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	<title>Die Offene Bibel - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kohelet_11&amp;diff=33966</id>
		<title>Kohelet 11</title>
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		<updated>2022-04-14T20:57:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Exporter / Kategorie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung folgt später}}&lt;br /&gt;
{{Zuverlässige Studienfassung|Vers 7-10}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung kann erstellt werden|Vers 7-10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wirf dein Brot auf die Wasseroberfläche, denn in vielen Tagen wirst du es finden.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Teile deinen Anteil durch sieben und durch acht, denn du weißt nicht, was böses geschehen wird auf der Erde.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Wenn die Wolken voll werden, entleeren sie den Regen auf die Erde, wenn ein Baum fällt nach Süden oder nach Norden – an dem Ort, wo der Baum hinfällt, da liegt er. &lt;br /&gt;
{{S|4}} Wer auf den Wind achtet sät nicht und wer auf die Wolken blickt erntet nicht.&lt;br /&gt;
{{S|5}} Gleich wie du nicht weißt, wie der Weg des Windes ist oder wie der Embryo (die Knochen) im Mutterleibe Gestalt annimmt, also kennst du nicht die Werke Gottes, der alles tut.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Am Morgen sähe deinen Samen und bis zum Abend lass deine Hand nicht ruhen, denn du weißt nicht, ob diese geraten werden oder jene, und wenn es beide zugleich sind, umso besser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} {Und}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: Das &#039;&#039;Waw&#039;&#039; („und“) muss hier nicht bedeuten, dass V. 7 eng mit V. 6 zusammenhängt. Es hat im Heb. viele Funktionen, u.a. gerade im Kohelet-Buch die, &#039;&#039;neue&#039;&#039; Abschnitte einzuleiten (z.B. auch [[Kohelet 3#s16 |Koh 3,16]]; [[Kohelet 4#s4 |4,4]]; [[Kohelet 8#s10 |8,10]]). So sicher auch hier: Vv. 7-10 hängen eng zusammen mit 12,1-8, aber kaum mit dem Vorangehenden. So z.B. auch Lauha, Murphy, Seow, Schoors. Hier hätte es außerdem den Effekt, 7a gerade so auf die Minimalzahl an Silben zu bringen, die in heb. Gedichten eine Zeile haben muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Licht ist süß (köstlich)&lt;br /&gt;
_Und schön (gut) für die Augen [ist&#039;s],&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: Will man Vv. 7-10 als Poesie analysieren (was fast alle tun), muss &#039;&#039;und angenehm für die Augen&#039;&#039; entweder als Apokoinu genommen werden (1: „Süß ist das Licht und angenehm für die Augen“, 2: „Angenehm für die Augen ist&#039;s, die Sonne zu sehen“) oder V. 7 ist ein entfaltendes Trikolon, in der 7a in einer Doppelzeile entfaltet wird: 7aα „Süß [ist]“ – 7b „Angenehm für die Augen [ist&#039;s]“; 7aβ „das Licht“ – 7c „die Sonne sehen“. Sicher nicht möglich ist jedenfalls die häufige Kolometrie „Süß ist das Licht (5 Silben) / Und angenehm für die Augen, die Sonne zu sehen (10 Silben).“ Option 2 ist besser: Zeile a würde in Zeile b dann hauptsächlich erweitert um „die Augen“, in Zeile b hauptsächlich um „das Sehen“ – die allgemeine Aussage würde also „personalisiert“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Die Sonne zu sehen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Sonne sehen&#039;&#039; ist wie in [[Kohelet 7#s11 |7,11]] kein Idiom für „am Leben sein“ (so z.B. Schoors; Seow 1997, S. 347, letzterer mit dennoch richtigem Hinweis auf [[Kohelet 6#s5 |Pred 6,5]]; [[Ijob 3#s16 |Ijob 3,16]]; [[Psalm 49#s20 |Ps 49,20]]; [[Psalm 58#s9 |58,9]]): Hier ist die Zeile zum einen Entfaltung von 7a, also einer Aussage über das Licht und nicht das Leben, vor allem aber soll über die Rede vom Licht wie in Pred 7,11 (s. den folgenden Vers) der Licht-Sehende von dem Mensch „zur Zeit der Dunkelheit“ in V. 8 abgehoben werden. Es ist süß, „im Licht zu sein und nicht in der Dunkelheit“ – und was die Dunkelheit ist, wird in Pred 12,1-7 breit entfaltet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Denn (Selbst) wenn der Mensch [noch so] viele Jahre lebt, &lt;br /&gt;
_Soll (wird) er sich in allen (über alle) freuen,&amp;lt;ref&amp;gt;Sehr unregelmäßiges Bikolon: &#039;&#039;Denn wenn der Mensch viele Jahre lebt&#039;&#039; hat elf Silben, &#039;&#039;soll er sich in allen freuen&#039;&#039; nur fünf. Die relative Länge von 8a soll wahrscheinlich die Länge des Lebens mit seinen „vielen Jahren“ unterstreichen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Und soll (wird) eingedenk sein der Tage der Dunkelheit, &lt;br /&gt;
_Denn [es] werden viele sein: (.)&amp;lt;ref&amp;gt;Klangspiel: &#039;&#039;harbeh jiḥjeh&#039;&#039; („(der Mensch wird) viele (Jahre) leben“) – &#039;&#039;harbeh jihju&#039;&#039; („[es] werden viele sein“); das ganze Leben ist auch überlagert von Dunkel-Tagen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Alles, was kommt,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Alles, was kommt&#039;&#039; ist kaum der Tod (so z.B. Whybray) – der schließlich ist das einzige, was &#039;&#039;nicht&#039;&#039; flüchtig ist, sondern unumstößlich und ewig (richtig Eaton). „Alles was kommt“ = „Das künftige Geschick des Menschen“: Auch Glück hat keinen Bestand; man möge es daher genießen, solange es währt.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;Kommt&#039;&#039; steht nicht im Tempus/Modus Yiqtol, was üblicherweise für Künftiges verwendet würde, sondern im Tempus/Modus Qatal, was üblicherweise für Vergangenes oder Präsentisches und damit (bereits) &#039;&#039;Sicheres&#039;&#039; verwendet wird: Was immer kommen mag, ist unausweichlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist (Hauch=) flüchtig.&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. &#039;&#039;dum fata sinunt, vivite laeti&#039;&#039;, „Solange das Schicksal es erlaubt, lebt froh“ – denn man denke daran, dass Tage, an denen dies nicht möglich ist, weil sie „dunkel“ sind, sich von selbst einstellen werden: Alles Glück, wie auch sonst alles für Kohelet, ist ja flüchtig. Man möge sich das Licht daher stets möglichst vor Augen halten, wenn man „im Licht ist“, und es ausschöpfen (V. 7).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Freue dich, Jüngling, in deiner (über deine) Jugend&amp;lt;ref&amp;gt;Impliziert ist natürlich nicht: „Nur in der Jugend ist dir Freude möglich“. V. 9 bildet eine Art Merismus mit V. 8: „(1) Hast du ein langes Leben, lass es dir in diesem ganzen Leben gut gehen, (2) und schon in deiner Jugend freue dich.“&amp;lt;br /&amp;gt;Spieckermann übersetzt „Jüngling“ in dieser und „Jugendzeit“ in der nächsten Zeile und in Pred 12,1 neuerdings mit „junger Mann“ und „wenn du erwachsen bist“ (2020, S. 196). Müsste man derart differenzieren zwischen „Jugendlicher“ und „junger Erwachsener“, wäre aber ja dann nicht einmal nur impliziert, wie Kapitel 12 meist ausgelegt wird, dass man erst im Alter nichts mehr hat, worüber man sich freuen kann, sondern sogar, dass schon der „junge Mann“ zurückblicken muss auf eine bereits vergangene Zeit der Freude im Jugendalter. Es ist kaum zu erwarten, dass dem jemand folgen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Und dein Herz lasse es dir gut gehen&amp;lt;ref&amp;gt;Richtig z.B. Lauha: „Dein Herz mache dich froh“, nicht, wie z.B. Murphy: „Let your heart be merry“, was allenfalls eine freie Übersetzung von „Lass es dir gut gehen [in] deinem Herzen“ sein könnte. Das Herz ist in der heb. Anthropologie nicht nur (und nicht einmal vorwiegend) Sitz der Gefühle, sondern Sitz der bewussten Gedanken und Ort des Planens; es ist das, was für uns das „Hirn“ wäre. &#039;&#039;Dein Herz lasse es dir gut gehen&#039;&#039; heißt also „bemühe dich bewusst darum, dass dir wohl ist“.&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Tagen deiner Jugendzeit:&amp;lt;ref&amp;gt;Reim: &#039;&#039;bejalduteka&#039;&#039; („Jugend“) – &#039;&#039;beḥuroteka&#039;&#039; („Jugendzeit“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gehe auf den Wegen deines Herzens &lt;br /&gt;
_Und nach den Blicken&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach den Blicken&#039;&#039; - idiomatisch wäre Sg., was daher hier auch alle Vrs. übersetzen. Wahrscheinlich deshalb hier derart ungewöhnlich formuliert, um das Wort auch lautlich in die Nähe des parallelen „auf den Wegen“ zu bringen: &#039;&#039;bedarke&#039;&#039; – &#039;&#039;bemar`e&#039;&#039;. S. ähnlich [[Kohelet 12#s1 |Pred 12,1]].[[Kohelet 12#s7 |7]]; weitere Bspp. bei [[Amos 5#s25 |Am 5,25]].&amp;lt;/ref&amp;gt; deiner Augen;&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. „wohin dein Geist dich lenkt und dein Blick dich lockt, dahin gehe“, sc. „mach, was dir gefällt!“. Richtig z.B. GN: „Tu, was dir Spaß macht, wozu deine Augen dich locken!“; den Sinn verkennt ZÜR: „Geh deinen Weg mit Verstand und mit offenen Augen.“ Wenig überraschend hat dieser Satz, der genau das Gegenteil von [[Numeri 15#s39 |Num 15,39]] und [[Jesus Sirach 5#s2 |Sir 5,2]] zu besagen scheint (vgl. auch [[Weisheit 2#s6 |Weish 2,6]]), nicht nur ZÜR, sondern auch den Alten viel Kopfzerbrechen bereitet. LXX präzisiert daher: „Folge &#039;&#039;untadelig&#039;&#039; deinem Herzen“, Tg verkehrt den Vers in sein Gegenteil: „Folge &#039;&#039;demütig&#039;&#039; deinem Herzen und &#039;&#039;gib Acht&#039;&#039;, worauf deine Augen blicken, &#039;&#039;damit sie nicht auf Böses blicken&#039;&#039;.“ Für Raschi ist dieser Teil des Verses ironisch gemeint, als sagte man: „Sündige nur! (Aber wisse, dass du dafür bestraft werden wirst).“ Tatsächlich ist er gar nicht problematisch; der direkt folgende Satz rückt ihn ins rechte Licht: „Geh, wohin du willst, solange du dich nur in den Schranken bewegst, die Gott dir gesetzt hat.“ Richtig der Midrasch (1,3): „&#039;&#039;Die Weisen wollten darum das Buch Kohelet verbergen, weil sie Worte darin fanden, welche leicht zur Sektiererei verleiten könnten. Sie sprachen: ‚Zeugen etwa die Worte [in 11,9] von Salomos Weisheit? Mose hat doch gesagt: ‚Wandelt &#039;&#039;nicht&#039;&#039; nach eurem Herzen und &#039;&#039;nicht&#039;&#039; nach euren Augen‘, denn wenn man einmal den Zügel schiessen lässt, dann gibt es weder Recht noch Richter.‘ Allein, als sie die Schlussworte des angezogenen Verses: ‚Wisse aber, dass über alles dieses Gott dich ins Gericht führen wird‘, in Betracht zogen, sagten sie: Salomo hat vortrefflich gesprochen.&#039;&#039;“ (Üs.: Wünsche).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Aber wisse [dabei], dass Gott dich wegen all diesem vor Gericht bringen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist nicht das „jüngste Gericht“, eine Kohelet völlig fremde Vorstellung, sondern „ins Gericht bringen“ ist wie in [[Ijob 14#s13 |Ijob 14,13]] und [[Kohelet 12#s14 |Pred 12,14]] ein Bild für die innerweltliche Strafe. S. ähnlich [[Ijob 22#s4 |Ijob 22,4]]; [[Jesaja 3#s14 |Jes 3,14]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Entferne Unmut aus deinem Herzen &lt;br /&gt;
_Und halte Arges (Böses) fern von deinem Leib,&amp;lt;ref&amp;gt;Oder Satzteil-Hyperbaton: „Halte dir Unmut und Ärger fern von Leib und Seele“, lasse Unmut (verstärkt durch Hendiadyoin) also ganz und gar nicht an dich heran.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Denn die Jugend und Dunkel[haarigkeit] (Dämmerung)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dunkelhaarigkeit (Dämmerung)&#039;&#039; - w. „Dunkelheit, Dämmerung“. Heute wird dies Wort nach einem der Targume und nach Raschi sehr einheitlich als „Dunkelhaarigkeit“ gedeutet, und m.Ned iii 8 (&#039;&#039;šḥwrj hr`š&#039;&#039;, „Die am Kopf Dunklen“) macht wirklich wahrscheinlich, dass es diese Bed. haben kann. Hier liegt aber noch mehr in diesem Wort: Die „Dunkelheit“ der Jugend ist offensichtlich bewusst als Gegensatz gestaltet zu den „Tagen der Finsternis“ in 11,8; 12,2.&amp;lt;br /&amp;gt;Bis Mitte des 19. Jhd.s war die verbreitetste Deutung dagegen: „Jugend und Dämmerung=Morgenrot-Zeit ist flüchtig“. Die „Morgenrotzeit [des Lebens]“ soll dann eine Ausdrucksvariante von „Jugend“ sein. So noch Plumptre und Nowack; so heute auch wieder Seow: „the dawn of life“; wahlweise auch Köhlmoos. Ich (S.W.) bin gar nicht sicher, ob die neuere Standarddeutung dieser älteren vorzuziehen ist; an sich scheint mir „Dunkelheit“ allein, ohne eine Ergänzung wie „am Kopf“ oder „des Haars“, nicht explizit genug zu sein, um für schwarzes Haar stehen zu können. So und so ergäbe sich aber ja die selbe Bed.&amp;lt;br /&amp;gt;Anders noch Stuart, der die „Dämmerung“ im Literalsinn nimmt: „Jugend und Dämmerung sind flüchtig“ soll heißen: „Die Jugend ist so flüchtig wie das Morgenrot“.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind (Hauch=) flüchtig.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_42&amp;diff=33965</id>
		<title>Jesaja 42</title>
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		<updated>2022-04-14T20:56:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Das ist mein Knecht,&amp;lt;ref&amp;gt;Die Septuaginta setzt vor עַבְדִּי֙, mein Knecht, „Jakob“ ein, und hinter בְּחִירִ֖י, mein Auserwählter, „Israel“.&amp;lt;/ref&amp;gt; ich halte ihn.&lt;br /&gt;
An meinem Auserwählten habe ich Gefallen.&lt;br /&gt;
Meinen Geist gab ich ihm.&lt;br /&gt;
Recht wird er den Völkern schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Er wird nicht schreien und nicht [die Stimme] erheben;&lt;br /&gt;
Seine Stimme wird er draußen (auf der Gasse) nicht hören lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ein geknicktes Schilfrohr wird er nicht durchbrechen&lt;br /&gt;
und einen glimmenden Docht nicht auslöschen.&lt;br /&gt;
Zuverlässig (treu) schafft er Recht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Er wird nicht verlöschen und nicht einknicken,&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Wortspiel mit Vers 2b: die Adjektive dort werden chiastisch in den Verben aufgenommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bis er auf Erden das Recht aufgerichtet hat,&lt;br /&gt;
und die Inseln warten auf seine Weisung (Tora).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} So spricht der Gott JHWH,&lt;br /&gt;
der den Himmel geschaffen und ausgespannt hat,&lt;br /&gt;
der die Erde ausgebreitet hat und ihre Sprösslinge,&lt;br /&gt;
der Atem gab dem Volk auf ihr&lt;br /&gt;
und Geist denen, die auf ihr wandeln: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Ich bin JHWH, der dich in Gnaden&amp;lt;ref&amp;gt;בְצֶ֖דֶק wörtlich: durch das Gelingen, das Gott gibt.&amp;lt;/ref&amp;gt; berufen hat,&lt;br /&gt;
und ich ergreife deine Hand&lt;br /&gt;
und ich werde dich behüten und dich machen&lt;br /&gt;
zum Bund des Volkes, zum Licht der Völker (Heiden),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} zu öffnen die Augen der Blinden,&lt;br /&gt;
herauszuführen den Gefangenen aus dem Gefängnis,&lt;br /&gt;
aus dem Kerker (Gefängnis), die in Finsternis sitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Ich bin JHWH, das ist mein Name.&lt;br /&gt;
Und meine Herrlichkeit gebe ich keinem anderen,&lt;br /&gt;
und meinen Ruhm [nicht] den Gottesbildern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Das Frühere, da, es trifft ein&lt;br /&gt;
und das Neue kündige ich an.&lt;br /&gt;
Bevor es sprosst,&lt;br /&gt;
verkündige ich es euch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_56&amp;diff=33964</id>
		<title>Psalm 56</title>
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		<updated>2022-04-14T20:55:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Für den Kantor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{hebr}}מְנַצֵּ֤חַ{{hebr ende}} ist das Partizip Piel des Verbs {{hebr}}נצח{{hebr ende}} („leiten, die Aufsicht haben“). In den Psalmen (4-6.8f.11-14.18-22.31.36.39-42.44-47.49.51-62.64-70.75-77.80f.84f.88.109.139f) steht es immer im ersten Vers und ist wohl ein musikalischer terminus technicus, dessen Bedeutung sich nicht überliefert hat. Da die Psalmen vermutlich (auch) im Gottesdienst gesungen/gespielt wurden, schlage ich eine „moderne“ gottesdienstliche Funktion, die des Kantors/ der Kantorin vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Nach „Die Taube auf entlegenen Eichen (die stumme Taube in der Ferne, die Taube der fernen Götter)“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taube auf entlegenen Eichen&#039;&#039; - Es handelt sich hier wohl um den Titel eines zur Abfassung des Psalms sehr bekannten Stückes, dessen Melodie/Spielweise zur Grundlage der Aufführung/Singweise dieses Psalms dienen soll. Im MT steht {{hebr}}אֵ֣לֶם{{hebr ende}} &#039;&#039;`elem&#039;&#039; („stumm“, von {{hebr}}אלם{{hebr ende}} „stumm sein“); daher Tg und Hier: „stumme Taube“. So auch viele dt. Üss. An der einzigen anderen Stelle, wo dieses Wort belegt ist ([[Psalm 58#s2 |Ps 58,2]]), vokalisieren die meisten stattdessen {{hebr}}אֵלִם{{hebr ende}} &#039;&#039;elim&#039;&#039; („Götter“), daher auch hier z.B. Süssenbach 2005, S. 130: „Nach ‚Taube der fernen Götter‘“. So lesen auch schon LXX und VUL, die die „Taube“ außerdem als Metapher für das Volk Israel verstehen (so schon Tg: „Über die das Volk Israel, das man mit einer Taube vergleichen kann“). Die meisten neueren Kommentatoren vokalisieren stattdessen als {{hebr}}אֵילִם{{hebr ende}} &#039;&#039;ēlim&#039;&#039;, das eine große Baumart bezeichnet, und zwar, wie die Parallelstellen zeigen, eine Baumart, die geradezu sprichwörtlich für Größe steht. Es ist nicht bekannt, auf welche Baumart des Nahen Ostens sich dieses Wort bezieht – an manchen Stellen wird die Zeder, &#039;&#039;tamar&#039;&#039;, genannt. Im Deutschen ist die Eiche der „große Baum“ des Sprichwortes.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt; Von (für, über, nach Art von ) David.&amp;lt;br /&amp;gt;Ein &#039;&#039;Miktam&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Miktam&#039;&#039; - Unbekanntes Wort, das vermutlich als Überschrift die &#039;&#039;Gattung&#039;&#039; von Ps 16 und Ps 56-60 angeben soll; daher meist mit dem Platzhalterbegriff „Lied“ übersetzt oder einfach transkribiert; für die LF ist wohl ersteres zu empfehlen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Im Talmudhebräischen bedeutet das Wort „Dokument“, im Neuhebräischen „Epigramm“; LXX hält es für ein ebensolches, in Stein Gehauenes, und übersetzt mit &#039;&#039;steleographia&#039;&#039; („Inschrift“, so auch BB und viele Kommentare). In allen drei Fällen wird das Wort aber wohl eher mit &#039;&#039;miktab&#039;&#039; („Geschriebenes“) verbunden, das sich als Psalmüberschrift in [[Jesaja 38#s9 |Jes 38,9]] findet (Pietersma 2010, S. 524f.), was man schön an Tg sieht: Dieser hält das Wort in Ps 16 wohl für eine Mischbildung aus &#039;&#039;miktab&#039;&#039; und &#039;&#039;tam&#039;&#039; („aufrecht“) und übersetzt „aufrechte Inschrift“. Ähnlich verfahren dort auch Aq, Sym, VUL, Raschi und hier Tg, zerlegen das Wort in die Bestandteile &#039;&#039;mk&#039;&#039; und &#039;&#039;tm&#039;&#039; und übersetzen „vom demütigen und aufrechten David“. Dass das Wort unbekannt war, sieht man noch besser an Quinta und Sexta in Ps 16, die bloß transkribieren: &#039;&#039;machtham&#039;&#039;. Luther leitet das Wort ab von &#039;&#039;ketem&#039;&#039; („Gold“), daher die Üs. „gülden Kleinod“ in den Lutherbibeln. Das „Sühngedicht“ von B-R und StierPs kommt von einer Ableitung von &#039;&#039;katam&#039;&#039; („bedecken“), das auch für das „Sühnen“ von Sünden stehen kann (so z.B. auch Sawyer 2011b, S. 294).&amp;lt;br /&amp;gt;Vermutlich war das Wort selbst den Talmudisten nicht mehr bekannt, wo sich daher drei unterschiedliche etymologische Erklärungen für Ps 56,1 finden: &#039;&#039;David war jedem gegenüber &#039;&#039;mak&#039;&#039; („geduldig“) und &#039;&#039;tam&#039;&#039; („fromm“). Eine andere Auslegung: &#039;&#039;makato&#039;&#039; („seine Wunde“, von &#039;&#039;makah&#039;&#039;) war &#039;&#039;tam&#039;&#039; („heil“), denn er wurde bereits beschnitten geboren. Eine andere Auslegung [mit einer anderen Erklärung der beiden Bestandteile der ersten Erklärung]: Wie er sich mit seiner Kleinheit klein machte vor einem Größerem als ihm, um die Bibel zu studieren, so auch noch, als er bereits groß war.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Als ihn die Philister in Gat festnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mit dieser Angabe wird der Psalm einer bestimmten Situation zugeordnet, die in [[1 Samuel 21#s11 |1 Sam 21,11-16]] erzählt wird: David, der vor dem Zorn Sauls flieht, gelangt nach Gat, wo er bereits als Feind der Philister bekannt ist. Aus Angst stellt David sich wahnsinnig. Die Verknüpfung des Psalms mit einer Episode aus Davids Leben erfolgte nachträglich; die Psalmenüberschriften wurden erst später zu den Psalmen hinzugeschrieben. Syr etwa hat daher eine ganz andere Überschrift: „Ein Bittgebet der Makkabäer, die zu Gott um Rettung flehten.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Sei mir gnädig, Gott, denn ein Mensch greift mich an (lechzt nach mir, tritt nach mir, verfolgt mich?);&amp;lt;ref name=&amp;quot;angreifen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;ša`ap&#039;&#039; ist hier wie in [[Ezechiel 36#s3 |Ez 36,3]] wohl metaplastische NF von &#039;&#039;schup&#039;&#039; („angreifen, trampeln“, s. KBL3 1342); so LXX, VUL, Hier, Syr. &#039;&#039;ša`ap&#039;&#039; I dagegen heißt nach der Etymologie und nach seinem Zusammenhang jeweils klar (1) „hecheln, schnauben“ (daher z.B. Vaihinger: „nach mir schnaubt ein Mensch“) oder (2) „lechzen, gieren“ (daher z.B. Tita 2001, S. 152: „es lechzt nach mir ein Sterblicher“). Die üblichste Üs. von Ps 56,2.3 und [[Psalm 57#s4 |Ps 57,4]], „verfolgen, nachstellen“ (z.B. Goldingay; so auch Ges18 1309; ThWAT VII 930), soll sich dann &#039;&#039;hieraus&#039;&#039; entwickelt haben. Wie das vonstatten gegangen sein soll, vermag ich (S.W.) nicht zu sehen. Die Annahme ist auch ganz unnötig, da „angreifen“ ja mindestens ebenso gut parallel geht mit „bedrängen, bedrohen“ in 2b wie „nachstellen“. Andere: „trampeln auf mir, treten mich nieder“ (z.B. ALTER, Buttenwieser, Graetz). Die Argumente gegen diese Bed. „treten“ von &#039;&#039;šup&#039;&#039; in ThWAT können nicht richtig sein; s. den Midrasch zu Ps 51: „Wer weiß, dass er gesündigt hat, aber &#039;&#039;šo`ep&#039;&#039; mit seinem Fuß...“ – auch diese Bed. gibt es offensichtlich wirklich. Sie passt aber weniger gut.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Den ganzen Tag will bedrängen (bedrohen, quälen) mich (ein Kämpfer=), der [mich] bekämpft (will er mich kämpfend bedrängen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Es greifen meine Feinde [mich] an (lechzen [nach mir], treten [nach mir], verfolgen [mich]?)&amp;lt;ref name=&amp;quot;angreifen&amp;quot; /&amp;gt; den ganzen Tag,&lt;br /&gt;
_Oh! (denn)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;oh! (denn)&#039;&#039; - meist „denn“. Besser z.B. Ravasi („quanto numerosi sono...!“), Riede 2000, S. 96 („ja viele sind der Krieger...“); Süssenbach 2005, S. 130 („ja, viele sind es, die mich bekämpfen.“): Wie Zeile b Zeile a begründen soll, ist nicht einzusehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; viele bekämpfen mich von oben [herab] (bekämpfen mich, oh Hoher!).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von oben [herab] (oh Hoher)&#039;&#039; - {{hebr}}מָרֹֽום{{hebr ende}} &#039;&#039;marom&#039;&#039;, entweder „stolz, hochmütig“, oder es bezeichnet einen höher gelegenen Ort, der im Kampf einen strategischen Vorteil bietet und von wo die Feinde dann in V. 8 auch hinabgestürzt werden sollen. Aq, Hier, Tg, Raschi und Raschbam haben &#039;&#039;marom&#039;&#039; außerdem i.S.v. „der Hohe“ als Ehrbezeichnung Gottes verstanden (Tg erklärt sie auch: „Höchster Gott, dessen Thron in der Höhe steht“). So heute z.B. noch ALTER, MÜN, TUR; Tanner, Auffret 1993, S. 42. Richtig zwar Kissane, Goldingay und Tita 2001, S. 153: vergleichbare Ehrbezeichnungen gibt es einige; diese aber ist nirgends belegt. Angesichts der vielen alten Vertreter dieser Deutung wird diese Deutung aber vermutlich doch immerhin möglich sein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} ([Am] Tag, [an] dem=) Wenn ich mich fürchten müsste, ([Selbst] am Tag müsste ich mich fürchten, [doch])&amp;lt;ref&amp;gt;Alliteration: &#039;&#039;(jom) &#039;&#039;&#039;`&#039;&#039;&#039;ira&#039;&#039;&#039;`&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;`&#039;&#039;&#039;ani &#039;&#039;&#039;`&#039;&#039;&#039;eleka &#039;&#039;&#039;`&#039;&#039;&#039;ebṭaḥ&#039;&#039;; „ich“, „fühle mich sicher“ und „bei dir“ beginnen mit den selben Konsonanten wie „ich müsste mich fürchten“: Diese Furcht wird mehr als ausgeglichen durch das Vertrauen, das der Beter in Gott setzen kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Kann ich mich sicher fühlen bei dir (auf dich vertrauen).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; Vv. 4f. und 10f. sind ein Refrain, die sehr ähnlich formuliert sind. Syr und Sym haben „&#039;&#039;[Am]&#039;&#039; Tag“ (adverbialer Akkusativ der Zeit ohne Präp.) an das „Am Tag“ (mit Präposition) in V. 10 angeglichen. Auch Houbigant, Michel 1960, S. 82 und BHS halten dies für ursprünglich; aber sicher ist dies Assimilation.&amp;lt;br /&amp;gt;Schwieriger: In V. 4 ist vom „Tag, an dem ich mich &#039;&#039;fürchte&#039;&#039;“ (&#039;&#039;`ira`&#039;&#039;) die Rede, in V. 10 dagegen vom „Tag, an dem ich rufe“ (&#039;&#039;`eqra`&#039;&#039;). Hupfeld und Graetz halten daher auch hier „ich rufe“ für ursprünglich. Das wäre textkritisch klar nicht zulässig. Die Sache wird aber dadurch verkompliziert, dass Aq und Sym statt „ich fühle mich sicher bei dir“ haben: &#039;&#039;pepoitha&#039;&#039; / &#039;&#039;pepoithäso&#039;&#039;. Gr. &#039;&#039;peitho&#039;&#039; kann auch „etw. glauben, jmdm. vertrauen“ bedeuten; das Wort könnte also auch nur eine ungewöhnliche Üs. von &#039;&#039;`ebṭaḥ&#039;&#039; sein. Zunächst heißt &#039;&#039;peitho&#039;&#039; aber „jmdn &#039;&#039;beschwören&#039;&#039;“; &#039;&#039;pepoitha&#039;&#039; könnte also &#039;&#039;hier&#039;&#039; das Wort &#039;&#039;`eqra`&#039;&#039; statt &#039;&#039;`ebṭaḥ&#039;&#039; voraussetzen. Das wäre eine andere Art von Wortspiel: „Am Tag, an dem ich mich fürchte, rufe ich zu dir“ (V. 4) =&amp;gt; „Am Tag, an dem ich rufe, weiß ich: Gott ist bei mir“ (V. 10); die beiden Verse drückten dann eine „Progression des Vertrauens“ aus. Eine Verschreibung von &#039;&#039;`ebṭaḥ&#039;&#039; zu &#039;&#039;`eqra`&#039;&#039; ließe sich auch nicht gut erklären; umgekehrt kann &#039;&#039;`eqra`&#039;&#039; aber leicht an das &#039;&#039;baṭaḥ&#039;&#039; in V. 5 assimiliert worden sein. Ginge man davon aus, dass Aq und Sym ein ursprüngliches &#039;&#039;`eqra`&#039;&#039; bezeugen, spräche also sogar ziemlich viel für die Ursprünglichkeit dieser Variante. Weil es möglicherweise aber auch nur Wiedergabe von &#039;&#039;`ebṭaḥ&#039;&#039; ist, hat mit Recht bisher niemand diese Variante für ursprünglich gehalten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Bei Gott will ich sein Wort&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wort&amp;quot;&amp;gt;Was mit &#039;&#039;Gottes Wort&#039;&#039; in V. 5 und &#039;&#039;dem Wort&#039;&#039; in V. 11 gemeint ist, ist wie noch öfter (z.B. [[Psalm 106#s12 |Ps 106,12]]; [[Psalm 119#s25 |119,25.42.65]]) unklar. Man hat auf verschiedene „Gottesworte“ geraten: (1) auf die hier unausgesprochene göttliche &#039;&#039;Verheißung&#039;&#039;, Gott wolle mit Gerechten wie z.B. dem Psalmisten sein (wie z.B. [[Psalm 14#s5 |Ps 14,5f.]]; so z.B. Vaihinger, Goldingay, Tanner); (2) auf ein &#039;&#039;Heilsorakel&#039;&#039; oder eine Heilszusage, mit dem Gott durch den Mund eines Priesters dem Psalmisten selbst zusichert, bei ihm sein zu wollen (wie ws. [[Psalm 130#s5 |Ps 130,5]]; so z.B. Mays, Kraus; THAT I 496); (3) auf einen &#039;&#039;Urteilsspruch&#039;&#039; Gottes gegen die Feinde des Beters (wie z.B. [[Psalm 2#s5 |Ps 2,5]]; so Seybold. So auch schon der Midrasch, b.Ber 60b und j.Ber ix 5, die aber an eine Verurteilung des &#039;&#039;Psalmisten&#039;&#039; denken. Am ausführlichsten der Midrasch: &#039;&#039;Rabbi Nehorai hat gesagt: Überall, wo es „Gott“ heißt, ist eine Strafe gemeint ...; mit „JHWH“ dagegen ist die Barmherzigkeit gemeint. ... So sprach auch David vor dem Heiligen – gepriesen sei er! – [in Ps 56,11]: „Auch, wenn du mich strafend richtest, halte ich mich an dich: In Gott rühme ich das Wort. Oder wenn du mich mit Erbarmen richtest, halte ich mich an dich: In JHWH rühme ich das Wort.“&#039;&#039;) oder (4) merkwürdig Gerstenberger: „ein Wort &#039;&#039;für&#039;&#039; ihn“, nämlich ein &#039;&#039;Danklied&#039;&#039;, das der Psalmist nach seiner Rettung anstimmen können wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; preisen,&lt;br /&gt;
_Bei Gott fühle ich mich sicher (auf Gott vertraue ich),&amp;lt;ref name=&amp;quot;vertrauen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bei Gott fühle ich mich sicher&#039;&#039; - ungewöhnliche Konstruktion. Sonst steht „sich sicher fühlen bei“ im Heb. mit Akkusativ, nicht wie hier mit der Präp. &#039;&#039;be-&#039;&#039;, die sonst stets Ort, Zeit, Grund oder Mittel einleitet, wo, wann, warum oder womit gepriesen wird. Die einzigen vergleichbaren Stellen sind [[Psalm 44#s9 |Ps 44,9]] und 4QShirShab&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt; 2,1 = 4QShirShab&amp;lt;sup&amp;gt;b&amp;lt;/sup&amp;gt; 14,1.7. Die Konstruktion dient hier dazu, in 5b eine weitere Alliteration zu bilden: &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;b&#039;&#039;&#039;e`lohim &#039;&#039;&#039;b&#039;&#039;&#039;aṭaḥti&#039;&#039;, „&#039;&#039;&#039;b&#039;&#039;&#039;ei Gott &#039;&#039;&#039;f&#039;&#039;&#039;ühle ich mich sicher“, das so dann auch in Kontrast steht zum &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;b&#039;&#039;&#039;aßar&#039;&#039; („Fleisch“) in 5c. Will man das nachahmen, vielleicht: „Bei &#039;&#039;&#039;G&#039;&#039;&#039;ott bin ich &#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;eborgen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; ich muss mich nicht fürchten.&lt;br /&gt;
Was kann (soll) Fleisch (=ein bloßer Mensch) mir (an)tun?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Jeden Tag kränken (betrüben) sie meine Angelegenheit (Sache, Wort).&amp;lt;ref&amp;gt;Ich verstehe es so, dass das Anliegen des Beters lächerlich gemacht oder sogar verhindert wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Gegen mich sind alle ihre Pläne (Gedanken, Vorhaben) [gerichtet].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Bösen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zum Bösen&#039;&#039; gehört in MT und allen alten Vrs. noch zu V. 6; eine Apokoinu: „Gegen mich sind alle ihre Pläne [gerichtet] zum Bösen“ = (1) „Gegen mich sind alle ihre Pläne gerichtet“ + (2) „Alle ihre Pläne sind gerichtet zum Bösen“. Kraus zieht das letzte Wort des Verses, {{hebr}}לָרָֽע{{hebr ende}} &#039;&#039;lara´&#039;&#039; („zum Bösen“) offenbar aus metrischen Gründen (?) zum Vers 7. Damit wird V. 7 regelmäßiger und das Wort bildet den Auftakt des neuen Verses.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} greifen sie an (rotten sie sich zusammen),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: MT, LXX, VUL, Syr wie in der Primärübersetzung: &#039;&#039;jaguru&#039;&#039;. Sym, Tg und Hier dagegen setzen &#039;&#039;jagodu&#039;&#039; voraus: „sie rotten sich zusammen“. Beide Worte sind graphisch sehr ähnlich; vgl.: {{hebr}}יגרו{{hebr ende}} vs. {{hebr}}יגדו{{hebr ende}}. Üss. und Kommentare folgen etwa gleich häufig einer der beiden Varianten: „sie greifen an“ z.B. Tita 2001, S. 153; Süssenbach 2005, S. 131; Tanner; „sie rotten sich zusammen“ z.B. Riede 2000, S. 97; de Vos 2005, S. 10; Wälchi 2012, S. 161. Letzteres ist etwas kontextgemäßer: Das folgende „sie lauern auf“ und „sie kleben mir an den Fersen“ legt eher nahe, dass ein Angriff hier noch nicht erfolgt ist. Damit ist umgekehrt die Variante von MT etwas wahrscheinlicher die ursprüngliche Variante; eine Entscheidung ist hier aber fast nicht möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt; lauern sie auf, &lt;br /&gt;
_Diese&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;Diese&#039;&#039; ist im MT noch unerwarteter als im Dt. Nach der Akzentuierung des MT gehört es noch zu Zeile a: „Es greifen an, es lauern diese“. LXX und VUL ziehen das Wort aber zu Zeile b, Syr ergänzt davor sogar auch noch ein „und“. In Zeile b wäre es aber genau so wenig zu erwarten. Hier scheint es gar nicht vorliegen gehabt zu haben. Mit welchem Satzteil Tg das Wort verbindet, ist am Wortlaut nicht erkennbar; nach akzentuierten Tg-MSS gehört es jedenfalls auch noch zu Zeile a. Es hat zum Glück auch keine Auswirkung auf die Übersetzung ins Dt.&amp;lt;/ref&amp;gt; (beobachten meine Ferse=) kleben mir an den Fersen,&lt;br /&gt;
_Weil sie mir nach dem Leben trachten. {{par|Psalm|119|95}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Wegen dem (Trotz des) Bösen (nichts = Um keinen Preis)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: MT („Wegen/trotz dem Bösen“) wird nur gestützt durch Sym und Tg. Dagegen LXX, Quinta, VUL, Hier, Syr und wohl auch Aq (&#039;&#039;anofeles&#039;&#039;, „Nutzloses“) setzen statt &#039;&#039;`awen&#039;&#039; („Böses, Frevel“) voraus: &#039;&#039;`ajin&#039;&#039; („nichts“). Dies halten z.B. auch Seybold und Terrien für ursprünglich. Ähnlich BHK und BHS, die ganz merkwürdig &#039;&#039;beides&#039;&#039; für ursprünglich erklären. Daher auch EÜ 80: „Sie haben &#039;&#039;gefrevelt&#039;&#039;, es gibt für sie &#039;&#039;kein&#039;&#039; Entrinnen“. EÜ 16 weit sinnvoller wie die meisten Neueren: „Wegen des Unrechts sollen sie Rettung erfahren!?“; s. gleich.&amp;lt;/ref&amp;gt; entkommen sie (rette sie)!&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;entkommen sie&#039;&#039; - Die Primärüs. wäre w. „Ob des Bösen [ist] ihnen Rettung = erfahren sie Rettung“. Viele (z.B. BHS, Kissane, Kraus, Dhanaraj 1992, S. 161; auch GRAIL, PAT, TEX) ändern daher den Text von &#039;&#039;paleṭ&#039;&#039; („retten, rette!“) zu &#039;&#039;pales&#039;&#039; („vergelte ihnen!“). Aber das lässt sich weder mit MT noch mit einer anderen alten Üs. stützen. ZÜR interpretiert mit ebenfalls vielen (z.B. Riede 2000, S. 97; Tita 2001, S. 153; de Vos 2005, S. 11; Süssenbach 2005, S. 131; Wälchi 2012, S. 161; die meisten dt. Üss.) als rhetorische Frage: „Sollen sie trotz des Frevels entkommen?“. Frei z.B. BB: „Was für ein Unrecht! Sollen sie etwa davonkommen? Nein!“ Für mich (Güntzel Schmidt) stellt dieser Satz die Behauptung auf, dass Menschen, die Böses tun, drohen, auch durch dieses Böse (durch „fiese Machenschaften“) davonzukommen. Gegen diese Gefahr will der Psalmist nun Gott in der nächsten Zeile auf den Plan rufen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Mit Zorn (im Zorn) stürze [diese] Leute (Menschen), Gott!&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Mein Flüchtlingsdasein (mein Klagen, mein Elend)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Flüchtlingsdasein&#039;&#039; - Das Nomen {{hebr}}נֹד{{hebr ende}} bezeichnet (1) das unstete Leben eines Flüchtlings (so Gesenius, wo es von {{hebr}}נוד{{hebr ende}}, „schwanken“ &amp;gt; „ziellos, heimatlos sein“ abgeleitet wird) oder die durch die Flucht bedingten wechselnden Lebensumstände (so HALOT, wo es von {{hebr}}נדד{{hebr ende}} „fliehen, flüchten“ abgeleitet wird). (2) Daneben bezeichnet das Wort auch das „Klagen“. Wie es zu dieser Bed. kommt, ist nicht klar: (a) Vaihinger: „sowohl die äußere Flucht als die innere Unruhe, das Klagen und Jammern“; (b) Ges18 791 und Seidl 2008: „schwanken“ &amp;gt; „Kopfschütteln“ als Gestus der Klage und des Mitleids; (c) Goldingay: „the visible shaking or tossing that were the outward expression of anguish“. So und so, dass es diese Bed. gibt, ist sicher. (3) Schließlich wird mit dem Wort auch das „Leiden“ oder „Mitleiden“ bezeichnet, von dem dieses „Klagen“ Ausdruck ist (so z.B. de Vos 2005, S. 11; Wälchi 2012, S. 161). Daher z.B. LUT: „Zähle die Tage meiner Flucht!“, NL: „Du zählst alle meine Klagen.“, ZÜR: „Mein Elend hast du aufgezeichnet.“&amp;lt;/ref&amp;gt; hältst du [schriftlich] fest (hast du festgehalten, halte fest!?).&lt;br /&gt;
_Gesammelt [sind] (du hast gesammelt, Sammle!)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;hältst du fest (hast du festgehalten, halte fest!?); gesammelt sind (Sammle!)&#039;&#039; - Im MT steht im Zeile a ein Qatal-Verb, in Zeile b ein Imperativ (&#039;&#039;ßímah&#039;&#039;). Weil die beiden Wörter derart unterschiedliche Zeitstufen markieren („Du hast [früher] festgehalten“ / „du hältst [jetzt] fest“ vs. „Sammle [künftig]!“) ändern viele das zweite Verb zum Partizip Passiv &#039;&#039;ßimáh&#039;&#039; „gesammelt [sind]“; der Unterschied liegt vielleicht nur darin, über welchem Konsonanten das hebräische Lesezeichen steht. So schon Hupfeld; auch Schökel/Carniti; Dhanaraj 1992, S. 159.161; Riede 2000, S. 97. Ob allerdings &#039;&#039;ßimáh&#039;&#039; in der Tat das Part. pass. fem. von &#039;&#039;ßim&#039;&#039; ist, ist ungewiss. Theoretisch könnte es so gebildet werden und das mask. Part. pass. lautet auch in der Tat &#039;&#039;ßim&#039;&#039;, s. [[Numeri 24#s21 |Num 24,21]]; [[Obadja #4 |Ob 4]]. Das feminine &#039;&#039;ßimáh&#039;&#039; in [[2 Samuel 13#s32 |2 Sam 13,32]] aber ist in den meisten Handschriften zu &#039;&#039;ßumah&#039;&#039; geändert worden; es scheint also so, als sei das idiomatische Part. pass. fem. &#039;&#039;ßumah&#039;&#039;, nicht &#039;&#039;ßimah&#039;&#039;. Dyserinck hat daher alternativ emendiert zu &#039;&#039;ßamta&#039;&#039; „du hast gelegt“, was LXX, Sym und VUL in der Tat vorauszusetzen scheinen. Nicht wenige Üss. (wie z.B. LUT, s. vorige FN) ziehen es stattdessen vor, das Qatal in Zeile a als „prekatives Perfekt“ zu deuten, das dann wie ein Imperativ übersetzt werden können soll („halte fest!“). Dieses „prekative Perfekt“ existiert aber wahrscheinlich nicht; die ersten beiden Optionen sind gewiss vorzuziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; meine Tränen in deinem (Wasser)Schlauch.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Flüchtlingsdasein ... Wasserschlauch&#039;&#039; - vermutlich ein Wortspiel: Irreguläre Assonanz. Etwas erwartbarer als das nur hier belegte &#039;&#039;nod&#039;&#039; („Flüchtlingsdasein“) wäre die Form &#039;&#039;nud&#039;&#039;. Mit der Form &#039;&#039;nod&#039;&#039; klingt das Wort aber sehr ähnlich wie das folgende &#039;&#039;no`d&#039;&#039; („Wasserschlauch“).&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;no`d&#039;&#039; allerdings ist textlich unsicher und lässt sich nur mit Tg stützen. LXX, Sym, VUL, Hier und Syr dagegen bezeugen nicht &#039;&#039;bn`dk&#039;&#039; „in deinem Schlauch“, sondern &#039;&#039;lngdk&#039;&#039; „vor dir“ (nicht &#039;&#039;bngdk&#039;&#039;, wie z.B. die Hgg. der Antioch Bible denken; das wäre nicht idiomatisch). Eine Verschreibung von &#039;&#039;b&#039;&#039; zu &#039;&#039;l&#039;&#039; oder umgekehrt ist aber kaum zu erwarten; wahrscheinlicher ist dies eine stilistische Änderung, mit der dem ungewöhnlichen Bild die Härte genommen werden sollte.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Auslegungsgeschichte&#039;&#039;&#039;: Ps 56,9 ist die Wurzel eines Mythos: In einigen älteren Üss. hat man übersetzt mit „sammle meine Tränen in deiner &#039;&#039;Flasche&#039;&#039;“. In Persien haben einige Anthropologen des 19. und 20. Jhd.s den Brauch beobachtet, dass bei Klagefeiern ein Mensch durch die Reihen der Klagenden ging, ihre Tränen mit einem Tuch auffing und diese dann in ein kleines Fläschchen presste; diesen gesammelten Tränen wurden dann wunderbare Heilkräfte zugeschrieben. Der bisher älteste bekannte Beleg für diesen Brauch stammt aus einer Erzählung des 16. Jhd.s über den Tod von al-Husain, dem Enkel des Propheten Mohammed: &#039;&#039;[Seine Mutter] Fatima hob ihren Kopf vom Grab des Imam Husain und hielt zu diesem Zeitpunkt eine Flasche voll Wasser in ihrer Hand. ... Und sie gab die Flasche dem Imam Ḥasan und sagte: „Mein Sohn, bewahre diese Flasche auf. Sie beinhaltet die von mir gesammelten Tränen der um deinen Bruder Trauernden.“&#039;&#039; (nach Yamanaka 2018, S. 168). Im Talmud ist eine Auslegung unseres Verses überliefert, der sehr an diesen Brauch erinnert: &#039;&#039;Rabbi Simon ben Pazi sagte, Rabbi Jehoschua ben Levi habe gesagt, bar Qappara (2./3. Jhd. n. Chr.) habe gesagt: „Wenn jemand über einen rechtschaffenen Menschen Tränen vergießt, zählt sie der Heilige – gepriesen sei er! – und tut sie in seinen Speicher.“&#039;&#039; (b.Schab 105b; &#039;&#039;nod&#039;&#039; wird dort also offensichtlich i.S.v. „Klagen“ verstanden, s. vorige FN). Vor allem auf Basis der Bibelstelle haben auch viele Menschen aus neuerer Zeit diverse Fläschchen ebenfalls für solche „Lacrymatorien“ / „Tränen-Fläschchen“ wie die persischen gehalten; v.a. die kleinen Fläschchen, die man in Ägypten, Griechenland und Rom in Gräbern fand und die kleinen Fläschchen, die im viktorianischen England Frauen bei sich trugen: Die ersten sollten die Tränen der Trauergäste als Grabbeigabe beinhalten, in den zweiten sollten angeblich englische Soldaten ihren Frauen ihre Tränen übergeben haben für den Fall, dass sie im Krieg fielen. Beides ist nicht wahr: Zu den viktorianischen Fläschchen vgl. am besten den Blogeintrag „[https://deathscent.com/2021/09/28/victorian-tear-catchers-are-trash/ Victorian Tear Catchers Are Trash]“ von Nuri McBride; zu den antiken „Tränenfläschchen“ z.B. Mortensen 2014: Analysiert man die antiken Fläschchen chemisch auf ihre Inhalte, erweisen sie sich als &#039;&#039;Parfum&#039;&#039;-Behälter, und dass in der Antike Parfums und Duftstoffe als Grabbeigaben dienten, ist in der Tat sehr häufig belegt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_[Stehn sie] nicht in deinem Buch [geschrieben]?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dein Buch&#039;&#039; - Gemeint ist das „Lebensbuch“: Die Vorstellung ist häufig belegt, dass Gott über das Leben seiner Anhänger ähnlich Buch führt wie in der christlichen Popkultur der Nikolaus in seinem goldenen Buch. Vergleichbare Stellen: [[Exodus 32#s32 |Ex 32,32]]; [[Psalm 69#s29 |Ps 69,29]]; [[Psalm 87#s6 |87,6]]; [[Psalm 139#s16 |139,16]]; [[Jesaja 4#s3 |Jes 4,3]]; [[Jesaja 34#s16 |34,16]]; [[Jeaja 65#s6 |65,6]]; [[Daniel 7#s10 |Dan 7,10]]; [[Daniel 12#s1 |12,1]]; [[Maleachi 3#s16 |Mal 3,16]].&amp;lt;br /&amp;gt;Zum Sinn des Verses vgl. schön Luther: &#039;&#039;[Es ist,] als wollt er sagen: wenn schon kein Mensch mein Elend bedenken will, schaust doch du, Herr, so genau darauf, dass du alle Schritte meienr Flucht zählst, wie weit und wie fern ich verjagt werde und laufen muss, und vergisst keine Träne, die ich weine; ich weiß, dass du sie alle in deinem Register anschreibst und nicht vergessen wirst.&#039;&#039; (Luther 1962, S. 243).&amp;lt;br /&amp;gt;Im masoretischen Text ist der Satz sehr knapp formuliert; es findet sich nur die Negation mit Fragepartikel und das Nomen mit Präp. Es handelt sich um eine rhetorische Frage, erwartete Antwort: „Ja“.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Auch hier aber ist der Text unsicher: Wieder lässt sich MT nur durch Tg stützen; statt &#039;&#039;halo`&#039;&#039; setzen LXX, VUL und Syr &#039;&#039;we&#039;&#039; voraus („du hast meine Tränen vor dir gesammelt &#039;&#039;und&#039;&#039; in deinem Bericht“), Sym und Hier dagegen &#039;&#039;welo`&#039;&#039; („stelle meine Tränen in deinen Blick, &#039;&#039;aber nicht&#039;&#039; in deinen Bericht!“). Wahrscheinlich unterschiedliche Textüberlieferungen, die aber alle das Selbe besagen: (1) MT + Tg: „Sind sie nicht in deinem Buch?“; (2) Hier + Sym: „und sind sie nicht in deinem Buch[?]“; (3) LXX + VUL + Syr „Meine Tränen sind in deinem Schlauch gesammelt und in deinem Buch [verzeichnet]“.&amp;lt;br /&amp;gt;Schwerer wiegt, dass eine Reihe von Exegeten die letzte Zeile für eine Bemerkung eines Schreibers am Textrand gehalten haben, die in den Text eingedrungen sei und mit der er den „Schlauch“ kommentieren wollte: „Mein Flüchtlingsdasein hältst du fest, / gesammelt sind meine Tränen in deinem Schlauch [&amp;lt;= Ist [‚dein Schlauch‘] nicht ‚dein Buch‘?]“. So z.B. BHK und Wellhausen; auch Michel 1960, S. 251; Dhanaraj 1992, S. 161; Riede 2000, S. 97; es ist dies auch einer der wenigen Fälle, in denen selbst CTAT IV, S. 356 eine solche Glosse für eine wahrscheinliche Erklärung hält. Mir (S.W.) ist noch keine mit &#039;&#039;halo`&#039;&#039; eingeleitete Schreiberbemerkung begegnet; mir scheint: Solange man eine solche nicht nachweisen kann, liegt diese Annahme sehr fern.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Dann werden (Siehe, es werden)&amp;lt;ref name=&amp;quot;10&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: Sowohl &#039;&#039;`az&#039;&#039; („dann“) als auch &#039;&#039;zeh&#039;&#039; („dies“) lassen sich theoretisch auch als Interjektion („Siehe“) übersetzen. Das steht so nicht in allen neueren Lexika, aber vgl. sicher richtig z.B. van der Woude 1964. &#039;&#039;zeh&#039;&#039; wird hier in der Tat auch von LXX mit &#039;&#039;idou&#039;&#039; („siehe“) übersetzt. Erwägenswert ist das bes. in 10a: Mit „siehe“ würde dann Gottes Verzeichnen des Leids des Psalmisten als Grund dafür markiert, warum er sich so sicher ist, dass seine Feinde zurückweichen müssen werden. So aber keine dt. Üss., und auch van der Woude selbst will stattdessen in Ps 56 merkwürdigerweise 10c &#039;&#039;kausal&#039;&#039; übersetzen: „&#039;&#039;denn&#039;&#039; ich weiß...“ (S. 312; ähnlich Kraus).&amp;lt;/ref&amp;gt; meine Feinde zurückweichen, &lt;br /&gt;
_([am] Tag, [an] dem=) Wenn ich rufen werde.(:)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;:&#039;&#039; - So gut Weber 2001, S. 250, der 10c für den Inhalt des in 10b eingeleiteten Ausruf hält. Sonst m.W. aber niemand.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies weiß ich, denn (weil; Siehe, ich weiß, dass)&amp;lt;ref name=&amp;quot;10&amp;quot; /&amp;gt; Gott ist bei (mit) mir (ist mein [Gott])&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Bei Gott will ich das&amp;lt;ref name=&amp;quot;11&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;das Wort&#039;&#039; statt „&#039;&#039;sein&#039;&#039; Wort“ in V. 5. Viele wollen daher den Text von V. 11 zu dem von V. 5 korrigieren; z.B. Houbigant, Dyserinck, BHS, Riede 2000, S. 98.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wort&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wort&amp;quot; /&amp;gt; preisen.&lt;br /&gt;
_Bei JHWH will ich das Wort&amp;lt;ref name=&amp;quot;11&amp;quot; /&amp;gt; preisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Bei Gott fühle ich mich sicher (auf Gott vertraue ich),&amp;lt;ref name=&amp;quot;vertrauen&amp;quot; /&amp;gt; ich muss mich nicht fürchten.&lt;br /&gt;
_Was kann (soll) ein Mensch&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein Mensch&#039;&#039; - Anders als in Vers 5 steht hier nicht {{hebr}}בָשָׂ֣ר{{hebr ende}} &#039;&#039;baßar&#039;&#039;, was „Fleisch“ und daher auch „Mensch“ bedeutet, sondern {{hebr}}אָדָ֣ם{{hebr ende}} &#039;&#039;`adam&#039;&#039; („Mensch“).&amp;lt;/ref&amp;gt; mir (an)tun?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} (Auf mir [liegen]=) Mir obliegen, Gott, (deine Gelübde=) meine Gelübde dir gegenüber:&lt;br /&gt;
_Ich will dir Dankopfer darbringen,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;darbringen&#039;&#039; - Das Verb bedeutet in seiner Grundbedeutung „erfüllen“; mit Akk. bedeutet es „als Entgelt darbringen“, vgl. KBL3 980.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Psalm|116|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Weil (dass) du meine Seele dem Tode entrissen (vor dem Tod gerettet) hast&lt;br /&gt;
_([meine Augen vor Tränen gerettet hast])&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - So ergänzen manche LXX-Mss aus [[Psalm 116#s8 |Ps 116,8]], wo fast exakt der selbe, aber um diese Zeile erweiterte Vers steht. Ganz sicher sekundär.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
_Hast du nicht [auch] meine Füße vorm Anstoßen (Straucheln)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Anstoßen&#039;&#039; - Das Nomen kommt nur noch [[Psalm 116#s8 |Ps 116,8]] vor.&amp;lt;/ref&amp;gt; bewahrt? -&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039; - Noch mehr Exegeten als in V. 9 halten auch diese Zeile für eine Schreiberbemerkung: „Weil du meine Seele vom Tod gerettet hast [&amp;lt;= Ist [‚meine Seele vom Tod‘] nicht ‚meine Füße vorm Anstoßen‘?]“. So hier zusätzlich zu den obigen auch BHS und Kraus. S. dazu oben. Und wieder lässt sich &#039;&#039;halo`&#039;&#039; („nicht...?“) ebenso wie in V. 9 nur durch Tg stützen; LXX, VUL, Hier und Syr setzen alle nur &#039;&#039;we&#039;&#039; („und“) voraus: „Du hast meine Seele dem Tod entrissen und meine Füße vorm Anstoßen bewahrt.“ Wieder wird man das mit zwei unterschiedlich überlieferten Wortlauten erklären müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Um zu wandeln=) Sodass ich wandeln kann vor Gott&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wandeln vor Gott&#039;&#039; = „mit Gottes Segen und unter Gottes Schutz“, vgl. van Lengerke, Vaihinger, Kissane. Oder hier waltet noch die alte Vorstellung, das Reich des Todes liege außerhalb des Zugriffsbereichs Gottes, daher „vor Gott“ = &#039;&#039;nicht&#039;&#039; im Reich des Todes.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Licht der Lebendigen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Licht der Lebendigen&#039;&#039; statt im finsteren Reich des Todes.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Psalm|116|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psalm 56 ist das Bittgebet eines Beters um Schutz. Die einzelnen für Bittgebete typischen Abschnitte sind gut erkennbar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 1&#039;&#039;&#039; ist die &#039;&#039;Überschrift&#039;&#039;. Diese Überschriften wurden nachträglich von Redaktoren hinzugefügt; über ihren Sinn weiß man immer noch nichts Genaueres und auch die Bedeutung der einzelnen Vokabeln ist hier wie meist unklar.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 2-3&#039;&#039;&#039; sind die Bitte um Hilfe wegen der in 2b-3 geschilderten Not. Wie viele Bittgebete ist aber auch dieses schon von Anfang an ganz durchdrungen von der Gewissheit, erhört zu werden; dieser &#039;&#039;Erhörungsgewissheit&#039;&#039; wird in &#039;&#039;&#039;Vv. 4-5&#039;&#039;&#039; Ausdruck verliehen.&amp;lt;br /&amp;gt;In einem zweiten Gang wird in &#039;&#039;&#039;Vv. 6-8a&#039;&#039;&#039; noch einmal die Not des Beters geschildert und in &#039;&#039;&#039;8b&#039;&#039;&#039; die Bitte um Rettung geäußert; daran schließt sich in &#039;&#039;&#039;Vv. 9-12&#039;&#039;&#039; noch einmal ein Abschnitt darüber an, dass der Beter gewiss ist, von Gott erhört zu werden: Weil er darum weiß, dass Gott akribisch Buch führt über das Unrecht, das jedem seiner Anhänger widerfährt (V. 9), werden seine Feinde gewiss zurückweichen müssen, wenn er zu Gott ruft: Bei Gott kann er sich sicher fühlen (Vv. 11-12). Die kleine Variation im Refrain (Vv. 5.11f.: „Wenn ich mich fürchten müsste“ =&amp;gt; „Wenn ich rufen werde“) verdichtet dabei eine kleine Progression des Vertrauens: Von „Furcht“ muss in diesem zweiten Gang gar nicht mehr erst die Rede sein.&amp;lt;br /&amp;gt;In &#039;&#039;&#039;Vv. 13-14&#039;&#039;&#039; wendet der Psalmist zum Abschluss eine rhetorische Strategie an, die sich ebenfalls in vielen Bittpsalmen findet (vgl. dazu z.B. Charney 2013, S. 44): Gott soll ihn nicht nur vor seinen Feinden retten, weil der Psalmist einer ist, der Gottes Wort preist, und weil er &#039;&#039;ungerecht&#039;&#039; und „zum Bösen“ (Vv. 6.8) verfolgt wird, wofür seine Feinde Gottes Zorn verdient haben (V. 8), wie Gott ja gewiss an seinem Tränen-Speicher (V. 9b) und seinem Lebensbuch (9c) ablesen kann – sondern auch deshalb, weil ihm, Gott, für diese Rettungstat dann ein Dankopfer als Dankeschön gewiss wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Daniel_11&amp;diff=33963</id>
		<title>Daniel 11</title>
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		<updated>2022-04-14T20:55:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und ich, im ersten Jahr des Meders Darius, ich bin bereit,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: stehe auf.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihm zu helfen und ihn in Sicherheit zu bringen.&amp;lt;ref&amp;gt;Möglicherweise sind in 10,21 und 11,1 einige Versteile durcheinander geraten. 10,21a passt besser vor 11,2 und 11,1b besser hinter 10,21 - allerdings müsste dann, wie es im Apparat der BHS vorgeschlagen wird, eine Angleichung bei den Formen vorgenommen werden, wie es die syrische Version tut. Dann würden die beiden Verse lauten: 10,21 Und es ist kein einziger, der sich zu mir hält gegen diese außer Michael, eurem Fürsten, der (Partizip statt finite Verbform) aufsteht (bereit ist), zu helfen und mich (֚לי statt לו) in Sicherheit zu bringen. 11,1 Jedoch teile ich dir mit, was aufgezeichnet ist im Buch der Wahrheit. Der Versteil 11,1a ist laut Apparat der BHS als Hinzufügung zu streichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und nun teile ich dir Wahrheit mit: Sieh, noch drei Könige erheben sich für Persien. Und der vierte erwirbt sich größeren Reichtum als alle. Und wie er stark wird durch seinen Reichtum, bietet er alle auf (stachelt er alle auf) gegen das Königreich Griechenland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und es erhebt sich ein Kriegerkönig und beherrscht ein großes Reich. Und er tut, was ihm gefällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Aber sowie er sich erhebt, zerbricht seine Herrschaft und zerteilt sich auf die vier Winde des Himmels. {Und} sie geht nicht auf seinen Nachkommen über, und er wird nicht herrschen, wie er herrschte, denn ausgerissen wird seine Herrschaft und anderen außer ihnen [zuteil].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Dann herrscht der König des Südens, und einer seiner Oberen herrscht über ihn und beherrscht ein Reich, das größer ist als seine Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und nach einigen Jahren verbünden sie sich, und die Tochter des Königs des Südens kommt zum König des Nordens, um Frieden herzustellen (einen Ausgleich zu schaffen), aber sie behält nicht die Macht des Armes, und sein (!) Nachkomme wird nicht bestehen. Und sie wird in diesen Zeiten dahingegeben (preisgegeben), sie und die sie hinbrachten, der sie zeugte&amp;lt;ref&amp;gt;ihr Vater.&amp;lt;/ref&amp;gt; und der sie heiratete.&amp;lt;ref&amp;gt;ihr Mann.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und es tritt auf einer aus dem Spross ihrer Wurzel an seiner Stelle, und er kommt zu Vermögen&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: er kommt zum Wall/ zur Mauer.&amp;lt;/ref&amp;gt; und er kommt zur Festung des Königs des Nordens, und er handelt an ihnen und erweist sich mächtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und auch ihre Götter mit den Gottesbildern, mit den kostbaren Geräten aus Silber und Gold, bringt er als Beute nach Ägypten. Und jahre[lang] hält er dem König des Nordens stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und er kommt in das Reich des Königs des Südens, aber er kehrt um in sein Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und seine Söhne rüsten und sammeln eine Menge, eine große Streitmacht, und sie kommen gewaltig&amp;lt;ref&amp;gt;Figura Etymologica, oder: sie kommen zu ihm, vgl. Apparat BHS.&amp;lt;/ref&amp;gt; und überschwemmen und gehen darüber hin, dann kehren sie um und rüsten für die Festung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und der König des Südens ergrimmt und zieht aus und kämpft mit ihm, mit dem König des Nordens. Und er stellt eine große Menge auf, aber die Menge wird preisgegeben in seine Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er bringt die Menge weg, und sein Herz überhebt sich, und er bringt Unzählige zu Fall, aber er besteht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und der König des Nordens wendet sich [nach Süden] und stellt eine große Menge auf, größer als die erste. Und am Ende der Zeiten, [nach einigen] Jahren kommt er gewaltig&amp;lt;ref&amp;gt;Figura Etymologica, oder: er kommt zu ihm, vgl. Apparat BHS.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit großer [Heeres]Macht und großem Tross.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und zu dieser Zeit erheben sich viele gegen den König des Südens, und Räuber&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint sind wohl: Guerillakämpfer.&amp;lt;/ref&amp;gt; aus deinem Volk erheben sich, um die Vision wahr zu machen, aber sie straucheln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und der König des Nordens kommt und schüttet einen Belagerungswall auf und nimmt befestigte Städte ein. Und die Nachkommenschaft [des Königs] des Südens hält nicht stand, noch die Auslese (die Besten) des Volkes, und es gibt keine Kraft, standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und der gegen ihn zieht wird handeln nach seinem Wohlgefallen, und keiner hält ihm stand, und er wird bleiben im Land der Herrlichkeit,&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist Israel.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Vernichtung ist in seiner Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und er wird danach trachten,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sein Angesicht darauf ausrichten.&amp;lt;/ref&amp;gt; dessen ganzes Königreich mit Gewalt einzunehmen, und die Frommen [sind] mit ihm, und er tut es. Und eine Tochter der Frauen &amp;lt;ref&amp;gt;Eine seiner Töchter?&amp;lt;/ref&amp;gt; wird er ihm geben, um es&amp;lt;ref&amp;gt;Das Königreich&amp;lt;/ref&amp;gt; zu verderben, aber es (?) hat keinen Bestand und es wird ihm nicht gelingen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: nicht sein für ihn.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und er wird sein Augenmerk richten&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sein Angesicht ausrichten.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf die Inseln und viele besetzen. Und ein Anführer wird ihn zwingen, seine Schmähungen zu beenden, und seine Schmähung wird sich gegen ihn kehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und er wird sich wenden gegen die Festungen seines Landes, und er wird straucheln und fallen. Und er wird nicht gefunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und an seiner statt tritt auf einer, der [Abgaben] des erhabenen Königreiches eintreibt, und in wenigen Tagen wird er umgebracht, aber nicht öffentlich und nicht im Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und es tritt auf an seiner statt ein gering geschätzter Mensch, und sie ließen ihm die Pracht des Königtums nicht zuteil werden, und er kommt überraschend&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: in Sorglosigkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; und er ergreift das Königtum durch List.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und die Nachkommen der Flut werden weggespült von ihm und vernichtet, und auch der Fürst des Bundes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und nachdem er sich mit ihm verbunden hat, betrügt er und geht hinauf und wird stark mit wenigen Leuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Überraschend&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: in Sorglosigkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; kommt er in die  fruchtbaren Gegenden des Landes und tut, was seine Väter und die Väter seiner Väter nicht taten, Plünderung und Beute, und den Besitz teilte er ihnen aus. Und gegen die Festungen schmiedet er Pläne zu dieser Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und er wird seine Kraft und seinen Mut aufreizen gegen den König des Südens mit großer Stärke. Und der König des Südens wird mit großer Kraft kämpfend vordringen und sie werden sehr stark sein, aber er wird nicht bestehen, denn sie haben Pläne gegen ihn geschmiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und die an seiner Tafel speisen, werden ihn vernichten, und sein Heer wird sich verlaufen (fortspülen), und viele Erschlagene fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und beider Könige Absicht (Wille) [ist] auf Böses [gerichtet], und am selben&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: an einem.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tisch sprechen sie Lüge (Täuschung), aber ohne Erfolg, denn der Termin des Endes [kommt erst] noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und er wird in sein Land zurückkehren mit großem Tross und wird seine Absicht gegen den heiligen Bund richten und [so] handeln und in sein Land zurückkehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Zum bestimmten Zeitpunkt zieht er erneut&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: kehrt er um und zieht.&amp;lt;/ref&amp;gt; gegen den Süden, aber es wird beim zweiten Mal nicht so sein wie beim ersten Mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und es ziehen gegen ihn zypriotische Schiffe, und er verzagt. Und er zürnt erneut&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: kehrt um und zürnt.&amp;lt;/ref&amp;gt; gegen den heiligen Bund und handelt [entsprechend], und achtet erneut&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: kehrt um und achtet auf.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf die, die&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, relativisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; den heiligen Bund verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Und Streitkräfte von ihnen&amp;lt;ref&amp;gt;ein Teil der Streitkräfte?, vgl. Zürcher Bibel.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden antreten, und sie entweihen das Burgheiligtum&amp;lt;ref&amp;gt;הַמִּקְדָּ֤שׁ הַמָּעֹוז֙ als Constructus-Verbindung aufgefasst. Luther übersetzt „Das Heiligtum und die Burg“, die Zürcher Bibel „das Heiligtum, die Burg“. Gemeint ist der Zionsberg mit dem Tempel und der salomonischen Burganlage.&amp;lt;/ref&amp;gt; und schaffen das tägliche Opfer ab und stellen auf das Kultbild des Verwüsters.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Verballhornung des semitischen Gottes Ba’al Schamem, „Herr des Himmels“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und die sich schuldig machen gegen den Bund, wird er mit glatten Worten zum Abfall bringen. das Volk aber derer, die ihren Gott kennen, wird sich mächtig zeigen und [dementsprechend] handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} Und die Frommen (Einsichtigen) des Volkes werden viele zur Einsicht bringen, aber sie werden zum Straucheln (Stolpern) gebracht durch Schwert und Flamme, durch Gefangenschaft und Plünderung für eine gewisse Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und bei ihrem Straucheln werden sie ein wenig Hilfe finden, und es werden sich ihnen viele anschließen mit Falschheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und von den Frommen (Einsichtigen) werden [einige] straucheln, um durch sie geläutert zu werden, und um gereinigt und weiß gemacht zu werden für die Zeit des Endes, denn der Termin [kommt erst] noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und der König handelt, wie im beliebt, und er überhebt sich und macht sich größer als alle Götter, und gegen den Gott der Götter führt er unerhörte Reden. Und er wird Gelingen haben bis zum Ende des Zorns, denn was beschlossen wurde, wird ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und auf den Gott seiner Väter (Vorfahren) wird er nicht achten, noch auf den Liebling der Frauen&amp;lt;ref&amp;gt;Damit ist der griechische Gott Adonis gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; noch auf irgendeinen Gott wird er achten, denn über alle wird er sich erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} Aber Zeus Olympios&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: den Gott der Festungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird er an seiner statt ehren, {und} einen Gott, den seine Väter (Vorfahren) nicht kannten, wird er ehren mit Gold und Silber (Geld), edlen Steinen und Kostbarkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er geht vor gegen befestigte Städte mit einem ausländischen Gott. Wer ihn anerkennt, dessen Würde macht er groß und lässt sie herrschen über viele, und Land teilt er als Lohn aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und zur Zeit des Ende wird mit ihm zusammenstoßen der König des Südens, und der König des Nordens wird gegen ihn anstürmen mit Streitwagen und Reitern und einer Menge an Schiffen. Und er wird in die Länder kommen und sie überfluten und darüber hingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er kommt in das herrliche Land,&amp;lt;ref&amp;gt;Israel&amp;lt;/ref&amp;gt; und viele werden straucheln. Aber diese werden aus seiner Hand entrinnen: Edom und Moab und die Ersten&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: der Hauptteil?&amp;lt;/ref&amp;gt; der Kinder Amons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und er wird seine Hand ausstrecken nach den Ländern. Und für das Land Ägypten wird es kein Entrinnen geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er wird herrschen über verborgene Schätze von Gold und von Silber und über alle Kostbarkeiten Ägyptens. Und Lybier und Kuschiter werden in seinem Gefolge sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und Gerüchte werden ihn in Bestürzung versetzen aus dem Osten und aus dem Norden. Und er wird ausziehen in großem Zorn, um viele auszurotten und mit dem Bann zu belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und er wird aufschlagen&amp;lt;ref&amp;gt;Im masoretischen Text steht יִטַּע, pflanzen. Der Apparat schlägt vor, statt dessen יִטַה zu lesen, aufschlagen. Die beiden Verben unterscheiden sich nur im letzten Buchstaben (Ajin bzw. He), sodass eine Verschreibung vorliegen könnte.&amp;lt;/ref&amp;gt; seinen Zeltpalast zwischen dem Meer und dem Berg der heiligen Zierde.&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist der Zion.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und er kommt an sein Ende, und es gibt keinen Helfer für ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Daniel_8&amp;diff=33962</id>
		<title>Daniel 8</title>
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		<updated>2022-04-14T20:54:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Im dritten Jahr der Herrschaft Belschatzars hatte ich, Daniel, eine Vision nach dem, was mir am Anfang erschienen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und ich sah in der Vision, und es geschah in meinem Sehen und ich war in der Zitadelle Susa, die im Bezirk Elam liegt. Und ich sah in der Vision und ich war am Fluss Ulai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und ich erhob meine Augen und sah, und siehe, ein Widder stand vor dem Fluss, und er hatte zwei Hörner. Und die beiden Hörner waren hoch, und das eine war höher als das zweite, und das höhere war später gewachsen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: aufgestiegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Ich sah den Widder nach Westen stoßen und nach Norden und nach Süden, und kein Lebewesen konnte vor ihm bestehen und seiner Hand entrissen werden. Und er tat, was ihm gefiel und wurde größer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und ich sah, und siehe, ein Ziegenbock der Ziegen kam von Westen über die ganze Erde und berührte nicht die Erde. Und der Ziegenbock hatte ein besonderes Horn zwischen seinen Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und er kam zum Widder, der die beiden Hörner besaß, den ich am Fluss stehen sah, und er rannte zu ihm in der Hitze seiner Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und ich sah ihn neben dem Widder eintreffen, und er ergrimmte gegen ihn und schlug den Widder und zerbrach seine beiden Hörner. Und es war keine Kraft in dem Widder, um vor ihm zu bestehen. Und er warf ihn zu Boden und zertrat ihn, und es war keiner da, der den Widder aus seiner Gewalt (Hand) befreien konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und der Ziegenbock der Ziegen wurde sehr groß (mächtig), und gerade da&amp;lt;ref&amp;gt;Eigentlich bedeutet עצם „Knochen, Gebein“, kann aber auch Wesenheit und dann Übereinstimmung ausdrücken. כְעָצְמֹ֗ו ist ein Vergleich, daher übersetzen wir sinngemäß „gerade da“.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde sein großes Horn zerbrochen. Und es wuchsen vier besondere an seiner Stelle nach den vier Winden des Himmels (nach den vier Himmelsrichtungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und aus einem von ihnen ging hervor ein Horn, aus dem Kleinsten, und es wurde außerordentlich groß in Richtung Süden und in Richtung Osten und in Richtung der Zierde.&amp;lt;ref&amp;gt;D.i.: Jerusalem.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und es wuchs bis zum Heer des Himmels. Und es warf zur Erde einige von dem Heer und einige von den Sternen und zertrat sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Bis zum Herrn der Heerscharen erhob es sich und nahm ihm das regelmäßige Opfer weg, und es wurden zerstört sein Tempel und sein Heiligtum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und an Stelle des täglichen Opfers für die Schuld wurde Frondienst geleistet.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Und das Heer wurde zum Opfer gegeben für die (Auflehnung =) Schuld? Der Satz ist schwierig zu verstehen; Gesenius und Köhler-Baumgartner kapitulieren. Handelt es sich hier um eine Randglosse, die in den Text gerutscht ist? Eine sinnvolle Übersetzung ergibt sich, wenn man צָבָ֛א als „(Fron)Dienst“ auffasst.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und es warf die Wahrheit zu Boden. Und was es tat, gelang ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und ich hörte einen Heiligen sprechen, und es sagte ein (anderer) Heiliger zu dem, der sprach: Wie lange [gilt] die Vision vom täglichen Opfer, und das Verbrechen, und die Verwüstung, und dass (preis)gegeben werden des Heiligtums und des (Opfer)Dienstes zum Zertreten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und er sagte zu mir: 2.300 Abend- und Morgenopfer, dann wird das Heiligtum wieder in seine Rechte eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und {es geschah} als ich die Vision hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sah.&amp;lt;/ref&amp;gt;, suchte ich, Daniel, nach Einsicht. Mit einem Mal&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Und da; Siehe.&amp;lt;/ref&amp;gt; stand einer mir gegenüber, der Erscheinung nach wie ein junger Mann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und ich hörte eine menschliche Stimme (die Stimme eines Menschen) zwischen [den Armen des] Ulai. Und sie (er) rief und sagte: Gabriel, erkläre diesem die Vision!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}}  Und er kam neben meinen Platz (Standort). {Und} bei seinem Kommen wurde ich mit Schrecken erfüllt und fiel auf mein Gesicht. Und er sprach zu mir: Pass auf, Menschenkind! Denn vom Ende [handelt] die Vision.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} {Und} während er mit mir redete, lag ich wie betäubt mit meinem Gesicht auf der Erde. Da berührte er mich und richtete mich auf an meinem Platz (Standort).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und er sprach: Sieh, ich lasse dich wissen, was sein wird am Ende des Zorns (Fluchs). Denn von der festgesetzten Zeit des Endes [handelt die Vision].&amp;lt;ref&amp;gt;Die Septuaginta ergänzt η ορασις; möglicherweise ist das Wort hier ausgefallen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Der Widder mit zwei Hörnern, den du gesehen hast, [sind] die Könige der Meder und Perser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und der zottige Ziegenbock ist der König von Griechenland. Und das große Horn zwischen seinen Augen, das ist der erste König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und es zerbrach, und es traten vier auf an seiner Stelle. Vier Königreiche aus einem Volk werden auftreten, aber nicht mit seiner Macht&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. nicht so mächtig wie der erste König.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und am Ende ihrer Herrschaft, wenn sie ihre Auflehnung vollendet haben,&lt;br /&gt;
wird ein trotziger (unverschämter) König auftreten, ein in doppelsinniger Rede Erfahrener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und er ist mächtig in seiner Kraft, aber nicht mit seiner Macht.&amp;lt;ref&amp;gt;Möglicherweise sind die Worte וְלֹ֥א בְכֹחֹֽו aus Vers 22 hier hineingerutscht. Sonst wird seine Macht wieder mit der des ersten Königs verglichen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und er wird unerhörtes Unheil anrichten, und Erfolg haben mit dem, was er tut.&lt;br /&gt;
Starke wird er vernichten, und das Volk der Heiligen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und über …&amp;lt;ref&amp;gt;Möglicherweise ist das „Volk der Heiligen“ aus Vers 24 hierher zu ziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er Erfolg, und Erfolg hat Hinterlist in seiner Hand.&lt;br /&gt;
Und in seinem Herzen wird er überheblich, und viele, die [sich] in Sicherheit [wiegen], wird er vernichten.&lt;br /&gt;
Und dem Obersten der Obersten wird er entgegentreten, und von keines [Menschen] Hand wird er zerschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und die Vision des Abends und Morgens, die dir erschien: Sie ist wahr.&lt;br /&gt;
Du aber halte die Vision geheim (verschließe sie), denn sie [gilt] für viele Tage (sie bezieht sich auf eine lange Zeit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und um mich, Daniel, war es geschehen, und ich war [mehrere] Tage krank. Dann stand ich [wieder] auf und tat meine Aufgaben (Geschäfte, Dienste, Pflichten) beim König. Ich war aber bestürzt von der Vision und begriff sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Daniel_7&amp;diff=33961</id>
		<title>Daniel 7</title>
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		<updated>2022-04-14T20:53:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Im ersten Jahr, als Beltschatzar König in Babel war, hatte Daniel eine Traumvision, und die Erscheinung war in seinem Kopf auf seinem Lager. Daraufhin schrieb er den Traum auf, indem er [folgenden] wesentlichen Inhalt berichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Daniel hob an und sprach:&lt;br /&gt;
Ich hatte die Vision während der Nacht. Und siehe da, vier Winde des Himmels wühlen das große Meer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und vier große Tiere stiegen aus dem Meer auf, eins vom anderen verschieden (= vier verschiedene Tiere).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Das erste wie ein Löwe, und Flügel, wie ein Adler sie hat. Und ich sah, dass seine Flügel ausgerissen waren, und er wurde aufgehoben von der Erde und auf die Füße gestellt wie ein Mensch, und das Herz eines Menschen wurde ihm gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und siehe da, ein anderes, zweites Tier ähnlich einem Bären und zur Seite aufrecht gestellt, und drei Rippen in seinem Mund zwischen seinen Zähnen. Und so sagten sie zu ihm: Steh auf und iss viel Fleisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Nach diesem hatte ich diese Vision, und siehe da, ein anderes [Tier] wie ein Panther, und er hatte vier Flügel wie ein Vogel auf seinem Rücken und vier Tierköpfe, und die Herrschaft wurde ihm gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Nach diesem sah ich in der Erscheinung der Nacht, und sieh da, ein viertes, fürchterliches Tier, schrecklich und überaus stark. Und es hatte viele Zähne aus Eisen [zum] Fressen und Zermalmen. Und was übrig blieb, zertrat es mit seinen Füßen. Und es war anders als alle Tiere, die vor ihm waren. Und es hatte zehn Hörner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Ich betrachtete die Hörner, und siehe, ein anderes, kleines Horn wuchs zwischen ihnen. Und drei von den früheren Hörnern wurden von dem ersten ausgerissen. Und siehe da, Augen wie Augen eines Menschen waren an diesem Horn und ein laut redender Mund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ich sah eine Vision,&lt;br /&gt;
    dass ein Thronsessel gesetzt wurde&lt;br /&gt;
    und ein Hochbetagter setzte sich.&lt;br /&gt;
    Sein Gewand weiß wie Schnee,&lt;br /&gt;
    und das Haar seines Kopfes rein wie Wolle.&lt;br /&gt;
    Sein Thron bestand aus Feuerflammen,&lt;br /&gt;
    und seine Räder brennendes Feuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Ein Strom aus Feuer floss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
    und er ging von ihm aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
    tausend Tausende dienten ihm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
    und zehntausend Zehntausende standen vor ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
    Und das Gericht setzte sich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
    und Bücher wurden geöffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Ich hatte sogleich die Vision vom Klang hochmütiger Worte, die das Horn redete.&lt;br /&gt;
Ich hatte die Vision, dass das Tier getötet wurde. Und sein Körper wurde vernichtet und dem brennenden Feuer übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und den übrigen Tieren wurde ihre Herrschaft weggenommen. Und die Länge an Leben wurde ihnen weggenommen bis zu Zeit und Stunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Ich sah in der nächtlichen Vision,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;Und siehe da, mit den Wolken des Himmels,&lt;br /&gt;
wie ein Menschensohn (war er am Kommen =) kam er.&lt;br /&gt;
Und er gelangte zum Hochbetagten.&lt;br /&gt;
Und sie ließen ihn vor ihm hineingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und ihm wurde die Herrschaft übergeben und die Ehre und die Königsherrschaft.&lt;br /&gt;
Und alle Völker, Nationen und Sprachgemeinschaften dienten ihm.&lt;br /&gt;
Und seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht.&lt;br /&gt;
Und sein Königtum wird nicht zerstört werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Ich, Daniel, war bekümmert in meinem Geist im Inneren des Körpers,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: der Geist im Inneren der Scheide (wie das Schwert in einer Scheide steckt). Der Begriff נִדְנֶ֑ה ist ein Hapax Legomenon, seine Bedeutung ist unsicher. Es wird auch, in Anlehnung an den Text der Septuaginta, eine Verschreibung in Betracht gezogen; dann wäre „darüber“ zu lesen.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Vision in meinem Kopf erschreckte mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Ich trat zu einem der Dastehenden, und zuverlässige Auskunft erbat ich von ihm über all dies. Und er sprach zu mir und teilte mir die Deutung der Sache mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Diese großen Tiere, jene vier: Vier Könige werden sich erheben von der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und die Heiligen des Höchsten werden die Königsherrschaft empfangen. Und sie werden die Königsherrschaft besitzen bis in alle Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Darauf begehrte ich, genaueres zu erfahren über das vierte Tier, das von ihnen allen verschieden war. Überaus furchtbar [war es]. Seine beiden Zahnreihen [waren] aus Eisen, und seine Krallen aus Bronze. Es fraß und zermalmte, und den Rest zertrat es mit seinen Füßen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} und über seine zehn Hörner {die} auf seinem Kopf, und das andere, das heraufkam, zuvor waren drei abgefallen. Und jenes Horn hatte Augen und einen Mund, der Freches redete, und es schien größer als die anderen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Sein Aussehen war größer als die anderen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Ich schaute, und jenes Horn führte Krieg gegen die Heiligen und überwältigte sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Bis der Hochbetagte kam und das Gericht gegeben wurde den Heiligen des Höchsten. Und die Zeit war da (war eingetreten), dass die Herrschaft den Heiligen gegeben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|23}} So sprach er: Das vierte Tier:&lt;br /&gt;
_Ein viertes Königreich wird auf Erden sein, das anders sein wird als alle Königreiche.&lt;br /&gt;
_Und es wird die ganze Erde verheeren, es wird zertreten und zermalmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und die zehn Hörner:&lt;br /&gt;
_Aus diesem Königreich werden sich zehn Könige erheben. Und nach ihnen wird sich ein anderer erheben.&lt;br /&gt;
_Und er wird anders sein als zuvor, und drei Königreiche wird er erniedrigen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und er wird Worte gegen den Höchsten sprechen, und die Heiligen des Höchsten wird er aufreiben.&lt;br /&gt;
Und er wird trachten abzuändern Feste&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: (heilige) Zeiten.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Gesetz.&lt;br /&gt;
Und sie werden in seine Hand gegeben dreieinhalb Jahre&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: bis zu (einem) Jahr und (zwei?) Jahren und einem halben Jahr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der Gerichtshof wird tagen &amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sitzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; und seine Macht wird man nehmen, zu vertilgen und zu vernichten bis zum Ende.&amp;lt;ref&amp;gt;Man könnte freier übersetzen: gänzlich zu vertilgen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Königsherrschaft und die Macht und die Größe der Königsherrschaft unter dem gesamten Himmel &lt;br /&gt;
wird man geben dem Volk der Heiligen des Höchsten.&lt;br /&gt;
Seine Königsherrschaft ist eine ewige Herrschaft, und alle Mächte (Reiche) dienen ihm und gehorchen ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Hier endet der Bericht.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Bis hierher ist das Ende des Berichtes (der Sache).&amp;lt;/ref&amp;gt; Mich, Daniel, erschreckten meine Gedanken sehr, und meine Gesichtsfarbe änderte sich {an mir}. Und ich bewahrte die Angelegenheit (Sache) in meinem Herzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Amos_8&amp;diff=33960</id>
		<title>Amos 8</title>
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		<updated>2022-04-14T20:53:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung kann erstellt werden}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;{{L|4}} Hört dies, die ihr so sehr nach dem Armen giert,&lt;br /&gt;
_Dass ihr den Geringen von seinem Land fortschafft so,&lt;br /&gt;
{{L|5}} Dass ihr sprecht: „Wir wollen Getreide verkaufen! Wär doch der Sabbat vorbei!&lt;br /&gt;
_Wir wollen unsere Kornspeicher öffnen! Wär doch der Feiertag um,&lt;br /&gt;
Dass wir das Getreide mit zu kleinem Maß abmessen können,&lt;br /&gt;
_Dass wir zu hohe Preise verlangen können,&lt;br /&gt;
_Dass wir mit manipulierten Instrumenten betrügen können,  &lt;br /&gt;
{{L|6}} Dass wir für die kleinste Geldschuld den Geringen versklaven können&lt;br /&gt;
_Um den Armen für Geld zu kaufen,&lt;br /&gt;
Und Getreideabfall verkaufen wir auch.“&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|7}} &lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}}&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Stil von Am 8,1-3 s. zu [[Amos 7#s1 |Am 7,1]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies zeigte mir (ließ mich sehen) JHWH (der Herr JHWH)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;JHWH (der Herr JHWH)&#039;&#039; - VUL, Tg und Syr wie MT: „der Herr JHWH“. LXX dagegen nur „JHWH“. Die Gottesbezeichnungen im Amosbuch sind ohnehin eine komplexe Problematik; bisher haben wir Varianten zu Gottesbezeichnungen überhaupt nicht verzeichnet, weil es in MT-Handschriften und LXX ungemein viele Varianten zu den Lesarten des Codex Leningradensis gibt (die auch jeweils sehr wenig Bedeutungsunterschied machen). In Am 7,1.4 z.B. setzt LXX nur „JHWH“ statt „der Herr JHWH“ voraus, in Am 7,7 „JHWH“ statt Ø. Auch hier nun hat LXX wie in Am 7,1.4 nur „JHWH“ statt „der Herr JHWH“ und ist damit kein sehr starker Textzeuge (LXX hätte alle vier Verse mit der selben Gottesbezeichnung aneinander angeglichen; welche Gottesbezeichnung ursprünglich wo stand, ließe sich aus LXX also nicht ableiten). Speziell zu diesem Vers ist nun aber kürzlich mit DSS F.Amos1 der mit Abstand älteste heb. Textzeuge dieses Verses identifiziert worden, und dieser hat wie LXX die kürzere Lesart (vgl. Tov 2014, S. 6f. [S. 4f. in Vorläuferdokument]). Das könnte hier sehr gut der ursprüngliche Text sein, da die längere Lesart sich auch leicht als Angleichung an [[Amos 7#s1 |Am 7,1.4]] erklären lässt und da irgenwo die kürzere Lesart ja auch ursprünglich gestanden haben wird, die LXX dazu bewegte, die anderen Stellen daran anzugleichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dies zeigte mir der JHWH (der Herr JHWH)&#039;&#039; - Eine Abwandlung der Botenformel „dies sprach der Herr JHWH“ aus Am 1-3; s. dort. Anders als dort teilt sich JHWH dem Amos ab Am 7 also nicht mehr nur durch Worte, sondern durch Visionen mit, obwohl sich in Am 8-9 anders als in Am 7  an die Vision doch wieder eine Gottesrede anschließen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Siehe: Ein Korb&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;Korb&#039;&#039; - Heb. &#039;&#039;kelub&#039;&#039;, seltenes Wort in der Bibel. Sonst nur noch in [[Jeremia 5#s27 |Jer 5,27]] und [[Jesus Sirach 11#s28 |Sir 11,28]], beide Male in der Bed. „(Vogel-)Käfig“. Vgl. ähnlich &#039;&#039;kilubi&#039;&#039; („Vogelnetz“) in den Amarna-Briefen. An dieses Wort denkt hier offensichtlich auch LXX, die mit „Gerät des Vogelfängers“ übersetzt; auch VUL und Syr kannten das Wort offenbar nicht in der Bed. „Korb“ (VUL: „Obst-Haken“, Syr: „Zeichen für das Ende“). Die anderen alten Vrs. aber schon und die Bed. „Korb“ lässt sich auch etymologisch gut herleiten (vgl. v.a. Baumgartner 1951);  an der Bed. hier gibt es also wenig Zweifel.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Sommerfrüchten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ende&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Sommerfrüchte&#039;&#039; (Vv. 1f.) + &#039;&#039;Ende&#039;&#039; (V. 2) - Anders als [[Amos 7#s7 |Am 7,7f.]] verdichten Am 8,1-2 &#039;&#039;offensichtlich&#039;&#039; eine „Wortspiel-Vision“: &#039;&#039;qajiș&#039;&#039; („Sommerfrucht“) klingt vielleicht identisch, mindestens aber sehr ähnlich wie &#039;&#039;qeș&#039;&#039; („Ende“), daher können Sommerfrüchte in der Vision ein „Ende“ in der Realität bedeuten. S. näher bei „Genauer“. In dt. Üss. versucht man das manchmal nachzubilden: (1) „Ein Erntekorb ... Gekommen ist der Ernteschluss...“ (PAT), (2) „Ein Korb mit Erntefrüchten ... Das Abernten kommt über mein Volk Israel“ (R-S), (3) „Ein Korb mit Herbstfrüchten ... Es kommt der Herbst über mein Volk“ (TEX), (4) „Ein Korb mit Sommerfrucht ... Gekommen ist die Summe für mein Volk“ (TUR), (5) „ein Korb mit reifem Obst ... Mein Volk ist reif für das Ende“ (z.B. EÜ 80, GN, HER05, HfA, NeÜ, NL, LUT84, ZÜR), (6) „Ein Korb mit reifem Obst ... Die Zeit ist reif geworden“ (SLT), (7) vielleicht am besten: „Ein Korb mit reifen Sommerfrüchten ... es reift das Ende meines Volkes Israel“ (Vater). (8) Cool Duhm: „Ein Obstgericht ... Das Gericht ist gekommen...“.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;Sommerfrüchte&#039;&#039; sind v.a Feigen und Weintrauben (s. [[Genesis 6#s13 |Gen 6,13]]; [[Ezechiel 7#s2 |Ez 7,2.6]]; t.Ned iv 1f.), die im August/September geerntet wurden. Dieser Monat, der im Gezerkalender der „Monat der Sommerfrucht“ geannt wird (s. zu [[Amos 7#s1 |Am 7,1]]), war im Alten Israel der letzte Monat des Jahres; das Ende Israels fällt also mit dem Jahresende zusammen. Und eben mit der Ernte, was gut mit dem komplexen Wortspiel in [[Amos 6#s1 |Am 6,1.5.7]] zusammenstimmt, s. dort.&amp;lt;br /&amp;gt;Heute erklärt man die Verse überwiegend als &#039;&#039;reine&#039;&#039; Wortspiel-Vision; die Symbolik des Erntekorbes selbst wäre also relativ unwichtig. Früher war es umgekehrt und man hat v.a. versucht, den Korb &#039;&#039;symbolisch&#039;&#039; zu deuten. Bes. sinnvolle Ansätze: (1) Sommerobst und Ernte stehen für das Jahresende und damit symbolisch für das Ende Israels (z.B. Pussey, Driver, Harper). Das ist die beste Interpretation, da das Wort für „Sommerobst“ häufiger die Jahreszeit selbst bezeichnet: den „Sommer“. Vgl. außerdem [[Matthäus 13#s39 |Mt 13,39]]! (2) Sehr ähnlich, aber etwas simpler: Reifes Obst und Ernte stehen für das Ende, für das Israel nun reif ist (so z.B. Moldenhawer, Keil, Nowack, gut dann BB: „Reif wie das Obst ist mein Volk für das Ende“); (3) das Abschneiden / Abrupfen steht für die Bestrafung Israels (z.B. Baur).&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Häufig ist man der Meinung, im Dialekt des Nordreichs sei &#039;&#039;qeș&#039;&#039; sogar identisch wie &#039;&#039;qajiș&#039;&#039; ausgesprochen worden, da es im Gezer-Kalender nicht &#039;&#039;qjș&#039;&#039;, sd. &#039;&#039;qș&#039;&#039; geschrieben wird, wie ähnlich in den Samaria-Ostraka &#039;&#039;jajin&#039;&#039; („Wein“) nicht &#039;&#039;jjn&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;jn&#039;&#039; geschrieben wird und also wohl &#039;&#039;jen&#039;&#039; gesprochen wurde (vgl. z.B. Wolters 1988 oder wieder [https://www.thetorah.com/article/amos-puns-in-the-northern-israelite-dialect Notarius 2016]). Es ist also möglich, dass „Wein“ und „Sommerfrüchte“ im Nordreich zur Abfassungszeit des Amosbuches beide &#039;&#039;qeș&#039;&#039; ausgesprochen wurden. Bei dem Wort für „Sommerfrucht“ ist das ziemlich sicher, bei dem für „&#039;&#039;Ende&#039;&#039;“ allerdings nicht: Es ist gut möglich, dass auch dieses Wort damals und dort noch anders ausgesprochen wurde, nämlich nicht &#039;&#039;qeș&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;qiș&#039;&#039; oder &#039;&#039;qișș&#039;&#039;. Sicherheit lässt sich darüber heute leider nicht mehr erlangen.&amp;lt;br /&amp;gt;Exakte Homophonie ist für eine Wortspielvision aber gar nicht notwendig. Die einzige andere eindeutige biblische Wortspielvision ist die Doppelvision in [[Jeremia 1#s11 |Jer 1,11-14]], wo der geschaute &#039;&#039;maqqel šaqed&#039;&#039; („Mandelstab“) bedeutet, dass Gott über sein Wort &#039;&#039;šoqed&#039;&#039; („wachen“) wird und der &#039;&#039;napuḥ&#039;&#039; („siedende“) Kessel bedeutet, dass Unglück &#039;&#039;tippataḥ&#039;&#039; („losbrechen“) wird. Wie man beim zweiten Beispiel sieht, können die aufeinander bezogenen Wörter in einer Wortspielvision lautlich auch recht weit entfernt voneinander sein.&amp;lt;br /&amp;gt;Vergleichbare Beispiele kennt man aus der Traumdeutung der Antike. Für diese gilt das Selbe. Viele ägyptische Beispiele haben [http://faculty.washington.edu/snoegel/PDFs/articles/Noegel%2052%20SAK%202007.pdf Noegel / Szpakowska 2007] zusammengetragen. Zu mesopotamischen Parallelen vgl. z.B. Oppenheim 1956, etwa das Bsp. auf S. 241: „Wenn ein Mann in seinem Traum einen Raben (&#039;&#039;arbu&#039;&#039;) isst, wird er Einkommen (&#039;&#039;irbu&#039;&#039;) haben.“ Für Griechenland finden sich viele entsprechende Bspp. in der Schrift &#039;&#039;Oneirokritika&#039;&#039; von Artemidor von Daldis aus dem 2. Jhd. n. Chr., besagte „Sprachphilosophie des Traums“ war in Griechenland aber schon lange zuvor so verbreitet, dass z.B. Aristophanes sie schon im 5. Jhd. v. Chr. in „Die Wespen“ veralbern konnte: „&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sosias&#039;&#039;&#039;: ‚[In meinem Traum] nahm sich dieser schmutzige Wal eine Waage und wog Rindfleisch (&#039;&#039;demos&#039;&#039;) ab.‘ &#039;&#039;&#039;Xanthias&#039;&#039;&#039;: ‚Oh weh! Er will das Volk (&#039;&#039;demos&#039;&#039;) zerteilen!‘ &#039;&#039;&#039;Sosias&#039;&#039;&#039;: ‚Außerdem schien mir, dass Theorus neben ihm säße, aber er hatte den Kopf eines Raben (&#039;&#039;korax&#039;&#039;). Dann flüsterte Akibiades mir ins Ohr: ‚Schau, da ist Theolus mit dem Kopf eines Parasiten (&#039;&#039;kolax&#039;&#039;)!‘.‘ &#039;&#039;&#039;Sosias&#039;&#039;&#039;: ‚Da hat Alkibiades sich korrekt verlispelt[, das ist die Bedeutung des Traums].‘&#039;&#039;“ (40-46; das erste Wortpaar wird zumindest identisch geschrieben, das zweite nicht).&amp;lt;br /&amp;gt;Wird also aus dieser Wortspielvision abgeleitet, dass auch Am 7,7f. eine Wortspielvision sein wird, muss weder für diese noch für jene Stelle daraus folgen, dass die betreffenden Worte Homophone waren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Da sprach er: „Was siehst du, Amos?“ &lt;br /&gt;
_Und ich sprach: „Einen Korb mit Sommerfrüchten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ende&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;Und JHWH sprach zu mir: &lt;br /&gt;
„Das Ende&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ende&amp;quot; /&amp;gt; ist gekommen für mein Volk Israel; &lt;br /&gt;
_Ich kann nicht (werde nicht, möchte nicht) weiterhin fortfahren, an ihm vorüberzuziehen:&amp;lt;ref&amp;gt;Klangspiel: &#039;&#039;l&#039;&#039;&#039;o&#039;&#039;&#039; `&#039;&#039;&#039;o&#039;&#039;&#039;sip ´&#039;&#039;&#039;o&#039;&#039;&#039;d ´&#039;&#039;&#039;o&#039;&#039;&#039;ber l&#039;&#039;&#039;o&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;; mit der starken &#039;&#039;o&#039;&#039;-Assonanz erinnert die Zeile sehr an die in [[Amos 5#s20 |Am 5,20]], in der mit &#039;&#039;o&#039;&#039;-Assonanz der Klageruf &#039;&#039;ho ho&#039;&#039; nachgebildet wurde. S. näher die Anmerkungen zu [[Amos 7]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Dann werden heulen die Sängerinnen (Lieder, Wände? Fürstinnen?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;Sängerinnen (Lieder, Wände? Fürstinnen?)&#039;&#039; - Umstrittenes Wort. Ursprünglich sind sicher die Konsonanten {{hebr}}שר(ו)ת{{hebr ende}} (&#039;&#039;šr(w)t&#039;&#039; / &#039;&#039;ßr(w)t&#039;&#039;). (1) MT macht daraus &#039;&#039;širot&#039;&#039; („Gesänge“, vom Sg. &#039;&#039;širah&#039;&#039;). Der Satz sagte dann ungefähr das selbe wie V. 10b. So auch Sym, Syr. So auch Stuart, Sweeney, Garrett, Carroll, Kessler; je entweder übersetzt wie oben oder unwahrscheinlicher „&#039;&#039;man&#039;&#039; wird Lieder heulen“. Dies entwickelt sich also gerade wieder zur Mehrheitsübersetzung. So auch H-R, HfA, SLT, NeÜ, NL, LUT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR; so auch schon Raschi, Kimchi, Eliezer von Beaugency, Abravanel. (2) LXX und Theod dagegen übersetzen mit „Zimmerdecken / das, was oben ist“, dürften die Konsonanten also als &#039;&#039;šurot&#039;&#039; („Wände“) gedeutet haben. So auch Dahl, Hayes 1988, S. 196.208 und Gordis 1979-80, der sinnvoll LamR i 2 vergleicht: „&#039;&#039;Worin unterscheidet sich einer, der nachts weint, von einem, der tagsüber weint? Weint man nachts, weinen die [widerhallenden] Wände des Hauses und die Sterne am Himmel mit einem; weint man tagsüber, tun sie&#039;s nicht.&#039;&#039;“ Ähnlich auch schon Ehrlich 1912b, s. 250. Aber das wäre ein arg verkürzter Ausdruck – „die Wände werden heulen“ für „die Wände werden widerhallen vom Geheul aller“. Tg kombiniert übrigens (1) + (2) in einer Doppelübersetzung: „Zu jener Zeit wird in ihren Häusern Heulen statt Singen sein.“ (3) Aq und VUL haben sehr seltsam „dann werden die Türangeln quietschen“; so tatsächlich auch Schegg. Das ist so schief, dass es kaum eine freie Übersetzung sein wird, sondern wohl ein heb. &#039;&#039;șirot&#039;&#039; („Türangel“) statt &#039;&#039;širot&#039;&#039; voraussetzen muss, und dies widerum lässt sich kaum anders erklären denn als Hörfehler, bei dem (4) &#039;&#039;ßirot&#039;&#039; („Fürstinnen“) verhört wurde. Als „Edelfrauen“ wollen hier auch Praetorius und Sellin lesen; erwogen auch von Hammershaimb. (5) Bis vor kurzem dagegen wurde der Text fast einheitlich korrigiert zur &#039;&#039;scharot&#039;&#039; („Sängerinnen“). So z.B. Rudolph, Soggin, Paul, Jeremias, Eidevall; auch B-R, EÜ, GN, HER05, PAT, TEX.  Dies ist zwar die einzige Deutung der heb. Konsonanten, die überhaupt keinen Rückhalt in der Textgeschichte hat, ist aber (1) vorzuziehen, weil sich 3c am besten als Wiedergabe des Geheuls von Personen deuten lässt, und hat unter Deutungen auf Personengruppen mit Abstand den meisten Rückhalt in Forschung und in dt. Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Palastes (Tempels) an jenem Tag“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tag&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;an jenem Tag&#039;&#039; - häufigerer Ausdruck für den „Tag JHWHs“, s. zu [[Amos 5#s18 |Am 5,18]].&amp;lt;/ref&amp;gt; – &lt;br /&gt;
_Spruch des Herrn JHWH –: &lt;br /&gt;
_„Eine Menge an Leichen (viel sind der Leichen)! Überall hingeworfen (überall wirft man [sie] hin, überall ein Hinwerfen)!&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Überall hingeworfen&#039;&#039; - also entweder: Menschen wurden en masse erschlagen, oder: Sie werden bloß „hingeworfen“, weil der Tod in solchem Maße überall herrscht, dass man gar nicht dazu kommt, die ganzen Leichen zu begraben.&amp;lt;br /&amp;gt;Zum merkwürdigen Satzbau vgl. gut Rudolph 1971, S. 239f.: „Man hört und sieht Frauen, die die Totenklage anstimmen über ein schreckliches Massensterben, die Worte kommen ihnen, offenbar von Weinen unterbrochen, nur stoßweise von den Lippen [...].“ (ebenso Mays, Paul, Carroll).&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: Im Heb. vokalisiert wie Hifil: &#039;&#039;hišli(j)k&#039;&#039; „man wirft [sie] hin“. Weil das ohne explizites Subjekt &#039;&#039;und&#039;&#039; ohne Objekt nicht sehr schön ist, wird meist umvokalisiert zu Hofal: &#039;&#039;hašlak&#039;&#039; („Sie wird hingeworfen“; so z.B. Harper, Paul, Eidevall). Alternativ vokalisieren Rudolph als Infinitiv &#039;&#039;hašlek&#039;&#039; („überall ein Hinwerfen!“) und B-R; Öttli 1901, S. 75; Halévy 1903, S. 203 und Niditch 1980, S. 36 als Imperativ &#039;&#039;hašlek&#039;&#039; / &#039;&#039;hašlik&#039;&#039; („wirf hin!“; s. nächste FN). Nötig sind die ersten beiden Umdeutungen nicht; nach [[Amos 2#s8 |Am 2,8]].[[Amos 2#s13 |13]].[[Amos 2#s15 |15]]; [[Amos 4#s3 |4,3]].[[Amos 4#s7 |7]] und vielleicht [[Amos 5#s3 |Am 5,3]] lässt sich dieses Hifil leicht als sechstes / siebtes Hifil lesen, das im Amosbuch ungewöhnlicherweise nicht transitive, sondern intransitive Bed. hat: „Die Menge der Leichen, überall ist sie hingeworfen!“&amp;lt;/ref&amp;gt; Stille!“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stille&#039;&#039; - s. zu [[Amos 6#s10 |Am 6,10]]. Wieder wird ironischerweise nicht deshalb zu „heiligem Schweigen“ aufgefordert, weil Gott anwesend ist, sondern weil er grausig &#039;&#039;abwesend&#039;&#039; ist, s. Vv. 11f.&amp;lt;br /&amp;gt;Leider nicht sehr treffend daher BB, GN, HfA, NL: „Überall herrscht Totenstille“. Früher wurde diese Interjektion gelegentlich quasi-adverbial gedeutet, daher z.B. LUT 84: „viele Leichname, die man heimlich (=still) hinwirft.“ Völlig anders noch B-R, die den Satz JHWH in den Mund legen und als Kette knappster Befehle deuten: „Genug! Leichen allerorten! Zusammenwerfen! Dann still!“ Ähnlich noch Niditch 1980, S. 35: „Throw them anywhere! Silence!“; ähnlich bereits Tg und Raschi. Dann aber wäre der Sg. des Imperativs erklärungsbedürftig; dies ist sehr unwahrscheinlich.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: Ob die Akzentuierung falsch ist und ein trennender Akzent vor diese Interjektion gehörte, ist gar nicht sicher. Es gibt nicht viele Interjektionen, die nicht am Klausel-Beginn, sondern -Ende stehen können; das häufige &#039;&#039;selah&#039;&#039; (mit ungewisser Bed.) in den Psalmen aber zumindest wird stets mit verbindendem Akzent mit dem vorangehenden Wort verbunden, ebenso &#039;&#039;na`&#039;&#039; ohne Maqqef („bitte!“), s. [[Psalm 118#s25 |Ps 118,25]]; [[Jesaja 36#s8 |Jes 36,8]]; [[Jeremia 17#s15 |Jer 17,15]] u.ö. Es ist gut möglich, dass dies normal ist für die Prosodie hebräischer Interjektionen am Klauselende.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Hört dies, die (gieren=) ihr giert nach dem (schnappt nach dem, schnüffelt nach dem, anschnaubt den, tretet nieder den)&amp;lt;ref name=&amp;quot;V 4&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;gieren (schnappen, schnüffeln, anschnauben, treten)&#039;&#039; + &#039;&#039;fortschaffen&#039;&#039; - zu den us. Deutungsmöglichkeiten des ersten Wortes s. den [https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Amos_2#note_a Kommentar] zu [[Amos 2#s7 |Am 2,7]]. Fast alle Neueren deuten hier ebenso wie dort merkwürdigerweise nicht als &#039;&#039;š`p&#039;&#039; („gieren, schnappen“, vielleicht auch „schnüffeln“), sondern mit LXX und Syr zu Am 2,7 als Nebenform von &#039;&#039;šup&#039;&#039; („trampeln, treten“). Dabei deuten hier so nicht mal LXX und Syr (LXX: „die ihr ermahnt“, via „anschnauben“, Syr wie Tg: „die ihr verachtet“, beide haben also entweder &#039;&#039;hš`pjm&#039;&#039; als &#039;&#039;hš`țjm&#039;&#039; verlesen oder deuten „anschnauben“ als Geste der Verachtung). Dafür aber vielleicht VUL: &#039;&#039;qui conteritis&#039;&#039;, „die ihr bedrückt“. Grund für diese Übersetzungsentscheidung dürfte sein, dass die meisten auch das folgende &#039;&#039;lašbit&#039;&#039; in der Bed. „beseitigen“ = „ausrotten“ nehmen. Das ist aber nie die Bed. dieses Worts. Negiert heißt es „etwas nicht mangeln lassen“, das Positiv davon ist „etwas mangeln lassen“, indem man es „abschafft“ oder „fortschafft“. Daher häufig mit Ortsangabe, die angibt, &#039;&#039;von wo&#039;&#039; etwas fortgeschafft werden soll; s. [[Exodus 12#s15 |Ex 12,15]]; [[Jesaja 30#s11 |Jes 30,11]]; [[Jeremia 36#s29 |Jer 36,29]]; [[Ezechiel 23#s48 |Ez 23,48]]; [[Ezechiel 30#s13 |30,13]]; [[Ezechiel 34#s25 |34,25]] (richtig Fleischer 1989, S. 186-8; Kessler). „Treten + beseitigen“ liegt hier auch gar nicht nahe; wie dieses „Gieren“ und „Fortschaffen“ sich äußert, schildern nämlich Vv. 5f. („indem ihr denkt:...“): Die Armen sollen mitnichten getötet werden, sondern sollen als Schuldknechte aufgekauft werden, nachdem sie zunächst ihr Land vermutlich an die selben Käufer verkaufen mussten (daher auch der Ausdruck „die Armen &#039;&#039;des Landes&#039;&#039;“). „Gieren“ auch Schröder, Ewald, Hitzig, Budde, Hayes 1988, Fleischer 1989.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Fortschaffen&#039;&#039; - Klangspiel: Heb. &#039;&#039;la-šbit&#039;&#039; klingt ähnlich wie „Sabbat“ (&#039;&#039;šabbat&#039;&#039;) in V. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Armen,&lt;br /&gt;
_{Und} Fortschaffend&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sinn der einzelnen Zeilen von Vv. 4b-6b ist nicht ganz einfach zu deuten, da hier sechs Infinitive aufeinander folgen, die im Heb. ähnlich wie im Dt. unterschiedlichste Funktionen haben können. Entweder so: &#039;&#039;fortschaffend&#039;&#039; = konsekutiver Infinitiv: „[ihr giert nach dem Armen] &#039;&#039;und also&#039;&#039; schafft ihn fort (von seinem Land)“. &#039;&#039;Denkend&#039;&#039; = spezifizierender Infinitiv: „Und &#039;&#039;dabei&#039;&#039; denkt ihr: ...“. &#039;&#039;Verkleinernd, vergrößernd, beugend&#039;&#039; = entweder ebenso oder konsekutive Infinitive: „Wir wollen unsere Kornspeicher öffnen und haben &#039;&#039;dabei&#039;&#039; ein verkleinertes Efa“ usw. (gut Philipps: „&#039;&#039;While&#039;&#039; you make your measures short...“) oder weniger wahrscheinlich „wir wollen sie öffnen und &#039;&#039;dann&#039;&#039; das Efa verkleinern“ (so z.B. Dahl). &#039;&#039;Kaufend&#039;&#039; schließlich ist finaler Infinitiv: „Wir wollen endlich handeln und dabei betrügen, &#039;&#039;um&#039;&#039; die Armen kaufen zu können.“ Oder aber so: Ab der wörtlichen Rede sind alles konsekutive Infinitive, die sich auf den Sabbat-und-Neumond-Satz zurückbeziehen (z.B. de Wette: „Wann ist der Neumond vorüber, dass wir Korn verkaufen, und der Ruhetag, dass wir Getreide auftun, dass wir das Epha verkleinern, und den Seckel vergrößern, und die Wage fälschen zum Betrug; dass wir um Silber Dürftige kaufen, und einen Armen [wegen] ein Paar Schuhen...“).&amp;lt;br /&amp;gt;Der Sinn dieser langen Infinitivkette jedenfalls ist klar: Ähnlich, wie in den vorangegangenen Kapiteln v.a. die Kritisierten durch Partizipienketten &#039;&#039;charakterisiert&#039;&#039; werden, so eben hier durch diese Infinitivkette: Vv. 4-6 sind ein einziger Mega-Vorwurf des Amos an seine Gegner.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Geringen (Demütigen) des Landes,&amp;lt;ref name=&amp;quot;V 4&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|5}} Denkend (sprechend):&amp;lt;ref&amp;gt;Anakrusis: &#039;&#039;lemor&#039;&#039; („denkend“ = „indem ihr denkt“) steht hier außerhalb des Metrums. Für gewöhnlich würde es sogar noch im vorangehenden Vers stehen, steht hier aber am Versbeginn, um einen weiteren Infinitiv an dieser Zeilenposition zu erhalten.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Wann ist [endlich] der Neumond[tag]&amp;lt;ref name=&amp;quot;V 5&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Neumond[tag]&#039;&#039; + &#039;&#039;Sabbat&#039;&#039; - Zwei hohe Feiertage, gemeinsam auch genannt in [[2 Könige 4#s23 |2 Kön 4,23]]; [[Jesaja 1#s13 |Jes 1,13f.]]; [[Jeaja 66#s23 |66,23]]; [[Ezechiel 46#s3|Ez 46,3]]; [[Hosea 2#s13 |Hos 2,13]]. Der Sabbat wird noch heute im Judentum beachtet; eine ganze Reihe von speziellen Ge- und Verboten hat sich im Laufe der Jahre an die Sabbat-Observanz angelagert. Dies dürfte die älteste Stelle sein, an der immerhin bereits belegt ist, dass sabbats (und neumonds) nicht gehandelt werden durfte, ähnlich wie hierzulande und heutzutage am Sonntag. Ähnlich Ez 46,3: Neumond und Sabbat sind keine Arbeitstage, sondern religiöse Festtage. Ursprünglich war der Sabbat aber wahrscheinlich kein wöchentlicher, sondern ein monatlicher Feiertag, der mit dem Vollmondtag zusammenfiel; sehr wahrscheinlich war dies auch zur Abfassungszeit des Amosbuches die Situation. S. näher z.B. [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/25732/ Sabbat (AT) (WiBiLex)].&amp;lt;/ref&amp;gt;  vorübergegangen, dass wir Getreide verkaufen können, &lt;br /&gt;
_Und der Sabbat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;V 5&amp;quot; /&amp;gt; dass wir [unsere] Korn[speicher] (Korn[behälter]) öffnen können,&lt;br /&gt;
Verkleinernd das Efa&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Efa&#039;&#039; - Ein Trockenmaß zum Abmessen von Getreide. Diesem verpassen sie einen doppelten Boden, um ihre Käufer betrügen zu können und weniger Getreide ausgeben zu müssen. Zu dieser und den folgenden Betrügereien vgl. bes. gut Bohlen 1986, S. 288f.; Fendler 1973, S. 41.&amp;lt;br /&amp;gt;Die ersten drei Betrügereien werden im Alten Orient noch häufiger gemeinsam genannt, waren also eine verbreitete Praxis. Vgl. z.B. in der Lehre des Amenomepe: „&#039;&#039;Schiebe nicht die Handwaage beseite, verfälsche nicht die Gewichte, schädige nicht die Teile des Scheffelmaßes.&#039;&#039;“ (TUAT III/2, S. 240); im ägyptischen Totenbuch: „&#039;&#039;Ich habe dem Hohlmaß nichts hinzugefügt noch etwas weggenommen; ich habe das Flächenmaß nicht geschmälert und beim Ackerland nicht betrogen; ich habe nicht am Gewicht der Handwaage etwas hinzugefügt; ich habe das Lot der Standwaage nicht festgehalten...&#039;&#039;“ (TUAT II/4, S. 511f.); im Schamasch-Hymnus: „&#039;&#039;Er, der dabei betrügt, wenn er die Waage hält, der Gewichte vertauscht, der verringert [...]&#039;&#039;“ (nach: COS I, S. 418); im Codex Hamurapi §73: „&#039;&#039;Wenn ein Kaufmann ... das Geld mit zu kleinem Gewichtsstein bzw. das Getreide mit zu kleinem Meßgefäß hingibt, bei der Rücknahme das Geld mit (zu großem) Gewichtsstein bzw. das Getreide (mit zu großem Messgefäß) zurücknimmt...&#039;&#039;“ (TUAT I/1, S. 54); [[Wpriichwörter 20#s10 |Spr 20,10]]: „Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß sind JHWH ein Gräuel“ usw.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und vergrößernd den Schekel&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schekel&#039;&#039; - Normgewicht. Zur Abfassungszeit des Amosbuches gab es noch keine geprägten Münzen mit feststehendem Wert; bezahlt wurde daher, indem Edelmetalle abgewogen wurden mit einer Waage wie der, von der gleich die Rede ist. Dieses Normgewicht machen die Händler schwerer, um ihren Käufern noch mehr Edelmetall aus der Tasche zu ziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und beugend eine betrügerische Waage;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die betrügerische Waage beugen&#039;&#039; - d.h. wir manipulieren sie, so dass sie über unsere eben erwähnten Betrügereien hinaus noch zusätzlich zu unseren Gunsten wiegt. Hier auch noch verdoppelt: Die Waage wird „manipuliert“, und schon zuvor und prinzipiell ist sie eine „betrügerische Waage“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} kaufend mit&amp;lt;ref name=&amp;quot;V 6&amp;quot;&amp;gt;Zu &#039;&#039;für&#039;&#039; in 6a vs. &#039;&#039;wegen&#039;&#039; in 6b s. zu [[Amos 2#s6 |Am 2,6]]: „Sandalen“ sind ein sprichwörtlich geringer Betrag; s. [[Jesus Sirach 46#s19 |Sir 46,19]]; auch 1 Sam 12,3 LXX. Die Präposition in 6b heißt aber nicht „für den Gegenwert von“, sondern „wegen“; gemeint ist also sehr wahrscheinlich: „wegen einer noch so geringen Geldschuld [die den Armen in die Schuldknechtschaft zwingt]“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Geld (Silber) die Schwachen&lt;br /&gt;
_und den Armen wegen&amp;lt;ref name=&amp;quot;V 6&amp;quot; /&amp;gt; einem Paar Sandalen!?&lt;br /&gt;
Und den Abfall des Korns verkaufen wir [auch].“:&amp;lt;ref&amp;gt;Viele ältere Kommentatoren verschoben diese letzte Zeile ans Ende von V. 5, um den Korn-Abfall-Verkauf bei den anderne Kornhandels-Betrügereien einreihen zu können. So leider neuerdings wieder BB, GN, HfA, NL. Das ist sehr falsch und damit wird einer der stärksten Züge dieser Strophe zunichte gemacht: Die Armen werden &#039;&#039;en passant&#039;&#039; aufgekauft; sie sind nur eine weitere Ware, die im Zuge des betrügerischen Kornhandelns mit über den Ladentisch gehen. Zudem unterstreicht die Rahmung des Armen-Kaufs durch die Getreide-Betrügereien, dass sie überhaupt erst dank dieser Betrügereien aufgekauft werden können (vgl. ähnlich bes. gut Lang 1981, S. 483; auch Eidevall; Carroll). Das Verb ist deshalb Qatal und nicht ebenfalls Infinitiv, um gleichzeitig deutlich zu machen, dass das eigentliche Ziel dieses ihres Handel(n)s tatsächlich die Versklavung der Armen ist. Dem selben Zweck dient die Inclusio mit „Armer“ in 4a und 6b.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} JHWH hat geschworen beim Stolz (dem Hochmut, der Hoheit) Jakobs:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stolz&amp;quot;&amp;gt;Zum &#039;&#039;Stolz Jakobs&#039;&#039; in V. 7 s. zu [[Amos 6#s8 |Am 6,8]]. Hier ist der Ausdruck etwas schwieriger: „JHWH schwört beim Stolz Jakobs“ ist eine Kombination aus „JHWH schwört bei sich selbst“ und „JHWH &#039;&#039;hasst&#039;&#039; den Stolz Jakobs“ in diesem Vers (vgl. auch [[Amos 4#s2 |Am 4,2]], wo JHWH ebenfalls bei sich selbst schwört). (1) Am wahrscheinlichsten ist auch hier wie in 6,8 „Stolz Jakobs“ &#039;&#039;mindestens auch&#039;&#039; ein Ausdruck für Samaria. Vv. 7.14 umrahmen also Vv. 8-13 mit der Inclusio „JHWH schwört beim Stolz Jakobs = Samaria“ + „Sie, die schwören bei der Schande Samarias“ (dazu s. gleich), was auch unabhängig von der Bed. dieses Ausdrucks offensichtlich ist. Bei Samaria statt sonst bei sich selbst kann JHWH schwören, weil Samaria auch Sitz eines JHWH-Heiligtums ist. (2) Alternativ halten viele 7a für eine „an Ironie kaum noch zu überbietende Schwurformel“ (Rudolph 1971, S. 264): Gemeint sei wirklich der Hochmut der Israeliten, und höhnisch schwört Gott hier nicht bei sich, sondern gerade bei diesem ihm so verhassten Charakterzug der Israeliten (z.B. noch Wellhausen, Paul, Carroll).&amp;lt;br /&amp;gt;Die &#039;&#039;Schuld Samarias&#039;&#039; hält man i.d.R. für einen Parallelbegriff zu den beiden unsicherenden folgenden Begriffen, die irgendwie fehlerhafte religiöse Praxis bezeichnen müssen (s. dort), und daher „Schuld“ für ein Schimpfwort für einen Götzen, bes. oft speziell für das goldene Kalb von Bethel. Aber ganz recht bereits Schröder; König 1914, S. 18; auch Hayes 1988, S. 213 (obwohl seine eigene Interpretation sehr fern liegt) und Kessler: 14a geht gar nicht parallel mit 14bc; wörtlich ausgeführt wird nur ein Schwur bei „deinem Gott, Dan“ und bei „dem dich Bewohnenden, Beer-Scheba“. Wahrscheinlicher ist also die „Schuld Samarias“ gerade das nicht-Schwören bei dem, der eigentlich der „Stolz Jakobs“ ist, sondern bei dem in Dan ganz im Norden Nordreiches oder bei dem in Beerscheba ganz im Süden des Südreiches.&amp;lt;br /&amp;gt;Alternativ wurde früher in 14a gerne der Text geändert, v.a. von &#039;&#039;`ašmat&#039;&#039; („Schuld“) mit den selben Konsonanten zu &#039;&#039;`ašimat&#039;&#039; („Aschima“, eine Göttin von Hamath, die von dort nach 720 nach Samaria eingeführt wurde, s. [[2 Könige 17#s29 |2 Kön 17,29f.]]; so z.B. Snaith, Soggin, Jeremias, Gordis 1979-80, S. 258) oder mit anderen Konsonanten zu &#039;&#039;`ašerat&#039;&#039; („Aschera“, die vermutlich früher als göttliche Ehefrau JHWHs angesehen wurde und die jedenfalls sicher in den meisten Heiligtümern gemeinsam mit JHWH verehrt wurde. S. näher anfanghaft z.B. [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/19772/#h12 Göttin (WiBiLex)]. So schon Hitzig, z.B. auch Maag 1951, S. 55; Markert 1977, S. 190).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_„Wenn ich in Ewigkeit alle ihre Taten vergäße...!&amp;lt;ref&amp;gt;Eine abgebrochene Selbstverfluchungsformel, s. zu [[Amos 5#s22 |Am 5,22]]. Gemeint ist also: Nie und nimmer („in Ewigkeit“) werde ich auch nur eine („alle“) ihrer Taten vergessen, sondern auf immer wegen ihnen zürnen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Müssen (Mussten) nicht deshalb&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;deshalb&#039;&#039;, also wegen „all ihrer Taten“.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Erde erbeben &lt;br /&gt;
_Und (dann) alle trauern (vertrocknen), die auf ihr wohnen &lt;br /&gt;
Und steigen wie der (wie ein) Fluss (wie das Licht?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Lies mit allen nicht &#039;&#039;ka`or&#039;&#039; („wie das Licht“) in MT, sondern nach LXX, VUL, Syr, Tg und mehreren MSS wie in der nächsten Zeile und in [[Amos 9#s5 |Am 9,5]] &#039;&#039;kaje`or&#039;&#039; („wie der Fluss“).&amp;lt;/ref&amp;gt; alles&lt;br /&gt;
_Und wogen und [dann wieder] zurückgehen (getränkt werden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Lies mit allen nicht &#039;&#039;wenišqah&#039;&#039; („getränkt werden“) wie Ketiv, sondern nach Qere, LXX, Sym, Theod, VUL, Syr, Tg und einigen MSS wie in [[Amos 9#s5 |Am 9,5]] &#039;&#039;wenišqe´ah&#039;&#039; („zurückgehen“).&amp;lt;/ref&amp;gt; wie der Fluss Ägyptens?&amp;lt;ref&amp;gt;V. 8 schildert insgesamt ein Erdbeben apokalyptischen Ausmaßes. In &#039;&#039;starken&#039;&#039; Bildern; weil 8cd häufig als „sehr schlechter“ (Wellhausen) / „nicht sehr glücklicher“ (Hammershaimb) / „merkwürdiger“ (Jeremias) / „seltsamer“ (Eidevall) / „verwirrender“ (Carroll) usw. metaphorischer Vergleich bezeichnet wird und für sich genommen auch wirklich nicht gut verständlich ist, sei das Bild kurz erklärt: Wie der Vergleich mit [[Amos 9#s5 |Am 9,5]] zeigt, wo der selbe Vers leicht variiert und „vollständiger“ noch einmal wiederholt wird, wird hier eine Motivkombination eingespielt, mit der noch häufiger im Raum Israels verdichtet wird, was geschieht, wenn Gott wütend auf oder an der Erde handelt. Vgl. bes. nah&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Nahum 1#s5 |Nah 1,5]]: „&#039;&#039;Vor ihm erbeben die Berge und dann zerfließen die Hügel und dann erhebt sich die Erde vor seinem Angesicht...&#039;&#039;“; auch&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
KAgr xv 1-3: „&#039;&#039;]Als Gott aufschien [...] schmolzen die Berge [....] und die Gipfel zersplitterten[&#039;&#039;“;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Jesaja 64#s1 |Jes 64,1f.]]: „&#039;&#039;Oh, dass du herniederführest, dass vor deinem Antlitz die Berge erbebten, wie Feuer Reisig entzündet, wie Feuer die Wasser wogen lässt...&#039;&#039;“;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Micha 1#s4 |Mi 1,4]]: „&#039;&#039;Und die Berge zerschmelzen unter JHWH, und die Täler spalten sich – wie Wachs vor dem Feuer, wie Wasser, das am Abhang ausgegossen wird...&#039;&#039;“;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Psalm 97#4 |Ps 97,4f.]]: „&#039;&#039;Die Erde sah es und bebte, die Berge zerschmolzen wie Wachs vor JHWH...&#039;&#039;“;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1QH&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt; xi 35: „&#039;&#039;Und die Fundamente (der Erde = die Berge) zerschmelzen und beben ... bis zur vorbestimmten, ewigen, unvergleichlichen Zerstörung.&#039;&#039;“;&amp;lt;br /&amp;gt;verwandt sind auch [[Richter 5#s4 |Ri 5,4f.]]; [[Psalm 46#s7 |Ps 46,7]]; [[Habakuk 3#s6 |Hab 3,6.10]].&amp;lt;br /&amp;gt;Verglichen wird hier also nicht die Erschütterung der Erde bei einem Erdbeben mit dem langsamen Steigen und Fallen des Nils (was ja in der Tat ein absurder Vergleich wäre), sondern im Hintergrund steht die Vorstellung eines Erdbebens von solch gigantischem Ausmaß, dass selbst die steinernen Berge sich gänzlich desintegrieren und verflüssigen, so dass die ganze Erde von diesem flüssigen Gestein überschwemmt wird, bevor diese Flut dann wieder zurückgeht. Bildspender dürften dabei Vulkanausbrüche gewesen sein; geschildert wird es aber hier wahrscheinlich deshalb so, wie es geschildert wird, um damit auf [[Amos 5#s24 |Am 5,24]] anzuspielen: „Nun wird Recht wogen wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein nie versiegendes Wadi!“. Dass hier von einem &#039;&#039;vergangenen&#039;&#039; Erdbeben die Rede ist, das auch in [[Amos 1#s1 |Am 1,1]] erwähnt wird, wie viele glauben, liegt also ebenfalls ganz fern; nach V. 7 liegt ohnehin nahe, dass hier stattdessen geschildert wird, was Folge davon sein wird, wenn Gott zu ewigwährendem Zorn entbrennt (die Verbformen dagegen, mit denen Gese 1989, S. 64 ebenfalls für ein künftiges Erdbeben argumentiert, sind kein starkes Argument: V. 8 ist eine Frage und in Fragen können Yiqtols und Weqatals im Heb. verwendet werden wie Qatal und Wayyiqtol. Vgl. z.B. [[Genesis 37#s15 |Gen 37,15f.]]: „Was suchst [Yiqtol] du? – Ich suche [Qatal] meine Brüder.“; weitere Bspp. in [https://archive.org/details/introductoryhebr00daviuoft/page/68/mode/1up?view=theater Dav §45 Rem. 1]). Vv. 6f. gehören also sicher mit den folgenden Versen zusammen; geschildert wird insgesamt wieder, was am „Tag JHWHs“ geschehen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} ({Und es geschehen} An jenem Tag...: Ich werde=) An jenem Tag –“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tag&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Spruch des Herrn JHWH – &lt;br /&gt;
„Werde ich die Sonne am Mittag untergehen lassen &lt;br /&gt;
_Und verfinstern die Erde am hellen Tag.&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und ich werde verwandeln eure Feste in Trauer &lt;br /&gt;
_Und alle eure Lieder in Klage[geschrei] (Totenklage); &lt;br /&gt;
{Und} Ich werde auf alle Hüften (all eure Hüften)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;alle Hüften (all eure Hüften)&#039;&#039; - VUL, Syr und 3 MSS haben wie in den beiden vorangehenden Zeilen „eure“, die anderen Vrs. aber nicht – sicher geht dies also nur zurück auf eine versehentliche Angleichung an diese Zeilen.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Trauergewand bringen &lt;br /&gt;
_Und auf alle Köpfe eine Glatze;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Klage&#039;&#039; + &#039;&#039;Trauergewand&#039;&#039; + &#039;&#039;Glatze&#039;&#039; - Hebräische Trauerbräuche, s. näher [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/36154/#h5 Trauer (AT) (WiBiLex)]. Zusammen auch genannt in [[Jesaja 15#s2 |Jes 15,2f.]]; [[Jeremia 48#s37 |Jer 48,37f.]]; [[Ezechiel 27#s30 |Ez 27,30f.]] u.ö. S. auch noch mal nächste FN.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{Und} Ich werde es&amp;lt;ref name=&amp;quot;10&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;es&#039;&#039; + &#039;&#039;davon&#039;&#039; - nicht gut erklärlich. „Es“ + „davon“ könnte sich allenfalls auf „das Klagegeschrei“ beziehen. So aber nur wenige, z.B. Wellhausen, Elhorst, Driver, Harper. Die meisten, die dies überhaupt kommentieren, glauben stattdessen, es beziehe sich auf „den in v. 10a geschilderten Vorgang im Ganzen“ (Markert 1977,s S. 186; so z.B. auch Hammershaimb, Rudolph, Koch, Garrett). Schön ist das aber auch nicht, v.a., weil der „bittere Tag“ vor den zuvor erwähnten Trauerriten so blass auszufallen scheint.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Möglich wäre dies: Im Judentum unterscheidet man heute und mindestens seit talmudischen Zeiten mehrere Phasen der Trauer um einen Toten. Beerdigt wird ein solcher so schnell wie möglich; selten sogar am selben Tag, oft jedenfalls binnen 24 Stunden. Die Zeit zwischen dem Tod und der Beerdigung nennt man &#039;&#039;aninut&#039;&#039;, an die Beerdigung schließt sich die siebentägige &#039;&#039;schiva&#039;&#039; an, die danach in reduzierter Form noch weitere 23 Tage (insgesamt also 30 Tage) als &#039;&#039;scheloschim&#039;&#039; fortgesetzt wird. Jede dieser Phasen ritueller Trauer waren und sind durch bestimmte Riten und Bräuche charakterisiert. Noch heute zum Beispiel müssen trauernde Juden noch während &#039;&#039;aninut&#039;&#039; ihre Kleidung anreißen (eine Nachwirkung der „Trauerkleidung“), noch heute dürfen sie bis zum Ende von &#039;&#039;scheloschim&#039;&#039; ihre Haare nicht schneiden (eine Nachwirkung der „Glatze“). Im Talmud nun wird der „bittere Tag“ in Am 8,10 häufig mit &#039;&#039;aninut&#039;&#039; identifiziert; vgl. b.Ber 16b (Warum ging Rabbi Schimon ben Gamliel noch in der Nacht nach dem Todestag seiner Frau in ein Badehaus, obwohl das beim rituellen Trauern verboten ist? Weil er nach Am 8,10 der Meinung war, man habe nur bis zum Ende des Sterbetag zu trauern); b.MK 21a + b.Suk 25b (Bei rituellem Trauern darf man keine Phylakterien tragen. Wie lange? Rabbi Jehoschua sagt: Nur für den Sterbetag, siehe Am 8,10); b.Zeb 100b (Wie lange trauert man rituell? Bis zur Beerdigung, oder für einen Tag, wie Am 8,10 besagt? Rabbi Jehuda HaNasi sagt: Für den Todestag und die folgende Nacht; wird jemand bereits am Todestag beerdigt, ohne die folgende Nacht). Ähnlich wie b.Zeb 100b verbindet auch schon [[Tobit 2#s3 |Tob 2,3]] unseren Vers mit dem Tag der Beerdigung: („&#039;&#039;Ich beerdigte ihn, kehrte in mein Haus zurück, aß mein Brot unter Tränen und Klage und dachte an die Worte, die der Prophet Amos in Bethel gesprochen hatte: ‚Ich werde verwandeln eure Feste in Trauer usw.‘ Und ich weinte bitterlich.&#039;&#039;“). Man muss nicht das Gesamt der talmudischen Trauer-Riten bereits für biblische Zeiten voraussetzen, gut möglich ist aber, dass „Bitter-Tag“ die Bezeichnung des Todestags war und zum Beispiel die drei zuvor genannten Bräuche „Klagegeschrei“, „Trauergewand“ und „Glatze“ wirklich an diesem Tag auszuführen waren. Dazu Gott: „Und [selbst] das Ende davon (also von diesem Trauern und Klagen) werde ich machen wie den Bitter-Tag“, oder in den Worten von Eliezer von Beaugency: „d.h., selbst am Ende wird man sie nicht trösten können; es wird für euch auf ewig so schlimm bleiben wie ein Neumond [ein Zeichen des Unglücks] zu seinem Beginn“. Ähnlich schon Gordis 1979-80, S. 257, der zumindest annimmt, &#039;&#039;jom mar&#039;&#039; sei ein terminus technicus für entweder den Todes- oder den Begräbnistag. Vielleicht nach ihm EÜ 1980: „und das Ende wird sein wie der bittere Tag (des Todes).“&amp;lt;br /&amp;gt;Bedenklich ist allerdings, dass es unabhängig von diesen Am 8,10-Zitaten in den Talmudim keinen Beleg für &#039;&#039;jom mar&#039;&#039; als terminus technicus gibt. Das ist daher ziemlich hypothetisch; ein besserer Vorschlag zur Erklärung dieser beiden Zeilen ist mir (S.W.) aber nicht bekannt. Ist einem das &#039;&#039;zu&#039;&#039; hypothetisch, muss man frei übersetzen, z.B. wie MEN: „Ich werde es dabei hergehen lassen wie bei der Trauer um den einzigen Sohn und will [noch] das Ende davon zu einem bitteren Unheilstag machen!“; weniger nah LUT: „ich will ein Trauern schaffen, wie man trauert über den einzigen Sohn, und es soll ein bitteres Ende nehmen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; machen wie die Trauer um den einzigen Sohn &lt;br /&gt;
_Und [selbst noch] das Ende davon (das, was darauf folgt)&amp;lt;ref name=&amp;quot;10&amp;quot; /&amp;gt; wie (einen bitteren Tag=) den Todestag (das Ende davon einen wahrhaft bitteren Tag).&amp;lt;ref name=&amp;quot;10&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Siehe, Tage kommen“&amp;lt;ref&amp;gt;Klangspiel: &#039;&#039;j&#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;m&#039;&#039;&#039;im&#039;&#039;&#039; b&#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;`&#039;&#039;&#039;im&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;, „&#039;&#039;Tage kommen&#039;&#039;“. &#039;&#039;Kommen&#039;&#039; ist Partizip, nicht Yiqtol, was verwendet würde, wenn hier etwas über die Tage &#039;&#039;voraus&#039;&#039;gesagt würde. Gottes Entscheid steht bereits so fest, das schon damit die Tage &#039;&#039;bereits jetzt am Kommen sind&#039;&#039;. Exakt gleich in [[Amos 4#s2 |Am 4,2]]; [[Jeremia 30#s3 |Jer 30,3]]; [[Ezechiel 30#s9 |Ez 30,9]]; [[Sacharja 11#s6 |Sach 11,6]].&amp;lt;/ref&amp;gt; – &lt;br /&gt;
_Spruch des Herrn JHWH – &lt;br /&gt;
_„In denen ich Hunger über das Land schicken werde. &lt;br /&gt;
Nicht Hunger nach Brot &lt;br /&gt;
_Und nicht Durst nach Wasser, &lt;br /&gt;
_Sondern danach, zu hören die Worte (das Wort)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;die Worte (das Wort)&#039;&#039; - Ursprünglich waren wahrscheinlich die Konsonanten &#039;&#039;dbr&#039;&#039;. MT und einige Tg-Mss deuten das entweder als defektiv geschriebenen Plural &#039;&#039;dibre(j)&#039;&#039; („die Worte“) oder das &#039;&#039;-j&#039;&#039; am Ende wäre entstanden durch Dittographie des &#039;&#039;j-&#039;&#039; in „JHWH“. LXX, VUL, Tg, Syr und einige MT-Mss dagegen deuteten entweder als Sg. &#039;&#039;debar&#039;&#039; („das Wort“) oder das &#039;&#039;dbr&#039;&#039; wäre entstanden durch Haplographie des &#039;&#039;-j&#039;&#039; vor „JHWH“. Die meisten halten den Sg. für ursprünglich; trotz dieser starken Bezeugung sollte man wegen dem folgenden Sg. und der Tatsache, dass der Sg. grundsätzlich wesentlich gebräuchlicher ist als der Pl., aber den Pl. für ursprünglich halten. So neuerdings z.B. auch Jeremias, Garrett, Carroll und Kessler.&amp;lt;/ref&amp;gt; JHWHs.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und (sie werden=) man wird wanken von Meer zu Meer &lt;br /&gt;
_Und vom Norden und bis zum Osten;&amp;lt;ref&amp;gt;Wieder kein ganz leichter Vers. &#039;&#039;jam&#039;&#039; (meist: „Meer“) heißt auch „Westen“ (z.B. [[Genesis 28#s14 |Gen 28,14]]; [[Deuteronomium 3#s27 |Dtn 3,27]]; [[1 Chroniken 9#s24 |1 Chr 9,24]]), nacheinander werden hier also drei von vier Himmelsrichtungen genannt. Aber vergleiche [[Psalm 107#s3 |Ps 107,3]], wo das Wort „Süden“ zu bedeuten scheint: „von Osten und von Westen, von Norden und von &#039;&#039;jam&#039;&#039;.“ Vier Deutungen sind verbreitet: (1) „Von Meer zu Meer“ gibt hier überhaupt keine Himmelsrichtungen an; man wankt „vom Norden bis zum Osten und vom (Mittel-)Meer zum Toten Meer“ (die meisten); (2) ein &#039;&#039;jam&#039;&#039; steht hier für „Westen“, eins für „Süden“, da das Tote Meer die Südgrenze des Nordreiches war (Hammershaimb, Anderson/Freedman, Gordis 1979-80, s. 257f.); (3) „Süden“ fehlt bewusst, da dort Juda liegt, und dort lässt sich Gottes Wort noch finden (Rudolph, Soggin, Paul, Eidevall). (4) Man nimmt nicht nur „Meer und Meer“, sondern auch &#039;&#039;ṣafon&#039;&#039; und &#039;&#039;mizraḥ&#039;&#039; nicht als Bezeichnungen für Himmelsrichtungen, sondern in ihren anderen Bedd. als „Dunkelheit“ resp. „Sonnenaufgang“, also „Man wird wanken von Meer zu Meer, von Mitternacht bis zum Sonnenaufgang“ (LUT 45 + 12, R-S, TAF). Vorschlagen möchte ich  (S.W.) gerne (5), dass in diesem Ausdruck das chaotische Umherwanken auch sprachlich zum Ausdruck kommt. Auch Norden und Osten sind ja keine Gegensätze, so dass man „vom Norden zum Osten“ wanken könnte. Vielleicht ist der innere Kompass hier also sogar noch stärker verwirrt: Man wankt „vom Norden zum Osten und vom Meer zum Meer“, die dann nicht mal unterschiedliche Gewässer bezeichnen müssten.&amp;lt;br /&amp;gt;Die meisten Üss. übersetzen entweder wörtlich oder folgen Deutung (1), z.B. GN + HfA: „Sie werden im Land umherirren, vom Toten Meer bis zum Mittelmeer und vom Norden bis zum Osten.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
(Sie werden=) Man wird umherirren (umherschweifen), um das Wort JHWHs zu suchen &lt;br /&gt;
_Aber (sie werden=) man wird [es] nicht finden.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Aber man wird es nicht finden&#039;&#039;: Im Heb. kürzestmögliche Zeile mit nur fünf Silben: &#039;&#039;welo jimṣa`u&#039;&#039;. Vielleicht daher treffender: „Man wird umherirren, um das Wort JHWHs zu suchen – aber nichts!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} An jenem Tag&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tag&amp;quot; /&amp;gt; werden die schönen Mädchen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; - Nicht: „Jungfrauen“. S. zu [[Amos 5#s2 |Am 5,2]].&amp;lt;/ref&amp;gt; ohnmächtig werden&lt;br /&gt;
_Und die Knaben vor Durst.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die Akzentuierung von V. 13 kommt unerwartet. Vielleicht ist dies ein Fall von Hypergrammatikalität? – Das Verb am Versbeginn ist feminin. Auf den ersten Blick sollte man daher meinen, dass damit auch die Versstruktur klar ist: Das Verb bezöge sich nur auf die „Mädchen“; „und die Knaben vor Durst“ wäre ein zweiter Satz, in dem das Verb erspart ist und stattdessen „vor Durst“ als Balastvariante fungiert (eine sehr übliche Versstruktur). Zur Akzentuierung dieses Doppelsatzes wären v.a. zwei Akzentuierungsweisen zur Verfügung gestanden, einmal nämlich mit Athnach, einmal ohne:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(1) {{hebr}}בי֤ום ההוא֙ תתעלפנ֔ה הבתול֖ת היפ֑ות והבחור֖ים בצמֽא׃{{hebr ende}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) {{hebr}}בי֥ום הה֣וא׀ תתעלפנ֗ה הבתולת֙ היפ֔ות והבחור֖ים בצמֽא׃{{hebr ende}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In beiden Fällen hätte der Vers mindestens zwei starke Trenner, nämlich Athnach und Zaqef im ersten, Zaqef und Rebia im zweiten Fall, und der jeweils stärkste hätte die beiden Sätze voneinander getrennt. In der Akzentuierung im MT dagegen steht &#039;&#039;überhaupt&#039;&#039; kein starker Trenner – weder Athnach noch Zaqef noch Rebia:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{hebr}}בי֨ום הה֜וא ת֠תעלפנה הבתול֧ת היפ֛ות והבחור֖ים בצמֽא׃{{hebr ende}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In sehr seltenen Fällen kann ein feminines Verb vor einem doppelten Subjekt oder Objekt, deren erstes Glied feminin und deren zweites maskulin ist, sich dennoch auch auf &#039;&#039;beide&#039;&#039; Glieder beziehen; vgl. bes. [[Numeri 12#s1 |Num 12,1]]: „Es &#039;&#039;sprachen&#039;&#039; (fem.) Miriam und Aaron...“. Offenbar soll durch die auffallende Akzentuierung überklar gemacht werden, dass der Vers genau so und nicht anders zu deuten und zu sprechen ist; nicht als zwei Sätze also, sondern als nur einer; nicht „An jenem Tag werden die schönen Mädchen ohnmächtig werden. Und die Knaben [werden auch ohnmächtig werden] vor Durst“, sondern „Die schönen Mädchen und die Knaben werden [beide] ohnmächtig werden vor Durst.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dann aber müsste der Vers Prosa sein (Garrett etwa analysiert folgerichtig auch so): Aufspalten lässt er sich nur nach „die schönen Mädchen“; ein Enjambement wie „Es handeln SUB1 | und SUB2 MOD“ gibt es aber nicht in der heb. Poesie. Was ein solcher Prosavers hier aber sollte, wäre ganz unerklärlich: Vv. 12.14 sind offensichtlich Poesie, auch V. 13 ließe sich leicht als Poesie analysieren und hätte auch leicht so akzentuiert werden können. Warum die Masoreten das nicht getan haben und dann sogar besonders betont hätten, dass sie anders analysiert haben, ist rätselhaft. Obwohl zumindest Ginsburg und Wickham überhaupt keine Akzentuierungsvarianten verzeichnen, liegt näher, dies als Fehlakzentuierung zu betrachten und den Vers aufzufassen, als sei er akzentuiert wie bei (1).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Die bei der Schande Samarias&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stolz&amp;quot; /&amp;gt; schwören und sprechen: &lt;br /&gt;
_‚So wahr dein Gott lebt,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwören&#039;&#039; + &#039;&#039;so wahr ... lebt&#039;&#039; - Geschworen wurde im Alten Israel bei Göttern, u.a. mit der Schwurformel hier: „So wahr X lebt“. Mit dieser und anderen Schwurformel bekannte man zum einen natürlich die Existenz dieser Gottheit und bekannte man sich zum Anderen selbst &#039;&#039;zu&#039;&#039; dieser Gottheit; wer „bei dem Gott von Dan“ schwört, ist also jedenfalls kein Anhänger der Jerusalemer JHWH-Religion (s. noch mal nächste FN). Die Masoreten, die u.a. den heb. Konsonantentext mit Vokalzeichen versahen, unterschieden künstlich zwischen Schwüren bei JHWH und Schwüren bei allem anderen und allen anderen Göttern, indem sie „So wahr ... lebt“ in „So wahr &#039;&#039;JHWH&#039;&#039; lebt“ archaisierend als &#039;&#039;ḥaj&#039;&#039;, in „so wahr [nicht-JHWH] lebt“ als &#039;&#039;ḥe&#039;&#039; vokalisierten. Die beiden Schwüre in V. 14 sind beide als &#039;&#039;ḥe&#039;&#039; vokalisiert; die Masoreten erkannten den Gott von Dan also nicht als „ordentlichen“ JHWH an. S. nächste FN.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dan!‘&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dein Gott, Dan&#039;&#039; = JHWH. Im Alten Israel herrschte nicht nur Polytheismus (also ein „Mehr-Götter-Glaube“), sondern auch ein &#039;&#039;Polyjahwismus&#039;&#039; (also ein „Mehr-JHWHs-Glaube“). Wie Katholiken glauben, dass Christus in jeder geweihten Hostie gleichzeitig ganz gegenwärtig ist, so glaubten die Israeliten, dass Gott, der im Himmel thront, in mehreren irdischen Heiligtümern gleichzeitig ganz gegenwärtig war. Mit dem Unterschied, dass die „vielen JHWHs“ in den vielen Kultstätten doch „unterschiedener“ waren als die sozusagen „vielen Christusse“ in den vielen Hostien, so dass man einander z.B. sagen konnte: „Ich segne dich im Namen vom JHWH von Samaria. – Und &#039;&#039;ich&#039;&#039; segne dich im Namen vom JHWH von Teman.“ (vgl. KAgr 14+18). Entsprechend war auch „der Gott von Dan“ &#039;&#039;ein&#039;&#039; JHWH, von dem man sich vorstellte, dass er auf dem Stierbild von Dan thronte, das Jerobeam I. dort aufgestellt hatte (s. [[1 Könige 12#s29 |1 Kön 12,29f.]]). In Dan wurde auch wirklich eine griechische Votivinschrift aus dem 3./2. Jhd. v. Chr. gefunden (die sog. „Zoilus-Inschrift“), in der dieser Zoilus vor „dem Gott in Dan“ einen Schwur ablegt.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Und: ‚So wahr (dein Bewohner=) der dich Bewohnende lebt, Beerscheba (?, der Weg nach B.?, der Kult von B.?, , der Schreitende von B.?, der Brunnen von B.?, die Macht von B.?, dein Geliebter, B.?, dein Pantheon, B.?, der Schreitende von B.?)‘&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dein Bewohner, Beerscheba (?, der Weg nach B.?, der Kult von B.?, , der Schreitende von B.?, der Brunnen von B.?, die Macht von B.?, dein Geliebter, B.?, dein Pantheon, B.?, der Schreitende von B.?)&#039;&#039; - Umstrittendster Ausdruck des Kapitels. Auch LXX konnte damit wohl nichts anfangen und übersetzt mit dem selben Ausdruck wie in der Zeile zuvor: „dein Gott“ (so auch H-R, LUT 84, TEX). Zu unserer Primärübersetzung s. zu (5). Heb. &#039;&#039;derek&#039;&#039;,&amp;lt;br /&amp;gt;(1) auf den ersten Blick also „der Weg von/nach Beerscheba“ (so auch VUL, vielleicht Syr (vielleicht auch zu (2), so deutet z.B. Lamsa)), was v.a. in den neuesten Kommentaren gerne als „Pilgerfahrten nach Beerscheba“ erklärt wird (vgl. [[Amos 5#s5 |Am 5,5]]), wie man ähnlich im Islam „bei der Haddsch nach Mekka“ schwören kann (z.B Paul, Garrett, Eidevall, Carroll, Kessler, auch schon Baur; auch BB, GN, HfA, Michaelis). Aber richtig Gordis 1979-80, S. 258: Wege und Pilgerfahrten „leben“ doch nicht, in der Bibel und noch lange danach sind „Beim Leben von...“-Schwüre aber nur mit Lebewesen und Göttern belegt.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Dahl, Rosenmüller, Moldenhawer und König 1914, S. 17 erklären das Wort stattdessen als „Art und Weise“ (was &#039;&#039;derek&#039;&#039; auch wirklich gelegentlich bedeuten kann) und danach als „Kult“ (so bereits Tg, so auch LUT 45, LUT 12, SLT); aber dafür gilt das Gleiche,&amp;lt;br /&amp;gt;(3) ebenso für die Textkorrektur &#039;&#039;brk&#039;&#039;, was auch noch für &#039;&#039;b´rk&#039;&#039; („dein Brunnen“, das selbe Wort wie im ON „Beer-Scheba“) stehen soll (so Oort 1900, S. 142; Elhorst, Wellhausen).&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Neuberg 1950, Ackroyd 1968, S. 4 und Anderson/Freedman verbinden dagegen die Konsonanten mit &#039;&#039;dor&#039;&#039; („Kreis, Versammlung“); „deine Versammlung“ soll dann „dein Götter-Pantheon“ bedeuten, was in der Tat immerhin die Bed. von &#039;&#039;dr&#039;&#039; im Ugaritischen sein kann. Das dürfte die zweitbeste Alternative sein; dagegen spricht vor allem, dass Dan nur als JHWH-Heiligtum bekannt ist.&amp;lt;br /&amp;gt;(5) Näher liegt der Vorschlag von Gordis 1979-80, S. 259, &#039;&#039;drk&#039;&#039; als &#039;&#039;darek&#039;&#039; zu vokalisieren: „der dich Bewohnende“, von &#039;&#039;dur&#039;&#039; („wohnen, bewohnen“). Er vergleicht gut den Ausdruck &#039;&#039;dr mtwḥjm&#039;&#039; „der den Himmel Bewohnende“ in den Pijjutim. Vgl. [[Matthäus 23#s21 |Mt 23,21]]: „Wer beim Tempel schwört, schwört bei demselben &#039;&#039;und&#039;&#039; bei dem, der ihn bewohnt.“; auch [[1 Könige 8#s13 |1 Kön 8,13]] = [[2 Chroniken 6#s2 |2 Chr 6,2]]; [[Psalm 76#s2 |Ps 76,2f.]]; [[Psalm 132#s14 |132,14]]. Ein häufiger Wechselbegriff für den Tempel ist &#039;&#039;miškan&#039;&#039;, „der Wohnort“ (z.B. [[Psalm 26#s8 |Ps 26,8]]). Sinnvoll ist dieser Vorschlag auch deshalb, weil sicher nicht speziell die Kulte und Götter von Dan und Beerscheba angegriffen werden sollen, sondern Dan und Beerscheba stehen als nördlichster und südlichster Teil Gesamt-Israels für das ganze Reich und somit für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Kultstätten außer dem in Jerusalem. Auch deshalb wäre zu erwarten, dass hier ein dem „dein Gott“ entsprechender möglichst universaler Begriff folgte, wie eben „dein Bewohner“.&amp;lt;br /&amp;gt;(6) Sicher überlegen ist dieser Vorschlag u.a. auch deshalb dem von Linville 2008, S. 156f. (auch schon erwogen von Hayes 1988, S. 215), zu vokalisieren als &#039;&#039;dorek&#039;&#039; „der Schreitende (von Beerscheba)“. Gebräuchlich ist zwar im Ugaritischen und Hebräischen der Ausdruck „der Schreitende über Berge“ o.ä., nie wird dieser Ausdruck aber absolut verwendet.&amp;lt;br /&amp;gt;(7) Beliebt ist schließlich noch die Textkorrektur zu &#039;&#039;dodeka&#039;&#039; („dein Geliebter“ wie [[Jesaja 5#s1 |Jes 5,1]] oder „dein Verwandter“ = Familiengott, Hausgott), so z.B. BHK, BHS, Cripps, Snaith, Hammershaimb, Markert 1977, S. 191; noch Olyan 1991; Zehnder 1999, S. 381f.; auch EÜ 80, HER05, PAT („dein Liebling“), MEN, ZÜR 31 („dein Schutzgott“), R-S („dein Stammgott“). (7b) Manche Vertreter halten darin das &#039;&#039;dod&#039;&#039; auch für einen Eigennamen einer anderen Gottheit, die vielleicht (!) in der Mescha-Inschrift belegt ist („Der Altar ihres Dod“), daher hier: „Dein Dod“. Aber die Konsonanten des MT werden gestützt durch Mur, VUL, Tg und Syr.&amp;lt;br /&amp;gt;(8) Sehr sicher nicht möglich ist der Vorschlag von Bartina 1956, &#039;&#039;drk&#039;&#039; bedeute hier „Macht, der Mächtige“ wie das Ugaritische &#039;&#039;drkt&#039;&#039; (so hier auch Amsler, Mays, Soggin, Stuart, Jeremias, Barstad 1984, S. 191-201). Dagegen vgl. nämlich schon Zirker 1958: ug. &#039;&#039;drkt&#039;&#039; heißt nicht „Macht“, sondern „Rang, Hoheit“.&amp;lt;/ref&amp;gt; – &lt;br /&gt;
Sie werden fallen und sich nicht wieder aufrichten.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;&#039;Vv. 1-3&#039;&#039;&#039; folgt die vierte Vision des „Visions-Quartetts“ in Am 7,1-8,3; zu Grundlegendem s. daher die Anmerkungen zu [[Amos 7]]. Die vierte Vision ist dabei wie Am 7,7-9 eine „Wortspiel-Vision“: Gott lässt Amos einen Korb mit „Sommerfrüchten“ (&#039;&#039;qajiṣ&#039;&#039;) sehen, der aber wahrscheinlich weniger symbolisch als &#039;&#039;wort-symbolisch&#039;&#039; genommen werden darf: Der Obst bedeutet, dass nun endgültig das „Ende“ (&#039;&#039;qeṣ&#039;&#039;) über Israel gekommen ist. Dieses Ende wird in V. 3 in dunkelsten Farben ausgemalt: „Eine Menge an Leichen! Überall hingeworfen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;&#039;Vv. 4-14&#039;&#039;&#039; schließt sich daran überraschenderweise noch einmal ein Urteilsspruch an, der mit der Einleitung „Hört dies!“ an die „Hört diesen Spruch!“-Abschnitte in [[Amos 3 |Am 3]]; [[Amos 4 |Am 4]]; [[Amos 5 |Am 5]] erinnert. Auch darüber hinaus finden sich in diesem Abschnitt viele deutliche Zitate der vorangehenden Kapitel.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vergleiche:&lt;br /&gt;
* &amp;lt;small&amp;gt;Am 8,4: „Hört dies, die (gieren=) ihr giert nach dem Armen“&amp;lt;br /&amp;gt;[[Amos 2#s7 |Am 2,7]]: „Sie, die gieren nach dem Staub der Erde auf dem Kopf des Geringen und die Beugen den Weg der Armen“&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;small&amp;gt;Am 8,6: „kaufend mit Geld die Schwachen und die Armen wegen einem Paar Sandalen“&amp;lt;br /&amp;gt;[[Amos 2#s6 |Am 2,6]]: „Weil sie für Geld verkaufen den Gerechten und den Armen wegen einem Paar Sandalen“&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;small&amp;gt;Am 8,7: „JHWH hat geschworen beim Stolz Jakobs“&amp;lt;br /&amp;gt;[[Amos 6#s8 |Am 6,8]]: „So schwört der Herr JHWH bei sich selbst: ‚... Ich verabscheue den Stolz Jakobs!‘“&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;small&amp;gt;Am 8,8 wird fast wörtlich noch einmal wiederholt in [[Amos 9#s5 |Am 9,5]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;small&amp;gt;Am 8,9f.: „Ich werde die Sonne am Mittag untergehen lassen und verfinstern die Erde am hellen Tag, und ich werde verwandeln eure Feste in Trauer“&amp;lt;br /&amp;gt;[[Amos 5#s8 |Am 5,8]]: „Er ist der zum-Morgen-die-Dunkelheit-Verwandler, ist der, der den Tag zur nacht verfinstert“&lt;br /&gt;
* &amp;lt;small&amp;gt;Am 8,12f.: „Und man wird wanken von Meer zu Meer ...; an jenem Tag werden die schönen Mädchen ohnmächtig werden und die Knaben vor Durst.“&amp;lt;br /&amp;gt;[[Amos 4#s8 |Am 4,8]]: „Und es wankten zwei, drei Städte zu einer Stadt, um Wasser zu trinken.“&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;small&amp;gt;Am 8,13f.: „An jenem Tag werden die schönen Mädchen ohnmächtig werden ...; sie werden fallen und sich nicht wieder aufrichten.“&amp;lt;br /&amp;gt;[[Amos 5#s2 |Am 5,2]]: „Es ist gefallen, es kann sich nicht wieder aufrichten das Mädchen Israels“&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
Viele Kommentatoren nehmen deshalb an, dass Am 8,4-14 nicht vom Verfasser der vorangehenden Kapitel stammen, sondern dass jüngere Autoren mit dem Vokabular dieses Verfassers eine Art späteren Anhang zum Amosbuch verfasst haben. Das kann gut sein, aber das Phänomen lässt sich auch leicht anders erklären:&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gott macht nun „den Sack zu“: Oft und lange genug hat er Amos seine Israeliten ermahnen lassen, aber – siehe [[Amos 7#s10 |Am 7,10-17]] – nichts ist geschehen; stattdessen haben sie seinem Propheten gar den Mund verboten, und &#039;&#039;immer noch&#039;&#039; sind es fast die selben Vorwürfe, die er gegen sie vorbringen kann und muss. Nun führt also endgültig kein Weg mehr daran vorbei: Das Ende für Israel ist gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 4-6&#039;&#039;&#039; greifen dabei noch einmal einen dieser früheren Vorwürfe auf und machen ihn stellvertretend für alle anderen zur Begründung des folgenden Urteils: Wegen dem unmoralischen und asozialen Verhaltens der Angehörigen der israelitischen Oberschicht, die so sehr auf Gewinn aus sind, dass sie dafür gar die Armen von ihrem Land vertreiben und dieselben auch noch in die Schuldknechtschaft zwingen, gilt ganz Israel das, was Gott in &#039;&#039;&#039;Vv. 7-8&#039;&#039;&#039; ankündigt: Naturkatastrophen apokalyptischen Ausmaßes werden über Israel hereinbrechen; &#039;&#039;nie im Leben&#039;&#039; wird Gott Israel diese Untaten verzeihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Weil dies zum finalen Vorwurf gemacht wird, sei hier noch einmal kurz auf die &#039;&#039;&#039;Schuldknechtschaft&#039;&#039;&#039; eingegangen. „Schuldknechtschaft“ ist im Alten Israel ein sozialer Status, der irgendwo zwischen freiem Bürgertum und echtem Sklaventum einzuordnen ist. Korostovtsev hat Schuldknechte passend als „Halbsklaven“ bezeichnet. In die Schuldknechtschaft geriet man ursprünglich hauptsächlich infolge von Naturkatastrophen o.ä., die dazu führten, dass die eigene Landwirtschaft, die im Alten Israel fast alle Israeliten auf ihrem eigenen Land betrieben, so wenig Ertrag abwarf, dass sie sich dafür verschulden mussten. Im Laufe des 9. und 8. Jahrhunderts v. Chr. aber transformierte sich nach und nach die Gesellschaft des Alten Israel: Neben den ruralen Dörfern bildeten sich größere Städte heraus und mit ihnen eine städtische Oberschicht, was man auch archäologisch z.B. daran erkennen kann, dass im späten 9. Jahrhundert mehrere Palastanlagen in Samaria erbaut wurden, auf die &#039;&#039;&#039;V. 3&#039;&#039;&#039; anspielt. Diese Oberschicht konnte größere Mengen an Kapital anhäufen und dann mit diesem Kapital auf dem Markt operieren – unter anderem auf dem Gebiet des privaten Getreidehandels, den &#039;&#039;&#039;Vv. 5-6&#039;&#039;&#039; thematisieren. Methoden wie die, die in diesen Versen beschrieben werden, werden auch dazu beigetragen haben, dass auf diese Weise Gewinn erwirtschaftet werden konnte, und werden daher noch häufiger in der Bibel kritisiert (s. z.B. auch [[Hosea 12#s8 |Hos 12,8]]; [[Micha 6#s9 |Mi 6,9-11]]; noch [[Jesus Sirach 26#s29 |Sir 26,29-27,1]]), aber schon grundsätzlich ist ja Handel darauf angelegt, Gewinn zu erwirtschaften: Korn wird teurer vermarktet, als sein reiner „Materialwert“ es rechtfertigte, und die Spanne zwischen Materialwert und Marktwert ist der Gewinn der Händler aus der städtischen Oberschicht und der Verlust der Bauern aus der ländlichen Unterschicht Israels. Auf diese Weise konnte dieser Getreidehandel neuen Formats zu einer Art „menschengemachten Naturkatastrophe“ werden: Bauern konnten nun immer leichter und häufiger auch aufgrund der wirtschaftlichen Praktiken der städtischen Oberschicht verarmen und sich verschulden.&amp;lt;br /&amp;gt;Der erste Schritt war dann der, dass sie ihre Häuser und Felder an ihre Gläubiger veräußern mussten (s. [[Habakuk 2#s7 |Hab 2,7]]), so dass diese „Haus an Haus reihen und Feld an Feld rücken“ konnten ([[Jesaja 5#s8 |Jes 5,8]]; s. auch [[Micha 2#s2 |Mi 2,2]]). Damit aber war man endgültig in der Schuldenfalle, so dass der zweite Schritt war, auch noch sich selbst oder die eigenen Angehörigen verkaufen zu müssen (s.[[2 Könige 4#s1 |2 Kön 4,1]]; [[Sprichwörter 22#s7 |Spr 22,7]]; [[Matthäus 18#s24 |Mt 18,24f.]]; bes. [[Nehemia 5#s2 |Neh 5,2-5]]). Nicht als Sklaven im engen Sinne allerdings: Im Unterschied zu Kriegsgefangenen aus anderen Nationen blieben Israeliten, die verkauft worden waren oder sich selbst verkauft hatten, nur sechs Jahre in Sklaverei; danach mussten sie freigelassen werden (s. [[Exodus 21#s2 |Ex 21,2]]; [[Levitikus 25#s39 |Lev 25,39-41]]; [[Deuteronomium 15#s12 |Dtn 15,12]]; [[Jeremia 34#s14 |Jer 34,14]]). Nach dem deuteronomistischen Gesetz musste ihm dabei außerdem ein „Startguthaben“ ([https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/28970/ Kessler]) mitgegeben werden (s. [[Deuteronomium 15#s3 |Dtn 15,3-5]]), nach dem jüngeren Heiligkeitsgesetz erhielten sie sogar ihr einstiges Eigentum zurück ([[Levitikus 25#s41 |Lev 25,41]]). In der Zwischenzeit aber galten sie als Eigentum ihres Gläubigers und selbst Frauen, die sie in dieser Zeit heirateten und Kinder, die sie in dieser Zeit zeugten, blieben auch nach dem Ablauf der sechs Jahre im Besitz des Gläubigers ([[Exodus 21#s4 |Ex 21,4]]; dieses Gesetz wurde später geändert, s. wieder [[Levitikus 25#s41 |Lev 25,41]]). Vom Sklaven im engen Sinn unterschied sie außerdem, dass sie auch in der Schuldknechtschaft noch Eigentum besitzen konnten; aller Gewinn aber, den sie in dieser Zeit erwirtschafteten, war der Gewinn ihres Gläubigers, sodass dieser dank dieser Institution peu à peu reicher und immer noch reicher werden konnte.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Schuldknechtschaft ist also vergleichbar mit einer privatisierten Privatinsolvenz-Institution: Sechs Jahre lang hat man keine freie Handhabe über den eigenen Besitz, können keine Gewinne erwirtschaftet werden und müssen die Schulden möglichst abgearbeitet werden, bis man nach dem Ablauf dieser sechs Jahre nach einem Schuldenschnitt neu starten kann. Weil diese Institution aber im Alten Israel privatisiert war, wurden die armen Bevölkerungsschichten nach Möglichkeit geradezu in diese Privatinsolvenz gedrängt, um Gewinne aus ihrer Verarmung schlagen zu können, und ist daher noch besser vergleichbar mit moderner Sklaverei.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Institution der Schuldknechtschaft blieb im Alten Israel noch viele Jahrhunderte legal. Schon im Amosbuch aber wird nicht einmal die Institution selbst, sondern gleich das ganze System hinter dieser Institution aufs Schärfste angegriffen: Dieses System ist es letztlich, was JHWH dazu bewegt, das ganze Nordreich zu vernichten.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;&#039;Vv. 9-14&#039;&#039;&#039; wird das Selbe – das Urteil Gottes – noch einmal in zwei Strophen ausgefaltet, die beide mit einem Hinweis auf „jenen Tag / Tage“ beginnen, woran sich jeweils ein „Spruch des Herrn JHWH“ anschließt. &#039;&#039;&#039;Vv. 9f.&#039;&#039;&#039; hängt eng mit Vv. 8f. zusammen; nach dem Erdbeben und dem Bergeschmelzen folgt in V. 9 typisch für eine Schilderung „jenes Tages“, also des „Tages JHWHs“, die übernatürliche Dunkelheit als weitere kosmische Katastrophe. V. 10 stellt als Folge daraus ganz Israel als Gemeinschaft von Klagenden dar, die alle an diesem Tag Familienangehörige verloren haben und sie mit den üblichen Trauerriten betrauern: Gott bringt den Tod über Israel.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Vv. 11-14&#039;&#039;&#039; wird durch das „An jenem Tag“ in V. 13 noch einmal in zwei Unterabschnitte gegliedert: Im ersten, Vv. 11-12, wird eine landesweite Hungers- und Wassernot beschrieben. Das ist poetisch stark, nachdem in V. 8 beschrieben wurde, wie das ganze Land sich verflüssigt und nachdem die Dürstenden in V. 12 „von Meer zu Meer“ wanken. Doch ihr Hunger und Durst lässt sich nicht stillen, denn wonach sie recht eigentlich hungern und dürsten, sind „Worte Gottes“, die aber nun in ganz Israel verstummt sind, nachdem in Am 7,10-17 Amos von dort ausgewiesen wurde. Im zweiten Abschnitt, Vv. 13-14, werden selbst die Mädchen und Knaben infolge dieses „Wort-Gottes-Mangels“ ohnmächtig niedersinken. V. 14 betont noch einmal aus anderer Perspektive, dass dies ja ihre eigene Schuld ist: Wie zu Beginn dieses Abschnitts wird auch am Ende noch einmal auf eine bereits zuvor erwähnte Untat angespielt: Nicht nur haben sie ja Amos als den Propheten JHWHs aus Israel ausgewiesen, sondern außerdem beten sie von Dan bis Beerscheba an den falschen Orten zu den falschen Göttern (s. [[Amos 5#s4 |Am 5,4-6]].[[Amos 5#s26 |26]]) – wen braucht es da zu wundern, dass ihnen kein Wort Gottes Linderung verschafft? Nein, Israel ist am Ende: „Sie werden fallen und sich nicht wieder aufrichten.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_13&amp;diff=33959</id>
		<title>Römer 13</title>
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		<updated>2022-04-14T20:52:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Jedermann soll sich übergeordneten Obrigkeiten (Gewalten) unterordnen (gehorchen). Denn es gibt keine Obrigkeit (Gewalt) außer von (durch) Gott, die bestehenden aber sind von Gott verordnet (bestimmt, festgesetzt) worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Daher widersetzt sich, wer der Obrigkeit (Gewalt) Widerstand leistet, dem Gebot (der Anordnung) Gottes. Die aber Widerstand leisten, werden ihr Urteil empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Denn die Herrschenden (die Behörden) sind keine Einschüchterung (Furcht) für die gute Tat, sondern für die schlechte. Willst du aber die Obrigkeit (die Gewalt) nicht fürchten müssen? Tue das Gute, und du wirst Lob von ihr empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Denn sie ist eine Dienerin (Helferin, Vollstreckerin) Gottes, dir zum Guten. Wenn du aber das Schlechte tust, fürchte dich: Sie trägt das Schwert nicht umsonst (grundlos)! Denn sie ist Gottes Dienerin (Helferin, Vollstreckerin), eine Staatsanwältin des Strafgerichts für den, der&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, relativisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schlechtes tut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Deshalb ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein wegen des Strafgerichts, sondern auch des Gewissens wegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Deswegen zahlt ihr ja auch Steuern. Denn sie sind Beamte (Diener) Gottes, eben damit beschäftigt (eben darauf ausgerichtet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Erfüllt allen gegenüber eure Pflicht: Abgabe, wem Abgabe [gebührt], Steuer, wem Steuer [gebührt], Furcht, wem Furcht [gebührt], Ehre, wem Ehre [gebührt].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Seid keinem etwas schuldig, außer das einander Lieben. Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Denn das „du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren“&amp;lt;ref&amp;gt;Deuteronomium 5,17-21, Exodus 20,13-17, nach der Septuaginta zitiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und welches andere Gebot [noch wäre], in diesem Wort sind sie zusammengefasst, in dem: „du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“.&amp;lt;ref&amp;gt;Leviticus 19,18, zitiert nach der Septuaginta, vgl. Matthäus 22,39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Die Liebe tut dem Nächsten nichts Schlechtes (Böses). Folglich ist die Liebe die Erfüllung&amp;lt;ref&amp;gt;πλήρωμα kann hier bedeuten: 1. das, was füllt = der Inhalt; 2. die Erfüllung.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und das [lasst uns tun]&amp;lt;ref&amp;gt;Καὶ τοῦτο stellt eine Ellipse dar, eine sprachliche Verkürzung, weil damalige Leser den fehlenden Begriff automatisch ergänzten, vgl. BDR § 480, Anm. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt;, weil&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, kausal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr die Zeit&amp;lt;ref&amp;gt;καιρός meint nicht eine bestimmte Uhr- oder Tageszeit, sondern das, was wir im Dt. mit „rechtzeitig“ ausdrücken: einen Zeitpunkt, den man nicht kennt, aber (durch Glück oder Vorherbestimmung) „erwischt“. Daneben steht der Begriff auch für die Endzeit, vgl. BW Sp. 800-803.&amp;lt;/ref&amp;gt; wisst, denn schon ist die Stunde [da], dass ihr vom Schlaf aufsteht, denn jetzt ist unsere Rettung (unser Heil) näher als [zu der Zeit], da wir gläubig wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Die Nacht ist vorgedrungen (vorangeschritten), der Tag {aber} nahe gekommen. Lasst uns nun ablegen die Werke der Finsternis, anlegen aber die Waffen des Lichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Lasst uns wie am Tage&amp;lt;ref&amp;gt;Im Dt. müsste ergänzt werden: „wie es am Tage üblich/ Pflicht ist, wie es sich am Tage gehört“ oder „wie es der Tag gebietet“. Vermutlich steht der Gedanke „die Sonne bringt es an den Tag“ dahinter: Am Tage tut man nichts Unanständiges, weil es jede/r sehen könnte.&amp;lt;/ref&amp;gt; anständig wandeln (das Leben führen), nicht mit Gelagen und Trunkenheit, nicht mit Sex (Beischlaf) und Geilheit, nicht mit Zorn und Eifersucht,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt nicht für den Körper, sodass Begierden entstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;So BW Sp. 595.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_11&amp;diff=33958</id>
		<title>Römer 11</title>
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		<updated>2022-04-14T20:51:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Ich frage&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sage, aber hier liegt eine Frage vor.&amp;lt;/ref&amp;gt; nun: Hat Gott etwa sein Volk verworfen (abgelehnt)? Gott behüte!&amp;lt;ref&amp;gt;μὴ γένοιτο ist eine starke Verneinung nach rhetorischen Fragen, „bloß nicht!“, „um Gottes willen nicht!“ oder eben „Gott behüte!“ Käsemann übersetzt in seinem Kommentar „Unmöglich!“ (s. 288).&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch ich bin ein Israelit, von Abrahams Samen, aus dem Stamm Benjamin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} „Gott hat sein Volk nicht verstoßen“,&amp;lt;ref&amp;gt;Psalm 94,14.&amp;lt;/ref&amp;gt; das er im Voraus ersah. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift bei Elia sagt, als er Gott anrief (bat) gegen Israel?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Herr, „deine Propheten haben sie getötet, deine Altäre niedergerissen, und ich allein bin übrig geblieben und sie trachten mir nach dem Leben!“&amp;lt;ref&amp;gt;1.Könige 19,10.14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Aber was antwortet ihm der Gottesspruch? „Ich habe für mich zurückbehalten 7.000 Männer, die ihr Knie für Baal nicht gebeugt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;1.Könige 19,18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} So ist nun auch zum jetzigen Zeitpunkt ein durch Gnadenwahl bewirkter Rest [vorhanden].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Wenn aber aus Gnade, nicht mehr aus Werken, da ja sonst Gnade nicht mehr Gnade wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Was [bedeutet] das nun? Was Israel wünschte (erstrebte), hat es nicht erlangt, aber die Erwählung&amp;lt;ref&amp;gt;ἐκλογὴ steht im Nominativ und ist Subjekt, nicht Objekt: Israel hat es nicht aufgrund eigener Taten („durch Werke“) erlangt, sondern kraft seiner Erwählung.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat es erlangt. Die übrigen aber wurden verstockt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} wie geschrieben steht:&amp;lt;ref&amp;gt;Deuteronomium 29,3; Jesaja 29,10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Gott gab ihnen einen Geist der Betäubung,&lt;br /&gt;
Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören,&lt;br /&gt;
bis auf den heutigen Tag.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und David spricht:&amp;lt;ref&amp;gt;Psalm 69,23f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Ihr Tisch wurde ihnen zur Schlinge (Fallstrick) und zum Netz (Falle)&lt;br /&gt;
und zu einer Falle und zur Vergeltung für sie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} ihre Augen mögen sich verfinsterten, dass sie nicht sehen,&lt;br /&gt;
und ihr Rücken möge sich immer krümmen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Ich frage&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sage, aber hier liegt eine Frage vor.&amp;lt;/ref&amp;gt; also: Sind sie etwa angestoßen,&amp;lt;ref&amp;gt;I.S. von fehlen, sündigen; entsprechend ist das Fallen das Fallen aus der Gnade.&amp;lt;/ref&amp;gt; damit sie fallen? Gott behüte! Sondern durch ihr zu-Fall-Kommen (ihre Sünde) ist das  Heil (die Rettung) zu den Heiden [gelangt], um sie neidisch zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Wenn aber ihr zu-Fall-Kommen (ihre Sünde) Fülle (Reichtum) der Welt [ist] und ihre Niederlage Fülle (Reichtum) der Heiden (Völker), wieviel mehr [wird] ihre Fülle&amp;lt;ref&amp;gt;τὸ πλήρωμα: das, was auf das Vollmaß gebracht ist = die Vollzahl, oder: die volle Summe = die Fülle, oder: die Erfüllung.&amp;lt;/ref&amp;gt; sein!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Euch aber, den Heiden (Völkern), sage ich: in dem Maße also, in dem ich Heidenapostel (Völkerapostel) bin, preise ich meinen Dienst,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} ob ich mein Fleisch&amp;lt;ref&amp;gt;Die Menschen, von denen er abstammt = die Israeliten. Im Dt. sagt man „mein Fleisch und Blut“.&amp;lt;/ref&amp;gt; [und Blut] nicht eifersüchtig (neidisch) machen und einige von ihnen retten könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt [bedeutet], was ist dann ihre Annahme anderes als Leben von (aus) den Toten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Wenn aber die Erstlingsgabe&amp;lt;ref&amp;gt;Beim Backen von Hefeteig spricht man vom „Ansatz“ oder „Starter“; hier ist aber speziell die Gott zustehende Erstlingsgabe vom Brotteig gemeint, vgl. Numeri 15,18-21.&amp;lt;/ref&amp;gt; heilig ist, dann auch der Teig. Und wenn die Wurzel heilig ist, auch die Zweige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Wenn aber einige der Zweige ausgebrochen wurden, du aber, der du ein wilder Ölbaum bist, unter sie eingepfropft wurdest und Teilhaber an der Wurzel der Fettigkeit des Ölbaumes wurdest,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} überhebe dich nicht über die Zweige! Wenn du dich aber überhebst, [sollst du wissen:]&amp;lt;ref&amp;gt;Hier liegt Brachylogie vor: ein für den Gedanken notwendiges Glied wird der Kürze wegen übergangen, BDR § 483.2.&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel dich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Du wirst nun sagen: Die Zweige wurden ausgebrochen, damit ich eingepfropft würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Richtig. Wegen des Unglaubens wurden sie ausgebrochen, du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, könnte&amp;lt;ref&amp;gt;μή πως drückt die Sorge aus, vgl. BDR § 370.&amp;lt;/ref&amp;gt; er auch dich nicht verschonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Achte also auf die Güte (Freundlichkeit) und die Strenge Gottes: Strenge gegenüber denen, die gefallen sind, dir gegenüber aber Gottes Güte, solange du in der Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Jene aber, wenn sie nicht im Unglauben verharren, werden wieder eingepropft werden. Denn Gott ist in der Lage dazu, sie wieder einzupropfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Denn wenn du vom von Natur aus wilden Ölbaum abgehauen und gegen die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft wurdest, wieviel mehr werden die natürlicherweise [zu ihm Gehörenden] in ihren eigenen Ölbaum eingepfropft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Denn ich möchte nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt ist, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet, nämlich dass Israel zu einem Teil Verstockung widerfahren ist, bis die Fülle der Völker eingegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: Aus Zion wird kommen der Retter, der die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Was das Evangelium betrifft, sind sie zwar Feinde um euretwillen, aber was die Erwählung betrifft, sind sie Geliebte um der Väter willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Denn unwiderruflich sind die Gnadengaben und die Berufung Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam wart, jetzt aber Erbarmen gefunden habt infolge ihres Ungehorsams,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} so sind sie jetzt infolge des Erbarmens, das ihr gefunden habt, ungehorsam geworden, damit jetzt auch sie Erbarmen finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_126&amp;diff=31005</id>
		<title>Psalm 126</title>
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		<updated>2021-06-02T19:58:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Ein Wallfahrtslied. Als JHWH die Gefangenen Zions zurück führte (führt, führen wird), waren (sind) wir wie Träumende.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Da wurde (wird) unser Mund voller Lachen und unsere Zunge [voll] Jubels. Da sagten (sagen) sie bei (in, unter) den Völkern: „Große Dinge hat JHWH getan an diesen!“&lt;br /&gt;
{{S|3}} Es hat getan JHWH große Dinge mit uns. Wir sind freudig.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Kehre um (wende), JHWH, unser Gefängnis&amp;lt;ref&amp;gt;Ketib:{{Hebr}} שְׁבוּתֵנוּ {{Hebr ende}}; Qere: {{Hebr}}שְׁבִיתֵנוּ {{Hebr ende}}. Lt. Gesenius ist es strittig, ob das Wort sich von {{Hebr}}שׁבה{{Hebr ende}} (gefangen wegführen) oder {{Hebr}}שׁוב{{Hebr ende}} (sich wenden, zurückkehren) herleitet. Somit heißt es entweder als Part. pass. von {{Hebr}}שׁבה{{Hebr ende}} „gefangen weggeführt seiend“ oder als inf. cs. von {{Hebr}}שׁוב{{Hebr ende}} „das Wenden, die Wendung“. Vom Kontext her würde ich für „wende JHWH unsere Wendung“ plädieren, da in diesem Psalm ja noch mehr figurae ethymologicae vorkommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie die Ströme im Südland.&amp;lt;ref&amp;gt;In der Lutherübersetzung von 1545 lautet dieser Vers: HErr, wende unser Gefängnis, wie du die Wasser gegen Mittag trocknest!&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Die mit Tränen Säenden - mit Jubel werden sie ernten.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er geht hin&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Er geht ein Gehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; und weinend&amp;lt;ref&amp;gt;Eigentlich Infinitivs absolutus.&amp;lt;/ref&amp;gt; trägt&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip Qal maskulin Singular im Status Absolutus.&amp;lt;/ref&amp;gt; er eine Saat-Tasche. Er kommt zurück&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Er kommt ein Kommen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Jubel tragend seine Garben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Genesis_6&amp;diff=31004</id>
		<title>Genesis 6</title>
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		<updated>2021-06-02T19:55:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Kategorie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}} &lt;br /&gt;
{{L|6}} &lt;br /&gt;
{{L|7}} &lt;br /&gt;
{{L|8}} &lt;br /&gt;
{{L|9}} &lt;br /&gt;
{{L|10}} &lt;br /&gt;
{{L|11}} &lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}} &lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Da vermehrten sich die Menschen über das Angesicht der Erde und  ihnen wurden Töchter geboren.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Da sahen die Gottessöhne die Menschentöchter dass sie schön anzusehen waren und sie nahmen sich Frauen von welchen sie sich auswählten.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Da sprach JHWH: Mein Geist (Leben, Lebensgeist) wird (soll) nicht für immer (alle Zeit) im Menschen bleiben&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Verb {{hebr}}דון{{hebr ende}} ist in seiner Bedeutung nicht gesichert: Die Bedeutung „bleiben“ stützt sich auf die LXX, die es mit καταμένειν übersetzt hat. Andere vermuten die Bedeutung „herrschen, walten“ oder sehen in {{hebr}}דון{{hebr ende}} ein Synonym zu {{hebr}}דין{{hebr ende}} und übersetzen: Mein Geist soll nicht immer den Menschen strafen (richten). &amp;lt;/ref&amp;gt;, weil auch er Fleisch (vergänglich, sterblich) ist; {und} seine Tage werden (sollen) 120 Jahre sein.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Die Riesen (Heroen) waren (entstanden) in jenen Tagen auf der Erde (im Land) - und auch danach - als die Gottessöhne zu den Menschentöchtern hineingingen und sie ihnen [Nachkommen] gebaren. Das (sie) sind die Starken (Mächtigen, die Kämpfer) aus alter Zeit, die Männer mit Namen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: die Männer des Namens, was soviel wie berühmte Männer bedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|5}}Und JHWH sah, dass viel Schlechtes auf der Erde [war] und alles Formen des Planens des Herzens nur schlecht [war] den ganzen Tag.&lt;br /&gt;
{{S|6}}Und JHWH ließ es sich leid tun, dass er den Menschen machte auf der Erde und er ergrimmte in seinem Herzen.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und JHWH sprach: Ich will den Menschen ausrotten, den ich geschaffen habe, von der Oberfläche der Erde. Von Menschen zu den Kriechtieren zu den Vögeln im Himmel, weil es mich gereut, dass ich sie schuf.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und Noah fand Gnade vor den Augen des Herrn.&lt;br /&gt;
{{S|9}}Dies [sind] die Geschlechter Noahs. Noah [war] ein gerechter Mann in seinen Geschlechtern und mit Gott ging Noah. &lt;br /&gt;
{{S|10}}Und Noah zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und die Erde war verdorben vor dem Herrn und sie war voller Gewalt.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und Gott sah die Erde und siehe, sie war verdorben, denn alles Fleisch war verdorben in seinem Lebenswandel auf der Erde.&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und der Herr sprach zu Noah: Das Ende allen Fleisches tritt vor mein Angesicht, denn die Erde ist voller Gewalt vor ihren Angesichtern und siehe, ich verderbe sie [auf] der Erde. &lt;br /&gt;
{{S|14}} Mache dir einen Kasten [aus]&amp;lt;ref&amp;gt;Die sog. Construktusverbindung bezeichnet die enge Zusammengehörigkeit von zwei oder mehr Substantiven; ihre Bedeutung ergibt sich aus dem Kontext (vgl. Gopherholzkasten). Die Übersetzung durch ein Genitivattribut ist nicht die einzige Möglichkeit, oft bieten sich auch Präpositionalausdrücke an.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gopherbäumen&amp;lt;ref&amp;gt;unbekannte Baumart; die LXX deutete {{hebr}}גפר{{hebr ende}} als „vierkantig“, die Vulgata als „geglättet“&amp;lt;/ref&amp;gt;; [als] Nester (d.h. Kabinen) sollst du den Kasten machen und sollst ihn verpichen von innen und außen mit Pech.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und dies [ist], wie du ihn machen sollst: 300 Ellen [sei] die Länge des Kastens, 50 Ellen seine Breite und 30 Ellen seine Höhe.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Ein Dach&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{hebr}}צׂהָר{{hebr ende}} ist in seiner Bedeutung nicht gesichert; andere übersetzen „Fenster“.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollst du für den Kasten machen - und im Ellenmaß sollst du [alles] vollenden&amp;lt;ref&amp;gt;Vielleicht ist diese Parenthese an das Ende des Verses 15 zu versetzen (so O. Eißfeldt im Apparat der BHS).&amp;lt;/ref&amp;gt; - oben; und das Tor (den Eingang) des Kastens sollst du an seiner Seite anbringen; untere zweite und dritte [Stockwerke] sollst du machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vers 16b (untere ... machen) ist vielleicht hinter Vers 14b (... machen) zu versetzen (so O. Eißfeldt im Apparat der BHS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und ich, siehe ich bin im Begriff&amp;lt;ref&amp;gt;{{hebr}}הִנֵּה{{hebr ende}} mit Part. in der Funktion des futurum instans, der unmittelbar bevorstehenden Zukunft.&amp;lt;/ref&amp;gt; den Himmelsozean&amp;lt;ref&amp;gt;Ps 29,10 zeigt, dass die traditionelle Übersetzung „Sintflut“ dem Sinn des hebräischen Wortes nicht ganz gerecht wird, da {{hebr}}מָבּוּל{{hebr ende}} nicht per se eine Flut bezeichnet. Diese Beobachtung wird auch durch den erklärenden Zusatz „als Wasser auf die Erde“ in unserem Vers gestützt.&amp;lt;/ref&amp;gt; [als] Wasser auf die Erde kommen zu lassen, um alles Fleisch (alle Lebewesen) unter dem Himmel, in dem Lebensatem (Lebensgeist) ist, zu vernichten; alles, was auf der Erde [ist], wird (soll) umkommen.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und ich verpflichte mich dir gegenüber&amp;lt;ref&amp;gt;Die wörtliche Übersetzung lautet: Und ich werde [als] meine Verpflichtung mit dir aufrichten, dass ... . vgl. Gesenius-Donner {{hebr}}בְּרִית{{hebr ende}} II.1.b.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass&amp;lt;ref&amp;gt;Perf. cons. mit konsekutivem Sinn; wörtl.: und du wirst hineingehen ...&amp;lt;/ref&amp;gt; du in den Kasten gehen wirst, du und deine Söhne und deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir.&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und von allem Lebendigen, von allem Fleisch (allen Lebewesen), zwei von allem sollst du in den Kasten hineingehen lassen (hineinbringen), um [sie] weiterleben zu lassen mit dir; männlich und weiblich sollen sie sein.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Von allen Vögeln&amp;lt;ref&amp;gt;Im Hebräischen ein Kollektivbegriff, der alles umfasst, was fliegen kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach ihren Arten und von allen Landtieren&amp;lt;ref&amp;gt;Im Hebräischen ein Kollektivbegriff, der alles umfasst, was auf vier Beinen geht.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach ihren Arten, von allem Kriechgetier&amp;lt;ref&amp;gt;Im Hebräischen ein Kollektivbegriff, der alles umfasst, was sich nicht auf vier Beinen fortbewegt und nicht fliegt.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Erdbodens nach seinen Arten, zwei von allen [Arten] sollen zu dir kommen, um [sie] weiter leben zu lassen.&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und du, nimm dir von allem Essbaren, das gegessen wird, und sammle es bei dir, und es soll dir und euch zur Nahrung sein (als Nahrung dienen).&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und Noach tat nach allem, was Gott ihm befohlen hatte, so tat er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:OEKT_2021]]&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Petrus_2&amp;diff=31003</id>
		<title>1 Petrus 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Petrus_2&amp;diff=31003"/>
		<updated>2021-06-02T19:50:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Kategorie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Legt nun ab&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, ist, &amp;quot;wie andere Partizipien im 1Petr, als Aufforderung zu übersetzen&amp;quot; (Brox, EKK XXI, S. 96)&amp;lt;/ref&amp;gt; alle Schlechtigkeit und alle List und Heucheleien und Neid&amp;lt;ref&amp;gt;Pl. = Sg.&amp;lt;/ref&amp;gt; und allerlei&amp;lt;ref&amp;gt;BDR §275,1 Anm. 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Verleumdung (üble Nachrede).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Wie&amp;lt;ref&amp;gt;nicht: &amp;quot;als&amp;quot;: der Skopos des Textes ist das Verlangen =&amp;gt; Christen werden mit Säuglingen verglichen, nicht identifiziert wie 1.Korinther 3, Brox, EKK XXI, S. 91f&amp;lt;/ref&amp;gt; neugeborene Kinder verlangt nach geistiger&amp;lt;ref&amp;gt;mit der &amp;quot;Milch&amp;quot; ist das Wort Gottes (λόγος) gemeint, λογικός weist auf einen Bezug zum Wort hin (&amp;quot;zum Wort gehörig&amp;quot;). &amp;quot;Mangels eines entsprechenden deutschen Adjektivs und um (wegen Römer 12,1) doch eine generellere Bedeutung offenzuhalten, hilft sich die obige Übersetzung miz dem Wort &#039;geistig&#039;. Bei einer Wiedergabe mit &#039;unverfälschte Milch des Wortes&#039; o.ä. wird die Bildstruktur unklarer gemacht als in der Vorlage.&amp;quot; (Brox, EKK XXI, S. 92f)&amp;lt;/ref&amp;gt;, unverfälschter (reiner) Milch, damit&amp;lt;ref&amp;gt;Finalsatz&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr durch sie zunehmt (wachst) zum Heil (Rettung, Bewahrung, Erlösung),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} wenn&amp;lt;ref&amp;gt;nicht konditional; es umschreibt eine Tatsache (Brox, EKK XXI, S. 93)&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr „schmecktet, dass der Herr gütig ist“ (Psalm 34,9).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Geht&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, als Aufforderung zu übersetzen, s.o.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihm, dem lebendigen Stein, von [den] Menschen zwar verworfen, bei Gott aber erwählt [und] wertvoll,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} und selbst wie lebendige Steine (werdet erbaut =) lasst euch erbauen zu einem geistigen (geistlichen)&amp;lt;ref&amp;gt;πνευματικός = den Geist betreffend&amp;lt;/ref&amp;gt; Haus, zu einer heiligen Priesterschaft, um geistige (geistliche) Opfer darzubringen, die Gott willkommen&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, relativisch aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; sind durch Jesus Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Deshalb steht in der Schrift: &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;„Schau (siehe), ich lege in Zion einen Eckstein, [einen] erwählten, wertvollen, &lt;br /&gt;
und wer an ihn glaubt&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip&amp;lt;/ref&amp;gt;, wird nicht zuschanden (beschämt) werden.“ (Jesaja 28,16)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Für euch nun, die Gläubigen&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip&amp;lt;/ref&amp;gt;, [ist er ein] Wert, für [die, die] nicht glauben aber [ist er] „ein Stein, den die Bauleute verwarfen, dieser wurde zum Eckstein“ (Psalm 118,22),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} und „ein Stein des Anstoßes und ein Fels, über den man zu Fall kommt“&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: das Anstößige, der Gegenstand der Entrüstung, der Anlass zur Sünde&amp;lt;/ref&amp;gt; (Jesaja 8,14). Sie stoßen sich [an ihm], weil&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, kausal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; sie dem Wort ungehorsam sind, wozu sie auch [von Gott] bestimmt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihr aber [seid] ein erwähltes Geschlecht (Volk), ein Königshaus&amp;lt;ref&amp;gt;βασίλειον ist aus dem Kontext von Exodus 19,6 in nominalem Sinn, also als Substantiv, zu verstehen (Brox, EKK XXI, S. 103, vgl. S. 98, Anm. 326)&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine Priesterschaft, ein heiliges Volk (Stamm), ein Volk zum Eigentum (Besitz), damit&amp;lt;ref&amp;gt;Finalsatz&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr die guten Taten (Wunder) dessen weit hinaus verkündigt, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Die ihr einst „kein Volk“ (Nicht-Volk, Hosea 1,6.9) [wart], jetzt aber Volk Gottes [seid], die „kein Erbarmen fanden&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip&amp;lt;/ref&amp;gt;“ (Nicht-Erbarmen, Hosea 2,25), jetzt aber Erbarmen finden&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} (Die =) Ihr&amp;lt;ref&amp;gt;Es handelt sich hier um eine sog. Haustafel, in der einzelne Gruppen der Gemeinde angeredet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sklaven, gehorcht&amp;lt;ref&amp;gt;Das Partizip ist hier im imperativischen Sinn gebraucht, s. BDR § 468.2.&amp;lt;/ref&amp;gt; den Herren (in aller Furcht =) mit großem Respekt, nicht allein den guten und milden, sondern auch den (krummen, verdrehten =) schlechten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Dies nämlich ist [die] Gnade, wenn jemand (durch Bewusstsein Gottes =) der sich Gottes bewusst ist, Kümmernisse erträgt - wenn&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], konditional aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; er ungerechterweise leidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn welcher Ruhm [liegt darin], dass&amp;lt;ref&amp;gt;εἰ mit Ind. hat keinen kausalen oder beschränkenden Nebenbegriff (BDR § 372,2), deshalb hier die Übersetzung „dass“.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr ertragt, für Verfehlungen misshandelt zu werden?&amp;lt;ref&amp;gt;Zwei Partizipien, wörtl.: dass ihr ertragt, als sich Verfehlende auch misshandelt Werdende zu sein.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass ihr aber ertragt, für Rechtschaffenheit zu leiden&amp;lt;ref&amp;gt;Wieder mit zwei Partizipien konstruiert, wörtl.: dass ihr ertragt, als Rechtschaffene auch Leidende zu sein.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das ist Gnade von Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &amp;lt;poem&amp;gt;Denn dazu nämlich seid ihr berufen.&lt;br /&gt;
Denn auch Christus hat für euch gelitten&lt;br /&gt;
und&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]] beiordnend aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch ein Vorbild&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: ein Schreibmuster, eine Vor-Schrift.&amp;lt;/ref&amp;gt; hinterlassen,&lt;br /&gt;
damit ihr seinen Fußtapfen nachfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Der keine Sünde (tat =) beging,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch wurde List (Betrug) in seinem Mund gefunden&#039;&#039;{{KeinExport}} [[Jesaja 53,9]]{{KeinExport_Ende}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Der, obwohl&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], konzessiv aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; er beschimpft (geschmäht) wurde, nicht zurückschimpfte (zurückschmähte),&lt;br /&gt;
obwohl&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], konzessiv aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; er litt, nicht drohte,&lt;br /&gt;
sondern [es] dem übergab, der&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], relativisch aufgelöst, oder: dem gerechten Richter.&amp;lt;/ref&amp;gt; gerecht richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Der &#039;&#039;unsere Sünden selbst hinauftrug&#039;&#039;{{KeinExport}} [[Jesaja 53,4.12]]{{KeinExport_Ende}}&lt;br /&gt;
an (in) seinem Körper (Leib) auf das Holz,&lt;br /&gt;
damit wir, weil&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], kausal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir den Sünden gestorben sind,&lt;br /&gt;
durch die (für die) Gerechtigkeit leben.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Durch seine Strieme seid ihr geheilt&#039;&#039;.{{KeinExport}} [[Jesaja 53,5]]{{KeinExport_Ende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Denn ihr &#039;&#039;irrtet herum wie Schafe&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Denn ihr wart wie Schafe Herumirrende.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{KeinExport}} [[Jesaja 53,6]]{{KeinExport_Ende}},&lt;br /&gt;
aber jetzt seid ihr zurückgekehrt (umgekehrt) zum Hirten&lt;br /&gt;
und Beschützer (Aufseher {{KeinExport}}→ Bischof{{KeinExport_Ende}}) eures Lebens.{{NurExport|| {{par|Jesaja|53|4|12}} ||NurExport_Ende}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sonntagstexte]]&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Hebr%C3%A4er_13&amp;diff=31002</id>
		<title>Hebräer 13</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Hebr%C3%A4er_13&amp;diff=31002"/>
		<updated>2021-06-02T19:49:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen / Parallelstellen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Die Liebe zu den Glaubensgeschwistern&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Die Bruderliebe, oder: die Geschwisterliebe. Hier und an den anderen Stellen Römer 12,10; 1.Thess 4,9; 1.Petrus 1,22; 2.Petrus 1,7 geht es um die christlichen Glaubensbrüder und -schwestern, BW Sp. 1712.&amp;lt;/ref&amp;gt; soll nicht aufhören (bestehen bleiben, dauern).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Vernachlässigt (überseht) die Gastfreundschaft nicht! Ihretwegen haben nämlich einige, ohne es zu wissen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: verborgen, unbemerkt bleiben - hier Partizip: Das, was verborgen bleibt, vgl. BW Sp. 947.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Engel beherbergt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Kümmert euch um die Gefangenen&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint sind hier und im Folgenden Gemeindeglieder, die im Gefängnis sitzen oder misshandelt wurden, also nicht allgemein Menschen im Gefängnis, vgl. Michel S. 481.&amp;lt;/ref&amp;gt;, weil ihr [auch] gefesselt (Mitgefangene) seid, um die Gequälten (Misshandelten), weil auch ihr einen Körper habt&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: in einem Körper seid, d.h. körperlich preisgegeben seid, vgl. Michel, S. 481.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Ehrbar [sei]&amp;lt;ref&amp;gt;Hier fehlt das Hilfsverb. Man kann die Befehlsform εστω ergänzen, aber auch den Indikativ εστιν - dann wäre es ein einfacher Aussagesatz.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Ehe in jeder Beziehung (bei allen)&amp;lt;ref&amp;gt;Wenn man die Form als masc. auffasst, heißt es: bei allen, fasst man sie als neutr. auf: in jeder Beziehung, vgl. Michel S. 482.&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Sex&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Das Ehebett, der Beischlaf.&amp;lt;/ref&amp;gt; unbefleckt&amp;lt;ref&amp;gt;Das Adjektiv kommt nur hier und Hebr 7,26 vor; dort steht es in einer Reihe mit „heilig“ und „unschuldig“, vgl. auch 1.Mose 49,4. Gemeint ist offenbar eine außereheliche Beziehung, Michel S. 482.&amp;lt;/ref&amp;gt;, denn Hurer&amp;lt;ref&amp;gt;Masc.! πορνη ist die Hure, πορνος das männliche Äquvalent (also nicht der Freier, sondern ein „Lustknabe“)&amp;lt;/ref&amp;gt; und Ehebrecher wird Gott verurteilen (richten)&amp;lt;ref&amp;gt;„Die Ehre der Ehe wird von Unzucht [gemeint ist wohl: Homosexualität] und Ehebruch angetastet, weil diese sich über Gottes Gebot hinwegsetzen. Allerdings decken sich nicht unsere Begriffe von Unzucht (πορνεια) und Ehebruch (μοιχεια) mit dem antiken Denken. Im AT ist Ehebruch die Verletzung einer _fremden_ Ehe oder geschlechtlicher Verkehr der Ehefrau mit einem Mann (Lev 20,10; Ez 16,32). Unzucht dagegen ist eine durch das Gesetz nicht erlaubte Beziehung zu einer ledigen weiblichen Person … Jüdischer Grundsatz ist: Ehebruch gibt es nur bei einer Ehefrau oder einer Verlobten … Man maß im Judentum mit verschiedenem Maß: nur die Ehefrau, nicht aber der Ehemann brach durch eine solche Tat die _eigene_ Ehe“, Michel S. 482.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Nicht geldierig [sei]&amp;lt;ref&amp;gt;Auch hier fehlt wieder das Hilfsverb.&amp;lt;/ref&amp;gt; das Betragen. Begnügt euch mit dem Vorhandenen. Denn er spricht (Dtn 31,6.8; Gen 28,15) {{par|Deuteronomium|31|6}} {{par|Genesis|28|15}}:&lt;br /&gt;
„Ich werde dich nicht verlassen, noch werde ich dich im Stich lassen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Darum sind wir zuversichtlich (guten Mutes) und sprechen (Psalm 118,6) {{par|Psalm|118|6}}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Der Herr ist mein Helfer und ich werde mich nicht fürchten.&lt;br /&gt;
Was soll ein Mensch mir tun?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Jesus Christus [ist] derselbe gestern und heute und in alle Ewigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtliche Beibehaltung der Wortstellung: „Jesus Christus gestern und heute, derselbe auch in alle Ewigkeit.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}}&lt;br /&gt;
{{S|10}}&lt;br /&gt;
{{S|11}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Darum hat auch Jesus, um das Volk zu heiligen durch sein eigenes Blut, gelitten außerhalb des Tores.&lt;br /&gt;
{{S|13}} Deshalb lasst uns hinausgehen zu ihm, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Denn wir haben hier keine bleibende (fortbestehende) Stadt, sondern wir suchen nach der zukünftigen (begehren die zukünftige).&lt;br /&gt;
{{S|15}}&lt;br /&gt;
{{S|16}}&lt;br /&gt;
{{S|17}}&lt;br /&gt;
{{S|18}}&lt;br /&gt;
{{S|19}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} Der Gott aber des Friedens, der herausgeführt hat aus den Toten den großen Hirten der Schafe im (durch) Blut des ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus,&lt;br /&gt;
{{S|21}}&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
{{S|23}}&lt;br /&gt;
{{S|24}}&lt;br /&gt;
{{S|25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=2_Timotheus_1&amp;diff=31001</id>
		<title>2 Timotheus 1</title>
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		<updated>2021-06-02T19:48:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Denn Gott gab uns nicht einen Geist der Feigheit (Furchtsamkeit)&amp;lt;ref&amp;gt;δειλία kommt nur einmal im NT an dieser Stelle vor, möglicherweise bewusst verwendet anstelle des sonst üblichen φόβος, um ein Missverständnis mit dem φόβος θεοῦ, der (positiven) Gottesfurcht, zu vermeiden, Holtz, THNT XIII, 155.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern der Kraft, {und} Liebe und Besonnenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Schäme dich also des Zeugnisses von unserem Herrn nicht, noch meiner, seines Gefangenen, sondern leide zusammen mit [mir] für das Evangelium&amp;lt;ref&amp;gt;Wie ist συγκακοπάθησον τῷ εὐαγγελίῳ zu verstehen? Luther übersetzt den Dativ als Dativus commodi, „für das Evangelium“ (= zugunsten des Evangeliums), vgl. BDR § 188, Anm. 1; damit wäre das Leiden als Martyrium verstanden. Holtz versteht es ebenso, übersetzt aber „leiden &#039;&#039;&#039;am&#039;&#039;&#039; Evangelium“. &amp;lt;/ref&amp;gt; gemäß der Kraft Gottes,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} der&amp;lt;ref&amp;gt;Es handelt sich im Folgenden um einen Hymnus oder „ein liturgisch geformtes Bekenntnis“ (Holtz, a.a.O., S. 157), der im Hymnenstil der Psalmen verfasst ist (Partizipialstil), vgl. ebd. Um den Charakter des Hymnus zu betonen, übersetze ich hier etwas „poetischer“, gebe in Klammern die wörtliche Bedeutung an.&amp;lt;/ref&amp;gt; uns rettete&lt;br /&gt;
und uns berief mit heiligem Ruf (Berufung),&lt;br /&gt;
nicht unserer Werke wegen,&lt;br /&gt;
sondern um seines Entschlusses (Vorssatzes, Willens) und seiner Gnade willen,&lt;br /&gt;
die er uns zueignete (gab) durch (in) Christus Jesus&lt;br /&gt;
vor ewigen Zeiten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} jetzt aber offenbarte&lt;br /&gt;
durch die Erscheinung unseres Retters Christus Jesus,&lt;br /&gt;
der {einerseits} den Tod vernichtete (beseitigte),&lt;br /&gt;
{andererseits} Leben und Unsterblichkeit ans Licht brachte durch das Evangelium,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_21&amp;diff=31000</id>
		<title>Offenbarung 21</title>
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		<updated>2021-06-02T19:48:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und ich sah einen neuen Himmel&amp;lt;ref&amp;gt;Hier im Sg. als Teil des Weltalls, selbständig neben der Erde stehend oder ihr gegenüberstehend.&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde vergingen (wichen) und das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;Für uns ist das Meer ein romantischer Ort. Für Johannes ist es ein Ort der Gefahren (wie für uns ein dunkler Wald oder Keller). Aus dem Meer steigt Kap. 13 ein Monster (Boss-Gegner, könnte man auch sagen). Wenn das Meer nicht mehr existiert, gibt es auch keine Gefahr mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und ich sah die neue heilige Stadt Jerusalem&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem war sicher schon zu Zeiten des Johannes die „heilige Stadt“. Luther macht eine Apposition: Die heilige Stadt, das neue Jerusalem.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie kam&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, ich habe hier einen neuen Satz begonnen. Man könnte das Partizip auch relativisch auflösen: die Stadt …, die aus dem Himmel herabkam.&amp;lt;/ref&amp;gt; aus dem Himmel herab von Gott. Sie war&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, s. vorherige Anmerkung.&amp;lt;/ref&amp;gt; bereit gemacht worden&amp;lt;ref&amp;gt;ἡτοιμασμένην heißt „in Bereitschaft gesetzt worden sein“ - man könnte auch sagen: „aktiviert“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie eine Braut geschmückt wird für ihren Mann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und ich hörte eine gewaltige (laute) Stimme vom Thron her sprechen (die sprach):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;Da [ist] (Siehe!) die Wohnung&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Die Stiftshütte, das Zeltheiligtum, das die Israeliten auf ihrer 40jährigen Wüstenwanderung mit sich führten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gottes unter den Menschen,&lt;br /&gt;
und er wird bei ihnen wohnen&amp;lt;ref&amp;gt;Im Griechischen ein Wortspiel: σκηνὴ - σκηνώσει.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und sie werden seine Völker sein,&lt;br /&gt;
und Gott selbst bei (mit) ihnen wird ihr Gott sein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} „Und er wird abwischen (beseitigen, vernichten) alle Tränen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Jede Träne.&amp;lt;/ref&amp;gt; aus ihren Augen“ (Jesaja 25,8), und der Tod wird nicht mehr sein. Weder Trauer (Klage), noch (Klage)Geschrei, noch Schmerz (Arbeit, Mühe) wird mehr sein, weil das erste verging (wich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und es sprach, der auf dem Thron saß: Da (Siehe!), neu mache ich alles. Und er spricht: Schreib [es auf], denn diese Worte sind glaubwürdig (zuverlässig) und wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und er sprach zu mir: Es ist [bereits] geschehen. Ich bin das Alpha und das O[mega]&amp;lt;ref&amp;gt;Der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alfabets.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Anfang und das Ende. Dem Durstigen werde ich geben aus der Quelle des Wassers des Lebens&amp;lt;ref&amp;gt;Offb 22,1 wird dieses Lebenswasser beschrieben.&amp;lt;/ref&amp;gt; umsonst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Wer [alle Hindernisse] überwindet&amp;lt;ref&amp;gt;νικῶν heißt intransitiv „siegen“, transitiv „besiegen, überwinden, übertreffen“. Christus wird als „Überwinder der Welt“ bezeichnet (Johannes 16,33), d.h. er ist stärker als die (Mächte der) Welt. In Bezug auf die Leser der Apokalypse ist wohl gemeint, dass sie trotz aller Anfeindungen und Gefahren durch die Christenverfolgungen im ausgehenden 1.Jh. an ihrem Glauben festhalten sollen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wird dies [alles]&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt für das Demonstrativpronomen kein Bezugswort, sodass es unbestimmt bleiben muss. Es bezieht sich auf den gesamten Abschnitt 21,1-22,5, vgl. U.Müller, ÖTK 19,353.&amp;lt;/ref&amp;gt; erben&amp;lt;ref&amp;gt;„Der Begriff ‚Erben’ bedeutet urchristlich den Empfang eschatlogischen [endzeitlichen] Heils“, U.Müller, ÖTK 19,353.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und ich werde für ihn (sein) Gott sein und er wird für mich (mein) Kind&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Sohn. Es handelt sich um eine Adoptionsformel, vgl. 2.Sam 7,14 - der König wird zur Herrschaft eingesetzt -, doch wird hier „Vater“ durch „Gott“ ersetzt. D.h. der Glaubende wird Teilhaber an der endzeitlichen Herrschaft Gottes, vgl. U.Müller, ÖTK 19,353.&amp;lt;/ref&amp;gt; sein.&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Thessalonicher_5&amp;diff=30999</id>
		<title>1 Thessalonicher 5</title>
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		<updated>2021-06-02T19:47:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Euch über die Zeiten&amp;lt;ref&amp;gt;Paulus geht auf eine Anfrage der Thessalonicher bezüglich des Zeitpunktes der Parusie (Wiederkunft Christi) ein, vgl. 1.Kor, wo Paulus mehrfach auf Anfragen der Korinther, die offensichtlich brieflich an ihn gestellt wurden, bezug nimmt. 1.Kor 7,1 schreibt er explizit: „In bezug auf das, was ihr geschrieben habt“, vgl. auch 1.Kor 7,25; 8,1; 12,1. Anders Holtz, EKK XIII, S. 211: „Natürlich ist es nicht völlig unmöglich, dass in der Gemeinde die Frage des Termins des Endes erörtert wurde und Paulus das wusste. … Die Stilfigur der Paraleipsis [Der Redner stellt sich, als übergehe er etwas, was er tatsächlich doch erwähnt, BDR § 495,2] wird hier … nicht dazu benutzt, einen Gedanken kokett anzubringen, sondern um die Gemeinde zu loben“. - IMHO widerspricht sich Holtz hier selbst, denn wenn Paulus die Gemeinde lobt, wäre es keine Paraleipsis.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die beiden Begriffe χρόνων und καιρῶν bilden einen Hendiadyoin, sagen beide dasselbe und könnten im Deutschen durch ein Wort wiedergegeben werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Zeitpunkte zu schreiben, liebe Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Brüder.&amp;lt;/ref&amp;gt;, besteht kein Bedarf&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Habt ihr keinen Bedarf, bedürft ihr nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} denn ihr wisst genau, dass der Tag des Herrn&amp;lt;ref&amp;gt;„Tag des Herrn“ entstammt der Sprache und Vorstellung des AT: Es ist der Tag des Gerichtes Gottes (Amos 5,18ff), das unvermittelt über die Menschen hereinbricht. Weil man den Zeitpunkt nicht kennen kann, soll man so leben, dass man das Urteil Gottes nicht fürchten muss. Zugleich ist mit dem Tag des Herrn die Vorstellung vom Ende der Welt und dem Beginn des Reiches Gottes verbunden.&amp;lt;/ref&amp;gt; so wie&amp;lt;ref&amp;gt;ὡς … οὕτως Korrelativer Vergleich: so … wie, BDR § 453.1.&amp;lt;/ref&amp;gt;  ein Dieb in der Nacht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Wenn man sagen wird: Friede und Sicherheit, dann kommt unvorhergesehen das Verderben über sie, wie der Geburtsschmerz über die Schwangere, und sie werden ihm nicht entkommen (entrinnen, entgehen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Ihr aber, liebe Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Brüder.&amp;lt;/ref&amp;gt;, seid nicht&amp;lt;ref&amp;gt;Es handelt sich hier nicht um den Imperativ, sondern um eine Feststellung.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Dunkeln (in der Finsternis), sodass der Tag euch wie ein Dieb überfallen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Denn ihr seid alle Kinder&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Söhne, ein Semitismus, mit dem die Zugehörigkeit zu einer Gruppe beschrieben wird. Man könnte also auch übersetzen: Ihr gehört alle dem Licht an.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Lichts und Kinder&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Söhne.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Tages. Wir sind weder Nacht noch Dunkelheit (Finsternis).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Deshalb {also} wollen wir nicht schlafen (lasst uns nicht schlafen) wie die anderen, sondern wachen und besonnen (nüchtern) sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Denn wer schläft&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip Pl., wörtlich: Die Schlafenden, das Verb steht auch im Plural: Die Schlafenden schlafen des Nachts.&amp;lt;/ref&amp;gt;, schläft des Nachts, und wer sich betrinkt&amp;lt;ref&amp;gt;Ebenfalls Partizip Plural mit Verb im Plural.&amp;lt;/ref&amp;gt;, betrinkt sich des Nachts&amp;lt;ref&amp;gt;Paulus bildet hier ein Gleichnis, mit dem er seine Mahnung bekräftigt: Nachts schläft man oder betrinkt sich, tags ist man wach -&amp;gt; wer dem Tag angehört, schläft oder betäubt sich nicht, vgl. Holtz, EKK XIII, S. 224f.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Wir aber, die&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, relativisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir vom Tage sind, sind nüchtern (besonnen), angetan mit dem Panzer (Brustharnisch) des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung (Heil)&amp;lt;ref&amp;gt;In diesem Satz kommt erstmals die paulinische Trias Glaube-Liebe-Hoffnung vor, vgl. 1.Kor 13,13.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern dazu, die Rettung (das Heil) zu erlangen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: zum Gewinn der Rettung.&amp;lt;/ref&amp;gt; durch unseren Herrn Jesus Christus,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} der für uns gestorben ist, damit, ob wir wachen oder (ent)schlafen&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort umschreibt den Tod, vgl. Holtz, EKK XIII, S. 222.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zusammen mit ihm leben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Darum tröstet einander (redet einander gut zu) und erbaut (stärkt, fördert) einer den anderen, wie ihr [ja] auch tut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} &lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Thessalonicher_2&amp;diff=30998</id>
		<title>1 Thessalonicher 2</title>
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		<updated>2021-06-02T19:47:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Denn ihr, liebe Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Brüder.&amp;lt;/ref&amp;gt; kennt unseren Eingang, den [wir] bei euch [fanden], dass er nicht vergeblich war,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} sondern nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst. Man könnte auch (wie Holtz, EKK XIII, S. 64) konzessiv auflösen: Obwohl wir zuvor gelitten hatten …&amp;lt;/ref&amp;gt; wir, wie ihr wisst, in Philippi zuvor gelitten hatten und misshandelt worden waren, wagten wir es in Gott&amp;lt;ref&amp;gt;Zu verstehen und frei zu übersetzen als: im Vertrauen auf Gott.&amp;lt;/ref&amp;gt;, euch das Evangelium Gottes in heißem Bemühen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. BW Sp. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu verkündigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Denn unsere Ermahnung [geschah] nicht aus einem Irrtum heraus, auch nicht mit schmutziger Absicht noch mit List,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} sondern, so, wie wir von Gott für geeignet gehalten (für tauglich befunden) worden waren, das Evangelium anvertraut zu bekommen, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Denn damals (einst), wie ihr wisst, kamen wir nicht mit Schmeichelrede, noch mit einem Vorwand [zur Befriedigung] der Habgier&amp;lt;ref&amp;gt;So BW, Sp. 1447.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Gott ist [unser] Zeuge!,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} noch suchten wir Anerkennung (Ehre) von Menschen - weder von euch noch von anderen -,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} denn&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, kausal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir können gewichtig auftreten wie (als) Apostel Christi. Sondern wir kamen (waren) als Unmündige (Kinder)&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Unmündige“ überrascht hier. Die frühesten Handschriften bezeugen ihn; spätere Bearbeitungen dieser Handschriften korrigieren ihn zu ήπιοι (mild, sanft). Für diese Lesart spricht das Argument, dass die νήπιοι aus einer Dittographie entstanden sein könnten: Das ν des vorangegangenen Wortes wurde zweimal geschrieben. Holtz, EKK XIII, S. 82, Anm. 337 argumentiert inhaltlich: Der Sinn entscheidet für die Lesart „mild“, sodass er übersetzt: „wir waren in eurer Mitte sanft, euch zugewandt“. IMHO spricht gerade die Korrektur dafür, dass die schwierigere Lesart ursprünglich war. Eine weitere Übersetztungsmöglichkeit bietet Ch. Crawford (von Holtz in der o.a. Anmerkung zitiert), der νήπιοι als Vokativ versteht: „wir, liebe Kinder, waren in euer Mitte …“.&amp;lt;/ref&amp;gt; in eure Mitte.&amp;lt;ref&amp;gt;Im griechischen Text steht hier ein Komma, aber das ὡς wird in Vers 8 mit dem οὕτως fortgesetzt: so … wie.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie eine Amme (Mutter) ihre Kinder hegt und pflegt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} so haben wir Sehnsucht nach euch und wollen euch nicht nur am Evangelium Gottes Anteil geben, sondern auch an unserem Leben, weil ihr uns lieb geworden seid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Erinnert euch&amp;lt;ref&amp;gt;Imperativ, oder als Feststellung: Ihr erinnert euch.&amp;lt;/ref&amp;gt; doch, liebe Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Brüder.&amp;lt;/ref&amp;gt; unserer Arbeit und unserer Mühe: Indem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, modal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir Nacht und Tag arbeiteten, um keinem von euch zur Last zu fallen, haben wir euch das Evangelium Gottes verkündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Ihr und Gott seid Zeugen, wie fromm, rechtschaffen und tadellos (untadelig) wir euch, den Gläubigen, gegenüber waren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} wie ihr wisst, [haben] wir jeden Einzelnen von euch, wie ein Vater seine Kinder, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} gut zugeredet (getröstet), ermahnt und beschworen, dass ihr Gott würdig leben&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: wandeln, das Leben führen.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollt, der euch in sein Reich und seine Herrlichkeit berufen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Textzeugen lassen dieses erste καί (und, auch) weg. Die Qualität und Menge der Zeugen spricht aber für die Beibehaltung des ersten καί. (vgl. z.B. Hoppe, Rudolf: Der erste Thessalonikerbrief. Kommentar, Freiburg 2016. &amp;lt;/ref&amp;gt; deshalb danken wir Gott auch unablässig, dass ihr, als&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr die Botschaft unserer Predigt Gottes übernommen habt, [sie] angenommen habt nicht als Menschenwort, sondern, was sie wahrhaftig ist, als Gotteswort, das auch in euch Gläubigen wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Ja &amp;lt;ref&amp;gt; Für eine Übersetzung von γάρ mit &#039;denn&#039; spricht, dass es hier offensichtlich um die Ausführung des vorherigen Verses geht. Das Wirksamwerden des Wortes wird durch die Nachahmung der Thessalonicher im Leiden offenbar &amp;lt;/ref&amp;gt; ihr, liebe Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Brüder.&amp;lt;/ref&amp;gt;, seid zu Nachahmern der Gemeinden Gottes, die in Judäa in Christus Jesus sind, geworden, weil ihr dasselbe von euren eigenen Mitbürgern erlitten habt, wie diese von den Juden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} die sowohl den Herrn Jesus und die Propheten getötet haben, uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} die uns daran hindern, den Heiden (Völkern) zu predigen, damit sie gerettet werden, um jederzeit das Maß ihrer Sünden vollzumachen. Schließlich (am Ende) aber ist der Zorn [Gottes] über sie gekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Verse 15 und 16 fallen wegen ihres Antisemitismus auf und stehen im Gegensatz zu den Aussagen, die Paulus später in Römer 9-11 macht. Dass Paulus, der selbst Jude ist, hier ein Traditionsstück verwendet, das er um die Schilderung seines eigenen Leidens erweitert (Holtz, EKK XIII, S. 104f), schwächt dieses Problem nicht ab, denn es bleibt Paulus, der das Stück in seinem Brief zitiert. Holtz erklärt die Verwendung als Polemik: Paulus erlebt offenbar Juden als Gegner seiner Heidenmission (S. 111), vgl. auch den Galaterbrief. Trotzdem bleibt die Problematik dieser beiden Verse bestehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Wir aber, liebe Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Brüder.&amp;lt;/ref&amp;gt;, weil&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, kausal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir gegenwärtig (für kurze Zeit) zu Waisen gemacht worden sind [durch die Trennung] von euch - äußerlich, nicht innerlich&amp;lt;ref&amp;gt;BW Sp. 1444: Es handelt sich bei den beiden Formen um Dative der Beziehung, ausführlich wäre zu übersetzen: der äußeren Person, nicht dem Herzen nach.&amp;lt;/ref&amp;gt; - haben uns sehr bemüht, euch persönlich&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: von Angesicht, d.h. in Person gegenwärtig, BW Sp. 1443.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu sehen in heftigem Verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Deshalb wollten wir zu euch kommen, ich, Paulus, das eine und andere Mal (wiederholt), aber der Satan hinderte uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Denn wer anders als ihr&amp;lt;ref&amp;gt;Zur grammatischen Konstruktion s. BDR § 446, Anm. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; [ist] unsere Hoffnung, unsere Freude oder unsere Ruhmeszier vor unserem Herrn Jesus bei seiner Parusie (Wiederkunft)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Ihr {nämlich} seid unser Ruhm und unsere Freude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Thessalonicher_1&amp;diff=30997</id>
		<title>1 Thessalonicher 1</title>
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		<updated>2021-06-02T19:46:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} &amp;lt;poem&amp;gt;Paulus und Silvanus und Timotheus&lt;br /&gt;
an die Gemeinde der Thessalonicher durch&amp;lt;ref&amp;gt;Das „durch“ bezieht sich auf die Gemeinde: Sie existiert durch Gott und Christus bzw. ist von ihm her bestimmt, vgl. Holtz, EKK XIII, S. 38f, der übersetzt: „die durch Gott … lebt“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gott, den Vater, und den Herrn Jesus Christus,&lt;br /&gt;
Gnade [sei] mit euch und Friede.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Wir danken Gott jederzeit (immer) für euch alle, indem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, modal aufgelöst. Man könnte auch beiordnend übersetzen: und erwähnen euch …&amp;lt;/ref&amp;gt; wir [euch] bei unserem Gebet erwähnen. Unaufhörlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} gedenken wir eurer Glaubenswerke, {und} [eures] liebevollen Mühens&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. BW Sp. 901.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [eures] Ausharrens (Standhaltens) im Glauben an unseren Herrn Jesus Christus gegenüber unserem Gott und Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Denn&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, kausal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir wissen, liebe von Gott geliebte Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Brüder.&amp;lt;/ref&amp;gt;, von eurer Berufung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}}  dass unser Evangelium nicht nur durch das Wort zu euch kam (bei euch geschah), sondern auch durch Krafterweis&amp;lt;ref&amp;gt;Die wahre Stärke im Gegensatz zum bloßen Wort oder Schein, BW Sp. 418.&amp;lt;/ref&amp;gt; und durch den Heiligen Geist und in voller Gewissheit&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. BW Sp. 1348.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie ihr [ja selbst] wisst, wie wir bei euch um euretwillen waren.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und ihr habt uns nachgeeifert&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Ihr seid unsere Nachahmer geworden.&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Herrn, indem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, modal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr das Wort in großer Not mit Freude des Heiligen Geistes angenommen habt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} sodass ihr allen Gläubigen in der [Provinz] Mazedonien und in der [Provinz]&amp;lt;ref&amp;gt;Mazedonien und Achaia waren römische Provinzen, also Verwaltungseinheiten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Achaia ein Vorbild geworden seid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Denn von euch ging das Wort des Herrn aus nicht nur in die [Provinz] Mazedonien und in die [Provinz] Achaia, sondern an alle Orte ging [die Kunde] aus von eurem Glauben an Gott, sodass wir darüber nichts zu sagen brauchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Denn sie berichten über uns, welchen Eingang wir bei euch fanden&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: hatten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und wie ihr umgekehrt seid (euch bekehrt habt) zu Gott von den Götzen(bildern), um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} und seinen Sohn vom Himmel zu erwarten, den er von den Toten auferweckt hat, Jesus, der uns vor dem kommenden Zorn rettet.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Verse 9b und 10 stammen in dieser Formulierung wahrscheinlich nicht von Paulus selbst; er übernimmt hier judenchristliche Tradition, ein erstes Glaubensbekenntnis, sozusagen, vgl. Holtz, EKK XIII, S. 55-61, wobei Holtz sehr skeptisch ist, dass man eine vorgeformte Formulierung aus diesen Sätzen isolieren kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 1 ist das Präskript des Briefes. Das Präskript entspricht dem altorientalischen Briefformular, das aus der Absender- (1. Zeile) und Adressenangabe (2. Zeile) auf dem Briefumschlag und einem Wunsch (3. Zeile) besteht. Es ist hier wie in allen Paulusbriefen in der 2. Zeile erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verse 2-10 sind eine Captatio Benevolentiae (Harry Rowohlt nannte das: Einschleimphase) in Form eines Dankgebetes, das ein Merkmal der paulinischen Briefe ist (Ausnahme: Galater, aus Gründen). Die Danksagung zieht sich bis 3,13, wo sie, wie ebenfalls bei Paulus üblich, mit einer Fürbitte für die Gemeinde abgeschlossen wird; sie umfasst damit mehr als die Hälfte des Briefes (Holtz, EKK XIII, S. 41f). In diesem ersten Abschnitt erinnert Paulus die Gemeinde in Thessaloniki daran, dass sie von Aposteln gegründet wurde und selbst die Aufgabe hat und wahrnimmt, als Boten des Evangeliums tätig zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Epheser_4&amp;diff=30996</id>
		<title>Epheser 4</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Epheser_4&amp;diff=30996"/>
		<updated>2021-06-02T19:45:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen / Parallelstellen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Deshalb&amp;lt;ref&amp;gt;Rückbezug auf Kap. 3,14ff: Dort hatte der Apostel darum gebeten, dass Gott den Ephesern seinen Hl. Geist gibt. Der Geist macht zum Handeln fähig. Weiter bittet der Apostel, dass Cristus in ihnen wohne und dass sie seine Liebe erkennen mögen. Was das bedeutet, wird in der folgenden Paraklese ausgeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; fordere ich euch auf (ermahne ich euch), der ich ein Gefangener im Herrn (durch den Herrn)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Präposition ἐν, „in“, kann man hier nicht räumlich verstehen - höchstens in einem übertragenen Sinne so, dass der Apostel sich als „Knecht“ Christi versteht und insofern sein Gefangener ist. Dann würde er seine Gefangenschaft (die vorausgesetzte Situation ist, dass Paulus aus dem Gefängnis schreibt, während er auf seine Überstellung nach Rom wartet) im Gefangensein „in“ Christus überboten und damit aufgehoben wissen. Man könnte das ἐν auch als Mittel verstehen: Durch Christus ist er ein Gefangener (weil er sein Apostel ist, wurde er gefangen genommen).&amp;lt;/ref&amp;gt;  bin, der Berufung, mit der ihr berufen wurdet, würdig zu leben&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: zu wandeln, sein Leben führen.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} in aller Demut und Freundlichkeit (Sanftmut), in Geduld, einander in Liebe annehmend,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} darum bemüht, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das (im) Band des Friedens; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen wurdet in einer Hoffnung, die mit eurer Berufung gegeben ist&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: eurer Berufung, vgl. zur Übersetzung BW Sp. 511: Der Genitiv kann die Grundlage der Hoffnung angeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} ein Gott und Vater aller,&lt;br /&gt;
der über allen und durch alle und in allen [ist].&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} {Aber} jedem einzelnen von euch wurde die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Daher sagt er (Psalm 68,19){{par|Psalm|68|19}}:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„aufsteigend zur Höhe nahm er {Kriegs}gefangene&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: führte er Kriegsgefangene in Kriegsgefangenschaft.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
gab er Gaben den Menschen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Das „er stieg hinauf“, was ist (bedeutet) das [anderes], als dass er auch hinabstieg zu den Niederungen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: der niedere Teil, zur Übersetzung vgl. BW Sp. 864.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Erde?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Der hinabstieg ist derselbe, der auch über alle Himmel hinaufstieg, damit er alles (das All) erfülle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und er bestellte zu (setzte ein) Aposteln (Abgesandten, Boten) die einen, andere zu Propheten, andere zu Evangelisten, andere zu Hirten und Lehrern,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} zur Anleitung (Zurichtung, wörtl.: Einrenken) der Heiligen zur Ausübung des Dienstes, zur Erbauung (zum Aufbau) des Leibes Christi, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} bis wir wir alle gelangen (hinkommen) zur Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum erwachsenen (ausgewachsenen) Mann, zum Maß des Alters der Vollreife Christi&amp;lt;ref&amp;gt;BW Sp. 699. Gemeint ist, dass Christus erwachsen ist, kein Unmündiger (und damit nicht voll rechtsfähiger).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} damit wir nicht mehr Unmündige sind, hin- und hergeworfen und umgetrieben von jedem Wind einer Lehre im&amp;lt;ref&amp;gt;Oder instrumental: durch das Spiel der Menschen.&amp;lt;/ref&amp;gt; {Würfel}spiel der Menschen, durch Verschlagenheit in Hinsicht auf die Arglist der Verführung (des Irrtums, Irrwahns),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} sondern, indem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, final aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir die Wahrheit sagen, an Liebe in jeder Hinsicht&amp;lt;ref&amp;gt;Akkusativ der Beziehung, BDR § 160, Anm. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf ihn hin wachsen, der das Haupt ist, Christus,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} von dem der ganze Leib zusammengefügt und zusammengehalten wird durch jedes zur Unterstützung dienende Band&amp;lt;ref&amp;gt;Hinter dem Bild steht der anatomische Begriff des Gelenkbandes, vgl. BW Sp. 618 und 251.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aufgrund der Kraft, die jedem einzelnen Glied (Teil) zugeteilt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: in dem Maß jedes einzelnen Teiles.&amp;lt;/ref&amp;gt; vollzieht der Körper sein Wachstum zum Aufbau seiner selbst durch (in) Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Dies nun sage ich und bezeuge es im (durch den) Herrn, dass ihr euer Leben nicht führen sollt, wie die Ungläubigen (die Völker, die Heiden) ihr Leben führen durch ihre Dummheit&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: durch die Torheit ihres Verstandes.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} ihr Verstand ist verfinstert, dem Leben Gottes sind sie entfremdet durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, durch die Verhärtung ihres Herzens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Die sich, abgestumpft, der Ausschweifung (Zügellosigkeit) ergeben, um alle möglichen Unsittlichkeiten (Schweinereien) auszuführen aus (durch, in ihrer) Habgier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Ihr aber habt Christus so nicht gelernt (kennengelernt),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} wenn ihr ihn denn gehört habt und in ihm unterwiesen wurdet, wie Wahrheit in Jesus ist,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} [nämlich]&amp;lt;ref&amp;gt;Das folgende ist abhängig von Vers 21, deshalb epexegetischer (erklärender) ACI, BDR § 406, Anm. 1, und § 394,2.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit der früheren Lebensweise den alten Menschen abzulegen&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist die Taufe, bei der, so die Vorstellung, der „alte Adam“ stirbt und man als neuer Mensch aus der Taufe kommt. Alternativ verwendet Paulus das m.E. sachgerechtere Bild vom „Anziehen“ Christi in der Taufe -&amp;gt; deshalb die weißen Gewänder der Neugetauften und der „domenica in albis“, der „weiße“ Sonntag nach Ostern, weil da die Taufen stattfanden. Die Taufe ist ein passiver Vorgang, den man „erleidet“, weshalb man eigentlich nicht aktivisch vom Ablegen des Alten Menschen sprechen kann. Es ist auch nicht gemeint, schlechte Gewohnheiten o.ä. aufzugeben, sondern tatsächlich ein qualitativer Unterschied, den man nicht selbst herbeiführen kann, weshalb dann Vers 24 von der Neuschöpfung spricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der zugrunde geht im Verlangen nach dem Schein&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Trug, Verführung, Ggs. ist die Wahrheit, ἀλήθεια, Vers 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} eure Einstellung (euren Sinn, eure Gesinnung) durch den Geist zu erneuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} und den neuen Menschen anzuziehen, der Gott gemäß geschaffen wurde in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Darum lasst das Lügen und „sprecht die Wahrheit, jeder mit seinem Mitmenschen (Nächsten)“ (Sacharja 8,16){{par|Sach|8|16}}, denn wir sind aufeinander angewiesen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Wir sind im Verhältnis zueinander Glieder.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} „Wenn ihr schon zornig sein müsst&amp;lt;ref&amp;gt;Der Imperativ drückt auch eine Bitte oder ein Zugeständnis aus: zürnen müsst ihr meinetwegen, aber sündigt dabei nicht, BDR § 387, Anm. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sündigt wenigstens nicht“ (Psalm 4,5){{par|Psalm|4|5}}. Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} gebt auch dem Teufel keine Chance (Gelegenheit, Möglichkeit, Anlass).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Wer bisher&amp;lt;ref&amp;gt;Das Partizip bezeichnet Vorhergegangenes, BDR § 339, Anm. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; stahl, stehle nicht mehr&amp;lt;ref&amp;gt;Etwas Bestehendes soll aufhören: Aufhören, Dieb zu sein, BDR § 336, Anm. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;, vielmehr {aber} mühe er sich, mit seinen eigenen Händen das Gute zu bewirken, damit er etwas hat, das er dem Bedürftigen geben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Kein schlechtes Wort komme aus eurem Mund, sondern wenn, dann ein Gutes, das aufbaut, wo Bedarf dazu besteht, damit es den Hörern Gottes Gnade mitteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, durch den ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Alle Bitterkeit, allen Fundamentalismus (Fanatismus, Erregtheit), allen Zorn, alles Jammern und Lästern schafft weg von euch mit allem Schlechten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Seid vielmehr zueinander gutmütig, barmherzig, und vergebt einander, wie Gott auch euch durch Christus vergeben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Epheser_6&amp;diff=30995</id>
		<title>Epheser 6</title>
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		<updated>2021-06-02T19:44:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn; denn das ist recht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ (Exodus 20,12; Deuteronomium 5,16), dies ist das erste Gebot mit einer Verheißung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} „damit es dir gut geht und du ein langes Leben hast&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Einer sein wirst, der ein langes Leben hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf der Erde“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und ihr Väter, erzürnt nicht eure Kinder, sondern zieht sie groß durch Strenge (Erziehung, Züchtigung) und Zurechtweisung (Ermahnung) des Herrn&amp;lt;ref&amp;gt;Die grammtische Konstruktion ist so, dass nicht die Väter streng sein sollen, sondern es um die Orientierung an Jesus geht. Rudolf Schnackenburg, EKK 10, schreibt: „Die Herrschaft Christi gibt allem notwendigen Mahnen und Zurechtweisen den Geist der Liebe … Beide Begriffe [Erziehung und Zurechtweisung] werden durch die Beifügung ‚des Herrn’ einem höheren Prinzip unterstellt, bei dem die … Weisung des Herrn den Ausschlag gibt“ (S. 268f). Franz Mußner, ÖTK 10, dagegen fasst „des Herrn“ als Genitivus subiectivus auf, die Erziehung, die der Herr durch den Vater übt. „Der Vater vertritt in seinem Erziehungswerk den Herrn, und die Erziehung besteht … in bewusster erzieherischer Arbeit, die in strenger Zucht und täglichen Ermahnungen besteht, ganz dem antiken Erziehungsideal entsprechend“ (S. 163). Diese Auslegung bietet ein Einfallstor für allerschwärzeste Pädagogik.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ihr Sklaven, gehorcht denen, die dem Äußeren&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: dem Fleisch.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach Herren sind, mit Furcht und Zittern in Aufrichtigkeit eures Herzens, wie Christus,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} nicht in Augendienerei&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. eine Arbeit, die nicht um ihrer selbst willen getan wird, sondern um dafür Anerkennung zu erhalten.&amp;lt;/ref&amp;gt;, als [solche], die Menschen gefallen wollen, sondern die als Sklaven Christi den Willen Gottes von Herzen gern&amp;lt;ref&amp;gt;ἐκ ψυχῆς heißt wörtlich „aus [erg.: ganzer] Seele“, vgl. BW Sp. 1782.&amp;lt;/ref&amp;gt; erfüllen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: tun.&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} die mit Freude (Lust, Eifer) dienen, als ob [sie] dem Herrn [dienen würden]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. BDR § 425.4: „ὡς steht vielfach beim Partizip als vergleichende Partikel …, so auch in der Verkürzung, bei der das Partizip ausgelassen ist“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und nicht Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} die wissen, dass jeder, wenn er etwas Gutes tut, dafür vom Herrn empfangen wird, [sei] er nun Sklave oder Frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und ihr Herren, tut dasselbe für sie, indem ihr das Drohen sein lasst, weil ihr wisst, dass ihr wie euer Herr im Himmel ist und es bei ihm kein Ansehen der Person gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Schließlich werdet stark (erstarkt) im Herrn und in der Stärke seiner Macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Legt an die volle Rüstung Gottes, damit ihr Widerstand leisten könnt gegen die Ränke (Schliche) des Teufels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Denn unser Kampf geht nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die (Geister)Mächte, gegen die Engelmächte, gegen die Weltherrscher&amp;lt;ref&amp;gt;Die Planeten, die gem. der Astrologie Einfluss auf den Menschen ausüben.&amp;lt;/ref&amp;gt; dieser Finsternis, gegen die Geister der Gemeinheit (Schlechtigkeit) im Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Deshalb nehmt die voll Rüstung Gottes auf, damit ihr am Bösen Tag widerstehen und nach dem Sieg über alles den Stand behaupten könnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Steht nun, um eure Hüfte gegürtet mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer (Brustharnisch) der Gerechtigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} und unter die Füße gebunden&amp;lt;ref&amp;gt;Vorgestellt sind Sandalen, die man an die Füße band.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} In jeder Hinsicht&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck ἐν πᾶσιν bedeutet „in allen Stücken, in jeder Hinsicht“, BW Sp. 1277. Rudolf Schnackenburg, EKK X, S. 273 übersetzt „zu all dem“, das scheint aber die Präposition ἐν nicht richtig wiederzugeben. Franz Mußner, ÖTK 10, S. 165  übersetzt „in allem“ - aber worauf bezieht sich „alles“? M.E. will der Apostel den Schild des Glaubens als wesentliches Ausrüstungsstück derstellen.&amp;lt;/ref&amp;gt; nehmt den Schild des Glaubens auf, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} und nehmt den Helm des Heils (der Rettung) und das Schwert des Glaubens, d.h.&amp;lt;ref&amp;gt;ὅ ἐστιν ist formelhaft und entspricht unserem d.h. = das heißt, BDR § 132.2.&amp;lt;/ref&amp;gt; das Wort Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Ihr betet durch jedes Gebet und [jede] Bitte allezeit im Geist, und dazu seid ihr wachsam in aller Ausdauer und Bitte für alle Heiligen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} und für mich, damit mir das Wort gegeben wird, wenn ich meinen Mund öffne&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Bei der Öffnung meines Mundes.&amp;lt;/ref&amp;gt;, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu offenbaren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} für das ich als Gesandter wirke in Fesseln, damit ich durch es unerschrocken rede, wie ich muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Damit aber auch ihr, was mich betrifft, wisst, wie es mir geht&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Was ich mache, vgl. BW Sp. 1400.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird euch Tychikos, der geliebte Bruder und treue Diener im Herrn, euch alles wissen lassen (kundtun),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} den ich darum zu euch schicke, damit ihr das, was uns betrifft, erfahrt und er eure Herzen tröste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Friede den Geschwistern&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: den Brüdern.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Liebe mit Glauben von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Die Gnade [sei] mit allen, die unseren Herrn Jesus Christus in Unvergänglichkeit&amp;lt;ref&amp;gt;ἀφθαρσίᾳ bezieht sich entweder auf die, die den Herrn liebhaben und als solche schon dem jenseitigen Leben angehören, oder auf den Herrn selbst, der in unvergänglicher Herrlichkeit thront, BW Sp. 251.&amp;lt;/ref&amp;gt; lieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Epheser_5&amp;diff=30994</id>
		<title>Epheser 5</title>
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		<updated>2021-06-02T19:43:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
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{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Werdet also Nachahmer Gottes als geliebte Kinder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} und lebt&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: führt euer Leben.&amp;lt;/ref&amp;gt; in Liebe, wie auch {der} Christus uns geliebt hat und sich selbst für dargebracht als Opfergabe und Opfer, zu einem wohlriechenden Duft für Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Unzucht&amp;lt;ref&amp;gt;Πορνεία bezeichnet jede Form illegitimer Sexualität.&amp;lt;/ref&amp;gt; aber und jede [Art von] Unsittlichkeit (Schamlosigkeit, Lasterhaftigkeit) oder Habgier soll keinesfalls bei euch gepflegt werden (bekannt sein), wie es sich für Heilige gehört,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} auch [nicht] unanständiges Verhalten, dummes Geschwätz oder Possenreißerei, was sich an sich nicht gehört&amp;lt;ref&amp;gt;Das Imperfekt der Ausdrücke der Notwendigkeit, Möglichkeit usw. ohne ἄν bezeichnen im klass. Griechisch, dass etwas tatsächlich notwendig ist oder war, aber doch nicht geschieht, hier also: was sich [eigentlich] nicht ziemt, [aber doch geschieht], BDR § 358.2.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern vielmehr Danksagung (Dankgebet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Denn dies wisst ihr ganz genau&amp;lt;ref&amp;gt;Hebraismus: Wiedergabe des hebr. Inf. abs. mit Verbum finitum durch das Partizip mit Verbum finitum, BDR § 422.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass kein [männlicher] Prostituierter („Stricher“) oder Unkeuscher (Unreiner) oder Habgieriger, das heißt, ein Götzendiener, Anteil (Heilsbesitz, Erbe) hat am Reich Christi und Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Niemand soll euch mit leeren Worten verführen (betrügen, betören): Deshalb nämlich kommt Gottes Zorhn über die Ungehorsamen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Die Kinder des Ungehorsams, ein Hebraismus.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Habt also keinen Anteil an ihnen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Werdet also nicht zu solchen, die an ihnen Anteil haben.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Ihr wart einst Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn; lebt als Kinder des Lichts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} - denn&amp;lt;ref&amp;gt;Parenthese&amp;lt;/ref&amp;gt; die Frucht des Lichts [ist, besteht in] lauter (größte, höchste, völlige) Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit und Wahrheit -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} und erwägt, was dem Herrn gefällt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} und habt keinen Anteil an den fruchtlosen (unfruchtbaren) Werken der Finsternis, vielmehr {aber auch, sogar} bringt sie an den Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Denn ihre&amp;lt;ref&amp;gt;Constructio ad sensum (= formale Inkongruenz des Pronomens ἀυτός); ὑπ᾽ἀυτῶν = von denen, die dem σκότος angehören, BDR § 282, Anm. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; heimlichen Taten auch nur zu erwähnen, ist eine Schande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Alles aber, was an den Tag kommt, wird vom Licht sichtbar gemacht,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} denn alles Sichtbare ist Licht. Darum heißt es&amp;lt;ref&amp;gt;Die Herkunft des Zitats ist unbekannt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;„Wach auf, Schläfer&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, wörtl.: Schlafender.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und steh auf&amp;lt;ref&amp;gt;Imperativ, die Endung -στα in der Koine statt -στῆτι.&amp;lt;/ref&amp;gt; von den Toten,&lt;br /&gt;
und Christus wird dir leuchten (aufgehen, erscheinen)“.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Achtet (seht, beobachtet) darum (also) sorgfältig (genau) [darauf], wie ihr lebt (euer Leben führt, wandelt): Nicht wie (als) Unweise, sondern wie (als) Weise,{{par|Kol|4|5}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} indem (wobei, und)&amp;lt;ref&amp;gt;Modales Ptc. coni.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr die Zeit nutzt (jede Gelegenheit nutzt; die Zeit kauft)&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „kauft die Zeit“. Ein Idiom, das jede der beiden angegebenen Bedeutungen haben kann, wobei „die Zeit nutzen“ als Übersetzung wahrscheinlicher ist (Louw Nida 68.73, TWNT ἐξαγοράζω, C2.)&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{par|Kol|4|5}} denn die Tage sind böse (schlimm). &lt;br /&gt;
{{S|17}} Deshalb werdet (seid&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schnackenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;) nicht gedankenlos (leichtsinnig, unverständig, töricht), sondern begreift (erkennt), was der Wille des Herrn [ist]!&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und betrinkt euch nicht [mit] Wein&amp;lt;ref&amp;gt;Instrumentaler Dativ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{par|Spr|23|31}} in dem (denn das ist) ein maßloser (wilder/selbstzerstörerischer) Lebensstil (Ausschweifung)&amp;lt;ref&amp;gt;Traditionell: „Ausschweifung“. Wo das Wort profan einen besonders verschwenderischen, zügellosen, selbstzerstörerischen Lebensstil bezeichnet, wird es in der Bibel auch bei deutlich geringeren Anlässen verwendet (TWNT, ἀσωτία). Menge: Liederlichkeit, LUT: unordentliches Wesen, EÜ: zügellos, GNB: liederlicher Lebenswandel, HfA: ausschweifendes Leben, NGÜ: zügelloses Verhalten.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist, sondern werdet (lasst euch) durch (mit, im) [den] Geist&amp;lt;ref&amp;gt;„Durch“ wurde aus grammatischen Gründen und im Blick auf den Gesamtkontext des Epheserbriefs der Vorzug gewährt (Genaueres s. NET Eph 5,18 Fußnote 26).&amp;lt;/ref&amp;gt; angefüllt (erfüllt), &lt;br /&gt;
{{S|19}} wobei (indem, sodass, damit, während) ihr zu einander mit (in) Psalmen (Lobliedern) und Lobliedern (Lobgesängen) und geistlichen Liedern sprecht, so dass (wobei, indem, und) ihr [in] eurem Herzen dem Herrn singt und lobsingt (Psalmen singt; spielt)&amp;lt;ref&amp;gt;Ins Deutsche allgemein als „[ein Musikinstrument] spielen“ übersetzt, was der ursprünglichen Wortbedeutung im klassischen Griechisch entspricht, scheint im NT eher der Aspekt des „Lobsingens“ und Gott Lobens im Mittelpunkt zu stehen; die ursprüngliche instrumentale Konnotation ist nur noch zweitrangig vorhanden (TWNT ψάλλω, Louw Nida 33.111).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&amp;lt;ref&amp;gt;Der Vers ist eine modale (bzw. konsekutive) Apposition (Ptz. präs.), die an V. 18 angehängt ist, sich dort an den Imperativ anschließt und folglich beschreibt, auf welche Weise oder zu welchem Ziel diese Geisteserfüllung geschehen soll; geht bis V. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} jederzeit für alles Gott dem Vater dankt&amp;lt;ref&amp;gt;Fortsetzung der Apposition aus V. 19; hier mit Komma (in V. 21 mit „und“) angeschlossen.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Namen des unseres Herrn Jesus Christus&lt;br /&gt;
{{S|21}} und euch einander in der Furcht [vor] Christus unterordnet,&amp;lt;ref&amp;gt;S. Fußnote in V. 20. Die meisten Bibelausgaben ordnen V. 21 dem folgenden Abschnitt über die Unterstellung der Frauen zu. Das ist insofern berechtigt, als dieser kein eigenes Prädikat hat, sondern das aus diesem Vers „übernimmt“. V. 21 hängt aber syntaktisch von V. 18 ab, während der folgende Abschnitt (Vv. 22-24) eine Ausführung des hier begonnenen Unterstellungsgebots ist. Egal ob man den neuen Abschnitt mit V. 21 (mit NA27) oder mit V. 22 (mit SBLGNT) beginnen lässt – wichtig ist, dass die Abhängigkeit des Gedankengangs vom Gebot in V. 18 herausgestellt wird. Vgl. NET Eph 5,22 Fußnote 31; Runge, &#039;&#039;Discourse Grammar&#039;&#039;, S. 289, 313 (Beispiel 168); s.a. Fußnote in V. 22. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|22}} die Frauen den eigenen Männern wie (als) dem Herrn,&amp;lt;ref&amp;gt;V. 22 hat in den besten Textzeugen kein eigenes Prädikat, ist also an V. 21 angehängt. Erst spätere Zeugen fügen ὑποτασσέσθωσαν bzw. ὑποτάσσεσθε (unterstellt euch) ein. Vgl. NET Eph 5,22 Fußnote 32, s.a. Fußnote V. 21. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|23}} denn [der] Mann ist [das] Haupt (der Kopf; „steht über“) der Frau, wie auch Christus [das] Haupt der Gemeinde [ist], er, [der] Retter des Körpers ([wobei] er selbst [der] Retter des Körpers [ist])&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Apposition wird verschieden übersetzt. „Er“ (ἀυτός) ist semantisch ein Wiederaufgreifen des Subjekts „Christus“, „Retter“ Subjektsidentifikationsergänzung. „Körper“ bezieht sich vermutlich auf die Gemeinde. Menge: „er freilich ist (zugleich) der Retter seines Leibes (d.h. der Gemeinde)“; am besten vielleicht ZÜR: „er, der Retter des Leibes“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|24}} So (sondern)&amp;lt;ref&amp;gt;Griech. ἀλλά (sondern) kommt praktisch immer in Kontrasten vor und markiert semantisch die Verbesserung des vorher negativ Gesagten (Runge, &#039;&#039;Discourse Grammar&#039;&#039;, 4.3 The use of ἀλλά to correct or replace). Hier liegt aber keine Gegenüberstellung vor, sondern eine genauere Ausführung (vgl. Phil 3,7-8, wo zwei Verse mit ἀλλά eingeleitet werden), deshalb wurde in Verbindung mit „wie“ „so“ gewählt. Andere Übersetzungen: „und“ (NGÜ), „wie nun“ (SLT, GNB), „also“ (ZÜR), „dennoch“ (Menge). &amp;lt;/ref&amp;gt; wie die Gemeinde sich {dem} Christus unterordnet, so [sollen sich] auch die Frauen [ihren] Männern in allem [unterordnen].&lt;br /&gt;
{{S|25}} {die} Männer, liebt [eure] Frauen, wie auch {der} Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie (um ihretwillen, an ihrer Stelle) ausgeliefert (übergeben, hingegeben, sein Leben gegeben)&amp;lt;ref&amp;gt;Dieses Wort kommt besonders häufig in der Beschreibung von Jesu Passion der Synoptiker vor, so wurde Jesus von Judas (Mk 14,10 par) ausgeliefert, vom Sanhedrin an Pilatus übergeben (Mk 15,1 par), von Pilatus an das Volk (Lk 23,25) und schließlich den Soldaten zur Hinrichtung (Mk 15,15 par) (TWNT, παραδίδωμι). Der Gedanke hier ist nun, dass Jesus sich dem freiwillig ausgesetzt, sich selbst „hingegeben“ (ältere Übersetzungen), ausgeliefert oder sein Leben gegeben hat. &amp;lt;/ref&amp;gt; hat:{{par|Gal|2|20}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} um (damit er) sie zu heiligen, indem (nachdem) er [sie] [mit dem] ([durch das], [im])&amp;lt;ref&amp;gt;Instr. Dativ, der anzeigt, dass die Gemeinde mit dem Wasserbad gereinigt wird, nicht mit dem Wort. S.a. nächste Fußnote. &amp;lt;/ref&amp;gt; Wasserbad&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „Bad des Wassers“. Meint nach Meinung vieler Ausleger vordergründig die Taufe, dann wäre „durch das Wort“ angehängt, um zu betonen, dass die Taufe als bloßes Zeichen nicht zum Reinigen fähig ist. Das „Wasserbad“ könnte zusätzlich hintergründig auf das Ritualbad einer Braut vor der Hochzeit anspielen (Schnackenburg). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Titus|3|5}} durch [das] (im, mit [dem]) Wort&amp;lt;ref&amp;gt;„Durch das Wort“ kann sich auch auf „heiligen“ beziehen. &amp;lt;/ref&amp;gt; reinigte (reinigt);&amp;lt;ref&amp;gt;Aufgelöstes Ptz. Aor. Die modale Deutung ist wahrscheinlich, eine temporale oder kausale möglich; die genaue Bewertung hängt von der Deutung des „Wasserbads“ ab. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Ezechiel|16|8|14}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} um so (damit er) selbst die Gemeinde [als] herrlich (wunderbar; angesehen, geehrt) vor (für) sich hinzustellen&amp;lt;ref&amp;gt;So alle deutschen Übersetzungen. &amp;lt;/ref&amp;gt; (sich zu präsentieren&amp;lt;ref&amp;gt;So alle englischen Übersetzungen. &amp;lt;/ref&amp;gt;, für sich zu schaffen/aufzustellen&amp;lt;ref&amp;gt;So Louw/Nida; DBL Greek. &amp;lt;/ref&amp;gt;), die keinen Fleck oder eine Runzel (Falte) oder etwas Derartiges (dergleichen, Ähnliches) hat,&amp;lt;ref&amp;gt;Auflösung eines Ptz. Präs. als Relativsatz. Auch möglich: konsekutiv/final, modal oder durch Weglassung des Verbs mit „ohne“. &amp;lt;/ref&amp;gt; sondern so, dass (damit, um) sie heilig und fehlerlos (makellos, tadellos) ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser komplizierte Vers betont zwei Dinge: 1. Dass Jesus derjenige ist, der dies mit der Gemeinde tut (αὐτὸς ἑαυτῷ  ~ „er selbst für sich“); 2. mit welchen Qualitäten er sie ausstattet. Der Schlüssel zum Verständnis der Teile 27b und c ist das Adjektiv „herrlich“ (ἔνδοξος). „Als“ wurde eingefügt, um deutlich zu machen, dass das Wort nicht das Verb „hinstellen“ (παρίστημι) modifiziert (also die Art und Weise der Handlung beschreibt), sondern das Ergebnis, also die Gemeinde in ihrem neuen Zustand, den der Rest des Verses beschreibt (vgl. ZÜR). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|28}} So sollen (müssen, sind verpflichtet) auch die Männer ihre Frauen wie (als) ihren eigenen Körper lieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: „Die Männer sollen... so lieben wie ihren“, οὕτως (so) wird dann nicht zum Vergleich mit dem Vorhergehenden, sondern dem unmittelbar Folgenden interpretiert (Muddiman). &amp;lt;/ref&amp;gt; Wer seine Frau liebt,&amp;lt;ref&amp;gt;Auflösung eines subst. Ptz. Präs.&amp;lt;/ref&amp;gt; [der] liebt sich selbst.{{par|Lev|19|18}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Denn (ja, nämlich) niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, im Gegenteil (sondern, vielmehr, aber, nein) ernährt und versorgt (pflegt) [man es], genau wie auch Christus die Gemeinde [ernährt und versorgt],&amp;lt;ref&amp;gt;Die Wendung „ernähren und versorgen“ entstammt damals üblichen Eheverträgen (Witherington). Das Wortspiel drückt aus: Die Liebe zur Ehefrau ist wie die Liebe zum eigenen Körper – das solltet ihr ja schon aus euren Eheverträgen wissen, und Christus macht es mit der Gemeinde übrigens genauso. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|30}} weil wir Glieder (Körperteile) seines Körpers sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Viele westliche Textzeugen ergänzen ein leicht abgewandeltes LXX-Zitat aus Gen 2,23a (ἐκ τῆς σαρκὸς αὐτοῦ καὶ ἐκ τῶν ὀστέων αὐτοῦ = „von seinem Fleisch und von seinen Knochen“), das wahrscheinlich nachträglich zur Verdeutlichung eingefügt wurde (NET Eph 5,30 Fußnote 39); vgl. Menge. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|31}} Deshalb verlässt (lässt zurück; wird verlassen)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Futur ist in diesem Vers (alle Verben) wie das zitierte hebräische Imperfekt in Gen 2,24 gnomisch zu verstehen, markiert also eine grundsätzliche Beobachtung und keine zukünftige Handlung. &amp;lt;/ref&amp;gt; ein Mann (Mensch) {den} Vater und {die} Mutter und vereint sich (tut sich zusammen) mit (zu) seiner Frau, und die beiden werden (sind; werden sein) zu einem Fleisch. {{par|Gen|2|24}}&amp;lt;ref&amp;gt;Der Vers ist ab „und vereint sich“ wörtlich aus der LXX zitiert, die ihrerseits dem Masoretischen Text sehr genau folgt. Davor sind die einzigen Abweichungen eine andere einleitende Konjunktion (ἀντὶ τούτου statt ἕνεκα) und das Fehlen der der Possessivpronomina. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Mk|10|7}}{{par|Mt|19|5}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Dieses Geheimnis ist groß; ich aber spreche über (beziehe/deute [es] auf) Christus und über die Gemeinde. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Jedenfalls (doch, nun, wie dem auch sei)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Übersetzung hängt von der Deutung ab – markiert πλήν einen starken Kontrast (Muddiman) oder zeigt es eine abschließende Zusammenfassung an (Bruce)? Beides ist möglich (Schnackenburg). Die Übersetzung folgt NSS (vgl. REB). Menge kombiniert: „Doch wie dem auch sei“. &amp;lt;/ref&amp;gt; sollt auch ihr, {die} jeder einzelne [von euch],&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. NSS. &amp;lt;/ref&amp;gt; seine eigene Frau so lieben&amp;lt;ref&amp;gt;Der 3. Sg. Ipv. wurde hier mithilfe des Hilfsverbs „sollen“ wiedergegeben – das wurde an den Satzanfang verlegt und in die 2. Pl. Gesetzt, damit der komplizierte Satz auf Deutsch überhaupt funktioniert. Viele Übersetzungen arbeiten stattdessen mit Hilfskonstruktionen in der Art von „Jedenfalls gilt auch für euch“ (EÜ, ZÜR, NGÜ, GNB). &amp;lt;/ref&amp;gt; wie sich selbst, und (aber) [jede] Frau {dass} soll&amp;lt;ref&amp;gt;ἵνα+Konj. entspricht dem Ipv. &amp;lt;/ref&amp;gt; [ihren] Mann respektieren (mit Achtung begegnen, fürchten).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Vers ist Schlussklammer des Thema ab, wie V. 21 seine Anfangsklammer war. Er bietet die Schlussfolgerung der Erklärung der gegenseitigen Unterordnung, wie sie in V. 21 begonnen wurde. Vor diesem Hintergrund ist auch das „Fürchten“ hier als Ausdruck von Respekt oder Ehrfurcht zu verstehen (Bruce). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Korinther_3&amp;diff=30993</id>
		<title>1 Korinther 3</title>
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		<updated>2021-06-02T19:42:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Ich aber, Brüder, vermochte (konnte) nicht mit euch zu reden wie zu Geistlichen&amp;lt;ref&amp;gt;gemeint sind natürlich nicht kirchliche Amtsträger, sondern solche, die den Hl. Geist haben&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern wie zu Fleichschlichen&amp;lt;ref&amp;gt;ein unglücklicher Ausdruck; gemeint ist: sie gehören der Sphäre des σάρξ, des &amp;quot;Fleisches&amp;quot; an, dem Paulus das πνεύμα gegenüberstellt. Es geht nicht um eine Dichotomie zwischen Leib und Seele, sondern um die göttliche und die menschliche Sphäre. Vllt. ist der Begriff &amp;quot;Materialisten&amp;quot; angemessener, aber er ist durch die philosoph. Theorie vorbelastet&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie zu Kindern (Unreifen, Unmündigen) in Bezug auf Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Milch ließ ich euch trinken, nicht [feste] Speise; denn ihr konntet [sie] noch nicht [essen, verdauen]. Aber nicht einmal jetzt könnt ihr,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} noch nämlich seid ihr fleischlich (materialistisch). Da&amp;lt;ref&amp;gt;ὅπου kausal = ἐπεί, Conzelmann S. 88 Anm. 7&amp;lt;/ref&amp;gt; nämlich in euch Aggressivität (Streitlust)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Aggressivität (Streitlust)&#039;&#039; - meist: „Eifersucht“, doch das Wort bezeichnet hier - wie oft - eine leidenschaftliche feindselige Einstellung gegenüber anderen, die die menschliche Gemeinschaft vergiftet (EWNT II, S. 248f). Treffender daher „Aggressivität/Streitlust/...“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Zorn (ist =) herrscht, seid ihr da nicht fleischlich (materialistisch) und lebt nach menschlicher Weise (Stil)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Denn wenn einer sagt: Ich bin Pauliner&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: des Paulus - es geht um verschiedene &amp;quot;Parteien&amp;quot;, die sich nach den Personen benennen, die sie getauft haben&amp;lt;/ref&amp;gt;, ein anderer aber: ich Apolliner, seid ihr dann nicht Menschen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Was ist denn Apollos? Was aber ist Paulus? Diener (Helfer), durch die ihr gläubig geworden seid, und jeder [so], wie der Herr gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Ich habe angepflanzt, Apollos hat gegossen (bewässert), aber Gott hat wachsen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Sodass weder der etwas ist, der pflanzt, noch der, der begießt, sondern der, der wachsen lässt, Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Wer anpflanzt (wörtl.: der Anpflanzende) aber und wer gießt (wörtl.: der Gießende) sind eins, jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen gemäß der eigenen Arbeit (Mühe).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Gottes Mithelfer (Mitarbeiter) nämlich sind wir, Gottes Ackerfeld, Gottes Bau (Gebäude) seid ihr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben (geschenkt) wurde, habe ich wie&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: als.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein weiser (sachverständiger, erfahrener) Baumeister den Grundstein (das Fundament) gelegt, ein anderer aber baut darauf auf. Jeder aber sehe, wie er darauf aufbaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Denn einen anderen Grundstein (ein anderes Fundament) kann niemand legen als den, der gelegt ist, das ist Jesus Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Wenn aber jemand auf den Grundstein (das Fundament) Gold, Silber, Edelstein, Holz, Gras (Heu)&amp;lt;ref&amp;gt;als Baustoff, z.B. Grashütte&amp;lt;/ref&amp;gt;, Schilf (Stroh) aufbaut,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} wird das Werk eines jeden offenbar (sichtbar, kenntlich, bekannt) werden, denn der Tag&amp;lt;ref&amp;gt;Paulus meint den &amp;quot;Tag des Herrn&amp;quot;, nicht wie im Sprichwort: &amp;quot;Die Sonne bringt es an den Tag&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; wird es offenbar machen (kundtun), denn (weil) im Feuer wird es offenbart (aufgedeckt, ans Licht gebracht). Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer prüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er aufgebaut hat, wird er Lohn empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Wenn jemandes Werk verbrennen wird, wird er Schaden leiden (bestraft werden), er selbst aber wird gerettet werden, aber so (derartig) wie durch Feuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Wisst ihr nicht, dass ihr ein&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Zeit des Paulus gibt es nur den einen Tempel in Jerusalem; der Ausdruck stammt aus dem Hebräischen, wo das regierende Nomen im status constructus stets ohne Artikel steht, auch wenn es determiniert wird, vgl. BDR § 259. Diese Determinierung erfolgt ja auch in Vers 17. Man sollte hier deshalb „der Tempel“ übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Wenn jemand den Tempel Gottes vernichtet (zerstört, verdirbt, zugrunde richtet), wird Gott diesen vernichten (zerstören, verderben, zugrunde richten); denn der Tempel des Herrn ist heilig - das seid ihr!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Keiner soll sich selbst betrügen: wenn jemand als Weise gilt bei euch in dieser Weltzeit (Äon), soll er ein Narr werden, damit er weise wird (um weise zu werden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott. Denn es steht geschrieben (Hiob 5,12f): „Der die Weisen fängt in ihrer Verschlagenheit“,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} und wiederum (Psalm 93,11): „Der Herr (er)kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig (eitel) sind“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} So soll sich keiner rühmen bei den Menschen. Denn alles ist euer,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} ob Paulus, Apollos, Kephas, die Welt, das Leben, der Tod, Gegenwärtiges oder Zukünftiges: alles ist euer,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_12&amp;diff=30992</id>
		<title>Römer 12</title>
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		<updated>2021-06-02T19:41:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung folgt später}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung|Vers 21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}} Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse mit dem Guten! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Ich fordere euch (ermahne euch) im Folgenden (nun), liebe Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich:Brüder.&amp;lt;/ref&amp;gt;, beim Erbarmen Gottes&amp;lt;ref&amp;gt;Es handelt sich um eine dringende Bitte, zu der Gottes Erbarmen beschworen wird, vgl. BDR § 223.5 und Käsemann, 314.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf, dass ihr eure Körper (Leiber) darbringt zu einem lebendigen, heiligen Opfer, das Gott gefällt, eurem vernünftigen (geistigen) Gottesdienst&amp;lt;ref&amp;gt;Hingabe des Leibes und geistiger oder „vernünftiger“ Gottesdienst stehen nur scheinbar im Widerspruch zueinander. Für Paulus besteht christlicher Gottesdienst in der ganzen christlichen Existenz, nicht nur in einer kultischen Handlung an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Zeit. Insofern ist dieser Gottesdienst „vernünftig“, weil er sich in  Übereinstimmung mit Gottes Willen vollzieht, vgl. Käsemann, 314-317.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und passt euch nicht dieser Zeit an (stellt euch nicht dieser Zeit gleich), sondern verwandelt&amp;lt;ref&amp;gt;Paulus spielt hier auf die Taufe an, durch die ein*e Christ*in vom alten Äon in das bereits angebrochene Reich Christi wechselt und „verwandelt“ wird, vgl. Käsemann, 317.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch (gestaltet euch um) durch Erneuerung eures Denkens, womit ihr prüft, was Gottes Wille ist: Das Gute, das [Gott] Wohlgefällige, das Vollkommene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Vermöge der&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. BDR § 223.5.&amp;lt;/ref&amp;gt; (durch die) Gnade, die mir gegeben ist, weise ich jede*n bei euch an&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sage ich jede&#039;r von euch. Durch die Berufung auf die verliehene Gnade verleiht Paulus seiner Aussage großes Gewicht, sodass „sage ich“ als übersetzung zu schwach ist, vgl. Käsemann, 320.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sich nicht zu überheben&amp;lt;ref&amp;gt;Es geht hier gegen den Enthusiasmus bzw. die „Schwärmerei“, der im Ergriffensein vom  Hl. Geistes zu „Höhenflügen“ ansetzt, die sich von der Existenz der Christen und der christlichen Lehre lösen, vgl. Käsemann, 320.&amp;lt;/ref&amp;gt; über das hinaus, was man denken soll (was zu denken sich ziemt), sondern bedacht zu sein auf Vernunft (Besonnenheit)&amp;lt;ref&amp;gt;Es handelt sich hier um ein Wortspiel mit den Begriffen ὑπερφρονεῖν - φρονεῖν - σωφρονεῖν, sich überschätzen - denken, meinen - besonnen sein.&amp;lt;/ref&amp;gt;, jede*r, wie ihr* Gott das Maß des Glaubens zugeteilt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Denn wie wir an einem Körper (Leib) viele Organe (Glieder) haben, die Organe (Glieder) aber nicht alle dieselbe Funktion erfüllen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} so sind wir, die Vielen, ein Körper (Leib) in Christus, aber im Verhältnis zueinander Organe (Glieder).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Wir haben aber unterschiedliche [Geistes]Gaben (Charismen) nach der Gnade, die uns gegeben wurde,&lt;br /&gt;
sei es Prophetie in Übereinstimmung mit dem Glauben,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} sei es Dienst (Diakonie) im Dienen,&lt;br /&gt;
sei es Lehren  in der [überlieferten] Lehre,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} sei es jemand, der [seelsorgerlichen] Beistand leistet (Trost spendet) in der Seelsorge.&lt;br /&gt;
Wer [Almosen] weiterleitet&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist wohl das Amt des „Kassenwartes“, der die Almosen sammelt und weiterleitet, vgl. Käsemann, 330.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [tue es] aufrichtig.&lt;br /&gt;
Wer [der Gemeinde] vorsteht, sei beflissen.&lt;br /&gt;
Wer Barmherzigkeit übt&amp;lt;ref&amp;gt;Im Sinne einer pflegerischen Tätigkeit, vgl. Käsemann, 330.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sei dabei freundlich (heiter, fröhlich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Keinem vergeltet Böses mit Bösem, [vielmehr] seid bedacht auf Gutes gegenüber jedermann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Wenn möglich, lebt, was euch betrifft (soviel an euch liegt) mit jedermann&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: mit allem, was Mensch heißt, i.S.v. „alle Welt“, „jedermann“ BDR § 275.&amp;lt;/ref&amp;gt; in Frieden (haltet Frieden mit jedermann).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Rächt euch nicht selbst, ihr Lieben (Geliebte), sondern gebt Raum dem Zorn [Gottes]&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist das göttliche Gericht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Denn es steht geschrieben (Dtn 32,35) {{par|Deuteronomium|32|35}}: „Mir gehört die Rache, ich will vergelten“, spricht der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Vielmehr (Spr 25,21f) {{par|Spr|25|21}}: „Wann immer (wenn) deinen Feind hungert, speise ihn. Wann immer (wenn) ihn dürstet, lass ihn trinken. Denn indem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, final aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; du das tust, wirst du Feuerkohlen (brennende Kohlen) auf seinem Haupt aufhäufen“&amp;lt;ref&amp;gt;Dieses Wort bezieht sich nicht auf ein göttliches Strafgericht, sondern dass man den Gegner mit dieser unerwarteten guten Tat beschämt und zur Reue bewegt, vgl. Käsemann, S. 336f.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Werde nicht besiegt vom Bösen, sondern siege durch das Gute über das Böse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kapitel 12 beginnt die sogenannte „Paränese“, eine Ermahnung an die Gemeinde in Rom im Sinne eines Katechismus, der Hinweise zu einer christlichen Lebensführung gibt. Dabei haben die ersten beiden Verse die Funktion einer Überschrift, die den Grund für das christliche Verhalten angibt: „Hingabe der Leiber ist die aus der Rechtfertigungsbotschaft folgende zentrale Forderung Gottes“ (Käsemann, 315). Der „Gottesdienst“ findet nicht in Form einer kutlischen Handlung statt, sondern umfasst das ganze Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verse 3-8 führen aus, wie jede*r auf unterschiedliche Weise durch die Taufe mit Gottes Geist begabt wurde. „Wenn jeder Christ mit der Taufe den Geist und seine persönliche κλησις [Berufung] empfing, ist er insofern auch Chraismatiker“ (Käsemann, 322). „Der Charis [Gnade] Gottes entspricht jener Reichtum, der nach 1.K 7,7 jeden Charismatiker sein lässt …, und zwar ständig … Das muss so sein, wenn anders Charisma wirklich die Konkretion und Individuation des Geistes ist und der Modus der persönlichen Berufung. Pls hat auf diese Weise das allgemeine Priestertum aller Gläubigen begründet und ihnen nicht bloß im privaten Dasein, sondern in eschatlogischer Öffentlichkeit und jure divino [durch göttliches Recht] Autorität in wie gegenüber der Gemeinde zugesprochen … Jeder Christ ist in seinem durch göttliche Gnade ihm zugemessenen Stande unvertretbar und besitzt darin eine von der Gemeinde anzuerkennende Autorität“ (Käsemann, 322f).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In sich geschlossen, handeln [die Verse] 17-21 vom Thema der Vergeltung, das gerade in Zeiten der Verfolgung akut wird“ (Käsemann, S. 336). Unter dem Thema der Liebe, das über dem gesamten Abschnitt VV 9-21 steht, wird der Gemeinde eine Paränese gegeben, eine Mahnung, wie sie sich der ihnen gegenüber feindselig auftretenden Umwelt verhalten soll. Dabei wird dem Einzelnen viel Spielraum gelassen, wie er die Mahnungen des Paulus konkret durch sein Verhalten umsetzen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Apostelgeschichte_6&amp;diff=30991</id>
		<title>Apostelgeschichte 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Apostelgeschichte_6&amp;diff=30991"/>
		<updated>2021-06-02T19:41:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} {Aber} in jenen Tagen, nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;Genitivus absolutus, temporal (nachzeitig) aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Zahl der Jünger zugenommen hatte, kam bei den „Hellenisten“&amp;lt;ref&amp;gt;Die Griechisch sprechenden Judenchristen im Gegensatz zu den Aramäisch sprechenden. Es handelt sich um Juden aus der griechischen Diaspora (z.B. Alexandria), die wegen ihres Glaubens oder aus sentimentalen Gründen nach Jerusalem gezogen waren - viele von ihnen als „Rentner“ -, weshalb es unter ihnen überproprotional viele Witwen gab, vgl. Weiser, ÖTK 3/1, Exkurs S. 168f, und Haenchen, S. 218. Sie feierten separat Gottesdienst in griechischer Sprache, standen dem Tempelkult kritisch gegenüber und waren daher sehr empfänglich für den christlichen Glauben. Es wird zwischen den griechisch und aramäisch sprechenden Judenchristen Konflikte gegeben haben (Konfliktpotenzial gab es genug: Kritik am Tempelkult vs. Nähe zu/Identifikation mit dem jerusalemer Tempel, Spannung zwischen „Einheimischen“ und „Zugezogenen“), die den Grund für das „Übersehen“ der Witwen bildeten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unwille auf gegen die „Hebräer“&amp;lt;ref&amp;gt;Die ortsansässigen, aramäisch sprechenden Judenchristen, die der jüdischen Gemeinde noch sehr nahe standen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, weil sie bei der täglichen Unterstützung (Versorgung) deren Witwen übersahen (nicht bedachten, vernachlässigten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizipium coniunctum, temporal (nachzeitig) aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; aber die Zwölf [Apostel] die Menge der Jünger zusammengerufen hatten, sprachen sie: Es ist nicht gut (richtig), dass wir das Wort Gottes vernachlässigen, um für die Mahlzeiten zu sorgen&amp;lt;ref&amp;gt;BW Sp. 1643. Hier liegt ein Wortspiel mit Vers 4 vor: Dem „Dienst an den Tischen“ wird dort der „Dienst am Wort“ gegenübergestellt.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Seht euch daher, liebe Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Brüder.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um nach sieben&amp;lt;ref&amp;gt;Sieben Mitglieder bilden den Ortsverband jüdischer Gemeinden, Weiser, ÖTK 5/1, S. 168.&amp;lt;/ref&amp;gt; Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben, voller Geist und Weisheit, die wir zu diesem Dienst bestellen (einsetzen) werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} wir aber werden uns dem Gebet und dem Dienst am Wort widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und die Rede fand Anklang bei&amp;lt;ref&amp;gt;Semitismus: ἐνώπιον steht für das Hebräische לִפְנֵי֙ und steht hier nur für den Dativ, BW Sp. 547, BDR § 187,2, Anm. 2 und § 4, Anm. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; allen aus der Menge, und sie wählten Stephanus, ein Mann, erfüllt von Glaube und Heiligem Geist, {und} Philippus und Prochorus, {und} Nikanor {und}, Timon und Parmenas, und Nikolaus, den Konvertiten&amp;lt;ref&amp;gt;Anders als die „Hellenisten“ ist er nicht durch seine jüdischen Eltern Jude, sondern ist als „Heide“ zum jüdischen Glauben konvertiert und ließ sich beschneiden, vgl. BW Sp. 1431.&amp;lt;/ref&amp;gt; aus Antiochien,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} die stellten sie vor die Apostel, und nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal (nachzeitig) aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie gebetet hatten, legten sie ihnen die Hände auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger zu Jerusalem nahm sehr zu, auch eine große Zahl (Menge) an Priestern hing dem Glauben an&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: gehorchen, Folge leisten.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Stephanus aber, angefüllt mit Gnade und Kraft, tat große Wunder und Zeichen im volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Es standen aber einige auf aus der sogenannten der Libertiner und Kyrener und Alexandiner und aus Kilikien und Asien, um mit Stephanus zu streiten (oder Beiordnung: und stritten mit Stephanus)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Dann stifteten sie Männer an zur Aussage: Wir haben gehört, wie du gesagt hast blasphemische (gotteslästerliche/lügenhafte) Worte gegen Mose und Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie hetzten das Volk auf und die Ältesten und die Schriftgelehrten und als sie hinzugetreten waren, packten sie ihn und führten in vor den Hohen Rat (Synhedrion). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und sie stellten falsche Zeugen auf, die sagen: Dieser Mensch hört nicht auf, Worte zu sagen gegen diesen heiligen Ort und das Gesetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Wir haben nämlich gehört, wie er sagte: Dieser Jesus von Nazareth wir diesen Ort zerstören und verändern die Bräuche, die uns Mose gegeben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und als alle, die im Hohen rat (Synhedrion) saßen, ihn anschauten, sahen sie sein Gesicht wie das Gesicht eines Engels. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahl und Einsetzung der Sieben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gliederung:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1 Einleitung mit Zeit- und Situationsangabe (Konflikt) sowie Begründung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2-6 Lösung des Konfliktes&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
7 Wachstums-Summarium&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Nach: Weiser, ÖTK 5/1, S. 164)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Apostelgeschichte_1&amp;diff=30990</id>
		<title>Apostelgeschichte 1</title>
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		<updated>2021-06-02T19:40:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Kategorie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Sehr verehrter Theophilus, mein erstes Buch schrieb ich über alles, was Jesus begann zu bewirken und zu lehren&lt;br /&gt;
{{L|2}} bis zu dem Tag, als er in den Himmel aufgenommen wurde nachdem er den Aposteln, die er sich ausgewählt hatte, durch die Kraft des Heiligen Geistes Anweisungen gab.&lt;br /&gt;
{{L|3}} Ihnen stellte er sich auch nach seinem Leiden&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: Sterben&amp;lt;/ref&amp;gt; mit vielen sicheren Beweisen als Lebendig dar. Während der vierzig Tage, die er ihnen erschien erklärte er ihnen Dinge über das Königreich Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Das erste  Buch&amp;lt;ref&amp;gt;λόγος heißt hier „Buch“; Lukas bezieht sich auf das Evangelium. πρῶτος λόγος ist der erste Teil eines mehrbändigen Werkes.&amp;lt;/ref&amp;gt; [Meine erste Schrift] {zwar}&amp;lt;ref&amp;gt;Ein „μέν solitarium“ ohne entsprechendes δέ (Haenchen S. 107), wird hier nicht übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; habe ich (gemacht =) verfasst von allem, (oh) lieber (verehrter) Theophilos, was Jesus {begann}&amp;lt;ref&amp;gt;Pleonasie: ἄρχω „umschreibt das Verbum Finitum im Stil der LXX. Sie gibt damit das hebr. ענה wieder“ und wird nicht übersetzt, Haenchen S. 108, Anm. 4, vgl. BW Sp. 225.&amp;lt;/ref&amp;gt; hervorzubringen [zu tun, zu bewirken] und zu lehren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} bis zu dem Tag, als&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; er entrückt (in die Höhe genommen, aufgenommen) wurde, nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; er den Aposteln, die er (sich) ausgewählt hatte, durch den heiligen Geist befahl (Anweisungen gab, gebot).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ihnen erwies er sich {auch}&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: Vers beginnt mit &amp;quot;und&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; als lebendig (Lebender)&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip&amp;lt;/ref&amp;gt; nach seinem Sterben (Leiden)&amp;lt;ref&amp;gt;παθεῖν hier nicht leiden, sondern sterben, vgl. die griech. Redensart „παθεῖν ἤ ἀποθῖσαι“, „sterben oder zahlen“ (Geld oder Leben), Haenchen S. 110, Anm. 4. Anders sieht dies z.B. Siebenthal, S. 613 f&amp;lt;/ref&amp;gt; durch viele (sichere) Beweise, während&amp;lt;ref&amp;gt;Möglich wäre auch: Nach vierzig Tagen; hier sind aber die wiederholten Erscheinungen des Auferstandenen gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; vierzig Tagen erschien er ihnen und sprach zu (erklärte) ihnen über das (was, das ... betrifft) Reich (die Königsherrschaft, das Königreich) Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und während (als) er mit ihnen (zusammensaß) zusammen aß&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst. Grundbedeutung ist &amp;quot;zusammenkommen mit&amp;quot;; Haenchen leitet σθναλίζομαι von ἅλς, Salz, ab: zusammen mit jem. Salz essen = gemeinsames Essen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, befahl er ihnen, nicht von Jerusalem fortzugehen, sondern die Verheißung des Vaters&amp;lt;ref&amp;gt;a) Das vom Vater Verheißene = der hl. Geist, b) die Verheißung als ein Wort, daher: ἀκούετε.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu erwarten, „die ihr von mir gehört habt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Denn Johannes hat {zwar} mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit heiligem Geist getauft werden (nicht lange nach diesen Tagen =) in wenigen Tagen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Die {zwar} nun&amp;lt;ref&amp;gt;μὲν οὖν hebt das Folgende vom Vorangehenden ab, Haenchen S. 114; dort auch die übrigen Stellen in der Apostelgeschichte.&amp;lt;/ref&amp;gt; zusammengekommen waren, fragten ihn {und sprachen}: „Herr, wirst du (zu dieser Zeit =) jetzt die Königsherrschaft für&amp;lt;ref&amp;gt;Dativ&amp;lt;/ref&amp;gt; Israel wiederherstellen&amp;lt;ref&amp;gt;Terminus Technicus der eschatologischen Sprache: Die Herstellung der rechten Ordnung durch Gott/ Jesus in der Endzeit, Haenchen S. 114, Anm. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Er aber sprach zu ihnen: „Euch ist nicht [gegeben], die Zeiträume oder Zeitpunkte zu kennen, die der Vater in seiner (Voll)Macht festgelegt hat,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} aber (sondern) ihr sollt (werdet) die Kraft (Macht) des heiligen Geistes empfangen, der&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], relativisch aufgefasst&amp;lt;/ref&amp;gt; über euch kommen wird, und ihr sollt (werdet) meine Zeugen sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samarien und bis zum fernsten Land (Ende der Erde)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgefasst.&amp;lt;/ref&amp;gt; er dies gesagt hatte, sahen sie, wie (dass) er aufgehoben wurde und eine Wolke ihn vor ihren Augen verbarg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und während&amp;lt;ref&amp;gt;ἀτενῖζοντες ἦσαν ist eine Periphrase (Umschreibung), die den zeitlichen Rahmen angibt, in dem sich etwas ereignet, Haenchen S. 119, Anm. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie gespannt in den Himmel blickten, wohin&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]]&amp;lt;/ref&amp;gt; er gegangen war, da, (siehe =) plötzlich, standen zwei Männer&amp;lt;ref&amp;gt;angeli interpretes, Deuteengel. „Sie haben hier keine andere Aufgabe, als den Menschen zum rechten Verständnis der Situation zu verhelfen“. Haenchen, S. 120, Anm. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei ihnen in weißer Kleidung (weißen Gewändern),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}}  die {auch}&amp;lt;ref&amp;gt;Das καί darf hier nicht übersetzt werden, Haenchen a.a.O., Anm. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sprachen: „Ihr Galiläer, was steht ihr da und&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beigeordnet&amp;lt;/ref&amp;gt; schaut zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch in den Himmel aufgenommen wurde, wird so [wieder]kommen, (auf welche Weise =) wie ihr ihn in den Himmel gehen saht“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Dann kehrten sie nach Jerusalem zurück vom Berg, der Ölberg genannt wird, der ist nahe bei Jerusalem, einen Sabbatweg&amp;lt;ref&amp;gt;Die am Sabbat zu gehen erlaubte Wegstrecke betrug 2000 Ellen = 880 m. In Lukas 24,50 fährt Jesus von Bethanien aus in den Himmel auf. „Es sieht so aus, als ob er [Lukas] von der Topographie Jerusalems keine genaue Vorstellung besessen hat“, Haenchen, S. 121, Anm. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und als sie hineinkamen&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen ist: in die Stadt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, stiegen sie zum Obergemach hinauf, wo sie sich gewöhnlich&amp;lt;ref&amp;gt;Periphrase, vgl. Anm. zu Vers 10.&amp;lt;/ref&amp;gt; aufhielten, Petrus {und}, Johannes {und}, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus Alphaios, Simon, der Zelot (Eiferer) und Judas, [der Sohn] des Jakobus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Diese alle blieben beharrlich beim Gebet mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und in jenen Tagen stellte sich Petrus in die Mitte der Brüder [und] sprach – es war {auch} die Menge der Namen (Personen) [in der] Gemeinschaft (?, beisammen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[in der] Gemeinschaft (?, beisammen)&#039;&#039; - &#039;&#039;epi to auto&#039;&#039; („beisammen“, ein aus mehreren Worten bestehendes Adverb) wäre hier unproblematisch. Wegen der Verwendung der selben Wortgruppe v.a. in [[Apostelgeschichte 2#s44 |Apg 2,44.47]], aber auch in [[Apostelgeschichte 2#s1 |Apg 2,1]], sollte man aber besser hier wie dort die Wortgruppe als Hebraismus mit der Bedeutung „als/in der Gemeinschaft“ deuten (s. [http://offene-bibel.de/wiki/Apostelgeschichte_2#note_bm FN bm]): „Zur Gemeinschaft gehörten damals ungefähr 120 Personen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; ungefähr 120 –:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Liebe Brüder&amp;lt;ref&amp;gt;Anrede, vgl. ἄνδρες Ἀθηναίοι in der Apologie des Sokrates.&amp;lt;/ref&amp;gt;, es musste die Schrift erfüllt werden, die der Heilige Geist vorhersagte (im voraus sagte) durch den Mund Davids über Judas, der zum Führer der Häscher (Greifer) Jesu wurde,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} denn er gehörte zu uns und empfing den Lohn dieses Dienstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Dieser nämlich&amp;lt;ref&amp;gt;μὲν οὖν, vgl. Anm. zu Vers 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; kaufte einen Acker vom (Lohn der Ungerechtigkeit =) ungerechten Lohn, und als er vornüber stürzte&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], gleichzeitig aufgefasst.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zerbarst er krachend in der (Leibes)Mitte, und seine Eingeweide quollen heraus (ergossen sich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} {Und} das wurde allen Bewohnern Jerusalems bekannt, sodass jener Acker in ihrer eigenen Sprache „Akeldamach“ genannt wird, das bedeutet Blutacker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn es steht im Psalmbuch {geschrieben}{{KeinExport}} [[Psalm 29,26]]{{KeinExport_Ende}}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;„Sein Gehöft soll wüst werden&lt;br /&gt;
und (es soll keiner sein, der in ihm wohnt =) keiner mehr in ihm wohnen“,&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
und{{KeinExport}} [[Psalm 109,8]]{{KeinExport_Ende}}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;„sein Aufsichtsamt soll ein anderer empfangen“.{{NurExport|| {{par|Psalm|29|26}}{{par|Psalm|109|8}} ||NurExport_Ende}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}}  Es muss nun von allen den Männern, die mit uns gegangen sind in all der Zeit, in der ausging und einging bei uns der Herr Jesus, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} angefangen von der Taufe des Johannes bis zu dem Tag als er von uns weg aufgenommen wurde, einer von diesen (muss) Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und sie stellen zwei, Joseph der Barnabas genannte, der den Beinamen Justus hat, und Matthias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und nachdem sie gebetet hatten, sprachen sie: Du Herr, der Herzenskenner aller, zeige von diesen zweien einen, den du ausgewählt hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} damit er in Empfang nimmt das Amt dieses Dienstes und das Apostelamt von dem Judas zur Seite getreten ist um zu seinem eigenen Ort zu gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und sie gaben ihnen Lose und das Los fiel auf Matthias und wurde inmitten der elf Apostel hinzugestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Festtagstexte]]&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_15&amp;diff=30989</id>
		<title>Markus 15</title>
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		<updated>2021-06-02T19:40:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Kategorie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung kann erstellt werden}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesus vor Pilatus))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}Und dann früh am Morgen, nachdem sich die Hohepriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem gesamten hohen Rat beraten hatten und nachdem sie Jesus fesseln liessen, führten sie ihn ab und lieferten ihn an Pilatus aus. &lt;br /&gt;
{{L|2}}Und Pilatus fragte ihn: „Bist etwa du der König der Juden?“ Er antwortete ihm: „Du selbst sagst das.“ &lt;br /&gt;
{{L|3}}Da brachten die Hohepriester viele Anklagen gegen ihn vor. &lt;br /&gt;
{{L|4}}Und Pilatus fragte ihn erneut: „Gibst du keine Antwort? Sieh doch, wie fest sie dich beschuldigen!“ &lt;br /&gt;
{{L|5}}Jesus gab aber keine Antwort mehr, worüber Pilatus sich wunderte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesus wird zum Tod verurteilt))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|6}}Nun war es aber so, dass Pilatus anlässlich des Festes einen Gefangenen freiliess, den das Volk bestimmte. &lt;br /&gt;
{{L|7}}Es gab aber einen, der Barabbas genannt wurde, dieser wurde zusammen mit den Aufständischen festgenommen, welche während des Aufstandes einen Mord begangen hatten. &lt;br /&gt;
{{L|8}}Und die Menschenmenge zog zu Pilatus hinauf und begann ihn darum zu bitten, auch wieder so zu handeln, wie er es bisher für sie getan hatte. &lt;br /&gt;
{{L|9}}Und Pilatus antwortete ihnen: „Wollt ihr, dass ich euch den ‚König der Juden‘ freilasse?“ &lt;br /&gt;
{{L|10}}Denn er wusste, dass die Hohepriester ihn aus Neid überliefert hatten. &lt;br /&gt;
{{L|11}}Die Hohepriester aber stifteten die Menschenmenge dazu an, vielmehr die Freilassung von Barabbas zu fordern. &lt;br /&gt;
{{L|12}}Und Pilatus sprach erneut zu ihnen und sagte: „Was wollt ihr denn, dass ich mit dem mache, den ihr den ‚König der Juden‘ nennt?“&amp;lt;ref&amp;gt;Alternative Lesart: Was nun tue ich mit dem König der Juden?&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{L|13}}Sie aber schrien erneut: „Kreuzige ihn!“ &lt;br /&gt;
{{L|14}}Und Pilatus sagte zu ihnen: „Was hat er denn Schlechtes getan?“ Sie aber schrien maßlos: „Kreuzige ihn!“ &lt;br /&gt;
{{L|15}}Da aber Pilatus der Menschenmenge gefallen wollte, ließ er ihnen Barabbas frei und übergab Jesus, nachdem er ihn ausgepeitscht hatte, damit er gekreuzigt werde. &lt;br /&gt;
{{L|16}}Und die Soldaten führten ihn in den Hof – das ist das sogenannte Prätorium – und riefen die gesamte Truppe zusammen. &lt;br /&gt;
{{L|17}}Und sie zogen ihm einen Purpurmantel an, flochten eine Krone aus Dornenpflanzen und setzen sie ihm auf. &lt;br /&gt;
{{L|18}}Und sie begannen, ihn zu grüßen: „Sei gegrüßt, König der Juden!“ &lt;br /&gt;
{{L|19}}Und sie schlugen seinen Kopf mit einem Rohr und bespuckten ihn. Und sie gingen auf die Knie und beteten&amp;lt;ref&amp;gt;Das griechische Wort προσκυνεω wird im Kontext des NT immer nur in Hinblick auf die Verehrung eines Gottes verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihn an. &lt;br /&gt;
{{L|20}}Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und sie zogen ihm seine Kleider an. Dann führen sie ihn ab, um ihn zu kreuzigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesus wird gekreuzigt))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|21}}Und sie zwangen einen Passanten, einen gewissen Simon von Kyrene, der vom Feld kam, Vater von Alexander und Rufus, damit er dessen Kreuz träge. &lt;br /&gt;
{{L|22}}Und sie brachten ihn zu dem Ort Golgata – das heißt übersetzt: Ort des Schädels. &lt;br /&gt;
{{L|23}}Und sie gaben ihm Wein, der mit Myrrhe vermischt war, er aber nahm ihn nicht. &lt;br /&gt;
{{L|24}}Und sie kreuzigen ihn und teilten seine Kleider, indem sie darüber ein Los warfen&amp;lt;ref&amp;gt;(Ps 22,19)&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{L|25}}Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. &lt;br /&gt;
{{L|26}}Und als Inschrift seiner Schuld stand über ihm geschrieben: &amp;lt;poem&amp;gt;Der König der Juden.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Die beiden Verbrecher am Kreuz))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|27/28}}Und zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Verbrecher, einen zur seiner Rechten und einen zur seiner Linken. &amp;lt;ref&amp;gt;Eine alternative Lesart ergänzt Vers 28: Und erfüllt wurde die Schrift, die sagt: Mit den Ungerechten wurde er zusammengetan.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{L|29}}Und die Vobeilaufenden, lästerten über ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: „Aha! Wenn du den Tempel niederreißen und in drei Tagen aufbauen willst, &lt;br /&gt;
{{L|30}}dann rette dich selbst, indem du von dem Kreuz herabsteigst!“ &lt;br /&gt;
{{L|31}}Genauso spotteten auch die Hohepriester und die Schriftgelehrten miteinander: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. &lt;br /&gt;
{{L|32}}Der Retter, der König Israels, er soll jetzt von dem Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben!“ Und die Mitgekreuzigten beleidigten ihn auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesus stirbt))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|33}}Und zur sechsten Stunde, begann eine Finsternis über dem ganzen Land, die bis zur neunten Stunde andauerte. &lt;br /&gt;
{{L|34}}Und zur neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: „Eloi, eloi, lema sabachthani?“ Das heißt übersetzt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und als einige der Beistehenden dies hörten, sprachen sie: „Seht doch, er ruft Elia.“&lt;br /&gt;
{{L|36}}&lt;br /&gt;
{{L|37}}&lt;br /&gt;
{{L|38}}&lt;br /&gt;
{{L|39}}&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und dann frühmorgens, nachdem die Oberpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem gesamten Synedrium Rat gehalten hatten (einen Plan gefasst hatten) [und] nachdem sie Jesus gefesselt hatten, führten sie ihn ab und lieferten ihn an Pilatus aus. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und Pilatus fragte ihn: „Bist &#039;&#039;du&#039;&#039; der König der Juden (Judäer)?“ Er {aber} antwortete ihm {und sagt}: „Du sagst [es].“&lt;br /&gt;
{{S|3}} {Und} [da] klagten ihn die Oberpriester vieler [Dinge] an.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Pilatus fragte ihn erneut {und sagte}: „Antwortest du nichts? Siehe, wie viel sie dich beschuldigen!“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Jesus aber antwortete nicht länger, sodass Pilatus sich wunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Nun ließ er ihnen zum Fest &#039;&#039;einen&#039;&#039; Gefangenen frei, den sie erbaten.&lt;br /&gt;
{{S|7}}  Es war aber einer, der Barabbas genannt wurde [und] mit den Aufständischen gefangen, worden war, welche während des Aufstandes einen Mord begangen hatten.&lt;br /&gt;
{{S|8}}  Und die Menschenmenge stieg hinauf und begann zu bitten, [zu tun] was er für sie zu tun pflegte.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und Pilatus antwortete ihnen {und sagte}: „Wollt ihr, dass ich euch den ‚König der Juden (Judäer)‘ freilasse?“&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn er wusste, dass die Oberpriester ihn aus Neid übergeben hatten.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Die Oberpriester aber hetzten die Menschenmenge auf, dass er ihnen vielmehr Barabbas freilassen solle.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und Pilatus antwortete ihnen erneut [und sagte]: „Was nun wollt ihr, dass ich [mit dem] mache, den ihr den ‚König der Juden (Judäer)‘ nennt?“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollt ihr&#039;&#039; und &#039;&#039;den ihr nennt&#039;&#039; nicht in allen Zeugen vorhanden. Es könnte sich um eine Anpassung an [[Matthäus 27#s21|Mt 27,21.22]] handeln oder einem Versuch den Hohepriestern den Titel König der Juden in den Mund zu legen. Wir folgen hier der Entscheidung NA27/28 (TCNT, S.99) Alternative Leseart: &#039;&#039;&#039;Was nun tue ich mit dem König der Juden?&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Sie aber schrien erneut: „Kreuzige ihn!“&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und Pilatus sagte zu ihnen: „Was hat er denn Schlechtes getan?“ Sie aber schrien maßlos: „Kreuzige ihn!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Da aber Pilatus der Menschenmenge gefallen wollte, ließ er ihnen Barabbas frei, und übergab Jesus, nachdem er ihn gegeißelt hatte, damit er gekreuzigt werde.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die Soldaten führten ihn in den Hof – das heißt: das Prätorium – und {sie} riefen&amp;lt;ref&amp;gt;Historisches Präsens&amp;lt;/ref&amp;gt; die gesamte Truppe zusammen.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und sie ziehen ihm einen Purpurmantel an, und sie flochten eine Krone aus Dornen und setzen sie ihm auf.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sie begannen, ihn zu grüßen: „Sei gegrüßt, König der Juden (Judäer)!“&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und sie schlugen seinen Kopf mit einem Rohr und bespuckten ihn, und sie gingen auf die Knie und beteten ihn an.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;προσκυνεο&#039;&#039;&#039; wird im Kontext des NT immer nur in Hinblick auf die Verehrung eines Gottes verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus, und sie zogen ihm seine Kleider an. Dann führen sie ihn ab, um ihn zu kreuzigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und sie zwangen&amp;lt;ref&amp;gt;Historisches Präsens&amp;lt;/ref&amp;gt; einen Passanten, einen gewissen Simon Kyrene, der vom Feld kam, von Vater von Alexander und Rufus, damit er sein (dessen) Kreuz träge.&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie bringen ihn zu dem Ort Golgata – das heißt übersetzt: Ort des Schädels.&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und sie gaben ihm mit Myrrhe vermischten Wein, er aber nahm [den Wein] nicht.&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie kreuzigen ihn und &#039;&#039;{sie} teilten seine Kleider, indem sie ein Los über {sie} [die Kleider] warfen&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Historisches Präsens&amp;lt;/ref&amp;gt;{{KeinExport}}(([[Psalm 22#s19 |Ps 22,19]])){{KeinExport_Ende}}, wer was nähme.{{NurExport|| {{par|Psalm|22|19}} ||NurExport_Ende}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und als Inschrift seiner Schuld stand über [ihm] geschrieben: Der König der Juden (Judäer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und zusammen mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zur seiner Rechten und einen zur seiner Linken.&lt;br /&gt;
{{S|28}} {Und erfüllt wurde die Schrift[, die sagt]:  Mit den Ungerechten wurde er [zusammengetan] {angerechnet}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Sollte in Lesefassug entfallen.&#039;&#039;&#039; Vers 28 fehlt in den wichtigsten und frühsten Zeugen. Eine nachträgliches Hinzufügen aufgrund von [[Lukas 22#s37| Lk 22,37]] scheint wahrscheinlicher als eine nachträgliche Streichung (TCNT, S.99).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und die Vobeilaufenden lästerten {über} ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: „Aha! Der [du] den Tempel niederreißt und in drei Tagen aufbaust,&lt;br /&gt;
{{S|30}} rette dich selbst, [indem du] von dem Kreuz herabsteigst!“&lt;br /&gt;
{{S|31}} Genauso spotteten auch die Oberpriester zueinander mit den Schriftgelehrten{ und sagten}: „Andere hat er gerettet, sich selbst vermag er nicht zu retten.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Der Gesalbte (Christus), der König Israels, er soll jetzt von dem Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben!“ Und die Mitgekreuzigten {mit ihm} beleidigten ihn [auch]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} Und zur sechsten Stunde, geschah eine Finsternis über dem ganzen Land bis zur neunten Stunde.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und zur neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: „Eloi, eloi, lema sabachthani?“&amp;lt;ref&amp;gt;Die Form ελωι ist zum einen besser bezeugt und steht der aramäischen Fassung von Ps 22,2 {{Hebr}}אֱלָהִי{{Hebr ende}} näher. Dies gilt auch für den letzten Teil des Psalmzitats: λεμα σαβαχθανι. Die hebräische Fassung von Psalm 22,2 lautet: {{Hebr}}אֵלִי אֵלִי לָמָה עֲזַבְתָּנִי{{Hebr ende}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das heißt übersetzt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als einige der Beistehenden [dies] hörten, sprachen sie: „Siehe, er ruft Elia.“&lt;br /&gt;
{{S|36}} Jemand aber lief [und] füllte einen Schwamm [mit] Essig und steckte [ihn] auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: „Halt, lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen!“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und tat seinen letzten Atem.&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und der Vorhang des Tempels wurde entzwei zerrissen von oben nach unten.&lt;br /&gt;
{{S|39}} Als nun der Centurio, der ihm gegenüber dabeistand, sah, dass er auf diese Weise schrie [und] seinen letzten Atem tat, sagte er: „Wahrlich, dieser Mensch war[und bleibt]&amp;lt;ref&amp;gt;Imperfekt consecutivum&amp;lt;/ref&amp;gt; Gottes Sohn!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|40}} Es waren aber auch Frauen [anwesend], die von Weitem zuschauten, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren (Kleineren) und Joses, und Salome,&lt;br /&gt;
{{S|41}} {und} die ihm, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten und viele andere [Frauen], die mit ihm nach Jerusalem hinaufgestiegen&amp;lt;ref&amp;gt;Ptz. fem. - Daher Frauen ergänzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; waren. &lt;br /&gt;
{{S|42}} Und als es Abend wurde, weil es der Tag der Vorbereitung war, das heißt: der Tag vor dem Sabbat,&lt;br /&gt;
{{S|43}} kam Josef von Arimatäa, ein angesehenes Mitglied des Rates, der auch selbst das Reich Gottes angenommen hatte, wagte [es] und ging hinein zu Pilatus, und {er} bat um den Leichnam (Leib) von Jesus.&lt;br /&gt;
{{S|44}} Pilatus aber wunderte sich, dass er schon gestorben sei, und er rief den Centurion herbei und fragte ihn, ob er lange gestorben sei.&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und als er [es] von dem Centurion erfuhr, gab er Josef den Leichnam. &lt;br /&gt;
{{S|46}} Und er kaufte ein Leinentuch und nahm ihn herab, wickelte [ihn] in das Leinentuch, und {er} legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war, und er rollte einen Stein vor den Eingang (Tür) des Grabes.&lt;br /&gt;
{{S|47}} Aber Maria Magdalena und Maria, die [Mutter] von Joses, sahen, wo er hingelegt worden war. &lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karfreitag]]&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Amos_4&amp;diff=30988</id>
		<title>Amos 4</title>
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		<updated>2021-06-02T19:39:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung kann erstellt werden}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Hört dieses Wort,&lt;br /&gt;
_[Ihr] Kühe vom Baschan&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kühe vom Baschan&#039;&#039; - Unklares und viel diskutiertes Bild. Gemeint sind vielleicht die Priester des „Kalbs von Samaria“, einem Gottesbild in einem Heiligtum, das nach der Plünderung Bethels durch Salmanassar um 725 als Ersatz in Samaria erbaut worden war (s. [[Hosea 8#s5 |Hos 8,5f.]]; [[Hosea 10#s5 |10,5f.]]; [[Hosea 13#s1 |13,1f.]]; von diesem Kalb spricht auch [[Amos 8#s14 |Am 8,14]] – das ist jedenfalls die natürlichste Bed. der Vv.; für einen alternativen Vorschlag s. Na&#039;aman 2017). Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nicht mehr die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nachelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f., die die Kühe allgemein auf die Verehrer(innen) israelitischer Stierbilder beziehen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Diefs ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten: Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. Von Baschan-&#039;&#039;Kühen&#039;&#039; statt Baschan-Stieren ist sonst aber nirgends die Rede. Deshalb denken die meisten, dass das Bild für die Ehefrauen reicher Israeliten stehe. Mit „Baschan“ wäre dann vielleicht auch noch ein Wortspiel in dieses Bild eingebaut: Das verwandte arab. &#039;&#039;baṯane&#039;&#039; heißt w. „fruchtbare Ebene“, ist damit aber gleichzeitig ein Bild für „weiche Mädchen“ (vgl. Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1964, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) Nachkommen an Stacheln“; gerade diese Stelle ließe sich aber sogar sehr gut als G-Shift erklären), ist bisher unerklärt. Häufig werden auch diese fem. Formen der Verben und Personalpronomen als Indizien dafür genommen, dass die Kühe für weibliche Adressatinnen stehen, aber das Fem. lässt sich auch leicht als Kongruenz mit dem fem. „Kühe“ erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;Daneben war v.a. früher die Deutung verbreitet, dass es sich hier auch um männliche reiche Israeliten oder Fürsten handle (so schon Tg, Hieronymus, Kyrill; auch Rosenmüller, Schmoller; auch Syr macht die Kühe zu „Männern“), wonach dann aber das „Kühe“ statt „Stiere“ unerklärlich wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Die ([sind] =) ihr seid auf dem Berg Samarias,&lt;br /&gt;
Die (bedrücken =) ihr bedrückt Schwache,&lt;br /&gt;
_Die (misshandeln =) ihr misshandelt Arme,&lt;br /&gt;
Die (sprechen =) ihr sprecht zu deren Herren:&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zu deren Herren&#039;&#039; - auch, wenn man die „Kühe“ als Frauen ausdeutet, heißt dieses Wort sehr wahrscheinlich nicht „zu euren (Ehe-)Männern“, wie z.B. EÜ, H-R, HER05, MEN, NeÜ, NL und ZÜR 31 übersetzen (ähnlich PAT: „Eheherrn“). Diese Bed. hat &#039;&#039;`adon&#039;&#039; („Herr“) nie (auch nicht in [[Genesis 18#s12 |Gen 18,12]]; [[1 Könige 1#s17 |1 Kön 1,17]]; [[Psalm 45#s12 |Ps 45,12]]. In [[1 Könige 1#s17 |1 Kön 1,17]] gehört das Wort zu einer heb. Höflichkeitsstrategie, s. dort. In [[Psalm 45#s12 |Ps 45,12]] ist der „Herr“ gleichzeitig König und wird daher so genannt. Wirklich in Frage kommt einzig [[Genesis 18#s12 |Gen 18,12]]; weil es aber so wenig idiomatisch wäre, sollte man diese Stelle besser als Spiel mit [[Genesis 18#s3 |Gen 18,3]] deuten); sonst wird dafür &#039;&#039;`isch&#039;&#039; oder &#039;&#039;ba´al&#039;&#039; verwendet. Die „Herren“ sind die Herren der Schwachen und Armen. Wer &#039;&#039;tatsächlich&#039;&#039; der Herr ist, sagt dann aber gleich V. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_ „Bring! Durst!“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Durst!&#039;&#039; - W. „Wir wollen trinken!“, „Lass uns trinken!“ oder „sodass wir trinken können!“. Im Heb. ist die Zeile aber äußerst knapp formuliert mit nur zwei Wörtern; stilgerechter wie oben. Ob hier noch die Kuh-Metapher waltet und also diese Baschan-Kühe so faul sind, dass man ihnen sogar das Wasser zum Trinken bringen muss, oder ob hier von genusssüchtigen Menschen die Rede ist, die Wein trinken wollen, ist nicht direkt erkennbar; an sich wird aber ja schon mit 1c („Berg von &#039;&#039;Samaria&#039;&#039;“) und dann auch hier mit dem „sprechen“ mit der Kuh-Metapher gebrochen; wahrscheinlicher ist daher Letzteres.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Es schwört (schwur) der Herr JHWH bei seiner Heiligkeit: {{par|Amos|6|8}} {{par|Amos|8|7}} {{par|Jesaja|14|24}} {{par|Jesaja|62|8}} {{par|Jeremia|51|14}}&lt;br /&gt;
_„Ja, siehe, Tage kommen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kommen&#039;&#039; ist Partizip, nicht Yiqtol, was verwendet würde, wenn hier etwas über die Tage &#039;&#039;voraus&#039;&#039;gesagt würde. Gottes Entscheid steht bereits so fest, das schon damit die Tage &#039;&#039;bereits jetzt am Kommen sind&#039;&#039;. Exakt gleich [[Jeremia 30#s3 |Jer 30,3]]; [[Ezechiel 30#s9 |Ez 30,9]]; [[Sacharja 11#s6 |Sach 11,6]]. Daher auch die dreifache Hervorhebung des Ausspruchs mit „Ja“ und „siehe“ und dem Gottesschwur in der vorigen Zeile. Im Heb. ist „bringt!“ in V. 1 und „es kommen“ hier das selbe Wort; in die LF könnte man dieses Wortspiel übertragen mit „ich bringe Tage über euch...“&amp;lt;/ref&amp;gt; über euch&lt;br /&gt;
Und [dann] werdet ihr weggetragen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wegtragen&#039;&#039;: Wortspiel; &#039;&#039;nß`&#039;&#039; heißt im Piel häufig „erhöhen“ (und „unterstützen“) und im Nifal häufig „erhaben sein“. Gerade das wird mit den Angesprochenen hier aber nicht gemacht und gilt nun nicht mehr für sie.&amp;lt;br /&amp;gt;Das Wort könnte sowohl Nifal als auch Piel sein. Die einzige Bed., die hier einigermaßen passt, ist in beiden Stammformen die Bed. „etw./jmd. (weg)tragen“ im Nifal (s. [[2 Könige 20#s17 |2 Kön 20,17]] und [[Jesaja 39#s6 |Jes 39,6]]; [[Jesaja 49#s22 |Jes 49,22]]; [[Jesaja 66#s12 |66,12]]; [[Jeremia 10#s5 |Jer 10,5]]); die Bed. „jmdn fortziehen“ oder „deportieren“ ist nicht belegt. S. dann nächste FN.&amp;lt;/ref&amp;gt; an Haken (auf Schilden, in Körben, mit Seilen, in Gestachel)&lt;br /&gt;
_Und eure Nachkommen (euren Rest, euer Ende [wird sein]) an Fischhaken (mit Fischharpunen, in Fischkesseln, in Fischerbooten, in dunkles Dorngestrüpp)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Datei:Fischtransport.jpg|mini|rechts|Ägyptische Abbildungen vom Fischtransport. (c) Sahrhage 2008: Fishing in Ancient Egypt]][[Datei:AmSeil.jpg|mini|rechts|Oben links: Rollsiegel: Hadad führt Bullen an der Leine. (c) Ward 1910: The Seal Cylinders of Western Asia.&amp;lt;br /&amp;gt;Unten links: Relief: Angeln in Assyrien. (c) Layard 1849: The Monuments of Nineveh.&amp;lt;br /&amp;gt;Rechts: Stele: Esarhaddon führt Gefangene am Nasenseil. (c) Börker-Klähn 1982: Altvorderasiatische Bildstelen und vergleichbare Felsreliefs.]]2cd sind sehr schwierig, da gleich drei Begriffe unklar sind. Vielleicht muss man hier an den Transport gefangener Fische denken wie oben rechts und unten links. Damit wird poetische Gerechtigkeit hergestellt: Gerade sie, die aus &#039;&#039;Trunksucht&#039;&#039; die Armen knechteten, werden nun würdelos abtransportiert wie Fische auf dem Trockenen. Alternativ wird hier gesagt: „Von euren fruchtbaren Weiden werdet ihr in dunkles Dorngestrüpp verschleppt“, s.u.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Die drei unklaren Begriffe sind &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;ṣinnot&#039;&#039; (hier: „an Haken“) und &#039;&#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sirot dugah&#039;&#039; (hier: „an Fischhaken“, w. „Haken der Fischerei“). Dabei ist keiner der Begriffe wirklich unbekannt. (a) Am wenigsten umstritten ist &#039;&#039;dugah&#039;&#039;, das fast stets von &#039;&#039;dag&#039;&#039; „Fisch“ abgeleitet wird und dann als „Fischerei“ gedeutet wird (aber s.u.). (b) Das dazugehörige fem. &#039;&#039;sirot&#039;&#039; scheint auf den ersten Blick vom mask. oder fem. (hier also fem.) &#039;&#039;sir&#039;&#039; I („Topf, Kessel“) zu kommen. Daneben gibt es ein mask. &#039;&#039;sir&#039;&#039; II („Dorn“) mit dem mask. Pl. &#039;&#039;sirim&#039;&#039;. (c) &#039;&#039;ṣinnot&#039;&#039; ist auf den ersten Blick der Plural des fem. &#039;&#039;ṣinnah&#039;&#039; („Schild“), neben dem es außerdem ein ähnliches mask. &#039;&#039;ṣen&#039;&#039; („Stachel“) gibt, dessen Pl. aber, da mask., &#039;&#039;ṣinnim&#039;&#039; lautete wie in [[Ijob 5#s5 |Ijob 5,5]]; [[Sprichwörter 22#s5 |Spr 22,5]]. Außerdem ist im späten Aramäisch das fem. Wort &#039;&#039;ṣinna`&#039;&#039; („Korb“) belegt, dessen Plural ebenfalls wie hier &#039;&#039;ṣinnot&#039;&#039; wäre.&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Auf den ersten Blick scheint daher der Vers zu sagen: „Ihr werdet fortgetragen auf Schilden und eure Nachkommen in Fischereitöpfen.“ oder „...in Körben und Fischereitöpfen.“ Die erste Variante ist sinnlos, so aber PAT. Bei der zweiten Variante wäre zu denken an einen Fischtransport wie oben auf dem Bild unten rechts abgebildet ist. So schon Michaelis, Prätorius 1918, S. 1251 und wesentlich stärker rezipiert Paul 1991. Aber ganz richtig Yoder 2015, S. 101: Das aram. Wort ist zu spät überliefert, als dass man es guten Gewissens schon für die Abfassungszeit des Amos-Buches annehmen darf. Außerdem ist ein Kessel kein Transportmittel, und was ein „Fischereikessel“ sein soll, ist auch ungewiss (Paul&#039;s „fisherman&#039;s pot“ ist witzigerweise eigentlich die Bezeichnung eines Fischgerichts).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Häufiger orientiert man sich daher an den jeweiligen maskulinen Substantiven „Dorn“ und „Stachel“, die aber hier fem. wären, weil sie künstlich verfertigt sind (gut Maag 1951, S. 190, zum Fem. von Instrumenten vgl. GKC §122m-o; JM §134i). „Dorn“ an sich ist dann noch nicht gut verständlich, aber die Parallele „Fischereistachel“ machte dann klar, dass es sich dann entweder um Angelhaken oder um Fischspeere handeln müsste. „Fischspeer“ wählen viele dann deshalb, weil man annimmt, dass im Alten Israel nicht geangelt worden sei, aber das ist unwahr: In Israel wurden eine ganze Reihe von Angelhaken ausgegraben (s. jüngst Rosenberg/Chasan 2020), darunter einige in Tell el-Kheleifeh, die man heute ins 8.-6. Jhd. v. Chr. datiert (dazu vgl. [https://www.bible.ca/archeology/bible-archeology-exodus-kadesh-barnea-ezion-geber-nelson-gluecks-1938-1940-excavations-tell-el-kheleifeh-reappraisal-gary-pratico-1985ad.htm Pratico 1985]). Auch in der Bibel ist es klar belegt, s. [[Ijob 40#s26 |Ijob 40,26]]; [[Ezechiel 29#s4 |Ez 29,4f.]]; [[Habakuk 1#s15 |Hab 1,15]]. Recht schwierig an dieser Deutung ist, dass für Angelhaken im Heb. mit &#039;&#039;ḥakkah&#039;&#039; und &#039;&#039;ḥaḥ&#039;&#039; / &#039;&#039;ḥo&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ḥ&#039;&#039; (das ebenfalls ursprünglich „Dorn“ heißt) bereits zwei Vokabeln zur Verfügung standen. Yoder 2015, S. 97 will das damit erklären, dass der Hirte Amos gezielt zwei landwirtschaftliche Begriffe auf die Fischerei übertragen hätte – aber warum? Die Rede von den Haken / Speeren jedenfalls wird dann entweder aufs Angeln übertragen (für eine Abbildung s. rechts; gemeint wäre quasi: „ihr werdet aus eurer Heimat herausgeangelt“. S. z.B. TAF: „man wird euch mit Angeln heraufholen und eure Nachkommen mit Haken zum Fischen“, ähnlich BB, LUT, TUR, ZÜR) oder man geht noch häufiger davon aus, dass sowohl „Haken“ als auch ganz merkwürdig „Fischereihaken“ den Nasenring einer Kuh bezeichne (s. rechts und vgl. vgl. [[Ezechiel 19#s9 |Ez 19,9]]), die von ihrer Weide fortgezogen wird (EÜ: „man holt euch mit Fleischerhaken weg, und was dann noch von euch übrig ist, mit Angelhaken“), oder dass Letzteres ebenso merkwürdig für den Fischspeer stehe, der auch zum Antreiben der Kühe verwendet worden sei (Jeremias 1995: „Man treibt euch fort mit Stacheln und die Letzten von euch mit Harpunen“). Beides stimmt aber nicht mit dem (häufigen) Verb zusammen (s. vorige FN); wenn überhaupt, sollte man daher besser nicht ans Angeln, sondern an den Fisch-&#039;&#039;Transport&#039;&#039; denken.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Einigermaßen verbreitet ist schließlich noch der Vorschlag von Schwantes 1967, &#039;&#039;ṣinnot&#039;&#039; sei mit dem akk. &#039;&#039;ṣinnatu&#039;&#039; („Nasenseil“) verwandt (z.B. Fleischer 1989, S. 84; Reimer 1992, S. 92; Soggin 1987; Wolff 1969). Zu denken wäre dann entweder an den assyrischen Usus, Gefangenen in der Tat ein Nasenseil anzulegen (vgl. [[2 Könige 19#s28 |2 Kön 19,28]] und [[Jesaja 37#s29 |Jes 37,29]]; [[2 Chroniken 33#s11 |2 Chr 33,11]]; [[Ezechiel 38#s4 |Ez 38,4]] und s. rechts), oder es waltete auch hiernach noch die Kuh-Metapher und man hätte an Kühe zu denken, die an der Leine gezogen werden (s. ebenfalls rechts). Auch hiergegen spricht aber das Verb in 4c und die Rede vom „&#039;&#039;Fisch&#039;&#039;speer“ ist auch hier sehr schlecht motiviert.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Hingewiesen sei schließlich noch auf den ganz zu Unrecht vergessenen Vorschlag von Döderlein 1787, S. 170 und Dahl 1795, S. 128, die (wie Michaelis: „schwarze Kessel“, Schegg: „rußige Töpfe“) das Hapax &#039;&#039;dugah&#039;&#039; vom Arab. &#039;&#039;duga&#039;&#039; („dunkel“) ableiten und als „schwarz, finster“ deuten, dann: „Ihr werdet (von euren fruchtbaren Weiden) getragen in Gestachel und eure Nachkommen in finsteres Dorngestrüpp“. Das Femininum der Nomina wäre zu erklären als Markierung der Nomen „Stachel“ und „Dorn“ als Kollektivnomina (vgl. JM § 134p; ähnlich schon GKC §122s). An sich ist dies die rundeste und unproblematischste Deutung; allein, weil sie seit über 200 Jahren keinen Vertreter mehr hatte, haben wir sie hier nicht gewählt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und [durch] Durchbrüche&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Durchbrüche&#039;&#039; in der Mauer einer eingenommenen Stadt, durch die man in sie hinein- oder hinausgelangte, daher auch einfach „Lücke“ in der Mauer (s. z.B. [[1 Könige 11#s27 |1 Kön 11,27]]; [[Nehemia 6#s1 |Neh 6,1]]; [[Ezechiel 22#s30 |Ez 22,30]]; [[Amos 9#s11 |Am 9,11]]). Gut Philipps 1963: „Through gaps in the walls made by your enemies“.&amp;lt;/ref&amp;gt;  werdet ihr gebracht werden (ausziehen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die Konsonanten lassen sich sowohl als aktives Qal als auch als passives Nifal deuten. MT vereindeutigt durch Vokalisierung und VUL durch Üs. zum Qal, LXX, Sym, Tg, Syr durch Üs. zum Nifal, der nach 2c und vor 3b sicher runder ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; geradewegs,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;geradewegs&#039;&#039; - &#039;&#039;negedah&#039;&#039; („vor sich selbst“, nicht: „(die Durchbrüche) vor sich“, wie schon Raschi deutet; dafür müsste das Wort direkt an diese „Durchbrüche“ anschließen), das fem. Gegenstück zum mask. &#039;&#039;negedo&#039;&#039; (s. [[Josua 6#s5 |Jos 6,5.20]], dazu Allen 1971); vergleichbar ist &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;fanajw&#039;&#039; („vor sich“) in [[Jesaja 53#s2 |Jes 53,2]] (dazu vgl. schon Ehrlich 1912b, S. 191). Das Idiom mit der Bed. „geradewegs“, „mitten hindurch“ gibt es auch im Akkadischen (vgl. Driver 1937, S. 48) und Syrischen (vgl. Gordon 1970).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und geworfen werden ([euch] werfen?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die Konsonanten lassen sich sowohl als aktives Hifil als auch als passives Hofal deuten. VUL vereindeutigt durch Vokalisierung zum Hifil, LXX, Sym, VUL, Syr durch Üs. zum Hofal. An sich ist das nicht weiter problematisch; interessant ist aber, dass das Hifil für gewöhnlich nur transitiv gedeutet werden könnte („ihr werdet X werfen“; vgl. dazu schon Keil 1866, S. 192). Am 4,3 wäre dann nach [[Amos 2#s8 |Am 2,8]]; [[Amos 2#s13 |2,13]] und [[Amos 2#s15 |2,15]] schon die vierte Stelle, an der nach der Vokalisierung des MT eine transitive Hifilform intransitive Bedeutung haben müsste (s. zu 2,15).&amp;lt;/ref&amp;gt; auf den Hermon (?, Bannort?, nach Hermel?, auf eine Festung?, auf den Misthaufen?)!“&amp;lt;ref&amp;gt;Unbekannter Ort. Man denkt zunächst sofort an den Berg Hermon, der aber sonst mit &#039;&#039;ch&#039;&#039; statt &#039;&#039;h&#039;&#039; wie hier geschrieben wird. Die meisten deuten dennoch so; in Ermangelung einer besseren Alternative sollte man das auch in der LF tun. Ist das wahr, liegt hier außerdem ein Wortspiel vor: „Hermon“ kommt wahrscheinlich von &#039;&#039;charam&#039;&#039; („trennen, weihen“); entspreichend ist z.B. &#039;&#039;cherem&#039;&#039;&#039; im Heb. der Mischna etwas, dessen Nutzung man sich enthält, weil man es als Opfer für den Tempel oder für Priester widmet („Geweihtes“; z.B. m.Ned ii 4: „[Wenn einer schwören will:] ‚Dies hier gelte mir wie ein &#039;&#039;cherem&#039;&#039; für den Himmel!‘, ist [ein solcher Schwur] verboten; wenn [er aber schwören will:] ‚wie ein &#039;&#039;cherem&#039;&#039; für Priester‘, ist er erlaubt.“). Stehen die „Baschan-Kühe“ wirklich für Priester, ist es äußerst passend, dass sie gerade auf einem „geweihten“ Berg ausgesondert werden. Und auch darüber hinaus herrschte dann hier poetische Gerechtigkeit: Die „Kühe auf dem Berg Baschan“ würden gerade auf den Berg Hermon exiliert, der zum selben Gebirgszug gehört. Es passt allerdings nicht zu [[Amos 5#s27 |Am 5,27]], wonach die Israeliten „bis hinter Damaskus“ exiliert werden werden (der Hermon liegt von Israel aus gesehen noch vor Damaskus) und auch nicht dazu, wie es sich tatsächlich verhielt: Die Israeliten wurden nach Assyrien noch weiter im Nordosten verschleppt.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Ursprünglich waren sicher die Konsonanten &#039;&#039;hhrmnh&#039;&#039;. Schon die alten Vrs. deuten diese ganz unterschiedlich: Theod und eine unbekannte gr. Üs. splitten zu &#039;&#039;hhr mwnh&#039;&#039; („auf den Berg Mona“), (2) eine Variante in der LXX-Überlieferung ähnlich als „auf den Berg Remman/Ramman/Romman“ (&#039;&#039;hhrmnh&#039;&#039; = &#039;&#039;hhr rmnh&#039;&#039;, ein schönes Bsp. dafür, dass der selbe Konsonant am Wortende und -beginn nur einmal geschrieben musste (s. [https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=2_Sam_22,_Ps_18_und_die_Textkritik_des_Alten_Testaments Textkritik] s.v. „Haplographie“), weshalb LXX hier das &#039;&#039;r&#039;&#039; quasi verdoppeln kann), (3) eine zweite LXX-Variante als „auf den Hermon“ trotz &#039;&#039;h&#039;&#039; statt &#039;&#039;ch&#039;&#039; (so auch VUL, Syr), (4) eine dritte als „nach Armenien“ (so auch Sym, Tg; auch noch Michaelis und Struensee). (5) Eine weitere unbekannte gr. Üs. schließlich liest &#039;&#039;hhr rwmh&#039;&#039; „der hohe Berg“ (so auch Theod). (6) Andersen/Freedman 1970 haben außerdem auf den im Ugaritischen belegten Ort &#039;&#039;hrnm&#039;&#039; in Aram verwiesen, der nach Albright mit „Hermel“ identisch sein soll; der Ortsname hätte sich also so entwickelt: &#039;&#039;hrnm&#039;&#039; &amp;gt; &#039;&#039;hrmn&#039;&#039; &amp;gt; &#039;&#039;hrml&#039;&#039;; von der sonst unbelegten zweiten Variante soll dann hier die Rede sein. (7) + (8) Einigermaßen verbreitete Textkorrektur-Vorschläge sind außerdem noch &#039;&#039;h`rmnh&#039;&#039; („zur/auf die Festung“, so z.B. noch Reimer 1992, S. 93; ähnlich TAF; auch Moldenhawer: ihr werdet die Festungen verwerfen = „ihr werdet die Paläste fahren lassen“) und &#039;&#039;hmdmnh&#039;&#039; („auf den Misthaufen“, so z.B. noch Garrett 2008), obwohl dies weder ähnlich aussieht noch ähnlich klingt. In CTAT III, S. 654 sind noch ganze 13 weitere Textkorrektur-Vorschläge gesammelt. Die Stelle ist sehr unsicher.&amp;lt;br /&amp;gt;Von hier aus erklären sich die meisten dt. Üss. Das „Ihr werdet zum Bannort gejagt/geworfen“ von B-R und NeÜ geht davon aus, dass &#039;&#039;charmon&#039;&#039; von &#039;&#039;charam&#039;&#039; abgeleitet sei, was entsprechend dem Syr. „Exil“ heißen soll: „der Ort, zu dem man verbannt wird“; Justi und van Ess („ihr werdet ins Harem gestoßen/gezwungen werden“) natürlich davon, dass &#039;&#039;hrmn&#039;&#039; mit dem „Harem“ zusammenhängt, was im Heb. aber nicht bezeugt ist. TUR („ihr werft euch ins Netz“) und anscheinend auch R-S („man treibt euch zum Fluss“) verbinden das Wort wohl mit dem in Tg zu [[Habakuk 1#s15 |Hab 1,15]] und häufiger im Mischna und Talmud belegten &#039;&#039;cherem&#039;&#039; („Fischnetz, Fischteich“); so nämlich auch Greßmann, der dem Wort die m.W. unbelegte Bed. „Fischplatz“ gibt und so zur schönen Üs. „ihr werdet auf den Fischplatz geworfen“ kommt. TEXT schließlich („ihr werdet eure Götzen wegwerfen“) denkt offenbar mit Ewald („ihr werdet die Rimmona auf den Berg werfen“), dass es neben dem syr. Gott „Rimmon“ (s. [[2 Könige 5#s18 |2 Kön 5,18]] auch eine weibliche „Rimmona“ gegeben habe, die dann hier zu „Götzen“ verallgemeinert wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; – Spruch JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} „Kommt [doch] nach Bethel&amp;lt;ref&amp;gt;Zu &#039;&#039;Bethel&#039;&#039; vgl. [[1 Könige 12#s25 |1 Kön 12,25-33]]: Danach hat der israelitische König Jerobeam das Heiligtum in Bethel (und das in Dan) gerade deshalb gegründet, damit Israeliten ihren Zehnt (s. nächste FN) nicht wie üblich nach Jerusalem, sondern nach Bethel brächten (Vv. 32f.). Gilgal, wo sich sicher ebenfalls ein solches Heiligtum befand, hatte dann wohl eine ähnliche Stellung, obwohl davon in der Bibel sonst nichts mehr überliefert ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; und sündigt, &lt;br /&gt;
_Nach Gilgal, und sündigt noch mehr. (:)&lt;br /&gt;
{Und} Bringt [doch] am Morgen (jeden Morgen) eure Schlachtopfer, &lt;br /&gt;
_Am dritten Tag (alle drei Tage) eure Zehnten!&lt;br /&gt;
{{S|5}} Räuchert [doch] vom Sauerteig-Gebäck Dankopfer&lt;br /&gt;
_Und ruft [doch] freiwillige Opfer aus, verkündet[&#039;s]!&lt;br /&gt;
Denn so liebt ihr&#039;s [doch], ihr (Söhne Israels =) Israeliten!“ –&lt;br /&gt;
_Spruch des Herrn JHWH.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Verständnis von Vv. 4f. s. die Anmerkungen. Nebenbei kritisiert wird hier natürlich das Opferwesen; vgl. gut Koch 1976b, S. 24: „So wird wahrscheinlich das Darbringen von Opfer und Zehntem gerügt, weil es aus Gütern besteht, die von den Armen erpreßt sind [...]. So jedenfalls ist der Sinn im jetztigen Zusammenhang“ – dem nämlich, dass Vv. 4f. direkt nach Vv. 1-3 stehen, wo wieder die „Armen bedrückt und die Bedürftigen misshandelt werden“, worauf sich dann diese beiden Verse anschließen, in denen eine ganze Reihe von Opfertypen aneinandergereiht werden, bei denen Israeliten eigene Gaben an ein Heiligtum bringen mussten, wo sie dann auf verschiedene Weise „geopfert“ wurden. Für die Bedrücker und Misshandelnden sind diese teils sehr hohen Abgaben leicht zu verschmerzen, da sie sie ja mit Gütern bezahlen, die an sich nicht die ihren sind. In späteren rabbinischen Schriften findet sich gerade zu solchen Menschen dann die Sonderregel, dass sie gar nicht berechtigt sind, Feldfrüchte zum Opfern an den Tempel zu bringen, weil sie eben nicht ihre eigenen Güter opfern: m.Bikk i 2: „&#039;&#039;arisin&#039;&#039; und &#039;&#039;hechakorot&#039;&#039; (zwei Arten von Pächtern), Banditen und Räuber (die fremde Felder durch Unrecht an sich gebracht haben) bringen keine Erstlingsfrüchte dar, weil es heißt: ‚Die Erstlingsfrüchte &#039;&#039;deines&#039;&#039; Landes‘ (Ex 23,19)“; t.Ter i 6: „Diebe, Räuber und Enteigner: Ihr Zehnt-Zehnt, ihr Zehnt und ihre freiwilligen Opfer sind gültig. Wenn der (eigentliche) Feld-Eigner aber (noch) hinter ihnen her ist, (sind sie&#039;s nicht).“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: An sich sind die Verse aber nicht sehr gut verständlich. Die im Heb. auffällige voranstellung von „am Morgen“, „am dritten Tag“ und „vom Sauerteig-Gebäck“ legen eigentlich nahe, dass &#039;&#039;dies&#039;&#039; hier jeweils der Knackpunkt sein muss und also die Opfer aufgrund von einer Art Formfehler als Sünde eingestuft werden müssen. Bei keiner dieser Opferhandlungen lässt sich aber mehr erkennen, was diese Formfehler sein sollen. Am ehesten vielleicht dies: Bei den Dankopfern gesäuerter Brote soll der Leser evt. an [[Leviticus 2#s11 |Lev 2,11]]; [[Leviticus 6#s7 |6,7-10]] denken, wo geregelt ist, dass als Speiseopfer ausschließlich ungesäuerte Brote dargebracht werden dürfen (dagegen spricht auch nicht [[Leviticus 7#s13 |Lev 7,13]]; anders, als in vielen Amos-Kommentaren zu lesen ist, ist dort nicht dann doch von gesäuertem Brot gerade zum &#039;&#039;Dankopfer&#039;&#039;, sondern zum Friedensopfer &#039;&#039;neben&#039;&#039; dem Dankopfer die Rede). Bei den freiwilligen Opfern – also Opfern, die man zu den großen Festtagen zu seinen sonstigen obligatorischen Abgaben noch obendrein opfert – lässt der Text gar keine andere Möglichkeit als die, dass das Kritikwürdige die öffentliche Verkündigung derselben ist. Das ließe sich vone einigen späteren jüd. Texten her erklären; dort nämlich findet sich sehr häufig das Ideal, dass freiwillige Gaben nicht aus Ehrsucht und daher öffentlich, sondern im Verborgenen gegeben werden sollen; s. [[Sprichwörter 6#s13 |Spr 6,13f.]]; [[Matthäus 6#s3 |Mt 6,3f.]] und später auch m.Ab v 13; b.BB 10a; b.MQ 16a; b.Ket 66b; p.Scheq 5,49b. Für Menschen, die aus Ehrsucht öffentlich gaben, war zu dieser Zeit [[Sprichwörter 18#s16 |Spr 18,16]] sprichwörtlich, s. p.Hor 3,48a; LevR 5; DtnR 4. Bei den Schlachtopfern soll der Leser dann vielleicht an [[2 Könige 16#s15 |2 Kön 16,15]] denken: Dort ist geregelt, dass vom Tempel gestellte Opfer der Allgemeinheit morgens, Opfer der Bevölkerung (und des Königs) aber abends dargebracht werden sollen. Vielleicht soll man 4c verstehen als „Bringt eure Schlachtopfer [schon] am Morgen (und begeht also auch darin einen Formfehler)“? Grammatisch wäre das gut möglich; Fokuspartikeln wie „schon“ oder „erst“ werden im Heb. fast nie gesetzt und müssen im Dt. sehr häufig dazugedacht werden. Was der „dritte Tag“ im Zusammenhang mit dem Zehnt soll, ist aber endgültig unverständlich: Der Zehnt war zur Abfassungszeit des Amosbuches die „Kirchensteuer“ des Alten Israel, nämlich die obligatorische Abgabe eines Zehnt-teils der Erträge eines Jahres aller Feld- und Vieheigner an Kultstätten und ihre Bedienstete, die offiziell als „Opfer“ galt (zur gesch. Entwicklung des Zehnts vgl. am besten Ajah 2012, bes. S. 29) und die gemeinsam mit den Erstlingsfrüchten einmal jährlich zum Wochenfest am jeweiligen Heiligtum entrichtet wurde. Nach allem, was wir wissen, dauerte dieses Wochenfest aber nur einen Tag. Möglich wäre höchstens: Gesetzlich und liturgisch begann ein Tag im alten Judentum bereits mit dem Vorabend des vorangegangenen Tags; obwohl er nur einen „liturgischen“ Tag dauert, gliedert sich daher auch heute das Wochenfest noch in &#039;&#039;erev shavuot&#039;&#039; („Vorabend des Wochenfests“) und &#039;&#039;shavuot&#039;&#039; selbst. Vielleicht kann man also auch hier deuten: „Bringt eure Zehnt [erst] am dritten Tag“, was dann wohl formal ähnlich falsch wäre wie die Darbringung von Schlachtopfern des Volkes am Morgen und wonach der zu verbrennende Teil des Zehnts jedenfalls sicher nicht mehr rechtens geopfert werden konnte. Wirklich naheliegend ist aber keiner dieser Formfehler, daher besser doch mit Koch, obwohl die dreimalige Voranstellung in 4cd.5a sicher erklärungsbedürftig ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} „Dabei habe ich euch doch gegeben &lt;br /&gt;
_Unschuld der Zähne (stumpfe Zähne?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Unschuld der Zähne&#039;&#039; - d.h. quasi: „jungfräuliche Zähne“, weil sie nichts zu beißen haben.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Das Bild ist so ungewöhnlich, dass MT nur von Sym und Theod gestützt wird; LXX, VUL, Tg und Syr haben entsprechend [[Jesaja 31#s29 |Jes 31,29f.]]; [[Ezechiel 18#s2 |Ez 18,2]] &#039;&#039;qihjon&#039;&#039; statt &#039;&#039;niqjon&#039;&#039; gelesen; Aq übersetzt frei als „Zahnschmerzen“. Das ist eine äußerst starke Bezeugung, eine spätere Entstehung von &#039;&#039;qihjon&#039;&#039; lässt sich aber viel besser erklären als eine von &#039;&#039;niqjon&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; in all euren Städten&lt;br /&gt;
_Und Mangel an Brot in all euren Ortschaften!&lt;br /&gt;
Doch ihr seid nicht zurückgekehrt!“ – Spruch JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} „Dabei habe ich euch doch vorenthalten (entzogen) den Regen&lt;br /&gt;
_als es noch drei Monate zur Ernte [war]!&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. den Winterregen. Israel liegt in einer Klimazone mit einer ausgeprägten Regenphase und einer ausgeprägten Trockenphase; der Winterregen drei Monate vor der Ernte war daher überlebenswichtig. 7ab stehen die Verben im Qatal, ab 7c im Yiqtol, das hier iterative Bed. hat: Nicht nur diesen Winterregen hat JHWH einmal vorenthalten, sondern außerdem ließ er auch danach &#039;&#039;immer wieder&#039;&#039; nur unregelmäßig verteilt regnen (s. bes. gut Rudolph 1971).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und ich ließ es regnen auf die eine Stadt&lt;br /&gt;
_Und auf die andere Stadt ließ ich es nicht regnen;&lt;br /&gt;
Ein Acker wurde beregnet&lt;br /&gt;
_Und der Acker, auf den es nicht regnete,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;es regnete&#039;&#039; kann das Wort eigentlich nicht bedeuten, da der Hifil von &#039;&#039;matar&#039;&#039; stets „regnen &#039;&#039;lassen&#039;&#039;“ bed. (wie in [[Genesis 2#s5 |Gen 2,5]]; [[Genesis 7#s4 |7,4]]; [[Genesis 19#s24 |19,24]]; so ja auch hier 2x in 7c und 7d). Entweder muss man auch hier &#039;&#039;`amtir&#039;&#039; (Nifal: „beregnet werden“) lesen, oder wir haben hier die fünfte Stelle nach [[Amos 2#s8 |Am 2,8]]; [[Amos 2#s13 |2,13]]; [[Amos 2#s15 |2,15]]; 4,3, wo Hifil auch intransitive Bed. haben kann. Oder aber man leitet nur aus [[Psalm 68#s15 |Ps 68,15]] ([[Psalm 50#s3 |Ps 50,3]] ist eine falsche gram. Parallele, da problematisch ja nicht 3. fem. sg. ist, sondern Hif.) ab, dass 3. Pers. Fem. Hif. auch unpers. „es Xt“ bedeuten könne (dort: „es schneit“, hier: „es regnet“), so z.B. Wolff, Rudolph, Paul, Eidevall. Zwei Belegstellen sind für eine solche grammatische Annahme aber eigentlich wirklich zu dünn.&amp;lt;/ref&amp;gt; verdorrte {{par|Deuteronomium|28|24}} {{par|1 Könige|8|35}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und es wankten zwei, drei Städte &lt;br /&gt;
_Zu einer Stadt, um Wasser zu trinken –&lt;br /&gt;
_Und wurden nicht sitt!&amp;lt;ref&amp;gt;8c ist mit nur fünf Silben extrem kurz. Das wird bewusst so gestaltet sein („Lakonie“) um die Aussage noch vernichtender zu machen: „Nix!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch ihr seid nicht zurückgekehrt zu mir!“ – Spruch JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} „Ich schlug euch mit [dem Getreide-]Schwärzling und [dem Getreide-]Blässling,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwärzling&#039;&#039; und &#039;&#039;Blässling&#039;&#039; - unsichere Begriffe, wahrscheinlich zwei Getreideschädlinge (s.u.). So auch in den meisten dt. Üss., z.B. „Rost und Mehltau“ (EÜ), „Mehltau und Getreidebrand“ (NeÜ), „Kornbrand und Rost“ (TUR). Nach neueren Lexika und und hebraistischen Botanik wäre das nicht mehr korrekt, ist es aber wahrscheinlich doch (s.u.); üs. am besten wie EÜ; bekannter als  „Rost“ ist aber ws. „Stinkbrand“.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Heb. &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039; (von &#039;&#039;schadap&#039;&#039; wie in [[Genesis 41#s6 |Gen 41,6.23.27]] – doch auch dieses Wort ist unklar) und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; (wahrscheinlich von &#039;&#039;jereq&#039;&#039;, „blass, gelb, grün“, daher [[Jeremia 30#s6 |Jer 30,6]] vom menschlichen Gesicht: „das Blass-Werden“). Beide Wörter beschreiben noch häufiger und stets gemeinsam, wenn Getreide „nichts wird“ (s. [[Deuteronomium 28#s22 |Dtn 28,22]]; [[1 Könige 8#s37 |1 Kön 8,37]] und [[2 Chroniken 6#s28 |2 Chr 6,28]]; [[Haggai 2#s17 |Hag 2,17]], auch noch im rab. Heb.). Auch in der hebraistischen Botanik hält man es gelegentlich für Krankheiten; Löw 1926, S. 40 z.B. erklärt zunächst &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039; als Rußbrand-Pilzbefall und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; als Schwarzrost-Pilzbefall, Vogelstein 1894, S. 56 denkt umgekehrt, &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039; sei der Rost.&amp;lt;br /&amp;gt;Alternativ leitet man die Bed. gerade aus Am 4,9 ab und hält die beiden Worte für die Folgen von Witterungsverhältnissen, was auch Hag 2,17 nahezulegen scheint, wo als drittes Wort in dieser Reihe „Hagel“ genannt wird. Schon Dalman erklärt daher in AuS I/2, S. 326 &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039; als &#039;&#039;Dürre&#039;&#039; und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039;, das von Menschen neben dem Erblassen auch das Gelbwerden durch Gelbsucht bezeichnet (deutlich b.Ber 25a: ein Mensch erkrankt an &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039;, wenn er nicht pinkelt), als „das &#039;&#039;Blaßwerden&#039;&#039; der Spitzen des grünen Getreides infolge von ‚Würmerbildung‘ bei längerer Trockenheit, doch wurde mir auch viel Regen als Ursache genannt“. Noch stärker orientiert sich Ha-Reubeni 1929 an Am 4,9, worin ihm z.B. auch Brenner 1983, S. 164 gefolgt ist: „too much rain causes &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039;, yellowing of the ears; while little or no rain, together with a drying wind, causes &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039;“. Auch Löw 1934, S. 486 hat dem später zugestimmt; &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; sei dann „das Gelbwerden des Getreides bei übermäßigem Regenfall“. Entsprechend findet sich in manchen dt. Üss. auch „Dürre“ für &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039; (LUT, ähnlich BB: „Hitze“) und „Vergilbung“ für &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; (ELB, MEN, SLT, TAF), das Gesamt als „Dürre und Vergilbung“ aber nur bei B-R („Kornversengung und Vergilbung“). Grundlage dieser Deutung scheint auch die zu sein, dass nach Gen 41 &#039;&#039;schadap&#039;&#039; offenbar etwas ist, das der Ostwind tut, &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039; dann also eine Wirkung dieses Ostwinds wäre, einem häufig als bes. stark (s. [[Exodus 10#s13 |Ex 10,13]]; [[Ijob 27#s21 |Ijob 27,21]]; [[Psalm 48#s8 |Ps 48,8]]; [[Jesaja 27#s8 |Jes 27,8]]; [[Jeremia 18#s17 |Jer 18,17]] u.ö.) oder besonders heiß (s. [[Ezechiek 19#s12 |Ez 19,12]], [[Hosea 13#s15 |Hos 13,15]]; [[Jona 4#s8 |Jon 4,8]]) beschriebener Wind. Entweder würde durch den Ostwind also Getreide umgeknickt, wie das Verb in Gen 41 in den meisten engl. Üss. gedeutet wird (vgl. auch Levy, ChW: „Zerstörung des Getreides durch heftiges Wehen des Ostwindes oder durch Hagelschläge“), oder versengt, wie es in fast allen dt. Üss. findet (so auch KBL, Ges18: „Versengen“. Beide verweisen auch auf arab. &#039;&#039;`asdafa&#039;&#039; „schwarz/dunkel werden“, aber das müsste dann ein false friend sein – Getreide wird nicht schwarz oder dunkler, wenn es verdorrt).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bed. aus Am 4,9 abzuleiten, geht aber nicht an; Am 4,9 gehört ja gar nicht mehr zur Regenstrophe Am 4,7f. Von Landwirten wurde mir außerdem mitgeteilt, dass es das Phänomen, dass Getreide bei zu viel Regen gelb wird, gar nicht gibt (weshalb immerhin Dalman ja noch den Umweg über den Wurmbefall geht). Am stärksten spricht dagegen aber m.Taan iii 5f.: „Wegen folgender Dinge wird überall die Schofar geblasen (um ein Fasten auszurufen, das Unheil abwenden soll): Wegen &#039;&#039;schiddafon und jeraqon&#039;&#039;, Heuschrecke und Grille, wilder Tiere und wegen dem Schwert (=bewaffneter Truppen). Man bläst ihretwegen die Schofar, &#039;&#039;weil sie wandernde Plagen sind&#039;&#039; (&#039;&#039;makkah mehallaket&#039;&#039;). (6) Einmal [riefen die Ältesten Jerusalems sogar ein Fasten aus], weil in Aschkelon &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039; gesehen wurde, (so groß), dass man (mit dem aus den betroffenen Körnern nur) die Öffnung eines Ofens hätte füllen können.“ Vgl. dann [[Exodus 10#s13 |Ex 10,13]], wo der Ostwind Heuschrecken nach Ägypten bringt. m.Taan legt also sehr nahe, dass &#039;&#039;schadap&#039;&#039; in Gen 41 nicht die &#039;&#039;direkte&#039;&#039; Folge des Ostwinds ist, sondern dass das Korn &#039;&#039;wegen&#039;&#039; dem (Sporen transportierenden) Ostwind von &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039; befallen wird, und dass &#039;&#039;schiddafon&#039;&#039; und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; derart offenbar vergleichbar sind mit Heuschrecken und Grillen, weshalb sie auch in 1 Kön 8,37 = 2 Chr 6,28 und an unserer Stelle mit diesen zusammen genannt werden. Ähnlich vielsagend b.BM ix 6 und b.BM 105b-106a, wo differenziert wird, dass Heuschreckenbefall und &#039;&#039;schadap&#039;&#039; nur einzelne Felder oder eine ganze Gegend betrifft (wie ja in m.Taan iii 6 von einem noch geringfügigeren Befall berichtet wird): Auch dies macht sehr unwahrscheinlich, dass &#039;&#039;schadap&#039;&#039; eine Wettereinwirkung ist. Wahrscheinlicher ist also doch etwas wie „(schwarzer) Stinkbrand und (blasser) Mehltau“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Ich ließ vertrocknen (das Wachsen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Im Heb. (&#039;&#039;harbot&#039;&#039;) und allen Vrs. wie in der Alternative. Ist das Wort korrekt und nur bisher noch unverstanden, ist dies ein Klangspiel: &#039;&#039;harbot&#039;&#039; klingt ähnlich wie &#039;&#039;ha`arbeh&#039;&#039;, „die Grille“. Aber wahrscheinlich ist es nicht korrekt. In älteren Üss. übersetzte man nach den Versionen statt mit „das Wachsen“ gerne mit „die Menge“, aber hierfür wird regelmäßig das vom Vb. abgeleitete Nomen verwendet, nie der Inf. cstr. Verbreitet ist außerdem immer noch die Übersetzung „wiederholt“, aber wieder: Hierfür wird regelmäßig der Inf. abs. &#039;&#039;harbeh&#039;&#039; verwendet, nie der Inf. cstr. &#039;&#039;harbot&#039;&#039;. Wellhausen und Hoonacker haben deshalb vorgeschlagen, statt {{hebr}}הרבת{{hebr ende}} zu lesen {{hebr}}חרבת{{hebr ende}} oder {{hebr}}החרבת{{hebr ende}} („ich ließ verdorren“). Der graph. Unterschied ist minimal; fast alle Kommentare folgen daher heute einem dieser Vorschläge (z.B. Wolff, Rudolph, Jeremias). Der Einwand in CTAT III:656, der Hif. von &#039;&#039;rbh&#039;&#039; würde nie vom Garten gesagt, ist unwahr; in 1QH xviii 26 und Mur 30 ii 19 nämlich vom Baum, was leicht per Synekdoche auf einen Garten übertragen werden könnte. Oder 9bc sind ein Satzteilhyperbaton, bei dem bewusst das Prädikat, das besser zu Zeile b passt, in Zeile a gesetzt wird und umgekehrt (Bspp.: [[Psalm 18#s15 |Ps 18,15]]: „Er warf Pfeile, ... einen Blitz schoss er“; [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]: „Die Sonne hat auf mich geblickt ... meine Brüder waren gegen mich entbrannt“).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
An Versuchen, den Text beizubehalten, sind mir nur bekannt: „Die Menge euerer Gärten und Weingärten fraß die Heuschrecke“ (Niehaus, dazu s.o.), (2) „Wiederholt eure Gärten und Weingärten ... fraß die Heuschrecke“ (Paul, s. ebenfalls o. Das „wiederholt“ an dieser Position ist außerdem so wenig idiomatisch, dass Andersen/Freedman und Garrett es stattdessen noch in Zeile a ziehen wollen. Warum sollte das besser sein? Statt den Vokalen müssten dann eben die Akzente geändert werden.). (3) Sicher am besten: „Als wuchsen eure Gärten und Weingarten, eure Feigen- und Olivenbäume fraß da die Heuschrecke“ (Stuart); doch dann wäre das Wort richtiger übersetzt: „Als sich mehrten...“ (s. [[Deuteronomium 17#s16 |Dtn 17,16]]; [[Deuteronomium 28#s63 |28,63]]; [[1 Samuel 14#s11 |1 Sam 14,11]]; [[1 Chroniken 27#s23 |1 Chr 27,23]]), nämlich vielleicht durch gaunerische Akkumulationen von Grundstücken. Aber das passt hier wenig.&amp;lt;/ref&amp;gt; eure Gärten und Weingärten&lt;br /&gt;
_Und eure Feigenbäume und eure Olivenbäume fraß die Heuschrecke.&lt;br /&gt;
Doch ihr seid nicht zurückgekehrt zu mir!“ – Spruch JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} „Ich sandte gegen euch eine Pest&lt;br /&gt;
_Nach der Weise Ägyptens,&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint sind die Beulen aus [[Exodus 9#s10 |Ex 9,10f.]]. Mit der Wendung „nach der Weise Ägyptens“ wird auch in [[Jesaja 10#s24 |Jes 10,24.26]] auf diese Exoduserzählung angespielt.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Ich tötete mit dem Schwert eure Jünglinge&lt;br /&gt;
_Zusammen mit (der Gefangenschaft eurer =) euren gefangenen (euren prächtigen?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der Text ist ganz unsicher. Erstens wird das Subst. „Gefangenschaft“ und das Vb., von dem es abgeleitet ist, sonst nur von Menschen verwendet (Ehrlich 1912b, S. 239). Paul 1991, S. 148 verweist dagegen auf [[Exodus 22#s9 |Ex 22,9]], aber diese Parallele ist unsicher, da dort das Vb. gut auch untypisch aus stilistischen Gründen verwendet worden sein könnte (er lautet: &#039;&#039;`o-nischbar `o-nischbah&#039;&#039; „oder es wird verletzt oder es wird gefangen“). Einige korrigieren den Text von {{hebr}}שבי{{hebr ende}} nach {{hebr}}צבי{{hebr ende}} („Pracht“ – daher „prächtige Pferde“), aber das hilft auch nicht wesentlich weiter, denn noch problematischer ist ein Anderes:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vor allem aber ist nämlich zweitens die schiere Existenz dieser Zeile merkwürdig. Zunächst motivisch: Verdichtet wird in Am 4,6-10 die übliche Plagentrias „Hunger, Schwert, Krieg“ ([[1 Chroniken 21#s12 |1 Chr 21,12]]; [[2 Chroniken 20#s9 |2 Chr 20,9]]; [[Jeremia 14#s12 |Jer 14,12]]; [[Jeremia 21#s7 |21,7.9]]; [[Jeremia 24#s10 |24,10]]; [[Jeremia 27#s8 |27,8.13]]; [[Jeremia 29#s17 |29,17f.]]; [[Jeremia 32#s24 |32,24.26]]; [[Jeremia 34#s17 |34,17]]; [[Jeremia 38#s2 |38,2]]; [[Jeremia 42#s17 |42,17.22]]; [[Jeremia 44#s13 |44,13]]; [[Ezechiel 5#s12 |Ez 5,12]]; [[Ezechiel 6#s11 |6,11f.]]; [[Ezechiel 7#s15 |7,15]]; [[Ezechiel 12#s16 |12,16]]; [[Ezechiel 28#s23 |28,23]]), die nur in [[Ezechiel 5#s17 |Ez 5,17]]; [[Ezechiel 14#s21 |14,21]]; [[Ezechiel 33#s27 |33,27]] noch durch „wilde Tiere“ zu einem Plagengeviert erweitert wird. Die Rede von den gefangenen Pferden ist also sehr störend. Sodann rhetorisch: Nach der Rede von den getöteten Jünglingen ist die eigene Nennung der gefangenen und ebenfalls getöteten Pferde sehr antiklimaktisch. An der Üs. von VUL lässt sich das besonders gut erkennen: „Ich tötete eure Jünglinge mit dem Schwert &#039;&#039;usque ad captivitatem equorum vestrorum&#039;&#039;, bis dahin, dass ich sogar eure Pferde gefangen nahm!“. Und schließlich poetisch: Wir haben oben die ersten fünf heb. Worte – „Ich sandte gegen euch eine Pest nach der Weise Ägyptens“ – in zwei Zeilen gesplittet, da man dies zumindest in der LF sicher so tun sollte. An sich ist das aber nicht gut zu rechtfertigen; 10b hätte derart ursprünglich nur vier Silben gehabt (&#039;&#039;bedark mizrajm&#039;&#039;), was nach fast allen Kolometrikern zu kürz für eine eigene Zeile wäre, und 10ab ist insgesamt eine Paschta-Zaqef-Phrase, was zumindest für Akzentkolometriker als &#039;&#039;ein&#039;&#039; Kolon aufzufassen wäre. Ist aber 10ab eine Zeile, wäre poetisch eigentlich geboten, es mit der jetztigen Zeile 10c zu einem Bikolon zusammenzufassen. Das aber lässt die jetztige Zeile 10d mit dem &#039;&#039;´im&#039;&#039; („zusammen mit“) nicht zu; das Wort zwingt, 10c und 10d zu einem Bikolon zusammenzufassen, wonach dann 10a alleine steht und 10e alleine steht, da nach den vorangehenden Strophen sicher auch 10f alleine stehen muss. Poetisch wäre sicher zu erwarten, dass der Text so zu gliedern wäre:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;Ich sandte gegen euch eine Pest nach der Weise Ägyptens,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;Ich tötete mit dem Schwert eure Jünglinge,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;[Ich führte in die Gefangenschaft eure Pferde]&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:: &#039;&#039;Und ließ aufsteigen den Gestank eurer Heerlager in eure Nase.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aber das lässt der überlieferte Text nicht zu, der auch von allen Vrs. gestützt wird.&amp;lt;br /&amp;gt;Schwierig ist 10d außerdem historisch: Der Hintergrund der Rede von den gefangenen Pferden ist wahrscheinlich der, dass zum einen Israel eine besonders gut ausgebaute Kavallerie hatte, zum anderen die Assyrer pflegten, Kavallerie und Kriegswagen ihrer besiegten Gegner nach dem Sieg in ihre eigene Armee zu integrieren, weshalb nach dem Fall Samarias sogar ein eigenes Regiment israelitischer Kavalleristen in der assyrischen Armee gebildet wurde (vgl. dazu z.B. Dalley 1985). Man sollte also meinen, dass in einem israelitischen Text aus der Zeit des Amosbuches mit der Rede von „gefangenen Pferden“ auch wirklich von der Gefangenennahme dieser Pferde die Rede ist (so übersetzt z.B. Jeremias 1995: „ich habe eure Jugend mit dem Schwert getötet, eure Rosse wurden zur Kriegsbeute“). Aber so lässt sich der heb. Text nicht verstehen; die natürlichste Bed. von 10d ist diese so antiklimaktische und historisch schwer erklärliche, dass nicht nur die israelitischen Jünglinge getötet wurden – sondern zusammen mit ihnen sogar noch die gefangenen Pferde!&amp;lt;br /&amp;gt;Es ist also fast sicher, dass in dieser Zeile etwas fehlerhaft überliefert ist; aber was, konnte man bisher noch nicht herausfinden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Pferden (?)&lt;br /&gt;
Und ich ließ aufsteigen den Gestank eurer Heerlager {und zwar}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: MT hat ein Waw vor „in eure Nase“, das in keiner der Vrs. belegt ist. Waws werden in den Vrs. nicht regelmäßig übersetzt; ganz aussagekräftig ist das also nicht. Einige Kommentatoren wollen daher auch dieses Waw als ursprünglich betrachten und erklären es entweder als Waw explikativum („Ich ließ den Gestank aufsteigen, und zwar in eure Nase“) oder als Waw emphaticum („Ich ließ den Gestank aufsteigen – in eure &#039;&#039;Nase&#039;&#039;!“), aber ganz richtig Rudolph 1971, S. 171: „Daß &#039;&#039;w&#039;&#039; hier das hervorhebende oder erläuternde &#039;&#039;w&#039;&#039; sein soll (‚und zwar in eure Nase‘), wirkt lächerlich, da das Riechen mit der Nase keiner Erläuterung bedarf. Es handelt sich um einen reinen Schreibfehler [...].“&amp;lt;/ref&amp;gt; in eure Nase.&lt;br /&gt;
Doch ihr seid nicht zurückgekehrt zu mir!“ – Spruch JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}}„Ich stürzte bei euch um&lt;br /&gt;
_Entsprechend dem Umsturz Gottes (göttlicher Umsturz?) von Sodom und Gomorrha,&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. ich vernichtete euch, wie ich einst Sodom und Gomorrha gänzlich vernichtet hatte (s. [[Genesis 18 |Gen 18-19]]). „Umstürzen“ wird noch häufiger für diese restlose Vernichtung von Sodom und Gomorrha verwendet, s. [[Genesis 19#s21 |Gen 19,21.25.29]]; [[Deuteronomium 29#s22 |Dtn 29,22]]; [[Jeremia 20#s16 |Jer 20,16]]; [[Jeremia 49#s18 |49,18]]; [[Jeremia 50#s40 |50,40]]; [[Klagelieder 4#s6 |Klg 4,6]].&amp;lt;br /&amp;gt;Gott spricht hier von sich in der 3. Pers. wie in [[Amos 2#s4 |Am 2,4.8]] und wie noch häufig. Soggin 1987 dagegen glaubt, dass &#039;&#039;`elohim&#039;&#039; hier wie ein Superlativ verwendet wird (ein „göttlicher = unglaublicher“ Umsturz), wie das noch für einige weitere Stellen diskutiert wird (bes. [[Psalm 36#s7 |Ps 36,7]]; [[Psalm 80#s11 |80,11]]); ob es diese Konstruktion aber wirklich gibt, ist umstritten, und hier jedenfalls liegt sie nicht näher als die natürlichere Auflösung als „Umsturz Gottes“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und ihr wurdet (wart) wie ein Holzscheit,&lt;br /&gt;
_Herausgezogen (gerettet) aus dem Feuer.&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. „ein völlig verkohltes Holzscheit“. Sicher nicht: „das man gerade noch so aus dem Feuer gerettet hat“; nach dem Vergleich mit Sodom und Gomorrha wäre das ganz sinnlos. So aber eine ganze Reihe von Kommentaren und Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch ihr seid nicht zurückgekehrt zu mir!“ – Spruch JHWHs.&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} „Darum werde ich nun &#039;&#039;so&#039;&#039; an dir handeln, Israel,&lt;br /&gt;
_[Und] weil ich also &#039;&#039;dies&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;so&#039;&#039; + &#039;&#039;dies&#039;&#039; sind hier wahrscheinlich eine Art Platzhalter für eine noch weitergehende Strafe, die so schrecklich ist, dass sie gar nicht erst genannt wird. Ein ähnlicher Sprachgebrauch begegnet mit „so“ z.B. sicher in der häufigen Schwurformel „So tue Gott an mir und solches füge er hinzu, [wenn nicht X tue]“ (z.B. [[Rut 1#s17 |Rut 1,17]]; [[1 Samuel 3#s17 |1 Sam 3,17]]; [[1 Könige 2#s23 |1 Kön 2,23]]; dazu z.B. JM §165a), mit „dies“ wahrscheinlich in [[Psalm 7#s4 |Ps 7,4]]. Zu dieser Vermeidungsstrategie allgemein s. Schorch 2000, S. 244.&amp;lt;br /&amp;gt;So deuten hier allerdings nicht viele (zuletzt erwogen von Koch 1976b, S. 27); für gewöhnlich geht man entweder davon aus, dass „so“ so viel heißen soll wie „wie eben beschrieben“ – „Darum werde ich nun so an dir handeln“ hieße also: „Darum mache ich das Selbe jetzt noch mal!“ (so z.B. Jeremias, Garrett) – oder tatsächlich davon, dass man sich vorstellen muss, dass Amos hier entweder eine Drohgebärde macht oder mit einer Handbewegung auf einen zerstörten Ort zeigt (so z.B. Wolff, Hammershaimb, Paul).&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; an dir tun werde,&lt;br /&gt;
_Rüste dich, deinem Gott zu begegnen (zu deinem Gott zu rufen?),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Rüste dich, zu begegnen&#039;&#039; ist viel wahrscheinlicher als „Bereite dich darauf vor, (um Vergebung) zu rufen“: Der Liqtol von &#039;&#039;qara`&#039;&#039; steht 121x in der Bibel und heißt stets „begegnen“, nie „rufen“ (vgl. Youngblood 1971). Die Stelle lässt sich daher entweder deuten als unspezifisches „bereite dich darauf vor, mir, deinem Gott, zu begegnen (ich will dir nämlich erscheinen)“, wie dies aber nur in [[Exodus 19#s11 |Ex 19,11.15.17]] begegnet, wo &#039;&#039;kun&#039;&#039; die spezielle Bed. „sich-Reinhalten“ hat, oder es ist viel wahrscheinlicher eine Drohung: Rüste dich (wie [[Sprichwörter 21#s31 |Spr 21,31]]; [[Ezechiel 7#s14 |Ez 7,14]]; [[Ezechiel 38#s7 |38,7]]), mir in einem Kampf gegenüberzutreten (wie [[Numeri 21#s23 |Num 21,23]]; [[Josua 8#s14 |Jos 8,14]]; [[Ijob 39#s21 |Ijob 39,21]] u.ö.).&amp;lt;br /&amp;gt;In der jüd. Tradition aber hat sich auf Basis dieses Verses eine ganz eigene Auslegungstradition entwickelt. &#039;&#039;qara`&#039;&#039; wurde dort nämlich &#039;&#039;doch&#039;&#039; sehr häufig aufs Gebet bezogen und daraus dann verschiedenste Forderungen für die Vorbereitung aufs Gebet abgeleitet. Noch heute legt man wegen diesem Vers auf Basis von b.Schab 10a ein spezielles Gewand zum Beten an, um sich so „fürs Gebet zu rüsten“. Andere in der jüd. Tradition geforderte Vorbereitungen aufs Gebet, die alle aus diesem Vers abgeleitet werden: Man soll vor dem Gebet aufs Klo gehen (t.Ber ii 19; b.Ber 23a; j.Ber 4d. j.Meg 71c spezifiziert: Kleine Geschäfte muss man vorher erledigen, große darf man bis nach dem Gebet zurückhalten); sich Socken anziehen (auch b.Schab 10a), nüchtern sein (b.Ber 51b).l&amp;lt;/ref&amp;gt; Israel!“&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Ja! Siehe! Der Berge-Bildner (Donner-Bildner)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;Donner-Bildner&#039;&#039; statt „Berge-Bildner“ nach LXX, diese las also &#039;&#039;hr´m&#039;&#039; statt &#039;&#039;hrjm&#039;&#039; ({{hebr}}הרעם{{hebr ende}} statt {{hebr}}הרים{{hebr ende}}). Die anderen Vrs. stützen aber alle MT; kaum einer hält daher LXX für ursprünglicher.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Wind-Schöpfer (Geist-Schöpfer),&amp;lt;ref&amp;gt;Das zweite Attribut Gottes – „Schöpfender des Windes/Geistes“ – wurde in der chr. Tradition sehr stark diskutiert. Für alte christliche Leser musste dieses Attribut nämlich so klingen, als habe Gott den Heiligen Geist geschaffen. Hinzu kommt, dass die LXX das folgende „der Kündende seiner Klage“ ({{hebr}}מה שחו{{hebr ende}}) als „seinen Gesalbten, seinen Messias“ las ({{hebr}}משחו{{hebr ende}}), sodass der Text von 13ab nach der LXX für alte Christen klingen musste wie „der den Donner bildete, den Heiligen Geist erschuf und der den Menschen seinen Messias vorhersagte / identifizierte“. Es ist natürlich ausgeschlossen, dass dies die ursprüngliche Bedeutung dieser beiden Zeilen war, hat aber zu einer ganzen Reihe sehr faszinierender Auslegungen der Kirchenväter geführt und wurde vor allem wichtig für die frühchristliche Auseinandersetzung mit den Arianern. Für zwei Bspp. s. [http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2463-2.htm Athanasius, Ep ad Ser i 3]; [https://trinityinyou.com/didymus-the-blind-on-the-holy-spirit/ Didymus, De spirito sancto] 14ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Sprichwörter|8|15}}&lt;br /&gt;
_Der dem-Mensch-seine-Klage-Künder (-dessen-Gedanken-Künder?, -seinen-Plan-Künder?, -sein-Werk-Künder?),&amp;lt;ref&amp;gt;Fast alle übersetzen wie in einer der beiden ersten Alternativübersetzungen; gemeint wäre also entweder, dass Gott sogar die geheimsten Gedanken des Menschen kennt und ihm das irgendwann (z.B. beim Endgericht) auch mitteilt (vgl. [[Psam 49#s11 |Ps 49,11]]; [[Psalm 139#s2 |139,2]]; [[1 Korinther 4#s5 |1 Kor 4,5]]), oder dass Gott dem Menschen freimütig mitteilt, was seine eigenen Gedanken und Pläne sind. Beides ist fast ausgeschlossen. Das Wort ist sonst nirgends in dieser Form belegt (&#039;&#039;ßech&#039;&#039;), wird aber von fast allen für identisch gehalten mit dem häufigeren &#039;&#039;ßich&#039;&#039;, das dann als „Gedanke, Plan“ erklärt wird. Diese Bed. hat &#039;&#039;ßich&#039;&#039; aber nie, sondern &#039;&#039;ßich&#039;&#039; steht stets für laute sprachliche Äußerungen, speziell den klagenden Ausruf (vgl. Müller 1969; daher auch Aq: „seine Anweisung“, Sym: „seinen Klang“, Quinta: „sein Geplappere“ (!), VUL: „seine Rede“, Syr: „seine Preisung“, nur evt. Theod: „sein Wort/sein Gedanke“. Zu LXX s. vorige FN, zu Tg gleich.). Weil man dies also wenig zu Gott passend erachtet, deutet man dann aber wie beschrieben &#039;&#039;ßich&#039;&#039; um, erfindet neue Wörter (Dijkstra 1998, S. 251: &#039;&#039;ßich&#039;&#039; sei identisch mit &#039;&#039;șich&#039;&#039;, das im Heb. ebenfalls nicht belegt ist, im Ug. aber „aufrufen“ heißt und daher hier „Gebrüll“ heißen soll) oder korrigiert den Text nach Tg („sein Werk“) zu &#039;&#039;ma´aßehu&#039;&#039;. Warum die Bed. „Klage“ Auslegern so schwierig scheint, ist ein Rätsel; im direkt folgenden Vers ([[Amos 5#s1 |Am 5,1]]) stimmt Gott ja wirklich einen Klagegesang auf Israel an. Am 4,13 bereitet also sicher Am 5,1ff. vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Morgenröte-zu-Dunkelheit-Macher (zu-Morgenröte-die-Dunkelheit-Macher?, Schwärze-zu-Glanz-Macher?),&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist wahrscheinlich, dass JHWH als Wettergott durch Sturmgewölk die Morgendämmerung verhindern kann. Der Morgen ist in der Bibel häufig die Zeit des hilfreichen Einschreitens Gottes. Doch dieser Morgen findet nun gar nicht statt; Gott überwölkt ihn.&amp;lt;br /&amp;gt;Wenige Üss. wie in den Alternativen. Alternative 2 übrigens nicht erst bei Paul 1991, sondenr schon bei Gordis 1978, S. 115. Beide Alternativen sind sehr unwahrscheinlich; Alternative 1 widerspräche der üblichen heb. Wortstellung, Alternative 2 muss beiden Wörtern Bedd. geben, die denen gerade entgegengesetzt sind, die sie sonst haben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Der auf-den-Höhen-der-Berge-Schreiter (-Treter)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Datei:Bergeschreiter.jpg|mini|rechts|Oben: Babylonisches Siegel: Wettergott mit Bullen als Attributtier schreitet auf Berghöhen. (c) Morgan Library, Siegel 967.&amp;lt;br /&amp;gt;Unten: Akkadisches Siegel. U.a. tritt rechts ein Flussgott auf einen Berg. (c) British Museum, BM 89115.]]Im Alten Orient hatte man häufig die Vorstellung, dass gerade Wettergötter (wie JHWH als Wind-Schöpfer hier sicher dargestellt wird) besonders auf Bergen anwesend waren. Dass eine solche Gottheit daher &#039;&#039;über die Höhen der Berge schreitet&#039;&#039; oder &#039;&#039;auf die Höhen der Berge tritt&#039;&#039;, gehört dort zu den verbreitetsten Motiven zur Darstellung dieser Gottheiten; s. z.B. die beiden Abbildungen rechts, in der Bibel s. noch [[Micha 1#s3 |Mi 1,3]]; ähnlich [[Ijob 9#s8 |Ijob 9,8]]. Man beachte übrigens, dass die betreffende Gottheit auf beiden Siegeln einen Bullen als Attributtier hat; auch das findet sich noch häufiger auf altorientalischen Darstellungen und macht noch einmal etwas wahrscheinlicher, dass die Kühe, von denen V. 1 spricht, die Kühe des Bullen JHWH sein sollen.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
„JHWH Gott Zebaot (Gott der Heere)“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gott Zebaot (Gott der Heere)&#039;&#039; - „Zebaot“ ist ein häufig vorkommendes Attribut Gottes: Er ist nicht nur „einfach so“ Gott, sondern der &#039;&#039;höchste&#039;&#039; Gott, der als solcher an der Spitze der himmlischen Heerscharen steht. Je nach Zeit sind darunter die göttlichen Himmelskörper, andere Götter oder Engel verstanden worden. Hier wird durch diesen Beinamen natürlich JHWH speziell als &#039;&#039;kriegerischer&#039;&#039; Gott vorgestellt – und diesem soll Israel nun gegenübertreten. Ausnahmsweise sollte man daher hier in der LF nicht als „Mächtigster Gott“ übersetzen (s. [[Gottesnamen]]), sondern z.B. „Gott der himmlischen Heere“.&amp;lt;/ref&amp;gt; [ist] sein Name! {{par|Amos|5|9}} {{par|Amos|9|6}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 1-3&#039;&#039;&#039; sind ein Strafspruch, der wahrscheinlich an die die Priester des israelitischen Stierkults in Samaria gerichtet ist: Durch ihre Genusssucht tragen sie das Ihre dazu bei, dass die Armen durch die Reichen ausgebeutet werden, weil sie fordern und immer mehr fordern. Dafür verurteilt sie JHWH mit einer Umkehrstrafe: Sie, die „trinken“ wollen, werden nun werden wie gefangene Fische auf dem Trockenen; sie, die schwelgten, als seien sie Kühe auf den fetten Weiden Baschans, werden nun auf den kargen Hermon (?) geworfen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kurze Abschnitt &#039;&#039;&#039;Vv. 4f.&#039;&#039;&#039; schließt hieran eng an: er behandelt das Opferwesen in Bethel (einer weiteren Stierkultstätte) und Gilgal. Von hier aus erst erkennt man, was mit dem „Kommt! Durst!“ in 4,1 gemeint ist: Angespielt wird auf die Speiseopfer, die Israeliten an Kultstätten zu entrichten hatten. Der größte Teil davon wurde von den reichen Feld- und Vieheignern erbracht, die allein schon als Zehnt ein Zehntel ihrer gesamten Einkünfte an Heiligtümer abtreten mussten. Addiert man hierzu noch die weiteren Abgaben zu anderen Festen und außerdem noch die „freiwilligen Opfer“, konnten diese Opfer-Abgaben leicht ein Fünftel des Ertrags dieser reichen Israeliten ausmachen. Doch weder sie noch die Priester musste das groß stören: Die Priester waren ja die Profiteure, die Reichen konnten es leicht verschmerzen, da sie ihr Gut laut Amos ja ohnehin durch Ausbeutung und Bedrückung von Armen erlangten.&amp;lt;br /&amp;gt;Das Amosbuch ist sicher nach der Plünderung (und Vernichtung?) der Kultstätte in Bethel (und wohl auch der in Beerscheba und Gilgal) um 725 v. Chr. verfasst worden (s. [[Amos 5#s9 |Am 5,9]]). Die Vv. 4f. müssen daher analog zu [[Amos 6#s2 |Am 6,2]] nach 6,1 verstanden werden, hier also als &#039;&#039;höhnische&#039;&#039; Aufforderung Gottes, man solle doch ins zerstörte Bethel und Gilgal ziehen. Wie Hamath und Gath in 6,2 vorausweisen auf die Zerstörung des in 6,1 genannten Samaria, so hier Bethel und Gilgal. Sehr knapp ist die Logik von Vv. 1-5 also: „Ihr Priester in Samaria, die ihr die Armen knechtet, indem ihr von den Reichen immer weitere Opfer fordert: Ihr werdet exiliert werden! [Wähnt euch nur nicht sicher,] versucht doch mal, nach Bethel und Gilgal zu ziehen – die entsprachen ja ganz euch, [und jetzt seht, was sie davon haben!]“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hieran sich anschließende lange Abschnitt &#039;&#039;&#039;Vv. 6-12&#039;&#039;&#039; schildert in fünf Schritten, was Gott alles unternommen hat, um Israel zu sich zurückzulocken. Die ersten drei Strophen thematisieren Nahrungsmangel, Wassermangel und wieder Nahrungsmangel, danach wird dies noch gesteigert zu Krieg und schließlich zu „gänzliche Vernichtung“. Doch selbst darauf wird Gott nun „noch einen draufsetzen“ (V. 12).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Strophen 1-3 sind kunstvoll verklammert: Die Wasserstrophe spricht von den Auswirkungen des Regenmangels auf die Felder („Ernte“: 7ab), die Städte (7cd), wieder das Felder (7ef) und wieder die Städte (8a-c), und umklammert wird dies von einer Nahrungsmangel-Strophe über die Städte und Ortschaften (6) und einer Nahrungsmangel-Strophe über die Felder (8), so dass die Abfolge insgesamt ist: Stadt (6) - Feld (7ab) - Stadt (7cd) - Feld (7ef) - Stadt (8a-c) - Feld (9).&amp;lt;br /&amp;gt;Mitgeteilt seien schließlich noch die Gedanken von Snaith (1956, S. 27) über diesen Abschnitt, über die es sich zu meditieren lohnt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: „In modern days, when so many people think of God as a God of love in such a fashion that He is bound to give men opportunity after opportunity for repentance in an unending succession, it is well to remember such passages of Scripture as this (see also [[Matthäus 25#s1 |Mt 25,1-13]]; [[Markus 13#s34 |Mk 13,34-37]]). There comes a time when the door is shut. There comes a time when the Word of God is‚ &#039;&#039;Prepare to meet thy God.&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 13&#039;&#039;&#039; ist ein Brückenvers, der mit 13b bereits die Klage im nächsten Kapitel vorbereitet. Dies ist sogar der zentrale Teil dieses kurzen Hymnus auf Gott, denn quer zur poetischen Struktur ist er außerdem ringförmig strukturiert (vgl. Whitley 2015, S. 135):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;Berge&#039;&#039;-Former&lt;br /&gt;
:: Wind-&amp;lt;u&amp;gt;Schöpfer&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
::: Klagen-Künder&lt;br /&gt;
:: Wolken-&amp;lt;u&amp;gt;Macher&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
: auf-&#039;&#039;Berge&#039;&#039;-Treter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Muss man gegen einen solchen Gott im Kampf antreten (V. 12), ist von vornherein klar: Man ist chancenlos. Und stimmt ein solcher Gott bereits im Vorhinein die Klage über seinen gefallenen Gegner an (die im nächsten Kapitel folgen wird), ist klar: Dieser Gegner wird wirklich fallen. Israel ist verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Amos_3&amp;diff=30987</id>
		<title>Amos 3</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Amos_3&amp;diff=30987"/>
		<updated>2021-06-02T19:38:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen doppelt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung kann erstellt werden}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Hört diesen Spruch, &lt;br /&gt;
_Den gesprochen hat JHWH&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;den JHWH gesprochen hat&#039;&#039; - Die 1. Pers. des Vbs. in 1d zeigt, dass bereits hier JHWH spricht – wie in [[Amos 2#s4 |Am 2,4]] und wie noch häufig (s. zu Am 2,4) also wieder von sich in der 3. Pers.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Über Euch, (Söhne Israels=) Israeliten, &lt;br /&gt;
_Über die ganze Sippe,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sippe&#039;&#039; = soziale Größe des alten Israel. Die Keimzelle der altisraelitischen Gesellschaft ist die „Familie“ (wörtl.: das „Haus“). Eine Stufe darüber steht die „Sippe“ – die „Großfamilie“ –, von denen es im Alten Israel etwa 60 Stück gab und von denen jede zu bevölkerungsreichen Zeiten wohl durchschnittlich etwa 10.000 Mitglieder hatte (vgl. Andersen 1969, S. 35). Noch eine Stufe darüber stehen die „zwölf Stämme“ (vgl. näher [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/34203/#5 Verwandschaft (AT) (Wibilex)]). Dass &#039;&#039;Israel&#039;&#039; hier als „Großfamilie“ bezeichnet wird, ist ganz ungewöhnlich; vgl. aber ähnlich die Verse [[Sacharja 14#s17 |Sach 14,(16.)17f.]], auf die schon Kimchi verwiesen hat. Andersen/Freedman 1989, S. 381 halten dies für eine „Downgrading“-Strategie: „It [...] places Israel beside all of the other nations (‚families‘) as members of a larger unit, a single tribe. It corresponds to the pictures in chaps. 1-2, where [all nations] are listet [...] to constitute one regional entity, all equally under the jurisdiction of the one God.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Die ich aus Ägypten herausgeführt habe {folgendermaßen}: &lt;br /&gt;
{{S|2}} „Nur ihr wart mir vertraut&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr wart mir vertraut&#039;&#039; - meist: „ich kannte euch“; heb. &#039;&#039;jada´&#039;&#039; („kennen“) hier als Begriff der Fürsorge wie noch in [[Psalm 1#s6 |Ps 1,6]]; [[Psalm 144#s3 |144,3]] und wahrscheinlich [[Hosea 2#s22 |Hos 2,22]]. Raschi übersetzt daher mit „ich liebte“. Vgl. ähnlich im Gr. [[Johannes 10#s14 |Joh 10,14f.]]; [[1 Korinther 8#s3 |1 Kor 8,3]].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Unter allen Sippen der Erde, &lt;br /&gt;
Deswegen suche ich heim an euch &lt;br /&gt;
_Alle eure Sünden.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} Gehen zwei gemeinsam (in Einigkeit?), &lt;br /&gt;
_Außer wenn sie sich getroffen haben (sich verabredet haben, ohne einig zu sein)?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich treffen (verabreden, einig sein)&#039;&#039; - Alle drei Varianten sind schon lange im Umlauf, z.B. de Wette 1858: „außer wenn sie sich eingefunden haben“ = NeÜ „ohne sich begegnet zu sein“, Keil 1866=EÜ: „ohne wenn sie sich verabredet haben“, Justi 1820: „wenn sie nicht einig sind“ = LUT 84: „sie seien denn einig untereinander“ (auch noch SLT). (1) bereits bei Theod, (2) bereits bei Aq, alle drei auch schon bei Eliezer von Beaugency, obwohl dieser nicht sehr klar differenziert. H-R („ohne einander zu kennen“) folgt LXX, die anders als MT und alle anderen Vrs. &#039;&#039;noda´u&#039;&#039; statt &#039;&#039;no´adu&#039;&#039; gelesen hat.&amp;lt;br /&amp;gt;Variante (3) gehört eigentlich gar nicht zur Wortbedeutung, sondern wird von Zeile a in Zeile b „hinein-übersetzt“. Für das Wort in Z. a wird diese Bed. dabei i.d.R. abgeleitet aus [[Genesis 22#s6 |Gen 22,6.8.19]] und [[Psalm 133#s1 |Ps 133,1]] (so z.B. Gordis 1979/80, S. 219; Shapiro 1982, S. 328); doch während dies dort wohl mitgehört werden kann, gehört es sicher nicht eigentlich zur &#039;&#039;Wortbedeutung&#039;&#039; dieses Wortes. Gegen (1) hat z.B. Garrett 2008, S. 83 kürzlich wieder eingewandt, dass der Nifal von &#039;&#039;ja´ad&#039;&#039; stets vereinbarte und nie zufällige Treffen bezeichne, aber das ist so sicher nicht richtig. Im Gegenteil ist die Wortbedeutung „verabreden“ nur sicher in [[Ijob 2#s11 |Ijob 2,11]] und sehr wahrscheinlich in [[Nehemia 6#s2 |Neh 6,2]]; alle anderen Vorkommen lassen keinen Schluss über zufällig vs. verabredet zu. Das abgeleitete Substantiv bezeichnet allerdings sogar eine Rinderherde ([[Psalm 68#s31 |Ps 68,31]]), einen Bienenschwarm ([[Richter 14#s8 |Ri 14,8]]) und auch die „Rotte Korachs“, die sich „zusammenrottet“ ([[Numeri 16#s11 |Num 16,11]] und häufig). (1) und (2) sind also sicher mindestens gleichermaßen möglich. Hier wurde so übersetzt, dass die Üs. am besten zur üblichen Deutung des Abschnitts passt (s. die Anmerkungen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Brüllt der Löwe im Gestrüpp (Wald)&lt;br /&gt;
_Aber Beute gibt es nicht für ihn (hat er nicht vor sich?)?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Beute gibt es nicht (hat er nicht vor sich)&#039;&#039; - 4b.d werden häufig so verstanden, dass 4b vom Gebrüll vor und 4d vom Gebrüll nach der Jagd spreche. So schon Kimchi, der fabuliert, Löwen brüllten bei der Jagd, um ihre Beutetiere in Angststarre zu versetzen (ähnlich Ibn Ezra). Daher häufig entsprechende Üss., z.B. Brandscheidt 2002, S. 4: „ohne daß er Beute vor sich hat.“, GN: „wenn er kein Beutetier vor sich sieht“. Aber richtig bereits Raschi: „Wenn ein Löwe seine Beute gefangen hat, brüllt er regelmäßig; nicht aber brüllt er, wenn er [noch] nichts gefangen hat.“ Zu den Zeiten, da Löwen brüllen, vgl. Hope 1991, S. 202f. Hinzu kommt, dass das Subst. &#039;&#039;terep&#039;&#039; von &#039;&#039;tarap&#039;&#039; „reißen, zerfleischen“ kommt und entsprechend häufig speziell das „bereits Gerissene“ bezeichnet; s. [[Genesis 49#s9 |Gen 49,9]]; [[Ijob 29#s17 |Ijob 29,17]]; [[Psalm 76#s4 |Ps 76,4]]; [[Psalm 124#s6 |124,6]]; [[Jesaja 5#s29 |Jes 5,29]]; [[Jesaja 31#s4 |31,4]]; [[Nahum 2#s13 |Nah 2,13]]; daher wohl sinnvoll HER05: „wenn er keine Beute gemacht hat“; R-S „eh er seine Beute hat“, TAF: „ohne daß er zerfleischt hat.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gibt=) Erhebt ein Leu (junger Löwe?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Leu (junger Löwe)&#039;&#039; - „junger Löwe“ ist die Standard-Üs., aber wohl irreführend. Während erstens das Standardwort für Löwe – &#039;&#039;`arjeh&#039;&#039; – von gez. „`arwe“ („wildes Tier“) kommt und den Löwen i.A. bezeichnet, kommt &#039;&#039;kefir&#039;&#039; etymologisch von &#039;&#039;kafar&#039;&#039; („stark sein“) und bezeichnet wohl eher gerade den voll im Saft stehenden Löwen denn das Löwenjunge (das &#039;&#039;gur `arjeh&#039;&#039; heißt). Entsprechend weißt Hope 1991 zur Stelle auch richtig darauf hin, dass gerade die jüngeren Löwen die aktivsten Jäger sind, und schlägt daher als passendere Üss. „Jagdlöwe“ und „Killer-Löwe“ vor. Zweitens sind die beiden Worte noch öfter Wechselbegriffe, ohne dass die us. Bed. der Worte irgendetwas austragen würde, s. noch [[Psalm 17#s12 |Ps 17,12]]; [[Jesaja 31#s4 |Jes 31,4]]; [[Micha 5#s7 |Mi 5,7]] und v.a. [[Ijob 4#s10 |Ijob 4,10]]; [[Ezechiel 19#s2 |Ez 19,2]]; [[Nahum 2#s12 |Nah 2,12]]. „Junger Löwe“ weckt also sicher die falschen Assoziationen und sollte nicht als Üs. gewählt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Stimme aus seiner Höhle,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Höhle&#039;&#039; - An sich leben Löwen nicht in Höhlen; dies gehört aber zur fixen „Löwen-Mythologie“ der Antike und ist daher unproblematisch: Auch [[Nahum 2#s12 |Nah 2,12]] fragt nach dem Ort der „Höhle des Löwen“, [[Psalm 104#s20 |Ps 104,20-22]] schildert den Löwen als nachtaktives Tier (was gleichfalls nicht für Löwen gilt), das sich tagsüber in seine Höhle zurückzieht, in [[Hohelied 4#s8 |Hld 4,8]] wird er gleichfalls Gebirgshöhlen verortet, wie auch  [[Deuteronomium 33#s22 |Dtn 33,22]] Dan bezeichnet als einen „Löwen, der vom Baschangebirge herab- / aus dem Baschangebirge hervorspringt“. Das ist nicht nur in Israel so. Im ägyptischen Akenaten-Hymnus etwa ist der Löwe ebenfalls ein nachtaktives Höhlentier und im äg. Spruch zum Schutz des Horus ein nachtaktives Gebirgstier (s. COS 1.28; TUAT II/3, S. 369). Und ebenso im Griechischen; Herodot etwa berichtet von Löwen, die nachts vom Gebirge herabkommen, um Kamele zu rauben (Hdt 7.125f.), Xenophon behauptet gerade in seinem Traktat über die Jagd, Löwen hätten ihren Lebensraum im Gebirge (Kyn 11.1), und natürlich wohnen auch der kithaironische und der nemeische Löwe, die Herkules erschlug, in einer Gebirgshöhle (Apollodorus 24,9-10; 2.5,1; Diodorus Siculus 4.11.3f.). Auch der jüdische „Löwe von &#039;&#039;Bei Ilai&#039;&#039;“ (s. zu [[Amos 1#s2 |Am 1,2]]) wohnt ja im „höchsten Haus“, vermutlich also ebenfalls einem Gebirge.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_außer wenn er gefangen hat?&lt;br /&gt;
{{S|5}} Stürzt sich ein Vogel in die Falle [auf] der Erde (fällt ein Vogel auf {die Falle} die Erde),&amp;lt;ref name=&amp;quot;V 5&amp;quot;&amp;gt;[[Datei:Vogelfang.jpg|mini|rechts|Links: Ägyptische Darstellungen des Vogelfangs, Grafik bei Wilkinson 1847: The Manners and Customs of the Ancient Egyptians I/3, S. 38.&amp;lt;br /&amp;gt;Rechts: Rekonstruktion eines äg. Klappnetzes, Grafik leicht bearbeitet nach Schäfer 1919: Ägyptischer Vogelfang, S. 179.]]Unsichere Doppelzeile. Die Rede ist wahrscheinlich wegen 5c von einem Klappnetz, s. rechts. Auf dieses wird in Zz. a-c mit zwei unterschiedlichen Wörtern Bezug genommen, nämlich &#039;&#039;pach&#039;&#039; in Z. a.c und &#039;&#039;moqesch&#039;&#039; in Z. b. Vgl. zu diesen Wörtern am besten Driver 1954, S. 131-136. Nach dem Wortlaut des MT lautet der Text daher vermutlich: „Fällt ein Vogel in die Falle (&#039;&#039;pach&#039;&#039;) am Boden, / aber einen Schnapper (&#039;&#039;moqesch&#039;&#039;) gibt es nicht für ihn? // Steigt die Falle (&#039;&#039;pach&#039;&#039;) von der Erde, / aber einen Fang hat sie nicht gefangen?“ Das macht aber schwerlich Sinn; wird differenziert zwischen &#039;&#039;pach&#039;&#039; und &#039;&#039;moqesch&#039;&#039;, müsste der „Schnapper“ von der Erde steigen, nicht die ganze „Falle“. In älteren Kommentaren und Üss. hat man für „steigt die Falle“ häufig übersetzt „wird sie (vom Jäger) hochgehoben“ (nachdem sie einen Fang gemacht hat); so übersetzt kann der Text auch nach dem Wortlaut des MT Sinn machen. So z.B. Dahl 1795 („Wird wohl die Schlinge von der Erde weggenommen“); Justi 1820 („Hebt man das Garn wohl von der Erde auf“); Michaelis 1782 („Wird das Netz wieder aufgenommen“); Moldenhawer 1787 („Nimmt man die Schlinge weg“); Schröder 1829 („Und nimmt man wohl das Garn vom Boden auf“).&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Dieser Wortlaut ist aber wohl nicht der ursprüngliche:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) In LXX fehlt das erste &#039;&#039;pach&#039;&#039;; die große Mehrheit der Exegeten streicht daher dieses Wort. Allerdings ist die externe Evidenz mit nur LXX als Zeugen recht schwach; auch die LXX-Derivate VUL und Syr stützen ja MT.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Wichtiger: &#039;&#039;Alle&#039;&#039; alten Vrs. – LXX, Aq, Sym, Theod, Tg, VUL, Syr – übersetzen &#039;&#039;moqesch&#039;&#039; nicht mit „Falle“, sondern mit „Jäger“, was nicht &#039;&#039;moqesch&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;joqesch&#039;&#039; voraussetzt. Ganz merkwürdig wird dies trotz dieser sehr starken Evidenz von fast allen Exegeten ignoriert; stattdessen wird häufig &#039;&#039;moqesch&#039;&#039; eine andere Bed. gegeben: Meist „Wurfholz, Bumerang“, mit dem die alten Ägypter in der Tat Vögel jagdten (so z.B. Marti, Sellin, Driver 1934 (nicht mehr 1954), Maag, Wolff, Mittmann 1971, Smith) oder „Lockspeise, Köder“ (so z.B. Rudolph, Soggin, Andersen/Freedman, Paul, Niehaus, Garrett, Bons 2014, S. 43; Eidevall); gelegentlich auch „Stellholz“ (z.B. Junker 1956, S. 326; Brandscheidt 2002, S. 4). All diese Sonderbedeutungen sind aber allein aus speziell diesem Kontext erschlossen und es lässt sich sonst mit nichts stützen, dass das häufige &#039;&#039;moqesch&#039;&#039; diese Sonderbed. hätte. Die Etymologie spricht dagegen (s. Driver 1954), sofern nicht „Wurfholz“ im Heb. als „Herunterschläger“ bezeichnet worden sein sollte.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Der Vogel &#039;&#039;nafal ´al&#039;&#039; die Falle am Boden oder (nach LXX:) den Boden. Fast stets würde dies heißen: „auf die Falle am Boden / auf den Boden fallen/stürzen“. Exegeten wie Snaith, Andersen/Freedman, Paul u.a. verweisen daher z.B. auf [[Genesis 24#s64 |Gen 24,64]]; [[2 Könige 5#s21 |2 Kön 5,21]], wo „vom Pferd/vom Wagen &#039;&#039;gesprungen&#039;&#039;“ wird und auf die häufigeren Ausdrücke &#039;&#039;nafal `arṣah&#039;&#039; „sich auf den Boden &#039;&#039;werfen&#039;&#039;“ (=„auf die Knie fallen“) und &#039;&#039;nafal ´al sawwar&#039;&#039; „(jmdm) um den Hals fallen“, wonach dann hier vom Vogel angenommen werden könnte, dass er „sich auf die Falle/Lockspeise &#039;&#039;stürzt&#039;&#039;“. Das ist möglich, ist aber als Sprachgebrauch doch ungewöhnlich. Vielleicht soll hier auch schon im Verb das dann noch folgende Schicksal des Vogels – der Tod – zum Ausdruck kommen.&amp;lt;br /&amp;gt;Angesichts dieser Optionen ist &#039;&#039;&#039;am wahrscheinlichsten&#039;&#039;&#039; dies, dass in der Tat &#039;&#039;joqesch&#039;&#039; statt &#039;&#039;moqesch&#039;&#039; im Urtext stand (die Verschreibung wäre leicht erklärlich; &#039;&#039;pach&#039;&#039; und &#039;&#039;moqesch&#039;&#039; statt &#039;&#039;joqesch&#039;&#039; sind ein festes Wortpaar; s. noch [[Josua 23#s13 |Jos 23,13]]; [[Psalm 69#s23 |Ps 69,23]]; [[Psalm 140#s6 |140,6]]; [[Psalm 141#s9 |141,9]]; [[Jesaja 8#s14 |Jes 8,14]]), der aber sonst mit MT übereinstimmte; also: „Stürzt sich ein Vogel in die Falle auf der Erde / aber einen Jäger [der diese aufgestellt hätte] gibt es nicht für ihn?“&amp;lt;br /&amp;gt;Von hier aus erklären sich jedenfalls auch die ziemlich unterschiedlichen &#039;&#039;&#039;anderen dt. Üss.&#039;&#039;&#039;:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) statt „Stürzt sich ein Vogel auf die Falle auf der Erde“ übersetzen mit „Fällt etwa ein Vogel zur Erde“ EÜ, HER05, LUT (anders noch LUT 1912), PAT, R-S, ZÜR 31 (anders ZÜR 07);&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2a) „Jäger“: LUT 1545; LUT 1912: „... da kein Vogler ist?“; (2b) „Wurfholz“: EÜ, HER05: „... wenn niemand nach ihm geworfen hat“; H-R: „.... ohne daß ihn ein Wurfholz getroffen“, R-S: „wenn nicht ein Wurfholz für ihn dagewesen“; ZÜR 31: „es treffe ihn denn das Wurfholz“; (2c) „Köder“: GN: „... wenn kein Köder ausgelegt ist“; SLT: „...wenn ihm kein Köder gelegt worden ist?“; (2d) „Stellholz“: B-R: „... und war kein Schnellholz daran“, ZÜR 07: „... wenn da kein Stellholz ist für ihn“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Aber einen Jäger (einen Schnappmechanismus, ein Wurfholz?, einen Köder? ein Stellholz?)&amp;lt;ref name=&amp;quot;V 5&amp;quot; /&amp;gt; gibt es nicht für ihn?&lt;br /&gt;
Springt die Falle&amp;lt;ref name=&amp;quot;V 5&amp;quot; /&amp;gt; von der Erde (wird die Falle von der Erde gehoben),&lt;br /&gt;
_Und hat gefangen keinen Fang?&lt;br /&gt;
{{S|6}} Wird etwa geblasen (oder wird geblasen...)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wird etwa (Oder wird)&#039;&#039; - Nach fünf rhetorischen Fragen, die mit der Fragepartikel &#039;&#039;ha-&#039;&#039; eingeleitet wurden, folgen nun in V. 6 zwei mit &#039;&#039;`im&#039;&#039; eingeleitete Fragen. &#039;&#039;`im&#039;&#039; kann sowohl „gewöhnliche“ Fragepartikel sein (wie z.B. [[1 Könige 1#s27 |1 Kön 1,27]]; [[Ijob 39#s13 |Ijob 39,13]]; [[Jesaja 29#s16 |Jes 29,16]] u.ö.) als auch als Fortsetzung von &#039;&#039;ha-&#039;&#039; in Disjunktivfragen verwendet werden (&#039;&#039;ha&#039;&#039;A ... &#039;&#039;`im&#039;&#039; B, „Gilt A oder B?“; z.B. [[Josua 5#s13 |Jos 5,13]]; [[Richter 9#s2 |Ri 9,2]]; [[1 Könige 22#s15 |1 Kön 22,15]]). &#039;&#039;`im&#039;&#039; kann außerdem &#039;&#039;ha-&#039;&#039; fortsetzen, ohne disjunktive Bed. zu haben und leitet dann wohl (bisweilen?) etwas emphatischere Fragen ein (s. z.B. [[Genesis 17#s17 |Gen 17,17]]: „Sollte einem Hundertjährigen noch [ein Kind] geboren werden? &#039;&#039;Und sollte wohl gar Sara, die Neunzigjährige, [dieses Kind] gebären!?&#039;&#039;“; [[Genesis 37#s8 |Gen 37,8]]: „Sollst du unser König sein? &#039;&#039;Sollst du wohl gar über uns herrschen!?&#039;&#039;“; [[Numeri 11#s22 |Num 11,22]]: „Soll Vieh geschlachtet werden? &#039;&#039;Sollen wohl gar alle Fische des Meeres gesammelt werden!?&#039;&#039;“; [[Richter 11#s25 |Ri 11,25]]: „Hat Balak je mit Israel Streit gehabt? &#039;&#039;Hat er sich wohl gar je mit Israel bekriegt!?&#039;&#039;“ u.ö.).&amp;lt;br /&amp;gt;Die genaue Funktion der Fortsetzung von mehreren &#039;&#039;ha-&#039;&#039; Fragen durch mehrere &#039;&#039;`im&#039;&#039;-Fragen ist nicht klar. (1) Sehr wahrscheinlich falsch ist eine Deutung, die sich mittlerweile in der neueren Amos-Exegese eingebürgert hat: Nach dem ausuferenden Frageteil mit fünf &#039;&#039;ha-&#039;&#039;Fragen sei offenbar auch das &#039;&#039;´im&#039;&#039; ausufernd und demgemäß also eine &#039;&#039;doppelte&#039;&#039; disjunktive Fragepartikel („Gilt A &#039;&#039;oder&#039;&#039; B &#039;&#039;oder etwa&#039;&#039; C“; s. bes. Soggin 1987; Paul 1991), weshalb dann verschiedentlich 6ab in der Üs. mit „oder“ eingeleitet wird (z.B. auch Wolff 1969, Rudolph 1971, Jeremias 1995, Smith 1998). Dabei macht der Inhalt der Fragen aber ja sehr klar, dass es sich hier mitnichten um disjunktive Fragen handelt; das Brüllen des Löwen, das Blasen der Schofar und das Geschehen von Übel sind ja keine &#039;&#039;Alternativen&#039;&#039;. Bleiben also die Optionen, dass die Fragen in V. 6 schlicht anders formulierte Fragen sind oder dass sie emphatischere Fragen sein sollen als die in Vv. 3-5. Die Struktur von Vv. 3-6 (s. die Anmerkungen) und auch die Tatsache, dass mit 6cd mit dem vorherigen Muster gebrochen und auf einmal über JHWH gesprochen wird, legt nahe, dass V. 6 in der Tat der Höhepunkt dieser ersten langen Fragereihe sein soll; etwas näher liegt daher die zweite Alternative.&amp;lt;/ref&amp;gt; in der Stadt eine Schofar,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schofar&#039;&#039; - ein als Instrument verwendetes Widderhorn; in vielen us. Kontexten verwendet; u.a. aber, um Bewohner einer Stadt vor Gefahr zu warnen (s. [[Jeremia 6#s1 |Jer 6,1]]; [[Ezechiel 33#s6 |Ez 33,6]]; [[Hosea 5#s8 |Hos 5,8]]).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Und das Volk erzittert (fürchtet sich) nicht!? &lt;br /&gt;
Geschieht etwa (Oder geschieht...) ein Unglück (Schlechtes/Böses) in der Stadt&lt;br /&gt;
_Und JHWH hat es nicht gemacht (machte nichts=reagierte nicht darauf?)!?&amp;lt;ref&amp;gt;Ein theologischer Spitzensatz und mitnichten eine „Binsenweisheit“ (Mittmann 1971, S. 137). Es gibt verblüffend wenige Stellen in der Bibel, die JHWH eine Art Pan-Kausalität zuschreiben würden, und noch weniger Stellen, die ihn auch für alles Übel, das einem Menschen oder einer ganzen Gemeinschaft begegnet, verantwortlich machen, wie das hier der Fall zu sein scheint. Primär sind dies neben diesem Vers nur [[Deuteronomium 32#s39 |Dtn 32,39]]; [[1 Samuel 2#s6 |1 Sam 2,6f.]]; [[Ijob 1#s21 |Ijob 1,21]]; [[Ijob 2#s10 |2,10]]; [[Kohelet 7#s14 |Pred 7,14]]; [[Jesaja 45#s7 |Jes 45,7]] und [[Klagelieder 3#s38 |Klg 3,38]]; und bei den meisten täuscht dieser Eindruck (vgl. dazu bes. Lindström 1983): Letztlich bleiben von diesen nach einer kritischen Sichtung höchstens Am 3,6, Jes 45,7 und Klg 3,38 übrig, von denen Am 3,8 dann mit Abstand der älteste Vers wäre. Viel verbreiteter ist in der Bibel nämlich ein sehr anderes theologisches Modell: Übel, das begegnet, ist nicht Gottes Werk, sondern darauf zurückzuführen, dass Gott gerade „schläft“ und sich erst wieder „erheben muss“, „fern ist“ und sich erst wieder „nahen muss“, „sein Gesicht vor jemanden verbirgt“ – ihn also ignoriert, indem er gerade nicht gnädig auf ihn sieht – und ihn daher erst wieder „ansehen muss“ und Ähnliches (s. z.B. [[Deuteronomium 31#s17 |Dtn 31,17f.20]]; [[1Samuel 1#s11 |1Sam 1,11]]; [[Psalm 10#s12 |Ps 10,12]]; [[Psalm 13#s2 |13,2]]; [[Psalm 22#s25 |22,25]]; [[Psalm 27#s9 |27,9]]; [[Psalm 35#s22 |35,22f.]]; [[Psalm 42#s10 |42,10]]; [[Psalm 44#s24 |44,24f.]]; [[Psalm 59#s5 |59,5f.]]; [[Psalm 69#s18 |69,18]]; [[Psalm 88#s15 |88,15]]; [[Ps 102#s3 |102,3]]; [[Psalm 104#s29 |104,29]]; [[Psalm 143#s7 |143,7]]; [[Jesaja 8#s17 |Jes 8,17]]; [[Jesaja 49#s14 |49,14]]; [[Jesaja 54#s8 |54,8]]; [[Jesaja 59#s2 |59,2]]; [[Jesaja 64#s6 |64,6]]; [[Jeremia 33#s5 |Jer 33,5]]; [[Klagelieder 5#s20 |Klg 5,20]]; [[Ezechiel 39#s23 |Ez 39,23f.29]]; [[Micha 3#s4 |Mic 3,4]] u.ö.). Gott ist in der Bibel also sehr häufig &#039;&#039;gerade nicht&#039;&#039; verantwortlich für alles Übel, sondern dieses muss sozusagen „hinter seinem Rücken“ geschehen. Sinnvoll daher Eidevall 2017, S. 127: „I suggest that v. 6[cd] should be read as a bold affirmation of a ‚truth‘ that was far from self-evident [...]. Indeed, the rhetorical question in v. 6[cd] seems to have been designed to persuade the addressees to accept a provocative and unsettling perspective.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|7}} Wahrlich!, (Jedoch:, Allerdings)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja!, (Jedoch:, Allerdings)&#039;&#039; - heb. &#039;&#039;ki&#039;&#039;, auch hier meist übersetzt mit „denn“. Wie Vv. 3-6 aber V. 7 begründen sollten, ist ganz unklar. Das heb. &#039;&#039;ki&#039;&#039; hat viele verschiedene Bedeutungen und Funktionen; drei andere bieten sich hier weit mehr an: (1) Restriktives &#039;&#039;ki&#039;&#039;: „Allerdings“. V. 7 sollte dann nur V. 6cd einschränken: „Kein Unglück geschieht in einer Stadt, das nicht von JHWH verursacht würde; allerdings warnt er dann auch immer durch seine Propheten vor.“ So explizit m.W. nur Moldenhawer 1787: „Wenn aber Jehova, der Herr, dergleichen thun will, so offenbaret er seinen Entschluß seinen Knechten, den Propheten.“ (2) Emphatisches &#039;&#039;ki&#039;&#039;, das V. 7 überhaupt nicht mit Vv. 3-6 verknüpft, sondern nur das folgende bekräftigt: „Wahrlich!, [es gilt absolut]: ...“ (wie z.B. [[1 Könige 1#s13 |1 Kön 1,13.17.30]]). So viele neuere Exegeten, daher hier als Primär-Üs. gewählt. (3) Schließlich möglich ist eine dritte Option: Adversatives &#039;&#039;ki&#039;&#039; („Nein!, aber...“); vgl. z.B. [[Ijob 22#s2 |Ijob 22,2]]: „Kann ein Mensch Gott nützen? &#039;&#039;ki&#039;&#039; (Nein!, aber) der Weise nützt sich selbst!“; [[Psalm 130#s3 |Ps 130,3f.]]: „Würdest du auf Ungerechtigkeiten achten – Herr, wer könnte dann bestehen? &#039;&#039;ki&#039;&#039; (Niemand! Jedoch:) bei dir ist Vergebung!“ u.ö.; zu dieser Verwendung und ähnlichen Bspp. vgl. Schoors 1981, S. 252f. So m.W. niemand, doch erwägenswert ist es durchaus; s. die Anmerkungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht macht der Herr JHWH (ein Gesprochenes=) irgendetwas, &lt;br /&gt;
_Ohne offenbart zu haben sein Geheimnis (seinen Ratschluss) seinen Dienern (Sklaven), den Propheten.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Brüllt der Löwe (Der Löwe brüllt,) &lt;br /&gt;
_Wer fürchtete sich [dann] nicht? &lt;br /&gt;
Spricht der Herr JHWH (Der Herr JHWH spricht), &lt;br /&gt;
_Wer prophezeite [dann] nicht?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Lasst es hören über den (auf den, von den, die) Festungen (Palästen) in Aschdod &lt;br /&gt;
_Und über den (auf den, von den, die) Festungen (Palästen) im Land Ägypten&amp;lt;ref&amp;gt;Zum plötzlichen Einbezug Angesprochener s. die Anmerkungen. Speziell &#039;&#039;Aschdod&#039;&#039; und &#039;&#039;Ägypten&#039;&#039; wurden vielleicht aus geschichtlichen Gründen gewählt: Auf die Unterdrückung der Israeliten durch Ägypten hatte bereits V. 2 angespielt; die Philister waren ähnlich Erzfeinde der Israeliten und die kriegerischen Auseinandersetzungen mit ihnen bestimmte einen großen Teil der Regentschaften von Saul (s. [[1 Samuel 13 |1 Sam 13]]; [[1 Samuel 31 |31]]) und David (z.B. [[2 Samuel 21#s15 |2 Sam 21,15-22]]; [[2 Samuel 23#s8 |2 Sam 23,8-17]]); in der Samson-Erzählung ([[Richter 13 |Ri 13]]-16) sind sie die Hauptfeinde der Israeliten. Als solche wären diese „klassischen Bedrücker“ Israels „Fachleute in puncto Bedrückung“ (Rudolph 1971, S. 163) – und selbst diese müssten dann also zugestehen, dass Israel außerordentlich bedrückerisch war. Hinzu kommt ein Wortspiel: &#039;&#039;miṣrajm&#039;&#039; („Ägypten“) erinnert an &#039;&#039;`oṣrim&#039;&#039; („sie, die aufhäufen“) und &#039;&#039;`aschdod&#039;&#039; an &#039;&#039;schod&#039;&#039; („Gewalt“) in V. 10b (gut Paul 1991, S. 117; ähnlich schon Abravanel); Ägypten und Aschdod sollen also sozusagen sich selbst im verderbten Israel wiederfinden. Ähnlich wird dann in V. 11 mit dem „Feind“ (&#039;&#039;ṣar&#039;&#039;) auf Tyrus (&#039;&#039;ṣor&#039;&#039;) und mit dem unklaren &#039;&#039;d&#039;mescheq ´areß&#039;&#039; in V. 12 sicher auf das &#039;&#039;`ereṣ dammeßeq&#039;&#039; (das „Land Damaskus“ wie in CD A vi 5.19; xiv 21) angespielt, so dass Israel, um das es in diesem Abschnitt geht, auch im Text tatsächlich „von Feinden umzingelt“ ist (S. V. 11).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und sprecht (ruft): „Versammelt euch auf den Bergen Samarias&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Berge Samarias&#039;&#039; - d.h. den Bergen um den, auf den die israelitische Hauptstadt Samaria erbaut war.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Und seht die vielen (großen) Tumulte (Bestürzungen, Panik)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tumulte&#039;&#039;, wie sie bes. im Krieg ausbrachen (s. [[1 Samuel 14#s20 |1 Sam 14,20]]; [[2 Chroniken 15#s5 |2 Chr 15,5f.]]; wohl auch [[Sprichwörter 15#s16 |Spr 15,16]] („Tumult (durch Krieg) wg. dem Schatz“, s. V. 17)), besonders wenn Gott seine Hand im Spiel hat ([[Deuteronomium 7#s23 |Dtn 7,23]]; [[1 Samuel 5#s9 |1 Sam 5,9.11]]) und wie sie besonders für den „Tag JHWHs“ vorausgesagt wurden, an dem &#039;&#039;JHWH&#039;&#039; endgültig gegen ein Volk vorging (s. [[Jesaja 22#s5 |Jes 22,5]]; [[Ezechiel 7#s7 |Ez 7,7]]; [[Sacharja 14#s13 |Sach 14,13]]). In Israel herrschen Zustände wie im Krieg – und zwar, wie die nächste Zeile wahrscheinlich macht („Unterdrückungen“; zum Wort vgl. Fleischer 1989, S. 89: Opfer einer &#039;&#039;´aschaq&#039;&#039;-Tag sind fast stets Arme, an denen Reiche Eigentumsdelikte vergehen), einem Krieg zwischen Arm und Reich. Die Früchte dieses Kriegs werden dann im nächsten Vers als „unrecht gewonnen“ und durch „Gewalt“ und „Misshandlung“ näher bestimmt.&amp;lt;/ref&amp;gt; in ihrer Mitte &lt;br /&gt;
_Und die Unterdrückungen (die Unterdrückten) in ihrem Inneren!&lt;br /&gt;
{{S|10}} Sie verstehen nicht (sind unfähig) zu tun das Rechte – Spruch JHWHs –,&lt;br /&gt;
_[Sie,] die aufhäufen Gewalt und Misshandlung in ihren Festungen (Palästen).“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gewalt und Misshandlung in Festungen aufhäufen&#039;&#039;, wo „normale Menschen“ Schätze sammeln würden. Ein kleines Wortspiel, durch das einmal mehr die Untaten der Israeliten mit ihrem Reichtum in Zusammenhang gebracht werden. Für ein ganz ähnliches Wortspiel vgl. [[Psalm 55#s10 |Ps 55,10f.]]. Schön dann NL: „Ihre Paläste sind vollgestopft mit Gewalt und Grausamkeit“. Alternativ wie Tg: „Ihre Lager sind gefüllt mit geraubtem Gut und sie haben Beute in ihren Festungen“ (ähnlich schon Raschi und Ibn Ezra); angehäuft werden also wirkliche Reichtümer, die ungerecht gewonnen wurden und daher hier bildlich &#039;&#039;selbst&#039;&#039; als „Gewalt und Misshandlung“ bezeichnet werden. So viele Üss., die dafür aber das Wortspiel eliminieren; z.B. NeÜ: „Mit Misshandlung und Gewalt sammeln sie Schätze in ihren Palästen“; auch GN, HfA, EÜ, LUT, SLT, TAF u.a.&amp;lt;br /&amp;gt;Der Vers könnte übrigens einen sehr konkreten Hintergrund haben: Das späte 9. und frühe 8. Jhd. war eine Blütezeit für Israel; im ganzen Land wurden daher an Handelsknoten – bisweilen selbst in kleinen peripheren Ortschaften – große Lager- oder Markthallen errichtet (der genaue Zweck dieser Strukturen ist noch nicht gesichert), die, um Macht und Reichtum des Königs von Israel zu demonstrieren, auch besonders prunkvoll gestaltet waren (vgl. Bar/Shalev 2017, S. 137-139). Durch sie waren die Armen, die von der Hand in den Mund lebten und den größten Teil der israelitischen Bevölkerung ausmachten, ständig mit „Palästen“ konfrontiert, in denen Güter über Güter angehäuft waren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Deshalb spricht der Herr JHWH so: &lt;br /&gt;
_„Ein Feind (Gegner) umzingle (und das rings um?) das Land!&amp;lt;ref&amp;gt;Der Urteilsspruch Gottes.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Lies mit fast allen Üss. und Kommentare nach Syr &#039;&#039;js(w)bb&#039;&#039; („er umzingle“) statt &#039;&#039;wsb(j)b&#039;&#039; („und rings um“), obwohl die Konsonanten des MT auch durch LXX und VUL gestützt werden. Der Einwand von Ehrlich 1912b, S. 236 und CTAT III:649, dass für diese Bed. das Wort im Qal stehen müsste (wie [[2 Könige 3#s25 |2 Kön 3,25]]; [[2 Könige 6#s15 |6,15]]; [[Kohelet 9#s14 |Pred 9,14]] u.ö.) statt dann wie hier im Piel, ist wahrscheinlich nicht richtig, s. [[Psalm 7#s8 |Ps 7,8]], obwohl dies keine Belagerungssituation ist. Der Text in MT kann jedenfalls kaum richtig sein; auch als „Aposiopese des Zorns“ (Rosenmüller, dann eben: „Ein Feind! Und [das] rings um das Land!“) erforderte ein &#039;&#039;l-&#039;&#039; nach präpositionalem &#039;&#039;sabib&#039;&#039; (wie z.B. [[Richter 7#s21 |Ri 7,21]]) oder noch besser ein &#039;&#039;-t&#039;&#039;, das wegen dem folgenden &#039;&#039;h-&#039;&#039; ausgefallen wäre ({{hebr}}וסבבת הארץ{{hebr ende}}, vgl. [[Psalm 27#s6 |Ps 27,6]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er er wird deine Pracht (Macht, dein Bollwerk) von dir herunterbringen,&amp;lt;ref&amp;gt;Fast ebenso [[Sprichwörter 21#s22 |Spr 21,22]]. Dennoch nicht: „Er wird dein Bollwerk niederreißen“, wie dort viele und auch die alten Vrs. übersetzen (so z.B. hier auch Eidevall 2017; Reider 1992, S. 81; auch GN, HfA, LEB, NeÜ, NL, ZÜR). Hierfür würde ein anderes Vb. verwendet (z.B. &#039;&#039;nataṣ&#039;&#039; wie [[2 Chroniken 36#s19 |2 Chr 36,19]]); Hifil von &#039;&#039;jarad&#039;&#039; heißt häufig und sehr regelmäßig „X (von Y) herunternehmen/herunterbringen“. Entsprechend viele Üss.: „Er wird deine Festungsmauer von dir hinabstürzen“ oder „Er wird deine Macht von dir hinabstürzen“, was dann einmal wörtlich, einmal metaphorisch das Selbe besagen müsste: Der Feind wird Israels Verteidigungsanlagen (als das, was Israel „mächtig“ macht), &#039;&#039;so&#039;&#039; zerstören, dass es vom Berg hinabstürzt. Besser ist &#039;&#039;´oz&#039;&#039; in der seltenen Bed. „Pracht“ zu nehmen (wie bes. deutlich in [[1 Chroniken 16#s27 |1 Chr 16,27]]; [[Psalm 96#s6 |Ps 96,6]]; auch [[Psalm 63#s3 |Ps 63,3]]; [[Sprichwörter 31#s25 |Spr 31,(22.)25]]); dann wie Keil 1866: „Herabstürzen wird er von dir deine Pracht“, H-R: „Er wird dich deiner Pracht entkleiden“, R-S: „Mit deinem Glanz geht&#039;s zu Ende“; w. „Er wird deine Pracht (=die Reichtümer, die du angehäuft hast) von dir (die du auf einem Berg liegst) herunterbringen).“ In Spr 21,22 dagegen: „Der Weise ersteigt die Stadt der Helden und bringt herab (=plündert) die Kraft ihres Vertrauens (=die Kraft, auf die sie vertrauen)“, sc. „die Feder ist schärfer als das Schwert“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_und deine Festungen (Paläste) werden geplündert!“&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} So spricht JHWH:&lt;br /&gt;
„Wie rettet (herausreißt) der Hirte aus dem Maul des Löwen &lt;br /&gt;
_Zwei Beine (Schenkel) oder einen Ohrzipfel,&amp;lt;ref&amp;gt;Das taten Hirten im Alten Israel tatsächlich: Die Herden, die sie hüteten, waren i.d.R. nicht ihre eigenen. Ging ein Tier verloren, mussten sie es zahlen, es sei denn, sie konnten einen Beweis vorlegen, dass es getötet worden oder an einer Seuche gestorben war. S. [[Exodus 22#s9 |Ex 22,9.12]]; auch im Gesetz des Hammurabi, §266: „Wenn in einer Viehhürde eine Viehepidemie entsteht oder ein Löwe tötet, so soll der Hirte vor Gott einen Reinigungseid leisten [d.h. vor Gott schwören, er sei nicht verantwortlich], und der Eigentümer der Viehhürde die in der Viehhürde gestorbenen Tiere ihm abnehmen.“ (TUAT). In [[Genesis 31#s38 |Gen 31,38f.]] unterstreicht Jakob, wie gut er als Hirte war, mit dem Hinweis darauf, dass er „Zerrissenes“ aus eigener Tasche bezahlt habe. Das selbe Bild findet sich auch in [[Ijob 29#s17 |Ijob 29,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
So werden ‚gerettet‘ (herausgerissen) die (Söhne Israels=) Israeliten, &lt;br /&gt;
_Die sitzen (wohnen) in Samaria &lt;br /&gt;
_In der (wie die/mit der) Ecke (am Rand) des Bettes und am (wie der/mit dem) Rand (?, Damast?) des Divans.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Datei:König_auf_Couch.png | mini | rechts | Assyrischer König auf seiner Couch.&amp;lt;br /&amp;gt;Grafik in Rawlinson 1864: The Five Great Monarchies of the Ancient Eastern World II , S. 107.]]&#039;&#039;Rand (Damast) der Couch&#039;&#039; - Das hier mit „Rand“ übersetzte Wort ist unbekannt. Klar ist nur, dass mindestens mit dem Klang des Wortes (&#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039;) auf Damaskus (&#039;&#039;dameßeq&#039;&#039;) angespielt ist. Im Schriftbild der Konsonanten entsprechen sich die beiden Wörter sogar exakt: {{hebr}}דמשק{{hebr ende}}. Will man nur sinngemäß übersetzen, sollte man in der LF das allgemeine „Rand“ wählen (wie TAF), will man das Wortspiel mit „Damaskus“ transportieren, mit „Damast“ (wie ZÜR), obwohl das Wort sicher nicht „Damast“ bedeutet.&amp;lt;br /&amp;gt;Gemeint sind natürlich Prachtbetten der Reichen; die meisten Israeliten schliefen auf ihren Mänteln oder auf Ledermatten. Zur Sitte, auf seinem Bett zu sitzen, s. den Relief-Ausschnitt rechts. Wahrscheinlich ist auch, dass diese Darstellung die Bewohner Samariens verächtlich machen soll; vgl. die sehr entsprechende Darstellung Assurbanipals in Dio Chrysostomus LXII 5f.: „[Er war unfähig, Truppen zu führen.] Im Gegenteil flüchtete er sich immer wieder in Frauengemächer, um zu sitzen auf goldenem Bett unter purpurnen Bettvorhängen, ... mit einer Stimme, die schriller war als die eines Eunuchen.“ Stark übersetzt dann Struensee: „So werden etwa einige von den Einwohnern Samariens gerettet werden; irgend in einer Ecke des Bettes, in einem Winkel der Sponde.“&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039; lautet der Text: „Die Israeliten, die sitzen (wohnten?) in (&#039;&#039;b&#039;&#039;) Samaria in (&#039;&#039;b&#039;&#039;) der Ecke eines Bettes und in (&#039;&#039;b&#039;&#039;) &#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039; eines Divans.“ „In (&#039;&#039;b&#039;&#039;) &#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039; eines Divans“ ist zu kurz, um eine eigene Zeile zu sein und hängt daher sicher vom selben Wort ab wie „in der Ecke eines Bettes“. Entweder also von „gerettet werden“ oder von „sitzen“; entweder ist also aufzulösen: (1) „Die in Samaria Wohnenden werden gerettet wie die / mit der Ecke eines Bettes und wie der / mit dem &#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039; eines Divans“ oder (2) „Es werden gerettet werden die, die in Samarien sitzen in der Ecke eines Bettes und auf dem &#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039; eines Divans“, oder aber (3) die Wortfügung „&#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039; Divan“ ist keine Genitivkonstruktion, dann „Es werden gerettet werden die, die in Samarien sitzen in der Ecke eines Bettes und in &#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039; [auf] dem / [ist] ein Divan.“ Nach Auflösung (1) und (2) wäre &#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039; also ein Parallelbegriff von „Ecke“ und nach (3) von „Samaria“. Von hier aus sind verschiedenste Vorschläge zur Bedeutung oder zur Textkorrektur von &#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039; gemacht worden; hier nur die verbreitetsten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Am häufigsten geht man davon aus, dass das Wort abgeleitet sei von „Damaskus“ und also irgendeinen damaszenischen Stoff bezeichne, der wie das dt. „Damast“ nach diesem Ort benannt war (so z.B. Gordis 1979/80, S. 220). Einige ältere Exegeten verwiesen dafür früher auf das arab. &#039;&#039;dimaqso&#039;&#039; („Seide“, daher MEN: „mit dem Seidengewebe ihres Ruhebettes“), doch dieses Wort ist ein false friend mit einer anderen Etymologie. Dennoch könnte ein anderer Stoff gemeint sein, für den es dann nur keinen Beleg gibt, wie es grundsätzlich keinen Beleg dafür gibt, dass Damaskus ein Zentrum für Textilverarbeitung war. Dass das Wort mit Schin statt Sin geschrieben worden sein soll, könnte daran liegen, dass der Begriff in einem Dialektraum geprägt worden war, in dem man „Damaskus“ mit Schin sprach (vgl. zu einem ähnlichen dialektalen Ausspracheunterschied [[Richter 12#s6 |Ri 12,6]]), aber dies ist eine weitere hypothetische Annahme, die man für diese Deutung machen muss. Dennoch von hier aus viele Üss.: „Auf dem Damast ihres Bettes“ (z.B. B-R, ELB, EÜ, H-R, LUT, R-S, SLT, ZÜR).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Ebenfalls häufig: Man geht erstens davon aus, dass der Text irgendwann einmal in aramäischer Kursivschrift geschrieben war und so &#039;&#039;dmšq&#039;&#039; mit &#039;&#039;dbšt&#039;&#039; („Kamelhöcker“) verschrieben werden konnte, und zweitens davon, dass zwei Sitzpolster auf einem Bett bildlich als dessen „Kamelhöcker“ bezeichnet wurden (so bes. Mittmann 1976, S. 1567; auch schon Budde, Marti, Gressmann), also: „die auf dem / am Polster ihres Divans sitzen“. Das ist ziemlich spekulationsfreudig, so aber dennoch z.B. HER05, PAT.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Man geht grundsätzlich davon aus, dass &#039;&#039;d&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;mescheq&#039;&#039; offenbar ein Parallelbegriff von „Rand/Ecke“ ist und also wohl ein Komplementärbegriff dazu sein muss (so bes. Gese 1962, S. 431), also z.B. „am Fußende der Liege und am Kopfstück des Bettes“ (Wolff). Aber „Rand/Ecke“ ist das häufige heb. &#039;&#039;pe`ah&#039;&#039;, das kein terminus technicus ist, sondern allgemein irgendeinen Rand oder irgendeine Ecke bezeichnet. Soll präzisiert werden, welcher Rand oder welche Ecke, wird das Wort ergänzt. &#039;&#039;pe`ah&#039;&#039; eignet sich also nicht zur Bezeichnung eines Bettteils, für das es ein komplementäres Bettteil geben könnte. So dennoch schon TAF.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Tutankhamun_Bett.jpg | mini | rechts | Bett mit Löwenbeinen aus dem Grab des Tutankhamun]](4) Man nimmmt an, dass &#039;&#039;wbdmšq&#039;&#039; die falsche Zusammenziehung der beiden Wörter &#039;&#039;wbd mšq&#039;&#039; (&#039;&#039;ubad mischoq&#039;&#039; „und ein Teil des Beins“) seien und lässt die beiden Phrasen dann vom Verb „retten“ abhängen: So, wie der Hirte nur einzelne Körperteile seiner Tiere „rettet“, so werden auch die Israeliten gerettet: Entweder „nur noch mit einer Ecke des Bettes und einem Bruchstück eines Beins des Bettes“ oder „in Gestalt dieser Ecke und dieses Bruchstücks“ (so bes. Rabinowitz 1961; auch Moeller 1964; Willi-Plein 1971, S. 23f.; Pfeifer 1988; Paul 1991; Smith 1998; Möller 2003, S. 240; Eidevall 2017; so lösen z.B. auch Gordis 1979/80 und schon Eliezer von Beaugency auf). Verschiedentlich ist eingewandt worden, dass &#039;&#039;schoq&#039;&#039; nur die Beine von Lebewesen bezeichne, aber an sich wäre das leicht erklärlich: Zum einen wurden besonders in Ägypten Prachtmöbel sehr häufig mit Tierfüßen gestaltet (s. die [https://www.academia.edu/13742992/A_chronological_study_of_thereomorphic_furniture_legs_from_Ancient_Egypt schöne Sammlung von Fotografien von Harcombe]; z.B. auch rechts das Bett des Tutankhamun); man könnte davon ausgehen, dass hier an ein solches Prachtbett gedacht wird. Zum anderen könnten hier auch nur durch dieses Wortspiel die Beine des Bettes noch mehr mit den zwei Schenkeln parallelisiert wird, die der Hirte aus dem Maul des Löwen rettet. Sprachlich wäre das also wohl schon möglich, aber das Bild „gerettet werden [nur] mit Bettbruchstücken“ oder sogar „&#039;&#039;in Form von&#039;&#039; Bettbruchstücken“ ist schon sehr schief. Zudem: Paul 1991, S. 120 versucht, diese Deutung zusätzlich mit dem Hinweis darauf zu stützen, dass &#039;&#039;jaschab b...&#039;&#039; nicht „sitzen auf (einem Möbel)“, sondern nur „wohnen in“ oder „sitzen &#039;&#039;an&#039;&#039; (einem Ort)“ bedeuten könne und daher die beiden letzten Phrasen notwendig abhängen müssten von „gerettet werden“, aber das ist falsch, s. 4Q491 Frg. 11 i 12 / 4Q491c 5 (&#039;&#039;jaschab b&#039;&#039; einem Thron) und wohl auch [[Psalm 1#s1 |Ps 1,1]], wenn &#039;&#039;moschab&#039;&#039; = „Sitz“ wie [[1 Samuel 20#s25 |1 Sam 20,25]] und nicht „Sitzkreis“. o.Ä.; und richtig dann Rudolph 1971, S. 164: Die Parallele in [[Amos 6#s4 |Am 6,4]] macht es schon sehr wahrscheinlich, dass die beiden Phrasen von &#039;&#039;jaschab&#039;&#039; abhängen.&amp;lt;br /&amp;gt;(5) Schließlich wäre natürlich auch möglich, die Punktierung von &#039;&#039;dmš/ßq&#039;&#039; zu ignorieren und das letzte Wort „Bett“ als adverbialen Akkusativ des Ortes aufzulösen: „Die, die sitzen in (&#039;&#039;b&#039;&#039;) Samaria am (&#039;&#039;b&#039;&#039;) Rand des Bettes und in (&#039;&#039;b&#039;&#039;) Damaskus [auf dem] Divan.“ (so Niehaus 1992, S. 385; ähnlich Tur-Sinai 1954, S. 61f.: „So sollen die Israeliten gerettet werden: Die, die in Samaria wohnen, mit [nur] der Ecke eines Bettes und [die, die] in Damaskus [wohnen, mit der Ecke] eines Divans.“). Warum dann aber nur das letzte Wort ohne Präp., sondern als adv. Akk. (Niehaus) oder brachylogisch (Tur-Sinai) konstruiert worden sein soll und warum überhaupt dieser Abschnitt über Samaria mit einem kurzen Seitenhieb gegen die Aramäer schließen soll, wäre so schwer erklärlich, dass diese Auflösung erwartbar wenig Anhänger hat.&amp;lt;br /&amp;gt;Kurz: Keine dieser Optionen ist wirklich überzeugend; die Stelle ist bisher unerklärt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Hört und bezeugt dem (zeugt gegen das, warnt das) Haus Jakobs&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Haus Jakobs&#039;&#039; - häufiger Wechselbegriff für das Nordreich Israel; s. in Am noch [[Amos 9#s8 |Am 9,8]] und nur mit „Jakob“ [[Amos 6#s8 |Am 6,8]]; [[Amos 7#s2 |7,2.5]]; [[Amos 8#s7 |8,7]].&amp;lt;/ref&amp;gt; – &lt;br /&gt;
_Spruch des Herrn JHWH, des Gottes der Heerscharen:&lt;br /&gt;
{{S|14}} „Wahrlich ({Wahrlich}), am Tag, [an dem] ich heimsuche die Sünden Israels an ihm,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihm&#039;&#039; - sc. „am Haus Jakob“. Was das konkret heißt, wird erst in V. 15 ausgeführt, denn zuvor wird in 14bc geschildert, wie es aussehen wird, dass Gott sie auch an den Altären Bethels heimsuchen wird. Vv. 14-15 sind also kreuzweise konstruiert: Heimsuchung am Haus Jakobs (14a) - Heimsuchung an Beth-El (dem „Haus der Gottheit“, 14b) - Zerstörung Beth-Els (14cd) - Zerstörung der Häuser des Hauses Jakob (15).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Suche ich [sie auch] heim an den Altären Bethels („Haus der Gottheit“):&lt;br /&gt;
{Und} Es werden abgehauen die Hörner des Altars&amp;lt;ref&amp;gt;[[Datei:Altar.jpg|mini|rechts|Altar aus Beersheba, 8. Jhd.&amp;lt;br /&amp;gt;Bild von [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Altar_from_Tel_Be%27er-Sheva.JPG Tamarah], [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons]] Altäre im Alten Israel hatten „Hörner“ wie z.B. der rechts Abgebildete. An diese Hörner wurde das sühnende Opferblut geschmiert (s. z.B. [[Levitikus 4#s7 |Lev 4,7]]), und flüchtete man sich in einen Tempel und berührte diese Hörner, hatte man eine Art Kirchenasyl (s. [[Exodus 21#s12 |Ex 21,12-14]] mit [[1 Könige 1#s50 |1 Kön 1,50]]; [[1 Könige 2#s28 |2,28]]). „Thus the destruction of the altar and its horns actually symbolizes the end of the sanctuary, immunity, and expiation for the people.“ (Paul 1991, S. 124). Der Altar im Singular meint wahrscheinlich den Hauptaltar der Kultstätte Bethel, das Zentrum des religiösen Kults um Samaria.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und zu Boden (auf die Erde) fallen,&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und ich werde zerschlagen das Winterhaus samt dem Sommerhaus&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Winterhaus und Sommerhaus&#039;&#039; - Offenbar hatten besonders vermögende Israeliten zwei Häuser für die jeweilige Jahreszeit; s. [[Jeremia 36#s22 |Jer 36,22]] vom König. Vgl. auch die Inschrift KAI 216, in der der aramäische König Bar-Rakib (spätes 8. Jhd.) berichtet: „Meine Vorfahren, die Könige von Samal, hatten kein gutes Haus: Sie hatten [nur] das Haus von Kilamu[wa]. Das war ihr Winterhaus und es war [außerdem ihr] Sommerhaus. Doch ich habe [auch noch] dieses Haus gebaut!“ (Üs. nach Younger 1986, S. 101).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Und zugrunde gehen werden die Elfenbeinhäuser &lt;br /&gt;
_Und verschwinden werden die vielen (großen) Häuser (‚Häuser‘)!&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die vielen Häuser (‚Häuser‘)&#039;&#039; könnte sich tatsächlich nicht nur auf Sommerhaus, Winterhaus und die Elfenbeinhäuser beziehen, sondern auch noch Bethel, das „Haus der Gottheit“, einschließen. Dann würde mit dieser Zeile alles Vorige also noch einmal zusammengefasst, was 15c zu einem starken Abschluss des Abschnitts machte. So aber m.W. niemand.&amp;lt;/ref&amp;gt; – Spruch JHWHs.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 2&#039;&#039;&#039; ist der zentrale Satz des Abschnittes &#039;&#039;&#039;Vv. 1-8&#039;&#039;&#039;: In V. 1 wird er ausführlich eingeführt mit doppeltem &#039;&#039;dabar&#039;&#039; („Spruch, den gesprochen hat“) und dreifacher Adressierung (1: „euch“, 2. „Isareliten“, 3: „die ganze Sippe, die ich aus Israel herausgeführt habe“), deren letzte im Spruch selbst aufgegriffen wird („ihr allein &#039;&#039;unter allen Sippen der Erde&#039;&#039;“). Und der ganze Abschnitt Vv. 3-8 dient wohl dazu, diesen Satz noch einmal nachträglich zu legitimieren und abzustützen. V. 2 nämlich gibt eine zweite Antwort auf die zweite der drei zentralen Fragen des Amosbuches: Warum hat Gott zugelassen, dass gerade seiner auserwählten Nation Israel so übel mitgespielt wird? – &#039;&#039;Gerade deshalb.&#039;&#039; Vergehen gegen den Willen Gottes wiegen doppelt schwer bei dieser Nation, an der JHWH wieder und wieder heilvoll gehandelt hat und der er wieder und wieder seinen Willen kundgetan hat (s. noch einmal Am 2,9-11).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 3-8&#039;&#039;&#039; stützt dabei V. 2 ab durch eine lange Fragereihe in Vv. 3-6 und eine kurze in V. 8, die in V. 7 eine eigene Einleitung hat: Das Übel, das in Israel geschah, ist &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; auf Gott zurückzuführen (Vv. 3-6) und Amos ist &#039;&#039;wirklich&#039;&#039; bevollmächtigt, diese Wahrheit zu verkünden (Vv. 7-8).&amp;lt;br /&amp;gt;In &#039;&#039;&#039;Vv. 3-6&#039;&#039;&#039; bedient sich Amos dafür einer etwas gemeinen rhetorischen Strategie: Vv. 6cd, das Ziel des Abschnittes, wird nicht etwa logisch stringent nachgewiesen, sondern die Zuhörerschaft wird in Vv. 3-6b mit einer Reihe von rhetorischen Fragen, auf die sich nicht anders denn mit „Nein“ antworten lässt, eingelullt, um dann unvermittelt den theologischen Spitzensatz in 6cd ans Ende dieser Reihe zu mogeln: Alles Übel in einer Stadt ist letztlich wirklich auf JHWH zurückzuführen. Ähnlich dienen Vv. 7-8 dazu, Amos selbst als echten Prophet auszuweisen, der deshalb um Gottes Ratschluss weiß, weil erstens Gott seinen Propheten &#039;&#039;all&#039;&#039; seine Geheimnisse offenbart (V. 7), und der deshalb prophezeien &#039;&#039;muss&#039;&#039;, weil das Prophezeien nach Gottes Selbstkundgabe so selbstverständlich und natürlich ist wie das Erschrecken nach dem Brüllen eines Löwen (V. 8). Die rhetorische Frage in 8ab hätte dann eine ähnliche Funktion wie die Fragenreihe in 3-6b.&amp;lt;ref&amp;gt;So jedenfalls die meisten Kommentare. Möglich ist auch ein anderes Verständnis von Vv. 3-8, das ich (S.W.) so aber nie vertreten gefunden habe. Nämlich dieses: In Vv. 3-8 soll nur auf rhetorisch sehr umständliche Weise Amos als echter Prophet ausgewiesen werden. Vv. 3-6 enthielten dann eine Reihe von „schlechten“ rhetorischen Fragen. Streng genommen ist dies nämlich wirklich so und die Fragen in 3-6 erfordern durchaus nicht automatisch die Antwort „Nein!“, sondern entweder „Naja... manchmal schon!“ oder sogar „Doch, und zwar regelmäßig!“ Zwei Menschen können sehr wohl gemeinsam gehen, ohne sich unterwegs getroffen oder vorher verabredet zu haben – nämlich, wenn sie gemeinsam losgelaufen sind. Löwen brüllen eigentlich sogar gerade dann &#039;&#039;nicht&#039;&#039;, bevor oder nachdem sie Beute gemacht haben (vgl. wieder Hope 1991). Eine Schofar wird nicht nur in gefährlichen Situationen geblasen und führt daher nicht automatisch zum Erschrecken ihrer Hörer; der Tg fügt daher extra ein: „Wird etwa geblasen in der Stadt eine Schofar, &#039;&#039;wenn man es nicht erwartet&#039;&#039;“, was Kimchi erklärt mit: „... weil die Schofar häufig in der Stadt geblasen wird, die Leute dann aber nicht zittern; z.B. bei freudigen Anlässen.“ Und auch Gottes Urheberschaft allen Übels in einer Stadt ist für die Hörer des Amos und die Leser des Amosbuches alles andere als selbstverständlich, s. die FN zum Vers. Und ohnehin ist es ja einer der Hauptgegenstände des Amosbuches, dass Übel in der Stadt allgegenwärtig ist und dass dieses Üble gerade nicht Gottes Willen entspricht. Schließlich zu V. 5: Wer schon einmal eine Mausefalle aufgestellt hat, wird wissen, dass diese sehr wohl häufig zuschnappen, auch wenn sich keine Maus darin befindet; das selbe wird wohl für antike Vogelfallen gelten, die auf dem selben mechanischen Prinzip beruhen. In 5ab ist leider der Text unsicher, aber auch hier ist nach der textkritisch wahrscheinlichsten Textvariante klar, dass sie nicht automatisch mit „Nein“ zu beantworten ist: Fallen machen es ja gerade überflüssig, dass ein Fallensteller zum Fang anwesend ist. Noch mehr nach der der LXX-Variante: Ein Vogel landet oder fällt ja ständig zu Boden, auch wenn kein Jäger (oder Wurfholz) dafür verantwortlich ist.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sieht man von V. 5ab ab, sind die rhetorischen Fragen also alle nicht sehr gut; die zu erwartende Reaktion wäre jeweils: „Gehen wohl zwei gemeinsam, außer wenn sie sich verabredet haben? – Ja, oft.“ Ok, aber: „Brüllt wohl ein Löwe im Wald, ohne Beute zu haben? – Natürlich; eigentlich brüllt er sogar nur dann.“ usw. Vv. 3-6 würden also sämtlich bewusst schlechte Beispiele für einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang bringen, um dann aber in V. 7 einen &#039;&#039;echten&#039;&#039; und &#039;&#039;regelmäßigen&#039;&#039; aufzustellen: „Aber (s. FN zu V. 7) beim Verhältnis von Gott zum Propheten ist dies anders: Gott tut &#039;&#039;wirklich nie&#039;&#039; etwas, ohne dies vorher seinen Propheten zu offenbaren“, und V. 8 macht weiter: „Brüllt der Löwe, wer fürchtete sich dann nicht [dies schließlich gilt doch wirklich, liebe Zuhörer]? Und entsprechend dann: Spricht der Herr JHWH, wer prophezeite dann nicht?“ Anders als bei unregelmäßigen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen gelten hier also andere Maßstäbe: Gott tut &#039;&#039;stets all&#039;&#039; seine Pläne den Propheten kund, und diese geben diese auch &#039;&#039;stets ausnahmslos&#039;&#039; weiter.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 9-12&#039;&#039;&#039; schließen eng an den vorangehenden Abschnitt an. Ungenannte Dritte werden hier nämlich dazu aufgefordert, die Rolle von JHWHs Herolden zu übernehmen, die JHWHs Gutachten über den sittlichen Zustand Israels wortgetreu verkündigen und auch noch Aschdod und Ägypten zu Mitzeugen machen sollen. Diese „Dritten“, Aschdod und Ägypten geraten so also geradezu in die Rolle von Propheten, die JHWHs Blick auf die Dinge wortgemäß weitergeben.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer diese „Dritten“ sind, ist gar nicht klar; die einzig identifizierbaren Adressaten wären ja die Israeliten aus V. 1. Vergleichbare Aufrufe an nur selten identifizierbare Dritte finden sich aber noch häufiger v.a. im Jeremia-Buch (s. [[Jeremia 4#s5 |Jer 4,5.15f.]]; [[Jeremia 5#s20 |5,20]]; [[Jeremia 31#s10 |31,10]]; [[Jeremia 46#s14 |46,14]]; [[Jeremia 48#s19 |48,19f.]]; [[Jeremia 50#s2 |50,2]]. Ähnlich auch [[Jesaja 40#s9 |Jes 40,9f.]]), gut möglich also, dass es sich hier nur um ein Stilmittel handelt, mit dem einem prophetischen Wort zusätzliches Gewicht verliehen wird, indem fingierte Herolde mit der Verbreitung dieses Wortes beauftragt werden.&amp;lt;br /&amp;gt;Wie dem auch sei: Nachdem JHWH in Vv. 9-10 bereits der Jury ihre Gutachterrolle vorweggenommen hat, wird er nun in V. 11 auch noch zum Richter und verkündet sein doppeltes Urteil. Nur die Rolle der Exekutive bleibt einem anderen überlassen: Zum Ersten verurteilt Gott Israel nämlich zu einem allgegenwärtigen Feind (V. 11) und zum Zweiten zu einer fast vollständigen Vernichtung durch denselben (V. 12). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 13-15&#039;&#039;&#039; ist dann noch einmal das Selbe in Kurzfassung: V. 13 ist die Ernennung unbekannter Dritter zu Herolden und Zeugen, Vv. 14-15 bieten nach V. 11 und V. 12 einen dritten Urteilsspruch, diesmal gegen die unterschiedlichen „Häuser“ Israels: Verschwinden werden das Winterhaus, das Sommerhaus, die Elfenbeinhäuser und das Gotteshaus; kurz: all die vielen Häuser Israels. Wohl nicht von ungefähr wird hier gerade mit einem Urteil über die „Häuser“ geschlossen: Dies nämlich ist eine Bezeichnung für die einzelnen „Familien“, die eine „Sippe“ konstituieren (s. [https://offene-bibel.de/wiki/Amos_3#note_b FN b]). Die ganze „Sippe Israel“ (V. 1) wird also entwurzelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Johannes_9&amp;diff=30986</id>
		<title>Johannes 9</title>
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		<updated>2021-06-02T19:37:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Kategorie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
{{L|1}} Und im Vorbeigehen sah Jesus einen Mann,  der von Geburt an blind war. {{L|2}} Seine Jünger fragten ihn: „Rabbi, wer hat bei diesem Mann gesündigt, sodass er blind geboren wurde: der Mann selbst oder seine Eltern?“  {{L|3}} Jesus antwortete: „Weder er noch seine Eltern! Er ist blind, damit Gottes Wirken an ihm sichtbar wird. {{L|4}} Wir müssen die Werke dessen tun, der mich gesandt hat, solange es Tag ist. Die Nacht wird kommen, in der niemand mehr etwas tun kann. {{L|5}} Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} Als Jesus das gesagt hatte, spuckte er auf den Boden, machte mit dem Speichel einen Brei und strich dem blinden Mann den Brei auf die Augen. {{L|7}} Und er sagte zu ihm: „Geh und wasche dich im Teich von Schiloach!“  Das Wort Schiloach bedeutet „Gesandter“. Daraufhin ging der Mann weg, wusch sich das Gesicht und konnte plötzlich sehen. {{L|8}} Da riefen die Nachbarn und andere Leute, die ihn vorher als Bettler gesehen hatten: „Ist das nicht der Mann, der hier saß und bettelte?“ {{L|9}}Einige meinten: „Ja, das ist er!“ Andere sagten: „Nein, er sieht ihm nur ähnlich!“ Er selbst sagte: „Ich bin es.“ {{L|10}} Da fragten sie ihn: „Wie kannst du dann jetzt auf einmal sehen?“ {{L|11}} Der Mann antwortete: „Der Mensch, der Jesus heißt, hat etwas Brei gemacht und mir auf die Augen gestrichen und mir dann gesagt: ‚Geh zum Teich von Schiloach und wasche dich!‘ Also ging ich hin, wusch mich – und dann konnte ich sehen.“ {{L|12}} Da fragten sie ihn: „Wo ist der dieser Mensch, von dem du sprichst?“ Er sagte: „Ich weiß es nicht.“  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|13}} Sie brachten den geheilten Mann zu den Pharisäern. {{L|14}} Der Tag, an dem Jesus den Brei aus Sand und Speichel machte und den Mann damit heilte, war ein Sabbat. {{L|15}} Auch die Pharisäer fragten den Mann noch einmal, wie es kam, dass er plötzlich sehen konnte. Er antwortete ihnen: „Der Mensch hat mir einen Brei auf die Augen gestrichen, dann habe ich gebadet, und jetzt kann ich sehen.“ {{L|16}} Manche von den Pharisäern meinten daraufhin: „Der Mensch, der diesen Blinden geheilt hat, kann nicht von Gott sein, denn er hält die Sabbat-Ruhe nicht ein“. Andere sagten: „Wie könnte ein sündiger Mensch solche Wunder tun?“ Und es kam unter ihnen zu einer Spaltung. &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{L|17}} Also fragten sie den vormals Blinden noch einmal: „Was sagst du über diesen Menschen, der dir die Augen geöffnet hat?“ Der Mann sagte: „Er ist ein Prophet!“ {{L|18}} Da glaubten die Juden nicht mehr, dass er wirklich vorher blind gewesen war und nun sehen konnte. Deshalb riefen sie seine Eltern herbei {{L|19}}und fragten sie: „Ist dieser Mann euer Sohn, und ist er wirklich blind geboren worden? Wie kommt es dann, dass er jetzt sehen kann?“ {{L|20}} Da antworteten seine Eltern: „Er ist tatsächlich unser Sohn und er wurde blind geboren. {{L|21}} Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, wissen wir nicht. Auch wer ihm die Augen geöffnet hat, wissen wir nicht. Fragt ihn doch selbst, er ist erwachsen, er kann selbst für sich sprechen!“ {{L|22}} Das sagten sie, weil sie die Juden fürchteten. Die Juden hatten sich nämlich schon darüber verständigt, dass jeder, der Jesus öffentlich als Messias bezeichnete, aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte. {{L|23}} Aus diesem Grund sagten seine Eltern: „Er ist erwachsen, fragt ihn doch selbst!“  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|24}} Daraufhin riefen sie den Mann, der ein Blinder gewesen war, zum zweiten Mal und forderten ihn auf: „Gib Gott Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist!“ {{L|25}} Da antwortete der Mann: „Ob dieser Mensch ein Sünder ist, weiß ich nicht! Nur eines weiß ich: dass ich blind war und jetzt sehen kann.“ {{L|26}} Darauf sagten sie zu ihm: „Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen geöffnet?“ {{L|27}} Er antwortete ihnen: „Ich habe es euch doch schon gesagt und ihr habt nicht zugehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr vielleicht seine Jünger werden?“ {{L|28}} Da beschimpften sie ihn und sagten: „Du bist ein Jünger von ihm, wir aber sind Jünger von Mose! {{L|29}} Wir wissen, dass Gott zu Mose gesprochen hat, aber von diesem Menschen wissen wir nicht, woher er ist.“ {{L|30}} Der Mann antwortete ihnen: „Seltsam, dass ihr nicht wisst, woher er ist, wo er mir doch die Augen geöffnet hat! {{L|31}} Es ist klar: Auf die Bitten von Sündern hört Gott nicht, nur auf die Bitten von Frommen und Gottesfürchtigen, {{L|32}} und noch nie hat es jemand geschafft, einem blind Geborenen die Augen zu öffnen. {{L|33}}Also: Wenn dieser Mann nicht von Gott wäre, könnte er nichts dergleichen tun!“ {{L|34}}Sie antworteten ihm: „Du wurdest ganz in Sünden geboren und willst uns belehren?“  Und sie warfen ihn hinaus. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|35}}Als Jesus hörte, dass sie ihn hinausgeworfen hatten, und ihn wieder traf, fragte er ihn: „Glaubst du an den ‚Menschensohn‘?“ {{L|36}}Der Mann erwiderte: „Wer ist das, Herr – damit ich an ihn glauben kann?“ {{L|37}}Jesus sagte: „Du hast ihn schon gefunden: Ich bin es, der mit dir spricht!“ {{L|38}}Da sprach der Mann: „Ich glaube, Herr!“, und er betete ihn an. {{L|39}} Und Jesus sagte: „Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, damit die Blinden sehen können und die Sehenden blind werden.“ {{L|40}}Das hörten die Pharisäer, die in der Nähe waren. Sie sagten zu ihm: „Aber wir gehören doch nicht zu den Blinden, oder?“ {{L|41}}Jesus entgegnete ihnen: „Wenn ihr blind wäret, hättet ihr keine Sünde. Aber ihr sagt selbst, dass ihr sehen könnt – deshalb bleibt eure Sünde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und im Vorbeigehen (beim Weitergehen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Vorbeigehen&#039;&#039; Als modale Präpositionalangabe aufgelöstes adv. Ptz. &amp;lt;/ref&amp;gt; sah er einen von Geburt an blinden Mann (Menschen). &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und seine Jünger fragten ihn {sagend}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; Das zusätzliche adverbiale Partizip dient im Griechischen dazu, den Beginn wörtlicher Rede zu markieren. Im Deutschen tun das Doppelpunkt und Anführungszeichen. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Rabbi (Lehrer), wer hat [hier] gesündigt, der [Mann] (dieser) oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde?“&lt;br /&gt;
{{S|3}} Jesus erwiderte: „Weder hat der [Mann] (dieser) gesündigt noch seine Eltern. [Er ist] vielmehr (sondern) [blind], damit Gottes Handeln (Wirken, Taten, Werke)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Handeln&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Handeln&#039;&#039; Das gr. Wort steht im Pl. wie „Taten“. &amp;lt;/ref&amp;gt; an ihm sichtbar wird. &lt;br /&gt;
{{S|4}} Wir müssen das Handeln (Wirken, Taten, Werke)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Handeln&amp;quot; /&amp;gt; dessen ausführen (bewirken, tun), der mich gesandt hat, solange es Tag ist – [die] Nacht kommt, und dann (wenn) kann niemand mehr [etwas] tun (bewirken) kann. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Wann immer (Solange) ich in der Welt bin, bin ich [das] Licht der Welt.“ &lt;br /&gt;
{{S|6}} Sobald (als, nachdem) er das gesagt hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sobald er das gesagt hatte&#039;&#039; Temporales Ptc. coni. (Ptz. Aor.), als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; spuckte er auf den Boden, {und} machte mit (aus) dem Speichel Matsch (Schlamm) und strich ihm den Matsch (Schlamm) auf die Augen. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er sagte zu ihm: „Geh [und] wasche dich im Teich von Schiloach ab!“ – das bedeutet „Gesandter“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gesandter&#039;&#039; Hier als Übersetzung des Ptz. Pf. Pass. ἀπεσταλμένος. &amp;lt;/ref&amp;gt;. Daraufhin (also) ging er weg, {und} wusch sich [das Gesicht] ab&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wusch sich [das Gesicht] ab&#039;&#039; Das Verb νίπτω wird meist im Zusammenhang mit einem Körperteil benutzt, am häufigsten den Füßen (LN 47.9). Daraus lässt sich schließen, dass der Blinde in dieser Szene nicht baden, sondern sich lediglich die Augen oder das Gesicht waschen soll. Das Verb wurde ohne explizites Objekt deshalb hier als „sich abwaschen“ übersetzt sowie das implizite Objekt (das Gesicht) ergänzt, wo erforderlich (vgl. NGÜ, GNB). &amp;lt;/ref&amp;gt; und kam sehend zurück. &lt;br /&gt;
{{S|8}} Da riefen (meinten, sagten) die Nachbarn und [solche], die ihn vorher als Bettler gesehen hatten:&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ihn vorher als Bettler gesehen hatten&#039;&#039; W. „ die ihn vorher gesehen hatten, dass er ein Bettler war“, dabei wurde das Ptz. Präs. θεωροῦντες als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; „Ist dieser [Mann] nicht derjenige, der [hier] saß und bettelte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;derjenige, der [hier] saß und bettelte&#039;&#039; Zwei subst. Ptz., als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;!“ &lt;br /&gt;
{{S|9}} Einige meinten (sagten): {dass}&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;[[ὅτι recitativum]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; „Er ist es!“, andere riefen (sagten): „Nein, er ist ihm nur (aber, sondern) ähnlich!“ Er selbst&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er selbst&#039;&#039; W. „jener“ (vgl. [[Johannes_9#note_l|Fn in V. 12]])&amp;lt;/ref&amp;gt; sagte: {dass}&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt; „Ich bin es.“&lt;br /&gt;
{{S|10}} Da fragten (sagten) sie ihn: „Wie wurden dir denn dann die Augen geöffnet?“&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. „Wie kommt es denn, dass du wieder sehen kannst?“ (vgl. NGÜ)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Der Mann antwortete: „Der Mann (Mensch), der Jesus heißt, hat Matsch (Schlamm) gemacht und mir die Augen [damit] eingestrichen, und er sagte mir: ‚Geh zum [Teich] Schiloach und wasche dich ab!‘ Nachdem ich dann (also) hingegangen war und mich abgewaschen hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Nachdem ich hingegangen war und mich abgewaschen hatte&#039;&#039; Zwei adverbiale Ptz. Aor., die temporal als Nebensatz mit „nachdem“ aufgelöst wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt; konnte ich sehen.“ &lt;br /&gt;
{{S|12}} Da (und) fragten (sagten) sie ihn: „Wo ist der Mann, [von dem du sprichst]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Mann, [von dem du sprichst]&#039;&#039; Deutsche Wiedergabe des Adjektivs ἐκεῖνος, das häufig veraltet mit „jener“ übersetzt wird. Hier steht es als Bezeichnung desjenigen, von dem der Mann gesprochen hatte. Mit demselben Wort bezieht sich Johannes schon in V. 9 auf „den Genannten“, dort den Blinden selbst (dabei übersetzt als „Er selbst“). &amp;lt;/ref&amp;gt;?“ Er sagte&amp;lt;ref name=&amp;quot;HP&amp;quot;&amp;gt;[[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Ich weiß nicht.“&lt;br /&gt;
{{S|13}} Sie brachten den vormals Blinden vor (zu) die Pharisäer. &lt;br /&gt;
{{S|14}} {Allerdings (übrigens, nämlich)}&amp;lt;ref&amp;gt;Die Konjunktion δὲ leitet hier eine Umstandsangabe ein und ist nicht direkt übersetzbar. &amp;lt;/ref&amp;gt; Es war Sabbat an dem Tag, [an dem] Jesus den Matsch (Schlamm) machte und ihm die Augen öffnete. &lt;br /&gt;
{{S|15}} Auch die Pharisäer befragten ihn {nun} weiter&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;befragten ihn weiter&#039;&#039; Das Verb steht im Imperfekt und drückt einen anhaltenden Vorgang aus. &amp;lt;/ref&amp;gt; (noch einmal, immer wieder), wie [es kam, dass] er [plötzlich] sehen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie [es kam, dass] er [plötzlich] sehen konnte&#039;&#039; Die sinngemäßen Einfügungen (vgl. NGÜ) sind erforderlich, wenn man nicht wie die meisten Übersetzungen als „sehend geworden war“ oder etwas kompliziert mit „wie sein Augenlicht wiederhergestellt worden war“ (vgl. engl. Übers.: „gain/receive (his) sight“) übersetzen möchte. &amp;lt;/ref&amp;gt; Er {aber} antwortete (sagte) ihnen: „Er hat mir Matsch (Schlamm) auf die Augen getan, {und} ich habe gebadet, und [jetzt] sehe ich.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Manche von (unter) den Pharisäern meinten (sagten) daraufhin: „Dieser Mensch (Mann) ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht einhält (befolgt, bewahrt). Andere sagten (meinten): „Wie könnte ein sündiger Mensch solche (derartige) Zeichen (Wunder) tun?“ Und es kam (war) unter ihnen zu einer Spaltung. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Also fragten (sagten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;HP&amp;quot; /&amp;gt; sie den Blinden noch einmal: „Was sagst du über ihn – da er dir ja die Augen geöffnet hat?“ Er {aber} sagte: {dass}&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt; „Er ist ein Prophet!“ &lt;br /&gt;
{{S|18}} Da glaubten die Juden nicht [mehr] {über ihn}, dass er blind (ein Blinder) [gewesen] war und [nun] sehen konnte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[nun] sehen konnte&#039;&#039; Zur Übersetzung vgl. die [[Johannes_9#note_p|Fn in V. 15]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;, bis sie {seine} die Eltern des Geheilten&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;des Geheilten&#039;&#039; Aus praktischen Gründen sinngemäß übersetzt. Löst man das so wiedergegebene substantivierte Partizip stattdessen als Relativsatz auf, wäre die wörtliche Übersetzung: „dessen, der [nun] Sehen konnte“. &amp;lt;/ref&amp;gt; herbeiriefen&lt;br /&gt;
{{S|19}} und sie fragten {wobei sie sagten}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{wobei sie sagten}&#039;&#039; Modal aufgelöstes Ptc. coni. Zur Auslassung s. die [[Johannes_9#note_b|Fußnote in V. 2]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Ist dieser [Mann] euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wie [kommt es] denn, [dass] er jetzt sehen kann (sieht)? &lt;br /&gt;
{{S|20}} Da antworteten seine Eltern {und sagten}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagten}&#039;&#039; Zur Auslassung s. die [[Johannes_9#note_b|Fußnote in V. 2]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Wir wissen, dass er (dieser [Mann]) unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Wie [es] aber [kommt, dass] er jetzt sehen kann (sieht), wissen wir nicht, auch (oder) wer ihm die Augen geöffnet hat, wissen wir nicht. Fragt ihn [doch] selbst, er ist erwachsen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;erwachsen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;er ist erwachsen&#039;&#039; (V. 21 und 23) Sinngemäße Übersetzung eines Idioms, w. etwa „er hat Reife“, d.h. „er ist volljährig“ (vgl. LN 67.156). &amp;lt;/ref&amp;gt; er wird selbst für sich sprechen!“ &lt;br /&gt;
{{S|22}} Das sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten. Die Juden hatten sich nämlich (denn) schon [darüber] verständigt (geeinigt, abgestimmt, beschlossen), dass jeder, der ihn [öffentlich] als Messias (Christus) bezeichnete (bekannte), aus der Synagoge ausgeschlossen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus der Synagoge ausgeschlossen&#039;&#039; übersetzt das Prädikatsadjektiv ἀποσυνάγωγος, das eine solche Exkommunikation beschreibt. &amp;lt;/ref&amp;gt; werden [sollte]. &lt;br /&gt;
{{S|23}} Aus diesem Grund sagten seine Eltern: {dass}&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt; „Er ist erwachsen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;erwachsen&amp;quot; /&amp;gt; fragt ihn [doch] selbst!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Daraufhin (also) riefen sie den Mann (Menschen) zum zweiten Mal, der blind (ein Blinder) [gewesen] war, und forderten ihn auf (sagten zu ihm): „Gib Gott Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch (Mann) ein Sünder (sündig) ist!“  &lt;br /&gt;
{{S|25}} Da antwortete der Mann (jener)&amp;lt;ref name=&amp;quot;jener&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;der Mann (jener)&#039;&#039; Zur Übersetzung von ἐκεῖνος vgl. die [[Johannes_9#note_l|Fn in V. 12]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Ob er sündig ist, weiß ich nicht! Eines weiß ich: dass ich, der blind war (als Blinder),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der blind war (als Blinder)&#039;&#039; Übertragung der temporalen/modalen Angabe (Ptc. coni.) τυφλὸς ὢν „blind seiend“. &amp;lt;/ref&amp;gt; jetzt sehen kann (sehe).“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Darauf sagten sie zu ihm: „Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen geöffnet?“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Er antwortete ihnen: „Ich habe [es] euch schon gesagt und ihr habt nicht zugehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt wohl (vielleicht) auch ihr seine Jünger werden?“ &lt;br /&gt;
{{S|28}} Da (und) beschimpften sie ihn {und sagten}&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;{und sagten}&#039;&#039; Zur Auslassung s. die [[Johannes_9#note_b|Fußnote in V. 2]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Du bist sein Jünger, wir aber sind Moses Jünger! &lt;br /&gt;
{{S|29}} Wir wissen, dass Gott zu Mose gesprochen hat, aber von diesem [Mann] wissen wir nicht, woher er ist.“ &lt;br /&gt;
{{S|30}} Der Mann (Mensch) antwortete {und sagte zu ihnen}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte zu ihnen}&#039;&#039; Zur Auslassung s. die [[Johannes_9#note_b|Fußnote in V. 2]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Das ist ja merkwürdig (seltsam, erstaunlich),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das ist ja merkwürdig&#039;&#039; W. „Darin ist ja das Merkwürdige/Erstaunliche“ EÜ, Zür: „Darin liegt ja das Erstaunliche“, NGÜ: „Das ist doch wirklich sonderbar!“, Lut: „Das ist verwunderlich“, GNB: „Das ist wirklich seltsam!“&amp;lt;/ref&amp;gt; dass ihr nicht wisst, woher er ist, obwohl (und)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;obwohl&#039;&#039; καὶ „und“ hat ihr eine sehr konzessive Konnotation. &amp;lt;/ref&amp;gt; er mir die Augen geöffnet hat.&lt;br /&gt;
{{S|31}} Wir wissen, dass Gott Sündern nicht zuhört. Vielmehr hört er gerade demjenigen zu,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hört er gerade demjenigen zu&#039;&#039; Diese Phrase steht im Urtext besonders hervorgehoben am Satzende. Die Umstellung erfolgt, weil im Deutschen eine solche Betonung anders ausgedrückt werden muss, und der Satz wäre unter Beibehaltung der griechischen Satzstellung kaum übersetzbar. &amp;lt;/ref&amp;gt; [der] gottesfürchtig (fromm) ist und seinen Willen tut. &lt;br /&gt;
{{S|32}} Von jeher&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Von jeher&#039;&#039; Gr. ἐκ τοῦ αἰῶνος, W. etwa „seit Ewigkeit“. &amp;lt;/ref&amp;gt; ist es nicht gehört worden, dass jemandem die Augen geöffnet wurden, der blind (als Blinder) geboren war. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Wenn dieser [Mann] nicht von Gott wäre, könnte er nichts [dergleichen] tun!“ &lt;br /&gt;
{{S|34}} Sie antworteten {und sagten}&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt; ihm „Du wurdest ganz in Sünden geboren und du belehrst uns?“ und warfen ihn hinaus. &lt;br /&gt;
{{S|35}} Jesus hörte, dass sie ihn hinausgeworfen hatten, und sagte, nachdem er ihn gefunden hatte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er ihn gefunden hatte&#039;&#039; Adverbiales Ptz. Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Glaubst du an den ‚Sohn des Menschen‘ (‚Menschensohn‘, ‚Menschen‘)?“ &lt;br /&gt;
{{S|36}} Der Mann (jener)&amp;lt;ref name=&amp;quot;jener&amp;quot; /&amp;gt; erwiderte {und sagte}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; Zur Auslassung s. die [[Johannes_9#note_b|Fußnote in V. 2]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Und wer ist es, Herr, damit ich an ihn glauben kann&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glauben kann&#039;&#039; W. „glauben werde“&amp;lt;/ref&amp;gt;?“ &lt;br /&gt;
{{S|37}} Jesus sagte zu ihm: „{und} Du hast ihn gefunden: {und} Der mit dir spricht,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der mit dir spricht&#039;&#039; Subst. Ptz., als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; ist es!“ &lt;br /&gt;
{{S|38}} Da (und) rief (sprach) der [Mann] „Ich glaube, Herr!“ und betete ihn an. &lt;br /&gt;
{{S|39}} Und Jesus sagte: „Zur Scheidung (Gericht) bin ich in diese Welt gekommen, damit die nicht Sehenden sehen können (sehen) und die Sehenden blind werden.“&lt;br /&gt;
{{S|40}} Das hörten diejenigen von den Pharisäern, die bei (mit) ihm waren, und sagten zu ihm: „Aber wir gehören nicht zu den Blinden, oder?“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Aber wir gehören nicht zu den Blinden, oder?“&#039;&#039; W. „Es sind doch nicht etwa auch wir blind?“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Jesus entgegnete (sagte zu) ihnen: „Wenn ihr blind wäret, [dann] hättet ihr keine Sünde. Aber jetzt sagt ihr: {dass}&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt; ‚Wir sehen!‘, [und] eure Sünde bleibt.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:OEKT 2021]]&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Johannes_1&amp;diff=30985</id>
		<title>Johannes 1</title>
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		<updated>2021-06-02T19:37:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Kategorie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
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{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
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{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
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{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
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{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
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{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war gott (Gott, göttlich).&lt;br /&gt;
{{S|2}} Er (Dieser; Es) war am Anfang bei Gott.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Alles ist durch ihn entstanden, und unabhängig von (ohne) ihm ist nicht ein [Ding] entstanden. Was&lt;br /&gt;
{{S|4}} in ihm (durch ihn) entstanden war,&amp;lt;ref&amp;gt;Was in ihm entstanden war „Was entstanden war“ (Pf.) gehört noch zu V. 3. Alternativ lässt sich das Ende von V. 3 auch so übersetzen: „unabhängig von ihm ist nicht ein [Ding] entstanden, das entstanden ist.“ Eine weitere Alternativübersetzung ist möglich: „Was entstanden war, war Leben in ihm/darin war Leben.“ Die gewählte Übersetzung entspricht den poetischen Merkmalen des Johannesprologs am besten und ist die Verbreitetste (Brown, &amp;lt;sup&amp;gt;²&amp;lt;/sup&amp;gt;1987, 6f.). &amp;lt;/ref&amp;gt; war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen –&lt;br /&gt;
{{S|5}} und das Licht scheint in der Dunkelheit, und die Dunkelheit hat es nicht überwunden (verstanden, aufgenommen; kann es nicht überwinden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kann es nicht überwinden&#039;&#039; So bei Interpretation als gnomischer Aorist. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Ein Mensch trat auf (Es war ein Mensch/gab einen Menschen), gesandt von Gott, namens Johannes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;namens Johannes&#039;&#039; W. „Ihm [war der] Name Johannes.“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|7}} der kam als (zum) Zeugnis, um (damit) als Zeuge über das Licht aufzutreten (auszusagen; Zeugnis zu geben; Zeuge zu sein), damit alle durch ihn (es) glauben werden.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Er selbst (Jener, der Genannte) war nicht das Licht, vielmehr (sondern) [war es seine Aufgabe], {um} als Zeuge für das Licht aufzutreten (auszusagen über; Zeugnis zu geben; Zeuge zu sein).&lt;br /&gt;
{{S|9}} Das (Es/da war das) wahre Licht, das alle Menschen beleuchtet (erleuchtet, erhellt), kam in (das … kam) in die Welt.&lt;br /&gt;
{{S|10}} Er (es)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er&#039;&#039; D.h. das Licht, das hier personifiziert ist. Weil das „Licht“ im Griechischen (wie im Deutschen) neutral ist und viele neutrale Pronomina den maskulinen entsprechen, kann Johannes lange zweideutig formulieren. Erst mit „ihn“ in V. 10 und 11 wird klar, dass er das Licht maskulin gebraucht und personifiziert. Es ist natürlich von Jesus die Rede. &amp;lt;/ref&amp;gt; war in der Welt, und die Welt ist durch ihn entstanden, aber (und) die Welt erkannte (erkannte an, kannte) ihn nicht.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Er kam zu den Seinen (zu/in sein Eigentum), aber (und) die Seinen hießen ihn nicht willkommen (nahmen ihn nicht auf).&lt;br /&gt;
{{S|12}} Aber denjenigen, die ihn aufnahmen (empfingen), gab er das Vorrecht (Erlaubnis, Vollmacht), Kinder Gottes zu werden: denen, die an seinen Namen glaubten (glauben),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;denen, die an seinen Namen glauben (glaubten)&#039;&#039; Subst. Ptz., als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} die nicht von (aus) Blutes, noch von (aus) fleischlichem Willen, noch von (aus) menschlichem Willen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fleischlichem Willen&#039;&#039; (W. „Willen [des] Fleisches“) und &#039;&#039;menschlichem Willen&#039;&#039; (W. „Willen eines Mannes/Menschen“): epexegetischer bzw. subjektiver Genitiv. &amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern von (aus) Gott geboren (gezeugt) sind.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und das Wort wurde Fleisch und lebte (wohnte) unter (bei) uns, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, Herrlichkeit wie (als) [die des] einzigartigen (einzigen, eingeborenen) [Sohnes], vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Johannes verbürgte sich für ihn (trat als sein Zeuge auf, bezeugte ihn) und rief die Worte (indem/als er sagte; sagend)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Worte (sagend)&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe des modalen adv. Ptz. λέγων, dessen Zweck die Markierung des Inhalts wörtlicher Rede ist. Nach „rief“ ist im Deutschen kein zweites solches Wort nötig. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Der hier ist es, den ich meinte (von dem ich sagte): ‚Der nach mir gekommen ist (kommt), ist vor mich gekommen (wichtiger als ich geworden; vor mir entstanden/gewesen; mir voraus), denn er war vor mir.‘“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Denn von seinem Reichtum (Überfluss, Fülle) haben wir alle [etwas] erhalten: Gnade über ((im Austausch) für) Gnade!&lt;br /&gt;
{{S|17}} Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben worden, [doch] die Gnade und die Wahrheit sind durch Jesus [Wirklichkeit] geworden (entstanden).&lt;br /&gt;
{{S|18}} Niemand hat Gott jemals gesehen. [Der] einzigartige (einzige) Gott (Sohn)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gott (Sohn)&#039;&#039; Textkritik: NA28 liest mit P66, P75, Aleph, B, C, 33 u.e. Kirchenvätern und alten Übersetzungen θεός &amp;quot;Gott&amp;quot;, alle anderen Handschriften υἱός &amp;quot;Sohn&amp;quot;. Da &amp;quot;Sohn&amp;quot; mit &amp;quot;einzigartig&amp;quot; eher zu erwarten wäre, als Jesus direkt als Gott zu bezeichnen, ist es wahrscheinlicher, dass ein ursprüngliches &amp;quot;Gott&amp;quot; irgendwie zu &amp;quot;Sohn&amp;quot; wurde und nicht umgekehrt. Das könnte z.B. auf einen Abschreibfehler zurückzuführen sein. Andererseits passt &#039;&#039;Sohn&#039;&#039; besser zu &#039;&#039;Vater&#039;&#039; (zweite Vershälfte), was wiederum darauf hinweisen könnte, dass &#039;&#039;Gott&#039;&#039; später kam. Weil beide Wörter schon in den ältesten erhaltenen Handschriften als Nomina Sacra (nur Anfangs- und Endbuchstabe mit einem Strich darüber) erscheinen, wäre das der Unterschied zwischen Θ und Υ. Allerdings erklärt das nicht die ungelenke Syntax und den sehr häufig eingefügten Artikel &amp;quot;der&amp;quot; vor &amp;quot;einzige Sohn&amp;quot;. &#039;&#039;Gott&#039;&#039; erhält als schwierigere, extern leicht besser bezeugte Lesart den Vorzug. &amp;lt;/ref&amp;gt; ([Der] einzigartige [Sohn], Gott),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Der] einzige (einzigartige) Gott (Sohn)&#039;&#039; Die Syntax ist hier kompliziert. Zur textkritischen Entscheidung zwischen &#039;&#039;Gott&#039;&#039; und &#039;&#039;Sohn&#039;&#039; s. die vorherige Fußnote. Die gegenwärtige Übersetzung geht &amp;lt;/ref&amp;gt; der ganz nah (an der Seite, am Busen) des Vaters ist, der hat sich ([ihn]) gänzlich bekannt gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und dieses ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten (zu ihm)&amp;lt;ref&amp;gt;NA27 klammert πρὸς αὐτὸν (zu ihm) ein. Es gibt sowohl wichtige Textzeugen, in denen diese Worte fehlen (z.B. P66*, P75), wie auch solche, die sie enthalten (z.B. B).&amp;lt;/ref&amp;gt; die sandten, damit sie ihn fragen: „Du, wer bist Du?“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und er bekannte und leugnete nicht, und bekannte {daß}: „Ich bin nicht der Christus.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und sie fragten ihn: „Was also? Bist Du Elija?“ Und er sagt: „[Der] bin ich nicht.“ „Bist Du der Prophet?“ Und er antwortete: „Nein.“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Sie sagten ihm also: „Wer bist Du? Damit wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst Du über Dich selbst?“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Er sagte: „Ich bin eine Stimme, die in der Wüste (Einöde) ruft: &#039;Macht gerade den Weg des Herrn&#039;, wie Jesaja der Prophet sagte.“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und [einige] Abgesandte waren aus (von) den Pharisäern.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sie fragten ihn und sagten ihm: „Was also taufst Du, wenn Du nicht der Christus bist, und nicht Elija und nicht der Prophet?“&lt;br /&gt;
{{S|26}} {Der} Johannes antwortet ihnen sagend: „Ich taufe mit (in) Wasser. Unter Euch steht [der], den Ihr nicht kennt,&lt;br /&gt;
{{S|27}} der nach mir Kommende, dessen Schuhriemen (dessen Riemen der Sandale) zu lösen ich nicht wert bin.“&lt;br /&gt;
{{S|28}} Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo {der} Johannes taufte.&lt;br /&gt;
{{S|29}} Am nächsten Tag sieht er {den} Jesus auf sich zukommen (zu ihm kommen) und sagt: „Sieh das Lamm Gottes, das wegnimmt (hinwegnimmt, trägt) die Sünde der Welt.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Dieser ist es, über den ich gesagt habe: &#039;Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus war, weil er vor mir war.&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Cf. Vers 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|31}} Auch ich kannte ihn nicht, aber damit er {dem} Israel bekannt (offenbart) werde, deshalb bin ich gekommen, mit (in) Wasser zu taufen.“&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und Johannes bezeugte {sagend daß}: „Ich habe den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabsteigen sehen, und er blieb (verweilte) auf ihm.&lt;br /&gt;
{{S|33}} Auch ich kannte ihn nicht, aber [der,] der mich gesandt hat, mit (in) Wasser zu taufen, {jener} sagte mir: &#039;Auf wen immer Du den Geist herabsteigen und verweilen (bleiben) siehst, dieser ist der mit (in) heiligem Geist Taufende.&#039;&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und ich habe gesehen und habe bezeugt, daß dieser der Erwählte (Sohn)&amp;lt;ref&amp;gt;Die meisten Textzeugen haben υἱὸς (Sohn), nur einige wenige haben ἐκλεκτός (Erwählte).  Für eine gute Zusammenfassung der Gründe, die trotzdem für die Lesart ἐκλεκτός sprechen, cf. John F. McHugh, John 1-4: A Critical and Exegetical Commentary, S. 141-143.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gottes ist.“&lt;br /&gt;
{{S|35}} Am nächsten Tag stand {der} Johannes wiederum [da] und zwei seiner Jünger,&lt;br /&gt;
{{S|36}} und wie er {den} Jesus entlanggehen sieht, sagt er: „Sieh das Lamm Gottes.“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und seine (die)&amp;lt;ref&amp;gt;Der griechische Text ist zweideutig, da αὐτοῦ sich sowohl auf  οἱ δύο μαθηταὶ (dann „seine zwei Jünger“) als auch auf λαλοῦντος (dann „die beiden Jünger“) beziehen kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwei (beiden) Jünger hörten ihn sprechen und folgten Jesus.&lt;br /&gt;
{{S|38}} Wie sich {der} Jesus aber umwended und sieht, daß sie ihm folgen, sagt er ihnen: „Was sucht ihr?“ Die aber sagten ihm: „Rabbi – das heißt übersetzt Lehrer –, wo wohnst Du (hältst Du Dich auf)?“&lt;br /&gt;
{{S|39}} Er sagt ihnen: „Kommt und seht.“ Sie kamen also und sahen, wo er wohnt (sich aufhält), und blieben bei ihm jenen Tag (hielten sich jenen Tag bei ihm auf). Das war um die (ungefähr die) zehnte Stunde.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von der beiden, die {von} Johannes gehört hatten und [Jesus] {ihm} gefolgt waren.&lt;br /&gt;
{{S|41}} Dieser findet zuerst den Bruder, den eigenen, Simon und sagt ihm: „Wir haben den Messias – das heißt übersetzt Christus – gefunden.“&lt;br /&gt;
{{S|42}} Er führte ihn zu Jesus. Wie er ihn sieht, sagte Jesus: „Du bist Simon, der Sohn [des] Johannes; Du wirst Kephas – {was} übersetzt {wird} Petrus (Fels) –  genannt werden (heißen).“&lt;br /&gt;
{{S|43}} Am nächsten Tag wollte er nach Galiäa gehen (weggehen). Und er findet Philippus und {der} Jesus sagt ihm: „Folge mir.“&lt;br /&gt;
{{S|44}} {Der} Philippus aber war von Betsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.&lt;br /&gt;
{{S|45}} Philippus findet den Nathanaël und sagt ihm: „Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz geschrieben hat und die Propheten, Jesus, Sohn des Josef, den von Nazaret.“&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und Natanaël sagte ihm: „Aus Nazaret kann [(also)]&amp;lt;ref&amp;gt;Die Antwort Nathanaëls ist nicht notwendigerweise skeptisch zu verstehen. Cf. John F. McHugh, John 1-4: A Critical and Exegetical Commentary, S. 160 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; etwas Gutes sein (kommen)?“ {Der} Philippus sagt ihm: „Komm und sieh.“&lt;br /&gt;
{{S|47}} {Der} Jesus sah den Nathanaël auf sich zukommen und sagt über ihn: „Sieh, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Hinterlist (kein Betrug, nichts Unehrliches, nichts Falsches, keine Falschheit) ist.“&lt;br /&gt;
{{S|48}} Nathanaël sagt ihm: „Woher kennst Du mich?“ Jesus antwortete und sagte ihm: „Bevor Dich Philippus rief, habe ich Dich unter dem Feigenbaum gesehen (Dich gesehen, wie Du unter dem Feigenbaum warst).“&lt;br /&gt;
{{S|49}} Nathanaël antwortete ihm: „Rabbi, Du bist der Sohn {des} Gottes, Du bist [der] König Israels.“&lt;br /&gt;
{{S|50}} Jesus antwortete und sagte ihm: „Weil ich Dir gesagt habe, daß ich Dich unter dem Feigenbaum sah, glaubst Du?&amp;lt;ref&amp;gt;Kann auch als Aussagesatz übersetzt werden. Cf. John F. McHugh, John 1-4: A Critical and Exegetical Commentary, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Du wirst größere Dinge als diese sehen.“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er sagt ihm: „Amen, Amen, (Wahrlich, wahrlich) sage ich Euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet (offen) sehen und die Engel (Boten) Gottes auf den (über dem) Sohn des Menschen auf- und niedersteigen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:OEKT 2021]]&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Lukas_19&amp;diff=30984</id>
		<title>Lukas 19</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Lukas_19&amp;diff=30984"/>
		<updated>2021-06-02T19:35:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; er Jerusalem betreten hatte (hineingegangen war), durchwanderte er es (zog er hindurch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und da [war] (und siehe!) ein Mann, der Zachäus(von hebr. )  hieß (den Namen Z. trug), und er war ein Oberzöllner, und er war reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und er wünschte (begehrte) Jesus zu sehen, wer er sei, aber konnte nicht wegen der Menge, weil er klein von Gestalt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; er vorausgelaufen war, bestiegt er eine Sykomore&amp;lt;ref&amp;gt;Die Maulbeerfeige (Ficus sycomorus), auch Adamsfeige, Eselsfeige oder Sykomore genannt, ist ein im östlichen Mittelmeerraum[1] und in Afrika weitverbreiteter Baum aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae), Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Maulbeer-Feige.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um ihn sehen [zu können]&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: damit er ihn sähe.&amp;lt;/ref&amp;gt;, denn dort musste er durchkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und als er zu dem Ort kam, blickt Jesus auf und&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, beiordnend aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; sprach zu ihm: Zachäus, steig schnell (eilend) herab, denn heute muss ich in deinem Haus bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und schnell (eilend) stieg er herab und nahm ihn mit Freuden&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sich freuend (Partizip).&amp;lt;/ref&amp;gt; gastlich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und alle, die&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, relativisch aufgelöst. Temporal: Als sie das sahen, murrten alle, vgl. Bovon, EKK III/3, S. 266.&amp;lt;/ref&amp;gt; [es] sahen, murrten laut und sprachen:&amp;lt;ref&amp;gt;ὅτι citativum.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei einem sündigen Menschen ist er eingekehrt&amp;lt;ref&amp;gt;Eigentlich: Die Zugtiere ausspannen, d.h. haltmachen, ausspannen, rasten.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Zachäus aber trat hin und&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, beiordnend aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; sprach zum Herrn: Da (Siehe!) die Hälfte meines Besitzes (Vermögens), Herr, gebe ich den Armen, und wenn ich etwas von jemandem erpresst&amp;lt;ref&amp;gt;So BW Sp. 1549. Bovon, EKK III/3, S. 276 schreibt: „Das Verb συκοφάντω meint im engeren Sinn: bei einem Prozess ‚eine Falschaussage machen’, …; in einem weiteren Sinn kann es bedeuten: ‚schikanieren’‚ ‚spotten’, ‚erpressen’. … Wenn man der Art und Weise der Steuer- und Zolleintreibung Rechnung trägt, ist hier wahrscheinlich die engere juristische Bedeutung zu wählen. Denn wenn ein Steuereintreiber nicht zu seinem Ziel kam, verfolgte er den säumigen Zahler gerichtlich und konnte sogar versucht sein,m falsches Zeugnis abzulegen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; habe, gebe (erstattet)  ich es vierfach zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Jesus aber sprach zu ihm:&amp;lt;ref&amp;gt;ὅτι citativum.&amp;lt;/ref&amp;gt; Heute ist diesem Haus Rettung&amp;lt;ref&amp;gt;σωτηρία bedeutet Rettung oder Heil(sein). Im NT kommt dieser Begriff nur in Verbindung mit dem σωτηρ, dem Retter/Heilsbringer Jesus Christus vor (s. BW Sp. 1597). Der Begriff sollte daher nicht abstrakt mit „Heil“ übersetzt werden (zumal man sich nicht so recht etwas darunter vorstellen kann außer „Heilsein“ und er auch geschichtlich belastet ist), sondern möglichst analog zum Handeln Jesu. Man könnte in diesem Fall σωτηρία auch mit „Annahme“ wiedergeben, denn das ist es, was Jesus für Zachäus tut: Er nimmt ihn an, obwohl alle anderen ihn als Sünder ablehnen und offensichtlich aus der Gemeinde und der Gemeinschaft ausgeschlossen haben, und nimmt ihn auf in seine Gemeinschaft.&amp;lt;/ref&amp;gt; widerfahren, weil auch er ein Kind&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Sohn.&amp;lt;/ref&amp;gt; Abrahams ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn der Menschensohn ist gekommen, das Verlorengegangene zu suchen und zu retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}}  Nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;Gen. abs., temporal aufgelöst. Mit Vers 11 schließt Lukas die Parabel von den Minen, die auch bei Matthäus als Gleichnis von den Talenten überliefert ist, Lukas also vorlag, an die Zachäusgeschichte an. Wie ist der Gen. abs. zu verstehen? Was bei Zachäus geschah, war ja zu sehen, nicht (nur) zu hören. Sind die, die mit ihm gehen, keine Augenzeugen? Oder wird hier die Zachäusgeschichte zu einer Geschichte, die Jesus seinen Jüngern erzählt? Bovon, EKK III/3, übersetzt: „Als sie das hörten“, ohne im Kommentar darauf einzugehen, was sie da hörten (S. 282). Schneider, ÖTK 3/2 überträgt sehr frei: „Weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, meinten die Menschen, die ihm zuhörten, das Reich Gottes werde sofort erscheinen“ (S. 378), was man so im griechischen Text nicht findet - abgesehen davon ist fraglich, ob allein die Nähe zu Jerusalem die Erwartung des Weltendes auslösen kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie aber dies gehört hatten, erzählte er wiederum ein Gleichnis, weil er Jerusalem nahe war und weil sie meinten, das Reich Gottes müsse sogleich (sofort) erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Er erzählte also: Ein vornehmer Mensch reiste in ein fernes Land, um sich ein Königtum zu gewinnen und zurückzukehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Er rief zehn seiner Diener und&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, beiordnend aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; gab ihnen zehn Minen&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Mine = 100 Drachmen, das entspricht dem Arbeitslohn von 100 Tagen (während ein Talent dem Lohn von 6.000 bis 10.000 Arbeitstagen entspricht), vgl. Bovon, EKK III/3, S. 287.&amp;lt;/ref&amp;gt; und sprach zu ihnen: Handelt (treibt Geschäfte) [damit], bis ich [zurück]komme&amp;lt;ref&amp;gt;Futurischer Gebrauch des Präsens, BDR § 323.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Aber seine Untertanen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Bürger.&amp;lt;/ref&amp;gt; hassten ihn und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her, die sprachen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und es begab sich, nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;ἐν τῷ mit Infinitiv Aorist = nachdem, BDR § 404,1. Bovon, EKK III/3, S. 282 übersetzt „Und nachdem er die Königswürde erhalten hatte, ließ er bei seiner Rückkehr …“.&amp;lt;/ref&amp;gt; er zurückgekehrt war und&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, gleichzeitig übersetzt. Geht es um die Königsherrschaft im Ausland oder vor Ort? Doch offensichtlich vor Ort, sonst hätte man ihm keine Delegation nachsenden müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; sich die Königsherrschaft angeeignet hatte, sagte er, man solle ihm jene&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: diese.&amp;lt;/ref&amp;gt; Knechte rufen, denen er das Geld gegeben hatte, damit er erführe, was sie erwirtschaftet (verdient) hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Es kam {aber} der erste, der sprach: Herr, deine Mine hat zehn dazuerworben (dazuverdient).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{S|28}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{S|30}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{S|40}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und als er nahe kam (sich näherte) und&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; die Stadt sah, weinte er über sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|42}} und&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; sprach:&amp;lt;ref&amp;gt;[[ὁτι rezitativum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dem Frieden dient&amp;lt;ref&amp;gt;Aposiopese: Der Nachsatz ist ausgelassen. Der Vordersatz ist ein Irrealis der Vergangenheit&amp;lt;/ref&amp;gt;; nun aber ist es (vor deinen Augen =)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;vor deinen Augen&amp;quot; ist hebraisierende Umschreibung der Präposition &amp;quot;vor&amp;quot;, vgl. BDR § 259, Anm. 6&amp;lt;/ref&amp;gt; vor dir verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|43}} Denn es werden Tage kommen über dich, dann (dass)&amp;lt;ref&amp;gt;καί steht bei Zeitbestimmungen für dt. &amp;quot;als&amp;quot; oder &amp;quot;dass&amp;quot;; hier ist es unklassisch verwendet i.S. von &amp;quot;dann&amp;quot; oder &amp;quot;dass&amp;quot;, BDR § 442, Anm. 10&amp;lt;/ref&amp;gt; werden deine Feinde einen (Palisaden)Wall gegen dich aufwerfen und dich von allen Seiten umzingeln,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sie werden dich dem Erdboden gleich machen und deine Kinder in dir [zu Boden strecken]&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb ἐδαφίζω steht hier nur einmal, aber Kinder kann man nicht &amp;quot;dem Erdboden gleich machen&amp;quot;; deshalb muss es im Dt. wiederholt werden. Für &amp;quot;zu Boden strecken&amp;quot; vgl. Ps 136,9; Hos 10,14; 14,1 u.ö.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und sie werden keinen Stein auf dem andern lassen in dir, (dafür, dass =) weil du die Zeit (den Zeitpunkt) deiner Heimsuchung&amp;lt;ref&amp;gt;Bauer, WB übersetzt καιρός τῆς ἐ. σου mit &amp;quot;die Zeit deiner Gnadenheimsuchung&amp;quot;, vgl. Wsh 3,7. ἐπισκοπή kann sowohl die Heimsuchung in guter wie in böser Weise meinen. Außerdem bezeichnet sie das Aufsichtsamt, besonders das Bischofsamt, daher: ἐπίσκοπος = der Aufseher, später der Bischof.&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht erkannt hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und als&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; er in den Tempel hineinkam, fing er an, die Händler auszutreiben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|46}} und&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; sprach: [Es steht] geschrieben:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;{Und} mein Haus soll sein Haus des Gebets, (Jesaja 56,7)&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|47}} Und er lehrte&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: war lehrend, Partizip Präs. + Hilfsverb im Imperfekt&amp;lt;/ref&amp;gt; täglich im Tempel. Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten suchten, ihn zu töten (töten zu lassen), und die Vornehmsten (Angesehensten) des Volkes,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|48}} und sie fanden nicht, wie sie es (machen =) anstellen sollten, denn das ganze Volk hing an seinen Lippen&amp;lt;ref&amp;gt;So BW Sp. 479; wörtl.: hing an ihm hörend [[Ptz. coni.]]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Lukas_18&amp;diff=30983</id>
		<title>Lukas 18</title>
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		<updated>2021-06-02T19:35:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
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{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}&lt;br /&gt;
{{L|36}}&lt;br /&gt;
{{L|37}}&lt;br /&gt;
{{L|38}}&lt;br /&gt;
{{L|39}}&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Er sprach aber ein Gleichnis zu ihnen über die Notwenigkeit &amp;lt;ref&amp;gt;Gr. „πρὸς τὸ δεῖν“: will die Wichtigkeit des als kommenden Satzteiles hervorheben. &amp;lt;/ref&amp;gt;, [dass] sie allezeit (stets) beten und nicht müde (mutlos) werden [sollen]. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Er sagte&amp;lt;ref&amp;gt;Präd. Ptz.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein (ein bestimmter) Richter war in einer (einer bestimmten) Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich nicht [vor] Menschen scheute (schämte)&amp;lt;ref&amp;gt;Attr. Ptz., als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|3}} [Auch] eine Witwe war in jener Stadt und sie kam wiederholt zu ihm, wobei sie ihn ansprach (wobei/indem sie sagte): Verschaffe mir Recht vor meinem Gegner (Ankläger, Widersacher)! &lt;br /&gt;
{{S|4}} (Und) er wollte über eine [längere] Zeit nicht[s davon wissen]; Aber nach diesem sprach er zu sich selbst&amp;lt;ref&amp;gt;besser: Danach aber überlegte er sich kurz:&amp;lt;/ref&amp;gt;: Wenn auch ich Gott nicht fürchte und ich mich vor keinem Menschen scheue (schäme; Angst habe), &lt;br /&gt;
{{S|5}} weil diese Witwe mir wenigstens Mühe macht (anstrengt?; auf den Zeiger geht?) &amp;lt;ref&amp;gt;Gr. δια + το + Inf.: weil; vgl. Bauer/Aland,S.362f.1265&amp;lt;/ref&amp;gt;, so will ich ihr Recht verschaffen&amp;lt;ref&amp;gt;Fut.1.Sg; mit nachdrücklichem Sinn.&amp;lt;/ref&amp;gt;, damit sie letztenendes nicht zu mir kommt und [so] mir ins Gesicht fahren (mich züchtigen, hart bestrafen) wird. &lt;br /&gt;
{{S|6}} Der Herr sprach aber: Hört [doch]&amp;lt;ref&amp;gt;Aor. Imp.&amp;lt;/ref&amp;gt;, was der ungerechte Richter spricht: &lt;br /&gt;
{{S|7}} Sollte Gott aber nicht erst recht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Gute Nachricht Ü.&amp;lt;/ref&amp;gt; [für] die Strafe (Rache) seiner Erwählten, die am Tag als auch in der Nacht ihn laut anrufen, eintreten&amp;lt;ref&amp;gt;vllt. besser: Wird Gott nicht erst recht seinen Erwählten [nun] zu Recht verhelfen?&amp;lt;/ref&amp;gt;? Sollte er auch über sie lange Geduld haben (ausharren)? &lt;br /&gt;
{{S|8}} Ich spreche zu euch, dass er ihre Strafe (Rache) unverzüglich machen (ausführen) wird. Doch wird der Sohn der Menschen, wenn er komm,[dann noch] den Glauben (Treue) auf der Erde finden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Er sprach aber auch zu einigen, die&amp;lt;ref&amp;gt;Part. Perf. akt., relativisch aufgelöst. Die bisherige Übersetzung ist sehr schwerfällig, πεποιθότας mit „Selbstvertrauen“ sehr frei übersetzt. Sie lautet: „[Leuten], die [voller] Selbstvertrauen sind, weil sie [meinten] gerecht zu sein“&amp;lt;/ref&amp;gt; von sich selbst überzeugt waren, gerecht zu sein, und die anderen gering schätzten (auf die anderen herabsahen), ein Gleichnis:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|10}} Zwei Menschen gingen zum Tempel hinauf, um zu beten. Der eine [war] ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Der Pharisäer stand [selbstsicher]&amp;lt;ref&amp;gt;Das aufrechte Stehen ist eine jüdische Gebetshaltung (vgl. die „Amida“), hier aber spielt Lukas im Kontrast zum Zöllner mit der Doppeldeutigkeit des aufrechten Dastehens als Zeichen der Selbstsicherheit, vgl. Bovon, EKK III/3, S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt; da und betete bei sich selbst dies (so): „Gott, ich danke dir, dass ich nicht so wie die anderen Menschen bin: kein Räuber, kein Ungerechter, kein Ehebrecher, oder wie dieser Zöllner [dort].&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|12}} Ich faste zweimal in der Woche, [und] ich verzehnte (alles, was ich erwerbe =) mein ganzes Einkommen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. BW Sp. 924.&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Der Zöllner aber stand abseits (hielt sich auf Distanz)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Bovon, EKK III/3, S. 201.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust&amp;lt;ref&amp;gt;Das Schlagen an die Brust ist ein Zeichen der Trauer oder der Reue; in der Antike sind es vor allem die Frauen, die diese Geste ausführen, vgl. Bovon, EKK III/3, S. 213.&amp;lt;/ref&amp;gt; und sprach dabei: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“&amp;lt;ref&amp;gt;Vorschlag Bauer/Aland,Sp.762: Lass dich mit mir Sünder versöhnen! Das Passiv impliziert das Handeln Gottes, nicht des Menschen. Das Wort „legt weniger das Mitleid nahe als das Ende einer Verurteilung und die Wiederaufnahme einer Beziehung“, Bovon, EKK III/3, S. 214.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|14}} Ich sage euch: Dieser kam gerechtfertigt&amp;lt;ref&amp;gt;Part.Ps.&amp;lt;/ref&amp;gt; hinab in sein Haus statt jenem. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt (klein gemacht) werden; aber der, der sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}}Sie brachten aber auch die kleinen Kinder zu ihm, damit er sich von ihnen berühren (anfassen) lassen kann&amp;lt;ref&amp;gt;Aor.3.Sg.Med.Konj.; eine Segenswirkung soll hier erzeugt werden; vgl. NGÜ&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als das aber [seine] Jünger sahen, wiesen sie [die Kinder umgehend] ab.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Aber Jesus rief sie zu sich und sprach [zu ihnen]: „Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert (halte) sie nicht [daran]! Denn solchen ist das Königreich Gottes!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Amen, ich sage euch: „Wer (Der) das Königreich Gottes nicht wie ein Kind annehmen (klarmacht; sich be-/erweisen) kann&amp;lt;ref&amp;gt;Aor.3.Sg.Akt.Konj.&amp;lt;/ref&amp;gt;, soll&amp;lt;ref&amp;gt;Fut. mit finalem Sinn; ausgelöst durch den in V.16 benutzten Imperativ&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht in es hineinkommen.“&lt;br /&gt;
{{S|18}}Und ein angesehener Mensch&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: [irgend]ein Oberster; vermutlich ein in der Gegend bekannter Mann.&amp;lt;/ref&amp;gt; fragte ihn [Jesus]: „Guter Lehrer&amp;lt;ref&amp;gt;LuthÜ.: „Guter Meister“; würde ich auch hier nehmen, klingt in meinen Ohren schöner.&amp;lt;/ref&amp;gt;, was muss ich machen&amp;lt;ref&amp;gt;Part.Aor.Akt.Nom.Sg.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um ewiges Leben [zu] erlangen (bekommen)&amp;lt;ref&amp;gt;Fut.1.Sg.Akt.; wörtl.: zu erben&amp;lt;/ref&amp;gt;?“&lt;br /&gt;
{{S|19}} Jesus aber sprach zu ihm: „Was sprichst (nennst) du mich gut? Niemand ist gut, wenn nicht Gott allein&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: „wenn Gott einer ist“ ; vgl. Dtr 6,4&amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
{{S|20}} Die Gebote kennst du [doch]&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.:„[Von] den Geboten weißt du:“&amp;lt;/ref&amp;gt; &#039;Du sollst nicht ehebrechen; Du sollst nicht töten; Du sollst nicht stehlen; Du sollst nicht falsch reden (lügen); Ehre deinen Vater und deine Mutter.&#039;“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Der aber entgegnete: „Alle diese [Gebote] habe ich von Kindes Beinen auf bewahrt (befolgt).“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Als Jesus das hörte, sprach er zu ihm: „Eins fehlt dir noch: Alles an Reichtum, was du hast, verkaufe und gib [den Erlös] den Armen; und du sollst (wirst) einen Schatz in den Himmeln haben; nun (komm,) folge mir nach!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Da er dies nun hörte, wurde sehr traurig [darüber], denn er besaß (hatte; wörtl.: war) viel Reichtum. &lt;br /&gt;
{{S|24}} Als Jesus ihn aber so traurig sah, sprach er: „Wie schwer ist es doch für die, die Besitz haben, in das Königreich Gottes zu gehen!&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: „Wie schwer gehen (kommen) die Besitzhabenden in Königreich Gottes hinein!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|25}} Denn leichter ist es [für] ein Kamel durch ein Nadelsteckloch &amp;lt;ref&amp;gt;viele andere Übersetzungen: „ein Kamel durch ein Nadelöhr geht“; aber mir ist das Wort „Nadelöhr“ ein wenig zu fremd.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu gehen, als (oder) [für] einen Reichen ins Königreich Gottes hineinzukommen.“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Es fragten aber [nun] seine Zuhörer: „Und wer ist [nun] in der Lage (kann), errettet zu werden?“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Er aber entgegnete: „Die unmöglichen Dinge bei den Menschen sind die möglichen Dinge bei Gott.“&lt;br /&gt;
{{S|28}} Aber Petrus sprach: „Siehe, [wir] haben alles, was wir besaßen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: „verlassend die eigenen Dinge“&amp;lt;/ref&amp;gt;, aufgegeben (verlassen) und sind dir nachgefolgt!“&lt;br /&gt;
{{S|29}} Aber [Jesus] sprach zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Es gibt (ist) Niemanden, der Haus, Frau, Geschwister &amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: „Bruder“; aber der Gendergerechtigkeit halber :)&amp;lt;/ref&amp;gt;, Eltern oder Kinder verlassen hat um des Königreiches Gottes willen,&lt;br /&gt;
{{S|30}} der nicht&amp;lt;ref&amp;gt;Die doppelte Negation ist mir hier noch nicht ganz klar im Griechischen.&amp;lt;/ref&amp;gt; [jetzt schon] vielfältigst in dieser Zeit und im kommenden Äon (Zeitalter, Ewigkeit) annehmen (empfangen) wird&amp;lt;ref&amp;gt;Aor.3.Sg.Akt.Kopnj.; die Aussage des Konj. ist mir noch unklar.&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
{{S|31}}&lt;br /&gt;
{{S|32}}&lt;br /&gt;
{{S|33}}&lt;br /&gt;
{{S|34}}&lt;br /&gt;
{{S|35}}&lt;br /&gt;
{{S|36}}&lt;br /&gt;
{{S|37}}&lt;br /&gt;
{{S|38}}&lt;br /&gt;
{{S|39}}&lt;br /&gt;
{{S|40}}&lt;br /&gt;
{{S|41}}&lt;br /&gt;
{{S|42}}&lt;br /&gt;
{{S|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Lukas_8&amp;diff=30982</id>
		<title>Lukas 8</title>
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		<updated>2021-06-02T19:34:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und im weiteren Verlauf geschah es, dass er umherzog von Stadt [zu Stadt] und Dorf [zu Dorf], predigte&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Frohbotschaft vom Reich Gottes verkündigte, und die Zwölf mit ihm,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} und einige Frauen, die von bösen Geistern geheilt worden waren und Krankheiten, [nämlich] Maria, die „die Magdalenerin“ genannt wird, von der sieben Dämonen ausgefahren waren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} un Johanna, die Frau Chuzas, ein Verwalter von Herodes, und Susanna und viele andere, die sie mit ihrem Vermögen (Besitz) unterstützten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Als&amp;lt;ref&amp;gt;Gen.abs., temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; aber eine große Volksmenge zusammengekommen war und aus der Stadt zu ihm hinkam, redete er durch ein Gleichnis:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ein Sämann ging hinaus, sein Saatgut zu säen. Bei seiner Aussaat fiel ein Teil auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels verzehrten (verschlangen) es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Aber anderes fiel auf den Fels, und während&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; es aufwuchs, vertrocknete es, weil es keine Feuchtigkeit bekam&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: hatte.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Anderes aber fiel zwischen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: mitten in die Dornen.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Dornen, und als&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und anderes fiel auf guten Boden (gute Erde), und nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; es gewachsen war, brachte es hundertfach Frucht.&lt;br /&gt;
Nachdem er das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, soll hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Seine Jünger (Schüler) aber fragten ihn, was das für ein Gleichnis wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Er aber sprach: Euch wurde gegeben, die Geheimnisse des Gottesreiches zu kennen, den übrigen aber durch Gleichnisse, damit (Jes 6,9f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
die Sehenden nicht sehen&lt;br /&gt;
und die Hörenden nicht verstehen (begreifen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Das aber bedeutet&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; dieses Gleichnis:&lt;br /&gt;
Das Saatgut ist das Wort Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Die auf dem Weg sind die, die&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, relativisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; hören, darauf kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihren Herzen, damit sie nicht durch ihren Glauben&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: glaubend (Partizip Aorist, bezeichnet eine fortdauernde Tätigkeit).&amp;lt;/ref&amp;gt; gerettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Die aber auf den Felsen nehmen das Wort mit Freuden auf, wenn sie es hören, aber&amp;lt;ref&amp;gt;καὶ adversativum = aber.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie haben keine Wurzel. Sie glauben eine zeitlang, aber zur Zeit&amp;lt;ref&amp;gt;Wortspiel mit καιρὸς. καιρὸς bezeichnet eine ganz bestimmten Zeitpunkt. Offenbar herrschte in der Antike die Vorstellung, dass die Zeit für etwas „reif“ ist, wie wir sagen. Wenn dieser Zeitpunkt (im Guten wie im Schlechten) gemeint ist, spricht man vom καιρὸς.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Anfechtung fallen sie ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Was aber in die Dornen fällt&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Das in die Dornen Fallende.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das sind die, die&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, relativisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; hören und von Sorgen, {und} Reichtum und den Vergnügungen des Lebens schrittweise&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: Wähend ihrer Lebenszeit.&amp;lt;/ref&amp;gt; erdrückt werden und ihre Frucht nicht zur Reife bringen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: keine reife Frucht bringen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Was aber auf guten Boden [fällt]&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Das auf gutem Boden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das sind, die in einem tadellosen&amp;lt;ref&amp;gt;καλός und ἀγαθός sind Synonyme, beziehen sich auf moralisches Gutsein.&amp;lt;/ref&amp;gt;, {und} guten Herzen das Wort, nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie es hörten, festhalten und in Geduld Frucht bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Niemand {aber} nimmt sich eine (Öl)Lampe und&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, beiordnend aufgelöst. Man könnte auch temporal (nachdem er sich eine Lampe genommen hat) oder relativisch (der sich eine Lampe genommen hat) auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt; verbirgt sie unter&amp;lt;ref&amp;gt;Präposition steht nicht da, sondern nur der Dativus instrumentalis = mit.&amp;lt;/ref&amp;gt; einem Gefäß oder stellt sie unter ein Bett, sondern auf einen Leuchter stellt man sie, damit, wer&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, relativisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; hereinkommt, das Licht sieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Denn nichts ist versteckt, was nicht offenbar werden wird, noch verborgen, was nicht bekannt wird und an die Öffentlichkeit gelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Seht zu&amp;lt;ref&amp;gt;Hier liegt ein paradoxes Wortspiel mit βλέπετε (seht!) und ἀκούετε (hört!) vor, das man im Deutschen sehr gut mit „seht zu“ nachahmen kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie ihr hört&amp;lt;ref&amp;gt;„Hören“ bedeutet keine äußere, akustische, sondern eine innere, zustimmende Handlung, Bovon, EKK III/1, 417.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Denn wer hat, dem wird gegeben werden. Wer aber&amp;lt;ref&amp;gt;καὶ adversativum = aber.&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht hat, von dem wird auch das genommen, was er zu haben meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} {Aber} seine Mutter und seine Brüder kamen zu ihm, aber&amp;lt;ref&amp;gt;καὶ adversativum = aber.&amp;lt;/ref&amp;gt; wegen der Volksmenge konnten sie nicht mit ihm zusammenkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Man meldete ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, beiordnend aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; wollen dich sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Er aber antwortete {und sprach zu} ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind, die das Wort Gottes hören und tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|39}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|40}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|41}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|42}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|43}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|44}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|45}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|46}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|47}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|48}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|49}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|50}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|51}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|52}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|53}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|54}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|55}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|56}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Lukas_2&amp;diff=30981</id>
		<title>Lukas 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Lukas_2&amp;diff=30981"/>
		<updated>2021-06-02T19:33:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Die Geburt Jesu))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus ein Gesetz, dass alle Bewohner des Reiches amtlich erfasst werden sollten.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Diese war die erste Volkszählung und geschah zu der Zeit, als Quirinius als Herrscher über Syrien eingesetzt war. &lt;br /&gt;
{{L|3}} Und alle Menschen machten sich auf den Weg in ihre jeweilige Heimatstadt, um sich registrieren zu lassen.&lt;br /&gt;
{{L|4}} Auch Josef aus der Stadt Nazaret zog von Galiläa los. Er ging nach Betlehem in Judäa, die als Stadt König Davids bekannt ist, denn Josef stammte aus der Familie Davids.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Zusammen mit seiner Verlobten Maria, die ein Kind erwartete, wollte er sich dort registrieren lassen.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Doch während sie dort waren, war die Zeit für die Geburt ihres Kindes gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|7}} Und sie brachte ihren Sohn zur Welt, ihr erstes Kind, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in einen Futtertrog, weil es in der Unterkunft für sie keinen Platz mehr gab&amp;lt;ref&amp;gt;Nach traditioneller Deutung übernachteten Maria und Josef aus Platzmangel in einem Stall und legten das Kind dort in eine Krippe. Der griechische Urtext lässt sich aber auch so verstehen, dass Maria und Josef in ihrer überfüllten Unterkunft nicht genug Platz für die Geburt hatten und daher einen Futtertrog vor der Unterkunft benutzen mussten.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{L|8}} In der gleichen Gegend gab es Hirten, die unter freiem Himmel lebten und während der Nacht gerade Wache bei ihrer Herde hielten.&lt;br /&gt;
{{L|9}} Da erschien ihnen ein Engel des Herrn, und der Glanz Gottes umstrahlte sie. Sie wurden von großer Furcht gepackt.&lt;br /&gt;
{{L|10}} Doch der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine große Freude, die allen Menschen gilt:&lt;br /&gt;
{{L|11}} Denn heute wurde in der Stadt Davids für euch der Retter geboren: Christus, der Herr!&lt;br /&gt;
{{L|12}} Und dies wird für euch das Zeichen sein: Ihr werdet einen Säugling finden, der in Windeln gewickelt in einem Futtertrog liegt.“&lt;br /&gt;
{{L|13}} Und plötzlich war der Engel von einer Vielzahl weiterer Engel umgeben, die alle Gott lobten: &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|14}} „Ehre sei Gott im höchsten Himmel, &lt;br /&gt;
und Friede auf der Erde &lt;br /&gt;
bei den Menschen, denen Gottes Wohlwollen&amp;lt;ref&amp;gt;Das hier mit „Wohlwollen“ übersetzte Wort kann im griechischen Text auch anders bezogen werden. Dann ergibt sich die Bedeutung: „bei den wohlwollenden Menschen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; gilt!“&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|15}} Als die Engel wieder in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: „Los, wir wollen nach Betlehem gehen und uns all das auch ansehen, von dem wir durch Gott erfahren haben.“&lt;br /&gt;
{{L|16}} Und sie machten sich in aller Eile auf den Weg und fanden es genau so vor: Maria, Josef und das Baby, das in einem Futtertrog lag.&lt;br /&gt;
{{L|17}} Nachdem sie all das mit eigenen Augen gesehen hatten, erzählten sie alles weiter, was sie selbst über dieses kleine Kind erfahren hatten. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Und alle, die es hörten, wunderten sich über die Berichte der Hirten.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Maria behielt alle ihre Worte im Gedächtnis und dachte in ihrem Herzen darüber nach.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Und die Hirten kehrten zurück, wobei sie Gott für alles ehrten und lobten, was sie gehört und gesehen hatten - und zwar genau so, wie es zu ihnen gesagt worden war.&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}&lt;br /&gt;
{{L|36}}&lt;br /&gt;
{{L|37}}&lt;br /&gt;
{{L|38}}&lt;br /&gt;
{{L|39}}&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} {es geschah nun} In jenen Tagen erging ein Erlass (Gebot, Verordnung, Befehl, Gesetz, Verfügung) von Kaiser Augustus, dass die ganze Welt&amp;lt;ref&amp;gt;Im Griechischen steht „Ökumene“, d.h. „die ganze belebte Welt“ oder „alle Bewohner des Römischen Reichs“.&amp;lt;/ref&amp;gt; sich [in öffentliche Register] eintragen lassen solle (eingetragen werde)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb kann entweder medial oder passiv (so in der Klammer) übersetzt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;AcI mit „dass“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Dieser [war der] erste Zensus (Steuerschätzung, Steuererhebung) [und] geschah,&amp;lt;ref&amp;gt;Dass die ersten drei Wörter im Vers nicht als „Dieser erste Zensus“ zu verstehen und die Einfügungen für ein korrektes Verständnis darum notwendig sind, vgl. [http://bible.org/article/problem-luke-22-ithis-was-first-census-taken-when-quirinius-was-governor-syriai#P17_3611 Wallace, The Problem of Luke 2:2].&amp;lt;/ref&amp;gt; als (während)&amp;lt;ref&amp;gt;Gen. abs. Hier temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; Quirinius Statthalter (Herrscher, Befehlshaber) von Syrien war.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und alle gingen, um sich eintragen zu lassen, jeder in seine {eigene} Stadt.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Auch Josef {aber} ging hinauf von Galiläa, aus der Stadt Nazaret, nach Judäa in [die] Stadt Davids, welche Betlehem genannt wird, weil er aus dem Haus und dem Geschlecht (Familienstamm) Davids war&amp;lt;ref&amp;gt;Gr.: kausaler AcI. M.E. spricht nichts gegen eine gleichzeitige Übersetzung.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|5}} um sich mit Maria, seiner Verlobten&amp;lt;ref&amp;gt;Kann auch parataktisch übersetzt werden: „die mit ihm verlobt war“ (Pt. pass. Pf.).&amp;lt;/ref&amp;gt; („seiner ihm angetrauten Frau“&amp;lt;ref&amp;gt;Quelle: NSS&amp;lt;/ref&amp;gt;) eintragen zu lassen, die schwanger war.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Es geschah aber, während sie dort waren&amp;lt;ref&amp;gt;Temp. aufgelöster AcI.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wurden ihre Tage erfüllt (war die Zeit gekommen), dass sie gebären sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Gr.: AcI; fin. od. kons.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;i.e. „kam die Zeit der Entbindung“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|7}} und sie gebar ihren Sohn als Erstgeborenen und sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe (Futtertrog), weil für sie (ihnen) in der Herberge (Unterkunft) kein Platz war.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und Hirten waren in derselben (jener) Gegend (Ortschaft, Land), die unter freiem Himmel&amp;lt;ref&amp;gt;So B/A, NSS.&amp;lt;/ref&amp;gt; lebten und nachts Wache bei ihrer Herde hielten&amp;lt;ref&amp;gt;Die letzten beiden Verben sind aufgelöste Partizipien.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und ein Engel (Bote) des Herrn trat zu ihnen, und [die] Herrlichkeit (Glanz, Ehre) des Herrn umleuchtete sie und sie fürchteten&amp;lt;ref&amp;gt;Dieses Verb steht im Urtext im Aorist Passiv. Der Passiv hat in diesem Fall allerdings keine Passiv-Bedeutung.&amp;lt;/ref&amp;gt; große Furcht&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fürchteten große Furcht&#039;&#039; ist eine aus dem Hebräischen entlehnte figura etymologica, ein Wortspiel mit Wörtern derselben Wurzel, das die Formulierung intensiviert. Deutsch am ehesten „und sie fürchteten sich sehr“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: eine gute Nachricht bringen. Diese Bedeutung ist allerdings in der dt. Übersetzung implizit.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch große Freude, die&amp;lt;ref&amp;gt;Im Griechischen steht hier ein verallgemeinerndes Relativpronomen („jede, die“).&amp;lt;/ref&amp;gt; allem (dem ganzen) Volk sein wird,&lt;br /&gt;
{{S|11}} denn es wurde euch heute ein Retter (Heiland) geboren: Er ist [der] Messias (Christus), [der] Herr, in der Stadt Davids&amp;lt;ref&amp;gt;Lokalangabe zu „geboren“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und dies [wird] euch [als] Zeichen [dienen]: Ihr werdet einen Säugling finden, der in Windeln gewickelt ist und in einer Krippe (Futtertrog) liegt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der ... gewickelt ist und ... liegt&#039;&#039; Zwei attributive [[Partizip]]ien, hier als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und plötzlich war bei (vereinigte sich mit)&amp;lt;ref&amp;gt;Beide lt. NSS für γίνομαι σύν τινι.&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Engel eine Menge (große Anzahl) des Heeres des Himmels, und sie priesen (lobten) Gott und sprachen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Herrlichkeit (Ehre) [ist/sei] {dem}&amp;lt;ref&amp;gt;Gott steht im Dativ.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gott in [den] höchsten [Höhen]&lt;br /&gt;
und auf [der] Erde Frieden&lt;br /&gt;
bei (unter) den Menschen [des/seines] Wohlgefallens (Wohlwollens, guten Willens).&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und {es geschah} als die Engel von ihnen weggingen in den Himmel, sprachen die Hirten zueinander: „Lasst uns doch nach Betlehem gehen und uns {diese Sache} ansehen, was (die) geschehen ist&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: „die geschehene Sache/Aussage“. Das verwendete Nomen bezeichnet hier den Redeinhalt der Vorhersage des Engels und lässt sich nicht direkt übersetzen. Das Ptz. Pf. wurde hier aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;, über die der Herr uns unterrichtet hat.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} So (Da, Und) kamen sie eilend (sich beeilend, hastend) und fanden sowohl {die} Maria als auch {den} Joseph und den Säugling, der in der Krippe (Futtertrog) lag&amp;lt;ref&amp;gt;Als Relativsatz aufgelöstes, attributives [[Ptz]].&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Als sie {aber} [das] gesehen hatten&amp;lt;ref&amp;gt;Temp. Auflösung des Ptz. Aor. Akt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, berichteten sie [ihnen] von dem&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: „über die Aussage/das Wort“&amp;lt;/ref&amp;gt;, was ihnen über dieses Neugeborene&amp;lt;ref&amp;gt;So B/A.&amp;lt;/ref&amp;gt; (kleine Kind, Kind) gesagt worden war&amp;lt;ref&amp;gt;Auflösung des Ptz. Aor. Pass. Ntr.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und alle, die [es] hörten, staunten (wunderten sich) über das&amp;lt;ref&amp;gt;Auflösung des Ptz. Aor. Pass. Gen. Pl. Ntr. Wörtl.: „die gesagten [Dinge]“ -&amp;gt; „das Gesagte“&amp;lt;/ref&amp;gt;, was ihnen von den Hirten erzählt (gesagt) worden war.&lt;br /&gt;
{{S|19}} {Die} Maria aber behielt diese Worte im Gedächtnis und erwog (überdachte)&amp;lt;ref&amp;gt;Aufgelöstes Ptz. Präs. Bedeutung nach B/A.&amp;lt;/ref&amp;gt; [sie] in ihrem Herzen.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und die Hirten kehrten zurück (um) und verherrlichten (ehrten) und lobten&amp;lt;ref&amp;gt;beide Verben temporal aufgelöste Ptz. Alternativ modal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie es zu ihnen gesagt worden war.&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als acht Tage erfüllt waren, um ihn zu beschneiden&amp;lt;ref&amp;gt;AcI, final aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;, da&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: und&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde ihm der Name Jesus gegeben&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: genannt/gerufen&amp;lt;/ref&amp;gt;, der von dem Engel genannt worden war&amp;lt;ref&amp;gt;Aufgelöstes Ptz. Aor. Pass. Ntr.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bevor er im Mutterleib (Bauch) empfangen (gezeugt) wurde.&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und als die Tage ihrer Reinigung&amp;lt;ref&amp;gt;oder: „ihre Tage der Reinigung“. „ihre“ steht im Gen. Pl., bezieht sich also auf mehrere Personen.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach dem Gesetz des Mose erfüllt waren, führten sie ihn {hinauf}&amp;lt;ref&amp;gt;Lt. NSS hier womöglich ohne das Bedeutungselement „hinauf“. Der Begriff könnte sich auf eine übliche Wallfahrt beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach Jerusalem, um [ihn] dem Herrn zu vorzustellen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: darzustellen&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;AcI aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
{{S|23}} wie es im Gesetz des Herrn steht&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „geschrieben ist“. Formel zur Einführung von Schriftzitaten (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&amp;lt;ref&amp;gt;Hier steht im Griechischen ein [[Ὅτι recitativum]], das man im Deutschen am einfachsten als Doppelpunkt wiedergibt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jedes männliche [Kind], das den Mutterschoß öffnet&amp;lt;ref&amp;gt;Komplizierte Wendung. Die gewählte Übersetzung kommt dem Urtext am nächsten (s.a. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;, soll dem Herrn heilig genannt werden&amp;lt;ref&amp;gt;Futur als bindendes Gebot. &amp;lt;/ref&amp;gt; (gelten, sein), &lt;br /&gt;
{{S|24}} und um ein Opfer zu geben (darzubringen) gemäß der Vorschrift&amp;lt;ref&amp;gt;eigtl. Ptz. Perf. Pass. von λέγω. Dieser Vorschlag stammt von NSS.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Gesetz des Herrn, ein Paar&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl. Joch. Anspielung auf die paarweise Anspannung von Tieren im Joch.&amp;lt;/ref&amp;gt; Turteltauben oder zwei Taubenjunge&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: „(Tier-)Junge der Tauben“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und da (siehe), es war (gab) einer {ein Mensch} in Jerusalem namens Simeon, und dieser {Mensch} war gerecht und gottesfürchtig&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. er befolgte die Gebote der Tora, Wolter S. 136.&amp;lt;/ref&amp;gt; und erwartete den Trost&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jesaja 40,1: „Tröstet, tröstet mein Volk“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Israels, und heiliger Geist war auf ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} (Und) ihm war vom heiligen Geist geweissagt worden, er würde den Tod nicht sehen, bevor er [nicht] den Messias (Christus) des Herrn gesehen hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und durch&amp;lt;ref&amp;gt;Vom Geist bewegt oder geführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; den Geist kam er zum Tempel. Und als&amp;lt;ref&amp;gt;Substantivierter Infinitiv mit Präposition im Dativ und Infinitiv im Aorist = momentan: als, BDR § 404.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, um für es zu handeln nach dem Brauch des Gesetzes,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} da nahm er es in seine Arme und pries Gott und sprach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jetzt lässt du deinen Knecht frei&amp;lt;ref&amp;gt;ἀπολύω umfasst folgende Bedeutungen: (Gefangene) loslassen, befreien, gehen lassen, entlassen, sterben lassen. Der ganze Bedeutungsumfang schwingt an dieser Stelle mit: Simeon bezeichnet sich selbst als Knecht Gottes, der jetzt frei wird, er „darf“ sterben, weil sich sein Schicksal erfüllt hat.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Herr&amp;lt;ref&amp;gt;δεσπότης ist nicht identisch mit der Bezeichnung/ Anrede κύριος, Herr, sondern bezeichnet den Gebieter, den Besitzer eines Sklaven.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
gemäß deinem Wort in Frieden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} denn meine Augen sahen dein Heil,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} das du bereitet hast vor&amp;lt;ref&amp;gt;Das Heilswirken Gottes geschah so, dass die Völker es sehen konnten. Gemeint sind die Stämme Israels, Klein, S. 147.&amp;lt;/ref&amp;gt; allen Völkern,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} ein Licht zur Offenbarung für die Völker (Nichtjuden, Heiden)&lt;br /&gt;
und Herrlichkeit (Glanz, Pracht) für dein Volk Israel.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} {Und} sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das über ihn Gesagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Sieh, dieser ist bestimmt zum Hinfallen und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} {und} dir aber wird ein heftiger Schmerz (ein Schwert) die Seele selbst durchdringen - damit die Gedanken aus vielen Herzen offenbart werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und da war die (eine) Prophetin Hanna, die (eine) Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser. Sie [befand sich] in fortgeschrittenem Alter, nachdem&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie mit ihrem (einem) Mann sieben Jahre zusammengelebt hatte von der Zeit ihrer Jungfräulichkeit an&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: Sie hatte sieben Jahre nach ihrer Jungfrauschaft mit einem Mann zusammengelebt, vgl. Bovon, EKK III/1, S. 135. Was bedeutet der Begriff παρθενία, Jungfrauschaft? Ist damit gemeint, dass Hanna nach dem ersten Einsetzen ihrer Regel sieben Jahre Jungfrau blieb (also mit etwa 20 Jahren heiratete), dass sie noch Jungfrau war, als sie heiratete, oder dass sie heiratete, als sie ihre erste Regel bekam (mit etwa 14)?&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} und sie war Witwe bis [zum Alter von] vierundachtzig Jahren&amp;lt;ref&amp;gt;D.h., jetzt ist sie 84 Jahre alt. Oder: Sie war 84 Jahre lang Witwe - dann wäre sie, wenn sie mit 14 geheiratet hätte und ihr Mann unmittelbar nach der siebenjährigen Ehe gestorben wäre, jetzt 105 Jahre alt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die trennte sich nicht nicht vom Heiligtum und&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, beiordnend aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; diente [Gott] durch Fasten und Gebet Nacht und Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und in dieser Stunde stand sie da und pries Gott und sprach von ihm&amp;lt;ref&amp;gt;αὐτοῦ kann sich sowohl auf Gott als auch auf Jesus beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu allen, die für Jerusalem&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem steht pars pro toto für ganz Israel. Die Stilfigur heißt „Synekdoche“, Bovon, EKK III/1, S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; [die]&amp;lt;ref&amp;gt;„Auch ohne Artikel ist ‚Erlösung’ determiniert und bezeichnet … die eschatologische Befreiung“. Bovon, EKK III/1, S. 149.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erlösung erwarteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und als sie alles nach dem Gesetz des Herrn [Gebotene] getan hatten, kehrten sie zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und das Kind wuchs und erstarkte und wurde von Weisheit erfüllt, und Gottes Gnade war mit ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und seine Eltern pilgerten&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: gingen.&amp;lt;/ref&amp;gt; jährlich nach Jerusalem zum Passafest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und als er zwölf Jahre [alt] geworden war, ging er mit ihnen hinauf (stieg hinauf)&amp;lt;ref&amp;gt;Jerusalem liegt im judäischen Bergland, darum ist es immer ein Aufstieg zur Stadt bzw. ein Abstieg von ihr, wenn man zurückkehrt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie das beim Fest üblich war&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: Nach dem Festbrauch.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und als die Tage des Festes um&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: vollendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; waren und&amp;lt;ref&amp;gt;Genitivus absolutus, beiordnend aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;  sie heimkehrten (zurückkehrten), blieb der Knabe Jesus in Jerusalem zurück, und seine Eltern wussten es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|44}} Weil&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, kausal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie dachten, er sei [irgendwo] in der Karawane (Reisegesellschaft), zogen sie eine Tagesreise weit und suchten ihn [dann] bei den Verwandten und Bekannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und als&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten nach ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und {es geschah} nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempelareal&amp;lt;ref&amp;gt;ἐν τῷ ἱερῷ bezeichnet das Tempelareal insgesamt, das Tempelgebäude heißt ναὸς. Im Tempel befand sich kein Lehrhaus (Synagoge), deshalb fand das Gespräch zwischen Jesus und den Lehrern in einer Säulenhalle (griech.: Stoa) statt, vielleicht die „Halle Salomos“, was eine Anspielung auf des Weisheit des Knaben sein könnte, vgl. Bovon, EKK III/1, S. 157.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sitzend inmitten der Lehrer, ihnen lauschend und sie befragend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|47}} Aber alle, die ihn hörten, staunten über seinen Verstand und seine Antworten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und als&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; [seine Eltern] ihn sahen, waren sie außer sich, und seine Mutter warf ihm vor&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: sprach zu ihm.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Kind, warum tust du uns das an?&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: warum tust du uns so? oder: Warum handelst du mit uns in dieser Weise? Diese Formel kommt im griech. AT öfter vor, z.B. Gen 12,18; 26,10 u.ö. im Zusammenhang einer Täuschung (Abraham täuscht den Pharao über sein Verhältnis zu Sara Gen 12,18) und ist Ausdruck einer Ent-Täuschung, Bovon, EKK III/1, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sieh, dein Vater und ich haben gelitten und&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, beiordnend aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; dich gesucht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|49}} Doch er sprach zu ihnen: Warum suchtet ihr mich?&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Was ist geschehen, dass ihr mich suchtet?&amp;lt;/ref&amp;gt; Wusstet ihr nicht, dass ich im Bereich (Umfeld)&amp;lt;ref&amp;gt;τοῖς τοῦ πατρός μου bezeichnet nicht das Haus, sondern das mit dem Vater Verbundene (wörtlich: „die Sachen des Vaters“), zu denen auch das Haus gehört, aber auch die „Angelegenheiten“. Lukas lässt das hier bewusst in der Schwebe. Jesus meint hier aber wohl nicht, dass er im Tempel, sondern, dass er im Umfeld seines Vaters sein muss. Der Akzent liegt nicht auf dem Sein im Tempel, sondern auf dem (Wort-)Spiel mit den beiden Vätern, seinem „leiblichen“ Vater und Gott, vgl. Bovon, EKK III/1, S. 160.&amp;lt;/ref&amp;gt;  meines Vaters sein muss?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|50}} Aber sie verstanden nicht {die Rede}, was er zu ihnen sagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg mit ihnen hinab und kam nach Nazaret und gehorchte ihnen (ordnete sich ihnen unter). Und seine Mutter bewahrte alle Worte (Begebenheiten) in ihrem Herzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|52}} Und Jesus schritt voran (machte Fortschritte) in der Weisheit und im Alter und in der Gunst (Gnade) bei Gott und den Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Sacharja_9&amp;diff=30980</id>
		<title>Sacharja 9</title>
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		<updated>2021-06-02T19:31:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Frohlocke (jauchze) laut (sehr), Tochter Zion! &lt;br /&gt;
jauchze (schreie laut), Tochter Jerusalem!&lt;br /&gt;
Da (Siehe!), dein König kommt zu dir!&lt;br /&gt;
Er ist gerecht&amp;lt;ref&amp;gt;„Lässt man den masoretischen Text, wie er ist, so handelt es sich um einen König, dem selbst erst ‚geholfen worden’ ist, wie … wörtlich zu übersetzen wäre. Die … Aussage ‚gerecht’ wird also ebenfalls zunächst in passivischem Sinn zu verstehen sein: einer, der Recht bekommen, den Sieg behalten hat durch höheren Beistand“, K. Elliger, ATD 25, 139.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und ihm wurde (wird) geholfen&amp;lt;ref&amp;gt;Die Septuaginta hat hier das Partizip „Retter“, entsprechend übersetzt die Vulgata, vgl. Apparat der BHS. K. Elliger übersetzt „heilvoll“, a.a.O., vgl. vorherige Anmerkung.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Er ist] demütig (arm, unglücklich, elend) und reitet&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf einem Esel,&lt;br /&gt;
und auf einem Jungesel, dem Sohn der Eselinnen&amp;lt;ref&amp;gt;In diesem Vers kommen drei unterschiedliche Bezeichnungen für den Esel vor: Der Esel als Gattungsname, dann zwei Fachausdrücke für den Jungesel und die Eselin.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und ich&amp;lt;ref&amp;gt;So der masoretische Text. Die Septuaginta hat die 3.Pers. Sg., vgl. Apparat der BHS.&amp;lt;/ref&amp;gt; schaffe ab (rotte aus) [den] (Streit-)Wagen aus Efraim&lt;br /&gt;
und [das] Pferd aus Jerusalem&amp;lt;ref&amp;gt;Nach K. Elliger, ATD 25, 139 handelt es sich um Gewaltmittel der Fremdherrscher, weil der Staat Israel zur Zeit Sacharjas kein eigenes Militär besaß. Der König, kann man daraus schließen, beseitigt also mit den Machtmitteln auch die Besatzungsmacht und stellt die staatliche Souveränität wieder her.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Kriegsbogen&amp;lt;ref&amp;gt;Er steht hier pars pro toto für Kriegsgerät, vgl. a.a.O.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird abgeschafft (ausgerottet)&lt;br /&gt;
und er verkündet (redet) Frieden den Völkern.&lt;br /&gt;
Und seine Herrschaft [reicht] von Meer zu Meer&amp;lt;ref&amp;gt;Im ptolemäischen Weltbild ist die Scheiben-Erde von einem Meer umgeben, gemeint ist also die gesamte Welt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und vom Strom&amp;lt;ref&amp;gt;In der Regel ist damit der Euphrat gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis zu den Enden der Erde&amp;lt;ref&amp;gt;Auch hier wieder die vom Meer umschlossene Scheiben-Erde.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Daniel_1&amp;diff=30979</id>
		<title>Daniel 1</title>
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		<updated>2021-06-02T19:31:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Im dritten Jahr der Königsherrschaft Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, [nach] Jerusalem und belagerte es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in seine Hand und einige Gefäße des Tempels (Haus Gottes). Und er brachte sie in das Land Sinear&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Ortschaft westlich von Mossul, Namensgeberin eines von Babylonien zu trennenden Reiches. Im Danielbuch synonym mit Babylonien, K-B 999.&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Tempel (das Haus seines Gottes) und die Gefäße brachte er in das Schatzhaus seines Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und der König sagte zu Aschpanas, dem Obersten seiner Hofbeamten, dass er kommen lassen sollte eine Auswahl der&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: von den Söhnen Israels.&amp;lt;/ref&amp;gt; Söhne Israels, aus königlichem Geblüt, von den Edelleuten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Jünglinge ohne körperliche Fehler und schön von Gestalt, und einsichtig in alle Weisheit, und kenntnisreich und mit guten Unterscheidungsvermögen, die etwas taugen, dass sie dienen im Palast des Königs, sie zu lehren Schrift und Sprache der Chaldäer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und der König bestimmte für sie die Tagesration&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: die für jeden Tag bestimmte Leistung.&amp;lt;/ref&amp;gt; von der Tafel des Königs und vom Wein aus seinem Keller (Getränkevorrat), um sie [damit] drei Jahre lang großzuziehen, und danach sollten sie dem König dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und es waren unter ihnen vom Stamme Juda Daniel, Hananja, Mischael und Asarja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und der Oberste der Hofbeamten belegte sie mit Namen, und er nannte Daniel Beltschazar, und Hananja Schadrach, und Mischael Meschach, und Asarja Abed-Nego.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Namen sind Verballhornungen babylonischer Namen; Abed-Nego heißt eigentlich Abed-Nebo, Nebo ist der Name eines Berges und einer babylonischen Gottheit.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und Daniel nahm es sich im Herzen vor, sich nicht zu verunreinigen mit der Speise des Königs und dem Wein aus seinem Keller (Getränkevorrat) und er erbat vom Obersten der Hofbeamten, sich nicht verunreinigen zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und Gott gab Daniel Gunst und Gnade vor dem Obersten der Hofbeamten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und der Oberste der Hofbeamten sagte zu Daniel: Ich fürchte meinen Herrn, den König, der eure Speisen und eure Getränke bestimmt hat, dass eure Gesichter schlechter aussehen als die eurer Altersgenossen, und ihr mich in Schuld bringt beim König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und Daniel sprach zum Aufseher, den der Oberste der Hofbeamten über Daniel, Hananja, Mischael und Asarja gesetzt hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Mach bitte einen Versuch mit deinen Knechten zehn Tage [lang] und gib uns vom Gemüse, dass wir es essen, und Wasser, dass wir es trinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und dann lass sehen vor dir unser Aussehen und das Aussehen der [anderen] Jünglinge, die das Essen des Königs gegessen haben, und gemäß dem, was du sehen wirst, tue mit deinen Knechten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und er hörte auf diese ihre Worte und versuchte es zehn Tage lang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und am Ende der zehn Tage erschien ihr Aussehen gut und ihr Körper war fetter&amp;lt;ref&amp;gt;Luther übersetzt „kräftiger“, aber tatsächlich geht es um das Fett als ein Zeichen der Wohlgenährtheit, nicht um Athletik.&amp;lt;/ref&amp;gt; als der aller Jünglinge, die das Essen des Königs gegessen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und es geschah, dass der Aufseher die Speise und den Wein von ihren Getränken wegnahm und ihnen Gemüse gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und diesen vier Jünglingen gab Gott Verständnis, und Kenntnis aller Schriften, und Weisheit. Und Daniel verstand sich auf alle Visionen und Träume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und als zuende gegangen waren die Tage, von denen der König sagte, dass sie [dann] vor ihn gebracht werden sollten, brachte sie der Oberste der Hofbeamten vor Nebukadnezar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und der König sprach mit ihnen, und es wurde unter allen niemand gefunden wie Daniel, Hananja, Mischael und Asarja, und sie dienten vor dem König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und in allen Sachen der weisheitlichen Einsicht, über die sie der König befragte, fand er sie zehn mal [klüger] als alle Gelehrten und Beschwörer, die in seinem Königreich waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und Daniel war da bis zum ersten Jahr des Königs Kyrus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Ezechiel_34&amp;diff=30978</id>
		<title>Ezechiel 34</title>
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		<updated>2021-06-02T19:30:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und es geschah das Wort JHWHs zu mir {folgendermaßen}:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Menschenkind (Menschensohn), prophezeie gegen (über) die Hüter (Hirten)&amp;lt;ref&amp;gt;Adressaten sind die Anführer des Volkes; sie tragen in der Exilszeit den Hirtentitel, THAT II, 794.&amp;lt;/ref&amp;gt; Israels! Prophezeie und sprich zu ihnen, den Hütern (Hirten): So spricht der Herr JHWH: Wehe den Hütern (Hirten) Israels, die sich selbst hüten! Sollen die Hüter (Hirten) nicht die Schafe&amp;lt;ref&amp;gt;Das „Kleinvieh“ aus Schafen und Ziegen, aus stilistischen Gründen meist mit „Schafe“ übersetzt, THAT II, 792. Es steht hier sinnbildlich für das Volk.&amp;lt;/ref&amp;gt; hüten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Das Fett (das Beste, Erlesene) esst ihr, und die Wolle zieht ihr an; das Mastvieh schlachtet ihr, die Schafe hütet ihr nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Das Erkrankte stärkt ihr nicht und das Kranke heilt ihr nicht und das Gebrochene schient&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: verbindet.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr nicht und das Umgestoßene richtet ihr nicht wieder auf und das Verirrte sucht ihr nicht. Und mit Gewalt tretet ihr sie nieder und mit Quälerei (Gewalttat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Daher&amp;lt;ref&amp;gt;Waw-Perfekt, steht für einen Konsekutivsatz.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind sie&amp;lt;ref&amp;gt;Die Septuaginta ergänzt: meine Schafe.&amp;lt;/ref&amp;gt; zerstreut, ohne Hüter (Hirt), und dienen als Speise allen Raubtieren des Feldes und zerstreuen sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Meine Schafe irren umher auf allen Bergen und auf allen hohen Hügeln&amp;lt;ref&amp;gt;Auf den Bergen und Hügeln befanden sich die Kultstätten der kanaanäischen Kulte.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und auf dem ganzen Antlitz der Erde&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. auf der ganzen Erdoberfläche.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden meine Schafe zerstreut, und niemand kümmert sich [um sie], und niemand sucht [sie].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Darum, Hüter (Hirten), hört das Wort JHWHs:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} So wahr ich lebe, Spruch des Herrn JHWH, weil meine Schafe zum Raub (zur Beute) geworden sind und meine Schafe zur Speise dienen allen Raubtieren des Feldes, weil kein Hüter (Hirte) da war, und kein Hüter (Hirte) sich um meine Schafe kümmerte und die Hüter (Hirten) sich selbst hüten und die Schafe nicht hüten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} darum, ihr Hüter (Hirten), hört das Wort JHWHs:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} So spricht der Herr JHWH: Da (siehe), ich [wende mich] an&amp;lt;ref&amp;gt;Im Apparat z. St. wird vorgeschlagen, „gegen“ zu lesen.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Hüter (Hirten) und fordere die Schafe von ihren Händen und hindere sie daran, die Schafe zu hüten, und nicht mehr werden die Hüter (Hirten) sich selbst hüten. Und ich entreiße (rette) meine Schafe aus ihren Mäulern (Mündern), und sie werden ihnen nicht mehr als Speise dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Denn so spricht der Herr JHWH: Hier, ich suche meine Schafe und kümmere mich um sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Wie die Fürsorge eines Hirten um seine Herde am Tag, wenn sie aus der Mitte seiner Schafe zerstreut ist, so werde ich mich um meine Schafe kümmern und sie retten aus allen Orten, wohin sie sich zerstreuten am Tag der Wolken und der Düsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und ich führe sie heraus aus den Völkern und sammle sie aus den Ländern und führe sie heim in ihr Land. Und ich hüte sie auf den Bergen Israels, in den Bachrinnen (Wadis?) und an allen Wohnsitzen des Landes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Auf guter Weide werde ich sie hüten, und auf den hohen Bergen Israels wird ihr Weideplatz sein. Dort lagern sie auf gutem Weideplatz und weiden fettes Futter auf den Bergen Israels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Ich werde meine Schafe hüten und ich werde sie lagern lassen, Spruch des Herrn JHWH.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Das Verirrte werde ich suchen und das Versprengte werde ich zurückbringen und das Gebrochene werde ich verbinden und das Erkrankte werde ich stark machen und das Fette und das Starke werde ich ausrotten&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort ist anstößig, weshalb es die Septuaginta in {{hebr}}אֶשְמֹר{{hebr ende}}, behüten, ändert; wegen der Ähnlichkeit von Dalet und Resch könnte eine Verschreibung vorliegen und {{hebr}}אֶשְמֹר{{hebr ende}} ursprünglich sein.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ich werde sie mit Recht hüten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sonntagstexte]]&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jeremia_29&amp;diff=30977</id>
		<title>Jeremia 29</title>
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		<updated>2021-06-02T19:29:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
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{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Das ist der Wortlaut&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Dies sind die Worte.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Briefes, den der Prophet Jeremia aus Jerusalem schickte an den Rest der Ältesten der Deportierten und an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar aus Jerusalem nach Babel weggeführt hatte,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} nach dem Weggang&amp;lt;ref&amp;gt;צֵ֣את ist Infinitiv, Euphemismus für die Deportation.&amp;lt;/ref&amp;gt; König Jechonjas, der Königinmutter, der Hofbeamten [und] Beamten Judas und Jerusalems, des Handwerkers und des Schlossers aus Jerusalem,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} durch die Hand Elasars, den Sohn Schafans, und Gemarjas, den Sohn Hilkias, die Zedekia, der König von Juda, zu Nebukadnezar, den König von Babel, nach Babel sandte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} So spricht JHWH der Heerscharen (Zebaot), der Gott Israels, zu allen Weggeführten (Deportierten) &amp;lt;ref&amp;gt;d.h. jüdische Exulanten&amp;lt;/ref&amp;gt;, die ich von Jerusalem [nach] Babel in Verbannung geführt (deportiert) habe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Baut Häuser und wohnt [darin] und pflanzt Gärten und esst ihre Früchte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Nehmt [euch] Frauen und zeugt Söhne und Töchter, und nehmt für eure Söhne Frauen, und eure Töchter gebt Männern, damit sie Söhne und Töchter gebären und dort zahlreich (groß) werden und nicht abnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sucht Wohlergehen (Frieden) für die Stadt, wohin ich euch in Verbannung geführt (deportiert) habe und betet für sie zu JHWH, denn ihr Wohlergehen (Frieden) wird euer (für euch) Wohlergehen (Frieden) sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Denn so spricht JHWH der Heerscharen (Zebaot), der Gott Israels: &lt;br /&gt;
Die Propheten, die unter euch (in eurer Mitte) sind und wahrsagen, sollen euch nicht täuschen, und ihr sollt nicht auf ihre Träume hören, die ihr sie träumen lasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Denn sie prophezeien euch Lügen in meinem Namen – ich habe sie nicht gesandt, Ausspruch JHWHs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn so spricht JHWH: Erst wenn&amp;lt;ref&amp;gt;כִּ֠י לְפִ֞י und Infinitiv = „erst wenn“.&amp;lt;/ref&amp;gt; für Babel siebzig Jahre um (erfüllt, voll) sind, werde ich mich eurer annehmen und euch gegenüber meine Verheißung&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: mein gutes Wort&amp;lt;/ref&amp;gt; erfüllen um euch zu diesem (an diesen) Ort zurückzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Denn ich kenne die Pläne (Gedanken), die ich für euch (über euch) plane (denke), Ausspruch JHWHs. Pläne (Gedanken) des Wohlergehens (Friedens) und nicht des Leides (Bösen), um euch eine hoffnungsvolle Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;So Gesenius, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} {Und} ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir beten, und ich werde euch hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} {Und} ihr sucht mich und findet mich. Denn werdet ihr mich suchen von ganzen Herzen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} dann werde ich mich von euch finden lassen, Ausspruch JHWHs. Und ich werde eure Gefangenschaft (euer Geschick) wenden und ich werde euch sammeln aus allen Völkern und aus allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, Ausspruch JHWHs. Und ich werde euch zurückbringen an den Ort, aus dem ich euch in Verbannung geführt (deportiert) habe.&lt;br /&gt;
{{S|15}}&lt;br /&gt;
{{S|16}}&lt;br /&gt;
{{S|17}}&lt;br /&gt;
{{S|18}}&lt;br /&gt;
{{S|19}}&lt;br /&gt;
{{S|20}}&lt;br /&gt;
{{S|21}}&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
{{S|23}}&lt;br /&gt;
{{S|24}}&lt;br /&gt;
{{S|25}}&lt;br /&gt;
{{S|26}}&lt;br /&gt;
{{S|27}}&lt;br /&gt;
{{S|28}}&lt;br /&gt;
{{S|29}}&lt;br /&gt;
{{S|30}}&lt;br /&gt;
{{S|31}}&lt;br /&gt;
{{S|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_61&amp;diff=30976</id>
		<title>Jesaja 61</title>
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		<updated>2021-06-02T19:29:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Der Geist des Herrn JHWH [ist] auf mir,&lt;br /&gt;
weil JHWH mich eingesetzt&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: gesalbt, die Salbung mit Öl erfolgte als Ritus der Amtseinsetzung und Weihe an die Gottheit, vgl. Gesemius S. 750.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat.&lt;br /&gt;
Zu verkündigen den Bedrückten (Demütigen) hat er micht gesandt,&lt;br /&gt;
zu verbinden die, die zerbrochenen Herzens (Gemütes) [sind],&lt;br /&gt;
zu verkündigen den Gefangenen Freilassung&lt;br /&gt;
und den Gefesselten Lösung&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Öffnung.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Zu verkündigen ein Jahr des Wohlwollens (der Gnade) von JHWH&lt;br /&gt;
und einen Tag der Rache von unserem Gott.&lt;br /&gt;
Zu trösten alle Trauernden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Zu schaffen für die Trauernden Zions,&lt;br /&gt;
ihnen zu geben einen Turban statt Asche (Staub)&amp;lt;ref&amp;gt;Sich Asche oder Staub aufs Haupt zu streuen war ein Zeichen der Trauer, während der Turban ein Zeichen des Festes ist, s.u. Vers 10. Im Hebräischen liegt ein Wortspiel mit „Turban“ und „Asche“ vor; beide haben die selben Buchstaben, nur die ersten beiden sind vertauscht (und das P wird im zweiten Wort weich als F gesprochen): Peer - Efer.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Freudenöl statt Trauer,&lt;br /&gt;
Jubelkleid&amp;lt;ref&amp;gt;Gesenius S. 710 verweist auf die BH (Kittel), wo der Bearbeiter Duhm das Kleid auf den vorherigen Versteil zieht: Trauerkleid, so auch noch Luther 1984 (Luther 2017 hat es analog der BHS, übersetzt „schöne Kleider“).&amp;lt;/ref&amp;gt; statt verzagtem Geist.&lt;br /&gt;
Und man nennt sie „Terebinthen&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort könnte auch Eichen oder Palmen bezeichnen; gemeint ist ein mächtiger Baum - im Dt. würde man wohl von Eichen sprechen.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Gerechtigkeit“,&lt;br /&gt;
„Pflanzung zu JHWHs Verherrlichung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und sie bauen die uralten Trümmerstätten auf,&lt;br /&gt;
frühere Trümmer richten sie auf&lt;br /&gt;
und erneuern die wüsten Städte,&lt;br /&gt;
die Trümmer, [die] von Generation zu Generation&amp;lt;ref&amp;gt;Also „seit ewigen Zeiten“.&amp;lt;/ref&amp;gt; [existierten].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Fremde treten an (stehen bereit) und hüten euer&amp;lt;ref&amp;gt;Hier wechselt die Person von der 3. zur 2. Plural bis zu Vers 7a; möglicherweise handelt es sich bei diesen Versen um einen Einschub?&amp;lt;/ref&amp;gt; (Klein)Vieh,&lt;br /&gt;
und Ausländer (Fremdlinge)&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Söhne des Auslands, der Fremde.&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] eure Landarbeiter und eure Winzer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und ihr werdet Priester JHWHs genannt,&lt;br /&gt;
Priester&amp;lt;ref&amp;gt;Das Partizip Piel bezeichnet einen am Tempel Dienenden, also einen Priester.&amp;lt;/ref&amp;gt; unseres Gottes wird man euch nennen.&lt;br /&gt;
Die Habe der Völker werdet ihr verzehren&lt;br /&gt;
und an ihrem Reichtum euch mästen (mit ihrem Reichtum euch brüsten)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb ist in seiner Bedeutung unsicher, vgl. Gesenius S. 469; es kommt nur an dieser Stelle vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Anstelle eurer doppelten (zwiefachen) Beschämung &lt;br /&gt;
und Beleidigung bejubeln sie&amp;lt;ref&amp;gt;Wechsel der Person von der 2. zur 3. Plural.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr Geschick (ihr Los).&lt;br /&gt;
Daher sollen sie ihr Land doppelt (zwiefach) in Besitz nehmen.&lt;br /&gt;
Ewige Freude wird es für sie geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Denn ich [bin] JHWH, der&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, relativisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; das Recht liebt,&lt;br /&gt;
[aber] frevelhaften Raub hasst,&lt;br /&gt;
und ich werde ihnen ihren Lohn zuverlässig geben&lt;br /&gt;
und einen ewigen Bund mit ihnen schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und man wird ihre Nachkommen (ihr Geschlecht) kennen unter den Völkern&lt;br /&gt;
und ihre Sprößlinge unter den Nationen.&lt;br /&gt;
Alle, die sie sehen, werden erkennen,&lt;br /&gt;
dass sie das Geschlecht sind, das JHWH gesegnet hat.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Ich will mich herzlich&amp;lt;ref&amp;gt;Es liegt eine figura etymologica aus einem Infinitv und der finiten Form des selben Verbes vor, die man als Betonung/ Hervorhebung übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; freuen über JHWH,&lt;br /&gt;
meine Seele will jauchzen über meinen Gott,&lt;br /&gt;
denn er hat mich bekleidet mit Heilsgewändern (Glückskleidung).&lt;br /&gt;
Ein Obergewand der Gerechtigkeit zog ich&amp;lt;ref&amp;gt;Die Form, die im Hebr. Text steht, gibt es in der Vokalisierung nicht. Entweder muss man das יְ weglassen, dann ist es Qal und bedeutet „sich in etwas einhüllen“ -&amp;gt; „hüllte ich mich ein“, oder es ist Hif’il und muss יַעֲטֵנִי vokalisiert werden, „hüllte er mich ein/ umhüllte er mich“, vgl. Apparat BHS zur Stelle. Wegen der folgenden beiden Verse passt die 1.Person Sg. besser.&amp;lt;/ref&amp;gt; mir an,&lt;br /&gt;
wie ein Bräutigam den Turban herrichtet&lt;br /&gt;
und eine Braut sich mit Schmuck schmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Denn wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt&lt;br /&gt;
und der Garten seinen Samen sprossen lässt,&lt;br /&gt;
so lässt der Herr JHWH Gerechtigkeit sprossen&lt;br /&gt;
und Ruhm vor allen Völkern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_119&amp;diff=30975</id>
		<title>Psalm 119</title>
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		<updated>2021-06-02T19:28:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen / Export maskieren&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}א{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Alef&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: LXX, VL und VUL (nicht Hier) haben vor Beginn des Textes von MT noch ein einleitendes „Halleluja“. Vielleicht ist es aus [[Psalm 112#s1 |Ps 112,1]] hier eingedrungen, einem ebenfalls alphabetischen Psalm, der nach dem einleitenden „Halleluja“ ebenso beginnt wie Ps 119. Oder aus [[Psalm 118#s29 |Ps 118,29]]: Ps 118 gehört zum „ägyptischen Hallel“ Ps 111-118, in dem fast alle Psalmen ein solches „Halleluja“ haben: Ps 111 und 112 am Anfang, Ps 113 am Anfang und Ende, Ps 115, 116 und 117 nur am Ende. Nur bei Ps 114 und Ps 118 fehlt ein solches „Halleluja“; das zu Beginn von Ps 119 könnte gut jenes sein, das am Ende von Ps 118 „fehlt“. In BHK, BHS und Psalmenkommentaren fehlt ganz merkwürdig jeder Hinweis auf dieses Wort, aber wir werden noch häufiger sehen, dass die Textkritik zu Ps 119 bisher nicht ganz gründlich betrieben wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt; [Wie] gesegnet (glücklich) [sind (seien) die],&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Wie] gesegnet (glücklich) [sind die]&#039;&#039; - Ein sog. „Makarismus“, also eine Selig-/Glücklichpreisung der Menschen, für die gilt, was im Folgenden gesagt wird. Hier ebenso formuliert wie bes. prominent zu Beginn des Psalters in [[Psalm 1#s1 |Ps 1,1]].&amp;lt;/ref&amp;gt; deren Weg vollkommen ist, &lt;br /&gt;
_Die nach der Weisung JHWHs gehen (leben).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen (leben)&#039;&#039; - Etwas ähnliches wie ein Satzteil-Hyperbaton: Das Verb in 1b passte eigentlich besser zum Subst. „Weg“ in 1a als zum Subst. „Weisung“ in 1b (vgl. dagegen bes. V. 3; auch [[Psalm 128#s1 |Ps 128,1]]). Hier komplexe Metapher: Der „Weg“ steht für den „Lebenswandel“; glücklich sind also die, die ein untadeliges Leben führen. „Gehen“ meint dann in diesem Zhg. „sein Leben führen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} [Wie] gesegnet (glücklich) [sind (seien) die], die seine Gebote (fest) halten:&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;(fest) halten&#039;&#039; - W. „bewachen“; gemeint sind nicht „Gesetzeshüter“, sondern jene, die Gottes Gebote nicht einen Moment aus dem Blick lassen, weil sie sich fortwährend mit ihnen beschäftigen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: LXX, VL und VUL übersetzen mit „inspizieren, untersuchen“. Dem liegt sicher kein anderer heb. Text zugrunde, da &#039;&#039;natsar&#039;&#039; („bewachen“) entsprechend z.B. auch in V. 22, V. 33 und V. 34 übertragen wird; wahrscheinlich soll dies also eine freie kontextgemäße Übertragung des Wortes sein: Jener, der Gottes Gebote „bewacht“, den Blick also nicht von ihnen lässt, ist jener, der sie „fortwährend studiert“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Mit ganzem Herzen (die ganze Zeit)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;mit ganzem Herzen (die ganze Zeit)&#039;&#039; - Fast alle Vrs. wie in der Primärüs., 11QPs&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt; und eine Handschrift haben aber &#039;&#039;´eth&#039;&#039; („Zeit“) statt &#039;&#039;leb&#039;&#039; („Herz“) wie in V. 20. Der Wortlaut in MT könnte gut eine Angleichung an V. 10 sein; wie dagegen die Variante von 11QPs&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt; entstanden sein soll, wäre schwerer erklärlich. Die schiere Menge der Textzeugen, die &#039;&#039;leb&#039;&#039; statt &#039;&#039;´eth&#039;&#039; haben, macht aber dennoch wahrscheinlicher, dass &#039;&#039;leb&#039;&#039; ursprünglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; suchen sie ihn (, die ihn mit ganzem Herzen suchen).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;suchen sie ihn&#039;&#039;: Zum Ausdruck „Gott suchen“ vgl. bes. gut TWAT I, Sp. 464: Ursprünglich bezeichnete diese Wortfügung die &#039;&#039;Befragung&#039;&#039; Gottes durch einen Propheten oder Priester. „Mit dem Aufhören der vorexilischen Institution der Befragung [aber] hat sich ein tiefgreifender Bedeutungswandel vollzogen. &#039;&#039;drš Jhwh&#039;&#039; erhielt die allgemeine Bedeutung ‚sich zu Jahwe halten‘ und bezeichnete bald nicht mehr eine konkrete Handlung, sondern den Habitus des Frommen“, hier also das Leben gemäß JHWHs Geboten. In Vv. 45.94 wird entsprechend dann sogar „nach Gottes Geboten gesucht“. S. zu dieser Bed. z.B. [[2 Chroniken 22#s9 |2 Chr 22,9]]; [[Psalm 14#s2 |Ps 14,2]] (vgl. V. 3); [[Jesaja 9#s12 |Jes 9,12]] u.ö. In einem jungen Text wie Ps 119 sollte man „Gott suchen“ also besser nicht wörtlich übersetzen, wie dies leider alle dt. Üss. tun. Richtiger Delitzsch 1894 und Staerk 1920: „die mit ganzem Herzen sich seiner befleißigen“, GNT, NCV: „who obey him with all their heart“ (so schon Wycliffe).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Auch tun sie (nicht=) niemals&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie tun niemals&#039;&#039; - T-Shift: Das Heb. hat hauptsächlich zwei verschiedene Tempora/Modi, nämlich Yiqtol für modale Aussagen (wie „er/sie/es &#039;&#039;soll&#039;&#039; X tun, &#039;&#039;will&#039;&#039; X tun“ usw.), Futur („er/sie/es &#039;&#039;wird&#039;&#039; X tun“) und Iterativität („er/sie/es tut &#039;&#039;immer wieder&#039;&#039; X“) und Qatal für für den Indikativ, meist also für Aussagen über die Vergangenheit („er/sie/es &#039;&#039;tat&#039;&#039; X“), Gegenwart („er/sie/es &#039;&#039;tut&#039;&#039; X“) und „gnomische Aussagen“ („&#039;&#039;grundsätzlich gilt&#039;&#039;, dass er/sie/es X tut“). Vv. 1f. verwenden Yiqtol, V. 3 Qatal. Solche Wechsel der Tempora („T-Shifts“) sind häufig in der Poesie und nicht unterschiedlich zu übersetzen, sondern variiert wird hier Iterativität mit gnomischen Aussagen, die beide aussagen, dass das hier Gesagte grundsätzlich für den gilt, um den es hier geht.&amp;lt;/ref&amp;gt; etwas Ungerechtes (verüben sie niemals Unrecht). &lt;br /&gt;
_Sie (, [sondern] sie) gehen auf seinen Wegen (nach seinen Worten?).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Korrektur&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Sehr verbreitet ist in der Auslegung von Ps 119 die Meinung, dass der Verfasser gezielt in diesen 22 Strophen zu je acht Doppelzeilen auch regelmäßig acht verschiedene Begriffe für das Gesetz verwendet habe, und viele Forscher gehen so weit, dort, wo sich in einer Strophe nicht alle acht Begriffe oder nicht wenigstens in jeder Doppelzeile immerhin einer dieser Begriffe findet, den Text zu korrigieren. Selbst noch CTAT IV, dessen textkritisches Kommittee ganz außerordentlich dazu neigt, nicht den ältesten rekonstruierbaren Wortlaut zu rekonstruieren, sondern den masoretischen Text „zu verteidigen“, erwägt bei diesem Psalm dann doch immer wieder textkritische Eingriffe, die sich textkritisch durch nichts stützen lassen. Und ganz richtig König 1927, S. 253: „[Es wäre] unbegreiflich, daß gerade in einem so schematischen Gedicht so viele Änderungen des ursprünglichen Textbestandes vorgekommen oder vollends gar absichtlich vorgenommen worden sein sollten.“ Im Folgenden seien die verbreiteteren dieser Korrekturvorschläge gesammelt; sie sind aber sicher durch die Bank abzulehnen.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;V. 3&amp;lt;/u&amp;gt;: Für &#039;&#039;bdrkjw&#039;&#039; „auf seinen Wegen“ sei zu lesen &#039;&#039;bdbrjw&#039;&#039; „nach seinen Worten“ (z.B. Gunkel, Herkenne, Müller 1904, S. 57).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Du ordnest (ordnetest; du warst es, der anordnete) deine Befehle an, &lt;br /&gt;
_damit [man sie] genau befolgt (du ordnest deine Befehle an, dass [man sie] genau befolgt = du ordnest an, dass man deine Befehle genau befolgt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ach,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ach&#039;&#039; - fast unbekanntes Wort, sonst nur noch in anderer Form (&#039;&#039;`achale&#039;&#039; statt &#039;&#039;`achlaj&#039;&#039;) in [[2 Könige 5#s3 |2 Kön 5,3]]. Nach LXX, VL, VUL und Syr eine Wunschpartikel („Oh dass doch...!“; „Oh wenn doch...!“). Weil es so unbekannt ist, ist nicht klar, ob hiermit ein realer oder irrealer Wunsch eingeleitet wird; im ersten Fall: „Ich wünsche mir, das mein Lebenswandel sich künftig an deinen Geboten ausrichtet, denn dann werde ich nicht zuschanden werden“, im zweiten Fall: „ich wünschte mir, dass mein Lebenswandel an deinen Geboten ausgerichtet (gewesen) wäre, denn dann würde ich nicht zuschanden / wäre ich nicht zuschanden geworden.“ Nur, weil auch alle anderen dt. Üss. die erste Übersetzung wählen, sollte dies auch die LF tun; an sich sind beide Varianten gleich wahrscheinlich.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: Wegen den alten Üss. leitet Ges18, S. 38 das Wort wie z.B. auch schon van Lengerke 1847, S. 648 und [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10572185_00463.html Olshausen §224c] ab von &#039;&#039;`ach&#039;&#039; („Ach!“, „Oh nein!“) + &#039;&#039;lu&#039;&#039; („oh dass doch“, „wenn doch“), das hier aus irgendeinem Grund als &#039;&#039;-le&#039;&#039; / &#039;&#039;-laj&#039;&#039; erschiene. Die Form bes. in Ps 119,5 ist allerdings schwer erklärlich, und Sym und Tg übersetzen anders, wobei beide das schwer erklärliche Suffix -&#039;&#039;(a)j&#039;&#039; näherliegend als ePP 1. Pers. Sg. interpretieren: „von meinem Beginn an“ (Sym) und „es [ist/wäre] gut für mich“ (Tg). Wegen der Endung immerhin erwägenswert ist daher immer noch die Herleitung von de Wette 1829, S. 519: Das Wort komme von &#039;&#039;chalah&#039;&#039; („flehen“ wie in [[Exodus 32#s11 |Ex 32,11]]; [[1 Samuel 13#s12 |1 Sam 13,12]]; [[Daniel 9#s13 |Dan 9,13]] u.ö.) und wäre dann zu erklären als das davon abgeleitete Nomen mit ePP für 1. Pers. (&#039;&#039;-i&#039;&#039;) und prosthetischem Alef (&#039;&#039;`a-&#039;&#039;), ursprünglich also „Mein Flehen [ist, dass]...“ &amp;gt; „Bitte!“. Diese Herleitung setzte aber voraus, dass man &#039;&#039;chalah&#039;&#039; („flehen“) als ein eigenes &#039;&#039;chalah&#039;&#039; II von &#039;&#039;chalah&#039;&#039; I („krank sein“) unterscheidet, was in den neueren Lexika aber nicht getan wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; dass doch meine Wege sich festigen würden (sich darauf richten würden),&amp;lt;ref&amp;gt;D.h., der Psalmist wünscht sich nicht mehr seinen aktuell „schwankenden Gang“ als Bild für eine Lebensweise, die mal gesetzestreu ist und mal nicht, sondern einen beständigen Wandel entlang der Leitplanken der göttlichen Gebote. Denn „auch der Psalmist fühlt den Widerstreit des Gesetzes in seinen Gliedern gegen das Gesetz in seinem Gemüthe, wie Paulus [[Römer 7#s23 |Röm 7,23]]“ (Vaihinger 1858, S. 192).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
_Damit [man] deine Anordnungen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;Anordnungen&#039;&#039; nach fast allen Vrs., in 11QPs&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt; sind aber noch die Buchstaben &#039;&#039;...]mtkh&#039;&#039; erhalten. Entweder ist dies der Rest eines verschriebenen &#039;&#039;`mrtkh&#039;&#039; („deine Worte, Aussprüche“), das in dieser Strophe fehlt (s. die Anmerkungen) und das schon Baethgen und Müller 1904 statt dem Wort des MT hier lesen wollten, weil dieses Wort in Strophe 1 nicht steht, „Anordnungen“ aber bereits in V. 8, oder es ist noch wahrscheinlicher der Rest von &#039;&#039;`mtkh&#039;&#039; („deine Zuverlässigkeit, dein Zeugnis, deine Treue/die Treue zu dir“), was sonst in Ps 119 nicht als Gesetzesbegriff verwendet wird. Ohnehin ist &#039;&#039;`emet&#039;&#039; („Treue“) grundsätzlich kein Gesetzesbegriff; die Bed. von 11QPs&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt; wäre also stattdessen „ach wären meine Wege darauf gerichtet, &#039;&#039;dir die Treue zu halten&#039;&#039;“ (zur Fügung vgl. [[Psalm 146#s6 |Ps 146,6]]), wonach dann auch in diesem Doppelzeiler ein Gesetzesbegriff fehlte. Wieder ist es nur die schiere Menge an den MT stützenden Textzeugen, die die Ursprünglichkeit dieser Textvariante etwas wahrscheinlicher machen; die interne Evidenz spricht mehr für 11QPs&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;, da schwer erklärlich ist, wie diese Variante sekundär entstanden sein sollte.&amp;lt;/ref&amp;gt; hütet (deine Anordnungen zu hüten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Dann [nämlich] werde (würde) ich nicht zuschanden (müsste ich mich nicht schämen), &lt;br /&gt;
_Wenn ich auf alle deine Gebote schaue (schaute).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Ich will (würde) dich loben mit redlichem Herzen, &lt;br /&gt;
_Wenn ich die Rechtssprüche deiner Gerechtigkeit lerne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Ich werde (würde) deine Verordnungen halten. &lt;br /&gt;
_Verlass mich nicht gänzlich!&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;gänzlich&#039;&#039; wird von einigen älteren Exegeten nach 8a verschoben, so dass es sich auf „halten“ beziehen könnte („ich werde deine Verordnungen in Gänze halten“), da „gänzlich verlassen“ ungewöhnlich klingt. Entsprechend und besser Ehrlich 1905, S. 301: „Des nachdrucks halber steht diese adverbielle Bestimmung ganz zum Schluss [, bezieht sich aber dennoch auf ‚halten‘].“ Sehr ähnlich aber auch V. 43, wo man auch meinen würde, dass „das Wort entziehen“ ebensowenig steigerungsfähig ist wie „verlassen“; ganz zu recht wird dies in neueren Kommentaren nicht mehr erwogen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ב{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Bet&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Wodurch kann (wird) ein Jüngling seinen Pfad (sein Verhalten) rein halten (ausrichten)?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;rein halten (begradigen)&#039;&#039; - „rein halten, reinigen“ nach MT, Syr, Tg und wohl auch Sym („wodurch wird ein Jüngling seinen Weg glänzend machen“). Das Verb passt nur wenig zu seinem Objekt; die nächsten Parallelen sind [[Psalm 73#s13 |Ps 73,13]] und [[Sprichwörter 20#s9 |Spr 20,9]], jeweils mit dem Objekt „Herz“. Ähnlich will hier Dahood die Objektpartikel &#039;&#039;`eth&#039;&#039; umpunktieren zu &#039;&#039;`oto&#039;&#039; („sich selbst“: „Wodurch kann ein Jüngling sich selbst reinhalten?“). LXX, VL, VUL und auch Hier scheinen aber nicht ein anderes Objekt, sondern ein anderes Verb vorliegen gehabt zu haben: Alle übersetzen mit „ausrichten, berichtigen“, mit Wörtern, die sonst nie zur Übersetzung von &#039;&#039;zakah&#039;&#039; („reinigen“) verwendet werden. Vielleicht via &#039;&#039;jakin&#039;&#039; („begradigen“) wie in [[Jeremia 10#s23 |Jer 10,23]] (LXX); [[Sprichwörter 21#s29 |Spr 21,29]] (VUL), wo die selben Wörter zur Übersetzung von &#039;&#039;jakin&#039;&#039; verwendet werden: {{hebr}}יכין{{hebr ende}} wäre zunächst defektiv geschrieben gewesen und hätte sein Nun als &#039;&#039;shared consonant&#039;&#039; mit dem Nun von {{hebr}}נער{{hebr ende}} geteilt: {{hebr}}יכנער{{hebr ende}}. Dies wäre dann von LXX, VL, VUL und Hier korrekt als {{hebr}}יכין נער{{hebr ende}} verstanden worden, hebräische Schreiber dagegen hätten {{hebr}}יכ{{hebr ende}} für eine Verschreibung von {{hebr}}יזכ{{hebr ende}} gehalten, einer defektiven Schreibung von {{hebr}}יזכה{{hebr ende}}, das dann korrigiert, und dies wäre dann in die Üss. von Syr, Tg und Sym gewandert. Also: {{hebr}}יזכה נער{{hebr ende}} &amp;lt;= {{hebr}}יכנער{{hebr ende}} =&amp;gt; {{hebr}}יכין נער{{hebr ende}}. Ursprünglich wäre dann also &#039;&#039;jakin&#039;&#039; („ausrichten“), nicht &#039;&#039;jezakeh&#039;&#039; („reinigen“). So allerdings niemand; auch diese Differenz wird in textkritischen Werken und Kommentaren nicht einmal notiert. Auch OfBi sollte daher der Standardübersetzung folgen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Durch sich Hüten gemäß deinem Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Mit ganzem Herzen habe ich dich gesucht. &lt;br /&gt;
Lass mich nicht abirren von deinen Geboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} In meinem Herzen bewahre ich dein Wort, &lt;br /&gt;
damit ich dich nicht verfehle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Gepriesen seist du, JHWH! Du lehrst mich deine Gebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Mit meinen Lippen zähle ich &lt;br /&gt;
alle Rechtsprüche deines Mundes auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Ich freue mich über den Weg deiner Gebote wie über meinen gesamten Besitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Deine Anweisungen will ich bedenken &lt;br /&gt;
und will hinsehen auf deine Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Deine Satzungen&amp;lt;ref&amp;gt;Nur hier kommt im Psalm 119 die Form חֻקׇּה vor, weshalb eine Verschreibung vorliegen und wie an allen anderen Stellen auch חֹק zu lesen sein könnte, vgl. Apparat der BHS.&amp;lt;/ref&amp;gt; machen mich glücklich. &lt;br /&gt;
Ich will dein Wort nicht vergessen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ג{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Gimel&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Tue deinem Knecht Gutes. Ich werde leben und dein Wort halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Öffne meine Augen, und ich schaue &lt;br /&gt;
die Wunder aus deinen Weisungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich bin ein Fremder auf der Erde. &lt;br /&gt;
Verbirg deine Gebote nicht vor mir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Meine Seele vergeht vor Begehren &lt;br /&gt;
nach deinen Rechtssprüchen zu jeder Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Du hast bedroht die gottvergessenen Verfluchten, &lt;br /&gt;
die abgeirrt sind von deinen Geboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Wälze von mir ab Schmähung und Spott, &lt;br /&gt;
wenn ich deine Anordnungen einhalte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Auch sitzen die Mächtigen zusammen und lästern über mich. &lt;br /&gt;
Dein Knecht sinnt nach über deine Befehle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Vielmehr sind deine Befehle mein Glück (mein Ergötzen), meine Ratgeber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ד{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Dalet&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|25}} Meine Seele richtet sich auf Nichtiges&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: hängt am Staub&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Erhalte mich am Leben gemäß deinem Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Von meinem Schicksal&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: meine Wege&amp;lt;/ref&amp;gt; habe ich erzählt, und du antwortetest mir&amp;lt;ref&amp;gt;erhörtest mich, Imperfekt cons.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Lehre mich deine Befehle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Bringe mir den Weg deiner Anweisungen zur Einsicht, &lt;br /&gt;
und ich will deinen Wundertaten nachsinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Meine Seele ist schlaflos vor Kummer. &lt;br /&gt;
Richte mich auf nach deinem Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Halte fern von mir den Weg der Lüge, &lt;br /&gt;
sondern bedenke mich gnädig mit deiner Weisung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Den Weg deiner Treue habe ich erwählt. &lt;br /&gt;
Deine Rechtssatzungen [vor mich] hingelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Ich halte fest an deinen Geboten, &lt;br /&gt;
JHWH. Lass mich nicht zuschanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Den Weg deiner Gebote will ich laufen, &lt;br /&gt;
denn du machst mein Herz weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ה{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}He&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|33}} Zeige mir (lehre mich), JHWH, den Weg deiner Bestimmungen, und ich will sie halten bis zuletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} Lehre mich, und ich will deinen Weisungen folgen, und ich will sie mit ganzem Herzen halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} Lass mich gehen (lass mich betreten) den Weg deiner Gebote, &lt;br /&gt;
denn ich habe Gefallen an ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} Leite mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht zum Gewinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} Halte meine Augen ab vom Sehen des Nichtigen. &lt;br /&gt;
Auf deinem Weg lass mich leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} Halte dein Wort deinem Knecht gegenüber, &lt;br /&gt;
das [denen gilt], die dich fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|39}} Halte mich fern von meiner Schande, vor der ich mich fürchte, &lt;br /&gt;
denn deine Gebote (Rechtssprüche) sind gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|40}} Siehe, ich sehne mich nach deinen Befehlen. &lt;br /&gt;
Durch deine Gerechtigkeit lass mich leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ו{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Waw&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Über mich mögen kommen deine Gnadenerweise, JHWH; &lt;br /&gt;
deine Hilfe, wie dein Wort [sagt].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|42}} Ich will dem, der mich schmäht, ein Wort entgegnen, &lt;br /&gt;
denn ich vertraue auf dein Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und entziehe meinem Mund nicht gänzlich das Wort der Wahrheit, &lt;br /&gt;
denn ich warte auf deine Gebote (Rechtssprüche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und ich will deine Weisung dauernd beachten (befolgen), für immer und ewig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und ich will umherziehen in die Weite, &lt;br /&gt;
denn ich suche deine Anweisungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und ich will sprechen von deinen Geboten vor Königen, und ich werde mich nicht schämen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|47}} Und ich bin beglückt von deinen Geboten, die ich liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und ich hebe meine Hände zu deinen Geboten, die ich liebe, und befasse mich mit deinen Vorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ז{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Zajin&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|49}} Vergiss nicht&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: Erinnere dich an.&amp;lt;/ref&amp;gt; das Wort für deinen Knecht, &lt;br /&gt;
auf das du mich hast hoffen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|50}} Dies ist mein Trost in meinem Leiden, &lt;br /&gt;
dass dein Wort mich wiederbelebt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|51}} Die Gottvergessenen haben mir über die Maßen Gewalt angetan. &lt;br /&gt;
[Aber] von deiner Weisung bin ich nicht abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|52}} Ich habe deiner altehrwürdigen Rechtssprüche&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Rechtssprüche von Anbeginn.&amp;lt;/ref&amp;gt; gedacht, &lt;br /&gt;
JHWH, und lasse mich trösten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|53}} Zornesglut ergreift mich wegen der Gottlosen, &lt;br /&gt;
die deine Weisung verlassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|54}} Deine Ordnungen sind mir ein Gesang &lt;br /&gt;
im Haus meines Asyls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|55}} Ich dachte in der Nacht an deinen Namen, JHWH, &lt;br /&gt;
und ich will mich an deine Weisungen halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|56}} Diese sind mein&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: für mich geworden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
weil ich deine Ordnungen eingehalten habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ח{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Chet&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|57}} JHWH ist mein Anteil. Ich versprach, deine Worte einzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|58}} Ich habe dich mit Hingabe&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: mit ganzem Herzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; besänftigt. &lt;br /&gt;
Sei mir gnädig, wie dein Wort [sagt].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|59}} Ich  habe meine Wege bedacht &lt;br /&gt;
und führe meine Füße zurück zu deinen Geboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|60}} Ich eilte und säumte nicht, &lt;br /&gt;
deine Gebote zu befolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|61}} Stricke der Übeltäter haben mich umgeben, &lt;br /&gt;
[aber] deine Weisung habe ich nicht vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|62}} [Um] Mitternacht stehe ich auf um dich zu preisen &lt;br /&gt;
wegen der Rechtssprüche deiner Gerechtigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|63}} Ich bin ein Freund aller, die dich fürchten &lt;br /&gt;
und die deine Anordnungen befolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|64}} Deine Güte, JHWH, füllt die Erde. Lehre mich deine Ordnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ט{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Thet&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|65}} Du hast es gut gemacht mit deinem Knecht, &lt;br /&gt;
JHWH, wie dein Wort [es sagt].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|66}} Lehre mich das Beste&amp;lt;ref&amp;gt;Evtl. zu streichen, da aus Vers 65 übernommen? Vgl. Apparat.&amp;lt;/ref&amp;gt; [an] Verständnis und Begreifen (Wissen, Erkenntnis), &lt;br /&gt;
denn ich vertraue auf deine Gebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|67}} Bevor ich gebeugt wurde, irrte ich. &lt;br /&gt;
Aber jetzt halte ich dein Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|68}} Du bist gut und du handelst gut. Lehre mich deine Ordnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|69}} Die Gottvergessenen beschmutzen mich, indem sie mir Lügen unterstellen (dichten mir Lügen an). &lt;br /&gt;
Ich [aber] befolge mit ganzem Herzen deine Anweisungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|70}} Gefühllos wie Fett ist ihr Herz. &lt;br /&gt;
Ich [aber] habe an deiner Weisung Geschmack gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|71}} Es hat mir gut getan, dass ich geplagt war, &lt;br /&gt;
damit ich deine Gebote lerne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|72}} Die Weisung deines Mundes tut mir gut, &lt;br /&gt;
mehr als tausend [Schekel] Gold und Silber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}י{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Iod&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|73}} Deine Hände haben mich gemacht und fest hingestellt. &lt;br /&gt;
Gib mir Einsicht, und ich will deine Gebote lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|74}} Die dich fürchten, sehen mich und freuen sich, &lt;br /&gt;
denn ich warte auf dein Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|75}} Ich weiß, JHWH, dass deine Rechtssprüche gerecht sind, &lt;br /&gt;
und [aus] Treue&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist: „Wen Gott liebt, den züchtigt er.“&amp;lt;/ref&amp;gt; hast du mich gebeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|76}} Deine Gnade soll mir zum Trost werden, &lt;br /&gt;
wie dein Wort deinem Knecht gegenüber [sagt].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|77}} Deine Barmherzigkeit wird mit widerfahren (wörtl. kommen), und ich werde leben, &lt;br /&gt;
denn deine Weisung liebkose ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|78}} Die Gottvergessenen sollen sich schämen, weil sie micht mit Lüge fehlleiten, &lt;br /&gt;
ich [aber] bedenke deine Anweisungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|79}} Es sollen (werden) sich mir zuwenden, &lt;br /&gt;
die dich fürchten und die deine Gebote erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|80}} Mein Herz soll beständig in deinen Bestimmungen sein, &lt;br /&gt;
damit ich nicht zuschanden werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}כ{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Kaf&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|81}} Meine Seele schmachtet nach deiner Hilfe. &lt;br /&gt;
Auf dein Wort habe ich gewartet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|82}} Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Unterscheidung von {{hebr}}דׇבַר{{hebr ende}}, Wort und {{hebr}}אִמְרׇה{{hebr ende}}, Ausspruch vgl. die Diskussionsseite, wo wir, um die beiden Synonyme in der Übersetzung deutlich zu machen, diese Aufteilung vorgenommen haben. Aber hier ist die Übersetzung von {{hebr}}אִמְרׇה{{hebr ende}} mit „Ausspruch“ nicht möglich, weil es etwas Geschriebenes sein muss, weil die Augen sich danach sehnen - also muss es etwas sein, das man lesen kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
und ich sage:&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „folgendermaßen“, {{hebr}}לֵ֝אמֹ֗ר{{hebr ende}}, gewöhnlich nicht übersetzte Einführung wörtlicher Rede, die im Dt. durch den Doppelpunkt wiedergegeben wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wann tröstest du mich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|83}} Denn ich bin geworden wie ein Schlauch&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist der aus Tierhaut hergestellte Trinkschlauch für Wein (vgl. Mt 9,17) oder Wasser.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Rauch, &lt;br /&gt;
[aber] deine Ordnungen habe ich nicht vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|84}} Wie viele sind deines Knechtes Tage? &lt;br /&gt;
Wann vollziehst du an meinen Verfolgern das Gericht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|85}} Die Vermessenen haben mir Gruben gegraben, &lt;br /&gt;
[sie], die nicht gemäß deiner Weisung [handeln].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|86}} Alle deine Gebote [sind] Wahrhaftigkeit (Treue). &lt;br /&gt;
Sie verfolgen mich [mit] Lüge. Hilf mir!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|87}} Beinahe hätten sie mich vertilgt von der Erde, &lt;br /&gt;
aber ich verlasse deine Ordnungen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|88}} Lass mich leben gemäß deiner Gnade, &lt;br /&gt;
und ich will die Mahnungen deines Mundes halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ל{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Lamed&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|89}} Für immer [ist] JHWH. &lt;br /&gt;
Dein Wort besteht im Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|90}} Von Generation zu Generation [gilt] deine Treue. &lt;br /&gt;
Du hast [die] Erde gegründet, und sie hat Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|91}} Wegen deiner Rechtsbestimmungen bestehen sie&amp;lt;ref&amp;gt;Was ist das Bezugswort? Sind es die Generationen aus dem vorigen Vers?&amp;lt;/ref&amp;gt; jetzt (heute), &lt;br /&gt;
denn alles dient dir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|92}} Wenn nicht deine Weisung meine Wonne [gewesen wäre], &lt;br /&gt;
dann [wäre] ich in meinem Elend zugrundegegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|93}} In Ewigkeit werde ich deine Anordnungen nicht vergessen, &lt;br /&gt;
denn durch sie hältst du mich am Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|94}} Ich bin dein, rette mich! &lt;br /&gt;
Denn deine Anordnungen suche ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|95}} Mir lauern Gottlose auf, um mich zugrunde zu richten. &lt;br /&gt;
[Aber] deinen Mahnungen wende ich mich aufmerksam zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|96}} Für alles Vollkommene sehe ich eine Grenze (ein Ende), &lt;br /&gt;
deine Gebote [aber] sind unendlich&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sehr weitreichend.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}מ{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Mem&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|97}} Wie liebe ich deine Weisung! &lt;br /&gt;
Den ganzen Tag hat sie meine volle Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|98}} Dein Gebot macht mich weiser als meine Feinde,&amp;lt;ref&amp;gt;Die Form מִצְוֹתֶ֑ךָ ist Plural. Die Verbform im Text ist entweder 3.f.Sg. = es (dein Gebot) macht mich weise, oder 2.m.Sg. = du machst mich weise. Die Septuaginta liest den Singular: Gebot; in der zweiten Vershälfte bezieht sich das Personalpronomen 3.f Sg. auf das Gebot, sodass man wohl mit der Septuaginta den Singular lesen muss&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
denn auf ewig ist es meins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|99}} Ich verstehe mehr als alle meine Lehrer, &lt;br /&gt;
denn deine Mahnungen sind in meinem Fokus (haben meine volle Aufmerksamkeit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|100}} Ich verstehe mehr als die Ältesten&amp;lt;ref&amp;gt;Die in der Gemeinde Vorbilder sind, was das Befolgen der Gebote angeht.&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
wenn ich deine Befehle einhalte (denn ich halte deine Befehle ein).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|101}} Ich halte meinen Fuß von jedem bösen Weg fern, &lt;br /&gt;
damit ich dein Wort bewahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|102}} Ich weiche nicht ab von deinen Rechtssatzungen, &lt;br /&gt;
denn du [selbst] unterweist mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|103}} Wie zart sind deine Worte meinem Gaumen! Mehr als Honig meinem Mund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|104}} Von deinen Anweisungen werde ich verständig, &lt;br /&gt;
darum hasse ich jeden Lügenweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}נ{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Nun&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|105}} Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort &lt;br /&gt;
und ein Licht für meinen Pfad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|106}} Ich habe geschworen und will bekräftigen, &lt;br /&gt;
deine gerechten Rechtsbestimmungen (die Bestimmungen deiner Gerechtigkeit) zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|107}} Ich bin (werde) sehr gebeugt. &lt;br /&gt;
JHWH, lasse mich leben (erhalten mich am Leben), deinem Wort gemäß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|108}} Mögest du Gefallen haben an den Gaben meines Mundes, JHWH, &lt;br /&gt;
und mich deine Rechtsbestimmungen lehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|109}} Mein Leben ist ständig in meiner&amp;lt;ref&amp;gt;So der masoretische Text. Einige Handschriften lesen die 2.Sg.: in deiner Hand.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hand, &lt;br /&gt;
und deine Weisung habe ich nicht vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|110}} Die Gottvergessenen haben mir ein Klappnetz aufgestellt, &lt;br /&gt;
aber von deinen Anweisungen irre ich nicht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|111}} Ich habe deine Gebote für immer als Besitz erhalten,&amp;lt;ref&amp;gt;Im Apparat: Statt des Verbes „als Besitz erhalten“ soll das Nomen „Erbteil“ gelesen werden, also: Mein Erbteil sind deine Gebote für immer. Der Konsonantenbestand ist gleich, nur die Vokalisierung unterscheidet sich.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
denn meines Herzens Freude sind sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|112}} Mein Herz streckt sich aus (strengt sich an), deine Bestimmungen zu befolgen für immer bis zuletzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist wohl: bis zum letzten Atemzug. Statt „Ende, zuletzt“ kann {{hebr}}עֵֽקֶב{{hebr ende}} auch „Lohn“ bedeuten. Dann lautet der Satz: Der Lohn ist ewig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ס{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Samech&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|113}} Ich hasse die Zweifler, &lt;br /&gt;
aber deine Weisung liebe ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|114}} Mein Schutz und mein Schild [bist] du. &lt;br /&gt;
Ich warte (harre) auf dein Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|115}} Geht weg von mir, ihr Missetäter! &lt;br /&gt;
Und ich will einhalten die Gebote meines Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|116}} Unterstütze mich, deinem Wort gemäß, dann werde ich leben, &lt;br /&gt;
und lass mich nicht zuschanden werden an meiner Hoffnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|117}} Hilf mir, und ich bin gerettet, &lt;br /&gt;
und ich will immerfort [vertrauensvoll] auf deine Ordnungen blicken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|118}} Du verachtest alle, die abirren von deinen Bestimmungen, &lt;br /&gt;
denn ihr Trug &amp;lt;ref&amp;gt;Buber/Rosenzweig: Ihre Trugkunst. Die Septuaginta liest „ihre Vorhaben sind Lüge“, weshalb die Wörterbücher und Kraus, BK XV/2, vorschlagen, hier {{hebr}}תַּרְמִתֶם{{hebr ende}} zu lesen.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Lüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|119}} Du schaffst weg [als] Schlacken alle Gottlosen der Erde, &lt;br /&gt;
darum liebe ich deine Mahnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|120}} Mein Fleisch schaudert vor deinem Schrecken, &lt;br /&gt;
und vor deinen Rechtsordnungen fürchte ich mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ע{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Ajin&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|121}} Ich übe&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: tue.&amp;lt;/ref&amp;gt; Recht und Gerechtigkeit. &lt;br /&gt;
Überlasse mich nicht meinen Bedrückern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|122}} Tritt für deinen Knecht ein zum Guten. &lt;br /&gt;
Die Gottvergessenen sollen mich nicht bedrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|123}} Meine Augen schmachten nach deiner Hilfe &lt;br /&gt;
und nach deinem Gerechtigkeitsspruch (nach dem Ausspruch deiner Gerechtigkeit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|124}} Handle an deinem Knecht nach deiner Barmherzigkeit, und deine Bestimmungen lehre mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|125}} Dein Knecht bin ich, belehre mich; &lt;br /&gt;
dann kenne ich deine Mahnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|126}} Es ist Zeit, für JHWH zu handeln: &lt;br /&gt;
Sie brechen deine Weisung!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|127}} Deswegen liebe ich deine Gebote mehr als Gold &lt;br /&gt;
und mehr als Feingold (gediegenes Gold).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|128}} Deswegen befolge ich&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: gehe ich geradeaus.&amp;lt;/ref&amp;gt; alle Gebote insgesamt; &lt;br /&gt;
alle Pfade der Lüge hasse ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}פ{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Pe&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|129}} Deine Mahnungen sind etwas Wunderbares (Wunder), &lt;br /&gt;
deshalb bewahrt meine Seele sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|130}} Die Offenbarung deines Wortes leuchtet. Sie macht Einfältige verständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|131}} Ich reiße meinen Mund auf und lechze, &lt;br /&gt;
denn ich habe Verlangen nach deinen Geboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|132}} Wende dich zu mir und erbarme dich meiner &lt;br /&gt;
gemäß dem Rechtsspruch&amp;lt;ref&amp;gt;Kann man {{hebr}}משפט{{hebr ende}} hier mit „Anspruch“ wiedergeben?, so Kraus, BK XV,2, Buber, Basisbibel.&amp;lt;/ref&amp;gt; für die, die deinen Namen lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|133}} Richte meinen Schritt durch deine Aussprüche, &lt;br /&gt;
und lass keine Sünde über mich herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|134}} Befreie mich von menschlicher Bedrückung, &lt;br /&gt;
dann will ich deine Anweisungen befolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|135}} Lass leuchten dein Angesicht über deinem Knecht &lt;br /&gt;
und lehre mich deine Vorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|136}} Meine Augen weinen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: fließen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wasserbäche &lt;br /&gt;
über die, die deine Weisung nicht einhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}צ{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Tzade&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|137}} Du bist gerecht, JHWH, &lt;br /&gt;
und dein Rechtsspruch ist richtig (gerade).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|138}} Du hast gerecht Mahnungen geboten&lt;br /&gt;
und sehr zuverlässig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|139}} Meine Leidenschaft verzehrt mich, &lt;br /&gt;
weil meine Bedränger (Feinde) deine Worte vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|140}} Dein Ausspruch ist sehr geläutert&amp;lt;ref&amp;gt;„Läutern“, Fachbegriff der Metallurgie: Reinigen eines Edelmetalls durch Aufschmelzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; , und dein Knecht liebt ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|141}} Ich bin klein und werde verachtet, &lt;br /&gt;
aber deine Anweisungen vergesse ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|142}} Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, &lt;br /&gt;
und deine Weisung ist zuverlässig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|143}} Angst und Bedrängnis haben mich getroffen, &lt;br /&gt;
deine Gebote sind meine Wonne.&amp;lt;ref&amp;gt;Kann man evtl. übersetzen: Wenn Angst und Bedrängnis mich treffen, sind deine Gebote meine Wonne?&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|144}} Deine Mahnungen sind gerecht in Ewigkeit. Belehre mich, und ich werde leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ק{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Qof&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|145}} Ich rufe mit meinem ganzen Herzen. Antworte mir, JHWH, dann will ich deine Bestimmungen einhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|146}} Ich rufe zu dir. Hilf mir! &lt;br /&gt;
Und ich werde deine Mahnungen befolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|147}} Früh in der Morgendämerung rufe ich um Hilfe. &lt;br /&gt;
Ich warte auf dein Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|148}} Meine Augen begegnen der Nachtwache, &lt;br /&gt;
[während] sie über deinen Ausspruch nachsinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|149}} Höre meine Stimme, gütiger JHWH.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: nach deiner Güte, JHWH.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Lass mich leben deinem Rechtsspruch gemäß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|150}} Die der Schandtat folgen, nähern sich feindlich &lt;br /&gt;
und entfernen sich von deiner Weisung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|151}} Nah bist du, JHWH, &lt;br /&gt;
und alle deine Gebote sind wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|152}} Immer schon (seit je) erkenne ich an deinen Geboten, &lt;br /&gt;
dass du sie für die Ewigkeit gegründet (festgelegt) hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ר{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Resch&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|153}} Sieh mein Elend und rette mich, &lt;br /&gt;
denn deine Weisung habe ich nicht vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|154}} Führe meinen Rechtsstreit und befreie mich. &lt;br /&gt;
Von deinem Ausspruch lass mich leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|155}} Fern von den Überltätern ist die Hilfe, &lt;br /&gt;
denn deine Bestimmungen suchen sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|156}} Dein Mitleid ist groß, JHWH. &lt;br /&gt;
Gemäß deinen Rechtsbestimmungen lass mich leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|157}} Zahlreich sind meine Verfolger und Bedränger. &lt;br /&gt;
[Aber] von deinen Mahnungen wende ich mich nicht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|158}} Ich sehe die treulos Handelnden, und es graust mich, &lt;br /&gt;
dass sie deinem Ausspruch nicht gehorchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|159}} Sieh, wie ich deine Anweisungen liebe, &lt;br /&gt;
JHWH! Gemäß deiner Gnade lass mich leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|160}} Die Summe (Essenz, Hauptsache) deines Wortes ist Wahrheit, &lt;br /&gt;
und ewig [währt] jeder Rechtsspruch deiner Gerechtigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ש{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Sin/ Schin&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|161}} Beamte (Fürsten) verfolgen mich ohne Ursache, &lt;br /&gt;
aber nur vor deinem Wort fürchtet sich mein Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|162}} Ich freue mich über deinen Ausspruch, &lt;br /&gt;
wie wenn ich viel Beute mache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|163}} Die Lüge hasse und verabscheue ich, &lt;br /&gt;
deine Weisung aber liebe ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|164}} Sieben Mal am Tag preise ich dich &lt;br /&gt;
für die Rechtssprüche deiner Gerechtigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|165}} Viel Friede denen, die deine Weisungen lieben; &lt;br /&gt;
für sie gibt es kein Hindernis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|166}} Ich hoffe auf deine Rettung, JHWH, &lt;br /&gt;
und tue deine Gebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|167}} Meine Seele hält sich an deine Mahnung, &lt;br /&gt;
und liebt sie sehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|168}} Ich befolge deine Anweisungen und deine Mahnungen, &lt;br /&gt;
denn alle meine Wege sind vor dir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{KeinExport}}{{hebr}}ת{{hebr ende}} - {{KeinExport_Ende}}Taw&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|169}} Meine Klage möge dir nahe gehen, JHWH. &lt;br /&gt;
Gemäß deinem Wort belehre mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|170}} Mein Flehen möge vor dich kommen. &lt;br /&gt;
Gemäß deinem Ausspruch rette mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|171}} Meine Lippen sollen Lobgesang hervorsprudeln lassen, &lt;br /&gt;
denn du lehrst mich deine Vorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|172}} Eine Antwort geben soll meine Zunge deinem Ausspruch, &lt;br /&gt;
denn alle deine Gebote sind gerecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|173}} Deine Hand unterstütze mich,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: sei mir zur Unterstützung.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
denn deine Anweisungen habe ich erwählt (mir ausgesucht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|174}} Ich sehne mich nach deiner Hilfe, JHWH, &lt;br /&gt;
und an deiner Weisung habe ich meine Wonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|175}} Meine Seele soll leben und dich preisen, &lt;br /&gt;
und deine Rechtssprüche sollen mir helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|176}} Ich irrte umher wie ein verlorenes Schaf. Suche deinen Knecht, &lt;br /&gt;
denn deine Gebote vergesse ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psalm 119 ist eine Mischung aus „Torah-Psalm“ und „Klagepsalm eines Einzelnen“: Den ganzen Psalm hindurch wird entweder der Wert des göttlichen Gesetzes (der „Torah“) gepriesen oder der Psalmist klagt über sein Leid.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Besonders bemerkenswert an Ps 119 ist aber seine Form. (1) Psalm 119 nämlich ist allem voran ein alphabetischer Psalm; jeweils 8 Verse beginnen mit dem selben Buchstaben des Hebräischen Alefbets. In einer deutschen Version würde also entsprechend Vers 1-8 jeweils das erste Wort des Verses mit „A“ beginnen, in Vers 9-16 jeweils das erste Wort mit „B“ und so weiter (die Buchstaben des hebräischen Alphabets sind über den einzelnen Abschnitten angegeben). Ähnliche, aber viel kürzere Exemplare dieser Gattung finden sich in [[Psalm 9 |Ps 9-10]]; [[Psalm 25 |25]]; [[Psalm 34 |34]]; [[Psalm 37 |37]]; [[Psalm 111 |111]]; [[Psalm 112 |112]]; [[Psalm 145 |145]]; [[Sprichwörter 31#s10 |Spr 31,10-31]]; [[Jesus Sirach 51#s13 |Sir 51,13-30]]; [[Klagelieder 1|Klg 1-4]]; [[Nahum 1 |Nah 1]].&amp;lt;br /&amp;gt;Neben dieser auffälligsten Eigenart hat der Ps 119 noch einige weitere auffällige Eigenschaften: (2) Entsprechend den jeweils achtversigen Strophen sind es hauptsächlich auch acht verschiedene Begriffe, die für die Torah verwendet werden, nämlich&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;`imrah&#039;&#039; („Wort“, 19x)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;dabar&#039;&#039; („Wort“, 22x)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;choq&#039;&#039; („Bestimmung, Regel, Vorschrift“, 22x)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;mitswah&#039;&#039; („Gebot“, 22x)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;mischpat&#039;&#039; („Rechtsspruch, Rechtsbestimmung“, 23x)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;´edut&#039;&#039; („Mahnung“, 23x)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;piqqudim&#039;&#039; („Anweisungen“, 21x)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;torah&#039;&#039; („Weisung“, 25x)&lt;br /&gt;
Üblicherweise kommt in jedem Vers / jeder Doppelzeile genau einer dieser Begriffe vor, in vier Versen aber fehlt ein solcher und in fünf stehen zwei davon. Und man kann eine Art ideales Schema annehmen, nach dem in jeder Strophe alle acht dieser Begriffe je nur ein Mal verwendet werden, tatsächlich ist dieses Schema ganz streng aber nur in acht der 22 Strophen durchgehalten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Der Psalm wirkt wegen vieler Wiederholungen aus heutiger Sicht ziemlich redundant. Zur rechten Würdigung des Psalms muss man allerdings wissen, dass eine ganze Reihe dieser Wiederholungen sicher gewollt sind: Zwei literarische Techniken der biblischen Dichtung nämlich sind (3a) Leitwörter und (3b) die Concatenatio („Verkettung“). „Leitwörter“ sind eine Art themengebende Wörter, die in einem Abschnitt mehrfach wiederholt werden und so die Aussage dieses Abschnitts unterstreichen. In Strophe 1 z.B. wird daher in Vv. 1.2 das Wort &#039;&#039;`aschre&#039;&#039; („gesegnet“) wiederholt, in Vv. 1.3.5 das Wort &#039;&#039;derek&#039;&#039; („Weg“), in Vv. 1.3. das Wort &#039;&#039;halak&#039;&#039; („gehen“) und in Vv. 4.5.8 das Wort &#039;&#039;schamar&#039;&#039; („bewachen, bewahren“; zum Phänomen vgl. Nodder 2005, S. 329-332). Und „Concatenatio“ ist eine bisher noch nicht sehr gut beforschte Technik, mehrere Abschnitte/Strophen miteinander zu verbinden, indem das selbe Wort oder die selbe Phrase in beiden Abschnitten/Strophen verwendet wird – hier etwa durch &#039;&#039;leb&#039;&#039; („Herz“) in Strophe 1 und 2 und Strophe 4 und 5, &#039;&#039;charap&#039;&#039; („Hohn“) in Strophe 5 und 6, &#039;&#039;lamad&#039;&#039; („lernen“) in Strophe 9 und 10 und so weiter (dazu vgl. z.B. Whybray 1997; Reynolds 2010, S. 20).&amp;lt;br /&amp;gt;Daneben finden sich in Ps 119 noch eine ganze Reihe weiterer literarischer Techniken, auf die in den Fußnoten hingewiesen wird – Ps 119 insgesamt war also offenbar eine große Spielwiese eines hebräischen Sprachvirtuosen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_77&amp;diff=30974</id>
		<title>Psalm 77</title>
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		<updated>2021-06-02T19:27:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Für den [Chor]Leiter, nach Jedutun&amp;lt;ref&amp;gt;Im masoretischen Text steht {{hebr}}יְדִיתוּן{{hebr ende}}, zu lesen ist {{hebr}}יְדוּתוּן{{hebr ende}}. Handelt es sich um einen musikalischen Fachbegriff, der sich nicht mehr rekonstuieren lässt (so K-B 364), oder um den Eigennamen des Musikmeisters Davids, Jedutun, der Neh 11,7; 1Chr 9,16 u.ö. erwähnt wird (so Ges. 440 und Kraus, BK XV,1, S. XXVII)? Kraus schlägt a.a.O. vor, „nach Jedutun“ = „nach der Weise des Musizierens Jedutuns“ zu übersetzen. König David hat um 1.000 v.Chr. gelebt. Die Hinweise auf seinen Musikmeister stammen aus Schriften, die wenigstens 500 Jahre jünger sind. Mir erscheint es zweifelhaft, dass man sich nach 500 Jahren noch daran erinnern kann, wie eine*r musiziert hat - zumal, wenn es dazu keine weiteren schriftlichen Belege gibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, für Asaf, ein Psalm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Mein Ruf (Schrei) [erschallt] zu Gott, und ich schreie (rufe) um Hilfe.&amp;lt;ref&amp;gt;Waw-Perfekt zeigt ein Konditionalgefüge an; man könnte auch übersetzen: denn ich schreie um Hilfe.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mein Ruf (Schrei) [erschallt] zu Gott, dass er auf mich höre.&amp;lt;ref&amp;gt;Waw-Perfekt zeigt ein Konditionalgefüge an; man könnte auch übersetzen: denn er hört auf mich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Am Tag meiner Not (Bedrängnis) suchte ich meinen Herrn.&lt;br /&gt;
Meine Hand war [in] der Nacht ausgestreckt und erschlaffte nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Die ausgestreckte Hand ist die Gebetshaltung, vgl. Psalm 143,6. Zum nicht Erschlaffen vgl. Ex 17,11-12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Meine Seele (mein Innerstes, ich) weigerte sich, sich trösten zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Ich denke an Gott und bin unruhig.&amp;lt;ref&amp;gt;Waw-Perfekt, man könnte übersetzen: Ich denke an Gott, denn ich bin unruhig, oder: Wenn ich an Gott denke, bin/werde ich unruhig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich denke nach, und mein Geist fühlt sich schwach.&lt;br /&gt;
{Sela (Pause).}&amp;lt;ref name=&amp;quot;sela&amp;quot;&amp;gt;Die Bedeutung des Wortes ist unklar. Vielleicht kennzeichnet es ein Zwischenspiel oder eine Gebetspause.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Du hast meine Augenlider festgehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Umschreibung für Schlaflosigkeit.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich werde umgetrieben, aber ich will (werde) nicht sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Ich bedenke Tage von früher her (Tage von Urbeginn&amp;lt;ref&amp;gt;So Hossfeld/Zenger 2000, HThKAT&amp;lt;/ref&amp;gt;),&lt;br /&gt;
lange zurück liegende Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Ich erinnere mich des Nachts bei meinem Saitenspiel&amp;lt;ref&amp;gt;Kraus, BK XV,2, S. 530 übersetzt „Mein Saitenspiel ist in der Nacht in meinem Herzen“ und kommentiert: „Der Text ist zweifellos beschädigt“. Darum liest er mit der Septuaginta {{hebr}}וְהָגיִתיִ{{hebr ende}}, „murmelnd bedenken“ (vgl. Vers 13). Meiner Erfahrung nach kann man beim „Klimpern“ auf einem Instrument sehr gut nachdenken oder sich erinnern. Ich würde auch nicht, wie Kraus es will, den Satz umstellen, sondern {{hebr}}עִם־לְבָבִ֥י{{hebr ende}} zu {{hebr}}אָשִׂ֑יחָה{{hebr ende}} ziehen, vgl. Übersetzung. Hossfeld/Zenger 2000, HThKAT, übersetzen: „Ich will denken an mein Saitenspiel, in der Nacht in meinem Herzen. Ich will nachsinnen, so daß mein Geist grübelt.“)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Ich will an mein Saitenspiel denken nachts mit meinem Herzen),&lt;br /&gt;
mit meinem Herzen rede ich,&lt;br /&gt;
und mein Geist forscht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Wird mein Herr ewig verstoßen&lt;br /&gt;
und keine Zuneigung mehr zeigen?&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Nicht mehr fortfahren, Zuneigung zu zeigen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ist sein Mitgefühl (Erbarmen) für immer erloschen (zu Ende),&lt;br /&gt;
sein Ausspruch für immer verstummt (zu Ende sein Ausspruch von Generation zu Generation)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Hat Gott vergessen, gnädig zu sein,&lt;br /&gt;
oder im Zorn sein Mitgefühl verschlossen?&lt;br /&gt;
{Sela (Pause).}&amp;lt;ref name=&amp;quot;sela&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Ich aber spreche: Es macht mich krank,&lt;br /&gt;
dass sich die Rechte des Höchsten ändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Ich will mich erinnern&amp;lt;ref&amp;gt;Im masoretischen Text steht {{hebr}}אַזְכִּיר{{hebr ende}}, zu lesen ist {{hebr}}אֶזְכוֹר{{hebr ende}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; an die Taten JHs,&amp;lt;ref&amp;gt;Hier steht die Kurzform des Tetragramms, {{hebr}}יׇהּ{{hebr ende}}, statt {{hebr}}יְהוָה{{hebr ende}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ja (wahrhaftig), ich will mich erinnern an deine früheren Wunder!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und ich bedenke murmelnd (bespreche mich über)&amp;lt;ref&amp;gt;Das „murmelnde Bedenken“ ist das leise Mitsprechen eines Textes, den man liest, vgl. Psalm 1,2b. Man könnte vielleicht auch an ein Memorieren denken, dann wäre eine Übersetzungsmöglichlkeit: Ich zähle in Gedanken auf. Hossfeld/Zenger 2000, HThKAT, haben „ich bespreche mich über“.&amp;lt;/ref&amp;gt; alle deine Taten,&lt;br /&gt;
und auf deine Handlungen will ich mich besinnen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|14}} Gott, dein Weg [besteht] in Heiligkeit (ist heilig).&lt;br /&gt;
Welche Gottheit [ist] groß wie Gott?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Du [bist] die Gottheit, die Wunder tut.&lt;br /&gt;
Du hast deine Macht unter den Völkern bewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Wissen lassen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Erlöst hast du mit Macht dein Volk,&lt;br /&gt;
die Kinder&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Söhne.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jakobs und Josefs.&lt;br /&gt;
{Sela (Pause).}&amp;lt;ref name=&amp;quot;sela&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Dich sahen Gewässer, Gott.&lt;br /&gt;
Dich sahen Gewässer, sie bebten (zitterten),&lt;br /&gt;
sogar die Urflut erbebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Wolken entluden donnernd&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb {{hebr}}זרם{{hebr ende}} bedeutet „gewaltig krachen“, wörtlich: Wasserwolken krachten gewaltig. Gedacht ist an ein Gewitter.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wasser,&lt;br /&gt;
Wolken krachten&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Krach machten Wolken.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sogar deine Blitze schwirrten umher.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Pfeile gingen hin und her. Gemeint sind die Blitze.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Der Krach deines Donners rollte umher,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Der Krach deines Donners durch das Rad - steht im Hintergrund die Vorstellung eines auf einem Wagen herumfahrenden Donnergottes?&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blitze erleuchteten das Festland,&lt;br /&gt;
die Erde erbebte und wurde erschüttert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Durchs Meer [führte] dein Weg,&lt;br /&gt;
und dein Pfad durch große Wasser,&lt;br /&gt;
aber deine Fußspuren waren nicht zu finden (wurden nicht erkannt).&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Waren nicht bekannt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|21}} Du hast dein Volk geführt wie eine Herde&lt;br /&gt;
durch Moses und Aarons Hand.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
Psalm 77 ist ein Gebet über die Beziehung von Gott und Israel.&amp;lt;ref&amp;gt;Hossfeld/Zenger 2000, HThKAT, S. 404&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Beter beschreibt seinen verzweifelten Hilferuf an Gott (V. 2–4) und schildert seine Schlaflosigkeit und Unruhe (V. 5–7). Verzweifelt fragt er nach Gottes Verwerfung und ob Gottes Güte zu Ende ist (V. 8–10). Er denkt über Gottes vergangene Wunder (V. 11–14) nach und über Gottes Heiligkeit und Größe (V. 14–16 und 17–19) und erinnert an Gottes befreiendes Handeln an seinem Volk (V. 16 und 20–21). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_58&amp;diff=30973</id>
		<title>Jesaja 58</title>
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		<updated>2021-06-02T19:26:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Rufe aus [vollem] Hals&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[voller] Hals&#039;&#039; - Wörtlich: mit der Kehle.&amp;lt;/ref&amp;gt;, halte nicht zurück;&lt;br /&gt;
_Wie den Schofar&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schofar&#039;&#039; - Horn eines Schafwidders. „Der Schofar wird nach in Tora und Talmud festgelegten Mitzwot geblasen. Unter anderem zum Morgengebet beim jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana ebenso am Ende des Versöhnungstages Jom Kippur sind genaue Anweisungen bezüglich der Tonfolge und Blasweise festgelegt.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schofar).&amp;lt;/ref&amp;gt; erhebe deine Stimme&lt;br /&gt;
Und teile meinem Volk seine Auflehnungen&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist: gegen JHWH und seine Gebote.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit&lt;br /&gt;
_Und dem Haus Jakobs&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Haus Jakob&#039;&#039; - häufiger Wechselbegriff für Israel, da das israelitische Volk nach der Bibel von Jakob abstammt. „Haus“ meint eigentlich die Kernfamilie; im Ausdruck „Haus Jakob“ wird &#039;&#039;ganz Israel&#039;&#039; wie &#039;&#039;eine&#039;&#039; Familie dargestellt.&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Sünden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Mich suchen sie Tag um Tag (täglich)&lt;br /&gt;
_Und wollen meine Absichten wissen,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Kenntnis meiner Wege.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als ob sie ein Volk wären&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Wie ein Volk, das … &amp;lt;/ref&amp;gt;, das Gerechtigkeit übt (recht handelt)&lt;br /&gt;
_Und den Rechtsentscheid (das Gesetz) seines Gottes nicht verwirft.&lt;br /&gt;
Sie fordern von mir gerechte Rechtsentscheide,&lt;br /&gt;
_Wollen, dass Gott sich nahe:&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Die Annäherung Gottes, oder: die Nähe Gottes = sich Gott nahen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Warum fasten wir, wenn du es nicht siehst,&lt;br /&gt;
_Kasteien (erniedrigen) uns, aber du willst es nicht bemerken (wahrnehmen)?“&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun (Siehe!), am Tag eures Fastens geht ihr euren Geschäften nach,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: erwerbt ihr euer Geschäft. Klangspiel: &#039;&#039;bejom &#039;&#039;&#039;ș&#039;&#039;&#039;omkem tim&#039;&#039;&#039;ș&#039;&#039;&#039;u-chefe&#039;&#039;&#039;ș&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;, „Am Tag eures &#039;&#039;&#039;F&#039;&#039;&#039;astens ver&#039;&#039;&#039;f&#039;&#039;&#039;olgt ihr Geschä&#039;&#039;&#039;f&#039;&#039;&#039;te!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und alle [schwer] Arbeitenden&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die Septuaginta hat hier τους υποχειριους υμων, eure Untergebenen. Der BHS-Bearbeiter schlägt vor, {{hebr}}עבטיכם{{hebr ende}} zu lesen, eure Pfandschuldner.&amp;lt;/ref&amp;gt; treibt ihr an.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Nun (Siehe!), zu Rechtsstreit und Zank fastet ihr&lt;br /&gt;
_Und um mit frevlerischer Faust zuzuschlagen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Fastet nicht wie [ihr es] jetzt [tut],&lt;br /&gt;
_Um eure Stimme in der Höhe hören zu lassen (damit ihr in der Höhe Gehör findet)!&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} [Oder] soll etwa das ein Fasten sein, das ich erwähle (vorziehe):&lt;br /&gt;
_Ein Tag, [an dem] ein Mensch (seine Seele =) sich kasteit (erniedrigt)?&lt;br /&gt;
Soll man beugen wie ein Schilfrohr sein Haupt &lt;br /&gt;
_Und [im] Sack&amp;lt;ref&amp;gt;Der „&#039;&#039;Sack&#039;&#039;“ ist ein „Leidschurz“, ein am nackten Körper um die Hüften geschlungenes Stück Stoff, das man als Zeichen der Trauer und der Buße anlegt.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [im] Staub [sein Lager] ausbreiten?&lt;br /&gt;
Willst du so etwas ein Fasten nennen&lt;br /&gt;
_Und einen Tag, an dem JHWH Gefallen hat?&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Des Gefallens für JHWH.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} [Ist] nicht [vielmehr] das ein Fasten, das ich erwähle (vorziehe):&lt;br /&gt;
Zu lösen die Fesseln des Unrechts (der Bosheit),&lt;br /&gt;
_Loszumachen die Stricke des Jochs,&lt;br /&gt;
{und} Gehen zu lassen die Misshandelten als Freigelassene&lt;br /&gt;
_Und zu sprengen jedes Joch?&lt;br /&gt;
{{S|7}} [Ist&#039;s] nicht, zu brechen dem Hungrigen dein Brot?&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: „Brichst du etwa nicht dem Hungrigen dein Brot?“ - Infinitiv absolutus, steht hier als Aufforderung und suggeriert eine bejahende Antwort, vgl. Carl Brockelmann, Hebräische Syntax, Neukirchen 1956, S.  54 (§ 54c).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_{Und} die unglücklichen (elenden) Heimatlosen sollst du in dein Haus führen.&lt;br /&gt;
Wenn du einen unbekleidet siehst, (bedecke ihn =) gib ihm etwas zum Anziehen&lt;br /&gt;
_Und entziehe dich nicht (deinem Fleisch =) deinen Angehörigen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Dann wird dein Licht hervorbrechen wie der Morgen&lt;br /&gt;
_Und deine heilende Haut&amp;lt;ref&amp;gt;{{hebr}}אֲרֻכָה{{hebr ende}} bezeichnet die neue Haut, die sich über einer Wunde bildet, s. KBL3, S. 84.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird schnell nachwachsen,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Brockelmann, a.a.O., S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{und} Deine Gerechtigkeit wird vor dir her gehen&lt;br /&gt;
_[Und] die Herrlichkeit JHWHs wird dich heimbringen (sammeln).&lt;br /&gt;
{{S|9}} Dann wirst du rufen und JHWH wird antworten;&lt;br /&gt;
_Du wirst um Hilfe rufen und er wird sagen: „Hier bin ich!“&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn du aus deiner Mitte wegschaffst (entfernst) das Joch,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Der BHS-Bearbeiter schlägt vor, {{hebr}}מטה{{hebr ende}} zu lesen, (Rechts-)Beugung.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Den Stinkefinger&amp;lt;ref&amp;gt;Es geht um eine Schmähgeste, die man mit dem Finger zeigt, wie der gestreckte Mittelfinger. KBL3, S. 80 erwähnt dazu den Codex Hammurabi, Nr. 127: „Gesetzt, ein Mann hat gegen eine Gottesherrin oder die Gattin eines anderen den Finger ausgestreckt, (aber) hat es nicht bewiesen, so wird man selbigen Mann vor die Richter treiben und sein Vorderhaupt(haar) scheren.“ und Nr. 132: „Gesetzt, auf die Gattin eines Mannes ist wegen eines anderen Mannes der Finger ausgestreckt worden, sie ist (aber) nicht ertappt worden, wie sie bei einem anderen Manne schlief, so wird sie für ihren Gatten im Fluss untertauchen.“ (Quelle: http://www.koeblergerhard.de/Fontes/CodexHammurapi_de.htm). Es geht bei dieser Geste also um die Unterstellung des Ehebruchs. Eine Geste mit der selben Absicht ist in Südeuropa verbreitet und gilt als schwere Beleidigung.&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Übel-Reden&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und den Hungrigen dein [eigenes] Verlangen (deine Kehle, dein Brot)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Einige Handschriften haben statt des schwierigen {{hebr}}נַפְשֶׁ֔ךָ{{hebr ende}} („deine Seele, dein Verlangen“ - KBL3, S. 755 übersetzt mit: „dein eigenes Verlangen gewähren“ im Sinne der goldenen Regel Mt 7,12) {{hebr}}לחמך{{hebr ende}}, dein Brot.&amp;lt;/ref&amp;gt; gewährst,&lt;br /&gt;
_Und die Kehle (das Verlangen)&amp;lt;ref&amp;gt;Hebr. &#039;&#039;nefesch&#039;&#039;, das selbe Wort, das in der vorigen Zeile als „dein Verlangen“ übersetzt wurde. Es geht hier nicht um eine Sättigung im Übertragenen Sinn (&#039;&#039;nefesch&#039;&#039; als Bezeichnung desjenigen, was einen Menschen lebendig macht (Gesenius, Wörterbuch z.St., S. 514)), sondern ganz konkret um die Sättigung.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebeugten (Gedrückten) sättigst,&lt;br /&gt;
Dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen (hervorbrechen),&lt;br /&gt;
_Und dein Dunkel wird sein wie der Mittag,&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und JHWH wird [dich] ständig führen&lt;br /&gt;
_Und deine Kehle (Seele, Verlangen) sättigen [selbst] in der Verwüstung&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Verwüstung&#039;&#039; - wörtl.: kahles, verbranntes Gelände = von Menschenhand verursachte Verwüstung, keine natürliche Wüste.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und deinen Körper&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Körper&#039;&#039; - wörtl.: Gebein. „Häufig vertreten die Gebeine, als das Festeste, den ganzen Körper“, Gesenius, Wörterbuch z.St. (S. 611)&amp;lt;/ref&amp;gt; rüstig machen,&lt;br /&gt;
Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten&lt;br /&gt;
_Und wie eine (Quelle der Wasser=) Wasserquelle, deren Wasser nicht (trügen =) versiegen&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und die (ewigen =) uralten Trümmerstätten werden von dir [wieder]aufgebaut werden,&lt;br /&gt;
_Du wirst die (von Geschlecht zu Geschlecht =) altehrwürdigen Fundamente (Grundmauern) [wieder] aufrichten&lt;br /&gt;
Und man wird dich nennen: Vermaurer der Lücken („Lückenschließer“),&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: der die Lücken (Zu-)Mauernde.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Wiederhersteller der Pfade zum Wohnen („Pfadfinder“ zum Wohnen).&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: der die Pfade Zurückbringende zum Bewohnen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Wenn du deinen Fuß am Sabbat davon abhältst (zurückhältst),&lt;br /&gt;
_Deinen Geschäften nachzugehen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: deine Geschäfte zu tun.&amp;lt;/ref&amp;gt; an meinem heiligen Tag,&lt;br /&gt;
Und den Sabbat „Freude“ (Lust, Behagen) nennst,&lt;br /&gt;
_Den geheiligten [Tag] JHWHs „ehrwürdig“,&lt;br /&gt;
Und [wenn] du ihn ehrst, indem du nicht (deine Wege machst =) deiner Gewohnheit nachgehst,&lt;br /&gt;
_Nicht dein Geschäft erzielst und (eine Rede redest =) Reden schwingst,&lt;br /&gt;
{{S|14}} Dann wirst du dich an JHWH laben&lt;br /&gt;
_Und er wird dich steigen lassen auf die Hügel der Erde,&lt;br /&gt;
{und} Er wird dich genießen lassen das Erbteil deines Vaters Jakob,&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. das Land Israel; dieses Land und seine Früchte wird der Angesprochene genießen können.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Denn der Mund JHWHs hat [es] gesagt (hat gesprochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_52&amp;diff=30972</id>
		<title>Jesaja 52</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_52&amp;diff=30972"/>
		<updated>2021-06-02T19:25:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung folgt später}}&lt;br /&gt;
{{Zuverlässige Studienfassung|Vers 13-15}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung|Vers 13-15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Siehe auch: [[Jesaja 53/Persönliche Fassung (Sebastian Walter)]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|13}} „Siehe:&lt;br /&gt;
Mein Getreuer –&lt;br /&gt;
Erfolgreich wird er sein.&lt;br /&gt;
Hoch erhöht.&lt;br /&gt;
Erhaben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|14}} &#039;&#039;– So viele Menschen erstarrten einst&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor Entsetzen über dich –&#039;&#039;&lt;br /&gt;
So entstellt war sein Aussehen&lt;br /&gt;
Unmenschlich&lt;br /&gt;
Und seine Gestalt&lt;br /&gt;
So ungleich einem Menschenkind:&lt;br /&gt;
{{L|15}} Eben so sehr wird er aufschrecken&lt;br /&gt;
So viele Völker&lt;br /&gt;
Und es werden verstummen&lt;br /&gt;
Könige&lt;br /&gt;
Vor&lt;br /&gt;
Ihm.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn&lt;br /&gt;
Was ihnen nicht erzählt worden ist,&lt;br /&gt;
Das werden sie sehen.&lt;br /&gt;
Was sie nicht gehört haben,&lt;br /&gt;
Das werden sie verstehen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}}&lt;br /&gt;
{{S|2}}&lt;br /&gt;
{{S|3}}&lt;br /&gt;
{{S|4}}&lt;br /&gt;
{{S|5}}&lt;br /&gt;
{{S|6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Wie schön (lieblich) [klingen]&amp;lt;ref&amp;gt;Im Nominalsatz ist ein Hilfsverb zu ergänzen, wörtlich: wie schön sind die Füße; aber hier geht es doch wohl nicht um ästhetische Schönheit, sondern um die Freude darüber, dass der Bote kommt: dass man seine Schritte hört, ist schön.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf den Bergen&lt;br /&gt;
die Füße des (Freuden)Boten,&lt;br /&gt;
der&amp;lt;ref&amp;gt;Hier stehen drei Partizipien, wörtlich: Verkünder des Friedens, Bringer des Guten, Verkünder des Heils; sie sind hier relativisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; Frieden verkündet, gute Nachricht bringt,&lt;br /&gt;
der Hilfe (Heil) verkündigt,&lt;br /&gt;
der&amp;lt;ref&amp;gt;Ebenfalls ein Partizip, siehe vorherige Anmerkung.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu Zion spricht:&lt;br /&gt;
dein Gott herrscht als König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Der Ruf (die Stimme) deiner Wächter, sie haben die Stimme erhoben&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. sie rufen laut oder schreien.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Gemeinsam (zusammen, vereint) jubeln sie.&lt;br /&gt;
Denn Auge in Auge sehen sie&amp;lt;ref&amp;gt;„jubeln“ יְרַנֵּ֑נוּ und „sehen“ יִרְא֔וּ stehen beide im Imperfekt. Luther und Neue Zürcher Bibel übersetzen das erste als Perfekt, das zweite als Futur: Rückkehr JHWHs zum Zion wird verstanden als Wiederaufbau des Tempels, der noch aussteht. Auch Jerusalem liegt noch in Trümmern (so der folgende Vers). Aber ist mit der Rückkehr JHWHs zum Zion die Tempelweihe gemeint, bei der Gott in den Tempel einzieht? Die läge noch weit in der Zukunft. Deshalb möchte ich שׁ֥וּב hier als Hinwendung Gottes zum Zion verstehen, nachdem er sich abgewendet hatte, was zur Zerstörung Jerusalems führte.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wie JHWH sich Zion zuwendet (zum Zion zurückkehrt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Brecht in Jubel aus, jauchzt gemeinsam (zusammen, vereint),&lt;br /&gt;
Trümmerhaufen Jerusalems!&lt;br /&gt;
Denn JHWH hat sein Volk getröstet.&lt;br /&gt;
Er hat Jerusalem befreit (erlöst, ausgelöst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} JHWH hat seinen heiligen Arm entblößt&amp;lt;ref&amp;gt;Entspricht unserem „Ärmel hochkrempeln“: Ein Zeichen des Zupackens.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
vor den Augen aller Völker,&lt;br /&gt;
und alle Enden der Erde sehen&lt;br /&gt;
die Hilfe unseres Gottes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} „Siehe ({Siehe})&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Siehe&#039;&#039; übersetzt die hebräischen Fokuspartikel {{hebr}}הִנֵּה{{hebr ende}}, die das Hebräische häufig setzt, wo das Deutsche keine Fokuspartikel setzen würde. Hier ist ihre Funktion wohl nur, den Beginn des Abschnitts Jes 52,13-53,12 zu markieren (vgl. z.B. Gentry 2007, S. 26) und könnte in der LF ohne Bedeutungsverlust ausgespart werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, mein Getreuer (Diener, Knecht, Sklave)&amp;lt;ref&amp;gt;Das hebräische Wort {{Hebr}}עַבְדִּי{{Hebr ende}} kann sowohl Sklaven bezeichnen als auch hochgestellte Persönlichkeiten (etwa im Dienst eines Königs) und Propheten (Gottesdiener). Zur Übersetzung mit „Getreuer“ siehe Schmidt 2013, S. 115.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es gibt zahlreiche verschiedene Thesen zur Person des Dieners/Getreuen. Im Neuen Testament werden Jes 52,13–53,12 auf Jesus Christus bezogen. Andere Deutungen sind: Das jüdische Volk, die kleine Gruppe der Frommen inmitten der Unfrommen, ein konkreter einzelner Mensch, der Messias, Jeremia, Mose. (Vgl. Berlin/Brettler 2004, S. 891)&amp;lt;br/&amp;gt;Für die Interpretation des Textes ist die Festlegung auf eine bestimmte Deutung nicht notwendig (Schmidt 2013, S. 119-120).&amp;lt;/ref&amp;gt; wird Erfolg haben (klug handeln, verständig sein),&lt;br /&gt;
erhöht wird er sein, erhoben und sehr erhaben.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Wie viele Menschen über dich (ihn)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Einige hebräische Handschriften lesen &#039;&#039;ihn&#039;&#039;, andere &#039;&#039;dich&#039;&#039;. Die Lesart &#039;&#039;dich&#039;&#039; ist  besser bezeugt. Da dieser Perspektivwechsel den Text sperriger macht, wurde vermutlich in den übrigen Handschriften zu &#039;&#039;ihm&#039;&#039; geändert (Schmidt 2013, S. 225). Es ist die einzige Stelle in diesem Text, an dem JHWH den Diener anspricht und nicht über ihn redet (Schmidt 2013, S. 225) – sofern man den Personenwechsel nicht als bedeutungslose und unübersetzbare Eigenheit der hebräischen Sprache deutet (Kaiser 1959, S. 85f; North 1964, S. 227; Nyberg 1942, S. 48; [http://en.wikisource.org/wiki/Gesenius%27_Hebrew_Grammar/144 vgl. GKC §144p]).&amp;lt;/ref&amp;gt; entsetzt waren!&lt;br /&gt;
So entstellt im Vergleich zu einem [gewöhnlicher] Mann (Mensch)&amp;lt;ref name=&amp;quot;generisches_maskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; war sein Aussehen,&lt;br /&gt;
seine Gestalt im Vergleich zu einem Menschenkind (einem Sohn&amp;lt;ref name=&amp;quot;generisches_maskulinum&amp;quot; /&amp;gt; eines Menschen).&amp;lt;ref&amp;gt;Vers 14bc wird in der wissenschaftlichen Literatur verschieden in das Satzgefüge des Textes eingeordnet. Unsere Übersetzung folgt Schmidt 2013, 224. Es sind aber auch andere Deutungen möglich. Die meisten verstehen Vers 14bc als Einschub; dann wäre zu übersetzen: &#039;&#039;Ebensosehr, wie viele über dich (ihn) entsetzt waren – so entstellt  … war sein Aussehen … – ebensosehr wird er viele Völker aufschrecken.&#039;&#039; Andere übersetzen die Abfolge {{hebr}}כִּי{{hebr ende}} - {{hebr}}כן{{hebr ende}} - {{hebr}}כן{{hebr ende}} als &#039;&#039;Ebensosehr - ebensosehr - ebensosehr&#039;&#039; (Bartélemy 1986, 386; Gentry 2007, S. 26; Schenker 2001, 67): &#039;&#039;Ebensosehr, wie viele über dich (ihn) entsetzt waren, ebenso entstellt  … war sein Aussehen …, ebensosehr wird er viele Völker aufschrecken.&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diskutiert wird auch, ob die Textüberlieferung an dieser Stelle fehlerhaft ist. Dann wäre entweder 14bc hinter Vers 53,2 zu verschieben (BHS, Blenkinsopp 2002, Westermann 1966) oder  {{hebr}}כן{{hebr ende}} &#039;&#039;ebenso&#039;&#039; nach {{hebr}}כִּי{{hebr ende}} &#039;&#039;denn&#039;&#039; zu korrigieren: &#039;&#039;So viele Menschen waren über dich (ihn) entsetzt, denn … denn …&#039;&#039; (Barré 2000, S. 25; Ziegler 1958, S. 173; so schon Duhm). Da sich diese Vermutungen eines ursprünglich anderen Textes nicht überprüfen lassen, müssen sie jedoch als sehr unsicher eingeordnet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|15}} So sehr wird er viele Völker (Leute) aufschrecken (er wird viele Völker besprengen/verwundern; viele Völker werden verwundert/erregt/erfreut sein über ihn; viele Völker verachten ihn)&amp;lt;ref&amp;gt;Die genaue Übersetzung dieser Stelle ist unklar. Der Urtext hat hier das Wort {{Hebr}}יַזֶּה{{Hebr ende}} (besprengen), was in diesem Zusammenhang nicht viel Sinn ergibt. Die griechische Übersetzung LXX hat θαυμάσονται (&#039;&#039;sie staunen&#039;&#039;).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kontext legt die Aussageabsicht nahe, dass &#039;&#039;viele Völker&#039;&#039; von dem &#039;&#039;erfolgreichen&#039;&#039; (V. 13) Menschen Notiz nehmen – ebenso wie die Könige.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für die Übersetzung des Wortes werden vier Lösungen diskutiert: (i) Es wird ein dem arab. &#039;&#039;nazâ&#039;&#039; analoges {{hebr}}נזה{{hebr ende}} II &#039;&#039;aufspringen machen&#039;&#039; angesetzt, das dann entweder &#039;&#039;bewundern, verwundert sein über&#039;&#039; (was mit LXX zusammenstimmen würde: θαυμάσονται &#039;&#039;sie staunen&#039;&#039;) oder &#039;&#039;aufschrecken&#039;&#039; heißen soll (der häufigste Alternativvorschlag, z.B. Blenkinsopp 2002, Childs 2001, Oswalt 1998, Watts 1987 u.a.) - allerdings ist hiergegen eingewendet worden, dass das arab. &#039;&#039;nazâ&#039;&#039; gar nicht die Bedeutung „verwundert sein“ habe, vgl. z.B. Gentry 2007, S. 27; Smith 2009, S. 440. (ii) Man emendiert nach {{hebr}}יִרְגְּזוּ{{hebr ende}} &#039;&#039;sie werden erstaunt sein&#039;&#039; (Westermann 1966), aber eigentlich bedeutet {{hebr}}רגז{{hebr ende}} gar nicht „erstaunt sein“, sd. „erregt sein, unruhig sein“; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Ges18, S. 798. Außerdem ist (iii) vorgeschlagen worden, zu emendieren nach {{hebr}}יִזְהוּ{{hebr ende}} &#039;&#039;sie werden sich freuen&#039;&#039; (Barré 2000, S. 10f.) - allerdings ist dieses Wort ein wenig unsicher - oder (iv) nach {{hebr}}יִבְזֻהוּ{{hebr ende}} &#039;&#039;sie verachten&#039;&#039; (vgl. BHS). Trotz Widersprüchen ist die erste Lösung (a) die verbreitetste und (b) die unproblematischste, weshalb auch wir ihr hier den Vorzug gegeben haben.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
über ihn (ihm gegenüber) werden Könige ihren Mund verschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;„Den Mund verschließen“ ist wohl als Geste der Verehrung zu verstehen; vgl. [[Ijob 29#s9 |Ijob 29,9]]; [[Ijob 40#s4 |40,4]] (; [[Micha 7#s16 |Mic 7,16]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn was ihnen nicht erzählt worden ist – sie werden es sehen (dann gesehen haben),&lt;br /&gt;
und was sie nicht gehört haben – sie werden es verstehen (dann verstanden haben).“ &amp;lt;ref&amp;gt;Vers 15 ist hier als prophetisches Perfekt übersetzt (vgl. Childs 2001, S. 407); alternativ möglich: Futur II. Eine weitere Übersetzungmöglichkeit ist: „so sehr schreckt er [nun] … auf, denn … sie haben es gesehen … sie haben es verstanden“.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{Par|Römer|15|21}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_1&amp;diff=30971</id>
		<title>Jesaja 1</title>
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		<updated>2021-06-02T19:25:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Vision Jesajas, Sohn des Amoz, die er schaute über Juda und Jerusalem in den Tagen Usias&amp;lt;ref&amp;gt;Usia regierte von 787 bis 736, dem Jahr der Berufung Jesajas (Jesaja 6,1).&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jotams&amp;lt;ref&amp;gt;Mitregent Usias, 756-741.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Ahas’&amp;lt;ref&amp;gt;Mitregent Usias, 741-725.&amp;lt;/ref&amp;gt; [und] Hiskias&amp;lt;ref&amp;gt;725-697.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Könige von Juda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Höre, Himmel&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Hört, ihr Himmel.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und höre hin, Erde, denn JHWH redet.&lt;br /&gt;
Kinder&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Söhne.&amp;lt;/ref&amp;gt; zog ich groß und zog ich auf,&lt;br /&gt;
aber sie brachen mit mir (lehnten sich auf gegen mich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Ein Rind kennt seinen Eigentümer,&lt;br /&gt;
und ein Esel die Krippe (den Futtertrog) seines Herrn.&lt;br /&gt;
Israel (er)kennt nicht.&lt;br /&gt;
Mein Volk ist nicht einsichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Wehe dem Volk, das sündigt (schuldig ist, sich verfehlt),&lt;br /&gt;
dem schuldbeladenen Volk!&lt;br /&gt;
Nachkommen von Bösen,&lt;br /&gt;
Kinder&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Söhne.&amp;lt;/ref&amp;gt; von Missetätern.&lt;br /&gt;
Sie verlassen JHWH,&lt;br /&gt;
verschmähen (verwerfen) den Heiligen Israels,&lt;br /&gt;
fallen ab&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: wenden sich zurück.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Worauf werdet ihr noch geschlagen?&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist wohl, dass es keine heile Stelle gibt, also etwa: Wohin soll man euch noch schlagen?&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr fallt weiterhin [von mir] ab&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Ihr fahrt fort mit dem Abfall.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Jedes Haupt ist [schon] krank&lt;br /&gt;
und jedes Herz elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Von der Fußsohle bis zum Scheitel&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Kopf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist keine heile Stelle.&lt;br /&gt;
Wunde und Beule und frische (Schlag)Wunde&lt;br /&gt;
[werden] nicht ausgedrückt {und} nicht verbunden und nicht mit Öl weich gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;also: gelindert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Euer Land [ist] menschenleer (verödet),&lt;br /&gt;
eure Städte vom Feuer verbrannt.&lt;br /&gt;
Euer Acker vor euch&lt;br /&gt;
wird von Fremden verzehrt,&lt;br /&gt;
und Leere (Ödnis) wie bei der Zerstörung durch Fremde&amp;lt;ref&amp;gt;Hier ist wahrscheinlich „wie bei der zerstörung Sodoms“ zu lesen, vgl. den Apparat der BHS.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Aber die Tochter Zion ist übrig geblieben&lt;br /&gt;
wie eine Laubhütte im Weingarten,&lt;br /&gt;
eine Wachhütte im Gurkenfeld,&lt;br /&gt;
wie eine belagerte Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Wenn nicht JHWH Zebaot (der Heerscharen) &lt;br /&gt;
uns wenige Entronnene (Flüchtlinge) übrig gelassen hätte,&lt;br /&gt;
wir wären wie Sodom,&lt;br /&gt;
glichen Gomorrha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Hört das Wort JHWHs,&lt;br /&gt;
ihr Anführer (Vorsteher) Sodoms,&lt;br /&gt;
hört hin auf die Weisung unseres Gottes,&lt;br /&gt;
Volk Gomorrhas!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Warum für mich die Menge der Schlachtopfer?,&lt;br /&gt;
spricht JHWH.&lt;br /&gt;
Ich bin überdrüssig der Brandopfer von Widdern&lt;br /&gt;
und des Fettes vom Mastvieh.&lt;br /&gt;
Und das Blut der Kühe und jungen Widder und Böcke&lt;br /&gt;
mag ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Wenn ihr kommt, mich&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Mein Angesicht.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu sehen,&lt;br /&gt;
wer hat {das} von euch verlangt,&lt;br /&gt;
meinen Vorhof zu zertreten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Bringt nicht weiter&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Fahrt nicht fort, … darzubringen.&amp;lt;/ref&amp;gt; vergebliche (nutzlose) Speisopfer dar.&lt;br /&gt;
Räucherwerk - für mich ist es [etwas] Abscheuliches.&lt;br /&gt;
Neumond und Sabbat, gottesdienstliche Versammlung (Fest) -&lt;br /&gt;
ich ertrage nicht Unrecht (Frevel) und Festtag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Eure Neumonde und Festzeiten hasse ich&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Meine Seele.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sie sind mir eine Last,&lt;br /&gt;
ich kann sie nicht ertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und wenn ihr eure Hände ausbreitet&amp;lt;ref&amp;gt;Um zu beten.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
verberge (verhülle) ich meine Augen vor euch.&lt;br /&gt;
Wenn ihr auch häufig betet&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: Das Gebet zahlreich macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
höre ich nicht.&lt;br /&gt;
Eure Hände sind voll Blut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Wascht euch! Reinigt euch!&lt;br /&gt;
Entfernt eure bösen (schlechten) Taten&lt;br /&gt;
von meinen Augen!&lt;br /&gt;
Lasst ab vom Bösen (unterlasst das Böse)!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Lernt, Gutes zu tun.&lt;br /&gt;
Trachtet nach Recht.&lt;br /&gt;
Weist den Unterdrücker zurecht.&lt;br /&gt;
Verhelft der (Halb)Waise&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Kind ohne Vater war rechtlos.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Recht.&lt;br /&gt;
Führt den Rechtsstreit der Witwe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Kommt doch, führen wir einen Rechtsstreit,&lt;br /&gt;
spricht JHWH.&lt;br /&gt;
Wenn eure Sünden wie Karmesin&amp;lt;ref&amp;gt;Ein roter Farbstoff, der aus Schildläusen gewonnen wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind,&lt;br /&gt;
können sie dann weiß werden wie Schnee?&amp;lt;ref&amp;gt;Die Sätze stellen rhetorische Fragen dar, auf die die Antwort „Nein“ lautet, vgl. Gesenius, 1394; Luther übersetzt dagegen positiv.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn sie rot sind wie mit Karmesin gefärbter Stoff,&lt;br /&gt;
können sie dann wie [ungefärbte] Wolle werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Wenn ihr wollt und hört, &lt;br /&gt;
werdet ihr das Gut des Landes essen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Wenn ihr euch aber weigert und widerspenstig seid (euch auflehnt, euch sträubt),&lt;br /&gt;
wird euch das Schwert fressen,&lt;br /&gt;
denn der Mund JHWHs hat [es] geredet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Wie wurde zur Hure die zuverlässige (treue/beständige) Stadt. Sie war voll von Recht. Richtigkeit (Korrektheit) wohnte in ihr und jetzt Mörder. &lt;br /&gt;
{{S|22}} Dein Silber ist zu Schlacke geworden und Dein Bier (Getränk) mit Wasser verfälscht (gepanscht/geschwächt).&lt;br /&gt;
{{S|23}} Deine Obersten (Adeligen) sind abtrünnig (gesetzlos/fühlen sich nicht an das Gesetz gebunden) und Diebesgesellen und jeder liebt Bestechungsgeschenke und ist gierig (jagt) nach Bestechung[sgeld] (Vergütungen/„Boni“). Der Waise verschaffen sie kein Recht und der Rechtsstreit der Witwe kommt nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
{{S|24}} Deshalb, Spruch des Herrn&amp;lt;ref&amp;gt;Genau diese Bezeichnung findet sich auch für den Herr eines Rechtsverfahrens&amp;lt;/ref&amp;gt; JHWHs der Heerscharen (Zebaot), des Starken Israels: Wehe, ich werde mir Genugtuung an denen verschaffen, die mich anfeinden und mich rächen an meinen Feinden.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Ich werde meine Hand gegen dich wenden (zurückbringen) und deine Schlacke verfeinern (ausschmelzen, reinigen) wie mit Pottasche und alle deine Schlacke wegnehmen.&lt;br /&gt;
{{S|26}} Ich werde zurückbringen deine Richter wie in der ersten Zeit und deine Ratgeber wie am Anfang. Danach wird man dich Stadt der Gerechtigkeit nennen, treue Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Zion wird durch Recht erlöst werden&lt;br /&gt;
und wer zu ihr umkehrt&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: die Umkehrenden zu ihr.&amp;lt;/ref&amp;gt;, durch Gerechtigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} {Und} Das (Zer)Brechen&amp;lt;ref&amp;gt;Der Apparat der BHS schlägt vor, hier ein Verb zu lesen: Zerbrochen werden, oder mit der Vulgata: Zerschmettert werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Empörer und Sünder [geschieht] zugleich,&lt;br /&gt;
und wer JHWH verlässt, wird vergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Denn sie&amp;lt;ref&amp;gt;Parallel zum zweiten Halbvers ist hier „ihr“ zu lesen, vgl. den Apparat der BHS.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden beschämt werden wegen der Terebinthen&amp;lt;ref&amp;gt;Ein großer, gewaltiger Baum, der als Solitär in der Landschaft steht und als Kultstätte diente, auch: Eiche.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
die ihr begehrt,&lt;br /&gt;
und ihr werdet zuschanden wegen der Gärten,&lt;br /&gt;
an denen ihr Gefallen habt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Denn ihr werdet sein wie eine Terebinthe,&lt;br /&gt;
deren Laub verwelkt,&lt;br /&gt;
und wie ein Garten,&lt;br /&gt;
der kein Wasser hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Und der Starke ist wie Werg&lt;br /&gt;
und seine Tat (Arbeit) ist wie ein Funke.&lt;br /&gt;
Und beide brennen zusammen,&lt;br /&gt;
und keiner löscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_97&amp;diff=30970</id>
		<title>Psalm 97</title>
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		<updated>2021-06-02T19:22:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} JHWH [ist] König&amp;lt;ref&amp;gt;Der sog. „Inthronisationsruf“, der die „Jahwe-Königs-Hymnen“ kennzeichnet. Diese Hymnen sollen bei einem Fest der „Thronbesteigung Jahwes“ gesungen worden sein, doch ist es fraglich, ob es ein solches Fest überhaupt gegeben hat. Fakt ist, dass JHWH als König apostrophiert wird, und zwar der ganzen Welt. Das weist in die Zeit Deuterojesajas. Wenn der Psalm nachexilisch ist, hat er keine kultische, sondern eine eschatologische Bedeutung, vgl. Kraus, 671.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Erde soll&amp;lt;ref&amp;gt;Die Imperfektform kann man auch als Jussiv übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; jauchzen. Viele ferne Länder&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Inseln. „Die Inseln u. Küsten des Mittelmeeres stellen die äußerste westliche Welt dar“ (Köhler/Baumgartner, 1958, 35).&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen sich freuen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Gewölk und Wolkendunkel umgeben ihn&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Sind (Nominalsatz, Hilfsverb muss ergänzt werden) um ihn.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gerechtigkeit und Rechtsspruch&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jesaja 5,7, wo die beiden Begriffe צֶ֥דֶק וּ֝מִשְׁפָּ֗ט ebenfalls nebeneinander stehen. Wir übernehmen „Rechtsspruch“ aus der Lutherübersetzung, weil es u.E. den Begriff וּ֝מִשְׁפָּ֗ט am treffendsten wiedergibt, weil es sowohl den Vorgang der Rechtssprechung bzw. des Gerichtsverfahrens wie das Urteil, die Rechtssatzung enthält.&amp;lt;/ref&amp;gt; [sind] Stützen seines Thrones.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Feuer wird ihm vorangehen und seine Feinde ringsum versengen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Seine Blitze erleuchten die [ganze] Welt. Die Erde sieht es und bebt wie unter Geburtsschmerzen&amp;lt;ref&amp;gt;חיל heißt an vielen Stellen „Wehen haben, kreissen“. Wir wollten an dieses Bild, von dem sich das „Beben“ ableitet, erinnern.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Berge schmelzen wie Wachs vor JHWH, vor dem Herrn der ganzen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Die Himmel erzählen von seiner Gerechtigkeit, und alle Völker werden&amp;lt;ref&amp;gt;Perfekt cons. Wir übersetzen es als Futur, weil hier eine eschatologische Vision vorliegt. Die Perfektformen „konstatieren (nach dem Imperfekt) künftige Geschehnisse, die als sicher zu erwarten sind“, Kraus, 673&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Herrlichkeit sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Es sollen sich schämen müssen alle Götzendiener, die sich der „Göttchen“&amp;lt;ref&amp;gt;אֱלִילִ֑ים ist immer pejorativ gemeint; gleichzeitig leitet es sich von אֱלֹהִֽים, Gott, ab. Daher scheint uns der deutsche Deminutiv sowohl der Form als auch der Bedeutung nach die treffendste Übersetzung zu sein.&amp;lt;/ref&amp;gt; rühmen. Ihn&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist: JHWH.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen alle Götter verehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Zion hört es und jauchzt, und die Kinder&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Söhne.&amp;lt;/ref&amp;gt; Judas freuen sich wegen deiner Rechtssprüche, JHWH.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Denn du, JHWH, [bist]  das Größte&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: der höchste, man könnte auch übersetzen: Gott.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf der ganze Erde, sehr erhaben bist du über alle Götter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Die JHWH lieben, hassen Böses. Er&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist: JHWH.&amp;lt;/ref&amp;gt; bewahrt das Leben seiner Gerechten. Aus der Hand der Frevler rettet (entreisst) er sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Das Licht ist ausgesät&amp;lt;ref&amp;gt;So der masoretische Text. Eine andere Handschrift hat זרח, aufstrahlen, aufleuchten, sodass zu lesen wäre: leuchtet auf.&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Gerechten, und Freude dem aufrichtigen Herzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Die Gerechten freuen sich über JHWH und preisen seine Heiligkeit bei der Anrufung&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint ist die feierliche Nennung oder Anrufung des Gottesnamens im Gottesdienst, wie z.B. im christlichen Gottesdienst der Kyrieruf, oder das Dreimal Heilig in der Abendmahlsliturgie.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_42&amp;diff=30969</id>
		<title>Psalm 42</title>
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		<updated>2021-06-02T19:21:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Ein Kunstlied für den Musikmeister (Lehrgedicht für den Chorleiter, Andachtslied für die Liturgie) von den Korachiten (für die Nachkommen des Korach)&amp;lt;ref&amp;gt;Die inhaltliche Aussage der vorangestellten Überschrift ist unklar. Die Bezeichnung „Söhne des Korach“ stellt eine Verbindung zu den sprachlich verwandten Psalmen der „Korachitenpsalmengruppen“ 42–49 und 84–85.87–88 her (Hossfeld/Zenger &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2000, 520).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Wie eine Hirschkuh (ein Hirschbulle)&amp;lt;ref&amp;gt;Im hebräischen Text steht eine weibliche Verbform, aber das Wort für einen männlichen Hirschen.&amp;lt;/ref&amp;gt; fließendes Wasser (ein Bachbett mit Wasser) herbeisehnt (verlangt, ruft),&lt;br /&gt;
so sehnt sich mein ganzes Wesen (verlangt meine Lebenskraft, ruft meine Kehle)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort {{Hebr}}נֶפֶשׁ{{Hebr ende}} bezeichnet den Atem eines Lebewesens, die Kehle, mit der man atmet, sowie die grundsätzliche Lebenskraft/Lebendigkeit/Vitalität, den Personenkern. Die traditionelle Übersetzung „Seele“ erinnert an einen vermeintlichen Körper-Seele-Gegesatz, an den im hebräischen Urtext überhaupt nicht gedacht ist. (Vgl. [http://www.bibelwissenschaft.de/nc/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/referenz/24713/ Wibilex.de, Art. „Leben“], und Genesius, Art. {{Hebr}}נֶפֶשׁ{{Hebr ende}})&amp;lt;/ref&amp;gt; nach dir (zu dir), Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Alles, was in mir ist, (meine Lebenskraft, meine Kehle) durstet nach dir, Gott, nach der lebendigen Gottheit (dem Gott des Lebens):&lt;br /&gt;
Wann werde (darf) ich [zu ihm] kommen, dass ich in Gottes Gegenwart trete?&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: &#039;&#039;dass ich mich [vor] Gottes Angesicht sehen lasse&#039;&#039; oder &#039;&#039;dass ich Gottes Angesicht sehe&#039;&#039; (unterschiedliche Textüberlieferungen)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Es sind mir [nämlich] meine Tränen zur [einzigen] Speise geworden, Tag und Nacht,&lt;br /&gt;
denn sie fragen mich (wenn man sagt) zu mir jeden Tag: „Wo ist dein Gott?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Ich will mich erinnern und mit meiner ganzen Existenz trauern:&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: &#039;&#039;ich will meine Lebenskraft (meine ganze Existenz, meine Seele) in mich ausschütten&#039;&#039; (als Ausdruck der Trauer)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich gehe&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Grammatik müsste &#039;&#039;ich werde gehen&#039;&#039; oder &#039;&#039;ich will gehen&#039;&#039; übersetzen werden, aber der Textzusammenhang legt eher &#039;&#039;ich ging&#039;&#039; nahe. Die Übersetzung als Präsens soll diese Mehrdeutigkeit des poetischen Textes bewahren.&amp;lt;/ref&amp;gt; [in einer] großen&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort {{Hebr}}אֶדַּדֵּם{{Hebr ende}} ist problematisch (wörtlich: &#039;&#039;ich werde sie schreiten&#039;&#039;). Mit einer leichten Änderung des Textes kann man entweder &#039;&#039;ich führte sie&#039;&#039; oder als Adjektiv &#039;&#039;groß&#039;&#039; übersetzen (NET: „For I was once walking along with the great throng“).&amp;lt;/ref&amp;gt; Menschenmenge zu Gottes Haus mit Jubelruf und Lobgesang in einer feiernden Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Warum bist du aufgelöst, meine Seele und unruhig in mir?&lt;br /&gt;
Warte auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen. Er ist meines Angesichts Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Mein Gott,&amp;lt;ref&amp;gt;Der Bearbeiter der BHS zieht {{hebr}}אֱֽלֹהַ֗י{{hebr ende}} zum Kehrvers 6b, um ihn an die Kehrverse Vers 12 und 43,5 anzugleichen.&amp;lt;/ref&amp;gt; meine Seele in mir ist aufgelöst, deshalb denke ich an dich&lt;br /&gt;
vom Land am Jordan&amp;lt;ref&amp;gt;Die Jordanquellen? Kraus, BK XV/1, 320. Dann könnte man den Plural {{hebr}}חֶרְמֹונִ֗ים{{hebr ende}} auf das Hermongebirge beziehen, wo sie entspringen.&amp;lt;/ref&amp;gt; und den Heiligtümern, vom kleinen Berg.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Kommentare rätseln, welcher Berg gemeint sein könnte. Köhler-Baumgartner z.St. schlägt vor, {{hebr}}הַר־צִ֭יֹּון{{hebr ende}} zu lesen, Berg Zion - dann würden sich die Heiligtümer auf den Jerusalemer Tempel beziehen. Kraus, BK XV, 320 vermutet einen einzelnen Berg im Hermongebirge.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} (Ur)flut auf (Ur)flut rauscht&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: Eine Urflut ruft der anderen zu. Gemeint ist wohl die schnelle Folge der Wassermassen. Dieser und der folgende Halbvers erinnert an Schillers „Taucher“: „Und es wallet und siedet und brauset und zischt, Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt,Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt, Und Flut auf Flut sich ohn Ende drängt“. Möglicherweise beschreibt der Psalmdichter hier das Rauschen des Wassers an der Jordanquelle, vgl. Kraus, BK XV/1, 320.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit dem Lärm&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: der Stimme.&amp;lt;/ref&amp;gt; deines Kataraktes (Wasserstrahls).&lt;br /&gt;
Deine ganze Brandung und deine Wellen brechen über mir (gehen über mich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Tagsüber entbietet (beordert)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb bezeichnet einen militärischen Befehl.&amp;lt;/ref&amp;gt; JHWH seine Gnade (Treue, Verbundenheit),&lt;br /&gt;
und des Nachts singe ich für mich (bei mir) ein Gebet&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Handschriften haben statt dessen: einen Lobpreis.&amp;lt;/ref&amp;gt; an den Gott meines Lebens.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Handschriften lesen: an den lebendigen Gott, wie Vers 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Ich spreche zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen?&lt;br /&gt;
Warum gehe ich im Trauergewand&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb bedeutet ursprünglich „sich verfinstern“, dann „schmutzig, trübe“, daraus wird „schmutzig, ungepflegt“ und daraus schließlich der Traueraufzug, weil man sich zum Zeichen der Trauer mit Asche bestreut.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bedrängt von meinem Widersacher (Feind)?&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: In Bedrängnis meines Feindes.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Mit Mord&amp;lt;ref&amp;gt;Die Vokabel ist schwierig. Luther übersetzt: „Es ist wie Mord in meinen Gebeinen“, aber dann müsste das Vergleichspartikel {{hebr}}כְּ{{hebr ende}}, wie, voranstehen, nicht die instrumentale Präposition {{hebr}}בְּ{{hebr ende}}. Der Apparat der BHS z.St. schlägt vor, {{hebr}}כְּרָקָב{{hebr ende}} zu lesen, „wie Knochenfäule“, ähnlich Kraus, BK XV/1, 316: „Bei der Zerschlagenheit in meinen Gebeinen“. Köhler-Baumgartner z.St. liest {{hebr}}בְּחַרְצֹב{{hebr ende}}, „mit Qual“.&amp;lt;/ref&amp;gt; in meinen Gebeinen (Knochen) schmähen mich die, die mich befeinden (befehden),&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wenn sie zu mir sprechen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: bei ihrem Sprechen.&amp;lt;/ref&amp;gt; den ganzen Tag: Wo ist dein Gott?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Warum bist du aufgelöst, meine Seele, und warum bist du unruhig in mir?&lt;br /&gt;
Warte auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen. Er ist meines Angesichts Hilfe und mein Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_40&amp;diff=30968</id>
		<title>Psalm 40</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_40&amp;diff=30968"/>
		<updated>2021-06-02T19:20:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung folgt später}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Siehe auch: [[Psalm 40 in Leichter Sprache]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}} &lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Für die liturgische Musikaufführung&amp;lt;ref&amp;gt;מְנַצֵּ֗חַ ist Partizip Piel und bedeutet „leiten“, „Aufsicht haben“, man könnte unter Rückgriff auf 1.Chr. 23,4; 2.Chr 2,1 an den Chorleiter denken. Aber welche Bedeutung hat das לְ, was soll „für den Chorleiter“ bedeuten? In 1.Chr 15,21 hat die Wurzel נצח die Bedeutung „musizieren“, sodass man das Partizip mit „für die musikalische Aufführung“ übersetzen könnte (vgl. Kraus, Psalmen, BK XV/1, S. XXVII). Dieser Psalm wurde im Gottesdienst gesungen; daher kann man das Partizip spezieller mit „für die liturgische Musikaufführung“ wiedergeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Für David. Ein Psalm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Sehnsüchtig&amp;lt;ref&amp;gt;קַוֹּ֣ה קִוִּ֣יתִי bildet eine figura etymologica aus Inf.abs. und finitem Verb, die eine besondere Betonung/ Steigerung zum Ausdruck bringt. Wörtlich: „harrend harrte ich“.&amp;lt;/ref&amp;gt; harrte ich auf JHWH. Und er neigte sich zu mir. Und er hört&amp;lt;ref&amp;gt;Die „Zeitformen“ der Verben in diesem Satz sind Perfekt - Imperfekt cons. - Imperfekt cons. Es wird etwas berichtet, das bereits abgeschlossen ist. Wir haben uns entschlossen, die dritte Imperfektform präsentisch zu übersetzen, weil der Psalm im Gottesdienst vorgetragen wird, in dem sich die betendende Person in Gottes Gegenwart weiß, und weil Gottes Hören keine einmalige Angelegenheit ist, sondern Gott immer hört.&amp;lt;/ref&amp;gt; meinen Hilferuf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Er ließ mich aus der ohrenbetäubenden&amp;lt;ref&amp;gt;שָׁאֹון֮ bezeichnet das Lärmen oder Tosen von Wasser. Ein Paradox, denn am Grund eines Brunnens (בֹּ֥ור ist „Loch“ und „Zisterne“) ist es still - eine Stille, die in den Ohren rauscht, weshalb wir meinen, dass dieser paradoxe Ausdruch absichtlich so gewählt wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tiefe aufsteigen, aus dem schlammigen Bodensatz&amp;lt;ref&amp;gt;טִּ֪יט ist Kot oder Schlamm, יָּ֫וֵ֥ן Schlamm oder Bodensatz. In einem Brunnen sammelt sich am Boden ein schlammiger Bodensatz an.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ließ meine Füße auf einem Felsen stehen. Er machte meinen Schritt fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und er gibt mir ein neues Lied in meinen Mund, einen Lobpreis für unseren Gott.&amp;lt;ref&amp;gt;Andere Möglichkeit: Er gab ein neues Lied, weil wieder Impf. cons., aber es soll betont werden, dass die* Beter*in sich im Gottesdienst befindet und das Lied aktuell singt und die Hörer*innen darauf reagieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele sehen es und fürchten sich. Und sie vertrauen auf JHWH.&amp;lt;ref&amp;gt;Andere Übersetzungsmöglichkeiten der drei Imperfektformen: Futur: Viele werden es sehen …, Jussiv: Viele sollen es sehen …&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Gepriesen sei jeder&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Parallele zum Psalm 1,1. גֶּ֗בֶר ist der Mann, aber auch einfach „jeder“, wie in Ps 1,1.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sein Vertrauen auf Gott setzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sich nicht den Lärmenden (Populisten) zuwendet und nicht abbiegt zur Lüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Viel hast du getan, JHWH, mein Gott, (nämlich) Wundertaten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Vorhaben für uns. Man kann dich mit nichts vergleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will berichten und erzählen. Sie (erg.: deine Taten) sind mehr als man zählen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Schlachtopfer und Speisopfer willst du nicht. Die Ohren hast du mir aufgetan. Nach Brandopfern und Sündopfern fragst du nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Kraus, BK XV/1, sieht den Text hier in Unordnung geraten (vgl. a.a.O., S. 308). Das Auftun der Ohren interpretiert er als Vorzug des Gehorsams vor dem Opfer. Mowinckel, dem Kraus widerspricht, sieht in dieser Stelle keine Opferkritik, sondern eine Akzentverschiebung vom Opfer auf das Lied (a.a.O., S. 309).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Dann sprach ich: Sieh, ich bin gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Buchrolle&amp;lt;ref&amp;gt;Um was für eine Buchrolle handelt es sich? Den Psalter? Wenn in Vers 5 und 9 Anspielungen auf Ps 1 vorliegen sollten, wäre an eine Psalmensammlung zu denken. Es haben ja vor der Kanonisierung der AT-Schriften Textsammlungen vorgelegen - das dtr Geschichtswerk wurde nach dem Exil geschaffen; die Königsannalen, auf die die Königebücher zurückgreifen, und die Spruchsammlungen sind viel älter. Unsere Vorstellung ist, dass der Psalmbeter sich in Psalm wiederfindet. Dann erhebt sich allerdings die Frage nach Huhn und Ei: Wie kann sich der Psalmbeter in einem Psalm wiederfinden, den er gerade erst singt? Aber vielleicht sieht der Psalmbeter sich nicht als eigenständiger Schöpfer, als Autor, sondern in einer Tradition, auf die er in Anspielung auf Ps 1 und mit Übernahme der Verse aus Psalm 70 (14-18) zurückgreift.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist über mich geschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ich will deinen Willen tun, mein Gott. Und deine Weisung (Tora) ist in meinem Inneren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Ich habe Gerechtigkeit verkündet in der großen Gemeinde (Versammlung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da (Sieh), ich verschließe meine Lippen nicht. JHWH, du weißt es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Deine Gerechtigkeit verhüllte ich nicht in meinem Herzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich rühmte&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: spreche von. Perfekt, weil der Vers ausführt, inwiefern der Psalmbeter seine Lippen nicht verschlossen hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; deine Treue und deine Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe deine Liebe und deine Treue vor der großen Gemeinde (Versammlung) nicht verschwiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Du, JHWH, wirst mir deine Barmherzigkeit nicht versagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deine Liebe und deine Treue wachen&amp;lt;ref&amp;gt;Eigentlich Imperfekt, im Dt. also auch Futur: werden wachen, aber Liebe und Treue wachen bereits jetzt, darauf deutet תָּמִ֥יד, täglich, hin.&amp;lt;/ref&amp;gt; täglich (ständig) über mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Denn es umgaben mich böse Dinge, unzählbar viele&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: was man nicht zählen kann&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Sünden hatten mich eingeholt, sodass ich nicht sehen&amp;lt;ref&amp;gt;Wie ist „sehen“ zu verstehen? Geht es ums nicht Aufsehen können aus Scham, oder geht es um Perspektivlosigkeit aufgrund von Niedergeschlagenheit? Möglicherweise beides zusammen.&amp;lt;/ref&amp;gt; konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie waren so zahlreich wie die Haare meines Kopfes, und mein Mut verliess mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Habe Wohlgefallen daran, JHWH, mich zu erretten! JHWH, eile mir zu Hilfe!&amp;lt;ref&amp;gt;Die Verse 14-18 entsprechen weitgehend Psalm 70,1-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Sie müssen sich schämen und sie werden beschämt insgesamt, die mir nach dem Leben trachten, um es mir wegzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sich zurückziehen und zuschanden, die mein Unglück wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Sie werden über sich selbst erschrecken&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: sie werden schaudern wegen ihrer Scham&amp;lt;/ref&amp;gt;, die jetzt über mich lachen&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: die zu mir sagen: Ha, Ha!&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} Es werden sich freuen und fröhlich sein alle, die dich suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deine Hilfe begehren, werden allezeit sprechen: JHWH zeigt sich groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Aber ich [bin] elend (unglücklich) und arm. Mein Herr, sorge für mich!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Helfer und mein Retter [bist] du. Gott, säume (zögere) nicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_36&amp;diff=30967</id>
		<title>Psalm 36</title>
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		<updated>2021-06-02T19:19:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Ungeprüfte Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Für den [Chor]leiter. Von JHWHs Knecht,&amp;lt;ref&amp;gt;Ehrentitel Davids, vgl. Psalm 18,1 und Kraus, BK XV/1, 282.&amp;lt;/ref&amp;gt; von David.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Spruch&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort {{hebr}}נְאֻֽם{{hebr ende}} leitet die „Seherspruchformel“ ein. „In der Verbindung mit dem Namen … eines menschlichen Sprechers und ihrer Stellung unmittelbar am Sprucheingang unterstreicht die Seherspruchformel das Subjekt des Spruches und damit das vom Seher selbst zu verantwortende Wort“ (THAT II, 2). Wird die Sünde hier personifiziert vorgestellt? Aber was ist ihr Spruch? Weil der Spruch fehlt, sucht Kraus, BK XV, 280f nach einem passenden Begriff, der sich als Verschreibung von {{hebr}}נְאֻֽם{{hebr ende}} herleiten ließe, und kommt auf {{hebr}}נָעיִם{{hebr ende}}„angenehm“. Leider gibt es im Text und in anderen Handschriften keinerlei Hinweise darauf, dass eine Verschreibung vorliegen könnte, sodass man vom masoretischen Text ausgehen muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Sünde (der Auflehung, des Verbrechens) zum Gottlosen (für den Gottlosen, den Frevler) inmitten meines&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Handschriften korrigieren: {{hebr}}לִבּוֹ{{hebr ende}}, seines Herzens.&amp;lt;/ref&amp;gt; Herzens.&lt;br /&gt;
Es ist (gibt) keine Gottesfurcht vor seinen Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Denn er macht [es] glatt&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb bezeichnet das Glätten von Metall, aber auch eine glatte Zunge, d.h. Schmeicheleien.&amp;lt;/ref&amp;gt; für sich vor sich [her],&lt;br /&gt;
um Sünde zu finden [und] um zu hassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Die Worte seines Mundes sind Trug (Frevel, Böses) und Hinterlist.&lt;br /&gt;
Er hat aufgehört, zu verstehen (einzusehen), wie man gut handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: gut zu handeln.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Böses (Trug, Frevel) plant er auf seinem Bett (Lagerstatt),&lt;br /&gt;
stellt sich fest auf den Weg des Nicht-Guten,&lt;br /&gt;
Böses lehnt er nicht ab (verwirft er nicht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} JHWH, zum Himmel [reicht] deine Gnade (Treue),&lt;br /&gt;
deine Wahrheit bis zu den Wolken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes,&lt;br /&gt;
dein Rechtsspruch [wie] die große Urflut.&lt;br /&gt;
Mensch und Tier hilfst du, JHWH.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Wie wertvoll (kostbar) ist deine Gnade (Treue).&lt;br /&gt;
Götter (Gott) und Menschenkinder,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: Menschensöhne.&amp;lt;/ref&amp;gt; unter dem Schatten deiner Flügel suchen sie Zuflucht.&amp;lt;ref&amp;gt;Kraus, BK XV, 281, empfindet {{hebr}}אֱלֹ֫הִ֥ים{{hebr ende}} an dieser Stelle als anstößig und möchte statt dessen {{hebr}}אֵלֶיךָ יָבאׁוּ{{hebr ende}}, zu dir kommen die Menschenkinder, lesen. In Psalm 82, 89, 97 steht Gott anderen Göttern gegenüber - warum sollten nicht auch sie unter Gottes Flügel Zuflucht suchen?&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Sie trinken sich satt am Fett deines Hauses,&amp;lt;ref&amp;gt;Gedacht ist hier an die Fettstücke, die auf dem Altar im Tempel verbrannt werden, vgl. Jes 43,24 und Kraus, BK XV; 283.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [am] Bach deiner Wonnen tränkst du sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn bei dir ist der Quell(ort) des Lebens.&lt;br /&gt;
Durch dein (mit deinem) Licht sehen wir Licht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Erhalte deine Gnade (Treue) denen, die dich kennen,&lt;br /&gt;
und deine Gerechtigkeit den Aufrichtigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: den Geradherzigen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Lass nicht [über] mich kommen den Fuß des Hochmütigen,&lt;br /&gt;
und die Hand des Gottlosen (Frevlers) lass mich nicht ausschließen (heimatlos machen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Dort&amp;lt;ref&amp;gt;Kraus, BK XV/1, 281, findet {{hebr}}שׇם{{hebr ende}} „merkwürdig“ und möchte statt dessen {{hebr}}שָמְמָה{{hebr ende}}, sie schaudern, sie entsetzen sich, lesen, also: Es schaudern und fallen, die Unrecht tun.&amp;lt;/ref&amp;gt; fallen, die Unrecht (Böses) tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip, als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie werden umgestoßen und können nicht wieder aufstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Ijob_31&amp;diff=30966</id>
		<title>Ijob 31</title>
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		<updated>2021-06-02T19:18:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Exporter&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zuverlässige Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung kann erstellt werden}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}} Einen Bund (Bündnis, Vertrag) schloss ich mit meinen Augen:&lt;br /&gt;
_„Ich will nicht [einmal] blicken (wie sollte ich blicken?)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ich will nicht [einmal] (wie sollte ich)&#039;&#039; – Das heb. &#039;&#039;mah&#039;&#039;, das sich noch häufiger in Ijob 31 in der Bed. „wie!?“ wie in der Alternativübersetzung findet (daher z.B. NeÜ: „Wie sollte ich da lüstern auf Jungfrauen blicken?“), kann auch als emphatische Verneinungspartikel verwendet werden. So deuten hier auch Sym, Theod, VUL und Syr; so ist dies auch sinnvoller: Auch, wenn Ijob einen „Bund mit seinen Augen geschlossen“ hat, ist er ja dennoch in der Lage, junge Frauen anzuschauen.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf eine junge Frau!“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;junge Frau&#039;&#039; – Die Nennung der „jungen Frau“ am Beginn des Kapitels hat viele Ausleger irritiert, weil das „Blicken nach Frauen“ im AT keine Sünde sei (vgl. z.B. Oeming 1994, S. 162) und der Einsatz mit einem derart konkreten Fall direkt vor drei allgemein gehaltenen Versen poetisch schwer erklärlich sei (vgl. z.B. Pope 1965, S. 200f.). Beide Schwierigkeiten lassen sich damit erklären, dass das Blicken nach jungen Frauen hier gerade wegen seiner Harmlosigkeit und Natürlichkeit als Paradigma des „Bundes mit den Augen“ genannt wird: Er [will nicht nach Bösem der Sündhaften ausschauen (vgl. [[Psalm 119#s37 |Ps 119,37]]; [[Jesaja 33#s15 |Jes 33,15]]); nicht einmal] nach jungen Frauen will er blicken: Er hält sich &#039;&#039;völlig&#039;&#039; fern von jeglichem Fehl, da so sein Herz gar nicht erst in Versuchung geraten kann, „seinen Augen zu folgen“ (V. 7).&amp;lt;br /&amp;gt;Dass das Blicken nach Frauen gänzlich sündenlos gewesen sei, ist unwahr: Mit zunehmendem Einfluss der griechischen Kultur auf das hellenistische Israel verschwindet die Frau immer mehr aus der Sphäre der Öffentlichkeit und hat sich in ihrem Haus aufzuhalten; vgl.  z.B. [[Jesus Sirach 42#9 |Sir 42,9-14]]; [[2 Makkabäer 3#19 |2 Makk 3,19]]; 3 Makk 1,18; 4 Makk 18,7; Ps.-Phokylides 215f. Zwei besonders schöne, wenn auch spätere, Belege finden sich in Philo, SpecLeg III 17 und Flac 89; letztere Stelle lautet: „[Als die Häuser der Juden durchsucht wurden, trauerten diese, weil] die weggeschlossenen Frauen, die nicht in die Öffentlichkeit gingen, und die jungen Frauen, die zu Hause blieben, weil sie sich aus züchtiger Scham vor Männeraugen selbst vor ihren Verwandten verbargen, nun nicht nur Fremden, sondern sogar Soldaten zum Anblick dargeboten wurden.“ Mindestens ist also zum „Blicken auf Frauen“ festzuhalten: Es „gehört sich nicht“, so natürlich es auch sei. Doch auch hiervon hält Ijob sich zurück.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Rede ist hier übrigens noch nicht von verheirateten Frauen; der häufige Verweis schon hier auf [[Matthäus 5#s28 |Mt 5,28f.]] ist irreführend.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Sprichwörter|6|25}}{{par|Jesus Sirach|42|5}}&lt;br /&gt;
{{S|2}} Was [wäre sonst] das Los Eloahs&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gottesbez&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Eloah&#039;&#039; / &#039;&#039;Schaddaj&#039;&#039; – Zwei insgesamt eher seltene, im Ijobbuch aber verhältnismäßig häufige Bezeichnungen Gottes. Erstere bedeutet wahrscheinlich „Gott“, letztere vermutlich „Gott vom Berge“ oder „Gott der Wildnis“; vgl. DDD, S. 749f. Die Variation von Gottesbezeichnungen innerhalb iner Doppelzeile ist ein häufiges Stilmittel in der bibl. Poesie.&amp;lt;/ref&amp;gt; von oben,&lt;br /&gt;
_Und das Erbe Schaddajs&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gottesbez&amp;quot; /&amp;gt; aus den Höhen?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das Los Gottes von oben&#039;&#039; / &#039;&#039;das Erbe Schaddajs aus den Höhen&#039;&#039; – d.h., welches Geschick würde mir Gott vom Himmel her zuteilen – wie würde er mich strafen – wenn ich anders handeln würde? Vgl. [[IJob 20#s29 |Ijob 20,29]]; [[Ijob 27#s13 |27,13]].&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Ijob|20|29}}{{par|Ijob|27|13}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} [Wäre (Ist) es] nicht Unheil (Unglück) für Ungerechte&lt;br /&gt;
_Und Bitteres für Übeltäter!? {{par|Sprichwörter|10|29}}{{par|Sprichwörter|21|15}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} Sieht er nicht meine Wege {{par|Ijob|23|10}}{{par|Jeremia|16|17}}&lt;br /&gt;
_Und all meine Schritte, verzeichnet (zählt) er [die] nicht?&amp;lt;ref&amp;gt;In &#039;&#039;Vv. 3f.&#039;&#039; äußert Ijob zwei Gemeinplätze biblischer Theologie (s. die Parallelstellen): Gott sieht alle Taten der Menschen und vergilt ihnen, wie es diesen Taten entspricht. Dennoch sind dies hier wohl nicht bloß rhetorische Fragen: Gerade diese Fraglosigkeiten scheinen Ijob in seinem Fall auf einmal nicht mehr selbstverständlich zu sein; ihn straft Gott &#039;&#039;trotz&#039;&#039; seines vollkommenen Verhaltens. In [[Ijob 31#s37 |V. 37]] kündigt er daher selbstsicher an, wenn Gott ihm nur mitteilen würde, was in seinen Augen an Ijobs Verhalten nicht makellos war, er würde diese Vorwürfe leicht entkräften, indem er ihm „all seine Schritte nachzeichnete.“&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Ijob|14|16}}{{par|Ijob|34|21}}{{par|Psalm|139|1|3}}{{par|Sprichwörter|5|21}}{{par|Jeremia|32|19}}{{par|Hebräer|4|13}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Wenn ich gegangen wäre zusammen mit Falschheit (Lüge)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zusammen mit Falschheit&#039;&#039; – Personifikation dieses Fehlverhaltens; man könnte sinngemäß übersetzen: „Wenn Falschheit mein Genosse gewesen wäre / und Betrug mein Ziel“. Obwohl auch Elifas ihm dies später noch einmal ähnlich vorwerfen wird (s. [[Ijob 34#s8 |Ijob 34,8]]), hat Ijob dies gerade nicht getan, s. [[Ijob 23#s11 |Ijob 23,11]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und geeilt wäre zum Betrug mein Fuß {{par|Psalm|119|59}}{{par|Sprichwörter|1|15|16}}{{par|Sprichwörter|4|26|27}}{{par|Sprichwörter|6|18}} –&lt;br /&gt;
{{S|6}} [doch] wöge er mich mit richtiger Waage,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wöge er mich mit richtiger Waage&#039;&#039; – d.h., beurteilte er mich gerecht. Zur „richtigen Waage“ vgl. [[Levitikus 19#s36 |Lev 19,36]]; [[Ezechiel 45#s10 |Ez 45,10]]; im Gegensatz dazu stünde die „gezinkte“ Waage, mit der Käufer übervorteilt werden sollen, vgl. [[Sprichwörter 11#s1 |Spr 11,1]]; [[Sprichwörter 20#s10 |20,10]].[[Sprichwörter 20#s23 |23]]. Zum Wiegen von Menschen durch Gott vgl. [[1 Samuel 2#s3 |1 Sam 2,3]]; [[Sprichwörter 16#s2 |Spr 16,2]]; [[Sprichwörter 21#s2 |21,2]]; [[Daniel 5#s27 |Dan 5,27]]. Der Vorwurf ist krass: Gott wird hier als Betrüger bezeichnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_wüsste Eloah&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gottesbez&amp;quot; /&amp;gt; um meine Unschuld! –,&lt;br /&gt;
{{S|7}} Wenn abgebogen wäre mein Schritt vom Weg&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vom Weg&#039;&#039; – nämlich dem „Weg Gottes“ oder dem „gerechten Weg“; häufiger Ausdruck für einen gottgefälligen Lebenswandel; s. z.B. [[Deuteronomium 9#s12 |Dtn 9,12]].[[Deuteronomium 9#s16 |16]]; [[Jesaja 30#s11 |Jes 30,11]]. Ijob hat das nicht getan; s. [[Ijob 23#s11 |Ijob 23,11]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und meinem Auge gefolgt wäre mein Herz {{par|Numeri|15|39}}{{par|Sprichwörter|4|25|27}}&lt;br /&gt;
_Und an meinen Händen kleben würde Makel (irgendetwas),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Makel&#039;&#039; – Sündhaftigkeit wird im AT noch häufiger beinahe material verstanden. In [[Deuteronomium 13#s18 |Dtn 13,18]] z.B. ist die Sünde der Götzenverehrer in V. 14 anstreckend; ihre Sünde kann sich als „Verfluchtes an die Hand“ der Gottesfürchtigen heften. Gemeint ist also: „wenn ich gesündigt hätte“.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: Das entsprechende Wort lässt sich auf zweierlei Weisen übersetzen: Die Konsonanten &#039;&#039;m´um&#039;&#039; könnten sowohl das Wort &#039;&#039;mum&#039;&#039; („Makel“) bedeuten (das &#039;&#039;´&#039;&#039; wäre dann überflüssig, ein sog. „intrusives Alef“) als auch das Wort &#039;&#039;me´uma&#039;&#039; („irgendetwas“). Spätere Schreiber vereindeutigten durch Vokalisierung zur ersteren Bed., so auch VUL und z.B. LUT17; LXX, Syr und z.B. EÜ16 dagegen durch Übersetzung zur letzteren. Tg kombiniert beide möglichen Deutungen: „irgendetwas Böses“; so überraschenderweise z.B. auch HfA, NL.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Möge ich säen, aber ein anderer essen {{par|Levitikus|26|16}}{{par|Deuteronomium|28|30|33}}{{par|Sprichwörter|5|10}}{{par|Jesaja|65|22}}{{par|Micha|6|15}}{{par|Amos|5|11}}{{par|Zefanja|1|13}}&lt;br /&gt;
_Und mein Sprösslinge (meine Nachkommen) mögen entwurzelt werden!&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sprösslinge (Nachkommen) entwurzelt&#039;&#039; - Beide Bed. sind möglich. Nach der zweiten Bed. wäre gemeint, dass Ijob sein Land verliert, so dass andere sich nun davon ernähren können, so dass seine Nachkommen nun „bodenlos“, „entwurzelt“ sind. Tg wählt die erste Interpretation, die auch wegen [[Ijob 31#s12 |V. 12]]  und den deutlichen Parallelstellen näherliegend ist; VUL die zweite.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}}  Wenn betört worden&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;betört worden&#039;&#039; – zum Ausdruck s. noch [[Deuteronomium 11#s16 |Dtn 11,16]] und [[Ijob 31#s27 |Ijob 31,27]]; beide Male ist vom Abfall von Gott hin zu anderen Göttern die Rede. Das „Herz“ ist in der atl. Anthropologie Sitz des Verstandes; das dt. Wort &#039;&#039;betören&#039;&#039; ist daher äußerst treffend: Statt auf das Richtige auszusein (wie die richtige Frau oder den richtigen Gott) hätte sich Ijob „zum Toren machen lassen“, indem sein Herz einer anderen Frau/Gottheit zufliegt. Vgl. Kaiser 2006, S. 56: „Wenn ich durch eine Frau zum Toren ward...“; Strauß 2000, S. 163: „Hätte sich mein Herz wegen einer Frau zum Narren machen lassen...“. Im Heb. klingen „betören“ und „Tür“ einander noch ähnlicher (&#039;&#039;niptah&#039;&#039; - &#039;&#039;patach&#039;&#039;); ein Lautspiel, das beide Zeilen aufeinander verweist (vgl. Ceresko 1976, S. 310).&amp;lt;/ref&amp;gt; wäre mein Herz durch eine Frau&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch eine Frau&#039;&#039; – LXX, Syr, Tg explizieren: „durch die Frau [eines (anderen) Mannes].“&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Ijob|31|27}}&lt;br /&gt;
_Und an der Tür eines andern (meines Freundes, meines Nachbarn)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eines andern (meines Freundes, meines Nachbarn)&#039;&#039; – W. Das Wort &#039;&#039;rea`&#039;&#039; kann auch bloß pronominal für „ein anderer“ verwendet werden (vgl. z.B. TWAT II, Sp 789). Das liegt hier näher als die in den dt. Üss. häufiger gewählten Alternativen, da es auch bei der Strafe in V. 10 unwichtig ist, wer die Frau Ijobs erhält.&amp;lt;/ref&amp;gt; ich gelauert hätte,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gelauert hätte&#039;&#039; – nämlich, um mit seiner Frau ehezubrechen.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Exodus|20|17}}{{par|Ijob|24|15}}{{par|Sprichwörter|5|8}}{{par|Sprichwörter|6|29}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Möge mahlen&amp;lt;ref&amp;gt;Im &#039;&#039;Mahlen&#039;&#039; (Heb. &#039;&#039;tachan&#039;&#039;) muss man vermutlich sexuelle Untertöne mithören. So deuten schon Tg, VUL, b.Sot 10a, Raschi und GenR 48. Auch das arab. &#039;&#039;tachana&#039;&#039; („mahlen“) und ähnlich griech. und lat. Wörter für „mahlen“ können euphemistisch für „Geschlechtsverkehr haben“ verwendet werden. Vgl. z.B. Berman 2007, S. 34; Gordis 1978, S. 346; Pope 1965, S. 202; Schorch 2000, S. 122f.&amp;lt;br /&amp;gt;Sicher ist aber nicht &#039;&#039;nur&#039;&#039; Geschlechtsverkehr gemeint: Offenkundig werden in Vv. 9f. einige Motive aus Vv. 1-8 aufgegriffen und variiert: Aus der jungen Frau (V. 1) wird die Ehefrau (V. 9), die Progression „nicht blicken – das Herz nicht den Augen folgen lassen“ (Vv. 1.7) wird variiert zu „das Herz nicht betören lassen“ (V. 9), die Selbstverfluchung, sonst keinen Anteil an seinen Feldfrüchten haben zu wollen (V. 8) wird variiert zur [diese Feldfrüchte] für andere mahlenden Ehefrau (V. 10); um den Genuss der Feldfrüchte geht es also mindestens &#039;&#039;auch&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Das Mahlen von Getreide ist Sklavenarbeit (s. [[Exodus 11#s5 |Ex 11,5]]; [[Richter 16#s21 |Ri 16,21]]; [[Jesaja 47#s2 |Jes 47,2]]); wie schon die „Entwurzelung“ von Ijobs Nachkommen (durch Bodenverlust) in V. 8 kommt hier so zum Ausdruck, dass in dieser Selbstverfluchung gleichzeitig liegt, so in die unterste soziale Schicht abzurutschen, in der die landlosen Nachkommen für andere arbeiten und (versklavte?) Ehefrau für andere mahlen müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; für den Nächsten meine Frau&lt;br /&gt;
_Und über sie mögen beugen sich die Nächsten, {{par|2 Samuel|12|11}}{{par|Jeremia|8|10}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Denn dies&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dies&#039;&#039; –  gemeint ist das in V. 9 Geschilderte.&amp;lt;/ref&amp;gt; [wäre] Unzucht &lt;br /&gt;
_Und das [wiederum]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dies [wiederum]&#039;&#039; – nämlich die „Unzucht“ aus der vorigen Zeile. Im Heb. wird hier wie meist auf Sachverhalte mit maskulinem Pronomen verwiesen (&#039;&#039;hu´&#039;&#039;); „Unzucht“ ist feminin, in Zeile 2 steht daher das feminine Pronomen (&#039;&#039;hi´&#039;&#039;) – ein sog. G-Shift, ein häufigeres Stilmittel in der bibl. Poesie.&amp;lt;br /&amp;gt;Spätere Schreiber haben die Pronomina angeglichen an ihre &#039;&#039;Prädikate&#039;&#039; „Unzucht“ und „Missetat“ und daher die Reihenfolge vertauscht: &#039;&#039;hi´ ... wehu´&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine strafwürdige Missetat (eine Missetat für Richter);&amp;lt;ref&amp;gt;Die Konsonanten für &#039;&#039;strafwürdige Missetat (Missetat für Richter)&#039;&#039; lassen beide Deutungen zu; entweder wäre zu vokalisieren: &#039;&#039;´awon pelilim&#039;&#039; („Missetat für die Richter“) oder &#039;&#039;´āwon pelili(-m)&#039;&#039; („strafwürdige Missetat“; das eingeklammerte &#039;&#039;-m&#039;&#039; wäre ein sog. „enklitisches Mem“). Spätere Schreiber haben durch Vokalisierung vereindeutigt zur zweiten Variante; in dt. Üss. finden sich aber berechtigterweise noch beide Möglichkeiten; z.B. EÜ16, LUT17: „Verbrechen, das vor die Richter gehört“; SLT: „ein strafwürdiges Vergehen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Genesis|38|24}}{{par|Levitikus|20|10}}{{par|Deuteronomium|22|22|24}}{{par|Sprichwörter|6|29|33}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Ja (Denn); ein Feuer, das bis zum Abaddon fressen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bis zum Abaddon fressen&#039;&#039; – „Abaddon“ ist ein eher seltener Wechselbegriff für das Totenreich. Wie in den Parallelstellen zu V. 11 wird die Unzucht hier also als etwas Todeswürdiges bezeichnet. Vgl. sehr ähnlich [[Deuteronomium 32#s22 |Dnt 32,22]]; [[Sprichwörter 7#s27 |Spr 7,27]].&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Deuteronomium|32|22}}{{par|Jesus Sirach|9|8|9}}{{par|Sprichwörter|7|27}}&lt;br /&gt;
_Und meinen ganzen Ertrag entwurzeln (verbrennen?) müsste!&amp;lt;ref&amp;gt;Metaphorisch sagt &#039;&#039;V. 12&#039;&#039; das selbe wie V. 8 und V. 10: Eine solche Sünde müsse zur Folge haben, dass Ijob all seine Feldfüchte verliert: „Diese Untat wäre ein Feuer...“, d.h. „Dieser Untat entspräche ein Feuer...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Wenn ich missachtet hätte das Recht meines Sklaven&lt;br /&gt;
_Und meiner Sklavin in ihrem Rechtsstreit mit mir,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;V. 13&#039;&#039;: Enjambement. Die Rechte von Sklavinnen und Sklaven waren im Alten Israel ohnehin schon bis zum äußersten eingeschränkt. V. 13 spricht von dem Fall, dass selbst ihre wenigen verbleibenden Rechte (wie z.B. [[Deuteronomium 15#s12 |Dtn 15,12-15]]) von Ijob missachtet worden wären.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
{{S|14}} Was sollte ich [dann] tun, wenn Gott sich erhöbe,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich erhöbe&#039;&#039; – ein häufiges Motiv v.a. in den Psalmen: Gott „sitzt untätig“, doch auf Aufforderung kann er sich „erheben“, um z.B., wie hier, eine Sache oder eine Person zu untersuchen und dann zu richten oder zu strafen. S. ähnlich z.B. [[Psalm 3#s8 |Ps 3,8]]; [[Psalm 7#s7 |7,7]]; [[Psalm 9#s20 |9,20]]; [[Psalm 10#s12 |10,12]]; [[Psalm 76#s9 |76,9]] u.ö.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und wenn er untersuchte ([mich] besuchte), was sollte ich ihm [dann] erwidern?&amp;lt;ref&amp;gt;Chiasmus.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Ijob|9|32}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} Hat nicht [schließlich] im Mutterleib mein Schöpfer (, der mich geschaffen,; der mich im geschaffen im Mutterleib)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;im Mutterleib mein Schöpfer (im Mutterleib, der mich geschaffen; der mich geschaffen im Mutterleib)&#039;&#039; – Die Konsonanten der heb. Entsprechung zu „mein Schöpfer“ lassen sich auch verbal lesen als „der mich geschaffen“. Die Schreiber des masoretischen Textes vereindeutigten durch Vokalisierung zu „mein Schöpfer“, LXX, Syr und VUL durch Übersetzung zu „der mich geschaffen“. Beides ist gleichermaßen möglich. Im Text, der LXX vorlag, scheint außerdem die Reihenfolge von „im Mutterleib“ und „der mich geschaffen“ vertauscht gewesen zu sein; diese Wortfolge findet sich auch in 4QJob&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt; und 11QtgJob. 11QtgJob stimmt noch häufiger mit LXX überein; offenbar kursierte Ijob 31 in md. zwei leicht unterschiedlichen Varianten. Welche der beiden an dieser Stelle die ursprünglichere ist, lässt sich nicht entscheiden; es trägt sich auf die Bed. des Verses auch nur minimal aus: Nach beiden Varianten lässt sich der „Mutterleib“ sowohl auf „mich“ (so z.B. EÜ16: „Hat nicht er der mich im Mutterleib gemacht hat, ihn gemacht“) als auch auf „den Sklaven“ (so z.B. EÜ: „Hat nicht mein Schöpfer auch ihn im Mutterleib geschaffen“) beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; [auch] ihn geschaffen, {{par|Psalm|119|73}}&lt;br /&gt;
_Uns geformt im Mutterschoß einer (in einem Mutterschoß)? –,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in einem Mutterschoß&#039;&#039; ist theoretisch auch möglich; so z.B. daher auch LXX, Sym, Syr, Tg; auch R-S („im gleichen Mutterleibe“). Viel Sinn macht es allerdings nicht; sicher soll nicht gesagt werden, dass Ijob und sein Sklave biologische Brüder waren.&amp;lt;br /&amp;gt;Dass Herr und Knecht mindestens hinsichtlich ihrer Erschaffung durch den selben Schöpfer einander gleichgestellt sind, findet sich gar nicht selten im Alten Testament; s. die Parallelstellen. Es ist dies eine spätere Basis des berühmten Liebesgebots in [[Levitikus 19#s18 |Lev 19,18]] („Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“), wie das denn z.B. in ARN A 16 auch ausgesprochen wird: „Rabbi Schimon ben Elazar sagte: Mit einem mächtigen Eid wurde dies Wort ausgesprochen: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.‘ Ich habe ihn geschaffen; wenn du ihn liebst, bin ich treu, dir guten Lohn zu vergelten; wenn aber nicht, bin ich Richter, zu strafen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Ijob|34|19}}{{par|Sprichwörter|22|2}}{{par|Jesaja|58|7}}{{par|Maleachi|2|10}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}}  Wenn ich verwehrt hätte den Wunsch von Armen&amp;lt;ref name=&amp;quot;persona misera&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Arme&#039;&#039; ist Oberbegriff, unter den &#039;&#039;Witwen&#039;&#039; und &#039;&#039;Waisen&#039;&#039;, zwei Klassen der klassischen „personae miserae“, ebenso fallen wie der landlose Tagelöhner: Im Alten Israel oblag die Rolle des „sozialen Netzes“ der Familie; fehlte einer Person dieses Netz, hatte sie wenig Chancen auf soziale Sicherheit oder gar Wohlstand. Vgl. dazu z.B. [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/13829/ WiBiLex: Armut / Arme (AT)]. Gerade diese sind es häufig, die ihre soziale Stellung in die Schuldsklaverei abrutschen lässt; Vv. 13-15 und 16-18 (und 19-23) thematisieren also sämtlich sozial ähnlich gestellte Personengruppen. Die Gedankenentwicklung ist klar: In seinen Selbstverfluchungen in Vv. 8.12 verflucht sich Ijob selbst zu einem Leben in Armut und ohne Familie; darauf folgt ein längerer Abschnitt über sein Verhältnis zu Armen ohne Familie, woran sich dann in Vv. 24f. ein Abschnitt über Ijobs Verhältnis zum Reichtum anschließt.&amp;lt;br /&amp;gt;Wegen ihrer sozialen Stellung gehörten Hilfeleistungen für Arme, Witwen und Waisen zum in der Bibel ethisch gebotenen Verhalten (s. z.B. [[Deuteronomium 15#s11 |Dtn 15,11]]; [[Tobit 4#s7 |Tob 4,7f.]]; [[Lukas 11#s41 |Lk 11,41]]; [[Jakobus 1#s27 |Jak 1,27]]; [[1 Johannes 3#s17 |1 Joh 3,17]]). In [[Ijob 22#s9 |Ijob 22,9]] bekam Ijob gerade vorgeworfen, sich daran nicht gehalten zu haben; doch er hat dies eben doch getan, s. [[Ijob 29#s12 |Ijob 29,12f.16]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und Augen von Witwen&amp;lt;ref name=&amp;quot;persona misera&amp;quot; /&amp;gt; verschmachten lassen hätte,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Augen verschmachten lassen&#039;&#039; – Die „Augen“ sind in der atl. Anthropologie eine Art „Barometer der Lebenskraft“ (Anderson 1972, S. 129): ist ein Mensch alt, krank, schwach oder traurig, hören seine Augen auf, zu „leuchten“ (s. [[Deuteronomium 34#s7 |Dtn 34,7]]; [[Ijob 17#s7 |Ijob 17,7]]; [[Psalm 6#s8 |Ps 6,8]]; [[Psalm 38#s11 |38,11]]; [[Klagelieder 5#s17 |Klg 5,17]]). Gesundet er oder erholt er sich, leuchten seine Augen dagegen wieder auf (s. [[1Samuel 14#s27 |1Sam 14,27]].[[1Samuel 14#s29 |29]]; [[Esra 9#s8 |Esra 9,8]]; [[Psalm 19#s9 |Ps 19,9]]). Auf irgendeine Weise, so sagt es der Ausdruck, würde Ijob also negativ einwirken auf das Leben von Witwen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und gegessen hätte meinen Bissen allein&lt;br /&gt;
_Und ein Waisenkind nicht davon gegessen hätte – {{par|Nehemia|8|10}}{{par|Tobit|4|16}}{{par|Sprichwörter|22|9}}{{par|Jesaja|58|7}}{{par|Ezechiel|18|7}}{{par|Ezechiel|18|16}}{{par|Matthäus|25|35}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Doch [von] meiner Jugend [an] wuchs es mir auf wie einem Vater {{par|Ijob|29|16}}{{par|Jesus Sirach|4|10}}&lt;br /&gt;
_Und vom Schoß meiner Mutter [an] führte ich sie! –,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie&#039;&#039; – gemeint ist die Witwe; ein weiterer G-Shift („es“ für das Waisenkind ist im Heb. maskulin), dem hier auch noch die Geschlechter von „Vater“ und „Mutter“ entsprechen. Chiasmus: Witwe (V. 16) – Waisenkind (V. 17) – „es“ (V. 18a) – „sie“ (V. 18b).&amp;lt;br /&amp;gt;Gemeint ist, dass Ijob so wohltätig wie ein Vater war (wie in [[Ijob 29#s16 |Ijob 29,16]]), und – übertreibend gesprochen – dass er dies schon von frühester Kindheit, „von Mutterleib an“, war.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die Bilder des Verses sind nicht ganz leicht verständlich; viele Übersetzer korrigieren daher seinen Text. Häufig wird z.B. die Vokalisierung von „es wuchs mir auf“ korrigiert zu „er zog mich groß“, was nach den Konsonanten des Textes durchaus möglich ist. So z.B. schon Raschi; auch NeÜ: „Von Jugend an zog Gott mich wie ein Vater groß“; ähnlich B-R, EÜ, EÜ16, PAT, ZÜR. Ähnlich wird dann gelegentlich auch das „führte ich sie“ korrigiert zu „führte er mich“, was von den Konsonanten her nicht möglich ist. So z.B. Gray 2010, S. 381; auch wieder B-R, EÜ, EÜ16, PAT, ZÜR. Einige wollen auch nur das „sie“ korrigieren nach „es“, so dass auch das zweite Verb sich auf das Waisenkind beziehen könnte; z.B. Ball 1922, S. 361; auch GN („vom Leib meiner Mutter an habe ich es geleitet.“), MEN, merkwürdigerweise auch NeÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Wenn ich jemanden umkommen sehen hätte aus Mangel an Kleidung {{par|Ijob|29|13}}&lt;br /&gt;
_Und ohne Decke den Bedürftigen, &lt;br /&gt;
{{S|20}} Wenn nicht gesegnet hätten mich seine Lenden&amp;lt;ref&amp;gt;Nämlich dafür, dass ich sie ihm bedeckte.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_und durch die Wolle meiner Lämmer ihm nicht warm wurde, {{par|Tobit|4|16}}{{par|Jesaja|58|7}}{{par|Ezechiel|18|7}}{{par|Matthäus|25|36}}{{par|Lukas|3|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Wenn ich erhob gegen ein Waisenkind meine Hand,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wenn ich meine Hand erhob&#039;&#039; – Trad. „Wenn ich über ein Waisenkind meine Hand schwang“; zum Wort vgl. aber Kopf 1959, S. 262-5; Milgrom 1972, S. 34f. So und so ist gemeint: Wenn ich eine Gewalttat gegen es beging; zum Ausdruck s. [[Jesaja 10#s32 |Jes 10,32]]; [[Jesaja 11#s15 |11,5]]; [[Jesaja 19#s16 |19,16]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Weil ich sah im Tor meinen Beistand (meinen Helfer)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Tor war Gerichtsplatz in altisraelitischen Städten. Vorgestellt wird also das Szenario, dass Ijob Waisenkinder schädigte, weil er dafür ohnehin nicht gerichtlich belangt werden würde.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Ijob|5|4}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} So möge meine Schulter von ihrem Nacken fallen&lt;br /&gt;
_Und mein [Unter-]Arm von seinem Oberarm brechen,&lt;br /&gt;
{{S|23}} Denn Schrecken für mich&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;Schrecken für mich&#039;&#039; – W. „Schrecken auf mir“; wie oft im späten bibl. Heb. &#039;&#039;´el&#039;&#039; für &#039;&#039;`al&#039;&#039;. Letzteres ist eine gewöhnliche Präp. zur Angabe von Empfindungen, die ein Mensch empfindet; vgl. z.B. Ges18, S. 963.&amp;lt;/ref&amp;gt; [müsste dann sein] das Verderben Gottes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Weil der Satz nicht sehr schön ist, wird der Ausdruck „Schrecken für mich“ unter dem Einfluss von [[Ijob 13#s11 |Ijob 13,11]] („sein [=Gottes] Schrecken“) von vielen geändert zu „Schrecken Gottes (müsste über mich kommen)“; für die eingeklammerten Worte müsste dann vorausgesetzt werden, dass ein Schreiber das ursprüngliche Wort für „müsste kommen“ zunächst auf Aramäisch geschrieben hätte und dann einem weiteren Schreiber mehrere Fehler beim Abschreiben dieser aramäischen Worte unterlaufen wären: {{hebr}}אל יאתה לי{{hebr ende}} =&amp;gt; {{hebr}}אל יאתא לי{{hebr ende}} =&amp;gt; {{hebr}}אלי איד אל{{hebr ende}}. Das liegt sehr fern, wird aber häufig vertreten und findet sich auch in einigen Üss, z.B. FREE, H-R, HER05, LUT17.&amp;lt;/ref&amp;gt; (als Schrecken [müsste dann] über mich [kommen] die Unterdrückung Gottes, Schrecken [müsste dann] über mich [kommen]: die Unterdrückung Gottes) {{par|Ijob|20|23}}{{par|Ijob|21|20}}{{par|Jesaja|13|6}}{{par|Joel|1|15}}&lt;br /&gt;
_Und ob seine Hoheit (ihn/es zu ertragen) würde ich [dann] nicht standhalten (vermögen).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;ihn/es zu ertragen, würde ich dann nicht vermögen&#039;&#039; gut nach Strauß 2000, S. 173, der statt &#039;&#039;miß´eto&#039;&#039; zu &#039;&#039;mißa´to&#039;&#039; vokalisieren möchte, ohne damit den Konsonantenbestand anzutasten. Da ihm darin bisher m.W. (S.W.) noch niemand gefolgt ist, bleiben wir aber bei der Standarddeutung von Zeile 2 und bieten dies nur als alternative Variante an. Zur Standarddeutung s. ähnlich [[Ijob 13#s11 |Ijob 13,11]].&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Ijob|13|11}}{{par|Psalm|76|7}}{{par|Psalm|119|120}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|24}} Wenn ich gemacht hätte Gold zu meiner Hoffnung&lt;br /&gt;
_ Und zum Feingold gesagt hätte: „Meine Zuversicht!“, {{par|Deuteronomium|8|12|14}}{{par|Psalm|49|7}}{{par|Psalm|52|9}}{{par|Psalm|62|10}}{{par|Sprichwörter|11|28}}{{par|Sprichwörter|18|11}}{{par|Jesus Sirach|5|1}}{{par|Jesus Sirach|11|24}}{{par|Ezechiel|28|5}}{{par|Hosea|12|8}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Wenn mich gefreut hätte, dass groß [war] mein Vermögen&lt;br /&gt;
_Und Vieles erfasst (erlangt) hatte meine Hand, {{par|Deuteronomium|8|18}}{{par|Jesaja|10|13|14}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Wenn ich gesehen (geachtet) hätte das Licht,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Licht&#039;&#039; – gemeint ist die Sonne; s. ähnlich [[Ijob 37#s21 |Ijob 37,21]]; [[Jesaja 18#s4 |Jes 18,4]]; [[Habakuk 3#s4 |Hab 3,4]]. So übersetzen daher auch LXX, VUL, Tg.&amp;lt;/ref&amp;gt; dass es leuchtet (leuchten macht)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;leuchtet (leuchten macht))&#039;&#039; – „leuchten macht“ nach Strauß 2000 S. 173; zur Form vgl. aber Barth 1889, S. 178; auch GKC §67p.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Und den Mond hell (wertvoll, brennend, kühl)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;hell (brennend, kühl)&#039;&#039; – Heb. &#039;&#039;jāqār&#039;&#039;. LXX und Syr lasen das grafisch sehr ähnliche &#039;&#039;jāqād&#039;&#039; („brennend“), so auch Houtsma 1925, S. 67; einige Tg-Handschriften vokalisieren die Konsonanten als &#039;&#039;jāqar&#039;&#039; („kühl seiend“),  was durchaus möglich ist, so auch Gray 2010, S. 386.&amp;lt;/ref&amp;gt; dahingehen&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und betört worden wäre&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;betört worden wäre&#039;&#039; – das selbe Verb wie in V. 9, aber anders geschrieben. Dass es auch in dieser Schreibung die selbe Bed. haben kann, zeigt [[Deuteronomium 11#s16 |Dtn 11,16]]; es ist nicht notwendig, sie an V. 9 anzugleichen (vgl. Dhorme 1984, S. 462). &amp;lt;/ref&amp;gt; insgeheim mein Herz {{par|Deuteronomium|11|16}}&lt;br /&gt;
_Und geküsst hätte meine Hand meinen Mund –&amp;lt;ref&amp;gt;[[Datei:Handkuss.jpeg|rahmenlos|rechts|(c) Ward, William Hayes: The Seal Cylinders of Western Asia. Washington, 1910. S. 274.]]&#039;&#039;V. 27&#039;&#039; macht klar, dass mit dem „Sehen“ von Sonne und Mond Götzenverehrung der Himmelskörper gemeint ist, deren Assoziation in Ijob die Rede vom Gold geweckt hat – entweder wegen ihrer Farbe oder weil Götzenbilder häufig aus Gold gefertigt wurden. Zur Verehrung von Himmelskörpern im Alten Israel s. z.B. [[Deuteronomium 4#s19 |Dtn 4,19]]; [[Deuteronomium 17#s3 |17,3]]; [[2 Könige 17#s16 |2 Kön 17,16]]; [[2 Könige 21#s3 |21,3.5]]; [[2 Könige 23#s5 |23,5]]; [[Jeremia 8#s1 |Jer 8,1f.]]; auch in [[Psalm 19|Ps 19]] finden sich wohl noch Reflexe einer solchen Verehrung. Zum Kuss als Zeichen der rel. Verehrung s. [[1 Könige 19#s18 |1 Kön 19,18]]; [[Hosea 13#s2 |Hos 13,2]]. Der Handkuss zur Verehrung astraler Gottheiten ist für Griechenland gut bezeugt; vgl. z.B. Lukian, salt 17, wo er davon berichtet, dass die Inder für die Sonne tanzten und „sich nicht bloß, wie wir [sc. die Griechen], die Hand küssen und die Sache damit abgethan zu haben glauben.“ (Üs. nach Pauly). Eine schöne Abbildung des Handkusses als orientalischen Gebetsgestus (dazu vgl. auch Langdon 1919) findet sich auf dem rechts abgebildeten Siegel: Rechts sitzt eine Gottheit, vor ihm die Sonne, ein Stern und ein Affe; davor ein Verehrer beim Handkuss.&amp;lt;br /&amp;gt;In der Formulierung küsst hier die Hand den Mund statt umgekehrt, „weil sie beim Handkuss aktiver ist [als der Mund]“ (Driver/Gray 1921, S. 269).&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Deuteronomium|11|16}}{{par|Hosea|13|2}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Auch dies wäre eine strafwürdige Missetat,&lt;br /&gt;
_Denn verleugnet hätte ich Gott in der Höhe!  {{par|Deuteronomium|17|2|5}}{{par|2 Petrus|2|1}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|29}} Wenn mich gefreut hätte der Untergang meines Hassers&lt;br /&gt;
_Und ich erregt gewesen wäre (gejubelt hätte?),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;ich wäre erregt gewesen (ich hätte gejubelt)&#039;&#039; – Das Wort für „erregen“ ist in der Bed. „sich freuen“, die der Kontext fordert und wie hier auch VUL übersetzt, nicht belegt; einige (z.B. Fohrer 1963, S. 426; Gray 2010, S. 381; Torczyner 1920, S. 226) wollen daher den Text korrigieren von &#039;&#039;wehit`orarti&#039;&#039; nach &#039;&#039;wehitro`a`ti&#039;&#039; („ich hätte gejubelt“). So oder so ist recht klar, dass auch Zeile 2 von Ijobs Schadenfreude über seine Feinde spricht. Sinnvoll daher z.B. HfA („schadenfroh gelacht“), NL („schadenfroh gejubelt“); auch EÜ (nicht mehr EÜ16), H-R, MEN, PAT, R-S, TAF, TUR, van Ess, ZÜR.&amp;lt;/ref&amp;gt; dass ihn erfasst hatte (über ihn gekommen war) Böses –&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erfasst hatte Böses&#039;&#039; – Antanaklasis: Vv. 25.29 sind schon durch die gleichlautenden Versanfänge aufeinander bezogen. In beiden Versen findet sich auch das Verb &#039;&#039;matsa´&#039;&#039; („erfassen“), einmal aber in der Bed. „erlangen“, einmal in der Bedeutung „überkommen“; vgl. Ceresko 1982, S. 562.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|30}} Aber nie habe zu sündigen erlaubt mein Gaumen, {{par|Kohelet|5|5}}{{par|Jakobus|3|6}}&lt;br /&gt;
_ Zu fordern durch Fluch (Schwur) sein Leben! –, {{par|1 Könige|3|11}}{{par|Jakobus|3|9|10}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Wenn nicht sagen würden die Männer meines Zeltes:&lt;br /&gt;
_„Wer könnte geben, dass (Oh, dass doch!, Wen gibt es, der) von seinem Fleische nie ({nie}) wir satt würden (man sich nicht gesättigt habe, man nicht gesättigt worden sei)!“&amp;lt;ref&amp;gt;Vieldiskutierter Vers. Gemeint ist wohl: Ijobs „Zeltgenossen“ – die Rede ist vermutlich im Gegensatz zu den Migranten und Wanderern im nächsten Vers von den steten Bewohner seines Zeltes, also seinen Familienangehörigen, Knechten und Sklaven – speißen so gerne an Ijobs Tafel, dass sie bedauern, wegen Sättigung je mit dem Essen aufhören zu müssen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Die Funktion von „&amp;lt;u&amp;gt;Wenn nicht&amp;lt;/u&amp;gt;“ im Kontext von Ijob 31 ist klar; eingeleitet wird damit ein Sachverhalt oder Tatbestand, der, wenn er nicht der Fall wäre, Ijobs Sündigkeit bedeuten würde; s. Vv. 5.6.9.13.16.19.20.21.24.25.26f.29. Der Ausdruck „&amp;lt;u&amp;gt;Wer könnte geben, dass...&amp;lt;/u&amp;gt;“ findet sich 25x im AT; 23x davon sicher als Einleitung eines Wunsches („Gäbe es doch jemanden, der dafür sorgen könnte, dass...“); auch oft im Ijobbuch, s. [[Ijob 6#s8 |Ijob 6,8]]; [[Ijob 11#s5 |11,5]]; [[Ijob 13#s5 |13,5]]; [[Ijob 14#s13 |14,13]];  [[Ijob 19#s23 |19,23]]; [[Ijob 23#s3 |23,3]]; [[Ijob 29#s2 |29,2]]; [[Ijob 31#s35 |31,35]]. Die einzigen beiden Stellen, für die diskutiert wird,  dass dieser Ausdruck auch nicht als Einleitung einen Wunsch verwendet werden könnte, sind [[Ijob 14#s4 |Ijob 14,4]] und unsere Stelle;  so z.B. sogar Jongeling 1974 und Seidl 2001. Zu Ijob 14,4 s. dort; an unserer Stelle wäre dann zu übersetzen: „Wen gibt es, der nicht satt geworden ist durch sein Fleisch!?“ Bei diesem Zahlenverhältnis von 23 von 25 Stellen bräuchte es sehr starke kontextuelle Argumente dafür, den Ausdruck nicht-idiomatisch zu deuten. Die gibt es nicht, dennoch ist dies die Mehrheitsübersetzung; so fast alle Üss (Ausnahmen: LUT 1545 (anders als LUT 1912, 1984 oder 2017): „O wolt Gott das wir von seinem fleisch nicht gesettiget würden.“; TUR: „Ach, könnten wir von seinem Fleische nie ersatten!“). Die sprachlich sehr viel näher liegende Deutung ist also die: Ijob bezeugt seine Rechtschaffenheit damit, dass seine Zeltgenossen sich etwas wünschen („Wenn meine Zeltgenossen nicht sagen würden: ‚Wer könnte geben, dass...!?‘“). Das &amp;lt;u&amp;gt;Verb in ihrem Wunschsatz&amp;lt;/u&amp;gt; könnte entweder ein Verb mit der Endung für 1. Pers. Pl. sein oder ein Partizip Passiv Sg. Mask., also entweder „... dass wir nicht/nie satt würden“ oder „dass es nicht-Gesättigte/nicht Sättung [gäbe/der Fall wäre].“ Und das „&amp;lt;u&amp;gt;Fleisch&amp;lt;/u&amp;gt;“ Ijobs könnte entweder das Mahl sein, das Ijob je servierte (Fleisch war im Alten Orient eine Festtagsspeise) oder sein eigenes Fleisch.&amp;lt;br /&amp;gt;Nimmt man dies zusammen, ergeben sich als die zwei wahrscheinlichsten Bedeutungen des Verses: (1) „[Meine Zeltgenossen wünschen sich:] ‚Ach, dass man sich doch nicht an seinem Fleisch sättigte/gesättigt habe!‘“; sie bedauern ihn also für die Anfeindungen, die er erfahren muss, die hier – wie in [[Psalm 14#s4 |Ps 14,4]]; [[Psalm 27#s2 |27,2]]; [[Psalm 53#s4 |Ps 53,4]]; [[Ezechiel 22#s25 |Ez 22,25]]; [[Micha 3#s3 |Mi 3,3]] und im sehr ähnlichen Vers [[Ijob 19#s22 |Ijob 19,22]] – übertreibend als Kannibalismus dargestellt werden; (2) „[Meine Zeltgenossen wünschen sich:]  ‚Ach, dass wir doch nie von seinem Fleisch satt würden!‘“; Ijob wäre also ein so guter Tischherr, dass sie bedauern, je von seiner Tafel aufstehen zu müssen. Direkt an diesen Wunsch schließt sich Ijobs Selbstzeugnis an, dass er auch für Migranten und Wanderer ein guter Gastgeber sei; der Kontext spricht also stark für die zweite Variante, die ja in etwa auch das selbe impliziert wie die Mehrheitsübersetzung. Ähnlich auch Lund 1903, S. 274: „O, that we never may be satisfied with his flesh!“&amp;lt;/ref&amp;gt; –; {{par|Deuteronomium|28|54|55}}{{par|Sprichwörter|11|25}}{{par|Jesaja|58|10}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Draußen musste nicht bleiben der Migrant&lt;br /&gt;
_Meine Türe, dem Wanderer (Weg)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die Konsonanten wurden von den mittelalterlichen Schreibern &#039;&#039;orach&#039;&#039; („Weg“) vokalisiert; gemeint war aber sicher &#039;&#039;oreach&#039;&#039; („Wanderer“); so auch die alten und fast alle neueren Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; öffnete ich sie [stets]! –, {{par|Genesis|19|2}}{{par|Richter|19|15|21}}{{par|Jesaja|58|7}}{{par|Matthäus|25|35}}{{par|Lukas|24|29}}{{par|Römer|12|13}}{{par|Hebräer|13|2}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|33}} Wenn ich verborgen hätte wie Adam (wie ein Mensch) meine Verfehlungen,&lt;br /&gt;
_Indem ich verdeckte in meinem Versteck (durch mich-Verstecken, in meiner Brust)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in meinem Versteck (durch mich-Verstecken, in meiner Brust)&#039;&#039; – Das Wort &#039;&#039;chob&#039;&#039; findet sich nur ein Mal in der Bibel und ist daher unsicher in seiner Bedeutung. Syr übersetzt mit „Verstecke“; entsprechend wäre es abzuleiten von &#039;&#039;chaba´&#039;&#039; („verstecken“; so Pope 1965, S. 208; erwogen schon von Levy, ChW, S. 233; so auch schon Raschi, Ibn Ezra). Ähnlich Wolfers 1995, S. 441, der das Wort als Infinitiv von &#039;&#039;chabah&#039;&#039; („verstecken“) analysiert. Gemeint wäre dann exakt das, was Adam nach dem Essen der verbotenen Frucht tat: Er versucht, seine Missetat zu verbergen, indem er sich vor Gott „versteckt“ (&#039;&#039;wajjitchabe´&#039;&#039;, von &#039;&#039;chaba´&#039;&#039;; [[Genesis 3#s8 |Gen 3,8]]). So z.B. LUT17: „um heimlich meine Schuld zu verbergen“&amp;lt;br /&amp;gt;Tg dagegen übersetzt das Wort gleich dreifach („in meiner Brust, in meinem Busen, im Innersten meines Herzens“), was mit VUL („in meiner Tasche“) auch als Bezeichnung für eine „Brusttasche“ gehalten werden könnte; entsprechend wäre das Wort abzuleiten von &#039;&#039;chabab&#039;&#039; („lieben“) und das abgleitete Nomen „Liebe“ würde dann metonymisch für  das Herz gebraucht, in dem man seine Sünden verbirgt (?), oder für die „Brust“, was dann &#039;&#039;noch einmal&#039;&#039; metonymisch für die „Brusttasche“ stehen würde (was aber genau die Vorstellung hinter der in der Brusttasche verborgenen Sünde sein soll, ist ungewiss). So deuten und übersetzen die meisten (z.B. EÜ16: „Wenn ich meine Schuld verbarg in meiner Brust“).&amp;lt;/ref&amp;gt; meine Missetat, {{par|Psalm|32|3|5}}{{par|Sprichwörter|28|13}}&lt;br /&gt;
{{S|34}} Weil ich fürchten müsste den Lärm (Tumult) der Menge&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lärm der Menge&#039;&#039; – also ihren Aufruhr ob seiner Missetat. Das Wort für &#039;&#039;Lärm&#039;&#039; kann selbst schon die Bedeutung „Masse, Menge“ haben; der Ausdruck „Lärm der Menge“ weckt also die Assoziation eines regelrechten Volksaufstandes.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die/den große/n Menge/Tumult) {{par|Matthäus|27|22|23}}&lt;br /&gt;
_Und der Familien Verachtung mich niedermachen (beugen, schrecken) würde, &lt;br /&gt;
Und [wenn ich] still gewesen wäre (war ich still), möge ich nie mehr (nicht) hinausgehen zur Tür!&amp;lt;ref&amp;gt;Einzeiler wie oft zum Abschluss einer Strophe. Das „und still gewesen wäre“ steht im heb. Text im „Tempus“ Wayyiqtol, das Wort steht also nicht auf einer Ebene mit den ersten beiden Zeilen und dem Folgenden, sondern Ijob macht hier noch einen Nachtrag zu seiner Missetat-hypothese in V. 33, die ebenfalls in der Vergangenheit formuliert war: „Wenn ich meine Verfehlungen wie Adam verborgen hätte, indem ich meine Missetat in meine Versteck verdeckte ... und still gewesen wäre“. Der Rest der Zeile bringt dann die Selbstverfluchung: Ihm müsste dafür soziale Ausgrenzung zuteil werden, wie sie in [[Ijob 19#s13 |Ijob 19,13-19]] geschildert wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Ijob|30|5|8}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|35}} Wer könnte mir geben, dass mich (Ach, dass doch) einer hörte (erhörte)! {{par|Ijob|19|7}}{{par|Psalm|17|1}}{{par|Psalm|130|1|2}}&lt;br /&gt;
_Siehe: Mein Tau!&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schrift&amp;quot;&amp;gt;Schwierigster Vers des Kapitels; was das &#039;&#039;Tau&#039;&#039; und die &#039;&#039;Schrift des Prozessgegners&#039;&#039; genau sein sollen, ist ungewiss. Bei der „Schrift des Prozessgegners“ liegt schon in der Formulierung, dass es sich wohl um ein gerichtliches Dokument handelt; vermutlich die Anklageschrift – s. dazu die Anmerkungen. Viel schwieriger ist aber das „Tau“. Gemeint ist vielleicht: „Dies ist mein letztes Wort!“.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: „Tau“ ist der Name des letzten Buchstaben des heb. Alphabets; in der althebräischen Schrift hatte es die Form eines „x“ oder eines griechischen „χ“. Die hebräischen Buchstabennamen haben aber außerdem eine Bedeutung. Der erste Buchstabe des Alphabets etwa, „Aleph“, bedeutet „Rind“; der zweite, „Beth“, bedeutet „Haus“ usw. Was aber die Bedeutung von „Tau“ ist, ist ungewiss. Das Wort findet sich nur noch in [[Ezechiel 9#s4 |Ez 9,4.6]]; dort steht es aber sicher für den Buchstaben und speziell die Form dieses Buchstabens (s. dort); die Bedeutung des &#039;&#039;Wortes&#039;&#039; „&#039;&#039;tau&#039;&#039;“ lässt sich aus dieser Stelle nicht herauslesen.&lt;br /&gt;
# Vorsichtigere Ausleger belassen es bei der Bedeutung „mein Tau“, sehen dies als Äquivalent für „mein Kreuz“, mutmaßen, dass Analphabeten im Alten Israel wie heute unter Dokumente statt einer Unterschrift ein Kreuz gesetzt hätten und dass Ijob daher mit dem Ausdruck „mein Kreuz“ auf eine von ihm ge- und hiermit unterschriebene Verteidigungsschrift verweise. Schon für Unterschriften an sich gibt es im Alten Israel aber keine Belege, und noch weniger für stattdessen gesetzte Kreuzchen. Beides macht auch nicht viel Sinn in einer Gesellschaft, die zum größten Teil aus Analphabeten bestand und wo daher Dokumente stattdessen nachweislich mit [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rollsiegel.JPG Rollsiegeln] oder [https://i.pinimg.com/564x/63/72/af/6372afe49ce0193d28bd09bd3a791d6e.jpg Siegelringen] „unterschrieben“ wurden. So dennoch die meisten Ausleger und Üss. Im Jerusalemer Talmud findet sich dann auch sehr wahrscheinlich doch ein Beleg für diese Praxis; nach j.Git ix 9 50d unterschrieb Rabbi Abbahu seine Dokumente mit einem „Aleph“, Rabbi Chisda dagegen mit einem „Samech“. Hezser 2011, S. 181 geht sinnvoll davon aus, dass „Alef“ und „Samech“ nicht für die Anfangsbuchstaben der beiden Rabbis stehen (da „Chisda“ mit &#039;&#039;Het&#039;&#039; beginnt, nicht mit Samech), sondern für ihre Form: Aleph hatte wie das althebräische Tau die Form eines Kreuzes, Samech die eines Kreises. Was Rabbi Abbahu tat, würde also exakt dem entsprechen, was vielleicht Ijob hier von sich sagt: Er unterschreibt mit einem Kreuzchen.&amp;lt;br /&amp;gt;Wagemutigere Ausleger halten das Wort „Tau“ wegen dieser Stelle und doch auch wg. Ez 9,4.6 für einen Ausdruck für „Zeichen“; Fohrer 1963 übersetzt daher mit „Handzeichen“ und will es für etwas wie die Fingerabdrücke auf babylonischen Urkunden halten; Alter 2010 gleich für ein persönliches Rollsiegel. Noch wagemutigere Ausleger leiten aus Ez 9,4.6 ab, dass es speziell Zeichen für die Zugehörigkeit zu JHWH bezeichne, die man auf der Stirn trug, was daher auf eine Vorform der Phylakterien oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Tefillin Tefillin] anspiele (Stevenson 1951; Wolfers 1995; Witte 2004). Aber zu Ez 9,4.6 s. eben dort; und auch so sind alle drei Varianten zu hypothetisch.&lt;br /&gt;
# Tg und VUL übersetzen mit „mein Begehren“; recht verbreitet ist daher auch, &#039;&#039;taui&#039;&#039; zu korrigieren oder zu lesen (gut Gordis 1978, S. 355) als &#039;&#039;ta´auati&#039;&#039; („mein Begehren“): „Siehe, meine Begehren [ist], dass Schaddai mir antworte!“. Doch richtig Rechenmacher 2007, S. 170: Die Abfolge [Deiktikon („Siehe“) – Abstraktum („mein Begehren“) – Satz („das Schaddai mir antwortet“)] wäre im Heb. nicht idiomatisch und findet sich daher auch nirgends sonst. So aber EÜ (nicht mehr EÜ16), KJV, LUT 1545, PAT.&lt;br /&gt;
# Weil Tau der letzte Buchstabe im Alphabet ist, vermutet Humbert 1929, S. 91, der Ausdruck „mein Tau“ bedeute etwa „mein letztes Wort“. So auch Hoffmann 1891, S. 84; Kissane 1946; auch B-R („da ist mein Schlussstrich“), HER05 („dies ist mein letztes Wort“), NJB („I have said my last word“), TOB („Voilà mon dernier mot“); erwogen und empfohlen auch von CTAT V, S. 303. In Ermangelung einer besseren Alternative sollte man sich für diese Lösung entscheiden; sehr befriedigend ist sie aber nicht, solange sich für diesen Gebrauch keine Parallelen finden. Am ehesten ist eine solche [[Offenbarung 22#s13 |Offb 22,13]], wo Jesus von sich sagt, er sei „das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte“, wo also der letzte Buchstabe des griech. Aphabets, Omega, für „den/das Letzte/n“ steht. Vielleicht auch vergleichbar: b.A.Z. 4a: „diejenigen, die die Torah von Alef bis Tau befolgen“. Ijob hebt an zu seiner letzten Selbstverteidigung, seinem „Tau“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schaddaj&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gottesbez&amp;quot; /&amp;gt; antworte mir! –{{par|Ijob|19|7}}{{par|Ijob|23|3|5}}{{par|Psalm|4|2}}{{par|Psalm|13|4}}{{par|Psalm|27|7}}{{par|Psalm|55|3}}{{par|Psalm|69|14}}{{par|Psalm|86|1}}{{par|Psalm|102|3}}{{par|Psalm|119|145}}{{par|Psalm|120|1}}{{par|Psalm|143|1}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Schrift,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schrift&amp;quot; /&amp;gt; die mein Prozessgegner geschrieben –&amp;lt;ref&amp;gt;Die Übersetzung wird dadurch sehr erschwert, dass die &#039;&#039;dritte Zeile&#039;&#039; verschiedentlich aufgelöst werden kann, weil sie von verschiedenen Worten und Sätzen abhängen könnte:&lt;br /&gt;
* Von „Wer könnte mir geben, dass...“: „Wer könnte mir geben, dass [Gott] mich erhört ... und [dass ich] die Klageschrift [hätte], die mein Prozessgegner schrieb?!“ (Dillmann 1869, so z.B. LUT17, ZÜR)&lt;br /&gt;
* Von „Siehe“: „Sieh, mein Tau ... und [sieh], die Schrift...“ (Witte 2004, so z.B. EÜ16, HER05)&lt;br /&gt;
* Von „er möge mir antworten“: „Schaddai möge mir antworten und der Schrift [antworten]...“ (Wolfers 1995, so z.B. NL, R-S)&lt;br /&gt;
* Mit V. 36: „Die Schrift, die mein Prozessgegner schrieb: Ich würde sie auf dem Nacken tragen...“ (Dhorme 1984; Strauß 2000; Rechenmacher 2007 u.a.; so schon LXX)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Indizien sind erstens, dass das „Tau“ offenbar etwas Gutes, die „Schrift des Prozessgegners“ dagegen etwas Schlechtes für Ijob ist (vgl. Rechenmacher 2007, S. 178) und daher vielleicht nicht das selbe über beide ausgesagt werden soll, und v.a. zweitens, dass von der „Schrift des Prozessgegners“ die „Schrift“ ohnehin in V. 36 und der „Gegner“ in V. 37 aufgegriffen wird (vgl. ähnlich ebd., S. 175); diese Indizien sprechen etwas mehr für die vierte Auflösung. Die anderen Alternativen sind aber dennoch möglich und alle nicht unwahrscheinlich.&amp;lt;br /&amp;gt;V. 36 beginnt mit einer neuen „Wenn“-Formulierung, die sich häufig in Ijob 31 finden. Mit V. 35c beginnt daher wohl eine neue Strophe, die bestimmt ist von Rechtsterminologie: Die Rede ist von der „Schrift“ des „Prozessgegners“ und in V. 38 von der Erde als Zeuge beim Prozess gegen Ijob (s. dort).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|36}} Wenn ich sie nicht (Würde ich sie nicht...!?) auf meiner Schulter tragen (auf meine Schulter heben) könnte,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auf meiner Schulter tragen&#039;&#039; – wie ein Ehrenabzeichen; vgl. [[Jesaja 22#s22 |Jes 22,22]] (vgl. auch [[Sprichwörter 6#s21 |Spr 6,21]]): Weil er ohne Fehl ist, ist die Anklageschrift mit den falschen Anklagen für Ijob durchaus nicht gefährlich, sondern im Gegenteil &#039;&#039;Ausweis&#039;&#039; seiner Vollkommenheit.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
_Mir als Krone&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Krone&#039;&#039; – Im Heb. Pl. So auch in [[Sacharja 6#s11 |Sach 6,11.14]]; es gehört wohl zu den heb. Worten, die auch im Pl. Sg.-Bed. haben können. Mit Sg. übersetzen auch LXX, VUL, Syr.&amp;lt;/ref&amp;gt; umbinden könnte, {{par|Ijob|19|9}}&lt;br /&gt;
{{S|37}} Die Summe (Zahl) meiner Schritte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Summe meiner Schritte&#039;&#039; – all meine Schritte, die Gänze meiner Taten; Ijob ist zuversichtlich, beim Nacherzählen seines Lebens von A bis Z keiner Ungerechtigkeit bezichtigt werden zu können.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihm kund tun&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kund tun&#039;&#039; – Wortspiel: „kund tun“ ist Heb. &#039;&#039;nagad&#039;&#039;, der „Fürst“ &#039;&#039;nagid&#039;&#039;. Wie ein Fürst kann er sich ihm nahen, da er ob seiner Fehlerlosigkeit stolz und mutig auf ihn zutreten kann – und weil er eine Krone trägt, nämlich eben die Anklageschrift seines Gegners. In [[Ijob 19#s9 |Ijob 19,9]] beklagt sich Ijob, dass ihm mit seinem Leid die Krone genommen sei; die Widerlegung der hypothetischen Anklageschrift würde ihm diese Krone wieder geben: Er ist unschuldig; die ungerechte Anklageschrift würde auf diese Weise zum &#039;&#039;Ehrenzeichen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; könnte, {{par|Ijob|13|15}}{{par|Ijob|31|4}}{{par|Psalm|119|26}}&lt;br /&gt;
_Wie ein Fürst mich ihm nahen könnte,&lt;br /&gt;
{{S|38}} Wenn gegen mich mein Acker schrie&lt;br /&gt;
_Und alle seine Furchen weinten,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;V. 38&#039;&#039; spielt das Motiv von gegen Menschen als Zeugen auftretenden &#039;&#039;Objekten&#039;&#039; ein; s. [[Genesis 4#s 10 |Gen 4,10]]; [[Deuteronomium 31#s28 |Dtn 31,28]]; [[Psam 50#s4 |Ps 50,4]]; [[Jesaja 1#s2 |Jes 1,2]]; [[Jesaja 26#s21 |26,21]]; [[Micha 6#s2 |Mi 6,2]]; [[Habakkuk 2#s11 |Hab 2,11]]. In Vv. 35c-36 spricht Ijob davon, dass in einer hypothetischen Anklageschrift nichts Wesentliches gegen ihn stehen könnte; in V. 38 davon, dass selbst sein Acker als möglicher Zeuge nichts gegen ihn vorbringen würde: Er hat sich ganz makellos verhalten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|39}} Wenn ich seinen Ertrag gegessen hätte ohne Zahlung&lt;br /&gt;
_Und das Leben seinen Besitzer aushauchen (die Seele seines Besitzers trauern) lassen hätte,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Vv. 38f.&#039;&#039; verstehen viele Ausleger verblüffenderweise so, dass Ijob von sich weist, Sünden gegen die &#039;&#039;Natur&#039;&#039; begangen habe, indem er z.B. speziell Raubbau mit seinen Feldern betrieben habe (daher z.B. GN: „weil ich nur erntete und ihn nicht pflegte“; HfA: „wenn ich seinen Ertrag verzehrt habe, ohne ihm zu geben, was ihm zusteht“). V. 39 spezifiziert aber, dass er von sich weist, „ohne Zahlung“ den Ertrag seines Ackers genossen zu haben und (so) „seinen Besitzer“ umgebracht habe. Hintergrund sind also wohl eher von verschuldeten Israeliten verpfändete Äcker, für die Ijob ihren eigentlichen Besitzern nichts oder zu wenig gezahlt hätte. S. zum Hintergrund z.B. [[Levitikus 27#s22 |Lev 27,22-25]], wo sich Regelungen für den Spezialfall finden, dass ein „Käufer“ eines solchen Feldes dieses dem Tempel „heiligt“, oder [[Rut 4]], wo Noomi ihre Felder verpfänden möchte, vgl. auch [http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/15597/ Bodenrecht (AT) (WiBiLex)]. Zu unrechtlich angeeigneten Feldern s. z.B. [[1 Samuel 8#s14 |1 Sam 8,14f.]]; [[1 Könige 21 |1 Kön 21]]; [[Micha 2#s2 |Mi 2,2]].&amp;lt;br /&amp;gt;Die Üs. „Ackerleute“ in HER05 und LUT nimmt an, dass hier &#039;&#039;ba`al&#039;&#039; („Besitzer“) als Variante von &#039;&#039;po`al&#039;&#039; („Arbeiter, Täter“) verwendet würde. Das ist sehr unwahrscheinlich; allein schon, weil sich in V. 3 die normale Form &#039;&#039;po`al&#039;&#039; findet („Täter [von Übel], [Übel-]täter“; so richtig Dick 1983, S. 36).&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Sprichwörter|1|19}}{{par|Ezechiel|18|12}}{{par|Ezechiel|22|12|13}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} möge statt Weizen Dorngestrüpp aufgehen&lt;br /&gt;
_Und statt Gerste Unkraut! {{par|Genesis|3|17|18}}{{par|Genesis|4|12}}{{par|Jesaja|5|6}}{{par|Jesaja|7|23}}{{par|Jesaja|34|13}}{{par|Jeremia|12|13}}{{par|Hosea|9|6}}{{par|Zefanja|2|9}}{{par|Maleachi|1|3}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende der Worte Ijobs. {{par|Psalm|72|20}}&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einer letzten titanischen Verteidigungsrede wendet sich Ijob gegen die Behauptung seiner Freunde, Gott strafe ihn, weil er Unrecht getan habe. Mitnichten: Ganz ohne Rechtfertigung ist das Leid, dass Gott über ihn gebracht hat!&amp;lt;br /&amp;gt;Volz 1912 hat auf das Papyrus 27 aus Elephantine hingewiesen, mit dem sich Ijob 31 gut erhellen lässt: Der Autor des Papyrus wird diverser Vergehen angeklagt („Du hast mein Haus mit Gewalt betreten und hast meine Frau gestoßen und hast Geld mit Gewalt aus meinem Hause weggenommen und es dir zu eigen gemacht“) und erhält darum eine „Vorladung vor die Gottheit“. Vor dieser Gottheit soll er binnen vier Tagen erklären: „Ich habe dein Haus nicht mit Gewalt betreten usw.“ Solche Unschuldsbeteuerung vor einer Gottheit nennt man „Reinigungseid“ (vgl. dazu z.B. [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/33098/ Reinigungseid (WiBiLex)]), da man sich mit ihnen von solchen Anklagen „reinigt“. Man kennt sie z.B. auch aus den babylonischen Gesetzen Hammurabis (§266) oder Amisaduqas (§9); zwei schöne biblische Beispiele finden sich in [[1 Samuel 12#s3 |1 Sam 12,3-5]]; [[Psalm 7 |Ps 7,4-6]]. Von einer Anklageschrift mit ähnlichem Inhalt wie der Anklage im Elephantine-Papyrus spricht wohl &#039;&#039;&#039;V. 35&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Ijobs Dilemma ist aber gerade, dass ihm eine solche Anklageschrift nicht vorliegt; ihm ist unbegreiflich, für welche Sünde Gottes Strafe über ihn gekommen sein könnte. Und so äußert er hier einen universalen Reinigungseid, in dem er in einem Aufwasch alle möglichen Sünden von sich weist: Hätte er eine davon begangen, so möge nur eine Strafe über ihn kommen, die dieser Sünde entspricht; jedoch: Er ist unschuldig!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 1-8&#039;&#039;&#039;: Wäre sein Blick auf etwas Begehrenswertes gefallen – doch nicht einmal unverheiratete Frauen hat er angesehen –, wäre in seinem Herzen Begehren entbrannt, hätte er diesem Begehren nachgegeben, hätte er daher Schuld auf sich („auf seine Hände“, V. 7) geladen, so möge er den Ertrag der Arbeit dieser Hände nicht genießen dürfen. Doch keinen Schritt auf dem Weg dieser hier geschilderten Progression zum Bösen hat er begangen. Hätte er (&#039;&#039;&#039;Vv. 9-12&#039;&#039;&#039;) auch noch die Frau eines anderen begehrt und gar noch Unzucht mit ihr betrieben, komme das selbe Unheil über ihn: Auch mit seiner Frau möge Unzucht getrieben werden, und, wieder: Seiner Hände Werk müsste vernichtet werden „durch Feuer, das bis zum Abaddon frisst“, bis zur endgültigen Vernichtung. Doch nichts davon hat er getan!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 13-23&#039;&#039;&#039;: Hätte er speziell nichts Gutes für sozial Tiefergestellte getan, wie dies geboten ist – hätte er Sklaven übervorteilt, Arme, Witwen und Waisen nicht gespeist, Nackte nicht bekleidet –; ja, hätte er Waisen gar mit der Hand Schaden zugefügt, so möge diese Hand ihm abfallen. Doch nichts davon hat er (nicht) getan!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 24-28&#039;&#039;&#039;: Hätte er sein Herz an das Falsche gehängt – an Gold etwa, oder an falsche Götter (nämlich Sonne und Mond) –, wäre auch dies eine „strafwürdige Missetat“ und müsste daher wie die „strafwürdige Missetat“ in Vv. 9.11 bestraft werden. Doch nichts davon hat er getan!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 29-34&#039;&#039;&#039;: Hätte er sich gegen andere Mitmenschen versündigt – hätte er Schadenfreude über das Leid seiner Gegner gehabt, wäre er kein guter Hausherr für die „Männer seines Zeltes“ gewesen, hätte er Migranten und Wanderern nicht Obdach gewährt und sich stattdessen in sein Heim verkrochen wie in ein Versteck, weil er sich gegen „die Menge“ und „die Familien“ vergangen hätte und sich daher nicht mehr heraustrauen dürfte –, müsste er sozial ausgegrenzt sein. Doch nichts davon hat er (nicht) getan!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vv. 35-40&#039;&#039;&#039;: Ijob hebt an zu seiner letzten Verteidigung, seinem „Tau“: Seinem letzten Wort: Hätte er sonst irgendein Unrecht begangen, das in einer Anklageschrift stehen könnte, die er nicht zurückweisen könnte, oder die Acker und Ackerfurchen gegen ihn bezeugen könnten (s. [https://offene-bibel.de/wiki/Ijob_31/Pers%C3%B6nliche_Fassung_(Sebastian_Walter)#note_ba FN ba]), so möge wiederum dieser Acker für ihn keine Frucht bringen. Doch, noch einmal: Nichts davon hat er getan! Und nun möge Gott ihm endlich antworten: &#039;&#039;Was hat er nur verbrochen&#039;&#039;?! Und in der Tat: Ignoriert man die später hinzugefügten Reden des Elihu in Ijob 32-37, schließt sich in [[Ijob 38]] direkt an diese Aufforderung Ijobs Gottes Erwiderung an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mihi</name></author>
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		<title>Kolosser 3</title>
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		<updated>2020-07-20T18:57:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Mihi: Exporter&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
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{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
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{{S|12}} So kleidet euch, als die Auserwählten Gottes, die Heiligen und Geliebten, in herzliche Barmherzigkeit, Güte, Demut, Sanftmut und Geduld. &lt;br /&gt;
{{S|13}} Ertragt euch gegenseitig, und schenkt einander [Vergebung] (seid wohlgesonnen/freundlich zueinander), wenn einer gegen den anderen einen Vorwurf hat. So wie der Herr euch [Vergebung] geschenkt hat, so [vergebt] auch ihr! &lt;br /&gt;
{{S|14}} Über dies alles aber [zieht an] die Liebe, die der Gürtel (das Band) der Vollkommenheit ist. &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und der Friede Christi sei ein Schiedsrichter (lenke, regiere) in euren Herzen&amp;lt;ref&amp;gt;Das Herz ist im biblischen Denken nicht nur der Sitz des Gefühls, sondern auch des Verstandes&amp;lt;/ref&amp;gt; – [der Frieden], zu dem ihr auch berufen seid in einem Leib. Und werdet dankbare [Menschen]! &lt;br /&gt;
{{S|16}} Das Wort Christi wohne reichlich (vielfach, vornehm) unter&amp;lt;ref&amp;gt;Laut Gemoll-Lexikon kann &#039;&#039;en&#039;&#039; (ἐν) die Personengruppe angeben, wo jemand wohnt&amp;lt;/ref&amp;gt; (in) euch, in aller Weisheit lehrt und warnt (ermahnt) einander (euch gegenseitig) mit Psalmen, Hymnen (Lobliedern), geistvollen (geistlichen, geisterfüllten) Liedern, in Dank (Gnade, Anmut) singt in euren Herzen Gott. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und alles (gar alles), was ihr tut, mit Worten oder mit Werken, das alles [tut (soll geschehen, tut ihr)] im Namen des Herrn Jesus, und dankt so Gott, dem Vater, durch ihn.&lt;br /&gt;
{{S|18}}&lt;br /&gt;
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