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	<title>Die Offene Bibel - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=25617</id>
		<title>Markus 1</title>
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		<updated>2017-07-04T23:21:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Sehr gute Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{Ungeprüfte Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
((Johannes der Täufer))&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesu Taufe))&lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Die Berufung der ersten vier Jünger))&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesus lehrt mit Vollmacht))&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesus heilt viele Kranke))&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesus predigt in ganz Galiläa))&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Ein Geheilter bricht den Schweigebefehl))&lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang der frohen Botschaft&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort [[Evangelium]] (gr. εὐαγγέλιον) steht hier noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;frohe Botschaft von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus / das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus’ Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; – andere Handschriften: „den Propheten“ (Plural)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen [[Hebraismus]], der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt; Anders als von Markus angeben ist das Zitat eine Zusammenstellung aus Jesaja (Jes 40,3 LXX) und Maleachi 3,1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Jesaja|40|3}}{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039;: Es gibt an dieser Stelle leicht verschiedene Lesarten in den Handschriften.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes’ Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“. Andere vertreten die Position, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (so z.B. Dixon 2009, 771f). Diesem Argument folgen wir mit unserer Übersetzung.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Andere Handschriften lesen „Und eine Stimme wurde gehört“ oder „Und eine Stimme“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas’ ἄγω oder Matthäus’ ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Andere Handschriften lesen „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 19 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; Textkritik: Die Handschriften haben an dieser Stelle unterschiedliche Lesarten, und auch die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben bevorzugen verschiedene Varianten. NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν, was der hier gewählten Übersetzung entspricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. In [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt sich die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit „nachdem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne aber mit dieser Aussage eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermeintlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Einzelne antike Handschriften haben die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039;. Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben folgen verschiedenen Varianten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil dies die folgende Handlung Jesu begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, welche die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überall her (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anliegen}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1-15&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Das Markusevangelium versucht zu Beginn eine Traditionslinie herzustellen. Johannes der Täufer wird als der so genannte &amp;quot;Rufer in der Wüste&amp;quot; aus dem Buch des Propheten Jesaja dargestellt und so zu einer Art Vorläufer der irdischen Person Jesus von Nazareth.  Der Beginn des Buches stellt dar, dass Johannes vor allem Buße, d.h. Umkehr, predigte, die Predigt Jesu aber darüber hinaus geht: Er verkündet die &amp;quot;frohe Botschaft&amp;quot; (gr. Evangelium) Gottes. Dass das Markusevangelium Jesus als Überbietung von Johannes dem Täufer einführen will, wird darüber hinaus deutlich in der Verwendung des Sohn-Gottes-Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;16-20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt tritt Jesus als beherrschende, beinahe gebieterische Figur auf. Hierbei wird die Kraft herausgestellt, die ein Ruf Jesu an die Menschen hat, sowie die Bedingungslosigkeit einer Nachfolge als Jünger Jesu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;21-28&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Szene markiert den machtvollen Beginn des öffentlichem Auftretens Jesu mit seiner neuen Lehre. Sie steht in Opposition zu den Schrfitgelehrten, die hinter seiner Kraft zurückbleiben. Mit der Nennung der konkreten Synagoge von Kafernaum will Markus die Geschichte in einen historischen Zusammenhang stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;29-34&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Diese Verse haben vor allem die Funktion, Jesus als Wundertäter darzustellen, der die Macht besitzt, Krankheiten zu heilen und Dämonen zu vertreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;35-39&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Drei Anliegen lassen sich in diesem Abschnitt erkennen: Jesu Verkündigung und seine machtvolledien Taten gehören zusammen. Der Ortswechsel macht deutlich, dass dies für das ganze Gebiet Galiläas gilt. Die Jünger Jesu verstehen Jesu Handeln nicht vollständig.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;40-45&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Tatsache, dass der Kranke zu Jesus kommt, verdeutlicht innerhalb des Markusevangeliums, dass die Bekanntheit Jesu bereits einen ersten Höhepunkt erfahren hat. Diese Bekanntheit wird außerdem weiter steigen, wenn der Kranke, wie beschrieben, die Wundertaten Jesu weiter erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_3&amp;diff=21499</id>
		<title>Markus 3</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_3&amp;diff=21499"/>
		<updated>2015-09-20T13:10:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesus heilt am Sabbat))&lt;br /&gt;
{{L|1}} Als Jesus wieder einmal in die Synagoge ging und dort auf einen Mann mit einer verkrüppelten Hand stieß,&lt;br /&gt;
{{L|2}} wurde scharf beobachtet, was er tun würde. Denn wenn er ihn heilen würde, obwohl Sabbat war, könnte man ihn vor Gericht bringen.&lt;br /&gt;
{{L|3}} Da sagte Jesus zu dem Mann mit der verkrüppelten Hand: „Komm in die Mitte!“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Die Anderen aber fragte er: „Soll man an einem Sabbat Gutes oder Schlechtes tun? Soll man Leben retten - oder töten?“ Doch er bekam keine Antwort.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Zornig blickte Jesus in die Runde, und tief betrübt über ihre Hartherzigkeit bat er den Mann: „Streck deine Hand aus!“ Dieser streckte seine Hand aus - und sie war geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Da verließen die Pharisäer unverzüglich die Synagoge und berieten sich mit den Anhängern des Herodes, wie sie ihn umbringen könnten.&lt;br /&gt;
((Jesus heilt am See Gennesaret))&lt;br /&gt;
{{L|7}} Daraufhin wollte sich Jesus mit seinen Jüngern an den See zurückziehen. Doch eine große Menschenmenge aus Galiläa folgte ihm. Selbst aus Judäa,&lt;br /&gt;
{{L|8}} Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet östlich des Jordans, aus Tyrus und Sidon strömten die Menschen scharenweise zu ihm, weil sie von seinen Taten gehört hatten.&lt;br /&gt;
{{L|9}} Um nicht von der Menschenmenge erdrückt zu werden, bat er seine Jünger, dafür zu sorgen, dass ihm ein kleines Boot bereitstehen würde.&lt;br /&gt;
{{L|10}} Denn weil er schon so viele geheilt hatte, drängten nun alle, die ein Leiden hatten, an ihn heran, um ihn zu berühren.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Und wann immer ihn ein unreiner Geist erblickte, fiel er vor ihm nieder und schrie: „Du bist der Sohn Gottes!“&lt;br /&gt;
{{L|12}} Aber Jesus verbot ihnen strengstens, bekannt zu machen, wer er sei.&lt;br /&gt;
((Die Berufung der Apostel))&lt;br /&gt;
{{L|13}} Später stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er bei sich haben wollte. Und sie kamen zu ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Von diesen berief er wiederum Zwölf: Sie sollten ihm folgen, sie wollte er zum Verkündigen aussenden {{L|15}} und ihnen wollte er die Macht geben, Dämonen auszutreiben.&lt;br /&gt;
{{L|16}} Er berief also die Zwölf. Diese waren: Simon - ihm gab er den Namen „Petrus“ -,&lt;br /&gt;
{{L|17}} Jakobus (der Sohn des Zebedäus), sein Bruder Johannes - diesen beiden gab er den Namen „Boanerges“ (das heißt: „Donnersöhne“) -,&lt;br /&gt;
{{L|18}} Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus (der Sohn des Alphäus), Thaddäus, Simon, der Eiferer&lt;br /&gt;
{{L|19}} und Judas Iskariot, der ihn später verraten sollte. &lt;br /&gt;
((Jesus, seine Verwandten und die Schriftgelehrten))&lt;br /&gt;
{{L|20}} Dann zog Jesus sich in ein Haus zurück. Aber auch dort versammelte sich eine große Menschenmenge, so dass Jesus und die Jünger nicht einmal Zeit fanden, auch nur einen Bissen Brot zu sich zu nehmen.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Als seine Angehörigen davon erfuhren, machten sie sich auf den Weg, um ihn zurückzubringen. Sie sagten nämlich, er habe den Verstand verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Jerusalemer Schriftgelehrten dagegen verbreiteten, dass er vom Dämon Beelzebul besessen sei und nur deswegen Dämonen austreiben könne, weil er mit dem Höllenfürsten selbst im Bunde stehe.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Jesus rief sie zu sich und hielt ihnen folgenden Vergleich entgegen: „Wie soll denn der Satan sich selbst austreiben? {{L|24}} Wenn ein Königreich mit sich selbst entzweit ist, kann es nicht bestehen.&lt;br /&gt;
{{L|25}} Und wenn eine Familie mit sich selbst entzweit ist, kann auch sie nicht bestehen.&lt;br /&gt;
{{L|26}} Würde also wirklich der Satan sich gegen sich selbst erheben und mit sich selbst entzweit sein - wie sollte dann er bestehen? Dann wäre es ja aus mit ihm. &amp;lt;ref&amp;gt;Eigentlich ist das kein sinnvolles Gegenargument gegen die Schriftgelehrten. Im Alten Israel war der Glaube verbreitet, dass man in der Tat Dämonen mithilfe anderer Dämonen austreiben könne. Noch dazu werden im Alten Testament Satan und Dämonen überhaupt nicht miteinander in Verbindung gebracht. Wenn Jesus also sagt, (1) man könne gar nicht Dämonen mit anderen Dämonen austreiben, (2) weil dann ja der Satan mit sich selbst im Streit liege, liegt dem gleich doppelt ein anderes Verständnis als das verbreitete zugrunde: In der Tat sind alle Dämonen als „Teufelsbrut“ zu betrachten, und gerade deshalb macht die Annahme keinen Sinn, dass man einen Dämon mithilfe eines anderen Dämons austreiben könne. Es ist schwer vorstellbar, dass gerade die Theologen - und besonders die Theologen aus der „theologischen Hauptstadt“ Jerusalem! - diese Argumentation akzeptiert haben sollten.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{L|27}} Es ist doch umgekehrt: Unmöglich kann jemand bei einem starken Mann einbrechen und ihn ausrauben, wenn er nicht zuerst diesen starken Mann fesselt. Erst dann kann er ihn ausplündern.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Jede Verfehlung und jede Gotteslästerung kann vergeben werden - wie schlimm sie auch sei und wer sie auch begeht.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Aber wenn jemand gegen den &#039;&#039;Heiligen Geist&#039;&#039; lästert, wird ihm niemals vergeben werden. Auf ewig wird er diese Schuld zu tragen haben, das sage ich euch.“&lt;br /&gt;
{{L|30}} - Das sagte er, weil sie behaupteten, er sei von einem &#039;&#039;unheiligen&#039;&#039; Geist besessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|31}} Inzwischen waren seine Mutter und seine Geschwister angekommen. Weil die Menschen so dicht gedrängt um Jesus saßen, blieben sie vor dem Haus stehen und ließen ihm ausrichten, dass sie draußen seien.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Also gab man ihm die Nachricht weiter: „Da draußen sind deine Mutter und deine Geschwister und wollen dich sprechen!“ {{L|33}} Aber Jesus fragte zurück: „Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Geschwister?“&lt;br /&gt;
{{L|34}} Dann blickte er in die Runde und sprach: „Das hier sind meine Mutter und meine Geschwister! -&lt;br /&gt;
{{L|35}} Jeder, der tut, was Gott gefällt, ist mir Bruder, Schwester und Mutter.“ &amp;lt;ref&amp;gt;Um die Radikalität dieses Ausspruchs verstehen zu können, muss man um die Rolle der Familie im Alten Israel wissen. Nur der Rahmen einer (möglichst großen) Familie konnte die Sicherheit der Familienmitglieder sicherstellen. Die Familie ist außerdem „Produktionsgemeinschaft“ und „Wirtschaftseinheit“ und so auch Garant für die soziale Sicherheit ihrer Mitglieder. Es ist daher so selbstverständlich, in (Groß-)Familien zusammenzuleben, dass man im Hebräischen für Familie einfach sagt: „Haus“; „eine Familie gründen“ heißt: „ein Haus bauen“. Innerhalb einer Familie konnte man voneinander Solidarität erwarten und forderte diese auch. Jesus widerspricht hier also so sehr den gesellschaftlichen Normen, dass es kein Wunder ist, wenn über ihn verbreitet wird, er habe „den Verstand verloren“ (V. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging wieder einmal in die Synagoge. Und dort war ein Mann, der eine verkrüppelte (gelähmte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkrüppelt&#039;&#039; W. „verdorrt“ (LUT, ELB, EÜ), „vertrocknet“, was den damaligen medizinischen Vorstellungen entsprach (Collins 2007, 206). GNB: „abgestorben“, ZÜR: „verkümmert“, MEN: „gelähmt“. Unsere Übersetzung wie NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hand hatte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der ... hatte&#039;&#039; [[Attributives Partizip]] Präsens. Als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sie achteten (man achtete, sie lauerten) genau&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie achteten (man achtete, sie lauerten) genau&#039;&#039; Das Subjekt „sie“ bezeichnet sicherlich die Pharisäer aus 2,24 und 3,6. Mk lässt die Referenz aber bewusst offen und verwendet stattdessen einen impersonalen Plural - vielleicht auch als Passiversatz, also „wurde belauert“ –, um so den Eindruck einer allgemeinen feindlichen Atmosphäre zu erzeugen.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
darauf, ob er ihn [am] Sabbat&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[am] Sabbat&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
heilen würde, um gegen ihn Anklage erheben (um ihn anzuklagen) [zu können].&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu dem Mann mit der verkümmerten (gelähmten, verdorrten) Hand&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit der verkümmerten Hand&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] (vgl. V. 1), aus stilistischen Gründen nicht als Relativsatz, sondern als Präpositionalphrase übersetzt. &#039;&#039;verkümmert&#039;&#039; S. die [[#note_a|Fn zu „verkrüppelt“]] in V. 1. Hier benutzt Markus ein Adjektiv aus derselben Wurzel wie das Ptz. in V. 1, das sich in der Bedeutung nicht wesentlich unterscheidet.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Komm (Steh auf)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Komm (Steh auf)&#039;&#039; W. „Steh auf“, aber ἐγείρω wird im Griechischen öfter auch – ähnlich wie hebr. {{hebr}}קוּם{{hebr ende}} – vergleichbar unserem deutschen „Auf!“, „Los!“ etc. verwendet („entsemantisierter Vorbereitungsimperativ“). Das ist vermutlich auch hier die Bedeutung (vgl. BDAG zu ἐγείρω). „Komm!“ ist die im Kontext stimmigste Übersetzung und wird so auch von BDAG emfpohlen. In der Übersetzung wird daraus: „Komm in die Mitte!“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
in die Mitte!“&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und er fragte (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie (zu ihnen): „Ist es richtig (erlaubt), [am] Sabbat&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[am] Sabbat&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gutes zu tun oder Schlechtes zu tun? Leben zu retten oder zu töten?“ Aber sie schwiegen (sagten nichts). &lt;br /&gt;
{{S|5}} Da (Und) blickte (schaute) er sie voll Zorn (zornig)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voll Zorn (zornig)&#039;&#039; Die Präposition μετά + [Gefühl] dient zur Angabe von Gemütszuständen (BDAG Bed. III.1).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
alle der Reihe nach (ringsum) an.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;blickte … alle der Reihe nach (ringsum) an&#039;&#039; übersetzt das Prädikat. [[Ptz. conj.]] (Aor.), hier temporal gleichzeitig zu verstehen. V. 3 &#039;&#039;Komm (Steh auf) in die Mitte!&#039;&#039; legt nahe, dass Jesus den Mann mit der verkrüppelten Hand in die Mitte der Versammlung gestellt hatte. In Synagogen saß man auf Steinbänken an den Wänden oder auf Matten auf dem Fußboden (Guelich 1989, 134). Jetzt schaut er mit einem deutlich spürbaren Blick in die Runde.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[Tief] betrübt (voller Mitleid) über die Verstockung (Sturheit, Härte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[tief] betrübt (voller Mitleid)&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Präsens (modal); in der Klammer als Präpositionalphrase aufgelöst. Andere Möglichkeiten: „Er war [tief] betrübt“, „weil er [tief] betrübt war, ...“ Die meisten verstehen die Beschreibung als Ausdruck der Trauer, nicht des Mitleids, obwohl jenes ebenso möglich wäre (vgl. NSS; France 2002, 151).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihrer Herzen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihrer Herzen&#039;&#039; W. „ihres Herzens“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu dem Mann: „Strecke die Hand aus!“ Und (Da) er streckte [sie] aus und seine Hand wurde wieder gesund (wiederhergestellt).&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und (Doch) sobald die Phärisäer hinausgegangen waren,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sobald … hinausgegangen waren&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal (vorzeitig) als Nebensatz aufgelöst. Ebenfalls möglich: „Doch die Pharisäer gingen hinaus und...“ (gleichzeitig)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fassten sie unverzüglich ihn betreffende (gegen/über ihn) Pläne (den Beschluss, berieten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fassten Pläne&#039;&#039; Gr. συμβούλιον ἐδίδουν Sonst unbekannte Formulierung, wörtlich: „Rat geben“. Übersetzungen: „einen Beschluss fassen“ (NSS, ZÜR, EÜ), „Rat halten“ (z.B. Elb, Lut), „beschließen“ (GNB), „beraten“ (Menge), NGÜ wie OfBi. Das Verb steht im Imperfekt. Daraus wird ersichtlich, dass sie über einen gewissen Zeitraum berieten oder Pläne schmiedeten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit den Herodianern (Anhängern von Herodes), wie sie ihn beseitigen (zerstören, töten, aus dem Weg räumen, loswerden) [könnten]. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und (Daraufhin) Jesus zog sich mit seinen Jüngern zum Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meer&#039;&#039; Gemeint ist wie schon in Mk 2,13 der See Gennesaret, das „Meer von Galiläa“. Auch die gesonderte Erwähnung der Menschenmenge aus Galiläa weist darauf hin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zurück, und eine große Menge aus Galiläa folgte [ihnen], auch (und) aus Judäa,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch (und) aus Judäa&#039;&#039; Markus beschreibt hier zwei getrennte Gruppen, eine in V. 7 und eine in V. 8. Die erste enthält mindestens Menschen aus Galiläa. Bei der Versabgrenzung verstand man offenbar auch Leute aus dem anderen großen jüdischen Gebiet, Judäa, als Teil dieser Menge, doch schloss Jerusalem (V. 8) etwas willkürlich aus. Sinnvoller erscheint eine Aufteilung nach geographischer Nähe: In Galiläa befindet sich Jesus gerade. Judäa, Jerusalem und Idumäa liegen südlich davon, das „Gebiet jenseits des Jordans“ östlich und Tyrus und Sidon nördlich. Die Aufzählung bedeutet schlicht: „Von nah und von überall her aus der Ferne (und auch aus Jerusalem)“. So verstehen es die herangezogenen Übersetzungen, nur ELB geht von nur einer Menge aus und muss dann in V. 8 noch einmal „eine große Menge“ ohne echte Funktion erwähnen. Ähnlich ging es bei Johannes zu, dessen Wirken sich auf Judäa beschränkte und der hauptsächlich die Menschen dieser Provinz erreichte (Mk 1,5), wobei auch Galiläer wie Jesus von ihm hörten und ihn aufsuchten (1,9).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} {und aus} Jerusalem, {und aus} Idumäa und [dem Land] jenseits des Jordans, sowie der [Gegend] um Tyrus und Sidon kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; W. „kamen“ ([[Constructio ad sensum]]). Genauso das folgende Partizip „die hörten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine große Menge zu ihm, die (weil/als sie) hörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die hörten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Präsens, kausal oder temporal, hier als Relativsatz aufgelöst, der beide Aspekte vermitteln kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
was ([alles], das; wie viel) er tat. &lt;br /&gt;
{{S|9}} Und er sprach zu seinen Jüngern, damit ihm wegen der Menschenmenge ein kleines Boot bereitstehen würde, damit sie ihn nicht erdrückten,&lt;br /&gt;
{{S|10}} denn er heilte (hatte geheilt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;heilte&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;hatte geheilt&#039;&#039; Das Aorist könnte hier gut die Vorvergangenheit bezeichnen (Grosvenor/Zerwick; Kleist 1937, S. 193; van Iersel 1998, S. 162; vgl. Zerwick §290). Gut GN, KAM: „Weil er schon so viele geheilt hatte, stürzten...“. „Weil“ auch ALB, B/N, HER, MEN, NGÜ; ähnlich BB.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
so viele, dass sich diejenigen ([alle], solche), die Leiden (Qualen) hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Leiden (Qualen)&#039;&#039; W. „Geißel“, übertragen „Plage“. Per Bedeutungserweiterung auch „Leiden“ oder „Gebrechen“ (vgl. LN 23.182). &#039;&#039;hatten&#039;&#039; Markus benutzt das [[Imperfekt]], um die anhaltende Situation zu beschreiben. Das setzt sich bis V. 12 fort.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich um ihn drängten (sich auf ihn stürzten), um ihn zu berühren.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und die unreinen Geister fielen vor ihm nieder, sobald sie ihn sahen, und schrien {und sagten}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagten}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;{dass}&#039;&#039; [[ὅτι recitativum]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist der Sohn Gottes!“&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er drohte (befahl, wies an) ihnen nachdrücklich (streng), damit sie ihn nicht öffentlich machten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drohte (befahl, wies an) ihnen nachdrücklich&#039;&#039; W. etwa „wies sie viel zurecht“. Das Adverb πολλὰ „viel“ benutzt Markus hier intensivierend (ganz ähnlich wie „sehr“), daher die Übersetzung &#039;&#039;nachdrücklich&#039;&#039;. Wie in Mk 1,25 (s. Fn dort) kontrolliert Jesus hier Dämonen, denen er bindende Befehle erteilt. So heißt das Wort in diesem Kontext eher (indirekte Rede einleitend) &#039;&#039;befehlen&#039;&#039;. Guelich benutzt stattdessen die Übersetzung „seiner Kontrolle unterwerfen“ (engl. „subdue“), was im Kontext ebenfalls gut möglich ist (ders. 1989, 148f.). Die Übersetzung müsste man dann im Hinblick auf πολλὰ (dann iterativ) und den Nebensatz leicht anpassen: „Und er unterwarf sie immer wieder seiner Kontrolle, damit sie nicht öffentlich machten, [wer er war].“ &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;drohte ..., damit sie ihn nicht öffentlich machten&#039;&#039; – Das Griechische drückt den indirekt geäußerten negativen Befehl durch einen finalen Nebensatz aus, das Deutsche mit einem Infinitivsatz. Stilistisch schöner mit „verbieten“: &#039;&#039;verbot … zu machen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Dann (Und) stieg er auf den Berg und rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg&#039;&#039; und &#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen zu sich, die er selbst sich ausgesucht hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die er selbst sich ausgesucht hatte&#039;&#039; W. „die er selbst wollte“. NSS schlägt sinngemäß „die er bei sich haben wollte“ vor (so NGÜ, ähnlich MEN, ZÜR). EÜ: „die er erwählt hatte“, GNB: „die er für eine besondere Aufgabe vorgesehen hatte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und sie kamen zu ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen zu ihm&#039;&#039; W. „gingen/kamen weg zu ihm“ oder „verließen (hin) zu ihm“. Man hat sich das vielleicht bildlich so vorzustellen, dass sie sich auf seinen Ruf hin aus der Menge lösten und ihm kamen. Doch der Gebrauch des Worts in einer anderen Berufungssituation (Mk 1,20) zeigt, dass Markus mit dem Wort für seine Leser wieder auch eine Trennung vom alten Leben (oder von der Jesus nur aus Sensationslust folgenden Masse) ausdrücken möchte (vgl. Guelich 1989, 157).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und er bestimmte (berief, setzte ein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bestimmte&#039;&#039; W. „machte“, ein Semitismus (Guelich 1989, 157).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwölf, die er bei sich haben und die er aussenden [wollte],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die er bei sich haben und die er aussenden [wollte]&#039;&#039; (vgl. EÜ, NGÜ, GNB) Der doppelte Relativsatz mit eingefügtem &#039;&#039;[wollte]&#039;&#039; übersetzt den griechischen doppelten finalen Nebensatz (mit zweifachem ἵνα „damit, um zu“). Diese Umformulierung ist notwendig, um die finalen Infinitivsätze (&#039;&#039;um zu predigen&#039;&#039; und V. 15), die die beiden finalen Nebensätze modifizieren, noch in vernünftigem Deutsch wiedergeben zu können. Als finaler Nebensatz könnte man sonst auch direkter übersetzen: „um bei ihm zu sein und um sie auszusenden“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[um] zu predigen (verkündigen)&lt;br /&gt;
{{S|15}} und Macht (Vollmacht, Autorität, Ermächtigung) zum Austreiben [von] Dämonen zu haben.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und er bestimmte (berief, setzte ein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zwölf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf, und er gab Simon [den] Namen „Petrus“;&lt;br /&gt;
{{S|17}} und Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und Jakobus’ Bruder Johannes, und er gab ihnen [die] Namen „Boanerges“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Boanerges“&#039;&#039; kommt in der Bibel nur hier vor und ist offenbar die griechische Schreibung eines aramäischen oder hebräischen Titels. „Boane-“ steht dabei für „Söhne“, auch wenn diese Form des hebräischen/aramäischen {{hebr}}בני{{hebr ende}} sonst nicht bekannt ist und auch nicht der richtigen Aussprache entspricht. Es gibt verschiedene Vermutungen, welche anderen Begriffe dahinterstehen könnten, aber insgesamt liegt die Herkunft des Titels im Dunkeln (Collins 2007, 219-21). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, das heißt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;heißt&#039;&#039; W. „ist“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Söhne des Donners“;&lt;br /&gt;
{{S|18}} weiter (und) Andreas, {und} Philippus, {und} Bartholomäus, {und} Matthäus, {und} Thomas, {und} Jakobus, den [Sohn] von Alphäus, sowie (und) Thaddäus, {und} Simon den Eiferer (Zeloten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Simon den Eiferer (Zeloten)&#039;&#039; Während Lk 6,15 den Jünger als Zeloten ausweist (Σίμωνα τὸν καλούμενον ζηλωτὴν), nennen Mk 3,18 und Mt 10,4 ihn Σίμων ὁ Καναναῖος „Simon der Kananäus“. Das ist Aramäisch für „Eiferer“, was Lukas korrekt ins Griechische übertragen hat. Simon wird aber nicht zur politischen Bewegung der Zeloten gehört haben, die erst im Winter 67-68 entstand. Die wurden die Zeloten erst zur Zeit des jüdischen Kriegs (um 70 n. Chr.) zu einer Bewegung unter diesem Namen. Simon erhielt den Titel vielleicht, weil er besonders eifrig und fromm in der Wahrung des Gesetzes war (Collins 2007, 222f.; France 2002, 162f.). Andererseits hätten Markus&#039; Leser den Beinamen vielleicht schon so (und nicht anders) verstanden (ders., 163).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} und Judas Iskariot&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Iskariot&#039;&#039; Dieser Beiname ist wohl die griechische Schreibweise für Hebr. {{hebr}}איש קריות{{hebr ende}} „Mann aus Keriot“, einem Dorf nahe Hebron in Juda. In Joh 6,71; 13,26 trägt schon sein Vater diesen Beinamen. Judas trug den Beinamen als Unterscheidungsmerkmal, weil der Name „Juda“ zu Jesu Zeit zusammen mit „Simeon“ (Simon) und „Jeshua“ (Jesus) einer der häufigsten jüdischen Namen überhaupt war. Nach anderen, jedoch problematischen Vorschlägen ist Iskariot entweder ein Beiname, den Judas erst nach seinem Verrat von den frühen Christen erhielt. Er leitet sich dann von Aramäisch {{hebr}}סכר{{hebr ende}}, &#039;&#039;sakar&#039;&#039; „Lügner, Falscher“ ab. Oder er stammt aus Judas&#039; angenommener Vergangenheit als jüdischer Freiheitskämpfer und leitet sich von Lat. &#039;&#039;sicarius&#039;&#039; „Meuchelmörder“ ab (ähnlich wie bei einem anderen Jünger, Simon dem Zeloten). Doch wenn schon Judas&#039; Vater den Beinamen trug, ist die erste Theorie die wahrscheinlichste. Judas wäre dann der einzige Jünger, der nicht aus Galiläa stammt (Collins 2007, 223; Guelich 1989, 163).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, der ihn dann (auch) auslieferte (verriet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auslieferte (verriet)&#039;&#039; Das Wort heißt „übergeben“ oder „ausliefern“ (hier zum ersten Mal für Jesus). In Mk 1,14 bezeichnet es (vielleicht absichtlich) die Verhaftung von Johannes dem Täufer. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung. Die Konnotation des Verrats ist dabei in vielen Fällen enthalten (z.B. Joh 13,2). Dasselbe Verb benutzt die LXX für den stellvertretenden Tod des leidenden Knechts in Jes 53,6.12 LXX. Nach der angekündigten Wegnahme des Bräutigams in 2,20 ist es schon die zweite Andeutung von Jesu späterem Schicksal (Collins 2007, 223f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|20}} Später (Und) ging [Jesus] nach Hause (in ein Haus).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach Hause&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;in ein Haus&#039;&#039; Es wird sich wieder um Petrus&#039; Haus in Kafarnaum handeln, das Jesus offenbar bezogen hat (vgl. Mk 1,29; 2,1). Abgesehen von seinem Besuch in Levis Haus (2,15) ist es das einzige bisher identifizierte (France 2002, 164f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wieder versammelte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging&#039;&#039; und &#039;&#039;versammelte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich die Menschenmenge, sodass sie nicht einmal dazu kamen, [etwas] Brot zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Brot essen&#039;&#039; Ein Semitismus für das Einnehmen einer Mahlzeit (Guelich 1989, 167). Entsprechend steht in den meisten Übersetzungen nur „essen“. Das Subjekt &#039;&#039;sie&#039;&#039; könnte sich auch auf die Menge beziehen, der Satz ergibt aber nur Sinn, wenn die Subjekte des vorigen Abschnitts (Jesus und die zwölf Jünger) wegen der aufdringlichen Menschenmenge nicht zum Essen kommen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als seine Angehörigen (Anhänger)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Angehörigen (Anhänger)&#039;&#039;, w. „die bei ihm“, bezieht sich nach traditioneller Auslegung auf Jesu direkte Familie. Die Handlung wird in den Versen 22-30 unterbrochen, um in V. 31 wieder aufgenommen zu werden. Dort steht als Subjekt „Seine Mutter und seine Brüder/Geschwister“; (France 2002, 165; Guelich 1989, 172). Nach G. Hartmann, BZ 11 (1913) 249–79 könnte es sich auch auf seine Anhänger (=die Jünger) beziehen, die außer Kontrolle geratene Menge beruhigen wollen. Dies ist jedoch aufgrund sprachlicher Beobachtungen unwahrscheinlich. Das Problem ist, dass die Phrase οἱ παρʼ αὐτοῦ „die bei ihm“ so allgemein ist, dass man sie zunächst auf die Jünger beziehen würde – das ist aber schon deshalb auszuschließen, weil die Jünger ja bei ihm sind und sich nicht erst auf den Weg zu ihm machen müssen. Erst mehrere Verse später klärt Markus uns darüber auf, wer genau hinter der Bezeichnung steckt (France 2002, 165f.). Luther: „die Seinen“, ZÜR: „seine Verwandten“, andere Übersetzungen wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[davon] erfuhren ([das] hörten), machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen (zurückzuhalten, festzuhalten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit Gewalt zurückzuholen&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;zurückzuhalten&#039;&#039; W. „ergreifen, festnehmen“ Das Verb lässt offen, ob seine Verwandten Jesus gegen seinen Willen nach Hause bringen, ihn im Haus festhalten oder ihn von der außer Kontrolle geratenen Menge fernhalten und beschützen wollten. Letzteres setzt freilich voraus, dass sie in der Nähe waren und nicht erst von Nazaret kommen mussten. Wenn mit Jesu Zuhause (V. 20) nicht Nazaret gemeint ist (unwahrscheinlich aufgrund der vagen Ausdrucksweise) oder Jesus aus anderen Gründen Verwandte in unmittelbarer Nähe hatte, ist nicht davon auszugehen, dass diese sich aufgrund der in V. 20 beschriebenen Lage zum Handeln entschieden. Eher werden sie von seinem Aufenthalt in Kafarnaum erfahren haben (Guelich 1989, 172).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Sie meinten (sagten) nämlich {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Er hat den Verstand verloren!“ (meinten nämlich, er habe den Verstand verloren.){{par|Psalm|69|9}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und (Dann) die Schriftgelehrten (Schreiber), die aus Jerusalem gekommen waren,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... gekommen waren&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verbreiteten (meinten, sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verbreiteten&#039;&#039; Gr. einfach &#039;&#039;sagten&#039;&#039;. Das durative [[Imperfekt]] zeigt hier aber an, dass es sich um die Position handelte, die die Schriftgelehrten vertraten – und verbreiteten. Das Bild der aufgeregten Menschenmenge aus V. 20 steht also nicht mehr direkt im Hintergrund. Ähnlich die Position von Jesu Angehörigen im vorigen Vers mit demselben Imperfekt: „Er hat den Verstand verloren!“ Besessenheit und Wahnsinn lagen im damaligen Denken sehr nah beieinander (vgl. France 2002, 169).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}: „Er ist von Beelzebul besessen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Er ist von Beelzebul besessen!“&#039;&#039; W. „Er hat Beelzebul!“ Diese Formulierung drückt (wie in Mk 5,15; 7,25; 9,17) Besessenheit aus. Bei Jesus könnte jedoch auch gemeint sein, ihm stehe für seine Wunder Beelzebuls Macht zur Verfügung, den er kontrolliert. Ein derartiger Pakt wäre ein klarer Verstoß gegen das Gesetz, den es unter die Todesstrafe stellt (Lev 19,31; 20,27). Der aus dem AT bekannte kanaanitische Gott Baal (nun mit einem sonst unbekannten Beinamen, {{hebr}}בעל זבל{{hebr ende}}, Baal Zabul → wohl „Fürst Baal“) war zur Zeit Jesu noch als mächtiger Dämon bekannt, wie aus dem zeitgenössischen Werk „Testament Salomos“ hervorgeht. Der Name „Baal“ bedeutet auf Hebräisch auch einfach „Herr, Meister“. Es ist leicht nachvollziehbar, wie dieser Name im Volksglauben schließlich dem Herrscher der Dämonen zugeschrieben wurde (Collins 2007, 228-31). Doch erst Markus (bzw. Jesus) setzt den Beelzebul mit dem im nächsten Vers eingeführten Satan gleich; bei den Zuhörern wird das als bekannt vorausgesetzt (France 2002, 170; Collins 2007, 231). Aus Beelzebul wurde über die lateinische Übersetzung Beelzebub das deutsche „Belzebub“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Er treibt die Dämonen mit (mithilfe) dem Fürsten (Herrscher, Obersten) der Dämonen aus!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er rief sie zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er rief sie zu sich und&#039;&#039; Temporales (gleichzeitig) [[Ptz. conj.]], mit „und“ beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
argumentierte (redete, sagte) mithilfe (in Form von) [einiger] bildhafter Vergleiche (in Gleichnissen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mithilfe [einiger] bildhafter Vergleiche&#039;&#039; Häufige Übersetzung: &#039;&#039;in Gleichnissen&#039;&#039; (wie Klammer), die klassische griechische Bedeutung ist aber „Vergleich“. Aristoteles bezeichnet den Vergleich als eine häufige rhetorische Beleg- oder Beweisform, eine übertragene Illustration, die eine klare argumentative Schlussfolgerung vermittelt (Collins 2007, 231). „Gleichnisse“ sind bei Markus bildhafte Analogien, Rätsel, Metaphern oder Allegorien, die Jesus als Illustrationen zu Hilfe nimmt, um seine Position in verständlicher, einprägsamer Form zu vermitteln (vgl. Guelich 1989, 175). Oft lässt er die Gleichnisse für sich sprechen und erklärt sie nicht, sodass sie den Zuhörern Rätsel aufgeben. NGÜ: „er gebrauchte dazu eine Reihe von Vergleichen“, GNB: „erklärte ihnen die Sache durch Bilder“, NEÜ: „gab ihnen durch einige Vergleiche Antwort“, EÜ: „belehrte sie in Form von Gleichnissen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie kann Satan&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;satan&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Satan&#039;&#039; Graecisierte Version des hebräischen „Satan“. Das ist im AT kein Eigenname, sondern ein Titel, der je nach Kontext „Feind, Widersacher, Verleumder“ oder „Ankläger“ heißen kann (Gr. ὁ διἀβολος). In Ijob 1-2 und Sach 3,1-2 wird so ein „Ankläger“ am himmlischen Hof genannt (gewöhnlich mit dem Teufel identifiziert). Erst in den rabbinischen Schriften kommt &#039;&#039;Satan&#039;&#039; regelmäßig als Eigenname vor (Collins 2007, 231f.). Hier wird er mit Beelzebul gleichgesetzt, im NT ansonsten oft ὁ διἀβολος „der Teufel/Verleumder“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[den] Satan austreiben?&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und wenn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wenn&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;wenn&#039;&#039; / &#039;&#039;wenn [wirklich]&#039;&#039; - Jesus äußert im folgenden drei parallel aufgebaute Sätze: „Wenn X sich mit sich selbst verfeindet, dann kann jenes X nicht bestehen.“ Der dritte Satz aber unterscheidet sich ein wenig von den beiden vorherigen: Sätze 1 und 2 sind mit [ἐὰν + Konjunktiv] konstruiert (2 sog. „generelle Bedingungssätze“), Satz 3 dagegen mit [εἰ + Indikativ] (ein sog. „einfacher Bedingungssatz“) (vgl. dazu Hoffmann/Siebenthal §280c; Zerwick §303-5.320): Jesus macht zuerst zwei allgemeingültige Aussagen, die er dann auf die falsche Annahme der Schriftgelehrten überträgt. Grosvenor/Zerwick schlagen daher für Satz 3 gut vor: „Wenn [also] wirklich...“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ein Königreich (Reich, Staat) sich mit sich selbst verfeindet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;verfeindet&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sich mit sich selbst verfeindet&#039;&#039; W. etwa „gegen sich selbst geteilt/gespalten wird“ bzw. „mit sich selbst im Streit liegt“ (so NSS, NGÜ, NEÜ). Die Wendung lässt sich nur schwer direkt übersetzen. Der Schwerpunkt scheint jedoch auf dem Beginn der Spaltung, Feindschaft oder des Streits zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [dann] kann jenes Königreich (Reich, Staat) nicht bestehen.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und wenn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wenn&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
eine Familie (Haus) sich mit sich selbst verfeindet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;verfeindet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [dann] wird jene Familie (Haus) nicht bestehen können.&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und wenn [wirklich]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wenn&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
der Satan&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;satan&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegen sich selbst rebelliert (auflehnt, erhebt) und sich mit sich selbst verfeindet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;verfeindet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [dann] kann er nicht bestehen bleiben, sondern es hat ein Ende [mit ihm]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;es hat ein Ende [mit ihm]&#039;&#039; W. „er hat ein Ende“. LUT: „es ist aus mit ihm.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Doch niemand kann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemand kann&#039;&#039; W. „niemand kann nicht“. Die doppelte Verneinung verstärkt die Aussage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in das Haus des Starken eindringen (einbrechen, hineingehen) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eindringen und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal, mit „und“ beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seine Einrichtung (Besitztümer, Hausrat) plündern, wenn er den Starken nicht zuerst fesselt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;In V. 26 befindet sich (wie in 24 und 25) ein prospektiver Konditionalsatz, der anhand des gesunden Menschenverstands eine „Faustregel“ aufstellt (Siebenthal 2011, §280). Rein syntaktisch gehört der letzte Versteil (Prädikat im Futur, nicht Konj. Aor.) nicht mehr dazu.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann erst kann er sein Haus ausplündern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kann ausplündern&#039;&#039; Als modales Futur verstanden (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Jesaja|24|26}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.; Guelich 1989, 177f.). Hier in Mk 3,28 kommt es zum ersten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
Den Kindern (Söhnen) der Menschen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kindern (Söhnen) der Menschen&#039;&#039; Semitische Formulierung, die einfach „Menschen“ oder „die Menschheit“ umschreibt. Kinder gibt den geschlechtlich unbestimmten Plural von „Sohn“ inklusiv wieder ([[Generisches Maskulinum]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kann (wird) alles vergeben werden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kann (wird) vergeben werden&#039;&#039; Das Futur ist wohl modal (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
alle Sünden (Verfehlungen) und Gotteslästerungen, welche (wie viele) sie auch lästern (begehen, aussprechen) mögen.&lt;br /&gt;
{{S|29}} Doch wer immer gegen den Heiligen Geist lästert, [für] den gibt es in {der} Ewigkeit (im kommenden Zeitalter)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Ewigkeit&#039;&#039; Das griechische Wort bezeichnet in diesem Kontext ein heilsgeschichtliches „Zeitalter“, hier das prophetisch angekündigte kommende Zeitalter, die Ewigkeit. Die Aussage „für den gibt es in Ewigkeit keine Vergebung“ heißt also „für den wird es niemals Vergebung geben“ (Guelich 1989, 179). Jesus spricht hier eine Warnung für Leute aus, die Gottes Wirken als Dämonenwerk verunglimpfen wollen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
keine Vergebung, sondern er ist ewiger Sünde schuldig!“&lt;br /&gt;
{{S|30}} [Das fügte Jesus hinzu,] weil sie sagten: „Er ist [von] einem unreinen Geist besessen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;besessen&#039;&#039; W. „Er hat einen unreinen Geist!“ Dazu s. die Erklärung in der [[#note_aq|Fußnote zu V. 22]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|31}} Dann (Und) kamen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]], W. „kam“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seine Mutter und seine Geschwister (Brüder)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;mask&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Geschwister (Brüder)&#039;&#039; [[Generisches Maskulinum]]. Es ist allerdings durchaus annehmbar, dass hier nur Jesu Brüder beteiligt waren.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ab dem vierten Jahrhundert hat die Rede von Jesu „Brüdern/Geschwistern“ den Kirchenvätern einige Schwierigkeiten bereitet. Problemlos vereinbar ist sie mit dem Glauben an die jungfräuliche Empfängnis; ab dem späten vierten Jahrhundert kam aber in der Theologie zusätzlich der Topos der „immerwährenden Jungfernschaft“ Mariens auf: Maria sei nicht nur zur Zeit der Empfängnis Jesu und nicht nur bis zur Geburt Jesu, sondern Zeit ihres Lebens Jungfrau gewesen. In der katholischen Kirche ist dies noch heute ein Dogma mit dem Status „de fide“ (also dem höchstmöglichem; wer anders glaubt, macht sich der Häresie schuldig), vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; [http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P1R.HTM KKK 499f]. Auch die orthodoxe Kirche hat die Rede von Mariens immerwährender Jungfernschaft in ihre Liturgie aufgenommen, Luther und Calvin glaubten an diese Lehre und Zwingli hat sie sogar verfochten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Folge gab es einige Versuche, die Rede von den Brüdern/Geschwistern Jesu umzudeuten. Cranfield 1959, S. 144 unterscheidet gut (1) die „Epiphanische Position“ (nach Epiphanius), die Brüder/Geschwister Jesu seien als leibliche Kinder aus einer früheren Ehe Josephs nur Jesu Halbbrüder, und (2) die „Hieronymianische Position“ (nach Hieronymus), es handle sich sich bei den Brüdern/Geschwistern Jesu nur um Jesu Cousins (ähnlich immer noch gut: [http://www.gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k65416909/f277.image.r=Alexandrie.langES Lagrange 1929, S. 79f]); andere auch: Semitismus für „Verwandte im Allgemeinen“ (z.B. KAR zu [[Matthäus 1#s25 |Mt 1,25]]). Beide Deutungen lässt der griechische Text auch zu ((2) zumindest, wenn man den Ausdruck als Semitismus liest) und werden daher immer noch von einigen Exegeten vertreten, aber da der Text keine direkten Hinweise darauf enthält, dass er so zu verstehen sei, ist die heutige Mehrheitsmeinung, dass es sich doch um Jesu leibliche Geschwister und Mariens leibliche Kinder handle. Selbst NVul übersetzt: „fratres“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Sie blieben draußen stehen (standen) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sie blieben stehen und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal oder modal, als mit „und“ beigeordneter Satz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickten [jemanden] zu ihm (ließen ihm ausrichten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickten [jemanden] zu ihm (ließen ihm ausrichten)&#039;&#039; - Zur Alternativübersetzung vgl. Louw/Nida 15.67 („send a message“). Das ist hier vorzuziehen, weil im Folgesatz ja nicht dieser nicht benannte „Jemand“, der auch gar nicht im Text steht, Jesus auf seine Verwandten hinweist, sondern „sie“ bzw. „man“ (s. übernächste FN).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
um (wobei sie) ihn zu rufen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um ihn zu rufen&#039;&#039; Wohl finales [[Ptz. conj.]], als finaler Nebensatz aufgelöst (vgl. NSS). Auch ein temporal-modales Verständnis ist möglich – in diesem Fall warten die Verwandten die Rückkehr ihres „Boten“ nicht ab, sondern rufen nach Jesus, noch während der Bote bei Jesus ist! Man sollte allerdings berücksichtigen, dass die Menge nach Mk 3,20 so dicht und aufdringlich war, dass Jesus und die Jünger nicht einmal zum Essen kamen. Kein Wunder, dass seine Familie nicht zu ihm durchkam.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|32}} {und} Eine Menschenmenge saß um ihn herum, und sie sagten (man sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. Die Alternativübersetzung in der Klammer versteht das Prädikat unpersönlich (vgl. EÜ, NGÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Da draußen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Da draußen&#039;&#039; - W. „Siehe, deine Mutter und deine Geschwister draußen suchen dich“. „°Siehe°“ hat hier die Funktion, Jesus auf etwas räumlich Nahes aufmerksam zu machen ([http://www.dare.ubvu.vu.nl/bitstream/handle/1871/15504/4727.pdf?sequence=4 Bailey 2009, S. 329]); sinnvoller daher statt wörtliche Üs.: „Da draußen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
fragen deine Mutter und deine Geschwister (Brüder) nach (suchen nach, wollen etwas von) dir!“&lt;br /&gt;
{{S|33}} Und er antwortete ihnen {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete ihnen {und sagte}&#039;&#039; Zu &#039;&#039;antwortete&#039;&#039;: [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), mit „und“ beigeordnet. &#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. Im Deutschen ist das doppelte Prädikat unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wer sind&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sind&#039;&#039; W. „ist“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meine Mutter und meine Geschwister (Brüder)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;mask&amp;quot; /&amp;gt;?“&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und während (indem, nachdem) er der Reihe nach [alle] anschaute,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während (indem, nachdem) er der Reihe nach anschaute&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aor.), temporal-modal als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die [im] Kreis (rings)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[im] Kreis&#039;&#039; Erstarrter [[Lokaler Dativ|lokaler Dativ]] (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um ihn saßen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[alle], die ... saßen&#039;&#039; [[Substantiviertes Partizip]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er: „Siehe, (Das hier sind, Ihr hier seid)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Siehe, (Diese hier sind, Ihr hier seid)&#039;&#039; - W. °Siehe°, aber auch hier fungiert es „deiktisch“ - als würde Jesus mit dem Zeigefinger eben nicht auf seine Familie, sondern auf die im Kreis um ihn Sitzenden zeigen. Im Deutschen entspricht dem eher ein „Diese hier sind“ (so z.B. BB, B/H, EÜ, GN, HER, H-R, HfA, KAR, MEN, NeÜ, NGÜ, NL, R-S, Stier, WIL, Zink, ZÜR). Und weil diese „Diese hier“ natürlich die um ihn Sitzenden sind, eigentlich sogar eher „Ihr hier seid“ - aber so niemand.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
meine Mutter und meine Geschwister!&lt;br /&gt;
{{S|35}} Denn wer immer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und [meine] Schwester und [meine] Mutter.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_3&amp;diff=21498</id>
		<title>Diskussion:Markus 3</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_3&amp;diff=21498"/>
		<updated>2015-09-20T13:10:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = 1-6 (Hendrik), 7-35 (Thommy B). Perikopen: 1-6, 7-12, 13-19. 20-35 besteht aus mehreren lose vereinten Teilen, die man 20-21, 22-30, 31-25 unterteilen kann (s. die angegebenen Kommentare)&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-35: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert =1-35: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-35: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = Markus&#039; unverkennbarer Stil setzt sich fort. Er benutzt häufig ungewöhnliches Griechisch, das volkstümlich ist. Guelich schreibt zu 7-12: &amp;quot;The question of style [zur Bestimmung traditionellen Materials] becomes moot in view of Mark’s clumsy constructions&amp;quot; (Guelich 1989, S. 142)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Liste der Jünger in 13-19 enthält einige unpassende oder eigenwillige Verbindungen, die auf traditionelles Material schließen lassen, wie den Satz zu Simons Beinamen in 16b, der sich syntaktisch nicht in die Aufzählung einpasst, oder die Jüngernamen im Akkusativ in den folgenden Versen. Die Namensliste wird auch nicht ausdrücklich eingeleitet. In der Studienfassung bleibt die eigenwillige Ausdrucksweise erhalten, in der Lesefassung könnte man vielleicht glätten. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Vv. 20-35 benutzt Markus zum ersten Mal eine &amp;quot;sandwichartige&amp;quot; Erzählstruktur, die bei ihm häufiger zu beobachten ist. Das in 20-21 begonnene Ergeignis (die Aktionen von Jesu Verwandten) unterbricht er bis V. 31 mit einem thematisch verwandten Einschub (der Anschuldigung der Jerusalemer Schriftgelehrten, er sei ein Dämonenpaktierer). Die Rahmenhandlung beendet er in V. 31-35. (Ben)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-35: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-35: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-35&amp;lt;/u&amp;gt;: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989.&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Weitere zitierte Werke&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bruce Manning Metzger, A Textual Commentary on the Greek New Testament. A Companion Volume to the United Bible Societies’ Greek New Testament (4th rev. ed.), London &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994;&lt;br /&gt;
Wieland Willker, [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/ An Online Textual Commentary on the Greek Gospels: Mark], Bremen &amp;lt;sup&amp;gt;10&amp;lt;/sup&amp;gt;2013 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-35: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-35: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier dürfen Vorschläge, Rückfragen und andere Diskussionsbeiträge folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe Erstübersetzer, kommt bei Fragen zur Überarbeitung gerne auf mich zu! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:20, 22. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Die ersten beiden Perikopen (1-6, 7-12) sind jetzt fertig gesichtet und überarbeitet. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:20, 22. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles fertig. Ich mache es wieder wie bei Kap. 1 und 2: Wenn ich innerhalb einer Frist nichts weiter höre, werde ich den Status &amp;quot;erfüllt die meisten Kriterien&amp;quot; setzen, nach einer letzten Lektüre Ende März dann &amp;quot;fertig&amp;quot;. Ich würde mich allerdings sehr freuen, wenn sich jemand an die Lektüre wagt. Die Frist beträgt diesmal eine Woche, nachdem die Rückmeldung kam, ich solle eine kürzere Frist setzen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:53, 24. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt hochgesetzt. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:07, 3. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==LF==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein zur LF: Ich habe das stellenweise recht frei übersetzt. Teilweise auch, weil ich die Grenzen dessen ausloten wollte, was nach den Kriterien geboten ist. Über Rückmeldung - auch kritische - würde ich mich sehr freuen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 01:38, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===ausliefern V. 19===&lt;br /&gt;
für &amp;quot;ausliefern&amp;quot; brauchen wir eine einheitliche Regelung. Ist &amp;quot;ausliefern&amp;quot; allein verständlich? Ich finde nicht. Die meisten kommunikativen Üss haben &amp;quot;verraten&amp;quot;. Ist das allein verständlich genug? Ich bin nicht sicher. Zink zumindest: &amp;quot;Der ihn später an die Priester verkaufte&amp;quot;, vielleicht also nicht?  --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 21:39, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde je nach Kontext zwischen &amp;quot;ausliefern&amp;quot; und &amp;quot;verraten&amp;quot; wechseln. Hier käme m.E. in beiden Fassungen beides infrage. Der Verrat ist, meine ich, eben eher eine kontextspezifische Übersetzung als eine Denotation, daher habe ich &amp;quot;ausliefern&amp;quot; vorgezogen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:44, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War ja nicht die Frage :)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin mir v.a. unsicher, ob irgendeines von beiden überhaupt verständlich genug für unsere Kriterien ist. &amp;quot;Judas sollte später Jesus ausliefern&amp;quot; - weiß die LF-Zielgruppe dann schon, was gemeint ist? Nein, oder? Sicherer bin ich mir bei &amp;quot;verraten&amp;quot;, aber auch da noch nicht sicher genug. &amp;quot;Judas sollte später Jesus verraten&amp;quot; - was sagt ihr?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unabhängig davon: Kann man überhaupt &amp;quot;ausliefern&amp;quot; i.S.v. &amp;quot;überantworten&amp;quot; ohne Dativergänzung verwenden? Bei absolutem &amp;quot;Ausliefern&amp;quot; denke ich nur an Postboten (&amp;quot;X liefert Y aus&amp;quot;); auch [http://www.dwds.de/?qu=ausliefern DWDS] gibt mir nur aus: &amp;quot;jmdn jmdm/an jmdn ausliefern&amp;quot; (e-valbu hat das leider (noch?) nicht). Im NT wird es aber immer absolut verwendet (&#039;&#039;X liefert Y &amp;lt;s&amp;gt;(an) Z&amp;lt;/s&amp;gt; aus&#039;&#039;). Ist das schon Bibeldeutsch? Ein &amp;quot;Wortvalenz-Biblizismus&amp;quot;? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:03, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist für mich gewöhnliches Hochdeutsch. Die Aussage nimmt bewusst einen späteren Abschnitt vorweg. Wenn der Leser sie sich merkt, wird er später verstehen, was gemeint ist. Ansonsten glaube ich, dass der Umstand, dass Judas Jesus verraten hat, in unserer Kultur noch zu den bekanntesten biblischen Fakten gehört. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:51, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===V. 22 Schriftgelehrte===&lt;br /&gt;
bräuchte eine gemeinverständlichere Alternative. Wahlweise &amp;quot;Theologen&amp;quot; oder &amp;quot;Gesetzeslehrer&amp;quot;? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:08, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht, ob wir das Wort mit einem einzelnen Begriff wiedergeben könnten. Die Schriftgelehrten hatten nämlich auf dem Land eine andere Funktion als in Jerusalem, wo sie tatsächlich Gelehrte der Heiligen Schrift waren. Auf dem Land waren sie eher sowas wie Notare und Verwaltungsbeamte, soweit ich aus dem Gedächtnis noch weiß. Da würde sich ein einheitlicher Begriff vielleicht besser anbieten, um die Funktionen trotzdem noch in Verbindung zu bringen, so wie die Evangelien dies tun, quasi als t.t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gehen wir in diese Richtung (und das kann man ja diskutieren), dann wäre &amp;quot;Schreiber&amp;quot; vielleicht die beste Lösung - mit einem Tooltip oder einer Fußnote. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:51, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mh - ich glaub, bei Schreiber verstünde man als LF-Leser weder &amp;quot;Theologe&amp;quot; noch &amp;quot;Rechtsgelehrter&amp;quot; noch &amp;quot;Notar&amp;quot; (das mit der Notar-funktion ist mir übrigens neu; interesting). Aber wenn sie jeweils unterschiedliche Funktionen hätten, bräuchten wir so und so auch keine einheitliche Wiedergabe, oder? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:10, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienfassung==&lt;br /&gt;
===Durchsicht===&lt;br /&gt;
* V. 7-8: Geographische Zuordnungen nochmal prüfen (s. Diskussion u.). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:00, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
* V. 10: Fußnote zum Imperfekt hinsichtlich der Diskussion unten ergänzen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:23, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
* V. 14: geht der voluntative Relativsatz als Ersatz für einen Finalsatz in Ordnung, oder ist das zu frei? Solche Fragen sind grundsätzlich zu klären. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:51, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Offene Fragen===&lt;br /&gt;
Weil das so viel ist unten, verlinke ich hier die Abschnitte, die aktuell noch geklärt werden müssten.&lt;br /&gt;
* [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Diskussion:Markus_3#V._6:_fassten_Pl.C3.A4ne V. 6: Pläne fassen]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;hina&#039;&#039; in [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Diskussion:Markus_3#Jesu_Ma.C3.9Fnahme_in_V._9 V. 9] und [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Diskussion:Markus_3#V._12:_.E1.BC.90.CF.80.CE.B9.CF.84.CE.B9.CE.BC.CE.AC.CF.89_drohen_oder_anweisen.3F V. 12]&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Eiferer&amp;quot; in [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Diskussion:Markus_3#V._16 V. 16]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===V. 2-6===&lt;br /&gt;
====V. 2====&lt;br /&gt;
Hier würde ich mir als LF-Übersetzer eine Fußnote zu &amp;quot;sie&amp;quot; wünschen. In den meisten Bibelübersetzungen wird das frei übersetzt, weil ein Leser mit einem bloßen &amp;quot;sie&amp;quot; nichts anfangen kann (z.B.: B/N, GN: &amp;quot;Die Pharisäer&amp;quot;; HfA, NeÜ, NL: &amp;quot;Seine Gegner&amp;quot;, NGÜ: &amp;quot;Die, die einen Vorwand suchten, um Jesus anklagen zu können&amp;quot;; ALB + BB arbeiten mit einer Fußnote). Aktuell gibt die SF dazu keine Hilfestellung. Ich würde meinen, dass man die Stelle am Besten als impersonalen Plural erklären sollte: &amp;quot;Man beobachtete ihn genau&amp;quot;=&amp;quot;Er wurde scharf beobachtet&amp;quot;. Fußnotenvorschlag: &amp;lt;code&amp;gt;&#039;&#039;sie achteten genau&#039;&#039; - impersonaler Plural als Passiversatz. Markus identifiziert bewusst nicht &amp;quot;die, die Jesus belauern&amp;quot;, um so den Eindruck einer allgemeinen feindlichen Atmosphäre zu erzeugen. Übersetze: &amp;quot;[Als Jesus wieder einmal in die Synagoge ging und dort auf einen Mann mit einer verkrüppelten Hand stieß,] wurde scharf beobachtet, ob ...&amp;quot;&amp;lt;/code&amp;gt; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 12:24, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guter Vorschlag. Genau dasselbe habe ich eben erst für Mk 12,1 gemacht. Muss mir bei Mk 3 entgangen sein. Ohne in Kommentare geschaut zu haben: Ist es auch möglich, dass speziell die Pharisäer aus 2,24 und 3,6 gemeint sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein impersonaler Plural wäre durchaus plausibel, weil Markus den mag und häufig einsetzt. An anderen Stellen hat sie &amp;quot;[die Leute]&amp;quot; durchweg als die beste Lösung dafür präsentiert, aber &amp;quot;man&amp;quot; wäre hier auch passend und stilistisch schön. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 18:48, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind ziemlich sicher die Pharisäer, aber es hat ja wahrscheinlich einen Grund, dass Mk eben kein Subjekt namhaft macht. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:10, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute Analyse. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:44, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== V. 3 Steh auf====&lt;br /&gt;
ist doch bestimmt ein Vorbereitungsimperativ (wie hebr. {{hebr}}קוּם{{hebr ende}}, aber so auch bei Aristophanes und Euripides, cf. BDAG, Bed. 1b) wie in Mk 10,49 -&amp;gt; &amp;quot;Auf, [stell dich] in die Mitte!&amp;quot; (daher H-R, PAT, R-S, TAF, ZÜR: &amp;quot;Stell dich in die Mitte&amp;quot;; TEXT: &amp;quot;Auf, trete vor!&amp;quot;). Stand das in keinem Kommentar? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 13:01, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider nicht, dass ich wüsste. Du meinst, der Imperativ heißt im Effekt &amp;quot;Auf&amp;quot;, &amp;quot;Los&amp;quot;? Wie wäre es mit &amp;quot;Komm&amp;quot;? Das würde im Kontext gut passen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 18:48, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man müsste kein &amp;quot;Stell dich&amp;quot; mehr ergänzen. Finde ich gut. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:10, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fußnote mit Quelle wäre dann m.M.n. aber nötig. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:44, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;&#039;&#039;Steh auf (Komm!)&#039;&#039; - ἐγείρω wird im Griechischen öfter auch - ähnlich wie hebr. {{hebr}}קוּם{{hebr ende}} - als entsemantisierter Vorbereitungsimperativ verwendet, vergleichbar unserem Deutschen „Auf!,...“, „Los!,...“ etc. Das ist vermutlich auch hier die Bedeutung; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; BDAG. Eine Übersetzung mit „Komm!“ entbindet von der Notwendigkeit, ein &#039;&#039;[Stell dich]&#039;&#039; ergänzen zu müssen und ist auch die von BDAG vorgeschlagene Üs: &#039;&#039;Komm, in die Mitte!&#039;&#039; oder einfach &#039;&#039;Komm in die Mitte!&#039;&#039;.&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einverstanden? (Ist mir gar nicht aufgefallen, dass BDAG darunter Mk 3,3 sogar listen) --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:52, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wunderbar! Hervorragend! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:38, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 6: fassten Pläne====&lt;br /&gt;
Da das Verb im Imperfekt steht und du selbst es damit kommentierst, dass das &amp;quot;Pläne schmieden&amp;quot; also vermutlich längere Zeit dauerte, würde ich eine andere Üs. als &amp;quot;Pläne fassen&amp;quot; vorschlagen. &amp;quot;Pläne fassen&amp;quot; ist punktuelle Aktionsart, du deutest aber als durativ. Besser: &amp;quot;beraten, Pläne schmieden&amp;quot;. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 13:39, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim &amp;quot;Fassen&amp;quot; steht eher das Ergebnis im Vordergrund, aber ich würde mir die Aktionsart nicht strikt punktuell vorstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Übersetzung sollten wie &amp;quot;euthys&amp;quot; (hier: unverzüglich) mit berücksichtigen. Vielleicht wäre eine inchoative Formulierung (&amp;quot;fingen an...&amp;quot;) hier sinnvoll. &amp;quot;Schmieden&amp;quot; würde mir mit einer inchoativen Formulierung dann auch besser gefallen. Ich werd mir die Stelle bei Gelegenheit nochmal anschauen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 18:48, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteh ich nicht ganz - wg. euthys willst du als inchoativ deuten? Also &amp;quot;Nachdem sie die Synagoge verlassen hatten, begannen die Pharisäer unverzüglich, Pläne zu fassen...&amp;quot;? Versteh ich das richtig? Fände ich gut. Abgesehen wieder von dem &amp;quot;Pläne fassen&amp;quot; - nach meinem Sprachempfinden kann man nicht &amp;quot;damit beginnen, Pläne zu fassen&amp;quot;, weil das eben punktuelle Aktionsart hat. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:10, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja genau. :-) Dann sind wir uns einig. Wobei ich nach der Lektüre von France vielleicht doch lieber &amp;quot;Absicht&amp;quot; schreiben würde. Was meinst du?&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;It is not likely that we should take συμβούλιον ἐδίδουν (a unique idiom, for which most MSS substitute the more familiar ποιέω) too strictly as ‘adopting a plan’ in the sense of a formulated strategy for bringing Jesus to trial and death; the succeeding narrative does not suggest anything so definite at this stage, but rather last-minute measures by the Jerusalem authorities at the final Passover (14:1–2, 10–11), following a further resolution to ‘destroy’ Jesus in 11:18. Here we have an agreement in principle that Jesus is to be opposed and, when the time is ripe, silenced. If the agreement is that he is wilfully breaking the sabbath, capital punishment properly follows (Ex. 31:14–15; m. Sanh. 7:4).&#039;&#039; (France 2002, 152)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:54, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was, &amp;quot;Absicht&amp;quot;? Gibst du mal ne Beispielübersetzung? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:35, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielweise &amp;quot;fassten sie die Absicht&amp;quot;, um mit &amp;quot;Absicht&amp;quot; zu arbeiten. Oder wie wäre es mit einem Vorsatz? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:46, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann aber auch nicht &amp;quot;unverzüglich beginnen, eine Absicht/einen Vorsatz fassen&amp;quot;. Hätte ich jedenfalls gesagt. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:52, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtig, dann müsste man das Imperfekt anders verstehen. Wir können gerne auch beim Pläneschmieden bleiben. Vielleicht fällt uns ja noch etwas besseres ein. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:55, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie wäre der Imperfekt denn dann zu verstehen? Mir fällt nichts Gutes ein. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:54, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt ist manchmal sehr schwach ausgeprägt und auch an anderen Stellen in Mk schwer zu erklären. Besser ist aber selbstverständlich eine Lösung, die ihn sinnvoll erklären kann. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:51, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 6: zerstören &amp;lt;-&amp;gt; aus dem Weg räumen====&lt;br /&gt;
Hier hatte ich formuliert:&lt;br /&gt;
: aus dem Weg räumen (umbringen, beseitigen, loswerden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sebastian hat daraus gemacht:&lt;br /&gt;
: zerstören (töten, beseitigen, aus dem Weg räumen, loswerden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Formulierung kommt in Mk mindestens zweimal, ich glaube sogar 4 oder 5 Mal vor, glücklicherweise im selben Kontext und mit demselben Objekt (Jesus). Die Übersetzung müssen wir aber konzertiert in Angriff nehmen, daher will ich das jetzt mal auf den Plan bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Begriff: Nach LN ist dieses Gr. &amp;quot;zerstören&amp;quot; ein sehr allgemeiner Begriff, zu dem es in vielen Sprachen kein direktes Äquivalent gibt. Das Deutsche &amp;quot;zerstören&amp;quot; ist zwar hinsichtlich der Art und Weise oder des Objekts ebenfalls sehr allgemein, gehört meiner Meinung aber zu den Sprachen, wo man sich etwas anderes einfallen lassen muss. Menschen gehören nämlich im Deutschen nicht zu den Objekten, die man zerstört. Höchstens könnte man &amp;quot;vernichten&amp;quot; formulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Lösung (ergänzen könnte man noch &amp;quot;unschädlich machen&amp;quot;) hat mir aber (abgesehen von der Plastizität der Formulierung) sehr gut gefallen, weil sie wie das Griechische offen lässt, ob Jesus nur (etwa durch Rufmord oder Gefangennahme) unschädlich gemacht oder tatsächlich gemeuchelt werden soll (das stand m.W. explizit in mehr als einem Kommentar). &amp;quot;Zerstören&amp;quot; geht mir zu sehr in die letzte Richtung und ist für mich daher spezifischer als nötig. Ganz davon abgesehen ist &amp;quot;zerstören&amp;quot; auch nicht nur semantisch unpassend, sondern auch stilistisch weit unschöner als das, was vorher dastand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(&amp;quot;töten&amp;quot; für &amp;quot;umbringen&amp;quot; in der Klammer finde ich gelungen.) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 19:09, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe das deshalb geändert, weil man jemanden auch &amp;quot;aus dem Weg räumen&amp;quot; kann, indem man ihn z.B. hinter Gittern bringt, apollymi aber ausgesprochen auf Vernichtung bezogen ist - vgl. eben Louw/Nida (das deshalb so allgemein gehalten ist, weil das kein Übersetzungsvorschlag, sondern eine semantische Beschreibung ist), auch BDAG: &amp;quot;Of pers.: Esp. kill, put to death&amp;quot; (darunter auch Mk 3,6 gelistet). Was stilistisch schöneres als &amp;quot;Zerstören&amp;quot; ist natürlich auch möglich; &amp;quot;vernichten&amp;quot; finde ich super, &amp;quot;töten&amp;quot; oder &amp;quot;umbringen&amp;quot; wäre aber auch schon angemessen, hätte ich gesagt. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:10, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich fürchte, ich muss mich geschlagen geben. Die vier Kommentare, in denen ich nochmal nachgeschaut habe, legen es alle klar als &amp;quot;töten&amp;quot; aus. Es ist Markus&#039; Fortführung von Jesu Frage: &amp;quot;Was ist besser, am Sabbat Leben zu retten - oder zu töten?&amp;quot; Zwei meinen sogar, es geht um die Todesstrafe, weil Jesus den Sabbat verletzt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Vernichten&amp;quot; ist dann für mich in Ordnung, auch wenn ich eine Formulierung mit relativ klarer diebezüglicher Bedeutung wie &amp;quot;beseitigen&amp;quot; eigentlich noch schöner finde. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:47, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;beseitigen&amp;quot; geändert -&amp;gt; erledigt. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:36, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===V. 7-12===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Geographische Fn in V. 7(-8)====&lt;br /&gt;
Sebastian hat hier hilfreicherweise noch ergänzt, wo sich die entsprechenden Gebiete befanden. Aber kannst du erklären, warum dafür folgende Sätze gelöscht wurden? Die Informationen widersprechen sich ja nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Jesus befand sich in Galiläa, deshalb erscheint es sinnvoll, dass die erste Menge, die ihm direkt folgte, galiläisch war. Die Leute aus den anderen, etwas entfernteren Gebieten kamen erst, als sich die Kunde von Jesu Tätigkeit dorthin verbreitete (V. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Vers 7====&lt;br /&gt;
In Fußnote [[Markus_3#note_c|c]] ist die Rede davon, dass ELB die „große Menge“ zweimal, das zweite Mal ohne Funktion anführen muss. In der Offenen Bibel findet sich die „große Menge“ aber ebenfalls zwei Mal. --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 15:10, 20. Sep. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Vers 8====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sowie der [Gegend]&#039;&#039; Evtl. „sowie aus der [Gegend]“, sofern im Griechischen zulässig und stilistisch sinnvoll. --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 15:10, 20. Sep. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Ben|Ben]] 19:11, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil das meiste gedoppelt gewesen wäre. Nicht gedoppelt wäre einzig &amp;quot;Die Leute aus den anderen [...] Gebieten kamen erst, als sich die Kunde von Jesu Tätigkeit dorthin verbreitete&amp;quot;, aber das steht ja nicht im Text und ich sehe auch nicht, wo er eine zeitliche Abfolge nahelegen würde. Kannsts ja wieder rein machen (aber dann würde ich mich über eine Erklärung freuen, wie du darauf kommst). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:10, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Sätze betrafen besonders die Identität und Herkunft der Menge, weil die Verse das nicht deutlich abgrenzen. Ich überlege mal, wie man das noch klarer anbringen kann. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:50, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Jesu Maßnahme in V. 9====&lt;br /&gt;
Meines Erachtens ist eine wörtliche Übersetzung von Jesu Maßnahme, ein Boot bereitzuhalten, nicht möglich. Daher hatte ich formuliert:&lt;br /&gt;
: Und er bat (sagte zu) seine Jünger [dafür zu sorgen], dass ihm wegen der Menschenmenge ein kleines Boot bereitstehen würde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wurde jetzt wörtlicher gemacht:&lt;br /&gt;
: Und er sprach zu seinen Jüngern, damit ihm wegen der Menschenmenge ein kleines Boot bereitstehen würde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Ganz offen gesagt, ich sehe den Vorteil dieser Änderung nicht. &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sagen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; ist im Gr. so neutral belegt, dass man ggfs. auch &amp;quot;bitten&amp;quot; daraus machen kann. Jesus drückt in Mk mehrmals damit Anordnungen aus (aus dem Gedächtnis fällt mir eine Anweisung nach der Heilung des todkranken Mädchens in Kap. 5 ein).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. In der Einleitung einer Frage, Bitte, Anweisung oder anderer indirekter Rede ist Gr. ἵνα keine finale Konjunktion, sondern leitet diese ein wie im Deutschen &#039;&#039;&#039;&amp;quot;dass&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Die Konjunktion auch hier mit &amp;quot;damit&amp;quot; zu übersetzen, ist m.E. ein Missverständnis ihrer Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. &#039;&#039;&#039;&amp;quot;[dafür zu sorgen]&amp;quot;&#039;&#039;&#039; halte ich für eine sinnvolle Einfügung, weil so ein Zusatz in der deutschen Wiedergabe erforderlich ist. Inhaltlich korrekt ist er auch. Dennoch sehe ich natürlich den Wunsch, möglichst ohne sinngemäße Ergänzungen auszukommen. An dieser Stelle ist mir jedoch keine Übersetzung gekommen, wo die Einfügung verzichtbar wäre. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 19:33, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1 ist ja auch richtig. Aber die wörtlichere Übersetzung ist grammatisch genau so richtig (gegen 2. Vielleicht ist es sogar richtiger - in der Tat ist es ja so, dass diese Verwendung von hina wahlweise als Semitismus oder als Latinismus erklärt wird, weil es &#039;&#039;eigentlich&#039;&#039; keine Objektsätze einleitet. Hier ist es aber problemlos möglich, das &#039;&#039;hina&#039;&#039; als &amp;quot;ordentliches&amp;quot; Griechisch zu lesen.), kommt aber ohne die Einfügung in 3 aus und ist deshalb wörtlicher. Auch ist sie nicht mal (wesentlich) unschöner - &amp;quot;Ich schreibe dir das, damit du meine Änderung verstehst&amp;quot; ist ja stilistisch möglich. Trotzdem würde in einer LF daraus natürlich &amp;quot;bat sie, x zu tun&amp;quot; werden, deshalb sehe ich keinen Nachteil bei der wörtlicheren Wiedergabe. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:10, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben jetzt (im Chat, per Siebenthal §252,28 und dem folgenden Zitat von van Iersel) festgestellt, dass hina einen abhängigen Begehrsatz einleitet, sodass mein Punkt 2. korrekt ist. (Ich kopiere mal dein Zitat aus dem Chat:)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;van Iersel 1998, S. 35: &amp;quot;The second [latinistic] phenomenon relates to places where the Greek hina is used in the non-final sense of the Latin ut after verbs of speaking, asking, commanding, and the like. Of the thirty-one occurrences of this Latinism in Mark only eight have been preserved in the parallels of Matthew and only four in those of Luke. Where the other synoptics have not left out the passage concerned, the authors of Matthew and Luke usually replace hina with an imperative in direct speech, an infinitive, or another paraphrase. In passages that have no parallel in Mark the hina construction occurs only twice in Matthew and four times in Luke.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siebenthal sagt, im NT und der Koine ist das nicht ungewöhnlich. NSS, A328 stellt fest, dass solche Sätze im NT praktisch nur in Mt, Mk und Joh zu finden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem du mir mit der Funktion von &amp;quot;sagen&amp;quot; zugestimmt hast (die das deutsche &amp;quot;sagen&amp;quot; nicht erfüllt, und m.E. daher falsch übersetzen würde) und auch bei 3. die Lösung nicht schlecht fandest - was würde dann gegen einen natürlichen deutschen Satzbau sprechen? Gerne auch in im Detail anderer Formulierung? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:00, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, in Punkt 2 stimme ich dir nicht zu. Jedenfalls nicht ohne Weiteres. Wir hatten darüber übereingestimmt, dass es bei den Synoptikern öfters so verwendet wird. Gleichzeitig hast du zugegeben, dass das kein klassisches Griechisch ist (s. oben van Iersel, auch Turner). Das heißt, du hast hier entweder die Möglichkeit, das als Latinismus und damit als &amp;quot;schlechtes Griechisch&amp;quot; (&amp;quot;dass&amp;quot; zur Einleitung von Objektsätzen) zu bestimmen, oder aber als &amp;quot;ordentliches Griechisch&amp;quot; (&amp;quot;damit&amp;quot; + Finalsatz) zu lesen. Wenn du wieder zur alten Übersetzung zurückänderst, entscheidest du dich ohne Not dafür, das für schlechtes Griechisch halten zu müssen und bist auch noch gezwungen, eine Einfügung zu machen, die bei wörtlicherer Wiedergabe nicht nötig wäre.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das ist aber so ein Fall, der davon abhängt, wie wir bei der Feinjustierung der SF-Kriterien das Verhältnis von Genauigkeit und Eleganz bestimmen; ich würde das zurückstellen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:33, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Achso! Jetzt verstehe ich dein Problem. Du siehst da eine Dichotomie und ich nicht. Zunächst mal steht in Siebenthal gar nichts davon, dass es ein Latinismus ist. Vielmehr ordnet er es in die allgemeine Entwicklung der Koine ein. Das muss nix heißen, es kann immer noch einer sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweitens würde ich eine lateinisch angehauchte Formulierung nicht als schlechtes Griechisch bezeichnen. Wenn ich einfach mal davon ausgehe, dass Markus in Rom entstanden ist, ist das ganz normal, und es handelt sich um eine lokale sprachliche Eigenart. Gut möglich, dass diese Eigenart sich in einer breiteren Entwicklung der Koine wiederspiegelt (um Siebenthal einzuordnen). Das wäre für mich kein Grund, den Satz nicht rein nach Funktion und ganz normal zu übersetzen. NSS empfiehlt zum Beispiel die Übersetzung &amp;quot;dass&amp;quot;. Andere Übersetzungen, die ich jetzt angeschaut habe, machen ausnahmslos einen abhängigen Begehrsatz daraus, entweder mit &amp;quot;dass&amp;quot; oder asyndetisch. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:46, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehst du das wirklich so? Stell dir mal eine kleine deutsche Enklave in, sagen wir, Brasilien vor. Dort sprechen sie alle Deutsch, aber grammatisch portugiesisch gefärbtes Deutsch. Zum Beispiel verwenden sie viel öfter &amp;quot;und&amp;quot; als im Deutschen üblich, oder sie sagen statt &amp;quot;dass&amp;quot; immer &amp;quot;damit&amp;quot;. Penelope zum Beispiel erzählt: &amp;quot;Und ich bin losgegangen und ins Haus gegangen und habe zu ihm gesagt, damit ich das nicht will.&amp;quot; - das wäre für dich kein schlechtes Deutsch? (Das Beispiel beißt sich natürlich insofern mit dem Griechischen, als das Griechische im Unterschied zum Brasilien-Deutschen genau so gut &amp;quot;ordentlich&amp;quot; sein könnte).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dass das ins Deutsche natürlich stilistisch besser mit „dass“ zu formulieren ist, hat doch keinen Einfluss darauf, wie das &amp;quot;damit&amp;quot; im Brasilien-Deutschen / das &#039;&#039;hina&#039;&#039; im Griechischen syntaktisch zu bestimmen ist. Und das ist es doch, was die SF zugänglich machen will - jedenfalls, wenn wir das demnächst nicht radikal anders bestimmen. Mei, mei, mei - jetzt weiß ich nicht mal mehr bei der SF, woran ich bin, bis die Diskussion wenigstens mal angelaufen ist :)  --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:02, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf keinen Fall würde ich fehlerhaftes Deutsch formulieren, wenn der Urtext fehlerlos ist. Das gehört für mich in eine Fußnote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits habe ich auch schon im Urtext tatsächlich abgebrochene Sätze im Deutschen abgebrochen, oder in der Offenbarung an Stellen auffälliges Deutsch benutzt, wo etwa falsche grammatische Fälle zum Einsatz kamen (es gibt nämlich die These, dass das wenigstens in einigen Fällen Absicht ist). Doch der jetzige Fall ist ein anderer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, du denkst zu sehr im Rahmen einer modernen Schriftkultur. Überleg dir mal, was vor Luther als korrektes Deutsch hätte gelten können! Die einzige mögliche Einschätzung wäre gewesen: Das sagt man in dieser oder jener Region so!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Rom sprach man zu dieser Zeit nach meinen Informationen hauptsächlich Griechisch. Es ist für mich plausibel, dass man das Griechisch dort mit einem gewissen lateinischen Einschlag sprach, so ein Phänomen lässt sich noch heute beobachten. Das wäre dann Dialekt oder Lokalkolorit, aber nur weil es nicht attisch ist, heißt das nicht, dass man es als falsches oder schlechtes Griechisch wahrgenommen hätte. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:46, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das oben ist ja auch kein fehlerhaftes Deutsch (?). Oder, wovon redest du? - Wenn das kein schlechtes Griechisch ist, wie ist dann zu erklären, wie Mt und Lk mit diesen Stellen umgegangen sind? Selbst, wenn man das als dialektal deuten würde,  wäre es mindestens schlechter Stil (wenn ich auf einmal anfangen würde, in die LF meine bayerischen &amp;quot;gells&amp;quot; und &amp;quot;feis&amp;quot; einzubauen, würdest du das auch korrigieren), aber das ist an dieser Stelle einfach nicht nötig, das so zu deuten. Warum willst du es also so deuten? Denk dir einen deutschen Satz, der sonst einwandfrei ist, aber ein Wort X kannst du entweder (1) als dialektale Wendung Y mit der Bedeutung y oder (2) als standartdeutsche Wendung Z mit der Bedeutung z auslegen und beides funktioniert. Warum sollte man sich dann für (1) entscheiden? Und selbst das ist ja wahrscheinlich ein zu schwaches Beispiel, &amp;quot;nur dialektal&amp;quot; kommt ja von dir (während du gleichzeitig die Semitismen als &amp;quot;rumpeliges Griechisch&amp;quot; bezeichnest). Vermutlich eher der Wahrheit entspricht: &amp;quot;Denk dir einen deutschen Satz, der sonst einwandfrei ist, aber ein Wort X kannst du entweder so auslegen (1) dass es grammatisch falsch / stilistisch schlecht verwendet wird und y bedeutet, oder (2) dass es grammatisch richtig / stilistisch gut verwendet wird und z bedeutet.&amp;quot; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 00:56, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hab noch mal ein bisschen recherchiert; will das aus Gründen der Vollständigkeit noch ergänzen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Latinismus fassen es auch BDF §388, offenbar auch Robertson, S. 110f; sicher wieder Ullrich 1912 &amp;quot;Über die Latinismen des Dio Cassius, Nürnberg, S. 26-33 auf. Nach Moulton/Turner 1976: A Grammar of New Testament Greek, Vol IV: Style; S. 23 ist es dagegen ein Aramäismus oder Hebraismus; laut Robertson hielt es aber auch Moulton früher für einen Latinismus (oder vielleicht hat er seine Meinung ja gar nicht geändert; Vol. IV hat ja Turner verfasst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „abhängigen Begehrsätze“ in H/S §272.b scheinen eine andere Konstruktion zu sein, weil sie in anderen Grammatiken immer an andere Verben als (und auch in Hoffmann/Siebenthal nicht) an neutrale Verba dicendi gebunden werden (sondern an sog. „verba volendi“; Liste in [https://archive.org/stream/p1grammatikder02maysuoft#page/315/mode/1up Mayser, S. 315f.] (allerdings natürlich nicht zum NT)). Ich verstehe auch noch nicht ganz, warum das einen anderen syntaktischen Status haben soll als mit neutralen Verba dicendi, aber offenbar wird diese Verwendung von ἵνα als „borderline-phenomenon“ zwischen Einleitung von Ojbektsätzen und Einleitung von Finalsätzen betrachtet, s. z.B. BDF §392; auch Fritzsche, Mayser (Aufschlüsselungen auf S. 245, Link s.o.), Thayer, Winer; Robertson, S. 996 (dort auch: &amp;lt;code&amp;gt;With verbs of exhorting, beseeching, etc., the infinitive was the normal idiom in the ancient Greek. In the N.T. it still occurs twice as often as ἵνα and &#039;&#039;hopws&#039;&#039; together.&amp;lt;/code&amp;gt;). Moulton hält es dagegen für eine Mischung aus Objektsatz und &#039;&#039;Konsekutivsatz&#039;&#039;. Schöne Beispiele in [https://archive.org/stream/p1grammatikder02maysuoft#page/243/mode/1up Mayser, S. 243], natürlich wieder nicht aus dem NT.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu Mk 3,9.14 musst du in H/S in §272e schauen. Aber wie gesagt, das funktioniert hier ja nicht, denn wenn das Objektsatz/indirekte Rede wäre, würde nicht προσκαρτερῇ &#039;&#039;bereitstehen&#039;&#039;, sondern ein griechisches Äquivalent für &#039;&#039;bereitstellen&#039;&#039; verwendet, außerdem stünde es nicht in 3. Pers. &#039;&#039;Sg.&#039;&#039;, sd. &#039;&#039;Plural&#039;&#039;. Daher eben z.B. MNT: „Er sprach zu seinen Schülern, damit ein Boot ihm bereitliege wegen der Volksmenge...“ So ist das m.M.n. syntaktisch zu analysieren; wie es zu übersetzen ist, ist eine andere Frage, und also sind wir wieder bei der Frage, wo die Linie zwischen wörtlich und elegant zu ziehen ist. Wird wirklich Zeit, dass wir uns an die SF-Diskussion machen - das ist jetzt schon die vierte Frage nur zu Mk 3, für die das nötig wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei H/S musst du ja außerdem noch zunächst §272a (die „Vorbemerkungen zum Gebrauch von ἵνα o.ä.“) berücksichtigen: &amp;lt;code&amp;gt;„Der Nebensatz mit ἵνα o.ä. hat auch in der Koine (und im NT) &#039;&#039;in erster Linie&#039;&#039; die klass. adverbiale, &#039;&#039;finale&#039;&#039; Bedeutung (&#039;&#039;damit, um - zu&#039;&#039;, §278) und steht schon so mit dem Inf. teilweise in Konkurrenz (§220). In der &#039;&#039;nachklassischen&#039;&#039; Zeit hat sich die Vertauschbarkeit der beiden Konstruktionen ständig ausgedehnt; der ἵνα-Satz hat dabei seine Bedeutung über seinen rein finalen Bereich hinaus erweitert (s. Konsekutivsatz, §279) und konnte in der Koine schliesslich den &#039;&#039;Inf.&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;AcI&#039;&#039; fast überall &#039;&#039;ersetzen&#039;&#039;, wo dessen Inhalt als &#039;&#039;beabsichtigte&#039;&#039; oder &#039;&#039;eintretende Folge&#039;&#039; [Also auch das: finale oder konsekutive Verwendung] aufgefasst werden konnte (§213c; bei Tatsachen dafür &#039;&#039;hoti dass&#039;&#039; o.ä., §271) [...].“&amp;lt;/code&amp;gt; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:10, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird jetzt etwas ungeordnet, weil ich gerade sehr zerstreut bin. Wappne dich. :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das klarzustellen: Ich bin gegen deine Übersetzung, weil sie inhaltlich nicht besonders sinnvoll ist. Das ist auch den anderen Übersetzungen zu entnehmen (wie schon angeführt). Der NS ordnet den Satz übrigens in die gleiche Kategorie ein (oder korrekter: zumindest empfiehlt er die Übersetzung &amp;quot;dass&amp;quot;, aber m.W. mit Verweis darauf), und da Siebenthal meines Wissens den Evangelienteil des NSS verfasst hat, haben wir es mit dem gleichen Autoren zu tun wie in der Grammatik. &amp;quot;Sagen&amp;quot; ist zwar in sich ein neutraler Begriff, aber drückt hier doch klar einen Wunsch oder eine Aufforderung aus. Erinnern wir uns, dass solche Kategorien (wie &amp;quot;verbum dicendi&amp;quot; und &amp;quot;verbum volendi&amp;quot;) Hilfsmittel sind, um diese Verben in einer Gruppe zu behandeln. Wenn ein Wort im normalen Gebrauch zu beiden Zwecken verwendet wird, zeigt sie die Trennung als künstlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Griechisch muss ja weder rumpelig noch dialektal sein. Es ist einfach eine sprachliche Entwicklung, die (vielleicht aufgrund des Lateinischen) in Markus schon sichtbar ist. Die anderen Evangelisten finden das merkwürdig und ändern es. Die Übersetzung hängt für mich davon ab, ob das für den Autor und die unmittelbaren Leser normale Sprache war - und davon ist auszugehen. Sprachliche Besonderheiten wie Dialekte lassen sich ja allgemein schlecht in eine andere Sprache übertragen, diese Option würde hier daher ausfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir ist der Unterschied zwischen &amp;quot;bereitstehen&amp;quot; und &amp;quot;bereitstellen&amp;quot; auch aufgefallen. Ich würde den Nebensatz auch final verstehen, von daher verstehe ich deine Übersetzung - und jetzt auch, warum du den Satz anders einordnen möchtest. Du willst darauf hinaus, dass der Nebensatz keine indirekte Rede ist, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will zur Einordnung einfach mal keine Aussage treffen (wegen Zerstreuung) und behaupten, dass meine Übersetzung aus pragmatischen Gründen in jedem Fall richtig ist. Einfach weil &amp;quot;jemandem sagen, damit&amp;quot; kein richtiges Deutsch ist, zumindest wenn man es wie hier mit einer indirekt formulierten Aufforderung zu tun hat. Oder kannst du mir erklären, wie Jesus mit dem Ziel, ein Boot bereitstehen zu haben, mit den Jüngern sprechen sollte (die dafür sorgen könnten), ohne sie dazu aufzufordern? Oder verstehe ich hier deine Interpretation falsch? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:24, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen deine Übersetzung als Übersetzung würde ich auch nie was sagen, und dass sie den Sinn trifft, ist doch klar. Ebenso, dass sie für die LF definitiv vorzuziehen ist - &amp;quot;Zu jemandem sprechen, damit&amp;quot; (meine Version, nicht &amp;quot;jemandem sagen, damit&amp;quot; - denn das wäre wirklich falsch) ist zwar schon richtiges Deutsch, aber auch dafür würde ein heutiger Deutschsprecher tendenziell eher &amp;quot;sagen, dass&amp;quot; machen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aber darum gehts doch nicht. Es geht darum, dass, wenn du das auch in der SF so übersetzt, du einfach unkommentiert die Satzsemantik ändern und aus einem Finalsatz einen Objektsatz machen würdest. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kannst du mal den entsprechenden NSS-Abschnitt hier einfügen? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:19, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 10, FN r====&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;&#039;&#039;heilte&#039;&#039; und &#039;&#039;hatten&#039;&#039; Markus benutzt das [[Imperfekt]], um die anhaltende Situation zu beschreiben. Das setzt sich bis V. 12 fort.&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;heilte&amp;quot; ist nicht Imperfekt, sondern Aorist; &amp;quot;eichon&amp;quot; ist zwar Imperfekt, lässt sich aber nicht mit den Imperfekten in Vv. 11f in einen Topf schmeißen, weil es sich in V. 10 auf eine andere Zeitsphäre bezieht als V. 11f (V. 10: &amp;quot;[jene], die (fortwährend) Qualen hatten&amp;quot; = &amp;quot;jene, die (schon lange) unter Qualen litten&amp;quot;. Vv. 11f dagegen ist es progressiv/iterativ: &amp;quot;[Die ganze Zeit, wären der er das tat,] fielen die unreinen Geister vor ihm nieder ..., schrien ..., er verbot...&amp;quot;). Außerdem steht die FN am falschen Wort. Ich hätte gesagt, die gehört ganz raus, aber ich trau mich nicht, so viel in deiner Übersetzung rumzupfuschen, deswegen lasse ich sie einstweilen mal stehn. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 17:37, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit &amp;quot;heilte&amp;quot; ist ein Fehler. Der Locus auch. Was habe ich da gemacht?? Aber warum verortest du V. 10 und 11 in anderen Zeitsphären? Sie beschreiben beide dieselbe Situation. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 18:48, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habe &amp;quot;heilte&amp;quot; entfernt und die Fußnote verschoben. Eine Antwort würde mich trotzdem noch interessieren! Wenn sie sachlich falsch ist, sollte die Info hier schließlich nicht stehen bleiben. :-) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 19:33, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe nicht gemeint, dass V. 10.11 in us. Zeitsphären stehen, sondern nur das &amp;quot;Qualen Leiden&amp;quot; einerseits und das &amp;quot;Niederfallen&amp;quot; + &amp;quot;Schreien&amp;quot; + &amp;quot;Verbieten&amp;quot;. Das &amp;quot;Qualen Leiden&amp;quot; hat schon begonnen, lange bevor Jesus mit seiner Heilaktion am See angefangen hat und dauert bis zur Heilung. Das &amp;quot;Niederfallen&amp;quot; + &amp;quot;Schreien&amp;quot; + &amp;quot;Verbieten&amp;quot; dauert nur für die Dauer seiner Heilaktion. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:10, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das stimmt. Dann müsste man die Fußnote präzisieren. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:23, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 11: fielen vor ihm nieder====&lt;br /&gt;
ist doch sicher konatives Imperfekt, sonst wäre Jesu Verbot in V. 12 vergebliche Liebesmüh. &amp;quot;Und wann immer ein unreiner Geist ihn erblickte, wollte er vor ihm niederfallen und ausrufen „Du bist der Sohn Gottes!“ - aber er verbat es ihnen.&amp;quot; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 18:27, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr interessante Deutung. Dazu würde ich gerne nochmal recherchieren und den Kontext analysieren. Wenn es dann keine Einwände gibt, würde ich dir recht geben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 18:48, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 12: ἐπιτιμάω drohen oder anweisen?====&lt;br /&gt;
Wie die Fußnote eigentlich erklärt, droht Jesus den Dämonen nicht, sondern gibt ihnen bindende Anweisungen. Daher verstehe ich die Änderung von &amp;quot;verbieten/anweisen&amp;quot; zu &amp;quot;drohen&amp;quot; nicht. ἐπιτιμάω heißt im Mk eigentlich niemals &amp;quot;drohen&amp;quot;, zumindest soweit ich bisher gekommen bin (bis einschl. Kap. 11). Die Übersetzung wird auch entsprechend selten vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger ist aber, dass wir ἐπιτιμάω in Mk an mehreren Stellen gleich übersetzen und daher die Übersetzung absprechen sollten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 19:38, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist wahr, das habe ich nicht beachtet. Ich wollte nur die stilistische Änderung von Positiv nach Negativ vom Fließtext in die FN verschieben, um den Fließtext wörtlicher zu machen. Ich mache &amp;quot;befahl&amp;quot; draus. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:10, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach so. In V. 12 hatte ich deshalb nach &amp;quot;drohte&amp;quot; statt &amp;quot;befahl&amp;quot; geändert, weil man dann wieder &amp;quot;damit&amp;quot; wörtlich übersetzen kann und der eigentliche Sinn ja in der FN erläutert ist. Reicht die Erläuterung in der FN nicht? Wenn nicht: Fällt dir für den Fließtext was Passenderes ein, wo man &amp;quot;damit&amp;quot; beibehalten kann? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 21:25, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rolle von hina haben wir weiter oben (V. 9?) geklärt. Dann kann ich das rückgängig machen, oder? :-) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:05, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dort. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:34, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber anders als oben ist hier der Fall doch klar. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:35, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieso, ist doch der gleiche Fall? Hier würde zwar der Rest der Syntax mitspielen, wenn man hina als &#039;&#039;dass&#039;&#039; deuten will, aber genau so gut möglich wäre ja wieder, das als Finalsatz zu lesen (Du musst ja griechisch denken, im Griechischen ist es möglich, &amp;quot;befehlen&amp;quot; mit der &amp;quot;damit&amp;quot;-Partikel zu konstruieren). Also gleiches Problem: Entweder deutest du als Latinismus und also den NS als Objektsatz oder du deutest als &amp;quot;ordentliches Griechisch&amp;quot; und also als Finalsatz; wieder wäre es vom Sinn her das gleiche und würde wieder zur selben Übersetzung führen - einzig, wie &#039;&#039;hina&#039;&#039; zu analysieren ist, ist wieder die Frage. (Deshalb auch hier wieder MNT: „Und anfuhr er sie viel, damit sie nicht in offenbar machten.“) --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:26, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Abschnitt von der Berufung der Jünger (13-19)===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt war es stellenweise besonders schwierig, der griechischen Ausdrucksweise treu zu bleiben und gleichzeitig verständlich zu formulieren. Ich würde mich sehr über einige Rückmeldungen und auch Verbesserungsvorschläge zu dieser Perikope freuen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:23, 23. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 14====&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;&#039;&#039;die er bei sich haben und die er aussenden [wollte]&#039;&#039; (vgl. EÜ, NGÜ, GNB) Der doppelte Relativsatz mit eingefügtem [wollte] übersetzt den griechischen doppelten finalen Nebensatz (mit zweifachem ἵνα „damit, um zu“). Diese Umformulierung ist notwendig, um die finalen Infinitivsätze (um zu predigen und V. 15), die die beiden finalen Nebensätze modifizieren, noch in vernünftigem Deutsch wiedergeben zu können. Als finaler Nebensatz könnte man sonst auch direkter übersetzen: „um bei ihm zu sein und um sie auszusenden“ &amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kann man doch relativ leicht wörtlich übersetzen? - &amp;quot;Diese machte er zu den (berief er als die) &amp;quot;Zwölf&amp;quot;, auf dass sie bei ihm seien und auf dass er sie zum Verkündigen aussenden könnte.&amp;quot; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:41, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, wenn man es nicht vermeiden möchte, mit einem an dieser Stelle fürchterlich veralteten Konjunktiv und dem ebenso veralteten &amp;quot;auf dass&amp;quot; zu arbeiten. Beides wären übrigens Fälle, die ich auf die Ersatzwörter-Liste stellen würde. So eine Formulierung gehört für mich zentral zu dem Antrieb, warum ich selbst bibelübersetze. Weil man es heutzutage besser machen kann. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:39, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja, klar, ist alt und nichts für die LF. Für die SF würde es dein &amp;quot;wörtlich&amp;quot;-Problem lösen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 21:47, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für mich stellt sich die Frage, wie leicht verständlich es heute noch ist, dass &amp;quot;auf dass&amp;quot; final gemeint ist. (Aber man könnte in dem Fall doch auch einfach &amp;quot;damit&amp;quot; schreiben, oder?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich halte die Diskussion aber für beinahe müßig (nur um meine Position darzulegen, nicht um dir das Wort abzuschneiden!). Der voluntative Relativsatz drückt dieselbe finale Sinnrichtung ebenfalls in einem Nebensatz aus. Das ist für mich auf der gleichen Stufe, wie einen Genitiv als Präpositionalfrage &amp;quot;von xx&amp;quot; zu übersetzen (was im Englischen beispielsweise ganz normal ist: &amp;quot;basileia theou&amp;quot; wird zu &amp;quot;kingdom of God&amp;quot;, und auf Ungarisch muss man das Genitiv-Verhältnis mit Dat+Possessivsuffix ausdrücken, wie in deutschen Dialekten &amp;quot;dem Fritz sein Haus&amp;quot;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht mir wirklich nicht darum, die Diskussion zu unterdrücken, aber das ist der Grund, warum ich solche behutsamen Anpassungen in der Studienfassung vornehme. Ich habe in den letzten Monaten mehr als einmal gehört, dass die Studienfassung unpraktikabel und künstlich wäre, weil sie so genau sein möchte. Da sind sicherlich auch Missverständnisse mit eingeflossen, aber beim Lesen erhalte selbst ich als daran gewöhnter Übersetzer häufig das Gefühl, dass dieser Text mit allen seinen Klammern und Fußnoten schwer leserlich ist. Erfreulicherweise zerstreut sich der Eindruck dann beim Lesen einer gut gemachten Studienfassung doch. Aber diesen Eindruck, den müssen wir bekämpfen, wenn wir potenzielle Leser nicht abschrecken wollen. Möglichst natürliche Sprache bei größtmöglicher Präzision, und völlig ohne altbackene Elberfelderei, gehört für mich zu den größten Reizen unserer Studienfassung. :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht steht es mal an, dass wir auf einer grundsätzlicheren Ebene klären, wie wir in solchen Fällen verfahren sollten. Wir haben das schlicht noch nie genau untersucht, wie weit wir es mit dem Wörtlichen nehmen wollen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:18, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;damit&amp;quot; wäre auf jeden Fall nicht so altbacken wie &amp;quot;auf dass&amp;quot;, aber auch die Konstruktion &amp;quot;damit + Konjunktiv&amp;quot; ist ja veraltend (Übrigens merke ich das gar nicht so, wenn ich veraltende Konstruktionen verwende, weil ich so viele alte Bücher lese. Ist gut, wenn du mich drauf stößt). Natürlich bedeutet die aktuelle Fassung sinngemäß das Gleiche, aber es ist eben anders konstruiert als der griechische Text. Und sinngemäße Wiedergabe ist Sache der LF. Von daher halte ich das nicht für müßig.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aber du hast Recht, auch das gehört zum Bereich &amp;quot;Feinjustierung der SF-Kriterien&amp;quot; - stellen wirs zurück (aktuell steht ja deine freie Üs. noch drin). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:45, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerne, lass es uns zurückstellen. Danke für dein Verständnis. :-) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:51, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Fußnote [[Markus_3#note_ae|ae]]: „Als finaler Nebensatz“ oder „Als finalen Nebensatz“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 15:10, 20. Sep. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 16====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
V. 16 habe ich die Diskussion aufgeteilt, bin aber nicht hundertprozentig sicher, ob sich Bens erster Antwort-abschnitt wirklich auf den ersten Vorschlags-abschnitt beziehen sollte. Wenn nicht, kannst dus ja wieder umschichten, hm? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:15, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====... Sohn des...=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde aus &amp;quot;Jakobus, den Sohn des Zebedäus&amp;quot; und &amp;quot;Jakobus, den Sohn des Alphäus&amp;quot; hier lieber wie NeÜ &amp;quot;Jakobus ben Zebedäus&amp;quot; und &amp;quot;Jakobus ben Alphäus&amp;quot; machen. Die Patronyme fungieren hier ähnlich wie Nachnamen und sollen die beiden Jakobusse eindeutig identifizierbar machen (ebenso wie der Beiname &amp;quot;der Eiferer&amp;quot;  den zweiten Simon von Simon Petrus abgrenzen soll). Weil man im Deutschen keine kai-Reihung machen kann wie im Griechischen, würde ein &amp;quot;der Sohn des X&amp;quot; zu einem weiteren Kommaglied führen (&amp;quot;Matthäus, Thomas, Jakobs, der Sohn des Alphäus, Taddäus&amp;quot; - das ist missverständlich). Vielleicht ist das aber eher was für die LF. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 21:25, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daran habe ich auch schon gedacht. Ich würde das Ganze besser zentral in der Terminologie diskutieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:39, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Eiferer=====&lt;br /&gt;
Für &amp;quot;Eiferer&amp;quot; fände ich besser &amp;quot;der Eifrige&amp;quot;, wenn man der Deutung in deiner FN folgt. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 21:25, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Eifrig&amp;quot; hat keine religiöse Konnotation. &amp;quot;Eiferer&amp;quot; schon eher. Ich gebe aber zu, dass ich mit &amp;quot;Eiferer&amp;quot; auch nicht wirklich glücklich bin. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:39, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Eiferer&amp;quot; vgl. Pfeifer, Etymologisches WB: &amp;lt;code&amp;gt;Das Substantiv &#039;&#039;Eifer&#039;&#039;, zuerst in der 2. Hälfte des 15. Jhs. für &#039;Eifersucht&#039; [...], findet durch Luthers Bibelübersetzung Eingang in die nhd. Literatursprache. Luther verwendet es mit der Bedeutung &#039;aus Sorge und liebevoller Anteilnahme erwachsende zornige Erregung&#039; zur Wiedergabe von griech.-lat. &#039;&#039;zelus&#039;&#039; und begründet diese Entscheidung ausdrücklich. Hieraus geht der heutige Gebrauch hervor, während der ursprüngliche Sinn &#039;Eifersucht&#039; im 18. Jh. zurücktritt.&amp;quot;&amp;lt;/code&amp;gt; Daher DWDS: &amp;lt;code&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Eiferer&#039;&#039;&#039;: abwertend: jmd., der gegen, für etw., jmdn. eifert. Ein religiöser, frommer, fanatischer, finsterer, engstirniger, wilder Eiferer.&amp;lt;/code&amp;gt; Auch OpenThesaurus gibt als Oberbegriffe an: &amp;quot;Unsympath&amp;quot; und &amp;quot;unangenehme Person&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das ist erstens Bibeldeutsch, geht zweitens darauf zurück, dass man Simon wirklich als Zeloten deutete und trifft drittens nicht die Bedeutung, die du in der Fußnote bestimmst.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
-&amp;gt; Ich bin gegen &amp;quot;Eiferer&amp;quot;. Wenn der Wortstamm beibehalten werden soll, fände ich &amp;quot;der Eifrige&amp;quot; wirklich besser, aber wenn es eine Wiedergabe dessen sein soll, was du in der FN schreibst, hätte ich eher zu etwas gegriffen wie &amp;quot;der Fromme&amp;quot;. Das ist aber wieder nur so ein Mini-Ding, kann man ruhig zurückstellen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:18, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oha! Die negative Konnotation war mir zwar bewusst, aber ich dachte, dass dem Leser klar wäre, dass sie hier nicht vorhanden ist. Dann gefällt mir &amp;quot;der Fromme&amp;quot; ebenfalls besser. Oder was hältst du von &amp;quot;der Ergebene&amp;quot; oder [http://synonyme.woxikon.de/synonyme/fromm.php etwas anderem]? Meinst du, uns fällt ein noch treffenderes Wort ein? (Mir sonst nur &amp;quot;religiös&amp;quot;, aber das wäre anachronistisch.) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:38, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist mir auch erst gar nicht aufgefallen. Das Problem bei jedem OfBi-bler ist halt, dass er in der Bibel &amp;quot;drin&amp;quot; ist und deshalb so was wie die Rede von &amp;quot;Simon, dem Eiferer&amp;quot; gut kennt, und deswegen leicht übersieht. Wir bräuchten eigentlich Testleser, die gar keinen Bock auf die Bibel haben...&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich hab jetzt vorsichtsheitshalber noch mal meine Schwester gebeten, mir &amp;quot;ein Eiferer&amp;quot; zu umschreiben - und dann kam &amp;quot;jemand, der sich ereifert&amp;quot;. Natürlich, das versteht man heute unter &amp;quot;Eiferer&amp;quot;, wenn man Simon nicht kennt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich finde &amp;quot;fromm&amp;quot; eigentlich ziemlich gut, aber vielleicht ist &amp;quot;fromm&amp;quot; ja falsch in meinem Kopf: Wenn ich &amp;quot;fromm&amp;quot; höre, denke ich &amp;quot;etwas frömmlerische religiöse Person&amp;quot;. Ähnlich DWDS; die ersten beiden Bed. da sind: (1) &amp;quot;Gott ganz ergeben, gottesfürchtig: ein frommer Mensch&amp;quot;; (2) &amp;quot;übertrieben gläubig, bigott: ein frommer Eifer&amp;quot;. Ist doch total das, was wir suchen - oder was stört dich? Dass es alt klingt? Und würde das nicht doch zu weit gehen für die SF? &amp;quot;Simon, der Fromme&amp;quot;? &amp;quot;Simon, der Ergebene&amp;quot;? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:40, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Vers 18====&lt;br /&gt;
In Fußnote [[Markus_1#note_ai|ai]]: „Das ist Aramäisch“ oder „das ist aramäisch“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 15:10, 20. Sep. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 19, FN ai====&lt;br /&gt;
Die sicarii stammen aus einer anderen Zeit als die Zeloten (40er-50er Jahre, wenn ich das richtig auswendig weiß). Die beiden Parteien darf man nicht so leicht in einen Topf werfen; Horsley/Hanson haben darüber kürzlich (1985) ne Monographie geschrieben. Ich würde die Klammer entfernen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 21:33, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fußnote wirft die beiden doch gar nicht in einen Topf, oder? Den Vorschlag mit dem sicarius habe ich ja auch als Problematisch bezeichnet. Sollte man das noch ausführen? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:39, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Oder er stammt aus Judas&#039; angenommener Vergangenheit als jüdischer Freiheitskämpfer und leitet sich von Lat. &#039;&#039;sicarius&#039;&#039; &amp;quot;Mechelmörder&amp;quot; ab (ähnlich wie bei einem anderen Jünger, Simon dem Zeloten).&amp;quot; - das parallelisiert sie schon. Aber jetzt sehe ich auch, was du gemeint hast: Das ist natürlich zu Recht parallelisiert, wenn Simon wirklich als Zelot und Judas als Sicarius dargestellt werden soll. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 21:50, 1. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 21====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Grosvenor/Zerwick: Impersonaler Plural=====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;akouein&#039;&#039; hat kein Objekt. Grosvenor/Zerwick analysieren deshalb so: &amp;quot;Gehört habend (oder mit BDAG: &amp;quot;Informiert worden seiend&amp;quot;) machten sich Jesu Angehörige auf den Weg, um ihn festzuhalten.&amp;quot;; dann deuten sie &#039;&#039;elegon&#039;&#039; als impersonalen Plural &#039;&#039;man sagte/erzählte sich&#039;&#039;, und &#039;&#039;gar&#039;&#039; zeige an, dass der Nachsatz erklären soll, warum sie ihn festsetzen wollen; sinngemäß also: &amp;quot;Nachdem sie informiert worden waren, machten sich seine Angehörigen auf, um ihn zurückzubringen, weil man sich erzählte/die Leute erzählten, Jesus sei verrückt geworden.&amp;quot;, oder freier: &amp;quot;Weil sie darüber informiert worden waren, dass man sich erzählte, Jesus sei verrückt geworden, machten sich...&amp;quot;, oder noch freier: &amp;quot;Weil ihnen zu Ohren gekommen war, Jesus sei verrückt geworden, machten sich...&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als impersonalen Plural deuten auch Kleist, Knabenbauer, Lagrange, Lohmeier, Streeter, Turner, van Iersel.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alternativ müsste man &amp;quot;davon&amp;quot; einfügen, aber worauf soll dieses &amp;quot;davon&amp;quot; sich beziehen? Darauf, dass er in ein Haus gegangen ist, dass eine Menschenmenge sich bei ihm versammelt hat oder dass er nicht mal zum Essen kommt (dies letzte übrigens KAR: &amp;quot;Nach dem Zusammenhang war dies gut gemeint, etwa: &amp;quot;Es ist doch höchst unvernünftig, sich so auszugeben, daß man sich keine Zeit mehr zur Ruhe läßt!&amp;quot;&amp;quot;)? Warum sollten Jesu Verwandte daraus ableiten, er sei verrückt geworden? Noch dazu steht ein solches &amp;quot;davon&amp;quot; ja nicht mal im Text. Deshalb finde ich die Analyse von Grosvenor/Zerwick ein bisschen einleuchtender, aber das ist ein haarscharfes Ding - minimal einleuchtender, nur. Was sagst du dazu? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 19:34, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteres Indiz dafür listen sie im nächsten Vers die Wortfolge kai - Subjekt - Verb, die die Differenz der allgemeinen Meinung und dem, was die Gesetzeslehrer verbreiten, ausdrücken soll - &amp;quot;die Leute sagten, er habe den Verstand verloren. Die Jerusalemer Gesetzeslehrer dagegen...&amp;quot; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:18, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ok, es heißt also &amp;quot;man hörte...&amp;quot; -&amp;gt; &amp;quot;es wurde bekannt&amp;quot;? Meinetwegen. Der Satz wäre aber arg verrenkt formuliert, wenn es sich auf die Info am Versende bezöge, oder? Und wäre &amp;quot;sie meinten nämlich&amp;quot; dann auch unpersönlich zu verstehen? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:47, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, nur das &amp;quot;sie meinten nämlich&amp;quot; wäre dann unpersönlich. Akouein bezieht sich nach wie vor auf die Verwandten - weiß nicht, wie die Bedeutungsentwicklung im Griechischen gewesen sein könnten, aber BDAG listen &amp;quot;informiert werden&amp;quot; als gewöhnliche Bedeutung von akouein. &amp;quot;Nachdem sie (=die Verwandten) informiert worden waren, machten sie sich auf den Weg, um Jesus festzusetzen, weil man (=die Leute, weil impersonal) sich erzählte, Jesus sei verrückt geworden.&amp;quot; Meine letzte Wiedergabe sollte nur schön sein :) --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:48, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====mit Gewalt zurückbringen=====&lt;br /&gt;
Die Lexika listen kein &amp;quot;zurückbringen&amp;quot; (jedenfalls nicht L/N, LSJ und Thayer. Weiter hab ich nicht geschaut). Deswegen denke ich auch nicht, dass das Verb &amp;quot;offen lässt, ob seine Verwandten Jesus gegen seinen Willen nach Hause bringen&amp;quot;. Wenn &#039;&#039;kratew&#039;&#039; lokale Bedeutung hat, beschreibt es ein &amp;quot;Fixieren&amp;quot;, keinen Transfer; primär meint es aber: &amp;quot;kontrollieren, sich jmdn unterwerfen&amp;quot;. &amp;quot;zurückbringen&amp;quot; haben allerdings so viele Üss., dass das Alternative wohl schon in Ordnung geht, aber als Primärübersetzung und auch noch verstärkt mit &amp;quot;mit Gewalt&amp;quot; ist ohne Beleg ein bisschen viel, finde ich. Näher am Wort scheint mir als Primärübersetzung eigentlich eher Bengel: &amp;quot;um ihm Einhalt zu gebieten&amp;quot;; ähnlich und freier B/N: &amp;quot;um ihn daran zu hindern, weiter aufzutreten&amp;quot;. Viele auch unschön: &amp;quot;um ihn zu (er)greifen/festzuhalten/sich seiner zu bemächtigen...&amp;quot; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:57, 2. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du triffst insofern den Punkt, als mir keine elegantere Lösung eingefallen ist. Ich wollte es mit irgendeiner Bedeutung füllen, denn die Aktion an sich wäre ohne Kontext schwer zu deuten. Die eigentliche Frage bei dem Verb ist, ob sie ihn schützen oder gewaltsam ergreifen (d.h. zu etw. zwingen oder ihn von etwas abhalten) wollen. Wie die Fußnote beschriebt, ist es am wahrscheinlichsten, dass sie ihn gewaltsam ergreifen wollen. Und was sonst wäre dann geplant, als ihn nach Hause zu bringen? Ich muss aber sagen, dass mir Bengels Übersetzung sehr gut gefällt, weil sie solche weiteren Fragen unnötig macht. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:02, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ehrlich zu sein hat Bengel &amp;quot;ihm Einhalt zu tun&amp;quot;, aber ist ja das selbe in alt (ist halt doch schon von 1742) :) - Ja, das wars auch, was mir so dran gefallen hat. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:43, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 24-26: Wenn====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Hoffmann/Siebenthal-Verweis habe ich mit einer neuen Info von Grosvenor/Zerwick kombiniert und in eine neue Fußnote verschoben. Das dürfte unproblematisch sein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleichzeitig habe ich aber auch das &#039;&#039;[wohl]&#039;&#039; entfernt, weil &amp;quot;wohl&amp;quot; so konstruiert im Deutschen etwas gerade nicht als sicher geschehend markiert, sondern als Mutmaßung, das hat also gerade den gegenteiligen Effekt dessen, was du damit ausdrücken wolltest. Da könntest du was dagegen haben. Außerdem habe ich den irreführenden Verweis auf H/S&#039;s Ausführungen zum &amp;quot;indefiniten Fall (a. irreführend &#039;Realis&#039;)&amp;quot; entfernt, weil das vielleicht für die Koine zutrifft, aber nicht für das NT; vgl. Zerwick §304: &amp;lt;code&amp;gt;&amp;quot;Very often (not to say always, for the NT) this form is used in cases where the fulfilment or non-fulfilment of the condition is in fact known or supposed; but this circumstance is to be gathered from the context; the grammatical form is indifferent to it, and means simply what it says, namely &amp;quot;&#039;&#039;if&#039;&#039;..., then...&amp;quot;&amp;lt;/code&amp;gt; (Auch er natürlich aber (§305): &amp;lt;code&amp;gt;&amp;quot;It is nevertheles obvious that in this form of condition the fulfilment of the condition (including that of a negative one) is in a certain sense &amp;quot;supposed&amp;quot; i.e. taken as basis of argument, in the sense that &amp;quot;If A, then B&amp;quot; may be paraphrased &amp;quot;let us suppose that A is true; it then follows that B is true&amp;quot;; hence the name &amp;quot;real&amp;quot; condition which is also given to the &amp;quot;simple&amp;quot; condition.&amp;quot;&amp;lt;/code&amp;gt;)--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 00:47, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke, das gefällt mir besser! Aber was meinst du mit der irreführenden Aussage? Ich gebe zu, dass die Fn zu V. 26 nicht einfach zu lesen war. :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Könntest du bei deiner neuen Fußnote auch noch mal auf die Verständlichkeit schauen? (Evtl. versuche ich mich auch daran.) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:19, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du hattest nur so betont, dass die der indefinite Konditionalsatz offenlässt, ob die Bedingung real oder hypothetisch sei (was halt unglücklicherweise auch H/S&#039;s einzige Ausführungen dazu sind. Ich finde die Grammatik total gut, aber die braucht definitiv mehr Fließtext...). Aber das fand ich hier irreführend, weil ja aus dem Kontext klar hervorgeht, welchen &amp;quot;Realitätsstatus&amp;quot; die Protasis hat. Also, eigentlich hab ich nur unnötiges gekürzt :) --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:48, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 28 Amen====&lt;br /&gt;
Ist mir gerade erst aufgefallen: Deine Standard-FN zu &amp;quot;Amen&amp;quot; ist falsch; Johannes (nicht Matthäus) benutzt es immer (nicht gerne) doppelt. Aber warum benutzt du nicht einfach den Shortcut °Amen° (kannst ihn ja auch abwandeln, wenn du mit was nicht einverstanden bist)? Dann könntest du im Rest der FN darauf eingehen, welche Funktion es genau hier hat (hier z.B. : mit Vollmacht geäußertes Drohwort). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 01:19, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arg, arg! Ich hatte den schleichenden Verdacht... Wie funktioniert der Shortcut °Amen°, seit wann gibt es den und welchen Text enthält er? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:03, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Shortcut&amp;quot; ist natürlich Unsinn, ich meine den Terminologieeintrag. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:49, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====V. 34 Siehe====&lt;br /&gt;
Mein Versuch der Übersetzung von &amp;quot;Siehe&amp;quot; war das betonte, kursive &amp;quot;&#039;&#039;Das hier&#039;&#039;&amp;quot;. Sebastian hat jetzt zwar eine gelungene Fußnote ergänzt, aber die Übertragung entfernt. Was gab es daran auszusetzen, und sollten wir nicht irgendeine Form der sinngemäßen Wiedergabe finden? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:25, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übertragung inkl. des ergänzten &amp;quot;sind&amp;quot; steht doch als erste Alternative da. &amp;quot;Das hier sind&amp;quot; ist ja keine Übersetzung mehr, sondern schon Interpretation (wenn natürlich auch die naheliegenste). Aber das hab ich schon öfters beobachtet, dass du leichter als ich gewillt bist, solche Interpretationen in den Fließtext zu übernehmen und die wörtliche Übersetzung in die Klammern oder die FNn zu verschieben; das sind, glaub ich, einfach zwei Philosophien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon: Was sagst du zu &amp;quot;ihr (hier) seid&amp;quot;? Ist das LF-tauglich? (Weil das so naheliegend ist, aber trotzdem niemand das hat - da hab ich mich nicht getraut). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:53, 3. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entwurf Anmerkungen (20-35)===&lt;br /&gt;
====(Struktur)====&lt;br /&gt;
In Vv. 20-35 benutzt Markus zum ersten Mal eine &amp;quot;sandwichartige&amp;quot; Erzählstruktur, die bei ihm häufiger zu beobachten ist. Das in 20-21 begonnene Geschehen (die Aktionen von Jesu Verwandten) unterbricht er bis V. 31 mit einem thematisch verwandten Einschub (der Anschuldigung der Jerusalemer Schriftgelehrten, er sei ein Dämonenpaktierer). Die Rahmenhandlung beendet er in V. 31-35. [Abs. noch zu überarbeiten]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sandwich stellt drei verschiedene Personengruppen miteinander und weckt im Leser die Frage, mit welcher davon er sich identifiziert: 1. Jesu Familie, die ihn nicht versteht und nach Hause holen will. 2. Die Schriftgelehrten, die ihn ebenfalls nicht verstehen und daher auch nicht begreifen, dass sein Wirken von Gott kommt. 3. Jesu &amp;quot;wahre Familie&amp;quot;, die den Willen Gottes tut: Menschen, die seine Botschaft gehört haben und sich ihm angeschlossen haben, um seine Lehre besser verstehen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Anschuldigung und wie Jesus sie widerlegt====&lt;br /&gt;
Anschuldigung: Jesu übernatürliche Macht (er heilt und treibt Dämonen aus) kann nur zwei Quellen haben: Gott oder den Teufel. Da Jesus (vermeintlich) das Gesetz bricht, indem er beispielsweise am Sabbat heilt oder mit Unreinen Tischgemeinschaft hat, muss seine Macht vom Teufel kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anschuldigungen weist Jesus mit seinen Analogien (=Gleichnissen) als unlogisch zurück. Der Teufel würde sich so ja selbst schwächen. Vielmehr kann die Macht des Teufels nur brechen und seine Dämonen austreiben, wer den Teufel bezwungen hat. Das meint Jesus mit dem Gleichnis in V. 27, in dem nur ein noch Stärkerer einen Starken unschädlich machen und dessen Besitz plündern kann. (Beleg?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Sünde gegen den Heiligen Geist (28-30)====&lt;br /&gt;
Diese Verse sind am besten von Vers 30 her zu verstehen: Jesus meint mit der Lästerung des Heiligen Geistes die besondere Sünde der Schriftgelehrten, die das offensichtliche Wirken des Heiligen Geistes durch Jesus dem einem unreinen Geist zugeschrieben haben. (Beleg) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 02:54, 20. Apr. 2015 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21497</id>
		<title>Diskussion:Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21497"/>
		<updated>2015-09-20T12:48:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: Signiert.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = Dymat&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-45: ja, s. jedoch den Abschnitt unten zu V. 3. Mom. fehlt eine Fn zu Gottes Königsherrschaft/Reich in V. 15. Textkritik wird ab V. 27 nicht mehr besprochen! (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = 1: Elliptischer Einleitungssatz, in dem etliche Artikel ausgelassen sind (was häufiger zu beobachten ist). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2-3: Eingeleitetes, kombiniertes Schriftzitat (vgl. Fußnoten), das Johannes und Jesus zueinander sowie zu atl. Prophezeiungen in Beziehung bringt und denen Markus im weiteren Verlauf des Evangeliums folgt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
4-13 formulieren „biblisch klingend“ (France): sehr semitisierend, wobei Sätze mit &amp;quot;und&amp;quot; beginnen und direkt durch das Prädikat eingeleitet werden. Verschränkter Satzbau, Hebraismen, &amp;quot;sein&amp;quot; und &amp;quot;werden/sich ereignen&amp;quot; als generische Prädikate. Die Satzeinleitungen mit kai und die kurzen Sätze könnten auch auf Markus&#039; volkstümlichen griechischen Erzählstil zurückzuführen sein (NSS zu Mk 1,12, beruft sich auf M. Reiser, Syntax und Stil des Markusevangeliums im Licht der hellenistischen Volksliteratur, 1984). Jede ungewöhnliche Formulierung, die in der SF noch vorhanden ist, ist diesem Stil geschuldet. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Weiter formuliert Markus sehr gerafft (εὐθὺς in 10 und 12 usw.; kurze, schnell abgeschlossene Handlungsstränge), aber lebendig. kai &amp;quot;und&amp;quot; ist eine äußerst häufige koordinierende Konjunktion (sonst ist im Griechischen eher de &amp;quot;und/aber&amp;quot; üblich). Der Prolog (1-15) steckt voller wiederholter Schlüsselbegriffe und stellt Johannes und Jesus mit ihrem Wirken in Erfüllung des Schriftzitats in 2-3 nebeneinander. (Ben)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-45 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1 und wo zitiert: Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976.&lt;br /&gt;
Wo zitiert: &lt;br /&gt;
Richard C. Blight, An Exegetical Summary of Mark 1–8 (ES), Dallas 2012;&lt;br /&gt;
Ernst Lohmeyer, [http://digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/display/bsb00051832_00001.html?prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;hl=scan&amp;amp;rows=10&amp;amp;mode=simple Das Evangelium des Markus] (KEKNT), Göttingen 1951;&lt;br /&gt;
C.S. Mann, Mark. A New Translation with Introduction and Commentary (AB), Garden City 1986.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Weitere zitierte Werke&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Heinrich Greeven/Eberhard W. Güting, [http://http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC Textkritik des Markusevangeliums], Münster 2005;&lt;br /&gt;
Peter Head, [https://app.box.com/shared/yvo5xg56nn A Text-Critical Study of Mark 1.1: &#039;The Beginning of the Gospel of Jesus Christ&#039;], in: NTS 37.4 (1991), S. 621-629;&lt;br /&gt;
Bruce Manning Metzger, A Textual Commentary on the Greek New Testament. A Companion Volume to the United Bible Societies’ Greek New Testament (4th rev. ed.), London &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994;&lt;br /&gt;
Tommy Wasserman [http://evangelicaltextualcriticism.blogspot.com/2011/10/mark-11-handout.html Mark 1:1 Handout]. Zu dem Vortrag „The &amp;quot;Son of God&amp;quot; Was in the Beginning (Mark 1:1)“, den Wasserman auf der internationalen SBL-Konferenz 2010 hielt;&lt;br /&gt;
Wieland Willker, [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/ An Online Textual Commentary on the Greek Gospels: Mark], Bremen &amp;lt;sup&amp;gt;10&amp;lt;/sup&amp;gt;2013&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
AT-Zitate: Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiter: Gerhard Delling, πλήρης, πληρόω, πλήρωμα, ἀναπληρόω, ἀνταναπληρόω, ἐκπληρόω, ἐκπλήρωσις, συμπληρόω, πληροφορέω, πληροφορία, in: TDNT, 283-311; &lt;br /&gt;
Edward P. Dixon, Descending Spirit and Descending Gods: A “Greek” Interpretation of the Spirit’s “Descent as a Dove” in Mark 1:10, in: JBL 128/4 (2009), 759–780;&lt;br /&gt;
M. J. Selman, House, in: New Bible Dictionary (Hg. Wood/Marshall u.a.), Leicester 1996, S. 487-90 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-45: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-45: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienfassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Die Verse 1-3 brauchen nur noch den Übersetzungsvergleich und können somit von mir aus als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markiert werden - wenn es keine Einsprüche gibt. Über Feedback zur Verständlichkeit und Relevanz der Fußnoten würde ich mich freuen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1-8 erfüllen jetzt alle Kriterien (bis auf die fehlende Analyse der Constructus-Verbindung &amp;quot;Stimme eines Rufenden&amp;quot; in V. 3). Sie bilden auch eine abgrenzbare Untereinheit (z.B. France). Wer möchte, darf probe- und korrekturlesen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:52, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: 1-15 (die &amp;quot;längere&amp;quot; Einleitung) sind jetzt fertig. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:11, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: 1-22. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:32, 7. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: Das ganze Kapitel! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Bei zwei Fragen würde ich mich besonders über Rückmeldungen freuen: a) die textkritische Argumentation und folgende Auslassung von &amp;quot;Sohn Gottes&amp;quot; in V. 1. b) die Übersetzung von eis auton in V. 11 samt Fußnote. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur möglichen späteren Revision: die Fn zu &amp;quot;aus Nazaret in Galiläa&amp;quot; (Titel oder Lokalangabe?) in V. 9. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Kapitel ist jetzt fertig korrigiert. Ich gebe 2 Wochen, dann werde ich es als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markieren, wenn es keinen Widerspruch gibt. Ende März plane ich, noch einmal meine ganze Arbeit gegenzulesen. Wenn das geschehen ist (oder wenn sich jemand anderes die Mühe macht), kann man sich über &amp;quot;fertige Studienfassung&amp;quot; unterhalten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke, das Verfahren erscheint mir sinnvoll. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 13:12, 17. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Momentan haben wir bzgl. der Status die ungünstige Situation, dass die Studienfassung sowohl als fast fertig als auch (wg. des Status &amp;quot;Lesefassung in Arbeit&amp;quot;) als &amp;quot;final&amp;quot; eingeordnet ist (hier und bei [[Markus 2]]). Mein erster Gedanke wäre: Da das Statussystem noch nicht aktualisiert und die Lesefassung schon &amp;quot;anübersetzt&amp;quot; ist, lasst uns den LF-Status doch zunächst herausnehmen. Was meint ihr?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht nutze ich das auch als Motivation, die Gegenlese doch noch schnell demnächst zu machen... --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:13, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Treffen war vom zehnten bis zwölften Oktober und bis jetzt wurde das Statussystem nicht geändert. Ich würde es dringend ändern. Wäre dafür, den Status für die Lesefassung raus zu nehmen. Aber das Statussystem sollte so schnell wie möglich verbessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:--[[Benutzer:Mongoose|Mongoose]] 23:44, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Vorerst entfernt. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Status hochgesetzt! Es fehlen natürlich noch abschnittsweise Anmerkungen sowie die Ausgliederung textkritischer Fn i.S. der neuen SF-Kriterien, die wir so gut wie abgesegnet haben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 05:18, 14. Feb. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Für später===&lt;br /&gt;
* Die Möglichkeit einer Fußnote zur &amp;quot;Umkehr&amp;quot; in V. 15 wäre zu prüfen.&lt;br /&gt;
* Fn zu &amp;quot;Reich Gottes&amp;quot; in V. 15 fehlt. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Nestle-Aland setzt hier die unsichere Lesart [des Sohnes Gottes] in Klammern, was bedeutet, dass man keine finale Entscheidung treffen wollte. Das müssen wir aber! Ich habe die Lesart mal in eine Fußnote verschoben. Sinnvoll ist evtl. zudem, beide Lesarten im Text zu listen (eine in der Klammer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Ἀρχὴ können wir evtl. noch nachweisen, dass die Übersetzung mit bestimmtem Artikel richtig ist. Der NSS hat m.W. einen Beleg bei DBR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studienfassung sollte auch den Genitiv &amp;quot;Jesu Christi&amp;quot; bestimmen. M.M.n. ist er objektiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Evangelium&amp;quot; brauchen wir eine Fußnote. Zudem sollten wir erklären, warum der Satz prädikatlos ist und welche Funktion er hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich überlasse das gerne einem Freiwilligen, werde das ansonsten aber selbst bald in Angriff nehmen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:15, 18. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Fußnoten sollten alle aufgeworfenen Fragen beantworten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 3===&lt;br /&gt;
Die Funktion der wörtlich ins Griechische übersetzten Konstruktus-Verbindung will ich noch genauer erforschen. Ich wüsste nicht, dass meine Kommentare dazu geschrieben hätten. Fast alle Übersetzungen umschreiben: &amp;quot;eine Stimme ruft&amp;quot; (Menge, EÜ, NGÜ). GNB: &amp;quot;In der Wüste ruft einer&amp;quot;, Luther: &amp;quot;Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste&amp;quot;. Zür übersetzt das Ptz. substantiviert: &amp;quot;Stimme eines Rufers&amp;quot;. Zumindest für die Lesefassung brauchen wir eine Vorstellung, wie wir das adequat wiedergeben wollen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:06, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine kurze Fußnote geschrieben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 8===&lt;br /&gt;
Dymat setzt in seiner Erstübersetzung eine Fußnote: &amp;lt;code&amp;gt;Da das Wort βαπτίζω eintauchen bedeutet, ist die Übersetzung in heiligem Geist m.E. die bessere Variante.&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird das Wort in der LXX (bei Naaman) so gebraucht, im Neuen Testament würde ich aber von einer Bedeutungsverschiebung ausgehen. Hier wird das Wort zum Terminus technicus für eine zeremonielle Handlung. Man müsste untersuchen, ob das Untertauchen tatsächlich dazugehörte, und ob αὐτὸς δὲ βαπτίσει ὑμᾶς ἐν πνεύματι ἁγίῳ das wirklich signalisieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Collins 2007, 140 bestätigt Johannes die Praxis des Eintauchens, die auch in Qumrans Ritualbädern praktiziert wurde, allerdings ohne Quellen- oder weitere Angaben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ἐν instrumental gemeint ist, aber auch mit der lokalen Deutung kann ich mich anfreunden. Aber auch wenn von einer Taufe &amp;quot;im Heiligen Geist&amp;quot; die Rede ist, würde das ein Unter- oder Eintauchen in den Geist beinhalten, oder wäre das Konzept nicht doch eher übertragen zu verstehen? Wenn Dymats Beobachtung stimmt, würde ich mich sehr über Vorschläge freuen, wie man das auf Deutsch ausdrücken könnte! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:02, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kommentar von France 2002, 72 befasst sich mit der Frage. Er warnt davor, zu viele Bilder in das Konzept der Geistestaufe hineinzulesen. Seine Schlussfolgerung: &amp;lt;code&amp;gt;The antithesis focuses neither on the verb βαπτίζω nor on its syntactical links, but on the contrast between water and the Holy Spirit, and on the two different levels of efficacy in the ministries of John and his successor which they represent.&amp;lt;/code&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Guelich 1989, 25 schreibt: &amp;lt;code&amp;gt;John, focusing on his baptism as the trademark to his ministry, used baptism metaphorically to contrast his ministry with that of “the Greater One.” The bestowal of the Spirit expressed metaphorically as a baptism signified God’s eschatological act of salvation promised long ago by the prophets ... Therefore, the Baptist was declaring the dawn of a new day of salvation, not simply a new baptism. &amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliches schreibt auch Pesch 1976, 85f. zur Geistestaufe, auch wenn er pneuma gerne als &amp;quot;Sturm&amp;quot; (des göttlichen Gerichts) verstehen möchte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher werde ich die Fußnote entfernen und die instrumentale Übersetzung von en vorziehen. Über Rückfragen freue ich mich natürlich. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:22, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich glaube auch, mich erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass viele Ritualbäder in Qumran eigentlich zu klein waren, als dass da jemand wirklich hätte untertauchen können (gleiches gilt für die urchristlichen Taufstätten). Auch dann wäre es wohl wirklich sinnvoller, βαπτίζω als schon zu Qumran-Zeiten ritualisierte Handlung aufzufassen, die nur noch begriffsmäßig mit dem &amp;quot;Untertauchen&amp;quot; zusammenhängt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu ἐν: Schwyzer II.B.V.2.b.7.1 (das sind geile Stellenangaben :) - ist S. 457f.) erwähnt noch, dass ἐν + Lebewesen auch &#039;&#039;sozial&#039;&#039; verorten kann: &amp;quot;in Gegenwart von X, vor X&amp;quot; (aber das ist hier wohl theoretisch möglich und eher unwahrscheinlich). Wallace S. 374 diskutiert Mk 1,8, übersetzt &amp;quot;but he shall baptize you &#039;&#039;&#039;with&#039;&#039;&#039; the Holy Spirit&amp;quot; und kommentiert: &amp;quot;Here it is obvious that Christ is the agent (since autós is the subject) and the Holy Spirit is the means (and perhaps sphere) that the Lord uses to baptize.&amp;quot;--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke für die Schützenhilfe und Belege! :-) Zu Qumran meine ich den etwas kurzen Besprechungen zu entnehmen, dass man dort von einer Untertauch-Taufe ausgeht. Eigentlich waren alle bekannten Ritualbäder aus dieser Zeit zum Tauchen. Gerade im Kontext von Markus 1 spricht sprachlich auch vieles für ein Untertauchen. Wenn man Johannes&#039; Taufe als eine Art Vollzug der levitischen Reinigungsbäder versteht, dann ist auch da Untertauchen nicht unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu en: Genau so habe ich es am Ende auch verstanden. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 12===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote ac wird &#039;&#039;brachte&#039;&#039; und &#039;&#039;trieb&#039;&#039; gegenübergestellt, „führte“ findet hier keine Erwähnung mehr. Handelt es sich um eine weniger passende Formulierung, die nicht in den Fordergrund gestellt werden soll hinsichtlich des weiteren Fußnotentexts, oder soll „trieb“ auch „führte“ mitabdecken? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 13===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dienten (versorgten, warteten auf)&#039;&#039; – &#039;&#039;warteten auf&#039;&#039; bestimmt nicht im Sinne von „auf jemanden warten“, sondern von „Aufwartung machen“, Synonym für „dienen“, oder? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 16===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote al ist die Rede von einem hellenistischen Dialekt. Könnte dieser auch in Vers 10, Fußnote y anzutreffen sein? „Der Geist von oben auf ihn herabkam“ vs. „der Geist kam (sich in ihm befindend)“ analog zu „warfen Wurfnetze von außerhalb ins Meer hinein“ vs. „warfen Wurfnetze (sich) im Meer (befindend)“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:59, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 22===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote av steht &#039;&#039;„in Bann geschlagen“&#039;&#039;. Müsste es nicht heißen „in den Bann geschlagen“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:26, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 24===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote ax steht „Lasst das sein!“. Müsste es nicht heißen „Lass das sein“, oder ist die gegenwärtige Formulierung durch die angeführten Zitate vorgegeben? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:26, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 32===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote [[Markus_1#note_bm|bm]] steht „ELB“. Im Glossar ist ELB ungenau definiert und es gibt daneben noch REB. Welche Revision ist mit „ELB“ gemeint, oder sollen alle Elberfelder-Revisionen inkl. REB referenziert werden? Betrifft das ganze Markus-Evangelium. --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 14:48, 20. Sep. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lesefassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das griechische Wort Evangelium eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:28, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schlage sowohl für Lesefassung als auch für Studienfassung „Freudenbotschaft“ vor, dass ich in Mk16 verwendet habe. Es ist recht wörtlich übersetzt und passt zu Bens Fußnote. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zwar eine klangvolle Lösung, aber sie ist mir etwas zu spezifisch. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie nicht in allen Kontexten passen könnte. Zu spezifisch ist die Konnotation &amp;quot;Freude&amp;quot;, die in &amp;quot;Evangelium&amp;quot; so nicht direkt enthalten ist. Auch wenn von Nachrichten vom Kaiser scheinbar Freude als Reaktion erwartet wurde, wissen wir nicht, ob der Begriff als so technisch bekannt war, dass man diese Erwartung automatisch hineingelesen hätte. Es ist eben völlig unklar, ob die Parallelen bewusst oder zufällig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klopfen wir doch mal ab. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; scheint mehrere Konnotationen zu enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I. Ethymologisch&#039;&#039;&#039; (und wohl auch kontextuell vorhanden, aber wie stark, ist die Frage) sind zwei Informationen:&lt;br /&gt;
# Eine (religiöse oder in den religiösen Bereich gerückte) Botschaft&lt;br /&gt;
# Als Botschaft, Nachricht oder Neuigkeit handelt es sich um eine Information, 1. die nicht jeder kennt, 2. die zur Weitergabe bestimmt ist (oder üblicherweise weitergegeben wird).&lt;br /&gt;
# Diese Botschaft ist positiv (man könnte sagen: ein Grund zur Freude, aber man muss nicht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II. Aus dem NT&#039;&#039;&#039; haben wir weitere Informationen: &lt;br /&gt;
# Theologisch: Diese Botschaft kommt von Gott. Sie ist zumindest teilweise schon im AT angekündigt/enthalten. Diese Botschaft muss man im Glauben annehmen. Sie bringt allen Menschen, die das tun, Heil. Die Informationen &amp;quot;gut&amp;quot;, &amp;quot;Nachricht&amp;quot; und &amp;quot;Weitergabe&amp;quot; sind korrekt, weswegen das Wort wohl auch von den Christen angenommen wurde.&lt;br /&gt;
# Es gibt jedoch verschiedene Ausprägungen, nämlich&lt;br /&gt;
## vorchristliche (z.B. die Verkündigung Jesu)&lt;br /&gt;
## christliche (das christliche, heilsbringende Evangelium)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III. Aus der frühen Kirche&#039;&#039;&#039; kommt der Wandel zur Gattungsbezeichnung, der sich möglicherweise zum ersten Mal in der Einleitung des Markusevangeliums findet, entweder (und da bin ich mir unsicher)&lt;br /&gt;
# für ein Werk, das diese Botschaft (mit ihrem Zentrum: Jesus) festhält und erklärt oder&lt;br /&gt;
# speziell als Bericht des Lebens, der Botschaft, Passion und Auferstehung Jesu (so der moderne technische Sinn)&lt;br /&gt;
oder beides.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der ideale deutsche Begriff/Formel&#039;&#039;&#039; wäre &#039;&#039;&#039;a) theologisch korrekt&#039;&#039;&#039; (d.h. nicht irreführend), &#039;&#039;&#039;b) weit&#039;&#039;&#039; genug, um nicht nur die christliche Verkündigung, sowie zudem den Gattungsbegriff zuzulassen und in jeden Kontext zu passen, und &#039;&#039;&#039;c)&#039;&#039;&#039; in seiner Zusammensetzung (das Deutsche ist wie das Griechische eine synthetische Sprache, in der in vielen Wörtern die Bestandteile direkt erkenntlich sind) &#039;&#039;&#039;genauso deutlich wie das griechische Wort&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergeben sich mehrere Erwägungen:&lt;br /&gt;
# Ist es möglich, einen Begriff/Formel zu finden, um das Wort einheitlich zu übersetzen? Wenn nicht, müssen wir entweder a) je nach Kontext unterschiedliche Lösungen finden oder b) bei &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als theologischem Fachbegriff bleiben.&lt;br /&gt;
# Ist es angesichts der vielfältigen Verwendungen und dieser Anforderungen sinnvoller, den Begriff einheitlich ins Deutsche zu übertragen, oder ist &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als terminus technicus (t.t.) ausreichend? Der größte Nachteil von dt. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; ist die fehlende sprachliche Klarheit. Damit geht ihm nicht nur Aussagekraft, sondern auch eine gewisse emotionale Wirkung ab.&lt;br /&gt;
# Es könnte einen gewissen Wert haben, in beiden Fassungen gleich vorzugehen.&lt;br /&gt;
# Wie wichtig ist uns beispielsweise der Gattungsbegriff? Können wir ihn vernachlässigen?&lt;br /&gt;
# Welche Rolle spielt für uns das Übersetzungsziel der Akzeptabilität? Mit anderen Worten: Vielleicht sollten wir zu exotische oder komplexe Lösungen vermeiden. Gerade die Lesefassung soll (wohl gerade auch in Hinsicht auf solche Schlüsselwörter) aus sich selbst heraus verständlich sein. Es kommt also vermutlich keine Übersetzung in Frage, der man nicht auf den ersten Blick anmerkt, dass sie sich aus Sicht des Christen hauptsächlich auf die christliche Botschaft bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist nicht zu Ende gedacht, es könnte weiter Folgerungen geben. Ich glaube, eine einheitliche Übersetzung (zumindest für die christliche Botschaft etwas bei Paulus) wäre wünschenswert. Ob man durchweg einheitlich oder nur innerhalb eines Bezugsrahmens einheitlich bleiben möchte, hängt vermutlich davon ab, welche Optionen wir finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Rest muss ein Brainstorming klären. Ich glaube nicht, dass wir auf eine Lösung kommen werden, die noch niemand vor uns angewandt hat. Helfen könnten uns auch Beobachtungen, welche anderen Wendungen die biblischen Autoren auf dasselbe Konzept beziehen. (In Mk ist das z.B. &amp;quot;Wort&amp;quot; oder besser &amp;quot;Botschaft&amp;quot;.) Ich setze mal das Brainstorming fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Olafs erster Vorschlag war &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute allgemeine Begriffe wären &amp;quot;gute Nachricht&amp;quot; oder &amp;quot;Frohe /Frohbotschaft&amp;quot;. Theologisch und wirkungsgeschichtlich angemessen wäre &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot;, aber auch das ist relativ spezifisch (mehr als nötig?). Diese Vorschläge haben wie &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot; den Nachteil, dass wir sie nicht als Gattungsbezeichnung gewöhnt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige spezifische Übersetzungen könnten z.B. in Richtung &amp;quot;die christliche Botschaft&amp;quot;, &amp;quot;Gottes Botschaft&amp;quot; oder &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot; gehen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:32, 12. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 4===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Umkehr zur Vergebung der Sünden eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:33, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt „Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ habe ich in Lk3 „Bußtaufe zur Sündenvergebung“ gewählt – in der dortigen Studienfassung habe ich außerdem Ersatzformulierungen zu den einzelnen Teilbegriffen. Ich halte aber sowohl „Bußtaufe“ als auch „Sündenvergebung“ für gut verständlich für unsere Zielgruppe. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den beiden letzten Begriffen könnte man vielleicht doch noch nach zugänglicheren Begriffen suchen. Oben hast du ja immerhin argumentiert, &amp;quot;Evangelium&amp;quot; müsste man durch einen verständlicheren Begriff ersetzen. &amp;quot;Buße&amp;quot; ist sehr speziell und &amp;quot;Sündenvergebung&amp;quot; klingt m.E. in schon fast abschreckender Weise theologisch. Hier können wir uns sicher weitere Stimmen anhören. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 14===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das Evangelium Gottes eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:36, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe V. 1. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 17===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Kommt, folgt mir nach eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:39, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl „kommen“ als auch „nachfolgen“ ist aktuelle und allgemein übliches Hochdeutsch. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 23-34===&lt;br /&gt;
Auf vielfachen Wunsch habe ich im Beispiel für die didaktische Variante zu Dämonen den Text editiert und nun unheilige Gedanken ersetzt durch unheilige Geister bzw. unheiligen Geist mit Ausnahme von zwei Stellen, wo der Begriff im Zusammenhang mit Besessenheit auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier das Zitat aus der Verstehbibel. Man könnte überlegen, an welchen Stellen im Text von xobin Dämon ersetzt werden kann durch unheiliger Geist. Der Begriff unheilig ist mir deshalb wichtig, weil er einen sprachlichen Antagonismus darstellt zu heiligem Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich trat in ihrer Kirche ein Mann in Erscheinung. Der war besessen von einem unheiligen Gedanken. Er brüllte wild herum. Seine Sprüche waren dabei diese: Ha! Was willst du überhaupt bei uns, Jesus? Du bist doch aus Nazareth. Weshalb bist du gekommen? Willst du uns kaputt machen? Ich kenn dich nur zu gut. Du bist der Heilige von Gott! Jetzt fuhr Jesus ihm ins Wort: Lass die Sprüche! Mach dich weg von ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Stelle bekam der Mann Schüttelkrämpfe. Der unheilige Geist schrie dabei lauthals. Dann verließ er den Mann. Tief erschüttert fragten sich alle untereinander: Was war das? Ist das die neue Art zu predigen? Der erteilt mit Vollmacht den unheiligen Geistern Befehle. Und die gehorchen ihm. Das sprach sich sofort überall herum. Das ganze Gebiet von Galiläa erfuhr davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie aber hatten die Kirche schon wieder verlassen. Jakobus und Johannes kamen mit. Gemeinsam gingen sie mit Simon und Andreas zu deren Elternhaus. Die Schwiegermutter von Simon lag nämlich mit Fieber krank im Bett. Umgehend gab man ihm Bericht über ihren Zustand. Schon trat er auf sie zu. Er nahm sie bei der Hand und zog sie hoch. Das Fieber verschwand auf der Stelle. Sie konnte nun ihre Gäste sogar bewirten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen war es Abend geworden. Die Sonne war schon am untergehen. Und doch brachte man noch zu ihm alle Elenden und alle von unheiligen Gedanken Besessenen. Ja, die ganze Stadt versammelte sich vor der Haustür. Dort heilte er viele Kranke und Elende. Auch verscheuchte er jede Menge unheiliger Geister. Er ließ diese Dämonen aber nicht zu Wort kommen. Sie kannten ihn nämlich nur zu gut. Schließlich war er ja der Christus.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 13:26, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wort zum sprachlichen Hintergrund. Wenn Markus von &amp;quot;unreinen Geistern&amp;quot; schreibt, steht das synonym für &amp;quot;Dämonen&amp;quot;. Er benutzt diese Wendung absichtlich, um hervorzuheben, was für die Juden unrein ist. Nämlich offenbar auch die erwähnten Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin abgesehen davon noch immer nicht überzeugt, dass wir Dämon überhaupt durch einen modernen Begriff ersetzen müssen. Die einzige bedeutungsäquivalente Übersetzung wäre &amp;quot;böser Geist&amp;quot;, aber ich sehe nicht, dass sie besser geeignet wäre. &amp;quot;unheilig&amp;quot; hebt eine zu spezielle Nebenbedeutung hervor. Die beste Ersatzformulierung ist in dieser Hinsicht möglichst neutral. Beispielsweise schwingen bei &amp;quot;böser Geist&amp;quot; m.E. keine anderen Konnotationen mit als bei &amp;quot;Dämon&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &amp;quot;unheiliger Geist&amp;quot; gäbe es zudem die Gefahr, das theologisch falsch zu verstehen. Es gibt &#039;&#039;einen&#039;&#039; Heiligen Geist. Wenn wir dann von einem &#039;&#039;unheiligen Geist&#039;&#039; sprechen, denken sich manche Leser vielleicht, dass der &amp;quot;unheilige Geist&amp;quot; der &#039;&#039;eine&#039;&#039; Widersacher des Heiligen Geistes ist wie der Teufel der Widersacher Gottes. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:18, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich bin außerdem nicht ganz davon überzeugt, dass der Begriff &amp;quot;Dämon&amp;quot; umschrieben werden muss, &amp;quot;unheilig&amp;quot; aber selbsterklärend sein soll. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 17:04, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämon ist ein griechisches Wort, dessen Bedeutung man auch als normal gebildeter Mensch nicht unmittelbar verstehen kann; es sei denn, du gehst davon aus, dass ein gebildeter Mensch griechisch kann. OK, ich bin ungebildet! Unheilig ist das Gegenteil von heilig und für jemanden mit Allgemeinbildung imho leichter zu verstehen als Dämon. Im andern Fall bräuchte man gar nicht mehr zu übersetzen, sondern könnte einfach die eingedeutschten griechischen Begriffe benutzen.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 21:13, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämonen sind eigentlich ein in unserer Kultur recht geläufiges Konzept. Doch mir fällt gerade auf: Es ist hier dreimal von unreinen Geistern die Rede, aber niemals von Dämonen. Die Frage stellt sich also eigentlich nicht. Was ein &amp;quot;unreiner Geist&amp;quot; ist, wird ja wohl auch aus dem Kontext klar: Nämlich ein böses übernatürliches Wesen, das 1. Besitz und Kontrolle von Menschen ergreift, 2. Jesus erkennt und 3. seiner Macht weichen muss. Wie viel mehr muss denn dem Leser noch klar gemacht werden? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:23, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21496</id>
		<title>Diskussion:Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21496"/>
		<updated>2015-09-20T12:35:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: /* Studienfassung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = Dymat&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-45: ja, s. jedoch den Abschnitt unten zu V. 3. Mom. fehlt eine Fn zu Gottes Königsherrschaft/Reich in V. 15. Textkritik wird ab V. 27 nicht mehr besprochen! (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = 1: Elliptischer Einleitungssatz, in dem etliche Artikel ausgelassen sind (was häufiger zu beobachten ist). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2-3: Eingeleitetes, kombiniertes Schriftzitat (vgl. Fußnoten), das Johannes und Jesus zueinander sowie zu atl. Prophezeiungen in Beziehung bringt und denen Markus im weiteren Verlauf des Evangeliums folgt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
4-13 formulieren „biblisch klingend“ (France): sehr semitisierend, wobei Sätze mit &amp;quot;und&amp;quot; beginnen und direkt durch das Prädikat eingeleitet werden. Verschränkter Satzbau, Hebraismen, &amp;quot;sein&amp;quot; und &amp;quot;werden/sich ereignen&amp;quot; als generische Prädikate. Die Satzeinleitungen mit kai und die kurzen Sätze könnten auch auf Markus&#039; volkstümlichen griechischen Erzählstil zurückzuführen sein (NSS zu Mk 1,12, beruft sich auf M. Reiser, Syntax und Stil des Markusevangeliums im Licht der hellenistischen Volksliteratur, 1984). Jede ungewöhnliche Formulierung, die in der SF noch vorhanden ist, ist diesem Stil geschuldet. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Weiter formuliert Markus sehr gerafft (εὐθὺς in 10 und 12 usw.; kurze, schnell abgeschlossene Handlungsstränge), aber lebendig. kai &amp;quot;und&amp;quot; ist eine äußerst häufige koordinierende Konjunktion (sonst ist im Griechischen eher de &amp;quot;und/aber&amp;quot; üblich). Der Prolog (1-15) steckt voller wiederholter Schlüsselbegriffe und stellt Johannes und Jesus mit ihrem Wirken in Erfüllung des Schriftzitats in 2-3 nebeneinander. (Ben)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-45 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1 und wo zitiert: Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976.&lt;br /&gt;
Wo zitiert: &lt;br /&gt;
Richard C. Blight, An Exegetical Summary of Mark 1–8 (ES), Dallas 2012;&lt;br /&gt;
Ernst Lohmeyer, [http://digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/display/bsb00051832_00001.html?prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;hl=scan&amp;amp;rows=10&amp;amp;mode=simple Das Evangelium des Markus] (KEKNT), Göttingen 1951;&lt;br /&gt;
C.S. Mann, Mark. A New Translation with Introduction and Commentary (AB), Garden City 1986.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Weitere zitierte Werke&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Heinrich Greeven/Eberhard W. Güting, [http://http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC Textkritik des Markusevangeliums], Münster 2005;&lt;br /&gt;
Peter Head, [https://app.box.com/shared/yvo5xg56nn A Text-Critical Study of Mark 1.1: &#039;The Beginning of the Gospel of Jesus Christ&#039;], in: NTS 37.4 (1991), S. 621-629;&lt;br /&gt;
Bruce Manning Metzger, A Textual Commentary on the Greek New Testament. A Companion Volume to the United Bible Societies’ Greek New Testament (4th rev. ed.), London &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994;&lt;br /&gt;
Tommy Wasserman [http://evangelicaltextualcriticism.blogspot.com/2011/10/mark-11-handout.html Mark 1:1 Handout]. Zu dem Vortrag „The &amp;quot;Son of God&amp;quot; Was in the Beginning (Mark 1:1)“, den Wasserman auf der internationalen SBL-Konferenz 2010 hielt;&lt;br /&gt;
Wieland Willker, [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/ An Online Textual Commentary on the Greek Gospels: Mark], Bremen &amp;lt;sup&amp;gt;10&amp;lt;/sup&amp;gt;2013&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
AT-Zitate: Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiter: Gerhard Delling, πλήρης, πληρόω, πλήρωμα, ἀναπληρόω, ἀνταναπληρόω, ἐκπληρόω, ἐκπλήρωσις, συμπληρόω, πληροφορέω, πληροφορία, in: TDNT, 283-311; &lt;br /&gt;
Edward P. Dixon, Descending Spirit and Descending Gods: A “Greek” Interpretation of the Spirit’s “Descent as a Dove” in Mark 1:10, in: JBL 128/4 (2009), 759–780;&lt;br /&gt;
M. J. Selman, House, in: New Bible Dictionary (Hg. Wood/Marshall u.a.), Leicester 1996, S. 487-90 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-45: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-45: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienfassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Die Verse 1-3 brauchen nur noch den Übersetzungsvergleich und können somit von mir aus als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markiert werden - wenn es keine Einsprüche gibt. Über Feedback zur Verständlichkeit und Relevanz der Fußnoten würde ich mich freuen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1-8 erfüllen jetzt alle Kriterien (bis auf die fehlende Analyse der Constructus-Verbindung &amp;quot;Stimme eines Rufenden&amp;quot; in V. 3). Sie bilden auch eine abgrenzbare Untereinheit (z.B. France). Wer möchte, darf probe- und korrekturlesen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:52, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: 1-15 (die &amp;quot;längere&amp;quot; Einleitung) sind jetzt fertig. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:11, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: 1-22. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:32, 7. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: Das ganze Kapitel! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Bei zwei Fragen würde ich mich besonders über Rückmeldungen freuen: a) die textkritische Argumentation und folgende Auslassung von &amp;quot;Sohn Gottes&amp;quot; in V. 1. b) die Übersetzung von eis auton in V. 11 samt Fußnote. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur möglichen späteren Revision: die Fn zu &amp;quot;aus Nazaret in Galiläa&amp;quot; (Titel oder Lokalangabe?) in V. 9. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Kapitel ist jetzt fertig korrigiert. Ich gebe 2 Wochen, dann werde ich es als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markieren, wenn es keinen Widerspruch gibt. Ende März plane ich, noch einmal meine ganze Arbeit gegenzulesen. Wenn das geschehen ist (oder wenn sich jemand anderes die Mühe macht), kann man sich über &amp;quot;fertige Studienfassung&amp;quot; unterhalten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke, das Verfahren erscheint mir sinnvoll. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 13:12, 17. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Momentan haben wir bzgl. der Status die ungünstige Situation, dass die Studienfassung sowohl als fast fertig als auch (wg. des Status &amp;quot;Lesefassung in Arbeit&amp;quot;) als &amp;quot;final&amp;quot; eingeordnet ist (hier und bei [[Markus 2]]). Mein erster Gedanke wäre: Da das Statussystem noch nicht aktualisiert und die Lesefassung schon &amp;quot;anübersetzt&amp;quot; ist, lasst uns den LF-Status doch zunächst herausnehmen. Was meint ihr?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht nutze ich das auch als Motivation, die Gegenlese doch noch schnell demnächst zu machen... --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:13, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Treffen war vom zehnten bis zwölften Oktober und bis jetzt wurde das Statussystem nicht geändert. Ich würde es dringend ändern. Wäre dafür, den Status für die Lesefassung raus zu nehmen. Aber das Statussystem sollte so schnell wie möglich verbessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:--[[Benutzer:Mongoose|Mongoose]] 23:44, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Vorerst entfernt. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Status hochgesetzt! Es fehlen natürlich noch abschnittsweise Anmerkungen sowie die Ausgliederung textkritischer Fn i.S. der neuen SF-Kriterien, die wir so gut wie abgesegnet haben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 05:18, 14. Feb. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Für später===&lt;br /&gt;
* Die Möglichkeit einer Fußnote zur &amp;quot;Umkehr&amp;quot; in V. 15 wäre zu prüfen.&lt;br /&gt;
* Fn zu &amp;quot;Reich Gottes&amp;quot; in V. 15 fehlt. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Nestle-Aland setzt hier die unsichere Lesart [des Sohnes Gottes] in Klammern, was bedeutet, dass man keine finale Entscheidung treffen wollte. Das müssen wir aber! Ich habe die Lesart mal in eine Fußnote verschoben. Sinnvoll ist evtl. zudem, beide Lesarten im Text zu listen (eine in der Klammer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Ἀρχὴ können wir evtl. noch nachweisen, dass die Übersetzung mit bestimmtem Artikel richtig ist. Der NSS hat m.W. einen Beleg bei DBR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studienfassung sollte auch den Genitiv &amp;quot;Jesu Christi&amp;quot; bestimmen. M.M.n. ist er objektiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Evangelium&amp;quot; brauchen wir eine Fußnote. Zudem sollten wir erklären, warum der Satz prädikatlos ist und welche Funktion er hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich überlasse das gerne einem Freiwilligen, werde das ansonsten aber selbst bald in Angriff nehmen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:15, 18. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Fußnoten sollten alle aufgeworfenen Fragen beantworten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 3===&lt;br /&gt;
Die Funktion der wörtlich ins Griechische übersetzten Konstruktus-Verbindung will ich noch genauer erforschen. Ich wüsste nicht, dass meine Kommentare dazu geschrieben hätten. Fast alle Übersetzungen umschreiben: &amp;quot;eine Stimme ruft&amp;quot; (Menge, EÜ, NGÜ). GNB: &amp;quot;In der Wüste ruft einer&amp;quot;, Luther: &amp;quot;Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste&amp;quot;. Zür übersetzt das Ptz. substantiviert: &amp;quot;Stimme eines Rufers&amp;quot;. Zumindest für die Lesefassung brauchen wir eine Vorstellung, wie wir das adequat wiedergeben wollen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:06, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine kurze Fußnote geschrieben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 8===&lt;br /&gt;
Dymat setzt in seiner Erstübersetzung eine Fußnote: &amp;lt;code&amp;gt;Da das Wort βαπτίζω eintauchen bedeutet, ist die Übersetzung in heiligem Geist m.E. die bessere Variante.&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird das Wort in der LXX (bei Naaman) so gebraucht, im Neuen Testament würde ich aber von einer Bedeutungsverschiebung ausgehen. Hier wird das Wort zum Terminus technicus für eine zeremonielle Handlung. Man müsste untersuchen, ob das Untertauchen tatsächlich dazugehörte, und ob αὐτὸς δὲ βαπτίσει ὑμᾶς ἐν πνεύματι ἁγίῳ das wirklich signalisieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Collins 2007, 140 bestätigt Johannes die Praxis des Eintauchens, die auch in Qumrans Ritualbädern praktiziert wurde, allerdings ohne Quellen- oder weitere Angaben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ἐν instrumental gemeint ist, aber auch mit der lokalen Deutung kann ich mich anfreunden. Aber auch wenn von einer Taufe &amp;quot;im Heiligen Geist&amp;quot; die Rede ist, würde das ein Unter- oder Eintauchen in den Geist beinhalten, oder wäre das Konzept nicht doch eher übertragen zu verstehen? Wenn Dymats Beobachtung stimmt, würde ich mich sehr über Vorschläge freuen, wie man das auf Deutsch ausdrücken könnte! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:02, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kommentar von France 2002, 72 befasst sich mit der Frage. Er warnt davor, zu viele Bilder in das Konzept der Geistestaufe hineinzulesen. Seine Schlussfolgerung: &amp;lt;code&amp;gt;The antithesis focuses neither on the verb βαπτίζω nor on its syntactical links, but on the contrast between water and the Holy Spirit, and on the two different levels of efficacy in the ministries of John and his successor which they represent.&amp;lt;/code&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Guelich 1989, 25 schreibt: &amp;lt;code&amp;gt;John, focusing on his baptism as the trademark to his ministry, used baptism metaphorically to contrast his ministry with that of “the Greater One.” The bestowal of the Spirit expressed metaphorically as a baptism signified God’s eschatological act of salvation promised long ago by the prophets ... Therefore, the Baptist was declaring the dawn of a new day of salvation, not simply a new baptism. &amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliches schreibt auch Pesch 1976, 85f. zur Geistestaufe, auch wenn er pneuma gerne als &amp;quot;Sturm&amp;quot; (des göttlichen Gerichts) verstehen möchte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher werde ich die Fußnote entfernen und die instrumentale Übersetzung von en vorziehen. Über Rückfragen freue ich mich natürlich. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:22, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich glaube auch, mich erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass viele Ritualbäder in Qumran eigentlich zu klein waren, als dass da jemand wirklich hätte untertauchen können (gleiches gilt für die urchristlichen Taufstätten). Auch dann wäre es wohl wirklich sinnvoller, βαπτίζω als schon zu Qumran-Zeiten ritualisierte Handlung aufzufassen, die nur noch begriffsmäßig mit dem &amp;quot;Untertauchen&amp;quot; zusammenhängt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu ἐν: Schwyzer II.B.V.2.b.7.1 (das sind geile Stellenangaben :) - ist S. 457f.) erwähnt noch, dass ἐν + Lebewesen auch &#039;&#039;sozial&#039;&#039; verorten kann: &amp;quot;in Gegenwart von X, vor X&amp;quot; (aber das ist hier wohl theoretisch möglich und eher unwahrscheinlich). Wallace S. 374 diskutiert Mk 1,8, übersetzt &amp;quot;but he shall baptize you &#039;&#039;&#039;with&#039;&#039;&#039; the Holy Spirit&amp;quot; und kommentiert: &amp;quot;Here it is obvious that Christ is the agent (since autós is the subject) and the Holy Spirit is the means (and perhaps sphere) that the Lord uses to baptize.&amp;quot;--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke für die Schützenhilfe und Belege! :-) Zu Qumran meine ich den etwas kurzen Besprechungen zu entnehmen, dass man dort von einer Untertauch-Taufe ausgeht. Eigentlich waren alle bekannten Ritualbäder aus dieser Zeit zum Tauchen. Gerade im Kontext von Markus 1 spricht sprachlich auch vieles für ein Untertauchen. Wenn man Johannes&#039; Taufe als eine Art Vollzug der levitischen Reinigungsbäder versteht, dann ist auch da Untertauchen nicht unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu en: Genau so habe ich es am Ende auch verstanden. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 12===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote ac wird &#039;&#039;brachte&#039;&#039; und &#039;&#039;trieb&#039;&#039; gegenübergestellt, „führte“ findet hier keine Erwähnung mehr. Handelt es sich um eine weniger passende Formulierung, die nicht in den Fordergrund gestellt werden soll hinsichtlich des weiteren Fußnotentexts, oder soll „trieb“ auch „führte“ mitabdecken? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 13===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dienten (versorgten, warteten auf)&#039;&#039; – &#039;&#039;warteten auf&#039;&#039; bestimmt nicht im Sinne von „auf jemanden warten“, sondern von „Aufwartung machen“, Synonym für „dienen“, oder? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 16===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote al ist die Rede von einem hellenistischen Dialekt. Könnte dieser auch in Vers 10, Fußnote y anzutreffen sein? „Der Geist von oben auf ihn herabkam“ vs. „der Geist kam (sich in ihm befindend)“ analog zu „warfen Wurfnetze von außerhalb ins Meer hinein“ vs. „warfen Wurfnetze (sich) im Meer (befindend)“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:59, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 22===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote av steht &#039;&#039;„in Bann geschlagen“&#039;&#039;. Müsste es nicht heißen „in den Bann geschlagen“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:26, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 24===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote ax steht „Lasst das sein!“. Müsste es nicht heißen „Lass das sein“, oder ist die gegenwärtige Formulierung durch die angeführten Zitate vorgegeben? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:26, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 32===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote [[Markus_1#note_bm|bm]] steht „ELB“. Im Glossar ist ELB ungenau definiert und es gibt daneben noch REB. Welche Revision ist mit „ELB“ gemeint, oder sollen alle Elberfelder-Revisionen inkl. REB referenziert werden? Betrifft das ganze Markus-Evangelium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lesefassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das griechische Wort Evangelium eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:28, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schlage sowohl für Lesefassung als auch für Studienfassung „Freudenbotschaft“ vor, dass ich in Mk16 verwendet habe. Es ist recht wörtlich übersetzt und passt zu Bens Fußnote. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zwar eine klangvolle Lösung, aber sie ist mir etwas zu spezifisch. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie nicht in allen Kontexten passen könnte. Zu spezifisch ist die Konnotation &amp;quot;Freude&amp;quot;, die in &amp;quot;Evangelium&amp;quot; so nicht direkt enthalten ist. Auch wenn von Nachrichten vom Kaiser scheinbar Freude als Reaktion erwartet wurde, wissen wir nicht, ob der Begriff als so technisch bekannt war, dass man diese Erwartung automatisch hineingelesen hätte. Es ist eben völlig unklar, ob die Parallelen bewusst oder zufällig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klopfen wir doch mal ab. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; scheint mehrere Konnotationen zu enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I. Ethymologisch&#039;&#039;&#039; (und wohl auch kontextuell vorhanden, aber wie stark, ist die Frage) sind zwei Informationen:&lt;br /&gt;
# Eine (religiöse oder in den religiösen Bereich gerückte) Botschaft&lt;br /&gt;
# Als Botschaft, Nachricht oder Neuigkeit handelt es sich um eine Information, 1. die nicht jeder kennt, 2. die zur Weitergabe bestimmt ist (oder üblicherweise weitergegeben wird).&lt;br /&gt;
# Diese Botschaft ist positiv (man könnte sagen: ein Grund zur Freude, aber man muss nicht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II. Aus dem NT&#039;&#039;&#039; haben wir weitere Informationen: &lt;br /&gt;
# Theologisch: Diese Botschaft kommt von Gott. Sie ist zumindest teilweise schon im AT angekündigt/enthalten. Diese Botschaft muss man im Glauben annehmen. Sie bringt allen Menschen, die das tun, Heil. Die Informationen &amp;quot;gut&amp;quot;, &amp;quot;Nachricht&amp;quot; und &amp;quot;Weitergabe&amp;quot; sind korrekt, weswegen das Wort wohl auch von den Christen angenommen wurde.&lt;br /&gt;
# Es gibt jedoch verschiedene Ausprägungen, nämlich&lt;br /&gt;
## vorchristliche (z.B. die Verkündigung Jesu)&lt;br /&gt;
## christliche (das christliche, heilsbringende Evangelium)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III. Aus der frühen Kirche&#039;&#039;&#039; kommt der Wandel zur Gattungsbezeichnung, der sich möglicherweise zum ersten Mal in der Einleitung des Markusevangeliums findet, entweder (und da bin ich mir unsicher)&lt;br /&gt;
# für ein Werk, das diese Botschaft (mit ihrem Zentrum: Jesus) festhält und erklärt oder&lt;br /&gt;
# speziell als Bericht des Lebens, der Botschaft, Passion und Auferstehung Jesu (so der moderne technische Sinn)&lt;br /&gt;
oder beides.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der ideale deutsche Begriff/Formel&#039;&#039;&#039; wäre &#039;&#039;&#039;a) theologisch korrekt&#039;&#039;&#039; (d.h. nicht irreführend), &#039;&#039;&#039;b) weit&#039;&#039;&#039; genug, um nicht nur die christliche Verkündigung, sowie zudem den Gattungsbegriff zuzulassen und in jeden Kontext zu passen, und &#039;&#039;&#039;c)&#039;&#039;&#039; in seiner Zusammensetzung (das Deutsche ist wie das Griechische eine synthetische Sprache, in der in vielen Wörtern die Bestandteile direkt erkenntlich sind) &#039;&#039;&#039;genauso deutlich wie das griechische Wort&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergeben sich mehrere Erwägungen:&lt;br /&gt;
# Ist es möglich, einen Begriff/Formel zu finden, um das Wort einheitlich zu übersetzen? Wenn nicht, müssen wir entweder a) je nach Kontext unterschiedliche Lösungen finden oder b) bei &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als theologischem Fachbegriff bleiben.&lt;br /&gt;
# Ist es angesichts der vielfältigen Verwendungen und dieser Anforderungen sinnvoller, den Begriff einheitlich ins Deutsche zu übertragen, oder ist &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als terminus technicus (t.t.) ausreichend? Der größte Nachteil von dt. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; ist die fehlende sprachliche Klarheit. Damit geht ihm nicht nur Aussagekraft, sondern auch eine gewisse emotionale Wirkung ab.&lt;br /&gt;
# Es könnte einen gewissen Wert haben, in beiden Fassungen gleich vorzugehen.&lt;br /&gt;
# Wie wichtig ist uns beispielsweise der Gattungsbegriff? Können wir ihn vernachlässigen?&lt;br /&gt;
# Welche Rolle spielt für uns das Übersetzungsziel der Akzeptabilität? Mit anderen Worten: Vielleicht sollten wir zu exotische oder komplexe Lösungen vermeiden. Gerade die Lesefassung soll (wohl gerade auch in Hinsicht auf solche Schlüsselwörter) aus sich selbst heraus verständlich sein. Es kommt also vermutlich keine Übersetzung in Frage, der man nicht auf den ersten Blick anmerkt, dass sie sich aus Sicht des Christen hauptsächlich auf die christliche Botschaft bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist nicht zu Ende gedacht, es könnte weiter Folgerungen geben. Ich glaube, eine einheitliche Übersetzung (zumindest für die christliche Botschaft etwas bei Paulus) wäre wünschenswert. Ob man durchweg einheitlich oder nur innerhalb eines Bezugsrahmens einheitlich bleiben möchte, hängt vermutlich davon ab, welche Optionen wir finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Rest muss ein Brainstorming klären. Ich glaube nicht, dass wir auf eine Lösung kommen werden, die noch niemand vor uns angewandt hat. Helfen könnten uns auch Beobachtungen, welche anderen Wendungen die biblischen Autoren auf dasselbe Konzept beziehen. (In Mk ist das z.B. &amp;quot;Wort&amp;quot; oder besser &amp;quot;Botschaft&amp;quot;.) Ich setze mal das Brainstorming fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Olafs erster Vorschlag war &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute allgemeine Begriffe wären &amp;quot;gute Nachricht&amp;quot; oder &amp;quot;Frohe /Frohbotschaft&amp;quot;. Theologisch und wirkungsgeschichtlich angemessen wäre &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot;, aber auch das ist relativ spezifisch (mehr als nötig?). Diese Vorschläge haben wie &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot; den Nachteil, dass wir sie nicht als Gattungsbezeichnung gewöhnt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige spezifische Übersetzungen könnten z.B. in Richtung &amp;quot;die christliche Botschaft&amp;quot;, &amp;quot;Gottes Botschaft&amp;quot; oder &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot; gehen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:32, 12. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 4===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Umkehr zur Vergebung der Sünden eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:33, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt „Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ habe ich in Lk3 „Bußtaufe zur Sündenvergebung“ gewählt – in der dortigen Studienfassung habe ich außerdem Ersatzformulierungen zu den einzelnen Teilbegriffen. Ich halte aber sowohl „Bußtaufe“ als auch „Sündenvergebung“ für gut verständlich für unsere Zielgruppe. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den beiden letzten Begriffen könnte man vielleicht doch noch nach zugänglicheren Begriffen suchen. Oben hast du ja immerhin argumentiert, &amp;quot;Evangelium&amp;quot; müsste man durch einen verständlicheren Begriff ersetzen. &amp;quot;Buße&amp;quot; ist sehr speziell und &amp;quot;Sündenvergebung&amp;quot; klingt m.E. in schon fast abschreckender Weise theologisch. Hier können wir uns sicher weitere Stimmen anhören. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 14===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das Evangelium Gottes eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:36, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe V. 1. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 17===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Kommt, folgt mir nach eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:39, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl „kommen“ als auch „nachfolgen“ ist aktuelle und allgemein übliches Hochdeutsch. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 23-34===&lt;br /&gt;
Auf vielfachen Wunsch habe ich im Beispiel für die didaktische Variante zu Dämonen den Text editiert und nun unheilige Gedanken ersetzt durch unheilige Geister bzw. unheiligen Geist mit Ausnahme von zwei Stellen, wo der Begriff im Zusammenhang mit Besessenheit auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier das Zitat aus der Verstehbibel. Man könnte überlegen, an welchen Stellen im Text von xobin Dämon ersetzt werden kann durch unheiliger Geist. Der Begriff unheilig ist mir deshalb wichtig, weil er einen sprachlichen Antagonismus darstellt zu heiligem Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich trat in ihrer Kirche ein Mann in Erscheinung. Der war besessen von einem unheiligen Gedanken. Er brüllte wild herum. Seine Sprüche waren dabei diese: Ha! Was willst du überhaupt bei uns, Jesus? Du bist doch aus Nazareth. Weshalb bist du gekommen? Willst du uns kaputt machen? Ich kenn dich nur zu gut. Du bist der Heilige von Gott! Jetzt fuhr Jesus ihm ins Wort: Lass die Sprüche! Mach dich weg von ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Stelle bekam der Mann Schüttelkrämpfe. Der unheilige Geist schrie dabei lauthals. Dann verließ er den Mann. Tief erschüttert fragten sich alle untereinander: Was war das? Ist das die neue Art zu predigen? Der erteilt mit Vollmacht den unheiligen Geistern Befehle. Und die gehorchen ihm. Das sprach sich sofort überall herum. Das ganze Gebiet von Galiläa erfuhr davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie aber hatten die Kirche schon wieder verlassen. Jakobus und Johannes kamen mit. Gemeinsam gingen sie mit Simon und Andreas zu deren Elternhaus. Die Schwiegermutter von Simon lag nämlich mit Fieber krank im Bett. Umgehend gab man ihm Bericht über ihren Zustand. Schon trat er auf sie zu. Er nahm sie bei der Hand und zog sie hoch. Das Fieber verschwand auf der Stelle. Sie konnte nun ihre Gäste sogar bewirten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen war es Abend geworden. Die Sonne war schon am untergehen. Und doch brachte man noch zu ihm alle Elenden und alle von unheiligen Gedanken Besessenen. Ja, die ganze Stadt versammelte sich vor der Haustür. Dort heilte er viele Kranke und Elende. Auch verscheuchte er jede Menge unheiliger Geister. Er ließ diese Dämonen aber nicht zu Wort kommen. Sie kannten ihn nämlich nur zu gut. Schließlich war er ja der Christus.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 13:26, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wort zum sprachlichen Hintergrund. Wenn Markus von &amp;quot;unreinen Geistern&amp;quot; schreibt, steht das synonym für &amp;quot;Dämonen&amp;quot;. Er benutzt diese Wendung absichtlich, um hervorzuheben, was für die Juden unrein ist. Nämlich offenbar auch die erwähnten Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin abgesehen davon noch immer nicht überzeugt, dass wir Dämon überhaupt durch einen modernen Begriff ersetzen müssen. Die einzige bedeutungsäquivalente Übersetzung wäre &amp;quot;böser Geist&amp;quot;, aber ich sehe nicht, dass sie besser geeignet wäre. &amp;quot;unheilig&amp;quot; hebt eine zu spezielle Nebenbedeutung hervor. Die beste Ersatzformulierung ist in dieser Hinsicht möglichst neutral. Beispielsweise schwingen bei &amp;quot;böser Geist&amp;quot; m.E. keine anderen Konnotationen mit als bei &amp;quot;Dämon&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &amp;quot;unheiliger Geist&amp;quot; gäbe es zudem die Gefahr, das theologisch falsch zu verstehen. Es gibt &#039;&#039;einen&#039;&#039; Heiligen Geist. Wenn wir dann von einem &#039;&#039;unheiligen Geist&#039;&#039; sprechen, denken sich manche Leser vielleicht, dass der &amp;quot;unheilige Geist&amp;quot; der &#039;&#039;eine&#039;&#039; Widersacher des Heiligen Geistes ist wie der Teufel der Widersacher Gottes. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:18, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich bin außerdem nicht ganz davon überzeugt, dass der Begriff &amp;quot;Dämon&amp;quot; umschrieben werden muss, &amp;quot;unheilig&amp;quot; aber selbsterklärend sein soll. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 17:04, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämon ist ein griechisches Wort, dessen Bedeutung man auch als normal gebildeter Mensch nicht unmittelbar verstehen kann; es sei denn, du gehst davon aus, dass ein gebildeter Mensch griechisch kann. OK, ich bin ungebildet! Unheilig ist das Gegenteil von heilig und für jemanden mit Allgemeinbildung imho leichter zu verstehen als Dämon. Im andern Fall bräuchte man gar nicht mehr zu übersetzen, sondern könnte einfach die eingedeutschten griechischen Begriffe benutzen.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 21:13, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämonen sind eigentlich ein in unserer Kultur recht geläufiges Konzept. Doch mir fällt gerade auf: Es ist hier dreimal von unreinen Geistern die Rede, aber niemals von Dämonen. Die Frage stellt sich also eigentlich nicht. Was ein &amp;quot;unreiner Geist&amp;quot; ist, wird ja wohl auch aus dem Kontext klar: Nämlich ein böses übernatürliches Wesen, das 1. Besitz und Kontrolle von Menschen ergreift, 2. Jesus erkennt und 3. seiner Macht weichen muss. Wie viel mehr muss denn dem Leser noch klar gemacht werden? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:23, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_2&amp;diff=21185</id>
		<title>Markus 2</title>
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		<updated>2015-06-13T10:22:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: Zür -&amp;gt; ZÜR&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Und als er nach einigen Tagen wieder zurück nach Kafarnaum kam, wurde bekannt, dass er in einem bestimmten Haus war.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es kamen so viele Leute zusammen, dass es keinen Platz mehr gab; nicht einmal vor der Tür. Und er erklärte ihnen seine Botschaft. &lt;br /&gt;
{{L|3}} Derweil kamen einige Leute und brachten einen Gelähmten zu ihm; der wurde von vier Männern getragen.&lt;br /&gt;
{{L|4}} Doch weil es ihnen wegen der Menschenmenge nicht gelang, ihn zu Jesus zu bringen, deckten sie über der Stelle, wo er war, das Hausdach ab und machten dort eine Öffnung. Dadurch ließen sie den Gelähmten auf seiner Matte hinab.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: „Kind, deine Sünden sind vergeben.“&lt;br /&gt;
{{L|6}} Es saßen aber einige Schriftgelehrte dabei, die überlegten bei sich:&lt;br /&gt;
{{L|7}} „Warum redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“&lt;br /&gt;
{{L|8}} Jesus erkannte in seinem Geist sofort, dass sie so dachten. Darum sagte er zu ihnen: „Warum habt ihr solche Gedanken?&lt;br /&gt;
{{L|9}} Was ist leichter: zu dem Gelähmten zu sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben‘ oder ‚Steh auf und nimm deine Matte und laufe umher‘?&lt;br /&gt;
{{L|10}} Aber damit ihr erkennt, dass der Menschensohn die Macht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben...“, sagte Jesus und wandte sich dann an den Gelähmten:&lt;br /&gt;
{{L|11}} „Ich sage dir: Steh auf und nimm deine Matte und geh nach Hause!“&lt;br /&gt;
{{L|12}} Da stand der Mann auf, hob seine Matte auf und ging vor aller Augen davon, sodass alle fassungslos waren und Gott lobten. Sie riefen: „So etwas haben wir noch nie gesehen!“&lt;br /&gt;
{{L|13}} Danach ging Jesus wieder hinaus ans Meer. Und die gesamte Menschenmenge kam zu ihm und er lehrte sie.  &lt;br /&gt;
{{L|14}} Im Vorbeigehen sah er Levi, den Sohn von Alphäus, an der Zollstelle sitzen und sagte zu ihm: „Folge mir nach!“ Da stand Levi auf und folgte ihm nach. &lt;br /&gt;
{{L|15}} Als er später in seinem Haus zu Gast war, saßen auch viele Zolleinnehmer und Sünder zusammen mit Jesus und dessen Jüngern am Tisch. Es gab nämlich viele, die ihm nachfolgten.&lt;br /&gt;
{{L|16}} Doch als die Schriftgelehrten der Pharisäer sahen, dass er mit den Sündern und Zolleinnehmern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: „Warum isst er mit Zolleinnehmern und Sündern?“&lt;br /&gt;
{{L|17}} Aber als Jesus das hörte, sagte er zu ihnen: „Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder.“&lt;br /&gt;
{{L|18}} Die Jünger des Johannes und die Pharisäer hatten die Angewohnheit, regelmäßig zu fasten. Einige Leute kamen zu Jesus und fragten ihn: „Weshalb fasten die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer, aber deine Jünger fasten nicht?“&lt;br /&gt;
{{L|19}} Da erwiderte Jesus: „Können die Hochzeitsgäste denn fasten, wenn der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie auf keinen Fall fasten.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Es wird jedoch die Zeit kommen, wenn der Bräutigam nicht mehr da ist. Dann werden sie fasten.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Niemand näht einen Flicken aus neuem Stoff auf ein altes Kleidungsstück, sonst reißt der neue Flicken vom alten ab und es entsteht ein noch schlimmerer Riss.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Und es füllt auch niemand jungen Wein in alte Schläuche. Sonst würde der Wein die Schläuche zerreißen und der Wein geht ebenso verloren wie die Schläuche. Jungen Wein füllt man natürlich in neue Schläuche.“&lt;br /&gt;
{{L|23}} Einmal, als Jesus am Sabbat durch die Getreidefelder ging, da fingen seine Jünger an, unterwegs Ähren auszurupfen.&lt;br /&gt;
{{L|24}} Und die Pharisäer sagten zu ihm: „Sieh doch, sie tun etwas, das am Sabbat nicht erlaubt ist!“&lt;br /&gt;
{{L|25}} Aber er sagte zu ihnen: „Habt ihr noch nie gelesen, was David tat, als er in einer Notlage war, in der er und seine Gefährten Hunger hatten? &lt;br /&gt;
{{L|26}} wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes gegangen ist und die geweihten Brote verzehrte, die außer den Priestern niemand essen darf? Er gab auch seinen Gefährten etwas davon.“&lt;br /&gt;
{{L|27}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Der Sabbat wurde für den Menschen geschaffen und nicht der Mensch für den Sabbat.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Also ist der Menschensohn auch Herr über den Sabbat.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als er nach [einigen] Tagen wieder (zurück) nach Kafarnaum kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor.), als temporaler Nebensatz (mit „als“) aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wurde bekannt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde bekannt&#039;&#039; W. „wurde gehört“ Oder: „als er wieder … kam, wurde nach einigen Tagen bekannt“ (Collins 2007, 184).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, dass er zuhause (in einem [bestimmten] Haus)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zuhause&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;in einem [bestimmten] Haus&#039;&#039; Die erste Bedeutung ist üblich und somit wahrscheinlicher, auch wenn die andere durchaus möglich ist (Collins 2007, 181; NSS). Denkbar, dass Simons Haus gemeint ist wie in 1,29-34 (Guelich 1989, 81). &#039;&#039;in einem [bestimmten] Haus&#039;&#039; Im Deutschen wäre die etwas freiere Übersetzung „in welchem Haus er sich aufhielt“ besser verständlich. Es geht dann also darum, dass Jesu Aufenthaltsort bekannt wurde, ohne eine Aussage über das nämliche Haus zu machen. Um das zu vermitteln, wurde &#039;&#039;[bestimmten]&#039;&#039; ergänzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;war&#039;&#039; W. „ist“. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und es kamen (sammelten sich) so viele [Leute] zusammen, dass es keinen Platz mehr gab, auch nicht (nicht einmal) vor (bei) der Tür, und er erläuterte (verkündete, sagte) ihnen [seine] Botschaft (das Wort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er erläuterte [ihnen] seine Botschaft&#039;&#039; W. „sprach das Wort (zu) ihnen“ ([[Imperfekt]]). Ähnlich wie in 4,33 und 8,32 meint die Phrase wohl, dass Jesus ihnen seine &#039;&#039;Botschaft&#039;&#039; (=Wort) erklärte oder predigte (France 2002, 122, ähnlich GNB). In 1,45 meinte „Wort“ die &#039;&#039;Geschichte&#039;&#039; (oder Neuigkeit) des geheilten Aussätzigen. Das Wort steht meist für eine im Kontext bekannte Botschaft, für Redeinhalt. Bei Jesus ist das das Evangelium bzw. die Heilsbotschaft vom nahen Reich/Herrschaft Gottes (wie Mk 1,21; s.a. Mk 4,14 und die dortige Fußnote). Im NT bezeichnet es oft den Inhalt der Verkündigung von Jesus und den frühen Christen, z.B. Apg 6,4; Gal 6,6; Kol 4,3 (Guelich 1989, 84). &#039;&#039;erläuterte&#039;&#039; Duratives [[Imperfekt]].&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Derweil (Und) kamen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[einige Leute] und brachten einen Gelähmten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gelähmter&#039;&#039; (Gr. παραλυτικός) Seine genaue Behinderung ist unbekannt. Wir erfahren nur, dass er nicht laufen konnte und offensichtlich behindert, vielleicht bettlägrig war (vgl. France 2002, 123).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm. Er wurde von vier [Männern] getragen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er wurde getragen&#039;&#039; [[Attributives Partizip]], als unabhängiger Hauptsatz aufgelöst. Auch ein Relativsatz wäre möglich („der getragen wurde“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und (Doch) weil (als) es ihnen wegen die Menschenmenge nicht gelang (sie nicht konnten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) es ihnen nicht gelang&#039;&#039; Kausal oder temporal zu verstehendes [[Ptz. conj.]] (Ptz. Präs.), als Nebensatz mit „weil“ aufgelöst. NSS, NGÜ: „weil sie nicht zu Jesus durchkamen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihn zu [Jesus] zu bringen, deckten (entfernten) sie [über der Stelle], wo er war, das Hausdach ab, und ließen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Matte hinab, auf der der Gelähmte lag, nachdem sie eine [entsprechende] Öffnung geschaffen hatten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie eine [entsprechende] Öffnung geschaffen hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor.), als temporaler Nebensatz (mit „nachdem“) aufgelöst und aus stilistischen Gründen nachgestellt. W. etwa „deckten ab... und, eine Öffnung geschaffen habend/schaffend, ließen...“ Man kann es auch modal verstehen: „indem sie … schufen, ließen sie“ Gr. ἐξορύξαντες bedeutet „aufgraben, aufbrechen“. Die Männer gelangten wohl über eine Außentreppe auf das flache Dach. Palästinische Hausdächer bestanden aus Baumstämmen oder Balken, die mit Zweigen und festgetretenem Lehm abgedeckt waren (Lukas 5,17 berichtet auch von Ziegeln), die genaue Konstruktion konnte aber variieren. Auch die Ausleger sind sich nicht alle einig (vgl. die Übersicht bei Blight 2012, 99f.). Je nachdem, ob das Haus tatsächlich auch mit Dachziegeln bzw. einer Art von tönernen Platten belegt war (Lukas könnte die Geschichte für seine südeuropäischen Leser kontextualisiert haben), könnten die Männer das Dach fast gar nicht oder sogar sehr schwer beschädigt haben. Dementsprechend gibt es verschiedene Übersetzungsvorschläge. Der hier vorgezogene versteht das Partizip als temporale Umstandsangabe: 1. Die Männer deckten das Dach ab. 2. Sobald eine genügend große Öffnung da war, ließen sie den Mann herab (so Guelich 1989, 85 und die meisten Übersetzungen). Eine andere Deutung geht von drei Schritten aus: 1. Die Männer deckten das Dach, d.h. die äußere Schicht ab. 2. Dann brachen sie durch das Holz- und Lehmwerk, das sich darunter befand und die Decke bildete. 3. Anschließend ließen sie den Mann hinab (so GNB, ZÜR).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und als Jesus ihren Glauben (Vertrauen) sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … sah&#039;&#039; Als temporaler NS aufgelöstes [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor.). Markus formuliert hier metonymisch (Wirkung für Ursache), denn Jesus sieht natürlich nicht die Gesinnung der Männer, sondern deren Ergebnis. Daher übersetzt ZÜR: „Als Jesus nun ihren Glauben erkannte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu dem Gelähmten: „[Mein] Sohn (Kind), deine Sünden sind vergeben!“&lt;br /&gt;
{{S|6}} Es waren {aber} einige Schriftgelehrte (Schreiber) da (dort), die  dabeisaßen und [alles miterlebten]. Sie setzten sich (kämpften, überlegten, erwogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabeisaßen&#039;&#039; und &#039;&#039;setzten sich [mit Jesu Worten] auseinander&#039;&#039; ἦσαν + Partizip umschreibt das Imperfekt ([[Umschreibende Konjugation]], Bauer zu ειμι, BDR §353). Hier kommt durch den durativen [[Aspekt]] zum Ausdruck, dass die Schriftgelehrten die Geschehnisse miterlebten. Das ist der Grund für die Einfügung &#039;&#039;[alles miterlebten]&#039;&#039;. Möglich wäre auch eine Formulierung mit einem Adverb wie „unterdessen“, „derweil“, „dabei“. Aufgrund der Einfügung bildet &#039;&#039;setzten sich [mit Jesu Worten] auseinander&#039;&#039; aus stilistischen Gründen nun einen eigenen Satz, wobei zur eleganten Wiedergabe in Verbindung mit &#039;&#039;in Gedanken&#039;&#039; die Ergänzung von &#039;&#039;[mit Jesu Worten]&#039;&#039; notwendig wurde. EÜ dagegen: „dachten im Stillen“, NGÜ: „lehnten sich innerlich dagegen auf “.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in Gedanken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;in Gedanken W. „in ihren Herzen“. In der damaligen Kultur galt das Herz als der denkende und fühlende Körperteil. Noch schöner wäre die Formulierung „gedanklich“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[mit Jesu Worten] auseinander: &lt;br /&gt;
{{S|7}} „Warum redet der so?&lt;br /&gt;
Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott (einem – Gott)?“{{par|Deuteronomium|6|4}} &lt;br /&gt;
{{S|8}} Und Jesus erkannte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannte … darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-kausal), hier – mit sofort – gleichzeitig verstanden, wobei darum auf den kausalen Sinn hinweist. Vorzeitig: „Jesus hatte sofort erkannt“ (vgl. NGÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in seinem Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in seinem Geist&#039;&#039; Die Formulierung spielt vielleicht einfach auf den kognitiven Prozess an wie &#039;&#039;{bei sich}&#039;&#039; (V. 8) und „in ihren Herzen“ (siehe Fußnoten zu V. 6.8) (NSS). Es ist jedoch bemerkenswert, das im AT nur Gott die Gedanken der Menschen kennt (z.B. 1Kö 8,39; Jer 11,20, nach Pesch 1976, 159). Dass Jesus ihre Gedanken lesen kann, sollte ihn zusammen mit der folgenden Heilung gegenüber den Schriftgelehrten klar als von Gott gesandt auszeichnen – und den Vorwurf der Blasphemie so entkräften (Guelich 1989, 88).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sofort, dass sie so {bei sich} dachten, darum sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; er zu ihnen: „Warum habt ihr solche Gedanken?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum habt ihr solche Gedanken?&#039;&#039; W. „Warum denkt/erwägt ihr dies/solche [Gedanken] in euren Herzen?“ Der wesentlich einfachere deutsche Satz scheint genau wiederzugeben, was der (wesentlich schwieriger wörtlich in gutes Deutsch zu übersetzende) griechische Satz meint. Zu „in euren Herzen“ s. die [[#note_n|Fußnote]] zu „in Gedanken“ in V. 6. Die Doppelung „in Gedanken denken“ hat schon dort zu der eleganteren Übersetzung „sie setzten sich in Gedanken [mit Jesu Worten] auseinander“ geführt (s. die entsprechende [[#note_o|Fußnote in V. 6]]), hier lässt sich dieselbe Formulierung aber nicht so übersetzen. NGÜ: „Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen?“, GNB: „Was macht ihr euch da für Gedanken?“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|9}} Was ist leichter (einfacher) – zu dem Gelähmten zu sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben‘ oder {zu sagen}: ‚Steh auf und nimm deine Matte und laufe umher‘? &lt;br /&gt;
{{S|10}} Aber damit ihr erkennt (wisst), dass der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch)&#039;&#039; ist Jesu häufige Selbstbezeichnung. Sie taucht hier zum ersten Mal in Mk auf und wird im zweiten Teil des Evangeliums (ab Mk 8) deutlich häufiger auftreten. Ihr Hintergrund ist komplex und ihre Verwendung noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass Jesus sich damit nicht als gewöhnlicher Mensch bezeichnet (wie die Phrase in anderen Kontexten auf Hebräisch und Aramäisch zu verstehen ist), sondern sich von anderen abhebt. Nur er hat die außerordentliche Gewalt zur Vergebung der Sünden. In der Wahl der Bezeichnung dürfte der „Menschensohn“ (bzw. „Mann“) aus Dan 7,13-14 eine Rolle gespielt haben, der ewige messianische Macht erhält und dem alle Nationen dienen. Jesus scheint zu seiner Zeit dennoch der einzige gewesen zu sein, der diese Bezeichnung auch als Titel auch für den erwarteten Messias (nämlich sich selbst) benutzte. Der Titel bot wohl auch den Vorteil, dass er nicht dieselben politischen Erwartungen weckte wie andere, geläufigere Messiasbezeichnungen, so wie „Messias“ oder „Sohn Davids“ (France 2002, 127f.; Collins 2007, 187ff.). (Guelich 1989, 90 meint dagegen, dass Jesus wenigstens an dieser Stelle die Bezeichnung als rhetorische Alternative zu „ich“ benutzt.) Jesus gibt den Schriftgelehrten ein Rätsel auf. Wenn sie den alttestamentlichen Bezug seiner Aussage verstehen, erkennen sie auch seinen Anspruch (Collins 2007, 187).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[das] Recht (die Macht, Vollmacht, Entscheidungsgewalt) hat, auf der Erde Sünden zu vergeben —“, sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu dem Gelähmten:&lt;br /&gt;
{{S|11}} „— sage ich dir: Steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach Hause&#039;&#039; Oder „in dein Haus“&amp;lt;/ref&amp;gt;!“&lt;br /&gt;
{{S|12}} Da (und) stand er auf, hob (nahm) umgehend seine Matte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hob auf&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ging vor aller Augen hinaus, sodass alle fassungslos (erstaunt, außer sich) waren und Gott lobten. Sie riefen (sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sie riefen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), vielleicht [[Pleonastisches Partizip|pleonastisch]]. Hier als separater Hauptsatz übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„So etwas haben wir noch nie erlebt (gesehen)!“&lt;br /&gt;
{{S|13}} Danach (Und) ging [Jesus] wieder hinaus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus&#039;&#039; Jesus verließ das Haus und die Stadt Kafarnaum, wo er sich gerade aufhielt ([[Markus_2#s1|Mk 2,1]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, ans (an ... entlang) Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meer&#039;&#039; Gemeint ist der See Gennesaret (bei Markus: „Meer von Galiläa“, vgl. 1,16), an dessen Ufer Kafarnaum lag. Wer Markus von Anfang an liest, stellt diesen Bezug hier mühelos her.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Und die gesamte Menschenmenge kam zu ihm, und er lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; und &#039;&#039;lehrte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] beschreibt passend die beiden andauernden Prozesse: Das Zusammenkommen einer Menschenmenge und Jesu Lehren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und im Vorbeigehen (als er vorbeiging/vorüberging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Vorbeigehen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal), hier als Präpositionalphrase übersetzt. Auch möglich: „als/während er vorbeiging“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Levi, den [Sohn] von Alphäus, an der Zollstelle (Zollhaus, Zoll)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zollstelle&#039;&#039; Kafarnaum lag an der Grenze zwischen den Tetrarchien von Herodes Antipas und Herodes Philippus, weswegen man hier von den Händlern Warenzölle erhob. Die in den Evangelien erwähnten Zöllner (Gr. τελώνης) waren dafür zuständig. Auch Levi gehörte zu den Zollbeamten, die in Antipas’ Auftrag die auf Handelswaren anfallenden Gebühren einsammelten. Kopfsteuern erhob dagegen die römische Regierung (France 2002, 131f.; vgl. Guelich 1989, 100f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sitzen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah … sitzen&#039;&#039; [[AcP]], mit Infinitiv aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Folge mir nach!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Folge mir nach!“&#039;&#039; Etwas freier vielleicht auch „Schließe dich mir an!“ Vgl. Mk 1,16-20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da (Und) stand [Levi] auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand auf&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] (Aorist). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und folgte ihm nach.{{par|Markus|1|16}}{{par|Markus|1|18}} &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und {es ereignete sich} [als] er [später]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{es ereignete sich}&#039;&#039; Im Deutschen umschreibt &#039;&#039;[als] er [später]...&#039;&#039; die griechische Satzeinleitung, die aus dem [[Historisches Präsens|historischen Präsens]] γίνεται und einem AcI besteht (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in seinem Haus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in seinem Haus&#039;&#039; Markus meint wohl Levis Haus, in das Jesus eingeladen ist (so auch Lk 5,29), doch es könnte sich aber auch um Jesu Haus (Mk 2,1) handeln, in dem Levi zu Gast ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei Tisch war (zu Gast war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bei Tisch war (zu Gast war)&#039;&#039; W. „[zu Tisch] lag“. Juden saßen zum Essen für gewöhnlich, doch zu besonderen Anlässen lag man nach dem Vorbild der griechischen Kultur zum Essen an niedrigen Tischen. Offenbar hielt Levi ein Festmahl ab (Guelich 1989, 101; France 2002, 132).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, nahmen auch (und) viele Zolleinnehmer (Zöllner) und Sünder zusammen mit Jesus und dessen Jüngern an der Mahlzeit teil&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahmen an der Mahlzeit teil&#039;&#039; ist die Übersetzung des Prädikats (wie &#039;&#039;nachfolgten&#039;&#039; [[Imperfekt]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Es waren nämlich viele, die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; Eigentlich „und“, καὶ kann aber auch in der Funktion eines Relativpronomens genutzt werden (BDR §442.4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nachfolgten. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Doch (Und) als die Schriftgelehrten (Schreiber) der Pharisäer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Schriftgelehrten der Pharisäer&#039;&#039; ([[Gen. part.]]), der Genitiv zeigt Parteizugehörigkeit an. Nicht alle Pharisäer waren Schriftgelehrte, und nicht alle Schriftgelehrten waren Pharisäer – gemeint sind also die pharisäischen Schriftgelehrten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass er mit den Sündern und Zolleinnehmern (Zöllnern) aß&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aß&#039;&#039; W. „isst“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, sagten sie zu seinen Jüngern: „Warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum&#039;&#039; Die gering verbreitete, aber schwierigste erhaltene Variante ὅτι ist schwer zu deuten. 1. Es könnte eine Kontraktion von τί ὅτι „warum“ (BDR §300.2) sein. 2. Es könnte ein [[ὅτι recitativum]] sein, die Frage lautet dann nur: „Er ist mit Zolleinnehmern und Sündern?(!)“ 3. Schließlich könnte es sich auch um einen Teil der Frage bzw. des Ausrufs handeln: „Dass er mit Zolleinnehmern und Sündern isst!“ (France 2002, 134) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
isst er mit Zolleinnehmern (Zöllnern) und Sündern?“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Aber (Und) als Jesus [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal als Nebensatz mit „als“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;{dass}:&#039;&#039; Das [[ὅτι recitativum]] übersetzt man am besten als Doppelpunkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Nicht die Gesunden haben einen Arzt nötig (brauchen), sondern die Kranken (die, denen es schlecht geht).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die, denen es schlecht geht&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;die Kranken&#039;&#039; ist eine geläufige Übersetzung dieser Wendung, die wir auch Mk 1,32.34 und 6,55 verwenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin nicht gekommen, [um] die Gerechten zu rufen (berufen, zusammenzurufen, einzuladen), sondern die Sünder!“ &lt;br /&gt;
{{S|18}} Nun (Und) hatten die Jünger von Johannes und die Pharisäer die Angewohnheit, regelmäßig zu fasten (fasteten zu dieser Zeit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatten die Angewohnheit, regelmäßig zu fasten&#039;&#039; ἦσαν + Partizip präs. umschreibt das Imperfekt ([[Umschreibende Konjugation]], Bauer zu ειμι, BDR §353). Die kursive Übersetzung versucht, das zu umschreiben. Das umschriebene Imperfekt bezeichnet hier entweder den als Angewohnheit gepflegten religiösen Brauch (so Luther, EÜ, ZÜR, NGÜ aü) oder beschreibt einen aktuell stattfindenden Vorgang: &#039;&#039;fasteten zu dieser Zeit&#039;&#039; (im Zusammenhang mit V. 15 dann gerade zu der Zeit, als bei Levi das Gastmahl stattfand), was dann Auslöser der folgenden Frage wäre (NGÜ, GNB, Menge). Allerdings macht Markus keine Angaben zum Anlass des Fastens, und die Kritiker scheinen eher eine grundsätzliche Anfrage zu stellen, als zu fragen, warum sich Jesu Jünger nicht an einem gleichzeitig stattfindenden Fasten beteiligen (Vgl. Collins 2007, 197). Johannes und seine Jünger führten einen spartanischen Lebensstil (Mk 1,6; siehe auch die ähnlichen Texte in Mt 11,16–19; Lk 7,31–35). Einige Pharisäer fasteten neben den jährlichen Fastenzeiten und verschiedenen anderen Anlässen (Trauer, Reue) auch montags und donnerstags (Lk 18,12; Guelich 1989, 109).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Und [Leute] kamen und fragten (sagten zu)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; und &#039;&#039;fragten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihn: „Weshalb fasten die Jünger von Johannes und die Jünger der Pharisäer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jünger der Pharisäer&#039;&#039; Da es bei den Pharisäern keine Jünger gab (die Formulierung aber aus rhetorischen Gründen zum Einsatz kommt; France 2002, 138), wäre in diesem Vers die durchgängige Übersetzung „Anhänger“ vielleicht passender.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, aber deine Jünger fasten nicht?“ &lt;br /&gt;
{{S|19}} Da (Und) erwiderte (sagte) Jesus {zu ihnen}: „Ja (etwa) können die Hochzeitsgäste des Bräutigams&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hochzeitsgäste des Bräutigams&#039;&#039; Wörtlich: „die Söhne des Hochzeitssaals/Brautgemachs“, eine semitische Bezeichnung für die &#039;&#039;Hochzeitsgäste&#039;&#039; bzw. die Gruppe von Gästen, die den Anhang des Bräutigams bilden und ihm nahe stehen (NSS; Collins 2007, 198f.). Wenn Jesus sich mit dem Bräutigam vergleicht, benutzt er ein Bild, das im AT Gott vorbehalten war (ebd. 199).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie unmöglich (nicht) fasten!&lt;br /&gt;
{{S|20}} Es werden jedoch Tage kommen, wenn der Bräutigam {von} ihnen weggenommen wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weggenommen wurde&#039;&#039; Das Aorist funktioniert hier wie das Futur 2. Es wäre wohl zu viel in den Vers hineingelesen, wenn man hier einen direkten Bezug zu einem Fasten am Karfreitag (oder dessen eingedenk an allen Freitagen) ausgehen würde, wie das in der Vergangenheit geschehen ist (z.B. formuliert GNB: „dann werden sie fasten, immer an jenem Tag.“). Jesus spricht von einer Zeit, in der er &#039;&#039;schon nicht mehr&#039;&#039; da sein wird, nicht von dem einen Tag, an dem er fortgenommen werden wird (eine Beschreibung, die sich – als erste Todesvorhersage bei Markus – wohl tatsächlich auf seinen Tod bezieht)(Guelich 1989, 112ff.; France 2002, 140).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und dann, an diesem Tag&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tage/Tag&#039;&#039; Wie im AT häufig stehen hier &#039;&#039;Tage&#039;&#039;, wo man auf Deutsch „(eine) Zeit“ sagen würde.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, werden sie fasten.&lt;br /&gt;
{{S|21}} Niemand näht einen Flicken [aus] neuem (ungewalktem, noch nicht eingelaufenem) Stoff&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[aus] neuem (ungewalktem, noch nicht eingelaufenem) Stoff&#039;&#039; Das benutzte griechische Adjektiv (im NT nur noch in Mt 9,16) wird meist einfach mit „neu“ übersetzt (Menge, NSS, BA: „ungewalkt“), im Englischen dagegen mit „unshrunken“=„noch nicht eingegangen“ wiedergegeben. Beim Walken wird der „rohe“ Wollstoff in Wasser mit Chemikalien behandelt und gekämmt, geknetet oder geschlagen, wobei man es in die gewünschte Form zieht. So verfilzt das Material, es läuft ein und wird fester und formstabiler. Ein Flicken aus ungewalktem Stoff wird beim Waschen also Einlaufen und so das geflickte Kleidungsstück lädieren (LBD wool; France 2002, 141). &#039;&#039;[aus]&#039;&#039; [[Gen. materiae]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf ein altes Kleidungsstück, sonst reißt das eingesetzte Stück (der Flicken) von ihm ab – das Neue vom Alten – und es entsteht ein [noch] schlimmerer Riss.&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und niemand füllt jungen (neuen) Wein in alte Schläuche. Ansonsten wird der Wein die Schläuche zerreißen (sprengen) und der Wein ist verloren (geht verloren), wie auch die Schläuche.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Wein beginnt innerhalb weniger Stunden nach dem Pressen zu gären. Bis der Gärprozess abgeschlossen war, füllte man den Wein damals in Tongefäße oder Lederschläuche. Das bei der Gärung entstandene Kohlenstoffdioxid konnte entweichen, weil man die Gefäße zunächst nicht verschloss (vgl. Hiob 32,19). Neue Lederschläuche waren diesem Druck gewachsen und dehnten sich aus, während alte, brüchige Schläuche dadurch kaputt gehen konnten (LBD, Wine; France 2002, 141f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jungen (neuen) Wein [füllt man] doch (vielmehr) in neue Schläuche.“ &lt;br /&gt;
{{S|23}} {Und es ereignete sich} [Einmal, als]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{Und es ereignete sich} [Einmal, als]&#039;&#039; ἐγένετο „es ereignete sich“ + [[AcI]] versetzt den Leser oder Zuhörer hier wie in V. 15 mitten in einen neuen Handlungsstrang hinein. Καὶ – καὶ „und – und“ scheint semitisierend bzw. in volkstümlichem Griechisch als „als … da“ zu funktionieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er am Sabbat durch die Getreidefelder hindurchging (vorbeiging), da fingen seine Jünger an, unterwegs {die} Ähren auszurupfen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fingen seine Jünger an, unterwegs {die} Ähren auszurupfen&#039;&#039; Impliziert ist die weitere Information: „und zu essen“ (vgl. NGÜ), wie die Parallestellen Mt 12,1 und Lk 6,1 verdeutlichen. W. „fingen seine Jünger an, [sich] einen Weg zu bahnen, wobei (indem) sie Ähren ausrupften.“ Was genau die Jünger taten, wird erst auf den zweiten Blick klar. Man erhält zunächst den Eindruck, dass die Jünger sich einen Weg durch das Feld bahnten, nicht indem sie die Halme flachtraten, sondern indem sie sie einzeln ausrupften! Zu diesem Missverständnis tragen gleich zwei ungewöhnliche Phänomene bei. Erstens ist i.d.R. das adv. Ptz. Aor. eigentlich Umstandsangabe und das finite Verb Haupthandlung. Wer den Satz so liest, versteht ihn jedoch falsch. Besser ist es anzunehmen, dass die partizipiale und die finite Form in diesem Fall in einer sprachlichen Eigenheit vertauscht wurden (so BDR §339 Fn 5; NSS). Die wörtliche Übersetzung müsste also etwa so lauten: „während sie [sich] einen Weg bahnten, begannen sie, Ähren auszurupfen.“ Das zweite Phänomen betrifft das Verständnis dieser Umstandsangabe, also dem mit „während“ eingeleiteten ersten Satzteil in der soeben zitierten wörtlichen Übersetzung. ὁδὸν ποιεῖν heißt hier nicht „einen Weg bahnen“, sondern ist zu verstehen wie klass. ὁδὸν ποιεῖσθαι „reisen, wandern“ (statt medial wird aktiv formuliert, BDR §310 Fn 3; NSS; Guelich 1989, 119), wie in Ri 17,8 LXX. Die Formulierung wird aus stilistischen Gründen meist adverbial übersetzt (&#039;&#039;unterwegs&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und die Pharisäer sagten zu ihm: „Schau (siehe), was sie [an] einem Sabbat tun: [etwas], das nicht erlaubt ist! (Warum tun sie [an] einem Sabbat, was nicht erlaubt ist?)“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die Pharisäer werfen den Jüngern in dieser Episode vor, am Sabbat zu arbeiten, indem sie ernten. Das wäre am Sabbat verboten (Ex 20,8-11; Dtn 5,12-16; Ex 34,21). Die Verletzung der Sabbatruhe galt als einer der schlimmsten Verstöße gegen den Sinai-Bund (Watts 2007, 139). Eine so kleinliche Auslegung des Gesetzes war zu Jesu Zeit in frommen jüdischen Kreisen üblich. Nach dem Exil begannen die Juden, sehr detaillierte Auslegungen des Gesetzes zu erarbeiten, mit Detailregeln für jeden Bereich des Lebens. Indem man sich an sie hielt, sollte man ein unabsichtliches Brechen des Gesetzes oder Verunreinigung möglichst ausschließen können. So regelt das etwa in dieser Zeit entstandene sog. „Damaskus-Dokument“: „Niemand darf am Sabbat aus beruflichen Gründen auf dem (bzw. seinem) Feld unterwegs sein.“ (CD 10,20-21, sinngemäß nach einem engl. Zitat). Weiter heißt es: „Niemand darf am Sabbat essen außer dem, was schon zubereitet ist, weiter nichts, das auf den Feldern liegt“ (CD 10,22-23). Dtn 23,25 beschreibt den Unterschied zwischen dem Pflücken der Ähren und dem Ernten: Ersteres war auch in fremden Feldern erlaubt, Letzteres nicht. Andere Texte verbieten zwar auch das Pflücken am Sabbat, es geht dabei aber um gezielte Ernte. Die Jünger bewegen sich daher innerhalb einer umstrittenen Grauzone, denn streng genommen bereiten sie weder essen zu, noch ernten sie in geschäftlichem Ausmaß (Collins 2007, 201f.). Die Pharisäer sehen darin dennoch einen Bruch des Sabbats, während Jesus seine Jünger gewähren lässt, weil das Gesetz für ihn im Sinne des Menschen auszugelegen ist (V. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Deuteronomium|23|25}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Aber (und) er erwiderte (sagte) {zu ihnen}: „Habt ihr noch nie gelesen, was David tat, als er in einer Notlage war ([nichts zu essen] hatte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in einer Notlage war ([nichts zu essen] hatte)&#039;&#039; W. „Mangel hatte/litt“. In heutigem Deutsch müssen wir entweder etwas allgemeiner (wie vor der Klammer) oder spezifischer (wie in der Klammer) formulieren. Zu unserer Übersetzung vgl. LUT, ELB, ZÜR, MEN.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er und die bei ihm Hunger litten (Hunger hatten)? &lt;br /&gt;
{{S|26}} Wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abjatar&#039;&#039; In der herangezogenen Geschichte in 1Sam 21,2-7 ist es nicht Abjatar, sondern dessen Vater Ahimelech, der in Nob die Stiftshütte verwaltet und David aushilft. Erst später (in 1Sam 22,20) tritt Abjatar als dessen einziger überlebender Sohn in Erscheinung, der sich zu David flüchtet, nachdem Saul alle anderen Mitglieder von Ahimelechs Familie im Zorn hat massakrieren lassen. Allerdings war Ahimelech in der Geschichte nicht Hoherpriester, wohl aber später sein Sohn (Collins 2007, 202f.). Die beiden Namen sind schon in 2Sam 8,17 und 1Chr 24,6 vertauscht, was mit dem Bericht bei Markus zusammenhängen könnte. Es gibt verschiedene weitere Erklärungen: 1. Der Name des wichtigeren könnte sich in der Überlieferung der Geschichte von selbst durchgesetzt haben (Collins 2007, 202f.; Guelich 1989, 122). 2. Der Hohepriester Abjatar wird absichtlich erwähnt, entweder weil im Zusammenhang dieser Geschichte auch erzählt wird, wie er Hoherpriester wurde (Jesus benutzt seinen Namen dann als „Stellenangabe“ innerhalb 1. Samuel), oder weil er das Ereignis selbst miterlebte und für Davids Legitimation als König später eine wichtige Rolle spielte (Watts 2007, 141). 3. Aus den unterschiedlichen Versionen könnte zu entnehmen sein, dass beide Priester Doppelnamen hatten (vgl. NSS). 4. Möglicherweise hat Markus’ aramäische Quelle Abjatar nur als „großen Priester“ o.ä. bezeichnet, woraus Markus auf Griechisch unabsichtlich „Hoherpriester“ machte (vgl. France 2002, 146 Fn 52).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in das Haus Gottes ging und die geweihten Brote (Schaubrote, ausgestellten Brote)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;geweihte Brote&#039;&#039; W. etwa „Brote der Ausstellung“ (appositiver Genitiv), also zu Deutsch „die ausgestellten Brote“. Jesus benutzt hier den Begriff aus der LXX für die aus dem AT bekannten „geweihten Brote“ oder „Schaubrote“ (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verzehrte, die außer den Priestern niemand essen darf,&lt;br /&gt;
{{par|Levitikus|24|5|9}}&lt;br /&gt;
und auch denen, die bei ihm waren, [etwas davon] gab?“{{par|1 Samuel|21|2|7}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und er fügte hinzu (sagte) {zu ihnen}: „Der Sabbat wurde für (um … willen) den Menschen geschaffen (gemacht) und nicht der Mensch für (um … willen) den Sabbat.&lt;br /&gt;
{{S|28}} Also (Daher, sodass) ist der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039; Zum Titel s. die [[#note_u|Fußnote zu V. 10]]. Der Titel bezieht sich wie überall im Neuen Testament als Selbstbezeichnung auf Jesus. Es wurde auch für V. 27-28 verschiedentlich vorgeschlagen, dass sowohl „Mensch“ (V. 27) als auch „Menschensohn“ (V. 28) beide dasselbe aramäische Wort übersetzen. In beiden Versen würde Jesus dann entweder von der Menschheit oder in stilistischer Variation von sich selbst sprechen. Oder die Formulierung „Mensch“/„Menschensohn“ ähnelt Ps 8,5, sodass V. 27 vom Menschen, und V. 28 entweder vom Menschen oder von Jesus spricht. Im letzten Fall wäre Jesu Aussage für die Pharisäer nachvollziehbar (so Guelich 1989, 126f.; Collins 2007, 204f.). Doch hätten die christlich denkenden Leser des Evangeliums die Formulierung wohl nicht anders denn als christologischen Titel verstanden – egal wie sie in ihrem ursprünglichen Kontext gemeint war. Es wäre zudem theologisch problematisch, wenn Jesus den von Gott verordneten Sabbat der Willkür des Menschen unterworfen hätte. Und letztlich hätte der Satz nach dieser Deutung lediglich wiederholt, was schon der vorige besagte (Edwards 2002, 96f.). Markus meint daher wohl: Weil Jesus (als der Menschensohn) größere Autorität hat als David, hat er auch die Autorität, den Sabbat zu definieren. Beide sind Gottes Auserwählte, die auf einer von Gott bestimmten Mission sind. So haben jedenfalls Matthäus (12,8) und Lukas (6,5) die Aussage verstanden (France 2002, 147f.; vgl. Collins 2007, 204f.; Edwards 2002, 96f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Herr sogar (selbst, auch) [über] den Sabbat&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Herr sogar [über] den Sabbat&#039;&#039; κύριός &#039;&#039;Herr&#039;&#039; mit Genitiv heißt „Herr über“ (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_2&amp;diff=21184</id>
		<title>Markus 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_2&amp;diff=21184"/>
		<updated>2015-06-13T10:08:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Und als er nach einigen Tagen wieder zurück nach Kafarnaum kam, wurde bekannt, dass er in einem bestimmten Haus war.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es kamen so viele Leute zusammen, dass es keinen Platz mehr gab; nicht einmal vor der Tür. Und er erklärte ihnen seine Botschaft. &lt;br /&gt;
{{L|3}} Derweil kamen einige Leute und brachten einen Gelähmten zu ihm; der wurde von vier Männern getragen.&lt;br /&gt;
{{L|4}} Doch weil es ihnen wegen der Menschenmenge nicht gelang, ihn zu Jesus zu bringen, deckten sie über der Stelle, wo er war, das Hausdach ab und machten dort eine Öffnung. Dadurch ließen sie den Gelähmten auf seiner Matte hinab.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: „Kind, deine Sünden sind vergeben.“&lt;br /&gt;
{{L|6}} Es saßen aber einige Schriftgelehrte dabei, die überlegten bei sich:&lt;br /&gt;
{{L|7}} „Warum redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“&lt;br /&gt;
{{L|8}} Jesus erkannte in seinem Geist sofort, dass sie so dachten. Darum sagte er zu ihnen: „Warum habt ihr solche Gedanken?&lt;br /&gt;
{{L|9}} Was ist leichter: zu dem Gelähmten zu sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben‘ oder ‚Steh auf und nimm deine Matte und laufe umher‘?&lt;br /&gt;
{{L|10}} Aber damit ihr erkennt, dass der Menschensohn die Macht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben...“, sagte Jesus und wandte sich dann an den Gelähmten:&lt;br /&gt;
{{L|11}} „Ich sage dir: Steh auf und nimm deine Matte und geh nach Hause!“&lt;br /&gt;
{{L|12}} Da stand der Mann auf, hob seine Matte auf und ging vor aller Augen davon, sodass alle fassungslos waren und Gott lobten. Sie riefen: „So etwas haben wir noch nie gesehen!“&lt;br /&gt;
{{L|13}} Danach ging Jesus wieder hinaus ans Meer. Und die gesamte Menschenmenge kam zu ihm und er lehrte sie.  &lt;br /&gt;
{{L|14}} Im Vorbeigehen sah er Levi, den Sohn von Alphäus, an der Zollstelle sitzen und sagte zu ihm: „Folge mir nach!“ Da stand Levi auf und folgte ihm nach. &lt;br /&gt;
{{L|15}} Als er später in seinem Haus zu Gast war, saßen auch viele Zolleinnehmer und Sünder zusammen mit Jesus und dessen Jüngern am Tisch. Es gab nämlich viele, die ihm nachfolgten.&lt;br /&gt;
{{L|16}} Doch als die Schriftgelehrten der Pharisäer sahen, dass er mit den Sündern und Zolleinnehmern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: „Warum isst er mit Zolleinnehmern und Sündern?“&lt;br /&gt;
{{L|17}} Aber als Jesus das hörte, sagte er zu ihnen: „Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder.“&lt;br /&gt;
{{L|18}} Die Jünger des Johannes und die Pharisäer hatten die Angewohnheit, regelmäßig zu fasten. Einige Leute kamen zu Jesus und fragten ihn: „Weshalb fasten die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer, aber deine Jünger fasten nicht?“&lt;br /&gt;
{{L|19}} Da erwiderte Jesus: „Können die Hochzeitsgäste denn fasten, wenn der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie auf keinen Fall fasten.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Es wird jedoch die Zeit kommen, wenn der Bräutigam nicht mehr da ist. Dann werden sie fasten.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Niemand näht einen Flicken aus neuem Stoff auf ein altes Kleidungsstück, sonst reißt der neue Flicken vom alten ab und es entsteht ein noch schlimmerer Riss.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Und es füllt auch niemand jungen Wein in alte Schläuche. Sonst würde der Wein die Schläuche zerreißen und der Wein geht ebenso verloren wie die Schläuche. Jungen Wein füllt man natürlich in neue Schläuche.“&lt;br /&gt;
{{L|23}} Einmal, als Jesus am Sabbat durch die Getreidefelder ging, da fingen seine Jünger an, unterwegs Ähren auszurupfen.&lt;br /&gt;
{{L|24}} Und die Pharisäer sagten zu ihm: „Sieh doch, sie tun etwas, das am Sabbat nicht erlaubt ist!“&lt;br /&gt;
{{L|25}} Aber er sagte zu ihnen: „Habt ihr noch nie gelesen, was David tat, als er in einer Notlage war, in der er und seine Gefährten Hunger hatten? &lt;br /&gt;
{{L|26}} wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes gegangen ist und die geweihten Brote verzehrte, die außer den Priestern niemand essen darf? Er gab auch seinen Gefährten etwas davon.“&lt;br /&gt;
{{L|27}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Der Sabbat wurde für den Menschen geschaffen und nicht der Mensch für den Sabbat.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Also ist der Menschensohn auch Herr über den Sabbat.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als er nach [einigen] Tagen wieder (zurück) nach Kafarnaum kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor.), als temporaler Nebensatz (mit „als“) aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wurde bekannt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde bekannt&#039;&#039; W. „wurde gehört“ Oder: „als er wieder … kam, wurde nach einigen Tagen bekannt“ (Collins 2007, 184).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, dass er zuhause (in einem [bestimmten] Haus)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zuhause&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;in einem [bestimmten] Haus&#039;&#039; Die erste Bedeutung ist üblich und somit wahrscheinlicher, auch wenn die andere durchaus möglich ist (Collins 2007, 181; NSS). Denkbar, dass Simons Haus gemeint ist wie in 1,29-34 (Guelich 1989, 81). &#039;&#039;in einem [bestimmten] Haus&#039;&#039; Im Deutschen wäre die etwas freiere Übersetzung „in welchem Haus er sich aufhielt“ besser verständlich. Es geht dann also darum, dass Jesu Aufenthaltsort bekannt wurde, ohne eine Aussage über das nämliche Haus zu machen. Um das zu vermitteln, wurde &#039;&#039;[bestimmten]&#039;&#039; ergänzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;war&#039;&#039; W. „ist“. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und es kamen (sammelten sich) so viele [Leute] zusammen, dass es keinen Platz mehr gab, auch nicht (nicht einmal) vor (bei) der Tür, und er erläuterte (verkündete, sagte) ihnen [seine] Botschaft (das Wort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er erläuterte [ihnen] seine Botschaft&#039;&#039; W. „sprach das Wort (zu) ihnen“ ([[Imperfekt]]). Ähnlich wie in 4,33 und 8,32 meint die Phrase wohl, dass Jesus ihnen seine &#039;&#039;Botschaft&#039;&#039; (=Wort) erklärte oder predigte (France 2002, 122, ähnlich GNB). In 1,45 meinte „Wort“ die &#039;&#039;Geschichte&#039;&#039; (oder Neuigkeit) des geheilten Aussätzigen. Das Wort steht meist für eine im Kontext bekannte Botschaft, für Redeinhalt. Bei Jesus ist das das Evangelium bzw. die Heilsbotschaft vom nahen Reich/Herrschaft Gottes (wie Mk 1,21; s.a. Mk 4,14 und die dortige Fußnote). Im NT bezeichnet es oft den Inhalt der Verkündigung von Jesus und den frühen Christen, z.B. Apg 6,4; Gal 6,6; Kol 4,3 (Guelich 1989, 84). &#039;&#039;erläuterte&#039;&#039; Duratives [[Imperfekt]].&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Derweil (Und) kamen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[einige Leute] und brachten einen Gelähmten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gelähmter&#039;&#039; (Gr. παραλυτικός) Seine genaue Behinderung ist unbekannt. Wir erfahren nur, dass er nicht laufen konnte und offensichtlich behindert, vielleicht bettlägrig war (vgl. France 2002, 123).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm. Er wurde von vier [Männern] getragen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er wurde getragen&#039;&#039; [[Attributives Partizip]], als unabhängiger Hauptsatz aufgelöst. Auch ein Relativsatz wäre möglich („der getragen wurde“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und (Doch) weil (als) es ihnen wegen die Menschenmenge nicht gelang (sie nicht konnten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) es ihnen nicht gelang&#039;&#039; Kausal oder temporal zu verstehendes [[Ptz. conj.]] (Ptz. Präs.), als Nebensatz mit „weil“ aufgelöst. NSS, NGÜ: „weil sie nicht zu Jesus durchkamen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihn zu [Jesus] zu bringen, deckten (entfernten) sie [über der Stelle], wo er war, das Hausdach ab, und ließen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Matte hinab, auf der der Gelähmte lag, nachdem sie eine [entsprechende] Öffnung geschaffen hatten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie eine [entsprechende] Öffnung geschaffen hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor.), als temporaler Nebensatz (mit „nachdem“) aufgelöst und aus stilistischen Gründen nachgestellt. W. etwa „deckten ab... und, eine Öffnung geschaffen habend/schaffend, ließen...“ Man kann es auch modal verstehen: „indem sie … schufen, ließen sie“ Gr. ἐξορύξαντες bedeutet „aufgraben, aufbrechen“. Die Männer gelangten wohl über eine Außentreppe auf das flache Dach. Palästinische Hausdächer bestanden aus Baumstämmen oder Balken, die mit Zweigen und festgetretenem Lehm abgedeckt waren (Lukas 5,17 berichtet auch von Ziegeln), die genaue Konstruktion konnte aber variieren. Auch die Ausleger sind sich nicht alle einig (vgl. die Übersicht bei Blight 2012, 99f.). Je nachdem, ob das Haus tatsächlich auch mit Dachziegeln bzw. einer Art von tönernen Platten belegt war (Lukas könnte die Geschichte für seine südeuropäischen Leser kontextualisiert haben), könnten die Männer das Dach fast gar nicht oder sogar sehr schwer beschädigt haben. Dementsprechend gibt es verschiedene Übersetzungsvorschläge. Der hier vorgezogene versteht das Partizip als temporale Umstandsangabe: 1. Die Männer deckten das Dach ab. 2. Sobald eine genügend große Öffnung da war, ließen sie den Mann herab (so Guelich 1989, 85 und die meisten Übersetzungen). Eine andere Deutung geht von drei Schritten aus: 1. Die Männer deckten das Dach, d.h. die äußere Schicht ab. 2. Dann brachen sie durch das Holz- und Lehmwerk, das sich darunter befand und die Decke bildete. 3. Anschließend ließen sie den Mann hinab (so GNB, Zür).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und als Jesus ihren Glauben (Vertrauen) sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … sah&#039;&#039; Als temporaler NS aufgelöstes [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor.). Markus formuliert hier metonymisch (Wirkung für Ursache), denn Jesus sieht natürlich nicht die Gesinnung der Männer, sondern deren Ergebnis. Daher übersetzt Zür: „Als Jesus nun ihren Glauben erkannte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu dem Gelähmten: „[Mein] Sohn (Kind), deine Sünden sind vergeben!“&lt;br /&gt;
{{S|6}} Es waren {aber} einige Schriftgelehrte (Schreiber) da (dort), die  dabeisaßen und [alles miterlebten]. Sie setzten sich (kämpften, überlegten, erwogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabeisaßen&#039;&#039; und &#039;&#039;setzten sich [mit Jesu Worten] auseinander&#039;&#039; ἦσαν + Partizip umschreibt das Imperfekt ([[Umschreibende Konjugation]], Bauer zu ειμι, BDR §353). Hier kommt durch den durativen [[Aspekt]] zum Ausdruck, dass die Schriftgelehrten die Geschehnisse miterlebten. Das ist der Grund für die Einfügung &#039;&#039;[alles miterlebten]&#039;&#039;. Möglich wäre auch eine Formulierung mit einem Adverb wie „unterdessen“, „derweil“, „dabei“. Aufgrund der Einfügung bildet &#039;&#039;setzten sich [mit Jesu Worten] auseinander&#039;&#039; aus stilistischen Gründen nun einen eigenen Satz, wobei zur eleganten Wiedergabe in Verbindung mit &#039;&#039;in Gedanken&#039;&#039; die Ergänzung von &#039;&#039;[mit Jesu Worten]&#039;&#039; notwendig wurde. EÜ dagegen: „dachten im Stillen“, NGÜ: „lehnten sich innerlich dagegen auf “.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in Gedanken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;in Gedanken W. „in ihren Herzen“. In der damaligen Kultur galt das Herz als der denkende und fühlende Körperteil. Noch schöner wäre die Formulierung „gedanklich“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[mit Jesu Worten] auseinander: &lt;br /&gt;
{{S|7}} „Warum redet der so?&lt;br /&gt;
Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott (einem – Gott)?“{{par|Deuteronomium|6|4}} &lt;br /&gt;
{{S|8}} Und Jesus erkannte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannte … darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-kausal), hier – mit sofort – gleichzeitig verstanden, wobei darum auf den kausalen Sinn hinweist. Vorzeitig: „Jesus hatte sofort erkannt“ (vgl. NGÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in seinem Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in seinem Geist&#039;&#039; Die Formulierung spielt vielleicht einfach auf den kognitiven Prozess an wie &#039;&#039;{bei sich}&#039;&#039; (V. 8) und „in ihren Herzen“ (siehe Fußnoten zu V. 6.8) (NSS). Es ist jedoch bemerkenswert, das im AT nur Gott die Gedanken der Menschen kennt (z.B. 1Kö 8,39; Jer 11,20, nach Pesch 1976, 159). Dass Jesus ihre Gedanken lesen kann, sollte ihn zusammen mit der folgenden Heilung gegenüber den Schriftgelehrten klar als von Gott gesandt auszeichnen – und den Vorwurf der Blasphemie so entkräften (Guelich 1989, 88).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sofort, dass sie so {bei sich} dachten, darum sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; er zu ihnen: „Warum habt ihr solche Gedanken?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum habt ihr solche Gedanken?&#039;&#039; W. „Warum denkt/erwägt ihr dies/solche [Gedanken] in euren Herzen?“ Der wesentlich einfachere deutsche Satz scheint genau wiederzugeben, was der (wesentlich schwieriger wörtlich in gutes Deutsch zu übersetzende) griechische Satz meint. Zu „in euren Herzen“ s. die [[#note_n|Fußnote]] zu „in Gedanken“ in V. 6. Die Doppelung „in Gedanken denken“ hat schon dort zu der eleganteren Übersetzung „sie setzten sich in Gedanken [mit Jesu Worten] auseinander“ geführt (s. die entsprechende [[#note_o|Fußnote in V. 6]]), hier lässt sich dieselbe Formulierung aber nicht so übersetzen. NGÜ: „Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen?“, GNB: „Was macht ihr euch da für Gedanken?“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|9}} Was ist leichter (einfacher) – zu dem Gelähmten zu sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben‘ oder {zu sagen}: ‚Steh auf und nimm deine Matte und laufe umher‘? &lt;br /&gt;
{{S|10}} Aber damit ihr erkennt (wisst), dass der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch)&#039;&#039; ist Jesu häufige Selbstbezeichnung. Sie taucht hier zum ersten Mal in Mk auf und wird im zweiten Teil des Evangeliums (ab Mk 8) deutlich häufiger auftreten. Ihr Hintergrund ist komplex und ihre Verwendung noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass Jesus sich damit nicht als gewöhnlicher Mensch bezeichnet (wie die Phrase in anderen Kontexten auf Hebräisch und Aramäisch zu verstehen ist), sondern sich von anderen abhebt. Nur er hat die außerordentliche Gewalt zur Vergebung der Sünden. In der Wahl der Bezeichnung dürfte der „Menschensohn“ (bzw. „Mann“) aus Dan 7,13-14 eine Rolle gespielt haben, der ewige messianische Macht erhält und dem alle Nationen dienen. Jesus scheint zu seiner Zeit dennoch der einzige gewesen zu sein, der diese Bezeichnung auch als Titel auch für den erwarteten Messias (nämlich sich selbst) benutzte. Der Titel bot wohl auch den Vorteil, dass er nicht dieselben politischen Erwartungen weckte wie andere, geläufigere Messiasbezeichnungen, so wie „Messias“ oder „Sohn Davids“ (France 2002, 127f.; Collins 2007, 187ff.). (Guelich 1989, 90 meint dagegen, dass Jesus wenigstens an dieser Stelle die Bezeichnung als rhetorische Alternative zu „ich“ benutzt.) Jesus gibt den Schriftgelehrten ein Rätsel auf. Wenn sie den alttestamentlichen Bezug seiner Aussage verstehen, erkennen sie auch seinen Anspruch (Collins 2007, 187).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[das] Recht (die Macht, Vollmacht, Entscheidungsgewalt) hat, auf der Erde Sünden zu vergeben —“, sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu dem Gelähmten:&lt;br /&gt;
{{S|11}} „— sage ich dir: Steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach Hause&#039;&#039; Oder „in dein Haus“&amp;lt;/ref&amp;gt;!“&lt;br /&gt;
{{S|12}} Da (und) stand er auf, hob (nahm) umgehend seine Matte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hob auf&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ging vor aller Augen hinaus, sodass alle fassungslos (erstaunt, außer sich) waren und Gott lobten. Sie riefen (sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sie riefen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), vielleicht [[Pleonastisches Partizip|pleonastisch]]. Hier als separater Hauptsatz übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„So etwas haben wir noch nie erlebt (gesehen)!“&lt;br /&gt;
{{S|13}} Danach (Und) ging [Jesus] wieder hinaus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus&#039;&#039; Jesus verließ das Haus und die Stadt Kafarnaum, wo er sich gerade aufhielt ([[Markus_2#s1|Mk 2,1]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, ans (an ... entlang) Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meer&#039;&#039; Gemeint ist der See Gennesaret (bei Markus: „Meer von Galiläa“, vgl. 1,16), an dessen Ufer Kafarnaum lag. Wer Markus von Anfang an liest, stellt diesen Bezug hier mühelos her.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Und die gesamte Menschenmenge kam zu ihm, und er lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; und &#039;&#039;lehrte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] beschreibt passend die beiden andauernden Prozesse: Das Zusammenkommen einer Menschenmenge und Jesu Lehren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und im Vorbeigehen (als er vorbeiging/vorüberging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Vorbeigehen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal), hier als Präpositionalphrase übersetzt. Auch möglich: „als/während er vorbeiging“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Levi, den [Sohn] von Alphäus, an der Zollstelle (Zollhaus, Zoll)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zollstelle&#039;&#039; Kafarnaum lag an der Grenze zwischen den Tetrarchien von Herodes Antipas und Herodes Philippus, weswegen man hier von den Händlern Warenzölle erhob. Die in den Evangelien erwähnten Zöllner (Gr. τελώνης) waren dafür zuständig. Auch Levi gehörte zu den Zollbeamten, die in Antipas’ Auftrag die auf Handelswaren anfallenden Gebühren einsammelten. Kopfsteuern erhob dagegen die römische Regierung (France 2002, 131f.; vgl. Guelich 1989, 100f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sitzen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah … sitzen&#039;&#039; [[AcP]], mit Infinitiv aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Folge mir nach!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Folge mir nach!“&#039;&#039; Etwas freier vielleicht auch „Schließe dich mir an!“ Vgl. Mk 1,16-20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da (Und) stand [Levi] auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand auf&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] (Aorist). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und folgte ihm nach.{{par|Markus|1|16}}{{par|Markus|1|18}} &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und {es ereignete sich} [als] er [später]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{es ereignete sich}&#039;&#039; Im Deutschen umschreibt &#039;&#039;[als] er [später]...&#039;&#039; die griechische Satzeinleitung, die aus dem [[Historisches Präsens|historischen Präsens]] γίνεται und einem AcI besteht (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in seinem Haus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in seinem Haus&#039;&#039; Markus meint wohl Levis Haus, in das Jesus eingeladen ist (so auch Lk 5,29), doch es könnte sich aber auch um Jesu Haus (Mk 2,1) handeln, in dem Levi zu Gast ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei Tisch war (zu Gast war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bei Tisch war (zu Gast war)&#039;&#039; W. „[zu Tisch] lag“. Juden saßen zum Essen für gewöhnlich, doch zu besonderen Anlässen lag man nach dem Vorbild der griechischen Kultur zum Essen an niedrigen Tischen. Offenbar hielt Levi ein Festmahl ab (Guelich 1989, 101; France 2002, 132).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, nahmen auch (und) viele Zolleinnehmer (Zöllner) und Sünder zusammen mit Jesus und dessen Jüngern an der Mahlzeit teil&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahmen an der Mahlzeit teil&#039;&#039; ist die Übersetzung des Prädikats (wie &#039;&#039;nachfolgten&#039;&#039; [[Imperfekt]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Es waren nämlich viele, die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; Eigentlich „und“, καὶ kann aber auch in der Funktion eines Relativpronomens genutzt werden (BDR §442.4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nachfolgten. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Doch (Und) als die Schriftgelehrten (Schreiber) der Pharisäer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Schriftgelehrten der Pharisäer&#039;&#039; ([[Gen. part.]]), der Genitiv zeigt Parteizugehörigkeit an. Nicht alle Pharisäer waren Schriftgelehrte, und nicht alle Schriftgelehrten waren Pharisäer – gemeint sind also die pharisäischen Schriftgelehrten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass er mit den Sündern und Zolleinnehmern (Zöllnern) aß&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aß&#039;&#039; W. „isst“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, sagten sie zu seinen Jüngern: „Warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum&#039;&#039; Die gering verbreitete, aber schwierigste erhaltene Variante ὅτι ist schwer zu deuten. 1. Es könnte eine Kontraktion von τί ὅτι „warum“ (BDR §300.2) sein. 2. Es könnte ein [[ὅτι recitativum]] sein, die Frage lautet dann nur: „Er ist mit Zolleinnehmern und Sündern?(!)“ 3. Schließlich könnte es sich auch um einen Teil der Frage bzw. des Ausrufs handeln: „Dass er mit Zolleinnehmern und Sündern isst!“ (France 2002, 134) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
isst er mit Zolleinnehmern (Zöllnern) und Sündern?“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Aber (Und) als Jesus [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal als Nebensatz mit „als“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;{dass}:&#039;&#039; Das [[ὅτι recitativum]] übersetzt man am besten als Doppelpunkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Nicht die Gesunden haben einen Arzt nötig (brauchen), sondern die Kranken (die, denen es schlecht geht).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die, denen es schlecht geht&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;die Kranken&#039;&#039; ist eine geläufige Übersetzung dieser Wendung, die wir auch Mk 1,32.34 und 6,55 verwenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin nicht gekommen, [um] die Gerechten zu rufen (berufen, zusammenzurufen, einzuladen), sondern die Sünder!“ &lt;br /&gt;
{{S|18}} Nun (Und) hatten die Jünger von Johannes und die Pharisäer die Angewohnheit, regelmäßig zu fasten (fasteten zu dieser Zeit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatten die Angewohnheit, regelmäßig zu fasten&#039;&#039; ἦσαν + Partizip präs. umschreibt das Imperfekt ([[Umschreibende Konjugation]], Bauer zu ειμι, BDR §353). Die kursive Übersetzung versucht, das zu umschreiben. Das umschriebene Imperfekt bezeichnet hier entweder den als Angewohnheit gepflegten religiösen Brauch (so Luther, EÜ, ZÜR, NGÜ aü) oder beschreibt einen aktuell stattfindenden Vorgang: &#039;&#039;fasteten zu dieser Zeit&#039;&#039; (im Zusammenhang mit V. 15 dann gerade zu der Zeit, als bei Levi das Gastmahl stattfand), was dann Auslöser der folgenden Frage wäre (NGÜ, GNB, Menge). Allerdings macht Markus keine Angaben zum Anlass des Fastens, und die Kritiker scheinen eher eine grundsätzliche Anfrage zu stellen, als zu fragen, warum sich Jesu Jünger nicht an einem gleichzeitig stattfindenden Fasten beteiligen (Vgl. Collins 2007, 197). Johannes und seine Jünger führten einen spartanischen Lebensstil (Mk 1,6; siehe auch die ähnlichen Texte in Mt 11,16–19; Lk 7,31–35). Einige Pharisäer fasteten neben den jährlichen Fastenzeiten und verschiedenen anderen Anlässen (Trauer, Reue) auch montags und donnerstags (Lk 18,12; Guelich 1989, 109).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Und [Leute] kamen und fragten (sagten zu)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; und &#039;&#039;fragten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihn: „Weshalb fasten die Jünger von Johannes und die Jünger der Pharisäer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jünger der Pharisäer&#039;&#039; Da es bei den Pharisäern keine Jünger gab (die Formulierung aber aus rhetorischen Gründen zum Einsatz kommt; France 2002, 138), wäre in diesem Vers die durchgängige Übersetzung „Anhänger“ vielleicht passender.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, aber deine Jünger fasten nicht?“ &lt;br /&gt;
{{S|19}} Da (Und) erwiderte (sagte) Jesus {zu ihnen}: „Ja (etwa) können die Hochzeitsgäste des Bräutigams&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hochzeitsgäste des Bräutigams&#039;&#039; Wörtlich: „die Söhne des Hochzeitssaals/Brautgemachs“, eine semitische Bezeichnung für die &#039;&#039;Hochzeitsgäste&#039;&#039; bzw. die Gruppe von Gästen, die den Anhang des Bräutigams bilden und ihm nahe stehen (NSS; Collins 2007, 198f.). Wenn Jesus sich mit dem Bräutigam vergleicht, benutzt er ein Bild, das im AT Gott vorbehalten war (ebd. 199).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie unmöglich (nicht) fasten!&lt;br /&gt;
{{S|20}} Es werden jedoch Tage kommen, wenn der Bräutigam {von} ihnen weggenommen wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weggenommen wurde&#039;&#039; Das Aorist funktioniert hier wie das Futur 2. Es wäre wohl zu viel in den Vers hineingelesen, wenn man hier einen direkten Bezug zu einem Fasten am Karfreitag (oder dessen eingedenk an allen Freitagen) ausgehen würde, wie das in der Vergangenheit geschehen ist (z.B. formuliert GNB: „dann werden sie fasten, immer an jenem Tag.“). Jesus spricht von einer Zeit, in der er &#039;&#039;schon nicht mehr&#039;&#039; da sein wird, nicht von dem einen Tag, an dem er fortgenommen werden wird (eine Beschreibung, die sich – als erste Todesvorhersage bei Markus – wohl tatsächlich auf seinen Tod bezieht)(Guelich 1989, 112ff.; France 2002, 140).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und dann, an diesem Tag&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tage/Tag&#039;&#039; Wie im AT häufig stehen hier &#039;&#039;Tage&#039;&#039;, wo man auf Deutsch „(eine) Zeit“ sagen würde.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, werden sie fasten.&lt;br /&gt;
{{S|21}} Niemand näht einen Flicken [aus] neuem (ungewalktem, noch nicht eingelaufenem) Stoff&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[aus] neuem (ungewalktem, noch nicht eingelaufenem) Stoff&#039;&#039; Das benutzte griechische Adjektiv (im NT nur noch in Mt 9,16) wird meist einfach mit „neu“ übersetzt (Menge, NSS, BA: „ungewalkt“), im Englischen dagegen mit „unshrunken“=„noch nicht eingegangen“ wiedergegeben. Beim Walken wird der „rohe“ Wollstoff in Wasser mit Chemikalien behandelt und gekämmt, geknetet oder geschlagen, wobei man es in die gewünschte Form zieht. So verfilzt das Material, es läuft ein und wird fester und formstabiler. Ein Flicken aus ungewalktem Stoff wird beim Waschen also Einlaufen und so das geflickte Kleidungsstück lädieren (LBD wool; France 2002, 141). &#039;&#039;[aus]&#039;&#039; [[Gen. materiae]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf ein altes Kleidungsstück, sonst reißt das eingesetzte Stück (der Flicken) von ihm ab – das Neue vom Alten – und es entsteht ein [noch] schlimmerer Riss.&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und niemand füllt jungen (neuen) Wein in alte Schläuche. Ansonsten wird der Wein die Schläuche zerreißen (sprengen) und der Wein ist verloren (geht verloren), wie auch die Schläuche.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Wein beginnt innerhalb weniger Stunden nach dem Pressen zu gären. Bis der Gärprozess abgeschlossen war, füllte man den Wein damals in Tongefäße oder Lederschläuche. Das bei der Gärung entstandene Kohlenstoffdioxid konnte entweichen, weil man die Gefäße zunächst nicht verschloss (vgl. Hiob 32,19). Neue Lederschläuche waren diesem Druck gewachsen und dehnten sich aus, während alte, brüchige Schläuche dadurch kaputt gehen konnten (LBD, Wine; France 2002, 141f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jungen (neuen) Wein [füllt man] doch (vielmehr) in neue Schläuche.“ &lt;br /&gt;
{{S|23}} {Und es ereignete sich} [Einmal, als]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{Und es ereignete sich} [Einmal, als]&#039;&#039; ἐγένετο „es ereignete sich“ + [[AcI]] versetzt den Leser oder Zuhörer hier wie in V. 15 mitten in einen neuen Handlungsstrang hinein. Καὶ – καὶ „und – und“ scheint semitisierend bzw. in volkstümlichem Griechisch als „als … da“ zu funktionieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er am Sabbat durch die Getreidefelder hindurchging (vorbeiging), da fingen seine Jünger an, unterwegs {die} Ähren auszurupfen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fingen seine Jünger an, unterwegs {die} Ähren auszurupfen&#039;&#039; Impliziert ist die weitere Information: „und zu essen“ (vgl. NGÜ), wie die Parallestellen Mt 12,1 und Lk 6,1 verdeutlichen. W. „fingen seine Jünger an, [sich] einen Weg zu bahnen, wobei (indem) sie Ähren ausrupften.“ Was genau die Jünger taten, wird erst auf den zweiten Blick klar. Man erhält zunächst den Eindruck, dass die Jünger sich einen Weg durch das Feld bahnten, nicht indem sie die Halme flachtraten, sondern indem sie sie einzeln ausrupften! Zu diesem Missverständnis tragen gleich zwei ungewöhnliche Phänomene bei. Erstens ist i.d.R. das adv. Ptz. Aor. eigentlich Umstandsangabe und das finite Verb Haupthandlung. Wer den Satz so liest, versteht ihn jedoch falsch. Besser ist es anzunehmen, dass die partizipiale und die finite Form in diesem Fall in einer sprachlichen Eigenheit vertauscht wurden (so BDR §339 Fn 5; NSS). Die wörtliche Übersetzung müsste also etwa so lauten: „während sie [sich] einen Weg bahnten, begannen sie, Ähren auszurupfen.“ Das zweite Phänomen betrifft das Verständnis dieser Umstandsangabe, also dem mit „während“ eingeleiteten ersten Satzteil in der soeben zitierten wörtlichen Übersetzung. ὁδὸν ποιεῖν heißt hier nicht „einen Weg bahnen“, sondern ist zu verstehen wie klass. ὁδὸν ποιεῖσθαι „reisen, wandern“ (statt medial wird aktiv formuliert, BDR §310 Fn 3; NSS; Guelich 1989, 119), wie in Ri 17,8 LXX. Die Formulierung wird aus stilistischen Gründen meist adverbial übersetzt (&#039;&#039;unterwegs&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und die Pharisäer sagten zu ihm: „Schau (siehe), was sie [an] einem Sabbat tun: [etwas], das nicht erlaubt ist! (Warum tun sie [an] einem Sabbat, was nicht erlaubt ist?)“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die Pharisäer werfen den Jüngern in dieser Episode vor, am Sabbat zu arbeiten, indem sie ernten. Das wäre am Sabbat verboten (Ex 20,8-11; Dtn 5,12-16; Ex 34,21). Die Verletzung der Sabbatruhe galt als einer der schlimmsten Verstöße gegen den Sinai-Bund (Watts 2007, 139). Eine so kleinliche Auslegung des Gesetzes war zu Jesu Zeit in frommen jüdischen Kreisen üblich. Nach dem Exil begannen die Juden, sehr detaillierte Auslegungen des Gesetzes zu erarbeiten, mit Detailregeln für jeden Bereich des Lebens. Indem man sich an sie hielt, sollte man ein unabsichtliches Brechen des Gesetzes oder Verunreinigung möglichst ausschließen können. So regelt das etwa in dieser Zeit entstandene sog. „Damaskus-Dokument“: „Niemand darf am Sabbat aus beruflichen Gründen auf dem (bzw. seinem) Feld unterwegs sein.“ (CD 10,20-21, sinngemäß nach einem engl. Zitat). Weiter heißt es: „Niemand darf am Sabbat essen außer dem, was schon zubereitet ist, weiter nichts, das auf den Feldern liegt“ (CD 10,22-23). Dtn 23,25 beschreibt den Unterschied zwischen dem Pflücken der Ähren und dem Ernten: Ersteres war auch in fremden Feldern erlaubt, Letzteres nicht. Andere Texte verbieten zwar auch das Pflücken am Sabbat, es geht dabei aber um gezielte Ernte. Die Jünger bewegen sich daher innerhalb einer umstrittenen Grauzone, denn streng genommen bereiten sie weder essen zu, noch ernten sie in geschäftlichem Ausmaß (Collins 2007, 201f.). Die Pharisäer sehen darin dennoch einen Bruch des Sabbats, während Jesus seine Jünger gewähren lässt, weil das Gesetz für ihn im Sinne des Menschen auszugelegen ist (V. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Deuteronomium|23|25}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Aber (und) er erwiderte (sagte) {zu ihnen}: „Habt ihr noch nie gelesen, was David tat, als er in einer Notlage war ([nichts zu essen] hatte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in einer Notlage war ([nichts zu essen] hatte)&#039;&#039; W. „Mangel hatte/litt“. In heutigem Deutsch müssen wir entweder etwas allgemeiner (wie vor der Klammer) oder spezifischer (wie in der Klammer) formulieren. Zu unserer Übersetzung vgl. LUT, ELB, ZÜR, MEN.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er und die bei ihm Hunger litten (Hunger hatten)? &lt;br /&gt;
{{S|26}} Wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abjatar&#039;&#039; In der herangezogenen Geschichte in 1Sam 21,2-7 ist es nicht Abjatar, sondern dessen Vater Ahimelech, der in Nob die Stiftshütte verwaltet und David aushilft. Erst später (in 1Sam 22,20) tritt Abjatar als dessen einziger überlebender Sohn in Erscheinung, der sich zu David flüchtet, nachdem Saul alle anderen Mitglieder von Ahimelechs Familie im Zorn hat massakrieren lassen. Allerdings war Ahimelech in der Geschichte nicht Hoherpriester, wohl aber später sein Sohn (Collins 2007, 202f.). Die beiden Namen sind schon in 2Sam 8,17 und 1Chr 24,6 vertauscht, was mit dem Bericht bei Markus zusammenhängen könnte. Es gibt verschiedene weitere Erklärungen: 1. Der Name des wichtigeren könnte sich in der Überlieferung der Geschichte von selbst durchgesetzt haben (Collins 2007, 202f.; Guelich 1989, 122). 2. Der Hohepriester Abjatar wird absichtlich erwähnt, entweder weil im Zusammenhang dieser Geschichte auch erzählt wird, wie er Hoherpriester wurde (Jesus benutzt seinen Namen dann als „Stellenangabe“ innerhalb 1. Samuel), oder weil er das Ereignis selbst miterlebte und für Davids Legitimation als König später eine wichtige Rolle spielte (Watts 2007, 141). 3. Aus den unterschiedlichen Versionen könnte zu entnehmen sein, dass beide Priester Doppelnamen hatten (vgl. NSS). 4. Möglicherweise hat Markus’ aramäische Quelle Abjatar nur als „großen Priester“ o.ä. bezeichnet, woraus Markus auf Griechisch unabsichtlich „Hoherpriester“ machte (vgl. France 2002, 146 Fn 52).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in das Haus Gottes ging und die geweihten Brote (Schaubrote, ausgestellten Brote)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;geweihte Brote&#039;&#039; W. etwa „Brote der Ausstellung“ (appositiver Genitiv), also zu Deutsch „die ausgestellten Brote“. Jesus benutzt hier den Begriff aus der LXX für die aus dem AT bekannten „geweihten Brote“ oder „Schaubrote“ (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verzehrte, die außer den Priestern niemand essen darf,&lt;br /&gt;
{{par|Levitikus|24|5|9}}&lt;br /&gt;
und auch denen, die bei ihm waren, [etwas davon] gab?“{{par|1 Samuel|21|2|7}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und er fügte hinzu (sagte) {zu ihnen}: „Der Sabbat wurde für (um … willen) den Menschen geschaffen (gemacht) und nicht der Mensch für (um … willen) den Sabbat.&lt;br /&gt;
{{S|28}} Also (Daher, sodass) ist der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039; Zum Titel s. die [[#note_u|Fußnote zu V. 10]]. Der Titel bezieht sich wie überall im Neuen Testament als Selbstbezeichnung auf Jesus. Es wurde auch für V. 27-28 verschiedentlich vorgeschlagen, dass sowohl „Mensch“ (V. 27) als auch „Menschensohn“ (V. 28) beide dasselbe aramäische Wort übersetzen. In beiden Versen würde Jesus dann entweder von der Menschheit oder in stilistischer Variation von sich selbst sprechen. Oder die Formulierung „Mensch“/„Menschensohn“ ähnelt Ps 8,5, sodass V. 27 vom Menschen, und V. 28 entweder vom Menschen oder von Jesus spricht. Im letzten Fall wäre Jesu Aussage für die Pharisäer nachvollziehbar (so Guelich 1989, 126f.; Collins 2007, 204f.). Doch hätten die christlich denkenden Leser des Evangeliums die Formulierung wohl nicht anders denn als christologischen Titel verstanden – egal wie sie in ihrem ursprünglichen Kontext gemeint war. Es wäre zudem theologisch problematisch, wenn Jesus den von Gott verordneten Sabbat der Willkür des Menschen unterworfen hätte. Und letztlich hätte der Satz nach dieser Deutung lediglich wiederholt, was schon der vorige besagte (Edwards 2002, 96f.). Markus meint daher wohl: Weil Jesus (als der Menschensohn) größere Autorität hat als David, hat er auch die Autorität, den Sabbat zu definieren. Beide sind Gottes Auserwählte, die auf einer von Gott bestimmten Mission sind. So haben jedenfalls Matthäus (12,8) und Lukas (6,5) die Aussage verstanden (France 2002, 147f.; vgl. Collins 2007, 204f.; Edwards 2002, 96f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Herr sogar (selbst, auch) [über] den Sabbat&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Herr sogar [über] den Sabbat&#039;&#039; κύριός &#039;&#039;Herr&#039;&#039; mit Genitiv heißt „Herr über“ (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_2&amp;diff=21183</id>
		<title>Diskussion:Markus 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_2&amp;diff=21183"/>
		<updated>2015-06-13T10:08:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = 1 (Wolfgang), 2-5 (Florian), 6-7 (Hendrik), 8-12 (Xobin), 13-26 (Hendrik), 27-28 (Wolfgang)&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-28: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert =1-28: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-28: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = 1-28: Markus formuliert gewöhnlich sehr gerafft, auch wenn die Handlung nicht mehr so rasch (mit εὐθὺς) vorangetrieben wird wie in Kap. 1. Es dominieren weiter kurze, schnell abgeschlossene Handlungsstränge, die das Wesentliche lebendig schildern. kai &amp;quot;und&amp;quot; bleibt eine äußerst häufige koordinierende Konjunktion (sonst ist im Griechischen eher de &amp;quot;und/aber&amp;quot; üblich). Collins 2007, 183 beschreibt den Stil in Mk 2,1-3,6 als rhetorisch reichhaltiger und eleganter als anderswo im Evangelium (&amp;quot;the rhetorical richness and elegance of this section exceeds that of most of the literary structures elsewhere in the Gospel&amp;quot;). Komplizierte Sätze mit Partizipialangaben sind die Norm. Formulierungen sind gelegentlich unnötig kompliziert oder plump, Semitismen erscheinen weiter regelmäßig. (Ben)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-28: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-28: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-28&amp;lt;/u&amp;gt;: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Wo zitiert&amp;lt;/u&amp;gt;: &lt;br /&gt;
Richard C. Blight, An Exegetical Summary of Mark 1–8 (ES), Dallas 2012;&lt;br /&gt;
Ernst Lohmeyer, [http://digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/display/bsb00051832_00001.html?prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;hl=scan&amp;amp;rows=10&amp;amp;mode=simple Das Evangelium des Markus] (KEKNT), Göttingen 1951;&lt;br /&gt;
C.S. Mann, Mark. A New Translation with Introduction and Commentary (AB), Garden City 1986;&lt;br /&gt;
Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Weitere Literatur&amp;lt;/u&amp;gt;: Bartsch, Hans Werner (1980): [http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/thlz_105_1980/0058?sid=4d2a39a938bcf74cb5d91da9b80fb66e Zur Problematik eines Monopoltextes des Neuen Testaments. Das Beispiel Markus 2, Vers 15 und 16], in: ThLZ 105/2 (1980), S. 91-96 ;&lt;br /&gt;
zu 23-28: Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250|&lt;br /&gt;
Übersetzungsvergleich = 1-28: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-28: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienfassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Das ganze Kapitel ist jetzt fertig korrigiert. Wie bei Mk 1 gebe ich 2 Wochen, dann werde ich es als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markieren, wenn es keinen Widerspruch gibt. Ende März plane ich, noch einmal meine ganze Arbeit gegenzulesen. Wenn das geschehen ist (oder wenn sich jemand anderes die Mühe macht), kann man sich über &amp;quot;fertige Studienfassung&amp;quot; unterhalten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:20, 21. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Hochgesetzt. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:04, 5. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anmerkungen zur Durchsicht===&lt;br /&gt;
Liebe Erstübersetzer,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
danke für eure mühevolle Arbeit und euren Einsatz. Bitte gebt doch hier auf der Diskussionsseite Bescheid, falls es bei eurer Übersetzung noch etwas zu beachten gibt oder wenn ihr an der Revision gerne beteiligt werden würdet!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielen Dank, --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:00, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In V. 13 formuliert Hendrik für &amp;quot;folge mir nach&amp;quot; etc. &amp;quot;Schließe dich mir an!&amp;quot;, was ich sehr nett formuliert finde. Da wir allerdings schon in Mk 1,16-20 &amp;quot;nachfolgen&amp;quot; haben und ich persönlich die Übersetzung auch nicht soo altmodisch finde, habe ich den Vorschlag in die Fußnote verlegt. Ich möchte nicht riskieren, nach 10 Versen, in denen die Übersetzung funktioniert, plötzlich im 11. auf Schwierigkeiten zu stoßen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:59, 16. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Vers 18 habe ich die textkritische Fußnote zu &amp;quot;deine Jünger&amp;quot; entfernt, denn die Varianten sind unwesentlich und gering bezeugt. Auch die Variante &amp;quot;(Jünger) der Pharisäer&amp;quot; ist hauptsächlich byzantinisch und offenkundig sekundär. Auch sie trägt inhaltlich wenig aus. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:07, 17. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Vers 21 hatte Hendrik in einer Fußnote gefragt, ob man den nur implizierten Prozess (des Einlaufens beim ersten Waschen des ungewalkten Stoffs) in der Übersetzung nicht noch klarer zum Ausdruck bringen könnte. Ich würde dem fast zustimmen. Zur Art der Umsetzung würde ich mich über eure Vorschläge freuen. Beispielsweise könnte man in der SF mit einer Einfügung arbeiten, z.B. &amp;quot;[läuft beim Waschen ein und] reißt&amp;quot;, aber das ist recht lang. Vielleicht passt so ein Erweiterung eher in die Lesefassung. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:11, 17. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mk 2,23b===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mal ein bisschen geforscht; ich biete hier mal eine alternative Lösung an, die, denke ich, einfacher und schöner ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) ἤρξαντο ὁδὸν ποιεῖν - Das ist von der Satzsemantik her merkwürdig. &amp;quot;Jesus ging durch die Felder. Und die Jünger begannen, sich einen Weg zu bahnen/zu wandern.&amp;quot; - Das beißt sich, denn wenn sie schon mit Jesus durch die Felder spazieren, müssen sie ja nicht erst noch mal extra anfangen, sich einen Weg zu bahnen. Sie tun&#039;s ja schon. Noch deutlicher ist das, wenn man, wie du vorschlägst, übersetzt mit &amp;quot;wandern&amp;quot;. Dazu schreibt schon Lohmeyer 1967: &amp;lt;code&amp;gt;&amp;quot;Aber dann ergibt sich der Satz: Jesus wanderte, und seine Jünger begannen zu wandern. Man vermeidet diese Unmöglichkeit auch nicht, [sic] durch den Hinweis, daß Partizip und Infinitiv ihre Rollen hier vertauscht hätten, denn Mk und Lk haben Beide die Wendung, wenn sie sie lasen, neu geschrieben.&amp;quot;&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun ist aber das pleonastische ἄρχομαι eine häufige (26x) stilistische Eigenart des Markusevangeliums (Doudna 1961: The Greek of the Gospel of Mark. S. 51-53; Pryke 1978: Redactional Style in the Marcan Gospel. A Study of Syntax and Vocabulary as guides to Redaction in Mark. S. 79ff.); allerdings ist das kein Semitismus, sondern volkstümliches Griechisch (Reiser 1983: Syntax und Stil des Markusevangeliums. S. 45; Kleist 1936: The Gospel of Saint Mark, S. 205); es kann einfach ausgespart werden und der Infinitiv wie ein Vollverb übersetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Das griechische Partizip kann vereinzelt ebenfalls als Vollverb verwendet werden - aber das sind Ausnahmefälle (nur 5x sicher in Mk, s. Pryke 1978, S. 67ff.)-, häufiger hat es aber auch telische Bedeutung (&amp;quot;um zu&amp;quot;) (vgl. z.B. Wallace, S. 635f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Das kai... kai als &amp;quot;als...da&amp;quot; hast du ja schon. Auch dieses temporale kai ist aber kein Semitismus, sondern auch im klassischen Griechisch gebräuchlich; vgl. z.B. Reiser 1983, S. 119. Vielleicht könnte man sogar überlegen, ob man nicht auch das kai in 24a hineinzieht: Als... und als...da.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das könnte man noch unterfüttern mit Literatur zu &amp;quot;Καὶ ἐγένετο&amp;quot;; das ist nämlich eine &amp;quot;stock phrase&amp;quot; zur Einleitung von temporalen Nebensätzen (also eben &amp;quot;als&amp;quot;); vgl. z.B. Bentein 2013: The Syntax of the Periphrastic Progressive in the Septuagint and the New Testament, S. 176; Beyer 1968: Semitische Syntax im Neuen Testament, S. 29; Levinsohn 2000: Discourse Features of New Testament Greek, S. 177-180.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&amp;gt; &lt;br /&gt;
* (Mgl.keit a): &amp;quot;Als Jesus einmal an einem Sabbat durch die Saatfelder wandelte, bahnten sich seine Jünger einen Weg /wanderten auch seine Jünger, um die Ähren abzustreifen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* (Mgl.keit b): &amp;quot;Als Jesus einmal an einem Sabbat durch die Saatfelder wandelte, bahnten sich seine Jünger einen Weg /wanderten auch seine Jünger und streiften die Ähren ab.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* (Mgl.keit c): &amp;quot;Als Jesus einmal an einem Sabbat durch die Saatfelder wandelte und seine Jünger sich einen Weg bahnten / wanderten, um die Ähren abzustreifen, (24) sprachen die Pharisäer zu ihm...&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon: Eins noch zu Bens Anmerkungen in den Statustabellen unter Punkt E. Da fallen gelegentlich Worte wie &amp;quot;clumsy style&amp;quot;, &amp;quot;Vielzahl an Semitismen&amp;quot; usw. Aber sowohl Kleist 1936 als auch Doudna 1961 (mit Einschränkung) als auch Reiser 1983 vertreten die These, dass ein Großteil der syntaktischen Konstruktionen, die schon lange als Semitismen klassifiziert werden, in Wirklichkeit ganz normales volkstümliches Griechisch sind (z.B. Reiser 1983, S. 165: &amp;lt;code&amp;gt;Gerade bei den syntaktisch-stilistischen Erscheinungen, die unter den Semitismen dieses Evangeliums gewöhnlich an erster Stelle genannt werden und ihrer Häufigkeit wegen am meisten zum Eindruck des Semitischen daran beigetragen haben, weist nichts auf semitischen Einfluß hin.&amp;lt;/code&amp;gt;). Das heißt, diese obigen Klassifizierungen sind allenfalls umstritten. Ich würde die rausnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was meint ihr? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 16:55, 22. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin unterwegs hängen geblieben. Einige Rückfragen:&lt;br /&gt;
# Was versucht Lohmeyer anhand der Parallelstellen zu zeigen?&lt;br /&gt;
# Welche Funktion soll das pleonastische ἄρχομαι haben? Hast du Beispiele? &lt;br /&gt;
# Was soll es bewirken, wenn wir ἄρχομαι auslassen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Antworten helfen mir hoffentlich, deine Argumentation nachzuvollziehen. Meine gegenwärtige Lösung ist eine sehr breit vertretene, für die es Präzedenzfälle gibt, von daher halte ich sie für relativ solide. Ich freue mich aber über deine linguistisch gebildeten Vorschläge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu deiner letzten Bemerkung: Ich habe zumindest Reiser sehr wohl im Blick, aber (bisher) nicht zur Verfügung (gehabt). Und wenn ich dann in den Kommentaren etwas anderes lese - und gleichzeitig nicht weiß, was Reiser zu der entsprechenden Stelle sagen würde - verlasse ich mich auf die Einschätzungen, die ich habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon stehen meine Beobachtungen m.M.n. recht fest. Markus&#039; Stil ist nicht der schönste, und das volkstümliche Griechisch sehe ich gerade als den Grund dafür an, auch wenn ich es hier auf der Diskussionsseite nicht so explizit gemacht habe wie noch bei Kap. 1. Weiter glaube ich, dass sich manche der Konstruktionen möglicherweise sowohl durch volkstümliche als auch durch semitisch geprägte Sprache erklären lassen. Ich weiß nicht, ob wir in jedem Fall sicher sein können, wie Markus gedacht hat. Weiter kann ich mir gut vorstellen, dass der mutmaßliche Jude Markus (s. Einleitung bei Yarbro Collins) in Palästina ein volkstümliches Griechisch gelernt hat, das besondere semitische Einschläge hatte, und dass semitisch klingende Formulierungen dort eventuell beliebter waren als in anderen Gegenden. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:49, 28. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu 1.: Ich denke, er will zeigen, dass die Stelle grammatisch problematisch ist und man daher besser nicht davon ausgehen sollte, dass hier (grammatisch regulär) Infinitiv und Partizip die Rollen vertauscht haben; und er folgert das daraus, dass sowohl Mt als auch Lk umformuliert haben (vgl Mt 12,1; Lk 6,1: Mt: ärxanto &#039;&#039;tillein&#039;&#039;; Lk: kai &#039;&#039;etillon&#039;&#039; hoi mathätai)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu 2.: Ich kann auch nur auf die angegebene Literatur verweisen, die ich dir ja zur Verfügung gestellt habe. Es ist pleonastisch, d.h. redundant. z.B. Doudna, S. 51: &amp;lt;code&amp;gt;&amp;quot;Mark&#039;s extensive use of archomai with the infinitive where the two are equal to nothing more than the finite form of the verb with which the former appears [... also] in Xenophon and Aristophanes.&amp;quot;&amp;lt;/code&amp;gt; (so übrigens auch Moulton/Turner: A Grammar of New Testament Greek IV: Style. Edinburgh, 1976. S. 21, der die stilistischen Eigentümlichkeiten Mks aber auch für Aramäismen hält, hier aber unentschieden ist, ob das pleon. archomai erklärt werden muss als Aramäismus, Hebraismus oder Latinismus.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu 3.: Die semantische Schwierigkeit des Textes, wie er aktuell da steht, ist, dass im zweiten Teilsatz die Jünger eingeführt zu werden scheinen als mit einer Tätigkeit beginnend, die Jesus schon tut; eben Lohmeyers &amp;quot;Jesus wanderte, und seine Jünger begannen zu wandern.&amp;quot; Wenn man das archomai als pleonastisch erklärt, streicht und den Infinitiv als Vollverb behandelt, verschwindet diese Schwierigkeit: &amp;quot;Jesus wandert, und auch seine Jünger wanderten&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Unabhängig davon&amp;quot; (nennen wirs künftig &amp;quot;4&amp;quot;, ok? :) ): Volkstümliches Griechisch ist aber doch etwas anderes als &amp;quot;durch Semitismen kontaminiertes Griechisch&amp;quot;. Und nicht-klassisches Griechisch (z.B. eben &amp;quot;volkstümliches Griechisch&amp;quot;) ist auch etwas anderes als &amp;quot;unschönes Griechisch&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Sorry für meinen plötzlichen Rückgang an Mitarbeit, aber ich bin gerade im Prüfungsstress. Freitag ist der vorbei, aber dann gehts für mich erst mal auf Schweigeexerzitien. Ich werde also noch ein bisschen länger fast nichts von mir hören lassen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.P.S.: Fettgedruckte Stellen schauen bei mir seit Neuestem etwas unschön aus, mit nach außen verfließenden Rändern. Hat da jemand was an den Einstellungen geändert?&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 18:29, 3. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Das ist eben nicht regulär. &amp;quot;Dokumentiert&amp;quot; heißt nicht regulär. Im NT gibt es nur 3-4 Stellen, wo das vermutet wird (einschl. Mk 2,23). Selten und vermutlich in irgendeiner Form &amp;quot;nicht hochsprachlich&amp;quot;, sodass die beiden anderen Glättungen darstellen. M.E. ist gerade das ein &amp;quot;volkstümliches&amp;quot; Phänomen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Ich kann nur von meiner Erfahrung sprechen, aber ich kann mich in den ersten 4 Kapiteln an keine einzige andere Stelle erinnern, wo das Verb überhaupt vorkommt. Von daher bin ich noch auf kein (anderes) Beispiel dieses vorgeblichen pleonastischen Gebrauchs gestoßen. Von daher müsste ich mir noch ein genaueres Bild davon machen und evtl. nach ein paar Wochen nochmal zur Stelle stoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Diese Schwierigkeit besteht doch nur, wenn man den Ptz.-Inf.-Tausch nicht gelten lassen will. Du hast allerdings recht, dass der Pleonasmus eine andere mögliche Erklärung wäre. Von deinen Möglichkeiten finde ich b) am besten, c) i.O. und a) unbefriedigend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Ist mir klar, ändert aber nix. Markus schreibt rumpelig, das wird dir jeder (Kommentar) bestätigen. Seine Sprache ist nicht nur einfach, sondern auch kompliziert. Einige Semitismen kann man in jedem Kapitel fast sicher feststellen, und ich glaube weiter, dass manche Phänomene sich genauso plausibel als Semitismen erklären lassen. Ich will nicht sagen, dass Mk nicht volkstümlich schreibt, ich will nur sagen, dass er unzweifelhafte Semitismen enthält und dass andere Stellen unklarer sind. Das wird doch allein schon daran klar, dass diese Stellen jahrzehntelang plausibel als Semitismen einsortiert wurden. Übrigens: nicht-klassisches Griechisch ist nicht gleich volkstümliches Griechisch. Koine ist bspw. nicht-klassisch, aber nicht durchgehend so volkstümlich, wie man es bei Mk wahrnimmt. Erinnern wir uns: Auch Paulus spricht Koine!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Du bist entschuldigt. ;-) Schön von dir zu hören. P.P.S.: KA. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:27, 4. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu 1 und ad 3: Eben. Da wäre es doch besser, wenn sich die Stelle anders erklären ließe, oder nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu 2: Deal. Die Literatur hast du ja :)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu 4: Ich persönlich traue mir da kein Urteil zu. SO gut ist mein Stilempfinden des Griechischen jetzt auch wieder nicht :) - ich weiß nur, es gibt da zwei konkurrierende Thesen. Die Semitismus-These hat mehr Rückhalt als die volkstümlich-These, aber das kann daran liegen, dass Letztere einfach noch nicht so alt ist und die entsprechenden Papyri noch nicht sehr lange im Umlauf sind. (Dafür finde ich persönlich sie sympathischer, weil sie Markus&#039; Griechisch &amp;quot;rettet&amp;quot; und dabei offenbar genau so plausibel Markus&#039; stilistische Besonderheiten erklären kann wie die Semitismus-These.) Soll heißen: Wissenschaftlich ist das wohl zulässig, Einzelstellen durch Semitismen zu erklären, aber Attribute wie &amp;quot;merkwürdiger&amp;quot; und &amp;quot;unnatürlicher&amp;quot; Stil würde ich trotzdem lieber nicht als Anleitung zur Erstellung der Lesefassung in die Qualitätstabelle setzen - das geht nach meinem Empfinden einen Schritt zu weit, steht zu krass auf der einen Seite der beiden Thesen und es würde ja auch nichts verloren, wenn man die entsprechenden Anmerkungen aus den Tabellen rauslässt, oder?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu &amp;lt;code&amp;gt;nicht-klassisches Griechisch ist nicht gleich volkstümliches Griechisch.&amp;lt;/code&amp;gt; - Ja...? Hab ich das irgendwo gesagt? Dann würde ich das zurückziehen. Aber ich kann das nirgends entdecken, dass ich das behauptet hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich setz mich wieder an historische Christologie :/ - schönen Arbeitstag dir.&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 16:56, 4. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Abjatar-Problem===&lt;br /&gt;
In letzter Zeit habe ich einige faszinierende Blogposts zum &amp;quot;Abjatar-Fehler&amp;quot; gelesen. Ich halte sie hier einfach mal fest:&lt;br /&gt;
* [http://www.thesacredpage.com/2014/12/did-jesus-deliberately-misquote-old.html Did Jesus deliberately misquote the Old Testament?] glaubt, Abjatars Erwähnung wäre eine Warnung an die Pharisäer, die für ihren Ungehorsam ebenso gerichtet würden wie Abjatar.&lt;br /&gt;
* Vier weitere Links habe ich [http://biblio-blog.de/lesetipps-andere-bibelblogs-november/ hier] festgehalten. Einer zeigt, dass es kein textkritisches Problem sein kann, die anderen drei bilden eine Serie, die ziemlich interessante Beobachtungen macht. Grundlegende These: In der Erzählung der Geschichte stecken so viele Fehler, dass es Absicht sein muss. Diese ist theologisch-literarischer Natur und wird erst aus dem markinischen Gesamtzusammenhang verständlich. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:28, 5. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 2===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Fußnote e wird auf „(Guelich 1989, 84)“ verwiesen, und zwar nach der Aufführung von Belegstellen. Bezieht sich dieser Verweis auf die Aussage vor den Belegstellen (und sollte dann dorthin verschoben werden), oder besteht der Beitrag von Guelich 1989 in der Nennung dieser Stellen (oder beides, wonach der Verweis an Ort und Stelle stehen bleiben kann)? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:08, 13. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 5===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Fußnote l: Ist es Absicht, dass da steht „(Wirkung für Ursache)“? Ist nicht womöglich „Ursache einer Wirkung“ oder „Wirkung einer Ursache“ gemeint? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:08, 13. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 10===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fußnote t, Diskussion zu „Menschensohn“: Wäre es auch möglich, mit „menschgewordene Sohn“ aufzulösen, oder wäre das nicht zulässig oder eine nicht anderswo belegte Sprachkonstruktion? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:08, 13. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 18===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fußnote as: was ist denn die „kursive Übersetzung“? Was bedeutet die Abkürzung „aü“ in „Luther, EÜ, ZÜR, NGÜ, aü“, „andere Übersetzung(en)“? Dann entweder in das Terminologie-Verzeichnis oder ausschreiben. --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:08, 13. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lesefassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
===Vers 5===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für deine Sünden sind vergeben eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:45, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 6===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Schriftgelehrte eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:47, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 7===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Sünden vergeben eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:50, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 9===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Deine Sünden sind dir vergeben eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:51, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 10===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Macht hat Sünden zu vergeben eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:54, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 14===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Folge mir nach eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:56, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 15===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Sünder und viele, die ihm nachfolgten eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:58, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 16===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Schriftgelehrte, Pharisäer und Sünder eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 18:01, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 17===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Gerechte und Sünder eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 18:03, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 18===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Jünger und Pharisäer eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 18:04, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 23===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Sabbat und Jünger eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 18:07, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 24===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Pharisäer und Sabbat eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 18:09, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 26===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Hohepriester eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 18:11, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
===Vers 27+28===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Sabbat eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 18:12, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21167</id>
		<title>Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21167"/>
		<updated>2015-06-10T20:58:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang des Evangeliums&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; (Gr. εὐαγγέλιον) bedeutet etwa „(gute) Neuigkeit“. Hier steht es noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus. Der Begriff &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; kommt nicht aus dem Alten Testament, wo allerdings schon von Boten die Rede ist, die eine gute Nachricht von Gottes Eintreffen und Eingreifen bringen (beispielsweise in Jes 40,9; 52,7; 61,1). Wahrscheinlich gebraucht Markus ihn bewusst im direkten Kontext der in V. 2-3 folgenden Zitate, wo Johannes als der überbringende Bote und Jesus gewissermaßen als Inhalt der Botschaft dargestellt wird. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Neuen Testaments bedeutete jegliche Nachricht von oder über den Kaiser ein &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. In der Ideologie des römischen Kaiserkults galt der Kaiser als übermenschlich, weshalb seine Verlautbarungen gute Nachrichten sein mussten, die Freude auslösten und Glück und Heil brachten. Auch Nachrichten von der Geburt oder Thronbesteigung des Kaisers waren &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff im Kontrast dazu &#039;&#039;die&#039;&#039; frohe Botschaft über die angebrochene Herrschaft &#039;&#039;des einen&#039;&#039; Königs (Friedrich, εὐαγγελίζομαι, εὐαγγέλιον, προευαγγελίζομαι, εὐαγγελιστής, in: TDNT, 707-37; France 2002, 52f.). Allerdings ist unklar, wie groß der Einfluss des Kaiserkults (und damit diese bewusste Parallele) auf die Prägung des christlichen Begriffs war. &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; könnte einfach von den ersten christlichen Predigern als Bezeichnung für die Botschaft der Kirche benutzt worden sein (Guelich 1989, 13f.).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium &#039;&#039;von&#039;&#039; Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Jesus Christus&lt;br /&gt;
(Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Jesus Christus&#039;&#039; oder &#039;&#039;Jesus Christus, dem Sohn Gottes&#039;&#039; Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Ebenso denkbar ist, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. Man kann weder plausibel erklären, warum &#039;&#039;Sohn Gottes&#039;&#039; nachträglich ergänzt noch weggelassen worden wäre. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Version in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja&lt;br /&gt;
heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus’ Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; – andere Handschriften: „den Propheten“ (Plural)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen Hebraismus, der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schreibt zwar in V. 2, dieses Zitat aus dem AT stamme von dem Propheten Jesaja. Genau genommen stammt aber nur das Kernstück des Zitats in V. 3 von Jesaja (Jes 40,3 LXX). V. 2b zitiert stattdessen eine thematisch verwandte Prophetie aus Mal 3,1. Jesaja greift in dem zitierten Abschnitt auf die Auszugsgeschichte zurück, wenn er einen ähnlich von Gott geführten Auszug aus dem Exil in Aussicht stellt, der von einem Boten (dem „Rufenden“) angekündigt wird. Gerade die ersten Verse von [[Jesaja 40|Jes 40]] sind dabei eine Schlüsselstelle für die Hoffnungen der Juden auf die Wiederherstellung alter Größe. In der Wüste (am Sinai) liegen die Anfänge des alten Israel, und in der Wüste verorteten Jesu Zeitgenossen (beispielsweise die Qumran-Gemeinschaft) auch die Anfänge des neuen Israel. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus mischt die Botschaft von Jesaja jedoch mit der von Maleachi (V. 2b). Dieser Prophet geht auf die Enttäuschung ein, die sich in Juda verbreitete, als sich Jesajas Prophetie nach dem Ende des babylonischen Exils nicht verwirklichte. Er findet die Schuld im fortgesetzten Ungehorsam des Volks, der den neuen Exodus verhindert. Dabei spielt wohl schon [[Maleachi 3#s1|Mal 3,1]] in seiner Ausdrucksweise auf den sehr ähnlich formulierten Vers [[Exodus 23#s20|Ex 23,20]] an. Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch nach dem Exil der Ungehorsam des Volkes dafür verantwortlich, dass JHWH nicht direkt heilbringend wirkt, sondern erst ein Bote sein Kommen ankündigen muss, damit das Volk Zeit zur Buße hat und so Gottes Gericht überleben kann. Markus hebt diesen Zusammenhang hervor, indem er in seinem sonst freien Zitat den Abschnitt „ich sende meinen Boten vor dir her“ aus Ex 23,20 LXX nimmt (Mal 3,1 LXX lautet: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird vor mir den Weg überwachen, und plötzlich wird in seinen Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr wollt, ja/siehe, er kommt, spricht der Herr, der Allmächtige“). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus sieht also den Zeitpunkt nun gekommen, an dem dieser Bote auftritt. Er identifiziert Johannes mit dem angekündigten Boten, der das Volk zur Umkehr bewegen soll. Jesus ist Gott, der in Mal 3,1 sein Kommen zum Gericht ankündigt hat. Seine Mission scheitert allerdings, was nach dem formalen Eintreffen Gottes in seinem Tempel zu Gericht führt (Mk 11). Am Ende wird Israel als Volk durch Gericht untergehen (Mk 13). Gott erfüllt seinen Plan stattdessen auf andere Weise (Mk 12,9-11), sodass die gute Nachricht von Gottes Kommen in Jesus (Mk 1,1) für die Erwählten, die auf Jesus und seinen Vorboten hören, tatsächlich eine gute ist (Watts 2007, 113-20; France 2002, 56ff.; Collins 2007, 135-38). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Jesaja|40|3}}{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039;: Es gibt an dieser Stelle leicht verschiedene Lesarten in den Handschriften.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes’ Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“. Andere vertreten die Position, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (so z.B. Dixon 2009, 771f). Diesem Argument folgen wir mit unserer Übersetzung.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Andere Handschriften lesen „Und eine Stimme wurde gehört“ oder „Und eine Stimme“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas’ ἄγω oder Matthäus’ ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Andere Handschriften lesen „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 19 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; Textkritik: Die Handschriften haben an dieser Stelle unterschiedliche Lesarten, und auch die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben bevorzugen verschiedene Varianten. NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν, was der hier gewählten Übersetzung entspricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. In [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt sich die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit „nachdem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne aber mit dieser Aussage eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermeintlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Einzelne antike Handschriften haben die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039;. Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben folgen verschiedenen Varianten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil dies die folgende Handlung Jesu begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, welche die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überallher (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_16&amp;diff=21155</id>
		<title>Markus 16</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_16&amp;diff=21155"/>
		<updated>2015-06-04T10:34:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: Hier wurde Markus 16 wohl versehentlich ein abruptes Ende zugefügt ;-)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
{{L|1}} Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome Öl und gingen anschließend zum Grab, um ihn [Jesus] damit zu salben.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Früh am Wochenanfang kommen sie zum Grab, als die Sonne aufgegangen war.&lt;br /&gt;
{{L|3}} Und sie sprechen zueinander: Wer schiebt uns jetzt den Stein aus dem Eingang des Grabes?&lt;br /&gt;
{{L|4}} Während sie aufblicken, merken sie, dass der gewaltige Stein weggerollt wurde.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Und nachdem sie in das Grab gegangen waren, entdeckten sie rechts einen weißgekleideten jungen Mann und erschraken sich sehr.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Er sagt ihnen: Nicht erschrecken! Ihr sucht den ans Kreuz genagelten, Jesus aus Nazareth. Er ist wiedergeboren und nicht mehr hier an dem Ort, wo er beerdigt wurde.&lt;br /&gt;
{{L|7}} Geht fort! Sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er [Jesus] euch vorangeht nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.&lt;br /&gt;
{{L|8}} Sie rannten voller Furcht aus dem Grab. Was sie sahen erschreckte sie, und deshalb erzählten sie nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}} Diese Lesefassung ist am 2. Juni 2016 in einer Konfistunde der Auferstehungsgemeinde Bonn enstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als der Sabbat vorüber war&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, kauften Maria [von, aus] Magdala und Maria, [die Mutter] des Jakobus&amp;lt;ref&amp;gt;Bezeichnung der Mutter nach dem Sohn: BDR § 162,3&amp;lt;/ref&amp;gt; und Salome Spezereien (wohlriechende Kräuter, Gewürze)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Salbung der Toten geschah mit Öl; Aromata wurden nur für die Salbung von Königen verwendet. Bei den Aromata handelt es sich um seltene, wohlriechende pflanzliche Essenzen. Ziel der Salbung ist die Erhaltung des Leichnams - diese Absicht bildet an dieser Stelle einen (gewollten) Kontrast. „Es scheint die Frauen nicht zu stören, dass die Salbung einer bereits eingewickelten Leiche ‚ein kühner Gedanke‘ (Wellhausen) ist“ (Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;, um [zum Grab] zu gehen [und] ihn zu salben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sehr (ganz) früh am ersten [Tag] der Woche (am Sonntag) &amp;lt;ref&amp;gt;μιᾴ zur Angabe eines bestimmten Tages steht der einfache Dativ, BDR § 200, Anm. 4. Der erste Tag der Woche wird durch μιᾷ bezeichnet; μιᾷ τῶν σαββάτων = am Sonntag. Vorbild war das Hebräische, das die Wochentage durch Kardinalzahlen statt durch Ordinalzahlen bezeichnet, BDR § 247,1; B/S I, S. 1052-1054; Markus kannte aber noch keinen „Sonntag“, (Gnilka 1979, 341), daher als Übersetzung am besten „am ersten Tag der Woche“. Gemeint ist aber natürlich der Sonntag.&amp;lt;/ref&amp;gt; gingen sie zum Grab, während (als) die Sonne aufging&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und sie sprachen zu einander: Wer wälzt {für} uns den Stein aus der Tür des Grabes (von der Tür des Grabes ab)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und als sie aufblickten&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, nehmen sie wahr (merken sie), dass der Stein abgewälzt (weggewälzt) war; er war nämlich sehr groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und nachdem sie hineingegangen waren&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Grab, sahen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt; sie einen Jüngling zur Rechten (auf der rechten Seite)&amp;lt;ref&amp;gt;Die rechte Seite war die glückverheißende Seite (Gnilka 1979, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt; sitzen, der ein weißes Gewand an(gezogen)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Stola, eine lange Stoffbahn, wurde nicht angezogen, sondern umgeworfen. Aber im dt. Sprachgebrauch werfen wir keine Kleidung um, sd. eine Jacke oder ein Tuch; das ist hier aber nicht gemeint: die Stola ist die normale Bekleidung&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte, und sie entsetzten sich (waren sehr erstaunt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er aber spricht&amp;lt;ref&amp;gt;Die Botschaft des Engels wird präsentisch eingeführt, um darauf hinzuweisen, dass sie das Zentrum dieser Perikope ist(Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihnen: Entsetzt euch nicht (Seid nicht erstaunt)! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (er wurde auferweckt) &amp;lt;ref&amp;gt;Das Passiv von ἐγείρω bedeutet auferstehen; man kann es aber auch passiv übersetzen: wurde auferweckt, um das Handeln Gottes zu betonen, so Gnilka 1979, 342.&amp;lt;/ref&amp;gt;, er ist nicht hier. Hier [ist] (Siehe) der Ort (die Stelle), wo sie ihn hingelegt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Aber los! (Auf!, Geht fort, Doch geht), sagt [es] seinen Jüngern und Petrus, dass er&amp;lt;ref&amp;gt;Also Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch vorangeht nach Galiläa&amp;lt;ref&amp;gt;Man kann das ὅτι auch als [[Ὅτι recitativum]] auffassen, das eine wörtliche Rede einleitet und dann nicht übersetzt wird: Er geht euch voran nach Galiläa&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch sagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und sie gingen hinaus&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; und flohen von dem Grab, sie waren nämlich ergriffen von (hatten)  Angst (Zittern) und Entsetzen (Bestürzung)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Markus 4,41; 5,15.33.42&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie sagten keinem (niemandem) etwas; denn&amp;lt;ref&amp;gt;oder: nämlich (dann am Schluss des Satzes: sie fürchteten sich nämlich)&amp;lt;/ref&amp;gt; sie fürchteten sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Vers 8 endet das Markusevangelium in den ältesten Quellen (4. Jh.: {{Hebr}}א{{Hebr ende}} und B). Vermutlich ist das abrupte Ende Absicht, um die verstörende Unbegreiflichkeit der Auferstehung zu betonen (Collins 2007, 800) oder um den Leser durch das offene Ende in die erzählte Geschichte hineinzuziehen (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Man kann es außerdem als Aufforderung an die Leser verstehen, von Jesu Auferstehung zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anderen, später geschriebenen Evangelien enthalten am Ende noch zusätzliche Erscheinungsberichte, was das Markus-Ende im Vergleich hierzu noch abrupter wirken lässt (Collins 2007, 800–801). Es entstanden darum verschiedene Fortsetzungen, die das vermeintlich fehlende Ende des Markus-Evangeliums ergänzen sollten (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kürzere Ergänzung lautet: „All diese Nachrichten verkündeten sie sogleich denen, die bei Petrus weilten. Sodann sandte auch Jesus selbst von Osten bis Westen durch sie die heilige und unvergängliche Botschaft der ewigen Rettung aus. Amen“. Sie findet sich in einer sehr frühen lateinische Übersetzung (4./5. Jh.: k). Ansonsten ist sie in wenigen Handschriften zusammen mit dem längeren Ende belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das längere Ende, das später die Versnummern 9 bis 16 erhielt, fasst Passagen anderer Evangelien summarisch zusammen und unterscheidet sich dabei sprachlich vom Rest der Evangeliums (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Es ist ab dem 5. Jh. (A, C und D) sowie in den meisten späten Handschriften belegt. Oft ist es durch einen kurzen Hinweistext oder durch textkritische Zeichen als unsicher markiert. Dass die sehr frühen Handschriften fast alle nach Vers 8 aufhörten, lässt sich auch durch Aussagen von Eusebius (3./4. Jh.) und Hieronymus (4./5. Jh.) belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird in der wissenschaftlichen Literatur gelegentlich überlegt, ob nach Vers 8 vielleicht ursprünglich ein anderes Ende folgte, dass bereits sehr früh verloren ging. Dagegen spricht, dass das Evangelium im 1. Jh. wohl auf einer Schriftrolle und nicht auf Einzelblättern geschrieben wurde (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; {{Sekundär}} Nachdem (als, weil)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot;&amp;gt;Partizip aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; er auferstanden war am frühen Morgen (im Morgengrauen) des ersten Tags der Woche (des Sabbats), erschien er als erstes Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. {{Par|Lukas|8|2}} {{Par|Johannes|20|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Als&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie ging, es denen zu bekanntzumachen (zu verkündigen), die bei ihm gewesen waren, trauerten sie weinten sie.&lt;br /&gt;
{{S|11}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und eben diese – obwohl (als, nachdem)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie hörten, dass [Jesus] lebte und von ihr gesehen worden war, da glaubten sie [es ihr] nicht.&lt;br /&gt;
{{S|12}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Danach {aber} erschien er zwei von ihnen, als (während)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie unterwegs waren, in anderer Gestalt, als (während) sie aufs Land [hinaus] gingen. {{Par|Lukas|24|13}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Auch diese gingen und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; berichteten es den anderen. Die glaubten es jenen [ebenfalls] nicht.{{Par|Lukas|24|33}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Später wiederum (aber), als sie gerade [zu Tische] lagen (gemeinsam aßen)&amp;lt;ref&amp;gt;Nach griechischer Tischsitte war es üblich, beim Essen zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; erschien er den elf [Jüngern], und er tadelte ihren Unglauben (ihr Mißtrauen, ihre Treulosigkeit) und ihre Hartherzigkeit, dass sie denen, die&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt (vertraut) hatten.{{Par|Lukas|24|36}} {{Par|Johannes|20|26}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und er sagte zu ihnen: „Geht in die ganz Welt hinaus und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; macht meine Freuden-Botschaft bekannt (verkündet mein Evangelium) der ganzen Schöpfung.{{Par|Matthäus|28|19}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; glaubt (vertraut, treu ist) und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot; /&amp;gt; dagegen nicht glaubt (nicht vertraut, treulos ist), wird gerichtet werden.&lt;br /&gt;
{{S|17}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Diese Wunder (Zeichen) {aber} werden die Glaubenden begleiten: &lt;br /&gt;
In meinem Namen werden sie Dämonen (Geister, übernatürliche Wesen) austreiben;&lt;br /&gt;
in neuen (d.h. unbekannten) Sprachen (Zungen) werden sie reden; {{Par|Markus|11|22}} {{Par|Apostelgeschichte|2|4}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; sie werden Schlangen aufheben&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Handschriften haben zusätzlich die Worte „Und mit ihren Händen …“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und wenn sie etwas Tödliches tranken, werden sie keinesfalls sterben;&lt;br /&gt;
bei Kranken werden sie Hände auflegen und es wird {ihnen} [diesen wieder] gut gehen.“ {{Par|Markus|6|5}} {{Par|Markus|6|13}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Der Herr, Jesus, wurde {nun zwar} nach diesem Reden in den Himmel aufgenommen und setzte sich zu Gottes rechter Seite,{{Par|Lukas|24|51}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; jene aber gingen hinaus [in die Welt] und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; verkündeten (predigten) überall , wobei&amp;lt;ref&amp;gt;Absoluter Genitiv&amp;lt;/ref&amp;gt; der Herr mitwirkte und [ihre] Rede (das Wort) dadurch bekräftigte, dass sich  Wunder einstellten (durch nachfolgende Zeichen stärkte/bestätigte).{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21154</id>
		<title>Diskussion:Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21154"/>
		<updated>2015-06-04T10:26:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: Signiert.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = Dymat&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-45: ja, s. jedoch den Abschnitt unten zu V. 3. Mom. fehlt eine Fn zu Gottes Königsherrschaft/Reich in V. 15. Textkritik wird ab V. 27 nicht mehr besprochen! (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = 1: Elliptischer Einleitungssatz, in dem etliche Artikel ausgelassen sind (was häufiger zu beobachten ist). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2-3: Eingeleitetes, kombiniertes Schriftzitat (vgl. Fußnoten), das Johannes und Jesus zueinander sowie zu atl. Prophezeiungen in Beziehung bringt und denen Markus im weiteren Verlauf des Evangeliums folgt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
4-13 formulieren „biblisch klingend“ (France): sehr semitisierend, wobei Sätze mit &amp;quot;und&amp;quot; beginnen und direkt durch das Prädikat eingeleitet werden. Verschränkter Satzbau, Hebraismen, &amp;quot;sein&amp;quot; und &amp;quot;werden/sich ereignen&amp;quot; als generische Prädikate. Die Satzeinleitungen mit kai und die kurzen Sätze könnten auch auf Markus&#039; volkstümlichen griechischen Erzählstil zurückzuführen sein (NSS zu Mk 1,12, beruft sich auf M. Reiser, Syntax und Stil des Markusevangeliums im Licht der hellenistischen Volksliteratur, 1984). Jede ungewöhnliche Formulierung, die in der SF noch vorhanden ist, ist diesem Stil geschuldet. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Weiter formuliert Markus sehr gerafft (εὐθὺς in 10 und 12 usw.; kurze, schnell abgeschlossene Handlungsstränge), aber lebendig. kai &amp;quot;und&amp;quot; ist eine äußerst häufige koordinierende Konjunktion (sonst ist im Griechischen eher de &amp;quot;und/aber&amp;quot; üblich). Der Prolog (1-15) steckt voller wiederholter Schlüsselbegriffe und stellt Johannes und Jesus mit ihrem Wirken in Erfüllung des Schriftzitats in 2-3 nebeneinander. (Ben)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-45 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1 und wo zitiert: Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976.&lt;br /&gt;
Wo zitiert: &lt;br /&gt;
Richard C. Blight, An Exegetical Summary of Mark 1–8 (ES), Dallas 2012;&lt;br /&gt;
Ernst Lohmeyer, [http://digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/display/bsb00051832_00001.html?prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;hl=scan&amp;amp;rows=10&amp;amp;mode=simple Das Evangelium des Markus] (KEKNT), Göttingen 1951;&lt;br /&gt;
C.S. Mann, Mark. A New Translation with Introduction and Commentary (AB), Garden City 1986.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Weitere zitierte Werke&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Heinrich Greeven/Eberhard W. Güting, [http://http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC Textkritik des Markusevangeliums], Münster 2005;&lt;br /&gt;
Peter Head, [https://app.box.com/shared/yvo5xg56nn A Text-Critical Study of Mark 1.1: &#039;The Beginning of the Gospel of Jesus Christ&#039;], in: NTS 37.4 (1991), S. 621-629;&lt;br /&gt;
Bruce Manning Metzger, A Textual Commentary on the Greek New Testament. A Companion Volume to the United Bible Societies’ Greek New Testament (4th rev. ed.), London &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994;&lt;br /&gt;
Tommy Wasserman [http://evangelicaltextualcriticism.blogspot.com/2011/10/mark-11-handout.html Mark 1:1 Handout]. Zu dem Vortrag „The &amp;quot;Son of God&amp;quot; Was in the Beginning (Mark 1:1)“, den Wasserman auf der internationalen SBL-Konferenz 2010 hielt;&lt;br /&gt;
Wieland Willker, [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/ An Online Textual Commentary on the Greek Gospels: Mark], Bremen &amp;lt;sup&amp;gt;10&amp;lt;/sup&amp;gt;2013&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
AT-Zitate: Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiter: Gerhard Delling, πλήρης, πληρόω, πλήρωμα, ἀναπληρόω, ἀνταναπληρόω, ἐκπληρόω, ἐκπλήρωσις, συμπληρόω, πληροφορέω, πληροφορία, in: TDNT, 283-311; &lt;br /&gt;
Edward P. Dixon, Descending Spirit and Descending Gods: A “Greek” Interpretation of the Spirit’s “Descent as a Dove” in Mark 1:10, in: JBL 128/4 (2009), 759–780;&lt;br /&gt;
M. J. Selman, House, in: New Bible Dictionary (Hg. Wood/Marshall u.a.), Leicester 1996, S. 487-90 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-45: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-45: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienfassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Die Verse 1-3 brauchen nur noch den Übersetzungsvergleich und können somit von mir aus als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markiert werden - wenn es keine Einsprüche gibt. Über Feedback zur Verständlichkeit und Relevanz der Fußnoten würde ich mich freuen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1-8 erfüllen jetzt alle Kriterien (bis auf die fehlende Analyse der Constructus-Verbindung &amp;quot;Stimme eines Rufenden&amp;quot; in V. 3). Sie bilden auch eine abgrenzbare Untereinheit (z.B. France). Wer möchte, darf probe- und korrekturlesen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:52, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: 1-15 (die &amp;quot;längere&amp;quot; Einleitung) sind jetzt fertig. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:11, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: 1-22. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:32, 7. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: Das ganze Kapitel! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Bei zwei Fragen würde ich mich besonders über Rückmeldungen freuen: a) die textkritische Argumentation und folgende Auslassung von &amp;quot;Sohn Gottes&amp;quot; in V. 1. b) die Übersetzung von eis auton in V. 11 samt Fußnote. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur möglichen späteren Revision: die Fn zu &amp;quot;aus Nazaret in Galiläa&amp;quot; (Titel oder Lokalangabe?) in V. 9. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Kapitel ist jetzt fertig korrigiert. Ich gebe 2 Wochen, dann werde ich es als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markieren, wenn es keinen Widerspruch gibt. Ende März plane ich, noch einmal meine ganze Arbeit gegenzulesen. Wenn das geschehen ist (oder wenn sich jemand anderes die Mühe macht), kann man sich über &amp;quot;fertige Studienfassung&amp;quot; unterhalten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke, das Verfahren erscheint mir sinnvoll. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 13:12, 17. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Momentan haben wir bzgl. der Status die ungünstige Situation, dass die Studienfassung sowohl als fast fertig als auch (wg. des Status &amp;quot;Lesefassung in Arbeit&amp;quot;) als &amp;quot;final&amp;quot; eingeordnet ist (hier und bei [[Markus 2]]). Mein erster Gedanke wäre: Da das Statussystem noch nicht aktualisiert und die Lesefassung schon &amp;quot;anübersetzt&amp;quot; ist, lasst uns den LF-Status doch zunächst herausnehmen. Was meint ihr?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht nutze ich das auch als Motivation, die Gegenlese doch noch schnell demnächst zu machen... --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:13, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Treffen war vom zehnten bis zwölften Oktober und bis jetzt wurde das Statussystem nicht geändert. Ich würde es dringend ändern. Wäre dafür, den Status für die Lesefassung raus zu nehmen. Aber das Statussystem sollte so schnell wie möglich verbessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:--[[Benutzer:Mongoose|Mongoose]] 23:44, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Vorerst entfernt. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Status hochgesetzt! Es fehlen natürlich noch abschnittsweise Anmerkungen sowie die Ausgliederung textkritischer Fn i.S. der neuen SF-Kriterien, die wir so gut wie abgesegnet haben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 05:18, 14. Feb. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Für später===&lt;br /&gt;
* Die Möglichkeit einer Fußnote zur &amp;quot;Umkehr&amp;quot; in V. 15 wäre zu prüfen.&lt;br /&gt;
* Fn zu &amp;quot;Reich Gottes&amp;quot; in V. 15 fehlt. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Nestle-Aland setzt hier die unsichere Lesart [des Sohnes Gottes] in Klammern, was bedeutet, dass man keine finale Entscheidung treffen wollte. Das müssen wir aber! Ich habe die Lesart mal in eine Fußnote verschoben. Sinnvoll ist evtl. zudem, beide Lesarten im Text zu listen (eine in der Klammer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Ἀρχὴ können wir evtl. noch nachweisen, dass die Übersetzung mit bestimmtem Artikel richtig ist. Der NSS hat m.W. einen Beleg bei DBR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studienfassung sollte auch den Genitiv &amp;quot;Jesu Christi&amp;quot; bestimmen. M.M.n. ist er objektiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Evangelium&amp;quot; brauchen wir eine Fußnote. Zudem sollten wir erklären, warum der Satz prädikatlos ist und welche Funktion er hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich überlasse das gerne einem Freiwilligen, werde das ansonsten aber selbst bald in Angriff nehmen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:15, 18. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Fußnoten sollten alle aufgeworfenen Fragen beantworten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 3===&lt;br /&gt;
Die Funktion der wörtlich ins Griechische übersetzten Konstruktus-Verbindung will ich noch genauer erforschen. Ich wüsste nicht, dass meine Kommentare dazu geschrieben hätten. Fast alle Übersetzungen umschreiben: &amp;quot;eine Stimme ruft&amp;quot; (Menge, EÜ, NGÜ). GNB: &amp;quot;In der Wüste ruft einer&amp;quot;, Luther: &amp;quot;Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste&amp;quot;. Zür übersetzt das Ptz. substantiviert: &amp;quot;Stimme eines Rufers&amp;quot;. Zumindest für die Lesefassung brauchen wir eine Vorstellung, wie wir das adequat wiedergeben wollen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:06, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine kurze Fußnote geschrieben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 8===&lt;br /&gt;
Dymat setzt in seiner Erstübersetzung eine Fußnote: &amp;lt;code&amp;gt;Da das Wort βαπτίζω eintauchen bedeutet, ist die Übersetzung in heiligem Geist m.E. die bessere Variante.&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird das Wort in der LXX (bei Naaman) so gebraucht, im Neuen Testament würde ich aber von einer Bedeutungsverschiebung ausgehen. Hier wird das Wort zum Terminus technicus für eine zeremonielle Handlung. Man müsste untersuchen, ob das Untertauchen tatsächlich dazugehörte, und ob αὐτὸς δὲ βαπτίσει ὑμᾶς ἐν πνεύματι ἁγίῳ das wirklich signalisieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Collins 2007, 140 bestätigt Johannes die Praxis des Eintauchens, die auch in Qumrans Ritualbädern praktiziert wurde, allerdings ohne Quellen- oder weitere Angaben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ἐν instrumental gemeint ist, aber auch mit der lokalen Deutung kann ich mich anfreunden. Aber auch wenn von einer Taufe &amp;quot;im Heiligen Geist&amp;quot; die Rede ist, würde das ein Unter- oder Eintauchen in den Geist beinhalten, oder wäre das Konzept nicht doch eher übertragen zu verstehen? Wenn Dymats Beobachtung stimmt, würde ich mich sehr über Vorschläge freuen, wie man das auf Deutsch ausdrücken könnte! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:02, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kommentar von France 2002, 72 befasst sich mit der Frage. Er warnt davor, zu viele Bilder in das Konzept der Geistestaufe hineinzulesen. Seine Schlussfolgerung: &amp;lt;code&amp;gt;The antithesis focuses neither on the verb βαπτίζω nor on its syntactical links, but on the contrast between water and the Holy Spirit, and on the two different levels of efficacy in the ministries of John and his successor which they represent.&amp;lt;/code&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Guelich 1989, 25 schreibt: &amp;lt;code&amp;gt;John, focusing on his baptism as the trademark to his ministry, used baptism metaphorically to contrast his ministry with that of “the Greater One.” The bestowal of the Spirit expressed metaphorically as a baptism signified God’s eschatological act of salvation promised long ago by the prophets ... Therefore, the Baptist was declaring the dawn of a new day of salvation, not simply a new baptism. &amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliches schreibt auch Pesch 1976, 85f. zur Geistestaufe, auch wenn er pneuma gerne als &amp;quot;Sturm&amp;quot; (des göttlichen Gerichts) verstehen möchte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher werde ich die Fußnote entfernen und die instrumentale Übersetzung von en vorziehen. Über Rückfragen freue ich mich natürlich. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:22, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich glaube auch, mich erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass viele Ritualbäder in Qumran eigentlich zu klein waren, als dass da jemand wirklich hätte untertauchen können (gleiches gilt für die urchristlichen Taufstätten). Auch dann wäre es wohl wirklich sinnvoller, βαπτίζω als schon zu Qumran-Zeiten ritualisierte Handlung aufzufassen, die nur noch begriffsmäßig mit dem &amp;quot;Untertauchen&amp;quot; zusammenhängt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu ἐν: Schwyzer II.B.V.2.b.7.1 (das sind geile Stellenangaben :) - ist S. 457f.) erwähnt noch, dass ἐν + Lebewesen auch &#039;&#039;sozial&#039;&#039; verorten kann: &amp;quot;in Gegenwart von X, vor X&amp;quot; (aber das ist hier wohl theoretisch möglich und eher unwahrscheinlich). Wallace S. 374 diskutiert Mk 1,8, übersetzt &amp;quot;but he shall baptize you &#039;&#039;&#039;with&#039;&#039;&#039; the Holy Spirit&amp;quot; und kommentiert: &amp;quot;Here it is obvious that Christ is the agent (since autós is the subject) and the Holy Spirit is the means (and perhaps sphere) that the Lord uses to baptize.&amp;quot;--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke für die Schützenhilfe und Belege! :-) Zu Qumran meine ich den etwas kurzen Besprechungen zu entnehmen, dass man dort von einer Untertauch-Taufe ausgeht. Eigentlich waren alle bekannten Ritualbäder aus dieser Zeit zum Tauchen. Gerade im Kontext von Markus 1 spricht sprachlich auch vieles für ein Untertauchen. Wenn man Johannes&#039; Taufe als eine Art Vollzug der levitischen Reinigungsbäder versteht, dann ist auch da Untertauchen nicht unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu en: Genau so habe ich es am Ende auch verstanden. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 12===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote ac wird &#039;&#039;brachte&#039;&#039; und &#039;&#039;trieb&#039;&#039; gegenübergestellt, „führte“ findet hier keine Erwähnung mehr. Handelt es sich um eine weniger passende Formulierung, die nicht in den Fordergrund gestellt werden soll hinsichtlich des weiteren Fußnotentexts, oder soll „trieb“ auch „führte“ mitabdecken? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 13===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dienten (versorgten, warteten auf)&#039;&#039; – &#039;&#039;warteten auf&#039;&#039; bestimmt nicht im Sinne von „auf jemanden warten“, sondern von „Aufwartung machen“, Synonym für „dienen“, oder? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 16===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote al ist die Rede von einem hellenistischen Dialekt. Könnte dieser auch in Vers 10, Fußnote y anzutreffen sein? „Der Geist von oben auf ihn herabkam“ vs. „der Geist kam (sich in ihm befindend)“ analog zu „warfen Wurfnetze von außerhalb ins Meer hinein“ vs. „warfen Wurfnetze (sich) im Meer (befindend)“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:59, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 22===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote av steht &#039;&#039;„in Bann geschlagen“&#039;&#039;. Müsste es nicht heißen „in den Bann geschlagen“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:26, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 24===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote ax steht „Lasst das sein!“. Müsste es nicht heißen „Lass das sein“, oder ist die gegenwärtige Formulierung durch die angeführten Zitate vorgegeben? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 12:26, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lesefassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das griechische Wort Evangelium eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:28, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schlage sowohl für Lesefassung als auch für Studienfassung „Freudenbotschaft“ vor, dass ich in Mk16 verwendet habe. Es ist recht wörtlich übersetzt und passt zu Bens Fußnote. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zwar eine klangvolle Lösung, aber sie ist mir etwas zu spezifisch. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie nicht in allen Kontexten passen könnte. Zu spezifisch ist die Konnotation &amp;quot;Freude&amp;quot;, die in &amp;quot;Evangelium&amp;quot; so nicht direkt enthalten ist. Auch wenn von Nachrichten vom Kaiser scheinbar Freude als Reaktion erwartet wurde, wissen wir nicht, ob der Begriff als so technisch bekannt war, dass man diese Erwartung automatisch hineingelesen hätte. Es ist eben völlig unklar, ob die Parallelen bewusst oder zufällig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klopfen wir doch mal ab. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; scheint mehrere Konnotationen zu enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I. Ethymologisch&#039;&#039;&#039; (und wohl auch kontextuell vorhanden, aber wie stark, ist die Frage) sind zwei Informationen:&lt;br /&gt;
# Eine (religiöse oder in den religiösen Bereich gerückte) Botschaft&lt;br /&gt;
# Als Botschaft, Nachricht oder Neuigkeit handelt es sich um eine Information, 1. die nicht jeder kennt, 2. die zur Weitergabe bestimmt ist (oder üblicherweise weitergegeben wird).&lt;br /&gt;
# Diese Botschaft ist positiv (man könnte sagen: ein Grund zur Freude, aber man muss nicht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II. Aus dem NT&#039;&#039;&#039; haben wir weitere Informationen: &lt;br /&gt;
# Theologisch: Diese Botschaft kommt von Gott. Sie ist zumindest teilweise schon im AT angekündigt/enthalten. Diese Botschaft muss man im Glauben annehmen. Sie bringt allen Menschen, die das tun, Heil. Die Informationen &amp;quot;gut&amp;quot;, &amp;quot;Nachricht&amp;quot; und &amp;quot;Weitergabe&amp;quot; sind korrekt, weswegen das Wort wohl auch von den Christen angenommen wurde.&lt;br /&gt;
# Es gibt jedoch verschiedene Ausprägungen, nämlich&lt;br /&gt;
## vorchristliche (z.B. die Verkündigung Jesu)&lt;br /&gt;
## christliche (das christliche, heilsbringende Evangelium)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III. Aus der frühen Kirche&#039;&#039;&#039; kommt der Wandel zur Gattungsbezeichnung, der sich möglicherweise zum ersten Mal in der Einleitung des Markusevangeliums findet, entweder (und da bin ich mir unsicher)&lt;br /&gt;
# für ein Werk, das diese Botschaft (mit ihrem Zentrum: Jesus) festhält und erklärt oder&lt;br /&gt;
# speziell als Bericht des Lebens, der Botschaft, Passion und Auferstehung Jesu (so der moderne technische Sinn)&lt;br /&gt;
oder beides.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der ideale deutsche Begriff/Formel&#039;&#039;&#039; wäre &#039;&#039;&#039;a) theologisch korrekt&#039;&#039;&#039; (d.h. nicht irreführend), &#039;&#039;&#039;b) weit&#039;&#039;&#039; genug, um nicht nur die christliche Verkündigung, sowie zudem den Gattungsbegriff zuzulassen und in jeden Kontext zu passen, und &#039;&#039;&#039;c)&#039;&#039;&#039; in seiner Zusammensetzung (das Deutsche ist wie das Griechische eine synthetische Sprache, in der in vielen Wörtern die Bestandteile direkt erkenntlich sind) &#039;&#039;&#039;genauso deutlich wie das griechische Wort&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergeben sich mehrere Erwägungen:&lt;br /&gt;
# Ist es möglich, einen Begriff/Formel zu finden, um das Wort einheitlich zu übersetzen? Wenn nicht, müssen wir entweder a) je nach Kontext unterschiedliche Lösungen finden oder b) bei &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als theologischem Fachbegriff bleiben.&lt;br /&gt;
# Ist es angesichts der vielfältigen Verwendungen und dieser Anforderungen sinnvoller, den Begriff einheitlich ins Deutsche zu übertragen, oder ist &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als terminus technicus (t.t.) ausreichend? Der größte Nachteil von dt. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; ist die fehlende sprachliche Klarheit. Damit geht ihm nicht nur Aussagekraft, sondern auch eine gewisse emotionale Wirkung ab.&lt;br /&gt;
# Es könnte einen gewissen Wert haben, in beiden Fassungen gleich vorzugehen.&lt;br /&gt;
# Wie wichtig ist uns beispielsweise der Gattungsbegriff? Können wir ihn vernachlässigen?&lt;br /&gt;
# Welche Rolle spielt für uns das Übersetzungsziel der Akzeptabilität? Mit anderen Worten: Vielleicht sollten wir zu exotische oder komplexe Lösungen vermeiden. Gerade die Lesefassung soll (wohl gerade auch in Hinsicht auf solche Schlüsselwörter) aus sich selbst heraus verständlich sein. Es kommt also vermutlich keine Übersetzung in Frage, der man nicht auf den ersten Blick anmerkt, dass sie sich aus Sicht des Christen hauptsächlich auf die christliche Botschaft bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist nicht zu Ende gedacht, es könnte weiter Folgerungen geben. Ich glaube, eine einheitliche Übersetzung (zumindest für die christliche Botschaft etwas bei Paulus) wäre wünschenswert. Ob man durchweg einheitlich oder nur innerhalb eines Bezugsrahmens einheitlich bleiben möchte, hängt vermutlich davon ab, welche Optionen wir finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Rest muss ein Brainstorming klären. Ich glaube nicht, dass wir auf eine Lösung kommen werden, die noch niemand vor uns angewandt hat. Helfen könnten uns auch Beobachtungen, welche anderen Wendungen die biblischen Autoren auf dasselbe Konzept beziehen. (In Mk ist das z.B. &amp;quot;Wort&amp;quot; oder besser &amp;quot;Botschaft&amp;quot;.) Ich setze mal das Brainstorming fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Olafs erster Vorschlag war &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute allgemeine Begriffe wären &amp;quot;gute Nachricht&amp;quot; oder &amp;quot;Frohe /Frohbotschaft&amp;quot;. Theologisch und wirkungsgeschichtlich angemessen wäre &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot;, aber auch das ist relativ spezifisch (mehr als nötig?). Diese Vorschläge haben wie &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot; den Nachteil, dass wir sie nicht als Gattungsbezeichnung gewöhnt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige spezifische Übersetzungen könnten z.B. in Richtung &amp;quot;die christliche Botschaft&amp;quot;, &amp;quot;Gottes Botschaft&amp;quot; oder &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot; gehen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:32, 12. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 4===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Umkehr zur Vergebung der Sünden eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:33, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt „Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ habe ich in Lk3 „Bußtaufe zur Sündenvergebung“ gewählt – in der dortigen Studienfassung habe ich außerdem Ersatzformulierungen zu den einzelnen Teilbegriffen. Ich halte aber sowohl „Bußtaufe“ als auch „Sündenvergebung“ für gut verständlich für unsere Zielgruppe. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den beiden letzten Begriffen könnte man vielleicht doch noch nach zugänglicheren Begriffen suchen. Oben hast du ja immerhin argumentiert, &amp;quot;Evangelium&amp;quot; müsste man durch einen verständlicheren Begriff ersetzen. &amp;quot;Buße&amp;quot; ist sehr speziell und &amp;quot;Sündenvergebung&amp;quot; klingt m.E. in schon fast abschreckender Weise theologisch. Hier können wir uns sicher weitere Stimmen anhören. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 14===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das Evangelium Gottes eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:36, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe V. 1. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 17===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Kommt, folgt mir nach eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:39, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl „kommen“ als auch „nachfolgen“ ist aktuelle und allgemein übliches Hochdeutsch. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 23-34===&lt;br /&gt;
Auf vielfachen Wunsch habe ich im Beispiel für die didaktische Variante zu Dämonen den Text editiert und nun unheilige Gedanken ersetzt durch unheilige Geister bzw. unheiligen Geist mit Ausnahme von zwei Stellen, wo der Begriff im Zusammenhang mit Besessenheit auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier das Zitat aus der Verstehbibel. Man könnte überlegen, an welchen Stellen im Text von xobin Dämon ersetzt werden kann durch unheiliger Geist. Der Begriff unheilig ist mir deshalb wichtig, weil er einen sprachlichen Antagonismus darstellt zu heiligem Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich trat in ihrer Kirche ein Mann in Erscheinung. Der war besessen von einem unheiligen Gedanken. Er brüllte wild herum. Seine Sprüche waren dabei diese: Ha! Was willst du überhaupt bei uns, Jesus? Du bist doch aus Nazareth. Weshalb bist du gekommen? Willst du uns kaputt machen? Ich kenn dich nur zu gut. Du bist der Heilige von Gott! Jetzt fuhr Jesus ihm ins Wort: Lass die Sprüche! Mach dich weg von ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Stelle bekam der Mann Schüttelkrämpfe. Der unheilige Geist schrie dabei lauthals. Dann verließ er den Mann. Tief erschüttert fragten sich alle untereinander: Was war das? Ist das die neue Art zu predigen? Der erteilt mit Vollmacht den unheiligen Geistern Befehle. Und die gehorchen ihm. Das sprach sich sofort überall herum. Das ganze Gebiet von Galiläa erfuhr davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie aber hatten die Kirche schon wieder verlassen. Jakobus und Johannes kamen mit. Gemeinsam gingen sie mit Simon und Andreas zu deren Elternhaus. Die Schwiegermutter von Simon lag nämlich mit Fieber krank im Bett. Umgehend gab man ihm Bericht über ihren Zustand. Schon trat er auf sie zu. Er nahm sie bei der Hand und zog sie hoch. Das Fieber verschwand auf der Stelle. Sie konnte nun ihre Gäste sogar bewirten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen war es Abend geworden. Die Sonne war schon am untergehen. Und doch brachte man noch zu ihm alle Elenden und alle von unheiligen Gedanken Besessenen. Ja, die ganze Stadt versammelte sich vor der Haustür. Dort heilte er viele Kranke und Elende. Auch verscheuchte er jede Menge unheiliger Geister. Er ließ diese Dämonen aber nicht zu Wort kommen. Sie kannten ihn nämlich nur zu gut. Schließlich war er ja der Christus.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 13:26, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wort zum sprachlichen Hintergrund. Wenn Markus von &amp;quot;unreinen Geistern&amp;quot; schreibt, steht das synonym für &amp;quot;Dämonen&amp;quot;. Er benutzt diese Wendung absichtlich, um hervorzuheben, was für die Juden unrein ist. Nämlich offenbar auch die erwähnten Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin abgesehen davon noch immer nicht überzeugt, dass wir Dämon überhaupt durch einen modernen Begriff ersetzen müssen. Die einzige bedeutungsäquivalente Übersetzung wäre &amp;quot;böser Geist&amp;quot;, aber ich sehe nicht, dass sie besser geeignet wäre. &amp;quot;unheilig&amp;quot; hebt eine zu spezielle Nebenbedeutung hervor. Die beste Ersatzformulierung ist in dieser Hinsicht möglichst neutral. Beispielsweise schwingen bei &amp;quot;böser Geist&amp;quot; m.E. keine anderen Konnotationen mit als bei &amp;quot;Dämon&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &amp;quot;unheiliger Geist&amp;quot; gäbe es zudem die Gefahr, das theologisch falsch zu verstehen. Es gibt &#039;&#039;einen&#039;&#039; Heiligen Geist. Wenn wir dann von einem &#039;&#039;unheiligen Geist&#039;&#039; sprechen, denken sich manche Leser vielleicht, dass der &amp;quot;unheilige Geist&amp;quot; der &#039;&#039;eine&#039;&#039; Widersacher des Heiligen Geistes ist wie der Teufel der Widersacher Gottes. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:18, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich bin außerdem nicht ganz davon überzeugt, dass der Begriff &amp;quot;Dämon&amp;quot; umschrieben werden muss, &amp;quot;unheilig&amp;quot; aber selbsterklärend sein soll. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 17:04, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämon ist ein griechisches Wort, dessen Bedeutung man auch als normal gebildeter Mensch nicht unmittelbar verstehen kann; es sei denn, du gehst davon aus, dass ein gebildeter Mensch griechisch kann. OK, ich bin ungebildet! Unheilig ist das Gegenteil von heilig und für jemanden mit Allgemeinbildung imho leichter zu verstehen als Dämon. Im andern Fall bräuchte man gar nicht mehr zu übersetzen, sondern könnte einfach die eingedeutschten griechischen Begriffe benutzen.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 21:13, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämonen sind eigentlich ein in unserer Kultur recht geläufiges Konzept. Doch mir fällt gerade auf: Es ist hier dreimal von unreinen Geistern die Rede, aber niemals von Dämonen. Die Frage stellt sich also eigentlich nicht. Was ein &amp;quot;unreiner Geist&amp;quot; ist, wird ja wohl auch aus dem Kontext klar: Nämlich ein böses übernatürliches Wesen, das 1. Besitz und Kontrolle von Menschen ergreift, 2. Jesus erkennt und 3. seiner Macht weichen muss. Wie viel mehr muss denn dem Leser noch klar gemacht werden? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:23, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21153</id>
		<title>Diskussion:Markus 1</title>
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		<updated>2015-06-04T10:24:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = Dymat&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-45: ja, s. jedoch den Abschnitt unten zu V. 3. Mom. fehlt eine Fn zu Gottes Königsherrschaft/Reich in V. 15. Textkritik wird ab V. 27 nicht mehr besprochen! (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = 1: Elliptischer Einleitungssatz, in dem etliche Artikel ausgelassen sind (was häufiger zu beobachten ist). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2-3: Eingeleitetes, kombiniertes Schriftzitat (vgl. Fußnoten), das Johannes und Jesus zueinander sowie zu atl. Prophezeiungen in Beziehung bringt und denen Markus im weiteren Verlauf des Evangeliums folgt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
4-13 formulieren „biblisch klingend“ (France): sehr semitisierend, wobei Sätze mit &amp;quot;und&amp;quot; beginnen und direkt durch das Prädikat eingeleitet werden. Verschränkter Satzbau, Hebraismen, &amp;quot;sein&amp;quot; und &amp;quot;werden/sich ereignen&amp;quot; als generische Prädikate. Die Satzeinleitungen mit kai und die kurzen Sätze könnten auch auf Markus&#039; volkstümlichen griechischen Erzählstil zurückzuführen sein (NSS zu Mk 1,12, beruft sich auf M. Reiser, Syntax und Stil des Markusevangeliums im Licht der hellenistischen Volksliteratur, 1984). Jede ungewöhnliche Formulierung, die in der SF noch vorhanden ist, ist diesem Stil geschuldet. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Weiter formuliert Markus sehr gerafft (εὐθὺς in 10 und 12 usw.; kurze, schnell abgeschlossene Handlungsstränge), aber lebendig. kai &amp;quot;und&amp;quot; ist eine äußerst häufige koordinierende Konjunktion (sonst ist im Griechischen eher de &amp;quot;und/aber&amp;quot; üblich). Der Prolog (1-15) steckt voller wiederholter Schlüsselbegriffe und stellt Johannes und Jesus mit ihrem Wirken in Erfüllung des Schriftzitats in 2-3 nebeneinander. (Ben)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-45 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1 und wo zitiert: Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976.&lt;br /&gt;
Wo zitiert: &lt;br /&gt;
Richard C. Blight, An Exegetical Summary of Mark 1–8 (ES), Dallas 2012;&lt;br /&gt;
Ernst Lohmeyer, [http://digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/display/bsb00051832_00001.html?prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;hl=scan&amp;amp;rows=10&amp;amp;mode=simple Das Evangelium des Markus] (KEKNT), Göttingen 1951;&lt;br /&gt;
C.S. Mann, Mark. A New Translation with Introduction and Commentary (AB), Garden City 1986.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Weitere zitierte Werke&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Heinrich Greeven/Eberhard W. Güting, [http://http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC Textkritik des Markusevangeliums], Münster 2005;&lt;br /&gt;
Peter Head, [https://app.box.com/shared/yvo5xg56nn A Text-Critical Study of Mark 1.1: &#039;The Beginning of the Gospel of Jesus Christ&#039;], in: NTS 37.4 (1991), S. 621-629;&lt;br /&gt;
Bruce Manning Metzger, A Textual Commentary on the Greek New Testament. A Companion Volume to the United Bible Societies’ Greek New Testament (4th rev. ed.), London &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994;&lt;br /&gt;
Tommy Wasserman [http://evangelicaltextualcriticism.blogspot.com/2011/10/mark-11-handout.html Mark 1:1 Handout]. Zu dem Vortrag „The &amp;quot;Son of God&amp;quot; Was in the Beginning (Mark 1:1)“, den Wasserman auf der internationalen SBL-Konferenz 2010 hielt;&lt;br /&gt;
Wieland Willker, [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/ An Online Textual Commentary on the Greek Gospels: Mark], Bremen &amp;lt;sup&amp;gt;10&amp;lt;/sup&amp;gt;2013&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
AT-Zitate: Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiter: Gerhard Delling, πλήρης, πληρόω, πλήρωμα, ἀναπληρόω, ἀνταναπληρόω, ἐκπληρόω, ἐκπλήρωσις, συμπληρόω, πληροφορέω, πληροφορία, in: TDNT, 283-311; &lt;br /&gt;
Edward P. Dixon, Descending Spirit and Descending Gods: A “Greek” Interpretation of the Spirit’s “Descent as a Dove” in Mark 1:10, in: JBL 128/4 (2009), 759–780;&lt;br /&gt;
M. J. Selman, House, in: New Bible Dictionary (Hg. Wood/Marshall u.a.), Leicester 1996, S. 487-90 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-45: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-45: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienfassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Die Verse 1-3 brauchen nur noch den Übersetzungsvergleich und können somit von mir aus als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markiert werden - wenn es keine Einsprüche gibt. Über Feedback zur Verständlichkeit und Relevanz der Fußnoten würde ich mich freuen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1-8 erfüllen jetzt alle Kriterien (bis auf die fehlende Analyse der Constructus-Verbindung &amp;quot;Stimme eines Rufenden&amp;quot; in V. 3). Sie bilden auch eine abgrenzbare Untereinheit (z.B. France). Wer möchte, darf probe- und korrekturlesen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:52, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: 1-15 (die &amp;quot;längere&amp;quot; Einleitung) sind jetzt fertig. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:11, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: 1-22. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:32, 7. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: Das ganze Kapitel! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Bei zwei Fragen würde ich mich besonders über Rückmeldungen freuen: a) die textkritische Argumentation und folgende Auslassung von &amp;quot;Sohn Gottes&amp;quot; in V. 1. b) die Übersetzung von eis auton in V. 11 samt Fußnote. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur möglichen späteren Revision: die Fn zu &amp;quot;aus Nazaret in Galiläa&amp;quot; (Titel oder Lokalangabe?) in V. 9. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Kapitel ist jetzt fertig korrigiert. Ich gebe 2 Wochen, dann werde ich es als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markieren, wenn es keinen Widerspruch gibt. Ende März plane ich, noch einmal meine ganze Arbeit gegenzulesen. Wenn das geschehen ist (oder wenn sich jemand anderes die Mühe macht), kann man sich über &amp;quot;fertige Studienfassung&amp;quot; unterhalten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke, das Verfahren erscheint mir sinnvoll. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 13:12, 17. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Momentan haben wir bzgl. der Status die ungünstige Situation, dass die Studienfassung sowohl als fast fertig als auch (wg. des Status &amp;quot;Lesefassung in Arbeit&amp;quot;) als &amp;quot;final&amp;quot; eingeordnet ist (hier und bei [[Markus 2]]). Mein erster Gedanke wäre: Da das Statussystem noch nicht aktualisiert und die Lesefassung schon &amp;quot;anübersetzt&amp;quot; ist, lasst uns den LF-Status doch zunächst herausnehmen. Was meint ihr?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht nutze ich das auch als Motivation, die Gegenlese doch noch schnell demnächst zu machen... --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:13, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Treffen war vom zehnten bis zwölften Oktober und bis jetzt wurde das Statussystem nicht geändert. Ich würde es dringend ändern. Wäre dafür, den Status für die Lesefassung raus zu nehmen. Aber das Statussystem sollte so schnell wie möglich verbessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:--[[Benutzer:Mongoose|Mongoose]] 23:44, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Vorerst entfernt. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Status hochgesetzt! Es fehlen natürlich noch abschnittsweise Anmerkungen sowie die Ausgliederung textkritischer Fn i.S. der neuen SF-Kriterien, die wir so gut wie abgesegnet haben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 05:18, 14. Feb. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Für später===&lt;br /&gt;
* Die Möglichkeit einer Fußnote zur &amp;quot;Umkehr&amp;quot; in V. 15 wäre zu prüfen.&lt;br /&gt;
* Fn zu &amp;quot;Reich Gottes&amp;quot; in V. 15 fehlt. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Nestle-Aland setzt hier die unsichere Lesart [des Sohnes Gottes] in Klammern, was bedeutet, dass man keine finale Entscheidung treffen wollte. Das müssen wir aber! Ich habe die Lesart mal in eine Fußnote verschoben. Sinnvoll ist evtl. zudem, beide Lesarten im Text zu listen (eine in der Klammer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Ἀρχὴ können wir evtl. noch nachweisen, dass die Übersetzung mit bestimmtem Artikel richtig ist. Der NSS hat m.W. einen Beleg bei DBR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studienfassung sollte auch den Genitiv &amp;quot;Jesu Christi&amp;quot; bestimmen. M.M.n. ist er objektiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Evangelium&amp;quot; brauchen wir eine Fußnote. Zudem sollten wir erklären, warum der Satz prädikatlos ist und welche Funktion er hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich überlasse das gerne einem Freiwilligen, werde das ansonsten aber selbst bald in Angriff nehmen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:15, 18. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Fußnoten sollten alle aufgeworfenen Fragen beantworten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 3===&lt;br /&gt;
Die Funktion der wörtlich ins Griechische übersetzten Konstruktus-Verbindung will ich noch genauer erforschen. Ich wüsste nicht, dass meine Kommentare dazu geschrieben hätten. Fast alle Übersetzungen umschreiben: &amp;quot;eine Stimme ruft&amp;quot; (Menge, EÜ, NGÜ). GNB: &amp;quot;In der Wüste ruft einer&amp;quot;, Luther: &amp;quot;Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste&amp;quot;. Zür übersetzt das Ptz. substantiviert: &amp;quot;Stimme eines Rufers&amp;quot;. Zumindest für die Lesefassung brauchen wir eine Vorstellung, wie wir das adequat wiedergeben wollen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:06, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine kurze Fußnote geschrieben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 8===&lt;br /&gt;
Dymat setzt in seiner Erstübersetzung eine Fußnote: &amp;lt;code&amp;gt;Da das Wort βαπτίζω eintauchen bedeutet, ist die Übersetzung in heiligem Geist m.E. die bessere Variante.&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird das Wort in der LXX (bei Naaman) so gebraucht, im Neuen Testament würde ich aber von einer Bedeutungsverschiebung ausgehen. Hier wird das Wort zum Terminus technicus für eine zeremonielle Handlung. Man müsste untersuchen, ob das Untertauchen tatsächlich dazugehörte, und ob αὐτὸς δὲ βαπτίσει ὑμᾶς ἐν πνεύματι ἁγίῳ das wirklich signalisieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Collins 2007, 140 bestätigt Johannes die Praxis des Eintauchens, die auch in Qumrans Ritualbädern praktiziert wurde, allerdings ohne Quellen- oder weitere Angaben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ἐν instrumental gemeint ist, aber auch mit der lokalen Deutung kann ich mich anfreunden. Aber auch wenn von einer Taufe &amp;quot;im Heiligen Geist&amp;quot; die Rede ist, würde das ein Unter- oder Eintauchen in den Geist beinhalten, oder wäre das Konzept nicht doch eher übertragen zu verstehen? Wenn Dymats Beobachtung stimmt, würde ich mich sehr über Vorschläge freuen, wie man das auf Deutsch ausdrücken könnte! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:02, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kommentar von France 2002, 72 befasst sich mit der Frage. Er warnt davor, zu viele Bilder in das Konzept der Geistestaufe hineinzulesen. Seine Schlussfolgerung: &amp;lt;code&amp;gt;The antithesis focuses neither on the verb βαπτίζω nor on its syntactical links, but on the contrast between water and the Holy Spirit, and on the two different levels of efficacy in the ministries of John and his successor which they represent.&amp;lt;/code&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Guelich 1989, 25 schreibt: &amp;lt;code&amp;gt;John, focusing on his baptism as the trademark to his ministry, used baptism metaphorically to contrast his ministry with that of “the Greater One.” The bestowal of the Spirit expressed metaphorically as a baptism signified God’s eschatological act of salvation promised long ago by the prophets ... Therefore, the Baptist was declaring the dawn of a new day of salvation, not simply a new baptism. &amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliches schreibt auch Pesch 1976, 85f. zur Geistestaufe, auch wenn er pneuma gerne als &amp;quot;Sturm&amp;quot; (des göttlichen Gerichts) verstehen möchte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher werde ich die Fußnote entfernen und die instrumentale Übersetzung von en vorziehen. Über Rückfragen freue ich mich natürlich. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:22, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich glaube auch, mich erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass viele Ritualbäder in Qumran eigentlich zu klein waren, als dass da jemand wirklich hätte untertauchen können (gleiches gilt für die urchristlichen Taufstätten). Auch dann wäre es wohl wirklich sinnvoller, βαπτίζω als schon zu Qumran-Zeiten ritualisierte Handlung aufzufassen, die nur noch begriffsmäßig mit dem &amp;quot;Untertauchen&amp;quot; zusammenhängt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu ἐν: Schwyzer II.B.V.2.b.7.1 (das sind geile Stellenangaben :) - ist S. 457f.) erwähnt noch, dass ἐν + Lebewesen auch &#039;&#039;sozial&#039;&#039; verorten kann: &amp;quot;in Gegenwart von X, vor X&amp;quot; (aber das ist hier wohl theoretisch möglich und eher unwahrscheinlich). Wallace S. 374 diskutiert Mk 1,8, übersetzt &amp;quot;but he shall baptize you &#039;&#039;&#039;with&#039;&#039;&#039; the Holy Spirit&amp;quot; und kommentiert: &amp;quot;Here it is obvious that Christ is the agent (since autós is the subject) and the Holy Spirit is the means (and perhaps sphere) that the Lord uses to baptize.&amp;quot;--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke für die Schützenhilfe und Belege! :-) Zu Qumran meine ich den etwas kurzen Besprechungen zu entnehmen, dass man dort von einer Untertauch-Taufe ausgeht. Eigentlich waren alle bekannten Ritualbäder aus dieser Zeit zum Tauchen. Gerade im Kontext von Markus 1 spricht sprachlich auch vieles für ein Untertauchen. Wenn man Johannes&#039; Taufe als eine Art Vollzug der levitischen Reinigungsbäder versteht, dann ist auch da Untertauchen nicht unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu en: Genau so habe ich es am Ende auch verstanden. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 12===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote ac wird &#039;&#039;brachte&#039;&#039; und &#039;&#039;trieb&#039;&#039; gegenübergestellt, „führte“ findet hier keine Erwähnung mehr. Handelt es sich um eine weniger passende Formulierung, die nicht in den Fordergrund gestellt werden soll hinsichtlich des weiteren Fußnotentexts, oder soll „trieb“ auch „führte“ mitabdecken? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 13===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dienten (versorgten, warteten auf)&#039;&#039; – &#039;&#039;warteten auf&#039;&#039; bestimmt nicht im Sinne von „auf jemanden warten“, sondern von „Aufwartung machen“, Synonym für „dienen“, oder? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 16===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote al ist die Rede von einem hellenistischen Dialekt. Könnte dieser auch in Vers 10, Fußnote y anzutreffen sein? „Der Geist von oben auf ihn herabkam“ vs. „der Geist kam (sich in ihm befindend)“ analog zu „warfen Wurfnetze von außerhalb ins Meer hinein“ vs. „warfen Wurfnetze (sich) im Meer (befindend)“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:59, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 22===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote av steht &#039;&#039;„in Bann geschlagen“&#039;&#039;. Müsste es nicht heißen „in den Bann geschlagen“?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 24===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote ax steht „Lasst das sein!“. Müsste es nicht heißen „Lass das sein“, oder ist die gegenwärtige Formulierung durch die angeführten Zitate vorgegeben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lesefassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das griechische Wort Evangelium eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:28, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schlage sowohl für Lesefassung als auch für Studienfassung „Freudenbotschaft“ vor, dass ich in Mk16 verwendet habe. Es ist recht wörtlich übersetzt und passt zu Bens Fußnote. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zwar eine klangvolle Lösung, aber sie ist mir etwas zu spezifisch. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie nicht in allen Kontexten passen könnte. Zu spezifisch ist die Konnotation &amp;quot;Freude&amp;quot;, die in &amp;quot;Evangelium&amp;quot; so nicht direkt enthalten ist. Auch wenn von Nachrichten vom Kaiser scheinbar Freude als Reaktion erwartet wurde, wissen wir nicht, ob der Begriff als so technisch bekannt war, dass man diese Erwartung automatisch hineingelesen hätte. Es ist eben völlig unklar, ob die Parallelen bewusst oder zufällig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klopfen wir doch mal ab. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; scheint mehrere Konnotationen zu enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I. Ethymologisch&#039;&#039;&#039; (und wohl auch kontextuell vorhanden, aber wie stark, ist die Frage) sind zwei Informationen:&lt;br /&gt;
# Eine (religiöse oder in den religiösen Bereich gerückte) Botschaft&lt;br /&gt;
# Als Botschaft, Nachricht oder Neuigkeit handelt es sich um eine Information, 1. die nicht jeder kennt, 2. die zur Weitergabe bestimmt ist (oder üblicherweise weitergegeben wird).&lt;br /&gt;
# Diese Botschaft ist positiv (man könnte sagen: ein Grund zur Freude, aber man muss nicht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II. Aus dem NT&#039;&#039;&#039; haben wir weitere Informationen: &lt;br /&gt;
# Theologisch: Diese Botschaft kommt von Gott. Sie ist zumindest teilweise schon im AT angekündigt/enthalten. Diese Botschaft muss man im Glauben annehmen. Sie bringt allen Menschen, die das tun, Heil. Die Informationen &amp;quot;gut&amp;quot;, &amp;quot;Nachricht&amp;quot; und &amp;quot;Weitergabe&amp;quot; sind korrekt, weswegen das Wort wohl auch von den Christen angenommen wurde.&lt;br /&gt;
# Es gibt jedoch verschiedene Ausprägungen, nämlich&lt;br /&gt;
## vorchristliche (z.B. die Verkündigung Jesu)&lt;br /&gt;
## christliche (das christliche, heilsbringende Evangelium)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III. Aus der frühen Kirche&#039;&#039;&#039; kommt der Wandel zur Gattungsbezeichnung, der sich möglicherweise zum ersten Mal in der Einleitung des Markusevangeliums findet, entweder (und da bin ich mir unsicher)&lt;br /&gt;
# für ein Werk, das diese Botschaft (mit ihrem Zentrum: Jesus) festhält und erklärt oder&lt;br /&gt;
# speziell als Bericht des Lebens, der Botschaft, Passion und Auferstehung Jesu (so der moderne technische Sinn)&lt;br /&gt;
oder beides.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der ideale deutsche Begriff/Formel&#039;&#039;&#039; wäre &#039;&#039;&#039;a) theologisch korrekt&#039;&#039;&#039; (d.h. nicht irreführend), &#039;&#039;&#039;b) weit&#039;&#039;&#039; genug, um nicht nur die christliche Verkündigung, sowie zudem den Gattungsbegriff zuzulassen und in jeden Kontext zu passen, und &#039;&#039;&#039;c)&#039;&#039;&#039; in seiner Zusammensetzung (das Deutsche ist wie das Griechische eine synthetische Sprache, in der in vielen Wörtern die Bestandteile direkt erkenntlich sind) &#039;&#039;&#039;genauso deutlich wie das griechische Wort&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergeben sich mehrere Erwägungen:&lt;br /&gt;
# Ist es möglich, einen Begriff/Formel zu finden, um das Wort einheitlich zu übersetzen? Wenn nicht, müssen wir entweder a) je nach Kontext unterschiedliche Lösungen finden oder b) bei &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als theologischem Fachbegriff bleiben.&lt;br /&gt;
# Ist es angesichts der vielfältigen Verwendungen und dieser Anforderungen sinnvoller, den Begriff einheitlich ins Deutsche zu übertragen, oder ist &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als terminus technicus (t.t.) ausreichend? Der größte Nachteil von dt. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; ist die fehlende sprachliche Klarheit. Damit geht ihm nicht nur Aussagekraft, sondern auch eine gewisse emotionale Wirkung ab.&lt;br /&gt;
# Es könnte einen gewissen Wert haben, in beiden Fassungen gleich vorzugehen.&lt;br /&gt;
# Wie wichtig ist uns beispielsweise der Gattungsbegriff? Können wir ihn vernachlässigen?&lt;br /&gt;
# Welche Rolle spielt für uns das Übersetzungsziel der Akzeptabilität? Mit anderen Worten: Vielleicht sollten wir zu exotische oder komplexe Lösungen vermeiden. Gerade die Lesefassung soll (wohl gerade auch in Hinsicht auf solche Schlüsselwörter) aus sich selbst heraus verständlich sein. Es kommt also vermutlich keine Übersetzung in Frage, der man nicht auf den ersten Blick anmerkt, dass sie sich aus Sicht des Christen hauptsächlich auf die christliche Botschaft bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist nicht zu Ende gedacht, es könnte weiter Folgerungen geben. Ich glaube, eine einheitliche Übersetzung (zumindest für die christliche Botschaft etwas bei Paulus) wäre wünschenswert. Ob man durchweg einheitlich oder nur innerhalb eines Bezugsrahmens einheitlich bleiben möchte, hängt vermutlich davon ab, welche Optionen wir finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Rest muss ein Brainstorming klären. Ich glaube nicht, dass wir auf eine Lösung kommen werden, die noch niemand vor uns angewandt hat. Helfen könnten uns auch Beobachtungen, welche anderen Wendungen die biblischen Autoren auf dasselbe Konzept beziehen. (In Mk ist das z.B. &amp;quot;Wort&amp;quot; oder besser &amp;quot;Botschaft&amp;quot;.) Ich setze mal das Brainstorming fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Olafs erster Vorschlag war &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute allgemeine Begriffe wären &amp;quot;gute Nachricht&amp;quot; oder &amp;quot;Frohe /Frohbotschaft&amp;quot;. Theologisch und wirkungsgeschichtlich angemessen wäre &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot;, aber auch das ist relativ spezifisch (mehr als nötig?). Diese Vorschläge haben wie &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot; den Nachteil, dass wir sie nicht als Gattungsbezeichnung gewöhnt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige spezifische Übersetzungen könnten z.B. in Richtung &amp;quot;die christliche Botschaft&amp;quot;, &amp;quot;Gottes Botschaft&amp;quot; oder &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot; gehen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:32, 12. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 4===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Umkehr zur Vergebung der Sünden eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:33, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt „Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ habe ich in Lk3 „Bußtaufe zur Sündenvergebung“ gewählt – in der dortigen Studienfassung habe ich außerdem Ersatzformulierungen zu den einzelnen Teilbegriffen. Ich halte aber sowohl „Bußtaufe“ als auch „Sündenvergebung“ für gut verständlich für unsere Zielgruppe. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den beiden letzten Begriffen könnte man vielleicht doch noch nach zugänglicheren Begriffen suchen. Oben hast du ja immerhin argumentiert, &amp;quot;Evangelium&amp;quot; müsste man durch einen verständlicheren Begriff ersetzen. &amp;quot;Buße&amp;quot; ist sehr speziell und &amp;quot;Sündenvergebung&amp;quot; klingt m.E. in schon fast abschreckender Weise theologisch. Hier können wir uns sicher weitere Stimmen anhören. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 14===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das Evangelium Gottes eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:36, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe V. 1. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 17===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Kommt, folgt mir nach eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:39, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl „kommen“ als auch „nachfolgen“ ist aktuelle und allgemein übliches Hochdeutsch. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 23-34===&lt;br /&gt;
Auf vielfachen Wunsch habe ich im Beispiel für die didaktische Variante zu Dämonen den Text editiert und nun unheilige Gedanken ersetzt durch unheilige Geister bzw. unheiligen Geist mit Ausnahme von zwei Stellen, wo der Begriff im Zusammenhang mit Besessenheit auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier das Zitat aus der Verstehbibel. Man könnte überlegen, an welchen Stellen im Text von xobin Dämon ersetzt werden kann durch unheiliger Geist. Der Begriff unheilig ist mir deshalb wichtig, weil er einen sprachlichen Antagonismus darstellt zu heiligem Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich trat in ihrer Kirche ein Mann in Erscheinung. Der war besessen von einem unheiligen Gedanken. Er brüllte wild herum. Seine Sprüche waren dabei diese: Ha! Was willst du überhaupt bei uns, Jesus? Du bist doch aus Nazareth. Weshalb bist du gekommen? Willst du uns kaputt machen? Ich kenn dich nur zu gut. Du bist der Heilige von Gott! Jetzt fuhr Jesus ihm ins Wort: Lass die Sprüche! Mach dich weg von ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Stelle bekam der Mann Schüttelkrämpfe. Der unheilige Geist schrie dabei lauthals. Dann verließ er den Mann. Tief erschüttert fragten sich alle untereinander: Was war das? Ist das die neue Art zu predigen? Der erteilt mit Vollmacht den unheiligen Geistern Befehle. Und die gehorchen ihm. Das sprach sich sofort überall herum. Das ganze Gebiet von Galiläa erfuhr davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie aber hatten die Kirche schon wieder verlassen. Jakobus und Johannes kamen mit. Gemeinsam gingen sie mit Simon und Andreas zu deren Elternhaus. Die Schwiegermutter von Simon lag nämlich mit Fieber krank im Bett. Umgehend gab man ihm Bericht über ihren Zustand. Schon trat er auf sie zu. Er nahm sie bei der Hand und zog sie hoch. Das Fieber verschwand auf der Stelle. Sie konnte nun ihre Gäste sogar bewirten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen war es Abend geworden. Die Sonne war schon am untergehen. Und doch brachte man noch zu ihm alle Elenden und alle von unheiligen Gedanken Besessenen. Ja, die ganze Stadt versammelte sich vor der Haustür. Dort heilte er viele Kranke und Elende. Auch verscheuchte er jede Menge unheiliger Geister. Er ließ diese Dämonen aber nicht zu Wort kommen. Sie kannten ihn nämlich nur zu gut. Schließlich war er ja der Christus.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 13:26, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wort zum sprachlichen Hintergrund. Wenn Markus von &amp;quot;unreinen Geistern&amp;quot; schreibt, steht das synonym für &amp;quot;Dämonen&amp;quot;. Er benutzt diese Wendung absichtlich, um hervorzuheben, was für die Juden unrein ist. Nämlich offenbar auch die erwähnten Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin abgesehen davon noch immer nicht überzeugt, dass wir Dämon überhaupt durch einen modernen Begriff ersetzen müssen. Die einzige bedeutungsäquivalente Übersetzung wäre &amp;quot;böser Geist&amp;quot;, aber ich sehe nicht, dass sie besser geeignet wäre. &amp;quot;unheilig&amp;quot; hebt eine zu spezielle Nebenbedeutung hervor. Die beste Ersatzformulierung ist in dieser Hinsicht möglichst neutral. Beispielsweise schwingen bei &amp;quot;böser Geist&amp;quot; m.E. keine anderen Konnotationen mit als bei &amp;quot;Dämon&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &amp;quot;unheiliger Geist&amp;quot; gäbe es zudem die Gefahr, das theologisch falsch zu verstehen. Es gibt &#039;&#039;einen&#039;&#039; Heiligen Geist. Wenn wir dann von einem &#039;&#039;unheiligen Geist&#039;&#039; sprechen, denken sich manche Leser vielleicht, dass der &amp;quot;unheilige Geist&amp;quot; der &#039;&#039;eine&#039;&#039; Widersacher des Heiligen Geistes ist wie der Teufel der Widersacher Gottes. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:18, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich bin außerdem nicht ganz davon überzeugt, dass der Begriff &amp;quot;Dämon&amp;quot; umschrieben werden muss, &amp;quot;unheilig&amp;quot; aber selbsterklärend sein soll. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 17:04, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämon ist ein griechisches Wort, dessen Bedeutung man auch als normal gebildeter Mensch nicht unmittelbar verstehen kann; es sei denn, du gehst davon aus, dass ein gebildeter Mensch griechisch kann. OK, ich bin ungebildet! Unheilig ist das Gegenteil von heilig und für jemanden mit Allgemeinbildung imho leichter zu verstehen als Dämon. Im andern Fall bräuchte man gar nicht mehr zu übersetzen, sondern könnte einfach die eingedeutschten griechischen Begriffe benutzen.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 21:13, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämonen sind eigentlich ein in unserer Kultur recht geläufiges Konzept. Doch mir fällt gerade auf: Es ist hier dreimal von unreinen Geistern die Rede, aber niemals von Dämonen. Die Frage stellt sich also eigentlich nicht. Was ein &amp;quot;unreiner Geist&amp;quot; ist, wird ja wohl auch aus dem Kontext klar: Nämlich ein böses übernatürliches Wesen, das 1. Besitz und Kontrolle von Menschen ergreift, 2. Jesus erkennt und 3. seiner Macht weichen muss. Wie viel mehr muss denn dem Leser noch klar gemacht werden? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:23, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21152</id>
		<title>Markus 1</title>
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		<updated>2015-06-04T10:17:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang des Evangeliums&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; (Gr. εὐαγγέλιον) bedeutet etwa „(gute) Neuigkeit“. Hier steht es noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus. Der Begriff &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; kommt nicht aus dem Alten Testament, wo allerdings schon von Boten die Rede ist, die eine gute Nachricht von Gottes Eintreffen und Eingreifen bringen (beispielsweise in Jes 40,9; 52,7; 61,1). Wahrscheinlich gebraucht Markus ihn bewusst im direkten Kontext der in V. 2-3 folgenden Zitate, wo Johannes als der überbringende Bote und Jesus gewissermaßen als Inhalt der Botschaft dargestellt wird. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Neuen Testaments bedeutete jegliche Nachricht von oder über den Kaiser ein &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. In der Ideologie des römischen Kaiserkults galt der Kaiser als übermenschlich, weshalb seine Verlautbarungen gute Nachrichten sein mussten, die Freude auslösten und Glück und Heil brachten. Auch Nachrichten von der Geburt oder Thronbesteigung des Kaisers waren &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff im Kontrast dazu &#039;&#039;die&#039;&#039; frohe Botschaft über die angebrochene Herrschaft &#039;&#039;des einen&#039;&#039; Königs (Friedrich, εὐαγγελίζομαι, εὐαγγέλιον, προευαγγελίζομαι, εὐαγγελιστής, in: TDNT, 707-37; France 2002, 52f.). Allerdings ist unklar, wie groß der Einfluss des Kaiserkults (und damit diese bewusste Parallele) auf die Prägung des christlichen Begriffs war. &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; könnte einfach von den ersten christlichen Predigern als Bezeichnung für die Botschaft der Kirche benutzt worden sein (Guelich 1989, 13f.).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium &#039;&#039;von&#039;&#039; Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Jesus Christus&lt;br /&gt;
(Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Jesus Christus&#039;&#039; oder &#039;&#039;Jesus Christus, dem Sohn Gottes&#039;&#039; Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Ebenso denkbar ist, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. Man kann weder plausibel erklären, warum &#039;&#039;Sohn Gottes&#039;&#039; nachträglich ergänzt noch weggelassen worden wäre. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Version in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja&lt;br /&gt;
heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus’ Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; – andere Handschriften: „den Propheten“ (Plural)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen Hebraismus, der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schreibt zwar in V. 2, dieses Zitat aus dem AT stamme von dem Propheten Jesaja. Genau genommen stammt aber nur das Kernstück des Zitats in V. 3 von Jesaja (Jes 40,3 LXX). V. 2b zitiert stattdessen eine thematisch verwandte Prophetie aus Mal 3,1. Jesaja greift in dem zitierten Abschnitt auf die Auszugsgeschichte zurück, wenn er einen ähnlich von Gott geführten Auszug aus dem Exil in Aussicht stellt, der von einem Boten (dem „Rufenden“) angekündigt wird. Gerade die ersten Verse von [[Jesaja 40|Jes 40]] sind dabei eine Schlüsselstelle für die Hoffnungen der Juden auf die Wiederherstellung alter Größe. In der Wüste (am Sinai) liegen die Anfänge des alten Israel, und in der Wüste verorteten Jesu Zeitgenossen (beispielsweise die Qumran-Gemeinschaft) auch die Anfänge des neuen Israel. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus mischt die Botschaft von Jesaja jedoch mit der von Maleachi (V. 2b). Dieser Prophet geht auf die Enttäuschung ein, die sich in Juda verbreitete, als sich Jesajas Prophetie nach dem Ende des babylonischen Exils nicht verwirklichte. Er findet die Schuld im fortgesetzten Ungehorsam des Volks, der den neuen Exodus verhindert. Dabei spielt wohl schon [[Maleachi 3#s1|Mal 3,1]] in seiner Ausdrucksweise auf den sehr ähnlich formulierten Vers [[Exodus 23#s20|Ex 23,20]] an. Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch nach dem Exil der Ungehorsam des Volkes dafür verantwortlich, dass JHWH nicht direkt heilbringend wirkt, sondern erst ein Bote sein Kommen ankündigen muss, damit das Volk Zeit zur Buße hat und so Gottes Gericht überleben kann. Markus hebt diesen Zusammenhang hervor, indem er in seinem sonst freien Zitat den Abschnitt „ich sende meinen Boten vor dir her“ aus Ex 23,20 LXX nimmt (Mal 3,1 LXX lautet: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird vor mir den Weg überwachen, und plötzlich wird in seinen Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr wollt, ja/siehe, er kommt, spricht der Herr, der Allmächtige“). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus sieht also den Zeitpunkt nun gekommen, an dem dieser Bote auftritt. Er identifiziert Johannes mit dem angekündigten Boten, der das Volk zur Umkehr bewegen soll. Jesus ist Gott, der in Mal 3,1 sein Kommen zum Gericht ankündigt hat. Seine Mission scheitert allerdings, was nach dem formalen Eintreffen Gottes in seinem Tempel zu Gericht führt (Mk 11). Am Ende wird Israel als Volk durch Gericht untergehen (Mk 13). Gott erfüllt seinen Plan stattdessen auf andere Weise (Mk 12,9-11), sodass die gute Nachricht von Gottes Kommen in Jesus (Mk 1,1) für die Erwählten, die auf Jesus und seinen Vorboten hören, tatsächlich eine gute ist (Watts 2007, 113-20; France 2002, 56ff.; Collins 2007, 135-38). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Jesaja|40|3}}{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039;: Es gibt an dieser Stelle leicht verschiedene Lesarten in den Handschriften.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes’ Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“. Andere vertreten die Position, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (so z.B. Dixon 2009, 771f). Diesem Argument folgen wir mit unserer Übersetzung.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Andere Handschriften lesen „Und eine Stimme wurde gehört“ oder „Und eine Stimme“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas’ ἄγω oder Matthäus’ ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Andere Handschriften lesen „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 19 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; Textkritik: Die Handschriften haben an dieser Stelle unterschiedliche Lesarten, und auch die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben bevorzugen verschiedene Varianten. NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν, was der hier gewählten Übersetzung entspricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. In [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt sich die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit „nachdem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne mit dieser Aussage aber eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermentlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Einzelnen antike Handschriften haben die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039;. Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben folgen verschiedenen Varianten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil diese der Jesu folgende Handlung begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überallher (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21151</id>
		<title>Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21151"/>
		<updated>2015-06-04T10:07:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: „scheid“ und „schied“ klingt doppelt.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang des Evangeliums&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; (Gr. εὐαγγέλιον) bedeutet etwa „(gute) Neuigkeit“. Hier steht es noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus. Der Begriff &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; kommt nicht aus dem Alten Testament, wo allerdings schon von Boten die Rede ist, die eine gute Nachricht von Gottes Eintreffen und Eingreifen bringen (beispielsweise in Jes 40,9; 52,7; 61,1). Wahrscheinlich gebraucht Markus ihn bewusst im direkten Kontext der in V. 2-3 folgenden Zitate, wo Johannes als der überbringende Bote und Jesus gewissermaßen als Inhalt der Botschaft dargestellt wird. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Neuen Testaments bedeutete jegliche Nachricht von oder über den Kaiser ein &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. In der Ideologie des römischen Kaiserkults galt der Kaiser als übermenschlich, weshalb seine Verlautbarungen gute Nachrichten sein mussten, die Freude auslösten und Glück und Heil brachten. Auch Nachrichten von der Geburt oder Thronbesteigung des Kaisers waren &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff im Kontrast dazu &#039;&#039;die&#039;&#039; frohe Botschaft über die angebrochene Herrschaft &#039;&#039;des einen&#039;&#039; Königs (Friedrich, εὐαγγελίζομαι, εὐαγγέλιον, προευαγγελίζομαι, εὐαγγελιστής, in: TDNT, 707-37; France 2002, 52f.). Allerdings ist unklar, wie groß der Einfluss des Kaiserkults (und damit diese bewusste Parallele) auf die Prägung des christlichen Begriffs war. &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; könnte einfach von den ersten christlichen Predigern als Bezeichnung für die Botschaft der Kirche benutzt worden sein (Guelich 1989, 13f.).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium &#039;&#039;von&#039;&#039; Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Jesus Christus&lt;br /&gt;
(Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Jesus Christus&#039;&#039; oder &#039;&#039;Jesus Christus, dem Sohn Gottes&#039;&#039; Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Ebenso denkbar ist, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. Man kann weder plausibel erklären, warum &#039;&#039;Sohn Gottes&#039;&#039; nachträglich ergänzt noch weggelassen worden wäre. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Version in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja&lt;br /&gt;
heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus’ Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; – andere Handschriften: „den Propheten“ (Plural)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen Hebraismus, der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schreibt zwar in V. 2, dieses Zitat aus dem AT stamme von dem Propheten Jesaja. Genau genommen stammt aber nur das Kernstück des Zitats in V. 3 von Jesaja (Jes 40,3 LXX). V. 2b zitiert stattdessen eine thematisch verwandte Prophetie aus Mal 3,1. Jesaja greift in dem zitierten Abschnitt auf die Auszugsgeschichte zurück, wenn er einen ähnlich von Gott geführten Auszug aus dem Exil in Aussicht stellt, der von einem Boten (dem „Rufenden“) angekündigt wird. Gerade die ersten Verse von [[Jesaja 40|Jes 40]] sind dabei eine Schlüsselstelle für die Hoffnungen der Juden auf die Wiederherstellung alter Größe. In der Wüste (am Sinai) liegen die Anfänge des alten Israel, und in der Wüste verorteten Jesu Zeitgenossen (beispielsweise die Qumran-Gemeinschaft) auch die Anfänge des neuen Israel. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus mischt die Botschaft von Jesaja jedoch mit der von Maleachi (V. 2b). Dieser Prophet geht auf die Enttäuschung ein, die sich in Juda verbreitete, als sich Jesajas Prophetie nach dem Ende des babylonischen Exils nicht verwirklichte. Er findet die Schuld im fortgesetzten Ungehorsam des Volks, der den neuen Exodus verhindert. Dabei spielt wohl schon [[Maleachi 3#s1|Mal 3,1]] in seiner Ausdrucksweise auf den sehr ähnlich formulierten Vers [[Exodus 23#s20|Ex 23,20]] an. Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch nach dem Exil der Ungehorsam des Volkes dafür verantwortlich, dass JHWH nicht direkt heilbringend wirkt, sondern erst ein Bote sein Kommen ankündigen muss, damit das Volk Zeit zur Buße hat und so Gottes Gericht überleben kann. Markus hebt diesen Zusammenhang hervor, indem er in seinem sonst freien Zitat den Abschnitt „ich sende meinen Boten vor dir her“ aus Ex 23,20 LXX nimmt (Mal 3,1 LXX lautet: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird vor mir den Weg überwachen, und plötzlich wird in seinen Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr wollt, ja/siehe, er kommt, spricht der Herr, der Allmächtige“). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus sieht also den Zeitpunkt nun gekommen, an dem dieser Bote auftritt. Er identifiziert Johannes mit dem angekündigten Boten, der das Volk zur Umkehr bewegen soll. Jesus ist Gott, der in Mal 3,1 sein Kommen zum Gericht ankündigt hat. Seine Mission scheitert allerdings, was nach dem formalen Eintreffen Gottes in seinem Tempel zu Gericht führt (Mk 11). Am Ende wird Israel als Volk durch Gericht untergehen (Mk 13). Gott erfüllt seinen Plan stattdessen auf andere Weise (Mk 12,9-11), sodass die gute Nachricht von Gottes Kommen in Jesus (Mk 1,1) für die Erwählten, die auf Jesus und seinen Vorboten hören, tatsächlich eine gute ist (Watts 2007, 113-20; France 2002, 56ff.; Collins 2007, 135-38). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Jesaja|40|3}}{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039;: Es gibt an dieser Stelle leicht verschiedene Lesarten in den Handschriften.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes’ Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“. Andere vertreten die Position, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (so z.B. Dixon 2009, 771f). Diesem Argument folgen wir mit unserer Übersetzung.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Andere Handschriften lesen „Und eine Stimme wurde gehört“ oder „Und eine Stimme“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas’ ἄγω oder Matthäus’ ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Andere Handschriften lesen „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 19 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; Textkritik: Die Handschriften haben an dieser Stelle unterschiedliche Lesarten, und auch die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben bevorzugen verschiedene Varianten. NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν, was der hier gewählten Übersetzung entspricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt sich die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit „nachdem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne mit dieser Aussage aber eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermentlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Einzelnen antike Handschriften haben die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039;. Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben folgen verschiedenen Varianten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil diese der Jesu folgende Handlung begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überallher (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21150</id>
		<title>Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21150"/>
		<updated>2015-06-04T10:04:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: Um zum vorangehenden Satz den Unterschied zwischen den Handschriften und dem Fließtext der Urtext-Ausgaben etwas mehr hervorzuheben.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang des Evangeliums&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; (Gr. εὐαγγέλιον) bedeutet etwa „(gute) Neuigkeit“. Hier steht es noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus. Der Begriff &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; kommt nicht aus dem Alten Testament, wo allerdings schon von Boten die Rede ist, die eine gute Nachricht von Gottes Eintreffen und Eingreifen bringen (beispielsweise in Jes 40,9; 52,7; 61,1). Wahrscheinlich gebraucht Markus ihn bewusst im direkten Kontext der in V. 2-3 folgenden Zitate, wo Johannes als der überbringende Bote und Jesus gewissermaßen als Inhalt der Botschaft dargestellt wird. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Neuen Testaments bedeutete jegliche Nachricht von oder über den Kaiser ein &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. In der Ideologie des römischen Kaiserkults galt der Kaiser als übermenschlich, weshalb seine Verlautbarungen gute Nachrichten sein mussten, die Freude auslösten und Glück und Heil brachten. Auch Nachrichten von der Geburt oder Thronbesteigung des Kaisers waren &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff im Kontrast dazu &#039;&#039;die&#039;&#039; frohe Botschaft über die angebrochene Herrschaft &#039;&#039;des einen&#039;&#039; Königs (Friedrich, εὐαγγελίζομαι, εὐαγγέλιον, προευαγγελίζομαι, εὐαγγελιστής, in: TDNT, 707-37; France 2002, 52f.). Allerdings ist unklar, wie groß der Einfluss des Kaiserkults (und damit diese bewusste Parallele) auf die Prägung des christlichen Begriffs war. &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; könnte einfach von den ersten christlichen Predigern als Bezeichnung für die Botschaft der Kirche benutzt worden sein (Guelich 1989, 13f.).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium &#039;&#039;von&#039;&#039; Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Jesus Christus&lt;br /&gt;
(Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Jesus Christus&#039;&#039; oder &#039;&#039;Jesus Christus, dem Sohn Gottes&#039;&#039; Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Ebenso denkbar ist, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. Man kann weder plausibel erklären, warum &#039;&#039;Sohn Gottes&#039;&#039; nachträglich ergänzt noch weggelassen worden wäre. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Version in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja&lt;br /&gt;
heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus’ Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; – andere Handschriften: „den Propheten“ (Plural)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen Hebraismus, der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schreibt zwar in V. 2, dieses Zitat aus dem AT stamme von dem Propheten Jesaja. Genau genommen stammt aber nur das Kernstück des Zitats in V. 3 von Jesaja (Jes 40,3 LXX). V. 2b zitiert stattdessen eine thematisch verwandte Prophetie aus Mal 3,1. Jesaja greift in dem zitierten Abschnitt auf die Auszugsgeschichte zurück, wenn er einen ähnlich von Gott geführten Auszug aus dem Exil in Aussicht stellt, der von einem Boten (dem „Rufenden“) angekündigt wird. Gerade die ersten Verse von [[Jesaja 40|Jes 40]] sind dabei eine Schlüsselstelle für die Hoffnungen der Juden auf die Wiederherstellung alter Größe. In der Wüste (am Sinai) liegen die Anfänge des alten Israel, und in der Wüste verorteten Jesu Zeitgenossen (beispielsweise die Qumran-Gemeinschaft) auch die Anfänge des neuen Israel. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus mischt die Botschaft von Jesaja jedoch mit der von Maleachi (V. 2b). Dieser Prophet geht auf die Enttäuschung ein, die sich in Juda verbreitete, als sich Jesajas Prophetie nach dem Ende des babylonischen Exils nicht verwirklichte. Er findet die Schuld im fortgesetzten Ungehorsam des Volks, der den neuen Exodus verhindert. Dabei spielt wohl schon [[Maleachi 3#s1|Mal 3,1]] in seiner Ausdrucksweise auf den sehr ähnlich formulierten Vers [[Exodus 23#s20|Ex 23,20]] an. Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch nach dem Exil der Ungehorsam des Volkes dafür verantwortlich, dass JHWH nicht direkt heilbringend wirkt, sondern erst ein Bote sein Kommen ankündigen muss, damit das Volk Zeit zur Buße hat und so Gottes Gericht überleben kann. Markus hebt diesen Zusammenhang hervor, indem er in seinem sonst freien Zitat den Abschnitt „ich sende meinen Boten vor dir her“ aus Ex 23,20 LXX nimmt (Mal 3,1 LXX lautet: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird vor mir den Weg überwachen, und plötzlich wird in seinen Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr wollt, ja/siehe, er kommt, spricht der Herr, der Allmächtige“). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus sieht also den Zeitpunkt nun gekommen, an dem dieser Bote auftritt. Er identifiziert Johannes mit dem angekündigten Boten, der das Volk zur Umkehr bewegen soll. Jesus ist Gott, der in Mal 3,1 sein Kommen zum Gericht ankündigt hat. Seine Mission scheitert allerdings, was nach dem formalen Eintreffen Gottes in seinem Tempel zu Gericht führt (Mk 11). Am Ende wird Israel als Volk durch Gericht untergehen (Mk 13). Gott erfüllt seinen Plan stattdessen auf andere Weise (Mk 12,9-11), sodass die gute Nachricht von Gottes Kommen in Jesus (Mk 1,1) für die Erwählten, die auf Jesus und seinen Vorboten hören, tatsächlich eine gute ist (Watts 2007, 113-20; France 2002, 56ff.; Collins 2007, 135-38). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Jesaja|40|3}}{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039;: Es gibt an dieser Stelle leicht verschiedene Lesarten in den Handschriften.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes’ Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“. Andere vertreten die Position, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (so z.B. Dixon 2009, 771f). Diesem Argument folgen wir mit unserer Übersetzung.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Andere Handschriften lesen „Und eine Stimme wurde gehört“ oder „Und eine Stimme“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas’ ἄγω oder Matthäus’ ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Andere Handschriften lesen „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 19 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; Textkritik: Die Handschriften haben an dieser Stelle unterschiedliche Lesarten, und auch die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben entscheiden sich für verschiedene Varianten. NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν, was der hier gewählten Übersetzung entspricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt sich die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit „nachdem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne mit dieser Aussage aber eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermentlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Einzelnen antike Handschriften haben die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039;. Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben folgen verschiedenen Varianten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil diese der Jesu folgende Handlung begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überallher (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21149</id>
		<title>Diskussion:Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21149"/>
		<updated>2015-06-04T09:59:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = Dymat&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-45: ja, s. jedoch den Abschnitt unten zu V. 3. Mom. fehlt eine Fn zu Gottes Königsherrschaft/Reich in V. 15. Textkritik wird ab V. 27 nicht mehr besprochen! (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = 1: Elliptischer Einleitungssatz, in dem etliche Artikel ausgelassen sind (was häufiger zu beobachten ist). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2-3: Eingeleitetes, kombiniertes Schriftzitat (vgl. Fußnoten), das Johannes und Jesus zueinander sowie zu atl. Prophezeiungen in Beziehung bringt und denen Markus im weiteren Verlauf des Evangeliums folgt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
4-13 formulieren „biblisch klingend“ (France): sehr semitisierend, wobei Sätze mit &amp;quot;und&amp;quot; beginnen und direkt durch das Prädikat eingeleitet werden. Verschränkter Satzbau, Hebraismen, &amp;quot;sein&amp;quot; und &amp;quot;werden/sich ereignen&amp;quot; als generische Prädikate. Die Satzeinleitungen mit kai und die kurzen Sätze könnten auch auf Markus&#039; volkstümlichen griechischen Erzählstil zurückzuführen sein (NSS zu Mk 1,12, beruft sich auf M. Reiser, Syntax und Stil des Markusevangeliums im Licht der hellenistischen Volksliteratur, 1984). Jede ungewöhnliche Formulierung, die in der SF noch vorhanden ist, ist diesem Stil geschuldet. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Weiter formuliert Markus sehr gerafft (εὐθὺς in 10 und 12 usw.; kurze, schnell abgeschlossene Handlungsstränge), aber lebendig. kai &amp;quot;und&amp;quot; ist eine äußerst häufige koordinierende Konjunktion (sonst ist im Griechischen eher de &amp;quot;und/aber&amp;quot; üblich). Der Prolog (1-15) steckt voller wiederholter Schlüsselbegriffe und stellt Johannes und Jesus mit ihrem Wirken in Erfüllung des Schriftzitats in 2-3 nebeneinander. (Ben)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-45 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1 und wo zitiert: Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976.&lt;br /&gt;
Wo zitiert: &lt;br /&gt;
Richard C. Blight, An Exegetical Summary of Mark 1–8 (ES), Dallas 2012;&lt;br /&gt;
Ernst Lohmeyer, [http://digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/display/bsb00051832_00001.html?prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;hl=scan&amp;amp;rows=10&amp;amp;mode=simple Das Evangelium des Markus] (KEKNT), Göttingen 1951;&lt;br /&gt;
C.S. Mann, Mark. A New Translation with Introduction and Commentary (AB), Garden City 1986.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Weitere zitierte Werke&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Heinrich Greeven/Eberhard W. Güting, [http://http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC Textkritik des Markusevangeliums], Münster 2005;&lt;br /&gt;
Peter Head, [https://app.box.com/shared/yvo5xg56nn A Text-Critical Study of Mark 1.1: &#039;The Beginning of the Gospel of Jesus Christ&#039;], in: NTS 37.4 (1991), S. 621-629;&lt;br /&gt;
Bruce Manning Metzger, A Textual Commentary on the Greek New Testament. A Companion Volume to the United Bible Societies’ Greek New Testament (4th rev. ed.), London &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994;&lt;br /&gt;
Tommy Wasserman [http://evangelicaltextualcriticism.blogspot.com/2011/10/mark-11-handout.html Mark 1:1 Handout]. Zu dem Vortrag „The &amp;quot;Son of God&amp;quot; Was in the Beginning (Mark 1:1)“, den Wasserman auf der internationalen SBL-Konferenz 2010 hielt;&lt;br /&gt;
Wieland Willker, [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/ An Online Textual Commentary on the Greek Gospels: Mark], Bremen &amp;lt;sup&amp;gt;10&amp;lt;/sup&amp;gt;2013&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
AT-Zitate: Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiter: Gerhard Delling, πλήρης, πληρόω, πλήρωμα, ἀναπληρόω, ἀνταναπληρόω, ἐκπληρόω, ἐκπλήρωσις, συμπληρόω, πληροφορέω, πληροφορία, in: TDNT, 283-311; &lt;br /&gt;
Edward P. Dixon, Descending Spirit and Descending Gods: A “Greek” Interpretation of the Spirit’s “Descent as a Dove” in Mark 1:10, in: JBL 128/4 (2009), 759–780;&lt;br /&gt;
M. J. Selman, House, in: New Bible Dictionary (Hg. Wood/Marshall u.a.), Leicester 1996, S. 487-90 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-45: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-45: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienfassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Die Verse 1-3 brauchen nur noch den Übersetzungsvergleich und können somit von mir aus als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markiert werden - wenn es keine Einsprüche gibt. Über Feedback zur Verständlichkeit und Relevanz der Fußnoten würde ich mich freuen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1-8 erfüllen jetzt alle Kriterien (bis auf die fehlende Analyse der Constructus-Verbindung &amp;quot;Stimme eines Rufenden&amp;quot; in V. 3). Sie bilden auch eine abgrenzbare Untereinheit (z.B. France). Wer möchte, darf probe- und korrekturlesen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:52, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: 1-15 (die &amp;quot;längere&amp;quot; Einleitung) sind jetzt fertig. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:11, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: 1-22. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:32, 7. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: Das ganze Kapitel! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Bei zwei Fragen würde ich mich besonders über Rückmeldungen freuen: a) die textkritische Argumentation und folgende Auslassung von &amp;quot;Sohn Gottes&amp;quot; in V. 1. b) die Übersetzung von eis auton in V. 11 samt Fußnote. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur möglichen späteren Revision: die Fn zu &amp;quot;aus Nazaret in Galiläa&amp;quot; (Titel oder Lokalangabe?) in V. 9. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Kapitel ist jetzt fertig korrigiert. Ich gebe 2 Wochen, dann werde ich es als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markieren, wenn es keinen Widerspruch gibt. Ende März plane ich, noch einmal meine ganze Arbeit gegenzulesen. Wenn das geschehen ist (oder wenn sich jemand anderes die Mühe macht), kann man sich über &amp;quot;fertige Studienfassung&amp;quot; unterhalten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke, das Verfahren erscheint mir sinnvoll. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 13:12, 17. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Momentan haben wir bzgl. der Status die ungünstige Situation, dass die Studienfassung sowohl als fast fertig als auch (wg. des Status &amp;quot;Lesefassung in Arbeit&amp;quot;) als &amp;quot;final&amp;quot; eingeordnet ist (hier und bei [[Markus 2]]). Mein erster Gedanke wäre: Da das Statussystem noch nicht aktualisiert und die Lesefassung schon &amp;quot;anübersetzt&amp;quot; ist, lasst uns den LF-Status doch zunächst herausnehmen. Was meint ihr?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht nutze ich das auch als Motivation, die Gegenlese doch noch schnell demnächst zu machen... --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:13, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Treffen war vom zehnten bis zwölften Oktober und bis jetzt wurde das Statussystem nicht geändert. Ich würde es dringend ändern. Wäre dafür, den Status für die Lesefassung raus zu nehmen. Aber das Statussystem sollte so schnell wie möglich verbessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:--[[Benutzer:Mongoose|Mongoose]] 23:44, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Vorerst entfernt. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Status hochgesetzt! Es fehlen natürlich noch abschnittsweise Anmerkungen sowie die Ausgliederung textkritischer Fn i.S. der neuen SF-Kriterien, die wir so gut wie abgesegnet haben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 05:18, 14. Feb. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Für später===&lt;br /&gt;
* Die Möglichkeit einer Fußnote zur &amp;quot;Umkehr&amp;quot; in V. 15 wäre zu prüfen.&lt;br /&gt;
* Fn zu &amp;quot;Reich Gottes&amp;quot; in V. 15 fehlt. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Nestle-Aland setzt hier die unsichere Lesart [des Sohnes Gottes] in Klammern, was bedeutet, dass man keine finale Entscheidung treffen wollte. Das müssen wir aber! Ich habe die Lesart mal in eine Fußnote verschoben. Sinnvoll ist evtl. zudem, beide Lesarten im Text zu listen (eine in der Klammer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Ἀρχὴ können wir evtl. noch nachweisen, dass die Übersetzung mit bestimmtem Artikel richtig ist. Der NSS hat m.W. einen Beleg bei DBR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studienfassung sollte auch den Genitiv &amp;quot;Jesu Christi&amp;quot; bestimmen. M.M.n. ist er objektiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Evangelium&amp;quot; brauchen wir eine Fußnote. Zudem sollten wir erklären, warum der Satz prädikatlos ist und welche Funktion er hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich überlasse das gerne einem Freiwilligen, werde das ansonsten aber selbst bald in Angriff nehmen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:15, 18. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Fußnoten sollten alle aufgeworfenen Fragen beantworten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 3===&lt;br /&gt;
Die Funktion der wörtlich ins Griechische übersetzten Konstruktus-Verbindung will ich noch genauer erforschen. Ich wüsste nicht, dass meine Kommentare dazu geschrieben hätten. Fast alle Übersetzungen umschreiben: &amp;quot;eine Stimme ruft&amp;quot; (Menge, EÜ, NGÜ). GNB: &amp;quot;In der Wüste ruft einer&amp;quot;, Luther: &amp;quot;Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste&amp;quot;. Zür übersetzt das Ptz. substantiviert: &amp;quot;Stimme eines Rufers&amp;quot;. Zumindest für die Lesefassung brauchen wir eine Vorstellung, wie wir das adequat wiedergeben wollen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:06, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine kurze Fußnote geschrieben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 8===&lt;br /&gt;
Dymat setzt in seiner Erstübersetzung eine Fußnote: &amp;lt;code&amp;gt;Da das Wort βαπτίζω eintauchen bedeutet, ist die Übersetzung in heiligem Geist m.E. die bessere Variante.&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird das Wort in der LXX (bei Naaman) so gebraucht, im Neuen Testament würde ich aber von einer Bedeutungsverschiebung ausgehen. Hier wird das Wort zum Terminus technicus für eine zeremonielle Handlung. Man müsste untersuchen, ob das Untertauchen tatsächlich dazugehörte, und ob αὐτὸς δὲ βαπτίσει ὑμᾶς ἐν πνεύματι ἁγίῳ das wirklich signalisieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Collins 2007, 140 bestätigt Johannes die Praxis des Eintauchens, die auch in Qumrans Ritualbädern praktiziert wurde, allerdings ohne Quellen- oder weitere Angaben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ἐν instrumental gemeint ist, aber auch mit der lokalen Deutung kann ich mich anfreunden. Aber auch wenn von einer Taufe &amp;quot;im Heiligen Geist&amp;quot; die Rede ist, würde das ein Unter- oder Eintauchen in den Geist beinhalten, oder wäre das Konzept nicht doch eher übertragen zu verstehen? Wenn Dymats Beobachtung stimmt, würde ich mich sehr über Vorschläge freuen, wie man das auf Deutsch ausdrücken könnte! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:02, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kommentar von France 2002, 72 befasst sich mit der Frage. Er warnt davor, zu viele Bilder in das Konzept der Geistestaufe hineinzulesen. Seine Schlussfolgerung: &amp;lt;code&amp;gt;The antithesis focuses neither on the verb βαπτίζω nor on its syntactical links, but on the contrast between water and the Holy Spirit, and on the two different levels of efficacy in the ministries of John and his successor which they represent.&amp;lt;/code&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Guelich 1989, 25 schreibt: &amp;lt;code&amp;gt;John, focusing on his baptism as the trademark to his ministry, used baptism metaphorically to contrast his ministry with that of “the Greater One.” The bestowal of the Spirit expressed metaphorically as a baptism signified God’s eschatological act of salvation promised long ago by the prophets ... Therefore, the Baptist was declaring the dawn of a new day of salvation, not simply a new baptism. &amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliches schreibt auch Pesch 1976, 85f. zur Geistestaufe, auch wenn er pneuma gerne als &amp;quot;Sturm&amp;quot; (des göttlichen Gerichts) verstehen möchte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher werde ich die Fußnote entfernen und die instrumentale Übersetzung von en vorziehen. Über Rückfragen freue ich mich natürlich. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:22, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich glaube auch, mich erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass viele Ritualbäder in Qumran eigentlich zu klein waren, als dass da jemand wirklich hätte untertauchen können (gleiches gilt für die urchristlichen Taufstätten). Auch dann wäre es wohl wirklich sinnvoller, βαπτίζω als schon zu Qumran-Zeiten ritualisierte Handlung aufzufassen, die nur noch begriffsmäßig mit dem &amp;quot;Untertauchen&amp;quot; zusammenhängt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu ἐν: Schwyzer II.B.V.2.b.7.1 (das sind geile Stellenangaben :) - ist S. 457f.) erwähnt noch, dass ἐν + Lebewesen auch &#039;&#039;sozial&#039;&#039; verorten kann: &amp;quot;in Gegenwart von X, vor X&amp;quot; (aber das ist hier wohl theoretisch möglich und eher unwahrscheinlich). Wallace S. 374 diskutiert Mk 1,8, übersetzt &amp;quot;but he shall baptize you &#039;&#039;&#039;with&#039;&#039;&#039; the Holy Spirit&amp;quot; und kommentiert: &amp;quot;Here it is obvious that Christ is the agent (since autós is the subject) and the Holy Spirit is the means (and perhaps sphere) that the Lord uses to baptize.&amp;quot;--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke für die Schützenhilfe und Belege! :-) Zu Qumran meine ich den etwas kurzen Besprechungen zu entnehmen, dass man dort von einer Untertauch-Taufe ausgeht. Eigentlich waren alle bekannten Ritualbäder aus dieser Zeit zum Tauchen. Gerade im Kontext von Markus 1 spricht sprachlich auch vieles für ein Untertauchen. Wenn man Johannes&#039; Taufe als eine Art Vollzug der levitischen Reinigungsbäder versteht, dann ist auch da Untertauchen nicht unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu en: Genau so habe ich es am Ende auch verstanden. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 12===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote ac wird &#039;&#039;brachte&#039;&#039; und &#039;&#039;trieb&#039;&#039; gegenübergestellt, „führte“ findet hier keine Erwähnung mehr. Handelt es sich um eine weniger passende Formulierung, die nicht in den Fordergrund gestellt werden soll hinsichtlich des weiteren Fußnotentexts, oder soll „trieb“ auch „führte“ mitabdecken? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 13===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dienten (versorgten, warteten auf)&#039;&#039; – &#039;&#039;warteten auf&#039;&#039; bestimmt nicht im Sinne von „auf jemanden warten“, sondern von „Aufwartung machen“, Synonym für „dienen“, oder? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 16===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote al ist die Rede von einem hellenistischen Dialekt. Könnte dieser auch in Vers 10, Fußnote y anzutreffen sein? „Der Geist von oben auf ihn herabkam“ vs. „der Geist kam (sich in ihm befindend)“ analog zu „warfen Wurfnetze von außerhalb ins Meer hinein“ vs. „warfen Wurfnetze (sich) im Meer (befindend)“? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:59, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lesefassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das griechische Wort Evangelium eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:28, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schlage sowohl für Lesefassung als auch für Studienfassung „Freudenbotschaft“ vor, dass ich in Mk16 verwendet habe. Es ist recht wörtlich übersetzt und passt zu Bens Fußnote. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zwar eine klangvolle Lösung, aber sie ist mir etwas zu spezifisch. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie nicht in allen Kontexten passen könnte. Zu spezifisch ist die Konnotation &amp;quot;Freude&amp;quot;, die in &amp;quot;Evangelium&amp;quot; so nicht direkt enthalten ist. Auch wenn von Nachrichten vom Kaiser scheinbar Freude als Reaktion erwartet wurde, wissen wir nicht, ob der Begriff als so technisch bekannt war, dass man diese Erwartung automatisch hineingelesen hätte. Es ist eben völlig unklar, ob die Parallelen bewusst oder zufällig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klopfen wir doch mal ab. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; scheint mehrere Konnotationen zu enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I. Ethymologisch&#039;&#039;&#039; (und wohl auch kontextuell vorhanden, aber wie stark, ist die Frage) sind zwei Informationen:&lt;br /&gt;
# Eine (religiöse oder in den religiösen Bereich gerückte) Botschaft&lt;br /&gt;
# Als Botschaft, Nachricht oder Neuigkeit handelt es sich um eine Information, 1. die nicht jeder kennt, 2. die zur Weitergabe bestimmt ist (oder üblicherweise weitergegeben wird).&lt;br /&gt;
# Diese Botschaft ist positiv (man könnte sagen: ein Grund zur Freude, aber man muss nicht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II. Aus dem NT&#039;&#039;&#039; haben wir weitere Informationen: &lt;br /&gt;
# Theologisch: Diese Botschaft kommt von Gott. Sie ist zumindest teilweise schon im AT angekündigt/enthalten. Diese Botschaft muss man im Glauben annehmen. Sie bringt allen Menschen, die das tun, Heil. Die Informationen &amp;quot;gut&amp;quot;, &amp;quot;Nachricht&amp;quot; und &amp;quot;Weitergabe&amp;quot; sind korrekt, weswegen das Wort wohl auch von den Christen angenommen wurde.&lt;br /&gt;
# Es gibt jedoch verschiedene Ausprägungen, nämlich&lt;br /&gt;
## vorchristliche (z.B. die Verkündigung Jesu)&lt;br /&gt;
## christliche (das christliche, heilsbringende Evangelium)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III. Aus der frühen Kirche&#039;&#039;&#039; kommt der Wandel zur Gattungsbezeichnung, der sich möglicherweise zum ersten Mal in der Einleitung des Markusevangeliums findet, entweder (und da bin ich mir unsicher)&lt;br /&gt;
# für ein Werk, das diese Botschaft (mit ihrem Zentrum: Jesus) festhält und erklärt oder&lt;br /&gt;
# speziell als Bericht des Lebens, der Botschaft, Passion und Auferstehung Jesu (so der moderne technische Sinn)&lt;br /&gt;
oder beides.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der ideale deutsche Begriff/Formel&#039;&#039;&#039; wäre &#039;&#039;&#039;a) theologisch korrekt&#039;&#039;&#039; (d.h. nicht irreführend), &#039;&#039;&#039;b) weit&#039;&#039;&#039; genug, um nicht nur die christliche Verkündigung, sowie zudem den Gattungsbegriff zuzulassen und in jeden Kontext zu passen, und &#039;&#039;&#039;c)&#039;&#039;&#039; in seiner Zusammensetzung (das Deutsche ist wie das Griechische eine synthetische Sprache, in der in vielen Wörtern die Bestandteile direkt erkenntlich sind) &#039;&#039;&#039;genauso deutlich wie das griechische Wort&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergeben sich mehrere Erwägungen:&lt;br /&gt;
# Ist es möglich, einen Begriff/Formel zu finden, um das Wort einheitlich zu übersetzen? Wenn nicht, müssen wir entweder a) je nach Kontext unterschiedliche Lösungen finden oder b) bei &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als theologischem Fachbegriff bleiben.&lt;br /&gt;
# Ist es angesichts der vielfältigen Verwendungen und dieser Anforderungen sinnvoller, den Begriff einheitlich ins Deutsche zu übertragen, oder ist &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als terminus technicus (t.t.) ausreichend? Der größte Nachteil von dt. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; ist die fehlende sprachliche Klarheit. Damit geht ihm nicht nur Aussagekraft, sondern auch eine gewisse emotionale Wirkung ab.&lt;br /&gt;
# Es könnte einen gewissen Wert haben, in beiden Fassungen gleich vorzugehen.&lt;br /&gt;
# Wie wichtig ist uns beispielsweise der Gattungsbegriff? Können wir ihn vernachlässigen?&lt;br /&gt;
# Welche Rolle spielt für uns das Übersetzungsziel der Akzeptabilität? Mit anderen Worten: Vielleicht sollten wir zu exotische oder komplexe Lösungen vermeiden. Gerade die Lesefassung soll (wohl gerade auch in Hinsicht auf solche Schlüsselwörter) aus sich selbst heraus verständlich sein. Es kommt also vermutlich keine Übersetzung in Frage, der man nicht auf den ersten Blick anmerkt, dass sie sich aus Sicht des Christen hauptsächlich auf die christliche Botschaft bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist nicht zu Ende gedacht, es könnte weiter Folgerungen geben. Ich glaube, eine einheitliche Übersetzung (zumindest für die christliche Botschaft etwas bei Paulus) wäre wünschenswert. Ob man durchweg einheitlich oder nur innerhalb eines Bezugsrahmens einheitlich bleiben möchte, hängt vermutlich davon ab, welche Optionen wir finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Rest muss ein Brainstorming klären. Ich glaube nicht, dass wir auf eine Lösung kommen werden, die noch niemand vor uns angewandt hat. Helfen könnten uns auch Beobachtungen, welche anderen Wendungen die biblischen Autoren auf dasselbe Konzept beziehen. (In Mk ist das z.B. &amp;quot;Wort&amp;quot; oder besser &amp;quot;Botschaft&amp;quot;.) Ich setze mal das Brainstorming fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Olafs erster Vorschlag war &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute allgemeine Begriffe wären &amp;quot;gute Nachricht&amp;quot; oder &amp;quot;Frohe /Frohbotschaft&amp;quot;. Theologisch und wirkungsgeschichtlich angemessen wäre &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot;, aber auch das ist relativ spezifisch (mehr als nötig?). Diese Vorschläge haben wie &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot; den Nachteil, dass wir sie nicht als Gattungsbezeichnung gewöhnt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige spezifische Übersetzungen könnten z.B. in Richtung &amp;quot;die christliche Botschaft&amp;quot;, &amp;quot;Gottes Botschaft&amp;quot; oder &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot; gehen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:32, 12. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 4===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Umkehr zur Vergebung der Sünden eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:33, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt „Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ habe ich in Lk3 „Bußtaufe zur Sündenvergebung“ gewählt – in der dortigen Studienfassung habe ich außerdem Ersatzformulierungen zu den einzelnen Teilbegriffen. Ich halte aber sowohl „Bußtaufe“ als auch „Sündenvergebung“ für gut verständlich für unsere Zielgruppe. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den beiden letzten Begriffen könnte man vielleicht doch noch nach zugänglicheren Begriffen suchen. Oben hast du ja immerhin argumentiert, &amp;quot;Evangelium&amp;quot; müsste man durch einen verständlicheren Begriff ersetzen. &amp;quot;Buße&amp;quot; ist sehr speziell und &amp;quot;Sündenvergebung&amp;quot; klingt m.E. in schon fast abschreckender Weise theologisch. Hier können wir uns sicher weitere Stimmen anhören. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 14===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das Evangelium Gottes eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:36, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe V. 1. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 17===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Kommt, folgt mir nach eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:39, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl „kommen“ als auch „nachfolgen“ ist aktuelle und allgemein übliches Hochdeutsch. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 23-34===&lt;br /&gt;
Auf vielfachen Wunsch habe ich im Beispiel für die didaktische Variante zu Dämonen den Text editiert und nun unheilige Gedanken ersetzt durch unheilige Geister bzw. unheiligen Geist mit Ausnahme von zwei Stellen, wo der Begriff im Zusammenhang mit Besessenheit auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier das Zitat aus der Verstehbibel. Man könnte überlegen, an welchen Stellen im Text von xobin Dämon ersetzt werden kann durch unheiliger Geist. Der Begriff unheilig ist mir deshalb wichtig, weil er einen sprachlichen Antagonismus darstellt zu heiligem Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich trat in ihrer Kirche ein Mann in Erscheinung. Der war besessen von einem unheiligen Gedanken. Er brüllte wild herum. Seine Sprüche waren dabei diese: Ha! Was willst du überhaupt bei uns, Jesus? Du bist doch aus Nazareth. Weshalb bist du gekommen? Willst du uns kaputt machen? Ich kenn dich nur zu gut. Du bist der Heilige von Gott! Jetzt fuhr Jesus ihm ins Wort: Lass die Sprüche! Mach dich weg von ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Stelle bekam der Mann Schüttelkrämpfe. Der unheilige Geist schrie dabei lauthals. Dann verließ er den Mann. Tief erschüttert fragten sich alle untereinander: Was war das? Ist das die neue Art zu predigen? Der erteilt mit Vollmacht den unheiligen Geistern Befehle. Und die gehorchen ihm. Das sprach sich sofort überall herum. Das ganze Gebiet von Galiläa erfuhr davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie aber hatten die Kirche schon wieder verlassen. Jakobus und Johannes kamen mit. Gemeinsam gingen sie mit Simon und Andreas zu deren Elternhaus. Die Schwiegermutter von Simon lag nämlich mit Fieber krank im Bett. Umgehend gab man ihm Bericht über ihren Zustand. Schon trat er auf sie zu. Er nahm sie bei der Hand und zog sie hoch. Das Fieber verschwand auf der Stelle. Sie konnte nun ihre Gäste sogar bewirten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen war es Abend geworden. Die Sonne war schon am untergehen. Und doch brachte man noch zu ihm alle Elenden und alle von unheiligen Gedanken Besessenen. Ja, die ganze Stadt versammelte sich vor der Haustür. Dort heilte er viele Kranke und Elende. Auch verscheuchte er jede Menge unheiliger Geister. Er ließ diese Dämonen aber nicht zu Wort kommen. Sie kannten ihn nämlich nur zu gut. Schließlich war er ja der Christus.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 13:26, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wort zum sprachlichen Hintergrund. Wenn Markus von &amp;quot;unreinen Geistern&amp;quot; schreibt, steht das synonym für &amp;quot;Dämonen&amp;quot;. Er benutzt diese Wendung absichtlich, um hervorzuheben, was für die Juden unrein ist. Nämlich offenbar auch die erwähnten Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin abgesehen davon noch immer nicht überzeugt, dass wir Dämon überhaupt durch einen modernen Begriff ersetzen müssen. Die einzige bedeutungsäquivalente Übersetzung wäre &amp;quot;böser Geist&amp;quot;, aber ich sehe nicht, dass sie besser geeignet wäre. &amp;quot;unheilig&amp;quot; hebt eine zu spezielle Nebenbedeutung hervor. Die beste Ersatzformulierung ist in dieser Hinsicht möglichst neutral. Beispielsweise schwingen bei &amp;quot;böser Geist&amp;quot; m.E. keine anderen Konnotationen mit als bei &amp;quot;Dämon&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &amp;quot;unheiliger Geist&amp;quot; gäbe es zudem die Gefahr, das theologisch falsch zu verstehen. Es gibt &#039;&#039;einen&#039;&#039; Heiligen Geist. Wenn wir dann von einem &#039;&#039;unheiligen Geist&#039;&#039; sprechen, denken sich manche Leser vielleicht, dass der &amp;quot;unheilige Geist&amp;quot; der &#039;&#039;eine&#039;&#039; Widersacher des Heiligen Geistes ist wie der Teufel der Widersacher Gottes. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:18, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich bin außerdem nicht ganz davon überzeugt, dass der Begriff &amp;quot;Dämon&amp;quot; umschrieben werden muss, &amp;quot;unheilig&amp;quot; aber selbsterklärend sein soll. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 17:04, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämon ist ein griechisches Wort, dessen Bedeutung man auch als normal gebildeter Mensch nicht unmittelbar verstehen kann; es sei denn, du gehst davon aus, dass ein gebildeter Mensch griechisch kann. OK, ich bin ungebildet! Unheilig ist das Gegenteil von heilig und für jemanden mit Allgemeinbildung imho leichter zu verstehen als Dämon. Im andern Fall bräuchte man gar nicht mehr zu übersetzen, sondern könnte einfach die eingedeutschten griechischen Begriffe benutzen.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 21:13, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämonen sind eigentlich ein in unserer Kultur recht geläufiges Konzept. Doch mir fällt gerade auf: Es ist hier dreimal von unreinen Geistern die Rede, aber niemals von Dämonen. Die Frage stellt sich also eigentlich nicht. Was ein &amp;quot;unreiner Geist&amp;quot; ist, wird ja wohl auch aus dem Kontext klar: Nämlich ein böses übernatürliches Wesen, das 1. Besitz und Kontrolle von Menschen ergreift, 2. Jesus erkennt und 3. seiner Macht weichen muss. Wie viel mehr muss denn dem Leser noch klar gemacht werden? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:23, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_1&amp;diff=21148</id>
		<title>Diskussion:Markus 1</title>
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		<updated>2015-06-04T09:36:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = Dymat&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-45: ja, s. jedoch den Abschnitt unten zu V. 3. Mom. fehlt eine Fn zu Gottes Königsherrschaft/Reich in V. 15. Textkritik wird ab V. 27 nicht mehr besprochen! (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = 1: Elliptischer Einleitungssatz, in dem etliche Artikel ausgelassen sind (was häufiger zu beobachten ist). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2-3: Eingeleitetes, kombiniertes Schriftzitat (vgl. Fußnoten), das Johannes und Jesus zueinander sowie zu atl. Prophezeiungen in Beziehung bringt und denen Markus im weiteren Verlauf des Evangeliums folgt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
4-13 formulieren „biblisch klingend“ (France): sehr semitisierend, wobei Sätze mit &amp;quot;und&amp;quot; beginnen und direkt durch das Prädikat eingeleitet werden. Verschränkter Satzbau, Hebraismen, &amp;quot;sein&amp;quot; und &amp;quot;werden/sich ereignen&amp;quot; als generische Prädikate. Die Satzeinleitungen mit kai und die kurzen Sätze könnten auch auf Markus&#039; volkstümlichen griechischen Erzählstil zurückzuführen sein (NSS zu Mk 1,12, beruft sich auf M. Reiser, Syntax und Stil des Markusevangeliums im Licht der hellenistischen Volksliteratur, 1984). Jede ungewöhnliche Formulierung, die in der SF noch vorhanden ist, ist diesem Stil geschuldet. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Weiter formuliert Markus sehr gerafft (εὐθὺς in 10 und 12 usw.; kurze, schnell abgeschlossene Handlungsstränge), aber lebendig. kai &amp;quot;und&amp;quot; ist eine äußerst häufige koordinierende Konjunktion (sonst ist im Griechischen eher de &amp;quot;und/aber&amp;quot; üblich). Der Prolog (1-15) steckt voller wiederholter Schlüsselbegriffe und stellt Johannes und Jesus mit ihrem Wirken in Erfüllung des Schriftzitats in 2-3 nebeneinander. (Ben)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-45: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-45 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1 und wo zitiert: Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976.&lt;br /&gt;
Wo zitiert: &lt;br /&gt;
Richard C. Blight, An Exegetical Summary of Mark 1–8 (ES), Dallas 2012;&lt;br /&gt;
Ernst Lohmeyer, [http://digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/display/bsb00051832_00001.html?prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;hl=scan&amp;amp;rows=10&amp;amp;mode=simple Das Evangelium des Markus] (KEKNT), Göttingen 1951;&lt;br /&gt;
C.S. Mann, Mark. A New Translation with Introduction and Commentary (AB), Garden City 1986.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1-45: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Weitere zitierte Werke&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Heinrich Greeven/Eberhard W. Güting, [http://http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC Textkritik des Markusevangeliums], Münster 2005;&lt;br /&gt;
Peter Head, [https://app.box.com/shared/yvo5xg56nn A Text-Critical Study of Mark 1.1: &#039;The Beginning of the Gospel of Jesus Christ&#039;], in: NTS 37.4 (1991), S. 621-629;&lt;br /&gt;
Bruce Manning Metzger, A Textual Commentary on the Greek New Testament. A Companion Volume to the United Bible Societies’ Greek New Testament (4th rev. ed.), London &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994;&lt;br /&gt;
Tommy Wasserman [http://evangelicaltextualcriticism.blogspot.com/2011/10/mark-11-handout.html Mark 1:1 Handout]. Zu dem Vortrag „The &amp;quot;Son of God&amp;quot; Was in the Beginning (Mark 1:1)“, den Wasserman auf der internationalen SBL-Konferenz 2010 hielt;&lt;br /&gt;
Wieland Willker, [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/ An Online Textual Commentary on the Greek Gospels: Mark], Bremen &amp;lt;sup&amp;gt;10&amp;lt;/sup&amp;gt;2013&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
AT-Zitate: Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiter: Gerhard Delling, πλήρης, πληρόω, πλήρωμα, ἀναπληρόω, ἀνταναπληρόω, ἐκπληρόω, ἐκπλήρωσις, συμπληρόω, πληροφορέω, πληροφορία, in: TDNT, 283-311; &lt;br /&gt;
Edward P. Dixon, Descending Spirit and Descending Gods: A “Greek” Interpretation of the Spirit’s “Descent as a Dove” in Mark 1:10, in: JBL 128/4 (2009), 759–780;&lt;br /&gt;
M. J. Selman, House, in: New Bible Dictionary (Hg. Wood/Marshall u.a.), Leicester 1996, S. 487-90 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-45: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-45: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienfassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Die Verse 1-3 brauchen nur noch den Übersetzungsvergleich und können somit von mir aus als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markiert werden - wenn es keine Einsprüche gibt. Über Feedback zur Verständlichkeit und Relevanz der Fußnoten würde ich mich freuen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1-8 erfüllen jetzt alle Kriterien (bis auf die fehlende Analyse der Constructus-Verbindung &amp;quot;Stimme eines Rufenden&amp;quot; in V. 3). Sie bilden auch eine abgrenzbare Untereinheit (z.B. France). Wer möchte, darf probe- und korrekturlesen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:52, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: 1-15 (die &amp;quot;längere&amp;quot; Einleitung) sind jetzt fertig. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:11, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: 1-22. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:32, 7. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: Das ganze Kapitel! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Bei zwei Fragen würde ich mich besonders über Rückmeldungen freuen: a) die textkritische Argumentation und folgende Auslassung von &amp;quot;Sohn Gottes&amp;quot; in V. 1. b) die Übersetzung von eis auton in V. 11 samt Fußnote. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur möglichen späteren Revision: die Fn zu &amp;quot;aus Nazaret in Galiläa&amp;quot; (Titel oder Lokalangabe?) in V. 9. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Kapitel ist jetzt fertig korrigiert. Ich gebe 2 Wochen, dann werde ich es als &amp;quot;fast fertig&amp;quot; markieren, wenn es keinen Widerspruch gibt. Ende März plane ich, noch einmal meine ganze Arbeit gegenzulesen. Wenn das geschehen ist (oder wenn sich jemand anderes die Mühe macht), kann man sich über &amp;quot;fertige Studienfassung&amp;quot; unterhalten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:32, 15. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke, das Verfahren erscheint mir sinnvoll. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 13:12, 17. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Momentan haben wir bzgl. der Status die ungünstige Situation, dass die Studienfassung sowohl als fast fertig als auch (wg. des Status &amp;quot;Lesefassung in Arbeit&amp;quot;) als &amp;quot;final&amp;quot; eingeordnet ist (hier und bei [[Markus 2]]). Mein erster Gedanke wäre: Da das Statussystem noch nicht aktualisiert und die Lesefassung schon &amp;quot;anübersetzt&amp;quot; ist, lasst uns den LF-Status doch zunächst herausnehmen. Was meint ihr?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht nutze ich das auch als Motivation, die Gegenlese doch noch schnell demnächst zu machen... --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:13, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Treffen war vom zehnten bis zwölften Oktober und bis jetzt wurde das Statussystem nicht geändert. Ich würde es dringend ändern. Wäre dafür, den Status für die Lesefassung raus zu nehmen. Aber das Statussystem sollte so schnell wie möglich verbessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:--[[Benutzer:Mongoose|Mongoose]] 23:44, 30. Dez. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Vorerst entfernt. --[[Benutzer:Ben|Ben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Status hochgesetzt! Es fehlen natürlich noch abschnittsweise Anmerkungen sowie die Ausgliederung textkritischer Fn i.S. der neuen SF-Kriterien, die wir so gut wie abgesegnet haben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 05:18, 14. Feb. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Für später===&lt;br /&gt;
* Die Möglichkeit einer Fußnote zur &amp;quot;Umkehr&amp;quot; in V. 15 wäre zu prüfen.&lt;br /&gt;
* Fn zu &amp;quot;Reich Gottes&amp;quot; in V. 15 fehlt. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Nestle-Aland setzt hier die unsichere Lesart [des Sohnes Gottes] in Klammern, was bedeutet, dass man keine finale Entscheidung treffen wollte. Das müssen wir aber! Ich habe die Lesart mal in eine Fußnote verschoben. Sinnvoll ist evtl. zudem, beide Lesarten im Text zu listen (eine in der Klammer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Ἀρχὴ können wir evtl. noch nachweisen, dass die Übersetzung mit bestimmtem Artikel richtig ist. Der NSS hat m.W. einen Beleg bei DBR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studienfassung sollte auch den Genitiv &amp;quot;Jesu Christi&amp;quot; bestimmen. M.M.n. ist er objektiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;Evangelium&amp;quot; brauchen wir eine Fußnote. Zudem sollten wir erklären, warum der Satz prädikatlos ist und welche Funktion er hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich überlasse das gerne einem Freiwilligen, werde das ansonsten aber selbst bald in Angriff nehmen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:15, 18. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Fußnoten sollten alle aufgeworfenen Fragen beantworten. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 01:11, 31. Dez. 2013 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 3===&lt;br /&gt;
Die Funktion der wörtlich ins Griechische übersetzten Konstruktus-Verbindung will ich noch genauer erforschen. Ich wüsste nicht, dass meine Kommentare dazu geschrieben hätten. Fast alle Übersetzungen umschreiben: &amp;quot;eine Stimme ruft&amp;quot; (Menge, EÜ, NGÜ). GNB: &amp;quot;In der Wüste ruft einer&amp;quot;, Luther: &amp;quot;Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste&amp;quot;. Zür übersetzt das Ptz. substantiviert: &amp;quot;Stimme eines Rufers&amp;quot;. Zumindest für die Lesefassung brauchen wir eine Vorstellung, wie wir das adequat wiedergeben wollen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:06, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine kurze Fußnote geschrieben. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 8===&lt;br /&gt;
Dymat setzt in seiner Erstübersetzung eine Fußnote: &amp;lt;code&amp;gt;Da das Wort βαπτίζω eintauchen bedeutet, ist die Übersetzung in heiligem Geist m.E. die bessere Variante.&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird das Wort in der LXX (bei Naaman) so gebraucht, im Neuen Testament würde ich aber von einer Bedeutungsverschiebung ausgehen. Hier wird das Wort zum Terminus technicus für eine zeremonielle Handlung. Man müsste untersuchen, ob das Untertauchen tatsächlich dazugehörte, und ob αὐτὸς δὲ βαπτίσει ὑμᾶς ἐν πνεύματι ἁγίῳ das wirklich signalisieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Collins 2007, 140 bestätigt Johannes die Praxis des Eintauchens, die auch in Qumrans Ritualbädern praktiziert wurde, allerdings ohne Quellen- oder weitere Angaben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ἐν instrumental gemeint ist, aber auch mit der lokalen Deutung kann ich mich anfreunden. Aber auch wenn von einer Taufe &amp;quot;im Heiligen Geist&amp;quot; die Rede ist, würde das ein Unter- oder Eintauchen in den Geist beinhalten, oder wäre das Konzept nicht doch eher übertragen zu verstehen? Wenn Dymats Beobachtung stimmt, würde ich mich sehr über Vorschläge freuen, wie man das auf Deutsch ausdrücken könnte! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:02, 1. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kommentar von France 2002, 72 befasst sich mit der Frage. Er warnt davor, zu viele Bilder in das Konzept der Geistestaufe hineinzulesen. Seine Schlussfolgerung: &amp;lt;code&amp;gt;The antithesis focuses neither on the verb βαπτίζω nor on its syntactical links, but on the contrast between water and the Holy Spirit, and on the two different levels of efficacy in the ministries of John and his successor which they represent.&amp;lt;/code&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Guelich 1989, 25 schreibt: &amp;lt;code&amp;gt;John, focusing on his baptism as the trademark to his ministry, used baptism metaphorically to contrast his ministry with that of “the Greater One.” The bestowal of the Spirit expressed metaphorically as a baptism signified God’s eschatological act of salvation promised long ago by the prophets ... Therefore, the Baptist was declaring the dawn of a new day of salvation, not simply a new baptism. &amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliches schreibt auch Pesch 1976, 85f. zur Geistestaufe, auch wenn er pneuma gerne als &amp;quot;Sturm&amp;quot; (des göttlichen Gerichts) verstehen möchte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher werde ich die Fußnote entfernen und die instrumentale Übersetzung von en vorziehen. Über Rückfragen freue ich mich natürlich. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:22, 2. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich glaube auch, mich erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass viele Ritualbäder in Qumran eigentlich zu klein waren, als dass da jemand wirklich hätte untertauchen können (gleiches gilt für die urchristlichen Taufstätten). Auch dann wäre es wohl wirklich sinnvoller, βαπτίζω als schon zu Qumran-Zeiten ritualisierte Handlung aufzufassen, die nur noch begriffsmäßig mit dem &amp;quot;Untertauchen&amp;quot; zusammenhängt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu ἐν: Schwyzer II.B.V.2.b.7.1 (das sind geile Stellenangaben :) - ist S. 457f.) erwähnt noch, dass ἐν + Lebewesen auch &#039;&#039;sozial&#039;&#039; verorten kann: &amp;quot;in Gegenwart von X, vor X&amp;quot; (aber das ist hier wohl theoretisch möglich und eher unwahrscheinlich). Wallace S. 374 diskutiert Mk 1,8, übersetzt &amp;quot;but he shall baptize you &#039;&#039;&#039;with&#039;&#039;&#039; the Holy Spirit&amp;quot; und kommentiert: &amp;quot;Here it is obvious that Christ is the agent (since autós is the subject) and the Holy Spirit is the means (and perhaps sphere) that the Lord uses to baptize.&amp;quot;--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:20, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke für die Schützenhilfe und Belege! :-) Zu Qumran meine ich den etwas kurzen Besprechungen zu entnehmen, dass man dort von einer Untertauch-Taufe ausgeht. Eigentlich waren alle bekannten Ritualbäder aus dieser Zeit zum Tauchen. Gerade im Kontext von Markus 1 spricht sprachlich auch vieles für ein Untertauchen. Wenn man Johannes&#039; Taufe als eine Art Vollzug der levitischen Reinigungsbäder versteht, dann ist auch da Untertauchen nicht unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu en: Genau so habe ich es am Ende auch verstanden. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:41, 3. Jan. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 12===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fußnote b wird &#039;&#039;brachte&#039;&#039; und &#039;&#039;trieb&#039;&#039; gegenübergestellt, „führte“ findet hier keine Erwähnung mehr. Handelt es sich um eine weniger passende Formulierung, die nicht in den Fordergrund gestellt werden soll hinsichtlich des weiteren Fußnotentexts, oder soll „trieb“ auch „führte“ mitabdecken? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 13===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dienten (versorgten, warteten auf)&#039;&#039; – &#039;&#039;warteten auf&#039;&#039; bestimmt nicht im Sinne von „auf jemanden warten“, sondern von „Aufwartung machen“, Synonym für „dienen“, oder? --[[Benutzer:Skreutzer|Skreutzer]] ([[Benutzer Diskussion:Skreutzer|Diskussion]]) 11:36, 4. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lesefassung==&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
===Vers 1===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das griechische Wort Evangelium eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:28, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schlage sowohl für Lesefassung als auch für Studienfassung „Freudenbotschaft“ vor, dass ich in Mk16 verwendet habe. Es ist recht wörtlich übersetzt und passt zu Bens Fußnote. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zwar eine klangvolle Lösung, aber sie ist mir etwas zu spezifisch. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie nicht in allen Kontexten passen könnte. Zu spezifisch ist die Konnotation &amp;quot;Freude&amp;quot;, die in &amp;quot;Evangelium&amp;quot; so nicht direkt enthalten ist. Auch wenn von Nachrichten vom Kaiser scheinbar Freude als Reaktion erwartet wurde, wissen wir nicht, ob der Begriff als so technisch bekannt war, dass man diese Erwartung automatisch hineingelesen hätte. Es ist eben völlig unklar, ob die Parallelen bewusst oder zufällig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klopfen wir doch mal ab. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; scheint mehrere Konnotationen zu enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I. Ethymologisch&#039;&#039;&#039; (und wohl auch kontextuell vorhanden, aber wie stark, ist die Frage) sind zwei Informationen:&lt;br /&gt;
# Eine (religiöse oder in den religiösen Bereich gerückte) Botschaft&lt;br /&gt;
# Als Botschaft, Nachricht oder Neuigkeit handelt es sich um eine Information, 1. die nicht jeder kennt, 2. die zur Weitergabe bestimmt ist (oder üblicherweise weitergegeben wird).&lt;br /&gt;
# Diese Botschaft ist positiv (man könnte sagen: ein Grund zur Freude, aber man muss nicht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II. Aus dem NT&#039;&#039;&#039; haben wir weitere Informationen: &lt;br /&gt;
# Theologisch: Diese Botschaft kommt von Gott. Sie ist zumindest teilweise schon im AT angekündigt/enthalten. Diese Botschaft muss man im Glauben annehmen. Sie bringt allen Menschen, die das tun, Heil. Die Informationen &amp;quot;gut&amp;quot;, &amp;quot;Nachricht&amp;quot; und &amp;quot;Weitergabe&amp;quot; sind korrekt, weswegen das Wort wohl auch von den Christen angenommen wurde.&lt;br /&gt;
# Es gibt jedoch verschiedene Ausprägungen, nämlich&lt;br /&gt;
## vorchristliche (z.B. die Verkündigung Jesu)&lt;br /&gt;
## christliche (das christliche, heilsbringende Evangelium)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III. Aus der frühen Kirche&#039;&#039;&#039; kommt der Wandel zur Gattungsbezeichnung, der sich möglicherweise zum ersten Mal in der Einleitung des Markusevangeliums findet, entweder (und da bin ich mir unsicher)&lt;br /&gt;
# für ein Werk, das diese Botschaft (mit ihrem Zentrum: Jesus) festhält und erklärt oder&lt;br /&gt;
# speziell als Bericht des Lebens, der Botschaft, Passion und Auferstehung Jesu (so der moderne technische Sinn)&lt;br /&gt;
oder beides.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der ideale deutsche Begriff/Formel&#039;&#039;&#039; wäre &#039;&#039;&#039;a) theologisch korrekt&#039;&#039;&#039; (d.h. nicht irreführend), &#039;&#039;&#039;b) weit&#039;&#039;&#039; genug, um nicht nur die christliche Verkündigung, sowie zudem den Gattungsbegriff zuzulassen und in jeden Kontext zu passen, und &#039;&#039;&#039;c)&#039;&#039;&#039; in seiner Zusammensetzung (das Deutsche ist wie das Griechische eine synthetische Sprache, in der in vielen Wörtern die Bestandteile direkt erkenntlich sind) &#039;&#039;&#039;genauso deutlich wie das griechische Wort&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergeben sich mehrere Erwägungen:&lt;br /&gt;
# Ist es möglich, einen Begriff/Formel zu finden, um das Wort einheitlich zu übersetzen? Wenn nicht, müssen wir entweder a) je nach Kontext unterschiedliche Lösungen finden oder b) bei &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als theologischem Fachbegriff bleiben.&lt;br /&gt;
# Ist es angesichts der vielfältigen Verwendungen und dieser Anforderungen sinnvoller, den Begriff einheitlich ins Deutsche zu übertragen, oder ist &amp;quot;Evangelium&amp;quot; als terminus technicus (t.t.) ausreichend? Der größte Nachteil von dt. &amp;quot;Evangelium&amp;quot; ist die fehlende sprachliche Klarheit. Damit geht ihm nicht nur Aussagekraft, sondern auch eine gewisse emotionale Wirkung ab.&lt;br /&gt;
# Es könnte einen gewissen Wert haben, in beiden Fassungen gleich vorzugehen.&lt;br /&gt;
# Wie wichtig ist uns beispielsweise der Gattungsbegriff? Können wir ihn vernachlässigen?&lt;br /&gt;
# Welche Rolle spielt für uns das Übersetzungsziel der Akzeptabilität? Mit anderen Worten: Vielleicht sollten wir zu exotische oder komplexe Lösungen vermeiden. Gerade die Lesefassung soll (wohl gerade auch in Hinsicht auf solche Schlüsselwörter) aus sich selbst heraus verständlich sein. Es kommt also vermutlich keine Übersetzung in Frage, der man nicht auf den ersten Blick anmerkt, dass sie sich aus Sicht des Christen hauptsächlich auf die christliche Botschaft bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist nicht zu Ende gedacht, es könnte weiter Folgerungen geben. Ich glaube, eine einheitliche Übersetzung (zumindest für die christliche Botschaft etwas bei Paulus) wäre wünschenswert. Ob man durchweg einheitlich oder nur innerhalb eines Bezugsrahmens einheitlich bleiben möchte, hängt vermutlich davon ab, welche Optionen wir finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Rest muss ein Brainstorming klären. Ich glaube nicht, dass wir auf eine Lösung kommen werden, die noch niemand vor uns angewandt hat. Helfen könnten uns auch Beobachtungen, welche anderen Wendungen die biblischen Autoren auf dasselbe Konzept beziehen. (In Mk ist das z.B. &amp;quot;Wort&amp;quot; oder besser &amp;quot;Botschaft&amp;quot;.) Ich setze mal das Brainstorming fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Olafs erster Vorschlag war &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute allgemeine Begriffe wären &amp;quot;gute Nachricht&amp;quot; oder &amp;quot;Frohe /Frohbotschaft&amp;quot;. Theologisch und wirkungsgeschichtlich angemessen wäre &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot;, aber auch das ist relativ spezifisch (mehr als nötig?). Diese Vorschläge haben wie &amp;quot;Freudenbotschaft&amp;quot; den Nachteil, dass wir sie nicht als Gattungsbezeichnung gewöhnt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige spezifische Übersetzungen könnten z.B. in Richtung &amp;quot;die christliche Botschaft&amp;quot;, &amp;quot;Gottes Botschaft&amp;quot; oder &amp;quot;Heilsbotschaft&amp;quot; gehen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:32, 12. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 4===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Umkehr zur Vergebung der Sünden eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:33, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt „Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ habe ich in Lk3 „Bußtaufe zur Sündenvergebung“ gewählt – in der dortigen Studienfassung habe ich außerdem Ersatzformulierungen zu den einzelnen Teilbegriffen. Ich halte aber sowohl „Bußtaufe“ als auch „Sündenvergebung“ für gut verständlich für unsere Zielgruppe. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den beiden letzten Begriffen könnte man vielleicht doch noch nach zugänglicheren Begriffen suchen. Oben hast du ja immerhin argumentiert, &amp;quot;Evangelium&amp;quot; müsste man durch einen verständlicheren Begriff ersetzen. &amp;quot;Buße&amp;quot; ist sehr speziell und &amp;quot;Sündenvergebung&amp;quot; klingt m.E. in schon fast abschreckender Weise theologisch. Hier können wir uns sicher weitere Stimmen anhören. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 06:10, 8. Jan. 2015 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 14===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für das Evangelium Gottes eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:36, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe V. 1. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 17===&lt;br /&gt;
Hier wäre zu überlegen, ob es für Kommt, folgt mir nach eine Ersatzformulierung im Deutschen gibt. [[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 17:39, 28. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl „kommen“ als auch „nachfolgen“ ist aktuelle und allgemein übliches Hochdeutsch. --[[Benutzer:Olaf|Olaf]] 21:00, 9. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vers 23-34===&lt;br /&gt;
Auf vielfachen Wunsch habe ich im Beispiel für die didaktische Variante zu Dämonen den Text editiert und nun unheilige Gedanken ersetzt durch unheilige Geister bzw. unheiligen Geist mit Ausnahme von zwei Stellen, wo der Begriff im Zusammenhang mit Besessenheit auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier das Zitat aus der Verstehbibel. Man könnte überlegen, an welchen Stellen im Text von xobin Dämon ersetzt werden kann durch unheiliger Geist. Der Begriff unheilig ist mir deshalb wichtig, weil er einen sprachlichen Antagonismus darstellt zu heiligem Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich trat in ihrer Kirche ein Mann in Erscheinung. Der war besessen von einem unheiligen Gedanken. Er brüllte wild herum. Seine Sprüche waren dabei diese: Ha! Was willst du überhaupt bei uns, Jesus? Du bist doch aus Nazareth. Weshalb bist du gekommen? Willst du uns kaputt machen? Ich kenn dich nur zu gut. Du bist der Heilige von Gott! Jetzt fuhr Jesus ihm ins Wort: Lass die Sprüche! Mach dich weg von ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Stelle bekam der Mann Schüttelkrämpfe. Der unheilige Geist schrie dabei lauthals. Dann verließ er den Mann. Tief erschüttert fragten sich alle untereinander: Was war das? Ist das die neue Art zu predigen? Der erteilt mit Vollmacht den unheiligen Geistern Befehle. Und die gehorchen ihm. Das sprach sich sofort überall herum. Das ganze Gebiet von Galiläa erfuhr davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie aber hatten die Kirche schon wieder verlassen. Jakobus und Johannes kamen mit. Gemeinsam gingen sie mit Simon und Andreas zu deren Elternhaus. Die Schwiegermutter von Simon lag nämlich mit Fieber krank im Bett. Umgehend gab man ihm Bericht über ihren Zustand. Schon trat er auf sie zu. Er nahm sie bei der Hand und zog sie hoch. Das Fieber verschwand auf der Stelle. Sie konnte nun ihre Gäste sogar bewirten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen war es Abend geworden. Die Sonne war schon am untergehen. Und doch brachte man noch zu ihm alle Elenden und alle von unheiligen Gedanken Besessenen. Ja, die ganze Stadt versammelte sich vor der Haustür. Dort heilte er viele Kranke und Elende. Auch verscheuchte er jede Menge unheiliger Geister. Er ließ diese Dämonen aber nicht zu Wort kommen. Sie kannten ihn nämlich nur zu gut. Schließlich war er ja der Christus.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 13:26, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wort zum sprachlichen Hintergrund. Wenn Markus von &amp;quot;unreinen Geistern&amp;quot; schreibt, steht das synonym für &amp;quot;Dämonen&amp;quot;. Er benutzt diese Wendung absichtlich, um hervorzuheben, was für die Juden unrein ist. Nämlich offenbar auch die erwähnten Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin abgesehen davon noch immer nicht überzeugt, dass wir Dämon überhaupt durch einen modernen Begriff ersetzen müssen. Die einzige bedeutungsäquivalente Übersetzung wäre &amp;quot;böser Geist&amp;quot;, aber ich sehe nicht, dass sie besser geeignet wäre. &amp;quot;unheilig&amp;quot; hebt eine zu spezielle Nebenbedeutung hervor. Die beste Ersatzformulierung ist in dieser Hinsicht möglichst neutral. Beispielsweise schwingen bei &amp;quot;böser Geist&amp;quot; m.E. keine anderen Konnotationen mit als bei &amp;quot;Dämon&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &amp;quot;unheiliger Geist&amp;quot; gäbe es zudem die Gefahr, das theologisch falsch zu verstehen. Es gibt &#039;&#039;einen&#039;&#039; Heiligen Geist. Wenn wir dann von einem &#039;&#039;unheiligen Geist&#039;&#039; sprechen, denken sich manche Leser vielleicht, dass der &amp;quot;unheilige Geist&amp;quot; der &#039;&#039;eine&#039;&#039; Widersacher des Heiligen Geistes ist wie der Teufel der Widersacher Gottes. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:18, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich bin außerdem nicht ganz davon überzeugt, dass der Begriff &amp;quot;Dämon&amp;quot; umschrieben werden muss, &amp;quot;unheilig&amp;quot; aber selbsterklärend sein soll. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 17:04, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämon ist ein griechisches Wort, dessen Bedeutung man auch als normal gebildeter Mensch nicht unmittelbar verstehen kann; es sei denn, du gehst davon aus, dass ein gebildeter Mensch griechisch kann. OK, ich bin ungebildet! Unheilig ist das Gegenteil von heilig und für jemanden mit Allgemeinbildung imho leichter zu verstehen als Dämon. Im andern Fall bräuchte man gar nicht mehr zu übersetzen, sondern könnte einfach die eingedeutschten griechischen Begriffe benutzen.&lt;br /&gt;
[[Benutzer:-Aaron-|-Aaron-]] 21:13, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämonen sind eigentlich ein in unserer Kultur recht geläufiges Konzept. Doch mir fällt gerade auf: Es ist hier dreimal von unreinen Geistern die Rede, aber niemals von Dämonen. Die Frage stellt sich also eigentlich nicht. Was ein &amp;quot;unreiner Geist&amp;quot; ist, wird ja wohl auch aus dem Kontext klar: Nämlich ein böses übernatürliches Wesen, das 1. Besitz und Kontrolle von Menschen ergreift, 2. Jesus erkennt und 3. seiner Macht weichen muss. Wie viel mehr muss denn dem Leser noch klar gemacht werden? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:23, 27. Feb. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21147</id>
		<title>Markus 1</title>
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		<updated>2015-06-04T09:08:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang des Evangeliums&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; (Gr. εὐαγγέλιον) bedeutet etwa „(gute) Neuigkeit“. Hier steht es noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus. Der Begriff &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; kommt nicht aus dem Alten Testament, wo allerdings schon von Boten die Rede ist, die eine gute Nachricht von Gottes Eintreffen und Eingreifen bringen (beispielsweise in Jes 40,9; 52,7; 61,1). Wahrscheinlich gebraucht Markus ihn bewusst im direkten Kontext der in V. 2-3 folgenden Zitate, wo Johannes als der überbringende Bote und Jesus gewissermaßen als Inhalt der Botschaft dargestellt wird. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Neuen Testaments bedeutete jegliche Nachricht von oder über den Kaiser ein &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. In der Ideologie des römischen Kaiserkults galt der Kaiser als übermenschlich, weshalb seine Verlautbarungen gute Nachrichten sein mussten, die Freude auslösten und Glück und Heil brachten. Auch Nachrichten von der Geburt oder Thronbesteigung des Kaisers waren &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff im Kontrast dazu &#039;&#039;die&#039;&#039; frohe Botschaft über die angebrochene Herrschaft &#039;&#039;des einen&#039;&#039; Königs (Friedrich, εὐαγγελίζομαι, εὐαγγέλιον, προευαγγελίζομαι, εὐαγγελιστής, in: TDNT, 707-37; France 2002, 52f.). Allerdings ist unklar, wie groß der Einfluss des Kaiserkults (und damit diese bewusste Parallele) auf die Prägung des christlichen Begriffs war. &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; könnte einfach von den ersten christlichen Predigern als Bezeichnung für die Botschaft der Kirche benutzt worden sein (Guelich 1989, 13f.).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium &#039;&#039;von&#039;&#039; Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Jesus Christus&lt;br /&gt;
(Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Jesus Christus&#039;&#039; oder &#039;&#039;Jesus Christus, dem Sohn Gottes&#039;&#039; Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Ebenso denkbar ist, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. Man kann weder plausibel erklären, warum &#039;&#039;Sohn Gottes&#039;&#039; nachträglich ergänzt noch weggelassen worden wäre. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Version in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja&lt;br /&gt;
heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus’ Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; – andere Handschriften: „den Propheten“ (Plural)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen Hebraismus, der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schreibt zwar in V. 2, dieses Zitat aus dem AT stamme von dem Propheten Jesaja. Genau genommen stammt aber nur das Kernstück des Zitats in V. 3 von Jesaja (Jes 40,3 LXX). V. 2b zitiert stattdessen eine thematisch verwandte Prophetie aus Mal 3,1. Jesaja greift in dem zitierten Abschnitt auf die Auszugsgeschichte zurück, wenn er einen ähnlich von Gott geführten Auszug aus dem Exil in Aussicht stellt, der von einem Boten (dem „Rufenden“) angekündigt wird. Gerade die ersten Verse von [[Jesaja 40|Jes 40]] sind dabei eine Schlüsselstelle für die Hoffnungen der Juden auf die Wiederherstellung alter Größe. In der Wüste (am Sinai) liegen die Anfänge des alten Israel, und in der Wüste verorteten Jesu Zeitgenossen (beispielsweise die Qumran-Gemeinschaft) auch die Anfänge des neuen Israel. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus mischt die Botschaft von Jesaja jedoch mit der von Maleachi (V. 2b). Dieser Prophet geht auf die Enttäuschung ein, die sich in Juda verbreitete, als sich Jesajas Prophetie nach dem Ende des babylonischen Exils nicht verwirklichte. Er findet die Schuld im fortgesetzten Ungehorsam des Volks, der den neuen Exodus verhindert. Dabei spielt wohl schon [[Maleachi 3#s1|Mal 3,1]] in seiner Ausdrucksweise auf den sehr ähnlich formulierten Vers [[Exodus 23#s20|Ex 23,20]] an. Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch nach dem Exil der Ungehorsam des Volkes dafür verantwortlich, dass JHWH nicht direkt heilbringend wirkt, sondern erst ein Bote sein Kommen ankündigen muss, damit das Volk Zeit zur Buße hat und so Gottes Gericht überleben kann. Markus hebt diesen Zusammenhang hervor, indem er in seinem sonst freien Zitat den Abschnitt „ich sende meinen Boten vor dir her“ aus Ex 23,20 LXX nimmt (Mal 3,1 LXX lautet: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird vor mir den Weg überwachen, und plötzlich wird in seinen Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr wollt, ja/siehe, er kommt, spricht der Herr, der Allmächtige“). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus sieht also den Zeitpunkt nun gekommen, an dem dieser Bote auftritt. Er identifiziert Johannes mit dem angekündigten Boten, der das Volk zur Umkehr bewegen soll. Jesus ist Gott, der in Mal 3,1 sein Kommen zum Gericht ankündigt hat. Seine Mission scheitert allerdings, was nach dem formalen Eintreffen Gottes in seinem Tempel zu Gericht führt (Mk 11). Am Ende wird Israel als Volk durch Gericht untergehen (Mk 13). Gott erfüllt seinen Plan stattdessen auf andere Weise (Mk 12,9-11), sodass die gute Nachricht von Gottes Kommen in Jesus (Mk 1,1) für die Erwählten, die auf Jesus und seinen Vorboten hören, tatsächlich eine gute ist (Watts 2007, 113-20; France 2002, 56ff.; Collins 2007, 135-38). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Jesaja|40|3}}{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039;: Es gibt an dieser Stelle leicht verschiedene Lesarten in den Handschriften.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes’ Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“. Andere vertreten die Position, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (so z.B. Dixon 2009, 771f). Diesem Argument folgen wir mit unserer Übersetzung.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Andere Handschriften lesen „Und eine Stimme wurde gehört“ oder „Und eine Stimme“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas’ ἄγω oder Matthäus’ ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Andere Handschriften lesen „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 19 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; Textkritik: Die Handschriften haben an dieser Stelle unterschiedliche Lesarten, und auch die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben folgen verschiedenen Varianten. NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν, was der hier gewählten Übersetzung entspricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt sich die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit „nachdem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne mit dieser Aussage aber eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermentlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Einzelnen antike Handschriften haben die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039;. Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben folgen verschiedenen Varianten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil diese der Jesu folgende Handlung begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überallher (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_53&amp;diff=21126</id>
		<title>Jesaja 53</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_53&amp;diff=21126"/>
		<updated>2015-05-27T22:13:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Siehe auch: [[Jesaja 53/Persönliche Fassung (Sebastian Walter)]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|1}} Wer hat Glauben geschenkt&lt;br /&gt;
Dem, was wir gehört haben?&lt;br /&gt;
(/Die Macht unseres GOTTES/SEINE Macht/) –&lt;br /&gt;
Wem ist sie enthüllt?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|2}} So wie ein junger Spross&lt;br /&gt;
So trieb er aus vor ihm&lt;br /&gt;
So wie eine Wurzel aus trockenem Land –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn er hatte&lt;br /&gt;
Keine Gestalt&lt;br /&gt;
Keine Schönheit&lt;br /&gt;
Dass wir ihn angesehen hätten&lt;br /&gt;
Kein Aussehen&lt;br /&gt;
Dass er uns gefallen hätte:&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|3}} Ein Verachteter&lt;br /&gt;
Von den Leuten verlassen&lt;br /&gt;
Ein Mann von Schmerzen&lt;br /&gt;
Mit der Krankheit vertraut&lt;br /&gt;
So wie jemand&lt;br /&gt;
Vor dem man sein Gesicht&lt;br /&gt;
Verhüllt.&lt;br /&gt;
Ein Verachteter.&lt;br /&gt;
Geringgeschätzt&lt;br /&gt;
Haben wir ihn.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|4}} Es ist wahr:&lt;br /&gt;
Unsere Krankheiten&lt;br /&gt;
Hat er&lt;br /&gt;
Uns&lt;br /&gt;
Abgenommen&lt;br /&gt;
Unsere Schmerzen&lt;br /&gt;
Hat er&lt;br /&gt;
Getragen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wir –&lt;br /&gt;
Wir hielten ihn für&lt;br /&gt;
Geschlagen, für&lt;br /&gt;
Von Gott getroffen und&lt;br /&gt;
Gedemütigt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|5}} Er –&lt;br /&gt;
Er ist durchbohrt&lt;br /&gt;
Wegen unseres&lt;br /&gt;
Unrechts&lt;br /&gt;
Zerstört&lt;br /&gt;
Wegen unserer&lt;br /&gt;
Vergehen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit&lt;br /&gt;
Wir wieder ins Lot&lt;br /&gt;
Zurück kommen&lt;br /&gt;
War unsere Züchtigung&lt;br /&gt;
Auf ihm,&lt;br /&gt;
Bei seinen Wunden&lt;br /&gt;
War Heilung für uns.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} Wir alle –&lt;br /&gt;
Wie Vieh&lt;br /&gt;
Irrten wir umher&lt;br /&gt;
Jeder ging&lt;br /&gt;
Seinen eigenen&lt;br /&gt;
Weg.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
(/GOTT/Unser GOTT/ER/) lässt&lt;br /&gt;
Ihn&lt;br /&gt;
Unser aller Sünden&lt;br /&gt;
Treffen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|7}} Er wurde misshandelt, er –&lt;br /&gt;
Er ließ sich demütigen&lt;br /&gt;
Und er öffnete seinen Mund nicht&lt;br /&gt;
Wie das Schaf&lt;br /&gt;
Wenn es zum Schlachten gebracht wird&lt;br /&gt;
Verstummt&lt;br /&gt;
Wie das Mutterschaf&lt;br /&gt;
Vor seinen Scherern&lt;br /&gt;
Verstummt&lt;br /&gt;
Und er öffnete seinen Mund nicht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|8}} Durch Bedrängnis&lt;br /&gt;
Durch Verurteilung&lt;br /&gt;
Weggenommen&lt;br /&gt;
Wurde er –&lt;br /&gt;
Wen kümmert es&lt;br /&gt;
Von seinen Zeitgenossen&lt;br /&gt;
Dass er abgeschnitten&lt;br /&gt;
Wurde&lt;br /&gt;
Vom Land der Lebenden?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Des Unrechts meines Volkes wegen wurde er&lt;br /&gt;
Geschlagen&lt;br /&gt;
{{L|9}} Dann errichtete man sein Grab&lt;br /&gt;
Bei Frevlern&lt;br /&gt;
Bei einem Reichen&lt;br /&gt;
Als er starb –&lt;br /&gt;
Wo er doch keine Gewalttat verübt hatte&lt;br /&gt;
Und kein Betrug in seinem Mund war.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|10}} (/Unser GOTT/ER/) wollte seine Zerstörung&lt;br /&gt;
Er ließ ihn krank werden&lt;br /&gt;
Ach, wenn&lt;br /&gt;
Er selbst ein Schuldopfer&lt;br /&gt;
Gestellt&lt;br /&gt;
So sieht er Nachkommen&lt;br /&gt;
Und ein langes Leben,&lt;br /&gt;
Doch was&lt;br /&gt;
(/Unser GOTT/ER/) will, gelingt&lt;br /&gt;
Durch seine Hand.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|11}} Aus seines Lebens Elend&lt;br /&gt;
Sieht er&lt;br /&gt;
Und wird satt&lt;br /&gt;
In seinem Begreifen&lt;br /&gt;
Er macht gerecht&lt;br /&gt;
Gerecht&lt;br /&gt;
Für die vielen&lt;br /&gt;
Mein Diener –&lt;br /&gt;
Und ihre Vergehen:&lt;br /&gt;
Er&lt;br /&gt;
Trägt sie.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|12}} Deshalb teile ich ihm zu&lt;br /&gt;
Bei den Vielen&lt;br /&gt;
Und mit Mächtigen&lt;br /&gt;
Teilt er Beute,&lt;br /&gt;
Weil er sich selbst&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat&lt;br /&gt;
Dem Tod,&lt;br /&gt;
Und weil er gezählt wurde&lt;br /&gt;
Zu den Untreuen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er –&lt;br /&gt;
Den Vielen&lt;br /&gt;
Hat er abgenommen&lt;br /&gt;
Ihre Verfehlung,&lt;br /&gt;
Und die Untreuen:&lt;br /&gt;
Er tritt für sie ein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}}„Wer hat geglaubt (glaubt, hätte geglaubt, hat vertraut auf) die Kunde (das Gehörte, Offenbarte, Verkündigte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Kunde (das Gehörte, Offenbarte, Verkündigte)&#039;&#039; - wg. dem folgenden Sticho („Wem ist JHWHs Macht enthüllt“ -&amp;gt; JHWHs Tun wird gerade als &#039;&#039;verborgen&#039;&#039; vorgestellt) sind die „theologischeren“ Alternativen „Offenbartes“ und „Verkündigtes“ eher unwahrscheinlich; vgl. [http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00051851_00095.html?sort=sortTitle+asc&amp;amp;subjectRVK=%7BTheologie+und+Religionswissenschaften%7D&amp;amp;mode=simple&amp;amp;person_str=%7BKaiser%2C+Otto%7D Kaiser 1959, S. 95]; KBL3, S. 1439.&amp;lt;/ref&amp;gt; an uns (von uns)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Identität des „wir“ in Vers 1–6 ist unklar. Zwei mögliche Deutungen sind Identifizierungen mit dem Volk Israel oder mit benachbarten Völkern. (Vgl. Berlin/Brettler 2005, S. 891.) Siehe auch die Fußnote zu „Diener“ in [[Jesaja 52#s13|Jes52,13]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Par|Johannes|12|38}} {{Par|Römer|10|16}}&lt;br /&gt;
und JHWHs Macht (Arm) - {an} wem (an wem) ist (wurde) sie enthüllt (offenbar)? &lt;br /&gt;
{{S|2}} Er wuchs wie ein junger Spross vor ihm (vor seinen Augen, vor unseren Augen, trieb empor)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor ihm&#039;&#039; - BHS vermutet einen Überlieferungsfehler und hält {{hebr}}לְפָנֵינוּ{{hebr ende}} &#039;&#039;vor uns, vor unseren Augen&#039;&#039; für urspünglich. So z.B. auch Barré 2000, S. 25; [http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00051851_00086.html?sort=sortTitle+asc&amp;amp;subjectRVK=%7BTheologie+und+Religionswissenschaften%7D&amp;amp;person_str=%7BKaiser%2C+Otto%7D&amp;amp;mode=simple Kaiser 1959, S. 86]. Anders Allen 1971; Driver 1968b; [http://archive.org/stream/randglossenzurhe3v4ehrl#page/190/mode/2up Ehrlich 1912]; Gordon 1970; North 1964, die übersetzen mit „gerade(wegs) nach oben“ („right up“): &#039;&#039;vor sich&#039;&#039; bezieht sich ihnen zufolge auf den Wachsenden selbst, &#039;&#039;vor sich selbst hinaufziehen&#039;&#039; soll dann meinen: „emporschießen, emporwachsen“. Diese Deutung ist plausibel; da aber die wörtliche Übersetzung mit „vor ihm“ immer noch weitaus mehr Anhänger hat, haben auch wir diese Lösung gewählt.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wie ein Schössling (eine Wurzel)&amp;lt;ref&amp;gt;„Schössling“ nach Baltzer 1999; Blenkinsopp 2002; Edel 1964; Niccacci 2005; vgl. auch ZLH, S. 882 &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; aus trockenem (dürrem) Land (Boden).{{Par|Jesaja|11|1}}&lt;br /&gt;
Er hatte ([Drum] hatte er; [Denn] er hatte) keine Gestalt und keine Schönheit (keinen Schmuck),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;keine Gestalt und keine Schönheit&#039;&#039; - Hendiadyoin. Das Hendiadyoin (=Ausdruck eines Konzeptes durch zwei durch „und“ verbundene Wörter) ist im (adjektiv-armen) Hebräisch sehr viel häufiger als im Deutschen und fungiert oft ähnlich der deutschen Konstruktion [Adjektiv-Substantiv] oder dem deutsche Wortbildungsmodell „Komposition“ (=Wortzusammensetzung, z.B. „Gast“ + „Arbeiter“ = „Gastarbeiter)“; sinngemäß daher statt „Gestalt und Schönheit“: „schöne Gestalt“.&amp;lt;/ref&amp;gt; dass wir ihn [gerne] angesehen (genossen) hätten (ansehen hätten können), &lt;br /&gt;
und kein Aussehen, dass er uns gefallen hätte (hätte können): &lt;br /&gt;
{{S|3}} [Er ist (war)] verachtet (ein Verachteter) und von dem Menschen (Männern)&amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; verlassen (fernbleibend/missachtet, ein von den Menschen Verlassener/Fernbleibender/Missachteter),&lt;br /&gt;
ein Mensch (Mann)&amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;/&amp;gt; von Schmerzen (Leiden) und mit der Krankheit (dem Übel, dem Leiden) Vertrauter(von Krankheit Gedemütigter, mit Krankheit Gestrafter),&amp;lt;ref&amp;gt;In der wissenschaftlichen Literatur werden verschiedene sprachliche Deutungen des hebräischen Textes diskutiert (vgl. CDCH 147). Neben der von uns gewählten Übersetzung werden auch {{hebr}}ידע{{hebr ende}} II (&#039;&#039;demütigen&#039;&#039;) und {{hebr}}ידע{{hebr ende}} IV (&#039;&#039;strafen&#039;&#039;) vorgeschlagen. Beides ist aber nicht allgemein anerkannt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie jemand, vor dem man das Gesicht verhüllt.&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;Und [er war] wie ein Verbergen der Gesichter (des Gesichts) vor ihm (uns)&#039;&#039;. Wer Subjekt des Gesicht-Verbergens ist und ob er sein Gesicht vor „ihm“=dem Gottesknecht oder dem nicht identifizierten „uns“ verbirgt, ist im heb. Text nicht ausgedrückt. Möglich wären die Deutungen: (a) Impersonal: &#039;&#039;Man&#039;&#039; verbirgt sein Gesicht vor &#039;&#039;ihm&#039;&#039;; (b) &#039;&#039;Wir&#039;&#039; verbergen unsere Gesichter vor &#039;&#039;ihm&#039;&#039;; (c) &#039;&#039;Gott&#039;&#039; verbirgt sein Gesicht vor &#039;&#039;ihm&#039;&#039;; (d) &#039;&#039;Er&#039;&#039; verbirg sein Gesicht vor &#039;&#039;uns&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt; Rein sprachlich betrachtet am naheliegendsten - da dann das Fehlen eines expliziten Subjekts keiner ad-hoc-Erklärung bedarf - ist (a). Dass aber die Rede vom „Verbergen des Gesichtes“ in der Bibel ein häufiges Idiom für den „Gnaden-Entzug JHWHs“ ist (JHWH verbirgt sein Gesicht vor X = JHWH schaut X nicht mehr gnädig an; vgl. [http://kb.osu.edu/dspace/bitstream/handle/1811/58582/HAR_v1_139.pdf?sequence=1 Friedman 1977], bes. 146f; s. auch [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Psalm_30#note_u FN u] zu [[Psalm 30#s8 |Ps 30,8]]), spricht für (c). Der Gottesknecht ist die „konzentrierte Gesichtsverbergung“; er wirkt wie der Inbegriff dessen, was das Gesichts-verbergen JHWHs mit sich bringt - nämlich Schmerzen, Krankheit, Missachtung und Geringschätzung.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die meisten Übersetzungen und Kommentare übersetzen so wie wir. (Ausnahmen: JPS 1985/1999 übersetzt: „As one who hid his face from us“ und Buber: „wie wenn das Antlitz sich vor uns verbergen muß“.)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Möglicherweise liegt hier eine Anspielung auf Aussatz vor. (Vgl. Berlin/Brettler 2005, S. 891; Lev 13,45ff.) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Er war [ist] ein Verachteter&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: eine Handschrift: „und wir haben ihn ausgeplündert“&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wir haben ihn nicht geschätzt (geachtet).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Es ist wahr (sicherlich, jedoch, dennoch): Unsere Krankheiten – er hat sie getragen (unter unseren Krankheiten hat er gelitten, unsere Krankheiten hat er auf sich geladen); &lt;br /&gt;
unsere Schmerzen (Leiden) – er hat sie gestemmt (ertragen, erduldet).&amp;lt;ref&amp;gt;In V. 4a-c finden sich einige sprachliche Auffälligkeiten. (1) Die Objekte &#039;&#039;unsere Krankheiten&#039;&#039; und &#039;&#039;unsere Leiden&#039;&#039; sind hier emphatisch (-&amp;gt;Emphase) vorangestellt; (2) Sticho a steht ein redundantes Pronomen &#039;&#039;er&#039;&#039;, das so eigentlich schon in der Flexionsendung von &#039;&#039;er hat getragen&#039;&#039; enthalten wäre; streng wörtlich also: „Jedoch unsere Krankheiten: Er, er hat sie getragen“. (3) Ähnlich ist in Sticho b das &#039;&#039;unsere Leiden&#039;&#039; überflüssigerweise noch einmal enthalten in &#039;&#039;er hat &#039;&#039;sie&#039;&#039; ertragen&#039;&#039; - streng wörtlich also „unsere Leiden, sie hat er ertragen“ - und (4) wird in Sticho c das &#039;&#039;wir&#039;&#039; ebenfalls durch ein redundantes Pronomen ausgedrückt; streng wörtlich also: „und wir, wir hielten ihn...“.&amp;lt;br /&amp;gt; Durch diese doppelte Hervorhebung von „unsere Krankheiten“ und „unsere Leiden“ und die Betonung von „er“, „sie“ und „wir“ wird sprachlich eine doppelte Gegensätzlichkeit markiert: (a) Die Tatsache, dass &#039;&#039;er&#039;&#039; nicht etwa &#039;&#039;seine&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Leiden trug und (b) dass &#039;&#039;er&#039;&#039; sie &#039;&#039;selbst&#039;&#039; auf sich geladen hat, während &#039;&#039;wir&#039;&#039; dachten, er sei mit ihnen &#039;&#039;von Gott&#039;&#039; gestraft worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Daher am sinngemäßesten etwas wie: „Dabei waren es &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Krankheiten, die &#039;&#039;er&#039;&#039; auf &#039;&#039;sich&#039;&#039; geladen hat - &#039;&#039;unsere Leiden&#039;&#039; hat er erduldet! - während &#039;&#039;wir&#039;&#039; dachten, er sei &#039;&#039;von Gott&#039;&#039; geschlagen“ (vgl. ähnlich Edel 1964, S. 128; Joachimsen 2011, S. 109-112; North 1964, S. 238f; Paul 2012, S. 404. Sehr gut die Üss. von Baltzer 1999 („Fürwahr, &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Krankheit hat jener getragen, / und &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Leiden - er hat sie aufgeladen! / Wir aber haben ihn für einen gehalten...“) und North 1964 („But ours were the sicknesses that he bore / ours the sorrows he carried; / while we supposed him stricken, / smitten by God, and afflicted.“).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{Par|Matthäus|8|17}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Wir&#039;&#039; hielten ihn für geschlagen,&lt;br /&gt;
für von Gott getroffen und gedemütigt (geplagt). &lt;br /&gt;
{{S|5}} &#039;&#039;Er&#039;&#039; ist verwundet (durchbohrt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: BHS, Baltzer 1999, S. 518 u.a. punktieren mit Aq und Tg Jes um von {{hebr}}מְחֹלָל{{hebr ende}} &#039;&#039;durchbohrt, verwundet&#039;&#039; nach {{hebr}}מְחֻלָּל{{hebr ende}} &#039;&#039;entweiht&#039;&#039;, da {{hebr}}חלל{{hebr ende}} II &#039;&#039;verwunden, durchbohren&#039;&#039; in der Regel die &#039;&#039;tödliche&#039;&#039; Verwundung meint, der Gottesknecht aber ja offensichtlich „lebend leidet.“ MT ist beizubehalten; das Wort kann vereinzelt auch allgemein für das Verwunden stehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wegen (durch, in  Folge) unseres Unrechts (Sünde, abtrünnigen Verhaltens),&lt;br /&gt;
zerstört (verletzt, zerrüttet)&amp;lt;ref&amp;gt;„verletzt“ nach Joachimsen 2011; Watts 1987; „zerrüttet“ nach ZLH, S. 172.&amp;lt;/ref&amp;gt; wegen (durch, in Folge) unserer Vergehen (Schuld).&lt;br /&gt;
Für unser Wohlergehen (Frieden, Heil) traf ihn unsere Züchtigung,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „Die Züchtigung unseres Heils (Glücks, Friedens) auf ihm“.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/pageview/58557 Torczyner 1912] hat sinnvoll vorgeschlagen, hier nach [[Psalm 90#s8 |Ps 90,8]] (dazu BHS) statt {{hebr}}שלומנו{{hebr ende}} &#039;&#039;für unser Heil&#039;&#039; zu lesen {{hebr}}עלומינו{{hebr ende}} &#039;&#039;für unsere (verborgenen) Sünden&#039;&#039;. Der Sticho wäre dann parallel nicht zu Sticho d, sondern zu den Stichos a.b. Nötig ist das allerdings nicht, weshalb man von dieser Maßnahme besser absehen sollte.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
durch seine (bei seinen) Wunden gab es Heilung für uns&amp;lt;ref&amp;gt;Fast alle Kommentare und Übersetzungen deuten das Verben als impersonales Passiv: „es war Heilung, es gab Heilung“ (gut K/D + Westermann 1966: „Durch seine Striemen ward uns Heilung“); vgl. Joachimsen 2011, S. 116f.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die meisten Übersetzungen umschreiben diesen Satz mit einer freieren Formulierung im Sinne von „durch seine Wunden wurden wir geheilt“ (vgl. JPS 1985/1999); theoretisch wäre außerdem möglich: „an seinen Wunden wurde er für uns geheilt“ (vgl. JPS 1917).&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{Par|1 Petrus|2|24}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Wir alle&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wir alle&#039;&#039;: „Wir“ wird hier extra (unnötigerweise) gesetzt und zudem noch beschwert durch „wir &#039;&#039;alle&#039;&#039;“, um den Gegensatz zw. Sticho ab und Sticho c zu betonen: Dass JHWH &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Sünden &#039;&#039;auf ihn&#039;&#039; treffen ließ, weil &#039;&#039;wir alle&#039;&#039; uns wie Schafe verlaufen hatten. Zusätzlich wird dies dadurch verstärkt, dass exakt das selbe Wort ({{hebr}}כֻּלָּֽנוּ{{hebr ende}}) - im hebräischen Text das erste des Verses - als letztes Wort des Verses noch einmal wiederholt wird: „die Sünden &#039;&#039;von uns allen&#039;&#039;“. Dorthinein spielt außerdem, dass Sticho 2 noch einmal emphatisch (-&amp;gt;Emphase) das {{hebr}}אִישׁ{{hebr ende}} &#039;&#039;jeder&#039;&#039; dem Satz voransteht. Wollte man das im Dt. einigermaßen nachahmen, etwa so: „&#039;&#039;Wir, allesamt,&#039;&#039; hatten uns wie Vieh verlaufen; / &#039;&#039;jeder [von uns]&#039;&#039; lief in eine andere Richtung, / und &#039;&#039;auf ihn&#039;&#039; ließ Gott treffen die Sünden von &#039;&#039;uns allen&#039;&#039;“&amp;lt;/ref&amp;gt; hatten uns verlaufen wie Schafe (Vieh),{{Par|1 Petrus|2|25}}&lt;br /&gt;
jeder ging seinen eigenen Weg (in seine Richtung, in eine andere Richtung)&amp;lt;ref&amp;gt;Ehrlich 1912 und Paul 2012 wollen diesen Ausdruck nach [[Jesaja 56#s11 |Jes 56,11]] als einen Ausdruck für „seinen eigenen materiellen Interessen nachgehen“ deuten. Der Parallelismus macht aber deutlich, dass „jeder wendete sich (ging) auf seinem Weg“ hier als ein alternativer Ausdruck für das „Umherirren“ zu lesen ist, daher vielleicht näher am Sinn: „jeder lief in eine andere Richtung“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch (und darum) JHWH lässt ihn treffen (bürdet ihm auf, bekämpft ihn mit)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Vers 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; unserer aller Sünden (was wir alle verschuldet haben).&lt;br /&gt;
{{S|7}} Er wurde getrieben (misshandelt) und &#039;&#039;er&#039;&#039; war gedemütigt (wurde gedemütigt, ließ sich demütigen, wurde geplagt, erniedrigte sich),&lt;br /&gt;
und er öffnete seinen Mund nicht – &lt;br /&gt;
wie das Schaf (Lamm) zum Schlachten gebracht wird, &lt;br /&gt;
und wie ein Mutterschaf (Schaf) vor&amp;lt;ref&amp;gt;das hebräische Wort für „vor“ ({{hebr}}לִפְנֵי{{hebr ende}}) hat bisweilen einen drohenden Unterton (vgl. z.B. Dahood 1965, S. 133f; Sabottka 1972, S. 32) und ist daher hier höchst treffend: Auch der Scherer wird als etwas Schreckliches für die Schafe dargestellt und kann daher sinnvoll mit der Schlachtung parallelisiert werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; seinen Scherern verstummt. &lt;br /&gt;
Und er öffnete seinen Mund nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Manche Exegeten vermuten, dass der letzte Sticho nicht ursprünglich ist, sondern als Schreibfehler (Dittographie) zu streichen ist, so z.B. BHS („prb“), Box/Driver, Budde, Driver, Duhm, Giesebrecht, Haller, Kaiser, Lagarde, Marti, Stark, Volz u.a. Allerdings sind Wiederholungen in Deuterojesaja nicht selten, so dass das wohl nicht nötig ist (so auch North 1964, S. 229). Ohne die Verdoppelung wäre der Text zwar etwas sprachlich glatter, was aber bei diesem insgesamt sprachlich komplexen Text eher für die Ursprünglichkeit der Wiederholung sprechen dürfte.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Ohne [ordnungsgemäße] Verhaftung (Bedrängnis) und Verurteilung wurde er weggennommen (nach/durch Haft und Urteil wurde er fortgerafft; aus Bedrängnis und Verbrechen wurde er herausgeholt; aus dem Gefängnis und dem Gericht wurde er fortgeführt).&amp;lt;ref&amp;gt;Die Übersetzung dieses Verses wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Vgl. Childs 2001, S. 416 und Kraus 1990, S. 150. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Wer kümmert sich um seine Generation (wer denkt an sein Schicksal; bei seinen Zeitgenossen – wen kümmert es)&amp;lt;ref&amp;gt;Die wörtliche Übersetzung ist inhaltlich unklar. Es werden darum zwei verschiedene Arten diskutiert, diesen Vers anders zu deuten:&amp;lt;br /&amp;gt;1. „Wer denkt an sein Schicksal“: Hierzu muss man „Schicksal“ als eine sonst unbelegte weitere Bedeutung von &#039;&#039;dôr&#039;&#039; postulieren (analog zu Akk. &#039;&#039;dûru&#039;&#039; and Arab &#039;&#039;dauru&#039;&#039;), so z.B. Blenkinsopp 2002, S. 345; Driver 1968, S. 95; Ehrlich 1912, S. 192 (!); Hermisson 1996, S. 8.9; Kaiser 1959, S. 85; North 1964, S. 230; Nyberg 1942, S. 53; Paul 2012, S. 102.408; Soggin 1975; Watts 1987.&amp;lt;br /&amp;gt;2. „Bei seinen Zeitgenossen – wen kümmert es“: Hier muss man entweder eine Textverderbnis annehmen oder {{Hebr}}אֶת{{Hebr ende}} als &#039;&#039;bei/neben&#039;&#039; übersetzen, was beides ebenfalls nicht unproblematisch ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Die JPS 1985/1999 übersetzt: „Who could describe his abode?“&amp;lt;/ref&amp;gt;? &lt;br /&gt;
Ach (dass er, denn) abgeschnitten (weggerrissen) wurde er vom Land der Lebenden.{{Par|Apostelgeschichte|8|32}}&lt;br /&gt;
Wegen des Unrechts meines (seines)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die hebräischen Handschriften unterscheiden sich an dieser Stelle. Besser in den Kontext passt „seines Volkes“ (NET Bible). Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ursprünglich sein muss, da es sich um die leichter zu erklärende Lesart handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Volkes wurde er geschlagen (erschlagen, verprügelt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Wörtlich &#039;&#039;Wegen des Unrechts meines Volkes [war] ihm ein Schlag&#039;&#039;; ungrammatisch. Lies mit BHS, Blenkinsopp, Box/Driver, Driver, Duhm, Elliger, Hermisson, Paul, Schenker, Westermann, Whybry, Ziegler nach Syr, VUL, 1QIsa&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt; statt {{hebr}}נֶגַע{{hebr ende}} &#039;&#039;ein Schlag&#039;&#039; besser {{hebr}}נֻגַּע{{hebr ende}} &#039;&#039;er wurde geschlagen&#039;&#039; und nach LXX statt {{hebr}}לָֽמו{{hebr ende}} &#039;&#039;ihm&#039;&#039; besser {{hebr}}לַמָּוֶת{{hebr ende}} &#039;&#039;zu Tode&#039;&#039;, also &#039;&#039;er wurde zu Tode geprügelt&#039;&#039; oder – wenn hyperbatisch gedeutet – &#039;&#039;er wurde schrecklich verprügelt&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Dann gab man&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: MT hat „er gab“; viele lesen daher statt {{hebr}}וַיִּתֵּן{{hebr ende}} &#039;&#039;er gab&#039;&#039; {{hebr}}וַיֻּתַּן{{hebr ende}} &#039;&#039;es wurde gegeben&#039;&#039;. Das ist unnötig, 3. Pers. sg. mask. kann im Hebräischen auch als impersonaler Singular verwendet werden: „Man gab...“ (vgl. [http://en.wikisource.org/wiki/Gesenius%27_Hebrew_Grammar/144 GKC §144d]; Joachimsen 2011, S. 132; North 1964, S. 231; Soggin 1975, S. 348). Zum Sinn vgl. Barré 2001, S. 20: „V. 9ab meint nicht, dass der Knecht begraben worden wäre oder dass sein Grab gegraben worden wäre. Diese Bedeutung hat der Ausdruck &#039;&#039;ntn qeber&#039;&#039; nie. Es meint vielmehr, dass ein Grab (oder ein Begräbnisort) &#039;&#039;angelegt&#039;&#039; oder jemandem &#039;&#039;zugewiesen&#039;&#039; wird.“&amp;lt;/ref&amp;gt; ihm bei Frevlern&amp;lt;ref&amp;gt;Ein nicht-standesgemäßes Begräbnis galt im Alten Israel als ein schwerer Fluch; das Begräbnis bei Frevlern stimmt also gut zusammen mit dem furchtbaren Leben des Gottesknechts; aus diesem Grund ist im hebräischen Text &#039;&#039;bei Frevlern&#039;&#039; auch emphatisch (-&amp;gt;Emphase) vorangestellt.&amp;lt;/ref&amp;gt; sein Grab &lt;br /&gt;
und (doch) bei einem Reichen&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Kommentare nehmen an dieser Stelle eine Text-Verderbnis an und schlagen verschiedene Konjekturen vor, z.B. „[Man gab ihm] sein Grabmal bei Übeltätern.“ (Ehrlich 1912; Touzard 1920; Ziegler 1958, S. 174; zu weiteren Vertretern siehe Joachimsen 2011, S. 132). Hierüber gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Konsens (Childs 2001, S. 417). Eine Änderung wäre an dieser Stelle zwar aus inhaltlichen Gründen erfreulich, denn „Reiche“ wurden in Felsengräbern begraben, „Frevler“ entweder gar nicht oder mit Erdbegräbnis, so dass man nicht gleichzeitig bei „Frevlern und Reichen“ begraben werden kann. Andererseits lässt sich dies aber textkritisch nicht belegen, und gerade bei wünschenswerten Eingriffen in den Text ist besondere Vorsicht geboten.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach seinem Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: &#039;&#039;nach seinen Toden&#039;&#039; (Pl. von „Tod“); vermutlich (bedeutungsloser, in der hebräischen Poesie typischer) N-Shift; vgl. z.B. [https://archive.org/stream/commentaryonthep02alexuoft#page/300/mode/1up Alexander 1865, S. 301]. Alternativ zu erklären als abstrakter Plural mit Sg.-Bedeutung (North 1964, S. 231); übersetze: „nach seinem Tod“.&amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Viele wollen emendieren zu von {{hebr}}בְּמֹתָיו{{hebr ende}} &#039;&#039;nach seinem Tod&#039;&#039; zu {{hebr}}בָּמָתוׂ{{hebr ende}} &#039;&#039;sein Grabmal&#039;&#039; (BHS; Barré 2001; Barthélemy 1986, S. 400; Blenkinsopp 2002; Driver 1968, S. 95f; Ehrlich 1912; Paul 2012; Soggin 1975, S. 348; Westermann 1966; Ziegler 1958, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Par|Matthäus|15|42}}&lt;br /&gt;
obwohl (weil)&amp;lt;ref&amp;gt;Zu {{hebr}}על{{hebr ende}} mit dem Sinn „obwohl“ vgl. noch [[Ijob 16#s17 |Ijob 16,17]] (North 1964, S. 231); [[Esra 10#s2 |Esra 10,2]] (Paul 2012, S. 409); so fast alle Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; er keine Gewalttat verübt hatte &lt;br /&gt;
und kein Betrug in seinem Mund war.{{Par|1 Petrus|2|22}} {{Par|Offenbarung|14|5}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Dennoch wollte JHWH seine Zerstörung, er ließ ihn leiden (krank werden).“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„[Doch auch] wenn (weil, obwohl) du&amp;lt;ref&amp;gt;Statt „du“ ließe sich auch „sie“ übersetzen (so z.B. Barthélemy 1986; Delitzsch 1889; Edel 1964; Gentry 2007; LEB; Niccacci 2005; North 1964); dann: „Wenn seine Seele eine Schuldtilgung einsetzt“. Die meisten Exegeten nehmen eine Textverderbnis an und ändern entweder in „ihn“ oder nehmen größere Änderungen am Text vor. Beides ist jedoch unnötig, wenn man den Wechsel der Sprecher von dem „Wir“ zu JHWH bereits an dieser Stelle ansetzt (so Schmidt 2014, 227 und 232). Diese Lösung hat zwar die Schwierigkeit, dass der Name JHWH in Stichto d in der dritten Person steht, aber es gibt auch andere Bibelstellen mit demselben Phänomen (233, Fußnote 50).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Inhaltliche Aussage ist dann: Auch wenn dieser Tod &#039;&#039;dir&#039;&#039; als Schuldtilgung zugute kommt, so sorgt JHWH dennoch für das Wohlergehen dieses seines Getreuen – und schenkt ihm somit trotz seines Todes neue Zukunft.&amp;lt;/ref&amp;gt; sein Leben als (er sein Leben als; er sich sich selbst als; er selbst eine; seine Seele eine) Schuldtilgung (Schuldopfer) einsetzt (eingesetzt hast/hättest),&lt;br /&gt;
wird (würde) er Nachkommen sehen, wird (würde) er lange leben.&lt;br /&gt;
Und (aber) was JHWH will, gelingt durch seine Hand (durch ihn)&amp;lt;ref&amp;gt;Analog dem Akkadischen (vgl. CAD 13, S. 192) und dem Ugaritischen (vgl. Tropper § 82.411) fungiert das Hebräische {{hebr}}בְּיָד{{hebr ende}} oft nur als „verstärktes {{hebr}}בְּ{{hebr ende}}“ (KBL3, S. 371) zum Ausdruck der Mediation; also ein stärkeres „durch ihn“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Aus dem Elend (mehr als das Elend / die Mühe / das Leid; wegen des Elends; nach dem [Ende des] Elends) seines Lebens (seiner selbst, seiner Seele, seines innersten Elends) sieht er ([Licht])&amp;lt;ref&amp;gt;Die meisten Exegeten ergänzen nach 1QJes&amp;lt;sup&amp;gt;ab&amp;lt;/sup&amp;gt;, 4QJes&amp;lt;sup&amp;gt;d&amp;lt;/sup&amp;gt; und LXX das Objekt „Licht“, einige aber nicht (z.B.  Childs 2001, 409; Schmidt 2013, 227; [http://books.google.de/books?id=SP6INIzoERQC&amp;amp;lpg=PA401&amp;amp;dq=Seeligmann%20Studien%20Jesaja&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA401#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Seeligmann 2004]).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und satt (befriedigt) werden an seiner Erkenntnis (seinem Wissen).&lt;br /&gt;
Der Gerechte (Rechtschaffene, im Recht), mein Getreuer,&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: „Er wird satt. In seiner Erkenntnis macht er gerecht, der Gerechte, mein Getreuer, für die Vielen.“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu {{Hebr}}עַבְדִּי{{Hebr ende}} (mein Getreuer/Diener/Knecht) siehe die Fußnote in [[Jesaja 52#s13|Jes52,13]].&amp;lt;/ref&amp;gt; macht die Vielen gerecht (erklärt die Vielen für gerecht, gibt den Vielen recht)&lt;br /&gt;
– und ihre Vergehen (Schuld, Schuldfolge): &#039;&#039;Er&#039;&#039; trägt sie. &lt;br /&gt;
{{S|12}} Deshalb (Ich verspreche)&amp;lt;ref&amp;gt;V. 12a wird eingeleitet mit einer Heilszusage; {{hebr}}לָכֵן{{hebr ende}} ist daher wohl am Besten so zu deuten, dass es diese Heilszusage nur markieren soll und nicht übersetzt werden muss (vgl. z.B. Paul 2012: „Assuredly, ...“)&amp;lt;/ref&amp;gt; teile ich ihm ([Beute]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Beute]&#039;&#039; - double-duty-Objekt (-&amp;gt;Brachylogie) aus Sticho b; vgl. z.B. Dillmann 1898, S. 457&amp;lt;/ref&amp;gt;) zu unter den Vielen (gemeinsam mit Starken; ich teile ihm die Vielen/Starken [als Beute] zu; ich werde ihm … zuteilen)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und mit Mächtigen (Zahlreichen) teilt er Beute (die Zahlreichen / Mächtigen teilt er als Beute; wird er … teilen),&amp;lt;ref&amp;gt;Wir haben V. 12ab hier sehr wörtlich übersetzt (wie Schmidt 2013, 227; Childs 2001, 408). Möglich wären aber auch die folgenden Übersetzungen.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
(i) „Deshalb werde ich ihm die Beute gemeinsam mit den Starken  zuteilen, und mit den Mächtigen wird er die Beute teilen“ (so z.B. Alexander 1864; Baltzer 1999; Barré 2001; Blenkinsopp 2002; Dillmann 1898; Driver 1968; Edel 1964; Oswalt 1998; Smith 2009; Watts 1987; Westermann 1966)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(ii) „Deshalb werde ich ihm Viele als Beute zuteilen, und Zahlreiche wird er als Beute teilen.“ (so z.B. Ehrlich 1912; Joachimsen 2011; North 1964; Ziegler 1958) – Driver 1968, S. 102 emendiert von {{hebr}}יְחַלֵּק{{hebr ende}} &#039;&#039;er wird teilen&#039;&#039; nach {{hebr}}יַחֲלּׂק{{hebr ende}} &#039;&#039;er wird empfangen&#039;&#039;. Ziegler übersetzt so, ohne zu emendieren.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weil all diese Varianten gleich metaphorisch sind, ist die Entscheidung zwischen ihnen mehr oder weniger unmöglich (so auch Oswalt 1998, S. 405f). Paul 2012 bietet denn einfach beide Versionen aus dieser Fußnote in seiner Übersetzung an.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dafür, dass (weil) er sein Leben in den Tod geleert (ausgegossen) hat&amp;lt;ref&amp;gt;„Leben ausgießen“ ist ein hebräisches (auch: akkadisches) Idiom für „sterben“ (vgl. [[Psalm 141#s8 |Ps 141,8]]; Ges18, S. 1012; hier ist es zusätzlich erweitert durch „in den Tod“; sinngemäß also einfach: „Dafür, dass er den Tod auf sich genommen hat“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und zu den Untreuen (Sündern, Abtrünnigen) gezählt wurde (sich zählte, sich zählen lassen hat).{{Par|Lukas|22|37}} {{Par|Markus|15|28}}&lt;br /&gt;
Er, er hat den Vielen ihre Verfehlung abgenommen (auf sich genommen),{{Par|Matthäus|26|28}} {{Par|1 Petrus|2|24}}&lt;br /&gt;
und für die Untreuen (Sünder, Abtrünnigen) ließ (lässt) er sich treffen (ließ/lässt er sich aufbürden; kämpft er; bittet er dringlich)&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle steht dasselbe Wort wie in Vers 6 ({{Hebr}}פָּגַע{{Hebr ende}}), das sowohl „angreifen“ als auch „dringlich bitten“ bedeuten kann. Vermutlich beschreibt es denselben Sachverhalt wie der vorangehende Sticho. Es steht in einer anderen Zeitstufe, was wohl ein (bedeutungsloser) T-Shift ist. Alternativ kann man den Vers so deuten, dass mit dem letzten Sticho ein neuer Gedanke in das Lied gebracht wird: Nicht nur &#039;&#039;hat&#039;&#039; der Gottesknecht die Sünden der Vielen auf sich genommen, sondern zusätzlich tritt er auch jetzt noch und immer (habituelles Yiqtol) für sie ein.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{Par|Lukas|23|34}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jes 52,13–53,12 ist ein extrem verdichteter, poetischer Text. Er ist geprägt von starken Sprachbildern, deren genaue Deutung häufig unklar bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schmidt 2013, S. 224.245&amp;lt;/ref&amp;gt; Dennoch lässt sich auf die Gesamt-Aussage des Textes schließen. Zentral ist ein neuer Blick auf das Leiden. Erlittenes Leid wird nicht etwa als verdiente Gottesstrafe interpretiert (Tun-Ergehen-Zusammenhang&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Tun-Ergehen-Zusammenhang Tun-Ergehen-Zusammenhang (Wikipedia)]; [http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/36298/ Tun-Ergehen-Zusammenhang (WiBiLex)]&amp;lt;/ref&amp;gt;), sondern als Rettung gedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Rolle im Text spielt der &#039;&#039;Getreue&#039;&#039; Gottes (&#039;&#039;ebed jhwh&#039;&#039;, oft als „Gottesknecht“ übersetzt). Das hebräische Wort &#039;&#039;Ebed&#039;&#039; kann sowohl Sklaven bezeichnen als auch hochgestellte Persönlichkeiten (etwas im Dienst eines Königs) und Propheten (Gottesdiener).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/23712/ Knechtschaft (WiBiLex)] und [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/16437/ Dienen / Diener (AT) (WiBiLex)]. Zur Übersetzung mit „Getreuer“ siehe Schmidt 2013, S. 115.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem Getreuen Gottes wird erzählt, welches Leid er in der Vergangenheit erfahren hat: Verachtung, Einsamkeit, Schmerz, Krankheit (53,3) und Tod (53,9). Dieses Leid wurde von anderen („wir“) als Gottes Strafe missverstanden (53,4). In Wirklichkeit aber ist er unschuldig gewesen (53,9). Das Leiden des Getreuen ist zwar eine „Schuldtilgung“ (53,10), aber nicht für seine eigene Schuld, sondern für „unserer aller Sünden“ (53,6). Gottes Getreuer stellt die Gerechtigkeit wieder her und bewirkt Rettung und „Heilung für uns“ (53,5). Gott selbst initiiert diesen „Rollentausch“: „Gott also ist derjenige, der den Vertretenen in dieser Weise aus einer Situation heraushilft, aus der sie mit eigener Kraft nicht herausfinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/53986/ Stellvertretung (WiBiLex)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Zukunft wird dem Getreuen großer Erfolg (52,13) angekündigt, konkret z.B. ein langes Leben (53,10), Weisheit (53,11) und Reichtum „unter den Vielen“ (53,12). Der einsame Getreue Gottes, von den übrigen Menschen verachtet – das war die Vergangenheit. Die Zukunft dagegen besteht aus sichtbarem Erfolg und Einsicht bei „vielen Völkern“ (52,15). Jesaja 54,17 erweitert die Zusage des Wohlergehens auf eine Gruppe mehrerer Getreuer Gottes (Plural). Jesaja 55,4–7 schließlich erzählt davon, wie sich ganze „Völker“ zu Gott rufen lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schmidt 2013, 270 und 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die inhaltliche Anfrage, wie ein Verstorbener (V. 9.12) dennoch in Zukunft ein langes Leben haben kann, wird durch diesen poetischen Text nicht erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zahlreiche Thesen zur Person dieses Dieners/Getreuen. Im Neuen Testament werden Jes 52,13–53,12 auf Jesus Christus bezogen. Andere Deutungen sind: das jüdische Volk; die kleine Gruppe der Frommen inmitten der Unfrommen; ein uns unbekannter, konkreter, einzelner Mensch; der Messias; Jeremia; Mose.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Berlin/Brettler 2005, S. 891&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Interpretation des Textes ist die Festlegung auf eine bestimmte Identität aber nicht notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schmidt 2013, S. 119–120.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An vielen Stellen ist der Text grammatikalisch mehrdeutig. Hinzu kommen Fälle von Textverderbnis und von Wörtern mit unbekannter Bedeutung. Diese Deutungs- und Übersetzungsschwierigkeiten verbinden sich mit der großen poetischen Sprachkraft zu einem sperrigen, aber spannenden Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_53&amp;diff=21125</id>
		<title>Jesaja 53</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jesaja_53&amp;diff=21125"/>
		<updated>2015-05-27T21:56:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Siehe auch: [[Jesaja 53/Persönliche Fassung (Sebastian Walter)]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|1}} Wer hat Glauben geschenkt&lt;br /&gt;
Dem, was wir gehört haben?&lt;br /&gt;
(/Die Macht unseres GOTTES/SEINE Macht/) –&lt;br /&gt;
Wem ist sie enthüllt?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|2}} So wie ein junger Spross&lt;br /&gt;
So trieb er aus vor ihm&lt;br /&gt;
So wie eine Wurzel aus trockenem Land –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn er hatte&lt;br /&gt;
Keine Gestalt&lt;br /&gt;
Keine Schönheit&lt;br /&gt;
Dass wir ihn angesehen hätten&lt;br /&gt;
Kein Aussehen&lt;br /&gt;
Dass er uns gefallen hätte:&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|3}} Ein Verachteter&lt;br /&gt;
Von den Leuten verlassen&lt;br /&gt;
Ein Mann von Schmerzen&lt;br /&gt;
Mit der Krankheit vertraut&lt;br /&gt;
So wie jemand&lt;br /&gt;
Vor dem man sein Gesicht&lt;br /&gt;
Verhüllt.&lt;br /&gt;
Ein Verachteter.&lt;br /&gt;
Geringgeschätzt&lt;br /&gt;
Haben wir ihn.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|4}} Es ist wahr:&lt;br /&gt;
Unsere Krankheiten&lt;br /&gt;
Hat er&lt;br /&gt;
Uns&lt;br /&gt;
Abgenommen&lt;br /&gt;
Unsere Schmerzen&lt;br /&gt;
Hat er&lt;br /&gt;
Getragen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wir –&lt;br /&gt;
Wir hielten ihn für&lt;br /&gt;
Geschlagen, für&lt;br /&gt;
Von Gott getroffen und&lt;br /&gt;
Gedemütigt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|5}} Er –&lt;br /&gt;
Er ist durchbohrt&lt;br /&gt;
Wegen unseres&lt;br /&gt;
Unrechts&lt;br /&gt;
Zerstört&lt;br /&gt;
Wegen unserer&lt;br /&gt;
Vergehen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit&lt;br /&gt;
Wir wieder ins Lot&lt;br /&gt;
Zurück kommen&lt;br /&gt;
War unsere Züchtigung&lt;br /&gt;
Auf ihm,&lt;br /&gt;
Bei seinen Wunden&lt;br /&gt;
War Heilung für uns.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} Wir alle –&lt;br /&gt;
Wie Vieh&lt;br /&gt;
Irrten wir umher&lt;br /&gt;
Jeder ging&lt;br /&gt;
Seinen eigenen&lt;br /&gt;
Weg.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
(/GOTT/Unser GOTT/ER/) lässt&lt;br /&gt;
Ihn&lt;br /&gt;
Unser aller Sünden&lt;br /&gt;
Treffen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|7}} Er wurde misshandelt, er –&lt;br /&gt;
Er ließ sich demütigen&lt;br /&gt;
Und er öffnete seinen Mund nicht&lt;br /&gt;
Wie das Schaf&lt;br /&gt;
Wenn es zum Schlachten gebracht wird&lt;br /&gt;
Verstummt&lt;br /&gt;
Wie das Mutterschaf&lt;br /&gt;
Vor seinen Scherern&lt;br /&gt;
Verstummt&lt;br /&gt;
Und er öffnete seinen Mund nicht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|8}} Durch Bedrängnis&lt;br /&gt;
Durch Verurteilung&lt;br /&gt;
Weggenommen&lt;br /&gt;
Wurde er –&lt;br /&gt;
Wen kümmert es&lt;br /&gt;
Von seinen Zeitgenossen&lt;br /&gt;
Dass er abgeschnitten&lt;br /&gt;
Wurde&lt;br /&gt;
Vom Land der Lebenden?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Des Unrechts meines Volkes wegen wurde er&lt;br /&gt;
Geschlagen&lt;br /&gt;
{{L|9}} Dann errichtete man sein Grab&lt;br /&gt;
Bei Frevlern&lt;br /&gt;
Bei einem Reichen&lt;br /&gt;
Als er starb –&lt;br /&gt;
Wo er doch keine Gewalttat verübt hatte&lt;br /&gt;
Und kein Betrug in seinem Mund war.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|10}} (/Unser GOTT/ER/) wollte seine Zerstörung&lt;br /&gt;
Er ließ ihn krank werden&lt;br /&gt;
Ach, wenn&lt;br /&gt;
Er selbst ein Schuldopfer&lt;br /&gt;
Gestellt&lt;br /&gt;
So sieht er Nachkommen&lt;br /&gt;
Und ein langes Leben,&lt;br /&gt;
Doch was&lt;br /&gt;
(/Unser GOTT/ER/) will, gelingt&lt;br /&gt;
Durch seine Hand.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|11}} Aus seines Lebens Elend&lt;br /&gt;
Sieht er&lt;br /&gt;
Und wird satt&lt;br /&gt;
In seinem Begreifen&lt;br /&gt;
Er macht gerecht&lt;br /&gt;
Gerecht&lt;br /&gt;
Für die vielen&lt;br /&gt;
Mein Diener –&lt;br /&gt;
Und ihre Vergehen:&lt;br /&gt;
Er&lt;br /&gt;
Trägt sie.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|12}} Deshalb teile ich ihm zu&lt;br /&gt;
Bei den Vielen&lt;br /&gt;
Und mit Mächtigen&lt;br /&gt;
Teilt er Beute,&lt;br /&gt;
Weil er sich selbst&lt;br /&gt;
Ausgeliefert hat&lt;br /&gt;
Dem Tod,&lt;br /&gt;
Und weil er gezählt wurde&lt;br /&gt;
Zu den Untreuen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er –&lt;br /&gt;
Den Vielen&lt;br /&gt;
Hat er abgenommen&lt;br /&gt;
Ihre Verfehlung,&lt;br /&gt;
Und die Untreuen:&lt;br /&gt;
Er tritt für sie ein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|1}}„Wer hat geglaubt (glaubt, hätte geglaubt, hat vertraut auf) die Kunde (das Gehörte, Offenbarte, Verkündigte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Kunde (das Gehörte, Offenbarte, Verkündigte)&#039;&#039; - wg. dem folgenden Sticho („Wem ist JHWHs Macht enthüllt“ -&amp;gt; JHWHs Tun wird gerade als &#039;&#039;verborgen&#039;&#039; vorgestellt) sind die „theologischeren“ Alternativen „Offenbartes“ und „Verkündigtes“ eher unwahrscheinlich; vgl. [http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00051851_00095.html?sort=sortTitle+asc&amp;amp;subjectRVK=%7BTheologie+und+Religionswissenschaften%7D&amp;amp;mode=simple&amp;amp;person_str=%7BKaiser%2C+Otto%7D Kaiser 1959, S. 95]; KBL3, S. 1439.&amp;lt;/ref&amp;gt; an uns (von uns)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Identität des „wir“ in Vers 1–6 ist unklar. Zwei mögliche Deutungen sind Identifizierungen mit dem Volk Israel oder mit benachbarten Völkern. (Vgl. Berlin/Brettler 2005, S. 891.) Siehe auch die Fußnote zu „Diener“ in [[Jesaja 52#s13|Jes52,13]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Par|Johannes|12|38}} {{Par|Römer|10|16}}&lt;br /&gt;
und JHWHs Macht (Arm) - {an} wem (an wem) ist (wurde) sie enthüllt (offenbar)? &lt;br /&gt;
{{S|2}} Er wuchs wie ein junger Spross vor ihm (vor seinen Augen, vor unseren Augen, trieb empor)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor ihm&#039;&#039; - BHS vermutet einen Überlieferungsfehler und hält {{hebr}}לְפָנֵינוּ{{hebr ende}} &#039;&#039;vor uns, vor unseren Augen&#039;&#039; für urspünglich. So z.B. auch Barré 2000, S. 25; [http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00051851_00086.html?sort=sortTitle+asc&amp;amp;subjectRVK=%7BTheologie+und+Religionswissenschaften%7D&amp;amp;person_str=%7BKaiser%2C+Otto%7D&amp;amp;mode=simple Kaiser 1959, S. 86]. Anders Allen 1971; Driver 1968b; [http://archive.org/stream/randglossenzurhe3v4ehrl#page/190/mode/2up Ehrlich 1912]; Gordon 1970; North 1964, die übersetzen mit „gerade(wegs) nach oben“ („right up“): &#039;&#039;vor sich&#039;&#039; bezieht sich ihnen zufolge auf den Wachsenden selbst, &#039;&#039;vor sich selbst hinaufziehen&#039;&#039; soll dann meinen: „emporschießen, emporwachsen“. Diese Deutung ist plausibel; da aber die wörtliche Übersetzung mit „vor ihm“ immer noch weitaus mehr Anhänger hat, haben auch wir diese Lösung gewählt.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wie ein Schössling (eine Wurzel)&amp;lt;ref&amp;gt;„Schössling“ nach Baltzer 1999; Blenkinsopp 2002; Edel 1964; Niccacci 2005; vgl. auch ZLH, S. 882 &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; aus trockenem (dürrem) Land (Boden).{{Par|Jesaja|11|1}}&lt;br /&gt;
Er hatte ([Drum] hatte er; [Denn] er hatte) keine Gestalt und keine Schönheit (keinen Schmuck),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;keine Gestalt und keine Schönheit&#039;&#039; - Hendiadyoin. Das Hendiadyoin (=Ausdruck eines Konzeptes durch zwei durch „und“ verbundene Wörter) ist im (adjektiv-armen) Hebräisch sehr viel häufiger als im Deutschen und fungiert oft ähnlich der deutschen Konstruktion [Adjektiv-Substantiv] oder dem deutsche Wortbildungsmodell „Komposition“ (=Wortzusammensetzung, z.B. „Gast“ + „Arbeiter“ = „Gastarbeiter)“; sinngemäß daher statt „Gestalt und Schönheit“: „schöne Gestalt“.&amp;lt;/ref&amp;gt; dass wir ihn [gerne] angesehen (genossen) hätten (ansehen hätten können), &lt;br /&gt;
und kein Aussehen, dass er uns gefallen hätte (hätte können): &lt;br /&gt;
{{S|3}} [Er ist (war)] verachtet (ein Verachteter) und von dem Menschen (Männern)&amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; verlassen (fernbleibend/missachtet, ein von den Menschen Verlassener/Fernbleibender/Missachteter),&lt;br /&gt;
ein Mensch (Mann)&amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;/&amp;gt; von Schmerzen (Leiden) und mit der Krankheit (dem Übel, dem Leiden) Vertrauter(von Krankheit Gedemütigter, mit Krankheit Gestrafter),&amp;lt;ref&amp;gt;In der wissenschaftlichen Literatur werden verschiedene sprachliche Deutungen des hebräischen Textes diskutiert (vgl. CDCH 147). Neben der von uns gewählten Übersetzung werden auch {{hebr}}ידע{{hebr ende}} II (&#039;&#039;demütigen&#039;&#039;) und {{hebr}}ידע{{hebr ende}} IV (&#039;&#039;strafen&#039;&#039;) vorgeschlagen. Beides ist aber nicht allgemein anerkannt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie jemand, vor dem man das Gesicht verhüllt.&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;Und [er war] wie ein Verbergen der Gesichter (des Gesichts) vor ihm (uns)&#039;&#039;. Wer Subjekt des Gesicht-Verbergens ist und ob er sein Gesicht vor „ihm“=dem Gottesknecht oder dem nicht identifizierten „uns“ verbirgt, ist im heb. Text nicht ausgedrückt. Möglich wären die Deutungen: (a) Impersonal: &#039;&#039;Man&#039;&#039; verbirgt sein Gesicht vor &#039;&#039;ihm&#039;&#039;; (b) &#039;&#039;Wir&#039;&#039; verbergen unsere Gesichter vor &#039;&#039;ihm&#039;&#039;; (c) &#039;&#039;Gott&#039;&#039; verbirgt sein Gesicht vor &#039;&#039;ihm&#039;&#039;; (d) &#039;&#039;Er&#039;&#039; verbirg sein Gesicht vor &#039;&#039;uns&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt; Rein sprachlich betrachtet am naheliegendsten - da dann das Fehlen eines expliziten Subjekts keiner ad-hoc-Erklärung bedarf - ist (a). Dass aber die Rede vom „Verbergen des Gesichtes“ in der Bibel ein häufiges Idiom für den „Gnaden-Entzug JHWHs“ ist (JHWH verbirgt sein Gesicht vor X = JHWH schaut X nicht mehr gnädig an; vgl. [http://kb.osu.edu/dspace/bitstream/handle/1811/58582/HAR_v1_139.pdf?sequence=1 Friedman 1977], bes. 146f; s. auch [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Psalm_30#note_u FN u] zu [[Psalm 30#s8 |Ps 30,8]]), spricht für (c). Der Gottesknecht ist die „konzentrierte Gesichtsverbergung“; er wirkt wie der Inbegriff dessen, was das Gesichts-verbergen JHWHs mit sich bringt - nämlich Schmerzen, Krankheit, Missachtung und Geringschätzung.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die meisten Übersetzungen und Kommentare übersetzen so wie wir. (Ausnahmen: JPS 1985/1999 übersetzt: „As one who hid his face from us“ und Buber: „wie wenn das Antlitz sich vor uns verbergen muß“.)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Möglicherweise liegt hier eine Anspielung auf Aussatz vor. (Vgl. Berlin/Brettler 2005, S. 891; Lev 13,45ff.) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Er war [ist] ein Verachteter&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: eine Handschrift: „und wir haben ihn ausgeplündert“&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wir haben ihn nicht geschätzt (geachtet).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Es ist wahr (sicherlich, jedoch, dennoch): Unsere Krankheiten – er hat sie getragen (unter unseren Krankheiten hat er gelitten, unsere Krankheiten hat er auf sich geladen); &lt;br /&gt;
unsere Schmerzen (Leiden) – er hat sie gestemmt (ertragen, erduldet).&amp;lt;ref&amp;gt;In V. 4a-c finden sich einige sprachliche Auffälligkeiten. (1) Die Objekte &#039;&#039;unsere Krankheiten&#039;&#039; und &#039;&#039;unsere Leiden&#039;&#039; sind hier emphatisch (-&amp;gt;Emphase) vorangestellt; (2) Sticho a steht ein redundantes Pronomen &#039;&#039;er&#039;&#039;, das so eigentlich schon in der Flexionsendung von &#039;&#039;er hat getragen&#039;&#039; enthalten wäre; streng wörtlich also: „Jedoch unsere Krankheiten: Er, er hat sie getragen“. (3) Ähnlich ist in Sticho b das &#039;&#039;unsere Leiden&#039;&#039; überflüssigerweise noch einmal enthalten in &#039;&#039;er hat &#039;&#039;sie&#039;&#039; ertragen&#039;&#039; - streng wörtlich also „unsere Leiden, sie hat er ertragen“ - und (4) wird in Sticho c das &#039;&#039;wir&#039;&#039; ebenfalls durch ein redundantes Pronomen ausgedrückt; streng wörtlich also: „und wir, wir hielten ihn...“.&amp;lt;br /&amp;gt; Durch diese doppelte Hervorhebung von „unsere Krankheiten“ und „unsere Leiden“ und die Betonung von „er“, „sie“ und „wir“ wird sprachlich eine doppelte Gegensätzlichkeit markiert: (a) Die Tatsache, dass &#039;&#039;er&#039;&#039; nicht etwa &#039;&#039;seine&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Leiden trug und (b) dass &#039;&#039;er&#039;&#039; sie &#039;&#039;selbst&#039;&#039; auf sich geladen hat, während &#039;&#039;wir&#039;&#039; dachten, er sei mit ihnen &#039;&#039;von Gott&#039;&#039; gestraft worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Daher am sinngemäßesten etwas wie: „Dabei waren es &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Krankheiten, die &#039;&#039;er&#039;&#039; auf &#039;&#039;sich&#039;&#039; geladen hat - &#039;&#039;unsere Leiden&#039;&#039; hat er erduldet! - während &#039;&#039;wir&#039;&#039; dachten, er sei &#039;&#039;von Gott&#039;&#039; geschlagen“ (vgl. ähnlich Edel 1964, S. 128; Joachimsen 2011, S. 109-112; North 1964, S. 238f; Paul 2012, S. 404. Sehr gut die Üss. von Baltzer 1999 („Fürwahr, &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Krankheit hat jener getragen, / und &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Leiden - er hat sie aufgeladen! / Wir aber haben ihn für einen gehalten...“) und North 1964 („But ours were the sicknesses that he bore / ours the sorrows he carried; / while we supposed him stricken, / smitten by God, and afflicted.“).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{Par|Matthäus|8|17}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Wir&#039;&#039; hielten ihn für geschlagen,&lt;br /&gt;
für von Gott getroffen und gedemütigt (geplagt). &lt;br /&gt;
{{S|5}} &#039;&#039;Er&#039;&#039; ist verwundet (durchbohrt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: BHS, Baltzer 1999, S. 518 u.a. punktieren mit Aq und Tg Jes um von {{hebr}}מְחֹלָל{{hebr ende}} &#039;&#039;durchbohrt, verwundet&#039;&#039; nach {{hebr}}מְחֻלָּל{{hebr ende}} &#039;&#039;entweiht&#039;&#039;, da {{hebr}}חלל{{hebr ende}} II &#039;&#039;verwunden, durchbohren&#039;&#039; in der Regel die &#039;&#039;tödliche&#039;&#039; Verwundung meint, der Gottesknecht aber ja offensichtlich „lebend leidet.“ MT ist beizubehalten; das Wort kann vereinzelt auch allgemein für das Verwunden stehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wegen (durch, in  Folge) unseres Unrechts (Sünde, abtrünnigen Verhaltens),&lt;br /&gt;
zerstört (verletzt, zerrüttet)&amp;lt;ref&amp;gt;„verletzt“ nach Joachimsen 2011; Watts 1987; „zerrüttet“ nach ZLH, S. 172.&amp;lt;/ref&amp;gt; wegen (durch, in Folge) unserer Vergehen (Schuld).&lt;br /&gt;
Für unser Wohlergehen (Frieden, Heil) traf ihn unsere Züchtigung,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „Die Züchtigung unseres Heils (Glücks, Friedens) auf ihm“.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/pageview/58557 Torczyner 1912] hat sinnvoll vorgeschlagen, hier nach [[Psalm 90#s8 |Ps 90,8]] (dazu BHS) statt {{hebr}}שלומנו{{hebr ende}} &#039;&#039;für unser Heil&#039;&#039; zu lesen {{hebr}}עלומינו{{hebr ende}} &#039;&#039;für unsere (verborgenen) Sünden&#039;&#039;. Der Sticho wäre dann parallel nicht zu Sticho d, sondern zu den Stichos a.b. Nötig ist das allerdings nicht, weshalb man von dieser Maßnahme besser absehen sollte.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
durch seine (bei seinen) Wunden gab es Heilung für uns&amp;lt;ref&amp;gt;Fast alle Kommentare und Übersetzungen deuten das Verben als impersonales Passiv: „es war Heilung, es gab Heilung“ (gut K/D + Westermann 1966: „Durch seine Striemen ward uns Heilung“); vgl. Joachimsen 2011, S. 116f.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die meisten Übersetzungen umschreiben diesen Satz mit einer freieren Formulierung im Sinne von „durch seine Wunden wurden wir geheilt“ (vgl. JPS 1985/1999); theoretisch wäre außerdem möglich: „an seinen Wunden wurde er für uns geheilt“ (vgl. JPS 1917).&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{Par|1 Petrus|2|24}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Wir alle&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wir alle&#039;&#039;: „Wir“ wird hier extra (unnötigerweise) gesetzt und zudem noch beschwert durch „wir &#039;&#039;alle&#039;&#039;“, um den Gegensatz zw. Sticho ab und Sticho c zu betonen: Dass JHWH &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Sünden &#039;&#039;auf ihn&#039;&#039; treffen ließ, weil &#039;&#039;wir alle&#039;&#039; uns wie Schafe verlaufen hatten. Zusätzlich wird dies dadurch verstärkt, dass exakt das selbe Wort ({{hebr}}כֻּלָּֽנוּ{{hebr ende}}) - im hebräischen Text das erste des Verses - als letztes Wort des Verses noch einmal wiederholt wird: „die Sünden &#039;&#039;von uns allen&#039;&#039;“. Dorthinein spielt außerdem, dass Sticho 2 noch einmal emphatisch (-&amp;gt;Emphase) das {{hebr}}אִישׁ{{hebr ende}} &#039;&#039;jeder&#039;&#039; dem Satz voransteht. Wollte man das im Dt. einigermaßen nachahmen, etwa so: „&#039;&#039;Wir, allesamt,&#039;&#039; hatten uns wie Vieh verlaufen; / &#039;&#039;jeder [von uns]&#039;&#039; lief in eine andere Richtung, / und &#039;&#039;auf ihn&#039;&#039; ließ Gott treffen die Sünden von &#039;&#039;uns allen&#039;&#039;“&amp;lt;/ref&amp;gt; hatten uns verlaufen wie Schafe (Vieh),{{Par|1 Petrus|2|25}}&lt;br /&gt;
jeder ging seinen eigenen Weg (in seine Richtung, in eine andere Richtung)&amp;lt;ref&amp;gt;Ehrlich 1912 und Paul 2012 wollen diesen Ausdruck nach [[Jesaja 56#s11 |Jes 56,11]] als einen Ausdruck für „seinen eigenen materiellen Interessen nachgehen“ deuten. Der Parallelismus macht aber deutlich, dass „jeder wendete sich (ging) auf seinem Weg“ hier als ein alternativer Ausdruck für das „Umherirren“ zu lesen ist, daher vielleicht näher am Sinn: „jeder lief in eine andere Richtung“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch (und darum) JHWH lässt ihn treffen (bürdet ihm auf, bekämpft ihn mit)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Vers 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; unserer aller Sünden (was wir alle verschuldet haben).&lt;br /&gt;
{{S|7}} Er wurde getrieben (misshandelt) und &#039;&#039;er&#039;&#039; war gedemütigt (wurde gedemütigt, ließ sich demütigen, wurde geplagt, erniedrigte sich),&lt;br /&gt;
und er öffnete seinen Mund nicht – &lt;br /&gt;
wie das Schaf (Lamm) zum Schlachten gebracht wird, &lt;br /&gt;
und wie ein Mutterschaf (Schaf) vor&amp;lt;ref&amp;gt;das hebräische Wort für „vor“ ({{hebr}}לפני{{hebr ende}}) hat bisweilen einen drohenden Unterton (vgl. z.B. Dahood 1965, S. 133f; Sabottka 1972, S. 32) und ist daher hier höchst treffend: Auch der Scherer wird als etwas Schreckliches für die Schafe dargestellt und kann daher sinnvoll mit der Schlachtung parallelisiert werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; seinen Scherern verstummt. &lt;br /&gt;
Und er öffnete seinen Mund nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Manche Exegeten vermuten, dass der letzte Sticho nicht ursprünglich ist, sondern als Schreibfehler (Dittographie) zu streichen ist, so z.B. BHS („prb“), Box/Driver, Budde, Driver, Duhm, Giesebrecht, Haller, Kaiser, Lagarde, Marti, Stark, Volz u.a. Allerdings sind Wiederholungen in Deuterojesaja nicht selten, so dass das wohl nicht nötig ist (so auch North 1964, S. 229). Ohne die Verdoppelung wäre der Text zwar etwas sprachlich glatter, was aber bei diesem insgesamt sprachlich komplexen Text eher für die Ursprünglichkeit der Wiederholung sprechen dürfte.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Ohne [ordnungsgemäße] Verhaftung (Bedrängnis) und Verurteilung wurde er weggennommen (nach/durch Haft und Urteil wurde er fortgerafft; aus Bedrängnis und Verbrechen wurde er herausgeholt; aus dem Gefängnis und dem Gericht wurde er fortgeführt).&amp;lt;ref&amp;gt;Die Übersetzung dieses Verses wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Vgl. Childs 2001, S. 416 und Kraus 1990, S. 150. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Wer kümmert sich um seine Generation (wer denkt an sein Schicksal; bei seinen Zeitgenossen – wen kümmert es)&amp;lt;ref&amp;gt;Die wörtliche Übersetzung ist inhaltlich unklar. Es werden darum zwei verschiedene Arten diskutiert, diesen Vers anders zu deuten:&amp;lt;br /&amp;gt;1. „Wer denkt an sein Schicksal“: Hierzu muss man „Schicksal“ als eine sonst unbelegte weitere Bedeutung von &#039;&#039;dôr&#039;&#039; postulieren (analog zu Akk. &#039;&#039;dûru&#039;&#039; and Arab &#039;&#039;dauru&#039;&#039;), so z.B. Blenkinsopp 2002, S. 345; Driver 1968, S. 95; Ehrlich 1912, S. 192 (!); Hermisson 1996, S. 8.9; Kaiser 1959, S. 85; North 1964, S. 230; Nyberg 1942, S. 53; Paul 2012, S. 102.408; Soggin 1975; Watts 1987.&amp;lt;br /&amp;gt;2. „Bei seinen Zeitgenossen – wen kümmert es“: Hier muss man entweder eine Textverderbnis annehmen oder {{Hebr}}אֶת{{Hebr ende}} als &#039;&#039;bei/neben&#039;&#039; übersetzen, was beides ebenfalls nicht unproblematisch ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Die JPS 1985/1999 übersetzt: „Who could describe his abode?“&amp;lt;/ref&amp;gt;? &lt;br /&gt;
Ach (dass er, denn) abgeschnitten (weggerrissen) wurde er vom Land der Lebenden.{{Par|Apostelgeschichte|8|32}}&lt;br /&gt;
Wegen des Unrechts meines (seines)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die hebräischen Handschriften unterscheiden sich an dieser Stelle. Besser in den Kontext passt „seines Volkes“ (NET Bible). Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ursprünglich sein muss, da es sich um die leichter zu erklärende Lesart handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Volkes wurde er geschlagen (erschlagen, verprügelt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Wörtlich &#039;&#039;Wegen des Unrechts meines Volkes [war] ihm ein Schlag&#039;&#039;; ungrammatisch. Lies mit BHS, Blenkinsopp, Box/Driver, Driver, Duhm, Elliger, Hermisson, Paul, Schenker, Westermann, Whybry, Ziegler nach Syr, VUL, 1QIsa&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt; statt {{hebr}}נֶגַע{{hebr ende}} &#039;&#039;ein Schlag&#039;&#039; besser {{hebr}}נֻגַּע{{hebr ende}} &#039;&#039;er wurde geschlagen&#039;&#039; und nach LXX statt {{hebr}}לָֽמו{{hebr ende}} &#039;&#039;ihm&#039;&#039; besser {{hebr}}לַמָּוֶת{{hebr ende}} &#039;&#039;zu Tode&#039;&#039;, also &#039;&#039;er wurde zu Tode geprügelt&#039;&#039; oder – wenn hyperbatisch gedeutet – &#039;&#039;er wurde schrecklich verprügelt&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Dann gab man&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: MT hat „er gab“; viele lesen daher statt {{hebr}}וַיִּתֵּן{{hebr ende}} &#039;&#039;er gab&#039;&#039; {{hebr}}וַיֻּתַּן{{hebr ende}} &#039;&#039;es wurde gegeben&#039;&#039;. Das ist unnötig, 3. Pers. sg. mask. kann im Hebräischen auch als impersonaler Singular verwendet werden: „Man gab...“ (vgl. [http://en.wikisource.org/wiki/Gesenius%27_Hebrew_Grammar/144 GKC §144d]; Joachimsen 2011, S. 132; North 1964, S. 231; Soggin 1975, S. 348). Zum Sinn vgl. Barré 2001, S. 20: „V. 9ab meint nicht, dass der Knecht begraben worden wäre oder dass sein Grab gegraben worden wäre. Diese Bedeutung hat der Ausdruck &#039;&#039;ntn qeber&#039;&#039; nie. Es meint vielmehr, dass ein Grab (oder ein Begräbnisort) &#039;&#039;angelegt&#039;&#039; oder jemandem &#039;&#039;zugewiesen&#039;&#039; wird.“&amp;lt;/ref&amp;gt; ihm bei Frevlern&amp;lt;ref&amp;gt;Ein nicht-standesgemäßes Begräbnis galt im Alten Israel als ein schwerer Fluch; das Begräbnis bei Frevlern stimmt also gut zusammen mit dem furchtbaren Leben des Gottesknechts; aus diesem Grund ist im hebräischen Text &#039;&#039;bei Frevlern&#039;&#039; auch emphatisch (-&amp;gt;Emphase) vorangestellt.&amp;lt;/ref&amp;gt; sein Grab &lt;br /&gt;
und (doch) bei einem Reichen&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Kommentare nehmen an dieser Stelle eine Text-Verderbnis an und schlagen verschiedene Konjekturen vor, z.B. „[Man gab ihm] sein Grabmal bei Übeltätern.“ (Ehrlich 1912; Touzard 1920; Ziegler 1958, S. 174; zu weiteren Vertretern siehe Joachimsen 2011, S. 132). Hierüber gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Konsens (Childs 2001, S. 417). Eine Änderung wäre an dieser Stelle zwar aus inhaltlichen Gründen erfreulich, denn „Reiche“ wurden in Felsengräbern begraben, „Frevler“ entweder gar nicht oder mit Erdbegräbnis, so dass man nicht gleichzeitig bei „Frevlern und Reichen“ begraben werden kann. Andererseits lässt sich dies aber textkritisch nicht belegen, und gerade bei wünschenswerten Eingriffen in den Text ist besondere Vorsicht geboten.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach seinem Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: &#039;&#039;nach seinen Toden&#039;&#039; (Pl. von „Tod“); vermutlich (bedeutungsloser, in der hebräischen Poesie typischer) N-Shift; vgl. z.B. [https://archive.org/stream/commentaryonthep02alexuoft#page/300/mode/1up Alexander 1865, S. 301]. Alternativ zu erklären als abstrakter Plural mit Sg.-Bedeutung (North 1964, S. 231); übersetze: „nach seinem Tod“.&amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Viele wollen emendieren zu von {{hebr}}בְּמֹתָיו{{hebr ende}} &#039;&#039;nach seinem Tod&#039;&#039; zu {{hebr}}בָּמָתוׂ{{hebr ende}} &#039;&#039;sein Grabmal&#039;&#039; (BHS; Barré 2001; Barthélemy 1986, S. 400; Blenkinsopp 2002; Driver 1968, S. 95f; Ehrlich 1912; Paul 2012; Soggin 1975, S. 348; Westermann 1966; Ziegler 1958, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{Par|Matthäus|15|42}}&lt;br /&gt;
obwohl (weil)&amp;lt;ref&amp;gt;Zu {{hebr}}על{{hebr ende}} mit dem Sinn „obwohl“ vgl. noch [[Ijob 16#s17 |Ijob 16,17]] (North 1964, S. 231); [[Esra 10#s2 |Esra 10,2]] (Paul 2012, S. 409); so fast alle Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; er keine Gewalttat verübt hatte &lt;br /&gt;
und kein Betrug in seinem Mund war.{{Par|1 Petrus|2|22}} {{Par|Offenbarung|14|5}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Dennoch wollte JHWH seine Zerstörung, er ließ ihn leiden (krank werden).“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„[Doch auch] wenn (weil, obwohl) du&amp;lt;ref&amp;gt;Statt „du“ ließe sich auch „sie“ übersetzen (so z.B. Barthélemy 1986; Delitzsch 1889; Edel 1964; Gentry 2007; LEB; Niccacci 2005; North 1964); dann: „Wenn seine Seele eine Schuldtilgung einsetzt“. Die meisten Exegeten nehmen eine Textverderbnis an und ändern entweder in „ihn“ oder nehmen größere Änderungen am Text vor. Beides ist jedoch unnötig, wenn man den Wechsel der Sprecher von dem „Wir“ zu JHWH bereits an dieser Stelle ansetzt (so Schmidt 2014, 227 und 232). Diese Lösung hat zwar die Schwierigkeit, dass der Name JHWH in Stichto d in der dritten Person steht, aber es gibt auch andere Bibelstellen mit demselben Phänomen (233, Fußnote 50).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Inhaltliche Aussage ist dann: Auch wenn dieser Tod &#039;&#039;dir&#039;&#039; als Schuldtilgung zugute kommt, so sorgt JHWH dennoch für das Wohlergehen dieses seines Getreuen – und schenkt ihm somit trotz seines Todes neue Zukunft.&amp;lt;/ref&amp;gt; sein Leben als (er sein Leben als; er sich sich selbst als; er selbst eine; seine Seele eine) Schuldtilgung (Schuldopfer) einsetzt (eingesetzt hast/hättest),&lt;br /&gt;
wird (würde) er Nachkommen sehen, wird (würde) er lange leben.&lt;br /&gt;
Und (aber) was JHWH will, gelingt durch seine Hand (durch ihn)&amp;lt;ref&amp;gt;Analog dem Akkadischen (vgl. CAD 13, S. 192) und dem Ugaritischen (vgl. Tropper § 82.411) fungiert das Hebräische {{hebr}}בְּיָד{{hebr ende}} oft nur als „verstärktes {{hebr}}בְּ{{hebr ende}}“ (KBL3, S. 371) zum Ausdruck der Mediation; also ein stärkeres „durch ihn“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Aus dem Elend (mehr als das Elend / die Mühe / das Leid; wegen des Elends; nach dem [Ende des] Elends) seines Lebens (seiner selbst, seiner Seele, seines innersten Elends) sieht er ([Licht])&amp;lt;ref&amp;gt;Die meisten Exegeten ergänzen nach 1QJes&amp;lt;sup&amp;gt;ab&amp;lt;/sup&amp;gt;, 4QJes&amp;lt;sup&amp;gt;d&amp;lt;/sup&amp;gt; und LXX das Objekt „Licht“, einige aber nicht (z.B.  Childs 2001, 409; Schmidt 2013, 227; [http://books.google.de/books?id=SP6INIzoERQC&amp;amp;lpg=PA401&amp;amp;dq=Seeligmann%20Studien%20Jesaja&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA401#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Seeligmann 2004]).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und satt (befriedigt) werden an seiner Erkenntnis (seinem Wissen).&lt;br /&gt;
Der Gerechte (Rechtschaffene, im Recht), mein Getreuer,&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: „Er wird satt. In seiner Erkenntnis macht er gerecht, der Gerechte, mein Getreuer, für die Vielen.“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu {{Hebr}}עַבְדִּי{{Hebr ende}} (mein Getreuer/Diener/Knecht) siehe die Fußnote in [[Jesaja 52#s13|Jes52,13]].&amp;lt;/ref&amp;gt; macht die Vielen gerecht (erklärt die Vielen für gerecht, gibt den Vielen recht)&lt;br /&gt;
– und ihre Vergehen (Schuld, Schuldfolge): &#039;&#039;Er&#039;&#039; trägt sie. &lt;br /&gt;
{{S|12}} Deshalb (Ich verspreche)&amp;lt;ref&amp;gt;V. 12a wird eingeleitet mit einer Heilszusage; {{hebr}}לָכֵן{{hebr ende}} ist daher wohl am Besten so zu deuten, dass es diese Heilszusage nur markieren soll und nicht übersetzt werden muss (vgl. z.B. Paul 2012: „Assuredly, ...“)&amp;lt;/ref&amp;gt; teile ich ihm ([Beute]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Beute]&#039;&#039; - double-duty-Objekt (-&amp;gt;Brachylogie) aus Sticho b; vgl. z.B. Dillmann 1898, S. 457&amp;lt;/ref&amp;gt;) zu unter den Vielen (gemeinsam mit Starken; ich teile ihm die Vielen/Starken [als Beute] zu; ich werde ihm … zuteilen)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und mit Mächtigen (Zahlreichen) teilt er Beute (die Zahlreichen / Mächtigen teilt er als Beute; wird er … teilen),&amp;lt;ref&amp;gt;Wir haben V. 12ab hier sehr wörtlich übersetzt (wie Schmidt 2013, 227; Childs 2001, 408). Möglich wären aber auch die folgenden Übersetzungen.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
(i) „Deshalb werde ich ihm die Beute gemeinsam mit den Starken  zuteilen, und mit den Mächtigen wird er die Beute teilen“ (so z.B. Alexander 1864; Baltzer 1999; Barré 2001; Blenkinsopp 2002; Dillmann 1898; Driver 1968; Edel 1964; Oswalt 1998; Smith 2009; Watts 1987; Westermann 1966)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(ii) „Deshalb werde ich ihm Viele als Beute zuteilen, und Zahlreiche wird er als Beute teilen.“ (so z.B. Ehrlich 1912; Joachimsen 2011; North 1964; Ziegler 1958) – Driver 1968, S. 102 emendiert von {{hebr}}יְחַלֵּק{{hebr ende}} &#039;&#039;er wird teilen&#039;&#039; nach {{hebr}}יַחֲלּׂק{{hebr ende}} &#039;&#039;er wird empfangen&#039;&#039;. Ziegler übersetzt so, ohne zu emendieren.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weil all diese Varianten gleich metaphorisch sind, ist die Entscheidung zwischen ihnen mehr oder weniger unmöglich (so auch Oswalt 1998, S. 405f). Paul 2012 bietet denn einfach beide Versionen aus dieser Fußnote in seiner Übersetzung an.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dafür, dass (weil) er sein Leben in den Tod geleert (ausgegossen) hat&amp;lt;ref&amp;gt;„Leben ausgießen“ ist ein hebräisches (auch: akkadisches) Idiom für „sterben“ (vgl. [[Psalm 141#s8 |Ps 141,8]]; Ges18, S. 1012; hier ist es zusätzlich erweitert durch „in den Tod“; sinngemäß also einfach: „Dafür, dass er den Tod auf sich genommen hat“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und zu den Untreuen (Sündern, Abtrünnigen) gezählt wurde (sich zählte, sich zählen lassen hat).{{Par|Lukas|22|37}} {{Par|Markus|15|28}}&lt;br /&gt;
Er, er hat den Vielen ihre Verfehlung abgenommen (auf sich genommen),{{Par|Matthäus|26|28}} {{Par|1 Petrus|2|24}}&lt;br /&gt;
und für die Untreuen (Sünder, Abtrünnigen) ließ (lässt) er sich treffen (ließ/lässt er sich aufbürden; kämpft er; bittet er dringlich)&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle steht dasselbe Wort wie in Vers 6 ({{Hebr}}פָּגַע{{Hebr ende}}), das sowohl „angreifen“ als auch „dringlich bitten“ bedeuten kann. Vermutlich beschreibt es denselben Sachverhalt wie der vorangehende Sticho. Es steht in einer anderen Zeitstufe, was wohl ein (bedeutungsloser) T-Shift ist. Alternativ kann man den Vers so deuten, dass mit dem letzten Sticho ein neuer Gedanke in das Lied gebracht wird: Nicht nur &#039;&#039;hat&#039;&#039; der Gottesknecht die Sünden der Vielen auf sich genommen, sondern zusätzlich tritt er auch jetzt noch und immer (habituelles Yiqtol) für sie ein.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{Par|Lukas|23|34}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jes 52,13–53,12 ist ein extrem verdichteter, poetischer Text. Er ist geprägt von starken Sprachbildern, deren genaue Deutung häufig unklar bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schmidt 2013, S. 224.245&amp;lt;/ref&amp;gt; Dennoch lässt sich auf die Gesamt-Aussage des Textes schließen. Zentral ist ein neuer Blick auf das Leiden. Erlittenes Leid wird nicht etwa als verdiente Gottesstrafe interpretiert (Tun-Ergehen-Zusammenhang&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Tun-Ergehen-Zusammenhang Tun-Ergehen-Zusammenhang (Wikipedia)]; [http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/36298/ Tun-Ergehen-Zusammenhang (WiBiLex)]&amp;lt;/ref&amp;gt;), sondern als Rettung gedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Rolle im Text spielt der &#039;&#039;Getreue&#039;&#039; Gottes (&#039;&#039;ebed jhwh&#039;&#039;, oft als „Gottesknecht“ übersetzt). Das hebräische Wort &#039;&#039;Ebed&#039;&#039; kann sowohl Sklaven bezeichnen als auch hochgestellte Persönlichkeiten (etwas im Dienst eines Königs) und Propheten (Gottesdiener).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/23712/ Knechtschaft (WiBiLex)] und [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/16437/ Dienen / Diener (AT) (WiBiLex)]. Zur Übersetzung mit „Getreuer“ siehe Schmidt 2013, S. 115.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem Getreuen Gottes wird erzählt, welches Leid er in der Vergangenheit erfahren hat: Verachtung, Einsamkeit, Schmerz, Krankheit (53,3) und Tod (53,9). Dieses Leid wurde von anderen („wir“) als Gottes Strafe missverstanden (53,4). In Wirklichkeit aber ist er unschuldig gewesen (53,9). Das Leiden des Getreuen ist zwar eine „Schuldtilgung“ (53,10), aber nicht für seine eigene Schuld, sondern für „unserer aller Sünden“ (53,6). Gottes Getreuer stellt die Gerechtigkeit wieder her und bewirkt Rettung und „Heilung für uns“ (53,5). Gott selbst initiiert diesen „Rollentausch“: „Gott also ist derjenige, der den Vertretenen in dieser Weise aus einer Situation heraushilft, aus der sie mit eigener Kraft nicht herausfinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/53986/ Stellvertretung (WiBiLex)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Zukunft wird dem Getreuen großer Erfolg (52,13) angekündigt, konkret z.B. ein langes Leben (53,10), Weisheit (53,11) und Reichtum „unter den Vielen“ (53,12). Der einsame Getreue Gottes, von den übrigen Menschen verachtet – das war die Vergangenheit. Die Zukunft dagegen besteht aus sichtbarem Erfolg und Einsicht bei „vielen Völkern“ (52,15). Jesaja 54,17 erweitert die Zusage des Wohlergehens auf eine Gruppe mehrerer Getreuer Gottes (Plural). Jesaja 55,4–7 schließlich erzählt davon, wie sich ganze „Völker“ zu Gott rufen lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schmidt 2013, 270 und 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die inhaltliche Anfrage, wie ein Verstorbener (V. 9.12) dennoch in Zukunft ein langes Leben haben kann, wird durch diesen poetischen Text nicht erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zahlreiche Thesen zur Person dieses Dieners/Getreuen. Im Neuen Testament werden Jes 52,13–53,12 auf Jesus Christus bezogen. Andere Deutungen sind: das jüdische Volk; die kleine Gruppe der Frommen inmitten der Unfrommen; ein uns unbekannter, konkreter, einzelner Mensch; der Messias; Jeremia; Mose.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Berlin/Brettler 2005, S. 891&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Interpretation des Textes ist die Festlegung auf eine bestimmte Identität aber nicht notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schmidt 2013, S. 119–120.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An vielen Stellen ist der Text grammatikalisch mehrdeutig. Hinzu kommen Fälle von Textverderbnis und von Wörtern mit unbekannter Bedeutung. Diese Deutungs- und Übersetzungsschwierigkeiten verbinden sich mit der großen poetischen Sprachkraft zu einem sperrigen, aber spannenden Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_Buch_Einleitung&amp;diff=21098</id>
		<title>Markus Buch Einleitung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_Buch_Einleitung&amp;diff=21098"/>
		<updated>2015-05-24T13:33:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: /* Ein paar nette Worte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wir versuchen bis zum Kirchentag ein paar Exemplare vom Markusevangelium gedruckt zu bekommen. Für das Buch brauchen wir noch einen Einleitungstext.&lt;br /&gt;
Der sollte enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein paar nette Worte?&lt;br /&gt;
** Markusprojekt&lt;br /&gt;
** Autoren&lt;br /&gt;
** Einladung zum Mithelfen?&lt;br /&gt;
* Kurze Info (&amp;quot;Über die Offene Bibel&amp;quot;) + Link zum Offenen Bibel Projekt.&lt;br /&gt;
* Erklärung der Syntax des Textes () {} [] ...&lt;br /&gt;
* Erklärung zu Qualität des Textes&lt;br /&gt;
* Stand (Datum)&lt;br /&gt;
* Lizenz&lt;br /&gt;
* Gibt es irgendwelche rechtlichen Sachen, die man verpflichtet ist rein zu schreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht kann man ein bisschen auf den existierenden Seiten klauen.&lt;br /&gt;
==Ein paar nette Worte==&lt;br /&gt;
Vor sechs Jahren gründete ich als evangelischer Theologiestudent mit dem katholischen Pastoralreferenten Ulrich Berens die Offene Bibel als ein ökumenisches Mitmachprojekt. Als wir gemeinsam am Kirchentagsstand vom LUKi e.V. über eine frei lizensierte Bibelübersetzung diskutierten, die von vielen Freiwilligen getragen werden sollte, konnten wir beide nicht ermessen, was aus diesem Gespräch erwachsen würde. Ein über die Grenzen Deutschlands hinaus arbeitendes Projekt, das chaotisch und doch wohlgeordnet eine Bibelübersetzung anfertigt. Chaotisch, weil jeder das übersetzt, was ihm gerade unter die Finger kommt. Wohlgeordnet, weil jeder Bibeltext ein Qualitätsmanagement durchläuft, das für unsere Online-Leserinnen und -Leser jederzeit einsehbar ist.&lt;br /&gt;
Jetzt, sechs Jahre später, wieder auf dem Kirchentag, wird das erste Buch der Offenen Bibel veröffentlicht. Mit dem Markusevangelium in Buchform ist uns ein Meilenstein geglückt. Zum Gelingen trugen nicht nur die Übersetzer der einzelnen Verse und Kapitel bei, sondern auch die „guten Geister“ im Hintergrund. Dazu gehören die Techniker, die Programmierer und die Qualitätsmoderatoren genauso, wie jede einzelne Spenderin und jeder einzelne Spender. Besonderer Dank gilt einem Mäzen, der einen unserer Übersetzer (Ben) für einige Monate bei sich anstellte und ihn mit der Übersetzung des Markusevangeliums unter Einbindung der Übersetzergemeinschaft beauftragte. Zwei weitere tragende Säulen waren neben der Übersetzungsarbeit Patrick und die Unterstützung durch das Projekt „Freie Bibel“, die den Export des Textes aus der Internetseite und den Satz des Buches in mühevoller Kleinarbeit realisierten.&lt;br /&gt;
Eben weil die Offene Bibel ein Mitmachprojekt ist, sei an dieser Stelle all jenen gedankt, die irgendwie dazu beigetragen haben, dass wir heute da stehen, wo wir sind. Stellvertretend für alle an der Offenen Bibel Beteiligten folgt diesem Vorwort die Liste all derjenigen, die direkt am Text vom Markusevangelium, wie Sie es jetzt in den Händen halten, gearbeitet haben.&lt;br /&gt;
Vielen Dank!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfgang Loest (Gründer und Projektleiter) &lt;br /&gt;
Horn-Bad Meinberg, 24.05.2015&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über dieses Buch==&lt;br /&gt;
Dieses Buch enthält das Markus Evangelium nach der Studienfassung der Offenen Bibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offene Bibel ist, anders wie der Name vielleicht vermuten lässt, nicht nur eine Bibelübersetzung, sondern ein breit aufgestelltes Projekt mit dem Ziel, die Bibel zugänglicher zu machen. Der Hauptfokus liegt auf drei Übersetzungen der Bibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;Studienfassung&#039;&#039; hilft, sprachliche Details des Urtextes zu verstehen, und zeigt wissenschaftlich gesicherte Bedeutungsvarianten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;Lesefassung&#039;&#039; hält an einem guten, hochsprachlichen Deutsch fest und geht neue Wege, wo etablierte Formulierungen problematisch geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;Bibel in Leichte Sprache&#039;&#039; richtet sich in erster Linie an Menschen mit Lernschwierigkeiten. Sie verwendet darum konsequent nur Formulierungen, die extrem leicht zu verstehen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersetzungen sind noch in Arbeit und entsprechend stellt dieses Buch einen Zwischenstand dar. Mit Ausnahme der Kapitel 12, 14 und 15, die noch etwas Arbeit erfordern, entsprechen die Kapitel dem Großteil der Qualitätskriterien, die die Offene Bibel an die Übersetzungen stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitarbeiten kann bei der Offenen Bibel jeder, ähnlich wie bei dem Wikipedia-Projekt. Wer Kenntnisse in den Ursprachen und zumindest grundlegende exegetische Fähigkeiten hat, kann direkt an der Übersetzung der Studienfassung aus dem Urtext helfen. Einbringen kann man sich auch bei den anderen Übersetzungen, der Technik, der Organisation, als Spender, Ermutiger, Probeleser oder Beter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersetzung des Markusevangeliums ist zum größten Teil während einer Aktion zum gezielten Übersetzen dieses Buches Anfang 2014, dem Markusprojekt, entstanden. Organisiert wurde diese Aktion von dem Theologen Benjamin Misja, der auch an großen Teilen der Übersetzungsarbeit beteiligt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle drei Übersetzungen stehen noch relativ am Anfang. Das Markusevangelium ist das am weitesten fortgeschrittene Buch. Der Kirchentag 2015 hat den Anlass gegeben, dieses erste Buch in Buchform zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgender Webseite gibt es mehr Informationen über die Offene Bibel, den Übersetzungsfortschitt und eine Einführung wie man mithelfen kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;http://offene-bibel.de/&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder ist eingeladen, vorbei zu schauen und Hallo zu sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mitwirkende==&lt;br /&gt;
An dem Text, wie er hier vorliegt, haben folgende Personen mitgewirkt. Die Namen entsprechen den Namen, mit denen sich die Personen bei der Offenen Bibel angemeldet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Aaron-, Ben, Bibelfundi, Cajetan, Dreifach, Dymat, Fbeetschen, Florian K., Güntzel Schmidt, HaCeMei, Hannesleitlein, Hennerthepenner, Jan, J.Heck, Kilo13, Kmayse, Konfis007, Konstantin, Matthias H., McKonfi14, Mihi, Mmalzner, Mongoose, Olaf, Patrick, Pedentim, Sebastian Walter, Skreutzer, Thommy B, Topseeser, Wolfgang Loest, Xobin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung==&lt;br /&gt;
Der Text der Übersetzungen der Offenen Bibel und damit auch der Text dieses Buches unterliegt den Bedingungen der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Lizenz&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lizenz kann unter folgender Internetadresse eingesehen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst besagt die Lizenz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist erlaubt, den Text in jedwedem Format oder Medium zu vervielfältigen und weiterzuverbreiten.&lt;br /&gt;
Es ist erlaubt, den Text zu verändern und darauf aufbauen und zwar für beliebige Zwecke, auch kommerziell.&lt;br /&gt;
Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen, solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Bedingungen müssen dabei eingehalten werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Text verändern oder anderweitig direkt darauf aufbauen, müssen Sie Ihre Bearbeitung als solche kennzeichnen. Auch dürfen Sie Ihre Beiträge nur unter derselben Lizenz wie das Original verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Auszeichnungen==&lt;br /&gt;
Der Bibeltext enthält eine Reihe von besonderen Auszeichnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;() Alternativübersetzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Studienfassung verwendet runde Klammern (), um zu zeigen, wo mehrere sprachliche Deutungen möglich oder relevante Zwischentöne vorhanden sind. Im Haupttext selbst wird dabei zunächst die Deutung angegeben, der die Studienfassung folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[] Einfügung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Text in Eckigen Klammern ist im Urtext nicht enthalten und wurde in der Übersetzung eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;{} Auslassung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Text in geschwungenen Klammern ist im Urtext vorhanden, wird in der Übersetzung jedoch nicht aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Fußnote&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
In Fußnoten werden zusätzliche Informationen zum Text gegeben.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jona_1&amp;diff=21096</id>
		<title>Jona 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jona_1&amp;diff=21096"/>
		<updated>2015-05-23T14:48:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Siehe auch: [[Jona 1 in Leichter Sprache]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jonas Berufung und Flucht))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}Es begab sich einmal, dass (/|der Gott der Hebräer, unser Herr,|/unser HERR/ER/) die folgenden Worte zu Jona, Amittais Sohn, sprach:&lt;br /&gt;
{{L|2}}„Auf! Eile in die Großstadt Ninive, und rufe die Anklage gegen sie aus. Denn es ist zu mir hinaufgedrungen, wie bösartig sie dort sind!“&lt;br /&gt;
{{L|3}}Da brach Jona schnell auf und floh vor (/unserem HERRN/IHM/) nach Tarschisch. Er ging hinab nach Jafo, wo er ein Schiff fand, das bald in Richtung Tarschisch ablegen sollte. Er zahlte Fährgeld und bestieg das Schiff, um nach Tarschisch zu fahren und von (/unserem GOTT/IHM/) wegzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Gottes Reaktion))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|4}}Aber als sie auf See waren, ließ (/unser GOTT/ER/) starken Wind aufkommen, der sich zu einem großen Sturm entwickelte. Bald stand das Schiff kurz vor dem Zerbrechen.&lt;br /&gt;
{{L|5}}Da fürchteten sich die Seeleute und jeder von ihnen rief die Gottheiten an, an die er glaubte. Selbst die Ladung warfen sie über Bord, um das Schiff leichter zu machen. Jona dagegen war in das Innerste des Schiffes hinabgestiegen, hatte sich hingelegt und schlief tief und fest.&lt;br /&gt;
{{L|6}}Da suchte ihn der Kapitän auf und sagte: „Warum schläfst du? Steh auf und rufe deinen Gott an! Vielleicht hilft er uns, so dass wir nicht zugrunde gehen!“&lt;br /&gt;
{{L|7}}Die Seeleute sagten zueinander: „Kommt, lasst uns Lose werfen und so herausbekommen, wessen Schuld es ist, dass uns dieses Unheil trifft!“ Also warfen sie Lose – und das Los fiel auf Jona.&lt;br /&gt;
{{L|8}}Sie forderten ihn auf: „Erzähle uns doch, aus welchen Gründen uns dieses Unheil trifft! Was bist du von Beruf, und woher kommst du? Wie heißt dein Land und aus welchem Volk stammst du?“&lt;br /&gt;
{{L|9}}Er antwortete: „Ich bin ein Hebräer, und (/unseren HERRN/IHN/), den Gott des Himmels, der Meer und Land erschaffen hat, verehre ich.“&lt;br /&gt;
{{L|10}} Da wurden die Männer von Furcht gepackt und begannen, ihm Vorwürfe zu machen: „Warum hast du das getan?“ Denn sie wussten, dass er vor (/unserem HERRN/IHM/) floh, weil er es ihnen erzählt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Mann über Bord))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|11}} Schließlich fragten sie ihn: „Was müssen wir mit dir tun, damit das Meer uns in Ruhe lässt?“ Denn das Meer wurde stürmischer und stürmischer.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Jona antwortete ihnen: „Packt mich und werft mich ins Meer, dann wird es euch in Ruhe lassen. Denn ich weiß, dass ihr nur wegen mir in diesen großen Sturm geraten seid.“&lt;br /&gt;
{{L|13}} Aber die Männer ruderten heftig, um zum Festland zurückzukommen. Doch es gelang ihnen nicht, denn noch immer wurde das Meer stürmischer und stürmischer.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Und sie schrien zu (/dem HERRN/unserem HERRN/IHM/): „Ach (/HERR/unser HERR/DU/), bitte lass uns doch nicht wegen dieses Mannes umkommen! Mache uns nicht für seinen Tod verantwortlich, denn Du, (/HERR/unser HERR/DU/), tust, wie es dir gefällt!“&lt;br /&gt;
{{L|15}} Da packten sie Jona und warfen ihn ins Meer, und die See beruhigte sich.&lt;br /&gt;
{{L|16}} Da bekamen die Männer Ehrfurcht vor (/unserem HERRN/IHM/), brachten ihm ein Opfer dar und legten Gelübde ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}}Und das Wort JHWHs kam zu Jona, Amittais Sohn {mit den Worten}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jona&#039;&#039; wird sonst nur in [[2 Könige 14#s25|2. Könige 14,25]] erwähnt und dort als Prophet bezeichnet. Er lebte im 8. Jahrhundert v. Chr. (Price 1978, 50). Die Sprache des Jonabuchs deutet darauf hin, dass es wesentlich später (6.–4. Jh. v. Chr.) geschrieben wurde (Golka &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;2007, 44). Der Einleitungssatz datiert die Geschichte also deutlich in die Vergangenheit. Die äußerste knappe Information zu Jona als Person zeigt, dass der Autor des Buches nur ein geringes Interesse an historischen Informationen über Jona hat. „Historie spielt in dieser Geschichte offensichtlich keine Rolle.“ (Golka &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;2007, 48)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Und das Wort Gottes kam&#039;&#039; kann daher im Sinne von „Es war einmal …“ verstanden werden (Golka &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;2007, 48). Eine noch bessere deutsche Übertragung wäre vielleicht: „Eines Tages...“ oder „Einmal...“ (Price 1978, 48). So erklärt sich der Anfang mit „und“.&amp;lt;/ref&amp;gt;:{{par|Jona|3|1}}&lt;br /&gt;
{{S|2}}„Brich auf (Auf!), gehe in die große Stadt Ninive und rufe [die Anklage] gegen sie&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rufe [die Anklage] gegen sie&#039;&#039; Die Formulierung „rufen gegen“ ({{Hebr}}קרא על{{Hebr ende}}) wird an anderen Stellen der hebräischen Bibel zur Bezeichnung von Anklagen ([[Deuteronomium 15#S9|Dtn 15,9]], [[Deuteronomium 24#S15|Dtn 24,15]], [[1 Könige 13#2|1 Kön 13,2]]) und Angriffsrufen ([[Klagelieder 1#S15|Klgl 1:15]], [[Ezechiel 38#S21|Ez 38,21]]) verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt;,{{par|Jona|3|2}} weil ihre&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre&#039;&#039; bezieht sich im Hebräischen nicht auf die Stadt, sondern auf ein nicht genanntes Objekt in der dritten Person Plural, wahrscheinlich ihre Bewohner (Hebr. {{Hebr}}יֹשְׁבִים{{Hebr ende}}; [[Constructio ad sensum]]). Am Sinn ändert das jedoch nichts.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bosheit (bösen Taten) vor mich gekommen ist.“&lt;br /&gt;
{{S|3}}Doch (und) Jona brach auf, um vor JHWH nach Tarschisch&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tarschisch&#039;&#039; war vermutlich ein Ort an der spanischen Küste, also in entgegengesetzter Richtung und am anderen Ende des Mittelmeers (vgl. Price 1978, 52).&amp;lt;/ref&amp;gt; zu fliehen, und ging hinab [nach] Jafo. {und} Er traf auf&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;traf auf&#039;&#039; Oder „fand“. Gemeint ist jedoch nicht das Ergebnis einer Suche, sondern ein Finden im Sinne des zufälligen Antreffens (Price 1978, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt; ein Schiff, das im Begriff war, nach Tarschisch zu fahren&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das im Begriff war ... zu fahren&#039;&#039; ist die freie Wiedergabe eines Partizips, das etwa so zu verstehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt;, {und} zahlte sein Fährgeld und bestieg es, um mit ihnen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit ihnen&#039;&#039; D.h. mit der Besatzung. Aus dieser Wendung lässt sich vielleicht schließen, dass Jona Teil der Besatzung wurde (Price 1978, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt; nach Tarschisch zu fahren, weg von JHWH&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weg von JHWH&#039;&#039; JHWHs Wohnort war der Tempel (Jon 2,8). Ist Jona so verzweifelt (oder zynisch; s. Jon 4,2), oder weiß er nicht besser, dass Gott nicht nur in Israel wirkt? Er selbst weiß, dass JHWH der Gott des Himmels ist und die ganze Welt („Meer und Land“) erschaffen hat (V. 9). Vielleicht hofft er also einfach, dass JHWH ihn schon nicht zum Gehorsam zwingen wird, Allmacht hin oder her. Die Lehre aus Jonas Erlebnis ist es dann, dass man Gott nicht nur nicht entkommen kann, sondern dass er seine Pläne umsetzen wird, egal ob die eingeplanten Menschen gehorsam sind oder nicht. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Jona|3|3}}&lt;br /&gt;
{{S|4}}Aber (da) JHWH ließ einen großen Wind auf das Meer los&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließ ... los&#039;&#039; W. etwa „schleuderte“. &amp;lt;/ref&amp;gt;, und es kam ein so großer Sturm über dem Meer auf, dass (und) das Schiff zu zerbrechen drohte.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Hebräischen ist hier ein Anklang oder Wortspiel, der sich auf Deutsch am ehesten mit einem Reim wiedergeben ließe, z.B.: „so kam das Boot in große Not“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}}Da fürchteten sich die Seeleute und riefen jeder zu seinem Gott (seinen Göttern). {und} Sie warfen die Gegenstände (Ladung, Ausrüstung)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gegenstände (Ladung, Ausrüstung)&#039;&#039; Viele Übersetzungen entscheiden sich für „Ladung“, aber das zugrunde liegende hebräische Wort bezeichnet recht allgemein &#039;&#039;Gegenstände&#039;&#039;, bei denen es sich hier sowohl (aber nicht nur) um die Ladung als auch um die Ausrüstung handeln könnte (vgl. Price 1978, 56. &amp;lt;/ref&amp;gt;, die auf dem Schiff [waren], ins Meer, um [das Schiff] {von ihnen} leichter zu machen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um [das Schiff] {von ihnen} leichter zu machen&#039;&#039; W. „um [sich/das Schiff] von ihnen (d.h. ihrer) zu erleichtern“. Einige Übersetzungen: „um die Gefahr zu verringern“ (z.B. GNB). &amp;lt;/ref&amp;gt;. Derweil (und) war Jona hinab in den Rumpf (unter Deck)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in den Rumpf (unter Deck)&#039;&#039; Das Wort bezeichnet quasi die hinterste Ecke oder den untersten Raum (so EÜ, ELB) des Schiffs, wo Jona seine Ruhe hatte. Wie groß das Schiff war, ist schwer abzuschätzen. GNB: „nach unten“. &amp;lt;/ref&amp;gt; des Schiffes gestiegen, {und} hatte sich hingelegt und schlief tief und fest.&lt;br /&gt;
{{S|6}}Da kam der Oberste der Seeleute&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Oberste der Seeleute&#039;&#039; D.h. wohl der Kapitän. &amp;lt;/ref&amp;gt; in seine Nähe&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam ... in seine Nähe&#039;&#039; Das Verb heißt eigentlich „näherkommen“ oder „zu jmdm. kommen“. Hier ist es offenbar so zu verstehen, dass der Mann zufällig auf Jona stieß (Price 1978, 58). &amp;lt;/ref&amp;gt; und fragte (sprach) {zu ihm}: „Warum schläfst du?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum schläfst du?&#039;&#039; Wörtlich: &#039;&#039;Was [ist mit] dir, (fest) Schlafender?&#039;&#039; Die Frage hat einen zurechtweisenden Tonfall (Preice 1978, 58). &amp;lt;/ref&amp;gt; Steh auf [und] rufe zu deinem Gott, vielleicht schenkt der Gott uns ja Beachtung, so dass (und) wir nicht umkommen (sterben)!“&lt;br /&gt;
{{S|7}}Und sie sagten zueinander&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zueinander&#039;&#039; W. „einer/ein jeder zu seinem Nachbarn/Nächsten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Kommt, {und} wir werfen Lose, damit (und) wir herausfinden, wie es kommt (wer daran schuld ist), dass&amp;lt;ref name=&amp;quot;schuld&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;wie es kommt, dass&#039;&#039; (V. 7 und 8) bzw. &#039;&#039;wer daran schuld ist, dass&#039;&#039; (Alternative in V. 7) gibt eine Anhäufung von Partikeln wieder, die sich nicht wörtlich übersetzen lässt. Sie fragt im Grunde nach der Verantwortlichkeit (vgl. GK §150k). &amp;lt;/ref&amp;gt; uns so ein Unheil [geschieht]!“ Und (also) sie warfen Lose und das Los fiel auf Jona.&lt;br /&gt;
{{S|8}}Da sagten sie zu ihm: „Sag uns doch, wie es kommt, dass&amp;lt;ref name=&amp;quot;schuld&amp;quot; /&amp;gt; uns so ein Unheil [geschieht]! Was [ist] dein Beruf&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was [ist] dein Beruf&#039;&#039; oder vielleicht „Was ist deine Mission“ im Sinne von „Was machst du eigentlich auf diesem Schiff?“ (Price 1978, 61). &amp;lt;/ref&amp;gt; und woher kommst du? Was [ist] dein Land und von welchem Volk [bist] du?“&lt;br /&gt;
{{S|9}}Da entgegnete (sagte) er {zu ihnen}: „Ich [bin] ein Hebräer und verehre (fürchte) JHWH, den Gott des Himmels&amp;lt;ref&amp;gt;„Himmelsgott“ ist in der persischen Verwaltungssprache die amtliche Bezeichung für den Gott der Juden (Golka &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;2007, 56).&amp;lt;/ref&amp;gt;, der das Meer und das Land (Festland) erschaffen hat.“&lt;br /&gt;
{{S|10}} Da gerieten die Männer in große Furcht&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl. „fürchteten sie große Furcht“, eine figura ethymologica. Die Seeleute hatten schon seit V. 5 Angst vor dem Sturm. Nun bekamen sie noch größere Angst, als sie erfuhren, dass der Sturm auf eine erzürnte Gottheit zurückzuführen war, der das Meer auch noch erschaffen haben sollte. &amp;lt;/ref&amp;gt; und sagten zu ihm: „Warum hast du das getan?“ Denn die Männer wussten, dass er &#039;&#039;vor JHWH&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor JHWH&#039;&#039; Die Betonung (Kursivschreibung) ist auf die hebräische Satzstellung zurückzuführen. Dieser Zusammenhang ist also der Grund für das Erschrecken der Seeleute. &amp;lt;!-- Ein Beleg wäre echt gut. --&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; auf der Flucht war, weil er [es] ihnen erzählt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil er [es] ihnen erzählt hatte&#039;&#039; Dieser Satzteil müsste in einem geordneteren Text am Anfang des Verses stehen. Man muss ihn sich wohl als Teil von Jonas Äußerung im vorhergehenden Vers denken. Anders ist gar nicht zu verstehen, warum die Seeleute so große Angst bekamen (vgl. Price 1978, 64). GNB (vgl. NLB) stellt diese Information tatsächlich an den Anfang: „Er sagte ihnen auch, dass er auf der Flucht vor dem Herrn war. Da ...“ Der nächste Vers enthält eine ähnliche nachgeschobene Begründung. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Da (also) sagten sie zu ihm: „Was müssen wir mit dir tun, damit das Meer sich beruhigt [und] von uns [ablässt]?“ Denn das Meer stürmte immer heftiger&amp;lt;ref name=&amp;quot;gehend&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;stürmte immer heftiger&#039;&#039; den(V. 11 und V. 13) Hier stehen im Hebräischen zwei Partizipien nebeneinander: „gehend und stürmend“. Das Ptz. „gehend“ von {{Hebr}}הלך{{Hebr ende}} mit einem anderen Ptz. drückt (sich steigernde) Fortdauer aus (GK §113u; Price 1978, 65f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Da sagte er zu ihnen: „Ergreift mich und werft mich ins Meer, dann wird das Meer sich beruhigen [und] von euch [ablassen]! Denn ich weiß, dass dieser große Sturm meinetwegen über euch [gekommen ist].“&lt;br /&gt;
{{S|13}} Stattdessen (und) ruderten die Männer mit aller Kraft&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ruderten mit aller Kraft&#039;&#039; W. „gruben“, das ist hier am ehesten als ein Anrudern gegen Wind und Wellen zu verstehen (Price 1978, 67). Andere Übersetzungen vermeiden die spezifische Wiedergabe „rudern“. Ruder werden ja sonst nirgendwo erwähnt. Menge, SLT: „sie strengten sich an“. GNB: „machten einen letzten Versuch, durch Rudern...“ Die Übersetzung folgt der Mehrzahl der deutschen Bibeln. &amp;lt;/ref&amp;gt;, um zurück ans Festland zu kommen ([das Schiff] zurück ... zu bringen), aber sie schafften [es] nicht, denn das Meer stürmte immer heftiger&amp;lt;ref name=&amp;quot;gehend&amp;quot; /&amp;gt; auf sie ein.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Da schrien sie zu JHWH {und sprachen}: „Bitte (Ach), JHWH, wir wollen doch nicht umkommen wegen des Lebens (der Seele) dieses Mannes! {und} Rechne uns kein unschuldiges Blut&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Blut&#039;&#039; steht stellvertretend für das genommene Leben, für den Tod Jonas, den die Seeleute für sicher halten, wenn sie ihn ins Meer werfen. Das Stilmittel ist wohl eine Metonymie (Konkretes für Abstraktes; Wirkung für Ursache) oder Synekdoche (Generelles für Spezifisches). &amp;lt;/ref&amp;gt; an, denn &#039;&#039;du&#039;&#039;, (denn du [bist]) JHWH, tust (hast du getan), wie es dir gefällt (gefallen hat)!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Da ergriffen sie Jona und warfen ihn ins Meer, und das Meer beruhigte sich von seinem Toben,&lt;br /&gt;
{{S|16}} und die Männer gerieten in große Furcht (Ehrfurcht) vor JHWH, sodass (und) sie JHWH ein Opfer darbrachten und Gelübde ablegten.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Vers enthält gleich drei figurae etymologicae. W. etwa „Da fürchteten sie große Furcht und da opferten sie Opfer und da gelobten sie Gelübde.“ &#039;&#039;Opfer&#039;&#039; und &#039;&#039;Gelübde&#039;&#039; gehören zu den gängigsten Arten der religiösen Verehrung. Das heißt aber noch nicht gleich, dass die Seeleute nun Anhänger JHWHs wurden. Es ist plausibel, dass die Männer die Opfer (für die ja Tiere erforderlich waren) und Gelübde erst leisteten, als sie Land erreichten (Price 1978, 71). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_16&amp;diff=21095</id>
		<title>Markus 16</title>
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		<updated>2015-05-22T22:46:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als der Sabbat vorüber war&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, kauften Maria [von, aus] Magdala und Maria, [die Mutter] des Jakobus&amp;lt;ref&amp;gt;Bezeichnung der Mutter nach dem Sohn: BDR § 162,3&amp;lt;/ref&amp;gt; und Salome Spezereien (wohlriechende Kräuter, Gewürze)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Salbung der Toten geschah mit Öl; Aromata wurden nur für die Salbung von Königen verwendet. Bei den Aromata handelt es sich um seltene, wohlriechende pflanzliche Essenzen. Ziel der Salbung ist die Erhaltung des Leichnams - diese Absicht bildet an dieser Stelle einen (gewollten) Kontrast. „Es scheint die Frauen nicht zu stören, dass die Salbung einer bereits eingewickelten Leiche ‚ein kühner Gedanke‘ (Wellhausen) ist“ (Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;, um [zum Grab] zu gehen [und] ihn zu salben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sehr (ganz) früh am ersten [Tag] der Woche (am Sonntag) &amp;lt;ref&amp;gt;μιᾴ zur Angabe eines bestimmten Tages steht der einfache Dativ, BDR § 200, Anm. 4. Der erste Tag der Woche wird durch μιᾷ bezeichnet; μιᾷ τῶν σαββάτων = am Sonntag. Vorbild war das Hebräische, das die Wochentage durch Kardinalzahlen statt durch Ordinalzahlen bezeichnet, BDR § 247,1; B/S I, S. 1052-1054; Markus kannte aber noch keinen „Sonntag“, (Gnilka 1979, 341), daher als Übersetzung am besten „am ersten Tag der Woche“. Gemeint ist aber natürlich der Sonntag.&amp;lt;/ref&amp;gt; gingen sie zum Grab während (als) die Sonne aufging&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und sie sprachen zu einander: Wer wälzt {für} uns den Stein aus der Tür des Grabes (von der Tür des Grabes ab)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und als sie aufblickten&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, nehmen sie wahr (merken sie), dass der Stein abgewälzt (weggewälzt) war; er war nämlich sehr groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und nachdem sie hineingegangen waren&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Grab, sahen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt; sie einen Jüngling zur Rechten (auf der rechten Seite)&amp;lt;ref&amp;gt;Die rechte Seite war die glückverheißende Seite (Gnilka 1979, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt; sitzen, der ein weißes Gewand an(gezogen)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Stola, eine lange Stoffbahn, wurde nicht angezogen, sondern umgeworfen. Aber im dt. Sprachgebrauch werfen wir keine Kleidung um, sd. eine Jacke oder ein Tuch; das ist hier aber nicht gemeint: die Stola ist die normale Bekleidung&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte, und sie entsetzten sich (waren sehr erstaunt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er aber spricht&amp;lt;ref&amp;gt;Die Botschaft des Engels wird präsentisch eingeführt, um darauf hinzuweisen, dass sie das Zentrum dieser Perikope ist(Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihnen: Entsetzt euch nicht (Seid nicht erstaunt)! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (er wurde auferweckt) &amp;lt;ref&amp;gt;Das Passiv von ἐγείρω bedeutet auferstehen; man kann es aber auch passiv übersetzen: wurde auferweckt, um das Handeln Gottes zu betonen, so Gnilka 1979, 342.&amp;lt;/ref&amp;gt;, er ist nicht hier. Hier [ist] (Siehe) der Ort (die Stelle), wo sie ihn hingelegt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Aber los! (Auf!, Geht fort, Doch geht), sagt [es] seinen Jüngern und Petrus, dass er&amp;lt;ref&amp;gt;Also Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch vorangeht nach Galiläa&amp;lt;ref&amp;gt;Man kann das ὅτι auch als [[Ὅτι recitativum]] auffassen, das eine wörtliche Rede einleitet und dann nicht übersetzt wird: Er geht euch voran nach Galiläa&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch sagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und sie gingen hinaus&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; und flohen von dem Grab, siewaren nämlich ergriffen von (hatten)  Angst (Zittern) und Entsetzen (Bestürzung)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Markus 4,41; 5,15.33.42&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie sagten keinem (niemandem) etwas; denn&amp;lt;ref&amp;gt;oder: nämlich (dann am Schluss des Satzes: sie fürchteten sich nämlich)&amp;lt;/ref&amp;gt; sie fürchteten sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Vers 8 endet das Markusevangelium in den ältesten Quellen (4. Jh.: {{Hebr}}א{{Hebr ende}} und B). Vermutlich ist das abrupte Ende Absicht, um die verstörende Unbegreiflichkeit der Auferstehung zu betonen (Collins 2007, 800) oder um den Leser durch das offene Ende in die erzählte Geschichte hineinzuziehen (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Man kann es außerdem als Aufforderung an die Leser verstehen, von Jesu Auferstehung zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anderen, später geschriebenen Evangelien enthalten am Ende noch zusätzliche Erscheinungsberichte, was das Markus-Ende im Vergleich hierzu noch abrupter wirken lässt (Collins 2007, 800–801). Es entstanden darum verschiedene Fortsetzungen, die das vermeintlich fehlende Ende des Markus-Evangeliums ergänzen sollten (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kürzere Ergänzung lautet: „All diese Nachrichten verkündeten sie sogleich denen, die bei Petrus weilten. Sodann sandte auch Jesus selbst von Osten bis Westen durch sie die heilige und unvergängliche Botschaft der ewigen Rettung aus. Amen“. Sie findet sich in einer sehr frühen lateinische Übersetzung (4./5. Jh.: k). Ansonsten ist sie in wenigen Handschriften zusammen mit dem längeren Ende belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das längere Ende, das später die Versnummern 9 bis 16 erhielt, fasst Passagen anderer Evangelien summarisch zusammen und unterscheidet sich dabei sprachlich vom Rest der Evangeliums (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Es ist ab dem 5. Jh. (A, C und D) sowie in den meisten späten Handschriften belegt. Oft ist es durch einen kurzen Hinweistext oder durch textkritische Zeichen als unsicher markiert. Dass die sehr frühen Handschriften fast alle nach Vers 8 aufhörten, lässt sich auch durch Aussagen von Eusebius (3./4. Jh.) und Hieronymus (4./5. Jh.) belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird in der wissenschaftlichen Literatur gelegentlich überlegt, ob nach Vers 8 vielleicht ursprünglich ein anderes Ende folgte, dass bereits sehr früh verloren ging. Dagegen spricht, dass das Evangelium im 1. Jh. wohl auf einer Schriftrolle und nicht auf Einzelblättern geschrieben wurde (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; {{Sekundär}} Nachdem (als, weil)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot;&amp;gt;Partizip aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; er auferstanden war am frühen Morgen (im Morgengrauen) des ersten Tags der Woche (des Sabbats), erschien er als erstes Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. {{Par|Lukas|8|2}} {{Par|Johannes|20|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Als&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie ging, es denen zu bekanntzumachen (zu verkündigen), die bei ihm gewesen waren, trauerten sie weinten sie.&lt;br /&gt;
{{S|11}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und eben diese – obwohl (als, nachdem)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie hörten, dass [Jesus] lebte und von ihr gesehen worden war, da glaubten sie [es ihr] nicht.&lt;br /&gt;
{{S|12}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Danach {aber} erschien er zwei von ihnen, als (während)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie unterwegs waren, in anderer Gestalt, als (während) sie aufs Land [hinaus] gingen. {{Par|Lukas|24|13}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Auch diese gingen und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; berichteten es den anderen. Die glaubten es jenen [ebenfalls] nicht.{{Par|Lukas|24|33}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Später wiederum (aber), als sie gerade [zu Tische] lagen (gemeinsam aßen)&amp;lt;ref&amp;gt;Nach griechischer Tischsitte war es üblich, beim Essen zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; erschien er den elf [Jüngern], und er tadelte ihren Unglauben (ihr Mißtrauen, ihre Treulosigkeit) und ihre Hartherzigkeit, dass sie denen, die&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt (vertraut) hatten.{{Par|Lukas|24|36}} {{Par|Johannes|20|26}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und er sagte zu ihnen: „Geht in die ganz Welt hinaus und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; macht meine Freuden-Botschaft bekannt (verkündet mein Evangelium) der ganzen Schöpfung.{{Par|Matthäus|28|19}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; glaubt (vertraut, treu ist) und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot; /&amp;gt; dagegen nicht glaubt (nicht vertraut, treulos ist), wird gerichtet werden.&lt;br /&gt;
{{S|17}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Diese Wunder (Zeichen) {aber} werden die Glaubenden begleiten: &lt;br /&gt;
In meinem Namen werden sie Dämonen (Geister, übernatürliche Wesen) austreiben;&lt;br /&gt;
in neuen (d.h. unbekannten) Sprachen (Zungen) werden sie reden; {{Par|Markus|11|22}} {{Par|Apostelgeschichte|2|4}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; sie werden Schlangen aufheben&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Handschriften haben zusätzlich die Worte „Und mit ihren Händen …“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und wenn sie etwas Tödliches tranken, werden sie keinesfalls sterben;&lt;br /&gt;
bei Kranken werden sie Hände auflegen und es wird {ihnen} [diesen wieder] gut gehen.“ {{Par|Markus|6|5}} {{Par|Markus|6|13}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Der Herr, Jesus, wurde {nun zwar} nach diesem Reden in den Himmel aufgenommen und setzte sich zu Gottes rechter Seite,{{Par|Lukas|24|51}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; jene aber gingen hinaus [in die Welt] und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; verkündeten (predigten) überall , wobei&amp;lt;ref&amp;gt;Absoluter Genitiv&amp;lt;/ref&amp;gt; der Herr mitwirkte und [ihre] Rede (das Wort) dadurch bekräftigte, dass sich  Wunder einstellten (durch nachfolgende Zeichen stärkte/bestätigte).{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_13&amp;diff=21094</id>
		<title>Markus 13</title>
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		<updated>2015-05-22T21:36:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Als er aus dem Tempel ging, sagte einer seiner Jünger zu ihm: „Lehrer! Diese Steine und Gebäude sind großartig!“&lt;br /&gt;
{{L|2}} Da sagte Jesus zu ihm: „Du findest diese Gebäude beeindruckend? Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, alles wird zerstört werden.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} Als er gegenüber vom Tempel auf dem Ölberg saß und alleine waren, fragten ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas:&lt;br /&gt;
{{L|4}} „Wann wird das passieren? Und woran wird man erkennen, dass eintritt, was du gesagt hast?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|5}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Achtet auf, dass euch niemand irreführt.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Denn es werden viele behaupten: ‚Ich bin Jesus!‘, und sie werden viele Menschen irreführen.&lt;br /&gt;
{{L|7}} Bleibt ruhig, wenn ihr von Kriegen hört, denn es muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.&lt;br /&gt;
{{L|8}} Völker und Staaten werden sich bekämpfen und es wird Erdbeben und Hungersnöte geben. Das ist der Anfang der schlimmen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|9}} Seid vorsichtig! Man wird euch an jüdische Gerichte und Synagogen ausliefern, ihr werdet verprügelt und meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, um ihnen von mir zu erzählen —&lt;br /&gt;
{{L|10}} denn zuerst müssen alle Völker vom Evangelium erfahren.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Und wenn man euch abführt, um euch auzuliefern, macht euch keine Gedanken darüber, was ihr sagen sollt, sondern das, was Gott euch in jener Stunde eingeben wird, dass sagt! Denn nicht ihr redet, sondern der heilige Geist.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Ein Bruder wird seinen Bruder in den Tod und ein Vater sein Kind ausliefern, und Kinder werden sich gegen ihre Eltern erheben und sie töten.&lt;br /&gt;
{{L|13}} Und wegen mir werdet ihr von allen gehasst werden. Wer mir aber bis zum Ende aller Zeiten treu bleibt, der wird gerettet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|14}} Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung stehen seht, wo er nicht stehen soll — der Leser sei aufmerksam! —, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen;&lt;br /&gt;
{{L|15}} wer auf seiner Dachterrasse ist, sollte nicht noch etwas aus seinem Haus holen;&lt;br /&gt;
{{L|16}} und wer auf dem Feld ist, sollte nicht zurück gehen, um sein Obergewand zu holen.&lt;br /&gt;
{{L|17}} Für Schwangere und Stillende wird es besonders schlimm werden.&lt;br /&gt;
{{L|18}} Betet, dass es nicht im Winter geschieht!&lt;br /&gt;
{{L|19}} Denn diese Zeit wird die Schlimmste sein, schlimmer als alles vorher und alles nachher.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Wenn der Herr diese Zeit nicht verkürzt hätte, würde niemand gerettet, doch wegen den Erwählten, die er gewählt hat, hat er diese Zeit reduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|21}} Wenn jemand zu euch sagt: ‚Dieser hier ist Christus!‘ oder ‚Jener dort ist Christus!‘ — glaubt es nicht,&lt;br /&gt;
{{L|22}} denn es werden falsche Christusse und Propheten auftreten und Zeichen und Wunder vollbringen und versuchen, die Erwählten irrezuführen.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Also passt auf, denn ich habe auch alles vorhergesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|24}} Nach dieser schlimmen Zeit wird die Sonne dunkel und der Mond wird nicht mehr scheinen,&lt;br /&gt;
{{L|25}} die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte in den Himmeln werden erschüttert werden.&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und der Menschensohn wird mit großer Macht und Herrlichkeit in den Wolken kommen.&lt;br /&gt;
{{L|27}} Aus allen Teilen der Erde wird er die Erwählten durch seine Engel sammeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|28}} Ein Vergleich ist der Feigenbaum: Wenn er Blätter bekommt wisst ihr, dass es Sommer wird.&lt;br /&gt;
{{L|29}} So wisst ihr auch, wenn das alles passiert, dass es nicht mehr lange dauert.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Wirklich, ich sage euch: Es wird alles vor dem Ende dieser Generation geschehen.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Himmel und Erde sind vergänglich, aber meine Worte gelten ewig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|32}} Wann das geschehen wird, wissen weder die Engel im Himmel, noch der Sohn, sondern nur der Vater.&lt;br /&gt;
{{L|33}} Seid immer bereit! — denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt da ist.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Es ist wie bei einem Menschen, der, bevor er das Haus verlässt um auf Reisen zu gehen, jedem seiner Knechte eine eigene Aufgaben erteilte und dem Torhüter gebot, wachsam zu seinen.&lt;br /&gt;
{{L|35}} Seid also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt — ob am Abend, um Mitternacht oder morgens —&lt;br /&gt;
{{L|36}} damit er, wenn er plötzlich kommt, euch nicht schlafend findet.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Was ich euch sage, sage ich allen: Seid wachsam!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} {Und} (Und)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;&#039;&#039;und&#039;&#039;&amp;lt;/s&amp;gt; - καὶ &#039;&#039;und&#039;&#039; hat hier die Funktion, Kap. 13 mit der vorangehenden Szene zu verbinden; vgl. Mateos 1987, S. 80. Im Deutschen setzte man in solchen Fällen keine Konjunktion, daher ist sie in der LF besser auszusparen.&amp;lt;/ref&amp;gt; als er aus dem Tempel hinausging (hinausgeht)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er hinausging&#039;&#039; - Da das Präsens λέγει &#039;&#039;er sagt(e)&#039;&#039;, zu dem der temporale Genitivus absolutus ἐκπορευομένου &#039;&#039;als er hinausgeht/hinausging&#039;&#039; in gleichzeitiger Relation steht, &#039;&#039;historisches&#039;&#039; Präsens ist (s. nächste Fußnote), ist die präsentische Wiedergabe überwörtlich und sollte vermieden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sagte (sagt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; - [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Historisches_Pr%C3%A4sens Historisches Präsens], vgl. Kmiecik 1997, S. 36; Mateos 1987, S. 81&amp;lt;/ref&amp;gt; einer&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einer&#039;&#039; Das Zahlwort εἷς &#039;&#039;eins, einer&#039;&#039; steht hier für das Indefinitpronomen τις &#039;&#039;jemand, irgendeiner&#039;&#039;; vgl. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 150. Das ist kein Semitismus; diese Verwendung findet sich z.B. auch bei Aristoteles; vgl. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%CE%B5%E1%BC%B7%CF%82 Pape, S. 738].&amp;lt;/ref&amp;gt; seiner Jünger zu ihm: „Lehrer! {Sieh nur!} (Sieh nur!)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;s&amp;gt;&#039;&#039;Sieh nur&#039;&#039;&amp;lt;/s&amp;gt; - Der Ausruf insgesamt und das ἴδε &#039;&#039;sieh nur&#039;&#039; speziell sind an dieser Stelle merkwürdig, denn sie kommen aus dem Mund eines Jüngers, der schon mindestens drei Tagen in Jerusalem weilt und nicht etwa gerade zum ersten Mal den Tempel sieht, sondern einen Tempelbesuch &#039;&#039;beendet&#039;&#039; (Lohmeyer 1967, S. 268). Da ἴδε als Redeeinleitung ein stehender Begriff zum Ausdruck von Verwunderung ist (&#039;&#039;ad loc&#039;&#039; z.B. [http://dare.ubvu.vu.nl/bitstream/handle/1871/15504/4727.pdf?sequence=4 Bailey 2009], S. 346; ähnlich Pesch 1977, S. 270), sollte man ihn hier besser als bloße Fokuspartikel interpretieren und unübersetzt lassen oder zu einem deutschen Äquivalent greifen (Bailey z.B. schlägt vor: „such (wonderful) stones!“ (S. 357)). So ja auch in vielen Üss. in V. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Was für Steine und was für Gebäude!&amp;lt;ref&amp;gt;Der Tempel war Teil einer größeren Tempelanlage (für ein Modell vgl. z.B. [http://erwin-reidinger.heimat.eu/HP_Bilder/TempelanlageInJerusalem.pdf Reidinger 2004, S. 13]; daher Plural.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Da (Und) sagte Jesus zu ihm: „Du achtest auf diese großen Gebäude? (Diese Gebäude da?, Siehst/bewunderst du diese großen Gebäude?, Du siehst/bewunderst diese großen Gebäude.)&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot;&amp;gt;βλέπω &#039;&#039;sehen&#039;&#039; ist in Mk 13 ein Leitwort und wird verwendet in Vv. 2.5.9.23.33. V. 2 wird in der Exegese merkwürdigerweise oft separat von den anderen vier Verwendungen abgehandelt (für eine Übersicht und zu den obigen Alternativübersetzungen vgl. gut Cranfield 1959, S. 391f), aber besser ist dies: Gleich, wie genau Jesu &#039;&#039;du siehst diese großen Gebäude&#039;&#039; exakt zu verstehen ist; zusammen mit dem folgenden &#039;&#039;Kein Stein [des Tempels] wird hier auf dem anderen bleiben&#039;&#039; steht es auf jeden Fall dem begeisterten Ausruf des Jüngers entgegen. In Vv. 5.9 lenkt Jesus dann die Aufmerksamkeit der Jünger auf andere Dinge als den Tempel: „Seht &#039;&#039;darauf, dass euch niemand irreführt&#039;&#039;“ resp. „Seht &#039;&#039;auf euch selbst&#039;&#039; [, denn man wird euch anfeinden]“; in V. 33 wird es außerdem in direktem Zusammenhang mit ἀγρυπνέω &#039;&#039;wachsam sein&#039;&#039; verwendet. Folgt man der Logik des Textes, sollte man daher besser deuten: V. 2: &#039;&#039;Achte nicht auf den Tempel, denn kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben&#039;&#039; (oder, näher am Text: &#039;&#039;Was achtest du auf diese großen Gebäude?&#039;&#039;); V. 5: &#039;&#039;Habt Acht, dass euch niemand irreführt!&#039;&#039;, V. 9: &#039;&#039;Nehmt euch in Acht!&#039;&#039;; V. 23: &#039;&#039;Seid achtsam!&#039;&#039;; V. 33: &#039;&#039;Seid achtsam! Seid wachsam!&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht (Keinesfalls)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot;&amp;gt;οὐ μὴ &#039;&#039;(sicher) nicht&#039;&#039; ist eine besonders starke Verneinung, sie dient hier aber nur der Intensivierung, um Jesu Äußerung sprachlich zu markieren als (&#039;&#039;sichere&#039;&#039;) Prophezeiung. Das Deutsche verwendet hierfür andere Konstruktionen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird [hier] gelassen werden Stein auf Stein, der nicht {sicher} (sicher)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot; /&amp;gt; zerstört (herausgebrochen) werden wird.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der nicht zerstört (herausgebrochen) werden wird&#039;&#039; - Dieser Relativsatz wirkt sprachlich etwas merkwürdig (Pesch 1977, S. 271: „überschießend“, „holprig“); seine Deutung hängt ab von der Übersetzung von καταλύω &#039;&#039;lösen, herauslösen, zerstören&#039;&#039;: (i) Von einer großen Mehrheit wird καταλύω gedeutet und übersetzt als „zerstören“. In diesem Fall wäre die Konstruktion in etwa vergleichbar mit einer deutschen Konstruktion à la „Er setzt Stein auf Stein, der groß ist“ - normalerweise würde man nicht erwarten, dass „Stein“ auch noch durch einen Relativsatz erweitert wird. Der Sinn wäre trotzdem klar: Die Aussage, dass kein Stein auf dem anderen gelassen werden würde, wird zusätzlich noch durch die Aussage gesteigert, dass jeder Stein zerstört werden würde. In der LF sollte man dann wohl besser mit zwei Sätzen arbeiten, etwa: „Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben: jeder noch so kleine Stein wird zerstört werden.“  (ii) EWNT II, S. 651 schlägt aber &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; vor: „herausbrechen“. In diesem Fall machte der Satz grammatisch mehr Sinn (- ist aber auch dann grammatisch immer noch etwas ungewöhnlich -), denn dann würden sich Hauptsatz und Relativsatz auf den selben Sachverhalt beziehen: „Hier wird keinesfalls gelassen werden Stein auf Stein, der nicht herausgebrochen werden wird“. Es läge dann ein Fall von &#039;&#039;redundantem Relativsatz&#039;&#039; vor - eine Konstruktion, die man sonst eher aus dem klassischen Griechisch als der Koine kennt (Kleist 1937, S. 143) und die typisch ist für den markinischen Stil (s. allein in diesem Kapitel noch [[Markus 13#s19 |Vv. 19]].[[Markus 13#s20 |20]]) - der ebenso wie wie οὐ μὴ (s.o.) nur der Intensivierung der Aussage dient, also einfach „Kein einziger Stein wird hier auf dem anderen bleiben!“. Ich persönlich (S.W.) würde Möglichkeit (ii) den Vorzug geben, aber da sie meines Wissens noch nicht vorgeschlagen wurde, wird man sich in der LF doch besser für Möglichkeit (i) entscheiden müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt;“{{par|1Könige|9|8}}{{par|Jeremia|26|18}}{{par|Micha|3|12}}{{par|Markus|14|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Als er dann saß (sich setzte) auf dem (den)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er auf dem Ölberg saß&#039;&#039; vs. &#039;&#039;Als er sich auf den Ölberg setzte&#039;&#039; - εἰς wird hier verwendet wie ἔν; daher ist es nicht direktional, sondern lokativisch zu übersetzen. Auch dies ist typisch für den markinischen Stil (vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Turner 1924b, S. 19), aber kein „markinischer Semitismus“, da es sich auch sonst häufiger in der Koine findet (Kleist 1937, S. 225).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ölberg gegenüber dem Tempel, fragte[n] ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas alleine&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;allein&#039;&#039; übersetzt κατ’ ἰδίαν. Dieser Ausdruck versprachlicht hier das Motiv der Privatoffenbarung / Sonderoffenbarung Jesu an seine Jünger (Witherington 2001, S. 439); in der LF sollte man zu etwas greifen wie „als sie allein/für sich waren“.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} „{Sag uns:}&amp;lt;ref&amp;gt;Die Redeeinleitung Εἰπὸν ἡμῖν &#039;&#039;sage uns&#039;&#039; dient im NT häufiger nur als Bitte um eine Antwort (z.B. [[Matthäus 22#s17 |Mt 22,17]]; [[Lukas 20#s20 |Lk 20,2]]; [[Lukas 22#s67|22,67]] u.ö.); im Deutschen entspricht dem funktional eher eine uneingeleitete Frage.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wann wird dies&amp;lt;ref name=&amp;quot;Demonstrativ&amp;quot;&amp;gt;Die Referenz der Demonstrativpronomen ταῦτα &#039;&#039;dies&#039;&#039; und ταῦτα πάντα &#039;&#039;all dies&#039;&#039; sind in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; sein? Und was [wird sein] das Zeichen [dafür], wann dies alles&amp;lt;ref name=&amp;quot;Demonstrativ&amp;quot; /&amp;gt; bestimmt ist (im Begriff ist)&amp;lt;ref&amp;gt;μέλλῃ bedeutet sowohl „im Begriff sein“ (als Ausdruck für die nahe Zukunft) als auch „vorherbestimmt sein“ (EWNT II, S. 994: „Schließlich kann μ. die im göttlichen Ratschluß begründete Notwendigkeit eines Geschehens und damit dessen sicheres Eintreten ausdrücken.“). Die Übersetzungen variieren daher; z.B. Jantzen: „wann das alles &#039;&#039;im Begriff ist&#039;&#039;, vollendet zu werden“ vs. SLT: „wann dies alles vollendet werden &#039;&#039;soll&#039;&#039;.“ Weil „dies alles“ vermutlich auf eschatologische Geschehnisse verweist (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]), ist hier die zweite Bedeutung wahrscheinlicher.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu geschehen (vollendet zu werden, zu enden)&amp;lt;ref&amp;gt;συντελέω &#039;&#039;vollenden&#039;&#039; wird meist apokalyptisch gedeutet; s. z.B. EWNT III, S. 742. Matthäus macht dies explizit: [[Matthäus 24#s3 |Mt 24,3]] τί τὸ σημεῖον τῆς σῆς παρουσίας καὶ συντελείας τοῦ αἰῶνος &#039;&#039;Was [wird sein] das Zeichen für deine Wiederkunft&#039;&#039; (παρουσία, =&#039;&#039;Parusie&#039;&#039;) &#039;&#039;und für das Ende&#039;&#039; (συντελεία) &#039;&#039;der Welt{zeit}?&#039;&#039;. Aus stilistischen Gründen sollte es dennoch nicht mit „enden“ oder „vollenden“ übersetzt werden. Gleich, worauf man „dies alles“ beziehen muss: Weder von der „Zerstörung des Tempels“ noch vom „Ende der Welt“ (so die beiden geläufigsten Interpretationen des „dies alles“) noch vom „Auftreten des Antichristen“ (s. im [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]) würde man im Deutschen sagen, sie würden „enden“ oder „sich vollenden“, sondern: sie werden „geschehen“ - und auch dies gehört zur Grundbedeutung von συντελέω; vgl. z.B. [http://www.biblestudytools.com/lexicons/greek/nas/sunteleo.html Thayer]&amp;lt;/ref&amp;gt;?“{{par|Daniel|8|13}}{{par|Daniel|12|6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und Jesus sagte zu ihnen ({begann}, zu ihnen zu sagen)&amp;lt;ref&amp;gt;Höchstwahrscheinlich pleonastisches ἄρχομαι - eine Stileigentümlichkeit des Mk (vgl. Doudna 1961, S. 51ff.; Kleist 1937, S. 205; Pryke 1978, S. 79ff.; Reiser 1983, S. 45): &#039;&#039;Beginnen&#039;&#039; wird redundant gesetzt und kann in der Übersetzung ausgespart werden, indem der Infinitiv stilistisch besser als Vollverb übersetzt wird. Vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Gaston 1970, S. 13; dagegen Dschulnigg 2007, S. 338; allerdings ohne Begründung.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Habt acht (seht zu)&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt;, dass euch niemand irreführt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}}  [Denn] es werden viele unter meinem Namen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name&amp;quot;&amp;gt;Auch diese beiden strittigen Sätzchen werden von Cranfield 1959, S. 395 gut in ihre möglichen Bedeutungen aufgedröselt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„ἐπὶ τῷ ὀνόματί μου [&#039;&#039;unter meinem Namen&#039;&#039;] ist am natürlichsten zu deuten als (i) &#039;sie berufen sich auf mich als Autorität&#039;, aber es kann auch bedeuten (ii) &#039;Sie schreiben sich selbst den Messias-titel zu, der rechtmäßig &#039;&#039;mir&#039;&#039; gebührt.&#039; [...] Die Worte λέγοντες ὅτι Ἐγώ εἰμι [&#039;&#039;die sagen: Ich bin [es]&#039;&#039;] sind ähnlich mehrdeutig. Sie könnten bedeuten (a) &#039;die sagen „Ich bin“&#039; - d.h. sie behaupten, der Messias zu sein (vgl. [[Johannes 4#s26 | Joh 4,26]] und Matthäus&#039; hierige Ergänzung von ὁ χριστός [=der Christus], [[Matthäus 24#s5 | Mt 24,5]]) [...], (b) &#039;die sagen „Ich bin es“&#039;, also ganz ähnlich wie (a), aber mit Fokus auf der Idee der Gegenwart des Messias; (c) &#039;die sagen, dass ich es sei&#039; - d.h., die sagen, dass ich (Jesus) gekommen wäre [...], (d) &#039;die sagen, dass ich (Jesus) (der Christus) bin&#039; - das aber kann man ausschließen, denn das wäre ja keine Irreführung; (e) &#039;die sagen, dass sie ich seien&#039; - in dem Sinne, dass Betrüger behaupten, Jesus zu sein.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Abstand am wahrscheinlichsten (und auch die Mehrheitsmeinung) ist die Kombination von (ii) und (a), denn die beiden Sätze interpretieren sich gegenseitig: die zweite Aussage ist eine Identitätsproklamation („Ich bin X“), und dieses „X“ ist zu füllen durch ἐπὶ τῷ ὀνόματί μου &#039;&#039;unter meinem Namen&#039;&#039;, also „unter Inanspruchnahme des Messiastitels, der rechtmäßig mir gebührt“ (vgl. gut Kmiecik 1997, S. 42; Pesch 1977, S. 279). Sinngemäß bedeutet der Vers also: „Denn es werden viele kommen und behaupten, der Messias zu sein - dabei bin das doch in Wirklichkeit ich!“, oder einfach „Viele Messiasprätendenten werden auftreten“.&amp;lt;/ref&amp;gt; kommen und sagen: ‚Ich bin [es]!‘&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name&amp;quot; /&amp;gt;, und sie werden viele irreführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Wenn ihr {aber} (Ihr dagegen: Wenn ihr)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot;&amp;gt;Eigentümlich für den markinischen Stil - dennoch aber gut Griechisch (die Konstruktion findet sich z.B. auch bei Plutarch und Thukydides) - ist, dass gelegentlich Konjunktionen nicht in ihrer Konjunktions-bedeutung verwendet werden, sondern bloß als Trennungszeichen von Sätzen und Textabschnitten fungieren (vgl. z.B. Reiser 1983, S. 99f.160f). Diese Konjunktionen und Partikeln sind im Deutschen oft besser auszusparen. Dazu gehören in Kap. 13:&lt;br /&gt;
* V. 7: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - denn V. 7 ist integraler Bestandteil des Abschnitts Vv.5-8, vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._5-8:_Abschnitt_1 Kommentar] (gegen Mateos 1987, S. 201f., der denkt, δέ würde hier die &#039;&#039;vielen&#039;&#039;, die sich täuschen lassen (V. 6) mit den Jüngern, die sich eben nicht täuschen lassen sollen (V. 7), konstrastieren (daher obige Alternative „ihr dagegen: wenn ihr“). Die kontrastierende Funktion wäre dann wahrscheinlich (und in der Tat eine schöne Deutung), wenn auch &#039;&#039;ihr&#039;&#039; in V. 7 durch ein Pronomen ausgedrückt wäre; bei bloßer 2.Person Plural aber nicht).&lt;br /&gt;
* V. 9: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - Zum Textabschnitte einleitenden δέ vgl. [http://www.books.google.de/books?id=CrkeAAAAIAAJ&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA59#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Thrall 1962, S. 59]&lt;br /&gt;
* V. 17: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - V. 17 ist ein apokalyptischer Klageruf, der gattungstypisch semantisch nicht mit dem umliegenden Text zusammenhängt.&lt;br /&gt;
* V. 23: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; - vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_13#note_bd Fußnote bd].&lt;br /&gt;
* V. 24: ἀλλά - V. 24 wird gern kommentiert mit: „Mit „aber“ [...] wird die große Wende eingeleitet“ (Gnilka 1978, S. 200) o.Ä. Es sollte hier aber nicht zu viel von ἀλλά abgeleitet werden - zwar beginnt hier in der Tat ein neuer Textabschnitt (s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13 Kommentar]), aber die Kontinuität mit dem vorangehenden Abschnitt ist doch gewährleistet durch ἐν ἐκείναις ταῖς ἡμέραις &#039;&#039;in jenen Tagen&#039;&#039; (schon V. 17) und μετὰ τὴν θλῖψιν &#039;&#039;nach jener Drangsal&#039;&#039; (vgl. V. 19). vgl. auch Mateos 1987, S. 331. Ebenso wie δέ in Vv. 14.28 fungiert hier ἀλλά als Abschnittstrenner.&lt;br /&gt;
* V. 28: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039;; denn es gibt nichts vorangehendes, womit durch δέ kontrastiert werden könnte. vgl. auch Mateos 1987, S. 374; [http://www.books.google.de/books?id=CrkeAAAAIAAJ&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA59#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Thrall 1962, S. 59]&lt;br /&gt;
* V. 37: δέ &#039;&#039;aber&#039;&#039; hebt den letzten Vers als abschließendes Fazit vom vorangehenden Textteil ab.&lt;br /&gt;
Zu ἀλλά vgl. noch [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%E1%BC%80%CE%BB%CE%BB%CE%AC Pape 100]; zu δέ Muraoka, S. 140.&amp;lt;/ref&amp;gt; von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, erschreckt nicht, [denn] es muss geschehen, doch [es ist] noch nicht das Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Erheben wird sich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot;&amp;gt;Verb in Satzspitzenstellung als eine für Prophezeiungen typische emphatische Ausdrucksstellung; vgl. Reiser 1983, S. 94. Dieses Stilmittel parallelisiert Vv. 8.12.19.22, die ohnehin strukturell parallel fungieren (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13&amp;amp;section=2 Kommentar, FN b]). Im Deutschen sollte dies nicht nachgeahmt, sondern zu einem stilistischen Äquivalent gegriffen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; nämlich (denn)&amp;lt;ref&amp;gt;Meist: &#039;&#039;denn erheben wird sich...&#039;&#039;; besser aber: &#039;&#039;es wird sich nämlich erheben...&#039;&#039; - das γὰρ &#039;&#039;denn&#039;&#039; ist besser als explikatives γὰρ &#039;&#039;nämlich&#039;&#039; zu interpretieren; vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._5-8:_Abschnitt_1 Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; Volk gegen Volk und Reich gegen Reich, Erdbeben werden sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; stellenweise (mancherorts), geben wird es&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Hungersnöte. [Der] Anfang der Wehen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Anfang der Wehen&#039;&#039; - apokalyptische Formel, die v.a. in der rabbinischen Literatur gebräuchlich ist. Die &#039;&#039;(Geburts-)wehen&#039;&#039; stehen für die Zeit der Not, die vor dem Einbruch der schönen Endzeit ertragen werden müssen (so fast alle Kommentare)&amp;lt;/ref&amp;gt; [ist] dies. {{par|2Chronik|15|6}}{{par|Jesaja|13|13}}{{par|Jesaja|19|2}}{{par|Jesaja|26|17}}{{par|Joel|2|10}}{{par|Johannes|16|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Nehmt euch in Acht (Blickt auf euch selbst)!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Man wird euch (sie werden)&amp;lt;ref name=&amp;quot;impersonaler Plural&amp;quot;&amp;gt;impersonaler Plural; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Turner 1924a, S. 382. Pryke 1978, S. 107 hält es hier für ein Passivsubstitut, aber das ist angesichts der direkt folgenden Passivformen nicht sehr wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; ausliefern&amp;lt;ref&amp;gt;παραδίδωμι &#039;&#039;ausliefern&#039;&#039; wird im Mk neben den Vorkommen in Mk 13 nur zweimal nicht von der Passion Jesu gesagt; es ist also eine Vokabel aus der Passionstheologie - die Überlieferung der Jünger Jesu wird parallelisiert mit der „eschatologisch[en] Preisgabe des Menschensohns an die Menschen“ (EWNT III, S. 46; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Thüsing 2011, S. 111).&amp;lt;/ref&amp;gt; an Synhedrien&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort συνέδριον kennt man sonst v.a. aus der Passionserzählung; er bezieht sich dort in der Einzahl auf den Sanhedrin, den jüdischen Hohen Rat. Die hierige Mehrzahl συνέδρια dagegen legt nahe, dass von kleineren jüdischen Lokalgerichten die Rede ist; vgl. ThW VII, S. 864f. - es folgen also auf die zwei jüdischen Instanzen „Synhedrien“ und „Synagogen“ die zwei nicht-jüdische Instanzen „Statthalter“ und „Könige“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Synagogen&amp;lt;ref&amp;gt;εἰς kann in der Koine verwendet werden wie ἔν und umgekehrt; abhängig davon ließe sich der Satz auflösen als (i) „Man wird euch ausliefern, in Synhedrien und Synagogen werdet ihr geprügelt werden“ (so z.B. Cranfield 1959, S. 397; Pesch 1977, S. 183; Turner 1924b, S. 19), (ii) „Man wird euch an Synhedrien und Synagogen ausliefern, ihr werdet geprügelt werden“ (so Mateos 1987, S. 236) oder (iii) „Man wird euch ausliefern an Synhedrien, in Synagogen werdet ihr geprügelt werden“ (so die Mehrheit). Angesichts der parallelen Konstruktion von εἰς συνέδρια und εἰς συναγωγὰς mit εἰς wird man wohl Mateos (=ii) zustimmen müssen. Dies erleichtert auch das Verständnis vom „Prügeln“, denn obwohl die Prügelstrafe u.a. auch von Lokalgerichten und Synagogen verhängt werden durfte, wäre ein Prügeln &#039;&#039;in&#039;&#039; Synagogen doch eher ungewöhnlich.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ihr werdet geprügelt werden und ihr werdet meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, ihnen zum Zeugnis&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung dieses Nachsatzes ist etwas unklar. (1) ist nicht klar, ob αὐτοῖς &#039;&#039;ihnen&#039;&#039; sich auf die Statthalter und Könige bezieht oder auf die Auslieferer, Prügler, Statthalter und Könige, (2) lässt sich aus V. 9 allein nicht erkennen, worauf das &#039;&#039;ihnen zum Zeugnis&#039;&#039; sich eigentlich beziehen soll. Die Mehrheitsmeinung bei der Interpretation von &#039;&#039;V. 10&#039;&#039; ist aber, dass er parenthetisch das &#039;&#039;ihnen zum Zeugnis&#039;&#039; auslegt und &#039;&#039;Zeugnis&#039;&#039; also auf die „Verkündigung“ zu beziehen ist; und da man durch Ausgeliefert-werden und Geprügelt-werden keinen direkten Beitrag zur Verkündigung leistet, bedeuten Vv. 9c.10 wohl sinngemäß: „Ihr werdet meinetwegen vor Statthalter und Könige gestellt werden, um ihnen zu verkündigen; denn erst muss auf der ganzen Welt das Evangelium verkündigt werden.“&amp;lt;/ref&amp;gt; -{{par|Markus|1|44}}{{par|Markus|6|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} denn (und, aber)&amp;lt;ref&amp;gt;Kausales καὶ; vgl. Reiser 1983, S. 127; Wilckens.&amp;lt;/ref&amp;gt; zuerst&amp;lt;ref&amp;gt;recht sicher i.S.v. „vor dem Ende“&amp;lt;/ref&amp;gt; muss das Evangelium bei ({bei})&amp;lt;ref&amp;gt;εἰς wird hier verwendet wie ἔν; vgl Cranfield 1959, S. 199; Turner 1924b, S. 20&amp;lt;/ref&amp;gt; allen Völkern verkündigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und wenn man euch abführt (sie euch abführen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;impersonaler Plural&amp;quot; /&amp;gt;, um euch auszuliefern&amp;lt;ref&amp;gt;final aufgelöstes [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adverbiales Partizip], so auch Schenke 2005, S. 290 („zur Auslieferung vorführen“); vgl. auch Mateos 1987, S. 237. Auch Jantzen u.a. Üss. Die Jünger sollen sich &#039;&#039;im Vorfeld&#039;&#039; ihres Ausgeliefert-werdens keine Sorgen machen. So stimmt es ja auch zusammen mit &#039;&#039;προ&#039;&#039;μεριμνᾶτε &#039;&#039;sorgt euch nicht im Voraus&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sorgt euch nicht im Voraus, was ihr sagen sollt, sondern das, was (was auch immer) euch in jener Stunde eingegeben (gegeben)&amp;lt;ref&amp;gt;theologischer Passiv, eigentlich also besser „das, was Gott euch in jener Stunde eingeben wird“. Vgl. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 151&amp;lt;/ref&amp;gt; werden wird, das sagt! Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} {Und} Ausliefern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; wird ein Bruder [seinen] Bruder in den Tod und ein Vater [sein] Kind, und erheben werden sich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Kinder gegen [ihre] Eltern und töten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; werden sie sie.{{par|Micha|7|2}}{{par|Micha|7|6}}{{par|Sacharja|13|3}}{{par|Matthäus|10|35}}{{par|Lukas|12|52}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}}Und ihr werdet von allen gehasst werden wegen meines Namens (um meinetwillen, wegen mir)&amp;lt;ref&amp;gt;wie im Hebräischen dient auch in der Koine &#039;&#039;Name&#039;&#039; als Wechselbegriff für den Namensträger, also &#039;&#039;wegen meinem Namen&#039;&#039; = &#039;&#039;wegen mir&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der aber, der bis zum Ende&amp;lt;ref&amp;gt;(i) Die Mehrheitsmeinung - der auch hier zuzustimmen ist - ist, dass das &#039;&#039;Ende&#039;&#039; sich auf das Eschaton, das Ende der Zeit, bezieht. Daneben hat (ii) Cranfield 1959, S. 401 die Bedeutung &#039;&#039;völlig, komplett&#039;&#039; vorgeschlagen; (iii) Ernst 1963, S. 377f. hält es für doppelsinnig und bezieht es neben dem Eschaton auch auf das Lebensende jedes einzelnen Jüngers. (ii) ist sehr unwahrscheinlich - die Wiederholung der in V.7 deutlich eschatologisch verwendeten Vokabel ist zu auffällig für diese Interpretation. (iii) ist möglich, aber aus dem selben Grund nicht sehr wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; standhaft bleibt (dies erduldet)&amp;lt;ref&amp;gt;ὑπομένω steht nicht nur für &#039;&#039;ausharren&#039;&#039; i.S.v. &#039;&#039;warten&#039;&#039;, sondern - bes. hier - für das Ertragen und Erdulden von Leiden; vgl. EWNT III, S. 968&amp;lt;/ref&amp;gt;, wird gerettet werden.{{par|Daniel|12|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Wenn ihr dann aber den Gräuel der Verwüstung&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot;&amp;gt;Vers 14 ist völlig rätselhaft. Rätselhaft ist (1) der Ausdruck βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως, der standardmäßig übertragen wird mit &#039;&#039;Gräuel der Verwüstung&#039;&#039;; etwas rätselhaft ist (2) der Wechsel vom Neutrum βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως zum Maskulinum ἑστηκότα &#039;&#039;, der steht&#039;&#039; und rätselhaft ist außerdem (3) die Ortsangabe ὅπου οὐ δεῖ, die standardmäßig übertragen wird mit &#039;&#039;wo er nicht darf&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(i) Die Standard-Interpretation ist diese: (1) βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως ist ein Verweis auf [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]]; [[Daniel 11#s31 |11,31]]; [[Daniel 12#s11 |Dan 12,11 LXX]]; [[1Makkabäer 1#s54 |1Makk 1,54]]. In den alttestamentlichen Texten ist die Entsprechung {{hebr}}שִׁקּוּץ שֹׁמֵם{{hebr ende}}. Das hebräische {{hebr}}שִׁקּוּץ{{hebr ende}} ist eine verächtliche Bezeichnung für Götzen und Götzenkulte (Ges18, S. 1381f) und {{hebr}}שֹׁמֵם{{hebr ende}} ist ein Verbaladjektiv mit der Bedeutung &#039;&#039;verwüstend&#039;&#039; (Ges18, S. 1380) - also rein lexikalisch &#039;&#039;der verwüstende Götze&#039;&#039; oder &#039;&#039;der verwüstende Götzenkult&#039;&#039;. Historisch macht diese Übersetzung Sinn, denn in den besagten Texten ist wohl die Rede von der Statue des Zeus, die Antiochus Epiphanes 168 v.Chr. im Tempel aufstellen ließ. Das griechische βδέλυγμα dagegen bezeichnet meist allgemein &#039;&#039;das, was Gott ein Gräuel ist&#039;&#039; (EWNT I, S. 502) und das griechische τῆς ἐρημώσεως wäre entsprechend dem Hebräischen zu deuten als Genitiv des Produkts, also &#039;&#039;das Gräuel, das Verwüstung hervorbringt&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Weil diese von Daniel übernommene &#039;&#039;Neutrum&#039;&#039;-Phrase modifiziert wird vom &#039;&#039;maskulinischen&#039;&#039; Partizip ἑστηκότα &#039;&#039;der steht&#039;&#039;, heißt es meist, dass V. 14a &#039;&#039;ad sensum&#039;&#039; konstruiert sei und man deshalb bei βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως an eine Person denken müsse, nämlich den Antichristen - was gut mit der Konnotation „Götze“ des Hebräischen zusammenstimmt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) ὅπου οὐ δεῖ &#039;&#039;wo er nicht darf&#039;&#039; weiterhin wird meist mit [[Matthäus 24,15 |Mt 24,15]] bezogen auf den Tempel, also sinngemäß: „Wenn der Antichrist im Tempel auftaucht“, was außerdem zusammenstimmt mit [[2Thessalonicher 2,3|2Thess 2,3ff]]: „Zuerst muss der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt.“ (EÜ)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(ii) Exegeten wie Pesch 1977, Schenke 2005 und Thüsing 2011 denken bei βδέλυγμα τῆς ἐρημώσεως nicht an den Antichristen, sondern an zeitgeschichtliche Geschehnisse zur Zeit des jüdischen Krieges. Pesch lässt die genaue Referenz offen, da sie nicht genau bestimmt werden könne; Schenke denkt an die Schreckensherrschaft der Zeloten im Tempel ab 65/66 n.Chr. und Thüsing an die römischen Feldzeichen, die die Römer nach der Eroberung Jerusalems im Tempel aufstellten und auf denen Götzenbilder abgebildet seien. Diese Interpretation hat aber die grammatische Schwierigkeit die ad-sensum-Konstruktion (s.o. unter (2)); v.a. aber fügt sie sich schlecht in den Kontext des Abschnitts, denn spätestens V. 19 macht ja deutlich, dass hier eben nicht an „zeitgeschichtliche Ereignisse gedacht wird“ (Pesch), sondern an apokalyptische Geschehnisse (vgl. auch [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._14-20:_Abschnitt_3 Kommentar]). Weil Interpretation (ii) außerdem noch eine Minderheitenmeinung ist, wird man durchaus Interpretation (i) den Vorzug geben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; stehen&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot; /&amp;gt; seht, wo er nicht [stehen] soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 14&amp;quot; /&amp;gt; – der Leser sei aufmerksam!&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung dieser Parenthese ist in der Exegese umstritten. Die unterschiedlichen Interpretationen hängen v.a. daran, auf wen &#039;&#039;Leser&#039;&#039; bezogen wird. Vorgeschlagen wurden, dass es sich beziehe&lt;br /&gt;
# auf den Leser eines hypothetischen apokalyptischen Flugblattes, das als (eine der) Vorlage(n) von Mk 13 angenommen wird - diese Position ist sehr verbreitet, dennoch sehr unwahrscheinlich. Denn es ist schwer vorstellbar, dass es dem Redaktor des Mk nicht aufgefallen sein sollte, dass sich die Parenthese - die sich an einen Leser und nicht an mehrere Hörer richtet - so überhaupt nicht in die Kommunikationssituation der eschatologischen Mahnrede Jesu fügt und sie daher mitübernommen habe.&lt;br /&gt;
# auf den Hörer bei der öffentlichen Verlesung des Markusevangeliums, dem die Wichtigkeit des Gräuels der Verwüstung noch einmal unterstrichen werden soll - aber dieser &#039;&#039;Hörer&#039;&#039; ist ja dann kein „Leser“.&lt;br /&gt;
# auf den Vorleser des Markusevangeliums bei der öffentlichen Verlesung; die Parenthese sei dann nicht dazu gedacht, laut vorgelesen zu werden, sondern sei eine Notiz für den Vorleser, die eben beschriebene ad-sensum-Konstruktion richtig vorzulesen (vgl. Best 1989, S. 128-30, der die Parenthese dann auch konsequent in seiner Übersetzung ausspart. Dagegen aber gut Collins 2009, S. 545f.)&lt;br /&gt;
# auf die vier Jünger, die die von [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]]; [[Daniel 11#s31 |11,31]]; [[Daniel 12#s11 |12,11]] übernommene Prophezeiung richtig - d.h. im Lichte der Prophezeiung Jesu (Perkins 2006, S. 104) - verstehen sollen, wenn sie sie lesen.&lt;br /&gt;
(4) ist am Wahrscheinlichsten, daher noch einige Worte dazu. Zunächst: „Leser des Danielbuches“ als Bedeutung von „Leser“ liegt schon deshalb nahe, da ἀναγινώσκω im Mk ausschließlich für das Lesen im AT verwendet wird (vgl. z.B. Pryke 1978, S. 57f). Vgl. außerdem die Parallelstelle [[Matthäus 24#s15 |Mt 24,15]], wo der Verweis auf das Danielbuch expliziert wird. Dann: Vergleichbare Aufforderungen finden sich auch in anderen Prophezeiungen; vgl. bes. [[Daniel 9#s23 |Dan 9,23]].[[Daniel 9#s25 |25]] (also dem direkten Kontext von [[Daniel 9#s27 |Dan 9,27]], von wo Jesus mutmaßlich die Prophezeiung des „Gräuels der Verwüstung“ übernommen hat); auch [[Offenbarung 13#s9 |Offb 13,9]].[[Offenbarung 13#s18 |18]]; [[Offenbarung 17#s9 |17,9]] (Stellen nach Pesch 1977, S. 292). Auch ist es nicht (sehr) problematisch, dass die Jünger hier in der 3. Person (&#039;&#039;der Leser&#039;&#039; statt &#039;&#039;ihr Leser&#039;&#039;) angesprochen werden; es finden sich im Mk häufiger Anreden an Zuhörer, die Jesus in 3. Person angespricht (s. [[Markus 4#s9 |Mk 4,9]].[[Markus 4#s23 |23]]; [[Markus 8#s34 |8,34]]; vgl. Perkins 2006, S. 101f). Sinngemäß wäre dann also zu übersetzen: „Ihr Leser, gebt gut acht“ oder „Beim Lesen seid verständig“.&amp;lt;/ref&amp;gt; –, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen&amp;lt;ref&amp;gt;Das Motiv der Flucht ins Gebirge ist ein häufigeres Motiv; vgl. z.B. [[1Makkabäer 2#s28 |1Makk 2,28]] (s. z.B. Gnilka 1978, S. 195f); umgekehrt kennt man auch das Motiv der Flucht aus dem Umland in die Hauptstadt, vgl. z.B. [[Jeremia 4#s1 |Jer 4,1]]ff. (s. z.B. Pesch 1977, S. 292).&amp;lt;/ref&amp;gt;;{{par|Genesis|19|17}}{{par|Jeremia|4|29}}{{par|Daniel|9|27}}{{par|Daniel|11|31}}{{par|Daniel|12|11}}{{par|1Makkabäer|1|54}}{{par|1Makkabäer|2|28}}{{par|2Thessalonicher|2|4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} wer auf dem Dach [ist],&amp;lt;ref&amp;gt;Das altjüdische Haus hatte ein von außen begehbares Dach (eine schöne Darstellung findet sich im [http://books.google.de/books?id=frwjqZSN4oUC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA9#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Kregel Pictorial Guide to Everyday Life in Bible Times]), das man vor allem in der Freizeit benutzte (z.B. um zu schlafen). Für die LF würde ich „Dachterrasse“ vorschlagen (so auch NeÜ; ähnlich KAM: „Terrasse“. Gut auch KNO: „Flachdach“)&amp;lt;/ref&amp;gt; soll nicht ({weder})&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;nicht hinabsteigen, um hineinzugehen&#039;&#039; vs. &#039;&#039;weder herabsteigen noch hineingehen&#039;&#039; - Natürlich muss der auf dem Dach hinabsteigen, um in die Berge fliehen können; μηδὲ hat daher hier negative finale Bedeutung (vgl. Smyth 2193b). Die Satzstruktur lässt sich nicht in die LF übernehmen, man muss zu etwas greifen wie „Wer auf dem Dach ist, soll sich nicht erst noch &amp;lt;s&amp;gt;hinuntersteigen, um&amp;lt;/s&amp;gt; ins Haus gehen, um sich etwas zu holen“&amp;lt;/ref&amp;gt; hinabsteigen, um ({noch})&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot; /&amp;gt; hineinzugehen (hineingehen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;mäde&amp;quot; /&amp;gt;, um etwas aus seinem Haus zu holen;{{par|Ezechiel|7|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;soll sich nicht zurückwenden nach zurück&#039;&#039;; gemeint ist sicher „nach Hause zurückkehren“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um sein Obergewand zu holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} {Aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; Wehe denen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wehe denen&#039;&#039;: Gattungstypische Einleitung eines apokalyptischen Klagerufs (vgl. z.B. [[Offenbarung 18#s16 |Offb 18,16]].[[Offenbarung 18#s19 |19]]); das Schicksal der „schwächsten Glieder der Fluchtgeneration“ (Ernst 1963, S. 381) - der Schwangeren und Stillenden - wird in Form einer Weheruf-parenthese beklagt. Das beste Äquivalent wäre eine Übertragung ähnlich der von BB („Wie schrecklich wird diese Zeit für die Frauen sein, die gerade ein Kind erwarten oder stillen!“) und NGÜ („Wie schwer werden es die Frauen haben, ...!“).&amp;lt;/ref&amp;gt;, die in jenen Tagen&amp;lt;ref name=&amp;quot;in jenen Tagen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;in jenen Tagen&#039;&#039;: Stereotype alttestamentliche Phrase, die häufig in eschatologischen Kontexten verwendet wird; s. z.B. [[Jeremia 3#s16 |Jer 3,16]].[[Jeremia 3#s18 |18]]; [[Jeremia 31#s29 |31,29]]; [[Jeremia 33#s15 |33,15]]f.; [[Joel 3#s1 |Joel 3,1]]; [[Sacharja 8#s23 |Sach 8,23]] u.ö.&amp;lt;/ref&amp;gt; schwanger sind oder stillen!{{par|Lukas|23|29}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} {Aber} (Darum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter&amp;quot;&amp;gt;Der Verweis auf den Winter wird meist darauf bezogen, dass der Winter in Palästina die Regenzeit ist und starke Regenfälle die Flucht erschweren. Vielleicht liegt aber wirklich (auch) die Kälte im Fokus: Israel liegt zwar hauptsächlich in einer subtropischen Klimazone, aber in höher gelegenen Regionen - zu denen auch Jerusalem und natürlich erst recht die Berge gehören - kann es winters durchaus so kalt werden, dass es zu Schneefällen kommen kann. Das würde auch erklären, warum V. 16 die Rede vom Mantel ist; vielleicht sollte man daher das δὲ besser als kausales δὲ deuten: &#039;&#039;Darum betet, dass es nicht winters geschieht!&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Betet, dass es nicht während des Winters&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter&amp;quot; /&amp;gt; geschieht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Denn es werden sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; jene Tage eine derartige Bedrängnis, wie sie seit Beginn der Schöpfung, die Gott geschaffen hat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;redundant&amp;quot;&amp;gt;redundanter Relativsatz. Kein Semitismus oder Septuagintismus (gegen Cranfield 1959, S. 404); die Konstruktion kennt man auch sonst im Griechischen (vgl. z.B. Chariton, Chaireas und Kallirhoe 7,2,4 τῆς Ἀθηναίων δυστυχίας, ἣν ἐδυστύχησαν ἐν τῷ πολέμῳ τῷ Σικελικῷ &#039;&#039;das Leid der Athener, an dem sie litten im sizilischen Krieg&#039;&#039;); vgl. auch Kleist 1937, S. 143f. „Redundant“ ist eigentlich ungenau; die Konstruktion dient dazu, das durch den Relativsatz modifizierte Satzglied zu spezifizieren; bei Chariton also etwa &#039;&#039;Der Athener Leid &amp;lt;u&amp;gt;während dem sizilischen Krieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;; Mk 13,19 &#039;&#039;seit Beginn von &amp;lt;u&amp;gt;Gottes&amp;lt;/u&amp;gt; Schöpfung&#039;&#039;; Mk 13,20 &#039;&#039;um &amp;lt;u&amp;gt;seiner/der von ihm&amp;lt;/u&amp;gt; Auserwählten willen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis jetzt nicht geschehen ist und niemals geschehen wird&amp;lt;ref&amp;gt;οὐ μὴ + Aorist Konjunktiv: stärkstmögliche griechische Konstruktion zur Negierung eines zukünftigen Geschehnisses; vgl. Wallace, S. 468. Der Vers verdichtet den Topos des Nochniedagewesenen (Pesch 1977, S. 293); vielleicht sollte man in der LF statt zu einer wörtlichen Üs. besser zu einem Äquivalent greifen wie „eine solche Drangsal, wie sie noch nie geschehen ist - früher nicht, heute nicht und nimmermehr!“ oder einfach „eine Drangsal, wie sie die Welt noch nie gesehen hat.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Exodus|11|6}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Daniel|12|1}}{{par|Offenbarung|16|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} {Und} Wenn der Herr nicht die Tage verkürzt hätte,&amp;lt;ref&amp;gt;zum Motiv der verkürzten Zeit vgl. Ernst 1963, S. 381f.: „Die Verkürzung der Zeit ist ein bekanntes Motiv (vgl. 4Esra 4,26; 2Bar 20,1; 1Hen 80,2; Barn 4,3), dessen Wurzeln im Geschichtsverständnis der Apokalyptik liegen. Der Herr hat den Ablauf in einem Plan festgelegt. Auch die Drangsale der Endzeit unterliegen dem unausweichlichen „es muß geschehen“; der Geschichtsdeterminismus ist freilich durch die Rückführung auf den Willen Gottes, der aus Barmherzigkeit die Drangsale verkürzen kann, relativiert.“&amp;lt;/ref&amp;gt; würde absolut niemand&amp;lt;ref&amp;gt;W.: &#039;&#039;nicht ... jedes Fleisch&#039;&#039;; Kombination zweier Septuagintismen; vgl. Cranfield 1959, S. 404; Doudna 1961, S. 105f: &#039;&#039;nicht jeder&#039;&#039; = &#039;&#039;keiner&#039;&#039;; &#039;&#039;jedes Fleisch&#039;&#039; = &#039;&#039;jeder&#039;&#039;, also „absolut keiner“. In Mk 13 ist dies die einzige Stelle, die ich für einen eventuellen Semitismus halten würde. Dahin weist auch, dass κύριος im NT nur in AT-Zitaten oder Nachahmungen des Septuaginta-Stils ohne Artikel verwendet wird; vgl. Mateos 1987, S. 287.&amp;lt;/ref&amp;gt; gerettet werden, doch um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;redundant&amp;quot; /&amp;gt; hat er die Tage verkürzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} {Und} Sagt dann einer zu euch: ‚{Siehe} Hier [ist] der Christus!‘&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siehe&amp;quot;&amp;gt;Bailey 2009, S. 360 hat die beiden Ausrufe sehr gut analysiert: Fokalisiert ist in beiden jeweils der Lokativ (&#039;&#039;Hier&#039;&#039; + &#039;&#039;dort&#039;&#039;); sie sind also konstruiert wie eine Antwort auf die unausgedrückte Frage „Wo ist der Christus?“. ἴδε  fungiert dabei als bloßer Fokuspartikel und sollte im Deutschen ausgespart werden. So jedenfalls wäre der Satz grammatisch zu analysieren. V. 22 macht aber deutlich, dass dieses &#039;&#039;Hier!&#039;&#039; und &#039;&#039;dort!&#039;&#039; auf die verschiedenen Pseudo-christusse verweisen soll; also sinngemäß eher „Dieser hier ist  der Christus!“ und „jener dort ist der Christus!“. Ich denke aber, dass das auch bei wörtlicher Übersetzung klar herauskommt.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder {Siehe} dort [ist er]!&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siehe&amp;quot; /&amp;gt; - glaubt [es] nicht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} denn aufstehen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; werden falsche Christusse und falsche Propheten, und darbieten&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Bedeutung „darbieten“ für δίδωμι vgl. Mateos 1987, S. 288. Einige Hss haben ποιήσουσιν statt δώσουσιν, aber die Kombination von σημεῖον mit ποιέω findet sich sonst nirgends in den synoptischen Evangelien (dafür häufiger in Joh); daher und wegen der weit besseren Bezeugung ist δώσουσιν der Vorzug zu geben.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden sie&amp;lt;ref name=&amp;quot;Satzspitzenstellung&amp;quot; /&amp;gt; Zeichen und Wunder,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zeichen und Wunder&#039;&#039;: pleonastischer formelhafter Ausdruck. Das Wort τέρας &#039;&#039;Wunder&#039;&#039; wird von den Synoptikern einzig hier und in der Parallelstelle [[Matthäus 24#s24 |Mt 24,24]] verwendet. Auffällig ist, dass es auch im Joh nur einmal ([[Johannes 4#s48 |Joh 4,48]]), ebenfalls in Verbindung mit σημεῖον und scheinbar ebenfalls in abwertender Weise, verwendet wird - „„Wunder“ sind genau das, was man von Gott nicht erwarten darf. Die heidnischen Griechen verstanden unter τέρας meist ein Staunen und Schrecken erregendes, exorbitantes Wunderzeichen, vor allem kosmischer Art [...].“ (Fuller 1969, S. 23). Vielleicht kann man diese Konnotation des Exorbitanten und des Abwertenden besser übertragen durch etwas wie „Mirakel und Wunderwerke“; vielleicht sogar „Mirakel und Spektakel“, aber das geht vielleicht einen Schritt zu weit.&amp;lt;/ref&amp;gt; um – wenn möglich – die Auserwählten zu verführen (irrezuführen)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb ἀποπλανάω hat hier „die Bedeutung eschatologischer Verführung“ (EWNT III, S. 236)&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Deuteronomium|13|2}}{{par|Jeremia|6|13}}{{par|Daniel|11|35}}{{par|Offenbarung|13|13|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} {Ihr aber} (Ihr dagegen)&amp;lt;ref&amp;gt;Auch in V. 23 scheint δὲ nur den Beginn eines neuen Satzes zu markieren. Möglich wäre aber auch dies: Der Einschub εἰ δυνατὸν &#039;&#039;wenn möglich&#039;&#039; in V. 22 könnte theoretisch auch bedeuten &#039;&#039;wo/bei wem immer das möglich ist (=ihnen das gelingt)&#039;&#039;; in diesem Fall würde das δὲ in V. 23 die Jünger mit den Erwählten, bei denen das Irreführen gelingt, kontrastieren. Dann wäre außerdem das πρὸς in V. 22 resultativ zu deuten, also etwa „falsche Christen und Propheten werden Mirakel und Spektakel veranstalten &#039;&#039;und so all jene&#039;&#039; Erwählten verführen, &#039;&#039;bei denen&#039;&#039; es ihnen gelingt. &#039;&#039;Ihr dagegen&#039;&#039;: Achtet auf euch selbst...“ - So aber m.W. niemand und es ist diese Verwendung von εἰ auch eher selten, daher können wir getrost bei der angegebenen Standard-übersetzung bleiben.&amp;lt;/ref&amp;gt; seid achtsam!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Ich habe euch alles vorausgesagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung von πάντα ist in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} {Aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; in jenen Tagen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;in jenen Tagen&amp;quot; /&amp;gt; nach jener Bedrängnis, wird die Sonne verdunkelt werden (sich verfinstern), {und} der Mond wird seinen Schein nicht geben,{{par|Jesaja|13|10}}{{par|Jesaja|24|23}}{{par|Jesaja|34|4}}{{par|Ezechiel|32|7}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Joel|2|10}}{{par|Joel|3|4}}{{par|Joel|4|15}}{{par|Amos|8|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} {und} die Stern werden vom Himmel fallen und die Kräfte&amp;lt;ref&amp;gt;Die δυνάμεις sind in der Bibel mythische kosmische Mächte. Wahrscheinlich ist diese Vorstellung noch ein Reflex aus der Zeit, als die Himmelskörper auch in Israel als göttlich angesehen wurden. In der nachbiblischen Zeit wurden sie als „Engel“ interpretiert (bes. wichtig: Dionysius Areopagita: [http://www.unifr.ch/bkv/kapitel3689.htm CH 8,1]); heute stellen sie in der Engellehre sozusagen „ganz offiziell“ einen der Neun Englischen Chöre: die &#039;&#039;virtutes&#039;&#039;, die dafür verantwortlich sind, in Gottes Auftrag Wunder zu wirken. Vermutlich stammt das Bild noch aus der Apokalypse-Schilderung in [[Jesaja 34#s4 |Jes 34,4]].&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Himmeln (am Himmel) werden erschüttert werden.{{par|Jesaja|34|4}}{{par|Joel|2|2}}{{par|Offenbarung|6|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und dann wird erscheinen (wird man sehen, werden sie sehen)&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;werden sie sehen&#039;&#039;, aber impersonaler Plural (vgl. z.B. Martin 2009, S. 477), daher besser &#039;&#039;wird &amp;lt;u&amp;gt;man&amp;lt;/u&amp;gt; sehen&#039;&#039;. Noch besser aber: ὁράω im Medium ist ein formelhafter Offenbarungsterminus, der v.a. im Zhg. mit Christi Auferstehung verwendet wird; daher &#039;&#039;wird erscheinen&#039;&#039;. Ähnlich ist ἐρχόμενον in der hierigen Verwendung ein eschatologischer Terminus (s. [[Markus 11#s9 |Mk 11,9]]f; [[Markus  12#s9 |12,9]]; [[Markus 13#s35 |13,35]]; [[Markus 14#s62 |14,62]]; vgl. Kleist 1937, S. 183). Beide beziehen sich also auf die heilbringende Ankunft des Menschensohnes am Ende der Zeit; sehr gut wäre es daher, wenn das Zusammenspiel dieser beiden Vokabeln sich auch lexikalisch in der LF erkennen ließe.&amp;lt;/ref&amp;gt; den in den Wolken kommenden Menschensohn&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot;&amp;gt;Auch &#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039; ist ein eschatologischer Terminus. Außer in [[Markus 2#s10 |Mk 2,10]].[[Markus 2#s28 |28]] verwendet Jesus dieses „biographische Ich-Idiom“ (Schenk 1997) ausschließlich, wenn er von seiner Rolle in Gottes Heilsplan spricht, also der, dass er - der Menschensohn - von den Menschen verworfen, ausgeliefert und getötet werden müsse, dann aber in großer Macht und Herrlichkeit wiederkehren werde. Vgl. besonders gut Danove 2003, S. 23-25. &#039;&#039;Sohn&#039;&#039; in V. 32 ist sehr wahrscheinlich nur eine Kurzform von &#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039;; vgl. z.B. Schenk 1997, S. 84&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit großer Macht&amp;lt;ref&amp;gt;Im Singular (anders als im Plural, V. 25) ist die δύναμις ein Attribut Gottes/Christi und bezeichnet deren (All)Macht.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Herrlichkeit&amp;lt;ref&amp;gt;δόξα ist ein Begriff aus den Theophanietraditionen; es handelt sich um ein sichtbares Attribut des sich offenbarenden Gottes. Wo die Texte Rückschlüsse auf das Wesen der δόξα zulassen, scheint man sich diese Herrlichkeit als eine Art „Lichtglanz“, „Glorie“ vorstellen zu müssen (vgl. ähnlich EWNT I, S. 836). [[Matthäus 24#s27 |Mt 24,27]] und [[Lukas 17#s24 |Lk 17,24]] explizieren das, indem sie die Parusie des Menschensohnes mit einem Wetterleuchten vergleichen: „Wie der Blitz [...] leuchtet, so wird es mit dem Menschensohn/der Ankunft des Menschensohns sein [...].“ In V. 26 bildet es so einen Gegensatz mit der Schilderung der Finsternis in V. 25 und sollte in der LF daher besser mit etwas wie „herrlicher Lichtglanz“ o.Ä. übersetzt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Daniel|7|13}}{{par|Matthäus|16|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und dann wird er die Engel aussenden und die Auserwählten aus den vier Himmelsrichtungen (Winden)&amp;lt;ref&amp;gt;zur Bedeutung „Himmelsrichtungen“ vgl. EWNT I, S. 231&amp;lt;/ref&amp;gt; vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels&amp;lt;ref&amp;gt;Eine schwierige Stelle. (i) Die Übersetzung im Fließtext ist die Standard-Deutung. Daneben hat (ii) Kleist 1937, S. 226 vorgeschlagen, dass es sich hier um die Konstruktion der „parallelen Orientierung“ handeln könnte: Zwei zusammenhängende Ortsangaben werden mit der selben Präposition versehen, obwohl sie rein semantisch unterschiedlicher Präpositionen bedürften, also z.B. im Deutschen &#039;&#039;Ich gehe &amp;lt;u&amp;gt;auf&amp;lt;/u&amp;gt; die Stadt auf dem Berg&#039;&#039; statt &#039;&#039;Ich gehe &amp;lt;u&amp;gt;zur&amp;lt;/u&amp;gt; Stadt auf dem Berg&#039;&#039; und im Falle von Mk 13,27 &#039;&#039;Er wird die Auserwählten aus den vier Himmelsrichtungen &amp;lt;u&amp;gt;am&amp;lt;/u&amp;gt; Ende der Erde sammeln zum Saum des Himmels&#039;&#039;. Diese Konstruktion gibt es wohl wirklich, obwohl ws. nicht alle von Kleist gelisteten Stellen derart zu analysieren sind (neben Mk 13,27 nennt er: [[Markus 1#s28 |Mk 1,28]].[[Markus 1#s38|38]].[[Markus 1#s39 |39]]; [[Markus 5#s1 |5,1]].[[Markus 5#s19 |19]]; [[Markus 6#s45 |6,45]].[[Markus 6#s51 |51]].[[Markus 6#s56 |56]]; [[Markus 9#s43 |9,43]]; [[Markus 11#s1 |11,1]].[[Markus 11#s11 |11]]; [[Markus 12#s2 |12,2]]; [[Markus 14#s3 |14,3]].[[Markus 14#s9 |9]]), aber in diesem Fall sollte man besser Schweizer folgen: (iii) Schweizer 1998, S. 150f erklärt die Formulierung &#039;&#039;vom Rand der Erde bis zum Rand des Himmels&#039;&#039; als „eine etwas unlogische Vermischung der beiden Bilder „von einem Rand des Himmels bis zum andern“ ([[Deuteronomium 30#s4 |Dtn 30,4 LXX]], wo vom Sammeln der versprengten Israeliten die Rede ist) und „von einem Rand der Erde bis zum anderen“ ([[Deuteronomium 13#s8 |Dtn 13,8]]).“; sie ist dann als ein etwas schräger Ausdruck für „auf der ganzen Erde“ aufzufassen. [[Matthäus 24#s31 |Mt 24,31]] hat das geglättet; bei ihm heißt es nur noch wie in Dtn 30,4 „von einem Ende des Himmels bis zum andern“. V. 27 ist dann pleonastisch; &#039;&#039;aus den vier Himmelsrichtungen&#039;&#039; und &#039;&#039;auf der ganzen Erde&#039;&#039; beziehen sich beide darauf, dass der Menschensohn seine Auserwählten &#039;&#039;von überall her&#039;&#039; zusammensammeln wird.&amp;lt;br /&amp;gt; Zur Vorstellung vgl. noch Tg Ps-Jon Dt 30,4: „Wenn eure Zerstreuten wären an den Enden des Himmels, so wird euch von dort der Memra Jahves eures Gottes zusammenbringen durch Elias, den Hohenpriester, und euch von dort heranholen durch den König, den Messias.“ (vgl. B/S IV/2. S. 797)&amp;lt;/ref&amp;gt; sammeln.{{par|Deuteronomium|30|3}}{{par|Jeremia|32|37}}{{par|Ezechiel|34|13}}{{par|Ezechiel|36|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Über&amp;lt;ref&amp;gt;zu Ἀπὸ i.S.v. &#039;&#039;über&#039;&#039; vgl. LSJ (Bed. A7)&amp;lt;/ref&amp;gt; den Feigenbaum {aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; lernt (erfahrt) ein Gleichnis: Sobald&amp;lt;ref&amp;gt;zu ὅταν ἤδη i.S.v. &#039;&#039;sobald&#039;&#039; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick.&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Zweige&amp;lt;ref&amp;gt;W. &#039;&#039;sein Zweig&#039;&#039;; kollektiver Singular&amp;lt;/ref&amp;gt; weich werden &amp;lt;ref&amp;gt;sicher i.S.v. &#039;&#039;Wenn der Saft in die Zweige steigt&#039;&#039; (so z.B. GN, NGÜ). Sehr schön BB: &#039;&#039;Wenn seine Zweige frisch austreiben und Blätter bekommen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe [ist].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} So auch ihr:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot;&amp;gt;Zum Gleichnis vgl. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; wenn ihr dies&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot; /&amp;gt; geschehen seht, erkennt, dass er (es)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gleichnis&amp;quot; /&amp;gt; nahe vor den Toren (vor der Tür)&amp;lt;ref&amp;gt;θύραις Dativ Plural kann auch für die einzelne Tür verwendet werden. Wer sich für „die Tür“ entscheidet lässt den Hörer/Leser eher an die Tür eines Hauses denken. Wird der Plural verwendet, wird das Bild von „Stadttoren“ wachgerufen. Deshalb dann besser „vor den Toren“.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist!{{par|Philemon|4|5}}{{par|Offenbarung|3|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Amen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschlecht&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dieses Geschlecht wird nicht vergehen&#039;&#039; heißt höchstwahrscheinlich, dass noch zu Lebzeiten der Zeitgenossen Jesu das Eschaton eintreten wird (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]). Diese mit diesem Begriff bezeichneten Zeitgenossen werden im Mk stets negativ beurteilt (so auch Dschulnigg 2007, S. 348; Gnilka 1978, S. 206; Schenke 2005, S. 299); wahrscheinlich wird man daher V. 30 als Drohwort auffassen müssen (vgl. bes. [[Markus 8#s38 |Mk 8,38]]). Das &#039;&#039;Amen, ich sage euch&#039;&#039; (-&amp;gt;°Amen°) hätte dann hier eine ähnliche Funktion wie im Deutschen ein Drohungen einleitendes „Ich verspreche dir,...“, „ich sag&#039;s dir,...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ich sage euch: Nicht (Keinesfalls)&amp;lt;ref name=&amp;quot;u mä&amp;quot; /&amp;gt; wird diese Generation (Geschlecht)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschlecht&amp;quot; /&amp;gt; vergehen, bis dies alles&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bedeutung von ταῦτα πάντα &#039;&#039;dies alles&#039;&#039; ist in der Exegese umstritten; vgl. dazu den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_13#Vv._28-31:_Abschnitt_1 Kommentar]&amp;lt;/ref&amp;gt; geschehen sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kleist 1937, S. 226 kommentiert wunderbar diesen Vers, indem er seiner Unsicherheit sehr ehrlich Ausdruck verleiht: „&#039;&#039;Werden&#039;&#039; oder &#039;&#039;würden&#039;&#039; vergehen? Werden Himmel und Erde tatsächlich vergehen? Oder vielleicht in diesem Sinn: „Selbst wenn Himmel und Erde (von denen man ja eigentlich meinen würde, dass sie unzerstörbar sind) vergehen würde, würden meine Worte nicht vergehen; d.h. sich nicht als falsch erweisen“?“&amp;lt;br /&amp;gt;Das ist eine schöne Deutung, aber nicht nötig: Die Vorstellung, dass am Ende der Zeit Himmel und Erde vergehen würden, ist ein häufigerer Topos in der Bibel; vg. TRE 30, S. 290: „Die alttestamentlich-apokalyptische Tradition des Untergangs von Sonne, Mond, Sternen, Himmel und Erde fand in den Gerichtsszenen im Neuen Testament (vgl. [[Markus 13#s24 |Mk 13,24-26]]; [[Apostelgeschichte 6#s12 |Apg 6,12-17]]; [[Hebräer 12#s26 |Heb 12,26f.]] [...]) Wiederhall. [...] Am Tag des Herrn vergehen Himmel, Erde und Grundelemente in einem kosmischen Weltenbrand (vgl. [[2Petrus 3#s10 |2Pet 3,10-13]]). Obwohl die Schöpfung, Himmel und Erde (vgl. [[Lukas 16#s17 |Lk 16,17]] [Q]; [[Markus 13#s31 |Mk 13,31]]), diese Welt (vgl. [[1Korinther 7#31 |1Kor 7,31b]]; [[1Johannes 2#17 |1Joh 2,17]]) vergehen werden, wäre das aber nicht das Ende.“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Psalm|89|37|38}}{{par|Jesaja|40|8}}{{par|Jesaja|51|6}}{{par|Jesaja|54|10}}{{par|Matthäus|5|18}}{{par|1_Petrus|1|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} Von dem Tag und der Stunde weiß niemand,&amp;lt;ref&amp;gt;Die Formulierung Περὶ τῆς ἡμέρας ἐκείνης &#039;&#039;über jenen Tag&#039;&#039; (περί + Genitiv = &#039;&#039;über&#039;&#039;) klingt so, als wollte Jesus sagen, dass niemand etwas &#039;&#039;über&#039;&#039; die Geschehnisse am Ende der Zeit weiß - was aber keinen Sinn macht, da er ja selbst gerade lang und breit die Geschehnisse am Ende der Zeit referiert hat. Es muss daher gedeutet werden als &#039;&#039;Den Tag oder die Stunde kennt niemand&#039;&#039;, also &#039;&#039;den genauen Zeitpunkt allerdings kennt niemand&#039;&#039;. Vgl. ähnlich Schenke 2005, S. 299: „Antithetisch schließt 13,32 die Terminfrage ab: Über das hinaus, was Jesus angekündigt hat, kann niemand etwas zum Termin der Vollendung sagen. Sie wird sicher und noch vor dem Vergehen dieser Generation kommen, doch den genauen Tag oder gar die Stunde kennt außer Gott niemand, und Gott bewahrt ihn bei sich.“ Das Motiv der Unbekanntheit des genauen Zeitpunktes findet sich auch in 2Bar 21,8 („[Gott], der du [...] ganz allein der Zeiten Schluß vor seiner Ankunft kennst [...]“ (Rießler)) (vgl. Gnilka 1978, S. 207). Vgl. noch V. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt; weder die Engel (Boten)&amp;lt;ref&amp;gt;Sowohl das hebräische {{hebr}}מַלְאָך{{hebr ende}} als auch das griechische ἄγγελος heißt ursprünglich nur „Bote“, wird aber in der Bibel eher selten von menschlichen Boten verwendet, sondern meist von himmlischen Geistwesen, für die sich im Deutschen die Bezeichnung „Engel“ eingebürgert hat. Da sie hier durch „im Himmel“ spezifiziert werden, ist klar, dass dass es sich um letztere handelt. Auch das Motiv des Nichtwissens der Engel findet sich häufiger; vgl. [[1Petrus 1#s12 |1Pet 1,12]]; [[Epheser 3#10 |Eph 3,10]]; 4Esra 4,52 („Er (=der Engel) sprach zu mir: / Zum Teil kann ich die Zeichen dir vermelden, / wonach du fragst. / Doch ward ich nicht gesandt, / von deiner Lebensdauer etwas dir zu sagen. / Ich weiß es selber nicht.“ (Rießler)); vgl. Gnilka 1978, S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Himmel, noch der Sohn&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot; /&amp;gt;, allein der Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} Seid achtsam!&amp;lt;ref name=&amp;quot;blicken&amp;quot; /&amp;gt; Seid wachsam! - denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt (da) ist.{{par|Matthäus|24|42}}{{par|Lukas|12|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} [Es ist]&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kleist 1937, S. 226: „ὡς ἄνθρωπος: brachylogical; „it is as when...““. Vielleicht aber besser: Vv. 34f. sind ein °Gleichnis°; V. 34 ist dabei die Bild-, V. 35 die Sachhälfte. Vielleicht könnte man daher das ὡς ... οὖν auch deuten als Versprachlichung der Relation von Bild- und Sachhälfte: &#039;&#039;So wie..., so&#039;&#039; (vgl. Louw/Nida 89.50 zu οὖν: „Resultats-marker; impliziert häufig die Konklusion einer Argumentation“ (meine Übersetzung)). Dann also: &#039;&#039;Ebenso, wie wenn ein Mann auf Reisen geht ... und dem Torhüter aufträgt, wachsam zu sein, so sollt auch ihr wachsam sein ...&#039;&#039;. Bisher habe ich aber kein gute Beispiel für ein derart verwendetes οὖν gefunden, daher wird man wohl der Lösung von Kleist den Vorzug geben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie bei einem Mensch auf Reisen, der, als er das Haus verließ und seinen Knechten die Vollmacht gab (ihre Verantwortungen übertrug)&amp;lt;ref&amp;gt;meist: „Vollmacht“; es ist aber zweifellos gemeint, dass jedem Knecht eine bestimmte &#039;&#039;Tätigkeit&#039;&#039; zugewiesen wird (so wird es ja im nächsten Teilvers auch näher spezifiziert). &#039;&#039;Verantwortung&#039;&#039; nach Muraoka, S.255 („authoritative responsibility“); so gut auch BB, EÜ, GN, NeÜ, NGÜ, Zink: „Verantwortung übertragen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adverbiale Partizipien] aufgelöst als temporale Nebensätze. So löst auch Kleist 1937 auf und so ist es viel sinnvoller; denn der Fokus liegt bei dem Gleichnis ja nicht darauf, dass der Hausherr seinen Dienern Tätigkeiten zuweist und unter anderem auch dem Torhüter die Tätigkeit des Wachehaltens; sondern allein die Tätigkeit des Wachehaltens steht im Fokus. Diese Auflösung entbindet auch von der Notwendigkeit, das Gleichnis für eine nicht gelungene Verschmelzung zweier verschiedener Quellen zu erklären, wie z.B. [http://www.digi20.digitale-sammlungen.de/en/fontsize.3/object/goToPage/bsb00051853.html?pageNo=161&amp;amp;prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;start=50&amp;amp;ngram=true&amp;amp;context=Luke&amp;amp;hl=scan&amp;amp;mode=simple&amp;amp;rows=10&amp;amp;fulltext=Luke Weder 1978, S. 163] das tut.&amp;lt;/ref&amp;gt; - jedem seine [eigene] Aufgabe - {dabei}&amp;lt;ref&amp;gt;partikularisierendes καὶ: Der Torhüter ist bereits in &#039;&#039;seinen Knechten&#039;&#039; inkludiert; nun wird noch einmal gesondert auf den Torhüter Bezug genommen&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Torhüter gebot, dass er wachsam sei (Wache halte).&amp;lt;ref&amp;gt;Das altjüdische Haus gehörte i.d.R. zu einem ummauerten Häuserverbund mit gemeinschaftlichen Innenhof, dessen vorderer Teil an die Straße reichte. Viele solcher Häuserverbünde hatten hier einen Torhüter postiert; größere und vornehmere Häuserverbünde sogar ein extra Torhäuschen. vgl. z.B. B/S &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} Seid also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt&amp;lt;ref&amp;gt;Der Satz ist spannend, denn er steht sowohl auf der Bildseite als auch auf der Sachseite des Gleichnisses (-&amp;gt;°Gleichnis°) und bezieht sich sowohl auf die &#039;&#039;Rückkehr&#039;&#039; des Hausherrn als auch als die eschatologisch zu verstehende (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_13#note_bg Fußnote bg]) &#039;&#039;Wiederkunft&#039;&#039; des &#039;&#039;Herrn&#039;&#039;, also des Menschensohnes.&amp;lt;/ref&amp;gt; - ob am Abend, zur Mitternacht, zum Hahnenschrei oder im Morgengrauen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abend&#039;&#039;, &#039;&#039;Mitternacht&#039;&#039;, &#039;&#039;Hahnenschrei&#039;&#039; und &#039;&#039;Morgengrauen&#039;&#039; sind die vier Nachtwachenzeiten der Römer (vgl. Thüsing 2011, S. 115); die Zeitangaben passen also ausgesprochen gut zur Aufgabe des Wache-haltens eines Torwächters.&amp;lt;/ref&amp;gt; -{{par|Lukas|12|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} damit er, wenn er plötzlich kommt, euch nicht schlafend vorfindet.{{par|Matthäus|25|5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} Was ich {aber}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Konjunktionen&amp;quot; /&amp;gt; euch sage, sage ich&amp;lt;ref&amp;gt;sehr gut GN: „Was ich euch gesagt habe, gilt für alle“.&amp;lt;/ref&amp;gt; allen: Seid wachsam!{{par|Apostelgeschichte|20|31}}{{par|1Korinther|16|13}}{{par|1_Petrus|5|8}}“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_7&amp;diff=21074</id>
		<title>Markus 7</title>
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		<updated>2015-05-21T01:48:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Gottes Gebot und die Traditionen der Pharisäer))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Eines Tages kamen die Pharisäer und einige Schriftgelehrte aus Jerusalem zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Als sie sahen, dass einige der Jünger mit unreinen Händen aßen&lt;br /&gt;
{{L|3}}(mit „unrein“ meinten sie „ungewaschen“, die Pharisäer - und Juden im Allgemeinen - halten sich nämlich an die „Tradition der Alten“&amp;lt;ref&amp;gt;Markus verwendet dieses „Tradition der Alten“ hier vermutlich sarkastisch: Die entsprechende Tradition ist das erste Mal etwa 100 n. Chr. schriftlich erwähnt und es ist umstritten, ob sie überhaupt schon zur Zeit Jesu existierte.&amp;lt;/ref&amp;gt; und essen erst dann, wenn sie sich sorgfältig die Hände gewaschen haben.&lt;br /&gt;
{{L|4}} Wenn sie zuvor auf dem Markt&amp;lt;ref&amp;gt;wo man sich leicht kultisch verunreinigen kann&amp;lt;/ref&amp;gt; waren, baden sie sogar erst noch, bevor sie essen. Und noch viele weitere „alte Traditionen“ gibt es, an die sie sich halten, zum Beispiel das Abspülen von Bechern, Krügen und Kupfergefäßen und das Säubern von Sitzpolstern),&lt;br /&gt;
{{L|5}} als die besagten Pharisäer und Schriftgelehrten das also sahen, fragten sie ihn: „Warum halten deine Jünger sich nicht an die Traditionen der Alten, sondern essen das Brot mit unreinen Händen?“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} „Ihr Heuchler!“, rief Jesus. „Wie recht hatte doch Jesaja, als er über euch prophezeite:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;‚Dieses Volk ehrt Gott nur mit Worten,&lt;br /&gt;
aber nicht mit seinem Herzen!&lt;br /&gt;
{{L|7}} Ihre Verehrung ist wertlos,&lt;br /&gt;
weil sie menschliche Gebote als göttliches Gesetz hinstellen!‘&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|8}} Ihr ignoriert Gottes Gebote, aber menschliche „Traditionen“ beachtet ihr!&lt;br /&gt;
{{L|9}} Das ist ganz toll, wie ihr Gottes Gesetze außer Kraft setzt, um eure „Traditionen“ zu bewahren.&lt;br /&gt;
{{L|10}} Zum Beispiel hat Mose gesagt: ‚Ehre deinen Vater und deine Mutter!‘ und ‚Wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, muss sterben‘.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Ihr dagegen behauptet: ‚Wenn ein Mensch zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: ‚All das, womit ich euch eigentlich unterstützen müsste, ist &#039;&#039;qorban&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Erklärte jemand etwas als &#039;&#039;qorban&#039;&#039; („Opfer“), machte er damit dieses Ding „heilig“ und andere konnten so nicht mehr darüber verfügen (der Opfernde selbst jedoch schon). In der Praxis diente dieses „für-&#039;&#039;qorban&#039;&#039;-Erklären“ bald nur noch dazu, solche „Opfergaben“ anderen vorzuenthalten; eher als an „Opfergaben“ sollte man deshalb dabei wohl an den Ausspruch „Bevor du das bekommst, opfere ich das im Tempel!“ denken, den die Pharisäer dann als trotz allem gültig und geltend werteten und so unterbunden, dass das so „Geopferte“ doch anderen zur Verfügung gestellt werden konnte.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;qorban&#039;&#039;-Regelung ist kein biblisches Gebot, sondern wurde erst von den Schriftgelehrten geschaffen (Gnilka 1978) und ist damit ein gutes Beispiel für diese sogenannten „Traditionen der Alten“, die die Schriftgelehrten über das göttliche Gebot stellen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
- das heißt, ein Opfer für Gott!‘‘...&lt;br /&gt;
{{L|12}} - und dann seid &#039;&#039;ihr&#039;&#039; es, die ihn damit davon abhalten, etwas für seine Eltern zu tun!&lt;br /&gt;
{{L|13}} Auf diese und viele ähnliche Weisen setzt ihr immer wieder Gottes Gebote zugunsten eurer - von euch tradierten! - „Traditionen“ außer Kraft!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Was wirklich unrein ist))&lt;br /&gt;
{{L|14}} Eines Tages rief Jesus wieder einmal eine Volksmenge zu sich und sagte: „Hört mir alle gut zu, damit ihr versteht, was ich sage:&lt;br /&gt;
{{L|15/16}} Nichts von dem, was von Außen in den Menschen hineingelangt, kann ihn unrein machen, sondern ausschließlich das, was aus ihm herauskommt.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|17}} Als sich Jesus dann von der Volksmenge in ein Haus zurückgezogen hatte, fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieser Aussage.&lt;br /&gt;
{{L|18}} „Dann habt also nicht mal ihr begriffen?“, fragte Jesus. „Versteht ihr denn nicht, dass nichts von dem, was von Außen in den Menschen hineingelangt, ihn unrein machen kann? -&lt;br /&gt;
{{L|19}} Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen des Menschen, und auf dem Abtritt kommt es dann wieder heraus.“ Damit erkläre Jesus alle Speisen für rein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|20}} „Ja“, fuhr er fort: „Nur dasjenige, was aus dem Menschen herauskommt, macht ihn unrein,&lt;br /&gt;
{{L|21}} denn von Innen - aus dem Herzen - kommen die bösen Gedanken heraus und damit auch: Hurereien, Diebereien, Mordtaten,&lt;br /&gt;
{{L|22}} Ehebrüche, Machtsüchteleien, Bosheiten; außerdem Arglist, Maßlosigkeit, Neid, Gotteslästerei, Überheblichkeit und Torheit.&lt;br /&gt;
{{L|23}} All dieses Böse kommt von Innen heraus und macht den Menschen unrein.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Die gewitzte Heidin))&lt;br /&gt;
{{L|24}} Jesus verließ Galiläa und begab sich in das heidnische Gebiet von Tyrus. Dort zog er sich in ein Haus zurück, damit niemand davon erführe, dass er hier sei. Doch es gelang ihm nicht, seine Anwesenheit verborgen zu halten:&lt;br /&gt;
{{L|25/26}} Sogleich erfuhr es eine einheimische Heidin, deren Tochter von einem bösen Geist besessen war. Sie ging zu ihm, warf sich ihm zu Füßen nieder und bat ihn darum, den Geist bei ihrer Tochter auszutreiben.&lt;br /&gt;
{{L|27}} Jesus aber entgegnete: „Zunächst müssen die Kinder satt werden. Es wäre falsch, den Kindern ihr Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.“&lt;br /&gt;
{{L|28}} „Ja, mein Herr, das wäre falsch“, stimmte sie ihm zu, „und dennoch fressen die Hunde unter dem Tisch ihre Brotkrumen.“&lt;br /&gt;
{{L|29}} Da sagte Jesus: „Um dieser Rede willen geh! - Der Geist ist aus deiner Tochter ausgefahren.“&lt;br /&gt;
{{L|30}} Und tatsächlich: Als die Frau nach Hause kam, lag das Kind im Bett und der Geist war ausgefahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Die Heilung des Taubstummen))&lt;br /&gt;
{{L|31}} Von Tyrus aus zog Jesus über Sidon an die Ostseite des Sees Gennesaret.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Dort brachte man einen Taubstummen zu ihm und bat ihn, ihm die Hand aufzulegen.&lt;br /&gt;
{{L|33}} Da zog er ihn von der Menschenmenge fort, um mit ihm allein zu sein. Er steckte ihm seine Finger in die Ohren, spuckte sich auf die Hand und berührte damit die Zunge des Mannes.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Dann blickte er zum Himmel auf, seufzte tief und sprach: „Effata“ - das heißt: „Öffne dich!“&amp;lt;ref&amp;gt;Die hier beschriebene Heilung enthält einige Elemente altisraelischen Brauchtums. Die Vorstellung vom Speichel als Heilmittel ist in der Antike weit verbreitet. Auch der Blick zum Himmel und das Seufzen ist typisch für derartige Heilungsgeschichten; es ist dort Ausdruck des Einholens übermenschlicher Kraft des Wundertäters. Eine Heilung mittels Speichel ist außerdem im Alten Israel meist (wie hier) verbunden mit der Rezitation eines Zauberspruchs.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei Jesus ist der Blick zum Himmel jedoch stets Ausdruck des Gebets; auch dem „Zauberwort“ wird durch die direkt nachfolgende Übersetzung der Charakter des Geheimnisvollen und Zauberischen genommen und das Zauberwort so zum „Machtwort“ gewandelt: Der israelische Aberglaube wird transformiert zum Ausdruck der engen Verbindung Jesu mit Gott und der Vollmacht Jesu, der nur ein Wort nötig hat, um dem Taubstummen Ohren und Mund zu öffnen: „Effata“, „Öffne dich“.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{L|35}} Sofort öffneten sich da seine Ohren; auch seine Zunge löste sich und er konnte richtig sprechen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|36}} Jesus verbot den Anwesenden, jemandem davon zu erzählen. Aber je mehr er darauf bestand, desto mehr machten sie es bekannt,&lt;br /&gt;
{{L|37}} weil sie vor Staunen ganz außer sich waren. „Wie gut ist alles, was er gemacht hat!“, riefen sie, „Er lässt sogar Taube hören und die Stumme sprechen!“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und die Pharisäer und einige der Schriftgelehrten (Schreiber), die aus Jerusalem gekommen waren,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... gekommen waren&#039;&#039; [[attr. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
versammelten sich bei ihm.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und weil (als) sie gesehen hatten (sahen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) sie gesehen hatten (sahen)&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass manche von seinen Jüngern [mit] unreinen, das heißt: [mit] ungewaschenen Händen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] unreinen ... [mit] ungewaschenen, Händen&#039;&#039; [[Instr. Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Brote (ihr Essen) aßen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote aßen&#039;&#039; Eine ungewöhnliche Formulierung. „Brot“ kann &#039;&#039;pars pro toto&#039;&#039; für Nahrung oder eine Mahlzeit stehen. Die zu erwartende Phrase wäre aber „Brot essen“. Vielleicht hat Markus so formuliert, um noch einmal das Wunder der Brotvermehrung (Kap. 6) in Erinnerung zu rufen (bei dem Brot könnte es sich um die Überbleibsel handeln), doch das ist unsicher (dafür: Guelich 1989, 363; dagegen: France 2002, 281).&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der Satz endet nach Meinung der meisten Ausleger und der Zeichensetzung der kritischen Editionen unvollendet (Anakoluth), um der Erklärung des pharisäischen Brauchs Platz zu machen. Unklar ist, ob er in V. 5 fortgesetzt wird oder ob V. 5 neu einsetzt (Guelich 1989, 360; vgl. Collins 2007, 344 Fn 35). France bemerkt allerdings, man könne den Satzbau auch erklären, indem man V. 2 nicht als Umstandsangabe für die Anfrage der Pharisäer V. 5, sondern für ihr Zusammenkommen in V. 1 versteht (ders. 2002, 279f.). Das Partizip &#039;&#039;weil/als sie gesehen hatten&#039;&#039; gibt dann kausal oder temporal an, warum die Pharisäer und Schriftgelehrten Jesus ansprachen. Das passt zwar inhaltlich, aber für die verbreitetere Interpretation spricht, dass man die Stelle offenbar schon lange als Anakoluth verstanden hat. Varianten in der Überlieferung des Textes zeigen, dass man zum Teil versuchte, den Satzbau etwas einfacher zu formulieren. Zudem stehen Partizipien mit kausaler Sinnrichtung häufiger vor der Aussage, die sie begründen, als danach.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} die Pharisäer und die Juden überhaupt (alle) essen nämlich nicht, wenn sie sich nicht sorgfältig (mit einer Handvoll Wasser, in der vorgeschriebenen Weise; mit der Faust)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorgfältig&#039;&#039; Gr. πυγμῇ W. „[mit] der Faust“ [[Instr. Dativ]]. Diese Wendung ist nur hier bekannt und ihre Bedeutung unklar. Es gibt folgende Vorschläge, was das Wort bezeichnet: 1. die Art des Waschens, nämlich der Faust in der hohlen Hand, 2. das Waschen bis zum Ellbogen (so Collins 2007, 349) bzw. zum Handgelenk, 3. die meisten Übersetzungen folgen LUT mit der Übersetzung „[mit] einer Handvoll Wasser“ (so z.B. Cranfield 1959, S. 233). 4. MEN „gründlich“, ELB „sorgfältig“. 5. bedeutungsagnostisch „in der vorgeschriebenen Weise“ (NSS) oder „zeremoniell“ (France). France empfiehlt, das Wort sinngemäß mit „sorgfältig“ oder „zeremoniell“ zu übersetzen (ders. 2002, 282; in dieselbe Richtung geht NSS). Weil es sich um einen Singular handelt, ist eine pluralspezifische Übersetzung wie Guelichs „with cupped hands“ (ders. 1989, 364f.) weniger wahrscheinlich. Auch Hengels Theorie eines aus dem Lateinischen entlehnten Wortes „Handvoll“ ist unwahrscheinlich, weil es im Griechischen ein Wort dafür gab (ebd.; so aber auch Dschulnigg 2007; Gnilka 1978). NGÜ lässt das Wort gleich ganz aus dem Fließtext und erwähnt seine unbekannte Bedeutung in einer Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Hände gewaschen haben, um (Damit, weil) an der Überlieferung der Ältesten (Vorfahren)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Überlieferung der Ältesten (Vorfahren)&#039;&#039; Dabei handelt es sich um Bräuche und Regeln, die sich auf der Grundlage des Gesetzes ausgebildet hatten und irgendwann als Norm galten, ohne vom Gesetz direkt vorgeschrieben zu sein. Lange ging man davon aus, dass es sich beim Händewaschen um eine rein pharisäische Lehre handelte, inzwischen weiß man aber, dass die meisten Juden diesem Brauch tatsächlich folgten (Collins 2007, 345f.; vgl. France 2002, 280ff.). &amp;lt;/ref&amp;gt; festzuhalten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um (Damit, weil) … festzuhalten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Man kann diese Angabe (mit &#039;&#039;um&#039;&#039;) final verstehen (vgl. ZÜR) oder sie als getrennten Satz modal übersetzen: „Damit halten sie an der Überlieferung der Ältesten fest.“ (vgl. NGÜ) Auch eine kausale Deutung ist möglich (NSS, MEN).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} und [nach der Rückkehr] vom Markt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach der Rückkehr vom Markt&#039;&#039; W. „vom Markt“, ein griechisches Idiom. Möglich wäre vielleicht auch „essen nichts, was vom Markt kommt, ohne es gewaschen zu haben“ (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
essen sie nicht, bis (wenn) sie nicht gebadet (einer Reinigung unterzogen, gewaschen) haben; und es gibt viele andere [Regeln], die sie zu halten übernommen haben, [zum Beispiel] das Abspülen von Bechern, {und} Krügen und Kupfergefäßen und Sitzpolstern (Betten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und Sitzpolstern (Betten)&#039;&#039; Dabei handelt es sich um jedes Möbelstück, das als Bett oder Liege auch als Sitzgelegenheit zum Essen diente. Das waren bei ärmeren Leuten oft einfache Matten oder Teppiche, bei Reicheren auch Möbelstücke mit Beinen, wie man sie heute als Betten und Sofas kennt. Nach Lev 15 waren auch unrein gewordene Betten zu waschen (Collins 2007, 349; LN 6.106). Die Übersetzung „Sitzpolster“ folgt GNB, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
{{S|5}} da (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;da (und)&#039;&#039; Nach der Parenthese in Vv. 3f nimmt Markus den Satz wieder auf, tut es aber „auf eine Weise, als hätte er vergessen, dass er schon vor der Parenthese einen Satz begonnen hatte und setzt also ein mit καὶ, das hier eigentlich gar nicht nötig wäre.“ (Cranfield 1959, S. 234f). In den selben Phänomenkomplex gehört wohl, dass auch die Wendung „Parisäer und Schriftgelehrte“, mit der der Satz einsetzte, hier extra noch mal gesetzt wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
erkundigten (fragten) die Pharisäer und die Schriftgelehrten sich bei ihm: „Weshalb leben (folgen) deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Ältesten, sondern essen das Brot (Essen) [mit] unreinen Händen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] unreinen Händen&#039;&#039; [[Instr. Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;?“ &lt;br /&gt;
{{S|6}} Aber er sagte zu ihnen: „Richtig (Treffend, Zurecht) hat Jesaja über euch Heuchler (Scheinheilige) geweissagt, wie geschrieben steht:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;‚Dieses Volk ehrt mich [mit] den Lippen,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] den Lippen&#039;&#039; [[Instr. Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
aber ihr Herz ist weit von mir entfernt.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sie beten (verehren) mich vergeblich an,&lt;br /&gt;
weil sie [als verbindliche] Lehren Gebote von Menschen lehren&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil sie … lehren&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als kausaler Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;[als verbindliche] Lehren Gebote von Menschen lehren&#039;&#039; Im gr. AT steht etwas anders „weil sie Gebote von Menschen und Lehren lehren“. Jesus spitzt das rhetorisch auf den Vorwurf zu, die Vorstellungen von Menschen (nämlich die erwähnte „Überlieferung der Ältesten“) als verbindliche Gebote festzuschreiben – ohne dabei allerdings etwas am Sinn zu ändern. Im Kern geht es bei Jesaja um oberflächliche Religion, die überkommenen Bräuchen und Traditionen folgt, anstatt Gott mit dem Herzen (d.h. aus Überzeugung) zu ehren, wie es der Fall wäre, wenn die Bräuche nicht zur missbräuchlichen Umgehung der Gebote führen würden (vgl. France 2002, 284).&amp;lt;/ref&amp;gt;.‘{{par|Jesaja|29|13}}{{par|Kolosser|2|22}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Während ihr Gottes Willen (Gesetz, Gebot)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottes Willen (Gesetz, Gebot)&#039;&#039;, W. „das Gebot Gottes“, bezeichnet in diesem Kontext das, was von Gott geboten (und nicht von Menschen vorgeschrieben) wurde (Guelich 1989, 367). Dass Jesaja von Verehrung mit dem Herzen spricht, weist darauf hin, dass er (und auch Jesus mit seinem Zitat) von Gottes Geboten gerade das „Hauptgebot“ aus [[Deuteronomium 6#s4|Dtn 6,4-6]] im Blick haben. Israel sollte danach „JHWH, deinen Gott mit deinem ganzen Herzen und deinem ganzen Sein und deiner ganzen Kraft lieben“ und Gottes Gebote im Herzen bewahren (Pesch 1976, 373).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
außer Acht lasst,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Während ihr … außer Acht lasst (preisgebt, verlasst, ablehnt)&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz mit „während“ und „[stattdessen (gleichzeitig)]“ aufgelöst. Das Verb kann in diesem Kontext verschiedenes bedeuten: „außer Acht lassen“ (NSS, NGÜ, MEN, ZÜR), „verlassen“ (LUT), „preisgeben“ (ELB, EÜ), oder sogar „ablehnen“ (LN 31.63). GNB etwas freier, aber treffend „zur Seite schieben“. Es geht hier wenige um eine absichtliche Missachtung als um eine bewusste Ablehnung oder Umdeutung der Gebote (V. 9 und 13; France 2002, 285).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
haltet ihr euch [stattdessen (gleichzeitig)] an die Überlieferung der Menschen!“&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und er fuhr fort (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;fuhr&amp;quot; &amp;gt;&#039;&#039;er fuhr fort&#039;&#039; (V. 9 und 20) übersetzt das [[Imperfekt]] ἔλεγεν. Der durative Aspekt zeigt hier wohl an, dass Jesus weiterspricht. Vgl. die ähnliche Übersetzung des Imperfekts in V. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{zu ihnen}: „Geschickt (meisterhaft, trefflich) setzt (hebt auf) ihr Gottes Gebot (Gesetz, Willen) außer Kraft, um eure Überlieferung aufrechtzuerhalten (zur Geltung zu bringen). &lt;br /&gt;
{{S|10}} Mose hat doch (ja) gesagt: ‚Ehre deinen Vater und deine Mutter!‘,{{par|Exodus|20|12}}{{par|Deuteronomium|5|16}} und: ‚Wer Vater oder Mutter verflucht, muss sterben&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;muss sterben&#039;&#039; W. etwa „[dem] Tod sterben“ (Dativ+Imperativ 3. Sg.). Der Dativ soll hier den hebräischen [[Inf. abs.]] nachbilden und in der gleichen Weise die Verstärkung der Aussage bewirken (Siebenthal 2011, §189c). Er lässt sich nicht direkt übersetzen, höchstens mit der etwas staubigen Formulierung „des Todes sterben“ (LUT, ELB, MEN). Etwas freier, aber sinngemäß „muss mit dem Tod bestraft werden“ (NSS, EÜ, GNB, NGÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;.‘{{par|Exodus|21|12}}{{par|Levitikus|20|9}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} &#039;&#039;Ihr&#039;&#039; jedoch sagt: ‚Wenn ein Mann (Mensch) zu [seinem] Vater oder [seiner] Mutter sagt: Alles von mir, was dich unterstützen (helfen, nützen) würde, [ist] Korban!‘&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Korban&#039;&#039; Dabei handelt es sich um ein aus dem AT geläufiges hebräisches Wort ({{hebr}}קָרְבָּן{{hebr ende}}), ein &#039;&#039;terminus technicus&#039;&#039; für „Opfergabe“ (Guelich 1989, 368). Nach dem, was heute bekannt ist, war es nach der beschriebenen Sitte irgendwie möglich, das als Opfergabe Deklarierte am Ende selbst zu behalten. Offenbar war es nicht erforderlich, den Gegenstand direkt zu spenden. Das Gelübde wurde dann unter Verweis auf das Verbot im Gesetz, einen Schwur zu brechen, eingehalten (Num 30,2; Dtn 23,21-23; Lev 5,14-16). In der Praxis diente dieser Eid dann nur dazu, solche „Opfergaben“ anderen vorzuenthalten. France erwähnt als Beispiel Grundbesitz, der auch nach der Korban-Weihe weiter im Besitz des Sohnes war, ohne dass der Vater ihn betreten durfte (France 2002, 286f.; Collins 2007, 351ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
das heißt ‚Opfergabe (Geschenk)‘,&amp;lt;ref&amp;gt;Anakoluth (z.B. Kleist 1937, S. 208). Jesus hat sich hier offenbar so in Rage geredet, dass er nicht einmal seinen begonnenen Satz zu Ende führt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} dann erlaubt (lasst ihr zu, dass … nicht mehr; lasst)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erlaubt&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;lasst zu, dass&#039;&#039; Der Satz lässt sich auf zwei Weisen übersetzen: (1) „Ihr lasst nicht zu, dass er...“ oder (2) „Ihr lasst zu, dass er nicht...“. Im ersten Fall wäre gemeint, dass die Pharisäer dem Mann nicht erlauben würden, sein Gelübde rückgängig zu machen, um doch noch seinen Eltern zu helfen (EÜ, NGÜ, LUT, ELB, MEN; die meisten Kommentare). Im zweiten Fall wäre gemeint, dass sie den Mann damit davonkommen lassen, nicht mehr für seine Eltern zu sorgen (BB, B/N, KAM, NL, ZÜR; Thüsing 2011). GN kombiniert beide Möglichkeiten: „dann braucht er für seine Eltern nichts mehr zu tun. Ja, ihr erlaubt es ihm dann nicht einmal mehr.“ Die gewählte Übersetzung scheint vom Griechischen her etwas wahrscheinlicher zu sein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr ihm nicht mehr, etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht mehr, etwas&#039;&#039; W. „nicht mehr, nichts“, eine doppelte Verneinung, die den Effekt der Aussage (s. die vorige Fußnote) verstärkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für seinen] Vater oder [seine] Mutter&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für seinen] Vater oder [seine] Mutter&#039;&#039; [[Instr. Dat.]] (2x).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
tun.&lt;br /&gt;
{{S|13}} So (indem) hebt (macht nichtig) ihr Gottes Wort (Aussage)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottes Wort&#039;&#039; steht nicht für die Heilige Schrift, wie man aus der beliebten christlichen Wendung schließen könnte. Im NT ist sie noch nicht üblich. Jesus bezieht sich also auf eine bestimmte Aussage der Schrift. Dabei dürfte es sich um das zuvor zitierte 5. Gebot und die andere Stelle handeln, aus denen hervorgeht, wie Vater und Mutter zu behandeln sind (France 2002, 288).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;so hebt ihr auf&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;indem ihr aufhebt&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier als separater Hauptsatz mit so aufgelöst. Dieser Satz dient wohl als zusammenfassende Wiederholung der nun begründeten Behauptung (so, „damit“ o.ä.): „Dieses Beispiel zeigt, dass...“ (so die meisten Übersetzungen). Die Aussage könnte auch angeben, auf welche Weise die Pharisäer den Mann nichts mehr für seine Eltern tun lassen („indem“; so ELB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
durch eure Überlieferung, die ihr weitergegeben (überliefert) habt, und ihr tut viele vergleichbare (ähnliche) solche [Dinge] (vergleichbare solche [Dinge] tut ihr häufig).“ &lt;br /&gt;
{{S|14}} Und (Dann) er rief die Menschenmenge wieder (noch einmal) zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er rief ... und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-modal, beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sprach nun&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sprach nun&#039;&#039; übersetzt das [[Imperfekt]] ἔλεγεν. Der durative Aspekt zeigt hier wohl an, dass Jesus weiterspricht, und zwar jetzt an die Menge gewandt. Vgl. die ähnliche Übersetzung des Imperfekts in V. 9 und 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Hört mir alle zu und versteht&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und versteht&#039;&#039; Möglich wäre eine finale Übersetzung des zweiten Imperativs wie NGÜ: „damit ihr versteht, [was ich sage]“ Der Übersetzer hat das vielleicht als eine aus dem Semitischen entlehnte Formulierung verstanden. MEN übersetzt ebenso sinngemäß „und versucht zu verstehen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|15}} Nichts, was (wenn, indem) von außerhalb des Menschen in ihn hineingelangt, kann ihn verunreinigen (Es gibt nichts, was … hineingelangt, das … kann).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Nichts, was … hineingelangt&#039;&#039; [[Subst. Ptz.|Subst.]] oder [[umschreibendes Partizip]], hier als umschr. Ptz. verstanden (wie die meisten Übersetzungen). Als subst. Ptz. übersetzt und folglich als Relativsatz aufgelöst (vgl. LUT, ELB), würde der Satz lauten: „Es gibt nichts, was von außerhalb des Menschen in ihn hineingelangt, das ihn verunreinigen kann.“ bzw. „Außerhalb des Menschen gibt es nichts, was...“ (für den zweiten Versteil s. die folgende Fußnote). Von der Syntax her ist es auch möglich, das Ptz. wie die meisten englischen Übersetzungen als [[Ptz. conj.]] zu übersetzen. Das temporal-konditionale (&#039;&#039;wenn&#039;&#039;) oder modale (&#039;&#039;indem&#039;&#039;) [[Ptz. conj.]] wäre als Nebensatz aufzulösen: „Außerhalb des Menschen gibt es nichts, was ihn verunreinigen kann, wenn (indem) es in ihn hineingelangt“ bzw. „Es gibt nichts, was …, wenn es von außen...“ (vgl. z.B. ESV, NASB, ähnlich wohl SLT). (Vgl. NSS.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es ist vielmehr, was aus dem Menschen herauskommt, das den Menschen verunreinigt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was herauskommt&#039;&#039; und &#039;&#039;das verunreinigt&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] (2x), als Relativsatz aufgelöst. Man könnte das zweite Partizip auch als [[umschreibendes Partizip]] übersetzen (dazu s. die vorige Fußnote): „Vielmehr verunreinigt den Menschen das, was aus dem Menschen herauskommt.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|16}} {{Sekundär}} Wer Ohren hat [zum] Hören, soll hören (höre)! {{Sekundär ende}}“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Dieser Vers fehlt in den frühesten bekannten Handschriften; genaueres im [[Kommentar:Markus 7|Kommentar]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und als er ein Haus betrat, abseits der Menschenmenge, erkundigten sich seine Jünger bei ihm nach dem Gleichnis.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Seid auch ihr so schwer von Begriff (unverständig)? Versteht (Merkt) ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen gelangt, ihn nicht verunreinigen kann,&lt;br /&gt;
{{S|19}} weil es nicht in sein Herz gelangt, sondern in seinen Magen (Bauch), und [dann] in den Abtritt (Senkgrube, Latrine)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abtritt (Senkgrube, Latrine)&#039;&#039; Dieser Begriff bezeichnet die Vorläufer heutiger Toiletten. Einige Übersetzungen gehen sehr delikat vor und glätten die Ausdrucksweise: „wird wieder ausgeschieden“ (EÜ, GNB, NGÜ), MEN, SLT „auf dem natürlichen Wege“. ELB „in den Abort“, LUT, ZÜR „in die Grube“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ausgeschieden wird (hinausgelangt)?“ So erklärte [Jesus] alle Speisen für rein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;So erklärte [Jesus] alle Speisen für rein&#039;&#039; Alternativ „...ausgeschieden wird, was alle Speisen rein macht.“ Dieser abhängige Satz hat keinen offensichtlichen Bezug zum Kontext. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich das modale [[Ptz. conj.]] auf λέγει „er sagte“ (V. 18) bezieht (so alle herangezogenen Ausleger und die meisten Übersetzungen). Es ist dann ein Kommentar des Evangelisten. Nach dem alternativen Verständnis handelt es sich um eine syntaktisch schwierige Ergänzung zu dem Vergleich des Essens, das den Körper durchläuft und so rein wird. Allerdings würde Jesus dann vom Neutrum Plural in den Nominativ Plural wechseln (France 2002, 291f.). Diese Deutung findet sich in der Interpunktion von NA28 sowie bei SLT und MEN. Diese Übersetzungen beziehen das Partizip offenbar attributiv auf „Abtritt“ und geben dieses Wort dann sehr frei wieder. MEN: „...und auf dem natürlichen Wege, der alle Speisen reinigt, wieder ausgeschieden wird?“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|20}} {und} Er fuhr fort (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;fuhr&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Was aus dem Menschen herauskommt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was … herauskommt&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das&#039;&#039; verunreinigt den Menschen.&lt;br /&gt;
{{S|21}} Denn von innen her, aus dem Herzen der Menschen, kommen die üblen Vorsätze (Gedanken, Absichten): sexuelle Eskapaden (Unzüchtigkeiten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sexuelle Eskapaden (Unzüchtigkeiten), Diebstähle, Morde, V. 22 Seitensprünge (Ehebrüche), Begehrlichkeiten (Gelüste, Machthunger), Bosheiten&#039;&#039; Diese ersten sechs Begriffe stehen im Plural. Der Plural von abstrakten Begriffen bezeichnet im Griechischen oft deren konkrete Erscheinungsformen (BDR §142; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick); sehr gut Dschulnigg 2007: „Hurereien, Diebereien, Morde, Ehebrüche, Habgierigkeiten, Schlechtigkeiten...“ Auf diese Weise folgen hier in Vv. 21f aufeinander sechs konkrete Ausprägungen der Schlechtigkeit und sechs „moralische Defekte“ (vgl. Cranfield 1959, S. 241).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diebstähle, Morde,&lt;br /&gt;
{{S|22}} Seitensprünge (Ehebrüche), Begehrlichkeiten (Gelüste, Machthunger)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Begehrlichkeiten (Gelüste, Machthunger)&#039;&#039; „Habgier/Gier“ oder neutraler „Begehren“ oder „Ehrgeiz“ ist die normale Bedeutung dieses Worts. Im Markusevangelium bezeichnet es vielleicht gerade (negativ konnotierten) Ehrgeiz, also Machthunger (Collins 2007, 358f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Bosheiten, Arglist (Hinterlist), Zügellosigkeit (Ausschweifung), ein böses Auge&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein böses Auge&#039;&#039; Oder „ein schlimmes (d.h. erkranktes) Auge“ (Collins 2007, 361). Meist: Neid, neidische Blicke, Missgunst (LN 88.165); alternativ Geiz (LN 57.108). Collins glaubt, aus Mk 15,10 könne man schließen, dass die erste Deutung im Blick ist (Collins 2007, 361). Dem wird man sich anschließen müssen; das „böse Auge“ i.S.v. „Missgunst“ ist im Rabbinischen ein häufiges Idiom (Stellen: [http://archive.org/stream/KommentarZumNeuenTestamentAusTalmudUndMidraschVol.2/Kommentar.Strack.Billerbeck.v.2#page/n28/mode/1up B/S S. 14]&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Verleumdung (Gotteslästerung, Beleidigung), Überheblichkeit [und] Unvernunft –&lt;br /&gt;
{{S|23}} all diese bösen (schlechten) [Auswüchse] (All dieses Böse) kommen von innen her und verunreinigen den Menschen.“  &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und von dort brach (stand) er auf und ging weg in das Gebiet von Tyrus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tyrus&#039;&#039; war ein Stadtstaat, der im Norden an Galiläa angrenzte. Die Bewohner der Region waren Nichtjuden. Ein zeitgenössischer jüdischer Autor beschreibt sie sinngemäß als „unsere Intimfeinde“ (France 2002, 297).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Und er begab sich in ein Haus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brach er auf und&#039;&#039; sowie &#039;&#039;er begab sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte, dass niemand [davon] erfuhr, und er schaffte es nicht, [seine Anwesenheit] verborgen zu halten. &lt;br /&gt;
{{S|25}} Stattdessen kam gleich, als sie von ihm hörte, eine Frau zu ihm, deren kleine Tochter von einem unreinen Geist besessen war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von einem unreinen Geist besessen war&#039;&#039; W. „einen unreinen Geist hatte“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal, beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
warf sich vor seine Füße.&lt;br /&gt;
{{S|26}} {aber} – Die Frau war Nichtjüdin (Griechin), der Herkunft [nach] eine Syrophönizierin.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Nichtjüdin (Griechin), der Herkunft [nach] eine Syrophönizierin&#039;&#039; Im Griechischen steht zwar &#039;&#039;Griechin&#039;&#039;, aber das ist hier gemeint als Abgrenzung von den Juden (vgl. Guelich 1989, 385). Das zeigt auch die weitere Einordnung in die Gegend Syrophönizien. Das war damals die Bezeichnung für Südsyrien (Collins 2007, 366) und meint hier „einheimisch“ (Gnilka 1989, S. 291f; Theißen 1990, S. 130). &#039;&#039;Der Herkunft [nach]&#039;&#039;: [[Dat. respectus]].&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
Und sie bat ihn hartnäckig (immer wieder)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie bat ihn hartnäckig (immer wieder)&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]] und wird deshalb hier entweder durativ („bat ihn fortwährend“; d.h. „hartnäckig“) oder iterativ („bat ihn immer wieder“) verwendet. Es steht häufig bei (zunächst) erfolglosen Bitten oder Forderungen (Siebenthal 2001, §195g). Etwas freier könnte man die Funktion des Imperfekts auch mit „sie ließ nicht locker“ oder „sie drängte auf ihn ein“ ausdrücken.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Aber (Und) er sagte zu ihr: „Lass zunächst die Kinder satt werden, denn es ist nicht richtig, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden hinzuwerfen.“&lt;br /&gt;
{{S|28}} Doch sie entgegnete {und sagte zu ihm}: „Ja, Herr (Herr), auch die Hunde unter dem Tisch fressen die Krümel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Krümel&#039;&#039; W. „von den Krümeln“, eine Präpositionalphrase, die den [[partitiver Genitiv|partitiven Genitiv]] ersetzt (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Resten) der Kinder.“ &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und er sagte zu ihr: „Weil du das gesagt hast&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Weil du das gesagt hast&#039;&#039; W. „Aufgrund dieses Wortes/dieser Äußerung bzw. Antwort“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
geh&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;geh&#039;&#039; D.h. „Du kannst gehen“ (NGÜ) oder „Geh nach Hause“ (EÜ, GNB). Vgl. 10,52. &amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
Der Dämon hat deine Tochter verlassen.“&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und sie ging zurück in ihr Haus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zurück … und&#039;&#039; W. „ging weg“. [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stellte fest, dass das Kind im Bett lag und der Dämon weg (ausgefahren) war.&lt;br /&gt;
{{S|31}} Und (Später) er verließ das Gebiet von Tyrus wieder und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;reiste … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
reiste (kam) durch Sidon ans Meer (See) von Galiläa, mitten durch (in) das Gebiet der Dekapolis (Zehnstädtegebiet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beschriebene Route ist sehr merkwürdig. Blickt man einmal auf [http://www.bible-history.com/new_testament_cities_map/NTCITIESIsrael.htm diese Karte], reist Jesus von Tyrus („Tyre“; sehr weit im Nordwesten am Meeresufer) &#039;&#039;über&#039;&#039; Sidon (ganz im Norden) an den See Gennesareth („Sea of Galilee“); ein gewaltiger Umweg also. Noch dazu liegt laut dem Text entweder (1) der See Gennesaret „mitten im“ Gebiet der [[Dekapolis]] (Zentrum der Karte) - was geographisch falsch wäre - oder Jesus zieht (2) „mitten durch das Gebiet der Dekapolis“ an den See, macht also einen noch gewaltigerer Umweg. Am wahrscheinlichsten ist daher (3), dass Markus mit „Gebiet der Dekapolis“ vage auf die (überwiegend heidnische) Ostseite des Sees Bezug nimmt und daher Jesus also „an den See Gennesaret, mitten in das Gebiet der Dekapolis“ ziehen lässt, also „an die Ostseite des Sees Gennesaret“ (Reuber 2007, S. 112; Schenke 2005, S. 190 u.a.). Die Route bleibt dennoch merkwürdig; es ist häufig vorgeschlagen worden, dass dies ein Indiz für Markus&#039; mangelhafte Ortskenntnis sei.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|32}} Und [die Leute] brachten einen Taubstummen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einen Taubstummen&#039;&#039; W. „einen Tauben/Taubstummen und Sprachgestörten/Stummen“. Der Mann war wohl taub geboren. Für Menschen mit dieser Behinderung ist es kaum möglich, normal sprechen zu lernen. Das Wort μογιλάλος „sprachgestört, stumm“ ist sehr selten. Da der Mann nach der Heilung in V. 35 „richtig zu sprechen“ beginnt, heißt es hier „sprachgestört“. Dieser Begriff kommt in der Bibel nur noch in Jes 35,6 LXX vor. Diese Prophezeiung wird auch in V. 37 wieder in den Blick kommen. Markus spielt mit diesem Heilungsbericht also darauf an, dass diese Prophetie mit Jesus in Erfüllung gehen könnte (vgl. Guelich 1989, 394; Collins 2007, 370).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm und baten (forderten auf) ihn, ihm die Hand aufzulegen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm die Hand aufzulegen&#039;&#039; bedeutet offenbar, ihn dadurch zu heilen (Collins 2007, 370).&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Jesaja|35|6}}{{par|Markus|8|22}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} Und er nahm ihn beiseite, abseits der Menschenmenge, [wo sie] unter sich [waren], und steckte ihm seine Finger in die Ohren. Dann (und) spuckte er und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahm beiseite … und&#039;&#039; sowie &#039;&#039;spuckte er und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst. Markus überliefert nicht, wozu Jesus spuckte. Die Vorstellung vom Speichel als Heilmittel ist in der Antike aber sehr weit verbreitet (einige schöne Beispiele aus der arabischen Welt gibt [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/ssg/content/pageview/983094 Reinfried 1915, S. 39.60]. Für die römische Welt vgl. [http://www.poetryintranslation.com/PITBR/Latin/Suetonius8.htm#_Toc276122321 Sueton, Vesp. VII] und [http://en.wikisource.org/wiki/The_Histories_(Tacitus)/Book_4#81 Tacitus, Hist. IV,81]; für das NT vergleiche  [[Markus 8#s22 |Mk 8,22-26]] und [[Johannes 9#s1 |Joh 9,1-7]]). In Israel war der Brauch verbreitet, dass man, wenn man eine Wunde heilen wollte, zuerst (a) eine Schriftstelle oder einen Zauberspruch rezitierte, manchmal zusätzlich (b) den Gottesnamen aussprach und dann (c) direkt auf den kranken Körperteil ausspie (s. [http://archive.org/stream/KommentarZumNeuenTestamentAusTalmudUndMidraschVol.2/Kommentar.Strack.Billerbeck.v.2#page/n29/mode/1up B/S S. 15-17]). Hier liegt wohl eine Variante dieses Brauchs vor: Jesus speit sich (c) auf den Finger, berührt damit den kranken Körperteil, blickt dann zum Himmel (Gnilka 1978, S. 297: „Der Aufblick zum Himmel [...] ist in einer Wundergeschichte stilgemäßer Ausdruck für das Einholen von übermenschlicher Kraft, ebenso das Seufzen des Thaumaturgen.“; ebenso Pesch 1976; vgl. auch Marcus 2008) und (a) rezitiert dann noch einen Spruch (Theißen 1990, S. 252: „Machtwort“).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ptz. conj. hat dann modale Sinnrichtung (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
berührte seine Zunge.{{par|Markus|8|23}}&lt;br /&gt;
{{S|34}} Schließlich (und) blickte er zum Himmel auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;blickte er ... auf und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seufzte (stöhnte), dann (und) sagte er zu ihm: „Effata!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Effata!“&#039;&#039; Das ist wahrscheinlich eine nicht 100% genau überlieferte aramäische Form (France 2002, 304; Guelich 1989, 395f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
das heißt: „Öffne dich!“&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und sofort öffneten sich seine Ohren (Hörgänge), und die Hemmung (Fessel)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hemmung&#039;&#039; W. „Fessel“ (so die meisten Übersetzungen), MEN: „Gebundenheit“. Es handelt sich um eine übertragene Bedeutungserweiterung von „Fessel“, die hier die Einschränkung der Sprachfertigkeit bezeichnet (LN 23.156).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seiner Zunge löste sich, und er konnte richtig sprechen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;konnte richtig sprechen&#039;&#039; ([[Imperfekt]]) Das Verb bezeichnet hier die Fähigkeit, sprechen zu können (BA λαλέω, 2aα; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|25}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und er schärfte [den Leuten] ein (ordnete an, verbot), mit niemandem zu sprechen. Aber je mehr er es ihnen einschärfte (verbot, darauf bestand), desto mehr machten (predigten, verkündeten) sie [es] bekannt.&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und sie waren zutiefst (maßlos) erstaunt (überwältigt, beeindruckt) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Er hat alles gut gemacht, und er befähigt (macht, [dass]) die Tauben zu hören und die Stummen zu sprechen!“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_5&amp;diff=21073</id>
		<title>Markus 5</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_5&amp;diff=21073"/>
		<updated>2015-05-21T01:33:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Der Besessene von Gerasa))&lt;br /&gt;
{{L|1}} Jesus und seine Jünger hatten den See Gennesaret überquert und waren ins Gebiet der Gerasener gelangt. {{L|2}} Sie waren kaum aus dem Boot gestiegen, als ihnen plötzlich ein Mann entgegengelaufen kam. Dieser war von einem bösen Geist besessen, {{L|3}} hauste in den nahe liegenden Grabhöhlen und war so wild, dass man ihn selbst mit Eisenketten nicht bändigen konnte. {{L|4}} Schon viele Male hatte man ihn an Armen und Beinen gefesselt, doch jedes Mal hatte er die Fesseln zerrissen und die Ketten gesprengt. Niemand war stark genug, um ihn zu überwältigen. {{L|5}} Tag und Nacht wütete er in den Grabhöhlen und im Gebirge und schnitt sich selbst mit Steinen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} Als dieser Besessene also Jesus von Weitem erblickte, rannte er zu ihm hin, warf sich vor ihn nieder {{L|7}} und schrie laut: „Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten?! Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!“ - {{L|8}} denn Jesus hatte zu ihm gesagt: „Fahre aus aus diesem Mann, du böser Geist!“ {{L|9}} Da fragte ihn Jesus: „Wie ist dein Name?“ - „Mein Name ist ‚Legion‘“, antwortete er, „denn wir sind viele.“ {{L|10}} Und wieder bat er Jesus inständig, sie doch nicht aus der Gegend fortzuschicken. {{L|11}} In der Nähe weidete eine große Schweineherde an einem Berghang {{L|12}} Die bösen Geister baten: „Lass uns in diese Schweine fahren!“ {{L|13}} Jesus erlaubte es ihnen und sie fuhren aus dem Mann in die Schweine. Da stürmte die ganze Herde den Berghang hinab in den See und ertrank. Es waren ungefähr 2000 Tiere.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der Wunsch, in die Schweine fahren zu dürfen, ist ein verzweifelter Vorschlag der „unreinen Geister“ (wie sie im Griechischen bezeichnet werden): Auch Schweine werden im Judentum als unrein angesehen; die Geister nehmen also in Kauf, mit den „schmutzigsten und unreinsten Wirten“ (Lohmeyer) Vorlieb nehmen zu müssen. Mit ihrer Selbstzerstörung ist das Unreine gleich doppelt vernichtet; Jesus hat hier sozusagen Satan und Beelzebub sich gegenseitig austreiben lassen.&amp;lt;br /&amp;gt;Hinzu kommt, dass das „Meer“, wie der See Gennesaret im griechischen Text stets bezeichnet wird, nach antiker Vorstellung ein Ort des Chaos und der Chaosmächte ist. Mit der Verlagerung der Geister und der Schweine vom (heidnischen!) Land ins Meer ist die kosmische Ordnung wieder hergestellt: Geister und Schweine sind am Ort des Chaos, Jesus und die „Leute“ am gereinigten Festland.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Neben dieser symbolischen Bedeutung hat die Perikope wahrscheinlich noch eine weitere, allegorische, und ist als versteckt-spöttische Allegorie auf die Vertreibung der Römer zu lesen &amp;lt;!--(so schon [http://www.archive.org/stream/revuedestudesj47soci#page/172/mode/2up Reinach 1903]; neuerdings auch Burdon 2004; Crossan 1996; Dormandy 2000; Horsley 2001; Johnston 1998; [http://www.bsw.org/biblica/vol-88-2007/die-legio-x-fretensis-und-der-besessene-von-gerasa-anmerkungen-zur-zahlenangabe-ungefaehr-zweitausend-mk-5-13/77/article-p351.html Lau 2007]; Marcus 2008; Myers 1988; Placher 2010; Theissen 1974; Wengst 1987)--&amp;gt;. Dafür sprechen vor allem einige ungewöhnliche Motive und Vokabeln: Der Dämon „Legion“ bittet Jesus, nicht „aus dem Land vertrieben“ zu werden, sondern in eine - 2000 Schweine starke! (selbst große Schweineherden hatten zur damaligen Zeit eine Größe von allenfalls 150 bis 200 Tieren) - „Truppe“ von „Schweinen“ fahren zu dürfen. Jesus erfüllt ihm diesen Wunsch und „kommandiert sie in die Schweineherde ab“, woraufhin die Schweine - die in Panik für gewöhnlich wild auseinanderstieben - hier gemeinsam dem „Meer“ „entgegenstürmen“ &amp;lt;!-- (vgl. Derrett 1979; [http://www.biblicalstudies.org.uk/pdf/ashland_theological_journal/42-1_025.pdf Morton 2010])--&amp;gt;. Allein schon das Beieinander der Motive von „Legion“, „Schweinen“ und „Meer“ musste einen damaligen Leser automatisch an eine römische Legion denken lassen, da die Symbole der damals in der Gegend stationierten „Legio X Fretensis“ - der „zehnten Meerengen-Legion“ - ein Schwein und entweder eine Galeere, ein Delphin oder der Gott Neptun waren (s. z.B. [http://www.legionten.org/Studies/LXFstudies/images/10.jpg hier]). Wie einst Jahwe die ägyptische Armee im Meer versenkt hat ([[Exodus 14#l1 |Ex 14]]), versenkt also hier Jesus eine römische Legion - die darüber hinaus noch gleichgesetzt wird mit verrückten Besessenen einerseits und den verpönten Schweinen andererseits - im „Meer“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|14}} Und die Hirten flohen und berichteten davon in Stadt und Land. Da machten die Leute sich auf den Weg, um mit eigenen Augen zu sehen, was da geschehen war. {{L|15}} Als sie Jesus erreichten, bemerkten sie den Mann, der vorher von Legion besessen gewesen war: Er saß ruhig da, war bekleidet und bei klarem Verstand. Da wurden sie von Furcht ergriffen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|16}} Nachdem ihnen die Augenzeugen berichtetet hatten, was mit dem Besessenen und den Schweinen geschehen war, {{L|17}} baten sie Jesus, ihre Gegend zu verlassen. {{L|18}} Also stieg Jesus wieder zurück ins Boot. Da bat ihn der Geheilte, bei ihm bleiben zu dürfen. {{L|19}} Doch er erlaubte es nicht. „Geh zurück nach Hause“, sagte er, „und erzähle deiner Familie alles, was der Herr für dich getan hat und wie er Mitleid mit dir gehabt hat.“ {{L|20}} Also ging er fort - und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan hatte. Da wurden alle von Staunen ergriffen.&lt;br /&gt;
((Die blutflüssige Frau und das tote Mädchen&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schachtelt hier zwei Wundererzählungen ineinander. Das dient nicht der Dramatisierung der Erzählungen, sondern parallelisiert sie - was von den beiden Geschichten gemeinsamen Schlüsselwörtern „Tochter / Tochter“ (Vv. 34.35), „glauben“ (V. 34.36), „heilen“ (V. 23.28.34) und „12 Jahre“ (V. 25.42) zusätzlich unterstrichen wird - und hat so Einfluss auf ihre Bedeutung. Entscheidend sind also wohl nicht die &#039;&#039;Unterschiede&#039;&#039; zwischen beiden Erzählungen - nämlich, dass die Heilung der blutflüssigen Frau durch die Totenerweckung des Mädchens sogar noch überboten wird -, sondern das den beiden Geschichten &#039;&#039;Gemeinsame&#039;&#039;: Sowohl Krankheit als auch ein vorzeitiger Tod eines Kindes wurden früher als eine Strafe Gottes angesehen und sowohl der Körperkontakt mit unreinen Menschen als auch mit Leichen machte unrein und war daher verpönt. Wenn also Jesus hier gleich doppelt einem solchen Körperkontakt nicht ausweicht, gleich doppelt betont, dass der &#039;&#039;Glaube&#039;&#039; allein genügt, um vom jeweiligen Übel erlöst zu werden (Vv. 34.36) - diese Übel also mitnichten als Strafakte Gottes anzusehen sind - und gleich doppelt eine vermeintlich von Gott gestrafte Person wieder rehabilitiert, wendet er sich damit ein weiteres Mal gegen die verbreiteten theologischen und ethischen Vorstellungen seiner Zeit.&amp;lt;/ref&amp;gt;))&lt;br /&gt;
{{L|21}} Jesus war mit dem Boot wieder an der anderen Seite des Sees Gennesaret angelangt. Kaum war er angekommen, versammelte sich schon eine große Volksmenge um ihn. {{L|22}} Auch ein Synagogenvorsteher namens Jairus kam dazu, und als er Jesus sah, warf er sich vor ihn nieder {{L|23}} und flehte ihn an: „Meine kleine Tochter liegt im Sterben. Bitte, komm und leg ihr die Hände auf, damit sie geheilt wird und am Leben bleibt!“ {{L|24}} Jesus ging mit und eine große Menschenmenge folgte und umdrängte ihn.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|25}} Und eine Frau, die schon seit zwölf Jahren an Blutungsstörungen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Nach alttestamentlicher Vorstellung sind Frauen während der Zeit ihrer Menstruation (i.d.R. etwa 4-5 Tage) „unrein“; das heißt, sie sind für diese Zeit nicht „gottgemäß“ und „gottgefällig“ und also nicht der Nähe Gottes fähig. Frauen mit Blutungsstörungen (also entweder Zwischenblutungen (Blutungen zwischen zwei normalen Menstruationen) oder Hypermenorrhoe (chronisch starken Blutungen)) sind sogar „noch unreiner“, sie ist über die Zeit ihrer Menstruation hinaus für weitere sieben Tage unrein und jeder, der sie berührt und alles, womit sie in Kontakt kommt, gilt ebenfalls für die Dauer eines Tages als unrein (vgl. [[Levitikus 15#s25 |Lev 15,25-27]]).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daraus, dass in V. 29 gesagt wird, sie spüre „die Quelle ihrer Blutung“ versiegen, darf man wohl ableiten, dass sie nicht nur prinzipiell an chronischen Blutungsstörungen litt, sondern dass sie sogar gerade in diesem Augenblick am Menstruieren war; sie ist aktuell also sozusagen hyper-unrein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
litt, {{L|26}} die von den Ärzten sehr geplagt worden war, die ihren gesamten Besitz ausgegeben hatte, die damit aber nichts erreicht hatte, sondern der es im Gegenteil sogar immer schlechter gegangen war, {{L|27}} die dann aber von Jesus gehört hatte und die sich ihm deshalb im Schutz der Menge von hinten genähert hatte - diese Frau berührte sein Gewand. {{L|28}} Sie sagte sich nämlich: „Wenn ich auch nur seine Kleider berühre, werde ich bestimmt geheilt werden!“ {{L|29}} Und tatsächlich: Noch im selben Moment versiegte die Quelle ihrer Blutung und sie spürte, dass sie von ihrem Leiden kuriert war.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|30}} Jesus bemerkte sofort, dass heilende Kraft von ihm ausgegangen war. Er drehte sich um und fragte in die Menge: „Wer hat meine Kleider berührt?“ {{L|31}} Aber die Jünger meinten nur: „Wer dich berührt hat, fragst du? Wirklich? Siehst du denn nicht die Menge, die sich um dich drängt?“ {{L|32}} Aber Jesus blickte weiter um sich und versuchte herauszufinden, wer es gewesen war. {{L|33}} Weil sie wusste, was mit ihr geschehen war, trat die Frau ängstlich zitternd vor, warf sich vor ihm nieder und gestand ihm alles. {{L|34}} Da sagte Jesus: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh in Frieden und bleib gesund.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|35}} Noch während er dies sprach, kamen Verwandte des Synagogenvorstehers und sagten zu ihm: „Deine Tochter ist tot. Du brauchst den Lehrer nicht weiter zu bemühen.“ {{L|36}} Jesus hatte mitbekommen, was sie gesagt hatten, und beruhigte Jairus: „Hab keine Angst! Glaube nur!“ {{L|37}} Dann untersagte er allen außer Petrus, Jakobus und seinem Bruder Johannes, ihn zu begleiten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|38}} Als sie am Haus des Synagogenvorstehers ankamen, vernahm Jesus den Lärm des Heulens und Klagens der Trauergemeinde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Im Alten Israel waren bei Todesfällen von Familienangehörigen möglichst laute Klageriten im Haus des Toten Sitte (ursprünglich wohl, um die Totengeister zu vertreiben und fernzuhalten): Die ganze Familie konnte zur Teilnahme verpflichtet werden, man heuerte Flötisten an, um den Lärm zu vergrößern, und sogar hauptberufliche Klagefrauen wurden für die Trauerriten angestellt. Es ist also psychologisch auch gar nicht unmöglich, dass eine Trauergemeinde just in spöttisches Lachen ausbrechen kann (V. 40), da es sich hier (auch) um &#039;&#039;rituelles&#039;&#039; Heulen und Klagen handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{L|39}} Er ging hinein und fragte: „Was klagt und weint ihr denn so? Das Kind ist doch gar nicht tot - es schläft nur.“ {{L|40}} Da lachten sie ihn aus. Doch Jesus schickte alle aus dem Haus und ging mit den Eltern des Kindes und den drei Jüngern in das Zimmer, in dem es lag. {{L|41}} Dann ergriff er seine Hand und sagte: „Talita, kum!“ - das heißt: „Mädchen, steh auf!“ {{L|42}} Und sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Das konnte sie, denn sie war bereits zwölf Jahre alt.&amp;lt;br /&amp;gt;Da wurden alle von fassungslosem Erstaunen ergriffen. {{L|43}} Jesus verbot ihnen nachdrücklich, irgendjemandem davon zu erzählen. Dann ordnete er an, dem Mädchen etwas zu Essen zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und sie kamen ans andere Ufer des Meeres (Sees), in das Gebiet (Land) der Gerasener (Gergesener, Gadarener)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gebiet (Land) der Gerasener&#039;&#039; Das Problem mit dieser Ortsangabe (auch in der Parallelstelle Lk 8,26 bezeugt) ist, dass Gerasa etwa 50 km vom See entfernt liegt. In der Geschichte dagegen muss die Stadt nah am Ufer liegen (5,12-13). Wohl deshalb spricht Matthäus 8,28 stattdessen vom Land der „Gadarener“. Gadara ist zwar ein Ort, der relativ nah am Ufer des Sees liegt, aber die in V. 12 beschriebenen Abhänge fehlen dort. Der Kirchenvater Origenes (3. Jh.) berichtet, solche Abhänge in Gergesa vorgefunden zu haben, wo die Bewohner auch eine Überlieferung kannten, nach der die berichtete Austreibung in ihrem Ort geschehen war (Collins 2007, 263f.). Es ist gut möglich, dass es so war. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als er gerade (gleich, bald) aus dem Boot (Schiff) gestiegen war (stieg),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ... gestiegen war (stieg)&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam von den Grabstätten (Gräbern, Grabhöhlen) her ein Mann mit einem unreinen Geist auf ihn zu (ihm entgegen),&lt;br /&gt;
{{S|3}} der [seine] Behausung (Unterkunft, Lager) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) hatte, und nicht einmal (auch nicht) [mit] einer Kette konnte man ihn noch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht einmal … man … noch&#039;&#039; W. „nicht einmal … niemand … nicht mehr“. Die dreifache Verneinung intensiviert die ausgedrückte Unmöglichkeit. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bändigen (festhalten, fesseln). &lt;br /&gt;
{{S|4}} Er war nämlich schon mehrfach [mit] Fußfesseln und Ketten (Handfesseln)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Fußfesseln und Ketten gefesselt&#039;&#039; Schöner wäre „(eisernen) Fuß- und Handfesseln“, etwas freier auch „an Händen und Füßen mit Ketten gefesselt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefesselt worden und (aber) hatte [jedes Mal] die Ketten (Handfesseln) zerrissen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zerrissen&#039;&#039; W. „auseinander zerrissen“ (vgl. LN 19.29).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Fußfesseln zerrieben (zerschmettert),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte ... zerrissen und … zerrieben&#039;&#039; W. „(die Ketten) waren zerrissen und zerrieben worden“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und niemand war stark [genug], ihn unter Kontrolle zu bringen (zu bezwingen, überwältigen, bändigen). &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und die ganze Zeit (ununterbrochen, ständig), nachts wie tags, hielt er sich (war) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) oder (und) in den Bergen auf, wo (wobei, während) er schrie (schrie er in den Grabhöhlen oder in den Bergen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hielt er sich … auf … wo (wobei, während) er schrie&#039;&#039; Oder einfach „schrie er ununterbrochen … und schnitt sich“. W. ἦν κράζων (w. „war schreiend“) Dieses so genannte periphrastische oder [[Umschreibendes Partizip|umschreibende Partizip]] kann man verschieden übersetzen. Häufig dient es als Beschreibung eines anhaltenden Zustands. Hier wurde das Hauptverb aus stilistischen Gründen separat übersetzt (weitere Infos auf der verlinkten Seite). Der Satz lässt sich auch als HS+[[Ptz. conj.]] (modal-temporal) übersetzen wie in der Klammer; der Unterschied trägt nichts aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sich [mit] Steinen schnitt (verletzte; auf sich einschlug)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schnitt&#039;&#039; Deutsche Übersetzungen geben das Wort meist als „auf sich einschlagen“ wieder, doch das Wort heißt eigentlich „(zer)schneiden“, „zerstückeln“. Die Übersetzung „sich schlagen“ ist im Zusammenhang mit Steinen nicht unbedingt die einzig denkbare (LN 19,21; vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/κατακόπτω LSJ]).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und als (weil) er Jesus von Weitem sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als/weil er sah&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler (oder kausaler) Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam er angerannt und warf sich vor ihm nieder&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;warf sich vor ihm nieder&#039;&#039; Das Wort impliziert eine unterwürfige, anbetende Haltung. Zwar erweist der Besessene Jesus in diesem Augenblick wohl noch keine religiöse Verehrung, aber zumindest bezeugt er großen Respekt. Er erkennt ihn als jemanden, der Macht über ihn hat, wie der nächste Vers zeigt (vgl. Collins 2007, 267).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|7}} {und} Er schrie [mit] lauter Stimme und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er schrie ... und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal), mit „und“-Kombination aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte:&lt;br /&gt;
„Was willst du von mir&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von mir?&#039;&#039; W. „Was mir und dir?“ In Mk 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden. Sinngemäß könnte man also sagen: „Was habe ich dir getan? Lass mich in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was habe ich mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von mir?“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten (des höchsten Gottes)? Ich beschwöre dich bei Gott, mich nicht zu quälen (foltern)!“&lt;br /&gt;
{{S|8}} Denn [Jesus] hatte zu ihm gesagt (sagte gerade/wiederholt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte gesagt (sagte gerade/wiederholt)&#039;&#039; übersetzt das [[Imperfekt]], das in diesem Kontext zweierlei anzeigen kann: 1. eine vorvergangene Handlung (Siebenthal 2001 §198f): dass Jesus dies vor der Bitte des Dämons gesagt hatte. 2. eine im Verlauf befindliche Handlung (Siebenthal 2011 §198b): dass Jesus schon zu sprechen begonnen hatte, vielleicht nach der ersten Frage des Dämons. „Denn“ verweist auf den Grund für die in V. 7 geäußerte Bitte. Möglich, dass Jesus die Austreibungsformel mehrmals wiederholte (so Mann 1986, 279). Oder wie MEN: „im Begriff war...“ Fast alle Übersetzungen folgen der ersten Möglichkeit (s. BDR §347; Guelich 1989, 272; Collins 2007, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Komm heraus (Fahre aus, verlass) aus dem Mann, unreiner Geist!“,&lt;br /&gt;
{{S|9}} und er fragte ihn: „Was [ist] dein Name?“, und er antwortete (sagte) {zu ihm}: „Mein Name [ist] ‚Legion‘&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Legion&#039;&#039; Lat. Lehnwort, die Bezeichnung einer militärischen Einheit. Wahrscheinlich ist es nicht der tatsächliche Name des/der Dämonen, sondern eine ausweichende Antwort. Die Anzahl der Dämonen scheint jedoch zumindest grob in der Größenordnung einer Legion (4-6000 Mann) zu liegen (Collins 2007, 269; Guelich 1989, 281).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Was [ist] dein Name?“&#039;&#039; und &#039;&#039;„Mein Name [ist]...“&#039;&#039; W. „Was (für ein) Name [ist] dir?“ etc. ([[possessiver Dativ]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt; denn wir sind viele.“ &lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er flehte (bat) ihn immer wieder (inständig)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder (inständig)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen. Die meisten Übersetzungen intensivieren (vgl. aber V. 23, 38 und 43).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an, {dass} sie nicht aus der Gegend (Gebiet, Land) wegzuschicken (zu vertreiben).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Nun (aber, und) weidete (wurde gehütet) in der Nähe (dort) am Berghang&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;am Berghang&#039;&#039; W. „an dem Berg“. Die Präposition weist auf einen Hang hin (vgl. EÜ, NGÜ, GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gerade&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weidete gerade&#039;&#039; [[Periphrastische Konjugation]], die das Imperfekt umschreibt und die Gleichzeitigkeit des durativen Aspekts stärker betont.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine große Schweineherde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schweineherde&#039;&#039; W. „Herde [der] Schweine“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie baten (flehten an) ihn {sagend}: „Schicke (Treibe) uns in die Schweine! Wir wollen (damit wir)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wir wollen (damit wir)&#039;&#039; Die Konjunktion ἵνα wird hier (v.a. aus stilistischen Gründen) als selbständiger Begehrungssatz übersetzt (NSS). Vgl. ZÜR, MEN.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in sie fahren!“,&lt;br /&gt;
{{S|13}} und er erlaubte [es] ihnen. Da (Und) fuhren die unreinen Geister aus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fuhren aus und&#039;&#039; Temporales oder modales [[Ptz. conj.]], hier mit Hilfe einer „und“-Kombination beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fuhren in die Schweine, und die Herde raste (stürzte sich, stürmte) den Abhang hinunter ins Meer (den See), ungefähr zweitausend, und ertranken im Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ertranken im Meer&#039;&#039; Eigentlich können Schweine schwimmen (France 2002, 231). Allerdings ist es nicht undenkbar, dass ihre Panik und schiere Masse (viele Schweine würden im Wasser aufeinander landen und einander unter Wasser drücken) dazu führte, dass sie trotzdem ertranken.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|14}} Und ihre Hirten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Hirten&#039;&#039; Oder etwas wörtlicher „die sie hüteten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ergriffen die Flucht (liefen davon) und verbreiteten (verkündeten, erzählten) [die Nachricht] in der Stadt und auf dem Land (den Höfen, Dörfern)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Land&#039;&#039; W. „Felder“, eine Metonymie für das Land (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „Höfe, Dörfer“ (BA ἀγρός 2; NSS), was wohl in Mk 6,36 gemeint ist. Zusammen bilden „Stadt und Land“ einen Merismus.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Und [die Leute] machten sich auf (kamen), [um] zu sehen, was das Geschehene war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was das Geschehene war&#039;&#039; W. „was das Geschehene ist“; der Objektsatz steht in der selben Zeit, in der direkte Rede stehen würde (vgl. Zerwick § 346; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und sie erreichten (kamen zu) Jesus und sahen (als sie erreichten, sahen sie), dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen, dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&#039;&#039; Dreifaches [[AcP]]. Aus stilistischen Gründen (allerdings im Rahmen des griechischen Satzbaus) wurde nur das erste Ptz. als Teil des AcP aufgelöst und die anderen beiden Partizipien [[Ptz. conj.|modal]] verstanden. &#039;&#039;bekleidet&#039;&#039; bedarf keiner Auflösung, &#039;&#039;bei Verstand&#039;&#039; gibt das Ptz. als Präpositionalphrase wieder.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
derjenige, der die Legion gehabt hatte! – und fürchteten sich.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die, die [alles] gesehen hatten, erzählten (schilderten) ihnen, was (wie) mit dem Besessenen passierten war, und von den Schweinen.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Da (Und) drängten (baten, forderten auf) sie ihn,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drängten sie ihn&#039;&#039; W. „fingen an zu bitten“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Beginnen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Übersetzt man das [[Imperfekt]], dann vielleicht so wie ZÜR: „Da baten sie ihn immer dringlicher“ (iterativ), MEN: „Da verlegten sie sich aufs Bitten“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr Gebiet zu verlassen (fortzugehen aus). &lt;br /&gt;
{{S|18}} {Und} Als er ins Boot stieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als er ins Boot stieg&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bat (flehte) ihn der, der besessen gewesen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der, der besessen gewesen war&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als Relativsatz aufgelöst. Eine schönere Übersetzung wäre vielleicht „der vormals Besessene“ oder auch „der ehemalige Besessene“. MEN: „der (früher) Besessene“, GNB sogar: „der Geheilte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum, {dass} bei ihm bleiben [zu dürfen].&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber (und) er erlaubte es ihm (ließ ihn) nicht, sondern sagte zu ihm: „Geh nach Hause (in dein Haus) zu den Deinen und berichte (verkünde, erzähle) ihnen, was der Herr dir getan hat und [wie] er Erbarmen mit dir hatte!“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und (Da) er ging fort und begann in der Dekapolis (im Zehnstädtegebiet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dekapolis&#039;&#039; Die Dekapolis war eine Region von etwa zehn Städten im heutigen Jordanien, als östlich des Jordan und des Sees Gennesaret. Weitere Informationen liefert der Artikel [[Dekapolis]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu erzählen (predigen, verkündigen), was Jesus ihm getan hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was Jesus ihm getan hatte&#039;&#039; W. „was getan hatte ihm Jesus“. „Jesus“ ist bewusst nachgestellt, um den Kontrast zu betonen, der zwischen V. 20 und dem parallelen V. 19 besteht („was &#039;&#039;der Herr&#039;&#039; dir getan hat“). Der Geheilte verkündigt Jesus als „den Herrn“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und alle staunten (wunderten sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;staunten (wunderten sich)&#039;&#039; Eine zeitgemäßere, treffende Übersetzung wäre vielleicht „sie konnten es kaum glauben“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|1|45}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und nachdem Jesus mit dem (im) Boot wieder (zurück) ans andere Ufer gefahren war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … gefahren war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
versammelte sich eine große Menschenmenge bei ihm. {und} Er war gerade (während, noch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gerade …&#039;&#039; (V. 22) &#039;&#039;als&#039;&#039; W. „und … und“ dient hier wieder als Temporalangabe, daher die Übersetzung. Die Zeitangabe könnte sowohl zu V. 21 (LUT, MEN, ELB, ZÜR) als auch zu V. 22 gehören (EÜ, GNB, NGÜ). Diese spezifische Angabe scheint jedoch eher die spezifische Situation von V. 22 einzuleiten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
am Meer (See),&lt;br /&gt;
{{S|22}} als (da, und) einer der Synagogenvorsteher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Synagogenvorsteher&#039;&#039; Zur Zeit Jesu wurden Synagogen von Laien geleitet. Diese waren verantwortlich v.a. für die Leitung des Gottesdienstes, aber auch für die finanziellen, administrativen und politischen Aspekte des Synagogenlebens (TRE 32, S. 506).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
namens Jairus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;namens Jairus&#039;&#039; Gr. der Dativ von Name (possessiver Dativ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam, und als er ihn sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ihn sah&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
warf (fiel) er sich ihm vor die Füße&lt;br /&gt;
{{S|23}} und bat (flehte an) ihn inständig (mehrfach)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;inständig (mehrfach)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen. Hier scheint die intensivierende Funktion besser zu passen (vgl. V. 38 und 43, aber auch V. 10).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Meine kleine Tochter ist dem Tode nahe (liegt im Sterben, ist todkrank)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist dem Tode nahe&#039;&#039; Das Gr. ἐσχάτως ἔχει kann man nicht ohne weiteres übersetzen, es bedeutet „sie schwebt in Lebensgefahr“ (sinngemäß nach Collins 2007, 279), „sie ist todkrank“ (sinngemäß nach LN 23.151; auch ZÜR, MEN, GNB), „liegt in den letzten Zügen“ (LUT, ELB), „liegt im Sterben“ (NGÜ, EÜ). ist dem Tode nahe nach Guelich 1989, 290.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
komm doch und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;komm doch und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Beiordnung übersetzt. Wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lege ihr deine Hände auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Komm doch und lege ihr deine Hände auf&#039;&#039; Im Griechischen handelt es sich um einen selbständigen Nebensatz, der mit der finalen Konjunktion ἵνα eingeleitet ist. Das ist eine andere Möglichkeit, einen Imperativ auszudrücken oder vielleicht zu umschreiben (Siebenthal 2011, §268c; BDR §387.3a; NSS). Obwohl die Grammatiken das nicht erwähnen, ist es möglich, dass es sich um eine elliptische Formulierung handelt und wir uns den Hauptsatz dazuzudenken haben (so France 2002, 236 mit Verweis auf Mk 10,51). Dann könnte man übersetzen: „[Ich bitte dich/möchte], dass du kommst und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
damit sie gerettet (geheilt) wird und am Leben bleibt (lebt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und er ging mit ihm, und eine große Menge folgte ihm, und sie drängten sich um ihn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drängten sich um ihn&#039;&#039; Das griechische Wort konnotiert großen Druck und kann in anderen Zusammenhängen auch „zusammendrücken“ heißen ([http://lsj.translatum.gr/wiki/%CF%83%CF%85%CE%BD%CE%B8%CE%BB%CE%AF%CE%B2%CF%89 LSJ]). Den Druck der Menge beschreibt Markus also sehr plastisch. Etwas freier: „es herrschte ein großes Gedränge“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und eine Frau, die [seit] zwölf Jahren an Blutungen (Blutfluss) litt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [seit] zwölf Jahren an Blutungen litt&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;Blutungen (Blutfluss)&#039;&#039; W. „Ausfluss [des] Blutes“. &#039;&#039;an Blutungen litt&#039;&#039; W. „war zwölf Jahre mit Blutfluss“. Adela Yarbro Collins zeigt anhand verschiedener zeitgenössischer griechischer Texte, dass es sich dabei um einen (wohl mit der Weiblichkeit zusammenhängenden) Blutausfluss („flow of blood“, Gr. ῥύσις αἵματος) handelt, nicht um eine gewöhnliche Blutung („hemorrhage“, Hämorrhagie, Gr. αἱμορραγία)(Collins 2007, 280). Vermutlich gehörte diese Blutung in den Reinheitsgeboten zu den unreinen Menstruationsblutungen (Lev 15,19–33). Lev 15,25 LXX benutzt in diesem Zusammenhang den gleichen Begriff für die beschriebene Blutung. Die Frau war nicht nur dauerhaft unrein, sondern verunreinigte auch alles, was sie berührte (Guelich 1989, 296f.; France 2002, 236f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Levitikus|15|25}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} und mit (durch) vielen Ärzten viel durchgemacht (erduldet, erlitten) hatte, die ihren gesamten Besitz (Vermögen, Habe) ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen (einen Nutzen davon zu haben); stattdessen (im Gegenteil) war es ihr immer schlechter gegangen (schlimmer geworden),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durchgemacht … die ... ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen … gegangen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. (4x), vorzeitig übersetzt und (teils unter Wiederholung des Relativpronomens) an den im vorigen Satz begonnen Relativsatz gehängt. Das Hauptverb erfolgt erst in V. 27. Theoretisch könnte man die Partizipien auch als kausale [[Ptz. conj.]] verstehen. &#039;&#039;ohne etwas zu erreichen&#039;&#039; Aus stilistischen Gründen als Infinitivsatz wiedergegeben. Der Teilsatz hat adversative Konnotation, man könnte ihn im Indikativ folgendermaßen wiedergeben: „aber es hatte nichts genützt“ (GNB, NGÜ, EÜ, ZÜR), „es hatte ihr nichts geholfen“ (LUT). &#039;&#039;war es ihr immer schlechter gegangen&#039;&#039; W. etwa „war sie zum Schlechteren gekommen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|27}} als sie (die) von Jesus hörte, näherte sich (kam)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie (die) ... hörte, näherte sie sich … und&#039;&#039; Zwei [[Ptz. conj.]] (Präsens und Aorist), temporal aufgelöst. Das erste könnte man auch [[Attr. Ptz.|attributiv]] verstehen und in den vorangehenden Relativsatz einreihen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[diese Frau] in der Menge von hinten und berührte (fasste an) seine Kleidung (Gewand).&lt;br /&gt;
{{S|28}} Sie sagte sich (dachte) nämlich:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wenn ich auch nur seine Kleider (Kleidung) berühre (anfasse), werde ich geheilt (gerettet) werden!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte sich&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier die Begründung an, die die Frau sich zurechtgelegt hatte und bis zu ihrer Heilung hegte (für ähnliche Aussagen vgl. 3,21; 6,18; 14,2). Sie ist als (normaler) prospektiver Konditionalsatz formuliert: Die Frau rechnet sich aus, dass die Folge (die Heilung) – vermutlich – eintreten wird, wenn die Bedingung (die Berührung) erfüllt ist (Siebenthal 2011, §282).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und die Quelle ihre Blutes versiegte (vertrocknete) auf der Stelle (sofort),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Quelle ihre Blutes versiegte&#039;&#039; Idiomatische (blumige?) Ausdrucksweise, die einfach bedeutet: „ihr Blutverluss/ihre Blutung hörte auf“ (LN 23.182; NSS). Die Formulierung entspricht wörtlich der in Lev 12,7 LXX, wo es um die Reinigung einer Frau nach der Geburt geht. Dort erklärt der Priester die Frau für geheilt, nachdem sie ein Lamm als Sühneopfer dargebracht hat. Mit diesem Echo (schon das zweite in dieser Szene nach der gr. Formulierung für „Blutung“ in V. 25) bringt Markus nicht nur die Dimension der rituellen Unreinheit vor dem Gesetz ins Spiel, sondern verbindet Jesus auch indirekt mit dem Priester, der ihre Reinheit vor Gott wieder herstellt (vgl. Guelich 1989, 297). Allerdings geht es in der Geschichte nicht um Reinheit und Unreinheit, sondern in erster Linie um die Heilung von einem chronischen Leiden. Die Frage der Reinheit wird von allen Beteiligten mit völliger Missachtung gestraft – selbst von den zahlreichen Menschen, von denen man erwarten dürfte, dass die Frau sie in der Menge berührt und damit unrein gemacht hat, ist nichts dazu zu hören (Collins 2007, 283f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie bemerkte (wusste, spürte) [an (in) ihrem] Körper&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[an (in) ihrem] Körper&#039;&#039; Wohl instrumentaler oder lokaler [[Dativ]]; hier soll es aber wohl nur markieren, dass es sich bei ihrem „merken“ um eine körperliche Empfindung handelt (Grosvenor/Zerwick), daher besser „spürte sie &amp;lt;s&amp;gt;an ihrem Körper&amp;lt;/s&amp;gt;“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, dass sie von [ihrem] Leiden (Qual)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leiden (Qual)&#039;&#039; W. „Geißel“, übertragen „Plage“. Per Bedeutungserweiterung auch „Leiden“ oder „Gebrechen“ (vgl. LN 23.182).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geheilt war.{{par|Levitikus|12|7}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und Jesus, der (als/weil er) innerlich (bei sich) sofort merkte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als/weil er) merkte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal oder kausal), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass Kraft [von ihm] ausgegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;merkte, dass Kraft von ihm ausgegangen war&#039;&#039; [[AcP]] Oder anders aufgelöst: „[die] Kraft bemerkte, die...“ Das Ptz. Aor. Könnte man evtl. auch gleichzeitig verstehen „sofort bemerkte, dass Kraft von ihm ausging“ (vgl. EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
drehte sich in der Menschenmenge um und fragte (sagte, wiederholte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte (sagte, wiederholte)&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]]. Markus benutzt diese spezielle Form recht häufig (bes. in Kap. 4), sodass der durative Aspekt möglicherweise nur schwach vorhanden ist. Hier könnte die Form ausdrücken, dass Jesu Nachfrage ergebnislos blieb (Siebenthal 2011, §195g; §198l). Das Imperfekt könnte an dieser Stelle jedoch ebenso ausdrücken, dass Jesus mehrmals (iterativ) nachfragte.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wer hat meine Kleider (Kleidung) berührt (angefasst)?“ &lt;br /&gt;
{{S|31}} Aber (Und, Da) seine Jünger meinten (sagten) {ihm}: „Du siehst die Menschenmenge, die sich um dich drängt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die sich um dich drängt&#039;&#039; [[Atr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Zum Wort s. die Fußnote in V. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagst: ‚Wer hat mich berührt (angefasst)?‘“&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er schaute sich um, [um] die [Person] zu sehen, die es gewesen war (getan hatte).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [Person], die es gewesen war (getan hatte)&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. im Femininum. Dass das Partizip schon im richtigen Geschlecht steht, weist eher auf die Perspektive des allwissenden Erzählers hin als darauf, dass Jesus gezielt nach einer Frau Ausschau hält (Collins 2007, 283 Fn 158). Die meisten Übersetzungen (bis auf NGÜ) formulieren hier jedoch explizit weiblich. &#039;&#039;[Person]&#039;&#039; ist ein eleganter Mittelweg, weil das Wort (im Singular) im Sprachgebrauch häufiger „Frau“ als „Mann“ umschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|33}} Die Frau fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (3x). Die ersten beiden sind modal und hier als selbständiger Hauptsatz aufgelöst (das modifizierte Verb bildet den zweiten Satz des Verses), das dritte ist kausal und als entsprechender Nebensatz aufgelöst. Schön ZÜR: „kam, verängstigt und zitternd, weil sie wusste“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
was mit ihr passiert war. Sie kam und warf sich (fiel) vor ihm nieder und erzählte (sagte) ihm die ganze Wahrheit.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Doch er sagte zu ihr: „Tochter, dein Glaube (Vertrauen) hat dich gesund gemacht (gerettet). Geh in Frieden, und sei (bleibe) von deinem Leiden (Plage)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesund (geheilt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|35}} Während er noch redete,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Während er noch redete&#039;&#039; Temporaler [[Gen. abs.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen [Angehörige (Leute aus dem Haus)] des Synagogenvorstehers und richteten aus (sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und richteten aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-modal, beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Deine Tochter ist gestorben. Was (Warum) bemühst du noch den Lehrer?“&lt;br /&gt;
{{S|36}} Aber Jesus, der mitbekommen hatte (hörte zu; überhörte, missachtete), wie die Botschaft (Meldung, Wort) ausgerichtet (gesagt) wurde,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der mitbekommen hatte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aor.), modal, kausal oder temporal, hier als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie die Botschaft ausgerichtet wurde&#039;&#039; [[AcP]], mit „wie“ aufgelöst. Übersetzt man das Wort παρακούω nicht als &#039;&#039;mitbekommen&#039;&#039;, sondern als „überhören, missachten“ (so MEN, ELB mit Guelich 1989, 291. Das Ptz. Aor. wäre dann gleichzeitig zu übersetzen), dann kann man übersetzen: „Unter Missachtung dieser Meldung sagte Jesus“ (Präpositionalphrase) oder parataktisch: „Jesus aber überhörte das Wort, das geredet wurde“ (ELB). Sehr schön MEN: „Jesus aber ließ die Nachricht, die da gemeldet wurde, unbeachtet“ oder die Alternativübersetzung der NGÜ: „Jesus schenkte diesen Worten keine Beachtung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu dem Synagogenvorsteher: „Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&#039;&#039; Beide Imperative stehen im Präsens, der durativischen Befehlsform, die das Fortsetzen (bzw. negativ Aufhören mit) einer schon begonnenen Handlung konnotiert. Die implizierte Botschaft ist also „Fürchte dich nicht (länger)! Vertraue/glaube einfach (weiter)!“ (Siebenthal 2011, §212e; Collins 2007, 285).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und er ließ (erlaubte) niemanden mitkommen (ihn begleiten) außer Petrus, {und} Jakobus und Jakobus’ Bruder Johannes. &lt;br /&gt;
{{S|38}} Als (Und) sie zum (in das) Haus des Synagogenvorstehers kamen, {und} sah er ein lärmendes Durcheinander (Aufregung, Tumult)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein lärmendes Durcheinander&#039;&#039; Die treffendste Übersetzung der Hauptbedeutung ist vielleicht „Aufruhr“ oder „Tumult“: Es herrscht Lärm, Durcheinander (LUT, MEN, ELB: „Getümmel“), und häufig bezieht es sich im NT auf kurzfristige Tumulte gegen die römische Herrschaft (Mk 14,2 par Mt 26,5; Mt 27,24; Apg 20,1; 21,34). Hier ist eher ein großes, lärmendes Durcheinander gemeint. EÜ: „Lärm“, NGÜ: „helle Aufregung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [Menschen], die heftig heulten (weinten) und wehklagten (heulten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er … [Menschen], die heftig heulten und wehklagten&#039;&#039; [[AcP]] (zwei Ptz.), unter Ergänzung eines Objekts mit Relativsatz wiedergegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|39}} und nach dem (beim) Eintreten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach dem (beim) Eintreten&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte er zu ihnen: „Warum seid ihr so erregt (lärmt) und heult (weint)? Das Kind (Kindlein) ist nicht tot, sie schläft nur!“&lt;br /&gt;
{{S|40}} Da (Und) lachten sie ihn aus. Doch [Jesus] schickte (trieb, warf) alle hinaus, dann nahm er den Vater und die Mutter des Kindes (Kindleins) und [alle], die bei ihm [waren], mit und ging in [das Zimmer], wo sich das Kind (Kindlein) befand. &lt;br /&gt;
{{S|41}} {Und} Er nahm die Hand des Kindes (Kindleins)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er nahm die Hand&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal-modal, beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte zu ihr: „Talita kum!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Talita kum!“&#039;&#039; Aramäisch für „Mädchen, steh auf!“ &#039;&#039;Kum&#039;&#039; ({{hebr}}קום{{hebr ende}}) ist der maskuline Imperativ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, das heißt übersetzt: „Mädchen, ich sage dir, steh (wach) auf!“&lt;br /&gt;
{{S|42}} {Und} Das Mädchen erhob sich auf der Stelle (sofort) und begann umherzugehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann umherzugehen&#039;&#039; Als [[inchoatives Imperfekt]] übersetzt (vgl. Guelich 1989, 303).&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
sie war nämlich zwölf Jahre [alt]. {Und} Da (sofort) waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit (Entgeisterung, Verblüffung, Entsetzen) [ganz] fassungslos (außer sich, entgeistert, erstaunt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit [ganz] fassungslos&#039;&#039; Es handelt sich wohl um eine Formulierung, die bewusst hebraisierend an das Griechisch der Sepuaginta angelehnt ist. Das mit dem Verbalsubstantiv derselben Wurzel im Dativ verbundene Verb ist eine Nachahmung der hebr. Konstruktion mit Verb+[[Inf. abs.]] („Septuagintismus“, Guelich 1989, 291; BDR §198.6). Dasselbe Verb beschreibt in Mk 2,12 und 6,51 die fassungslose Reaktion der Zeugen auf ein Wunder. Die von anderen gewählte Übersetzung „(Er)Staunen“ (ELB, MEN) ist vielleicht etwas blass, das seit Luther verbreitete „Entsetzen“ (LUT, EÜ, GNB, ZÜR) zwar vorstellbar, aber etwas unpassend. Der [[Dativus modi]] führt zur Einfügung von [vor], das fehlende Subjekt zur sinngemäßen Ergänzung von [alle]. Wörtlich könnte man vielleicht übersetzen: „[vor] großem Außersichsein [ganz] außer sich sein“, etwas freier übersetzt dann so wie hier. LUT: „Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen.“, EÜ: „Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen.“. Schön NGÜ: „zum grenzenlosen Erstaunen aller“, NeÜ: „Mit fassungslosem Erstaunen sahen alle, wie“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er machte ihnen unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen, die meisten Übersetzungen intensivieren. Vgl. V. 23 und 38, aber auch V. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
klar (ordnete an, schärfte ein), dass niemand davon erfahren [dürfe], zudem (und) sagte er, [man solle]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[man solle]&#039;&#039; Der griechische Infinitivsatz ist (dem Deutschen ganz ähnlich) final. In der gegenwärtigen Formulierung ist im Deutschen eine finale Satzeinleitung notwendig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr [etwas] zu Essen geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=21072</id>
		<title>Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=21072"/>
		<updated>2015-05-21T01:33:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: „Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}Ist das nicht der Handwerker, Marias Sohn und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie ärgerten sich über ihn.&lt;br /&gt;
{{L|4}}Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Anerkennung, außer in seiner Heimatstadt, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“&lt;br /&gt;
{{L|5}}So konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) vollbringen, außer dass er einigen Kranken durch Handauflegen heilte.&lt;br /&gt;
{{L|6}}Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Dann zog er durch die Dörfer ringsum und lehrte.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und er rief die Zwölf zu sich und sandte sie zu zweit aus. Er gab ihnen Macht über die unreinen Geister&lt;br /&gt;
{{L|8}}und er gab ihnen die Anweisung, nichts außer einem Wanderstab auf den Weg mitzunehmen – kein Brot, keine Tasche, kein Geld am Gürtel - &lt;br /&gt;
{{L|9}}aber Sandalen zu tragen. „Und zieht keine zwei Unterhemden an!“ &lt;br /&gt;
{{L|10}}Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus hineingeht, bleibt ihr, bis ihr wieder weggeht. &lt;br /&gt;
{{L|11}}Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu, dann geht von dort weg und schüttelt den Staub von euren Schuhsohlen ab, als Zeichen für sie!“ &lt;br /&gt;
{{L|12}}Und sie gingen los und predigten, dass die Menschen sollten umkehren sollten. &lt;br /&gt;
{{L|13}}Zudem trieben sie viele Dämonen aus. Sie salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. &lt;br /&gt;
{{L|14}}Und König Herodes hörte von Jesus, denn sein Name war bekannt geworden, und die Leute meinten: „Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum diese Wunderkräfte in ihm wirken!“ &lt;br /&gt;
{{L|15}}Andere sagten dagegen: „Er ist Elija!“, und wieder andere meinten: „Er ist ein Prophet wie einer der vergangenen Propheten.“ &lt;br /&gt;
{{L|16}}Als Herodes das hörte, rief er: „Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{L|17}}Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis werfen lassen. Das tat er weil er Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, geheiratet hatte.&lt;br /&gt;
{{L|18}}Denn Johannes hatte wiederholt zu Herodes gesagt: „Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“&lt;br /&gt;
{{L|19}}Aber Herodias nahm ihm das übel und wollte ihn töten. Aber es gelang ihr nicht. &lt;br /&gt;
{{L|20}}Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war. Also beschützte er ihn. Und wenn er ihm zuhörte, war er jedes Mal stark verwirrt, aber er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{L|21}}Und als ein günstiger Tag kam, an dem Herodes anlässlich seines Geburtstages für seine Hofbeamten, die Offiziere und die angesehensten Bürger Galiläas ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{L|22}}und als die Tochter eben jener Herodias tanzte, gefiel sie Herodes und seinen Tischgästen. Der König sagte zu dem Mädchen: „Wünsche dir, was auch immer du willst, und ich werde es dir geben!“ &lt;br /&gt;
{{L|23}}Und er schwor ihr: „Worum du mich auch bittest, ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“ &lt;br /&gt;
{{L|24}}Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen?“, und sie antwortete: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“ &lt;br /&gt;
{{L|25}}Und sofort ging sie eilig hinein zum König und sich von ihm: „Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Teller gibst!“ &lt;br /&gt;
{{L|26}}Und der König wurde sehr traurig, aber wegen seiner Schwüre und der Gäste wollte er sie nicht abweisen. &lt;br /&gt;
{{L|27}}Also schickte der König einen Henker und befahl, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis. &lt;br /&gt;
{{L|28}}Darauf brachte er seinen Kopf auf einem Teller herein und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{L|29}}Und als seine Jünger davon hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab. &lt;br /&gt;
{{L|30}}Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{L|31}}Und er sagte zu ihnen: „Kommt doch ganz allein mit mir an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen. &lt;br /&gt;
{{L|32}}Und sie fuhren in dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein.&lt;br /&gt;
{{L|33}}Allerdings sahen die Leute, wie sie losfuhren, und viele erfuhren davon. Zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und liefen voraus. &lt;br /&gt;
{{L|34}}Und als er ausstieg, sah er eine große Menschenmenge. Er empfand Mitleid mit ihnen, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben. Und er begann, sie vieles zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: „Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!“&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: „Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?“&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: „Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach.“ Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: „Wir haben 5 Brote und zwei Fische“&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was [ist] die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Joses, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends (nicht) ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB könnte man &#039;&#039;viele&#039;&#039; auch in den ersten Satzteil vorziehen, sodass es sich auf beide Verben bezieht: „Allerdings sahen &#039;&#039;viele&#039;&#039; [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] [doch], damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war ein entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise“, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete [sie]. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind war {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit &#039;&#039;fassungslos&#039;&#039; schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig. „an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_Buch_Einleitung&amp;diff=21071</id>
		<title>Diskussion:Markus Buch Einleitung</title>
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		<updated>2015-05-21T01:15:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: Die Seite wurde neu angelegt: „Die Beschreibung zur Leichten Sprache ist sicher nicht zufriedenstellend. Ich meine, die Leichte-Sprache-Leute hätten großen Wert darauf gelegt, Leichte Spra…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Beschreibung zur Leichten Sprache ist sicher nicht zufriedenstellend. Ich meine, die Leichte-Sprache-Leute hätten großen Wert darauf gelegt, Leichte Sprache nicht nur als &amp;quot;einfacheres Deutsch&amp;quot; näherzubringen, sondern eben auf die Schwierigkeiten von Menschen mit Sprachbehinderung hinzuweisen. Wie genau das jetzt aber formuliert werden sollte, weiß ich mittlerweile auch nicht mehr...&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_Buch_Einleitung&amp;diff=21070</id>
		<title>Markus Buch Einleitung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_Buch_Einleitung&amp;diff=21070"/>
		<updated>2015-05-21T01:12:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wir versuchen bis zum Kirchentag ein paar Exemplare vom Markusevangelium gedruckt zu bekommen. Für das Buch brauchen wir noch einen Einleitungstext.&lt;br /&gt;
Der sollte enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein paar nette Worte?&lt;br /&gt;
** Markusprojekt&lt;br /&gt;
** Autoren&lt;br /&gt;
** Einladung zum Mithelfen?&lt;br /&gt;
* Kurze Info (&amp;quot;Über die Offene Bibel&amp;quot;) + Link zum Offenen Bibel Projekt.&lt;br /&gt;
* Erklärung der Syntax des Textes () {} [] ...&lt;br /&gt;
* Erklärung zu Qualität des Textes&lt;br /&gt;
* Stand (Datum)&lt;br /&gt;
* Lizenz&lt;br /&gt;
* Gibt es irgendwelche rechtlichen Sachen, die man verpflichtet ist rein zu schreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht kann man ein bisschen auf den existierenden Seiten klauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über dieses Buch==&lt;br /&gt;
Dieses Buch enthält das Markus-Evangelium nach der Studienübersetzung der Offenen Bibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offene Bibel ist, anders wie der Name vielleicht vermuten lässt, nicht nur eine Bibelübersetzung, sondern ein breit aufgestelltes Projekt mit dem tieferen Ziel, die Bibel zugänglicher zu machen. Der Hauptfokus liegt auf drei Übersetzungen der Bibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;Studienfassung&#039;&#039; hilft, sprachliche Details des Urtextes zu verstehen und zeigt wissenschaftlich gesicherte Bedeutungsvarianten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;Lesefassung&#039;&#039; hält an einem guten, hochsprachlichen Deutsch fest und geht neue Wege, wo etablierte Formulierungen problematisch geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;Bibel in Leichte Sprache&#039;&#039; will Menschen, die mit komplexer deutscher Sprache nicht zurecht kommen, eine Alternative bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersetzung ist noch in Arbeit und entsprechend stellt dieses Buch einen Zwischenstand dar. Mit Ausnahme der Kapitel 12, 14 und 15 entspricht der Text zum großen Teil den Qualitätskriterien, welche die Offene Bibel an die Übersetzungen stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitarbeiten kann bei der Offenen Bibel jeder, ähnlich wie bei dem Wikipedia-Projekt. Wer Kenntnisse in den Ursprachen und zumindest grundlegende exegetische Fähigkeiten hat, kann direkt an der Übersetzung der Studienfassung aus dem Urtext helfen. Einbringen kann man sich auch bei den anderen Übersetzungen, der Technik, der Organisation, als Spender, Ermutiger, Probeleser oder Beter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersetzung des Markusevangeliums ist zum größten Teil während einer Aktion zum gezielten Übersetzen dieses Buches Anfang 2014, dem Markusprojekt, entstanden. Organisiert wurde diese Aktion von dem Theologen Benjamin Misja, der auch an großen Teilen der Übersetzungsarbeit beteiligt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle drei Übersetzungen stehen noch relativ am Anfang. Das Markusevangelium ist das am weitesten fortgeschrittene Buch. Der Kirchentag 2015 hat den Anlass gegeben, dieses erste Bibelbuch in den Druck zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgender Webseite gibt es mehr Informationen über die Offene Bibel, den Übersetzungsfortschitt und eine Einführung, wie man mithelfen kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;http://offene-bibel.de/&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder ist eingeladen, vorbeizuschauen und Hallo zu sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mitwirkende==&lt;br /&gt;
An dem Text wie er hier vorliegt haben die nachfolgend genannten Personen mitgewirkt. Die Namen entsprechen den Namen, mit denen sich die Personen bei der Offenen Bibel angemeldet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Aaron-, Ben, Cajetan, Dreifach, Dymat, Fbeetschen, Florian K., Güntzel Schmidt, HaCeMei, Hannesleitlein, Hennerthepenner, Jan, J.Heck, Kilo13, Kmayse, Konfis007, Konstantin, Matthias H., McKonfi14, Mihi, Mmalzner, Mongoose, Olaf, Patrick, Pedentim, Sebastian Walter, skreutzer, Thommy B, Topseeser, Wolfgang Loest, Xobin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung==&lt;br /&gt;
Der Text der Übersetzungen der Offenen Bibel und damit auch der Text dieses Buches unterliegt den Bedingungen der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Lizenz&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lizenz kann unter folgender Internetadresse eingesehen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst besagt die Lizenz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist erlaubt, den Text in jedwedem Format oder Medium zu vervielfältigen und weiterzuverbreiten.&lt;br /&gt;
Es ist erlaubt den Text zu verändern und darauf aufbauen, und zwar für beliebige Zwecke, auch kommerziell.&lt;br /&gt;
Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen, solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Bedingungen müssen dabei eingehalten werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie den Text verändern oder anderweitig direkt darauf aufbauen, dürfen Sie Ihre Beiträge nur unter derselben Lizenz wie das Original verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Auszeichnungen==&lt;br /&gt;
Der Bibeltext enthält eine Reihe von besonderen Auszeichnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;() Alternativübersetzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Studienfassung verwendet runde Klammern (), um zu zeigen, wo mehrere sprachliche Deutungen möglich oder relevante Zwischentöne vorhanden sind. Im Haupttext selbst wird dabei zunächst die Deutung angegeben, der die Studienfassung folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[] Einfügung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Text in eckigen Klammern ist im Urtext nicht enthalten und wurde in der Übersetzung eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;{} Auslassung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Text in geschwungenen Klammern ist im Urtext vorhanden, wird in der Übersetzung jedoch nicht aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Fußnote&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
In Fußnoten werden zusätzliche Informationen zum Text gegeben.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_Buch_Einleitung&amp;diff=21069</id>
		<title>Markus Buch Einleitung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_Buch_Einleitung&amp;diff=21069"/>
		<updated>2015-05-21T00:53:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wir versuchen bis zum Kirchentag ein paar Exemplare vom Markusevangelium gedruckt zu bekommen. Für das Buch brauchen wir noch einen Einleitungstext.&lt;br /&gt;
Der sollte enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein paar nette Worte?&lt;br /&gt;
** Markusprojekt&lt;br /&gt;
** Autoren&lt;br /&gt;
** Einladung zum Mithelfen?&lt;br /&gt;
* Kurze Info (&amp;quot;Über die Offene Bibel&amp;quot;) + Link zum Offenen Bibel Projekt.&lt;br /&gt;
* Erklärung der Syntax des Textes () {} [] ...&lt;br /&gt;
* Erklärung zu Qualität des Textes&lt;br /&gt;
* Stand (Datum)&lt;br /&gt;
* Lizenz&lt;br /&gt;
* Gibt es irgendwelche rechtlichen Sachen, die man verpflichtet ist rein zu schreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht kann man ein bisschen auf den existierenden Seiten klauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über dieses Buch==&lt;br /&gt;
Dieses Buch enthält das Markus-Evangelium nach der Studienübersetzung der Offenen Bibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offene Bibel ist, anders wie der Name vielleicht vermuten lässt, nicht nur eine Bibelübersetzung, sondern ein breit aufgestelltes Projekt mit dem tieferen Ziel, die Bibel zugänglicher zu machen. Der Hauptfokus liegt auf drei Übersetzungen der Bibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;Studienfassung&#039;&#039; hilft, sprachliche Details des Urtextes zu verstehen und zeigt wissenschaftlich gesicherte Bedeutungsvarianten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;Lesefassung&#039;&#039; hält an einem guten, hochsprachlichen Deutsch fest und geht neue Wege, wo etablierte Formulierungen problematisch geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;Bibel in Leichte Sprache&#039;&#039; will Menschen die mit komplexer deutscher Sprache nicht zu Recht kommen eine Alternative bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersetzung ist noch in Arbeit und entsprechend stellt dieses Buch einen Zwischenstand dar. Mit Ausnahme der Kapitel 12, 14 und 15, die noch etwas Arbeit erfordern, entsprechen die Kapitel dem großen Teil der Qualitätskriterien, die die Offene Bibel an die Übersetzungen stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitarbeiten kann bei der Offenen Bibel jeder, ähnlich wie bei dem Wikipedia Projekt. Wer Kenntnisse in den Ursprachen und zumindest grundlegende exegetische Fähigkeiten hat kann direkt an der Übersetzung der Studienfassung aus dem Urtext helfen. Einbringen kann man sich auch bei den anderen Übersetzungen, der Technik, der Organisation, als Spender, Ermutiger, Probeleser oder Beter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersetzung des Markusevangeliums ist zum größten Teil während einer Aktion zum gezielten Übersetzen dieses Buches Anfang 2014, dem Markusprojekt, entstanden. Organisiert wurde diese Aktion von dem Theologen Benjamin Misja, der auch an großen Teilen der Übersetzungsarbeit beteiligt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle drei Übersetzungen stehen noch relativ am Anfang. Das Markusevangelium ist das am weitesten fortgeschrittene Buch. Der Kirchentag 2015 hat den Anlass gegeben dieses erste Buch in Buchform zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgender Webseite gibt es mehr Informationen über die Offene Bibel, den Übersetzungsfortschitt und eine Einführung wie man mithelfen kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;http://offene-bibel.de/&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder ist eingeladen vorbei zu schauen und Hallo zu sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mitwirkende==&lt;br /&gt;
An dem Text wie er hier vorliegt haben folgende Personen mitgewirkt. Die Namen entsprechen den Namen, mit denen sich die Personen bei der Offenen Bibel angemeldet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-Aaron-, Ben, Cajetan, Dreifach, Dymat, Fbeetschen, Florian K., Güntzel Schmidt, HaCeMei, Hannesleitlein, Hennerthepenner, Jan, J.Heck, Kilo13, Kmayse, Konfis007, Konstantin, Matthias H., McKonfi14, Mihi, Mmalzner, Mongoose, Olaf, Patrick, Pedentim, Sebastian Walter, Skreutzer, Thommy B, Topseeser, Wolfgang Loest, Xobin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung==&lt;br /&gt;
Der Text der Übersetzungen der Offenen Bibel und damit auch der Text dieses Buches unterliegt den Bedingungen der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Lizenz&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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==Auszeichnungen==&lt;br /&gt;
Der Bibeltext enthält eine Reihe von besonderen Auszeichnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;() Alternativübersetzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Studienfassung verwendet runde Klammern (), um zu zeigen, wo mehrere sprachliche Deutungen möglich oder relevante Zwischentöne vorhanden sind. Im Haupttext selbst wird dabei zunächst die Deutung angegeben, der die Studienfassung folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[] Einfügung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Text in Eckigen Klammern ist im Urtext nicht enthalten und wurde in der Übersetzung eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;{} Auslassung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Text in geschwungenen Klammern ist im Urtext vorhanden, wird in der Übersetzung jedoch nicht aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Fußnote&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
In Fußnoten werden zusätzliche Informationen zum Text gegeben.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_3&amp;diff=21068</id>
		<title>Markus 3</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_3&amp;diff=21068"/>
		<updated>2015-05-21T00:36:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Jesus heilt am Sabbat))&lt;br /&gt;
{{L|1}} Als Jesus wieder einmal in die Synagoge ging und dort auf einen Mann mit einer verkrüppelten Hand stieß,&lt;br /&gt;
{{L|2}} wurde scharf beobachtet, was er tun würde. Denn wenn er ihn heilen würde, obwohl Sabbat war, könnte man ihn vor Gericht bringen.&lt;br /&gt;
{{L|3}} Da sagte Jesus zu dem Mann mit der verkrüppelten Hand: „Komm in die Mitte!“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Die Anderen aber fragte er: „Soll man an einem Sabbat Gutes oder Schlechtes tun? Soll man Leben retten - oder töten?“ Doch er bekam keine Antwort.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Zornig blickte Jesus in die Runde, und tief betrübt über ihre Hartherzigkeit bat er den Mann: „Streck deine Hand aus!“ Dieser streckte seine Hand aus - und sie war geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Da verließen die Pharisäer unverzüglich die Synagoge und berieten sich mit den Anhängern des Herodes, wie sie ihn umbringen könnten.&lt;br /&gt;
((Jesus heilt am See Gennesaret))&lt;br /&gt;
{{L|7}} Daraufhin wollte sich Jesus mit seinen Jüngern an den See zurückziehen. Doch eine große Menschenmenge aus Galiläa folgte ihm. Selbst aus Judäa,&lt;br /&gt;
{{L|8}} Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet östlich des Jordans, aus Tyrus und Sidon strömten die Menschen scharenweise zu ihm, weil sie von seinen Taten gehört hatten.&lt;br /&gt;
{{L|9}} Um nicht von der Menschenmenge erdrückt zu werden, bat er seine Jünger, dafür zu sorgen, dass ihm ein kleines Boot bereitstehen würde.&lt;br /&gt;
{{L|10}} Denn weil er schon so viele geheilt hatte, drängten nun alle, die ein Leiden hatten, an ihn heran, um ihn zu berühren.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Und wann immer ihn ein unreiner Geist erblickte, fiel er vor ihm nieder und schrie: „Du bist der Sohn Gottes!“&lt;br /&gt;
{{L|12}} Aber Jesus verbot ihnen strengstens, bekannt zu machen, wer er sei.&lt;br /&gt;
((Die Berufung der Apostel))&lt;br /&gt;
{{L|13}} Später stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er bei sich haben wollte. Und sie kamen zu ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Von diesen berief er wiederum Zwölf: Sie sollten ihm folgen, sie wollte er zum Verkündigen aussenden {{L|15}} und ihnen wollte er die Macht geben, Dämonen auszutreiben.&lt;br /&gt;
{{L|16}} Er berief also die Zwölf. Diese waren: Simon - ihm gab er den Namen „Petrus“ -,&lt;br /&gt;
{{L|17}} Jakobus (der Sohn des Zebedäus), sein Bruder Johannes - diesen beiden gab er den Namen „Boanerges“ (das heißt: „Donnersöhne“) -,&lt;br /&gt;
{{L|18}} Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus (der Sohn des Alphäus), Thaddäus, Simon, der Eiferer&lt;br /&gt;
{{L|19}} und Judas Iskariot, der ihn später verraten sollte. &lt;br /&gt;
((Jesus, seine Verwandten und die Schriftgelehrten))&lt;br /&gt;
{{L|20}} Dann zog Jesus sich in ein Haus zurück. Aber auch dort versammelte sich eine große Menschenmenge, so dass Jesus und die Jünger nicht einmal Zeit fanden, auch nur einen Bissen Brot zu sich zu nehmen.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Als seine Angehörigen davon erfuhren, machten sie sich auf den Weg, um ihn zurückzubringen. Sie sagten nämlich, er habe den Verstand verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Jerusalemer Schriftgelehrten dagegen verbreiteten, dass er vom Dämon Beelzebul besessen sei und nur deswegen Dämonen austreiben könne, weil er mit dem Höllenfürsten selbst im Bunde stehe.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Jesus rief sie zu sich und hielt ihnen folgenden Vergleich entgegen: „Wie soll denn der Satan sich selbst austreiben? {{L|24}} Wenn ein Königreich mit sich selbst entzweit ist, kann es nicht bestehen.&lt;br /&gt;
{{L|25}} Und wenn eine Familie mit sich selbst entzweit ist, kann auch sie nicht bestehen.&lt;br /&gt;
{{L|26}} Würde also wirklich der Satan sich gegen sich selbst erheben und mit sich selbst entzweit sein - wie sollte dann er bestehen? Dann wäre es ja aus mit ihm. &amp;lt;ref&amp;gt;Eigentlich ist das kein sinnvolles Gegenargument gegen die Schriftgelehrten. Im Alten Israel war der Glaube verbreitet, dass man in der Tat Dämonen mithilfe anderer Dämonen austreiben könne. Noch dazu werden im Alten Testament Satan und Dämonen überhaupt nicht miteinander in Verbindung gebracht. Wenn Jesus also sagt, (1) man könne gar nicht Dämonen mit anderen Dämonen austreiben, (2) weil dann ja der Satan mit sich selbst im Streit liege, liegt dem gleich doppelt ein anderes Verständnis als das verbreitete zugrunde: In der Tat sind alle Dämonen als „Teufelsbrut“ zu betrachten, und gerade deshalb macht die Annahme keinen Sinn, dass man einen Dämon mithilfe eines anderen Dämons austreiben könne. Es ist schwer vorstellbar, dass gerade die Theologen - und besonders die Theologen aus der „theologischen Hauptstadt“ Jerusalem! - diese Argumentation akzeptiert haben sollten.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{L|27}} Es ist doch umgekehrt: Unmöglich kann jemand bei einem starken Mann einbrechen und ihn ausrauben, wenn er nicht zuerst diesen starken Mann fesselt. Erst dann kann er ihn ausplündern.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Jede Verfehlung und jede Gotteslästerung kann vergeben werden - wie schlimm sie auch sei und wer sie auch begeht.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Aber wenn jemand gegen den &#039;&#039;Heiligen Geist&#039;&#039; lästert, wird ihm niemals vergeben werden. Auf ewig wird er diese Schuld zu tragen haben, das sage ich euch.“&lt;br /&gt;
{{L|30}} - Das sagte er, weil sie behaupteten, er sei von einem &#039;&#039;unheiligen&#039;&#039; Geist besessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|31}} Inzwischen waren seine Mutter und seine Geschwister angekommen. Weil die Menschen so dicht gedrängt um Jesus saßen, blieben sie vor dem Haus stehen und ließen ihm ausrichten, dass sie draußen seien.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Also gab man ihm die Nachricht weiter: „Da draußen sind deine Mutter und deine Geschwister und wollen dich sprechen!“ {{L|33}} Aber Jesus fragte zurück: „Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Geschwister?“&lt;br /&gt;
{{L|34}} Dann blickte er in die Runde und sprach: „Das hier sind meine Mutter und meine Geschwister! -&lt;br /&gt;
{{L|35}} Jeder, der tut, was Gott gefällt, ist mir Bruder, Schwester und Mutter.“ &amp;lt;ref&amp;gt;Um die Radikalität dieses Ausspruchs verstehen zu können, muss man um die Rolle der Familie im Alten Israel wissen. Nur der Rahmen einer (möglichst großen) Familie konnte die Sicherheit der Familienmitglieder sicherstellen. Die Familie ist außerdem „Produktionsgemeinschaft“ und „Wirtschaftseinheit“ und so auch Garant für die soziale Sicherheit ihrer Mitglieder. Es ist daher so selbstverständlich, in (Groß-)Familien zusammenzuleben, dass man im Hebräischen für Familie einfach sagt: „Haus“; „eine Familie gründen“ heißt: „ein Haus bauen“. Innerhalb einer Familie konnte man voneinander Solidarität erwarten und forderte diese auch. Jesus widerspricht hier also so sehr den gesellschaftlichen Normen, dass es kein Wunder ist, wenn über ihn verbreitet wird, er habe „den Verstand verloren“ (V. 21).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging wieder einmal in die Synagoge. Und dort war ein Mann, der eine verkrüppelte (gelähmte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkrüppelt&#039;&#039; W. „verdorrt“ (LUT, ELB, EÜ), „vertrocknet“, was den damaligen medizinischen Vorstellungen entsprach (Collins 2007, 206). GNB: „abgestorben“, ZÜR: „verkümmert“, MEN: „gelähmt“. Unsere Übersetzung wie NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hand hatte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der ... hatte&#039;&#039; [[Attributives Partizip]] Präsens. Als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sie achteten (man achtete, sie lauerten) genau&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie achteten (man achtete, sie lauerten) genau&#039;&#039; Das Subjekt „sie“ bezeichnet sicherlich die Pharisäer aus 2,24 und 3,6. Mk lässt die Referenz aber bewusst offen und verwendet stattdessen einen impersonalen Plural - vielleicht auch als Passiversatz, also „wurde belauert“ -, um so den Eindruck einer allgemeinen feindlichen Atmosphäre zu erzeugen.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
darauf, ob er ihn [am] Sabbat&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[am] Sabbat&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
heilen würde, um gegen ihn Anklage erheben (um ihn anzuklagen) [zu können].&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu dem Mann mit der verkümmerten (gelähmten, verdorrten) Hand&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit der verkümmerten Hand&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] (vgl. V. 1), aus stilistischen Gründen nicht als Relativsatz, sondern als Präpositionalphrase übersetzt. &#039;&#039;verkümmert&#039;&#039; S. die [[#note_a|Fn zu „verkrüppelt“]] in V. 1. Hier benutzt Markus ein Adjektiv aus derselben Wurzel wie das Ptz. in V. 1, das sich in der Bedeutung nicht wesentlich unterscheidet.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Komm (Steh auf)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Komm (Steh auf)&#039;&#039; W. „Steh auf“, aber ἐγείρω wird im Griechischen öfter auch - ähnlich wie hebr. {{hebr}}קוּם{{hebr ende}} - vergleichbar unserem deutschen „Auf!“, „Los!“ etc. verwendet („entsemantisierter Vorbereitungsimperativ“). Das ist vermutlich auch hier die Bedeutung (vgl. BDAG zu ἐγείρω). „Komm!“ ist die im Kontext stimmigste Übersetzung und wird so auch von BDAG emfpohlen. In der Übersetzung wird daraus: „Komm in die Mitte!“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
in die Mitte!“&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und er frage (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie (zu ihnen): „Ist es richtig (erlaubt), [am] Sabbat&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[am] Sabbat&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gutes zu tun oder Schlechtes zu tun? Leben zu retten oder zu töten?“ Aber sie schwiegen (sagten nichts). &lt;br /&gt;
{{S|5}} Da (Und) blickte (schaute) er sie voll Zorn (zornig)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voll Zorn (zornig)&#039;&#039; Die Präposition μετά + [Gefühl] dient zur Angabe von Gemütszuständen (BDAG Bed. III.1).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
alle der Reihe nach (ringsum) an.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;blickte … alle der Reihe nach (ringsum) an&#039;&#039; übersetzt das Prädikat. [[Ptz. conj.]] (Aor.), hier temporal gleichzeitig zu verstehen. V. 3 („[stell dich] in die Mitte!“) legt nahe, dass Jesus den Mann mit der verkrüppelten Hand in die Mitte der Versammlung gestellt hatte. In Synagogen saß man auf Steinbänken an den Wänden oder auf Matten auf dem Fußboden (Guelich 1989, 134). Jetzt schaut er mit einem deutlich spürbaren Blick in die Runde.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[Tief] betrübt (voller Mitleid) über die Verstockung (Sturheit, Härte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[tief] betrübt (voller Mitleid)&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Präsens (modal); in der Klammer als Präpositionalphrase aufgelöst. Andere Möglichkeiten: „Er war [tief] betrübt“, „weil er [tief] betrübt war, ...“ Die meisten verstehen die Beschreibung als Ausdruck der Trauer, nicht des Mitleids, obwohl jenes ebenso möglich wäre (vgl. NSS; France 2002, 151).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihrer Herzen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihrer Herzen&#039;&#039; W. „ihres Herzens“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu dem Mann: „Strecke die Hand aus!“ Und (Da) er streckte [sie] aus und seine Hand wurde wieder gesund (wiederhergestellt).&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und (Doch) sobald die Phärisäer hinausgegangen waren,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sobald … hinausgegangen waren&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal (vorzeitig) als Nebensatz aufgelöst. Ebenfalls möglich: „Doch die Pharisäer gingen hinaus und...“ (gleichzeitig)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fassten sie unverzüglich ihn betreffende (gegen/über ihn) Pläne (den Beschluss, berieten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fassten Pläne&#039;&#039; Gr. συμβούλιον ἐδίδουν Sonst unbekannte Formulierung, wörtlich: „Rat geben“. Übersetzungen: „einen Beschluss fassen“ (NSS, ZÜR, EÜ), „Rat halten“ (z.B. Elb, Lut), „beschließen“ (GNB), „beraten“ (Menge), NGÜ wie OfBi. Das Verb steht im Imperfekt. Daraus wird ersichtlich, dass sie über einen gewissen Zeitraum berieten oder Pläne schmiedeten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit den Herodianern (Anhängern von Herodes), wie sie ihn beseitigen (zerstören töten, aus dem Weg räumen, loswerden) [könnten]. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und (Daraufhin) Jesus zog sich mit seinen Jüngern zum Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meer&#039;&#039; Gemeint ist wie schon in Mk 2,13 der See Gennesaret, das „Meer von Galiläa“. Auch die gesonderte Erwähnung der Menschenmenge aus Galiläa weist darauf hin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zurück, und eine große Menge aus Galiläa folgte [ihnen], auch (und) aus Judäa,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch (und) aus Judäa&#039;&#039; Markus beschreibt hier zwei getrennte Gruppen, eine in V. 7 und eine in V. 8. Die erste enthält mindestens Menschen aus Galiläa. Bei der Versabgrenzung verstand man offenbar auch Leute aus dem anderen großen jüdischen Gebiet, Judäa, als Teil dieser Menge, doch schloss Jerusalem (V. 8) etwas willkürlich aus. Sinnvoller erscheint eine Aufteilung nach geographischer Nähe: In Galiläa befindet sich Jesus gerade. Judäa, Jerusalem und Idumäa liegen südlich davon, das „Gebiet jenseits des Jordans“ östlich und Tyrus und Sidon nördlich. Die Aufzählung bedeutet schlicht: „Von nah und von überall her aus der Ferne (und auch aus Jerusalem)“. So verstehen es die herangezogenen Übersetzungen, nur ELB geht von nur einer Menge aus und muss dann in V. 8 noch einmal „eine große Menge“ ohne echte Funktion erwähnen. Ähnlich ging es bei Johannes zu, dessen Wirken sich auf Judäa beschränkte und der hauptsächlich die Menschen dieser Provinz erreichte (Mk 1,5), wobei auch Galiläer wie Jesus von ihm hörten und ihn aufsuchten (1,9).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} {und aus} Jerusalem, {und aus} Idumäa und [dem Land] jenseits des Jordans, sowie der [Gegend] um Tyrus und Sidon kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; W. „kamen“ ([[Constructio ad sensum]]). Genauso das folgende Partizip „die hörten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine große Menge zu ihm, die (weil/als sie) hörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die hörten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Präsens, kausal oder temporal, hier als Relativsatz aufgelöst, der beide Aspekte vermitteln kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
was ([alles], das; wie viel) er tat. &lt;br /&gt;
{{S|9}} Und er sprach zu seinen Jüngern, damit ihm wegen der Menschenmenge ein kleines Boot bereitstehen würde, damit sie ihn nicht erdrückten,&lt;br /&gt;
{{S|10}} denn er heilte (hatte geheilt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;heilte&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;hatte geheilt&#039;&#039; Das Aorist könnte hier gut die Vorvergangenheit bezeichnen (Grosvenor/Zerwick; Kleist 1937, S. 193; van Iersel 1998, S. 162; vgl. Zerwick §290). Gut GN, KAM: „Weil er schon so viele geheilt hatte, stürzten...“. „Weil“ auch ALB, B/N, HER, MEN, NGÜ; ähnlich BB.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
so viele, dass sich diejenigen ([alle], solche), die Leiden (Qualen) hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Leiden (Qualen)&#039;&#039; W. „Geißel“, übertragen „Plage“. Per Bedeutungserweiterung auch „Leiden“ oder „Gebrechen“ (vgl. LN 23.182). &#039;&#039;hatten&#039;&#039; Markus benutzt das [[Imperfekt]], um die anhaltende Situation zu beschreiben. Das setzt sich bis V. 12 fort.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich um ihn drängten (sich auf ihn stürzten), um ihn zu berühren.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und die unreinen Geister fielen vor ihm nieder, sobald sie ihn sahen, und schrien {und sagten}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagten}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;{dass}&#039;&#039; [[ὅτι recitativum]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist der Sohn Gottes!“&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er drohte (befahl, wies an) ihnen nachdrücklich (streng), damit sie ihn nicht öffentlich machten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drohte (befahl, wies an) ihnen nachdrücklich&#039;&#039; W. etwa „wies sie viel zurecht“, das Adverb πολλὰ „viel“ benutzt Markus hier intensivierend (ganz ähnlich wie „sehr“), daher die Übersetzung &#039;&#039;nachdrücklich&#039;&#039;. Wie in Mk 1,25 (s. Fn dort) kontrolliert Jesus hier Dämonen, denen er bindende Befehle erteilt. So heißt das Wort in diesem Kontext eher (indirekte Rede einleitend) &#039;&#039;befehlen&#039;&#039;. Guelich benutzt stattdessen die Übersetzung „seiner Kontrolle unterwerfen“ (engl. „subdue“), was im Kontext ebenfalls gut möglich ist (ders. 1989, 148f.). Die Übersetzung müsste man dann im Hinblick auf πολλὰ (dann iterativ) und den Nebensatz leicht anpassen: „Und er unterwarf sie immer wieder seiner Kontrolle, damit sie nicht öffentlich machten, [wer er war].“ &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;drohte ..., damit sie ihn nicht öffentlich machten&#039;&#039; - Das Griechische drückt den indirekt geäußerten negativen Befehl durch einen finalen Nebensatz aus, das Deutsche mit einem Infinitivsatz. Stilistisch schöner mit „verbieten“: &#039;&#039;verbot … zu machen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Dann (Und) stieg er auf den Berg und rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg&#039;&#039; und &#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen zu sich, die er selbst sich ausgesucht hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die er selbst sich ausgesucht hatte&#039;&#039; W. „die er selbst wollte“. NSS schlägt sinngemäß „die er bei sich haben wollte“ vor (so NGÜ, ähnlich MEN, ZÜR). EÜ: „die er erwählt hatte“, GNB: „die er für eine besondere Aufgabe vorgesehen hatte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und sie kamen zu ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen zu ihm&#039;&#039; W. „gingen/kamen weg zu ihm“ oder „verließen (hin) zu ihm“. Man hat sich das vielleicht bildlich so vorzustellen, dass sie sich auf seinen Ruf hin aus der Menge lösten und ihm kamen. Doch der Gebrauch des Worts in einer anderen Berufungssituation (Mk 1,20) zeigt, dass Markus mit dem Wort für seine Leser wieder auch eine Trennung vom alten Leben (oder von der Jesus nur aus Sensationslust folgenden Masse) ausdrücken möchte (vgl. Guelich 1989, 157).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und er bestimmte (berief, setzte ein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bestimmte&#039;&#039; W. „machte“, ein Semitismus (Guelich 1989, 157).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwölf, die er bei sich haben und die er aussenden [wollte],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die er bei sich haben und die er aussenden [wollte]&#039;&#039; (vgl. EÜ, NGÜ, GNB) Der doppelte Relativsatz mit eingefügtem &#039;&#039;[wollte]&#039;&#039; übersetzt den griechischen doppelten finalen Nebensatz (mit zweifachem ἵνα „damit, um zu“). Diese Umformulierung ist notwendig, um die finalen Infinitivsätze (&#039;&#039;um zu predigen&#039;&#039; und V. 15), die die beiden finalen Nebensätze modifizieren, noch in vernünftigem Deutsch wiedergeben zu können. Als finaler Nebensatz könnte man sonst auch direkter übersetzen: „um bei ihm zu sein und um sie auszusenden“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[um] zu predigen (verkündigen)&lt;br /&gt;
{{S|15}} und Macht (Vollmacht, Autorität, Ermächtigung) zum Austreiben [von] Dämonen zu haben.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und er bestimmte (berief, setzte ein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zwölf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf, und er gab Simon [den] Namen „Petrus“;&lt;br /&gt;
{{S|17}} und Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und Jakobus’ Bruder Johannes, und er gab ihnen [die] Namen „Boanerges“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Boanerges“&#039;&#039; kommt in der Bibel nur hier vor und ist offenbar die griechische Schreibung eines aramäischen oder hebräischen Titels. „Boane-“ steht dabei für „Söhne“, auch wenn diese Form des hebräischen/aramäischen {{hebr}}בני{{hebr ende}} sonst nicht bekannt ist und auch nicht der richtigen Aussprache entspricht. Es gibt verschiedene Vermutungen, welche anderen Begriffe dahinterstehen könnten, aber insgesamt liegt die Herkunft des Titels im Dunkeln (Collins 2007, 219-21). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, das heißt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;heißt&#039;&#039; W. „ist“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Söhne des Donners“;&lt;br /&gt;
{{S|18}} weiter (und) Andreas, {und} Philippus, {und} Bartholomäus, {und} Matthäus, {und} Thomas, {und} Jakobus, den [Sohn] von Alphäus, sowie (und) Thaddäus, {und} Simon den Eiferer (Zeloten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Simon den Eiferer (Zeloten)&#039;&#039; Während Lk 6,15 den Jünger als Zeloten ausweist (Σίμωνα τὸν καλούμενον ζηλωτὴν), nennen Mk 3,18 und Mt 10,4 ihn Σίμων ὁ Καναναῖος „Simon der Kananäus“. Das ist Aramäisch für „Eiferer“, was Lukas korrekt ins Griechische übertragen hat. Simon wird aber nicht zur politischen Bewegung der Zeloten gehört haben, die erst im Winter 67-68 entstand. Die wurden die Zeloten erst zur Zeit des jüdischen Kriegs (um 70 n. Chr.) zu einer Bewegung unter diesem Namen. Simon erhielt den Titel vielleicht, weil er besonders eifrig und fromm in der Wahrung des Gesetzes war (Collins 2007, 222f.; France 2002, 162f.). Andererseits hätten Markus&#039; Leser den Beinamen vielleicht schon so (und nicht anders) verstanden (ders., 163).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} und Judas Iskariot&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Iskariot&#039;&#039; Dieser Beiname ist wohl die griechische Schreibweise für Hebr. {{hebr}}איש קריות{{hebr ende}} „Mann aus Keriot“, einem Dorf nahe Hebron in Juda. In Joh 6,71; 13,26 trägt schon sein Vater diesen Beinamen. Judas trug den Beinamen als Unterscheidungsmerkmal, weil der Name „Juda“ zu Jesu Zeit zusammen mit „Simeon“ (Simon) und „Jeshua“ (Jesus) einer der häufigsten jüdischen Namen überhaupt war. Nach anderen, jedoch problematischen Vorschlägen ist Iskariot entweder ein Beiname, den Judas erst nach seinem Verrat von den frühen Christen erhielt. Er leitet sich dann von Aramäisch {{hebr}}סכר{{hebr ende}}, &#039;&#039;sakar&#039;&#039; „Lügner, Falscher“ ab. Oder er stammt aus Judas&#039; angenommener Vergangenheit als jüdischer Freiheitskämpfer und leitet sich von Lat. &#039;&#039;sicarius&#039;&#039; „Meuchelmörder“ ab (ähnlich wie bei einem anderen Jünger, Simon dem Zeloten). Doch wenn schon Judas&#039; Vater den Beinamen trug, ist die erste Theorie die wahrscheinlichste. Judas wäre dann der einzige Jünger, der nicht aus Galiläa stammt (Collins 2007, 223; Guelich 1989, 163).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, der ihn dann (auch) auslieferte (verriet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auslieferte (verriet)&#039;&#039; Das Wort heißt „übergeben“ oder „ausliefern“ (hier zum ersten Mal für Jesus). In Mk 1,14 bezeichnet es (vielleicht absichtlich) die Verhaftung von Johannes dem Täufer. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung. Die Konnotation des Verrats ist dabei in vielen Fällen enthalten (z.B. Joh 13,2). Dasselbe Verb benutzt die LXX für den stellvertretenden Tod des leidenden Knechts in Jes 53,6.12 LXX. Nach der angekündigten Wegnahme des Bräutigams in 2,20 ist es schon die zweite Andeutung von Jesu späterem Schicksal (Collins 2007, 223f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|20}} Später (Und) ging [Jesus] nach Hause (in ein Haus).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach Hause&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;in ein Haus&#039;&#039; Es wird sich wieder um Petrus&#039; Haus in Kafarnaum handeln, das Jesus offenbar bezogen hat (vgl. Mk 1,29; 2,1). Abgesehen von seinem Besuch in Levis Haus (2,15) ist es das einzige bisher identifizierte (France 2002, 164f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wieder versammelte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging&#039;&#039; und &#039;&#039;versammelte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich die Menschenmenge, sodass sie nicht einmal dazu kamen, [etwas] Brot zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Brot essen&#039;&#039; Ein Semitismus für das Einnehmen einer Mahlzeit (Guelich 1989, 167). Entsprechend steht in den meisten Übersetzungen nur „essen“. Das Subjekt &#039;&#039;sie&#039;&#039; könnte sich auch auf die Menge beziehen, der Satz ergibt aber nur Sinn, wenn die Subjekte des vorigen Abschnitts (Jesus und die zwölf Jünger) wegen der aufdringlichen Menschenmenge nicht zum Essen kommen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als seine Angehörigen (Anhänger)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Angehörigen (Anhänger)&#039;&#039;, w. „die bei ihm“, bezieht sich nach traditioneller Auslegung auf Jesu direkte Familie. Die Handlung wird in den Versen 22-30 unterbrochen, um in V. 31 wieder aufgenommen zu werden. Dort steht als Subjekt „Seine Mutter und seine Brüder/Geschwister“; (France 2002, 165; Guelich 1989, 172). Nach G. Hartmann, BZ 11 (1913) 249–79 könnte es sich auch auf seine Anhänger (=die Jünger) beziehen, die außer Kontrolle geratene Menge beruhigen wollen. Dies ist jedoch aufgrund sprachlicher Beobachtungen unwahrscheinlich. Das Problem ist, dass die Phrase οἱ παρʼ αὐτοῦ „die bei ihm“ so allgemein ist, dass man sie zunächst auf die Jünger beziehen würde – das ist aber schon deshalb auszuschließen, weil die Jünger ja bei ihm sind und sich nicht erst auf den Weg zu ihm machen müssen. Erst mehrere Verse später klärt Markus uns darüber auf, wer genau hinter der Bezeichnung steckt (France 2002, 165f.). Luther: „die Seinen“, ZÜR: „seine Verwandten“, andere Übersetzungen wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[davon] erfuhren ([das] hörten), machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen (zurückzuhalten, festzuhalten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit Gewalt zurückzuholen&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;zurückzuhalten&#039;&#039; W. „ergreifen, festnehmen“ Das Verb lässt offen, ob seine Verwandten Jesus gegen seinen Willen nach Hause bringen, ihn im Haus festhalten oder ihn von der außer Kontrolle geratenen Menge fernhalten und beschützen wollten. Letzteres setzt freilich voraus, dass sie in der Nähe waren und nicht erst von Nazaret kommen mussten. Wenn mit Jesu Zuhause (V. 20) nicht Nazaret gemeint ist (unwahrscheinlich aufgrund der vagen Ausdrucksweise) oder Jesus aus anderen Gründen Verwandte in unmittelbarer Nähe hatte, ist nicht davon auszugehen, dass diese sich aufgrund der in V. 20 beschriebenen Lage zum Handeln entschieden. Eher werden sie von seinem Aufenthalt in Kafarnaum erfahren haben (Guelich 1989, 172).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Sie meinten (sagten) nämlich {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Er hat den Verstand verloren!“ (meinten nämlich, er habe den Verstand verloren.){{par|Psalm|69|9}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und (Dann) die Schriftgelehrten (Schreiber), die aus Jerusalem gekommen waren,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... gekommen waren&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verbreiteten (meinten, sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verbreiteten&#039;&#039; Gr. einfach &#039;&#039;sagten&#039;&#039;. Das durative [[Imperfekt]] zeigt hier aber an, dass es sich um die Position handelte, die die Schriftgelehrten vertraten – und verbreiteten. Das Bild der aufgeregten Menschenmenge aus V. 20 steht also nicht mehr direkt im Hintergrund. Ähnlich die Position von Jesu Angehörigen im vorigen Vers mit demselben Imperfekt: „Er hat den Verstand verloren!“ Besessenheit und Wahnsinn lagen im damaligen Denken sehr nah beieinander (vgl. France 2002, 169).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}: „Er ist von Beelzebul besessen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Er ist von Beelzebul besessen!“&#039;&#039; W. „Er hat Beelzebul!“ Diese Formulierung drückt (wie in Mk 5,15; 7,25; 9,17) Besessenheit aus. Bei Jesus könnte jedoch auch gemeint sein, ihm stehe für seine Wunder Beelzebuls Macht zur Verfügung, den er kontrolliert. Ein derartiger Pakt wäre ein klarer Verstoß gegen das Gesetz, den es unter die Todesstrafe stellt (Lev 19,31; 20,27). Der aus dem AT bekannte kanaanitische Gott Baal (nun mit einem sonst unbekannten Beinamen, {{hebr}}בעל זבל{{hebr ende}}, Baal Zabul → wohl „Fürst Baal“) war zur Zeit Jesu noch als mächtiger Dämon bekannt, wie aus dem zeitgenössischen Werk „Testament Salomos“ hervorgeht. Der Name „Baal“ bedeutet auf Hebräisch auch einfach „Herr, Meister“. Es ist leicht nachvollziehbar, wie dieser Name im Volksglauben schließlich dem Herrscher der Dämonen zugeschrieben wurde (Collins 2007, 228-31). Doch erst Markus (bzw. Jesus) setzt den Beelzebul mit dem im nächsten Vers eingeführten Satan gleich; bei den Zuhörern wird das als bekannt vorausgesetzt (France 2002, 170; Collins 2007, 231). Aus Beelzebul wurde über die lateinische Übersetzung Beelzebub das deutsche „Belzebub“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Er treibt die Dämonen mit (mithilfe) dem Fürsten (Herrscher, Obersten) der Dämonen aus!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er rief sie zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er rief sie zu sich und&#039;&#039; Temporales (gleichzeitig) [[Ptz. conj.]], mit „und“ beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
argumentierte (redete, sagte) mithilfe (in Form von) [einiger] bildhafter Vergleiche (in Gleichnissen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mithilfe [einiger] bildhafter Vergleiche&#039;&#039; Häufige Übersetzung: &#039;&#039;in Gleichnissen&#039;&#039; (wie Klammer), die klassische griechische Bedeutung ist aber „Vergleich“. Aristoteles bezeichnet den Vergleich als eine häufige rhetorische Beleg- oder Beweisform, eine übertragene Illustration, die eine klare argumentative Schlussfolgerung vermittelt (Collins 2007, 231). „Gleichnisse“ sind bei Markus bildhafte Analogien, Rätsel, Metaphern oder Allegorien, die Jesus als Illustrationen zu Hilfe nimmt, um seine Position in verständlicher, einprägsamer Form zu vermitteln (vgl. Guelich 1989, 175). Oft lässt er die Gleichnisse für sich sprechen und erklärt sie nicht, sodass sie den Zuhörern Rätsel aufgeben. NGÜ: „er gebrauchte dazu eine Reihe von Vergleichen“, GNB: „erklärte ihnen die Sache durch Bilder“, NEÜ: „gab ihnen durch einige Vergleiche Antwort“, EÜ: „belehrte sie in Form von Gleichnissen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie kann Satan&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;satan&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Satan&#039;&#039; Graecisierte Version des hebräischen „Satan“. Das ist im AT kein Eigenname, sondern ein Titel, der je nach Kontext „Feind, Widersacher, Verleumder“ oder „Ankläger“ heißen kann (Gr. ὁ διἀβολος). In Ijob 1-2 und Sach 3,1-2 wird so ein „Ankläger“ am himmlischen Hof genannt (gewöhnlich mit dem Teufel identifiziert). Erst in den rabbinischen Schriften kommt &#039;&#039;Satan&#039;&#039; regelmäßig als Eigenname vor (Collins 2007, 231f.). Hier wird er mit Beelzebul gleichgesetzt, im NT ansonsten oft ὁ διἀβολος „der Teufel/Verleumder“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[den] Satan austreiben?&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und wenn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wenn&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;wenn&#039;&#039; / &#039;&#039;wenn [wirklich]&#039;&#039; - Jesus äußert im folgenden drei parallel aufgebaute Sätze: „Wenn X sich mit sich selbst verfeindet, dann kann jenes X nicht bestehen.“ Der dritte Satz aber unterscheidet sich ein wenig von den beiden vorherigen: Sätze 1 und 2 sind mit [ἐὰν + Konjunktiv] konstruiert (2 sog. „generelle Bedingungssätze“), Satz 3 dagegen mit [εἰ + Indikativ] (ein sog. „einfacher Bedingungssatz“) (vgl. dazu Hoffmann/Siebenthal §280c; Zerwick §303-5.320): Jesus macht zuerst zwei allgemeingültige Aussagen, die er dann auf die falsche Annahme der Schriftgelehrten überträgt. Grosvenor/Zerwick schlagen daher für Satz 3 gut vor: „Wenn [also] wirklich...“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ein Königreich (Reich, Staat) sich mit sich selbst verfeindet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;verfeindet&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sich mit sich selbst verfeindet&#039;&#039; W. etwa „gegen sich selbst geteilt/gespalten wird“ bzw. „mit sich selbst im Streit liegt“ (so NSS, NGÜ, NEÜ). Die Wendung lässt sich nur schwer direkt übersetzen. Der Schwerpunkt scheint jedoch auf dem Beginn der Spaltung, Feindschaft oder des Streits zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [dann] kann jenes Königreich (Reich, Staat) nicht bestehen.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und wenn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wenn&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
eine Familie (Haus) sich mit sich selbst verfeindet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;verfeindet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [dann] wird jene Familie (Haus) nicht bestehen können.&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und wenn [wirklich]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wenn&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
der Satan&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;satan&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegen sich selbst rebelliert (auflehnt, erhebt) und sich mit sich selbst verfeindet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;verfeindet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [dann] kann er nicht bestehen bleiben, sondern es hat ein Ende [mit ihm]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;es hat ein Ende [mit ihm]&#039;&#039; W. „er hat ein Ende“. LUT: „es ist aus mit ihm.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Doch niemand kann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemand kann&#039;&#039; W. „niemand kann nicht“. Die doppelte Verneinung verstärkt die Aussage.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in das Haus des Starken eindringen (einbrechen, hineingehen) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eindringen und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal, mit „und“ beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seine Einrichtung (Besitztümer, Hausrat) plündern, wenn er den Starken nicht zuerst fesselt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;In V. 26 befindet sich (wie in 24 und 25) ein prospektiver Konditionalsatz, der anhand des gesunden Menschenverstands eine „Faustregel“ aufstellt (Siebenthal 2011, §280). Rein syntaktisch gehört der letzte Versteil (Prädikat im Futur, nicht Konj. Aor.) nicht mehr dazu.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann erst kann er sein Haus ausplündern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kann ausplündern&#039;&#039; Als modales Futur verstanden (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Jesaja|24|26}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.; Guelich 1989, 177f.). Hier in Mk 3,28 kommt es zum ersten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
Den Kindern (Söhnen) der Menschen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kindern (Söhnen) der Menschen&#039;&#039; Semitische Formulierung, die einfach „Menschen“ oder „die Menschheit“ umschreibt. Kinder gibt den geschlechtlich unbestimmten Plural von „Sohn“ inklusiv wieder ([[Generisches Maskulinum]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kann (wird) alles vergeben werden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kann (wird) vergeben werden&#039;&#039; Das Futur ist wohl modal (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
alle Sünden (Verfehlungen) und Gotteslästerungen, welche (wie viele) sie auch lästern (begehen, aussprechen) mögen.&lt;br /&gt;
{{S|29}} Doch wer immer gegen den Heiligen Geist lästert, [für] den gibt es in {der} Ewigkeit (im kommenden Zeitalter)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Ewigkeit&#039;&#039; Das griechische Wort bezeichnet in diesem Kontext ein heilsgeschichtliches „Zeitalter“, hier das prophetisch angekündigte kommende Zeitalter, die Ewigkeit. Die Aussage „für den gibt es in Ewigkeit keine Vergebung“ heißt also „für den wird es niemals Vergebung geben“ (Guelich 1989, 179). Jesus spricht hier eine Warnung für Leute aus, die Gottes Wirken als Dämonenwerk verunglimpfen wollen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
keine Vergebung, sondern er ist ewiger Sünde schuldig!“&lt;br /&gt;
{{S|30}} [Das fügte Jesus hinzu,] weil sie sagten: „Er ist [von] einem unreinen Geist besessen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;besessen&#039;&#039; W. „Er hat einen unreinen Geist!“ Dazu s. die Erklärung in der [[#note_aq|Fußnote zu V. 22]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|31}} Dann (Und) kamen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]], W. „kam“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seine Mutter und seine Geschwister (Brüder)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;mask&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Geschwister (Brüder)&#039;&#039; [[Generisches Maskulinum]]. Es ist allerdings durchaus annehmbar, dass hier nur Jesu Brüder beteiligt waren.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ab dem vierten Jahrhundert hat die Rede von Jesu „Brüdern/Geschwistern“ den Kirchenvätern einige Schwierigkeiten bereitet. Problemlos vereinbar ist sie mit dem Glauben an die jungfräuliche Empfängnis; ab dem späten vierten Jahrhundert kam aber in der Theologie zusätzlich der Topos der „immerwährenden Jungfernschaft“ Mariens auf: Maria sei nicht nur zur Zeit der Empfängnis Jesu und nicht nur bis zur Geburt Jesu, sondern Zeit ihres Lebens Jungfrau gewesen. In der katholischen Kirche ist dies noch heute ein Dogma mit dem Status „de fide“ (also dem höchstmöglichem; wer anders glaubt, macht sich der Häresie schuldig), vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; [http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P1R.HTM KKK 499f]. Auch die orthodoxe Kirche hat die Rede von Mariens immerwährender Jungfernschaft in ihre Liturgie aufgenommen, Luther und Calvin glaubten an diese Lehre und Zwingli hat sie sogar verfochten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Folge gab es einige Versuche, die Rede von den Brüdern/Geschwistern Jesu umzudeuten. Cranfield 1959, S. 144 unterscheidet gut (1) die „Epiphanische Position“ (nach Epiphanius), die Brüder/Geschwister Jesu seien als leibliche Kinder aus einer früheren Ehe Josephs nur Jesu Halbbrüder, und (2) die „Hieronymianische Position“ (nach Hieronymus), es handle sich sich bei den Brüdern/Geschwistern Jesu nur um Jesu Cousins (ähnlich immer noch gut: [http://www.gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k65416909/f277.image.r=Alexandrie.langES Lagrange 1929, S. 79f]); andere auch: Semitismus für „Verwandte im Allgemeinen“ (z.B. KAR zu [[Matthäus 1#s25 |Mt 1,25]]). Beide Deutungen lässt der griechische Text auch zu ((2) zumindest, wenn man den Ausdruck als Semitismus liest) und werden daher immer noch von einigen Exegeten vertreten, aber da der Text keine direkten Hinweise darauf enthält, dass er so zu verstehen sei, ist die heutige Mehrheitsmeinung, dass es sich doch um Jesu leibliche Geschwister und Mariens leibliche Kinder handle. Selbst NVul übersetzt: „fratres“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Sie blieben draußen stehen (standen) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sie blieben stehen und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal oder modal, als mit „und“ beigeordneter Satz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickten [jemanden] zu ihm (ließen ihm ausrichten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickten [jemanden] zu ihm (ließen ihm ausrichten)&#039;&#039; - Zur Alternativübersetzung vgl. Louw/Nida 15.67 („send a message“). Das ist hier vorzuziehen, weil im Folgesatz ja nicht dieser nicht benannte „Jemand“, der auch gar nicht im Text steht, Jesus auf seine Verwandten hinweist, sondern „sie“ bzw. „man“ (s. übernächste FN).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
um (wobei sie) ihn zu rufen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um ihn zu rufen&#039;&#039; Wohl finales [[Ptz. conj.]], als finaler Nebensatz aufgelöst (vgl. NSS). Auch ein temporal-modales Verständnis ist möglich – in diesem Fall warten die Verwandten die Rückkehr ihres „Boten“ nicht ab, sondern rufen nach Jesus, noch während der Bote bei Jesus ist! Man sollte allerdings berücksichtigen, dass die Menge nach Mk 3,20 so dicht und aufdringlich war, dass Jesus und die Jünger nicht einmal zum Essen kamen. Kein Wunder, dass seine Familie nicht zu ihm durchkam.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|32}} {und} Eine Menschenmenge saß um ihn herum, und sie sagten (man sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. Die Alternativübersetzung in der Klammer versteht das Prädikat unpersönlich (vgl. EÜ, NGÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Da draußen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Da draußen&#039;&#039; - W. „Siehe, deine Mutter und deine Geschwister draußen suchen dich“. „°Siehe°“ hat hier die Funktion, Jesus auf etwas räumlich Nahes aufmerksam zu machen ([http://www.dare.ubvu.vu.nl/bitstream/handle/1871/15504/4727.pdf?sequence=4 Bailey 2009, S. 329]); sinnvoller daher statt wörtliche Üs.: „Da draußen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
fragen deine Mutter und deine Geschwister (Brüder) nach (suchen nach, wollen etwas von) dir!“&lt;br /&gt;
{{S|33}} Und er antwortete ihnen {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete ihnen {und sagte}&#039;&#039; Zu &#039;&#039;antwortete&#039;&#039;: [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), mit „und“ beigeordnet. &#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. Im Deutschen ist das doppelte Prädikat unnötig.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wer sind&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sind&#039;&#039; W. „ist“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meine Mutter und meine Geschwister (Brüder)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;mask&amp;quot; /&amp;gt;?“&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und während (indem, nachdem) er der Reihe nach [alle] anschaute,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während (indem, nachdem) er der Reihe nach anschaute&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aor.), temporal-modal als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die [im] Kreis (rings)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[im] Kreis&#039;&#039; Erstarrter [[Lokaler Dativ|lokaler Dativ]] (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um ihn saßen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[alle], die ... saßen&#039;&#039; [[Substantiviertes Partizip]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er: „Siehe, (Das hier sind, Ihr hier seid)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Siehe, (Diese hier sind, Ihr hier seid)&#039;&#039; - W. °Siehe°, aber auch hier fungiert es „deiktisch“ - als würde Jesus mit dem Zeigefinger eben nicht auf seine Familie, sondern auf die im Kreis um ihn Sitzenden zeigen. Im Deutschen entspricht dem eher ein „Diese hier sind“ (so z.B. BB, B/H, EÜ, GN, HER, H-R, HfA, KAR, MEN, NeÜ, NGÜ, NL, R-S, Stier, WIL, Zink, ZÜR). Und weil diese „Diese hier“ natürlich die um ihn Sitzenden sind, eigentlich sogar eher „Ihr hier seid“ - aber so niemand.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
meine Mutter und meine Geschwister!&lt;br /&gt;
{{S|35}} Denn wer immer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und [meine] Schwester und [meine] Mutter.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_2&amp;diff=21067</id>
		<title>Markus 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_2&amp;diff=21067"/>
		<updated>2015-05-21T00:12:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Und als er nach einigen Tagen wieder zurück nach Kafarnaum kam, wurde bekannt, dass er in einem bestimmten Haus war.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es kamen so viele Leute zusammen, dass es keinen Platz mehr gab; nicht einmal vor der Tür. Und er erklärte ihnen seine Botschaft. &lt;br /&gt;
{{L|3}} Derweil kamen einige Leute und brachten einen Gelähmten zu ihm; der wurde von vier Männern getragen.&lt;br /&gt;
{{L|4}} Doch weil es ihnen wegen der Menschenmenge nicht gelang, ihn zu Jesus zu bringen, deckten sie über der Stelle, wo er war, das Hausdach ab und machten dort eine Öffnung. Dadurch ließen sie den Gelähmten auf seiner Matte hinab.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: „Kind, deine Sünden sind vergeben.“&lt;br /&gt;
{{L|6}} Es saßen aber einige Schriftgelehrte dabei, die überlegten bei sich:&lt;br /&gt;
{{L|7}} „Warum redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“&lt;br /&gt;
{{L|8}} Jesus erkannte in seinem Geist sofort, dass sie so dachten. Darum sagte er zu ihnen: „Warum habt ihr solche Gedanken?&lt;br /&gt;
{{L|9}} Was ist leichter: zu dem Gelähmten zu sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben‘ oder ‚Steh auf und nimm deine Matte und laufe umher‘?&lt;br /&gt;
{{L|10}} Aber damit ihr erkennt, dass der Menschensohn die Macht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben...“, sagte Jesus und wandte sich dann an den Gelähmten:&lt;br /&gt;
{{L|11}} „Ich sage dir: Steh auf und nimm deine Matte und geh nach Hause!“&lt;br /&gt;
{{L|12}} Da stand der Mann auf, hob seine Matte auf und ging vor aller Augen davon, sodass alle fassungslos waren und Gott lobten. Sie riefen: „So etwas haben wir noch nie gesehen!“&lt;br /&gt;
{{L|13}} Danach ging Jesus wieder hinaus ans Meer. Und die gesamte Menschenmenge kam zu ihm und er lehrte sie.  &lt;br /&gt;
{{L|14}} Im Vorbeigehen sah er Levi, den Sohn von Alphäus, an der Zollstelle sitzen und sagte zu ihm: „Folge mir nach!“ Da stand Levi auf und folgte ihm nach. &lt;br /&gt;
{{L|15}} Als er später in seinem Haus zu Gast war, saßen auch viele Zolleinnehmer und Sünder zusammen mit Jesus und dessen Jüngern am Tisch. Es gab nämlich viele, die ihm nachfolgten.&lt;br /&gt;
{{L|16}} Doch als die Schriftgelehrten der Pharisäer sahen, dass er mit den Sündern und Zolleinnehmern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: „Warum isst er mit Zolleinnehmern und Sündern?“&lt;br /&gt;
{{L|17}} Aber als Jesus das hörte, sagte er zu ihnen: „Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder.“&lt;br /&gt;
{{L|18}} Die Jünger des Johannes und die Pharisäer hatten die Angewohnheit, regelmäßig zu fasten. Einige Leute kamen zu Jesus und fragten ihn: „Weshalb fasten die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer, aber deine Jünger fasten nicht?“&lt;br /&gt;
{{L|19}} Da erwiderte Jesus: „Können die Hochzeitsgäste denn fasten, wenn der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie auf keinen Fall fasten.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Es wird jedoch die Zeit kommen, wenn der Bräutigam nicht mehr da ist. Dann werden sie fasten.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Niemand näht einen Flicken aus neuem Stoff auf ein altes Kleidungsstück, sonst reißt der neue Flicken vom alten ab und es entsteht ein noch schlimmerer Riss.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Und es füllt auch niemand jungen Wein in alte Schläuche. Sonst würde der Wein die Schläuche zerreißen und der Wein geht ebenso verloren wie die Schläuche. Jungen Wein füllt man natürlich in neue Schläuche.“&lt;br /&gt;
{{L|23}} Einmal, als Jesus am Sabbat durch die Getreidefelder ging, da fingen seine Jünger an, unterwegs Ähren auszurupfen.&lt;br /&gt;
{{L|24}} Und die Pharisäer sagten zu ihm: „Sieh doch, sie tun etwas, das am Sabbat nicht erlaubt ist!“&lt;br /&gt;
{{L|25}} Aber er sagte zu ihnen: „Habt ihr noch nie gelesen, was David tat, als er in einer Notlage war, in der er und seine Gefährten Hunger hatten? &lt;br /&gt;
{{L|26}} wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes gegangen ist und die geweihten Brote verzehrte, die außer den Priestern niemand essen darf? Er gab auch seinen Gefährten etwas davon.“&lt;br /&gt;
{{L|27}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Der Sabbat wurde für den Menschen geschaffen und nicht der Mensch für den Sabbat.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Also ist der Menschensohn auch Herr über den Sabbat.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als er nach [einigen] Tagen wieder (zurück) nach Kafarnaum kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor.), als temporaler Nebensatz (mit „als“) aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wurde bekannt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde bekannt&#039;&#039; W. „wurde gehört“ Oder: „als er wieder … kam, wurde nach einigen Tagen bekannt“ (Collins 2007, 184).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, dass er zuhause (in einem [bestimmten] Haus)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zuhause&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;in einem [bestimmten] Haus&#039;&#039; Die erste Bedeutung ist üblich und somit wahrscheinlicher, auch wenn die andere durchaus möglich ist (Collins 2007, 181; NSS). Denkbar, dass Simons Haus gemeint ist wie in 1,29-34 (Guelich 1989, 81). &#039;&#039;in einem [bestimmten] Haus&#039;&#039; Im Deutschen wäre die etwas freiere Übersetzung „in welchem Haus er sich aufhielt“ besser verständlich. Es geht dann also darum, dass Jesu Aufenthaltsort bekannt wurde, ohne eine Aussage über das nämliche Haus zu machen. Um das zu vermitteln, wurde &#039;&#039;[bestimmten]&#039;&#039; ergänzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;war&#039;&#039; W. „ist“. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und es kamen (sammelten sich) so viele [Leute] zusammen, dass es keinen Platz mehr gab, auch nicht (nicht einmal) vor (bei) der Tür, und er erläuterte (verkündete, sagte) ihnen [seine] Botschaft (das Wort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er erläuterte ihnen seine Botschaft&#039;&#039; W. „sprach das Wort (zu) ihnen“ ([[Imperfekt]]). Ähnlich wie in 4,33 und 8,32 meint die Phrase wohl, dass Jesus ihnen seine &#039;&#039;Botschaft&#039;&#039; (=Wort) erklärte oder predigte (France 2002, 122, ähnlich GNB). In 1,45 meinte „Wort“ die &#039;&#039;Geschichte&#039;&#039; (oder Neuigkeit) des geheilten Aussätzigen. Das Wort steht meist für eine im Kontext bekannte Botschaft, für Redeinhalt. Bei Jesus ist das das Evangelium bzw. die Heilsbotschaft vom nahen Reich/Herrschaft Gottes (wie Mk 1,21; s.a. Mk 4,14 und die dortige Fußnote). Im NT bezeichnet es oft den Inhalt der Verkündigung von Jesus und den frühen Christen, z.B. Apg 6,4; Gal 6,6; Kol 4,3. (Guelich 1989, 84). &#039;&#039;erläuterte&#039;&#039; Duratives [[Imperfekt]].&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Derweil (Und) kamen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[einige Leute] und brachten einen Gelähmten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gelähmter&#039;&#039; (Gr. παραλυτικός) Seine genaue Behinderung ist unbekannt. Wir erfahren nur, dass er nicht laufen konnte und offensichtlich behindert, vielleicht bettlägrig war (vgl. France 2002, 123).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm. Er wurde von vier [Männern] getragen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er wurde getragen&#039;&#039; [[Attributives Partizip]], als unabhängiger Hauptsatz aufgelöst. Auch ein Relativsatz wäre möglich („der getragen wurde“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und (Doch) weil (als) es ihnen wegen die Menschenmenge nicht gelang (sie nicht konnten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) es ihnen nicht gelang&#039;&#039; Kausal oder temporal zu verstehendes [[Ptz. conj.]] (Ptz. Präs.), als Nebensatz mit „weil“ aufgelöst. NSS, NGÜ: „weil sie nicht zu Jesus durchkamen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihn zu [Jesus] zu bringen, deckten (entfernten) sie [über der Stelle], wo er war, das Hausdach ab, und ließen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Matte hinab, auf der der Gelähmte lag, nachdem sie eine [entsprechende] Öffnung geschaffen hatten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie eine [entsprechende] Öffnung geschaffen hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor.), als temporaler Nebensatz (mit „nachdem“) aufgelöst und aus stilistischen Gründen nachgestellt. W. etwa „deckten ab... und, eine Öffnung geschaffen habend/schaffend, ließen...“ Man kann es auch modal verstehen: „indem sie … schufen, ließen sie“ Gr. ἐξορύξαντες bedeutet „aufgraben, aufbrechen“. Die Männer gelangten wohl über eine Außentreppe auf das flache Dach. Palästinische Hausdächer bestanden aus Baumstämmen oder Balken, die mit Zweigen und festgetretenem Lehm abgedeckt waren (Lukas 5,17 berichtet auch von Ziegeln), die genaue Konstruktion konnte aber variieren. Auch die Ausleger sind sich nicht alle einig (vgl. die Übersicht bei Blight 2012, 99f.). Je nach dem, ob das Haus tatsächlich auch mit Dachziegeln bzw. einer Art von tönernen Platten belegt war (Lukas könnte die Geschichte für seine südeuropäischen Leser kontextualisiert haben), könnten die Männer das Dach fast gar nicht oder sogar sehr schwer beschädigt haben. Dementsprechend gibt es verschiedene Übersetzungsvorschläge. Der hier vorgezogene versteht das Partizip als temporale Umstandsangabe: 1. Die Männer deckten das Dach ab. 2. Sobald eine groß genügende Öffnung da war, ließen sie den Mann herab (so Guelich 1989, 85 und die meisten Übersetzungen). Eine andere Deutung geht von zwei Schritten aus: 1. Die Männer deckten das Dach, d.h. die äußere Schicht ab. 2. Dann brachen sie durch das Holz- und Lehmwerk, das sich darunter befand und die Decke bildete. 3. Anschließend ließen sie den Mann hinab (so GNB, Zür).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und als Jesus ihren Glauben (Vertrauen) sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … sah&#039;&#039; Als temporaler NS aufgelöstes [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor.). Markus formuliert hier metonymisch (Wirkung für Ursache), denn Jesus sieht natürlich nicht die Gesinnung der Männer, sondern deren Ergebnis. Daher übersetzt Zür „Als Jesus nun ihren Glauben erkannte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;sagte [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu dem Gelähmten: „[Mein] Sohn (Kind), deine Sünden sind vergeben!“&lt;br /&gt;
{{S|6}} Es waren {aber} einige Schriftgelehrte (Schreiber) da (dort), die  dabeisaßen und [alles miterlebten]. Sie setzten sich (kämpften, überlegten, erwogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabeisaßen&#039;&#039; und &#039;&#039;setzten sich [mit Jesu Worten] auseinander&#039;&#039; ἦσαν + Partizip umschreibt das Imperfekt ([[Umschreibende Konjugation]], Bauer zu ειμι, BDR §353). Hier kommt durch den durativen [[Aspekt]] zum Ausdruck, dass die Schriftgelehrten die Geschehnisse miterlebten. Das ist der Grund für die Einfügung &#039;&#039;[alles miterlebten]&#039;&#039;. Möglich wäre auch eine Formulierung mit einem Adverb wie „unterdessen“, „derweil“, „dabei“. Aufgrund der Einfügung bildet &#039;&#039;setzten sich [mit Jesu Worten] auseinander&#039;&#039; aus stilistischen Gründen nun einen eigenen Satz, wobei zur eleganten Wiedergabe in Verbindung mit &#039;&#039;in Gedanken&#039;&#039; die Ergänzung von &#039;&#039;[mit Jesu Worten]&#039;&#039; notwendig wurde. EÜ dagegen: „dachten im Stillen“, NGÜ: „lehnten sich innerlich dagegen auf “.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in Gedanken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;in Gedanken W. „in ihren Herzen“. In der damaligen Kultur galt das Herz als der denkende und fühlende Körperteil. Noch schöner wäre die Formulierung „gedanklich“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[mit Jesu Worten] auseinander: &lt;br /&gt;
{{S|7}} „Warum redet der so?&lt;br /&gt;
Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott (einem – Gott)?“{{par|Deuteronomium|6|4}} &lt;br /&gt;
{{S|8}} Und Jesus erkannte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannte … darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-kausal), hier – mit sofort – gleichzeitig verstanden, wobei darum auf den kausalen Sinn hinweist. Vorzeitig: „Jesus hatte sofort erkannt“ (vgl. NGÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in seinem Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in seinem Geist&#039;&#039; Die Formulierung spielt vielleicht einfach auf den kognitiven Prozess an wie &#039;&#039;bei sich&#039;&#039; (V. 8) und „in ihren Herzen“ (V. 6.8) (NSS). Es ist jedoch bemerkenswert, das im AT nur Gott die Gedanken der Menschen kennt (z.B. 1Kö 8,39; Jer 11,20, nach Pesch 1976, 159). Dass Jesus ihre Gedanken lesen, kann sollte ihn zusammen mit der folgenden Heilung gegenüber den Schriftgelehrten klar als von Gott gesandt auszeichnen – und den Vorwurf der Blasphemie so entkräften (Guelich 1989, 88).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sofort, dass sie so {bei sich} dachten, darum sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; er zu ihnen: „Warum habt ihr solche Gedanken?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum habt ihr solche Gedanken?&#039;&#039; W. „Warum denkt/erwägt ihr dies/solche [Gedanken] in euren Herzen?“ Der wesentlich einfachere deutsche Satz scheint genau wiederzugeben, was der (wesentlich schwieriger wörtlich in gutes Deutsch zu übersetzende) griechische Satz meint. Zu „in euren Herzen“ s. die [[#note_n|Fußnote]] zu „in Gedanken“ in V. 6. Die Doppelung „in Gedanken denken“ hat schon dort zu der eleganteren Übersetzung „sie setzten sich in Gedanken [mit Jesu Worten] auseinander“ geführt (s. die entsprechende [[#note_o|Fußnote in V. 6]]), hier lässt sich dieselbe Formulierung aber nicht so übersetzen. NGÜ: „Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen?“, GNB: „Was macht ihr euch da für Gedanken?“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|9}} Was ist leichter (einfacher) – zu dem Gelähmten zu sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben‘ oder {zu sagen}: ‚Steh auf und nimm deine Matte und laufe umher‘? &lt;br /&gt;
{{S|10}} Aber damit ihr erkennt (wisst), dass der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch)&#039;&#039; ist Jesu häufige Selbstbezeichnung. Sie taucht hier zum ersten Mal in Mk auf und wird im zweiten Teil des Evangeliums (ab Mk 8) deutlich häufiger auftreten. Ihr Hintergrund ist komplex und ihre Verwendung noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass Jesus sich damit nicht als gewöhnlicher Mensch bezeichnet (wie die Phrase in anderen Kontexten auf Hebräisch und Aramäisch zu verstehen ist), sondern sich von anderen abhebt. Nur er hat die außerordentliche Gewalt zur Vergebung der Sünden. In der Wahl der Bezeichnung dürfte der „Menschensohn“ (bzw. „Mann“) aus Dan 7,13-14 eine Rolle gespielt haben, der ewige messianische Macht erhält und dem alle Nationen dienen. Jesus scheint zu seiner Zeit dennoch der einzige gewesen zu sein, der diese Bezeichnung auch als Titel auch für den erwarteten Messias (nämlich sich selbst) benutzte. Der Titel bot wohl auch den Vorteil, dass er nicht dieselben politischen Erwartungen weckte wie andere, geläufigere Messiasbezeichnungen, so wie „Messias“ oder „Sohn Davids“ (France 2002, 127f.; Collins 2007, 187ff.). (Guelich 1989, 90 meint dagegen, dass Jesus wenigstens an dieser Stelle die Bezeichnung als rhetorische Alternative zu „ich“ benutzt.) Jesus gibt den Schriftgelehrten ein Rätsel auf. Wenn sie den alttestamentlichen Bezug seiner Aussage verstehen, erkennen sie auch seinen Anspruch (Collins 2007, 187).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[das] Recht (die Macht, Vollmacht, Entscheidungsgewalt) hat, auf der Erde Sünden zu vergeben—“, sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu dem Gelähmten:&lt;br /&gt;
{{S|11}} „—sage ich dir: Steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach Hause&#039;&#039; Oder „in dein Haus“&amp;lt;/ref&amp;gt;!“&lt;br /&gt;
{{S|12}} Da (und) stand er auf, hob (nahm) umgehend seine Matte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hob auf&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ging vor aller Augen hinaus, sodass alle fassungslos (erstaunt, außer sich) waren und Gott lobten. Sie riefen (sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sie riefen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), vielleicht [[Pleonastisches Partizip|pleonastisch]]. Hier als separater Hauptsatz übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„So etwas haben wir noch nie erlebt (gesehen)!“&lt;br /&gt;
{{S|13}} Danach (Und) ging [Jesus] wieder hinaus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus&#039;&#039; Jesus verließ das Haus und die Stadt Kafarnaum, wo er sich gerade aufhielt ([[Markus_2#s1|Mk 2,1]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, ans (an ... entlang) Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meer&#039;&#039; Gemeint ist der See Gennesaret (bei Markus: „Meer von Galiläa“, vgl. 1,16), an dessen Ufer Kafarnaum lag. Wer Markus von Anfang an liest, stellt diesen Bezug hier mühelos her.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Und die gesamte Menschenmenge kam zu ihm, und er lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; und &#039;&#039;lehrte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] beschreibt passend die beiden andauernden Prozesse: Das Zusammenkommen einer Menschenmenge und Jesu Lehren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und im Vorbeigehen (als er vorbeiging/vorüberging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Vorbeigehen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal), hier als Präpositionalphrase übersetzt. Auch möglich: „als/während er vorbeiging“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Levi, den [Sohn] von Alphäus, an der Zollstelle (Zollhaus, Zoll)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zollstelle&#039;&#039; Kafarnaum lag an der Grenze zwischen den Tetrarchien von Herodes Antipas und Herodes Philippus, weswegen man hier von den Händlern Warenzölle erhob. Die in den Evangelien erwähnten Zöllner (Gr. τελώνης) waren dafür zuständig. Auch Levi gehörte zu den Zollbeamten, die in Antipas&#039; Auftrag die auf Handelswaren anfallenden Gebühren einsammelten. Kopfsteuern erhob dagegen die römische Regierung (France 2002, 131f.; vgl. Guelich 1989, 100f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sitzen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah … sitzen&#039;&#039; [[AcP]], mit Infinitiv aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Folge mir nach!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Folge mir nach!“&#039;&#039; Etwas freier vielleicht auch „Schließe dich mir an!“ Vgl. Mk 1,16-20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da (Und) stand [Levi] auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand auf&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] (Aorist). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und folgte ihm nach.{{par|Markus|1|16}}{{par|Markus|1|18}} &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und {es ereignete sich} [als] er [später]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{es ereignete sich}&#039;&#039; Im Deutschen umschreibt &#039;&#039;[als] er [später]...&#039;&#039; die griechische Satzeinleitung, die aus dem [[Historisches Präsens|historischen Präsens]] γίνεται und einem AcI besteht (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in seinem Haus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;in seinem Haus Markus meint wohl Levis Haus, in das Jesus eingeladen ist (so auch Lk 5,29), doch es könnte sich aber auch um Jesu Haus (Mk 2,1) handeln, in dem Levi zu Gast ist!&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei Tisch war (zu Gast war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bei Tisch war (zu Gast war)&#039;&#039; W. „[zu Tisch] lag“. Juden saßen zum Essen für gewöhnlich, doch zu besonderen Anlässen lag man nach dem Vorbild der griechischen Kultur zum Essen an niedrigen Tischen. Offenbar hielt Levi ein Festmahl ab (Guelich 1989, 101; France 2002, 132).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, nahmen auch (und) viele Zolleinnehmer (Zöllner) und Sünder zusammen mit Jesus und dessen Jüngern an der Mahlzeit teil&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahmen an der Mahlzeit teil&#039;&#039; ist die Übersetzung des Prädikats (wie &#039;&#039;nachfolgten&#039;&#039; [[Imperfekt]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Es waren nämlich viele, die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; Eigentlich „und“, καὶ kann aber auch in der Funktion eines Relativpronomens genutzt werden (BDR §442.4).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nachfolgten. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Doch (Und) als die Schriftgelehrten (Schreiber) der Pharisäer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Schriftgelehrten der Pharisäer&#039;&#039; ([[Gen. part.]]), der Genitiv zeigt Parteizugehörigkeit an. Nicht alle Pharisäer waren Schriftgelehrte, und nicht alle Schriftgelehrten waren Pharisäer – gemeint sind also die pharisäischen Schriftgelehrten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass er mit den Sündern und Zolleinnehmern (Zöllnern) aß&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aß&#039;&#039; W. „isst“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, sagten sie zu seinen Jüngern: „Warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum&#039;&#039; Die gering verbreitete, aber schwierigste erhaltene Variante ὅτι ist schwer zu deuten. 1. Es könnte eine Kontraktion von τί ὅτι „warum“ (BDR §300.2) sein. 2. Es könnte ein [[ὅτι recitativum]] sein, die Frage lautet dann nur: „Er ist mit Zolleinnehmern und Sündern?(!)“ 3. Schließlich könnte es sich auch um einen Teil der Frage bzw. des Ausrufs handeln: „Dass er mit Zolleinnehmern und Sündern isst!“ (France 2002, 134) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
isst er mit Zolleinnehmern (Zöllnern) und Sündern?“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Aber (Und) als Jesus [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal als Nebensatz mit „als“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;{dass}:&#039;&#039; Das [[ὅτι recitativum]] übersetzt man am besten als Doppelpunkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Nicht die Gesunden haben einen Arzt nötig (brauchen), sondern die Kranken (die, denen es schlecht geht).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die, denen es schlecht geht&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;die Kranken&#039;&#039; ist eine geläufige Übersetzung dieser Wendung, die wir auch Mk 1,32.34 und 6,55 verwenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin nicht gekommen, [um] die Gerechten zu rufen (berufen, zusammenzurufen, einzuladen), sondern die Sünder!“ &lt;br /&gt;
{{S|18}} Nun (Und) hatten die Jünger von Johannes und die Pharisäer die Angewohnheit regelmäßig zu fasten (fasteten zu dieser Zeit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatten die Angewohnheit regelmäßig zu fasten&#039;&#039; ἦσαν + Partizip präs. umschreibt das Imperfekt ([[Umschreibende Konjugation]], Bauer zu ειμι, BDR §353). Die kursive Übersetzung versucht das zu umschreiben. Das umschriebene Imperfekt bezeichnet hier entweder den als Angewohnheit gepflegten religiösen Brauch (so Luther, EÜ, ZÜR, NGÜ aü) oder beschreibt einen aktuell stattfindenden Vorgang: &#039;&#039;fasteten zu dieser Zeit&#039;&#039; (im Zusammenhang mit V. 15 dann gerade zu der Zeit, als bei Levi das Gastmahl stattfand), was dann Auslöser der folgenden Frage wäre (NGÜ, GNB, Menge). Allerdings macht Markus keine Angaben zum Anlass des Fastens, und die Kritiker scheinen eher eine grundsätzliche Anfrage zu stellen, als zu fragen, warum sich Jesu Jünger nicht an einem gleichzeitig stattfindenden Fasten beteiligen (Vgl. Collins 2007, 197). Johannes und seine Jünger führten einen spartanischen Lebensstil (Mk 1,6; siehe auch die ähnlichen Texte in Mt 11,16–19; Lk 7,31–35). Einige Pharisäer fasteten neben den jährlichen Fastenzeiten und verschiedenen anderen Anlässen (Trauer, Reue) auch montags und donnerstags (Lk 18,12; Guelich 1989, 109).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
. Und [Leute] kamen und fragten (sagten zu)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; und &#039;&#039;fragten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihn: „Weshalb fasten die Jünger von Johannes und die Jünger der Pharisäer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jünger der Pharisäer&#039;&#039; Da es bei den Pharisäern keine Jünger gab (die Formulierung aber aus rhetorischen Gründen zum Einsatz kommt; France 2002, 138), wäre in diesem Vers die durchgängige Übersetzung „Anhänger“ vielleicht passender.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, aber deine Jünger fasten nicht?“ &lt;br /&gt;
{{S|19}} Da (Und) erwiderte (sagte) Jesus {zu ihnen}: „Ja (etwa) können die Hochzeitsgäste des Bräutigams&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hochzeitsgäste des Bräutigams&#039;&#039; Wörtlich: „die Söhne des Hochzeitssaals/Brautgemachs“, eine semitische Bezeichnung für die &#039;&#039;Hochzeitsgäste&#039;&#039; bzw. die Gruppe von Gästen, die den Anhang des Bräutigams bilden und ihm nahe stehen (NSS; Collins 2007, 198f.). Wenn Jesus sich mit dem Bräutigam vergleicht, benutzt er ein Bild, das im AT Gott vorbehalten war (ebd. 199).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie unmöglich (nicht) fasten!&lt;br /&gt;
{{S|20}} Es werden jedoch Tage kommen, wenn der Bräutigam {von} ihnen weggenommen wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weggenommen wurde&#039;&#039; Das Aorist funktioniert hier wie das Futur 2. Es wäre wohl zu viel in den Vers hineingelesen, wenn man hier einen direkten Bezug zu einem Fasten am Karfreitag (oder dessen eingedenk an allen Freitagen) ausgehen würde, wie das in der Vergangenheit geschehen ist (z.B. formuliert GNB: „dann werden sie fasten, immer an jenem Tag.“). Jesus spricht von einer Zeit, in der er &#039;&#039;schon nicht mehr&#039;&#039; da sein wird, nicht von dem einen Tag, an dem er fortgenommen werden wird (eine Beschreibung, die sich – als erste Todesvorhersage bei Markus – wohl tatsächlich auf seinen Tod bezieht)(Guelich 1989, 112ff.; France 2002, 140).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und dann, an diesem Tag&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tage/Tag&#039;&#039; Wie im AT häufig stehen hier &#039;&#039;Tage&#039;&#039;, wo man auf Deutsch „(eine) Zeit“ sagen würde.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, werden sie fasten.&lt;br /&gt;
{{S|21}} Niemand näht einen Flicken [aus] neuem (ungewalktem, noch nicht eingelaufenem) Stoff&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[aus] neuem (ungewalktem, noch nicht eingelaufenem) Stoff&#039;&#039; Das benutzte griechische Adjektiv (im NT nur noch in Mt 9,16) wird meist einfach mit „neu“ übersetzt (Menge, NSS, BA: „ungewalkt“), im Englischen dagegen mit „unshrunken“=„noch nicht eingegangen“ wiedergegeben. Beim Walken wird der „rohe“ Wollstoff in Wasser mit Chemikalien behandelt und gekämmt, geknetet oder geschlagen, wobei man es in die gewünschte Form zieht. So verfilzt das Material, es läuft ein und wird fester und formstabiler. Ein Flicken aus ungewalktem Stoff wird beim Waschen also Einlaufen und so das geflickte Kleidungsstück lädieren (LBD wool; France 2002, 141). &#039;&#039;[aus]&#039;&#039; [[Gen. materiae]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf ein altes Kleidungsstück, sonst reißt das eingesetzte Stück (der Flicken) von ihm ab – das Neue vom Alten – und es entsteht ein [noch] schlimmerer Riss.&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und niemand füllt jungen (neuen) Wein in alte Schläuche. Ansonsten wird der Wein die Schläuche zerreißen (sprengen) und der Wein ist verloren (geht verloren), wie auch die Schläuche.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Wein beginnt innerhalb weniger Stunden nach dem Pressen zu gären. Bis der Gärprozess abgeschlossen war, füllte man den Wein damals in Tongefäße oder Lederschläuche. Das bei der Gärung entstandene Kohlenstoffdioxid konnte entweichen, weil man die Gefäße zunächst nicht verschloss (vgl. Hiob 32,19). Neue Lederschläuche waren diesem Druck gewachsen und dehnten sich aus, während alte, brüchige Schläuche dadurch kaputt gehen konnten (LBD, Wine; France 2002, 141f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jungen (neuen) Wein [füllt man] doch (vielmehr) in neue Schläuche.“ &lt;br /&gt;
{{S|23}} {Und es ereignete sich} [Einmal, als]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{Und es ereignete sich} [Einmal, als]&#039;&#039; ἐγένετο „es ereignete sich“ + [[AcI]] versetzt den Leser oder Zuhörer hier wie in V. 15 mitten in einen neuen Handlungsstrang hinein. Καὶ – καὶ „und – und“ scheint semitisierend bzw. in volkstümlichem Griechisch als „als … da“ zu funktionieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er am Sabbat durch die Getreidefelder hindurchging (vorbeiging), da fingen seine Jünger an, unterwegs {die} Ähren auszurupfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fingen seine Jünger an, unterwegs {die} Ähren auszurupfen&#039;&#039; Impliziert ist die weitere Information: „und zu essen“ (vgl. NGÜ), wie die Parallestellen Mt 12,1 und Lk 6,1 verdeutlichen. W. „fingen seine Jünger an, [sich] einen Weg zu bahnen, wobei (indem) sie Ähren ausrupften“ Was genau die Jünger taten, wird erst auf den zweiten Blick klar. Man erhält zunächst den Eindruck, dass die Jünger sich einen Weg durch das Feld bahnten, nicht indem sie die Halme flachtraten, sondern indem sie sie einzeln ausrupften! Zu diesem Missverständnis tragen gleich zwei ungewöhnliche Phänomene bei. Erstens ist i.d.R. das adv. Ptz. Aor. eigentlich Umstandsangabe und das finite Verb Haupthandlung. Wer den Satz so liest, versteht ihn jedoch falsch. Besser ist es anzunehmen, dass die partizipiale und die finite Form in diesem Fall in einer sprachlichen Eigenheit vertauscht wurden (so BDR §339 Fn 5; NSS). Die wörtliche Übersetzung müsste also etwa so lauten: „während sie [sich] einen Weg bahnten, begannen sie, Ähren auszurupfen.“ Das zweite Phänomen betrifft das Verständnis dieser Umstandsangabe, also dem mit „während“ eingeleiteten ersten Satzteil in der soeben zitierten wörtlichen Übersetzung. ὁδὸν ποιεῖν heißt hier nicht „einen Weg bahnen“, sondern ist zu verstehen wie klass. ὁδὸν ποιεῖσθαι „reisen, wandern“ (statt medial wird aktiv formuliert, BDR §310 Fn 3; NSS; Guelich 1989, 119), wie in Ri 17,8 LXX. Die Formulierung wird aus stilistischen Gründen meist adverbial übersetzt (&#039;&#039;unterwegs&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und die Pharisäer sagten zu ihm: „Schau (siehe), was sie [an] einem Sabbat tun: [etwas], das nicht erlaubt ist! (Warum tun sie [an] einem Sabbat, was nicht erlaubt ist?)“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die Pharisäer werfen den Jüngern in dieser Episode vor, am Sabbat zu arbeiten, indem sie ernten. Das wäre am Sabbat verboten (Ex 20,8-11; Dtn 5,12-16; Ex 34,21). Die Verletzung der Sabbatruhe galt als einer der schlimmsten Verstöße gegen den Sinai-Bund (Watts 2007, 139). Eine so kleinliche Auslegung des Gesetzes war zu Jesu Zeit in frommen jüdischen Kreisen üblich. Nach dem Exil begannen die Juden, sehr detaillierte Auslegungen des Gesetzes zu erarbeiten, mit Detailregeln für jeden Bereich des Lebens. Indem man sich an sie hielt, sollte man ein unabsichtliche Brüche des Gesetzes oder Verunreinigung möglichst ausschließen können. So regelt das etwa in dieser Zeit entstandene sog. „Damaskus-Dokument“: „Niemand darf am Sabbat aus beruflichen Gründen auf dem (bzw. seinem) Feld unterwegs sein.“ (CD 10,20-21, sinngemäß nach einem engl. Zitat). Weiter heißt es: „Niemand darf am Sabbat essen außer dem, was schon zubereitet ist, weiter nichts, das auf den Feldern liegt.“ (CD 10,22-23) Dtn 23,25 beschreibt den Unterschied zwischen dem Pflücken der Ähren und dem Ernten: Ersteres war auch in fremden Feldern erlaubt, Letzteres nicht. Andere Texte verbieten zwar auch das Pflücken am Sabbat, es geht dabei aber um gezielte Ernte. Die Jünger bewegen sich daher innerhalb einer umstrittenen Grauzone, denn streng genommen bereiten sie weder essen zu, noch ernten sie in geschäftlichem Ausmaß (Collins 2007, 201f.). Die Pharisäer sehen darin dennoch einen Bruch des Sabbats, während Jesus seine Jünger gewähren lässt, weil das Gesetz für ihn im Sinne des Menschen auszugelegen ist (V. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Deuteronomium|23|25}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Aber (und) er erwiderte (sagte) {zu ihnen}: „Habt ihr noch nie gelesen, was David tat, als er in einer Notlage war ([nichts zu essen] hatte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in einer Notlage war ([nichts zu essen] hatte)&#039;&#039; W. „Mangel hatte/litt“. In heutigem Deutsch müssen wir entweder etwas allgemeiner (wie vor der Klammer) oder spezifischer (wie in der Klammer) formulieren. Zu unserer Übersetzung vgl. LUT, ELB, ZÜR, MEN.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er und die bei ihm Hunger litten (Hunger hatten)? &lt;br /&gt;
{{S|26}} Wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abjatar&#039;&#039; In der herangezogenen Geschichte in 1Sam 21,2-7 ist es nicht Abjatar, sondern dessen Vater Ahimelech, der in Nob die Stiftshütte verwaltet und David aushilft. Erst später (in 1Sam 22,20) tritt Abjatar als dessen einziger überlebender Sohn in Erscheinung, der sich zu David flüchtet, nachdem Saul alle anderen Mitglieder von Ahimelechs Familie im Zorn hat massakrieren lassen. Allerdings war Ahimelech in der Geschichte nicht Hoherpriester, wohl aber später sein Sohn (Collins 2007, 202f.). Die beiden Namen sind schon in 2Sam 8,17 und 1Chr 24,6 vertauscht, was mit dem Bericht bei Markus zusammenhängen könnte. Es gibt verschiedene weitere Erklärungen: 1. Der Name des wichtigeren könnte sich in der Überlieferung der Geschichte von selbst durchgesetzt haben (Collins 2007, 202f.; Guelich 1989, 122). 2. Der Hohepriester Abjatar wird absichtlich erwähnt, entweder weil im Zusammenhang dieser Geschichte auch erzählt wird, wie er Hoherpriester wurde (Jesus benutzt seinen Namen dann als „Stellenangabe“ innerhalb 1. Samuel), oder weil er das Ereignis selbst miterlebte und für Davids Legitimation als König später eine wichtige Rolle spielte (Watts 2007, 141). 3. Aus den unterschiedlichen Versionen könnte zu entnehmen sein, dass beide Priester Doppelnamen hatten (vgl. NSS). 4. Möglicherweise hat Markus&#039; aramäische Quelle Abjatar nur als „großen Priester“ o.ä. bezeichnet, woraus Markus auf Griechisch unabsichtlich „Hoherpriester“ machte (vgl. France 2002, 146 Fn 52).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in das Haus Gottes ging und die geweihten Brote (Schaubrote, ausgestellten Brote)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;geweihte Brote&#039;&#039; W. etwa „Brote der Ausstellung“ (appositiver Genitiv), also zu Deutsch „die ausgestellten Brote“. Jesus benutzt hier den Begriff aus der LXX für die aus dem AT bekannten &#039;&#039;geweihten&#039;&#039; oder Schaubrote (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verzehrte, die außer den Priestern niemand essen darf,&lt;br /&gt;
{{par|Levitikus|24|5|9}}&lt;br /&gt;
und auch denen, die bei ihm waren, [etwas davon] gab?“{{par|1 Samuel|21|2|7}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und er fügte hinzu (sagte) {zu ihnen}: „Der Sabbat wurde für (um … willen) den Menschen geschaffen (gemacht) und nicht der Mensch für (um … willen) den Sabbat.&lt;br /&gt;
{{S|28}} Also (Daher, sodass) ist der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039; Zum Titel s. die [[#note_u|Fußnote zu V. 10]]. Der Titel bezieht sich wie überall im Neuen Testament als Selbstbezeichnung auf Jesus. Es wurde auch für V. 27-28 verschiedentlich vorgeschlagen, dass sowohl „Mensch“ (V. 27) als auch „Menschensohn“ (V. 28) beide dasselbe aramäische Wort übersetzen. In beiden Versen würde Jesus dann entweder von der Menschheit oder in stilistischer Variation von sich selbst sprechen. Oder die Formulierung „Mensch“/„Menschensohn“ ähnelt Ps 8,5, sodass V. 27 vom Menschen, und V. 28 entweder vom Menschen oder von Jesus spricht. Im letzten Fall wäre Jesu Aussage für die Pharisäer nachvollziehbar (so Guelich 1989, 126f.; Collins 2007, 204f.). Doch hätten die christlich denkenden Leser des Evangeliums die Formulierung wohl nicht anders denn als christologischen Titel verstanden – egal wie sie in ihrem ursprünglichen Kontext gemeint war. Es wäre zudem theologisch problematisch, wenn Jesus den von Gott verordneten Sabbat der Willkür des Menschen unterworfen hätte. Und letztlich hätte der Satz nach dieser Deutung lediglich wiederholt, was schon der vorige besagte (Edwards 2002, 96f.). Markus meint daher wohl: Weil Jesus (als der Menschensohn) größere Autorität hat als David, hat er auch die Autorität, den Sabbat zu definieren. Beide sind Gottes Auserwählte, die auf einer von Gott bestimmten Mission sind. So haben jedenfalls Matthäus (12,8) und Lukas (6,5) die Aussage verstanden (France 2002, 147f.; vgl. Collins 2007, 204f.; Edwards 2002, 96f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Herr sogar (selbst, auch) [über] den Sabbat&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Herr [über] den Sabbat&#039;&#039; κύριός &#039;&#039;Herr&#039;&#039; mit Genitiv heißt „Herr über“ (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21065</id>
		<title>Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=21065"/>
		<updated>2015-05-20T22:42:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang des Evangeliums&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; (Gr. εὐαγγέλιον) bedeutet etwa „(gute) Neuigkeit“. Hier steht es noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus. Der Begriff &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; kommt nicht aus dem Alten Testament, wo allerdings schon von Boten die Rede ist, die eine gute Nachricht von Gottes Eintreffen und Eingreifen bringen (beispielsweise in Jes 40,9; 52,7; 61,1). Wahrscheinlich gebraucht Markus ihn bewusst im direkten Kontext der in V. 2-3 folgenden Zitate, wo Johannes als der überbringende Bote und Jesus gewissermaßen als Inhalt der Botschaft dargestellt wird. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Neuen Testaments bedeutete jegliche Nachricht von oder über den Kaiser ein &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. In der Ideologie des römischen Kaiserkults galt der Kaiser als übermenschlich, weshalb seine Verlautbarungen gute Nachrichten sein mussten, die Freude auslösten und Glück und Heil brachten. Auch Nachrichten von der Geburt oder Thronbesteigung des Kaisers waren &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff im Kontrast dazu &#039;&#039;die&#039;&#039; frohe Botschaft über die angebrochene Herrschaft &#039;&#039;des einen&#039;&#039; Königs (Friedrich, εὐαγγελίζομαι, εὐαγγέλιον, προευαγγελίζομαι, εὐαγγελιστής, in: TDNT, 707-37; France 2002, 52f.). Allerdings ist unklar, wie groß der Einfluss des Kaiserkults (und damit diese bewusste Parallele) auf die Prägung des christlichen Begriffs war. &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; könnte einfach von den ersten christlichen Predigern als Bezeichnung für die Botschaft der Kirche benutzt worden sein (Guelich 1989, 13f.).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium &#039;&#039;von&#039;&#039; Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Jesus Christus&lt;br /&gt;
(Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;Jesus Christus&#039;&#039; oder &#039;&#039;Jesus Christus, dem Sohn Gottes&#039;&#039; Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Ebenso denkbar ist, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. Man kann weder plausibel erklären, warum &#039;&#039;Sohn Gottes&#039;&#039; nachträglich ergänzt noch weggelassen worden wäre. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Version in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja&lt;br /&gt;
heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus’ Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; – andere Handschriften: „den Propheten“ (Plural)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen Hebraismus, der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schreibt zwar in V. 2, dieses Zitat aus dem AT stamme von dem Propheten Jesaja. Genau genommen stammt aber nur das Kernstück des Zitats in V. 3 von Jesaja (Jes 40,3 LXX). V. 2b zitiert stattdessen eine thematisch verwandte Prophetie aus Mal 3,1. Jesaja greift in dem zitierten Abschnitt auf die Auszugsgeschichte zurück, wenn er einen ähnlich von Gott geführten Auszug aus dem Exil in Aussicht stellt, der von einem Boten (dem „Rufenden“) angekündigt wird. Gerade die ersten Verse von [[Jesaja 40|Jes 40]] sind dabei eine Schlüsselstelle für die Hoffnungen der Juden auf die Wiederherstellung alter Größe. In der Wüste (am Sinai) liegen die Anfänge des alten Israel, und in der Wüste verorteten Jesu Zeitgenossen (beispielsweise die Qumran-Gemeinschaft) auch die Anfänge des neuen Israel. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus mischt die Botschaft von Jesaja jedoch mit der von Maleachi (V. 2b). Dieser Prophet geht auf die Enttäuschung ein, die sich in Juda verbreitete, als sich Jesajas Prophetie nach dem Ende des babylonischen Exils nicht verwirklichte. Er findet die Schuld im fortgesetzten Ungehorsam des Volks, der den neuen Exodus verhindert. Dabei spielt wohl schon [[Maleachi 3#s1|Mal 3,1]] in seiner Ausdrucksweise auf den sehr ähnlich formulierten Vers [[Exodus 23#s20|Ex 23,20]] an. Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch nach dem Exil der Ungehorsam des Volkes dafür verantwortlich, dass JHWH nicht direkt heilbringend wirkt, sondern erst ein Bote sein Kommen ankündigen muss, damit das Volk Zeit zur Buße hat und so Gottes Gericht überleben kann. Markus hebt diesen Zusammenhang hervor, indem er in seinem sonst freien Zitat den Abschnitt „ich sende meinen Boten vor dir her“ aus Ex 23,20 LXX nimmt (Mal 3,1 LXX lautet: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird vor mir den Weg überwachen, und plötzlich wird in seinen Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr wollt, ja/siehe, er kommt, spricht der Herr, der Allmächtige“). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus sieht also den Zeitpunkt nun gekommen, an dem dieser Bote auftritt. Er identifiziert Johannes mit dem angekündigten Boten, der das Volk zur Umkehr bewegen soll. Jesus ist Gott, der in Mal 3,1 sein Kommen zum Gericht ankündigt hat. Seine Mission scheitert allerdings, was nach dem formalen Eintreffen Gottes in seinem Tempel zu Gericht führt (Mk 11). Am Ende wird Israel als Volk durch Gericht untergehen (Mk 13). Gott erfüllt seinen Plan stattdessen auf andere Weise (Mk 12,9-11), sodass die gute Nachricht von Gottes Kommen in Jesus (Mk 1,1) für die Erwählten, die auf Jesus und seinen Vorboten hören, tatsächlich eine gute ist (Watts 2007, 113-20; France 2002, 56ff.; Collins 2007, 135-38). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Jesaja|40|3}}{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039;: Es gibt an dieser Stelle leicht verschiedene Lesarten in den Handschriften.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes&#039; Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei nicht hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“. Andere weisen vertreten die Position, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (so z.B. Dixon 2009, 771f). Diesem Argument folgen wir mit unserer Übersetzung.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Andere Handschriften lesen „Und eine Stimme wurde gehört“ oder „Und eine Stimme“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas&#039; ἄγω oder Matthäus&#039; ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Andere Handschriften lesen „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 18 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; Textkritik: Die Handschriften haben an dieser Stelle unterschiedliche Lesarten, und auch die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben folgen verschiedenen Varianten. NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν, was der hier gewählten Übersetzung entspricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit nachdem aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne mit dieser Aussage aber eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermentlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Einzelnen antike Handschriften haben die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039;. Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben folgen verschiedenen Varianten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil diese der Jesu folgende Handlung begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überallher (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_16&amp;diff=21062</id>
		<title>Markus 16</title>
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		<updated>2015-05-20T21:47:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als der Sabbat vorüber war&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, kauften Maria [von, aus] Magdala und Maria, [die Mutter] des Jakobus&amp;lt;ref&amp;gt;Bezeichnung der Mutter nach dem Sohn: BDR § 162,3&amp;lt;/ref&amp;gt; und Salome Spezereien (wohlriechende Kräuter, Gewürze)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Salbung der Toten geschah mit Öl; Aromata wurden nur für die Salbung von Königen verwendet. Bei den Aromata handelt es sich um seltene, wohlriechende pflanzliche Essenzen. Ziel der Salbung ist die Erhaltung des Leichnams - diese Absicht bildet an dieser Stelle einen (gewollten) Kontrast. „Es scheint die Frauen nicht zu stören, dass die Salbung einer bereits eingewickelten Leiche ‚ein kühner Gedanke‘ (Wellhausen) ist“ (Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;, um [zum Grab] zu gehen [und] ihn zu salben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sehr (ganz) früh am ersten [Tag] der Woche (am Sonntag) &amp;lt;ref&amp;gt;μιᾴ zur Angabe eines bestimmten Tages steht der einfache Dativ, BDR § 200, Anm. 4. Der erste Tag der Woche wird durch μιᾷ bezeichnet; μιᾷ τῶν σαββάτων = am Sonntag. Vorbild war das Hebräische, das die Wochentage durch Kardinalzahlen statt durch Ordinalzahlen bezeichnet, BDR § 247,1; B/S I, S. 1052-1054; Markus kannte aber noch keinen „Sonntag“, (Gnilka 1979, 341), daher als Übersetzung am besten „am ersten Tag der Woche“. Gemeint ist aber natürlich der Sonntag.&amp;lt;/ref&amp;gt; gingen sie zum Grab während (als) die Sonne aufging&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und sie sprachen zu einander: Wer wälzt {für} uns den Stein aus der Tür des Grabes (von der Tür des Grabes ab)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und als sie aufblickten&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, nehmen sie wahr (merken sie), dass der Stein abgewälzt (weggewälzt) war; er war nämlich sehr groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und nachdem sie hineingegangen waren&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Grab, sahen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt; sie einen Jüngling zur Rechten (auf der rechten Seite)&amp;lt;ref&amp;gt;Die rechte Seite war die glückverheißende Seite (Gnilka 1979, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt; sitzen, der ein weißes Gewand an(gezogen)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Stola, eine lange Stoffbahn, wurde nicht angezogen, sondern umgeworfen. Aber im dt. Sprachgebrauch werfen wir keine Kleidung um, sd. eine Jacke oder ein Tuch; das ist hier aber nicht gemeint: die Stola ist die normale Bekleidung&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte, und sie entsetzten sich (waren sehr erstaunt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er aber spricht&amp;lt;ref&amp;gt;Die Botschaft des Engels wird präsentisch eingeführt, um darauf hinzuweisen, dass sie das Zentrum dieser Perikope ist(Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihnen: Entsetzt euch nicht (Seid nicht erstaunt)! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (er wurde auferweckt) &amp;lt;ref&amp;gt;Das Passiv von ἐγείρω bedeutet auferstehen; man kann es aber auch passiv übersetzen: wurde auferweckt, um das Handeln Gottes zu betonen, so Gnilka 1979, 342.&amp;lt;/ref&amp;gt;, er ist nicht hier. Hier [ist] (Siehe) der Ort (die Stelle), wo sie ihn hingelegt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Aber los! (Auf!, Geht fort, Doch geht), sagt [es] seinen Jüngern und Petrus, dass er&amp;lt;ref&amp;gt;Also Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch vorangeht nach Galiläa&amp;lt;ref&amp;gt;Man kann das ὅτι auch als [[Ὅτι recitativum]] auffassen, das eine wörtliche Rede einleitet und dann nicht übersetzt wird: Er geht euch voran nach Galiläa&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch sagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und sie gingen hinaus&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; und flohen von dem Grab, siewaren nämlich ergriffen von (hatten)  Angst (Zittern) und Entsetzen (Bestürzung)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Markus 4,41; 5,15.33.42&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie sagten keinem (niemandem) etwas; denn&amp;lt;ref&amp;gt;oder: nämlich (dann am Schluss des Satzes: sie fürchteten sich nämlich)&amp;lt;/ref&amp;gt; sie fürchteten sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Vers 8 endet das Markusevangelium in den ältesten Quellen (4. Jh.: {{Hebr}}א{{Hebr ende}} und B). Vermutlich ist das abrupte Ende Absicht, um die verstörende Unbegreiflichkeit der Auferstehung zu betonen (Collins 2007, 800) oder um den Leser durch das offene Ende in die erzählte Geschichte hineinzuziehen (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Man kann es außerdem als Aufforderung an die Leser verstehen, von Jesu Auferstehung zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anderen, später geschriebenen Evangelien enthalten am Ende noch zusätzliche Erscheinungsberichte, was das Markus-Ende im Vergleich hierzu noch abrupter wirken lässt (Collins 2007, 800–801). Es entstanden darum verschiedene Fortsetzungen, die das vermeintlich fehlende Ende des Markus-Evangeliums ergänzen sollten (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kürzere Ergänzung lautet: „All diese Nachrichten verkündeten sie sogleich denen, die bei Petrus weilten. Sodann sandte auch Jesus selbst von Osten bis Westen durch sie die heilige und unvergängliche Botschaft der ewigen Rettung aus. Amen“. Sie findet sich in einer sehr frühen lateinische Übersetzung (4./5. Jh.: k). Ansonsten ist sie in wenigen Handschriften zusammen mit dem längeren Ende belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das längere Ende, das später die Versnummern 9 bis 16 erhielt, fasst Passagen anderer Evangelien summarisch zusammen und unterscheidet sich dabei sprachlich vom Rest der Evangeliums (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Es ist ab dem 5. Jh. (A, C und D) sowie in den meisten späten Handschriften belegt. Oft ist es durch einen kurzen Hinweistext oder durch textkritische Zeichen als unsicher markiert. Dass die sehr frühen Handschriften fast alle nach Vers 8 aufhörten, lässt sich auch durch Aussagen von Eusebius (3./4. Jh.) und Hieronymus (4./5. Jh.) belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird in der wissenschaftlichen Literatur gelegentlich überlegt, ob nach Vers 8 vielleicht ursprünglich ein anderes Ende folgte, dass bereits sehr früh verloren ging. Dagegen spricht, dass das Evangelium im 1. Jh. wohl auf einer Schriftrolle und nicht auf Einzelblättern geschrieben wurde (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; {{Sekundär}} Nachdem (als, weil)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot;&amp;gt;Partizip aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; er auferstanden war am frühen Morgen (im Morgengrauen) des ersten Tags der Woche (des Sabbats), erschien er als erstes Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. {{Par|Lukas|8|2}} {{Par|Johannes|20|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Als&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie ging, es denen zu bekanntzumachen (zu verkündigen), die bei ihm gewesen waren, trauerten sie weinten sie.&lt;br /&gt;
{{S|11}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und eben diese – obwohl (als, nachdem)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie hörten, dass [Jesus] lebte und von ihr gesehen worden war, da glaubten sie [es ihr] nicht.&lt;br /&gt;
{{S|12}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Danach {aber} erschien er zwei von ihnen, als (während)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie unterwegs waren, in anderer Gestalt, als (während) sie aufs Land [hinaus] gingen. {{Par|Lukas|24|13}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Auch diese gingen und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; berichteten es den anderen. Die glaubten es jenen [ebenfalls] nicht.{{Par|Lukas|24|33}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Später wiederum (aber), als sie gerade [zu Tische] lagen (gemeinsam aßen)&amp;lt;ref&amp;gt;Nach griechischer Tischsitte war es üblich, beim Essen zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; erschien er den elf [Jüngern], und er tadelte ihren Unglauben (ihr Mißtrauen, ihre Treulosigkeit) und ihre Hartherzigkeit, dass sie denen, die&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt (vertraut) hatten.{{Par|Lukas|24|36}} {{Par|Johannes|20|26}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und er sagte zu ihnen: „Geht in die ganz Welt hinaus und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; macht meine Freuden-Botschaft bekannt (verkündet mein Evangelium) der ganzen Schöpfung.{{Par|Matthäus|28|19}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; glaubt (vertraut, treu ist) und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot; /&amp;gt; dagegen nicht glaubt (nicht vertraut, treulos ist), wird gerichtet werden.&lt;br /&gt;
{{S|17}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Diese Wunder (Zeichen) {aber} werden die Glaubenden begleiten: &lt;br /&gt;
In meinem Namen werden sie Dämonen (Geister, übernatürliche Wesen) austreiben;&lt;br /&gt;
in neuen (d.h. unbekannten) Sprachen (Zungen) werde sie reden; {{Par|Markus|11|22}} {{Par|Apostelgeschichte|2|4}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; sie werden Schlagen aufheben&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Handschriften haben zusätzlich die Worte „Und mit ihren Händen …“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und wenn sie etwas Tödliches tranken, werden sie keinesfalls sterben;&lt;br /&gt;
bei Kranken werden sie Hände auflegen und es wird {ihnen} [diesen wieder] gut gehen.“ {{Par|Markus|6|5}} {{Par|Markus|6|13}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Der Herr, Jesus, wurde {nun zwar} nach diesem Reden in den Himmel aufgenommen und setzte sich zu Gottes rechter Seite,{{Par|Lukas|24|51}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; jene aber gingen hinaus [in die Welt] und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; verkündeten (predigten) überall , wobei&amp;lt;ref&amp;gt;Absoluter Genitiv&amp;lt;/ref&amp;gt; der Herr mitwirkte und [ihre] Rede (das Wort) dadurch bekräftigte, dass sich  Wunder einstellten (durch nachfolgende Zeichen stärkte/bestätigte).{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
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		<title>Markus 16</title>
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		<updated>2015-05-14T14:06:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als der Sabbat vorüber war&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, kauften Maria [von, aus] Magdalena und Maria, [die Mutter] des Jakobus&amp;lt;ref&amp;gt;Bezeichnung der Mutter nach dem Sohn: BDR § 162,3&amp;lt;/ref&amp;gt; und Salome Spezereien (wohlriechende Kräuter, Gewürze), um [zum Grab] zu gehen [und] ihn zu salben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sehr (ganz) früh am ersten [Tag] der Woche (am Sonntag) &amp;lt;ref&amp;gt;μιᾴ zur Angabe eines bestimmten Tages steht der einfache Dativ, BDR § 200, Anm. 4. Der erste Tag der Woche wird durch μιᾷ bezeichnet; μιᾷ τῶν σαββάτων = am Sonntag. Vorbild war das Hebräische, das die Wochentage durch Kardinalzahlen statt durch Ordinalzahlen bezeichnet, BDR § 247,1; B/S I, S. 1052-1054; Markus kannte aber noch keinen „Sonntag“, vgl. Gnilka 1979, S. 341, daher als Übersetzung am besten „am ersten Tag der Woche“. Gemeint ist aber natürlich der Sonntag.&amp;lt;/ref&amp;gt; gingen sie zum Grab während (als) die Sonne aufging&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und sie sprechen zu einander: Wer wälzt {für} uns den Stein aus der Tür des Grabes (von der Tür des Grabes ab)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und als sie aufblicken&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, nehmen sie wahr (merken sie), dass der Stein abgewälzt war; er war nämlich sehr groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und nachdem sie hineingegangen waren&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Grab, sahen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt; sie einen Jüngling zur Rechten (auf der rechten Seite)&amp;lt;ref&amp;gt;Die rechte Seite war die glückverheißende Seite, Glinka, 341&amp;lt;/ref&amp;gt; sitzen, der ein weißes Gewand an(gezogen)&amp;lt;ref&amp;gt; die Stola, eine lange Stoffbahn, wurde nicht angezogen, sondern umgeworfen. Aber im dt. Sprachgebrauch werfen wir keine Kleidung um, sd. eine Jacke oder ein Tuch; das ist hier aber nicht gemeint: die Stola ist die normale Bekleidung&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte, und sie entsetzten sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er aber spricht&amp;lt;ref&amp;gt;Die Botschaft des Engels wird prasserisch eingeführt, um darauf hinzuweisen, dass sie das Zentrum dieser Periskope ist, Glinka, S. 340&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihnen: entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (er wurde auferweckt) &amp;lt;ref&amp;gt;Das Passiv von ἐγείρω bedeutet auferstehen; man kann es aber auch pazifische übersetzen: wurde auferweckt, um das Handeln Gottes zu betonen, so Glinka, S. 342&amp;lt;/ref&amp;gt;, er ist nicht hier. Hier [ist] (Siehe) der Ort (die Stelle), wo sie ihn hingelegt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Aber los! (auf!, geht fort), sagt [es] seinen Jüngern und Petrus, dass er&amp;lt;ref&amp;gt;Also Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch vorangeht nach Galiläa&amp;lt;ref&amp;gt;Man kann das ὅτι auch als [[Ὅτι recitativum]] auffassen, das eine wörtliche Rede einleitet und dann nicht übersetzt wird: Er geht euch voran nach Galiläa&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch sagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und sie gingen hinaus&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; und flohen von dem Grab, sie (hatten=) waren nämlich ergriffen von Angst und Entsetzen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Markus 4,41; 5,15.33.42&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie sagten keinem etwas; denn&amp;lt;ref&amp;gt;oder: nämlich (dann am Schluss des Satzes: sie fürchteten sich nämlich)&amp;lt;/ref&amp;gt; sie fürchteten sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Vers 8 endet das Markusevangelium in den ältesten Quellen (4. Jh.: {{Hebr}}א{{Hebr ende}} und B). Vermutlich ist das abrupte Ende Absicht, um die verstörende Unbegreiflichkeit der Auferstehung zu betonen (Collins 2007, 800) oder um den Leser durch das offene Ende in die erzählte Geschichte hineinzuziehen (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Man kann es außerdem als Aufforderung an die Leser verstehen, von Jesu Auferstehung zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anderen, später geschriebenen Evangelien enthalten am Ende noch zusätzliche Erscheinungsberichte, was das Markus-Ende im Vergleich hierzu noch abrupter wirken lässt (Collins 2007, 800–801). Es entstanden darum verschiedene Fortsetzungen, die das vermeintlich fehlende Ende des Markus-Evangeliums ergänzen sollten (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kürzere Ergänzung lautet: „All diese Nachrichten verkündeten sie sogleich denen, die bei Petrus weilten. Sodann sandte auch Jesus selbst von Osten bis Westen durch sie die heilige und unvergängliche Botschaft der ewigen Rettung aus. Amen“. Sie findet sich in einer sehr frühen lateinische Übersetzung (4./5. Jh.: k). Ansonsten ist sie in wenigen Handschriften zusammen mit dem längeren Ende belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das längere Ende, das später die Versnummern 9 bis 16 erhielt, fasst Passagen anderer Evangelien summarisch zusammen und unterscheidet sich dabei sprachlich vom Rest der Evangeliums (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Es ist ab dem 5. Jh. (A, C und D) sowie in den meisten späten Handschriften belegt. Oft ist es durch einen kurzen Hinweistext oder durch textkritische Zeichen als unsicher markiert. Dass die sehr frühen Handschriften fast alle nach Vers 8 aufhörten, lässt sich auch durch Aussagen von Eusebius (3./4. Jh.) und Hieronymus (4./5. Jh.) belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird in der wissenschaftlichen Literatur gelegentlich überlegt, ob nach Vers 8 vielleicht ursprünglich ein anderes Ende folgte, dass bereits sehr früh verloren ging. Dagegen spricht, dass das Evangelium im 1. Jh. wohl auf einer Schriftrolle und nicht auf Einzelblättern geschrieben wurde (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; {{Sekundär}} Nachdem (als, weil)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot;&amp;gt;Partizip aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; er auferstanden war am frühen Morgen (im Morgengrauen) des ersten Tags der Woche (des Sabbats), erschien er als erstes Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. {{Par|Lukas|8|2}} {{Par|Johannes|20|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Als&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie ging, es denen zu bekanntzumachen (zu verkündigen), die bei ihm gewesen waren, trauerten sie weinten sie.&lt;br /&gt;
{{S|11}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und eben diese – obwohl (als, nachdem)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie hörten, dass [Jesus] lebte und von ihr gesehen worden war, da glaubten sie [es ihr] nicht.&lt;br /&gt;
{{S|12}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Danach {aber} erschien er zwei von ihnen, als (während)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie unterwegs waren, in anderer Gestalt, als (während) sie aufs Land [hinaus] gingen. {{Par|Lukas|24|13}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Auch diese gingen und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; berichteten es den anderen. Die glaubten es jenen [ebenfalls] nicht.{{Par|Lukas|24|33}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Später wiederum (aber), als sie gerade [zu Tische] lagen (gemeinsam aßen)&amp;lt;ref&amp;gt;Nach griechischer Tischsitte war es üblich, beim Essen zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; erschien er den elf [Jüngern], und er tadelte ihren Unglauben (ihr Mißtrauen, ihre Treulosigkeit) und ihre Hartherzigkeit, dass sie denen, die&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt (vertraut) hatten.{{Par|Lukas|24|36}} {{Par|Johannes|20|26}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und er sagte zu ihnen: „Geht in die ganz Welt hinaus und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; macht meine Freuden-Botschaft bekannt (verkündet mein Evangelium) der ganzen Schöpfung.{{Par|Matthäus|28|19}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; glaubt (vertraut, treu ist) und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot; /&amp;gt; dagegen nicht glaubt (nicht vertraut, treulos ist), wird gerichtet werden.&lt;br /&gt;
{{S|17}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Diese Wunder (Zeichen) {aber} werden die Glaubenden begleiten: &lt;br /&gt;
In meinem Namen werden sie Dämonen (Geister, übernatürliche Wesen) austreiben;&lt;br /&gt;
in neuen (d.h. unbekannten) Sprachen (Zungen) werde sie reden; {{Par|Markus|11|22}} {{Par|Apostelgeschichte|2|4}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; sie werden Schlagen aufheben&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Handschriften haben zusätzlich die Worte „Und mit ihren Händen …“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und wenn sie etwas Tödliches tranken, werden sie keinesfalls sterben;&lt;br /&gt;
bei Kranken werden sie Hände auflegen und es wird {ihnen} [diesen wieder] gut gehen.“ {{Par|Markus|6|5}} {{Par|Markus|6|13}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Der Herr, Jesus, wurde {nun zwar} nach diesem Reden in den Himmel aufgenommen und setzte sich zu Gottes rechter Seite,{{Par|Lukas|24|51}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; jene aber gingen hinaus [in die Welt] und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; verkündeten (predigten) überall , wobei&amp;lt;ref&amp;gt;Absoluter Genitiv&amp;lt;/ref&amp;gt; der Herr mitwirkte und [ihre] Rede (das Wort) dadurch bekräftigte, dass sich  Wunder einstellten (durch nachfolgende Zeichen stärkte/bestätigte).{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_4&amp;diff=20958</id>
		<title>Markus 4</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_4&amp;diff=20958"/>
		<updated>2015-05-14T14:03:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Und wieder begann er am See zu lehren. Eine so gewaltige Menschenmenge versammelte sich bei ihm, dass er in ein Boot stieg und vom Wasser aus zu den Menschen am Ufer sprach.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Er lehrte sie lange und gebrauchte dabei Gleichnisse (bildhafte Vergleiche). So sagte er: &lt;br /&gt;
{{L|3}}„Hört mir zu! Einmal machte sich ein Sämann auf, um zu säen. &lt;br /&gt;
{{L|4}}Und beim Säen passierte es, dass ein Teil der Samenkörner auf den Feldweg fiel, und die Vögel kamen und fraßen es auf. &lt;br /&gt;
{{L|5}}Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde gab. Die Saat ging zwar schnell auf, &lt;br /&gt;
{{L|6}}doch als die Sonne empor stieg und brannte, verdorrte die Saat, weil sie keine Wurzeln hatte. &lt;br /&gt;
{{L|7}}Ein weiterer Teil fiel zwischen Dornbüsche; die Dornbüsche überwucherten alles, und die Saat brachte auch dort keine Frucht.&lt;br /&gt;
{{L|8}}Aber ein Teil der Körner fiel auch auf guten Boden. Dort ging die Saat auf, sie wuchs und brachte reichlich Frucht: teils dreißigmal, teils sechzigmal, teils sogar hundertmal so viele neue Körner.“ &lt;br /&gt;
{{L|9}}Dann sagte er: „Wer Ohren hat zum Hören, soll hören!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|10}}Später, als er mit den Zwölfen und einigen anderen Leuten alleine war, fragten die ihn immer wieder nach den Gleichnissen. &lt;br /&gt;
{{L|11}}Darauf sagte er zu ihnen: „Euch ist das Geheimnis von Gottes Königtum gegeben, aber denen draußen, den Außenstehenden, wird alles in Gleichnissen vermittelt,&lt;br /&gt;
{{L|12}}damit sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
sehen, aber nicht erkennen, &lt;br /&gt;
und hören, aber nicht verstehen&lt;br /&gt;
– so dass sie nicht etwa sich bekehren und ihnen vergeben wird.“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hier gibt Markus eine direkte Weisung Gottes aus Jesaja 6,9f wieder, die manchmal auch noch deutlicher übersetzt wird mit „Sie &#039;&#039;sollen&#039;&#039; sehen, aber nicht erkennen...“. Das ist vielleicht etwas schwer zu verstehen - aber vielleicht etwas leichter zu verstehen, wenn man sie zusammen mit der Verkündigung Jesu in Mt 11,25 betrachtet: „Ich preise dich, Vater, [...] weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.“ (EÜ){{par|Matthäus|11|25}}. Paulus spricht etwas ähnlich in 1 Kor 2, 6-9 von der „verborgenen Weisheit Gottes“ und von dem, „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (EÜ){{par|1Korinther|2|6}}. &amp;lt;br /&amp;gt; In der Parallelstelle Mt 13,13f {{par|Matthäus|13|13}} heißt es (weniger weisend, mehr beschreibend): „Sie sehen - und erkennen doch nicht; sie hören - und verstehen doch nicht.“ Das (bzw. genauer den Vers Mt 13,15) übersetzt Martin Dreyer in seiner Volxbibel unübertrefflich einprägsam mit den Worten: „Sie sitzen auf ihren Ohren und haben Tomaten auf den Augen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Jesaja|6|9|10}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|13}}Dann ging er auf das Gleichnis ein und fragte sie: „Begreift ihr schon dieses Gleichnis nicht? Wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? &lt;br /&gt;
{{L|14}}Also: Der Sämann sät das Wort, die Botschaft.&lt;br /&gt;
{{L|15}}Der Feldweg, das sind diejenigen Menschen, die das Wort empfangen und hören, doch sobald sie es hören, kommt gleich der Satan und nimmt es ihnen weg. &lt;br /&gt;
{{L|16}}Die mit dem felsigen Boden sind diejenigen, die das Wort schnell mit Freuden annehmen, sobald sie es hören,&lt;br /&gt;
{{L|17}}doch sie haben keine Wurzeln und sind unbeständig. Wenn sie dann wegen der Botschaft in Schwierigkeiten geraten, geben sie auch schnell wieder auf.&lt;br /&gt;
{{L|18}}Andere sind die mit den Dornbüschen. Das sind diejenigen, die das Wort gehört und aufgenommen haben,&lt;br /&gt;
{{L|19}}doch wenn weltliche Sorgen, die Verlockung des Reichtums und das Verlangen nach allen möglichen anderen Dingen sich breit machen, dann ersticken diese das Wort und es wird fruchtlos.&lt;br /&gt;
{{L|20}}Die aber, bei denen die Saat auf gute Erde fällt, das sind jene, die das Wort, die Botschaft hören und annehmen und die dann auch Früchte bringen – manche dreißigfach, manche sechzigfach, manche eben hundertfach.“ &amp;lt;ref&amp;gt;In einem bemerkenswerten neuen geistlichen Lied hat Gregor Linßen dieses Gleichnis vertont: „Herr, du bist die Hoffnung, wo Leben verdorrt. Auf steinigem Grund wachse in mir! Sei keimender Same, sei sicherer Ort! Treib Knospen und blühe in mir!!“ Das Lied ist auch bekannt unter seinem Refrain: „Und ein neuer Morgen...“&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|21}}Dann sagte er zu ihnen: „Bringt man etwa eine Lampe, um sie unter einem Eimer unter das Bett zu stellen? Oder nicht eher, um sie auf einen Lampenständer zu setzen?&lt;br /&gt;
{{L|22}}Es gibt nichts Geheimes, außer, damit es öffentlich gemacht wird, und es ist auch nichts verborgen worden, außer, damit es ans Tageslicht kommt.&lt;br /&gt;
{{L|23}}Wer Ohren hat zum Hören, soll hören!“ &amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|24}}Und er sagte zu ihnen: „Achtet auf das, was ihr hört! Mit dem Maß, mit dem ihr zuteilt, wird euch zugeteilt werden, und euch wird noch mehr gegeben werden.&lt;br /&gt;
{{L|25}}Denn wer hat, dem wird gegeben, und wer nicht hat, dem wird auch das, was er hat, weggenommen werden.“ &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|26}}Und er sagte: „Gottes Königreich ist so, wie wenn ein Mann Samen auf das Ackerland streut.&lt;br /&gt;
{{L|27}}Während er schläft und erwacht, Nacht und Tag, sprießt und wächst die Saat - wie, das weiß er selbst nicht. &lt;br /&gt;
{{L|28}}Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst einen Halm, dann eine Ähre, dann den voll ausgereiften Weizen in der Ähre.&lt;br /&gt;
{{L|29}}Und sobald die Frucht es zulässt, setzt er gleich die Sichel an, weil die Erntezeit gekommen ist.“ &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|30}}Dann sagte er: „Womit können wir Gottes Königreich vergleichen, mit welchem Bild können wir es darstellen? -&lt;br /&gt;
{{L|31}}Mit einem Senfkorn, das, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste aller Samenkörner ist, die man in die Erde sät,&lt;br /&gt;
{{L|32}}doch wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartenpflanzen, und es treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|33}}So verkündete er den Menschen mit vielen Gleichnissen seine Botschaft in dem Maße, wie sie es verstehen konnten.&lt;br /&gt;
{{L|34}}Er sprach zu ihnen nie ohne Gleichnis - seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen alleine war.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und als es Abend geworden war, an jenem Tag, sagte er zu ihnen: „Lasst uns an das andere Ufer fahren!“&lt;br /&gt;
{{L|36}}Sie schickten die Menschenmenge weg und nahmen ihn, wie er war, im Boot mit; auch andere Boote waren dabei.&lt;br /&gt;
{{L|37}}Da kam ein starker Sturmwind auf, und die Wogen schlugen so heftig in das Boot, dass es sich immer mehr mit Wasser füllte.&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus aber schlief auf einem Kissen am Heck. Sie weckten ihn und riefen: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir hier umkommen?“&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er wachte auf, fuhr den Wind an und rief dem Meer zu: „Sei still!“ Da ließ der Wind nach, und es trat eine völlige Stille ein.&lt;br /&gt;
{{L|40}}Jesus fragte die Jünger: „Warum seid ihr so ängstlich? Habt ihr noch keinen Glauben?“&lt;br /&gt;
{{L|41}}Da ergriff sie noch größere Furcht und sie sagten zueinander: „Wer ist dieser Mann, dass sogar der Wind und das Meer ihm gehorchen?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und wieder einmal (erneut) begann er am Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meer&#039;&#039; Gemeint ist wie schon in Mk 2,13; 3,7 der See Gennesaret, das „Meer von Galiläa“. Bisher hat sich Jesus fast nur in Galiläa aufgehalten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren. Und eine so gewaltige Menschenmenge versammelte sich bei ihm, dass er in ein Boot stieg und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal, mit „und“ beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[darin] auf dem Meer (See) saß&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[darin] auf dem Meer (See) saß&#039;&#039; Die Formulierung ist etwas plump. Luther missversteht offenbar den griechischen Satzbau und übersetzt bezüglich des Bootes „das im Wasser lag“. Guelich erwähnt den Vorschlag, dass „ins Boot steigen und sitzen“ ein Aramaismus ist, der einfach „an Bord gehen“ bedeutet. Doch Markus könnte uns auch bewusst darauf hinweisen, dass Jesus sich setzte, denn das war die normale Haltung eines Lehrers (Guelich 1989, 191).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und die ganze Menschenmenge blieb (war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;blieb (war)&#039;&#039; W. „waren“ ([[Constructio ad sensum]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
am Ufer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;am Ufer&#039;&#039; W. „(nah) am Meer“ oder „zum Meer hin gewandt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an Land.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und er lehrte sie mit (mithilfe, in) Gleichnissen (bildhaften Vergleichen) viele [Dinge] (lange) und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lehrte&#039;&#039; und &#039;&#039;sagte&#039;&#039; stehen im [[Imperfekt]], was für eine (fortdauernde) Predigt passend ist. πολλὰ könnte daher hier nicht nur &#039;&#039;viele Dinge&#039;&#039; heißen, sondern auch ein Adverb sein und dann &#039;&#039;lange&#039;&#039; bedeuten (NSS, so EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen, während er lehrte (bei/in/während seiner Lehre)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während er lehrte&#039;&#039; LUT: „in seiner Predigt sprach er zu ihnen“, GNB, NGÜ: „Unter anderem sagte er“&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
{{S|3}} „Hört! Seht! (Einmal) Der Säende (Sämann) machte sich auf, [um] zu säen.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und beim Säen kam es dazu (geschah es), [dass] ein [Teil des Saatguts] ([Samenkorn])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein [Teil des Saatguts] ([Samenkorn])&#039;&#039; Gr. ὃ μὲν – ἄλλο „eins – ein anderes“ oder „ein [Teil] – ein anderer [Teil]“. Für viele Übersetzungen bedeutet das: „ein [Teil des Saatguts]“. Allerdings spricht V. 8 dann von „anderen“ (Plural), was darauf hindeuten könnte, dass Markus beispielhaft von einzelnen Körnern spricht. Eines fiel auf den Weg – andere fielen auf guten Boden (Guelich 1989, 193; France 2002, 191f.).Auch den Singular „Wurzel“ (V. 6) könnte man so verstehen. Allerdings handelt die Geschichte von Körnern, die mit der Hand ausgestreut werden. Da würde man eher erwarten, dass Jesus vom Schicksal mehrerer Körner als Kollektiv spricht. Weiter klingt es eher nach mehreren Körnern, die am Ende des Verses gleich von den Vögeln (Pl.) gefressen werden (vgl. [http://books.google.de/books?id=7rFZUSeOcd0C&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA197#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Stein 2008, 197]). Schließlich benutzt Markus in V. 8 Zahlwörter („ein [Korn]“ usw.) für das Schicksal einzelner Körner, aber nicht hier. Es ist also wahrscheinlicher, dass erst ab V. 8 einzelne Körner in den Blick kommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an den Wegesrand (auf den Weg)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;weg&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;an den Wegesrand (auf den Weg)&#039;&#039; Die griechische Präposition παρά lässt beide Möglichkeiten zu, wenn Markus mit semitischem Einschlag formuliert (Guelich 1989, 193), doch für &#039;&#039;auf&#039;&#039; hätte er ἐπί verwenden können (wie in V. 7, 8), παρά heißt eher „bei“ ([http://books.google.de/books?id=7rFZUSeOcd0C&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA198#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Stein 2008, 198]). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fiel, und die Vögel kamen und fraßen es auf. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und ein anderer [Teil] fiel auf felsigen Boden, wo er nicht viel Erde hatte, und [die Saat] ging schnell auf, weil sie keine tiefe Erde hatte.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Doch (und) als (nachdem) die Sonne aufging (hochstieg), wurde [die Saat] versengt, und weil sie keine Wurzeln&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurzeln&#039;&#039; W. „Wurzel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
hatte, verdorrte sie (trocknete sie aus). &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und ein anderer [Teil] fiel zwischen die Dornengewächse (Dornbüsche, Dornen), und die Dornengewächse (Dornbüsche, Dornen) wuchsen auf (überwucherten) und erstickten [die Saat], und sie brachte keine Frucht.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und andere [Körner] ([Teile]) fielen auf {den} guten Boden (Erde) und brachten Frucht, indem (während, wobei) sie aufgingen (aufwuchsen) und wuchsen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem (während, wobei) er aufging und wuchs&#039;&#039; Zwei [[Ptz. conj.]], modal-temporal Nebensatz übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ein [Samenkorn] ([Teil der Saat]) brachte 30, {und} eins 60 und eins 100 [Körner] hervor ([das Saatgut] trug dreißig- {und}, sechzig- und hundertfach [Frucht])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;30, 60, 100 [Körner]&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;dreißig-, sechzig- und hundertfach [Frucht]&#039;&#039;. Gr. ἔφερεν ἓν τριάκοντα usw. Die Frage ist, wie ἓν „eines“ (Ntr. Sg. des Zahlworts ) zu verstehen ist. Man kann es als Subjekt verstehen: ein [Samenkorn]. Oder es könnte ein Aramaismus sein, der die Zahlen 30, 60 und 100 zu Vielfachen macht, also „mal“ oder „-fach“ bedeuten (wie in Dan 3,19; so die meisten Übersetzungen; nach Guelich 1989, 188). Da V. 8 von &#039;&#039;anderen&#039;&#039; im Plural spricht, sind nun vermutlich einzelne Körner als Teile des Saatguts gemeint (auch wenn der Satz genauso gut funktioniert, wenn man stattdessen von mehreren Teilen Saatgut ausgeht). Folglich ist es plausibel, ἓν als Subjekt zu verstehen. Die Annahme eines exotischen Aramaismus ist dann unnötig (so GNB nach NSS; Collins 2007, 239 Fn i; France 2002, 192f.). Die Parallelstellen sind unentschieden: Lukas formuliert freier und verwendet in Lk 8,8 ein Vielfaches. Matthäus folgt Markus sehr genau, ersetzt aber das gr. εν, εν, εν durch ὃ μὲν, ὃ δὲ, ὃ δὲ, die er deutlich auf einzelne Samenkörner bezieht. Diese Beobachtung und die Tatsache, dass der griechische Text sich auch natürlich und ohne Zuhilfenahme eines vermuteten Aramaismus erklären lässt, waren für die getroffene Entscheidung ausschlaggebend.&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
{{S|9}} Dann (und) sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; (V. 9 sowie 21, 24, 26, 30) [[Imperfekt]] wie in V. 2, und 11. Signalisiert(e) es (ursprünglich) die Fortsetzung der Predigt aus V. 2? Oder führt Jesus seine Erklärung des Gleichnisses weiter (wie V. 11)(Guelich 1989, 228)? Zumindest in V. 9 ist beides denkbar. Markus benutzt diese Imperfektform häufig, um Sprichwörter oder markante Aussagen Jesu einzuleiten (ebd., 205), was besonders zum Gebrauch ab V. 21 passen würde. Ab V. 21 erscheint die Einleitung jedes Mal, um zwischen einzelnen Aussagen zu unterscheiden. Hier würde (wie in V. 11) die Interpretation funktionieren, dass es sich dabei um Aussagen handelte, die Jesus immer wieder machte, und die deshalb von seinen Anhängern mit dem Imperfekt bewart wurden („Jesus sagte immer...“, „Jesus pflegte zu sagen...“). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er: „Wer Ohren hat [zum] Hören, soll hören (höre)!“ &lt;br /&gt;
{{S|10}} Und wenn (als) er für sich alleine war, fragten ihn [die Leute], die um ihn [waren], mit den Zwölfen [immer wieder&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragten … [immer wieder]&#039;&#039; Das Verb steht – genau wie &#039;&#039;sagte&#039;&#039; im nächsten Vers – im Imperfekt, was den kurzen Einschub der Verse 10-12 als (sich wiederholt ereignende) Anekdote kennzeichnet (vgl. France 2002, 194), oder dass Jesus auf solche Anfragen üblicherweise dieselbe Erklärung von sich gab. Markus hat Jesu Predigt auf dem Wasser (4,1-2) hier unterbrochen und diese Anekdote hier zwischen dem Gleichnis von der Saat und dessen Erklärung als wichtige Kontextinformation untergebracht. Diese Unterbrechung erkennt man möglicherweise auch daran, dass es schwer vorstellbar ist, wie Jesus, der eben noch vom Boot aus zu einer gewaltigen Menge predigte, nun mit den Jüngern allein sein kann. Die Verse 33-34 scheinen diese Anekdote noch einmal aufzugreifen, während V. 35ff. die Haupthandlung wieder ein- und zum nächsten Ereignis überleiten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
nach] den Gleichnissen (Vergleichen). &lt;br /&gt;
{{S|11}} Dann (und) sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Imperfekt]], zur Erklärung siehe die vorige Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen: „Euch ist das Geheimnis von Gottes Königreich (Königsherrschaft) gegeben, aber denen draußen (den Außenstehenden) wird alles in (mit, mit Hilfe von) Gleichnissen (Vergleichen, Rätseln) vermittelt,&lt;br /&gt;
{{S|12}} damit [sie]&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
sehen und (obwohl sie sehen; beim Sehen) sehen und (aber) nicht erkennen,&lt;br /&gt;
und hören und (obwohl sie hören; beim Hören),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sehen und sehen&#039;&#039; und &#039;&#039;hören und hören&#039;&#039; W. „sehend sehen“ und „hörend hören“ (wie ZÜR, ELB). Es handelt sich um zwei Partizipien, die eine hebräische Stilfigur wörtlich übertragen. Ihre Funktion ist es, die fragliche Aussage zu verstärken – im Deutschen kann man das nur umschreiben. Der zitierte Text aus Jes 6,9 ist allerdings eine Aufforderung (EÜ: „Hören sollt ihr, hören“, GNB: „Hört nur zu … seht hin, so viel ihr wollt“). Jesus dagegen zitiert den Vers recht frei und benutzt die dritte Person Plural. Zur Intensivierung zielen viele Übersetzungen auf wiederholtes und sehr genaues Hinsehen und Hinhören: „sehen sollen sie, sehen ... hören sollen sie, hören“ (EÜ), „Sie sollen hinsehen, so viel sie wollen ... sie sollen zuhören, so viel sie wollen “ (GNB), „immerfort sehen ... immerfort hören“ (MEN), „mit sehenden Augen sehen ... mit hörenden Ohren hören“ (Luther).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nimmt man das Zitat für sich, könnte man es auch nach den Regeln der griechischen Grammatik auflösen. &#039;&#039;obwohl sie sehen&#039;&#039; und &#039;&#039;obwohl sie hören&#039;&#039; wäre die Deutung als [[Ptz. conj.]], die hier konzessiv als Nebensätze aufgelöst sind (ähnlich NGÜ). &#039;&#039;beim Sehen ... beim Hören&#039;&#039; wäre modal. Auch die wörtliche Übersetzung sieht wohl eine modale Sinnrichtung (vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt; hören und (aber) nicht verstehen,&lt;br /&gt;
damit sie nicht etwa umkehren (sich bekehren) und ihnen vergeben wird.“{{par|Jesaja|6|9|10}}{{par|Markus|8|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er sagte zu ihnen: „Begreift ihr dieses Gleichnis (Vergleich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dieses Gleichnis&#039;&#039; Jesus spricht nun wieder vom Gleichnis von der Saat (Mk 4,3-9). Die Beschreibung von Jesu (üblicher?) Antwort auf derartige Fragen nach seinen Gleichnissen (s. die [[#note_n|Fußnote in V. 10]]) endet in V. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
nicht? Wie [wollt] ihr dann (und) überhaupt (all die [anderen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;überhaupt (all die [anderen])&#039;&#039; W. „all die Gleichnisse“ (vgl. ELB). Unsere Übersetzung folgt MEN, NGÜ, ZÜR. „Überhaupt“ kann ebenso umfassend gemeint sein wie „alle“. Vgl. die Definition von πᾶς „jeder“ in LN 59.23: „the totality of any object, mass, collective, or extension—‘all, every, each, whole.’“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleichnisse (Vergleiche) verstehen?&lt;br /&gt;
{{S|14}} Der Säende (Sämann) sät das Wort (die Botschaft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Wort&#039;&#039; (V. 14ff. und 33) bezeichnet den Inhalt von Jesu Verkündigung (vgl. Mk 2,2), die bisher sein Evangelium vom nahen Reich Gottes (1,15) und die Gleichnisse (v.a. ab Kap. 4) umfasst. In der Zeit, als das Evangelium in Umlauf kam, bezeichnete &#039;&#039;Wort&#039;&#039; in christlichen Kreisen das christliche Evangelium. Der Vergleich von Mk 1,15 und 2,2 scheint darauf hinzuweisen, dass auch Markus die beiden Begriffe austauschbar benutzt (France 2002, 204; Collins 2007, 251f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|15}} {und (aber)} Die am Wegesrand (auf dem Weg)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;weg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sind diejenigen, in die (wo) das Wort (die Botschaft) gesät wird, und sobald sie [es] hören, kommt der Satan und nimmt das in (auf) sie hineingesäte Wort (Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; gleich (schnell) wieder weg. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die auf den felsigen Boden Gesäten sind diejenigen, die das Wort (Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; gleich mit Freuden annehmen, sobald sie es hören&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die das Wort gleich mit Freuden annehmen, sobald sie es hören&#039;&#039; W. „die, sobald sie das Wort hören, es gleich mit Freuden annehmen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|17}} aber (und) keine Wurzel in sich haben, sondern unbeständig sind. Wenn es dann wegen des Wortes (der Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; zu Leid (Bedrängnis, Schwierigkeiten) oder Verfolgung kommt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn es … zu … kommt&#039;&#039; Temporal aufgelöster [[Genitivus absolutus]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geben sie bald (schnell, gleich) auf (wenden sich/fallen ab, kommen zu Fall, ärgern sich). &lt;br /&gt;
{{S|18}} {und} Andere sind die unter die Dornengewächse (Dornbüsche, Dornen) Gesäten. Es sind diejenigen, die das Wort (die Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; hören (gehört haben),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die … hören&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;gehört haben&#039;&#039; Als Relativsatz aufgelöstes [[substantiviertes Partizip]]. Man kann das Partizip Aorist sowohl vorzeitig wie gleichzeitig übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} und (aber) wenn weltliche Sorgen (Sorgen der Gegenwart, Zeit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weltliche Sorgen&#039;&#039; W. „Sorgen der Welt/Zeit/Gegenwart“, [[appositiver Genitiv]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, {und} die Verlockung (Täuschung) des Reichtums und das Verlangen (die Gier, Sehnsucht) nach allem anderen dazukommen (sich breit machen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn … dazukommen&#039;&#039; Temporal aufgelöstes [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ersticken sie das Wort (die Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; und (sodass) es wird unfruchtbar. &lt;br /&gt;
{{S|20}} Und die auf die gute Erde gesät werden,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die … gesät werden&#039;&#039; Als Relativsatz aufgelöstes [[subst. Ptz.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sind jene, die das Wort (die Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; hören und annehmen und Frucht bringen, eines 30, {und} eines 60 und eines 100 (dreißigfach, {und} sechzigfach und hundertfach)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eines 30, {und} eines 60 und eines 100&#039;&#039; S. die [[#note_m|Fußnote zur gleichen Formulierung]] in V. 8. Wenn nicht der dort von vielen gesehene Aramaismus vorliegt (dann wie Klammer), hat Jesus die Formulierung direkt aus der eigentlichen Parabel übernommen, er meint hier also weiter „ein [Samenkorn] bringt 30 [weitere] hervor“ usw. (NSS), wobei er die Metapher nicht extra ausdrücklich auf die Jüngerschaft anwenden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (Dann) er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Bringt man&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Bringt man&#039;&#039; W. „kommt“, d.h. etwa „wird herbeigebracht“, eine gängige griechische Wendung (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
etwa [eine] Lampe, um sie unter [einen] Behälter (Scheffel, Gefäß, Schüssel, Eimer) unter das Bett (Liege, Sofa) zu stellen? Oder doch eher (Nein), um sie auf den Lampenständer (Leuchter) zu stellen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu stellen&#039;&#039; (2x) Oder etwas genauer an der griechischen Syntax orientiert: „damit … gestellt wird“&amp;lt;/ref&amp;gt;? &lt;br /&gt;
{{S|22}} Denn es gibt nichts Verborgenes (Verstecktes, Geheimes), außer um es öffentlich (offenbar, sichtbar) zu machen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu machen&#039;&#039; Oder etwas genauer an der griechischen Syntax orientiert: „damit … gemacht wird“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und es ist auch nichts geheim (verborgen) geworden (geschehen), außer um ins Tageslicht (Offene) zu kommen.&lt;br /&gt;
{{S|23}} Wer Ohren hat [zum] Hören, soll hören (höre)!“ &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und (Dann) er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Achtet auf [das], was ihr hört! Mit dem Maß, mit dem ihr messt (zuteilt), wird euch [euer Teil] zugemessen (zugeteilt) werden, und euch wird noch mehr gegeben werden.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Denn wer hat, dem wird gegeben und wer nicht hat, {von} dem wird auch das, [was] er hat, weggenommen werden.“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und (Dann) er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Gottes Königreich (Königsherrschaft) ist so, wie wenn ein Mann die Saat ([einen] Samen) auf das Ackerland (den Boden) streut (wirft, fallen lässt).&lt;br /&gt;
{{S|27}} Während (dann, und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Während … {und}&#039;&#039; W. „und … und“. In Markus&#039; volkstümlichem Griechisch entspricht das wohl (ähnlich wie im Hebräischen) einer temporalen Verbindung (vgl. Mk 2,23), daher die Wiedergabe als temporaler Nebensatz.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er schläft und erwacht, Nacht und Tag, {und} sprießt und wächst die Saat (der Same) – wie (während), [das] weiß er selbst nicht (ohne daß er selbst etwas davon weiß)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie, [das] weiß er selbst nicht&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;ohne dass er selbst etwas davon weiß&#039;&#039; Das Gleichnis enthält einige Merkmale, die darauf hinweisen könnten, dass der Bauer unabsichtlich einen Samen hat fallen lassen (oder weggeworfen hat), der &#039;&#039;ohne sein Wissen&#039;&#039; (die Klammer folgt MEN) wächst und Frucht bringt. Dazu passt, dass der Mann sich – ganz untypisch – gar nicht mehr um die Pflanze kümmert, auch das eher harsche Wort βάλῃ (W. „wirft“) in V. 26 könnte dazu passen. Allerdings ist das Reich Gottes ja von Gott planvoll gepflanzt und angelegt, und auch das christliche Zeugnis von Gottes Reich ist eher bewusst und planvoll als unbewusst (wenn man annimmt, dass der unwissende Bauer hier noch für christliche Verkündiger steht; in V. 29 steht er für Gott). Doch das Gleichnis dreht sich eher um das passive Erleben des Bauern, was mit der Saat passiert, als um seine Identität (France 2002, 214). βάλῃ könnte hier auch einfach „fallen lassen, ausstreuen“ im Sinne des Säens heißen, es steht vielleicht, um seine Sorglosigkeit und passive Rolle bezüglich der Entwicklung des Getreides hervorzuheben (Guelich 1989, 245). Auch die Ernte (V. 29) deutet eher auf ein ganzes Feld hin. Und σπόρος heißt (wie NGÜ, GNB), wenigstens in diesem Kontext, eher „Saat(gut)“ als „Same“ (vgl. Lk 8,5.11; 2Kor 9,10). Der Gedanke, dass der Mann einen ganzen Haufen Saatgut einfach weggeworfen (oder versehentlich fallen lassen) haben könnte, ist unplausibler als mit einem einzelnen Samenkorn. Sein Unwissen deckt sich vielmehr mit dem der Jünger, die Jesu Gleichnis vom Reich Gottes nicht verstanden haben (4,13) und es trotzdem verbreiten werden (Guelich 1989, 241), ohne Einfluss auf den Erfolg zu haben. Dass der Bauer sein Feld nicht pflegt, ist eher ein Stilmittel, das das selbständige Wachstum von Gottes Reich noch unterstreicht und dabei vielleicht hervorhebt, dass menschliche Anstrengungen damit nichts zu tun haben (so z.B. France 2002, 214).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|28}} Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst einen Halm (Gras, Heu, Saat), dann eine Ähre, dann mit voll ausgereiftem Weizen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voll ausgereiftem Weizen&#039;&#039; bezieht sich auf die Körner in der Ähre. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in der Ähre.&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und (aber) sobald die Frucht es zulässt, setzt er gleich (bald) die Sichel an (sendet aus)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;setzt er die Sichel an (sendet aus)&#039;&#039; „Die Sichel aussenden“ ist ein Semitismus (Jesus lehnt seine Formulierung an Joel 4,13 an) und heißt sie zum Gebrauch einzusetzen oder anzulegen (LN 43.17; vgl. [[Offenbarung_14#s15|Offb 14,15]].[[Offenbarung_14#s18|18]]). Auf Hebräisch und Aramäisch „sendet“ man seine Hand aus, wenn man sie ausstreckt (z.B. Ps 138,7; Esr 6,12). Es handelt sich um eine Metonymie, denn der reale Bauer erntet nicht selbst, sondern &#039;&#039;sendet&#039;&#039; seine Schnitter aufs Feld (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, weil die Erntezeit gekommen ist.“{{par|Joel|4|13}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und (Dann) sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er: „Womit können wir Gottes Königreich (Königsherrschaft) vergleichen, oder mit (in) welchem Bild (Gleichnis, Vergleich) können wir es darstellen?&lt;br /&gt;
{{S|31}} Mit einem Senfkorn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Senfkorn&#039;&#039; W. „Korn [des] Senfs“. Gemeint ist wohl der [http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Senf Schwarze Senf], der zwischen 30 cm und über 3 m groß werden kann. Ein schwarzes Senfkorn ist nur 1mm dick und wiegt weniger als 1/700 Gramm. Seine Kleinheit war damals in Palästina sprichwörtlich (France 2002, 216; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, das, wenn es in (auf) die Erde gesät wird, [das] kleinste (kleiner [als])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[das] kleinste&#039;&#039; W. „kleiner“. Superlativisch gebrauchter Komparativ (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aller Samenkörner ist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist&#039;&#039; Wohl konzessives [[Ptz. conj.]] (NSS), aus stilistischen Gründen einfach als Indikativ übersetzt. Eigentlich etwa: „das, wenn es in die Erde gesät wird, obwohl es das kleinste der Samenkörner ist, die man in die Erde sät, (V. 32) und wenn es gesät wird...“ Der unsaubere Satzbau ist wohl dem einfachen Griechisch geschuldet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, die [man] in (auf) die Erde [sät],&lt;br /&gt;
{{S|32}} und wenn es gesät ist, geht es auf (wächst es nach oben) und wird [die] größte (größer [als])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[die] größte&#039;&#039; W. „größer“. Superlativisch gebrauchter Komparativ (NSS zu V. 31). Dabei handelt es sich (wie bei der ganzen Beschreibung der Senfpflanze als Baum) um eine rhetorische Ausschmückung, um den großen Gegensatz zwischen dem kleinen Senfkorn und der großen Senfpflanze zu beschreiben (Lk 13,19 und Mt 13,32 nennen sie tatsächlich „Baum“)(Guelich 1989, 250). Seltsamerweise geben die deutschen Übersetzungen den Komparativ in V. 31 durchgehend als Superlativ (bis auf ELB) wieder, den gleich aufgebauten hier jedoch als Komparativ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aller Gartenpflanzen, und es treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in seinem Schatten&#039;&#039; W. „unter seinem Schatten“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Vögel des Himmels nisten (Unterschlupf finden) können.“{{par|Ezechiel|17|23}}{{par|Daniel|4|9}}{{par|Daniel|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} So (Und) erläuterte (verkündete, sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erläuterte&#039;&#039; Das Imperfekt drückt entweder eine grundsätzliche Gepflogenheit aus oder hat die Predigt von Mk 4,2 im Sinn. Zur Phrase &#039;&#039;erläuterte ihnen [seine] Botschaft&#039;&#039; s. die [[Markus_2#note_e|Fußnote zu Mk 2,2]] und die folgende Fußnote zu &#039;&#039;Wort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er ihnen mit (in) vielen solchen Gleichnissen (Bildern, Vergleichen) [seine] Botschaft (das Wort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
so, wie (in einer Weise, dass; in dem Maße, wie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;so wie (in einer Weise, dass)&#039;&#039; Der Satz mit dieser Konjunktion lässt sich positiv und negativ auffassen. Die Konjunktion heißt dabei entweder &#039;&#039;so wie&#039;&#039; i.S.v. &#039;&#039;in einer Weise, dass&#039;&#039; (positiv, uneingeschränkt) oder &#039;&#039;so wie&#039;&#039; i.S.v. &#039;&#039;in dem Maße wie&#039;&#039; (negativ, mit Einschränkungen)(BA καθώς). Positiv gedeutet heißt das: Jesus benutzte die Gleichnisse als Hilfsmittel, damit ihn jeder verstehen und auf seine Botschaft reagieren konnte. Negativ verstanden bedeutet es: Jesus benutzte die Gleichnisse als nicht unmittelbar verständliche Mittel, die mehr als nur oberflächliches Hinhören, sondern eine persönliche Reaktion erforderten. Wer sich damit befasst, reagiert auch darauf und zählt zum Kreis der Leute „um ihn“, denen das wahre Verständnis von Gottes Reich/Herrschaft gegeben ist (4,10; vgl. 3,31-35). Auf das positive Verständnis deutet zunächst der Kontext des ersten Saatgleichnisses hin, denn in dessen Erklärung haben alle Gruppen die Botschaft gehört und in irgendeiner Form positiv darauf reagiert – erst an den Langzeitauswirkungen wird erkennbar, wie tief die Botschaft sie betroffen hat. (Das spricht übrigens gegen eine noch krassere Deutung: dass Jesus sie als Rätsel benutzte, sodass nur eingeweihte sie verstehen konnten.) Für das negative Verständnis spricht V. 34, der erneut zwischen Gleichnissen für die Außenstehenden und klaren Worten für den inneren Kreis unterscheidet. Bisher haben wir erfahren, dass alle die Gleichnisse hörten und zu einem gewissen Grad verstanden, aber nicht jeder gleich darauf reagierte. Es bildete sich ein „innerer Kreis“ um Jesus und die Zwölf, der positiv reagierte und mehr von Jesus erfahren wollte und Jesus folgte (4,10). Diesen Kreis bezeichnet das Wort „Jünger“ in V. 34. Dann gab es andere, die nicht zu Jesus kamen und draußen blieben (wie seine Familie in 3,31ff. oder offenbar ein guter Teil der Menschenmengen), und wieder andere, die zu seinen Feinden wurden (die Pharisäer und Schriftgelehrten aus Kap. 2 und 3). Diese unterschiedliche Reaktion hat Jesus mit dem Gleichnis von der Saat (4,3-20) erklärt. Hier scheint Markus also erneut darauf hinzuweisen, dass nicht jeder die Gleichnisse gleich aufnahm (Guelich 1989, 256; France 2002, 218).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie [sie] verstehen (hören) konnten.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Dabei sprach (verkündete) er nie ohne Gleichnis (Bild, Rätsel, Vergleich) mit (zu) ihnen, doch [wenn er] mit seinen Jüngern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jünger&#039;&#039; Gemeint sind hier nicht nur die Zwölf, sondern die größere Gruppe seiner Anhänger, die schon in V. 10 im Blick war (Collins 2007, 256).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
alleine [war], erklärte er (löste auf, legte aus)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sprach&#039;&#039; und &#039;&#039;erklärte&#039;&#039; stehen im [[Imperfekt]], wie große Teile der Rahmenhandlung in Kap. 4. Dazu vgl. die Fußnoten zu [[#note_o|V. 10]] und [[#note_n|9]] sowie [[#note_ao|V. 33]].&amp;lt;/ref&amp;gt; alles. &lt;br /&gt;
{{S|35}} Und an jenem Tag sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen, als es Abend geworden war:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es Abend geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Fahren wir doch (lasst uns) ans andere Ufer.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ans andere Ufer&#039;&#039; Jesus und die Jünger hielten sich bei Kafarnaum am See Gennesaret auf (4,1-2). Das andere Ufer war also das von Nichtjuden bewohnte Ostufer (vgl. France 2002, 222), das sie in Mk 5,1 erreichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und nachdem sie die Menschenmenge weggeschickt hatten (wobei … zurückließen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie die Menschenmenge weggeschickt hatten (wobei … zurückließen)&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal (oder modal) als Nebensatz aufgelöst. Deutsche Übersetzungen verwenden durchweg „wegschicken“, englische „zurücklassen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
nahmen sie ihn im Boot mit (zu sich ins Boot), wie er war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Boot mit (zu sich ins Boot), wie er war&#039;&#039; Die alternative Übersetzung „nahmen ihn in dem Boot mit, in dem er schon war“, stützt sich darauf, die Konjunktion ὡς „wie/als“ kausal zu verstehen (France 2002, 223) oder frei als Relativsatz zu übersetzen. So steht zwar &#039;&#039;wie er war&#039;&#039; nicht bedeutungslos im Raum, aber diese Deutung ist wenig elegant (so ebd.) und sprachlich möglicherweise schwierig. Ihr folgen dennoch viele Übersetzungen. Dass Jesus noch im Boot war, ist andernfalls allerdings (auch von der Wortstellung her) ebenso wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und auch andere Boote waren bei ihm.&lt;br /&gt;
{{S|37}} Da (und) kam ein starker Sturmwind&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;starker Sturmwind&#039;&#039; W. „großer Sturmwind [des] Windes“, eine Formulierung, die sich vielleicht an Jona 1,4 anlehnt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, und die Wogen schlugen [bald] so [heftig], [auch] in das Boot, dass das Boot sich schon [langsam] füllte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schlugen [bald]&#039;&#039; [[Imperfekt]], &#039;&#039;[langsam] füllte&#039;&#039; [[Infinitiv]] Präsens (im AcI). Beide Tempusformen suggerieren einen anhaltenden Vorgang, der durch die mit angegebenen Worteinfügungen kenntlich gemacht wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|38}} Er befand sich währenddessen am Heck, wo er auf dem Kissen schlief,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wo er auf dem Kissen schlief&#039;&#039; [[Periphrastisches Partizip]] (oder modales [[Ptz. conj.]]), das vielleicht den durativen Aspekt des dadurch umschriebenen Imperfekts noch verstärkt (daher die Ergänzung von &#039;&#039;[währenddessen]&#039;&#039;). Aus stilistischen Gründen ist es hier nicht einfach mit deutschem Imperfekt wiedergegeben, sondern mit „befand sich“+Nebensatz. &#039;&#039;auf dem Kissen&#039;&#039; könnte sich auf ein mutmaßliches Kissen beziehen, das damals bekanntermaßen (z.B. für Passagiere oder Ruderer) an Bord eines solchen Bootes zu finden war (Guelich 1989, 261). GNB: „auf dem Sitzkissen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie weckten ihn und riefen (sagten) {zu ihm}: „Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?“&lt;br /&gt;
{{S|39}} Da (und) wachte er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wachte auf&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aor.), temporal, beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
unterwarf (fuhr an)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;unterwarf (fuhr an)&#039;&#039; Die meisten Übersetzungen: „(be)drohte“. Bei Markus benutzt Jesus das Wort sonst, um Dämonen göttliche Befehle zu erteilen, wie Gott das im Alten Testament mit seinen Feinden tat, daher ist die Übersetzung „(jmdn.)(mit einem Befehl) unterwerfen“, „(etw.) befehlen“ angemessen (France 2002, 224). In Ps 105,9 LXX wird mit den gleichen Worten berichtet, wie Gott sich das Schilfmeer unterwarf, um die Israeliten hindurchzuführen (Collins 2007, 262). Jesus beherrscht hier in göttlicher Manier das Wetter. Jona dagegen bleibt in Jon 1,7ff. lieber passiv und will dann lieber in den Fluten sterben, als sich Gott zu fügen. S.a. die Fußnoten zu [[Markus_1#note_blMk 1,25]] und [[Markus_3#note_t|3,12]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Wind und rief (sagte) dem Meer (See) zu: „Still, sei ruhig!“ Und der Wind ließ nach, und es trat eine große Stille ein.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und er sagte zu ihnen: „Warum seid ihr [so] furchtsam (verzagt)? Habt ihr noch keinen Glauben (Vertrauen)?“&lt;br /&gt;
{{S|41}} Da (Und) fürchteten sie sich [mit] großer Furcht (Ehrfurcht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fürchteten sie sich [mit] großer Furcht&#039;&#039; Wörtliche Übertragung einer hebräischen Stilfigur ([[figura etymologica]]). Im Unterschied zur Angst in V. 40 ist hier allerdings auch Ehrfurcht im Spiel (Guelich 1989, 269). Freier einfach „Da bekamen sie große Angst/Ehrfurcht“ oder „Da ergriff sie große Furcht“ (EÜ), „Sie aber fürchteten sich sehr“ (LUT), „Jetzt wurden sie erst recht von Furcht gepackt “ (NGÜ)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagten zueinander: „Wer ist denn dieser [Mann], dass sogar der Wind und das Meer (der See) ihm gehorchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehorchen&#039;&#039; W. „gehorcht“&amp;lt;/ref&amp;gt;?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
Mk 4,1-34 stellt Markus als Predigt am Seeufer dar. Sie besteht aus mehreren Gleichnissen, wobei das Gleichnis von der Saat und dessen Erklärung in den ersten 20 Versen den Löwenanteil ausmacht. 35-41 führen die Rahmenhandlung fort und erzählen von der Sturmstillung. Der erzählerische Rahmen der Predigt am See ist etwas „unordentlich“, weil Markus manchmal übergangslos die Szene wechselt:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Verse 1-2 beschreiben Jesus, der öffentlich am See predigt. Ab 4,10 schiebt Markus eine private Unterhaltung von Jesus mit seinen Jüngern ein, um dem Leser das Gleichnis von der Saat zu erläutern. Nach der Erläuterung führt Markus offenbar übergangslos die Predigt weiter. Die Rahmenhandlung wird ab V. 35 fortgesetzt, als Jesus und die Jünger sich nach Jesu Predigt am See mit Booten auf den Weg machen. Obwohl die Predigt aus relativ lose zusammgefügten Einzelabschnitten besteht, hängt sie thematisch zusammen und ist inhaltlich und theologisch kohärent.  (Gemeinsame Themen: Beschreibung von Gottes Reich, die Rede vom „Wort“, die Trennung von privater und öffentlicher Lehre in Gleichnissen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Gleichnis von der Saat und seine Erklärung (1-20)===&lt;br /&gt;
Anhand der Predigt (3-9) und den folgenden Erklärungen (10-20) erklärt Markus, warum Jesu Wirken in den vorigen Kapiteln so verschiedene Reaktion ausgelöst hat. Das Gleichnis handelt nur von Menschen, die Jesu Botschaft (vom Reich Gottes) gehört und angenommen haben. Warum scheiden sich also die Geister an Jesus? Die Antwort: Weil nicht alle Menschen Jesu Botschaft auf die gleiche Weise annehmen. Im Hintergrund findet ein geistlicher Kampf statt zwischen der Botschaft vom Reich Gottes einerseits und dem Satan und der Welt andererseits (V. 15). Und so bringt die Saat des Evangeliums nicht überall Frucht, wo sie gesät ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Erklärung identifiziert Jesus die Saat mit seiner Botschaft (V. 14). Die Menschen sind die verschiedenen Böden. Doch bei seiner Erklärung benutzt Jesus eher unpräzise Formulierungen. So sagt er in V. 16: „die auf den felsigen Boden Gesäten...“ Sind jetzt die Menschen etwa doch die Saat? Nein, er drückt sich einfach sehr gerafft aus. Um sich hier präzise auszudrücken, müsste Jesus weiter ausholen. Darauf verzichtet er. ([[Benutzer:Ben|Ben]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Benutzer:Skreutzer&amp;diff=20948</id>
		<title>Benutzer:Skreutzer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Benutzer:Skreutzer&amp;diff=20948"/>
		<updated>2015-05-09T13:50:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ich betreibe und betreue die Projekte [http://www.freie-bibel.de Freie Bibel] (für die Erarbeitung eines Repositorys von qualitativen als auch frei lizenzierten oder gemeinfreien deutschen Bibelübersetzungen) und [http://www.free-scriptures.org Free Scriptures] (Entwicklung von Software zum Umgang mit Bibeltexten), bin also in erster Linie interessiert an der Aufbereitung und Bereitstellung der Offenen Bibel in diversen offenen Formaten, um den Text seinem vielfältigen Gebrauch zuzuführen. Weitere Informationen zur Person siehe [http://skreutzer.de/about.html hier].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Benutzer:Skreutzer&amp;diff=20947</id>
		<title>Benutzer:Skreutzer</title>
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		<updated>2015-05-09T13:49:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: Die Seite wurde neu angelegt: „Ich betreibe und betreue die Projekte [http://www.freie-bibel.de Freie Bibel] (für die Erarbeitung eines Repositorys von qualitativen als auch frei lizenzierten …“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ich betreibe und betreue die Projekte [http://www.freie-bibel.de Freie Bibel] (für die Erarbeitung eines Repositorys von qualitativen als auch frei lizenzierten oder gemeinfreien deutschen Bibelübersetzungen) und [http://www.free-scriptures.org Free Scriptures] (Entwicklung von Software zum Umgang mit Bibeltexten), bin also in erster Linie interessiert an der Aufbereitung und Bereitstellung der Offenen Bibel in diversen offenen Formaten, um den Text seiner vielfältigen Nutzung zuzuführen. Weitere Informationen zur Person siehe [http://skreutzer.de/about.html hier].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
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	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_16&amp;diff=20946</id>
		<title>Markus 16</title>
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		<updated>2015-05-09T13:24:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als der Sabbat vorüber war&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, kauften Maria [von, aus] Magdalena und Maria, [die Mutter] des Jakobus&amp;lt;ref&amp;gt;Bezeichnung der Mutter nach dem Sohn: BDR § 162,3&amp;lt;/ref&amp;gt; und Salome Spezereien (wohlriechende Kräuter, Gewürze), um [zum Grab] zu gehen [und] ihn zu salben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sehr (ganz) früh am ersten [Tag] der Woche (am Sonntag) &amp;lt;ref&amp;gt;μιᾴ zur Angabe eines bestimmten Tages steht der einfache Dativ, BDR § 200, Anm. 4. Der erste Tag der Woche wird durch μιᾷ bezeichnet; μιᾷ τῶν σαββάτων = am Sonntag. Vorbild war das Hebräische, das die Wochentage durch Kardinalzahlen statt durch Ordinalzahlen bezeichnet, BDR § 247,1; B/S I, S. 1052-1054; Markus kannte aber noch keinen &amp;quot;Sonntag&amp;quot;, vgl. Gnilka 1979, S. 341, daher als Übersetzung am besten &amp;quot;am ersten Tag der Woche&amp;quot;. Gemeint ist aber natürlich der Sonntag.&amp;lt;/ref&amp;gt; gingen sie zum Grab während (als) die Sonne aufging&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und sie sprechen zu einander: Wer wälzt {für} uns den Stein aus der Tür des Grabes (von der Tür des Grabes ab)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und als sie aufblicken&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, nehmen sie wahr (merken sie), dass der Stein abgewälzt war; er war nämlich sehr groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und nachdem sie hineingegangen waren&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Grab, sahen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt; sie einen Jüngling zur Rechten (auf der rechten Seite)&amp;lt;ref&amp;gt;Die rechte Seite war die glückverheißende Seite, Glinka, 341&amp;lt;/ref&amp;gt; sitzen, der ein weißes Gewand an(gezogen)&amp;lt;ref&amp;gt; die Stola, eine lange Stoffbahn, wurde nicht angezogen, sondern umgeworfen. Aber im dt. Sprachgebrauch werfen wir keine Kleidung um, sd. eine Jacke oder ein Tuch; das ist hier aber nicht gemeint: die Stola ist die normale Bekleidung&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte, und sie entsetzten sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er aber spricht&amp;lt;ref&amp;gt;Die Botschaft des Engels wird prasserisch eingeführt, um darauf hinzuweisen, dass sie das Zentrum dieser Periskope ist, Glinka, S. 340&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihnen: entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (er wurde auferweckt) &amp;lt;ref&amp;gt;Das Passiv von ἐγείρω bedeutet auferstehen; man kann es aber auch pazifische übersetzen: wurde auferweckt, um das Handeln Gottes zu betonen, so Glinka, S. 342&amp;lt;/ref&amp;gt;, er ist nicht hier. Hier [ist] (Siehe) der Ort (die Stelle), wo sie ihn hingelegt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Aber los! (auf!, geht fort), sagt [es] seinen Jüngern und Petrus, dass er&amp;lt;ref&amp;gt;Also Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch vorangeht nach Galiläa&amp;lt;ref&amp;gt;Man kann das ὅτι auch als [[Ὅτι recitativum]] auffassen, das eine wörtliche Rede einleitet und dann nicht übersetzt wird: Er geht euch voran nach Galiläa&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch sagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und sie gingen hinaus&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; und flohen von dem Grab, sie (hatten=) waren nämlich ergriffen von Angst und Entsetzen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Markus 4,41; 5,15.33.42&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie sagten keinem etwas; denn&amp;lt;ref&amp;gt;oder: nämlich (dann am Schluss des Satzes: sie fürchteten sich nämlich)&amp;lt;/ref&amp;gt; sie fürchteten sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Vers 8 endet das Markusevangelium in den ältesten Quellen (4. Jh.: {{Hebr}}א{{Hebr ende}} und B). Vermutlich ist das abrupte Ende Absicht, um die verstörende Unbegreiflichkeit der Auferstehung zu betonen (Collins 2007, 800) oder um den Leser durch das offene Ende in die erzählte Geschichte hineinzuziehen (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Man kann es außerdem als Aufforderung an die Leser verstehen, von Jesu Auferstehung zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anderen, später geschriebenen Evangelien enthalten am Ende noch zusätzliche Erscheinungsberichte, was das Markus-Ende im Vergleich hierzu noch abrupter wirken lässt (Collins 2007, 800–801). Es entstanden darum verschiedene Fortsetzungen, die das vermeintlich fehlende Ende des Markus-Evangeliums ergänzen sollten (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kürzere Ergänzung lautet: „All diese Nachrichten verkündeten sie sogleich denen, die bei Petrus weilten. Sodann sandte auch Jesus selbst von Osten bis Westen durch sie die heilige und unvergängliche Botschaft der ewigen Rettung aus. Amen“. Sie findet sich in einer sehr frühen lateinische Übersetzung (4./5. Jh.: k). Ansonsten ist sie in wenigen Handschriften zusammen mit dem längeren Ende belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das längere Ende, das später die Versnummern 9 bis 16 erhielt, fasst Passagen anderer Evangelien summarisch zusammen und unterscheidet sich dabei sprachlich vom Rest der Evangeliums (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Es ist ab dem 5. Jh. (A, C und D) sowie in den meisten späten Handschriften belegt. Oft ist es durch einen kurzen Hinweistext oder durch textkritische Zeichen als unsicher markiert. Dass die sehr frühen Handschriften fast alle nach Vers 8 aufhörten, lässt sich auch durch Aussagen von Eusebius (3./4. Jh.) und Hieronymus (4./5. Jh.) belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird in der wissenschaftlichen Literatur gelegentlich überlegt, ob nach Vers 8 vielleicht ursprünglich ein anderes Ende folgte, dass bereits sehr früh verloren ging. Dagegen spricht, dass das Evangelium im 1. Jh. wohl auf einer Schriftrolle und nicht auf Einzelblättern geschrieben wurde (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; {{Sekundär}} Nachdem (als, weil)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot;&amp;gt;Partizip aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; er auferstanden war am frühen Morgen (im Morgengrauen) des ersten Tags der Woche (des Sabbats), erschien er als erstes Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. {{Par|Lukas|8|2}} {{Par|Johannes|20|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Als&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie ging, es denen zu bekanntzumachen (zu verkündigen), die bei ihm gewesen waren, trauerten sie weinten sie.&lt;br /&gt;
{{S|11}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und eben diese – obwohl (als, nachdem)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie hörten, dass [Jesus] lebte und von ihr gesehen worden war, da glaubten sie [es ihr] nicht.&lt;br /&gt;
{{S|12}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Danach {aber} erschien er zwei von ihnen, als (während)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie unterwegs waren, in anderer Gestalt, als (während) sie aufs Land [hinaus] gingen. {{Par|Lukas|24|13}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Auch diese gingen und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; berichteten es den anderen. Die glaubten es jenen [ebenfalls] nicht.{{Par|Lukas|24|33}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Später wiederum (aber), als sie gerade [zu Tische] lagen (gemeinsam aßen)&amp;lt;ref&amp;gt;Nach griechischer Tischsitte war es üblich, beim Essen zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; erschien er den elf [Jüngern], und er tadelte ihren Unglauben (ihr Mißtrauen, ihre Treulosigkeit) und ihre Hartherzigkeit, dass sie denen, die&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt (vertraut) hatten.{{Par|Lukas|24|36}} {{Par|Johannes|20|26}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und er sagte zu ihnen: „Geht in die ganz Welt hinaus und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; macht meine Freuden-Botschaft bekannt (verkündet mein Evangelium) der ganzen Schöpfung.{{Par|Matthäus|28|19}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; glaubt (vertraut, treu ist) und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot; /&amp;gt; dagegen nicht glaubt (nicht vertraut, treulos ist), wird gerichtet werden.&lt;br /&gt;
{{S|17}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Diese Wunder (Zeichen) {aber} werden die Glaubenden begleiten: &lt;br /&gt;
In meinem Namen werden sie Dämonen (Geister, übernatürliche Wesen) austreiben;&lt;br /&gt;
in neuen (d.h. unbekannten) Sprachen (Zungen) werde sie reden; {{Par|Markus|11|22}} {{Par|Apostelgeschichte|2|4}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; sie werden Schlagen aufheben&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Handschriften haben zusätzlich die Worte „Und mit ihren Händen …“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und wenn sie etwas Tödliches tranken, werden sie keinesfalls sterben;&lt;br /&gt;
bei Kranken werden sie Hände auflegen und es wird {ihnen} [diesen wieder] gut gehen.“ {{Par|Markus|6|5}} {{Par|Markus|6|13}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Der Herr, Jesus, wurde {nun zwar} nach diesem Reden in den Himmel aufgenommen und setzte sich zu Gottes rechter Seite,{{Par|Lukas|24|51}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; jene aber gingen hinaus [in die Welt] und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; verkündeten (predigten) überall , wobei&amp;lt;ref&amp;gt;Absoluter Genitiv&amp;lt;/ref&amp;gt; der Herr mitwirkte und [ihre] Rede (das Wort) dadurch bekräftigte, dass sich  Wunder einstellten (durch nachfolgende Zeichen stärkte/bestätigte).{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20807</id>
		<title>Download: Die Offene Bibel in Bibelprogrammen und als PDF</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20807"/>
		<updated>2015-04-04T22:03:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: /* Verwendete Tools */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Achtung&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: Module auf dieser Seite sind möglicherweise veraltet. Das Alter der verlinkten Module sollte jeweils dabeistehen. Sind die Module älter als ein Jahr, kontaktiert uns doch, dann kümmern wir uns um neue. Dabei freuen wir uns auch über Hilfe. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Seite gibt einen Überblick über die Module für [[Bibelprogramme]], die aus dem Wiki exportiert wurden. In den Modulen ist jeweils nur der zur Zeit des Exports übersetzte Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was zu beachten ist:&#039;&#039;&#039; Die Module sollten mit Vorsicht genossen werden. Momentan enthalten sie &#039;&#039;alle&#039;&#039; schon übersetzten Kapitel. Ein fertiger Abschnitt kann so direkt neben einer ungesichteten Rohübersetzung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module mit Fußnoten haben am Anfang jedes Kapitels bzw. an Stellen, bei denen sich der Status ändert, &amp;lt;u&amp;gt;eine Fußnote mit dem Status&amp;lt;/u&amp;gt;. Im Zweifelsfall könnt ihr [[Kapitelliste|in unserem Wiki]] den Status des entsprechenden Kapitels einsehen. Informationen zu unserem Statussystem gibt es bei [[Hilfe:Status]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei auch darauf hingewiesen, dass die &amp;lt;u&amp;gt;Fußnoten zurzeit noch unformatiert&amp;lt;/u&amp;gt; sind. Das wird sich gerade in der Studienfassung an einigen Stellen auf die Lesefreundlichkeit auswirken. Nicht nur Links, sondern auch der Text von Hyperlinks fehlt, sodass an einigen Stellen etwas Text fehlt. Zudem unterscheiden sich Fußnotenmarker u.U. von denen im Wiki, sodass interne Verweise auf kapitelspezifische Fußnoten nicht auf die richtige Fußnote verweisen werden. Griechischer und hebräischer Text werden dagegen (zumindest in Logos) offenbar problemlos dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Module==&lt;br /&gt;
===SWORD===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiModule_20150603.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studien- und Lesefassung sind jeweils einzelne Module. Die Module wurde erfolgreich unter [[Bibelprogramme#BibleTime|BibleTime]], [[Bibelprogramme#Xiphos|Xiphos]] und [[Bibelprogramme#AndBible|AndBible]] getestet. Wenn das Programm keine automatische Installation unterstützt, reicht es aus, die Zip-Datei in &#039;&#039;~/.sword&#039;&#039; (unter Linux) bzw. &#039;&#039;%APPDATA%\Sword&#039;&#039; (unter Windows; einfach im Explorer eingeben, bzw. &#039;&#039;C:\Dokumente und Einstellungen\&amp;lt;username&amp;gt;\Anwendungsdaten\Sword&#039;&#039; (unter deutschem Win XP) bzw. &#039;&#039;C:\Users\&amp;lt;username&amp;gt;\AppData\Roaming\Sword&#039;&#039; (unter Windows Vista/7/8)) bzw. &#039;&#039;/Users/&amp;lt;username&amp;gt;/Library/Application Support/Sword&#039;&#039; (unter OS X) zu entpacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===TheWord===&lt;br /&gt;
Modul für das umfangreiche Bibelprogramm [[Bibelprogramme#TheWord|TheWord]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_theWord_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für das populäre Windows-Bibelprogramm [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die iPad-Version namens e-Sword HD (bislang ungetestet):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_HD_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logos ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module für das Bibelprogramm Logos, &#039;&#039;&#039;für&#039;&#039;&#039; das [[Benutzer:Ben|Ben]] arbeitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Logos_2015-03-06_v2.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zefania XML===&lt;br /&gt;
Zefania XML ist ein Format für verschiedene [[Bibelprogramme]], z.B. [[Bibelprogramme#MyBible|MyBible]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Zefania_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===OSIS===&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/OSIS OSIS] ist ein Format zur Auszeichnung biblischer Texte. Das [[Bibelprogramme#The SWORD Project|Sword-Projekt]] verwendet OSIS als Basis für das eigene Format.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_OSIS_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Hinweis: Das OSIS verwendet ein Feature namens &amp;quot;milestoned line group&amp;quot;. Programme, die das XML gegen osisCore.2.1.1.xsd validieren, scheitern, da dieses XML-Schema [http://www.crosswire.org/wiki/OSIS_211_CR#milestoned_.3Clg.3E diesbezüglich fehlerhaft ist]. Aus diesem Grund befindet sich in obiger Datei jede Bibelfassung zweimal, einmal mit und einmal ohne diesem Feature. Bei Problemen mit der Verarbeitung daher bitte die andere Datei probieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EPUB===&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/EPUB EPUB] ist ein offenes Format, in welchem Webseiten (Web-Dokumente) zum Offline-Lesen zusammengepackt werden können. Dementsprechend sieht auch die technische Umsetzung aus – es handelt sich um eine gewöhnliche Zip-Datei mit der Endung *.epub, die gemäß der Standard-Spezifikation ein paar Verwaltungs-Dateien und besagte Webdokumente sowie dazugehörige Ressourcen enthält. Vorteilhaft sind solche E-Publikationen und E-Books im Bereich des mobilen Lesens, aufgrund von Softwarefunktionen (z.B. beliebige Anpassbarkeit der Schriftgröße), zum Datentransfer und in Verbindung mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Papier E-Ink]-[https://de.wikipedia.org/wiki/E-Book-Reader Lesegeräten], die aufgrund ihrer Display-Technologie einen äußerst geringen Stromverbrauch aufweisen und somit eine wochen- oder gar monatelange Akkulaufzeit erreichen können. EPUB2 und EPUB3 sind die beiden bedeutenden Versionen des Standards. Erstere ist weit verbreitet, letztere enthält HTML5/CSS3 und erlaubt die Ausführung von JavaScript zwecks Interaktivität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_lesefassung_epub2.epub Lesefassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_studienfassung_epub2.epub Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T133655Z_41_markus_studienfassung_epub2.epub Markus Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===PDF===&lt;br /&gt;
PDF-Dateien sind meist in den DIN-A-Formaten gehalten, um auf gewöhnlichen Druckern ohne großen Aufwand ausgedruckt werden zu können. Besondere Anwendungsgebiete sind der Duplex-Broschürendruck (Hefte zum Zusammentackern) und die Bedienung von [http://de.wikipedia.org/wiki/Book-on-Demand Print-on-Demand]-Diensten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150404T211635Z_41_markus_lesefassung_a4.pdf Markus Lesefassung DIN A4][[Datei:Download.png|20px]] (Stand April 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150404T211635Z_41_markus_studienfassung_a4.pdf Markus Studienfassung DIN A4][[Datei:Download.png|20px]] (Stand April 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veraltet==&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für eine ältere Version des populären Windows-Bibelprogramms [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:E-sword8 Modul Offene Bibel SF.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===MySword for Android===&lt;br /&gt;
Nach dem Entpacken muss die Datei OfBiSt.bbl.mybible auf dem Android-Smartphone/Tablet in den Ordner /mnt/sdcard/mysword/bibles kopiert werden. Das Verzeichnis kann je nach Android- und [http://www.mysword.info/ MySword]-Version etwas abweichen. (Leider hat das Modul keine Fußnoten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiSt.bbl.mybible.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MySword for Android kann auch (bislang nicht getestet) die Module für e-Sword (für Windows) verarbeiten. Hierzu muss lediglich die Datei von .bblx auf .bbl.mybible umbenannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Tools==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [https://github.com/offene-bibel/converter Offene-Bibel-Konverter] ist ein Java-Programm, das den Wikitext parst und daraus OSIS-Module erstellt. Des Weiteren kann es die OSIS-Module nach Zefania XML, in ein HTML-Format für e-Sword und in ein HTML-Format für Logos konvertieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tool osis2mod aus dem [http://www.crosswire.org/jsword/svn.html CrossWire SVN] läuft unter Linux und konvertiert die OSIS-Dateien in SWORD-Module.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.theword.net/index.php?article.tools TheWord Importer Tool] läuft unter Windows und verarbeitet (unter anderem) Zefania XML und kann daraus theWord-Module bauen (unter Beibehaltung der Fußnoten; Bei Import aus e-Sword gehen diese verloren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HTML-Dateien für Logos lassen sich mit [http://www.libreoffice.org/ LibreOffice] nach Word 2007 .docx konvertieren. Dieses Format lässt sich dann in Logos importieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.biblesupport.com/e-sword-downloads/file/7367-e-sword-tooltip-tool-nt/ e-Sword ToolTip-Tool NT] läuft unter Windows und konvertiert speziell formatierte HTML- oder RTF-Dateien (der Offene-Bibel-Konverter erzeugt passende HTML-Dateien) in e-Sword-Module. (Manchmal braucht das Programm etwas gutes Zureden oder mehrere Anläufe, bis es nicht mehr mit einem Konvertierungsfehler abbricht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zu guter Letzt lassen sich diese e-Sword-Module mit dem [http://www.e-sword.net/extras.html e-sword to Apple Module Converter] (ebenfalls unter Windows) in e-Sword-HD-Module umwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EPUB2-Dateien wurden von den [https://github.com/free-scriptures/free-scriptures Free-Scriptures-Werkzeugen] generiert, namentlich vom osis2epub1-Workflow, der das Ergebnis des OSIS-Exports des Offene-Bibel-Konverters entgegennimmt. [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/blob/master/official/tools/offene_bibel/generate_snapshot1.java generate_snapshot1] automatisiert diesen Vorgang und legt dann auch mittels einer eigenen [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/tree/master/official/tools/offene_bibel/haggai2epub1 Definition für die Offene Bibel] das Layout fest und bindet zusätzliche Bestandteile (Lizenztext) mit ein. generate_snapshot1 generiert auch automatisch die PDF-Dateien, momentan mit XeLaTeX im [https://github.com/free-scriptures/free-scriptures/blob/master/tools/haggai2latex/haggai2xelatex2.xsl haggai2xelatex2]-Layout.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [http://www.offene-bibel.de/forum/sword_module hier im Forum] wird die Erstellung der Module koordiniert. Hier gibt es im Zweifelsfall das aktuellste Material.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20806</id>
		<title>Download: Die Offene Bibel in Bibelprogrammen und als PDF</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20806"/>
		<updated>2015-04-04T22:03:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: /* Verwendete Tools */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Achtung&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: Module auf dieser Seite sind möglicherweise veraltet. Das Alter der verlinkten Module sollte jeweils dabeistehen. Sind die Module älter als ein Jahr, kontaktiert uns doch, dann kümmern wir uns um neue. Dabei freuen wir uns auch über Hilfe. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Seite gibt einen Überblick über die Module für [[Bibelprogramme]], die aus dem Wiki exportiert wurden. In den Modulen ist jeweils nur der zur Zeit des Exports übersetzte Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was zu beachten ist:&#039;&#039;&#039; Die Module sollten mit Vorsicht genossen werden. Momentan enthalten sie &#039;&#039;alle&#039;&#039; schon übersetzten Kapitel. Ein fertiger Abschnitt kann so direkt neben einer ungesichteten Rohübersetzung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module mit Fußnoten haben am Anfang jedes Kapitels bzw. an Stellen, bei denen sich der Status ändert, &amp;lt;u&amp;gt;eine Fußnote mit dem Status&amp;lt;/u&amp;gt;. Im Zweifelsfall könnt ihr [[Kapitelliste|in unserem Wiki]] den Status des entsprechenden Kapitels einsehen. Informationen zu unserem Statussystem gibt es bei [[Hilfe:Status]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei auch darauf hingewiesen, dass die &amp;lt;u&amp;gt;Fußnoten zurzeit noch unformatiert&amp;lt;/u&amp;gt; sind. Das wird sich gerade in der Studienfassung an einigen Stellen auf die Lesefreundlichkeit auswirken. Nicht nur Links, sondern auch der Text von Hyperlinks fehlt, sodass an einigen Stellen etwas Text fehlt. Zudem unterscheiden sich Fußnotenmarker u.U. von denen im Wiki, sodass interne Verweise auf kapitelspezifische Fußnoten nicht auf die richtige Fußnote verweisen werden. Griechischer und hebräischer Text werden dagegen (zumindest in Logos) offenbar problemlos dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Module==&lt;br /&gt;
===SWORD===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiModule_20150603.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studien- und Lesefassung sind jeweils einzelne Module. Die Module wurde erfolgreich unter [[Bibelprogramme#BibleTime|BibleTime]], [[Bibelprogramme#Xiphos|Xiphos]] und [[Bibelprogramme#AndBible|AndBible]] getestet. Wenn das Programm keine automatische Installation unterstützt, reicht es aus, die Zip-Datei in &#039;&#039;~/.sword&#039;&#039; (unter Linux) bzw. &#039;&#039;%APPDATA%\Sword&#039;&#039; (unter Windows; einfach im Explorer eingeben, bzw. &#039;&#039;C:\Dokumente und Einstellungen\&amp;lt;username&amp;gt;\Anwendungsdaten\Sword&#039;&#039; (unter deutschem Win XP) bzw. &#039;&#039;C:\Users\&amp;lt;username&amp;gt;\AppData\Roaming\Sword&#039;&#039; (unter Windows Vista/7/8)) bzw. &#039;&#039;/Users/&amp;lt;username&amp;gt;/Library/Application Support/Sword&#039;&#039; (unter OS X) zu entpacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===TheWord===&lt;br /&gt;
Modul für das umfangreiche Bibelprogramm [[Bibelprogramme#TheWord|TheWord]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_theWord_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für das populäre Windows-Bibelprogramm [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die iPad-Version namens e-Sword HD (bislang ungetestet):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_HD_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logos ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module für das Bibelprogramm Logos, &#039;&#039;&#039;für&#039;&#039;&#039; das [[Benutzer:Ben|Ben]] arbeitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Logos_2015-03-06_v2.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zefania XML===&lt;br /&gt;
Zefania XML ist ein Format für verschiedene [[Bibelprogramme]], z.B. [[Bibelprogramme#MyBible|MyBible]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Zefania_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===OSIS===&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/OSIS OSIS] ist ein Format zur Auszeichnung biblischer Texte. Das [[Bibelprogramme#The SWORD Project|Sword-Projekt]] verwendet OSIS als Basis für das eigene Format.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_OSIS_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Hinweis: Das OSIS verwendet ein Feature namens &amp;quot;milestoned line group&amp;quot;. Programme, die das XML gegen osisCore.2.1.1.xsd validieren, scheitern, da dieses XML-Schema [http://www.crosswire.org/wiki/OSIS_211_CR#milestoned_.3Clg.3E diesbezüglich fehlerhaft ist]. Aus diesem Grund befindet sich in obiger Datei jede Bibelfassung zweimal, einmal mit und einmal ohne diesem Feature. Bei Problemen mit der Verarbeitung daher bitte die andere Datei probieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EPUB===&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/EPUB EPUB] ist ein offenes Format, in welchem Webseiten (Web-Dokumente) zum Offline-Lesen zusammengepackt werden können. Dementsprechend sieht auch die technische Umsetzung aus – es handelt sich um eine gewöhnliche Zip-Datei mit der Endung *.epub, die gemäß der Standard-Spezifikation ein paar Verwaltungs-Dateien und besagte Webdokumente sowie dazugehörige Ressourcen enthält. Vorteilhaft sind solche E-Publikationen und E-Books im Bereich des mobilen Lesens, aufgrund von Softwarefunktionen (z.B. beliebige Anpassbarkeit der Schriftgröße), zum Datentransfer und in Verbindung mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Papier E-Ink]-[https://de.wikipedia.org/wiki/E-Book-Reader Lesegeräten], die aufgrund ihrer Display-Technologie einen äußerst geringen Stromverbrauch aufweisen und somit eine wochen- oder gar monatelange Akkulaufzeit erreichen können. EPUB2 und EPUB3 sind die beiden bedeutenden Versionen des Standards. Erstere ist weit verbreitet, letztere enthält HTML5/CSS3 und erlaubt die Ausführung von JavaScript zwecks Interaktivität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_lesefassung_epub2.epub Lesefassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_studienfassung_epub2.epub Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T133655Z_41_markus_studienfassung_epub2.epub Markus Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===PDF===&lt;br /&gt;
PDF-Dateien sind meist in den DIN-A-Formaten gehalten, um auf gewöhnlichen Druckern ohne großen Aufwand ausgedruckt werden zu können. Besondere Anwendungsgebiete sind der Duplex-Broschürendruck (Hefte zum Zusammentackern) und die Bedienung von [http://de.wikipedia.org/wiki/Book-on-Demand Print-on-Demand]-Diensten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150404T211635Z_41_markus_lesefassung_a4.pdf Markus Lesefassung DIN A4][[Datei:Download.png|20px]] (Stand April 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150404T211635Z_41_markus_studienfassung_a4.pdf Markus Studienfassung DIN A4][[Datei:Download.png|20px]] (Stand April 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veraltet==&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für eine ältere Version des populären Windows-Bibelprogramms [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:E-sword8 Modul Offene Bibel SF.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===MySword for Android===&lt;br /&gt;
Nach dem Entpacken muss die Datei OfBiSt.bbl.mybible auf dem Android-Smartphone/Tablet in den Ordner /mnt/sdcard/mysword/bibles kopiert werden. Das Verzeichnis kann je nach Android- und [http://www.mysword.info/ MySword]-Version etwas abweichen. (Leider hat das Modul keine Fußnoten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiSt.bbl.mybible.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MySword for Android kann auch (bislang nicht getestet) die Module für e-Sword (für Windows) verarbeiten. Hierzu muss lediglich die Datei von .bblx auf .bbl.mybible umbenannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Tools==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [https://github.com/offene-bibel/converter Offene-Bibel-Konverter] ist ein Java-Programm, das den Wikitext parst und daraus OSIS-Module erstellt. Des Weiteren kann es die OSIS-Module nach Zefania XML, in ein HTML-Format für e-Sword und in ein HTML-Format für Logos konvertieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tool osis2mod aus dem [http://www.crosswire.org/jsword/svn.html CrossWire SVN] läuft unter Linux und konvertiert die OSIS-Dateien in SWORD-Module.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.theword.net/index.php?article.tools TheWord Importer Tool] läuft unter Windows und verarbeitet (unter anderem) Zefania XML und kann daraus theWord-Module bauen (unter Beibehaltung der Fußnoten; Bei Import aus e-Sword gehen diese verloren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HTML-Dateien für Logos lassen sich mit [http://www.libreoffice.org/ LibreOffice] nach Word 2007 .docx konvertieren. Dieses Format lässt sich dann in Logos importieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.biblesupport.com/e-sword-downloads/file/7367-e-sword-tooltip-tool-nt/ e-Sword ToolTip-Tool NT] läuft unter Windows und konvertiert speziell formatierte HTML- oder RTF-Dateien (der Offene-Bibel-Konverter erzeugt passende HTML-Dateien) in e-Sword-Module. (Manchmal braucht das Programm etwas gutes Zureden oder mehrere Anläufe, bis es nicht mehr mit einem Konvertierungsfehler abbricht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zu guter Letzt lassen sich diese e-Sword-Module mit dem [http://www.e-sword.net/extras.html e-sword to Apple Module Converter] (ebenfalls unter Windows) in e-Sword-HD-Module umwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EPUB2-Dateien wurden von den [https://github.com/free-scriptures/free-scriptures Free-Scriptures-Werkzeugen] generiert, namentlich vom osis2epub1-Workflow, der das Ergebnis des OSIS-Exports des Offene-Bibel-Konverters entgegennimmt. [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/blob/master/official/tools/offene_bibel/generate_snapshot1.java generate_snapshot1] automatisiert diesen Vorgang und legt dann auch mittels einer eigenen [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/tree/master/official/tools/offene_bibel/haggai2epub1 Definition für die Offene Bibel] das Layout fest und bindet zusätzliche Bestandteile (Lizenztext) mit ein. generate_snapshot1 generiert auch automatisch die PDF-Dateien, momentan mit XeLaTeX im haggai2xelatex2-Layout.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [http://www.offene-bibel.de/forum/sword_module hier im Forum] wird die Erstellung der Module koordiniert. Hier gibt es im Zweifelsfall das aktuellste Material.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20805</id>
		<title>Download: Die Offene Bibel in Bibelprogrammen und als PDF</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20805"/>
		<updated>2015-04-04T22:02:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Achtung&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: Module auf dieser Seite sind möglicherweise veraltet. Das Alter der verlinkten Module sollte jeweils dabeistehen. Sind die Module älter als ein Jahr, kontaktiert uns doch, dann kümmern wir uns um neue. Dabei freuen wir uns auch über Hilfe. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Seite gibt einen Überblick über die Module für [[Bibelprogramme]], die aus dem Wiki exportiert wurden. In den Modulen ist jeweils nur der zur Zeit des Exports übersetzte Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was zu beachten ist:&#039;&#039;&#039; Die Module sollten mit Vorsicht genossen werden. Momentan enthalten sie &#039;&#039;alle&#039;&#039; schon übersetzten Kapitel. Ein fertiger Abschnitt kann so direkt neben einer ungesichteten Rohübersetzung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module mit Fußnoten haben am Anfang jedes Kapitels bzw. an Stellen, bei denen sich der Status ändert, &amp;lt;u&amp;gt;eine Fußnote mit dem Status&amp;lt;/u&amp;gt;. Im Zweifelsfall könnt ihr [[Kapitelliste|in unserem Wiki]] den Status des entsprechenden Kapitels einsehen. Informationen zu unserem Statussystem gibt es bei [[Hilfe:Status]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei auch darauf hingewiesen, dass die &amp;lt;u&amp;gt;Fußnoten zurzeit noch unformatiert&amp;lt;/u&amp;gt; sind. Das wird sich gerade in der Studienfassung an einigen Stellen auf die Lesefreundlichkeit auswirken. Nicht nur Links, sondern auch der Text von Hyperlinks fehlt, sodass an einigen Stellen etwas Text fehlt. Zudem unterscheiden sich Fußnotenmarker u.U. von denen im Wiki, sodass interne Verweise auf kapitelspezifische Fußnoten nicht auf die richtige Fußnote verweisen werden. Griechischer und hebräischer Text werden dagegen (zumindest in Logos) offenbar problemlos dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Module==&lt;br /&gt;
===SWORD===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiModule_20150603.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studien- und Lesefassung sind jeweils einzelne Module. Die Module wurde erfolgreich unter [[Bibelprogramme#BibleTime|BibleTime]], [[Bibelprogramme#Xiphos|Xiphos]] und [[Bibelprogramme#AndBible|AndBible]] getestet. Wenn das Programm keine automatische Installation unterstützt, reicht es aus, die Zip-Datei in &#039;&#039;~/.sword&#039;&#039; (unter Linux) bzw. &#039;&#039;%APPDATA%\Sword&#039;&#039; (unter Windows; einfach im Explorer eingeben, bzw. &#039;&#039;C:\Dokumente und Einstellungen\&amp;lt;username&amp;gt;\Anwendungsdaten\Sword&#039;&#039; (unter deutschem Win XP) bzw. &#039;&#039;C:\Users\&amp;lt;username&amp;gt;\AppData\Roaming\Sword&#039;&#039; (unter Windows Vista/7/8)) bzw. &#039;&#039;/Users/&amp;lt;username&amp;gt;/Library/Application Support/Sword&#039;&#039; (unter OS X) zu entpacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===TheWord===&lt;br /&gt;
Modul für das umfangreiche Bibelprogramm [[Bibelprogramme#TheWord|TheWord]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_theWord_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für das populäre Windows-Bibelprogramm [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die iPad-Version namens e-Sword HD (bislang ungetestet):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_HD_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logos ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module für das Bibelprogramm Logos, &#039;&#039;&#039;für&#039;&#039;&#039; das [[Benutzer:Ben|Ben]] arbeitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Logos_2015-03-06_v2.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zefania XML===&lt;br /&gt;
Zefania XML ist ein Format für verschiedene [[Bibelprogramme]], z.B. [[Bibelprogramme#MyBible|MyBible]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Zefania_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===OSIS===&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/OSIS OSIS] ist ein Format zur Auszeichnung biblischer Texte. Das [[Bibelprogramme#The SWORD Project|Sword-Projekt]] verwendet OSIS als Basis für das eigene Format.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_OSIS_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Hinweis: Das OSIS verwendet ein Feature namens &amp;quot;milestoned line group&amp;quot;. Programme, die das XML gegen osisCore.2.1.1.xsd validieren, scheitern, da dieses XML-Schema [http://www.crosswire.org/wiki/OSIS_211_CR#milestoned_.3Clg.3E diesbezüglich fehlerhaft ist]. Aus diesem Grund befindet sich in obiger Datei jede Bibelfassung zweimal, einmal mit und einmal ohne diesem Feature. Bei Problemen mit der Verarbeitung daher bitte die andere Datei probieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EPUB===&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/EPUB EPUB] ist ein offenes Format, in welchem Webseiten (Web-Dokumente) zum Offline-Lesen zusammengepackt werden können. Dementsprechend sieht auch die technische Umsetzung aus – es handelt sich um eine gewöhnliche Zip-Datei mit der Endung *.epub, die gemäß der Standard-Spezifikation ein paar Verwaltungs-Dateien und besagte Webdokumente sowie dazugehörige Ressourcen enthält. Vorteilhaft sind solche E-Publikationen und E-Books im Bereich des mobilen Lesens, aufgrund von Softwarefunktionen (z.B. beliebige Anpassbarkeit der Schriftgröße), zum Datentransfer und in Verbindung mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Papier E-Ink]-[https://de.wikipedia.org/wiki/E-Book-Reader Lesegeräten], die aufgrund ihrer Display-Technologie einen äußerst geringen Stromverbrauch aufweisen und somit eine wochen- oder gar monatelange Akkulaufzeit erreichen können. EPUB2 und EPUB3 sind die beiden bedeutenden Versionen des Standards. Erstere ist weit verbreitet, letztere enthält HTML5/CSS3 und erlaubt die Ausführung von JavaScript zwecks Interaktivität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_lesefassung_epub2.epub Lesefassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_studienfassung_epub2.epub Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T133655Z_41_markus_studienfassung_epub2.epub Markus Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===PDF===&lt;br /&gt;
PDF-Dateien sind meist in den DIN-A-Formaten gehalten, um auf gewöhnlichen Druckern ohne großen Aufwand ausgedruckt werden zu können. Besondere Anwendungsgebiete sind der Duplex-Broschürendruck (Hefte zum Zusammentackern) und die Bedienung von [http://de.wikipedia.org/wiki/Book-on-Demand Print-on-Demand]-Diensten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150404T211635Z_41_markus_lesefassung_a4.pdf Markus Lesefassung DIN A4][[Datei:Download.png|20px]] (Stand April 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150404T211635Z_41_markus_studienfassung_a4.pdf Markus Studienfassung DIN A4][[Datei:Download.png|20px]] (Stand April 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veraltet==&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für eine ältere Version des populären Windows-Bibelprogramms [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:E-sword8 Modul Offene Bibel SF.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===MySword for Android===&lt;br /&gt;
Nach dem Entpacken muss die Datei OfBiSt.bbl.mybible auf dem Android-Smartphone/Tablet in den Ordner /mnt/sdcard/mysword/bibles kopiert werden. Das Verzeichnis kann je nach Android- und [http://www.mysword.info/ MySword]-Version etwas abweichen. (Leider hat das Modul keine Fußnoten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiSt.bbl.mybible.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MySword for Android kann auch (bislang nicht getestet) die Module für e-Sword (für Windows) verarbeiten. Hierzu muss lediglich die Datei von .bblx auf .bbl.mybible umbenannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Tools==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [https://github.com/offene-bibel/converter Offene-Bibel-Konverter] ist ein Java-Programm, das den Wikitext parst und daraus OSIS-Module erstellt. Des Weiteren kann es die OSIS-Module nach Zefania XML, in ein HTML-Format für e-Sword und in ein HTML-Format für Logos konvertieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tool osis2mod aus dem [http://www.crosswire.org/jsword/svn.html CrossWire SVN] läuft unter Linux und konvertiert die OSIS-Dateien in SWORD-Module.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.theword.net/index.php?article.tools TheWord Importer Tool] läuft unter Windows und verarbeitet (unter anderem) Zefania XML und kann daraus theWord-Module bauen (unter Beibehaltung der Fußnoten; Bei Import aus e-Sword gehen diese verloren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HTML-Dateien für Logos lassen sich mit [http://www.libreoffice.org/ LibreOffice] nach Word 2007 .docx konvertieren. Dieses Format lässt sich dann in Logos importieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.biblesupport.com/e-sword-downloads/file/7367-e-sword-tooltip-tool-nt/ e-Sword ToolTip-Tool NT] läuft unter Windows und konvertiert speziell formatierte HTML- oder RTF-Dateien (der Offene-Bibel-Konverter erzeugt passende HTML-Dateien) in e-Sword-Module. (Manchmal braucht das Programm etwas gutes Zureden oder mehrere Anläufe, bis es nicht mehr mit einem Konvertierungsfehler abbricht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zu guter Letzt lassen sich diese e-Sword-Module mit dem [http://www.e-sword.net/extras.html e-sword to Apple Module Converter] (ebenfalls unter Windows) in e-Sword-HD-Module umwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EPUB2-Dateien wurden von den [https://github.com/free-scriptures/free-scriptures Free-Scriptures-Werkzeugen] generiert, namentlich vom osis2epub1-Workflow, der das Ergebnis des OSIS-Exports des Offene-Bibel-Konverters entgegennimmt. [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/blob/master/official/tools/offene_bibel/generate_snapshot1.java generate_snapshot1] automatisiert diesen Vorgang und legt dann auch mittels einer eigenen [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/tree/master/official/tools/offene_bibel/haggai2epub1 Definition für die Offene Bibel] das Layout fest und bindet zusätzliche Bestandteile (Lizenztext) mit ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
generate_snapshot1 generiert auch automatisch die PDF-Dateien, momentan mit XeLaTeX im haggai2xelatex2-Layout.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [http://www.offene-bibel.de/forum/sword_module hier im Forum] wird die Erstellung der Module koordiniert. Hier gibt es im Zweifelsfall das aktuellste Material.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20804</id>
		<title>Download: Die Offene Bibel in Bibelprogrammen und als PDF</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20804"/>
		<updated>2015-04-04T22:00:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: PDF hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Achtung&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: Module auf dieser Seite sind möglicherweise veraltet. Das Alter der verlinkten Module sollte jeweils dabeistehen. Sind die Module älter als ein Jahr, kontaktiert uns doch, dann kümmern wir uns um neue. Dabei freuen wir uns auch über Hilfe. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Seite gibt einen Überblick über die Module für [[Bibelprogramme]], die aus dem Wiki exportiert wurden. In den Modulen ist jeweils nur der zur Zeit des Exports übersetzte Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was zu beachten ist:&#039;&#039;&#039; Die Module sollten mit Vorsicht genossen werden. Momentan enthalten sie &#039;&#039;alle&#039;&#039; schon übersetzten Kapitel. Ein fertiger Abschnitt kann so direkt neben einer ungesichteten Rohübersetzung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module mit Fußnoten haben am Anfang jedes Kapitels bzw. an Stellen, bei denen sich der Status ändert, &amp;lt;u&amp;gt;eine Fußnote mit dem Status&amp;lt;/u&amp;gt;. Im Zweifelsfall könnt ihr [[Kapitelliste|in unserem Wiki]] den Status des entsprechenden Kapitels einsehen. Informationen zu unserem Statussystem gibt es bei [[Hilfe:Status]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei auch darauf hingewiesen, dass die &amp;lt;u&amp;gt;Fußnoten zurzeit noch unformatiert&amp;lt;/u&amp;gt; sind. Das wird sich gerade in der Studienfassung an einigen Stellen auf die Lesefreundlichkeit auswirken. Nicht nur Links, sondern auch der Text von Hyperlinks fehlt, sodass an einigen Stellen etwas Text fehlt. Zudem unterscheiden sich Fußnotenmarker u.U. von denen im Wiki, sodass interne Verweise auf kapitelspezifische Fußnoten nicht auf die richtige Fußnote verweisen werden. Griechischer und hebräischer Text werden dagegen (zumindest in Logos) offenbar problemlos dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Module==&lt;br /&gt;
===SWORD===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiModule_20150603.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studien- und Lesefassung sind jeweils einzelne Module. Die Module wurde erfolgreich unter [[Bibelprogramme#BibleTime|BibleTime]], [[Bibelprogramme#Xiphos|Xiphos]] und [[Bibelprogramme#AndBible|AndBible]] getestet. Wenn das Programm keine automatische Installation unterstützt, reicht es aus, die Zip-Datei in &#039;&#039;~/.sword&#039;&#039; (unter Linux) bzw. &#039;&#039;%APPDATA%\Sword&#039;&#039; (unter Windows; einfach im Explorer eingeben, bzw. &#039;&#039;C:\Dokumente und Einstellungen\&amp;lt;username&amp;gt;\Anwendungsdaten\Sword&#039;&#039; (unter deutschem Win XP) bzw. &#039;&#039;C:\Users\&amp;lt;username&amp;gt;\AppData\Roaming\Sword&#039;&#039; (unter Windows Vista/7/8)) bzw. &#039;&#039;/Users/&amp;lt;username&amp;gt;/Library/Application Support/Sword&#039;&#039; (unter OS X) zu entpacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===TheWord===&lt;br /&gt;
Modul für das umfangreiche Bibelprogramm [[Bibelprogramme#TheWord|TheWord]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_theWord_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für das populäre Windows-Bibelprogramm [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die iPad-Version namens e-Sword HD (bislang ungetestet):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_HD_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logos ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module für das Bibelprogramm Logos, &#039;&#039;&#039;für&#039;&#039;&#039; das [[Benutzer:Ben|Ben]] arbeitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Logos_2015-03-06_v2.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zefania XML===&lt;br /&gt;
Zefania XML ist ein Format für verschiedene [[Bibelprogramme]], z.B. [[Bibelprogramme#MyBible|MyBible]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Zefania_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===OSIS===&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/OSIS OSIS] ist ein Format zur Auszeichnung biblischer Texte. Das [[Bibelprogramme#The SWORD Project|Sword-Projekt]] verwendet OSIS als Basis für das eigene Format.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_OSIS_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Hinweis: Das OSIS verwendet ein Feature namens &amp;quot;milestoned line group&amp;quot;. Programme, die das XML gegen osisCore.2.1.1.xsd validieren, scheitern, da dieses XML-Schema [http://www.crosswire.org/wiki/OSIS_211_CR#milestoned_.3Clg.3E diesbezüglich fehlerhaft ist]. Aus diesem Grund befindet sich in obiger Datei jede Bibelfassung zweimal, einmal mit und einmal ohne diesem Feature. Bei Problemen mit der Verarbeitung daher bitte die andere Datei probieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EPUB===&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/EPUB EPUB] ist ein offenes Format, in welchem Webseiten (Web-Dokumente) zum Offline-Lesen zusammengepackt werden können. Dementsprechend sieht auch die technische Umsetzung aus – es handelt sich um eine gewöhnliche Zip-Datei mit der Endung *.epub, die gemäß der Standard-Spezifikation ein paar Verwaltungs-Dateien und besagte Webdokumente sowie dazugehörige Ressourcen enthält. Vorteilhaft sind solche E-Publikationen und E-Books im Bereich des mobilen Lesens, aufgrund von Softwarefunktionen (z.B. beliebige Anpassbarkeit der Schriftgröße), zum Datentransfer und in Verbindung mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Papier E-Ink]-[https://de.wikipedia.org/wiki/E-Book-Reader Lesegeräten], die aufgrund ihrer Display-Technologie einen äußerst geringen Stromverbrauch aufweisen und somit eine wochen- oder gar monatelange Akkulaufzeit erreichen können. EPUB2 und EPUB3 sind die beiden bedeutenden Versionen des Standards. Erstere ist weit verbreitet, letztere enthält HTML5/CSS3 und erlaubt die Ausführung von JavaScript zwecks Interaktivität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_lesefassung_epub2.epub Lesefassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_studienfassung_epub2.epub Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T133655Z_41_markus_studienfassung_epub2.epub Markus Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===PDF===&lt;br /&gt;
PDF-Dateien sind meist in den DIN-A-Formaten gehalten, um auf gewöhnlichen Druckern ohne großen Aufwand ausgedruckt werden zu können. Besondere Anwendungsgebiete sind der Duplex-Broschürendruck (Hefte zum Zusammentackern) und die Bedienung von [http://de.wikipedia.org/wiki/Book-on-Demand Print-on-Demand]-Diensten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150404T211635Z_41_markus_lesefassung_a4.pdf Markus Lesefassung DIN A4][[Datei:Download.png|20px]] (Stand April 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150404T211635Z_41_markus_studienfassung_a4.pdf Markus Studienfassung DIN A4][[Datei:Download.png|20px]] (Stand April 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veraltet==&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für eine ältere Version des populären Windows-Bibelprogramms [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:E-sword8 Modul Offene Bibel SF.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===MySword for Android===&lt;br /&gt;
Nach dem Entpacken muss die Datei OfBiSt.bbl.mybible auf dem Android-Smartphone/Tablet in den Ordner /mnt/sdcard/mysword/bibles kopiert werden. Das Verzeichnis kann je nach Android- und [http://www.mysword.info/ MySword]-Version etwas abweichen. (Leider hat das Modul keine Fußnoten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiSt.bbl.mybible.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MySword for Android kann auch (bislang nicht getestet) die Module für e-Sword (für Windows) verarbeiten. Hierzu muss lediglich die Datei von .bblx auf .bbl.mybible umbenannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Tools==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [https://github.com/offene-bibel/converter Offene-Bibel-Konverter] ist ein Java-Programm, das den Wikitext parst und daraus OSIS-Module erstellt. Des Weiteren kann es die OSIS-Module nach Zefania XML, in ein HTML-Format für e-Sword und in ein HTML-Format für Logos konvertieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tool osis2mod aus dem [http://www.crosswire.org/jsword/svn.html CrossWire SVN] läuft unter Linux und konvertiert die OSIS-Dateien in SWORD-Module.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.theword.net/index.php?article.tools TheWord Importer Tool] läuft unter Windows und verarbeitet (unter anderem) Zefania XML und kann daraus theWord-Module bauen (unter Beibehaltung der Fußnoten; Bei Import aus e-Sword gehen diese verloren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HTML-Dateien für Logos lassen sich mit [http://www.libreoffice.org/ LibreOffice] nach Word 2007 .docx konvertieren. Dieses Format lässt sich dann in Logos importieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.biblesupport.com/e-sword-downloads/file/7367-e-sword-tooltip-tool-nt/ e-Sword ToolTip-Tool NT] läuft unter Windows und konvertiert speziell formatierte HTML- oder RTF-Dateien (der Offene-Bibel-Konverter erzeugt passende HTML-Dateien) in e-Sword-Module. (Manchmal braucht das Programm etwas gutes Zureden oder mehrere Anläufe, bis es nicht mehr mit einem Konvertierungsfehler abbricht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zu guter Letzt lassen sich diese e-Sword-Module mit dem [http://www.e-sword.net/extras.html e-sword to Apple Module Converter] (ebenfalls unter Windows) in e-Sword-HD-Module umwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EPUB2-Dateien wurden von den [https://github.com/free-scriptures/free-scriptures Free-Scriptures-Werkzeugen] generiert, namentlich vom osis2epub1-Workflow, der das Ergebnis des OSIS-Exports des Offene-Bibel-Konverters entgegennimmt. [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/blob/master/official/tools/offene_bibel/generate_snapshot1.java generate_snapshot1] automatisiert diesen Vorgang und legt dann auch mittels einer eigenen [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/tree/master/official/tools/offene_bibel/haggai2epub1 Definition für die Offene Bibel] das Layout fest und bindet zusätzliche Bestandteile (Lizenztext) mit ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [http://www.offene-bibel.de/forum/sword_module hier im Forum] wird die Erstellung der Module koordiniert. Hier gibt es im Zweifelsfall das aktuellste Material.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20801</id>
		<title>Download: Die Offene Bibel in Bibelprogrammen und als PDF</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20801"/>
		<updated>2015-03-31T20:05:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: /* Verwendete Tools */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Achtung&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: Module auf dieser Seite sind möglicherweise veraltet. Das Alter der verlinkten Module sollte jeweils dabeistehen. Sind die Module älter als ein Jahr, kontaktiert uns doch, dann kümmern wir uns um neue. Dabei freuen wir uns auch über Hilfe. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Seite gibt einen Überblick über die Module für [[Bibelprogramme]], die aus dem Wiki exportiert wurden. In den Modulen ist jeweils nur der zur Zeit des Exports übersetzte Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was zu beachten ist:&#039;&#039;&#039; Die Module sollten mit Vorsicht genossen werden. Momentan enthalten sie &#039;&#039;alle&#039;&#039; schon übersetzten Kapitel. Ein fertiger Abschnitt kann so direkt neben einer ungesichteten Rohübersetzung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module mit Fußnoten haben am Anfang jedes Kapitels bzw. an Stellen, bei denen sich der Status ändert, &amp;lt;u&amp;gt;eine Fußnote mit dem Status&amp;lt;/u&amp;gt;. Im Zweifelsfall könnt ihr [[Kapitelliste|in unserem Wiki]] den Status des entsprechenden Kapitels einsehen. Informationen zu unserem Statussystem gibt es bei [[Hilfe:Status]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei auch darauf hingewiesen, dass die &amp;lt;u&amp;gt;Fußnoten zurzeit noch unformatiert&amp;lt;/u&amp;gt; sind. Das wird sich gerade in der Studienfassung an einigen Stellen auf die Lesefreundlichkeit auswirken. Nicht nur Links, sondern auch der Text von Hyperlinks fehlt, sodass an einigen Stellen etwas Text fehlt. Zudem unterscheiden sich Fußnotenmarker u.U. von denen im Wiki, sodass interne Verweise auf kapitelspezifische Fußnoten nicht auf die richtige Fußnote verweisen werden. Griechischer und hebräischer Text werden dagegen (zumindest in Logos) offenbar problemlos dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Module==&lt;br /&gt;
===SWORD===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiModule_20150603.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studien- und Lesefassung sind jeweils einzelne Module. Die Module wurde erfolgreich unter [[Bibelprogramme#BibleTime|BibleTime]], [[Bibelprogramme#Xiphos|Xiphos]] und [[Bibelprogramme#AndBible|AndBible]] getestet. Wenn das Programm keine automatische Installation unterstützt, reicht es aus, die Zip-Datei in &#039;&#039;~/.sword&#039;&#039; (unter Linux) bzw. &#039;&#039;%APPDATA%\Sword&#039;&#039; (unter Windows; einfach im Explorer eingeben, bzw. &#039;&#039;C:\Dokumente und Einstellungen\&amp;lt;username&amp;gt;\Anwendungsdaten\Sword&#039;&#039; (unter deutschem Win XP) bzw. &#039;&#039;C:\Users\&amp;lt;username&amp;gt;\AppData\Roaming\Sword&#039;&#039; (unter Windows Vista/7/8)) bzw. &#039;&#039;/Users/&amp;lt;username&amp;gt;/Library/Application Support/Sword&#039;&#039; (unter OS X) zu entpacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===TheWord===&lt;br /&gt;
Modul für das umfangreiche Bibelprogramm [[Bibelprogramme#TheWord|TheWord]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_theWord_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für das populäre Windows-Bibelprogramm [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die iPad-Version namens e-Sword HD (bislang ungetestet):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_HD_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logos ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module für das Bibelprogramm Logos, &#039;&#039;&#039;für&#039;&#039;&#039; das [[Benutzer:Ben|Ben]] arbeitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Logos_2015-03-06_v2.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zefania XML===&lt;br /&gt;
Zefania XML ist ein Format für verschiedene [[Bibelprogramme]], z.B. [[Bibelprogramme#MyBible|MyBible]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Zefania_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===OSIS===&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/OSIS OSIS] ist ein Format zur Auszeichnung biblischer Texte. Das [[Bibelprogramme#The SWORD Project|Sword-Projekt]] verwendet OSIS als Basis für das eigene Format.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_OSIS_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Hinweis: Das OSIS verwendet ein Feature namens &amp;quot;milestoned line group&amp;quot;. Programme, die das XML gegen osisCore.2.1.1.xsd validieren, scheitern, da dieses XML-Schema [http://www.crosswire.org/wiki/OSIS_211_CR#milestoned_.3Clg.3E diesbezüglich fehlerhaft ist]. Aus diesem Grund befindet sich in obiger Datei jede Bibelfassung zweimal, einmal mit und einmal ohne diesem Feature. Bei Problemen mit der Verarbeitung daher bitte die andere Datei probieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EPUB===&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/EPUB EPUB] ist ein offenes Format, in welchem Webseiten (Web-Dokumente) zum Offline-Lesen zusammengepackt werden können. Dementsprechend sieht auch die technische Umsetzung aus – es handelt sich um eine gewöhnliche Zip-Datei mit der Endung *.epub, die gemäß der Standard-Spezifikation ein paar Verwaltungs-Dateien und besagte Webdokumente sowie dazugehörige Ressourcen enthält. Vorteilhaft sind solche E-Publikationen und E-Books im Bereich des mobilen Lesens, aufgrund von Softwarefunktionen (z.B. beliebige Anpassbarkeit der Schriftgröße), zum Datentransfer und in Verbindung mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Papier E-Ink]-[https://de.wikipedia.org/wiki/E-Book-Reader Lesegeräten], die aufgrund ihrer Display-Technologie einen äußerst geringen Stromverbrauch aufweisen und somit eine wochen- oder gar monatelange Akkulaufzeit erreichen können. EPUB2 und EPUB3 sind die beiden bedeutenden Versionen des Standards. Erstere ist weit verbreitet, letztere enthält HTML5/CSS3 und erlaubt die Ausführung von JavaScript zwecks Interaktivität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_lesefassung_epub2.epub Lesefassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_studienfassung_epub2.epub Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T133655Z_41_markus_studienfassung_epub2.epub Markus Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veraltet==&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für eine ältere Version des populären Windows-Bibelprogramms [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:E-sword8 Modul Offene Bibel SF.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===MySword for Android===&lt;br /&gt;
Nach dem Entpacken muss die Datei OfBiSt.bbl.mybible auf dem Android-Smartphone/Tablet in den Ordner /mnt/sdcard/mysword/bibles kopiert werden. Das Verzeichnis kann je nach Android- und [http://www.mysword.info/ MySword]-Version etwas abweichen. (Leider hat das Modul keine Fußnoten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiSt.bbl.mybible.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MySword for Android kann auch (bislang nicht getestet) die Module für e-Sword (für Windows) verarbeiten. Hierzu muss lediglich die Datei von .bblx auf .bbl.mybible umbenannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Tools==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [https://github.com/offene-bibel/converter Offene-Bibel-Konverter] ist ein Java-Programm, das den Wikitext parst und daraus OSIS-Module erstellt. Des Weiteren kann es die OSIS-Module nach Zefania XML, in ein HTML-Format für e-Sword und in ein HTML-Format für Logos konvertieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tool osis2mod aus dem [http://www.crosswire.org/jsword/svn.html CrossWire SVN] läuft unter Linux und konvertiert die OSIS-Dateien in SWORD-Module.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.theword.net/index.php?article.tools TheWord Importer Tool] läuft unter Windows und verarbeitet (unter anderem) Zefania XML und kann daraus theWord-Module bauen (unter Beibehaltung der Fußnoten; Bei Import aus e-Sword gehen diese verloren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HTML-Dateien für Logos lassen sich mit [http://www.libreoffice.org/ LibreOffice] nach Word 2007 .docx konvertieren. Dieses Format lässt sich dann in Logos importieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.biblesupport.com/e-sword-downloads/file/7367-e-sword-tooltip-tool-nt/ e-Sword ToolTip-Tool NT] läuft unter Windows und konvertiert speziell formatierte HTML- oder RTF-Dateien (der Offene-Bibel-Konverter erzeugt passende HTML-Dateien) in e-Sword-Module. (Manchmal braucht das Programm etwas gutes Zureden oder mehrere Anläufe, bis es nicht mehr mit einem Konvertierungsfehler abbricht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zu guter Letzt lassen sich diese e-Sword-Module mit dem [http://www.e-sword.net/extras.html e-sword to Apple Module Converter] (ebenfalls unter Windows) in e-Sword-HD-Module umwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EPUB2-Dateien wurden von den [https://github.com/free-scriptures/free-scriptures Free-Scriptures-Werkzeugen] generiert, namentlich vom osis2epub1-Workflow, der das Ergebnis des OSIS-Exports des Offene-Bibel-Konverters entgegennimmt. [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/blob/master/official/tools/offene_bibel/generate_snapshot1.java generate_snapshot1] automatisiert diesen Vorgang und legt dann auch mittels einer eigenen [https://github.com/freie-bibel/freie-bibel/tree/master/official/tools/offene_bibel/haggai2epub1 Definition für die Offene Bibel] das Layout fest und bindet zusätzliche Bestandteile (Lizenztext) mit ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [http://www.offene-bibel.de/forum/sword_module hier im Forum] wird die Erstellung der Module koordiniert. Hier gibt es im Zweifelsfall das aktuellste Material.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20800</id>
		<title>Download: Die Offene Bibel in Bibelprogrammen und als PDF</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20800"/>
		<updated>2015-03-31T18:51:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: /* EPUB */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Achtung&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: Module auf dieser Seite sind möglicherweise veraltet. Das Alter der verlinkten Module sollte jeweils dabeistehen. Sind die Module älter als ein Jahr, kontaktiert uns doch, dann kümmern wir uns um neue. Dabei freuen wir uns auch über Hilfe. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Seite gibt einen Überblick über die Module für [[Bibelprogramme]], die aus dem Wiki exportiert wurden. In den Modulen ist jeweils nur der zur Zeit des Exports übersetzte Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was zu beachten ist:&#039;&#039;&#039; Die Module sollten mit Vorsicht genossen werden. Momentan enthalten sie &#039;&#039;alle&#039;&#039; schon übersetzten Kapitel. Ein fertiger Abschnitt kann so direkt neben einer ungesichteten Rohübersetzung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module mit Fußnoten haben am Anfang jedes Kapitels bzw. an Stellen, bei denen sich der Status ändert, &amp;lt;u&amp;gt;eine Fußnote mit dem Status&amp;lt;/u&amp;gt;. Im Zweifelsfall könnt ihr [[Kapitelliste|in unserem Wiki]] den Status des entsprechenden Kapitels einsehen. Informationen zu unserem Statussystem gibt es bei [[Hilfe:Status]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei auch darauf hingewiesen, dass die &amp;lt;u&amp;gt;Fußnoten zurzeit noch unformatiert&amp;lt;/u&amp;gt; sind. Das wird sich gerade in der Studienfassung an einigen Stellen auf die Lesefreundlichkeit auswirken. Nicht nur Links, sondern auch der Text von Hyperlinks fehlt, sodass an einigen Stellen etwas Text fehlt. Zudem unterscheiden sich Fußnotenmarker u.U. von denen im Wiki, sodass interne Verweise auf kapitelspezifische Fußnoten nicht auf die richtige Fußnote verweisen werden. Griechischer und hebräischer Text werden dagegen (zumindest in Logos) offenbar problemlos dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Module==&lt;br /&gt;
===SWORD===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiModule_20150603.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studien- und Lesefassung sind jeweils einzelne Module. Die Module wurde erfolgreich unter [[Bibelprogramme#BibleTime|BibleTime]], [[Bibelprogramme#Xiphos|Xiphos]] und [[Bibelprogramme#AndBible|AndBible]] getestet. Wenn das Programm keine automatische Installation unterstützt, reicht es aus, die Zip-Datei in &#039;&#039;~/.sword&#039;&#039; (unter Linux) bzw. &#039;&#039;%APPDATA%\Sword&#039;&#039; (unter Windows; einfach im Explorer eingeben, bzw. &#039;&#039;C:\Dokumente und Einstellungen\&amp;lt;username&amp;gt;\Anwendungsdaten\Sword&#039;&#039; (unter deutschem Win XP) bzw. &#039;&#039;C:\Users\&amp;lt;username&amp;gt;\AppData\Roaming\Sword&#039;&#039; (unter Windows Vista/7/8)) bzw. &#039;&#039;/Users/&amp;lt;username&amp;gt;/Library/Application Support/Sword&#039;&#039; (unter OS X) zu entpacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===TheWord===&lt;br /&gt;
Modul für das umfangreiche Bibelprogramm [[Bibelprogramme#TheWord|TheWord]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_theWord_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für das populäre Windows-Bibelprogramm [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die iPad-Version namens e-Sword HD (bislang ungetestet):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_HD_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logos ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module für das Bibelprogramm Logos, &#039;&#039;&#039;für&#039;&#039;&#039; das [[Benutzer:Ben|Ben]] arbeitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Logos_2015-03-06_v2.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zefania XML===&lt;br /&gt;
Zefania XML ist ein Format für verschiedene [[Bibelprogramme]], z.B. [[Bibelprogramme#MyBible|MyBible]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Zefania_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===OSIS===&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/OSIS OSIS] ist ein Format zur Auszeichnung biblischer Texte. Das [[Bibelprogramme#The SWORD Project|Sword-Projekt]] verwendet OSIS als Basis für das eigene Format.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_OSIS_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Hinweis: Das OSIS verwendet ein Feature namens &amp;quot;milestoned line group&amp;quot;. Programme, die das XML gegen osisCore.2.1.1.xsd validieren, scheitern, da dieses XML-Schema [http://www.crosswire.org/wiki/OSIS_211_CR#milestoned_.3Clg.3E diesbezüglich fehlerhaft ist]. Aus diesem Grund befindet sich in obiger Datei jede Bibelfassung zweimal, einmal mit und einmal ohne diesem Feature. Bei Problemen mit der Verarbeitung daher bitte die andere Datei probieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EPUB===&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/EPUB EPUB] ist ein offenes Format, in welchem Webseiten (Web-Dokumente) zum Offline-Lesen zusammengepackt werden können. Dementsprechend sieht auch die technische Umsetzung aus – es handelt sich um eine gewöhnliche Zip-Datei mit der Endung *.epub, die gemäß der Standard-Spezifikation ein paar Verwaltungs-Dateien und besagte Webdokumente sowie dazugehörige Ressourcen enthält. Vorteilhaft sind solche E-Publikationen und E-Books im Bereich des mobilen Lesens, aufgrund von Softwarefunktionen (z.B. beliebige Anpassbarkeit der Schriftgröße), zum Datentransfer und in Verbindung mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Papier E-Ink]-[https://de.wikipedia.org/wiki/E-Book-Reader Lesegeräten], die aufgrund ihrer Display-Technologie einen äußerst geringen Stromverbrauch aufweisen und somit eine wochen- oder gar monatelange Akkulaufzeit erreichen können. EPUB2 und EPUB3 sind die beiden bedeutenden Versionen des Standards. Erstere ist weit verbreitet, letztere enthält HTML5/CSS3 und erlaubt die Ausführung von JavaScript zwecks Interaktivität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_lesefassung_epub2.epub Lesefassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_studienfassung_epub2.epub Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T133655Z_41_markus_studienfassung_epub2.epub Markus Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veraltet==&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für eine ältere Version des populären Windows-Bibelprogramms [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:E-sword8 Modul Offene Bibel SF.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===MySword for Android===&lt;br /&gt;
Nach dem Entpacken muss die Datei OfBiSt.bbl.mybible auf dem Android-Smartphone/Tablet in den Ordner /mnt/sdcard/mysword/bibles kopiert werden. Das Verzeichnis kann je nach Android- und [http://www.mysword.info/ MySword]-Version etwas abweichen. (Leider hat das Modul keine Fußnoten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiSt.bbl.mybible.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MySword for Android kann auch (bislang nicht getestet) die Module für e-Sword (für Windows) verarbeiten. Hierzu muss lediglich die Datei von .bblx auf .bbl.mybible umbenannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Tools==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [https://github.com/offene-bibel/converter Offene-Bibel-Konverter] ist ein Java-Programm, das den Wikitext parst und daraus OSIS-Module erstellt. Des Weiteren kann es die OSIS-Module nach Zefania XML, in ein HTML-Format für e-Sword und in ein HTML-Format für Logos konvertieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tool osis2mod aus dem [http://www.crosswire.org/jsword/svn.html CrossWire SVN] läuft unter Linux und konvertiert die OSIS-Dateien in SWORD-Module.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.theword.net/index.php?article.tools TheWord Importer Tool] läuft unter Windows und verarbeitet (unter anderem) Zefania XML und kann daraus theWord-Module bauen (unter Beibehaltung der Fußnoten; Bei Import aus e-Sword gehen diese verloren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HTML-Dateien für Logos lassen sich mit [http://www.libreoffice.org/ LibreOffice] nach Word 2007 .docx konvertieren. Dieses Format lässt sich dann in Logos importieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.biblesupport.com/e-sword-downloads/file/7367-e-sword-tooltip-tool-nt/ e-Sword ToolTip-Tool NT] läuft unter Windows und konvertiert speziell formatierte HTML- oder RTF-Dateien (der Offene-Bibel-Konverter erzeugt passende HTML-Dateien) in e-Sword-Module. (Manchmal braucht das Programm etwas gutes Zureden oder mehrere Anläufe, bis es nicht mehr mit einem Konvertierungsfehler abbricht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zu guter Letzt lassen sich diese e-Sword-Module mit dem [http://www.e-sword.net/extras.html e-sword to Apple Module Converter] (ebenfalls unter Windows) in e-Sword-HD-Module umwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [http://www.offene-bibel.de/forum/sword_module hier im Forum] wird die Erstellung der Module koordiniert. Hier gibt es im Zweifelsfall das aktuellste Material.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20799</id>
		<title>Download: Die Offene Bibel in Bibelprogrammen und als PDF</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20799"/>
		<updated>2015-03-31T18:45:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: EPUB2-Downloadlinks (extern) hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Achtung&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: Module auf dieser Seite sind möglicherweise veraltet. Das Alter der verlinkten Module sollte jeweils dabeistehen. Sind die Module älter als ein Jahr, kontaktiert uns doch, dann kümmern wir uns um neue. Dabei freuen wir uns auch über Hilfe. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Seite gibt einen Überblick über die Module für [[Bibelprogramme]], die aus dem Wiki exportiert wurden. In den Modulen ist jeweils nur der zur Zeit des Exports übersetzte Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was zu beachten ist:&#039;&#039;&#039; Die Module sollten mit Vorsicht genossen werden. Momentan enthalten sie &#039;&#039;alle&#039;&#039; schon übersetzten Kapitel. Ein fertiger Abschnitt kann so direkt neben einer ungesichteten Rohübersetzung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module mit Fußnoten haben am Anfang jedes Kapitels bzw. an Stellen, bei denen sich der Status ändert, &amp;lt;u&amp;gt;eine Fußnote mit dem Status&amp;lt;/u&amp;gt;. Im Zweifelsfall könnt ihr [[Kapitelliste|in unserem Wiki]] den Status des entsprechenden Kapitels einsehen. Informationen zu unserem Statussystem gibt es bei [[Hilfe:Status]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei auch darauf hingewiesen, dass die &amp;lt;u&amp;gt;Fußnoten zurzeit noch unformatiert&amp;lt;/u&amp;gt; sind. Das wird sich gerade in der Studienfassung an einigen Stellen auf die Lesefreundlichkeit auswirken. Nicht nur Links, sondern auch der Text von Hyperlinks fehlt, sodass an einigen Stellen etwas Text fehlt. Zudem unterscheiden sich Fußnotenmarker u.U. von denen im Wiki, sodass interne Verweise auf kapitelspezifische Fußnoten nicht auf die richtige Fußnote verweisen werden. Griechischer und hebräischer Text werden dagegen (zumindest in Logos) offenbar problemlos dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Module==&lt;br /&gt;
===SWORD===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiModule_20150603.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studien- und Lesefassung sind jeweils einzelne Module. Die Module wurde erfolgreich unter [[Bibelprogramme#BibleTime|BibleTime]], [[Bibelprogramme#Xiphos|Xiphos]] und [[Bibelprogramme#AndBible|AndBible]] getestet. Wenn das Programm keine automatische Installation unterstützt, reicht es aus, die Zip-Datei in &#039;&#039;~/.sword&#039;&#039; (unter Linux) bzw. &#039;&#039;%APPDATA%\Sword&#039;&#039; (unter Windows; einfach im Explorer eingeben, bzw. &#039;&#039;C:\Dokumente und Einstellungen\&amp;lt;username&amp;gt;\Anwendungsdaten\Sword&#039;&#039; (unter deutschem Win XP) bzw. &#039;&#039;C:\Users\&amp;lt;username&amp;gt;\AppData\Roaming\Sword&#039;&#039; (unter Windows Vista/7/8)) bzw. &#039;&#039;/Users/&amp;lt;username&amp;gt;/Library/Application Support/Sword&#039;&#039; (unter OS X) zu entpacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===TheWord===&lt;br /&gt;
Modul für das umfangreiche Bibelprogramm [[Bibelprogramme#TheWord|TheWord]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_theWord_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für das populäre Windows-Bibelprogramm [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die iPad-Version namens e-Sword HD (bislang ungetestet):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_HD_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logos ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module für das Bibelprogramm Logos, &#039;&#039;&#039;für&#039;&#039;&#039; das [[Benutzer:Ben|Ben]] arbeitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Logos_2015-03-06_v2.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zefania XML===&lt;br /&gt;
Zefania XML ist ein Format für verschiedene [[Bibelprogramme]], z.B. [[Bibelprogramme#MyBible|MyBible]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Zefania_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===OSIS===&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/OSIS OSIS] ist ein Format zur Auszeichnung biblischer Texte. Das [[Bibelprogramme#The SWORD Project|Sword-Projekt]] verwendet OSIS als Basis für das eigene Format.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_OSIS_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Hinweis: Das OSIS verwendet ein Feature namens &amp;quot;milestoned line group&amp;quot;. Programme, die das XML gegen osisCore.2.1.1.xsd validieren, scheitern, da dieses XML-Schema [http://www.crosswire.org/wiki/OSIS_211_CR#milestoned_.3Clg.3E diesbezüglich fehlerhaft ist]. Aus diesem Grund befindet sich in obiger Datei jede Bibelfassung zweimal, einmal mit und einmal ohne diesem Feature. Bei Problemen mit der Verarbeitung daher bitte die andere Datei probieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EPUB===&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/EPUB EPUB] ist ein offenes Format, in welchem Webseiten (Web-Dokumente) zum Offline-Lesen zusammengepackt werden können. Dementsprechend sieht auch die technische Umsetzung aus – es handelt sich um eine gewöhnliche Zip-Datei mit der Endung *.epub, die gemäß der Standard-Spezifikation ein paar Verwaltungs-Dateien und besagte Webdokumente sowie dazugehörige Ressourcen enthält. Vorteilhaft sind solche E-Publikationen und E-Books im Bereich des mobilen Lesens, aufgrund von Softwarefunktionen (z.B. beliebige Anpassbarkeit der Schriftgröße), zum Datentransfer und in Verbindung mit [http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Papier E-Ink]-[https://de.wikipedia.org/wiki/E-Book-Reader Lesegeräten], die aufgrund ihrer Display-Technologie einen äußerst geringen Stromverbrauch aufweisen und somit eine wochen- oder gar monatelange Akkulaufzeit erreichen können. EPUB2 und EPUB3 sind die beiden bedeutenden Versionen des Standards. Erstere ist weit verbreitet, letztere enthält HTML5/CSS3 und erlaubt die Ausführung von JavaScript zwecks Interaktivität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_lesefassung_epub2.epub Lesefassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T132100Z_studienfassung_epub2.epub Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
: [http://www.freie-bibel.de/inofficial/skreutzer/offene_bibel/offene_bibel_20150331T132100Z/offene_bibel_20150331T133655Z_41_markus_studienfassung_epub2.epub Markus Studienfassung EPUB2][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veraltet==&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für eine ältere Version des populären Windows-Bibelprogramms [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:E-sword8 Modul Offene Bibel SF.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===MySword for Android===&lt;br /&gt;
Nach dem Entpacken muss die Datei OfBiSt.bbl.mybible auf dem Android-Smartphone/Tablet in den Ordner /mnt/sdcard/mysword/bibles kopiert werden. Das Verzeichnis kann je nach Android- und [http://www.mysword.info/ MySword]-Version etwas abweichen. (Leider hat das Modul keine Fußnoten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiSt.bbl.mybible.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MySword for Android kann auch (bislang nicht getestet) die Module für e-Sword (für Windows) verarbeiten. Hierzu muss lediglich die Datei von .bblx auf .bbl.mybible umbenannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Tools==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [https://github.com/offene-bibel/converter Offene-Bibel-Konverter] ist ein Java-Programm, das den Wikitext parst und daraus OSIS-Module erstellt. Des Weiteren kann es die OSIS-Module nach Zefania XML, in ein HTML-Format für e-Sword und in ein HTML-Format für Logos konvertieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tool osis2mod aus dem [http://www.crosswire.org/jsword/svn.html CrossWire SVN] läuft unter Linux und konvertiert die OSIS-Dateien in SWORD-Module.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.theword.net/index.php?article.tools TheWord Importer Tool] läuft unter Windows und verarbeitet (unter anderem) Zefania XML und kann daraus theWord-Module bauen (unter Beibehaltung der Fußnoten; Bei Import aus e-Sword gehen diese verloren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HTML-Dateien für Logos lassen sich mit [http://www.libreoffice.org/ LibreOffice] nach Word 2007 .docx konvertieren. Dieses Format lässt sich dann in Logos importieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.biblesupport.com/e-sword-downloads/file/7367-e-sword-tooltip-tool-nt/ e-Sword ToolTip-Tool NT] läuft unter Windows und konvertiert speziell formatierte HTML- oder RTF-Dateien (der Offene-Bibel-Konverter erzeugt passende HTML-Dateien) in e-Sword-Module. (Manchmal braucht das Programm etwas gutes Zureden oder mehrere Anläufe, bis es nicht mehr mit einem Konvertierungsfehler abbricht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zu guter Letzt lassen sich diese e-Sword-Module mit dem [http://www.e-sword.net/extras.html e-sword to Apple Module Converter] (ebenfalls unter Windows) in e-Sword-HD-Module umwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [http://www.offene-bibel.de/forum/sword_module hier im Forum] wird die Erstellung der Module koordiniert. Hier gibt es im Zweifelsfall das aktuellste Material.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20798</id>
		<title>Download: Die Offene Bibel in Bibelprogrammen und als PDF</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Download:_Die_Offene_Bibel_in_Bibelprogrammen_und_als_PDF&amp;diff=20798"/>
		<updated>2015-03-31T18:19:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: Abschnitt &amp;quot;EPUB&amp;quot; hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;status&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Achtung&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: Module auf dieser Seite sind möglicherweise veraltet. Das Alter der verlinkten Module sollte jeweils dabeistehen. Sind die Module älter als ein Jahr, kontaktiert uns doch, dann kümmern wir uns um neue. Dabei freuen wir uns auch über Hilfe. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Seite gibt einen Überblick über die Module für [[Bibelprogramme]], die aus dem Wiki exportiert wurden. In den Modulen ist jeweils nur der zur Zeit des Exports übersetzte Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was zu beachten ist:&#039;&#039;&#039; Die Module sollten mit Vorsicht genossen werden. Momentan enthalten sie &#039;&#039;alle&#039;&#039; schon übersetzten Kapitel. Ein fertiger Abschnitt kann so direkt neben einer ungesichteten Rohübersetzung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module mit Fußnoten haben am Anfang jedes Kapitels bzw. an Stellen, bei denen sich der Status ändert, &amp;lt;u&amp;gt;eine Fußnote mit dem Status&amp;lt;/u&amp;gt;. Im Zweifelsfall könnt ihr [[Kapitelliste|in unserem Wiki]] den Status des entsprechenden Kapitels einsehen. Informationen zu unserem Statussystem gibt es bei [[Hilfe:Status]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei auch darauf hingewiesen, dass die &amp;lt;u&amp;gt;Fußnoten zurzeit noch unformatiert&amp;lt;/u&amp;gt; sind. Das wird sich gerade in der Studienfassung an einigen Stellen auf die Lesefreundlichkeit auswirken. Nicht nur Links, sondern auch der Text von Hyperlinks fehlt, sodass an einigen Stellen etwas Text fehlt. Zudem unterscheiden sich Fußnotenmarker u.U. von denen im Wiki, sodass interne Verweise auf kapitelspezifische Fußnoten nicht auf die richtige Fußnote verweisen werden. Griechischer und hebräischer Text werden dagegen (zumindest in Logos) offenbar problemlos dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Module==&lt;br /&gt;
===SWORD===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiModule_20150603.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studien- und Lesefassung sind jeweils einzelne Module. Die Module wurde erfolgreich unter [[Bibelprogramme#BibleTime|BibleTime]], [[Bibelprogramme#Xiphos|Xiphos]] und [[Bibelprogramme#AndBible|AndBible]] getestet. Wenn das Programm keine automatische Installation unterstützt, reicht es aus, die Zip-Datei in &#039;&#039;~/.sword&#039;&#039; (unter Linux) bzw. &#039;&#039;%APPDATA%\Sword&#039;&#039; (unter Windows; einfach im Explorer eingeben, bzw. &#039;&#039;C:\Dokumente und Einstellungen\&amp;lt;username&amp;gt;\Anwendungsdaten\Sword&#039;&#039; (unter deutschem Win XP) bzw. &#039;&#039;C:\Users\&amp;lt;username&amp;gt;\AppData\Roaming\Sword&#039;&#039; (unter Windows Vista/7/8)) bzw. &#039;&#039;/Users/&amp;lt;username&amp;gt;/Library/Application Support/Sword&#039;&#039; (unter OS X) zu entpacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===TheWord===&lt;br /&gt;
Modul für das umfangreiche Bibelprogramm [[Bibelprogramme#TheWord|TheWord]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_theWord_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für das populäre Windows-Bibelprogramm [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die iPad-Version namens e-Sword HD (bislang ungetestet):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_E-Sword_HD_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logos ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Module für das Bibelprogramm Logos, &#039;&#039;&#039;für&#039;&#039;&#039; das [[Benutzer:Ben|Ben]] arbeitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Logos_2015-03-06_v2.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zefania XML===&lt;br /&gt;
Zefania XML ist ein Format für verschiedene [[Bibelprogramme]], z.B. [[Bibelprogramme#MyBible|MyBible]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_Zefania_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===OSIS===&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/OSIS OSIS] ist ein Format zur Auszeichnung biblischer Texte. Das [[Bibelprogramme#The SWORD Project|Sword-Projekt]] verwendet OSIS als Basis für das eigene Format.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OffBi_OSIS_2015-03-06.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand März 2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Hinweis: Das OSIS verwendet ein Feature namens &amp;quot;milestoned line group&amp;quot;. Programme, die das XML gegen osisCore.2.1.1.xsd validieren, scheitern, da dieses XML-Schema [http://www.crosswire.org/wiki/OSIS_211_CR#milestoned_.3Clg.3E diesbezüglich fehlerhaft ist]. Aus diesem Grund befindet sich in obiger Datei jede Bibelfassung zweimal, einmal mit und einmal ohne diesem Feature. Bei Problemen mit der Verarbeitung daher bitte die andere Datei probieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EPUB===&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/EPUB EPUB] ist ein offener Standard, nach welchem Webseiten (Web-Dokumente) zum Offline-Lesen zusammengepackt werden können. Dementsprechend sieht auch die technische Umsetzung aus – es handelt sich um eine gewöhnliche Zip-Datei mit der Endung *.epub, die gemäß der Standard-Spezifikation ein paar Verwaltungs-Dateien und besagte Webdokumente sowie dazugehörige Ressourcen enthält. Vorteilhaft sind solche E-Publikationen und E-Books im Bereich des mobilen Lesens, aufgrund von Softwarefunktionen (z.B. beliebige Anpassbarkeit der Schriftgröße), zum Datentransfer und in Verbindung mit [http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Papier E-Ink]-[https://de.wikipedia.org/wiki/E-Book-Reader Lesegeräten], die aufgrund ihrer Display-Technologie einen äußerst geringen Stromverbrauch aufweisen und somit eine wochen- oder gar monatelange Akkulaufzeit erreichen können. EPUB2 und EPUB3 sind die beiden bedeutenden Versionen des Standards, ersteres ist weit verbreitet, letzteres enthält HTML5 und erlaubt die Ausführung von JavaScript zwecks Interaktivität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veraltet==&lt;br /&gt;
===e-Sword===&lt;br /&gt;
Module für eine ältere Version des populären Windows-Bibelprogramms [[Bibelprogramme#e-Sword|e-Sword]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:E-sword8 Modul Offene Bibel SF.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===MySword for Android===&lt;br /&gt;
Nach dem Entpacken muss die Datei OfBiSt.bbl.mybible auf dem Android-Smartphone/Tablet in den Ordner /mnt/sdcard/mysword/bibles kopiert werden. Das Verzeichnis kann je nach Android- und [http://www.mysword.info/ MySword]-Version etwas abweichen. (Leider hat das Modul keine Fußnoten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:OfBiSt.bbl.mybible.zip]][[Datei:Download.png|20px]] (Stand 2012!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MySword for Android kann auch (bislang nicht getestet) die Module für e-Sword (für Windows) verarbeiten. Hierzu muss lediglich die Datei von .bblx auf .bbl.mybible umbenannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Tools==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [https://github.com/offene-bibel/converter Offene-Bibel-Konverter] ist ein Java-Programm, das den Wikitext parst und daraus OSIS-Module erstellt. Des Weiteren kann es die OSIS-Module nach Zefania XML, in ein HTML-Format für e-Sword und in ein HTML-Format für Logos konvertieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tool osis2mod aus dem [http://www.crosswire.org/jsword/svn.html CrossWire SVN] läuft unter Linux und konvertiert die OSIS-Dateien in SWORD-Module.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.theword.net/index.php?article.tools TheWord Importer Tool] läuft unter Windows und verarbeitet (unter anderem) Zefania XML und kann daraus theWord-Module bauen (unter Beibehaltung der Fußnoten; Bei Import aus e-Sword gehen diese verloren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HTML-Dateien für Logos lassen sich mit [http://www.libreoffice.org/ LibreOffice] nach Word 2007 .docx konvertieren. Dieses Format lässt sich dann in Logos importieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [http://www.biblesupport.com/e-sword-downloads/file/7367-e-sword-tooltip-tool-nt/ e-Sword ToolTip-Tool NT] läuft unter Windows und konvertiert speziell formatierte HTML- oder RTF-Dateien (der Offene-Bibel-Konverter erzeugt passende HTML-Dateien) in e-Sword-Module. (Manchmal braucht das Programm etwas gutes Zureden oder mehrere Anläufe, bis es nicht mehr mit einem Konvertierungsfehler abbricht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zu guter Letzt lassen sich diese e-Sword-Module mit dem [http://www.e-sword.net/extras.html e-sword to Apple Module Converter] (ebenfalls unter Windows) in e-Sword-HD-Module umwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [http://www.offene-bibel.de/forum/sword_module hier im Forum] wird die Erstellung der Module koordiniert. Hier gibt es im Zweifelsfall das aktuellste Material.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=20599</id>
		<title>Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=20599"/>
		<updated>2015-03-21T21:22:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Evangeliums&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; (Gr. εὐαγγέλιον) bedeutet etwa „(gute) Neuigkeit“. Hier steht es noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus. Der Begriff &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; kommt nicht aus dem Alten Testament, wo allerdings schon von Boten die Rede ist, die eine gute Nachricht von Gottes Eintreffen und Eingreifen bringen (beispielsweise in Jes 40,9; 52,7; 61,1). Wahrscheinlich gebraucht Markus ihn bewusst im direkten Kontext der in V. 2-3 folgenden Zitate, wo Johannes als der überbringende Bote und Jesus gewissermaßen als Inhalt der Botschaft dargestellt wird. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Neuen Testaments bedeutete jegliche Nachricht von oder über den Kaiser ein &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. In der Ideologie des römischen Kaiserkults galt der Kaiser als übermenschlich, weshalb seine Verlautbarungen gute Nachrichten sein mussten, die Freude auslösten und Glück und Heil brachten. Auch Nachrichten von der Geburt oder Thronbesteigung des Kaisers waren &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff im Kontrast dazu &#039;&#039;die&#039;&#039; frohe Botschaft über die angebrochene Herrschaft &#039;&#039;des einen&#039;&#039; Königs (Friedrich, εὐαγγελίζομαι, εὐαγγέλιον, προευαγγελίζομαι, εὐαγγελιστής, in: TDNT, 707-37; France 2002, 52f.). Allerdings ist unklar, wie groß der Einfluss des Kaiserkults (und damit diese bewusste Parallele) auf die Prägung des christlichen Begriffs war. &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; könnte einfach von den ersten christlichen Predigern als Bezeichnung für die Botschaft der Kirche benutzt worden sein (Guelich 1989, 13f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Jesus Christus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium &#039;&#039;von&#039;&#039; Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus Christus&#039;&#039; oder &#039;&#039;Jesus Christus, dem Sohn Gottes&#039;&#039; Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Ebenso denkbar ist, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. Man kann weder plausibel erklären, warum &#039;&#039;Sohn Gottes&#039;&#039; nachträglich ergänzt noch weggelassen worden wäre. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Version in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt. Es folgt nun eine ausführlichere Besprechung: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Textkritisch umstritten ist die längere Variante Ἰησοῦ Χριστοῦ υἱοῦ θεοῦ „von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“. υἱοῦ θεοῦ wird bezeugt von 011 B D W Γ sowie allen lateinischen, syrischen und koptischen Zeugen. Nur Ἰησοῦ Χριστοῦ lesen 01* Θ 28 l 2211, einige sahidische Handschriften und Origines; SBLGNT, Tischendorf und WH schließen sich an. Die byzantinischen Zeugen lesen υἱοῦ τοῦ θεοῦ. Die Bezeugung bei den Kirchenvätern ist uneinheitlich, besonders da viele beide Varianten kennen (Willker 2013, 7f). Die kürzere ist bei ihnen jedoch etwas weiter verbreitet, wohingegen die längere nicht vor 400 n. Chr. bezeugt ist (Head 1991, 626). Offenbar sind beide sehr alt, wobei die längere Lesart – rechnet man die byzantinische Unterstützung mit ein – in den Handschriften etwas besser bezeugt ist. Wenn sie ursprünglich ist, hätte ein Abschreiber die beiden (damals im Text mit Anfangs- und Endbuchstaben abgekürzten) Wörter versehentlich weglassen müssen (Homoioteleuton): ...ΟΥΙ̅Υ̅Χ̅Υ̅(Υ̅Υ̅Θ̅Υ̅) (Guelich 1989, 6). Doch so ein Abschreibfehler wäre gerade am Anfang eines Buchs etwas schwerer vorstellbar. Für die kürzere Lesart sprechen einige eindeutige Beispiele, wo im Laufe der Überlieferung Gottestitel ergänzt worden sind – gerade bei Markus ist Jesu Gottessohnschaft zentrales Thema, was zu der Hinzufügung verleiten könnte (Head 1991, 627; Collins 2007, 130; s.a. Pesch 1976, 74, dagegen Wasserman 2010). Dann könnte die kürzere Variante als die schwierigere gelten! Keine der beiden internen Erklärungen ist jedoch ganz befriedigend. So erklärt Metzger sowohl die interne als auch die externe Evidenz für so ausgewogen, dass die Herausgeber von NA keine Entscheidung für oder gegen die längere Variante treffen wollten (Metzger, Textual Commentary &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994, 62; vgl. France 2002, 49). Da für die Übersetzung eine Festlegung leider unausweichlich war, haben wir die von der Mehrheit der modernen Exegeten bevorzugte kürzere Lesart vorgezogen, die längere Variante jedoch in der Klammer platziert. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; Textkritik: τῷ Ἠσαΐᾳ τῷ προφήτῃ steht u.a. in den Zeugen {{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 33. Dagegen lesen A K P W Γ, der Mehrheitstext und einige andere Zeugen τοῖς προφήταις „den Propheten“ (Plural) und lassen den Namen des Propheten weg. Dabei handelt es sich offensichtlich um eine Korrektur. Da nur ein Teil des Zitats von Jesaja stammt (s. übernächste Fußnote), empfand man diese Angabe als falsch (vgl. France 2002, 62). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus&#039; Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen Hebraismus, der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,{{par|Jesaja|40|3}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schreibt zwar in V. 2, dieses Zitat aus dem AT stamme von dem Propheten Jesaja. Genau genommen stammt aber nur das Kernstück des Zitats in V. 3 von Jesaja (Jes 40,3 LXX). V. 2b zitiert stattdessen eine thematisch verwandte Prophetie aus Mal 3,1. Jesaja greift in dem zitierten Abschnitt auf die Auszugsgeschichte zurück, wenn er einen ähnlich von Gott geführten Auszug aus dem Exil in Aussicht stellt, der von einem Boten (dem „Rufenden“) angekündigt wird. Gerade die ersten Verse von [[Jesaja 40|Jes 40]] sind dabei eine Schlüsselstelle für die Hoffnungen der Juden auf die Wiederherstellung alter Größe. In der Wüste (am Sinai) liegen die Anfänge des alten Israel, und in der Wüste verorteten Jesu Zeitgenossen (beispielsweise die Qumran-Gemeinschaft) auch die Anfänge des neuen Israel. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus mischt die Botschaft von Jesaja jedoch mit der von Maleachi (V. 2b). Dieser Prophet geht auf die Enttäuschung ein, die sich in Juda verbreitete, als sich Jesajas Prophetie nach dem Ende des babylonischen Exils nicht verwirklichte. Er findet die Schuld im fortgesetzten Ungehorsam des Volks, der den neuen Exodus verhindert. Dabei spielt wohl schon [[Maleachi 3#s1|Mal 3,1]] in seiner Ausdrucksweise auf den sehr ähnlich formulierten Vers [[Exodus 23#s20|Ex 23,20]] an. Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch nach dem Exil der Ungehorsam des Volkes dafür verantwortlich, dass JHWH nicht direkt heilbringend wirkt, sondern erst ein Bote sein Kommen ankündigen muss, damit das Volk Zeit zur Buße hat und so Gottes Gericht überleben kann. Markus hebt diesen Zusammenhang hervor, indem er in seinem sonst freien Zitat den Abschnitt „ich sende meinen Boten vor dir her“ aus Ex 23,20 LXX nimmt (Mal 3,1 LXX lautet: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird vor mir den Weg überwachen, und plötzlich wird in seinen Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr wollt, ja/siehe, er kommt, spricht der Herr, der Allmächtige“). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus sieht also den Zeitpunkt nun gekommen, an dem dieser Bote auftritt. Er identifiziert Johannes mit dem angekündigten Boten, der das Volk zur Umkehr bewegen soll. Jesus ist Gott, der in Mal 3,1 sein Kommen zum Gericht ankündigt hat. Seine Mission scheitert allerdings, was nach dem formalen Eintreffen Gottes in seinem Tempel zu Gericht führt (Mk 11). Am Ende wird Israel als Volk durch Gericht untergehen (Mk 13). Gott erfüllt seinen Plan stattdessen auf andere Weise (Mk 12,9-11), sodass die gute Nachricht von Gottes Kommen in Jesus (Mk 1,1) für die Erwählten, die auf Jesus und seinen Vorboten hören, tatsächlich eine gute ist (Watts 2007, 113-20; France 2002, 56ff.; Collins 2007, 135-38). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039; Textkritik: Es gibt hier vier relevante Lesarten: Nestle-Aland 28 entscheidet sich mit {{hebr}}א{{hebr ende}}, L, Δ und der bohairischen Tradition für &amp;lt;u&amp;gt;ὁ&amp;lt;/u&amp;gt; βαπτίζων ἐν τῇ ἐρήμῳ &amp;lt;u&amp;gt;καὶ&amp;lt;/u&amp;gt; κηρύσσων. B, 33 und einige bohairische Manuskripte bezeugen &amp;lt;u&amp;gt;ὁ&amp;lt;/u&amp;gt; βαπτίζων ἐν τῇ ἐρήμῳ κηρύσσων. Meist byzantinische Zeugen (A K P W Γ f1.13 565. 579. 1241. 1424. 2563. l 844) sowie die syrische Übersetzung von Thomas von Heraklea und die sahidische Übersetzung enthalten βαπτίζων ἐν τῇ ἐρήμῳ &amp;lt;u&amp;gt;καὶ&amp;lt;/u&amp;gt; κηρύσσων. Einige westliche Handschriften weisen schließlich die glättende Variante ἐν τῇ ἐρήμῳ &amp;lt;u&amp;gt;βαπτίζων καὶ&amp;lt;/u&amp;gt; κηρύσσων auf. Die Varianten sind offensichtlich aus Unsicherheit darüber entstanden, wie das [[Partizip]] βαπτίζων zu verstehen sei. Mit Artikel ὁ wäre das Ptz. attributiv und ein relativ ungeläufiger Titel „der Täufer“ (Johannes wird häufiger ὁ βαπτιστής genannt) (2. Lesart). Ohne Artikel wäre es eine adverbiale Näherbestimmung von Johannes&#039; Aktivität und dann modal zu übersetzen, also mit „wobei“, „und“ oder als Relativsatz (3. Lesart). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1. Lesart könnte ursprünglich sein, weil aus ihr die beiden anderen hervorgegangen sein könnten. καὶ stellt darin mit dem Artikel auch das folgende Partizip κηρύσσων als attributiv dar (Übersetzung: „der taufte und predigte“), was wenig elegant formuliert ist. Der Leser würde zunächst vermuten, dass ὁ βαπτίζων den festen Beinamen „der Täufer“ bedeutet, anstatt seine taufende Tätigkeit zu beschreiben (so Willker z. St.). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus internen Erwägungen bietet sich jedoch eher Variante 2 an. Erstens liegt der Fokus hier auf Johannes&#039; Verkündigung, nicht auf seiner Tauftätigkeit (Pesch 1976, 74). Zweitens wäre es guter Stil, Johannes bei seiner ersten direkten Erwähnung mit seinem vollen Namen vorzustellen – ähnlich tut es Markus in V. 9 mit „Jesus aus Nazaret in Galiläa“. Auch später benutzt er zur Klarstellung „Johannes der Täufer“, wenn er die Figur erneut in die Handlung einführt (6,14; 8,28). Das Weglassen des Artikels sowie die Ergänzung von „und“ zeigen dann, dass Abschreiber den Titel ὁ βαπτίζων nicht kannten und den vermeintlich fehlerhaften Text korrigieren wollten (so Pesch; France 2002, 60f.64f.; Guelich 1989, 16 und SBLGNT). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesart 3 hat zahlenmäßig externes Gewicht und findet sich nicht nur in byzanzinischen, sondern mit 1241 auch in einer „alexandrinischen“ sowie mehreren Handschriften, die zum hypothetischen cäsaräischen Texttyp gehören. Metzger 1994, 62 und Collins 2007, 133 halten sie für ursprünglich. Mit der Einfügung des Artikels hätte ein Abschreiber aus Ἰωάννης βαπτίζων den vollen Namen „Johannes der Täufer“ machen wollen. Obwohl Markus diese Version des Titels auch in 6,14 und 6,24 benutzt, fehlt in dieser Variante ein echtes Motiv, den unmissverständlich von einem taufenden und predigenden Johannes sprechenden Text der Lesart 3 zu korrigieren (France). Hatte der Abschreiber unbewusst die Parallelstelle Mt 3,1 im Ohr? Dort wird jedoch ähnlich formuliert, aber gerade wieder der andere Johannestitel verwendet! Das führt uns schließlich wieder zu Lesart 2 zurück, die zwar nicht häufig bezeugt ist, aber die Indizien am besten erklärt und auch unter den herangezogenen Forschern die meisten Fürsprecher hat. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes&#039; Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei nicht hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich, obwohl sie nur von B, 33 und der Handschriftenfamilie 13 bekannt ist. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX. Im Gegenzug bietet sich keine unmittelbare Erklärung für die Änderung zu εἰς αὐτόν an, sollte ἐπʼ αὐτόν ursprünglich sein. Das etwas wackelige Fundament der externen Bezeugung ist aber stabiler, als es zunächst scheint, weil B, 33 und &#039;&#039;f&#039;&#039;13 nicht miteinander verwandt sind und die Lesart also unabhängig voneinander bezeugen. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“ (Lohmeyer 1951, 21; Mann 1986, 20). France warnt davor, εἰς zu wörtlich als „in (hinein)“ zu verstehen: „The apparent absurdity of the imagery whereby Jesus sees a bird descending into himself forms a more persuasive argument for taking εἰς here in the wider sense as roughly equivalent to ἐπί.“ Das passe zu Markus&#039; Stil, der εἰς häufig freier benutzt als üblich (France 2002, 78). Auch Pesch sieht an dieser Stelle keinen Gebrauchsunterschied zwischen εἰς „zu/in“ und ἐπʼ, „auf“ (Pesch 1976, 91f.). Dixon 2009, 771f. belegt jedoch, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (weshalb &#039;&#039;in&#039;&#039; in unserem Text vor der Klammer steht). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Es gibt etliche Varianten mit unterschiedlichen Prädikaten: Θ, 28, 565 u.e.a. bezeugen ἠκούσθη „hörte“. 01*, D, ff² und ein halbes Dutzend weiterer Zeugen kennen kein Prädikat (wie Mk 1,3). Alle anderen wichtigen alexandrinischen und byzantinischen Zeugen überliefern ἐγένετο. Einzelne Handschriften kennen auch ἰδού vor &#039;&#039;Stimme&#039;&#039;, jeweils kombiniert mit einer der anderen Varianten (vgl. Mt 3,17). (Hier ein [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA62#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Überblick über die Bezeugung].) Es liegt nahe, dass alle Varianten als Korrekturen auf das Fehlen des Prädikats zurückzuführen sind, weshalb einzelne Ausleger die prädikatlose Lesart für die beste halten (so [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA64#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Güting 2005, 64]). Allerdings ist ἐγένετο aber so gut verbreitet, dass eine andere Lösung vorzuziehen ist. Es ist einigermaßen vorstellbar, dass ἐγένετο in einem Teil der Überlieferung früh verlorenging (durch einen Abschreibfehler, eine Textverderbnis oder eine unbewusste Anpassung an eine ähnliche Formulierung) und der Text dann so verbreitet wurde. Die Alternativlesarten entstanden, um den Text auszubessern (so [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA63#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Greeven 2005, 63]; Willker 2013, 24; Metzger 1994, 63; Collins 2007, 134). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas&#039; ἄγω oder Matthäus&#039; ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Byzantinische und westliche Zeugen erweitern εὐαγγέλιον τοῦ θεοῦ &#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; zu εὐαγγέλιον τῆς βασιλείας τοῦ θεοῦ „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“ (u.a. A D K W Γ Δ &#039;&#039;pm&#039;&#039; lat syp). Die kürzere Lesart ist jedoch vortrefflich bezeugt und viel ungewöhnlicher als die längere Formulierung, die an das „Evangelium der Herrschaft/des Reichs“ (εὐαγγέλιον τῆς βασιλείας) aus dem Matthäusevangelium erinnert. Die Variante ist wohl unter dem Einfluss des nächsten Verses oder auch von Mt 4,23; 9,35 zustande gekommen. Für eine Auslassung gibt es dagegen keine gute Erklärung (France 2002, 89; Willker 2013, 29). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 18 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
,{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; An dieser Stelle weicht die Übersetzung vom anerkannten griechischen Text NA28 ab. Der folgt einigen Handschriften, die wie in der Klammer zusätzlich „begab er sich ... und“ enthalten. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen (einschließlich B, A und Mehrheitstext) &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν wie 01 C L Δ &#039;&#039;f&#039;&#039;13, einige syrische und koptische Handschriften sowie Origenes, was der hier gewählten Übersetzung entspricht. Einige weitere geringe Abweichungen in anderen Handschriften deuten daraufhin, dass manche Schreiber die Anordnung der beiden Verben als Problem empfanden und korrigierten. So liest bspw. C ἐδίδασκεν noch vor „am Sabbat“ (und ohne εἰσελθὼν), während 33 &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν bezeugt. Nur die zweite Lesart kann den Text von C erklären. Gleichzeitig passt sie gut zu Markus&#039; Stil. In dieser Variante wird εἰς nämlich wie ἐν gebraucht, was uns in Markus schon mehrmals begegnet ist (vgl. die [[Markus_1#note_ap|Fußnote in V. 16]], aber auch εἰς τὸν Ἰορδάνην „im Jordan“ in V. 9). Dabei haben wir uns offenbar dazuzudenken, dass Jesus die Synagoge auch betrat; vgl. die ähnlichen Konstruktionen in [[Markus 10#s10|Mk 10,10]]; [[Markus 13#s9|13,9]] (France 2002, 101). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn diese holprige Variante ursprünglich ist, dann hat man die im Laufe der Überlieferung verbessern wollen. Neben der geänderten Wortstellung kam εἰσελθὼν hinzu, damit Jesus zunächst „&#039;&#039;in die&#039;&#039; Synagoge &#039;&#039;hinein&#039;&#039;“ gehen konnte, anstatt quasi „&#039;&#039;in die&#039;&#039; Synagoge“ zu lehren. Als attizierende, stilistisch glättere Lesart wäre die von NA28 vorgezogene Variante sekundär (so Willker 2013, 32f.; Collins 2007, 161; France 2002, 99; Greeven ([http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA78#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Güting 2005, 78ff.])). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit nachdem aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne mit dieser Aussage aber eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermentlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;. (Dabei liest NA28 das eingeklammerte „und“, SBLGNT nicht.) Der byzantinische Text liefert die etwas längere Lesart καὶ γονυπετῶν αὐτὸν καὶ. Aus der längeren Variante (entweder von 01 oder von byz) könnten die kürzeren durch einen Auslasser wg. Homoioteleuton entstanden sein. &amp;quot;Anflehen und auf die Knie fallen&amp;quot; ist eine ziemlich redundante Formulierung, wäre aber typisch für Markus. Wenn die Berichte in Matthäus, Markus und Lukas auf einheitlichen Informationen beruhen, dann ist die längere Variante wahrscheinlich ursprünglich – es kommt auch keine spätere Angleichung in Frage, weil die Evangelisten unterschiedlich formulieren. Diese Übersetzung folgt SBLGNT, [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA115#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Greeven/Güting 2005, 114ff.] und Willker 2013, 50ff., indem sie das zweite καὶ als sekundär versteht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039; ist zwar nur aus einzelnen antiken Handschriften bekannt, wäre aber rein logisch als unwahrscheinlichere Variante vorzuziehen (s.u.). Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: In einigen wenigen Handschriften (D a ff&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; r&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;, auch SBLGNT) steht nicht σπλαγχνισθεὶς &#039;&#039;hatte Mitleid&#039;&#039; (so NA28), sondern ὀργισθείς „wurde zornig“. Diese Lesart ist zwar äußerst schwach bezeugt, aber schwieriger, und recht plausibel. Sie passt zu Jesu emotionaler Reaktion in V. 43 ebenso wie zu ähnlichen Reaktionen Jesu an anderer Stelle (Mk 3,5; 7,34; 10,14; Joh 9,19.23; 11,33.38). Die verbreitetere Lesart könnte zwar Ergebnis einer Abmilderung sein, doch an anderen Stellen nahmen die Abschreiber offensichtlich keinen Anstoß, wenn Jesus wütend wurde. Allerdings könnte die Änderung hier darauf zurückzuführen sein, dass eine Zornesäußerung schwer in die Geschichte passt. Mt 8,3 und Lk 5,13 beschreiben die Heilung mit beinahe identischen Worten, doch ganz ohne das fragliche Partizip. Dass die beiden anderen Evangelien Jesu Gefühlsregung ganz weglassen, könnte ebenfalls dafür sprechen, dass das unerklärliche „wurde zornig“ in ihrer Tradition enthalten war, sie es aber wegließen. So sprechen die internen Kriterien ganz für diese Lesart. Viele Ausleger akzeptieren sie daher als die schwierigere Lesart (Guelich 1989, 72; France 2002, 116; Güting 2005, 119-22). Andererseits ist die Lesart zwar alt, aber auch hauptsächlich von Zeugen des westlichen Texttyps bekannt, der als etwas zweifelhaft gilt. Sie könnte darüber hinaus auch als Angleichung an V. 43 entstanden sein. Wir behalten darum wie NA28 zunächst das deutlich besser überlieferte &#039;&#039;hatte Mitleid&#039;&#039; (vgl. Metzger 1994, 65; so die allermeisten Übersetzungen außer NIV). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil diese der Jesu folgende Handlung begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überallher (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=20598</id>
		<title>Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=20598"/>
		<updated>2015-03-21T19:12:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Evangeliums&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; (Gr. εὐαγγέλιον) bedeutet etwa „(gute) Neuigkeit“. Hier steht es noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus. Der Begriff &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; kommt nicht aus dem Alten Testament, wo allerdings schon von Boten die Rede ist, die eine gute Nachricht von Gottes Eintreffen und Eingreifen bringen (beispielsweise in Jes 40,9; 52,7; 61,1). Wahrscheinlich gebraucht Markus ihn bewusst im direkten Kontext der in V. 2-3 folgenden Zitate, wo Johannes als der überbringende Bote und Jesus gewissermaßen als Inhalt der Botschaft dargestellt wird. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Neuen Testaments bedeutete jegliche Nachricht von oder über den Kaiser ein &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. In der Ideologie des römischen Kaiserkults galt der Kaiser als übermenschlich, weshalb seine Verlautbarungen gute Nachrichten sein mussten, die Freude auslösten und Glück und Heil brachten. Auch Nachrichten von der Geburt oder Thronbesteigung des Kaisers waren &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff im Kontrast dazu &#039;&#039;die&#039;&#039; frohe Botschaft über die angebrochene Herrschaft &#039;&#039;des einen&#039;&#039; Königs (Friedrich, εὐαγγελίζομαι, εὐαγγέλιον, προευαγγελίζομαι, εὐαγγελιστής, in: TDNT, 707-37; France 2002, 52f.). Allerdings ist unklar, wie groß der Einfluss des Kaiserkults (und damit diese bewusste Parallele) auf die Prägung des christlichen Begriffs war. &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; könnte einfach von den ersten christlichen Predigern als Bezeichnung für die Botschaft der Kirche benutzt worden sein (Guelich 1989, 13f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Jesus Christus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium &#039;&#039;von&#039;&#039; Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus Christus&#039;&#039; oder &#039;&#039;Jesus Christus, dem Sohn Gottes&#039;&#039; Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Ebenso denkbar ist, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. Man kann weder plausibel erklären, warum &#039;&#039;Sohn Gottes&#039;&#039; nachträglich ergänzt noch weggelassen worden wäre. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Version in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt. Es folgt nun eine ausführlichere Besprechung: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Textkritisch umstritten ist die längere Variante Ἰησοῦ Χριστοῦ υἱοῦ θεοῦ „von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“. υἱοῦ θεοῦ wird bezeugt von 011 B D W Γ sowie allen lateinischen, syrischen und koptischen Zeugen. Nur Ἰησοῦ Χριστοῦ lesen 01* Θ 28 l 2211, einige sahidische Handschriften und Origines; SBLGNT, Tischendorf und WH schließen sich an. Die byzantinischen Zeugen lesen υἱοῦ τοῦ θεοῦ. Die Bezeugung bei den Kirchenvätern ist uneinheitlich, besonders da viele beide Varianten kennen (Willker 2013, 7f). Die kürzere ist bei ihnen jedoch etwas weiter verbreitet, wohingegen die längere nicht vor 400 n. Chr. bezeugt ist (Head 1991, 626). Offenbar sind beide sehr alt, wobei die längere Lesart – rechnet man die byzantinische Unterstützung mit ein – in den Handschriften etwas besser bezeugt ist. Wenn sie ursprünglich ist, hätte ein Abschreiber die beiden (damals im Text mit Anfangs- und Endbuchstaben abgekürzten) Wörter versehentlich weglassen müssen (Homoioteleuton): ...ΟΥΙ̅Υ̅Χ̅Υ̅(Υ̅Υ̅Θ̅Υ̅) (Guelich 1989, 6). Doch so ein Abschreibfehler wäre gerade am Anfang eines Buchs etwas schwerer vorstellbar. Für die kürzere Lesart sprechen einige eindeutige Beispiele, wo im Laufe der Überlieferung Gottestitel ergänzt worden sind – gerade bei Markus ist Jesu Gottessohnschaft zentrales Thema, was zu der Hinzufügung verleiten könnte (Head 1991, 627; Collins 2007, 130; s.a. Pesch 1976, 74, dagegen Wasserman 2010). Dann könnte die kürzere Variante als die schwierigere gelten! Keine der beiden internen Erklärungen ist jedoch ganz befriedigend. So erklärt Metzger sowohl die interne als auch die externe Evidenz für so ausgewogen, dass die Herausgeber von NA keine Entscheidung für oder gegen die längere Variante treffen wollten (Metzger, Textual Commentary &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994, 62; vgl. France 2002, 49). Da für die Übersetzung eine Festlegung leider unausweichlich war, haben wir die von der Mehrheit der modernen Exegeten bevorzugte kürzere Lesart vorgezogen, die längere Variante jedoch in der Klammer platziert. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; Textkritik: τῷ Ἠσαΐᾳ τῷ προφήτῃ steht u.a. in den Zeugen {{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 33. Dagegen lesen A K P W Γ, der Mehrheitstext und einige andere Zeugen τοῖς προφήταις „den Propheten“ (Plural) und lassen den Namen des Propheten weg. Dabei handelt es sich offensichtlich um eine Korrektur. Da nur ein Teil des Zitats von Jesaja stammt (s. übernächste Fußnote), empfand man diese Angabe als falsch (vgl. France 2002, 62). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus&#039; Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen Hebraismus, der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,{{par|Jesaja|40|3}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schreibt zwar in V. 2, dieses Zitat aus dem AT stamme von dem Propheten Jesaja. Genau genommen stammt aber nur das Kernstück des Zitats in V. 3 von Jesaja (Jes 40,3 LXX). V. 2b zitiert stattdessen eine thematisch verwandte Prophetie aus Mal 3,1. Jesaja greift in dem zitierten Abschnitt auf die Auszugsgeschichte zurück, wenn er einen ähnlich von Gott geführten Auszug aus dem Exil in Aussicht stellt, der von einem Boten (dem „Rufenden“) angekündigt wird. Gerade die ersten Verse von [[Jesaja 40|Jes 40]] sind dabei eine Schlüsselstelle für die Hoffnungen der Juden auf die Wiederherstellung alter Größe. In der Wüste (am Sinai) liegen die Anfänge des alten Israel, und in der Wüste verorteten Jesu Zeitgenossen (beispielsweise die Qumran-Gemeinschaft) auch die Anfänge des neuen Israel. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus mischt die Botschaft von Jesaja jedoch mit der von Maleachi (V. 2b). Dieser Prophet geht auf die Enttäuschung ein, die sich in Juda verbreitete, als sich Jesajas Prophetie nach dem Ende des babylonischen Exils nicht verwirklichte. Er findet die Schuld im fortgesetzten Ungehorsam des Volks, der den neuen Exodus verhindert. Dabei spielt wohl schon [[Maleachi 3#s1|Mal 3,1]] in seiner Ausdrucksweise auf den sehr ähnlich formulierten Vers [[Exodus 23#s20|Ex 23,20]] an. Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch nach dem Exil der Ungehorsam des Volkes dafür verantwortlich, dass JHWH nicht direkt heilbringend wirkt, sondern erst ein Bote sein Kommen ankündigen muss, damit das Volk Zeit zur Buße hat und so Gottes Gericht überleben kann. Markus hebt diesen Zusammenhang hervor, indem er in seinem sonst freien Zitat den Abschnitt „ich sende meinen Boten vor dir her“ aus Ex 23,20 LXX nimmt (Mal 3,1 LXX lautet: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird vor mir den Weg überwachen, und plötzlich wird in seinen Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr wollt, ja/siehe, er kommt, spricht der Herr, der Allmächtige“). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus sieht also den Zeitpunkt nun gekommen, an dem dieser Bote auftritt. Er identifiziert Johannes mit dem angekündigten Boten, der das Volk zur Umkehr bewegen soll. Jesus ist Gott, der in Mal 3,1 sein Kommen zum Gericht ankündigt hat. Seine Mission scheitert allerdings, was nach dem formalen Eintreffen Gottes in seinem Tempel zu Gericht führt (Mk 11). Am Ende wird Israel als Volk durch Gericht untergehen (Mk 13). Gott erfüllt seinen Plan stattdessen auf andere Weise (Mk 12,9-11), sodass die gute Nachricht von Gottes Kommen in Jesus (Mk 1,1) für die Erwählten, die auf Jesus und seinen Vorboten hören, tatsächlich eine gute ist (Watts 2007, 113-20; France 2002, 56ff.; Collins 2007, 135-38). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039; Textkritik: Es gibt hier vier relevante Lesarten: Nestle-Aland 28 entscheidet sich mit {{hebr}}א{{hebr ende}}, L, Δ und der bohairischen Tradition für &amp;lt;u&amp;gt;ὁ&amp;lt;/u&amp;gt; βαπτίζων ἐν τῇ ἐρήμῳ &amp;lt;u&amp;gt;καὶ&amp;lt;/u&amp;gt; κηρύσσων. B, 33 und einige bohairische Manuskripte bezeugen &amp;lt;u&amp;gt;ὁ&amp;lt;/u&amp;gt; βαπτίζων ἐν τῇ ἐρήμῳ κηρύσσων. Meist byzantinische Zeugen (A K P W Γ f1.13 565. 579. 1241. 1424. 2563. l 844) sowie die syrische Übersetzung von Thomas von Heraklea und die sahidische Übersetzung enthalten βαπτίζων ἐν τῇ ἐρήμῳ &amp;lt;u&amp;gt;καὶ&amp;lt;/u&amp;gt; κηρύσσων. Einige westliche Handschriften weisen schließlich die glättende Variante ἐν τῇ ἐρήμῳ &amp;lt;u&amp;gt;βαπτίζων καὶ&amp;lt;/u&amp;gt; κηρύσσων auf. Die Varianten sind offensichtlich aus Unsicherheit darüber entstanden, wie das [[Partizip]] βαπτίζων zu verstehen sei. Mit Artikel ὁ wäre das Ptz. attributiv und ein relativ ungeläufiger Titel „der Täufer“ (Johannes wird häufiger ὁ βαπτιστής genannt) (2. Lesart). Ohne Artikel wäre es eine adverbiale Näherbestimmung von Johannes&#039; Aktivität und dann modal zu übersetzen, also mit „wobei“, „und“ oder als Relativsatz (3. Lesart). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1. Lesart könnte ursprünglich sein, weil aus ihr die beiden anderen hervorgegangen sein könnten. καὶ stellt darin mit dem Artikel auch das folgende Partizip κηρύσσων als attributiv dar (Übersetzung: „der taufte und predigte“), was wenig elegant formuliert ist. Der Leser würde zunächst vermuten, dass ὁ βαπτίζων den festen Beinamen „der Täufer“ bedeutet, anstatt seine taufende Tätigkeit zu beschreiben (so Willker z. St.). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus internen Erwägungen bietet sich jedoch eher Variante 2 an. Erstens liegt der Fokus hier auf Johannes&#039; Verkündigung, nicht auf seiner Tauftätigkeit (Pesch 1976, 74). Zweitens wäre es guter Stil, Johannes bei seiner ersten direkten Erwähnung mit seinem vollen Namen vorzustellen – ähnlich tut es Markus in V. 9 mit „Jesus aus Nazaret in Galiläa“. Auch später benutzt er zur Klarstellung „Johannes der Täufer“, wenn er die Figur erneut in die Handlung einführt (6,14; 8,28). Das Weglassen des Artikels sowie die Ergänzung von „und“ zeigen dann, dass Abschreiber den Titel ὁ βαπτίζων nicht kannten und den vermeintlich fehlerhaften Text korrigieren wollten (so Pesch; France 2002, 60f.64f.; Guelich 1989, 16 und SBLGNT). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesart 3 hat zahlenmäßig externes Gewicht und findet sich nicht nur in byzanzinischen, sondern mit 1241 auch in einer „alexandrinischen“ sowie mehreren Handschriften, die zum hypothetischen cäsaräischen Texttyp gehören. Metzger 1994, 62 und Collins 2007, 133 halten sie für ursprünglich. Mit der Einfügung des Artikels hätte ein Abschreiber aus Ἰωάννης βαπτίζων den vollen Namen „Johannes der Täufer“ machen wollen. Obwohl Markus diese Version des Titels auch in 6,14 und 6,24 benutzt, fehlt in dieser Variante ein echtes Motiv, den unmissverständlich von einem taufenden und predigenden Johannes sprechenden Text der Lesart 3 zu korrigieren (France). Hatte der Abschreiber unbewusst die Parallelstelle Mt 3,1 im Ohr? Dort wird jedoch ähnlich formuliert, aber gerade wieder der andere Johannestitel verwendet! Das führt uns schließlich wieder zu Lesart 2 zurück, die zwar nicht häufig bezeugt ist, aber die Indizien am besten erklärt und auch unter den herangezogenen Forschern die meisten Fürsprecher hat. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes&#039; Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei nicht hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich, obwohl sie nur von B, 33 und der Handschriftenfamilie 13 bekannt ist. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX. Im Gegenzug bietet sich keine unmittelbare Erklärung für die Änderung zu εἰς αὐτόν an, sollte ἐπʼ αὐτόν ursprünglich sein. Das etwas wackelige Fundament der externen Bezeugung ist aber stabiler, als es zunächst scheint, weil B, 33 und &#039;&#039;f&#039;&#039;13 nicht miteinander verwandt sind und die Lesart also unabhängig voneinander bezeugen. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“ (Lohmeyer 1951, 21; Mann 1986, 20). France warnt davor, εἰς zu wörtlich als „in (hinein)“ zu verstehen: „The apparent absurdity of the imagery whereby Jesus sees a bird descending into himself forms a more persuasive argument for taking εἰς here in the wider sense as roughly equivalent to ἐπί.“ Das passe zu Markus&#039; Stil, der εἰς häufig freier benutzt als üblich (France 2002, 78). Auch Pesch sieht an dieser Stelle keinen Gebrauchsunterschied zwischen εἰς „zu/in“ und ἐπʼ, „auf“ (Pesch 1976, 91f.). Dixon 2009, 771f. belegt jedoch, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (weshalb &#039;&#039;in&#039;&#039; in unserem Text vor der Klammer steht). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Es gibt etliche Varianten mit unterschiedlichen Prädikaten: Θ, 28, 565 u.e.a. bezeugen ἠκούσθη „hörte“. 01*, D, ff² und ein halbes Dutzend weiterer Zeugen kennen kein Prädikat (wie Mk 1,3). Alle anderen wichtigen alexandrinischen und byzantinischen Zeugen überliefern ἐγένετο. Einzelne Handschriften kennen auch ἰδού vor &#039;&#039;Stimme&#039;&#039;, jeweils kombiniert mit einer der anderen Varianten (vgl. Mt 3,17). (Hier ein [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA62#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Überblick über die Bezeugung].) Es liegt nahe, dass alle Varianten als Korrekturen auf das Fehlen des Prädikats zurückzuführen sind, weshalb einzelne Ausleger die prädikatlose Lesart für die beste halten (so [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA64#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Güting 2005, 64]). Allerdings ist ἐγένετο aber so gut verbreitet, dass eine andere Lösung vorzuziehen ist. Es ist einigermaßen vorstellbar, dass ἐγένετο in einem Teil der Überlieferung früh verlorenging (durch einen Abschreibfehler, eine Textverderbnis oder eine unbewusste Anpassung an eine ähnliche Formulierung) und der Text dann so verbreitet wurde. Die Alternativlesarten entstanden, um den Text auszubessern (so [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA63#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Greeven 2005, 63]; Willker 2013, 24; Metzger 1994, 63; Collins 2007, 134). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas&#039; ἄγω oder Matthäus&#039; ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Byzantinische und westliche Zeugen erweitern εὐαγγέλιον τοῦ θεοῦ &#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; zu εὐαγγέλιον τῆς βασιλείας τοῦ θεοῦ „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“ (u.a. A D K W Γ Δ &#039;&#039;pm&#039;&#039; lat syp). Die kürzere Lesart ist jedoch vortrefflich bezeugt und viel ungewöhnlicher als die längere Formulierung, die an das „Evangelium der Herrschaft/des Reichs“ (εὐαγγέλιον τῆς βασιλείας) aus dem Matthäusevangelium erinnert. Die Variante ist wohl unter dem Einfluss des nächsten Verses oder auch von Mt 4,23; 9,35 zustande gekommen. Für eine Auslassung gibt es dagegen keine gute Erklärung (France 2002, 89; Willker 2013, 29). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 18 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
,{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; An dieser Stelle weicht die Übersetzung vom anerkannten griechischen Text NA28 ab. Der folgt einigen Handschriften, die wie in der Klammer zusätzlich „begab er sich ... und“ enthalten. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen (einschließlich B, A und Mehrheitstext) &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν wie 01 C L Δ &#039;&#039;f&#039;&#039;13, einige syrische und koptische Handschriften sowie Origenes, was der hier gewählten Übersetzung entspricht. Einige weitere geringe Abweichungen in anderen Handschriften deuten daraufhin, dass manche Schreiber die Anordnung der beiden Verben als Problem empfanden und korrigierten. So liest bspw. C ἐδίδασκεν noch vor „am Sabbat“ (und ohne εἰσελθὼν), während 33 &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν bezeugt. Nur die zweite Lesart kann den Text von C erklären. Gleichzeitig passt sie gut zu Markus&#039; Stil. In dieser Variante wird εἰς nämlich wie ἐν gebraucht, was uns in Markus schon mehrmals begegnet ist (vgl. die [[Markus_1#note_ap|Fußnote in V. 16]], aber auch εἰς τὸν Ἰορδάνην „im Jordan“ in V. 9). Dabei haben wir uns offenbar dazuzudenken, dass Jesus die Synagoge auch betrat; vgl. die ähnlichen Konstruktionen in [[Markus 10#s10|Mk 10,10]]; [[Markus 13#s9|13,9]] (France 2002, 101). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn diese holprige Variante ursprünglich ist, dann hat man die im Laufe der Überlieferung verbessern wollen. Neben der geänderten Wortstellung kam εἰσελθὼν hinzu, damit Jesus zunächst „&#039;&#039;in die&#039;&#039; Synagoge &#039;&#039;hinein&#039;&#039;“ gehen konnte, anstatt quasi „&#039;&#039;in die&#039;&#039; Synagoge“ zu lehren. Als attizierende, stilistisch glättere Lesart wäre die von NA28 vorgezogene Variante sekundär (so Willker 2013, 32f.; Collins 2007, 161; France 2002, 99; Greeven ([http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA78#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Güting 2005, 78ff.])). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit nachdem aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinne von &amp;quot;dann&amp;quot;. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht zu erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne mit dieser Aussage aber eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermentlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;. (Dabei liest NA28 das eingeklammerte „und“, SBLGNT nicht.) Der byzantinische Text liefert die etwas längere Lesart καὶ γονυπετῶν αὐτὸν καὶ. Aus der längeren Variante (entweder von 01 oder von byz) könnten die kürzeren durch einen Auslasser wg. Homoioteleuton entstanden sein. &amp;quot;Anflehen und auf die Knie fallen&amp;quot; ist eine ziemlich redundante Formulierung, wäre aber typisch für Markus. Wenn die Berichte in Matthäus, Markus und Lukas auf einheitlichen Informationen beruhen, dann ist die längere Variante wahrscheinlich ursprünglich – es kommt auch keine spätere Angleichung in Frage, weil die Evangelisten unterschiedlich formulieren. Diese Übersetzung folgt SBLGNT, [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA115#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Greeven/Güting 2005, 114ff.] und Willker 2013, 50ff., indem sie das zweite καὶ als sekundär versteht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039; ist zwar nur aus einzelnen antiken Handschriften bekannt, wäre aber rein logisch als unwahrscheinlichere Variante vorzuziehen (s.u.). Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: In einigen wenigen Handschriften (D a ff&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; r&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;, auch SBLGNT) steht nicht σπλαγχνισθεὶς &#039;&#039;hatte Mitleid&#039;&#039; (so NA28), sondern ὀργισθείς „wurde zornig“. Diese Lesart ist zwar äußerst schwach bezeugt, aber schwieriger, und recht plausibel. Sie passt zu Jesu emotionaler Reaktion in V. 43 ebenso wie zu ähnlichen Reaktionen Jesu an anderer Stelle (Mk 3,5; 7,34; 10,14; Joh 9,19.23; 11,33.38). Die verbreitetere Lesart könnte zwar Ergebnis einer Abmilderung sein, doch an anderen Stellen nahmen die Abschreiber offensichtlich keinen Anstoß, wenn Jesus wütend wurde. Allerdings könnte die Änderung hier darauf zurückzuführen sein, dass eine Zornesäußerung schwer in die Geschichte passt. Mt 8,3 und Lk 5,13 beschreiben die Heilung mit beinahe identischen Worten, doch ganz ohne das fragliche Partizip. Dass die beiden anderen Evangelien Jesu Gefühlsregung ganz weglassen, könnte ebenfalls dafür sprechen, dass das unerklärliche „wurde zornig“ in ihrer Tradition enthalten war, sie es aber wegließen. So sprechen die internen Kriterien ganz für diese Lesart. Viele Ausleger akzeptieren sie daher als die schwierigere Lesart (Guelich 1989, 72; France 2002, 116; Güting 2005, 119-22). Andererseits ist die Lesart zwar alt, aber auch hauptsächlich von Zeugen des westlichen Texttyps bekannt, der als etwas zweifelhaft gilt. Sie könnte darüber hinaus auch als Angleichung an V. 43 entstanden sein. Wir behalten darum wie NA28 zunächst das deutlich besser überlieferte &#039;&#039;hatte Mitleid&#039;&#039; (vgl. Metzger 1994, 65; so die allermeisten Übersetzungen außer NIV). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil diese der Jesu folgende Handlung begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überallher (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=20597</id>
		<title>Markus 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_1&amp;diff=20597"/>
		<updated>2015-03-21T18:57:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Skreutzer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}} Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg vorbereiten wird.“&lt;br /&gt;
{{L|3}} „Es ruft eine Stimme in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn vor; macht seine Pfade gerade.“&lt;br /&gt;
{{L|4}} Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte von einer Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|5}} Menschen aus dem gesamten judäischen Gebiet und auch die Einwohner Jerusalems gingen zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen. Dabei bekannten sie ihre Sünden. &lt;br /&gt;
{{L|6}} Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüfte. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. &lt;br /&gt;
{{L|7}} Und er predigte: Nach mir kommt einer, der stärker ist, als ich. Ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu binden. &lt;br /&gt;
{{L|8}} Ich habe euch mit Wasser getauft, er wird euch aber mit dem Heiligen Geist taufen. &lt;br /&gt;
{{L|9}} Zu dieser Zeit geschah folgendes: Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. &lt;br /&gt;
{{L|10}} In dem Moment, als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel geöffnet wurde und der Geist wie eine Taube zu ihm herab kam. &lt;br /&gt;
{{L|11}} Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Gleich danach führte der Geist ihn in die Wüste.&lt;br /&gt;
{{L|13}}  Und er lebte vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mitten unter den Tieren. Die Engel dienten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Nachdem Johannes verhaftet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
{{L|15}} und sagte: Der richtige Zeitpunkt ist eingetreten und Gottes Königsherrschaft ist nah. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&lt;br /&gt;
{{L|16}} Während er am Meer von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die grade Netze ins Meer auswarfen. Sie waren nämlich Fischer. &lt;br /&gt;
{{L|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen. &lt;br /&gt;
{{L|18}} Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.&lt;br /&gt;
{{L|19}} Und nachdem er ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie saßen im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung.&lt;br /&gt;
{{L|20}} Sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|21}} Daraufhin gingen sie nach Kafernaum. Am Sabbat begann er direkt in der Synagoge zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|22}} Die Leute waren tief beeindruckt von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.&lt;br /&gt;
{{L|23}} Doch dann war da in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, der schrie: &lt;br /&gt;
{{L|24}} Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes. &lt;br /&gt;
{{L|25}} Und Jesus befahl ihm: Sei still und komm aus ihm heraus!&lt;br /&gt;
{{L|26}} Und nachdem der unreine Geist ihn geschüttelt und laut geschrien hatte, kam er aus ihm heraus. &lt;br /&gt;
{{L|27}} Alle waren so erstaunt, dass sie einander fragten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.&lt;br /&gt;
{{L|28}} Bald verbreitete sich Jesu Ruf überall in Galiläa und der ganzen Umgebung.&lt;br /&gt;
{{L|29}} Sie verließen die Synagoge und gingen zum Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.&lt;br /&gt;
{{L|30}} Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und sie erzählten ihm gleich von ihr.&lt;br /&gt;
{{L|31}} Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Da ging das Fieber weg und sie bewirtete sie.&lt;br /&gt;
{{L|32}} Als es Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und alle Besessenen zu ihm&lt;br /&gt;
{{L|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{L|34}} Er heilte viele Kranke von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus. Die Dämonen ließ er aber nicht zu Wort kommen, weil sie ihn kannten.&lt;br /&gt;
{{L|35}}  Früh morgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, ging hinaus und zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück, wo er betete.&lt;br /&gt;
{{L|36}} Simon und die, die bei ihm waren, eilten ihm nach.&lt;br /&gt;
{{L|37}} Und als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: Alle fragen nach dir!&lt;br /&gt;
{{L|38}} Er entgegnete ihnen: Lasst uns lieber anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predigen kann. Zu diesem Zweck bin ich nämlich gekommen.&lt;br /&gt;
{{L|39}} Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. &lt;br /&gt;
{{L|40}} Ein Aussätziger kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel. Er rief ihm zu: Wenn du willst, kannst du mich heilen!&lt;br /&gt;
{{L|41}} Und Jesus hatte Mitleid. Darum streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will, also sei gesund!&lt;br /&gt;
{{L|42}} Sofort verschwand der Aussatz und er wurde geheilt.&lt;br /&gt;
{{L|43}} Jesus schickte ihn auf der Stelle fort und befahl ihm streng: &lt;br /&gt;
{{L|44}} Erzähle niemandem etwas hiervon, sondern geh und zeige dich dem Priester und bringe dann für deine Heilung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein. &lt;br /&gt;
{{L|45}} Doch der Mann ging weg und fing an, überall davon zu erzählen und die Geschichte zu verbreiten, sodass Jesus nicht länger in der Lage war, unerkannt eine Stadt zu betreten. Stattdessen hielt er sich außerhalb in unbewohnten Gegenden auf. Dennoch kamen die Leute weiterhin von überall her zu ihm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} [Der] Anfang&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Der] Anfang&#039;&#039; Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. &#039;&#039;Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes&#039;&#039; Hier zeigt der fehlende Artikel Förmlichkeit an, da er am Buchanfang und mit einem Gottestitel als Apposition steht (BDR §268.2). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Evangeliums&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; (Gr. εὐαγγέλιον) bedeutet etwa „(gute) Neuigkeit“. Hier steht es noch nicht als literarische Bezeichnung, sondern für die christliche Heilsbotschaft von Jesus. Der Begriff &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; kommt nicht aus dem Alten Testament, wo allerdings schon von Boten die Rede ist, die eine gute Nachricht von Gottes Eintreffen und Eingreifen bringen (beispielsweise in Jes 40,9; 52,7; 61,1). Wahrscheinlich gebraucht Markus ihn bewusst im direkten Kontext der in V. 2-3 folgenden Zitate, wo Johannes als der überbringende Bote und Jesus gewissermaßen als Inhalt der Botschaft dargestellt wird. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Neuen Testaments bedeutete jegliche Nachricht von oder über den Kaiser ein &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. In der Ideologie des römischen Kaiserkults galt der Kaiser als übermenschlich, weshalb seine Verlautbarungen gute Nachrichten sein mussten, die Freude auslösten und Glück und Heil brachten. Auch Nachrichten von der Geburt oder Thronbesteigung des Kaisers waren &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039;. Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff im Kontrast dazu &#039;&#039;die&#039;&#039; frohe Botschaft über die angebrochene Herrschaft &#039;&#039;des einen&#039;&#039; Königs (Friedrich, εὐαγγελίζομαι, εὐαγγέλιον, προευαγγελίζομαι, εὐαγγελιστής, in: TDNT, 707-37; France 2002, 52f.). Allerdings ist unklar, wie groß der Einfluss des Kaiserkults (und damit diese bewusste Parallele) auf die Prägung des christlichen Begriffs war. &#039;&#039;Evangelium&#039;&#039; könnte einfach von den ersten christlichen Predigern als Bezeichnung für die Botschaft der Kirche benutzt worden sein (Guelich 1989, 13f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Jesus Christus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium von Jesus Christus&#039;&#039; Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium &#039;&#039;von&#039;&#039; Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder von ihm verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15). Markus meint aber wohl ein Evangelium, das Christus zum Inhalt hat, da Markus Begebenheiten &#039;&#039;über&#039;&#039; Jesus festhält (France 2002, 53). Die gewählte Übersetzung mit &#039;&#039;von&#039;&#039; lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus Christus&#039;&#039; oder &#039;&#039;Jesus Christus, dem Sohn Gottes&#039;&#039; Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Ebenso denkbar ist, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. Man kann weder plausibel erklären, warum &#039;&#039;Sohn Gottes&#039;&#039; nachträglich ergänzt noch weggelassen worden wäre. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Version in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt. Es folgt nun eine ausführlichere Besprechung: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Textkritisch umstritten ist die längere Variante Ἰησοῦ Χριστοῦ υἱοῦ θεοῦ „von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“. υἱοῦ θεοῦ wird bezeugt von 011 B D W Γ sowie allen lateinischen, syrischen und koptischen Zeugen. Nur Ἰησοῦ Χριστοῦ lesen 01* Θ 28 l 2211, einige sahidische Handschriften und Origines; SBLGNT, Tischendorf und WH schließen sich an. Die byzantinischen Zeugen lesen υἱοῦ τοῦ θεοῦ. Die Bezeugung bei den Kirchenvätern ist uneinheitlich, besonders da viele beide Varianten kennen (Willker 2013, 7f). Die kürzere ist bei ihnen jedoch etwas weiter verbreitet, wohingegen die längere nicht vor 400 n. Chr. bezeugt ist (Head 1991, 626). Offenbar sind beide sehr alt, wobei die längere Lesart – rechnet man die byzantinische Unterstützung mit ein – in den Handschriften etwas besser bezeugt ist. Wenn sie ursprünglich ist, hätte ein Abschreiber die beiden (damals im Text mit Anfangs- und Endbuchstaben abgekürzten) Wörter versehentlich weglassen müssen (Homoioteleuton): ...ΟΥΙ̅Υ̅Χ̅Υ̅(Υ̅Υ̅Θ̅Υ̅) (Guelich 1989, 6). Doch so ein Abschreibfehler wäre gerade am Anfang eines Buchs etwas schwerer vorstellbar. Für die kürzere Lesart sprechen einige eindeutige Beispiele, wo im Laufe der Überlieferung Gottestitel ergänzt worden sind – gerade bei Markus ist Jesu Gottessohnschaft zentrales Thema, was zu der Hinzufügung verleiten könnte (Head 1991, 627; Collins 2007, 130; s.a. Pesch 1976, 74, dagegen Wasserman 2010). Dann könnte die kürzere Variante als die schwierigere gelten! Keine der beiden internen Erklärungen ist jedoch ganz befriedigend. So erklärt Metzger sowohl die interne als auch die externe Evidenz für so ausgewogen, dass die Herausgeber von NA keine Entscheidung für oder gegen die längere Variante treffen wollten (Metzger, Textual Commentary &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994, 62; vgl. France 2002, 49). Da für die Übersetzung eine Festlegung leider unausweichlich war, haben wir die von der Mehrheit der modernen Exegeten bevorzugte kürzere Lesart vorgezogen, die längere Variante jedoch in der Klammer platziert. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Dass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1; Offb 1,1 sowie mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX, doch erst nach der Überschrift („Anfang von JHWHs Botschaft an Hosea“, Gr. ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε)(France 2002, 51). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|2}} wie es im [Buch] des Propheten Jesaja&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;des Propheten Jesaja&#039;&#039; Textkritik: τῷ Ἠσαΐᾳ τῷ προφήτῃ steht u.a. in den Zeugen {{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 33. Dagegen lesen A K P W Γ, der Mehrheitstext und einige andere Zeugen τοῖς προφήταις „den Propheten“ (Plural) und lassen den Namen des Propheten weg. Dabei handelt es sich offensichtlich um eine Korrektur. Da nur ein Teil des Zitats von Jesaja stammt (s. übernächste Fußnote), empfand man diese Angabe als falsch (vgl. France 2002, 62). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
heißt (geschrieben steht):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wie es ... heißt&#039;&#039; Diese Wendung verbindet V. 2-3 entweder mit V. 1 („Der Anfang..., wie es heißt“) oder mit V. 4 („Wie es heißt: ..., trat Johannes auf...“). Anderswo in der Bibel steht diese Zitatformel immer hinter der zu belegenden Aussage. Auch das gr. Wort für &#039;&#039;wie&#039;&#039;, καθώς, steht sonst nie am Anfang des Vergleichs (Guelich 1989, 7). Aber in diesem Fall bildet V. 1 einen elliptischen, überschriftartigen Einleitungssatz, der sich vom Rest abhebt. Das könnte der Grund für die Ausnahme sein. Es entspricht ganz Markus&#039; Stil, dass er nach der kurzen Einleitung rasch fortfährt, ohne noch einmal neu einzusetzen (France 2002, 51). &amp;lt;!-- Hier gibt es noch einzelne weitere Meinungen, die z.B. mit der Redaktion zu tun haben. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor dir her&#039;&#039; Gr. πρὸ προσώπου σου, w. etwa „vor deiner Gegenwart“ (traditionell häufig: „vor deinem Angesicht“). Dabei handelt es sich um einen Hebraismus, der das Gleiche heißt wie „vor (...her)“ (NSS). &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der dir den Weg bereiten (alles für dich vorbereiten) wird.“{{par|Exodus|23|20}}{{par|Maleachi|3|1}}{{par|Matthäus|11|10}}{{par|Lukas|7|27}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} „Stimme eines Rufenden in der Wüste (Wildnis):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimme eines Rufenden in der Wüste&#039;&#039; Dass hier kein Verb steht, liegt daran, dass der griechische AT-Text sehr wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt ist, wo solche gerafften, verblosen Formulierungen nicht ungewöhnlich sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bereitet den Weg des Herrn vor, macht seine Pfade gerade‘“,{{par|Jesaja|40|3}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Markus schreibt zwar in V. 2, dieses Zitat aus dem AT stamme von dem Propheten Jesaja. Genau genommen stammt aber nur das Kernstück des Zitats in V. 3 von Jesaja (Jes 40,3 LXX). V. 2b zitiert stattdessen eine thematisch verwandte Prophetie aus Mal 3,1. Jesaja greift in dem zitierten Abschnitt auf die Auszugsgeschichte zurück, wenn er einen ähnlich von Gott geführten Auszug aus dem Exil in Aussicht stellt, der von einem Boten (dem „Rufenden“) angekündigt wird. Gerade die ersten Verse von [[Jesaja 40|Jes 40]] sind dabei eine Schlüsselstelle für die Hoffnungen der Juden auf die Wiederherstellung alter Größe. In der Wüste (am Sinai) liegen die Anfänge des alten Israel, und in der Wüste verorteten Jesu Zeitgenossen (beispielsweise die Qumran-Gemeinschaft) auch die Anfänge des neuen Israel. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus mischt die Botschaft von Jesaja jedoch mit der von Maleachi (V. 2b). Dieser Prophet geht auf die Enttäuschung ein, die sich in Juda verbreitete, als sich Jesajas Prophetie nach dem Ende des babylonischen Exils nicht verwirklichte. Er findet die Schuld im fortgesetzten Ungehorsam des Volks, der den neuen Exodus verhindert. Dabei spielt wohl schon [[Maleachi 3#s1|Mal 3,1]] in seiner Ausdrucksweise auf den sehr ähnlich formulierten Vers [[Exodus 23#s20|Ex 23,20]] an. Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch nach dem Exil der Ungehorsam des Volkes dafür verantwortlich, dass JHWH nicht direkt heilbringend wirkt, sondern erst ein Bote sein Kommen ankündigen muss, damit das Volk Zeit zur Buße hat und so Gottes Gericht überleben kann. Markus hebt diesen Zusammenhang hervor, indem er in seinem sonst freien Zitat den Abschnitt „ich sende meinen Boten vor dir her“ aus Ex 23,20 LXX nimmt (Mal 3,1 LXX lautet: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird vor mir den Weg überwachen, und plötzlich wird in seinen Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr wollt, ja/siehe, er kommt, spricht der Herr, der Allmächtige“). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Markus sieht also den Zeitpunkt nun gekommen, an dem dieser Bote auftritt. Er identifiziert Johannes mit dem angekündigten Boten, der das Volk zur Umkehr bewegen soll. Jesus ist Gott, der in Mal 3,1 sein Kommen zum Gericht ankündigt hat. Seine Mission scheitert allerdings, was nach dem formalen Eintreffen Gottes in seinem Tempel zu Gericht führt (Mk 11). Am Ende wird Israel als Volk durch Gericht untergehen (Mk 13). Gott erfüllt seinen Plan stattdessen auf andere Weise (Mk 12,9-11), sodass die gute Nachricht von Gottes Kommen in Jesus (Mk 1,1) für die Erwählten, die auf Jesus und seinen Vorboten hören, tatsächlich eine gute ist (Watts 2007, 113-20; France 2002, 56ff.; Collins 2007, 135-38). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|3}}{{par|Lukas|3|4}}{{par|Johannes|1|23}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} trat Johannes der Täufer in der Wüste (Wildnis) auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trat auf&#039;&#039; Gr. ἐγένετο, Grundform γίνομαι. Das Wort heißt eigentlich eher „werden/sein, entstehen“. Es funktioniert hier aber wie ein ähnliches hebräisches Verb; man kann es nur sinngemäß übersetzen. Als erstes Wort im Satz zeigt es einen Szenenwechsel an (France 2002, 64). Zudem verknüpft Markus damit das Wirken von Johannes dem Täufer direkt mit den zitierten Versen aus dem AT (Guelich 1989, 18). Ähnliche Stelle: Joh 1,6. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(trat Johannes auf, der in der Wüste taufte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; und &#039;&#039;Johannes, der in der Wüste taufte&#039;&#039; Textkritik: Es gibt hier vier relevante Lesarten: Nestle-Aland 28 entscheidet sich mit {{hebr}}א{{hebr ende}}, L, Δ und der bohairischen Tradition für &amp;lt;u&amp;gt;ὁ&amp;lt;/u&amp;gt; βαπτίζων ἐν τῇ ἐρήμῳ &amp;lt;u&amp;gt;καὶ&amp;lt;/u&amp;gt; κηρύσσων. B, 33 und einige bohairische Manuskripte bezeugen &amp;lt;u&amp;gt;ὁ&amp;lt;/u&amp;gt; βαπτίζων ἐν τῇ ἐρήμῳ κηρύσσων. Meist byzantinische Zeugen (A K P W Γ f1.13 565. 579. 1241. 1424. 2563. l 844) sowie die syrische Übersetzung von Thomas von Heraklea und die sahidische Übersetzung enthalten βαπτίζων ἐν τῇ ἐρήμῳ &amp;lt;u&amp;gt;καὶ&amp;lt;/u&amp;gt; κηρύσσων. Einige westliche Handschriften weisen schließlich die glättende Variante ἐν τῇ ἐρήμῳ &amp;lt;u&amp;gt;βαπτίζων καὶ&amp;lt;/u&amp;gt; κηρύσσων auf. Die Varianten sind offensichtlich aus Unsicherheit darüber entstanden, wie das [[Partizip]] βαπτίζων zu verstehen sei. Mit Artikel ὁ wäre das Ptz. attributiv und ein relativ ungeläufiger Titel „der Täufer“ (Johannes wird häufiger ὁ βαπτιστής genannt) (2. Lesart). Ohne Artikel wäre es eine adverbiale Näherbestimmung von Johannes&#039; Aktivität und dann modal zu übersetzen, also mit „wobei“, „und“ oder als Relativsatz (3. Lesart). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1. Lesart könnte ursprünglich sein, weil aus ihr die beiden anderen hervorgegangen sein könnten. καὶ stellt darin mit dem Artikel auch das folgende Partizip κηρύσσων als attributiv dar (Übersetzung: „der taufte und predigte“), was wenig elegant formuliert ist. Der Leser würde zunächst vermuten, dass ὁ βαπτίζων den festen Beinamen „der Täufer“ bedeutet, anstatt seine taufende Tätigkeit zu beschreiben (so Willker z. St.). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus internen Erwägungen bietet sich jedoch eher Variante 2 an. Erstens liegt der Fokus hier auf Johannes&#039; Verkündigung, nicht auf seiner Tauftätigkeit (Pesch 1976, 74). Zweitens wäre es guter Stil, Johannes bei seiner ersten direkten Erwähnung mit seinem vollen Namen vorzustellen – ähnlich tut es Markus in V. 9 mit „Jesus aus Nazaret in Galiläa“. Auch später benutzt er zur Klarstellung „Johannes der Täufer“, wenn er die Figur erneut in die Handlung einführt (6,14; 8,28). Das Weglassen des Artikels sowie die Ergänzung von „und“ zeigen dann, dass Abschreiber den Titel ὁ βαπτίζων nicht kannten und den vermeintlich fehlerhaften Text korrigieren wollten (so Pesch; France 2002, 60f.64f.; Guelich 1989, 16 und SBLGNT). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesart 3 hat zahlenmäßig externes Gewicht und findet sich nicht nur in byzanzinischen, sondern mit 1241 auch in einer „alexandrinischen“ sowie mehreren Handschriften, die zum hypothetischen cäsaräischen Texttyp gehören. Metzger 1994, 62 und Collins 2007, 133 halten sie für ursprünglich. Mit der Einfügung des Artikels hätte ein Abschreiber aus Ἰωάννης βαπτίζων den vollen Namen „Johannes der Täufer“ machen wollen. Obwohl Markus diese Version des Titels auch in 6,14 und 6,24 benutzt, fehlt in dieser Variante ein echtes Motiv, den unmissverständlich von einem taufenden und predigenden Johannes sprechenden Text der Lesart 3 zu korrigieren (France). Hatte der Abschreiber unbewusst die Parallelstelle Mt 3,1 im Ohr? Dort wird jedoch ähnlich formuliert, aber gerade wieder der andere Johannestitel verwendet! Das führt uns schließlich wieder zu Lesart 2 zurück, die zwar nicht häufig bezeugt ist, aber die Indizien am besten erklärt und auch unter den herangezogenen Forschern die meisten Fürsprecher hat. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigte (verkündete) eine Taufe der Umkehr (Buße; Umkehr-Taufe)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Taufe der Umkehr&#039;&#039; Der Genitiv zeigt hier die Beschaffenheit der Taufe an (Gen. qualitätis): Die Taufe beinhaltete offensichtlich eine Umkehr. Bei Johannes gehörte beides zusammen, und die Taufe bedeutete offenbar die Anerkennung einer echten Umkehr (Guelich 1989, 19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Vergebung der Sünden.{{par|Matthäus|3|1|2}}{{par|Lukas|3|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und das gesamte judäische Gebiet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das gesamte judäische Gebiet&#039;&#039; Hier sind zwei Stilmittel verflochten. Das &#039;&#039;judäische Gebiet&#039;&#039; steht für dessen Bewohner (Metonymie des Subjekts). Und dass es alle waren, ist natürlich eine Übertreibung (Hyperbel).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Gegend, Land) und alle Jerusalemer begaben sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; Im Griechischen im Sg., als Prädikat zur „gesamten judäischen Region“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(gingen) hinaus zu ihm und ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beiden Imperfekte &#039;&#039;begaben sich hinaus&#039;&#039; und &#039;&#039;ließen sich taufen&#039;&#039; bringen in V. 5 zum Ausdruck, dass Johannes über einen längeren Zeitraum hinweg Menschenmengen anzog. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei (und) sie ihre Sünden bekannten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie bekannten&#039;&#039; [[Ptz]]. coni., als modaler Nebensatz mit „wobei“ aufgelöst. Aus der Formulierung lässt sich allerdings nicht schlüssig ableiten, in welcher Weise das Bekenntnis geschah oder dass es unmittelbar während der Taufe stattfand. Wie Johannes&#039; Taufe vor sich ging, ist nicht überliefert. Die benutzten Formulierungen und zeitgenössische Beispiele lassen jedoch darauf schließen, dass die Täuflinge ganz unter Wasser getaucht wurden oder tauchten. Eine Eigenart von Johannes ist, dass er bei der Taufe eine sehr aktive Rolle einzunehmen scheint, wogegen bei vergleichbaren Ritualbädern der Täufling sich selbst untertauchte (France 2002, 68; Collins 2007, 142). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|3|5|6}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und Johannes pflegte [ein Gewand aus] Kamelhaar und einen Ledergürtel um seine Hüften (Taille) zu tragen{{par|2 Könige|1|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kamelhaar&#039;&#039; und &#039;&#039;Ledergürtel&#039;&#039;, w. „Haare [des] Kamels“ bzw. „ledernen Gürtel“. Durch seine Kleidung gibt sich Johannes als Prophet (Sach 13,4 LXX) und der wiedergekehrte Elia zu erkennen (2Kö 1,8 LXX).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Heuschrecken und wilden Honig zu essen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;pflegte ... zu tragen … zu essen&#039;&#039; Die [[Partizip#Die umschreibende Konjugation|periphrastische]] („umschreibende“) Formulierung ἦν ... ἐνδεδυμένος ... ἐσθίων umschreibt hier wohl nicht nur das Plusquamperfekt Passiv und Imperfekt (NSS), sondern drückt auch eine Gewohnheit aus (Guelich 1989, 16). Unsere Übersetzung verdeutlicht das. Andere Übersetzer benutzen den Indikativ, der diese Konnotation nicht so deutlich vermittelt: „trug … aß“. &#039;&#039;tragen&#039;&#039; Das Wort ἐνδύω heißt aktiv „kleiden“, medial „sich ankleiden“. Der Perfekt-Aspekt drückt im Griechischen den Zustand nach der vollzogenen Handlung aus, also heißt das Perfekt Medium „angekleidet sein“ → „(Kleidung) tragen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.{{par|Matthäus|3|4}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass dies über einen längeren Zeitraum hinweg (bzw. immer wieder) geschah. Was Johannes hier predigt, ist also die Essenz seiner Botschaft zu Jesus. Er wird sie mehrmals oder zu einer besonderen Gelegenheit vorgetragen haben. Joh 1,27-28 ist ganz ähnlich: Dort spricht Johannes der Täufer von Jesus, weil Abgesandte der religiösen Führung in Jerusalem ihn in V. 19 gefragt haben, ob er selbst der Messias sei. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Es kommt nach mir [einer], der mächtiger (stärker) [ist] als ich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[einer], der mächtiger [ist] als ich&#039;&#039; Gr. ὁ ἰσχυρότερός μου, W. „der Mächtigere als ich“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin es nicht wert (gut genug, würdig), mich zu bücken und (gebückt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mich zu bücken und&#039;&#039; Adverbiales [[Partizip]] Aorist aktiv, hier einmal gleichzeitig übersetzt (modal; vgl. NSS). In der Klammer ist das griechische mit dem deutschen Partizip 2 übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm&#039;&#039; Eigentlich ein Relativpronomen („dem“), das den Satz vom vorigen abhängig macht: „dem ich nicht würdig bin...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Riemen seiner Sandalen aufzubinden!{{par|Johannes|1|27}}{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} &#039;&#039;Ich&#039;&#039; habe euch mit Wasser getauft, &#039;&#039;er&#039;&#039; aber wird euch mit [dem] (im) Heiligem Geist taufen.“{{par|Matthäus|3|11}}{{par|Lukas|3|16}}{{par|Johannes|1|26}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und {es geschah}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und {es geschah}&#039;&#039; Pleonastische (d.h. eigentlich funktionslose) Formulierung, die entweder hebräischem Erzählstil entspricht (Guelich 1989, 29f.; France 2002, 75) oder möglicherweise einfach griechischen Erzählkonventionen folgt (NSS). Auf Deutsch lässt sich dieses „zweite Prädikat“ schwer wiedergeben, ohne Verwirrung zu stiften. Luther versucht es dennoch (ähnlich Menge, Zür): „Und es begab sich zu der Zeit, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in jenen Tagen kam Jesus aus (von) Nazaret [in] Galiläa&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von (aus) Nazaret&#039;&#039; Guelich vermutet, die Ortsangabe beziehe sich auf den Ursprungsort von Jesu Reise („aus Nazaret“) und sei nicht hier nicht als Beiname („von Nazaret“) zu verstehen. Im letzteren Fall wäre die Verortung von Nazaret in Galiläa nicht nötig (1989, 31). Das ist zwar denkbar, aber die Identifikation Jesu mit seinem genauen Herkunftsort (in „Jesus von Nazaret“ wie ein Nachname gebraucht) passt dazu, wie Markus schon in in V. 4 den Täufer mit Beinamen eingeführt hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[in] Galiläa&#039;&#039; [[Genitivus partitivus]], also ein Genitiv, der besagt, dass Nazaret in Galiläa liegt. Johannes wirkte in Judäa und erreichte vornehmlich deren Bewohner (V. 5). Als Galiläer ist Jesus aus der Provinz am See Genezaret nach Süden zu Johannes gereist. Zwischen den Bewohnern der beiden räumlich getrennten Provinzen herrschte Misstrauen vor. Gerade in religiöser Hinsicht hatten die Judäer gegenüber den Galiläern Vorbehalte (Joh 1,46) und taten sich schwer, einen galiläischen Propheten zu akzeptieren. Umso merkwürdiger, dass hier einer aus Galiläa zu Johannes kommt und sich taufen lässt (der Vers ist genau gleich aufgebaut wie V. 5!), und ausgerechnet diesen Galiläer identifiziert Johannes nun als den Stärkeren, der nach ihm kommen soll! Diese Abneigung zwischen den beiden Regionen ist im Markusevangelium immer wieder unterschwellig zu spüren, das Jesu Wirken nur in Galiläa beschreibt. Jerusalem in Judäa ist der Einflussbereich von Jesu Widersachern und der Ort, an dem sie ihm schließlich das Handwerk legen konnten (France 2002, 75f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.{{par|Matthäus|3|13|15}}{{par|Lukas|3|21}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und in dem Moment (gleich), als er aus dem Wasser stieg&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … stieg&#039;&#039; [[Partizip]] Präsens aktiv (temporal übersetztes Ptz. conj.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sah er, wie (dass) der Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. im Pl. „die Himmel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geteilt (geöffnet) wurde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er, wie … geöffnet wurde&#039;&#039; Die meisten Bibeln übersetzen das Passiv aus stilistischen Gründen reflexiv („öffnete sich“). Σχίζω „teilen, spalten“ ist in diesem Zusammenhang ein sehr ungewöhnliches Wort (Collins 2007, 148). Verbreiteter war in vergleichbaren Beschreibungen (wenn der Himmel sich in übernatürlicher Weise öffnet, so wie in den Parallelstellen Lk 3,21; Mt 3,16, aber auch Eze 1,1; Joh 1,51; Apg 7,56; 10,11; Offb 4,1; 19,11) das Wort ἀνοίγω „öffnen“. Vielleicht spielt Markus auf Jes 63,19 oder das Reißen des Tempelvorhangs in Mk 15,38 an (France 2002, 77). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und der Geist wie eine Taube in ihn (zu ihm; auf ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in ihn (zu ihm; auf ihn)&#039;&#039; Die korrekte Übersetzung hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst handelt es sich um eine textkritische Frage. Weiter ist zu klären, wie (und vor welchem kulturellen Hintergrund) man sich das Herabkommen des Geistes in Taubengestalt vorstellen sollte. Zur Textkritik: Alle modernen Textkritiker und die herangezogenen Kommentatoren halten die Lesart εἰς αὐτόν „zu ihm/in ihn hinein“ für ursprünglich, obwohl sie nur von B, 33 und der Handschriftenfamilie 13 bekannt ist. Die Alternative ἐπʼ αὐτόν „auf ihn“ ist zwar viel breiter bezeugt, aber fast sicher eine (bewusste oder unbewusste) Angleichung an die sehr ähnlich formulierten Parallelberichte in den anderen Evangelien (Mt 3,16; Lk 3,22; Joh 1,32) oder Jes 42,1/61,1 LXX. Im Gegenzug bietet sich keine unmittelbare Erklärung für die Änderung zu εἰς αὐτόν an, sollte ἐπʼ αὐτόν ursprünglich sein. Das etwas wackelige Fundament der externen Bezeugung ist aber stabiler, als es zunächst scheint, weil B, 33 und &#039;&#039;f&#039;&#039;13 nicht miteinander verwandt sind und die Lesart also unabhängig voneinander bezeugen. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Frage ist nun, ob εἰς αὐτόν signalisieren soll, dass der Geist &#039;&#039;in&#039;&#039; Jesus hineinfuhr oder nur &#039;&#039;zu&#039;&#039; ihm kam. Einige Exegeten meinen, εἰς signalisiere lediglich eine Bewegung „zu“ Jesus, nicht „in ihn hinein“ (Lohmeyer 1951, 21; Mann 1986, 20). France warnt davor, εἰς zu wörtlich als „in (hinein)“ zu verstehen: „The apparent absurdity of the imagery whereby Jesus sees a bird descending into himself forms a more persuasive argument for taking εἰς here in the wider sense as roughly equivalent to ἐπί.“ Das passe zu Markus&#039; Stil, der εἰς häufig freier benutzt als üblich (France 2002, 78). Auch Pesch sieht an dieser Stelle keinen Gebrauchsunterschied zwischen εἰς „zu/in“ und ἐπʼ, „auf“ (Pesch 1976, 91f.). Dixon 2009, 771f. belegt jedoch, dass die Bedeutung „auf“ oder „zu“ für Markus und das ganze NT unüblich wäre (weshalb &#039;&#039;in&#039;&#039; in unserem Text vor der Klammer steht). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dixon stellt weiter deutliche Parallelen vom Vergleich des Geists mit einer Taube zur damals weithin bekannten Ilias Homers (bspw. an der Stelle 15.237–38) und anderen griechischen Göttersagen her. Darin reisen Götter in der Gestalt von Vögeln (auch vom Olymp herab) und nehmen auch menschliche Gestalt an. Er schlägt vor, dass in griechischer Literatur gebildete Leser in Jesus gerade in dieser Szene deutliche Parallelen gesehen und Jesus als Gott in menschlicher Gestalt verstanden hätten (vgl. Collins 2007, 149). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
herabkam.{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|3|16}}{{par|Lukas|3|22}}{{par|Johannes|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und eine Stimme kam (geschah)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam (geschah)&#039;&#039; W. &#039;&#039;geschah&#039;&#039; Wieder drückt sich Markus sehr semitisch aus. Im Deutschen ist wieder eine sinngemäße Formulierung nötig. Textkritik: Es gibt etliche Varianten mit unterschiedlichen Prädikaten: Θ, 28, 565 u.e.a. bezeugen ἠκούσθη „hörte“. 01*, D, ff² und ein halbes Dutzend weiterer Zeugen kennen kein Prädikat (wie Mk 1,3). Alle anderen wichtigen alexandrinischen und byzantinischen Zeugen überliefern ἐγένετο. Einzelne Handschriften kennen auch ἰδού vor &#039;&#039;Stimme&#039;&#039;, jeweils kombiniert mit einer der anderen Varianten (vgl. Mt 3,17). (Hier ein [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA62#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Überblick über die Bezeugung].) Es liegt nahe, dass alle Varianten als Korrekturen auf das Fehlen des Prädikats zurückzuführen sind, weshalb einzelne Ausleger die prädikatlose Lesart für die beste halten (so [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA64#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Güting 2005, 64]). Allerdings ist ἐγένετο aber so gut verbreitet, dass eine andere Lösung vorzuziehen ist. Es ist einigermaßen vorstellbar, dass ἐγένετο in einem Teil der Überlieferung früh verlorenging (durch einen Abschreibfehler, eine Textverderbnis oder eine unbewusste Anpassung an eine ähnliche Formulierung) und der Text dann so verbreitet wurde. Die Alternativlesarten entstanden, um den Text auszubessern (so [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA63#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Greeven 2005, 63]; Willker 2013, 24; Metzger 1994, 63; Collins 2007, 134). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus dem Himmel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dem Himmel&#039;&#039; Gr. Pl. „den Himmeln“&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude (Gefallen gefunden)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe ich Freude (Gefallen gefunden)&#039;&#039; Hier vielleicht auch mit der Bedeutung „auf dich bin ich stolz“. Das Verb steht hier zwar im Aorist, Markus gebraucht es aber wohl zeitlos wie das hebräische gnomische Perfekt (NSS). Vermutlich lässt die Aussage atl. Texte wie Ps 2,7 und Jes 42,1 anklingen. Markus würde Jesus in diesem Fall unterschwellig sowohl mit dem erwählten König Israels aus Psalms 2 als auch mit dem erwählten Knecht des Propheten aus Jesaja identifizieren (Guelich 1989, 33). Der Text ähnelt am meisten dem Wortlaut von Gen 22,2 LXX, wo von Abrahams Sohn Isaak die Rede ist (France 2002, 80). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
!“{{par|Matthäus|3|17}}{{par|Lukas|3|22}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und gleich danach brachte (führte; trieb)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; oder &#039;&#039;trieb&#039;&#039; An anderen Stellen wird das Wort ἐκβάλλω für Dämonenaustreibungen (z.B. Mk 6,13) oder das Hinauswerfen oder Vertreiben von unwillkommenen Anwesenden benutzt (z.B. Mk 12,8). Andere übersetzen es daher auch hier mit &#039;&#039;trieb&#039;&#039;, aber aus dem Kontext geht nicht hervor, dass Jesus dagegen war oder keine Kontrolle hatte (LN 15.174, vgl. Joh 10,4; Jak 2,25; auch Mt 9,38; 15,17; s.a. NIV). ἐκβάλλω ist jedenfalls kräftiger als Lukas&#039; ἄγω oder Matthäus&#039; ἀνάγω (beide „führen“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Geist ihn in die Wüste (Wildnis).{{par|Matthäus|4|1}}{{par|Lukas|4|1}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er war (lebte, verbrachte) vierzig Tage in der Wüste (Wildnis) und (während, wobei) wurde vom Satan auf die Probe gestellt (versucht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (während/wobei) wurde auf die Probe gestellt&#039;&#039; [[Ptz. coni.]], temporal-modal, als Nebensatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er war (lebte) unter (mit) den Tieren, und die Engel dienten (versorgten, warteten auf) ihm.{{par|Matthäus|4|1|11}}{{par|Lukas|4|1|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} {Aber} Nachdem Johannes verhaftet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verhaftet&#039;&#039; W. „ausgeliefert/übergeben“, was aber schlecht in den Kontext passt. Die Evangelien benutzen das Wort in verschiedenen Fällen für Jesu Verrat, Festnahme und Übergabe an die Autoritäten sowie zur Kreuzigung (zum ersten Mal in Mk 3,19). Markus wählt es hier vielleicht absichtlich, um Parallelen zu Jesu späterem Ergehen herzustellen (9:31; 10:33; 14:21, 41). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
worden war, begab sich (kam) Jesus nach Galiläa und predigte (verkündete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verkündete&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), durch Beiordnung mit „und“ übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Evangelium Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; Wie in Mk 1,1 (s. die Fußnote dort) ist hier nicht klar zu trennen, ob das Evangelium von Gott initiiert ist oder von Gott handelt. Da der Kontext keine Hinweis zum Verständnis gibt, sind beide Möglichkeiten nicht auszuschließen (vgl. France 2002, 91). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Byzantinische und westliche Zeugen erweitern εὐαγγέλιον τοῦ θεοῦ &#039;&#039;Evangelium Gottes&#039;&#039; zu εὐαγγέλιον τῆς βασιλείας τοῦ θεοῦ „Evangelium von der Gottesherrschaft/vom Gottesreich“ (u.a. A D K W Γ Δ &#039;&#039;pm&#039;&#039; lat syp). Die kürzere Lesart ist jedoch vortrefflich bezeugt und viel ungewöhnlicher als die längere Formulierung, die an das „Evangelium der Herrschaft/des Reichs“ (εὐαγγέλιον τῆς βασιλείας) aus dem Matthäusevangelium erinnert. Die Variante ist wohl unter dem Einfluss des nächsten Verses oder auch von Mt 4,23; 9,35 zustande gekommen. Für eine Auslassung gibt es dagegen keine gute Erklärung (France 2002, 89; Willker 2013, 29). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|12}}{{par|Lukas|4|14}}{{par|Johannes|4|1|3}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] (Partizip Präsens aktiv), das durch und mit dem Partizip &#039;&#039;predigte&#039;&#039; aus dem letzten Vers verbunden ist und auch so aufgelöst wurde. Die Konstruktion weist die folgende direkte Rede als die Kernbotschaft von Jesu Verkündigung aus. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{dass}:&lt;br /&gt;
„Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Zeit ist eingetreten (gekommen, erfüllt)&#039;&#039; Gemeint ist eine heilsgeschichtliche Erfüllung, also dass ein ganz bestimmter Zeitpunkt eingetreten ist (Guelich 1989, 43; vgl. Delling, πληρόω, 294f.). Vgl. GNB „Es ist so weit“, NLB, HfA „Jetzt ist die Zeit gekommen“ (ebenso NIV). Bei den beiden Verben &#039;&#039;eingetreten&#039;&#039; und &#039;&#039;nahegekommen&#039;&#039; handelt es sich um Perfekte. Das Perfekt betont den gegenwärtigen Zustand, man könnte betonen: „Die Zeit ist da, Gottes Herrschaft ist nahe.“ Die beiden Aussagen stehen parallel zueinander und erhellen einander. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Gottes Königsherrschaft (Königreich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ergänzen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist nahegekommen. Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium!“{{par|Jesaja|61|1|2}}{{par|Matthäus|4|17}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und während (als) er am Meer von Galiläa entlangging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während … entlangging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] mit temporaler Sinnrichtung (Partizip Präsens aktiv), als Nebensatz mit &#039;&#039;während&#039;&#039; übersetzt (ebenfalls möglich: „als, gerade“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die gerade Wurfnetze (ein Wurfnetz) ins Meer warfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurfnetze (ein Wurfnetz) werfen&#039;&#039; Das Verb spricht nur von der Tätigkeit, führt aber nicht aus, ob es sich um ein oder mehrere Netze handelt. Es wird auch nicht klar, ob die beiden von einem Boot aus oder zu Fuß im flachen Wasser fischten (allerdings wird in V. 18 ein Boot erwähnt). Damals gebräuchliche Wurfnetze waren rund und am Rand beschwert. Man warf sie nach Fischschwärmen (Guelich 1989, 50). Schöner wäre vielleicht die Übersetzung „mit Wurfnetzen fischen“, aber die Lokalangabe &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; erfordert ein Objekt. &#039;&#039;ins Meer&#039;&#039; Gr. ἐν τῇ θαλάσσῃ w. also „im Meer“. Nach Guelich 1989, 49 schreibt Markus hier in hellenistischem Dialekt, in dem die Präpositionen ἐν „in“ (wie darin) und εἰς „in (hinein)/zu (hin)“ austauschbar benutzt wurden. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie waren nämlich Fischer.{{par|Matthäus|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, [folgt] mir nach, dann werde ich euch [zu] Menschenfischern {werden} machen!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;W. ein [[AcI]], der sich übersetzen lässt als „dann werde ich machen, dass ihr Fischer [der] Menschen werdet“. Da die griechische Konstruktion kompliziert ist und sich ohnehin nicht direkt übersetzen lässt, haben wir die Übersetzung etwas vereinfacht. Daher wurde (wie in allen deutschen Übersetzungen) γενέσθαι „werden“ nicht übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{par|Matthäus|4|19}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sofort ließen sie [ihre] Netze [liegen] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ließen sie ... und&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptc. coni.]], mit „und“ beigeordnet. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
folgten ihm.{{par|Matthäus|4|20}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und nachdem (als) er ein wenig weitergegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er weitergegangen war&#039;&#039; [[Ptc. coni.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal als Nebensatz mit &#039;&#039;nachdem&#039;&#039; übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, sah er Jakobus, den [Sohn] von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie [saßen] im Boot [und] brachten [ihre] Netze in Ordnung (setzten instand, besserten aus, flickten),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er …. Auch sie&#039;&#039; Oder: „sah er, wie auch Jakobus und Johannes im Boot ihre Netze in Ordnung brachten“, was aber irreführend formuliert ist. Es handelt sich wie schon in V. 16 um einen [[AcP]], der ähnlich formuliert ist wie dort. Die Ergänzung von &#039;&#039;[saßen]&#039;&#039; und &#039;&#039;[und]&#039;&#039; war notwendig, damit der Leser &#039;&#039;auch sie&#039;&#039; richtig versteht. Alles, was Markus als Gemeinsamkeit zwischen der ersten und der zweiten Gruppe Fischer ausmacht, ist, dass sich beide im Boot befanden (France 2002, 98). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Ordnung bringen&#039;&#039; wird häufig mit „ausbessern“ wiedergegeben, könnte aber auch einfach „vorbereiten“ oder „zusammenlegen“ bedeuten (Guelich 1989, 52). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
,{{par|Matthäus|4|21}}{{par|Lukas|5|10}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} und er rief sie umgehend (sofort). Und sie ließen ihren Vater mit den bezahlten Arbeitern im Boot zurück und gingen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gingen&#039;&#039; W. „gingen weg“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihm nach.{{par|Matthäus|4|22}}{{par|Lukas|5|11}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (daraufhin) sie begaben sich nach Kafarnaum {hinein}. {Und} Dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinn von „anschließend/später dann“. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, [am] Sabbat, begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab er sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Ptz. Aor., temporal-modal), durch Beiordnung mit „und“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er in der Synagoge (begab er sich in die Synagoge und begann) zu lehren&#039;&#039; An dieser Stelle weicht die Übersetzung vom anerkannten griechischen Text NA28 ab. Der folgt einigen Handschriften, die wie in der Klammer zusätzlich „begab er sich ... und“ enthalten. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: NA28 liest zusammen mit den meisten Zeugen (einschließlich B, A und Mehrheitstext) &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; (die Übersetzung in der Klammer). SBLGNT liest dagegen &amp;lt;u&amp;gt;ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγήν wie 01 C L Δ &#039;&#039;f&#039;&#039;13, einige syrische und koptische Handschriften sowie Origenes, was der hier gewählten Übersetzung entspricht. Einige weitere geringe Abweichungen in anderen Handschriften deuten daraufhin, dass manche Schreiber die Anordnung der beiden Verben als Problem empfanden und korrigierten. So liest bspw. C ἐδίδασκεν noch vor „am Sabbat“ (und ohne εἰσελθὼν), während 33 &amp;lt;u&amp;gt;εἰσελθὼν ἐδίδασκεν&amp;lt;/u&amp;gt; εἰς τὴν συναγωγὴν bezeugt. Nur die zweite Lesart kann den Text von C erklären. Gleichzeitig passt sie gut zu Markus&#039; Stil. In dieser Variante wird εἰς nämlich wie ἐν gebraucht, was uns in Markus schon mehrmals begegnet ist (vgl. die [[Markus_1#note_ap|Fußnote in V. 16]], aber auch εἰς τὸν Ἰορδάνην „im Jordan“ in V. 9). Dabei haben wir uns offenbar dazuzudenken, dass Jesus die Synagoge auch betrat; vgl. die ähnlichen Konstruktionen in [[Markus 10#s10|Mk 10,10]]; [[Markus 13#s9|13,9]] (France 2002, 101). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn diese holprige Variante ursprünglich ist, dann hat man die im Laufe der Überlieferung verbessern wollen. Neben der geänderten Wortstellung kam εἰσελθὼν hinzu, damit Jesus zunächst „&#039;&#039;in die&#039;&#039; Synagoge &#039;&#039;hinein&#039;&#039;“ gehen konnte, anstatt quasi „&#039;&#039;in die&#039;&#039; Synagoge“ zu lehren. Als attizierende, stilistisch glättere Lesart wäre die von NA28 vorgezogene Variante sekundär (so Willker 2013, 32f.; Collins 2007, 161; France 2002, 99; Greeven ([http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA78#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Güting 2005, 78ff.])). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann ... zu lehren&#039;&#039; [[Inchoatives Imperfekt]] (Siebenthal 2011, §198e). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|31}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie waren tief beeindruckt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;tief beeindruckt&#039;&#039; Dieses Wort benutzen die Evangelisten meist, um die Reaktion der Zuhörer auf Jesu Lehre und Taten zu beschreiben. Sie scheinen verblüfft, ja baff zu sein über das, was sie sehen und hören, und müssen sich an Jesu Art erst gewöhnen (z.B. Mt 19,25; Mk 6,2; 7,37; 10,26). In Lk 2,48 sind seine Eltern verblüfft, Jesus nach langer Suche im Tempel zu finden. In Lk 9,43 beschreibt das Verb die Reaktion der Menge auf eine von Jesu Dämonenaustreibungen. [[Markus 11#s18|Mk 11,18]] zeigt die Menge „fasziniert“ oder „in Bann geschlagen“ von Jesu Lehre. Zür: „überwältigt“, Menge, EÜ: „(sehr) betroffen“, Luther „sie entsetzten sich“, REB „sie erstaunten sehr“. NGÜ, GNB wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.{{par|Matthäus|7|28|29}}{{par|Matthäus|13|54}}{{par|Lukas|4|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und dann (plötzlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gleich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
war in der dortigen Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit einem unreinen Geist&#039;&#039; Gr. ἐν, instr. „mit“, gibt hier, semitisch formulierend, die Präposition {{hebr}}ב{{hebr ende}} wieder (Guelich 1989, 54). Markus benützt diese Formulierung für dämonische Besessenheit, aber auch den Einfluss des Heiligen Geistes (Mk 12,36; vgl. Lk 2,27) (France 2002, 103, der „unter dem Einfluss“ als Übersetzung vorschlägt). NSS, Lut, EÜ, GNB: „besessen von“, NGÜ: „der einen bösen Geist hatte“, REB, Zür, Menge: „mit“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und er schrie:{{par|Lukas|4|33}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} {sagend} „Was willst du von uns,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von uns?&#039;&#039; W. „Was uns und dir?“ In Mk 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 5,7; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was haben wir dir getan? Lass uns in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von uns?“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jesus von Nazaret&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus von Nazaret&#039;&#039; W. „Jesus [der] Nazarener“. Hier wurde der bekanntere deutsche Name für die Übersetzung gewählt. &amp;lt;/ref&amp;gt;?&lt;br /&gt;
Bist du gekommen, [um] uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Heilige Gottes&#039;&#039; ist kein Titel, der häufig für Jesus benutzt wird (sonst nur [[Johannes 6#s69|Joh 6,69]]). Im AT wird er lediglich auf Männer mit enger Gottesbeziehung angewandt (Aaron in Ps 106,16; Elisa in 2Kö 4,9; Simson in Ri 16,17), aber nicht auf den Messias. Der Titel stellt einen Kontrast her zwischen dem unreinen Geist und dem heiligen Jesus (France 2002, 104). An anderen Stellen nennen Dämonen Jesus den Sohn Gottes ([[Markus 3#s11|Mk 3,11]]; [[Markus 5#s7|5,7]]). Möglich, dass der Dämon hier ein Wortspiel zwischen dem hebräischen Wort für Nazaret und dem Wort {{hebr}}נזיר{{hebr ende}} „heilig“ macht, wie es bspw. in Ri 13,7 (LXX sowohl ναζιραῖος Θεοῦ als auch ἃγιος Θεοῦ) im Zusammenhang mit Simson vorkommt. Die beiden Wörter klingen ähnlich (Guelich 1989, 57; Pesch 1976, 122). &amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Lukas|4|34}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und Jesus wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wies ihn an (unterwarf ihn seiner Kontrolle)&#039;&#039; Gr. ἐπιτιμάω wird häufig mit „wies ihn zurecht“ übersetzt, ist bei Markus aber ein Wort, das das Ausüben göttlicher Kontrolle, also einen unwiderstehlichen Befehl bezeichnet (France 2002, 104f.). Ähnlich verfährt Jesus mit mehreren Dämonen in [[Markus 3#s12|Mk 3,12]]. Guelich argumentiert für die Übersetzung &#039;&#039;seiner Kontrolle unterwerfen&#039;&#039; in der Klammer (engl. „subdue“; ders. 1989, 57f.). EÜ, NGÜ: „befahl“. Eher unpassend Zür: „schrie ihn an“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}: „Sei still (Schweig, Verstumme) und komm (verlass, fahre) aus ihm heraus!“{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und nachdem (während) der unreine Geist ihn geschüttelt und [mit] lauter Stimme geschrien hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … geschüttelt … geschrien&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Partizip Aorist aktiv), temporal-modal, hier vorzeitig verstanden und als Nebensatz mit nachdem aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam (verließ, fuhr) er aus ihm heraus.{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und alle waren so entgeistert (erstaunt, erschrocken), dass sie einander fragten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einander fragten&#039;&#039; Oder „miteinander diskutierten“ (vgl. France 2002, 105). Als elegantere deutsche Formulierung für die gesamte Reaktion der Zuhörer wäre „und sie wussten nicht, was sie davon halten sollten“ eine Möglichkeit. &amp;lt;!-- Diese Fußnote ist überflüssig, sobald für die Lesefassung eine gute Möglichkeit gefunden wurde. --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{wobei sie sagten}:&lt;br /&gt;
„Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht – sogar (selbst, und) den unreinen Geistern befiehlt er, und sie gehorchen ihm!“{{par|Lukas|4|36}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und bald (rasch) verbreitete sich die Kunde von ihm (sein Ruf) überall in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in der ganzen Umgebung, [in ganz] Galiläa (im ganzen Umland von Galiläa)&#039;&#039; Die Übersetzung hängt davon ab, wie man den Genitiv τῆς Γαλιλαίας versteht. Als epexegetischer [[Genitiv]] ist „die ganze Umgebung, also Galiläa“ gemeint (bzw. „das ganze Umland [von Kafarnaum], also Galiläa“). Ist der Genitiv attributiv gemeint, nimmt Markus das Umland von Galiläa, also die erweiterte Region, in den Blick (France 2002, 106; Guelich 1989, 54). &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|37}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und dann&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann&#039;&#039; W. „gleich/sofort“, doch im Markusevangelium hat das Wort häufig den Sinne von &amp;quot;dann&amp;quot;. Es leitet also den nächsten Abschnitt der Handlung ein und soll die Spannung aufrecht zu erhalten (Guelich 1989, 54; France 2002, 103). Hier könnte das Wort auch das aufgelöste Partizip &#039;&#039;verließen&#039;&#039; modifizieren, dann könnte die Übersetzung bspw. lauten: „Und sie verließen die Synagoge gleich darauf und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verließen sie {aus} die Synagoge und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verließen … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aorist), als temporaler Nebensatz übersetzt. Alternativ mit „als“ oder „nachdem“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen (begaben sich, kamen) zum (in das) Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Simons Schwiegermutter {aber} lag mit Fieber [im Bett]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lag mit Fieber [im Bett]&#039;&#039; ist durativ ([[Imperfekt]]). &#039;&#039;Mit Fieber&#039;&#039; übersetzt das [[adv. Ptz.]] modal als Präpositionalphrase, alternativ „und hatte Fieber“ oder „fiebernd“, auch eine kausale Sinnrichtung wäre möglich: „lag im Bett, weil sie Fieber hatte“. &#039;&#039;[im Bett]&#039;&#039; wird von vielen Übersetzungen (EÜ, NGÜ, GNB) sinngemäß ergänzt, weil das Griechische ohne Lokalangabe auskommt. Das Bett könnte hier je nach Wohlstand auch aus einem Lager auf einer Binsenmatte bestanden haben (NBD, 489). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie erzählten (berichteten) ihm gleich von ihr.{{par|Matthäus|8|14}}{{par|Lukas|4|38}}&lt;br /&gt;
{{S|31}} Da (Und) ging er zu [ihr] und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zu … und&#039;&#039; [[Beschreibendes Partizip]] modal-temporaler Sinnrichtung, mit „und“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
half ihr beim Aufstehen (richtete sie auf), indem er ihre Hand nahm (ergriff)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ihre Hand nahm&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], modal als Nebensatz mit „indem“ aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da (und) verließ das Fieber sie, und sie begann, sie zu bewirten (bedienen, dienen; bewirtete sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, sie zu bedienen&#039;&#039; Vermutlich [[Inchoatives Imperfekt|inchoatives Imperfekt]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Matthäus|8|15}}{{par|Lukas|4|39}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Als es Abend geworden (wurde) und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als es Abend geworden war … und&#039;&#039; Temporales [[Gen. abs.]] (Aorist), temporal-vorzeitig übersetzt, wobei der Nebensatz mit „und“ an den folgenden angeschlossen sowie dessen Konjunktion (als) vorgezogen wurde. Die Leute warteten bis zum Abend, um die Sabbatruhe (vgl. V. 21) zu wahren, die bei Sonnenuntergang endete. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Sonne untergegangen war (unterging), brachte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;brachte&#039;&#039; (V. 32) / &#039;&#039;heilte&#039;&#039; / &#039;&#039;trieb aus&#039;&#039; / &#039;&#039;ließ&#039;&#039; (V. 34) Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass es an diesem Abend fortlaufend geschah. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
man alle Kranken (denen es schlecht ging)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;alle Kranke(n)&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]]. Oder „alle, denen es schlecht ging“. ELB: „Leidenden“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [alle] Besessenen zu ihm,{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und er heilte viele Kranke (denen es schlecht ging)&amp;lt;ref name=&amp;quot;krank&amp;quot; /&amp;gt; von verschiedenen Krankheiten und trieb viele Dämonen aus, aber (und) die Dämonen ließ&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ipf&amp;quot; /&amp;gt; er nicht sprechen, weil sie ihn kannten.{{par|Matthäus|8|16}}{{par|Lukas|4|40|41}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und früh morgens, [als es noch] ganz dunkel [war],&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;früh morgens … ganz dunkel&#039;&#039; Oder: „sehr früh morgens, [als es noch] dunkel [war]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stand er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stand er auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], hier als Indikativ übersetzt und in die Satzkette eingereiht. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging hinaus (verließ [das Haus (die Stadt)]) und ging fort an einen abgeschiedenen Ort, wo er [eine Zeit lang] betete (und betete dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[eine Zeit lang] betete&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt an, dass er eine Weile mit Beten verbrachte – daher die eingefügte Zeitangabe. &amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Lukas|4|42}}{{par|Markus|6|46}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und Simon und [jene], die bei ihm waren, spürten (eilten) ihm nach&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;spürten (eilten) ihm nach&#039;&#039; Das Wort heißt eigentlich meist „nachjagen, verfolgen“ und macht auch hier den Druck greifbar, den die vier Jünger ob der Menschenmenge empfanden (France 2002, 112). Sinngemäß formuliert: „versuchten hektisch/verzweifelt, ihn ausfindig zu machen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fanden ihn. {und} Sie teilten ihm mit (sagten) {dass}:&#039;&#039; Oder: „Als sie ihn fanden, teilten sie ihm mit“ (Lut, EÜ, NGÜ). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Alle fragen (suchen, forschen) nach dir!“&lt;br /&gt;
{{S|38}} {und} Er entgegnete (sagte) ihnen: „Gehen wir stattdessen (lasst uns gehen) anderswohin, in die benachbarten Ortschaften (Dörfer), damit ich auch dort predigen (verkündigen) [kann]. Zu diesem Zweck (Dazu) bin ich nämlich aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus [der Stadt] gekommen (bin gekommen, ausgezogen)&#039;&#039; Gr. ἐξῆλθον „(hin)ausgegangen, herausgekommen, verlassen“. Die Frage ist: Bezieht sich Jesus darauf, dass er die Stadt Kafarnaum &#039;&#039;verlassen&#039;&#039; hat (wie dasselbe Wort in V. 35 anzeigen kann – im Griechischen ist wie beim Synonym „hinausgehen“ kein Objekt nötig), oder dass er dazu &#039;&#039;vom Vater aus&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;aus&#039;&#039; dem Himmel) gekommen ist (wie es Lukas in der Parallelstelle Lk 4,43 meint)? Die meisten Übersetzer entscheiden sich für die zweite Option, die auch im Johannesevangelium eine große Rolle spielt (vgl. Joh 8,42; 13,3; 16,27-28). Vordergründig scheint Jesus sich auf seinen Dienst zu beziehen, der sich von hier an auf ganz Galiläa ausdehnt (so Pesch 1976, 138; Guelich 1989, 70, der die zweite Option daher ganz ausschließt). Eine Variante dieser Interpretation ist, dass Jesus zu diesem Zweck &#039;&#039;ausgezogen&#039;&#039; ist, das Predigen also als seine Mission versteht, ohne mit dieser Aussage aber eine Herkunft vom Vater im Sinn der Parallelstelle bei Lukas andeuten zu wollen (Option 3, so wohl Menge). Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass Markus bewusst zweideutig formuliert, sodass die Aussageabsicht, die Lukas ganz eindeutig macht, hier schon mitschwingt (France 2002, 113; Blight 2012, 81). Option 1 erhält hier den Vorzug, weil es sich um die aus dem Kontext offenkundige Bedeutung handelt. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch für die eher sinngemäße Formulierung „dazu bin ich gekommen“, die auf Option 2 oder Option 3 hindeutet (EÜ, Lut, NGÜ, GNB, Zür, vgl. REB). &amp;lt;/ref&amp;gt;.“{{par|Lukas|4|43}}{{par|Markus|1|14}}{{par|Johannes|8|42}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Und er zog (kam; war) durch ganz Galiläa, predigte (verkündigte) in ihren Synagogen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durch ganz Galiläa … in ihren Synagogen&#039;&#039; In beiden Fällen kommt als Präposition εἰς „zu (hin), in (hinein)“ zum Einsatz. Zum flexiblen Gebrauch der Präposition bei Markus s. die Fußnoten in [[#note_ap|V. 16]] und [[#note_ax|V. 21]] (France 2002, 113). Wie schon in V. 21 haben Kopisten einiger Manuskripte versucht, den vermentlich fehlerhaften Text zu korrigieren. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und trieb die Dämonen aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;predigte und trieb aus&#039;&#039; Temporal-modale [[Ptz. conj.]], als Indikative in einer Satzreihe aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Matthäus|4|25}}{{par|Lukas|4|44}}&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und ein Aussätziger (Leprakranker) kam zu ihm, der ihn anflehte und auf die Knie fiel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der anflehte … auf die Knie fiel&#039;&#039; Zwei modal-temporale [[Ptz. conj.]], hier als Relativsatz aufgelöst. Textkritik: In einigen Handschriften (B, D u.a.) fehlt καὶ γονυπετῶν (καὶ) &#039;&#039;und auf die Knie fiel (und)&#039;&#039;. (Dabei liest NA28 das eingeklammerte „und“, SBLGNT nicht.) Der byzantinische Text liefert die etwas längere Lesart καὶ γονυπετῶν αὐτὸν καὶ. Aus der längeren Variante (entweder von 01 oder von byz) könnten die kürzeren durch einen Auslasser wg. Homoioteleuton entstanden sein. &amp;quot;Anflehen und auf die Knie fallen&amp;quot; ist eine ziemlich redundante Formulierung, wäre aber typisch für Markus. Wenn die Berichte in Matthäus, Markus und Lukas auf einheitlichen Informationen beruhen, dann ist die längere Variante wahrscheinlich ursprünglich – es kommt auch keine spätere Angleichung in Frage, weil die Evangelisten unterschiedlich formulieren. Diese Übersetzung folgt SBLGNT, [http://books.google.com/books?id=fQfcYU2JsskC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA115#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Greeven/Güting 2005, 114ff.] und Willker 2013, 50ff., indem sie das zweite καὶ als sekundär versteht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei er ihm zurief (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm zurief&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], hier als modaler Nebensatz aufgelöst. Die Übersetzung hängt auch von der textkritischen Entscheidung ab, die in der vorigen Fußnote angesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; {dass}: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen (heilen)!“{{par|Matthäus|8|2}}{{par|Lukas|5|12}}&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und [Jesus] hatte Mitleid (wurde zornig),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid (wurde zornig)&#039;&#039; Die beiden möglichen Übersetzungen sind auf eine sehr schwierige Variante in der Überlieferung unserer Stelle zurückzuführen. Die Variante &#039;&#039;wurde zornig&#039;&#039; ist zwar nur aus einzelnen antiken Handschriften bekannt, wäre aber rein logisch als unwahrscheinlichere Variante vorzuziehen (s.u.). Der Grund für Jesu Zorn wäre dabei schwer auszumachen. Vermutlich richtet sich der Zorn nicht gegen den Aussätzigen (sonst würde Jesus anders reagieren), sondern am ehesten gegen seine Erkrankung, die die Gefallenheit der Welt und das Wirken des Bösen in ihr vor Augen führt (ebd. 117; Guelich 1989, 74). Eine ähnliche Erklärung bietet sich bspw. bei Mk 7,34 oder Joh 11,33 an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: In einigen wenigen Handschriften (D a ff&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; r&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;, auch SBLGNT) steht nicht σπλαγχνισθεὶς &#039;&#039;hatte Mitleid&#039;&#039; (so NA28), sondern ὀργισθείς „wurde zornig“. Diese Lesart ist zwar äußerst schwach bezeugt, aber schwieriger, und recht plausibel. Sie passt zu Jesu emotionaler Reaktion in V. 43 ebenso wie zu ähnlichen Reaktionen Jesu an anderer Stelle (Mk 3,5; 7,34; 10,14; Joh 9,19.23; 11,33.38). Die verbreitetere Lesart könnte zwar Ergebnis einer Abmilderung sein, doch an anderen Stellen nahmen die Abschreiber offensichtlich keinen Anstoß, wenn Jesus wütend wurde. Allerdings könnte die Änderung hier darauf zurückzuführen sein, dass eine Zornesäußerung schwer in die Geschichte passt. Mt 8,3 und Lk 5,13 beschreiben die Heilung mit beinahe identischen Worten, doch ganz ohne das fragliche Partizip. Dass die beiden anderen Evangelien Jesu Gefühlsregung ganz weglassen, könnte ebenfalls dafür sprechen, dass das unerklärliche „wurde zornig“ in ihrer Tradition enthalten war, sie es aber wegließen. So sprechen die internen Kriterien ganz für diese Lesart. Viele Ausleger akzeptieren sie daher als die schwierigere Lesart (Guelich 1989, 72; France 2002, 116; Güting 2005, 119-22). Andererseits ist die Lesart zwar alt, aber auch hauptsächlich von Zeugen des westlichen Texttyps bekannt, der als etwas zweifelhaft gilt. Sie könnte darüber hinaus auch als Angleichung an V. 43 entstanden sein. Wir behalten darum wie NA28 zunächst das deutlich besser überlieferte &#039;&#039;hatte Mitleid&#039;&#039; (vgl. Metzger 1994, 65; so die allermeisten Übersetzungen außer NIV). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte Mitleid, darum&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal oder kausal), hier kausal verstanden, weil diese der Jesu folgende Handlung begründet. Die Auflösung als Nebensatz mit „und“, „weil“ wäre alternativ ebenso möglich wie die Präpositionalphrase „voller Mitleid“. NGÜ: „Von tiefem Mitleid ergriffen“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
streckte er seine Hand aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;streckte aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal), hier als Indikativ übersetzt und beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, berührte [ihn] und sagte zu ihm: „Ich will, sei rein (gereinigt, geheilt)!“{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und sofort verschwand (ging weg) der Aussatz (die Lepra) von ihm, und er wurde rein (gereinigt, geheilt).{{par|Matthäus|8|3}}{{par|Lukas|5|13}}{{par|2 Könige|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er ermahnte ihn streng (fuhr ihn an, wies ihn zurecht; bedeutete ihm zu schweigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ermahnte streng&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (modal-temporal). Das Wort drückt bei Menschen meist wütende Erregung aus (z.B. Joh 11,33.38), allerdings wird hier keine Gemütserregung, sondern Kommunikation beschrieben. An anderen, vergleichbaren Stellen ist in dem Verb oft ein feindseliger Unterton zu spüren: In Dan 11,30 LXX scheint überlegene oder harsche Zurechtweisung oder Bedrohung mitzuschwingen. In [[Markus 14#s5|Mk 14,5]] kommt es vielleicht im Sinn von „jemdn. scharf zurechtweisen/schimpfen“ vor. Wie in Mt 9,30 scheint daher eher etwas im Sinne einer strengen Ermahnung gemeint zu sein (vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/%E1%BC%90%CE%BC%CE%B2%CF%81%CE%B9%CE%BC%CE%AC%CE%BF%CE%BC%CE%B1%CE%B9 LSJ ἐμβριμάομαι], weil der Kontext nicht verrät, warum Jesus plötzlich so erregt sein sollte (vgl. Collins 2007, 179). Guelich versteht das Wort daher als Beschreibung einer orientalischen Geste, die Schweigen signalisiert (Guelich 1989, 75). Mt 8,4 und Lk 5,14 benutzen etwas mildere Worte. Lut: „drohte“, Zür: „fuhr an“, EÜ: „schärfte ein“, NGÜ: „ermahnte“, GNB: „befahl streng“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, schickte ihn ohne Umschweife (sofort) weg (warf ihn hinaus){{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} und sagte zu ihm: „Sieh, dass du niemandem etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemandem etwas&#039;&#039; Im Griechischen eine doppelte Verneinung, die Warnung noch schärfer macht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählst (sagst), sondern geh [und] zeige dich dem Priester und dann bringe für deine Reinigung (Heilung) [das Opfer] dar, das Mose vorgeschrieben (festgelegt) hat, als Beweis (Nachweis, Zeugnis, Beleg) [für (gegen)] sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für (gegen)] sie&#039;&#039; [[Dativus commodi]] (für) oder [[Dativus incommodi|incommodi]] (gegen), wobei &#039;&#039;sie&#039;&#039; im Plural steht. Ein Zeugnis oder Nachweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; entspräche dem griechischen Sprachgebrauch und würde sich dann vielleicht gegen Kritiker richten, die Jesu Treue zum Gesetz in Zweifel ziehen (so Guelich 1989, 77). Vgl. EÜ: „Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.“, GNB: „Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.“ Eine andere Deutung: Jesus meint den Beweis &#039;&#039;für sie&#039;&#039;, nämlich die Führer des Volkes, dass er tatsächlich Wunder vollbringen kann und somit von Gott kommt (Collins 2007, 179). Die einfachste Interpretation ist freilich, dass es sich bei dem Durchlaufen der in Lev 14,1-32 vorgeschriebenen Reinigungshandlung samt Untersuchung durch einen Priester und Dankopfer um eine „Demonstration“ der Echtheit seiner Heilung gegenüber den Priestern (Pesch 1976, 146) oder dem Volk (France 2002, 120) handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“{{par|Matthäus|8|4}}{{par|Lukas|5|14}}{{par|Levitikus|14|1|32}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Doch als (nachdem) der [Mann] hinausging,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als der [Mann] hinausging&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-gleichzeitig übersetzt als Nebensatz mit „als“. Denkbar wäre auch „nachdem er hinausgegangen war“ (vorzeitig) oder „er ging hinaus und“. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er eifrig (überall; viele Dinge) [davon] zu erzählen (predigen, verkündigen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[davon] zu erzählen/verkündigen&#039;&#039; Es geht im Kontext zunächst um die Geschichte seiner Heilung. Das Wort κηρύσσειν, das vorher für die Predigten Jesu benutzt wurde, könnte jedoch auch darauf hindeuten, dass der Mann im Rahmen seiner Heilungsgeschichte auch über Jesus und dessen Evangelium predigte (Collins 2007, 179f.). So GNB: „Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war.“ Ebenfalls möglich ist die Übersetzung „er begann, [über] vieles zu predigen“ (Guelich 1989, 77).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Geschichte (Nachricht, das Wort) zu verbreiten,{{par|Markus|5|20}} so dass [Jesus] nicht länger in der Lage war, offen (unerkannt, öffentlich, ohne Aufsehen) eine Stadt zu betreten, sondern sich außerhalb in unbewohnten (abgelegenen) Gegenden (Orten) aufhielt (blieb, war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sich aufhielt&#039;&#039; ist die sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;war&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dennoch (doch, und) kamen [die Leute] weiter (begannen zu kommen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen weiter (begannen zu kommen)&#039;&#039; Die Übersetzung gibt das [[Imperfekt]] durativ/iterativ wieder, die Klammer inchoativ. Beide Deutungen sind denkbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von überallher (aus allen Richtungen) zu ihm.{{par|Lukas|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Skreutzer</name></author>
	</entry>
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