#039;Bitter weint sie&#039;&#039; - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &#039;&#039;Liebhaber&#039;&#039; und &#039;&#039;Freunde&#039;&#039; sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist verbittert&#039;&#039; - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obenauf&#039;&#039; - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorglos&#039;&#039; - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zion&#039;&#039; - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gefangenschaft gegangen&#039;&#039; - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Widder&#039;&#039; - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;finden&#039;&#039; - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Bedeutungslosigkeit gezogen&#039;&#039; - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;notleidenden Flüchtlinge&#039;&#039; - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus uralten Tagen&#039;&#039; - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Volk&#039;&#039; - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ende&#039;&#039; - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde hat gesündigt Jerusalem&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;ist deshalb&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039; - Die Bedeutung von {{Hebr}}נִידָה{{Hebr ende}} (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נדד{{Hebr ende}} (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu {{Hebr}}נִדָּה{{Hebr ende}} (niddā). Andere leiten es von der Wurzel {{Hebr}}נוד{{Hebr ende}} (nud) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039; - wörtl.: ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihre Unreinheit [ist] an ihren Säumen,&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Bildebene bezeichnet &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; Menstruationsblut, das eine Frau kultisch unrein machte (vgl. Lev 15,19). Auf der Sachebene steht &#039;&#039;Unreinheit&#039;&#039; für Judas Bundesbruch durch Kompromisse in Kultus und Politik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_sie hat nicht ihr Ende bedacht. &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. die Folgen ihres Tuns. Kraus S. 25: &amp;quot;{{Hebr}}אחרית{{Hebr ende}} ist das letzte, alles Leben und alle Geschichte bestimmende Handeln Gottes (Dtn 32,29 Ps 73,17).&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{Und} sie ist niedergegangen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{Hebr}}ירד{{Hebr ende}} bezeichnet hier den Niedergang einer belagerten Stadt (vgl. Dtn 28,52; 20,20)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Lu 84 übersetzt &#039;&#039;sie ist heruntergstoßen&#039;&#039; und scheint als einzige deutsche Übersetzung dem Vorschlag im Apparat der BHS ({{Hebr}}וַתּוּרַד{{Hebr ende}}) gefolgt zu sein; dem masoretischen Text und der Mehrheit der antiken Versionen zu misstrauen ist unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;, unbegreiflich (schrecklich),&lt;br /&gt;
_es gibt keinen, der sie ermutigt (sich ihr zuwendet, Erbarmen mit ihr hat, sie tröstet).&lt;br /&gt;
Sieh, JHWH, mein Elend (Leiden),&lt;br /&gt;
_dass&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass&#039;&#039; - oder: &#039;&#039;denn&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; der Feind triumphiert (großtut, es zu weit treibt)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22828</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22828"/>
		<updated>2015-12-21T08:31:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; zur Fronsklavin - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; Bitter weint sie - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die „Liebhaber“ und „Freunde“ sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;ist verbittert - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;obenauf - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;sorglos - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;Zion - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;in die Gefangenschaft gegangen - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt; Widder - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt; finden - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt; in die Bedeutungslosigkeit gezogen - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt; notleidenden Flüchtlinge - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{Sekundär}}All ihrer Kostbarkeiten{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
_{{Sekundär}}Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;aus uralten Tagen - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Sekundär ende}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe, 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;ihr Volk - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;Ende - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schwer gesündigt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;schwer gesündigt hat&#039;&#039;&#039; - wörtl.: eine Sünde gesündigt hat&amp;lt;/ref&amp;gt; hat Jerusalem,&lt;br /&gt;
_Ist&amp;lt;ref&amp;gt;Der masoretische Text überliefert &#039;&#039;deshalb ist sie zum Gespött geworden&#039;&#039;. Allerdings zerstört &#039;&#039;deshalb&#039;&#039; im Hebräischen das Metrum; vielleicht ist es eine alte Glosse (Randnotiz), die versehentlich in den Text geraten ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Gespött&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Gespött&#039;&#039;&#039; - Die Bedeutung von נִידָה (nîdā) ist umstritten: Manche leiten es von der Wurzel נדד (ndd) ab und übersetzen &#039;&#039;Abscheu, Unreinheit&#039;&#039;; es wäre dann ein Synonym zu נִדָּה (niddā). Andere leiten es von der Wurzel נוד (nwd) ab und übersetzen &#039;&#039;Kopfschütteln&#039;&#039;, was ein Ausdruck von Verachtung und Spott war.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden;&lt;br /&gt;
Alle, die sie ehrten, verachten sie [nun],&lt;br /&gt;
_Denn sie haben sie nackt gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;sie nackt gesehen&#039;&#039;&#039; - ihre Scham (Genitalbereich) gesehen. Das Aufdecken der Scham galt als schlimme Schande (vgl. Jes 47,3 Jer 23,26 Hes 16,37 Nah 3,5);&lt;br /&gt;
Daher seufzt sie&lt;br /&gt;
_Und wendet sich [beschämt] ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22822</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22822"/>
		<updated>2015-12-19T20:24:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; zur Fronsklavin - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; Bitter weint sie - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die „Liebhaber“ und „Freunde“ sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;ist verbittert - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;obenauf - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;sorglos - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;Zion - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;in die Gefangenschaft gegangen - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt; Widder - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt; finden - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt; in die Bedeutungslosigkeit gezogen - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt; notleidenden Flüchtlinge - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;s&amp;gt;All ihrer Kostbarkeiten&lt;br /&gt;
_Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;aus uralten Tagen - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,&amp;lt;/s&amp;gt; Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;ihr Volk - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;Ende - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer Not und Heimatlosigkeit(?) all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22821</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22821"/>
		<updated>2015-12-19T20:11:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; zur Fronsklavin - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; Bitter weint sie - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die „Liebhaber“ und „Freunde“ sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;ist verbittert - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;obenauf - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;sorglos - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;Zion - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;in die Gefangenschaft gegangen - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt; Widder - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt; finden - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt; in die Bedeutungslosigkeit gezogen - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Jerusalem gedenkt&lt;br /&gt;
_Der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge&amp;lt;ref&amp;gt; notleidenden Flüchtlinge - wörtl.: Not und Heimatlosigkeit; abstrakte Begriffe anstelle konkreter Personen (ähnlich Jes 58,7), die hier als Hendiadyoin zusammengehören. Mit den Flüchtlingen könnten die Bewohner Judas gemeint sein, die angesichts des heranrückenden babylonischen Heeres ihren Heimatort verließen und in Jerusalem Schutz suchten. Jerusalem selbst kann schwerlich als heimatlos/flüchtig bezeichnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;s&amp;gt;All ihrer Kostbarkeiten&lt;br /&gt;
_Aus uralten Tagen&amp;lt;ref&amp;gt;aus uralten Tagen - wörtl.: die aus (seit) den Tagen der Urzeit waren&amp;lt;/ref&amp;gt;,&amp;lt;/s&amp;gt; Als ihr Volk&amp;lt;ref&amp;gt;ihr Volk - od. ihre Bevölkerung, d.h. die Einwohner Jerusalems im eig. Sinn oder das Volk Judas, das in seiner Hauptstadt Zuflucht gesucht hat&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Hand der Feinde fiel&lt;br /&gt;
_Und es keinen Helfer für sie gab:&lt;br /&gt;
Ihre Feinde sahen sie, lachten&lt;br /&gt;
_Über ihr Ende&amp;lt;ref&amp;gt;Ende - im Hebräischen ein Hapaxlegomenon, d.h. nur an dieser Stelle belegt. Es ist unterschiedlich übersetzt worden: LXX überliefert Exil (μετοικεσία) bzw. nach anderen Handschriften Wohnsitz (κατοικεσία); Vulgata sabbata, d.h. Sabbate. Gesenius-Donner nennt unter {{Hebr}}מִשְׁבָּת{{Hebr ende}} die Bedeutungen „Aufhören, Ende“; dieser Deutung haben sich die gängigen heutigen Übersetzungen angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Während alle Verse des ersten Kapitels dreiteilig sind, ist Vers 7 sowohl im masoretischen Text als auch in den antiken Versionen vierteilig überliefert. Da sich Vers 7a nahtlos an 7c anschließt, liegt es nahe 7b als spätere Ergänzung zu tilgen. Übersetzer, die 7b halten, sind gezwungen „Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge“ adverbial zu deuten und übersetzen: Jerusalem gedenkt während der Tage ihrer notleidenden Flüchtlinge all ihrer Kostbarkeiten …&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22819</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22819"/>
		<updated>2015-12-16T22:21:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; zur Fronsklavin - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; Bitter weint sie - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die „Liebhaber“ und „Freunde“ sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger,&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;ist verbittert - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf,&amp;lt;ref&amp;gt;obenauf - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;sorglos - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;Zion - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;in die Gefangenschaft gegangen - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Gewichen ist von der Tochter Zion &amp;lt;ref&amp;gt; d.h. von Jerusalem &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Alle Herrlichkeit;&lt;br /&gt;
Ihre Anführer sind wie Widder&amp;lt;ref&amp;gt; Widder - od. Hirsche, der hebr. Konsonantentext ({{Hebr}}אילים{{Hebr ende}}) lässt beide Deutungen zu; während die alten Versionen (LXX und Vulgata) Widder überliefern, folgen die meisten modernen Übersetzungen der masoretischen Vokalisation {{Hebr}}אַיָּלִים{{Hebr ende}} (ᵓajjālîm). In Ex 15,15 2Kö 24,15 Hes 17,13; 32,21 steht „Widder“ (so wörtlich übersetzt) als Metapher für die Anführer des Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden,&lt;br /&gt;
_[Die] keine Weide [mehr] finden &amp;lt;ref&amp;gt; finden - Im Hebr. Perf., das hier wohl Abgeschlossenheit ausdrückt. Weide als Ort, wo der Widder herrscht, steht hier für Jerusalem, das für die Anführer durch die Deportation nun in unerreichbare Ferne gerückt ist (= nicht finden).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Sie sind in die Bedeutungslosigkeit gezogen &amp;lt;ref&amp;gt; in die Bedeutungslosigkeit gezogen - od. in Ohnmacht (ohnmächtig) [fort]gezogen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_In Gegenwart ihres Verfolgers &amp;lt;ref&amp;gt; Wenn man „sie“ (3. Pl.) in Vers 6c auf {{Hebr}}אילים{{Hebr ende}} bezieht, dann muss man {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} mit Jäger (Hirsch) oder Treiber (Widder) übersetzen. Bezieht man es jedoch auf die Anführer, dann bezeichnet {{Hebr}}רודף{{Hebr ende}} die Babylonier; Vers 6c steht dann parallel zu 5c.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22785</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22785"/>
		<updated>2015-12-15T22:13:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, &lt;br /&gt;
_Die Stadt, [einst] reich an Menschen,&lt;br /&gt;
Wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, &lt;br /&gt;
_Die Reiche unter den Völkern,&lt;br /&gt;
Die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), &lt;br /&gt;
_Ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; zur Fronsklavin - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; Bitter weint sie - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht,&lt;br /&gt;
_Und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&lt;br /&gt;
Es gibt für sie keinen Tröster &lt;br /&gt;
_Unter allen ihren Liebhabern,&lt;br /&gt;
Alle {ihre} Freunde sind ihr untreu, &lt;br /&gt;
_Sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die „Liebhaber“ und „Freunde“ sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend &lt;br /&gt;
_Und vielem Frondienst,&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern),&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Hat keine Ruhe gefunden;&lt;br /&gt;
All ihre Verfolger haben sie eingeholt &lt;br /&gt;
_Inmitten der Bedrängnisse.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Zions Wege trauern&lt;br /&gt;
_Wegen des Ausbleibens der Festpilger&amp;lt;ref&amp;gt;oder: derer, die zur Festversammlung kommen&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Alle ihre Tore [sind] entvölkert&amp;lt;ref&amp;gt;Im Torgebäude versammelte man sich zu Unterhaltung, Handel und Gericht. Hier ist auch an die Scharen der Pilger gedacht, die sich durch die Tore in die Stadt drängten.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_Ihre Priester seufzen,&lt;br /&gt;
Ihre Jungfrauen&amp;lt;ref&amp;gt;Mädchenchöre und -reigen waren Teil des Tempelkultus (vgl. Ps 68,25f. Ri 21,19-21)&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] betrübt&lt;br /&gt;
_Und sie [selbst] ist verbittert&amp;lt;ref&amp;gt;ist verbittert - wörtl.: ihr ist bitter &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihre Feinde sind obenauf&amp;lt;ref&amp;gt;obenauf - wörtl.: sind zu Haupt geworden&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
_Ihre Widersacher sind sorglos (sicher);&amp;lt;ref&amp;gt;sorglos - Die Neue Zürcher Bibel übersetzt abgeschwächt „sind zufrieden“, viell. mit Anspielung auf das hebr. Verb {{Hebr}}שׁלו{{Hebr ende}}, das mit ‍{{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Friede) verwandt ist. Kraus sieht darin eine Umkehrung der ursprünglichen Verhältnisse: Der Israel verheißene {{Hebr}}שָׁלוֹם{{Hebr ende}} (Wohlstand, Sorglosigkeit, Glück) ist auf die Feinde übergegangen (S. 23).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat Zion&amp;lt;ref&amp;gt;Zion - wörtl. sie (Sg. f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; bekümmert&lt;br /&gt;
_Wegen der Menge ihrer Vergehen (Sünden, Frevel),&lt;br /&gt;
Ihre Kinder sind [in die] Gefangenschaft (Verbannung) gegangen&amp;lt;ref&amp;gt;in die Gefangenschaft gegangen - viele übersetzen „als Gefangene fortgegangen“ (abstrakter Begriff anstelle der konkreten Personְ, vgl. Vers 1). Vgl. jedoch Vers 18, wo derselbe Ausdruck steht, allerdings mit Präposition ({{Hebr}}בַּשֶּׁבִי{{Hebr ende}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_in Gegenwart des Feindes. &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22773</id>
		<title>Klagelieder 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Klagelieder_1&amp;diff=22773"/>
		<updated>2015-12-14T21:35:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Lesefassung}} &amp;#039;&amp;#039;(kommt später)&amp;#039;&amp;#039;  {{Studienfassung}}  {{S|1}} Wie sitzt sie allein, / die Stadt, [einst] reich an Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wie sitzt sie allein, / die Stadt, [einst] reich an Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;wie eine Witwe&amp;lt;ref&amp;gt;„Witwe“ ist hier ein Symbol für Hilflosigkeit und Einsamkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist sie geworden, / die Reiche unter den Völkern,&amp;lt;br /&amp;gt;die Fürstin unter den Ländern&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}מְדִינָה{{Hebr ende}} (medînā) bezeichnet einen Bezirk oder ein Land, das unter der Rechtsprechung einer übergeordneten Regierung steht. Hier ist vielleicht an die Bezirke und Länder des davidischen Großreiches gedacht oder an die unter Josia zurückeroberten Bezirke Judas (vgl. Kraus S. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt; (Provinzen), / ist zur Fronsklavin&amp;lt;ref&amp;gt; zur Fronsklavin - wörtl. zum Frondienst; der abstrakte Begriff anstelle der konkreten Person (vgl. „die Jugend von heute“ statt „die Jugendlichen von heute“)&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Beachte die chiastische Anordnung der Satzglieder in 1b und 1c: a-b||b-a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Bitter weint sie&amp;lt;ref&amp;gt; Bitter weint sie - Manche Übersetzer (vgl. Kraus, Elberfelder Bibel) versuchen die Wiederholung von „Weinen“ im hebräischen Text nachzuahmen: „Sie weint und weint“.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Nacht, / und {ihre} Tränen [sind] auf ihrer Wange;&amp;lt;br /&amp;gt;es gibt für sie keinen Tröster / unter allen ihren Liebhabern,&amp;lt;br /&amp;gt;all {ihre} Freunde sind ihr untreu, / sind ihr zu Feinden geworden.&amp;lt;ref&amp;gt; Die „Liebhaber“ und „Freunde“ sind die wechselnden Völker, mit denen Juda sich gegen Babylon verbündet hat; sie alle haben sich bei der Eroberung Jerusalems auf die Seite der Babylonier geschlagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ausgewandert ist Juda aus Elend / und vielem Frondienst&amp;lt;ref&amp;gt; Es gibt zwei Deutungen zu Vers 3a: 1. Juda musste aus (oder wegen) der bedrückenden Situation in der Heimat in die noch schlimmere Situation des babylonischen Exils auswandern. 2. Teile Judas sind vor der babylonischen Bedrohung in der Heimat nach Ägypten ausgewandert. (vgl. Kraus S. 22)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&amp;lt;br /&amp;gt;sie wohnt (sitzt) unter den Heiden (Völkern)&amp;lt;ref&amp;gt; Heiden bzw. Völker ist keine bloße geographische Angabe, sondern vor allem eine religiöse: Gottes Volk lebt nun unter Menschen, die JHWH nicht kennen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, / hat keine Ruhe gefunden;&amp;lt;br /&amp;gt;all ihre Verfolger haben sie eingeholt / inmitten der Bedrängnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=22449</id>
		<title>Genesis 19</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=22449"/>
		<updated>2015-11-10T19:22:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und die Boten (Engel) kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor&amp;lt;ref&amp;gt;Das Stadttor war der Ort, wo man sich traf, zu Gericht saß, Verträge abschloss, Handel trieb u.dgl.m. Die Begegnung der beiden Männer mit Lot geschah demnach in aller Öffentlichkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sodoms saß&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot gerade saß: wörtl. und Lot sitzend&amp;lt;/ref&amp;gt;; {und} Lot sah [sie], stand auf, [ging] ihnen entgegen und warf sich [mit dem] Gesicht zur Erde nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und er sagte: Bitte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sieh/seht doch&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Herren, kommt&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. weicht, d.h. sie sollen ihren eingeschlagenen Weg verlassen&amp;lt;/ref&amp;gt; doch zum Haus eures Dieners (Sklaven, Knechts), übernachtet [dort] und wascht eure Füße; dann (und)&amp;lt;ref&amp;gt;Die hebr. Verbform (perf. cons.) drückt als Fortsetzung der Imperative deren Folge aus.&amp;lt;/ref&amp;gt; könnt (werdet) ihr euch [morgen] früh aufmachen und eures Weges gehen (weitergehen). Aber (und) sie sagten: Nein, sondern im Torplatz&amp;lt;ref&amp;gt;Der {{Hebr}}רְחֹב{{Hebr ende}} ist ein freier Platz beim Stadttor innerhalb oder außerhalb der Stadt.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden (wollen) wir übernachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Da drang er sehr in sie (nötigte er sie sehr), so dass sie [schließlich] zu ihm kamen&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie kamen: wörtl. und sie kamen. Das Hebräische bevorzugt die Beiordnung durch Hauptsätze, wo das Deutsche die Unterordnung durch Nebensätze hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; (wichen) und in sein Haus hineingingen; dort (und) machte er für sie ein Festmahl; außerdem&amp;lt;ref&amp;gt; außerdem buk er Mazzen: wörtl. und Mazzen buk er; im Hebr. ein invertierter Verbalsatz, der die Erzählung unterbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; buk er Mazzen&amp;lt;ref&amp;gt;Festmahl … Mazzen: {{Hebr}}מִשְׁתֶּה{{Hebr ende}} bezeichnet vorwiegend ein profanes Fest (Gen 21,8; 29,22; 40;20; Ri 14,10; Est 1,3) bei dem neben dem Essen auch Getränke gereicht wurden ({{Hebr}}שׁתה{{Hebr ende}} bedeutet trinken). Hiermit wird Lots Gastfreunschaft unterstrichen. Die auffällige Erwähnung der Mazzen mag Eile in die Erzählung hineintragen, da ungesäuertes Brot schnell hergestellt werden konnte (vgl. Dtn 16,3).&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie aßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Noch ehe sie sich schlafen legten, hatten die Männer&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: Sie legten sich noch nicht schlafen und die Männer hatten … (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt, die Männer Sodoms, sich [schon] rings gegen das Haus versammelt, vom Jungen {und} bis zum Alten, die ganze Bevölkerung, ohne Ausnahme&amp;lt;ref&amp;gt; Ausnahme: wörtl. Ende/Grenze&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und sie riefen nach Lot und fragten ihn (sagten ihm): Wo [sind] die Männer, die heute Nacht&amp;lt;ref&amp;gt;heute Nacht: wörtl. die[se] Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstrative Funktion.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu dir hineingegangen sind (bei dir eingekehrt sind)? Bring sie hinaus zu uns {und} wir werden es ihnen [schon] besorgen&amp;lt;ref&amp;gt;es ihnen besorgen: wörtl. sie erkennen; hier ein euphemistischer Ausdruck für den Geschlechtsverkehr, der hier ein Akt der Demütigung sein soll.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Da ging Lot zu ihnen hinaus [vor] den Eingang, aber (und) die Tür verschloss er hinter sich.&amp;lt;ref&amp;gt;Das heißt vermutlich, dass er die im Haus Verbliebenen angewiesen hat die Tür hinter ihm zu verriegeln.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er sagte: Tut doch nicht[s] Böse[s]&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. ihr mögt/dürft doch nicht böse handeln. Lot befiehlt nicht, sondern fordert sie höflich - vgl. die Anrede! - auf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Brüder!&amp;lt;ref&amp;gt;Brüder: hier wohl im Sinne von Freunde (vgl. Ges. s.v. {{Hebr}}אָח{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Seht doch, mir [gehören] zwei Töchter, die [noch] keinem Mann beigewohnt&amp;lt;ref&amp;gt;keinem Mann beigewohnt: wörtl. keinen Mann erkannt; im Hebräischen eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr&amp;lt;/ref&amp;gt; haben: Lasst mich doch sie zu euch hinausbringen, und tut ihnen wie [es] gut in euren Augen [ist]&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. macht mit ihnen, was ihr wollt.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nur diesen Männern mögt (sollt, dürft) ihr nichts tun, denn deshalb sind sie in den Schutz meines Hauses&amp;lt;ref&amp;gt;Schutz meines Hauses: wörtl. Schatten meines Gebälks&amp;lt;/ref&amp;gt; gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Sie aber sagten: Mach, dass du wegkommst!&amp;lt;ref&amp;gt;Mach, dass du wegkommst: wörtl. tritt näher (komm) dorthin (i.S.v. weg)&amp;lt;/ref&amp;gt; Und sie fuhren fort (sagten): Dieser Ein[zeln]e ist [doch] gekommen [um] unseren Schutz zu genießen!&amp;lt;ref&amp;gt;[um] unseren Schutz zu genießen: wörtl. Schutzbürger zu sein&amp;lt;/ref&amp;gt; Und nun will er in der Tat das Sagen haben.&amp;lt;ref&amp;gt; in der Tat das Sagen haben: wörtl. ein Richten richten (Inf. abs. mit Prädikat gleicher Wurzel); {{Hebr}}שפט{{Hebr ende}} umfasst die Bedeutungen von richten, entscheiden, herrschen&amp;lt;/ref&amp;gt; Wir werden dir ihretwegen&amp;lt;ref&amp;gt;ihretwegen: oder mehr als ihnen&amp;lt;/ref&amp;gt; übel mitspielen&amp;lt;ref&amp;gt;übel mitspielen: wörtl. Böses tun&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie drangen sehr gegen (in) den Mann, gegen (in) Lot, und kamen näher um die Tür aufzubrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Da ergriffen die Männer [Lot von drinnen] &amp;lt;ref&amp;gt;ergriffen die Männer: wörtl. streckten die Männer ihre Hand aus &amp;lt;/ref&amp;gt; und zogen (brachten) ihn (Lot) zu sich ins Haus hinein, {und} die Tür verschlossen sie [wieder].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} {Und} die Männer {die} [vor dem] Eingang des Hauses schlugen sie mit völliger Blindheit&amp;lt;ref&amp;gt;völliger Blindheit: eig. steht das Wort im Plural, der sich vielleicht auf die Mehrzahl der Männer bezieht. Das Wort erscheint nur noch in 2Kö 6,18&amp;lt;/ref&amp;gt;, von jung bis alt&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. ausnahmslos jeden&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass sie’s müde wurden&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie&#039;s müde wurden: wörtl. und sie wurden‘s müde; Beiordnung statt Unterordnung; {{Hebr}}לאה{{Hebr ende}} (müde werden) kann man auch als &amp;quot;sich vergeblich abmühen&amp;quot;, &amp;quot;nicht können&amp;quot; übersetzen&amp;lt;/ref&amp;gt; den Eingang zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Dann sagten die Männer zu Lot: Wer noch hier [zu] dir [gehört], ein Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter und alles, was dir in der Stadt [gehört] &amp;lt;ref&amp;gt;oder: alle, die dir … gehören&amp;lt;/ref&amp;gt;, [die] bring hinaus aus dem Ort!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Denn wir sind dabei diesen Ort zu vernichten&amp;lt;ref&amp;gt; wir sind dabei zu vernichten: wörtl. wir [sind] vernichtend; das aktive Partizip markiert den (beginnenden) Vollzug einer Handlung. &amp;lt;/ref&amp;gt;, weil die Klage über sie (die Bewohner) groß geworden ist vor JHWH&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. beim Angesicht JHWHs&amp;lt;/ref&amp;gt;, da hat JHWH uns geschickt sie (die Stadt) zu vernichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Da ging Lot hinaus [in die Stadt] und redete zu (mit) seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter nehmen würden (sollten)&amp;lt;ref&amp;gt;die seine Töchter nehmen würden: wörtl. den seine Töchter Nehmenden&amp;lt;/ref&amp;gt; und sagte: {Steht} auf, geht hinaus aus diesem Ort, denn JHWH ist im Begriff die Stadt zu vernichten &amp;lt;ref&amp;gt;JHWH ist im Begriff zu vernichten: wörtl. vernichtend JHWH &amp;lt;/ref&amp;gt;. Da war er in den Augen seiner Schwiegersöhne wie ein Scherzender.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Als das Morgenrot aufstieg, da drängten die Boten&amp;lt;ref&amp;gt;da drängten die Boten: wörtl. und die Boten drängten (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; auf (in) Lot ein: &amp;lt;ref&amp;gt;Im Hebräischen, das ursprünglich keine Satzzeichen kannte, wurde wörtl. Rede durch idiomatisches {{Hebr}}לֵאמֹר{{Hebr ende}} (wörtl.: zu sagen) eingeleitet. Diese Funktion übernimmt bei uns der Doppelpunkt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {Steh} auf (los), nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich [hier] befinden, damit nicht du weggerafft wirst in der Sünde&amp;lt;ref&amp;gt;in der Sünde: d.h. vielleicht „samt der Sünde“ (doch würde man dann eher „samt den Bewohnern“ erwarten) oder „wegen der Sünde“. Die Neue Zürcher Bibel übersetzt „im Strafgericht“&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als er zögerte&amp;lt;ref&amp;gt;als er zögerte: wörtl. und er zögerte und es ergriffen ihn …&amp;lt;/ref&amp;gt; ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hand seiner zwei Töchter, weil JHWH Mitleid mit ihm hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;weil JHWH Mitleid mit ihm hatte: wörtl. im Mitleid JHWHs auf ihm&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie führten ihn hinaus und brachten ihn [zu einem Ort] außerhalb der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} {Und es geschah,} als sie sie nach draußen hinausgeführt hatten, da sagte [einer der Männer]&amp;lt;ref&amp;gt;da sagte [einer der Männer]: wörtl. und er sagte&amp;lt;/ref&amp;gt;: Rette dich um deines Lebens willen&amp;lt;ref&amp;gt;um deines Lebens willen: wörtl. auf dein Leben&amp;lt;/ref&amp;gt;! Blicke nicht hinter dich und bleib nicht irgendwo im Umkreis [der Stadt]&amp;lt;ref&amp;gt; irgendwo im Umkreis: wörtl. in all dem Umkreis&amp;lt;/ref&amp;gt; stehen; ins Gebirge rette dich, sonst wirst du umkommen (weggerafft)&amp;lt;ref&amp;gt; sonst wirst du: od. damit du nicht&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und Lot sagte zu ihnen: Bloß nicht, bei allem Respekt!&amp;lt;ref&amp;gt; bei allem Respekt: wörtl. meine Herren&amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Sieh doch, dein Knecht hat Gnade (Beachtung, Gunst, Wohlwollen) gefunden in deinen Augen und du hast mir große Güte (Liebe, Treue, Solidarität) erwiesen&amp;lt;ref&amp;gt;du hast mir große Güte erwiesen: wörtl. du hast deine Güte groß gemacht, die du erwiesen (gemacht) hast an (mit, bei) mir&amp;lt;/ref&amp;gt;, indem du mich (meine Seele) am leben lässt&amp;lt;ref&amp;gt;indem du mich am leben lässt: wörtl. am leben zu lassen meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;: aber (und) ich kann mich nicht ins Gebirge retten, sonst werde ich das Unheil nicht mehr los&amp;lt;ref&amp;gt;werde ich das Unheil nicht mehr los: od. holt mich das Unheil ein. Wörtl. klebt das Unheil an mir. Entweder befürchtet Lot, dass ihm im Gebirge Unheil droht, oder dass er auf der Flucht ins entfernte Gebirge doch noch vom Untergang Sodoms ereilt wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;und ich werde sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Siehe, diese Stadt [da liegt] nahe [genug], [um] dorthin zu fliehen, und sie [ist] klein. Lass mich doch dorthin entkommen&amp;lt;ref&amp;gt;od. Ich will mich dorthin retten&amp;lt;/ref&amp;gt;, klein wie sie ist&amp;lt;ref&amp;gt;klein wie sie ist: [ist] sie nicht klein?&amp;lt;/ref&amp;gt;, dann bleibe ich am leben&amp;lt;ref&amp;gt;dann bleibe ich am leben: wörtl. und am leben bleibt meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da sagte [der Mann] zu ihm: Siehe, auch in dieser Sache&amp;lt;ref&amp;gt;in dieser Sache: od. in diesem Wort&amp;lt;/ref&amp;gt;habe ich dein Angesicht erhoben&amp;lt;ref&amp;gt;„jmds Angesicht erheben“ ist im Hebräischen ein Idiom für vielfältige Formen freundlicher Zuwendung, hier etwa „auf jmd. Rücksicht nehmen“&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde&amp;lt;ref&amp;gt;so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde: wörtl. nicht umzuwenden meiner die Stadt&amp;lt;/ref&amp;gt;, [von] der du geredet hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Beeile dich dorthin zu entkommen, denn ich kann nichts&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. nicht etwas; „etwas“ ist im Hebräischen dieselbe Vokabel wie „Wort“, {{Hebr}}דָּבָר{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt; tun, bis du dorthin gekommen bist&amp;lt;ref&amp;gt;bis du dorthin gekommen bist: wörtl. [bis] zu deinem Kommen dorthin&amp;lt;/ref&amp;gt;. Deshalb hat man&amp;lt;ref&amp;gt;od. er&amp;lt;/ref&amp;gt; die Stadt Zoar (klein) genannt&amp;lt;ref&amp;gt;die Stadt Zoar genannt: wörtl. den Namen der Stadt Zoar gerufen &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Die Sonne war über (auf) dem Land (der Gegend, der Erde) aufgegangen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. hinausgegangen&amp;lt;/ref&amp;gt;, als Lot nach Zoar&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot kam: wörtl. und Lot kam&amp;lt;/ref&amp;gt; kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und JHWH ließ es regnen auf Sodom und {auf} Gomorra, Schwefel und Feuer von&amp;lt;ref&amp;gt;von: wörtl. von-bei {{Hebr}}מֵאֵת{{Hebr ende}}; das Hebräische kann zwei Präpositionen zusammensetzen (hier {{Hebr}}מִן{{Hebr ende}} und {{Hebr}}אֵת{{Hebr ende}}), von denen die zweite den Ort angibt, wo sich jmd. bzw. etwas vorher befand.&amp;lt;/ref&amp;gt; JHWH aus dem (vom) Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und [so] verwüstete er diese Städte und den gesamten Umkreis (die gesamte Umgebung) und alle Bewohner der Städte und das Gewächs&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: LXX und Vulgata überliefern „alles Gewächs“, allerdings ist der lectio brevior (d.h. kürzeren Lesart) des MTs der Vorzug zu geben.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Erdbodens (Ackerlandes).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und seine Frau blickte hinter&amp;lt;ref&amp;gt;hinter: wörtl. von-hinter&amp;lt;/ref&amp;gt; sich&amp;lt;ref&amp;gt;hinter sich: wörtl. hinter ihm; allerdings handelt es sich hier sehr wahrscheinlich um eine Nachlässigkeit oder Unsicherheit im Genus der Pronominalsuffixe, wie dies öfter zu beobachten ist (vgl. Gesenius/Kautzsch §135 o, wo weitere Vorkommen belegt sind.). Die NZB übersetzt „Lots Frau aber, hinter ihm …“&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde eine Salzsäule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Abraham machte sich früh am Morgen zu dem Ort auf, wo er vor dem (beim) Angesicht JHWHs gestanden hatte. &amp;lt;ref&amp;gt;Die Vulgata überliefert „ubi steterat &#039;&#039;prius&#039;&#039; cum Domino“ d.h. wo er &#039;&#039;zuvor&#039;&#039; mit (bei) dem Herrn gestanden hatte. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen erklärenden Zusatz (vgl. MT und Vulgata in Lev 16,23; Num 5,25; 31,12; Ri 18,14).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und er schaute auf Sodom und Gomorra&amp;lt;ref&amp;gt;auf Sodom und Gomorra: wörtl. auf die Fläche (das Angesicht) Sodoms und Gomorras&amp;lt;/ref&amp;gt; hinab und auf das ganze&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: „ganze“ fehlt in der LXX, was als Haplographie von {{Hebr}}על־כל{{Hebr ende}} erklärt werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umland&amp;lt;ref&amp;gt; das ganze Umland: wörtl. die ganze Fläche des Landes des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt; und sah: {und siehe} es stieg Rauch (Qualm) vom Land auf&amp;lt;ref&amp;gt;Rauch vom Land: wörtl. der Rauch des Landes&amp;lt;/ref&amp;gt; wie der Rauch (Qualm) eines Schmelzofens (Brennofens)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. des Schmelzofens&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und {es geschah} als Gott die umliegenden Städte vernichtete&amp;lt;ref&amp;gt;als Gott die umliegenden Städte vernichtete: wörtl. im Vernichten Gottes die Städte des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt;, da gedachte Gott Abrahams&amp;lt;ref&amp;gt;gedachte: im Sinn von &amp;quot;wandte sich gnädig zu&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; und ließ Lot mitten aus (aus der Mitte) der Zerstörung ziehen&amp;lt;ref&amp;gt;ließ Lot ... ziehen: od. schickte Lot&amp;lt;/ref&amp;gt; als er die Städte zerstörte&amp;lt;ref&amp;gt;als er die Städte zerstörte: wörtl. im Zerstören der Städte&amp;lt;/ref&amp;gt;, in denen Lot wohnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} {Und} Lot zog hinauf von Zoar und ließ sich (wohnte) im Gebirge nieder, und seine zwei Töchter mit ihm; denn er fürchtete sich in Zoar zu wohnen; so wohnte er&amp;lt;ref&amp;gt;so wohnte er: wörtl. und er wohnte&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer Höhle,&amp;lt;ref&amp;gt;in einer Höhle: wörtl. in der Höhle; Artikel vor allgemein bekannten Gattungsbegriffen (vgl. er ging in die Berge/ins Gebirge; er fuhr auf das Meer hinaus; viele Menschen leben auf dem Land)&amp;lt;/ref&amp;gt; er und seine zwei Töchter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Nun sagte die ältere [Tochter] zu der jüngeren&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;&amp;gt;die ältere [Tochter] zu der jüngeren: wörtl. die Erstgeborene zu der Jungen; das Hebräische kennt keine Steigerungsformen des Adjektivs.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Unser Vater [ist] alt und da ist kein Mann im Land um sich mit uns zu verbinden&amp;lt;ref&amp;gt;sich mit uns zu verbinden: wörtl. hineinzugehen zu (od. auf) uns&amp;lt;/ref&amp;gt; wie das in aller Welt geschieht&amp;lt;ref&amp;gt; wie das in aller Welt geschieht: wörtl. wie es der Weg der ganzen Erde [ist]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Komm, wir machen unseren Vater betrunken&amp;lt;ref name=&amp;quot;betrunken&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;betrunken machen&#039;&#039; - wörtl.: Wein trinken lassen&amp;lt;/ref&amp;gt; um mit ihm zu schlafen (liegen) und um [so] von unserem Vater Nachkommenschaft (Samen) ins Leben zu rufen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um …zu und um ... zu&#039;&#039; - oder und wir werden ... und wir werden ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} In jener Nacht machten sie ihren Vater betrunken&amp;lt;ref name=&amp;quot;betrunken&amp;quot;/&amp;gt;; da ging die Ältere&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;/&amp;gt; [zu ihm] hinein und schlief (lag) mit ihrem Vater; er aber bemerkte nicht, wie (als) sie mit ihm schlief (lag) und wie (als) sie [wieder] aufstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} {Und es geschah} am folgenden Tag sagte die Ältere zur Jüngeren&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;/&amp;gt;: „Hör zu (siehe), letzte Nacht habe ich mit meinem Vater geschlafen (gelegen). Wir werden ihn auch heute Nacht&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;heute Nacht&#039;&#039; - wörtl. die Nacht = diese Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstraktive Funktion.&amp;lt;/ref&amp;gt; betrunken machen&amp;lt;ref name=&amp;quot;betrunken&amp;quot;/&amp;gt;; [dann] geh [du zu ihm] hinein und schlaf (lieg) mit ihm, damit wir [so] von unserem Vater Nachkommenschaft (Samen) ins Leben zu rufen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und auch in jener Nacht machten sie ihren Vater betrunken; da stand die Jüngere&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;/&amp;gt; auf&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;stand ... auf&#039;&#039; - LXX und Vulgata hatten in ihrer hebräischen Vorlage offensichtlich {{Hebr}}וַתָּבֹא{{Hebr ende}} (wattăbō &#039;&#039;und sie ging hinein&#039;&#039;); es handelt sich um eine Angleichung an Vers 33 und das masoretische {{Hebr}}וַתָּקָם{{Hebr ende}} (wattāqŏm &#039;&#039;und sie stand auf&#039;&#039;) hat den ursprünglichen Text bewahrt.&amp;lt;/ref&amp;gt; und schlief mit ihm; er aber bemerkte nicht, wie (als) sie mit ihm schlief (lag) und wie (als) sie [wieder] aufstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} Beide Töchters Lots wurden schwanger von ihrem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} Die Ältere&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;/&amp;gt; gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Moab&amp;lt;ref&amp;gt;{{Hebr}}מוֹאָב{{Hebr ende}} (môʾāb) klingt so ähnlich wie {{Hebr}}מֵאָב{{Hebr ende}} (mēʾāb) d.h. &#039;&#039;vom Vater&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;; er ist der [Stamm]vater der Moabiter (Moabs) bis zum [heutigen] Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der heutigen Moabiter&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} Auch die Jüngere&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;/&amp;gt;gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Ben-Ammi&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. &#039;&#039;Sohn meines (nächsten) Verwandten&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;; er ist der [Stamm]vater der Ammoniter&amp;lt;ref&amp;gt;Hebräisch {{Hebr}}בְנֵי־עַמּוֹן{{Hebr ende}} (bənê-ʿammôn) d.h. &#039;&#039;der Söhne Ammon&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; bis zum [heutigen] Tag.&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. der heutigen Ammoniter&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=22425</id>
		<title>Genesis 19</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=22425"/>
		<updated>2015-11-10T10:20:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und die Boten (Engel) kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor&amp;lt;ref&amp;gt;Das Stadttor war der Ort, wo man sich traf, zu Gericht saß, Verträge abschloss, Handel trieb u.dgl.m. Die Begegnung der beiden Männer mit Lot geschah demnach in aller Öffentlichkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sodoms saß&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot gerade saß: wörtl. und Lot sitzend&amp;lt;/ref&amp;gt;; {und} Lot sah [sie], stand auf, [ging] ihnen entgegen und warf sich [mit dem] Gesicht zur Erde nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und er sagte: Bitte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sieh/seht doch&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Herren, kommt&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. weicht, d.h. sie sollen ihren eingeschlagenen Weg verlassen&amp;lt;/ref&amp;gt; doch zum Haus eures Dieners (Sklaven, Knechts), übernachtet [dort] und wascht eure Füße; dann (und)&amp;lt;ref&amp;gt;Die hebr. Verbform (perf. cons.) drückt als Fortsetzung der Imperative deren Folge aus.&amp;lt;/ref&amp;gt; könnt (werdet) ihr euch [morgen] früh aufmachen und eures Weges gehen (weitergehen). Aber (und) sie sagten: Nein, sondern im Torplatz&amp;lt;ref&amp;gt;Der {{Hebr}}רְחֹב{{Hebr ende}} ist ein freier Platz beim Stadttor innerhalb oder außerhalb der Stadt.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden (wollen) wir übernachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Da drang er sehr in sie (nötigte er sie sehr), so dass sie [schließlich] zu ihm kamen&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie kamen: wörtl. und sie kamen. Das Hebräische bevorzugt die Beiordnung durch Hauptsätze, wo das Deutsche die Unterordnung durch Nebensätze hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; (wichen) und in sein Haus hineingingen; dort (und) machte er für sie ein Festmahl; außerdem&amp;lt;ref&amp;gt; außerdem buk er Mazzen: wörtl. und Mazzen buk er; im Hebr. ein invertierter Verbalsatz, der die Erzählung unterbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; buk er Mazzen&amp;lt;ref&amp;gt;Festmahl … Mazzen: {{Hebr}}מִשְׁתֶּה{{Hebr ende}} bezeichnet vorwiegend ein profanes Fest (Gen 21,8; 29,22; 40;20; Ri 14,10; Est 1,3) bei dem neben dem Essen auch Getränke gereicht wurden ({{Hebr}}שׁתה{{Hebr ende}} bedeutet trinken). Hiermit wird Lots Gastfreunschaft unterstrichen. Die auffällige Erwähnung der Mazzen mag Eile in die Erzählung hineintragen, da ungesäuertes Brot schnell hergestellt werden konnte (vgl. Dtn 16,3).&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie aßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Noch ehe sie sich schlafen legten, hatten die Männer&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: Sie legten sich noch nicht schlafen und die Männer hatten … (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt, die Männer Sodoms, sich [schon] rings gegen das Haus versammelt, vom Jungen {und} bis zum Alten, die ganze Bevölkerung, ohne Ausnahme&amp;lt;ref&amp;gt; Ausnahme: wörtl. Ende/Grenze&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und sie riefen nach Lot und fragten ihn (sagten ihm): Wo [sind] die Männer, die heute Nacht&amp;lt;ref&amp;gt;heute Nacht: wörtl. die[se] Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstrative Funktion.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu dir hineingegangen sind (bei dir eingekehrt sind)? Bring sie hinaus zu uns {und} wir werden es ihnen [schon] besorgen&amp;lt;ref&amp;gt;es ihnen besorgen: wörtl. sie erkennen; hier ein euphemistischer Ausdruck für den Geschlechtsverkehr, der hier ein Akt der Demütigung sein soll.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Da ging Lot zu ihnen hinaus [vor] den Eingang, aber (und) die Tür verschloss er hinter sich.&amp;lt;ref&amp;gt;Das heißt vermutlich, dass er die im Haus Verbliebenen angewiesen hat die Tür hinter ihm zu verriegeln.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er sagte: Tut doch nicht[s] Böse[s]&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. ihr mögt/dürft doch nicht böse handeln. Lot befiehlt nicht, sondern fordert sie höflich - vgl. die Anrede! - auf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Brüder!&amp;lt;ref&amp;gt;Brüder: hier wohl im Sinne von Freunde (vgl. Ges. s.v. {{Hebr}}אָח{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Seht doch, mir [gehören] zwei Töchter, die [noch] keinem Mann beigewohnt&amp;lt;ref&amp;gt;keinem Mann beigewohnt: wörtl. keinen Mann erkannt; im Hebräischen eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr&amp;lt;/ref&amp;gt; haben: Lasst mich doch sie zu euch hinausbringen, und tut ihnen wie [es] gut in euren Augen [ist]&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. macht mit ihnen, was ihr wollt.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nur diesen Männern mögt (sollt, dürft) ihr nichts tun, denn deshalb sind sie in den Schutz meines Hauses&amp;lt;ref&amp;gt;Schutz meines Hauses: wörtl. Schatten meines Gebälks&amp;lt;/ref&amp;gt; gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Sie aber sagten: Mach, dass du wegkommst!&amp;lt;ref&amp;gt;Mach, dass du wegkommst: wörtl. tritt näher (komm) dorthin (i.S.v. weg)&amp;lt;/ref&amp;gt; Und sie fuhren fort (sagten): Dieser Ein[zeln]e ist [doch] gekommen [um] unseren Schutz zu genießen!&amp;lt;ref&amp;gt;[um] unseren Schutz zu genießen: wörtl. Schutzbürger zu sein&amp;lt;/ref&amp;gt; Und nun will er in der Tat das Sagen haben.&amp;lt;ref&amp;gt; in der Tat das Sagen haben: wörtl. ein Richten richten (Inf. abs. mit Prädikat gleicher Wurzel); {{Hebr}}שפט{{Hebr ende}} umfasst die Bedeutungen von richten, entscheiden, herrschen&amp;lt;/ref&amp;gt; Wir werden dir ihretwegen&amp;lt;ref&amp;gt;ihretwegen: oder mehr als ihnen&amp;lt;/ref&amp;gt; übel mitspielen&amp;lt;ref&amp;gt;übel mitspielen: wörtl. Böses tun&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie drangen sehr gegen (in) den Mann, gegen (in) Lot, und kamen näher um die Tür aufzubrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Da ergriffen die Männer [Lot von drinnen] &amp;lt;ref&amp;gt;ergriffen die Männer: wörtl. streckten die Männer ihre Hand aus &amp;lt;/ref&amp;gt; und zogen (brachten) ihn (Lot) zu sich ins Haus hinein, {und} die Tür verschlossen sie [wieder].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} {Und} die Männer {die} [vor dem] Eingang des Hauses schlugen sie mit völliger Blindheit&amp;lt;ref&amp;gt;völliger Blindheit: eig. steht das Wort im Plural, der sich vielleicht auf die Mehrzahl der Männer bezieht. Das Wort erscheint nur noch in 2Kö 6,18&amp;lt;/ref&amp;gt;, von jung bis alt&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. ausnahmslos jeden&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass sie’s müde wurden&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie&#039;s müde wurden: wörtl. und sie wurden‘s müde; Beiordnung statt Unterordnung; {{Hebr}}לאה{{Hebr ende}} (müde werden) kann man auch als &amp;quot;sich vergeblich abmühen&amp;quot;, &amp;quot;nicht können&amp;quot; übersetzen&amp;lt;/ref&amp;gt; den Eingang zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Dann sagten die Männer zu Lot: Wer noch hier [zu] dir [gehört], ein Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter und alles, was dir in der Stadt [gehört] &amp;lt;ref&amp;gt;oder: alle, die dir … gehören&amp;lt;/ref&amp;gt;, [die] bring hinaus aus dem Ort!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Denn wir sind dabei diesen Ort zu vernichten&amp;lt;ref&amp;gt; wir sind dabei zu vernichten: wörtl. wir [sind] vernichtend; das aktive Partizip markiert den (beginnenden) Vollzug einer Handlung. &amp;lt;/ref&amp;gt;, weil die Klage über sie (die Bewohner) groß geworden ist vor JHWH&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. beim Angesicht JHWHs&amp;lt;/ref&amp;gt;, da hat JHWH uns geschickt sie (die Stadt) zu vernichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Da ging Lot hinaus [in die Stadt] und redete zu (mit) seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter nehmen würden (sollten)&amp;lt;ref&amp;gt;die seine Töchter nehmen würden: wörtl. den seine Töchter Nehmenden&amp;lt;/ref&amp;gt; und sagte: {Steht} auf, geht hinaus aus diesem Ort, denn JHWH ist im Begriff die Stadt zu vernichten &amp;lt;ref&amp;gt;JHWH ist im Begriff zu vernichten: wörtl. vernichtend JHWH &amp;lt;/ref&amp;gt;. Da war er in den Augen seiner Schwiegersöhne wie ein Scherzender.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Als das Morgenrot aufstieg, da drängten die Boten&amp;lt;ref&amp;gt;da drängten die Boten: wörtl. und die Boten drängten (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; auf (in) Lot ein: &amp;lt;ref&amp;gt;Im Hebräischen, das ursprünglich keine Satzzeichen kannte, wurde wörtl. Rede durch idiomatisches {{Hebr}}לֵאמֹר{{Hebr ende}} (wörtl.: zu sagen) eingeleitet. Diese Funktion übernimmt bei uns der Doppelpunkt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {Steh} auf (los), nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich [hier] befinden, damit nicht du weggerafft wirst in der Sünde&amp;lt;ref&amp;gt;in der Sünde: d.h. vielleicht „samt der Sünde“ (doch würde man dann eher „samt den Bewohnern“ erwarten) oder „wegen der Sünde“. Die Neue Zürcher Bibel übersetzt „im Strafgericht“&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als er zögerte&amp;lt;ref&amp;gt;als er zögerte: wörtl. und er zögerte und es ergriffen ihn …&amp;lt;/ref&amp;gt; ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hand seiner zwei Töchter, weil JHWH Mitleid mit ihm hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;weil JHWH Mitleid mit ihm hatte: wörtl. im Mitleid JHWHs auf ihm&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie führten ihn hinaus und brachten ihn [zu einem Ort] außerhalb der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} {Und es geschah,} als sie sie nach draußen hinausgeführt hatten, da sagte [einer der Männer]&amp;lt;ref&amp;gt;da sagte [einer der Männer]: wörtl. und er sagte&amp;lt;/ref&amp;gt;: Rette dich um deines Lebens willen&amp;lt;ref&amp;gt;um deines Lebens willen: wörtl. auf dein Leben&amp;lt;/ref&amp;gt;! Blicke nicht hinter dich und bleib nicht irgendwo im Umkreis [der Stadt]&amp;lt;ref&amp;gt; irgendwo im Umkreis: wörtl. in all dem Umkreis&amp;lt;/ref&amp;gt; stehen; ins Gebirge rette dich, sonst wirst du umkommen (weggerafft)&amp;lt;ref&amp;gt; sonst wirst du: od. damit du nicht&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und Lot sagte zu ihnen: Bloß nicht, bei allem Respekt!&amp;lt;ref&amp;gt; bei allem Respekt: wörtl. meine Herren&amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Sieh doch, dein Knecht hat Gnade (Beachtung, Gunst, Wohlwollen) gefunden in deinen Augen und du hast mir große Güte (Liebe, Treue, Solidarität) erwiesen&amp;lt;ref&amp;gt;du hast mir große Güte erwiesen: wörtl. du hast deine Güte groß gemacht, die du erwiesen (gemacht) hast an (mit, bei) mir&amp;lt;/ref&amp;gt;, indem du mich (meine Seele) am leben lässt&amp;lt;ref&amp;gt;indem du mich am leben lässt: wörtl. am leben zu lassen meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;: aber (und) ich kann mich nicht ins Gebirge retten, sonst werde ich das Unheil nicht mehr los&amp;lt;ref&amp;gt;werde ich das Unheil nicht mehr los: od. holt mich das Unheil ein. Wörtl. klebt das Unheil an mir. Entweder befürchtet Lot, dass ihm im Gebirge Unheil droht, oder dass er auf der Flucht ins entfernte Gebirge doch noch vom Untergang Sodoms ereilt wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;und ich werde sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Siehe, diese Stadt [da liegt] nahe [genug], [um] dorthin zu fliehen, und sie [ist] klein. Lass mich doch dorthin entkommen&amp;lt;ref&amp;gt;od. Ich will mich dorthin retten&amp;lt;/ref&amp;gt;, klein wie sie ist&amp;lt;ref&amp;gt;klein wie sie ist: [ist] sie nicht klein?&amp;lt;/ref&amp;gt;, dann bleibe ich am leben&amp;lt;ref&amp;gt;dann bleibe ich am leben: wörtl. und am leben bleibt meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da sagte [der Mann] zu ihm: Siehe, auch in dieser Sache&amp;lt;ref&amp;gt;in dieser Sache: od. in diesem Wort&amp;lt;/ref&amp;gt;habe ich dein Angesicht erhoben&amp;lt;ref&amp;gt;„jmds Angesicht erheben“ ist im Hebräischen ein Idiom für vielfältige Formen freundlicher Zuwendung, hier etwa „auf jmd. Rücksicht nehmen“&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde&amp;lt;ref&amp;gt;so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde: wörtl. nicht umzuwenden meiner die Stadt&amp;lt;/ref&amp;gt;, [von] der du geredet hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Beeile dich dorthin zu entkommen, denn ich kann nichts&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. nicht etwas; „etwas“ ist im Hebräischen dieselbe Vokabel wie „Wort“, {{Hebr}}דָּבָר{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt; tun, bis du dorthin gekommen bist&amp;lt;ref&amp;gt;bis du dorthin gekommen bist: wörtl. [bis] zu deinem Kommen dorthin&amp;lt;/ref&amp;gt;. Deshalb hat man&amp;lt;ref&amp;gt;od. er&amp;lt;/ref&amp;gt; die Stadt Zoar (klein) genannt&amp;lt;ref&amp;gt;die Stadt Zoar genannt: wörtl. den Namen der Stadt Zoar gerufen &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Die Sonne war über (auf) dem Land (der Gegend, der Erde) aufgegangen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. hinausgegangen&amp;lt;/ref&amp;gt;, als Lot nach Zoar&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot kam: wörtl. und Lot kam&amp;lt;/ref&amp;gt; kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und JHWH ließ es regnen auf Sodom und {auf} Gomorra, Schwefel und Feuer von&amp;lt;ref&amp;gt;von: wörtl. von-bei {{Hebr}}מֵאֵת{{Hebr ende}}; das Hebräische kann zwei Präpositionen zusammensetzen (hier {{Hebr}}מִן{{Hebr ende}} und {{Hebr}}אֵת{{Hebr ende}}), von denen die zweite den Ort angibt, wo sich jmd. bzw. etwas vorher befand.&amp;lt;/ref&amp;gt; JHWH aus dem (vom) Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und [so] verwüstete er diese Städte und den gesamten Umkreis (die gesamte Umgebung) und alle Bewohner der Städte und das Gewächs&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: LXX und Vulgata überliefern „alles Gewächs“, allerdings ist der lectio brevior (d.h. kürzeren Lesart) des MTs der Vorzug zu geben.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Erdbodens (Ackerlandes).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und seine Frau blickte hinter&amp;lt;ref&amp;gt;hinter: wörtl. von-hinter&amp;lt;/ref&amp;gt; sich&amp;lt;ref&amp;gt;hinter sich: wörtl. hinter ihm; allerdings handelt es sich hier sehr wahrscheinlich um eine Nachlässigkeit oder Unsicherheit im Genus der Pronominalsuffixe, wie dies öfter zu beobachten ist (vgl. Gesenius/Kautzsch §135 o, wo weitere Vorkommen belegt sind.). Die NZB übersetzt „Lots Frau aber, hinter ihm …“&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde eine Salzsäule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Abraham machte sich früh am Morgen zu dem Ort auf, wo er vor dem (beim) Angesicht JHWHs gestanden hatte. &amp;lt;ref&amp;gt;Die Vulgata überliefert „ubi steterat &#039;&#039;prius&#039;&#039; cum Domino“ d.h. wo er &#039;&#039;zuvor&#039;&#039; mit (bei) dem Herrn gestanden hatte. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen erklärenden Zusatz (vgl. MT und Vulgata in Lev 16,23; Num 5,25; 31,12; Ri 18,14).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und er schaute auf Sodom und Gomorra&amp;lt;ref&amp;gt;auf Sodom und Gomorra: wörtl. auf die Fläche (das Angesicht) Sodoms und Gomorras&amp;lt;/ref&amp;gt; hinab und auf das ganze&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: „ganze“ fehlt in der LXX, was als Haplographie von {{Hebr}}על־כל{{Hebr ende}} erklärt werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umland&amp;lt;ref&amp;gt; das ganze Umland: wörtl. die ganze Fläche des Landes des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt; und sah: {und siehe} es stieg Rauch (Qualm) vom Land auf&amp;lt;ref&amp;gt;Rauch vom Land: wörtl. der Rauch des Landes&amp;lt;/ref&amp;gt; wie der Rauch (Qualm) eines Schmelzofens (Brennofens)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. des Schmelzofens&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und {es geschah} als Gott die umliegenden Städte vernichtete&amp;lt;ref&amp;gt;als Gott die umliegenden Städte vernichtete: wörtl. im Vernichten Gottes die Städte des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt;, da gedachte Gott Abrahams&amp;lt;ref&amp;gt;gedachte: im Sinn von &amp;quot;wandte sich gnädig zu&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; und ließ Lot mitten aus (aus der Mitte) der Zerstörung ziehen&amp;lt;ref&amp;gt;ließ Lot ... ziehen: od. schickte Lot&amp;lt;/ref&amp;gt; als er die Städte zerstörte&amp;lt;ref&amp;gt;als er die Städte zerstörte: wörtl. im Zerstören der Städte&amp;lt;/ref&amp;gt;, in denen Lot wohnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} {Und} Lot zog hinauf von Zoar und ließ sich (wohnte) im Gebirge nieder, und seine zwei Töchter mit ihm; denn er fürchtete sich in Zoar zu wohnen; so wohnte er&amp;lt;ref&amp;gt;so wohnte er: wörtl. und er wohnte&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer Höhle,&amp;lt;ref&amp;gt;in einer Höhle: wörtl. in der Höhle; Artikel vor allgemein bekannten Gattungsbegriffen (vgl. er ging in die Berge/ins Gebirge; er fuhr auf das Meer hinaus; viele Menschen leben auf dem Land)&amp;lt;/ref&amp;gt; er und seine zwei Töchter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Nun sagte die ältere [Tochter] zu der jüngeren&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;&amp;gt;die ältere [Tochter] zu der jüngeren: wörtl. die Erstgeborene zu der Jungen; das Hebräische kennt keine Steigerungsformen des Adjektivs.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Unser Vater [ist] alt und da ist kein Mann im Land um sich mit uns zu verbinden&amp;lt;ref&amp;gt;sich mit uns zu verbinden: wörtl. hineinzugehen zu (od. auf) uns&amp;lt;/ref&amp;gt; wie das in aller Welt geschieht&amp;lt;ref&amp;gt; wie das in aller Welt geschieht: wörtl. wie es der Weg der ganzen Erde [ist]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Komm, wir machen unseren Vater betrunken&amp;lt;ref name=&amp;quot;betrunken&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;betrunken machen&#039;&#039; - wörtl.: Wein trinken lassen&amp;lt;/ref&amp;gt; um mit ihm zu schlafen (liegen) und um [so] von unserem Vater Nachkommenschaft (Samen) ins Leben zu rufen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um …zu und um ... zu&#039;&#039; - oder und wir werden ... und wir werden ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} In jener Nacht machten sie ihren Vater betrunken&amp;lt;ref name=&amp;quot;betrunken&amp;quot;/&amp;gt;; da ging die Ältere&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;/&amp;gt; [zu ihm] hinein und schlief (lag) mit ihrem Vater; er aber bemerkte nicht, wie (als) sie mit ihm schlief (lag) und wie (als) sie [wieder] aufstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} {Und es geschah} am folgenden Tag sagte die Ältere zur Jüngeren&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;/&amp;gt;: „Hör zu (siehe), letzte Nacht habe ich mit meinem Vater geschlafen (gelegen). Wir werden ihn auch heute Nacht&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;heute Nacht&#039;&#039; - wörtl. die Nacht = diese Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstraktive Funktion.&amp;lt;/ref&amp;gt; betrunken machen&amp;lt;ref name=&amp;quot;betrunken&amp;quot;/&amp;gt;; [dann] geh [du zu ihm] hinein und schlaf (lieg) mit ihm, damit wir [so] von unserem Vater Nachkommenschaft (Samen) ins Leben zu rufen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und auch in jener Nacht machten sie ihren Vater betrunken; da stand die Jüngere&amp;lt;ref name=&amp;quot;ältere&amp;quot;/&amp;gt; auf&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;stand ... auf&#039;&#039; - LXX und Vulgata hatten in ihrer hebräischen Vorlage offensichtlich {{Hebr}}וַתָּבֹא{{Hebr ende}} (wattăbō &#039;&#039;und sie ging hinein&#039;&#039;); es handelt sich um eine Angleichung an Vers 33 und das masoretische {{Hebr}}וַתָּקָם{{Hebr ende}} (wattāqŏm &#039;&#039;und sie stand auf&#039;&#039;) hat den ursprünglichen Text bewahrt.&amp;lt;/ref&amp;gt; und schlief mit ihm; er aber bemerkte nicht, wie (als) sie mit ihm schlief (lag) und wie (als) sie [wieder] aufstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=22420</id>
		<title>Genesis 19</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=22420"/>
		<updated>2015-11-09T22:07:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und die Boten (Engel) kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor&amp;lt;ref&amp;gt;Das Stadttor war der Ort, wo man sich traf, zu Gericht saß, Verträge abschloss, Handel trieb u.dgl.m. Die Begegnung der beiden Männer mit Lot geschah demnach in aller Öffentlichkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sodoms saß&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot gerade saß: wörtl. und Lot sitzend&amp;lt;/ref&amp;gt;; {und} Lot sah [sie], stand auf, [ging] ihnen entgegen und warf sich [mit dem] Gesicht zur Erde nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und er sagte: Bitte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sieh/seht doch&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Herren, kommt&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. weicht, d.h. sie sollen ihren eingeschlagenen Weg verlassen&amp;lt;/ref&amp;gt; doch zum Haus eures Dieners (Sklaven, Knechts), übernachtet [dort] und wascht eure Füße; dann (und)&amp;lt;ref&amp;gt;Die hebr. Verbform (perf. cons.) drückt als Fortsetzung der Imperative deren Folge aus.&amp;lt;/ref&amp;gt; könnt (werdet) ihr euch [morgen] früh aufmachen und eures Weges gehen (weitergehen). Aber (und) sie sagten: Nein, sondern im Torplatz&amp;lt;ref&amp;gt;Der {{Hebr}}רְחֹב{{Hebr ende}} ist ein freier Platz beim Stadttor innerhalb oder außerhalb der Stadt.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden (wollen) wir übernachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Da drang er sehr in sie (nötigte er sie sehr), so dass sie [schließlich] zu ihm kamen&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie kamen: wörtl. und sie kamen. Das Hebräische bevorzugt die Beiordnung durch Hauptsätze, wo das Deutsche die Unterordnung durch Nebensätze hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; (wichen) und in sein Haus hineingingen; dort (und) machte er für sie ein Festmahl; außerdem&amp;lt;ref&amp;gt; außerdem buk er Mazzen: wörtl. und Mazzen buk er; im Hebr. ein invertierter Verbalsatz, der die Erzählung unterbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; buk er Mazzen&amp;lt;ref&amp;gt;Festmahl … Mazzen: {{Hebr}}מִשְׁתֶּה{{Hebr ende}} bezeichnet vorwiegend ein profanes Fest (Gen 21,8; 29,22; 40;20; Ri 14,10; Est 1,3) bei dem neben dem Essen auch Getränke gereicht wurden ({{Hebr}}שׁתה{{Hebr ende}} bedeutet trinken). Hiermit wird Lots Gastfreunschaft unterstrichen. Die auffällige Erwähnung der Mazzen mag Eile in die Erzählung hineintragen, da ungesäuertes Brot schnell hergestellt werden konnte (vgl. Dtn 16,3).&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie aßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Noch ehe sie sich schlafen legten, hatten die Männer&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: Sie legten sich noch nicht schlafen und die Männer hatten … (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt, die Männer Sodoms, sich [schon] rings gegen das Haus versammelt, vom Jungen {und} bis zum Alten, die ganze Bevölkerung, ohne Ausnahme&amp;lt;ref&amp;gt; Ausnahme: wörtl. Ende/Grenze&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und sie riefen nach Lot und fragten ihn (sagten ihm): Wo [sind] die Männer, die heute Nacht&amp;lt;ref&amp;gt;heute Nacht: wörtl. die[se] Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstrative Funktion.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu dir hineingegangen sind (bei dir eingekehrt sind)? Bring sie hinaus zu uns {und} wir werden es ihnen [schon] besorgen&amp;lt;ref&amp;gt;es ihnen besorgen: wörtl. sie erkennen; hier ein euphemistischer Ausdruck für den Geschlechtsverkehr, der hier ein Akt der Demütigung sein soll.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Da ging Lot zu ihnen hinaus [vor] den Eingang, aber (und) die Tür verschloss er hinter sich.&amp;lt;ref&amp;gt;Das heißt vermutlich, dass er die im Haus Verbliebenen angewiesen hat die Tür hinter ihm zu verriegeln.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er sagte: Tut doch nicht[s] Böse[s]&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. ihr mögt/dürft doch nicht böse handeln. Lot befiehlt nicht, sondern fordert sie höflich - vgl. die Anrede! - auf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Brüder!&amp;lt;ref&amp;gt;Brüder: hier wohl im Sinne von Freunde (vgl. Ges. s.v. {{Hebr}}אָח{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Seht doch, mir [gehören] zwei Töchter, die [noch] keinem Mann beigewohnt&amp;lt;ref&amp;gt;keinem Mann beigewohnt: wörtl. keinen Mann erkannt; im Hebräischen eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr&amp;lt;/ref&amp;gt; haben: Lasst mich doch sie zu euch hinausbringen, und tut ihnen wie [es] gut in euren Augen [ist]&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. macht mit ihnen, was ihr wollt.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nur diesen Männern mögt (sollt, dürft) ihr nichts tun, denn deshalb sind sie in den Schutz meines Hauses&amp;lt;ref&amp;gt;Schutz meines Hauses: wörtl. Schatten meines Gebälks&amp;lt;/ref&amp;gt; gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Sie aber sagten: Mach, dass du wegkommst!&amp;lt;ref&amp;gt;Mach, dass du wegkommst: wörtl. tritt näher (komm) dorthin (i.S.v. weg)&amp;lt;/ref&amp;gt; Und sie fuhren fort (sagten): Dieser Ein[zeln]e ist [doch] gekommen [um] unseren Schutz zu genießen!&amp;lt;ref&amp;gt;[um] unseren Schutz zu genießen: wörtl. Schutzbürger zu sein&amp;lt;/ref&amp;gt; Und nun will er in der Tat das Sagen haben.&amp;lt;ref&amp;gt; in der Tat das Sagen haben: wörtl. ein Richten richten (Inf. abs. mit Prädikat gleicher Wurzel); {{Hebr}}שפט{{Hebr ende}} umfasst die Bedeutungen von richten, entscheiden, herrschen&amp;lt;/ref&amp;gt; Wir werden dir ihretwegen&amp;lt;ref&amp;gt;ihretwegen: oder mehr als ihnen&amp;lt;/ref&amp;gt; übel mitspielen&amp;lt;ref&amp;gt;übel mitspielen: wörtl. Böses tun&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie drangen sehr gegen (in) den Mann, gegen (in) Lot, und kamen näher um die Tür aufzubrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Da ergriffen die Männer [Lot von drinnen] &amp;lt;ref&amp;gt;ergriffen die Männer: wörtl. streckten die Männer ihre Hand aus &amp;lt;/ref&amp;gt; und zogen (brachten) ihn (Lot) zu sich ins Haus hinein, {und} die Tür verschlossen sie [wieder].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} {Und} die Männer {die} [vor dem] Eingang des Hauses schlugen sie mit völliger Blindheit&amp;lt;ref&amp;gt;völliger Blindheit: eig. steht das Wort im Plural, der sich vielleicht auf die Mehrzahl der Männer bezieht. Das Wort erscheint nur noch in 2Kö 6,18&amp;lt;/ref&amp;gt;, von jung bis alt&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. ausnahmslos jeden&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass sie’s müde wurden&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie&#039;s müde wurden: wörtl. und sie wurden‘s müde; Beiordnung statt Unterordnung; {{Hebr}}לאה{{Hebr ende}} (müde werden) kann man auch als &amp;quot;sich vergeblich abmühen&amp;quot;, &amp;quot;nicht können&amp;quot; übersetzen&amp;lt;/ref&amp;gt; den Eingang zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Dann sagten die Männer zu Lot: Wer noch hier [zu] dir [gehört], ein Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter und alles, was dir in der Stadt [gehört] &amp;lt;ref&amp;gt;oder: alle, die dir … gehören&amp;lt;/ref&amp;gt;, [die] bring hinaus aus dem Ort!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Denn wir sind dabei diesen Ort zu vernichten&amp;lt;ref&amp;gt; wir sind dabei zu vernichten: wörtl. wir [sind] vernichtend; das aktive Partizip markiert den (beginnenden) Vollzug einer Handlung. &amp;lt;/ref&amp;gt;, weil die Klage über sie (die Bewohner) groß geworden ist vor JHWH&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. beim Angesicht JHWHs&amp;lt;/ref&amp;gt;, da hat JHWH uns geschickt sie (die Stadt) zu vernichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Da ging Lot hinaus [in die Stadt] und redete zu (mit) seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter nehmen würden (sollten)&amp;lt;ref&amp;gt;die seine Töchter nehmen würden: wörtl. den seine Töchter Nehmenden&amp;lt;/ref&amp;gt; und sagte: {Steht} auf, geht hinaus aus diesem Ort, denn JHWH ist im Begriff die Stadt zu vernichten &amp;lt;ref&amp;gt;JHWH ist im Begriff zu vernichten: wörtl. vernichtend JHWH &amp;lt;/ref&amp;gt;. Da war er in den Augen seiner Schwiegersöhne wie ein Scherzender.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Als das Morgenrot aufstieg, da drängten die Boten&amp;lt;ref&amp;gt;da drängten die Boten: wörtl. und die Boten drängten (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; auf (in) Lot ein: &amp;lt;ref&amp;gt;Im Hebräischen, das ursprünglich keine Satzzeichen kannte, wurde wörtl. Rede durch idiomatisches {{Hebr}}לֵאמֹר{{Hebr ende}} (wörtl.: zu sagen) eingeleitet. Diese Funktion übernimmt bei uns der Doppelpunkt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {Steh} auf (los), nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich [hier] befinden, damit nicht du weggerafft wirst in der Sünde&amp;lt;ref&amp;gt;in der Sünde: d.h. vielleicht „samt der Sünde“ (doch würde man dann eher „samt den Bewohnern“ erwarten) oder „wegen der Sünde“. Die Neue Zürcher Bibel übersetzt „im Strafgericht“&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als er zögerte&amp;lt;ref&amp;gt;als er zögerte: wörtl. und er zögerte und es ergriffen ihn …&amp;lt;/ref&amp;gt; ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hand seiner zwei Töchter, weil JHWH Mitleid mit ihm hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;weil JHWH Mitleid mit ihm hatte: wörtl. im Mitleid JHWHs auf ihm&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie führten ihn hinaus und brachten ihn [zu einem Ort] außerhalb der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} {Und es geschah,} als sie sie nach draußen hinausgeführt hatten, da sagte [einer der Männer]&amp;lt;ref&amp;gt;da sagte [einer der Männer]: wörtl. und er sagte&amp;lt;/ref&amp;gt;: Rette dich um deines Lebens willen&amp;lt;ref&amp;gt;um deines Lebens willen: wörtl. auf dein Leben&amp;lt;/ref&amp;gt;! Blicke nicht hinter dich und bleib nicht irgendwo im Umkreis [der Stadt]&amp;lt;ref&amp;gt; irgendwo im Umkreis: wörtl. in all dem Umkreis&amp;lt;/ref&amp;gt; stehen; ins Gebirge rette dich, sonst wirst du umkommen (weggerafft)&amp;lt;ref&amp;gt; sonst wirst du: od. damit du nicht&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und Lot sagte zu ihnen: Bloß nicht, bei allem Respekt!&amp;lt;ref&amp;gt; bei allem Respekt: wörtl. meine Herren&amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Sieh doch, dein Knecht hat Gnade (Beachtung, Gunst, Wohlwollen) gefunden in deinen Augen und du hast mir große Güte (Liebe, Treue, Solidarität) erwiesen&amp;lt;ref&amp;gt;du hast mir große Güte erwiesen: wörtl. du hast deine Güte groß gemacht, die du erwiesen (gemacht) hast an (mit, bei) mir&amp;lt;/ref&amp;gt;, indem du mich (meine Seele) am leben lässt&amp;lt;ref&amp;gt;indem du mich am leben lässt: wörtl. am leben zu lassen meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;: aber (und) ich kann mich nicht ins Gebirge retten, sonst werde ich das Unheil nicht mehr los&amp;lt;ref&amp;gt;werde ich das Unheil nicht mehr los: od. holt mich das Unheil ein. Wörtl. klebt das Unheil an mir. Entweder befürchtet Lot, dass ihm im Gebirge Unheil droht, oder dass er auf der Flucht ins entfernte Gebirge doch noch vom Untergang Sodoms ereilt wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;und ich werde sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Siehe, diese Stadt [da liegt] nahe [genug], [um] dorthin zu fliehen, und sie [ist] klein. Lass mich doch dorthin entkommen&amp;lt;ref&amp;gt;od. Ich will mich dorthin retten&amp;lt;/ref&amp;gt;, klein wie sie ist&amp;lt;ref&amp;gt;klein wie sie ist: [ist] sie nicht klein?&amp;lt;/ref&amp;gt;, dann bleibe ich am leben&amp;lt;ref&amp;gt;dann bleibe ich am leben: wörtl. und am leben bleibt meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da sagte [der Mann] zu ihm: Siehe, auch in dieser Sache&amp;lt;ref&amp;gt;in dieser Sache: od. in diesem Wort&amp;lt;/ref&amp;gt;habe ich dein Angesicht erhoben&amp;lt;ref&amp;gt;„jmds Angesicht erheben“ ist im Hebräischen ein Idiom für vielfältige Formen freundlicher Zuwendung, hier etwa „auf jmd. Rücksicht nehmen“&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde&amp;lt;ref&amp;gt;so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde: wörtl. nicht umzuwenden meiner die Stadt&amp;lt;/ref&amp;gt;, [von] der du geredet hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Beeile dich dorthin zu entkommen, denn ich kann nichts&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. nicht etwas; „etwas“ ist im Hebräischen dieselbe Vokabel wie „Wort“, {{Hebr}}דָּבָר{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt; tun, bis du dorthin gekommen bist&amp;lt;ref&amp;gt;bis du dorthin gekommen bist: wörtl. [bis] zu deinem Kommen dorthin&amp;lt;/ref&amp;gt;. Deshalb hat man&amp;lt;ref&amp;gt;od. er&amp;lt;/ref&amp;gt; die Stadt Zoar (klein) genannt&amp;lt;ref&amp;gt;die Stadt Zoar genannt: wörtl. den Namen der Stadt Zoar gerufen &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Die Sonne war über (auf) dem Land (der Gegend, der Erde) aufgegangen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. hinausgegangen&amp;lt;/ref&amp;gt;, als Lot nach Zoar&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot kam: wörtl. und Lot kam&amp;lt;/ref&amp;gt; kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und JHWH ließ es regnen auf Sodom und {auf} Gomorra, Schwefel und Feuer von&amp;lt;ref&amp;gt;von: wörtl. von-bei {{Hebr}}מֵאֵת{{Hebr ende}}; das Hebräische kann zwei Präpositionen zusammensetzen (hier {{Hebr}}מִן{{Hebr ende}} und {{Hebr}}אֵת{{Hebr ende}}), von denen die zweite den Ort angibt, wo sich jmd. bzw. etwas vorher befand.&amp;lt;/ref&amp;gt; JHWH aus dem (vom) Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und [so] verwüstete er diese Städte und den gesamten Umkreis (die gesamte Umgebung) und alle Bewohner der Städte und das Gewächs&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: LXX und Vulgata überliefern „alles Gewächs“, allerdings ist der lectio brevior (d.h. kürzeren Lesart) des MTs der Vorzug zu geben.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Erdbodens (Ackerlandes).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und seine Frau blickte hinter&amp;lt;ref&amp;gt;hinter: wörtl. von-hinter&amp;lt;/ref&amp;gt; sich&amp;lt;ref&amp;gt;hinter sich: wörtl. hinter ihm; allerdings handelt es sich hier sehr wahrscheinlich um eine Nachlässigkeit oder Unsicherheit im Genus der Pronominalsuffixe, wie dies öfter zu beobachten ist (vgl. Gesenius/Kautzsch §135 o, wo weitere Vorkommen belegt sind.). Die NZB übersetzt „Lots Frau aber, hinter ihm …“&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde eine Salzsäule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Abraham machte sich früh am Morgen zu dem Ort auf, wo er vor dem (beim) Angesicht JHWHs gestanden hatte. &amp;lt;ref&amp;gt;Die Vulgata überliefert „ubi steterat &#039;&#039;prius&#039;&#039; cum Domino“ d.h. wo er &#039;&#039;zuvor&#039;&#039; mit (bei) dem Herrn gestanden hatte. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen erklärenden Zusatz (vgl. MT und Vulgata in Lev 16,23; Num 5,25; 31,12; Ri 18,14).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und er schaute auf Sodom und Gomorra&amp;lt;ref&amp;gt;auf Sodom und Gomorra: wörtl. auf die Fläche (das Angesicht) Sodoms und Gomorras&amp;lt;/ref&amp;gt; hinab und auf das ganze&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: „ganze“ fehlt in der LXX, was als Haplographie von {{Hebr}}על־כל{{Hebr ende}} erklärt werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umland&amp;lt;ref&amp;gt; das ganze Umland: wörtl. die ganze Fläche des Landes des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt; und sah: {und siehe} es stieg Rauch (Qualm) vom Land auf&amp;lt;ref&amp;gt;Rauch vom Land: wörtl. der Rauch des Landes&amp;lt;/ref&amp;gt; wie der Rauch (Qualm) eines Schmelzofens (Brennofens)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. des Schmelzofens&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und {es geschah} als Gott die umliegenden Städte vernichtete&amp;lt;ref&amp;gt;als Gott die umliegenden Städte vernichtete: wörtl. im Vernichten Gottes die Städte des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt;, da gedachte Gott Abrahams&amp;lt;ref&amp;gt;gedachte: im Sinn von &amp;quot;wandte sich gnädig zu&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; und ließ Lot mitten aus (aus der Mitte) der Zerstörung ziehen&amp;lt;ref&amp;gt;ließ Lot ... ziehen: od. schickte Lot&amp;lt;/ref&amp;gt; als er die Städte zerstörte&amp;lt;ref&amp;gt;als er die Städte zerstörte: wörtl. im Zerstören der Städte&amp;lt;/ref&amp;gt;, in denen Lot wohnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} {Und} Lot zog hinauf von Zoar und ließ sich (wohnte) im Gebirge nieder, und seine zwei Töchter mit ihm; denn er fürchtete sich in Zoar zu wohnen; so wohnte er&amp;lt;ref&amp;gt;so wohnte er: wörtl. und er wohnte&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer Höhle,&amp;lt;ref&amp;gt;in einer Höhle: wörtl. in der Höhle; Artikel vor allgemein bekannten Gattungsbegriffen (vgl. er ging in die Berge/ins Gebirge; er fuhr auf das Meer hinaus; viele Menschen leben auf dem Land)&amp;lt;/ref&amp;gt; er und seine zwei Töchter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Nun sagte die ältere [Tochter] zu der jüngeren&amp;lt;ref&amp;gt;die ältere [Tochter] zu der jüngeren: wörtl. die Erstgeborene zu der Jungen; das Hebräische kennt keine Steigerungsformen des Adjektivs.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Unser Vater [ist] alt und da ist kein Mann im Land um sich mit uns zu verbinden&amp;lt;ref&amp;gt;sich mit uns zu verbinden: wörtl. hineinzugehen zu (od. auf) uns&amp;lt;/ref&amp;gt; wie das in aller Welt geschieht&amp;lt;ref&amp;gt; wie das in aller Welt geschieht: wörtl. wie es der Weg der ganzen Erde [ist]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Komm, wir machen unseren Vater betrunken&amp;lt;ref name=&amp;quot;betrunken&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;betrunken machen&#039;&#039; - wörtl.: Wein trinken lassen&amp;lt;/ref&amp;gt; um mit ihm zu schlafen (liegen) und um [so] von unserem Vater Nachkommenschaft (Samen) ins Leben zu rufen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um …zu und um ... zu&#039;&#039; - oder und wir werden ... und wir werden ...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} In jener Nacht machten sie ihren Vater betrunken&amp;lt;ref name=&amp;quot;betrunken&amp;quot;/&amp;gt;; da ging die Ältere [zu ihm] hinein und schlief (lag) mit ihrem Vater; er aber bemerkte nicht, wie (als) sie mit ihm schlief (lag) und wie (als) sie [wieder] aufstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} {Und es geschah} am folgenden Tag sagte die Ältere zur Jüngeren: „Hör zu (siehe), letzte Nacht habe ich mit meinem Vater geschlafen (gelegen). Wir werden ihn auch heute Nacht&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;heute Nacht&#039;&#039; - wörtl. die Nacht = diese Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstraktive Funktion.&amp;lt;/ref&amp;gt; betrunken machen&amp;lt;ref name=&amp;quot;betrunken&amp;quot;/&amp;gt;; [dann] geh [du zu ihm] hinein und schlaf (lieg) mit ihm, damit wir [so] von unserem Vater Nachkommenschaft (Samen) ins Leben zu rufen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=21687</id>
		<title>Genesis 19</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=21687"/>
		<updated>2015-11-04T18:38:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und die Boten (Engel) kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor&amp;lt;ref&amp;gt;Das Stadttor war der Ort, wo man sich traf, zu Gericht saß, Verträge abschloss, Handel trieb u.dgl.m. Die Begegnung der beiden Männer mit Lot geschah demnach in aller Öffentlichkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sodoms saß&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot gerade saß: wörtl. und Lot sitzend&amp;lt;/ref&amp;gt;; {und} Lot sah [sie], stand auf, [ging] ihnen entgegen und warf sich [mit dem] Gesicht zur Erde nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und er sagte: Bitte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sieh/seht doch&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Herren, kommt&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. weicht, d.h. sie sollen ihren eingeschlagenen Weg verlassen&amp;lt;/ref&amp;gt; doch zum Haus eures Dieners (Sklaven, Knechts), übernachtet [dort] und wascht eure Füße; dann (und)&amp;lt;ref&amp;gt;Die hebr. Verbform (perf. cons.) drückt als Fortsetzung der Imperative deren Folge aus.&amp;lt;/ref&amp;gt; könnt (werdet) ihr euch [morgen] früh aufmachen und eures Weges gehen (weitergehen). Aber (und) sie sagten: Nein, sondern im Torplatz&amp;lt;ref&amp;gt;Der {{Hebr}}רְחֹב{{Hebr ende}} ist ein freier Platz beim Stadttor innerhalb oder außerhalb der Stadt.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden (wollen) wir übernachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Da drang er sehr in sie (nötigte er sie sehr), so dass sie [schließlich] zu ihm kamen&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie kamen: wörtl. und sie kamen. Das Hebräische bevorzugt die Beiordnung durch Hauptsätze, wo das Deutsche die Unterordnung durch Nebensätze hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; (wichen) und in sein Haus hineingingen; dort (und) machte er für sie ein Festmahl; außerdem&amp;lt;ref&amp;gt; außerdem buk er Mazzen: wörtl. und Mazzen buk er; im Hebr. ein invertierter Verbalsatz, der die Erzählung unterbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; buk er Mazzen&amp;lt;ref&amp;gt;Festmahl … Mazzen: {{Hebr}}מִשְׁתֶּה{{Hebr ende}} bezeichnet vorwiegend ein profanes Fest (Gen 21,8; 29,22; 40;20; Ri 14,10; Est 1,3) bei dem neben dem Essen auch Getränke gereicht wurden ({{Hebr}}שׁתה{{Hebr ende}} bedeutet trinken). Hiermit wird Lots Gastfreunschaft unterstrichen. Die auffällige Erwähnung der Mazzen mag Eile in die Erzählung hineintragen, da ungesäuertes Brot schnell hergestellt werden konnte (vgl. Dtn 16,3).&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie aßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Noch ehe sie sich schlafen legten, hatten die Männer&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: Sie legten sich noch nicht schlafen und die Männer hatten … (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt, die Männer Sodoms, sich [schon] rings gegen das Haus versammelt, vom Jungen {und} bis zum Alten, die ganze Bevölkerung, ohne Ausnahme&amp;lt;ref&amp;gt; Ausnahme: wörtl. Ende/Grenze&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und sie riefen nach Lot und fragten ihn (sagten ihm): Wo [sind] die Männer, die heute Nacht&amp;lt;ref&amp;gt;heute Nacht: wörtl. die[se] Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstrative Funktion.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu dir hineingegangen sind (bei dir eingekehrt sind)? Bring sie hinaus zu uns {und} wir werden es ihnen [schon] besorgen&amp;lt;ref&amp;gt;es ihnen besorgen: wörtl. sie erkennen; hier ein euphemistischer Ausdruck für den Geschlechtsverkehr, der hier ein Akt der Demütigung sein soll.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Da ging Lot zu ihnen hinaus [vor] den Eingang, aber (und) die Tür verschloss er hinter sich.&amp;lt;ref&amp;gt;Das heißt vermutlich, dass er die im Haus Verbliebenen angewiesen hat die Tür hinter ihm zu verriegeln.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er sagte: Tut doch nicht[s] Böse[s]&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. ihr mögt/dürft doch nicht böse handeln. Lot befiehlt nicht, sondern fordert sie höflich - vgl. die Anrede! - auf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Brüder!&amp;lt;ref&amp;gt;Brüder: hier wohl im Sinne von Freunde (vgl. Ges. s.v. {{Hebr}}אָח{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Seht doch, mir [gehören] zwei Töchter, die [noch] keinem Mann beigewohnt&amp;lt;ref&amp;gt;keinem Mann beigewohnt: wörtl. keinen Mann erkannt; im Hebräischen eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr&amp;lt;/ref&amp;gt; haben: Lasst mich doch sie zu euch hinausbringen, und tut ihnen wie [es] gut in euren Augen [ist]&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. macht mit ihnen, was ihr wollt.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nur diesen Männern mögt (sollt, dürft) ihr nichts tun, denn deshalb sind sie in den Schutz meines Hauses&amp;lt;ref&amp;gt;Schutz meines Hauses: wörtl. Schatten meines Gebälks&amp;lt;/ref&amp;gt; gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Sie aber sagten: Mach, dass du wegkommst!&amp;lt;ref&amp;gt;Mach, dass du wegkommst: wörtl. tritt näher (komm) dorthin (i.S.v. weg)&amp;lt;/ref&amp;gt; Und sie fuhren fort (sagten): Dieser Ein[zeln]e ist [doch] gekommen [um] unseren Schutz zu genießen!&amp;lt;ref&amp;gt;[um] unseren Schutz zu genießen: wörtl. Schutzbürger zu sein&amp;lt;/ref&amp;gt; Und nun will er in der Tat das Sagen haben.&amp;lt;ref&amp;gt; in der Tat das Sagen haben: wörtl. ein Richten richten (Inf. abs. mit Prädikat gleicher Wurzel); {{Hebr}}שפט{{Hebr ende}} umfasst die Bedeutungen von richten, entscheiden, herrschen&amp;lt;/ref&amp;gt; Wir werden dir ihretwegen&amp;lt;ref&amp;gt;ihretwegen: oder mehr als ihnen&amp;lt;/ref&amp;gt; übel mitspielen&amp;lt;ref&amp;gt;übel mitspielen: wörtl. Böses tun&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie drangen sehr gegen (in) den Mann, gegen (in) Lot, und kamen näher um die Tür aufzubrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Da ergriffen die Männer [Lot von drinnen] &amp;lt;ref&amp;gt;ergriffen die Männer: wörtl. streckten die Männer ihre Hand aus &amp;lt;/ref&amp;gt; und zogen (brachten) ihn (Lot) zu sich ins Haus hinein, {und} die Tür verschlossen sie [wieder].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} {Und} die Männer {die} [vor dem] Eingang des Hauses schlugen sie mit völliger Blindheit&amp;lt;ref&amp;gt;völliger Blindheit: eig. steht das Wort im Plural, der sich vielleicht auf die Mehrzahl der Männer bezieht. Das Wort erscheint nur noch in 2Kö 6,18&amp;lt;/ref&amp;gt;, von jung bis alt&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. ausnahmslos jeden&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass sie’s müde wurden&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie&#039;s müde wurden: wörtl. und sie wurden‘s müde; Beiordnung statt Unterordnung; {{Hebr}}לאה{{Hebr ende}} (müde werden) kann man auch als &amp;quot;sich vergeblich abmühen&amp;quot;, &amp;quot;nicht können&amp;quot; übersetzen&amp;lt;/ref&amp;gt; den Eingang zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Dann sagten die Männer zu Lot: Wer noch hier [zu] dir [gehört], ein Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter und alles, was dir in der Stadt [gehört] &amp;lt;ref&amp;gt;oder: alle, die dir … gehören&amp;lt;/ref&amp;gt;, [die] bring hinaus aus dem Ort!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Denn wir sind dabei diesen Ort zu vernichten&amp;lt;ref&amp;gt; wir sind dabei zu vernichten: wörtl. wir [sind] vernichtend; das aktive Partizip markiert den (beginnenden) Vollzug einer Handlung. &amp;lt;/ref&amp;gt;, weil die Klage über sie (die Bewohner) groß geworden ist vor JHWH&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. beim Angesicht JHWHs&amp;lt;/ref&amp;gt;, da hat JHWH uns geschickt sie (die Stadt) zu vernichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Da ging Lot hinaus [in die Stadt] und redete zu (mit) seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter nehmen würden (sollten)&amp;lt;ref&amp;gt;die seine Töchter nehmen würden: wörtl. den seine Töchter Nehmenden&amp;lt;/ref&amp;gt; und sagte: {Steht} auf, geht hinaus aus diesem Ort, denn JHWH ist im Begriff die Stadt zu vernichten &amp;lt;ref&amp;gt;JHWH ist im Begriff zu vernichten: wörtl. vernichtend JHWH &amp;lt;/ref&amp;gt;. Da war er in den Augen seiner Schwiegersöhne wie ein Scherzender.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Als das Morgenrot aufstieg, da drängten die Boten&amp;lt;ref&amp;gt;da drängten die Boten: wörtl. und die Boten drängten (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; auf (in) Lot ein: &amp;lt;ref&amp;gt;Im Hebräischen, das ursprünglich keine Satzzeichen kannte, wurde wörtl. Rede durch idiomatisches {{Hebr}}לֵאמֹר{{Hebr ende}} (wörtl.: zu sagen) eingeleitet. Diese Funktion übernimmt bei uns der Doppelpunkt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {Steh} auf (los), nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich [hier] befinden, damit nicht du weggerafft wirst in der Sünde&amp;lt;ref&amp;gt;in der Sünde: d.h. vielleicht „samt der Sünde“ (doch würde man dann eher „samt den Bewohnern“ erwarten) oder „wegen der Sünde“. Die Neue Zürcher Bibel übersetzt „im Strafgericht“&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als er zögerte&amp;lt;ref&amp;gt;als er zögerte: wörtl. und er zögerte und es ergriffen ihn …&amp;lt;/ref&amp;gt; ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hand seiner zwei Töchter, weil JHWH Mitleid mit ihm hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;weil JHWH Mitleid mit ihm hatte: wörtl. im Mitleid JHWHs auf ihm&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie führten ihn hinaus und brachten ihn [zu einem Ort] außerhalb der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} {Und es geschah,} als sie sie nach draußen hinausgeführt hatten, da sagte [einer der Männer]&amp;lt;ref&amp;gt;da sagte [einer der Männer]: wörtl. und er sagte&amp;lt;/ref&amp;gt;: Rette dich um deines Lebens willen&amp;lt;ref&amp;gt;um deines Lebens willen: wörtl. auf dein Leben&amp;lt;/ref&amp;gt;! Blicke nicht hinter dich und bleib nicht irgendwo im Umkreis [der Stadt]&amp;lt;ref&amp;gt; irgendwo im Umkreis: wörtl. in all dem Umkreis&amp;lt;/ref&amp;gt; stehen; ins Gebirge rette dich, sonst wirst du umkommen (weggerafft)&amp;lt;ref&amp;gt; sonst wirst du: od. damit du nicht&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und Lot sagte zu ihnen: Bloß nicht, bei allem Respekt!&amp;lt;ref&amp;gt; bei allem Respekt: wörtl. meine Herren&amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Sieh doch, dein Knecht hat Gnade (Beachtung, Gunst, Wohlwollen) gefunden in deinen Augen und du hast mir große Güte (Liebe, Treue, Solidarität) erwiesen&amp;lt;ref&amp;gt;du hast mir große Güte erwiesen: wörtl. du hast deine Güte groß gemacht, die du erwiesen (gemacht) hast an (mit, bei) mir&amp;lt;/ref&amp;gt;, indem du mich (meine Seele) am leben lässt&amp;lt;ref&amp;gt;indem du mich am leben lässt: wörtl. am leben zu lassen meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;: aber (und) ich kann mich nicht ins Gebirge retten, sonst werde ich das Unheil nicht mehr los&amp;lt;ref&amp;gt;werde ich das Unheil nicht mehr los: od. holt mich das Unheil ein. Wörtl. klebt das Unheil an mir. Entweder befürchtet Lot, dass ihm im Gebirge Unheil droht, oder dass er auf der Flucht ins entfernte Gebirge doch noch vom Untergang Sodoms ereilt wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;und ich werde sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Siehe, diese Stadt [da liegt] nahe [genug], [um] dorthin zu fliehen, und sie [ist] klein. Lass mich doch dorthin entkommen&amp;lt;ref&amp;gt;od. Ich will mich dorthin retten&amp;lt;/ref&amp;gt;, klein wie sie ist&amp;lt;ref&amp;gt;klein wie sie ist: [ist] sie nicht klein?&amp;lt;/ref&amp;gt;, dann bleibe ich am leben&amp;lt;ref&amp;gt;dann bleibe ich am leben: wörtl. und am leben bleibt meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da sagte [der Mann] zu ihm: Siehe, auch in dieser Sache&amp;lt;ref&amp;gt;in dieser Sache: od. in diesem Wort&amp;lt;/ref&amp;gt;habe ich dein Angesicht erhoben&amp;lt;ref&amp;gt;„jmds Angesicht erheben“ ist im Hebräischen ein Idiom für vielfältige Formen freundlicher Zuwendung, hier etwa „auf jmd. Rücksicht nehmen“&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde&amp;lt;ref&amp;gt;so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde: wörtl. nicht umzuwenden meiner die Stadt&amp;lt;/ref&amp;gt;, [von] der du geredet hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Beeile dich dorthin zu entkommen, denn ich kann nichts&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. nicht etwas; „etwas“ ist im Hebräischen dieselbe Vokabel wie „Wort“, {{Hebr}}דָּבָר{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt; tun, bis du dorthin gekommen bist&amp;lt;ref&amp;gt;bis du dorthin gekommen bist: wörtl. [bis] zu deinem Kommen dorthin&amp;lt;/ref&amp;gt;. Deshalb hat man&amp;lt;ref&amp;gt;od. er&amp;lt;/ref&amp;gt; die Stadt Zoar (klein) genannt&amp;lt;ref&amp;gt;die Stadt Zoar genannt: wörtl. den Namen der Stadt Zoar gerufen &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Die Sonne war über (auf) dem Land (der Gegend, der Erde) aufgegangen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. hinausgegangen&amp;lt;/ref&amp;gt;, als Lot nach Zoar&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot kam: wörtl. und Lot kam&amp;lt;/ref&amp;gt; kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und JHWH ließ es regnen auf Sodom und {auf} Gomorra, Schwefel und Feuer von&amp;lt;ref&amp;gt;von: wörtl. von-bei {{Hebr}}מֵאֵת{{Hebr ende}}; das Hebräische kann zwei Präpositionen zusammensetzen (hier {{Hebr}}מִן{{Hebr ende}} und {{Hebr}}אֵת{{Hebr ende}}), von denen die zweite den Ort angibt, wo sich jmd. bzw. etwas vorher befand.&amp;lt;/ref&amp;gt; JHWH aus dem (vom) Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und [so] verwüstete er diese Städte und den gesamten Umkreis (die gesamte Umgebung) und alle Bewohner der Städte und das Gewächs&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: LXX und Vulgata überliefern „alles Gewächs“, allerdings ist der lectio brevior (d.h. kürzeren Lesart) des MTs der Vorzug zu geben.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Erdbodens (Ackerlandes).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und seine Frau blickte hinter&amp;lt;ref&amp;gt;hinter: wörtl. von-hinter&amp;lt;/ref&amp;gt; sich&amp;lt;ref&amp;gt;hinter sich: wörtl. hinter ihm; allerdings handelt es sich hier sehr wahrscheinlich um eine Nachlässigkeit oder Unsicherheit im Genus der Pronominalsuffixe, wie dies öfter zu beobachten ist (vgl. Gesenius/Kautzsch §135 o, wo weitere Vorkommen belegt sind.). Die NZB übersetzt „Lots Frau aber, hinter ihm …“&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde eine Salzsäule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Abraham machte sich früh am Morgen zu dem Ort auf, wo er vor dem (beim) Angesicht JHWHs gestanden hatte. &amp;lt;ref&amp;gt;Die Vulgata überliefert „ubi steterat &#039;&#039;prius&#039;&#039; cum Domino“ d.h. wo er &#039;&#039;zuvor&#039;&#039; mit (bei) dem Herrn gestanden hatte. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen erklärenden Zusatz (vgl. MT und Vulgata in Lev 16,23; Num 5,25; 31,12; Ri 18,14).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und er schaute auf Sodom und Gomorra&amp;lt;ref&amp;gt;auf Sodom und Gomorra: wörtl. auf die Fläche (das Angesicht) Sodoms und Gomorras&amp;lt;/ref&amp;gt; hinab und auf das ganze&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: „ganze“ fehlt in der LXX, was als Haplographie von {{Hebr}}על־כל{{Hebr ende}} erklärt werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umland&amp;lt;ref&amp;gt; das ganze Umland: wörtl. die ganze Fläche des Landes des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt; und sah: {und siehe} es stieg Rauch (Qualm) vom Land auf&amp;lt;ref&amp;gt;Rauch vom Land: wörtl. der Rauch des Landes&amp;lt;/ref&amp;gt; wie der Rauch (Qualm) eines Schmelzofens (Brennofens)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. des Schmelzofens&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und {es geschah} als Gott die umliegenden Städte vernichtete&amp;lt;ref&amp;gt;als Gott die umliegenden Städte vernichtete: wörtl. im Vernichten Gottes die Städte des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt;, da gedachte Gott Abrahams&amp;lt;ref&amp;gt;gedachte: im Sinn von &amp;quot;wandte sich gnädig zu&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; und ließ Lot mitten aus (aus der Mitte) der Zerstörung ziehen&amp;lt;ref&amp;gt;ließ Lot ... ziehen: od. schickte Lot&amp;lt;/ref&amp;gt; als er die Städte zerstörte&amp;lt;ref&amp;gt;als er die Städte zerstörte: wörtl. im Zerstören der Städte&amp;lt;/ref&amp;gt;, in denen Lot wohnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} {Und} Lot zog hinauf von Zoar und ließ sich (wohnte) im Gebirge nieder, und seine zwei Töchter mit ihm; denn er fürchtete sich in Zoar zu wohnen; so wohnte er&amp;lt;ref&amp;gt;so wohnte er: wörtl. und er wohnte&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer Höhle,&amp;lt;ref&amp;gt;in einer Höhle: wörtl. in der Höhle; Artikel vor allgemein bekannten Gattungsbegriffen (vgl. er ging in die Berge/ins Gebirge; er fuhr auf das Meer hinaus; viele Menschen leben auf dem Land)&amp;lt;/ref&amp;gt; er und seine zwei Töchter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=21684</id>
		<title>Genesis 19</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_19&amp;diff=21684"/>
		<updated>2015-10-31T15:02:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jürgen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und die Boten (Engel) kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor&amp;lt;ref&amp;gt;Das Stadttor war der Ort, wo man sich traf, zu Gericht saß, Verträge abschloss, Handel trieb u.dgl.m. Die Begegnung der beiden Männer mit Lot geschah demnach in aller Öffentlichkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sodoms saß&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot gerade saß: wörtl. und Lot sitzend&amp;lt;/ref&amp;gt;; {und} Lot sah [sie], stand auf, [ging] ihnen entgegen und warf sich [mit dem] Gesicht zur Erde nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und er sagte: Bitte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: sieh/seht doch&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Herren, kommt&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. weicht, d.h. sie sollen ihren eingeschlagenen Weg verlassen&amp;lt;/ref&amp;gt; doch zum Haus eures Dieners (Sklaven, Knechts), übernachtet [dort] und wascht eure Füße; dann (und)&amp;lt;ref&amp;gt;Die hebr. Verbform (perf. cons.) drückt als Fortsetzung der Imperative deren Folge aus.&amp;lt;/ref&amp;gt; könnt (werdet) ihr euch [morgen] früh aufmachen und eures Weges gehen (weitergehen). Aber (und) sie sagten: Nein, sondern im Torplatz&amp;lt;ref&amp;gt;Der {{Hebr}}רְחֹב{{Hebr ende}} ist ein freier Platz beim Stadttor innerhalb oder außerhalb der Stadt.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden (wollen) wir übernachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Da drang er sehr in sie (nötigte er sie sehr), so dass sie [schließlich] zu ihm kamen&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie kamen: wörtl. und sie kamen. Das Hebräische bevorzugt die Beiordnung durch Hauptsätze, wo das Deutsche die Unterordnung durch Nebensätze hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; (wichen) und in sein Haus hineingingen; dort (und) machte er für sie ein Festmahl; außerdem&amp;lt;ref&amp;gt; außerdem buk er Mazzen: wörtl. und Mazzen buk er; im Hebr. ein invertierter Verbalsatz, der die Erzählung unterbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; buk er Mazzen&amp;lt;ref&amp;gt;Festmahl … Mazzen: {{Hebr}}מִשְׁתֶּה{{Hebr ende}} bezeichnet vorwiegend ein profanes Fest (Gen 21,8; 29,22; 40;20; Ri 14,10; Est 1,3) bei dem neben dem Essen auch Getränke gereicht wurden ({{Hebr}}שׁתה{{Hebr ende}} bedeutet trinken). Hiermit wird Lots Gastfreunschaft unterstrichen. Die auffällige Erwähnung der Mazzen mag Eile in die Erzählung hineintragen, da ungesäuertes Brot schnell hergestellt werden konnte (vgl. Dtn 16,3).&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie aßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Noch ehe sie sich schlafen legten, hatten die Männer&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: Sie legten sich noch nicht schlafen und die Männer hatten … (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt, die Männer Sodoms, sich [schon] rings gegen das Haus versammelt, vom Jungen {und} bis zum Alten, die ganze Bevölkerung, ohne Ausnahme&amp;lt;ref&amp;gt; Ausnahme: wörtl. Ende/Grenze&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und sie riefen nach Lot und fragten ihn (sagten ihm): Wo [sind] die Männer, die heute Nacht&amp;lt;ref&amp;gt;heute Nacht: wörtl. die[se] Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstrative Funktion.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu dir hineingegangen sind (bei dir eingekehrt sind)? Bring sie hinaus zu uns {und} wir werden es ihnen [schon] besorgen&amp;lt;ref&amp;gt;es ihnen besorgen: wörtl. sie erkennen; hier ein euphemistischer Ausdruck für den Geschlechtsverkehr, der hier ein Akt der Demütigung sein soll.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Da ging Lot zu ihnen hinaus [vor] den Eingang, aber (und) die Tür verschloss er hinter sich.&amp;lt;ref&amp;gt;Das heißt vermutlich, dass er die im Haus Verbliebenen angewiesen hat die Tür hinter ihm zu verriegeln.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er sagte: Tut doch nicht[s] Böse[s]&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. ihr mögt/dürft doch nicht böse handeln. Lot befiehlt nicht, sondern fordert sie höflich - vgl. die Anrede! - auf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, meine Brüder!&amp;lt;ref&amp;gt;Brüder: hier wohl im Sinne von Freunde (vgl. Ges. s.v. {{Hebr}}אָח{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Seht doch, mir [gehören] zwei Töchter, die [noch] keinem Mann beigewohnt&amp;lt;ref&amp;gt;keinem Mann beigewohnt: wörtl. keinen Mann erkannt; im Hebräischen eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr&amp;lt;/ref&amp;gt; haben: Lasst mich doch sie zu euch hinausbringen, und tut ihnen wie [es] gut in euren Augen [ist]&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. macht mit ihnen, was ihr wollt.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nur diesen Männern mögt (sollt, dürft) ihr nichts tun, denn deshalb sind sie in den Schutz meines Hauses&amp;lt;ref&amp;gt;Schutz meines Hauses: wörtl. Schatten meines Gebälks&amp;lt;/ref&amp;gt; gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Sie aber sagten: Mach, dass du wegkommst!&amp;lt;ref&amp;gt;Mach, dass du wegkommst: wörtl. tritt näher (komm) dorthin (i.S.v. weg)&amp;lt;/ref&amp;gt; Und sie fuhren fort (sagten): Dieser Ein[zeln]e ist [doch] gekommen [um] unseren Schutz zu genießen!&amp;lt;ref&amp;gt;[um] unseren Schutz zu genießen: wörtl. Schutzbürger zu sein&amp;lt;/ref&amp;gt; Und nun will er in der Tat das Sagen haben.&amp;lt;ref&amp;gt; in der Tat das Sagen haben: wörtl. ein Richten richten (Inf. abs. mit Prädikat gleicher Wurzel); {{Hebr}}שפט{{Hebr ende}} umfasst die Bedeutungen von richten, entscheiden, herrschen&amp;lt;/ref&amp;gt; Wir werden dir ihretwegen&amp;lt;ref&amp;gt;ihretwegen: oder mehr als ihnen&amp;lt;/ref&amp;gt; übel mitspielen&amp;lt;ref&amp;gt;übel mitspielen: wörtl. Böses tun&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie drangen sehr gegen (in) den Mann, gegen (in) Lot, und kamen näher um die Tür aufzubrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Da ergriffen die Männer [Lot von drinnen] &amp;lt;ref&amp;gt;ergriffen die Männer: wörtl. streckten die Männer ihre Hand aus &amp;lt;/ref&amp;gt; und zogen (brachten) ihn (Lot) zu sich ins Haus hinein, {und} die Tür verschlossen sie [wieder].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} {Und} die Männer {die} [vor dem] Eingang des Hauses schlugen sie mit völliger Blindheit&amp;lt;ref&amp;gt;völliger Blindheit: eig. steht das Wort im Plural, der sich vielleicht auf die Mehrzahl der Männer bezieht. Das Wort erscheint nur noch in 2Kö 6,18&amp;lt;/ref&amp;gt;, von jung bis alt&amp;lt;ref&amp;gt;d.h. ausnahmslos jeden&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass sie’s müde wurden&amp;lt;ref&amp;gt;so dass sie&#039;s müde wurden: wörtl. und sie wurden‘s müde; Beiordnung statt Unterordnung; {{Hebr}}לאה{{Hebr ende}} (müde werden) kann man auch als &amp;quot;sich vergeblich abmühen&amp;quot;, &amp;quot;nicht können&amp;quot; übersetzen&amp;lt;/ref&amp;gt; den Eingang zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Dann sagten die Männer zu Lot: Wer noch hier [zu] dir [gehört], ein Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter und alles, was dir in der Stadt [gehört] &amp;lt;ref&amp;gt;oder: alle, die dir … gehören&amp;lt;/ref&amp;gt;, [die] bring hinaus aus dem Ort!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Denn wir sind dabei diesen Ort zu vernichten&amp;lt;ref&amp;gt; wir sind dabei zu vernichten: wörtl. wir [sind] vernichtend; das aktive Partizip markiert den (beginnenden) Vollzug einer Handlung. &amp;lt;/ref&amp;gt;, weil die Klage über sie (die Bewohner) groß geworden ist vor JHWH&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. beim Angesicht JHWHs&amp;lt;/ref&amp;gt;, da hat JHWH uns geschickt sie (die Stadt) zu vernichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Da ging Lot hinaus [in die Stadt] und redete zu (mit) seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter nehmen würden (sollten)&amp;lt;ref&amp;gt;die seine Töchter nehmen würden: wörtl. den seine Töchter Nehmenden&amp;lt;/ref&amp;gt; und sagte: {Steht} auf, geht hinaus aus diesem Ort, denn JHWH ist im Begriff die Stadt zu vernichten &amp;lt;ref&amp;gt;JHWH ist im Begriff zu vernichten: wörtl. vernichtend JHWH &amp;lt;/ref&amp;gt;. Da war er in den Augen seiner Schwiegersöhne wie ein Scherzender.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Als das Morgenrot aufstieg, da drängten die Boten&amp;lt;ref&amp;gt;da drängten die Boten: wörtl. und die Boten drängten (Beiordnung statt Unterordnung)&amp;lt;/ref&amp;gt; auf (in) Lot ein: &amp;lt;ref&amp;gt;Im Hebräischen, das ursprünglich keine Satzzeichen kannte, wurde wörtl. Rede durch idiomatisches {{Hebr}}לֵאמֹר{{Hebr ende}} (wörtl.: zu sagen) eingeleitet. Diese Funktion übernimmt bei uns der Doppelpunkt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {Steh} auf (los), nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich [hier] befinden, damit nicht du weggerafft wirst in der Sünde&amp;lt;ref&amp;gt;in der Sünde: d.h. vielleicht „samt der Sünde“ (doch würde man dann eher „samt den Bewohnern“ erwarten) oder „wegen der Sünde“. Die Neue Zürcher Bibel übersetzt „im Strafgericht“&amp;lt;/ref&amp;gt; der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als er zögerte&amp;lt;ref&amp;gt;als er zögerte: wörtl. und er zögerte und es ergriffen ihn …&amp;lt;/ref&amp;gt; ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hand seiner zwei Töchter, weil JHWH Mitleid mit ihm hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;weil JHWH Mitleid mit ihm hatte: wörtl. im Mitleid JHWHs auf ihm&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie führten ihn hinaus und brachten ihn [zu einem Ort] außerhalb der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} {Und es geschah,} als sie sie nach draußen hinausgeführt hatten, da sagte [einer der Männer]&amp;lt;ref&amp;gt;da sagte [einer der Männer]: wörtl. und er sagte&amp;lt;/ref&amp;gt;: Rette dich um deines Lebens willen&amp;lt;ref&amp;gt;um deines Lebens willen: wörtl. auf dein Leben&amp;lt;/ref&amp;gt;! Blicke nicht hinter dich und bleib nicht irgendwo im Umkreis [der Stadt]&amp;lt;ref&amp;gt; irgendwo im Umkreis: wörtl. in all dem Umkreis&amp;lt;/ref&amp;gt; stehen; ins Gebirge rette dich, sonst wirst du umkommen (weggerafft)&amp;lt;ref&amp;gt; sonst wirst du: od. damit du nicht&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und Lot sagte zu ihnen: Bloß nicht, bei allem Respekt!&amp;lt;ref&amp;gt; bei allem Respekt: wörtl. meine Herren&amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Sieh doch, dein Knecht hat Gnade (Beachtung, Gunst, Wohlwollen) gefunden in deinen Augen und du hast mir große Güte (Liebe, Treue, Solidarität) erwiesen&amp;lt;ref&amp;gt;du hast mir große Güte erwiesen: wörtl. du hast deine Güte groß gemacht, die du erwiesen (gemacht) hast an (mit, bei) mir&amp;lt;/ref&amp;gt;, indem du mich (meine Seele) am leben lässt&amp;lt;ref&amp;gt;indem du mich am leben lässt: wörtl. am leben zu lassen meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;: aber (und) ich kann mich nicht ins Gebirge retten, sonst werde ich das Unheil nicht mehr los&amp;lt;ref&amp;gt;werde ich das Unheil nicht mehr los: od. holt mich das Unheil ein. Wörtl. klebt das Unheil an mir. Entweder befürchtet Lot, dass ihm im Gebirge Unheil droht, oder dass er auf der Flucht ins entfernte Gebirge doch noch vom Untergang Sodoms ereilt wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;und ich werde sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Siehe, diese Stadt [da liegt] nahe [genug], [um] dorthin zu fliehen, und sie [ist] klein. Lass mich doch dorthin entkommen&amp;lt;ref&amp;gt;od. Ich will mich dorthin retten&amp;lt;/ref&amp;gt;, klein wie sie ist&amp;lt;ref&amp;gt;klein wie sie ist: [ist] sie nicht klein?&amp;lt;/ref&amp;gt;, dann bleibe ich am leben&amp;lt;ref&amp;gt;dann bleibe ich am leben: wörtl. und am leben bleibt meine Seele&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da sagte [der Mann] zu ihm: Siehe, auch in dieser Sache&amp;lt;ref&amp;gt;in dieser Sache: od. in diesem Wort&amp;lt;/ref&amp;gt;habe ich dein Angesicht erhoben&amp;lt;ref&amp;gt;„jmds Angesicht erheben“ ist im Hebräischen ein Idiom für vielfältige Formen freundlicher Zuwendung, hier etwa „auf jmd. Rücksicht nehmen“&amp;lt;/ref&amp;gt;, so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde&amp;lt;ref&amp;gt;so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde: wörtl. nicht umzuwenden meiner die Stadt&amp;lt;/ref&amp;gt;, [von] der du geredet hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Beeile dich dorthin zu entkommen, denn ich kann nichts&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. nicht etwas; „etwas“ ist im Hebräischen dieselbe Vokabel wie „Wort“, {{Hebr}}דָּבָר{{Hebr ende}}&amp;lt;/ref&amp;gt; tun, bis du dorthin gekommen bist&amp;lt;ref&amp;gt;bis du dorthin gekommen bist: wörtl. [bis] zu deinem Kommen dorthin&amp;lt;/ref&amp;gt;. Deshalb hat man&amp;lt;ref&amp;gt;od. er&amp;lt;/ref&amp;gt; die Stadt Zoar (klein) genannt&amp;lt;ref&amp;gt;die Stadt Zoar genannt: wörtl. den Namen der Stadt Zoar gerufen &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Die Sonne war über (auf) dem Land (der Gegend, der Erde) aufgegangen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. hinausgegangen&amp;lt;/ref&amp;gt;, als Lot nach Zoar&amp;lt;ref&amp;gt;als Lot kam: wörtl. und Lot kam&amp;lt;/ref&amp;gt; kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und JHWH ließ es regnen auf Sodom und {auf} Gomorra, Schwefel und Feuer von&amp;lt;ref&amp;gt;von: wörtl. von-bei {{Hebr}}מֵאֵת{{Hebr ende}}; das Hebräische kann zwei Präpositionen zusammensetzen (hier {{Hebr}}מִן{{Hebr ende}} und {{Hebr}}אֵת{{Hebr ende}}), von denen die zweite den Ort angibt, wo sich jmd. bzw. etwas vorher befand.&amp;lt;/ref&amp;gt; JHWH aus dem (vom) Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und [so] verwüstete er diese Städte und den gesamten Umkreis (die gesamte Umgebung) und alle Bewohner der Städte und das Gewächs&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: LXX und Vulgata überliefern „alles Gewächs“, allerdings ist der lectio brevior (d.h. kürzeren Lesart) des MTs der Vorzug zu geben.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Erdbodens (Ackerlandes).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und seine Frau blickte hinter&amp;lt;ref&amp;gt;hinter: wörtl. von-hinter&amp;lt;/ref&amp;gt; sich&amp;lt;ref&amp;gt;hinter sich: wörtl. hinter ihm; allerdings handelt es sich hier sehr wahrscheinlich um eine Nachlässigkeit oder Unsicherheit im Genus der Pronominalsuffixe, wie dies öfter zu beobachten ist (vgl. Gesenius/Kautzsch §135 o, wo weitere Vorkommen belegt sind.). Die NZB übersetzt „Lots Frau aber, hinter ihm …“&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde eine Salzsäule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Abraham machte sich früh am Morgen zu dem Ort auf, wo er vor dem (beim) Angesicht JHWHs gestanden hatte. &amp;lt;ref&amp;gt;Die Vulgata überliefert „ubi steterat &#039;&#039;prius&#039;&#039; cum Domino“ d.h. wo er &#039;&#039;zuvor&#039;&#039; mit (bei) dem Herrn gestanden hatte. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen erklärenden Zusatz (vgl. MT und Vulgata in Lev 16,23; Num 5,25; 31,12; Ri 18,14).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und er schaute auf Sodom und Gomorra&amp;lt;ref&amp;gt;auf Sodom und Gomorra: wörtl. auf die Fläche (das Angesicht) Sodoms und Gomorras&amp;lt;/ref&amp;gt; hinab und auf das ganze&amp;lt;ref&amp;gt;Textkritik: „ganze“ fehlt in der LXX, was als Haplographie von {{Hebr}}על־כל{{Hebr ende}} erklärt werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umland&amp;lt;ref&amp;gt; das ganze Umland: wörtl. die ganze Fläche des Landes des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt; und sah: {und siehe} es stieg Rauch (Qualm) vom Land auf&amp;lt;ref&amp;gt;Rauch vom Land: wörtl. der Rauch des Landes&amp;lt;/ref&amp;gt; wie der Rauch (Qualm) eines Schmelzofens (Brennofens)&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. des Schmelzofens&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und {es geschah} als Gott die umliegenden Städte vernichtete&amp;lt;ref&amp;gt;als Gott die umliegenden Städte vernichtete: wörtl. im Vernichten Gottes die Städte des Umkreises&amp;lt;/ref&amp;gt;, da gedachte Gott Abrahams&amp;lt;ref&amp;gt;gedachte: im Sinn von &amp;quot;wandte sich gnädig zu&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; und ließ Lot mitten aus (aus der Mitte) der Zerstörung ziehen&amp;lt;ref&amp;gt;ließ Lot ... ziehen: od. schickte Lot&amp;lt;/ref&amp;gt; als er die Städte zerstörte&amp;lt;ref&amp;gt;als er die Städte zerstörte: wörtl. im Zerstören der Städte&amp;lt;/ref&amp;gt;, in denen Lot wohnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jürgen</name></author>
	</entry>
</feed>