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	<title>Die Offene Bibel - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-23T20:01:10Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_16&amp;diff=21441</id>
		<title>Markus 16</title>
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		<updated>2015-09-04T05:05:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
{{L|1}} Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome Öl und gingen anschließend zum Grab, um ihn [Jesus] damit zu salben.&lt;br /&gt;
{{L|2}} Früh am Wochenanfang kommen sie zum Grab, als die Sonne aufgegangen war.&lt;br /&gt;
{{L|3}} Und sie sprechen zueinander: Wer schiebt uns jetzt den Stein aus dem Eingang des Grabes?&lt;br /&gt;
{{L|4}} Während sie aufblicken, merken sie, dass der gewaltige Stein weggerollt wurde.&lt;br /&gt;
{{L|5}} Und nachdem sie in das Grab gegangen waren, entdeckten sie rechts einen weißgekleideten jungen Mann und erschraken sich sehr.&lt;br /&gt;
{{L|6}} Er sagt ihnen: Nicht erschrecken! Ihr sucht den ans Kreuz genagelten, Jesus aus Nazareth. Er ist wiedergeboren und nicht mehr hier an dem Ort, wo er beerdigt wurde.&lt;br /&gt;
{{L|7}} Geht fort! Sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er [Jesus] euch vorangeht nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.&lt;br /&gt;
{{L|8}} Sie rannten voller Furcht aus dem Grab. Was sie sahen erschreckte sie, und deshalb erzählten sie nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}} Diese Lesefassung ist am 2. Juni 2016 in einer Konfistunde der Auferstehungsgemeinde Bonn enstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als der Sabbat vorüber war&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, kauften Maria [von, aus] Magdala und Maria, [die Mutter] des Jakobus&amp;lt;ref&amp;gt;Bezeichnung der Mutter nach dem Sohn: BDR § 162,3&amp;lt;/ref&amp;gt; und Salome Spezereien (wohlriechende Kräuter, Gewürze)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Salbung der Toten geschah mit Öl; Aromata wurden nur für die Salbung von Königen verwendet. Bei den Aromata handelt es sich um seltene, wohlriechende pflanzliche Essenzen. Ziel der Salbung ist die Erhaltung des Leichnams - diese Absicht bildet an dieser Stelle einen (gewollten) Kontrast. „Es scheint die Frauen nicht zu stören, dass die Salbung einer bereits eingewickelten Leiche ‚ein kühner Gedanke‘ (Wellhausen) ist“ (Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;, um [zum Grab] zu gehen [und] ihn zu salben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sehr (ganz) früh am ersten [Tag] der Woche (am Sonntag) &amp;lt;ref&amp;gt;μιᾴ zur Angabe eines bestimmten Tages steht der einfache Dativ, BDR § 200, Anm. 4. Der erste Tag der Woche wird durch μιᾷ bezeichnet; μιᾷ τῶν σαββάτων = am Sonntag. Vorbild war das Hebräische, das die Wochentage durch Kardinalzahlen statt durch Ordinalzahlen bezeichnet, BDR § 247,1; B/S I, S. 1052-1054; Markus kannte aber noch keinen „Sonntag“, (Gnilka 1979, 341), daher als Übersetzung am besten „am ersten Tag der Woche“. Gemeint ist aber natürlich der Sonntag.&amp;lt;/ref&amp;gt; gingen sie zum Grab, während (als) die Sonne aufging&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und sie sprachen zu einander: Wer wälzt {für} uns den Stein aus der Tür des Grabes (von der Tür des Grabes ab)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und als sie aufblickten&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, nehmen sie wahr (merken sie), dass der Stein abgewälzt (weggewälzt) war; er war nämlich sehr groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und nachdem sie hineingegangen waren&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Grab, sahen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt; sie einen Jüngling zur Rechten (auf der rechten Seite)&amp;lt;ref&amp;gt;Die rechte Seite war die glückverheißende Seite (Gnilka 1979, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt; sitzen, der ein weißes Gewand an(gezogen)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Stola, eine lange Stoffbahn, wurde nicht angezogen, sondern umgeworfen. Aber im dt. Sprachgebrauch werfen wir keine Kleidung um, sd. eine Jacke oder ein Tuch; das ist hier aber nicht gemeint: die Stola ist die normale Bekleidung&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte, und sie entsetzten sich (waren sehr erstaunt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er aber spricht&amp;lt;ref&amp;gt;Die Botschaft des Engels wird präsentisch eingeführt, um darauf hinzuweisen, dass sie das Zentrum dieser Perikope ist(Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihnen: Entsetzt euch nicht (Seid nicht erstaunt)! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (er wurde auferweckt) &amp;lt;ref&amp;gt;Das Passiv von ἐγείρω bedeutet auferstehen; man kann es aber auch passiv übersetzen: wurde auferweckt, um das Handeln Gottes zu betonen, so Gnilka 1979, 342.&amp;lt;/ref&amp;gt;, er ist nicht hier. Hier [ist] (Siehe) der Ort (die Stelle), wo sie ihn hingelegt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Aber los! (Auf!, Geht fort, Doch geht), sagt [es] seinen Jüngern und Petrus, dass er&amp;lt;ref&amp;gt;Also Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch vorangeht nach Galiläa&amp;lt;ref&amp;gt;Man kann das ὅτι auch als [[Ὅτι recitativum]] auffassen, das eine wörtliche Rede einleitet und dann nicht übersetzt wird: Er geht euch voran nach Galiläa&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch sagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und sie gingen hinaus&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; und flohen von dem Grab, sie waren nämlich ergriffen von (hatten)  Angst (Zittern) und Entsetzen (Bestürzung)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Markus 4,41; 5,15.33.42&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie sagten keinem (niemandem) etwas; denn&amp;lt;ref&amp;gt;oder: nämlich (dann am Schluss des Satzes: sie fürchteten sich nämlich)&amp;lt;/ref&amp;gt; sie fürchteten sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Vers 8 endet das Markusevangelium in den ältesten Quellen (4. Jh.: {{Hebr}}א{{Hebr ende}} und B). Vermutlich ist das abrupte Ende Absicht, um die verstörende Unbegreiflichkeit der Auferstehung zu betonen (Collins 2007, 800) oder um den Leser durch das offene Ende in die erzählte Geschichte hineinzuziehen (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Man kann es außerdem als Aufforderung an die Leser verstehen, von Jesu Auferstehung zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anderen, später geschriebenen Evangelien enthalten am Ende noch zusätzliche Erscheinungsberichte, was das Markus-Ende im Vergleich hierzu noch abrupter wirken lässt (Collins 2007, 800–801). Es entstanden darum verschiedene Fortsetzungen, die das vermeintlich fehlende Ende des Markus-Evangeliums ergänzen sollten (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kürzere Ergänzung lautet: „All diese Nachrichten verkündeten sie sogleich denen, die bei Petrus weilten. Sodann sandte auch Jesus selbst von Osten bis Westen durch sie die heilige und unvergängliche Botschaft der ewigen Rettung aus. Amen“. Sie findet sich in einer sehr frühen lateinische Übersetzung (4./5. Jh.: k). Ansonsten ist sie in wenigen Handschriften zusammen mit dem längeren Ende belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das längere Ende, das später die Versnummern 9 bis 16 erhielt, fasst Passagen anderer Evangelien summarisch zusammen und unterscheidet sich dabei sprachlich vom Rest der Evangeliums (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Es ist ab dem 5. Jh. (A, C und D) sowie in den meisten späten Handschriften belegt. Oft ist es durch einen kurzen Hinweistext oder durch textkritische Zeichen als unsicher markiert. Dass die sehr frühen Handschriften fast alle nach Vers 8 aufhörten, lässt sich auch durch Aussagen von Eusebius (3./4. Jh.) und Hieronymus (4./5. Jh.) belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird in der wissenschaftlichen Literatur gelegentlich überlegt, ob nach Vers 8 vielleicht ursprünglich ein anderes Ende folgte, dass bereits sehr früh verloren ging. Dagegen spricht, dass das Evangelium im 1. Jh. wohl auf einer Schriftrolle und nicht auf Einzelblättern geschrieben wurde (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; {{Sekundär}} Nachdem (als, weil)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot;&amp;gt;Partizip aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; er auferstanden war am frühen Morgen (im Morgengrauen) des ersten Tags der Woche (des Sabbats), erschien er als erstes Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. {{Par|Lukas|8|2}} {{Par|Johannes|20|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Als&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie ging, es denen zu bekanntzumachen (zu verkündigen), die bei ihm gewesen waren, trauerten sie weinten sie.&lt;br /&gt;
{{S|11}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und eben diese – obwohl (als, nachdem)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie hörten, dass [Jesus] lebte und von ihr gesehen worden war, da glaubten sie [es ihr] nicht.&lt;br /&gt;
{{S|12}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Danach {aber} erschien er zwei von ihnen, als (während)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie unterwegs waren, in anderer Gestalt, als (während) sie aufs Land [hinaus] gingen. {{Par|Lukas|24|13}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Auch diese gingen und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; berichteten es den anderen. Die glaubten es jenen [ebenfalls] nicht.{{Par|Lukas|24|33}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Später wiederum (aber), als sie gerade [zu Tische] lagen (gemeinsam aßen)&amp;lt;ref&amp;gt;Nach griechischer Tischsitte war es üblich, beim Essen zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; erschien er den elf [Jüngern], und er tadelte ihren Unglauben (ihr Mißtrauen, ihre Treulosigkeit) und ihre Hartherzigkeit, dass sie denen, die&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt (vertraut) hatten.{{Par|Lukas|24|36}} {{Par|Johannes|20|26}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und er sagte zu ihnen: „Geht in die ganze Welt hinaus und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; macht meine Freuden-Botschaft bekannt (verkündet mein Evangelium) der ganzen Schöpfung.{{Par|Matthäus|28|19}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; glaubt (vertraut, treu ist) und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot; /&amp;gt; dagegen nicht glaubt (nicht vertraut, treulos ist), wird gerichtet werden.&lt;br /&gt;
{{S|17}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Diese Wunder (Zeichen) {aber} werden die Glaubenden begleiten: &lt;br /&gt;
In meinem Namen werden sie Dämonen (Geister, übernatürliche Wesen) austreiben;&lt;br /&gt;
in neuen (d.h. unbekannten) Sprachen (Zungen) werden sie reden; {{Par|Markus|11|22}} {{Par|Apostelgeschichte|2|4}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; sie werden Schlangen aufheben&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Handschriften haben zusätzlich die Worte „Und mit ihren Händen …“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und wenn sie etwas Tödliches tranken, werden sie keinesfalls sterben;&lt;br /&gt;
bei Kranken werden sie Hände auflegen und es wird {ihnen} [diesen wieder] gut gehen.“ {{Par|Markus|6|5}} {{Par|Markus|6|13}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Der Herr, Jesus, wurde {nun zwar} nach diesem Reden in den Himmel aufgenommen und setzte sich zu Gottes rechter Seite,{{Par|Lukas|24|51}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; jene aber gingen hinaus [in die Welt] und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; verkündeten (predigten) überall , wobei&amp;lt;ref&amp;gt;Absoluter Genitiv&amp;lt;/ref&amp;gt; der Herr mitwirkte und [ihre] Rede (das Wort) dadurch bekräftigte, dass sich  Wunder einstellten (durch nachfolgende Zeichen stärkte/bestätigte).{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Matth%C3%A4us_11&amp;diff=21416</id>
		<title>Matthäus 11</title>
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		<updated>2015-08-26T20:07:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Kleine Korrekturen der Rechtschreibung und Übersetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und es geschah, als Jesus vollendet hatte das Befehlen an seine zwölf Jünger, dass er weiterzog von dort, um zu lehren und zu predigen in ihren Städten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Der Johannes aber hörte in dem Gefängnis (von den) die Werke Christi [und] er sandte durch seine Jünger,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} die sagten ihm: Bist du&amp;lt;ref&amp;gt;Das &amp;quot;du&amp;quot; steht betont&amp;lt;/ref&amp;gt; der kommen soll, oder sollen (müssen) wir auf einen anderen warten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte ihnen antwortend (antwortete ihnen): Geht, um Johannes zu berichten, was ihr hört und seht: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Blinde können wieder sehen und Gelähmte können gehen, Aussätzige sind geheilt und Taube hören und Tote werden lebendig und Arme bekommen die gute Nachricht zu hören; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} und glücklich (glückselig) ist, wer auch immer nicht an mir Anstoß nimmt (wer meinetwegen nicht zu Fall kommt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Als diese aber gingen, fing Jesus an, der Menge über Johannes zu sagen (reden, erzählen): Was gingt ihr in die Wüste zu sehen (anzusehen) ein Schilfrohr, das vom Wind hin- und herbewegt wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Oder seid ihr gegangen zu sehen einen Mann in weicher (feine) Kleidung gekleidet (bestückt)? Nein (ihr wisst doch), die feine Kleidung tragen, sind in den Häusern der Könige (den königlichen Palästen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Oder was seid ihr ausgezogen zu sehen? Einen Propheten? Ja (gewiss, freilich), ich sage euch, ihr habt gesehen, was sogar noch größer ist als ein Prophet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} Dieser ist es, über den geschrieben ist:&lt;br /&gt;
: Siehe, ich sende meinen Engel (Boten) zu dir,&lt;br /&gt;
: der, welcher bereitet (instand setzt) deinen Weg vor dir.&amp;lt;ref&amp;gt;Mal 3,1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} Amen (wahrlich) ich sage euch: nichts ist durch das Gebären von Frauen (unter von Frauen geborenen) größeres entstanden als Johannes der Täufer; aber der Kleinste im Königreich der Himmel (im Himmelreich) ist größer als er. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} Aber seit den Tagen Johannes des Täufers bis zum heutigen Tage (bis jetzt) bahnt sich das Königreich der Himmel mit Gewalt Bahn&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Stelle ist nicht ganz eindeuig. Alternativ: bis zum heutigen Tag wird dem Königreich der Himmeln Gewalt angetan. βιάζεται ist Medium.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Gewalttäter greifen es an (rauben es, ergfreifen es begierig.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} Denn alle Propheten und das Gesetz bis&amp;lt;ref&amp;gt;Unklar ob zeitlich oder ausschließlich gemeint ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; Johannes haben prophezeit;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und ihr wollt gut heißen (gelten lassen) dies ist Elija, der kommen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} Wer Ohren hat&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip. Wörtlich: der Ohren habende&amp;lt;/ref&amp;gt;(wer hören kann), höre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} Mit wem aber soll ich vergleichen das gegenwärtige Geschlecht? Es gleicht (es ist gleich) den Kindern, die auf den Marktplätzen sitzen (sich befinden, wohnen) und den anderen zurufen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} sie sprechen:&lt;br /&gt;
: Wir haben euch die Flöte gespielt, aber ihr tanzt nicht,&lt;br /&gt;
: wir haben ein Trauerlied angestimmt, aber ihr habt nicht getrauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} Denn Johannes kam weder essend noch trinkend&amp;lt;ref&amp;gt;Beides Partizipien. Vlt. &amp;quot;Denn Johannes aß weder noch trank er&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie sagten: Er hat einen Dämonen (er ist von einem Dämonen besessen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und der Sohn des Menschen kam essend und trinkend&amp;lt;ref&amp;gt;Partizipien, s.o.&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie sagten: Siehe, ein (der) Mensch [ist] ein Fresser (Schlemmer) und ein Weintrinker (Säufer), ein Freund der Zöllner und der Sünder. Und die Weisheit ist gerechtfertigt durch ihre Werke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} Darauf fing er an, die Städte zu beschimpfen, in denen er begann seine Wundertaten, denn sie waren nicht umgekehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} Wehe dir, Chorazin, wehe dir, Betsaida: Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wundertaten geschehen wären wie bei euch, schon lange hätten sie in Sack und Asche Buße getan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} Aber ich sage euch: Für Tyrus und Sidon wird es erträglicher sein im himmlischen Gericht als euch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und du, Kaphernaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhoben werden? Bis zum Hades (zur Unterwelt) wirst du herabgestoßen werden. Denn wenn in Sodom die Wundertaten geschehen wären wie bei dir, wäre es bis zum heutigen Tag stehen geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} Aber ich sage euch, dass es dem Land (der Erde) Sodoms erträglicher sein wird an Tag des Gerichts als dir. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} In jener Zeit (zu jenem Zeitpunkt) ergriff Jesus das Wort [und] sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des (über) des Himmels und der Erde, dass du verborgen hast dies (das alles) vor den Weisen und Verständigen (Klugen) und enthüllst (offenbarst) den kleinen Kindern (Unmündigen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} Ja (gewiss, freilich) Vater, denn was dir wohlgefällig [ist], ist geschehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} Alles ist mir ausgeliefert (anvertraut) von meinem Vater und keiner erkennt den Sohn außer dem Vater, auch keiner erkennt den Vater als der Sohn und jeder, dem wünscht der Sohn es aufzudecken (und jeder, dem es durch den Sohn enthüllt wird).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} Kommt her (auf!) zu mir, alle die ihr euch abmüht (müde werdet) und mit Lasten beladen seid und ich (ich aber, ich selbst) will euch Ruhe gewähren (euch erquicken).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} Nehmt (tragt, hebt) mein Joch auf euch selbst und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig (freundlich, milde) und von Herzen (demütig, niedrig, bescheiden) und ihr werdet bekommen (finden, entdecken) Ruhe (Erquickung, das Aufhören) für eure Seele. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Denn mein Joch ist (angenehm, gütig, leicht zu tragen, brauchbar, freundlich) und meine Last ist leicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Lukas_6&amp;diff=21288</id>
		<title>Lukas 6</title>
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		<updated>2015-07-10T11:33:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|10}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|12}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|15}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|16}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|17}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|18}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|19}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|20}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|22}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|23}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|24}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|25}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|26}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|27}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|28}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|29}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|31}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|32}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|33}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|34}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|35}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|36}} Seid barmherzig, wie auch&amp;lt;ref&amp;gt;Einige bedeutende Handschriften lassen das καί hier aus&amp;lt;/ref&amp;gt; euer Vater barmherzig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und richtet nicht, dann&amp;lt;ref&amp;gt;οὐ μή + Konj. Aor. (so hier, oder Ind. Fut.) ist die Form der verneinenden Aussage über Zukünftiges, BDR § 365&amp;lt;/ref&amp;gt; werdet auch ihr nicht gerichtet; und verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt. Lasst frei, dann werdet ihr freigelassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|38}} Gebt, und euch wird gegeben. Ein Maß, gut, festgedrückt, gerüttelt [und] nach allen Seiten überfließend wird man in eure Tasche (in den Bausch eures Gewandes) geben (schenken). Denn mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch wieder zugemessen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|39}} Er (sprach =) erzählte ihnen aber auch ein Gleichnis: kann etwa ein Blinder einen Blinden führen (anleiten, vgl. Apg. 8,31)? Werden sie nicht beide in [die] Grube fallen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|40}} Der Schüler (ist =) steht nicht über dem Lehrer. Ganz vollendet&amp;lt;ref&amp;gt;Ptz. pass.: wenn er ganz vollendet ist&amp;lt;/ref&amp;gt; aber, wird er wie sein Lehrer sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|41}} Warum aber siehst du den Splitter {der} im Auge deines Bruders, den Balken aber im eigenen Auge bemerkst du nicht (nimmst du nicht wahr)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|42}} Wie vermagst du zu sagen (kannst du sagen) zu deinem Bruder: Bruder, lass mich den Splitter {der} in deinem Auge herausziehen (entfernen), während&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], konzessiv übersetzt&amp;lt;/ref&amp;gt; du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Heuchler (Schauspieler), zieh (entferne) zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann (wirst =) kannst du (scharf hinblicken =) genau zusehen, dass du den Splitter {den} im Auge deines Bruder ausziehst (entfernst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|43}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|44}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|45}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|46}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|47}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|48}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|49}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jakobus_2&amp;diff=21177</id>
		<title>Jakobus 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Jakobus_2&amp;diff=21177"/>
		<updated>2015-06-12T16:59:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Meine Geschwister, glaubt an unseren herrlichen Herrn Jesus Christus, nicht an Parteilichkeit!&lt;br /&gt;
{{L|2}} Denn wenn ein gut gekleideter Mann mit goldenen Ringen an den Fingern und ein Armer in schmutziger Kleidung in eure Synagoge kommt,&lt;br /&gt;
{{L|3}} dann kümmert ihr euch um den gut gekleideten Mann und bietet ihm einen guten Platz an, doch dem Armen nur einen Stehplatz oder Fußschemel!&lt;br /&gt;
{{L|4}} Habt ihr da nicht schon geurteilt und seid schlechte Richter geworden?&lt;br /&gt;
{{L|5}} Hört, meine geliebten Geschwister: Hat Gott nicht diese Armen erwählt, um Reiche im Glauben und Erben des Reichen zu sein, das er denen versprochen hat, die ihn lieben?&lt;br /&gt;
{{L|6}} Doch ihr verachtet die Armen. Werdet ihr nicht von den Reichen unterdrückt und verklagt?&lt;br /&gt;
{{L|7}} Reden nicht gerade sie schlecht über euch?&lt;br /&gt;
{{L|8}} Wenn ihr wirklich nach dem königlichen Gesetz der Schrift „Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!“ handelt, dann handelt ihr richtig.&lt;br /&gt;
{{L|9}} Wenn ihr aber einige Menschen bevorzugt, sündigt ihr, indem ihr nicht nach dem Gesetz handelt.&lt;br /&gt;
{{L|10}} Denn wer auch nur gegen ein Gebot verstößt, wird an allen Geboten schuldig.&lt;br /&gt;
{{L|11}} Wer sagte: „Du sollst nicht die Ehe brechen!“, der sagte auch: „Du sollst nicht morden!“ Wenn du keinen Ehebruch begehst, aber mordest, hast du gegen das Gesetz verstoßen.&lt;br /&gt;
{{L|12}} Redet und handelt als wenn ihr einmal nach dem Gesetz der Freiheit gerichtet werden wollt.&lt;br /&gt;
{{L|13}} Denn wer unbarmherzig ist, der wird auch unbarmherzig verurteilt werden — die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Was nützt es, meine Geschwister, wenn jemand behauptet, zu glauben, aber nichts Gutes tut? Kann der Glaube ihn retten?&lt;br /&gt;
{{L|15}} Wenn jemand weder Nahrung noch Kleidung hat&lt;br /&gt;
{{L|16}} und einer von euch sagt zu ihm: „Lebe wohl, wärme dich auf und iss dich satt!“, aber ihr gebt ihm nicht, was er dafür braucht, was hilft ihm das?&lt;br /&gt;
{{L|17}} So ist auch der Glaube ohne gute Taten tot.&lt;br /&gt;
{{L|18}} Aber es wird jemand sagen: „Du glaubst und ich tue Gutes — zeige mir deinen Glauben ohne gute Taten, und ich werde dir aus meinen guten Taten deinen Glauben zeigen.“&lt;br /&gt;
{{L|19}} Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt — Da hast du Recht! Auch die Dämonen glauben das und haben Angst!&lt;br /&gt;
{{L|20}} Versteht, ihr einfältigen Leute, dass der Glaube ohne gute Taten nutzlos ist!&lt;br /&gt;
{{L|21}} Wurde nicht Abraham, unser Vater, wegen seiner guten Taten frei gesprochen, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opfern wollte?&lt;br /&gt;
{{L|22}} Du siehst, dass der Glaube mit seinen guten Taten zusammen wirkte und durch die guten Taten der Glaube zur Vollendung gelangte,&lt;br /&gt;
{{L|23}} und die Vorhersage der Schrift: „Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet“ wurde wahr und er wurde „Freund Gottes“ genannt.&lt;br /&gt;
{{L|24}} Ihr seht, dass der Mensch wegen seiner guten Taten frei gesprochen wird und nicht nur wegen seines Glaubens.&lt;br /&gt;
{{L|25}} Wurde nicht auch so die Prostituierte Rahab wegen ihrer guten Tat frei gesprochen, als sie die Boten gastlich aufnahm und auf einem anderen Weg hinaus führte?&lt;br /&gt;
{{L|26}} Denn wie der Körper ohne Geist tot ist, ist auch der Glaube ohne gute Taten tot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Meine Geschwister (Brüder, Brüder [und Schwestern]), habt den Glauben [an] unseren Herrn&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „Glauben unseres Herrn“. Gen. subi.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Herrlichkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Im Urtext: „unseren Herrn Jesus Christus der Herrlichkeit“. Es gibt verschiedene Deutungsmöglichkeiten: 1. als Gen. qualitatis: „unseren herrlichen Herrn Jesus Christus“ (Dibelius, Johnson). In manchen Übersetzungen zu finden. 2. Grammatikalisch möglich, wenn auch im Rest der Bibel nicht anzutreffen wäre die Deutung als Apposition – der „Herr Jesus Christus“ würde also als „Herrlichkeit“ bezeichnet. Blomberg/Kamell ziehen diese Übersetzung vor. 3. als Gen. obiectivus; dann Glauben an die „Herrlichkeit des Herrn...“. 4. Als Titel Jesu, dann „Herrn Jesus Christus der Herrlichkeit“ (Bauckham). 5. Als attributiver Genitiv, wie hier gewählt (Mußner). Das erscheint am natürlichsten, außerdem haben sich die Übersetzer aller wichtigen deutschen Bibelübersetzungen für diese Variante entschieden. Nur Menge differenziert: „unsern Herrn Jesus Christus, (den Herrn) der Herrlichkeit“. Die nächstbeste Lösung ist wohl Option 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Jesus Christus, nicht in Parteilichkeit!&lt;br /&gt;
{{S|2}} Denn wenn in eure Synagoge&amp;lt;ref&amp;gt;Oder neutraler „Versammlung“, dann wohl als christlicher Gottesdienst (cf. Dibelius, Mußner, Johnson, Blomberg/Kamell). Blomberg sieht hier eine christliche Gerichtsszene. So werde in Vv. 1-4 Gerichtssprache verwendet. Weiter verwende der Autor συναγωγή und nicht ἐκκλησία (wie in [[Jakobus_5#s14|5,14]]) – das wäre der einzige Fall im NT, wo das Wort einen christlichen Gottesdienst meint. Auch könne der Autor auf [[Levitikus_19#s15|3. Mose 19,15]] angespielt haben, was wieder auf eine Gerichtssituation hinweisen könnte. Und in V. 6 wird erwähnt, wie die Reichen die Armen verklagen. Andererseits könne der Gebrauch von συναγωγή auf den jüdischen Kontext oder ein frühes Entstehungsdatum des Briefs hinweisen, und die Szene wäre sehr leicht auch in einem Gottesdienst vorstellbar (Blomberg/Kamell). Dibelius wendet aber ein, dass es nicht als Beleg für einen jüdischen Hintergrund herhalten kann.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Mann mit goldenen Ringen an den Fingern&amp;lt;ref&amp;gt;Auf Griechisch ein einziges Adjektiv, „goldfingrig“.&amp;lt;/ref&amp;gt; in prächtiger&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „strahlender“, „glänzender“&amp;lt;/ref&amp;gt; Kleidung kommt, {es kommt} aber auch ein Armer in schmutziger Kleidung, &lt;br /&gt;
{{S|3}} und (doch) ihr kümmert euch um denjenigen, der die prächtige Kleidung trägt&amp;lt;ref&amp;gt;Subst. [[Partizip|Ptz]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, und sagt: Setze du dich hier auf den guten Platz&amp;lt;ref&amp;gt; Wörtlich: „hierher [auf diesen] gut[en Platz]“&amp;lt;/ref&amp;gt;!, doch (und) zu dem Armen sagt ihr: Stelle du dich [dorthin] oder setze dich da&amp;lt;ref&amp;gt;Variante im Urtext: ἐκεῖ („da“) steht in manchen Handschriften hinter κάθου („setze dich“). Übersetzung dann: „Du stehe oder setze dich dort...“ (gefunden im NSS; sollte noch belegt werden).&amp;lt;/ref&amp;gt; unten [auf] meinen Fußschemel!,&lt;br /&gt;
{{S|4}} habt ihr da nicht in eurem Inneren (in eurem Herzen; untereinander)&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „in euch selbst“ oder „untereinander“. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich für die reziproke Deutung. So etwa Menge: „seid ihr da nicht in Zwiespalt (oder: Widerspruch) mit euch selbst geraten“. HfA: „Habt ihr da nicht mit zweierlei Maß gemessen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; unterschieden&amp;lt;ref&amp;gt;Dasselbe Wort wird weiter oben für „zweifeln, Bedenken haben“ verwendet, kommt hier aber in seiner Grundbedeutung vor.&amp;lt;/ref&amp;gt; und seid Richter [mit] böser Gesinnung&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „Richter schlechter Gedanken“. Kann auch als „eine schlechte Entscheidungen fällen“ interpretiert und frei übersetzt werden (NSS). Die „Gesinnung“ kann sowohl für „leise“ wie „laute“ Gedanken stehen (Blomberg/Kamell).&amp;lt;/ref&amp;gt; geworden?&amp;lt;ref&amp;gt;Vv. 2-4 sind ein gewöhnlicher, prospektiver Konditionalsatz.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|5}} Hört, meine geliebten Geschwister (Brüder, Brüder [und Schwestern]): Hat (Erwählt nicht) Gott sich nicht die [in den Augen] der Welt&amp;lt;ref&amp;gt;„[in den Augen] der Welt“: Hier als „ethischer Dativ“ (Blomberg/Kamell) interpretiert, was das Augenmerk nicht auf ihre materielle Armut, sondern ihre niedrige Stellung lenkt. Möglich wäre auch die Deutung als lokaler („die Armen, die in der Welt sind“) oder „Dativ der Hinsicht“ („die Armen in Hinsicht auf weltliche Güter“).&amp;lt;/ref&amp;gt; Armen [dazu] erwählt&amp;lt;ref&amp;gt;Der Aorist könnte gnomisch sein. Dann: „Erwählt Gott nicht...?“ (Blomberg/Kamell).&amp;lt;/ref&amp;gt;, [um] Reiche im (durch den) Glauben und Erben des Reiches [zu sein]&amp;lt;ref&amp;gt;Alternativ: „als Reiche...“. LUT bezieht „erwählt“ auch auf die „Reichen“ und „Erben“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das er denen verheißen hat, die ihn lieben? &lt;br /&gt;
{{S|6}} Doch ihr habt den Armen verachtet (verächtlich behandelt). Unterdrücken (Behandeln ... gewalttätig) euch nicht die Reichen, und schleppen [nicht]&amp;lt;ref&amp;gt;Das οὐχ am Satzanfang bezieht sich auch auf dieses Verb.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie euch vor Gericht? &lt;br /&gt;
{{S|7}} Lästern nicht [gerade] sie den guten Namen, der über euch ausgerufen wurde?&lt;br /&gt;
{{S|8}} Wenn ihr wirklich [das] königliche Gesetz gemäß der Schrift erfüllt, „Liebe&amp;lt;ref&amp;gt;Eigentlich ein Futur; drückt ein besonders starkes Gebot aus.&amp;lt;/ref&amp;gt; deinen Mitmenschen (Nächsten) wie dich selbst!“,{{par|Levitikus|19|18}} [dann] handelt ihr gut (richtig)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Adverb καλῶς bezeichnet hier das moralisch Richtige. In V. 3 bezeichnet es dagegen einen angemessenen, bequemen Sitzplatz... &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Indefiniter Konditionalsatz.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|9}} Wenn ihr aber bestimmte Menschen bevorzugt („parteiisch handelt/urteilt“, „die Person anseht“&amp;lt;ref&amp;gt;so NSS&amp;lt;/ref&amp;gt;), begeht ihr Sünde, indem ihr vom Gesetz als Übertreter&amp;lt;ref&amp;gt;So wörtlich. Lt. B/A hier auch „Sünder“.&amp;lt;/ref&amp;gt; überführt werdet&amp;lt;ref&amp;gt;Modale Auflösung des Ptc. coni. Möglicherweise auch kausal („weil … ihr überführt werdet“) bzw. einfach mit „und“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Indefiniter Konditionalsatz.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn wer das ganze Gesetz einhält (bewahrt), aber in einem [einzigen Punkt (Gebot)] strauchelt&amp;lt;ref&amp;gt;Bedeutung: „auch nur gegen ein Gebot verstößt“ &amp;lt;/ref&amp;gt;, ist [dadurch an] allen [Geboten] schuldig geworden&amp;lt;ref&amp;gt;Hier steht im Urtext ein Pf., das das Resultat einer Handlung betont; daher die Einfügung „[dadurch]“.Es ist unklar, ob mit „in Einem“ – „in Allen“ einzelne Gebote oder ähnliche Bereiche gemeint sind. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|11}} Denn derjenige, der sagte: „Brich die Ehe nicht!“, der sagte auch: „Morde nicht!“{{par|Exodus|20|13|14}}&amp;lt;ref&amp;gt;Aus 2. Mose 20,14.13. Beide Gebote stehen hier im prohibitiver Konjunktiv, während sie in der LXX – analog zum Hebräischen – im verneinten Futur stehen, was eine ähnlich starke Verneinung ist. Hier also etwas sinngemäßer wiedergegeben. &amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn du aber [jetzt zwar] keinen (nicht) Ehebruch begehst, aber mordest, bist du [dadurch] ein Gesetzesbrecher geworden&amp;lt;ref&amp;gt;Hier steht im Urtext ein Pf., das das Resultat einer Handlung betont; daher die Einfügung „[dadurch]“. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Indefiniter Konditionalsatz.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|12}} Sprecht {so} und handelt {so} wie [Menschen] (als [solche]), die einmal nach&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „durch“. Alternativ „anhand“, „auf Grundlage“.&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Gesetz der Freiheit gerichtet  (werden wollen)&amp;lt;ref&amp;gt;Attr. Ptz.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|13}} Denn das Gericht [ist] („[soll … sein]“, „[wird … sein]“) unbarmherzig [gegenüber] demjenigen, der keine Barmherzigkeit geübt hat – [die] Barmherzigkeit triumphiert über [das] Gericht. &lt;br /&gt;
{{S|14}} Was nützt es,&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „Was [ist] der Nutzen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; meine Geschwister, wenn jemand Glauben zu haben behauptet, aber keine Werke hat?&amp;lt;ref&amp;gt;Prospektiver Konditionalsatz.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermag der Glaube etwa, ihn zu retten? &lt;br /&gt;
{{S|15}} Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt (dürftig gekleidet) sind und ihnen die tägliche Nahrung fehlt, &lt;br /&gt;
{{S|16}} aber einer von euch zu ihnen sagt: „Geht hin in Frieden&amp;lt;ref&amp;gt;Griechischer Abschiedsgruß. Lt. B/A entspricht das etwa dem Dt. „Bleiben Sie gesund!“. Alternativ sicher auch „Leb wohl!“ o. ä.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wärmt euch und esst euch satt!“, aber ihr gebt ihnen nicht, was für den Leib erforderlich ist&amp;lt;ref&amp;gt;Vulgo: „was sie zum Leben brauchen“, „das Lebensnotwendige“&amp;lt;/ref&amp;gt;, was nützt das&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „Was [ist] der Nutzen“ (cf. 14).&amp;lt;/ref&amp;gt;?&amp;lt;ref&amp;gt;Vv. 15-16: Wieder ein prospektiver Konditionalsatz.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|17}} So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke [zur Folge] hat, für sich allein tot.&amp;lt;ref&amp;gt;Prospektiver Konditionalsatz.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|18}} Aber jemand wird sagen: Du hast Glauben und ich habe Werke – zeige mir deinen Glauben ohne Werke, und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben zeigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt verschiedene Theorien darüber, wie weit die direkte Rede reicht. Davon ist die Bedeutung der Stelle abhängig. Blomberg zählt verschiedene Möglichkeiten auf: 1. Lässt Jakobus hier einen fiktiven Gegner zu Wort kommen? 2. Wie weit verläuft seine Rede? 3. Kommt dazu noch ein fiktiver Verbündeter? 4. Oder handelt es sich um einen fiktiven, etwas langsamen Zuhörer, der weiterer Erklärung bedarf? (So bei Bauckham; von Blomberg unberücksichtigt.) 5. Denkbar wäre auch, „Du hast Glauben?“ als Frage zu formulieren; alles weitere wäre dann die Antwort des Autors. Blomberg entscheidet sich dafür, dass der Autor indirekte Rede verwendete – das „ich“ beziehe sich also auf ihn, das „du“ auf sein Gegenüber (Blomberg/Kamell).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|19}} Du glaubst, dass es [nur] einen Gott gibt&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „dass nur [einer] Gott ist?“. Alternativ als Frage: „Glaubst du, dass es nur einen Gott gibt?“&amp;lt;/ref&amp;gt; – Du hast recht!&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „Du handelst gut/richtig!“&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die Dämonen glauben [das] und zittern (schaudern)! &lt;br /&gt;
{{S|20}} Willst du [wohl] einsehen&amp;lt;ref&amp;gt;Oder in Form einer echten Frage: „Willst du wissen/einsehen...“ (so bei Blomberg/Kamell).&amp;lt;/ref&amp;gt;, o törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist? &lt;br /&gt;
{{S|21}} Wurde nicht Abraham, unser Vater, aufgrund [seiner] Werke für gerecht erklärt (freigesprochen&amp;lt;ref&amp;gt;Von B/A präferiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;), als er Isaak, seinen Sohn, auf dem Altar [als Opfer] darbrachte&amp;lt;ref&amp;gt;Hier temporale Auflösung des attributiven Ptz. Alternativ modal „indem er … darbrachte“, möglicherweise auch kausal „weil/da“. Neben der gleichzeitigen Übersetzung kann das Ptz. Aor. auch vorzeitig übersetzt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;? &lt;br /&gt;
{{S|22}} Du siehst, dass der Glaube mit seinen&amp;lt;ref&amp;gt;I.e. Abrahams.&amp;lt;/ref&amp;gt; Werken zusammenwirkte&amp;lt;ref&amp;gt;Imperfekt; mit durativer/iterativer Bedeutung; hier vielleicht als schrittweise Prozess zu deuten.&amp;lt;/ref&amp;gt; und durch die&amp;lt;ref&amp;gt;Oder dem Kontext nach „[seine]“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Werke der Glaube zur Vollendung gelangte, &lt;br /&gt;
{{S|23}} und die Schrift wurde erfüllt, die besagt&amp;lt;ref&amp;gt;Attr. Ptz.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Abraham {aber} glaubte Gott, und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet“{{par|Genesis|15|6}}{{par|Galater|3|6}}{{par|Römer|4|3}}{{par|Römer|4|22}}, und er wurde „Freund Gottes“ genannt. &lt;br /&gt;
{{S|24}} Ihr seht, dass [der] Mensch aufgrund seiner Werke für gerecht erklärt (freigesprochen&amp;lt;ref&amp;gt;So B/A.&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird und nicht aufgrund [des] Glaubens allein. &lt;br /&gt;
{{S|25}} Wurde {aber} nicht genauso auch die Prostituierte Rahab aufgrund von Werken für gerecht erklärt (freigesprochen&amp;lt;ref&amp;gt;So B/A.&amp;lt;/ref&amp;gt;), als sie die Boten gastlich aufnahm und [auf] einem anderen Weg&amp;lt;ref&amp;gt;Dat. modi.&amp;lt;/ref&amp;gt; hinausführte?&amp;lt;ref&amp;gt;Hier temporale Auflösung zweier Ptc. coni. Alternativ auch modal: „indem“ oder kausal: „weil“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|26}} Denn genau wie der Körper ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
Die vorliegende Übersetzung (SF) entstand für ein Studienprojekt, bei dem der gesamte Jakobusbrief übersetzt, mit Kommentaren abgeglichen und exegesiert werden sollte. Allerdings folgt die Übersetzung nicht immer Offene-Bibel-Konventionen: So wurden so gut wie alle Partizipien (bis auf einige substantivierte) aufgelöst und die Sätze so natürlich wie möglich aufgebaut, ohne die Genauigkeit zu beeinträchtigen oder den griechischen Satzbau aufzubrechen. Der Imperativ in der dritten Person wurde gewöhnlich mit dem Hilfsverb „sollen“ übersetzt (jeweils vermerkt); auf Aspektbedeutung und Sinnrichtung (bei adverbialen Partizipien u.a.) wurde besonderer Wert gelegt. Beim Übersetzen wurde auch auf den Transport des Textsinns geachtet und stellenweise Vorschläge und Anmerkungen zur kommunikativen Übersetzung gemacht (jedoch unvollständig). Der gesamte Text wurde unter Zuhilfenahme des Neuen sprachlichen Schlüssels (NSS), der Kurzgrammatik zum ntl. Griechisch (KG) und dem Wörterbuch von Bauer/Aland (B/A) übersetzt und, stellenweise ausführlich, mit dem exegetischen Kommentar von Blomberg u. Kamell abgeglichen. Wo es nützlich erschien, wurden wichtige deutsche Übersetzungen in den Fußnoten zitiert (LUT, EU, Menge, REB, SLT, NGÜ), teilweise auch englische (NIV, NASB, ESV, NET). An kritischen Stellen wurden die Jakobuskommentare von M. Dibelius und L.T. Johnson, teilweise auch F. Mußner konsultiert. Weitere Referenzen entstammen entweder der Diskussion während der Vorlesung (so Maier, Louw/Nida), der Pflichtlektüre (so Bauckham) oder den genannten Quellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lückenhaft ist noch der Abgleich mit Kommentaren in den Kapiteln 4 und v.a. 5 (dort meist auch angegeben). Bei manchen Angaben wurden die Quellen nicht angegeben; entweder weil sie mit jeder Grammatik zu verifizieren sind, oder weil sie meinem NSS oder Blomberg/Kamell entstammen und ich es schlichtweg vergaß. Nicht jedes Wort oder jede Wendung erhielt bei der Ergründung der tatsächlichen Bedeutung die Aufmerksamkeit, die sie verdienten, auch wenn ich sicherlich die brennendsten Probleme erhellen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine ursprüngliche Übersetzung enthielt Anführungszeichen. Wo diese noch bestehen, habe ich sie entweder übersehen, oder sie dienen der Abgrenzung eines Zitats (z.B. 4,6). Vielleicht sind beim Kopieren der Verse und Transport der Fußnoten Fehler entstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde die Übersetzung wohl weiter pflegen und auch noch eine Einleitung verfassen (es sei denn jemand anderes ist schneller :-) ). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 15:12, 21. Feb. 2010 (UTC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_4&amp;diff=21166</id>
		<title>Markus 4</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_4&amp;diff=21166"/>
		<updated>2015-06-09T17:49:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Und wieder begann er am See zu lehren. Eine so gewaltige Menschenmenge versammelte sich bei ihm, dass er in ein Boot stieg und vom Wasser aus zu den Menschen am Ufer sprach.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Er lehrte sie lange und gebrauchte dabei Gleichnisse (bildhafte Vergleiche). So sagte er: &lt;br /&gt;
{{L|3}}„Hört mir zu! Einmal machte sich ein Sämann auf, um zu säen. &lt;br /&gt;
{{L|4}}Und beim Säen passierte es, dass ein Teil der Samenkörner auf den Feldweg fiel, und die Vögel kamen und fraßen es auf. &lt;br /&gt;
{{L|5}}Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde gab. Die Saat ging zwar schnell auf, &lt;br /&gt;
{{L|6}}doch als die Sonne empor stieg und brannte, verdorrte die Saat, weil sie keine Wurzeln hatte. &lt;br /&gt;
{{L|7}}Ein weiterer Teil fiel zwischen Dornbüsche; die Dornbüsche überwucherten alles, und die Saat brachte auch dort keine Frucht.&lt;br /&gt;
{{L|8}}Aber ein Teil der Körner fiel auch auf guten Boden. Dort ging die Saat auf, sie wuchs und brachte reichlich Frucht: teils dreißigmal, teils sechzigmal, teils sogar hundertmal so viele neue Körner.“ &lt;br /&gt;
{{L|9}}Dann sagte er: „Wer Ohren hat zum Hören, soll hören!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|10}}Später, als er mit den Zwölfen und einigen anderen Leuten alleine war, fragten die ihn immer wieder nach den Gleichnissen. &lt;br /&gt;
{{L|11}}Darauf sagte er zu ihnen: „Euch ist das Geheimnis von Gottes Königtum gegeben, aber denen draußen, den Außenstehenden, wird alles in Gleichnissen vermittelt,&lt;br /&gt;
{{L|12}}damit sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
sehen, aber nicht erkennen, &lt;br /&gt;
und hören, aber nicht verstehen&lt;br /&gt;
– so dass sie nicht etwa sich bekehren und ihnen vergeben wird.“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hier gibt Markus eine direkte Weisung Gottes aus Jesaja 6,9f wieder, die manchmal auch noch deutlicher übersetzt wird mit „Sie &#039;&#039;sollen&#039;&#039; sehen, aber nicht erkennen...“. Das ist vielleicht etwas schwer zu verstehen - aber vielleicht etwas leichter zu verstehen, wenn man sie zusammen mit der Verkündigung Jesu in Mt 11,25 betrachtet: „Ich preise dich, Vater, [...] weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.“ (EÜ){{par|Matthäus|11|25}}. Paulus spricht etwas ähnlich in 1 Kor 2, 6-9 von der „verborgenen Weisheit Gottes“ und von dem, „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (EÜ){{par|1Korinther|2|6}}. &amp;lt;br /&amp;gt; In der Parallelstelle Mt 13,13f {{par|Matthäus|13|13}} heißt es (weniger weisend, mehr beschreibend): „Sie sehen - und erkennen doch nicht; sie hören - und verstehen doch nicht.“ Das (bzw. genauer den Vers Mt 13,15) übersetzt Martin Dreyer in seiner Volxbibel unübertrefflich einprägsam mit den Worten: „Sie sitzen auf ihren Ohren und haben Tomaten auf den Augen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Jesaja|6|9|10}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|13}}Dann ging er auf das Gleichnis ein und fragte sie: „Begreift ihr schon dieses Gleichnis nicht? Wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? &lt;br /&gt;
{{L|14}}Also: Der Sämann sät das Wort, die Botschaft.&lt;br /&gt;
{{L|15}}Der Feldweg, das sind diejenigen Menschen, die das Wort empfangen und hören, doch sobald sie es hören, kommt gleich der Satan und nimmt es ihnen weg. &lt;br /&gt;
{{L|16}}Die mit dem felsigen Boden sind diejenigen, die das Wort schnell mit Freuden annehmen, sobald sie es hören,&lt;br /&gt;
{{L|17}}doch sie haben keine Wurzeln und sind unbeständig. Wenn sie dann wegen der Botschaft in Schwierigkeiten geraten, geben sie auch schnell wieder auf.&lt;br /&gt;
{{L|18}}Andere sind die mit den Dornbüschen. Das sind diejenigen, die das Wort gehört und aufgenommen haben,&lt;br /&gt;
{{L|19}}doch wenn weltliche Sorgen, die Verlockung des Reichtums und das Verlangen nach allen möglichen anderen Dingen sich breit machen, dann ersticken diese das Wort und es wird fruchtlos.&lt;br /&gt;
{{L|20}}Die aber, bei denen die Saat auf gute Erde fällt, das sind jene, die das Wort, die Botschaft hören und annehmen und die dann auch Früchte bringen – manche dreißigfach, manche sechzigfach, manche eben hundertfach.“ &amp;lt;ref&amp;gt;In einem bemerkenswerten neuen geistlichen Lied hat Gregor Linßen dieses Gleichnis vertont: „Herr, du bist die Hoffnung, wo Leben verdorrt. Auf steinigem Grund wachse in mir! Sei keimender Same, sei sicherer Ort! Treib Knospen und blühe in mir!!“ Das Lied ist auch bekannt unter seinem Refrain: „Und ein neuer Morgen...“&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|21}}Dann sagte er zu ihnen: „Bringt man etwa eine Lampe, um sie unter einem Eimer unter das Bett zu stellen? Oder nicht eher, um sie auf einen Lampenständer zu setzen?&lt;br /&gt;
{{L|22}}Es gibt nichts Geheimes, außer, damit es öffentlich gemacht wird, und es ist auch nichts verborgen worden, außer, damit es ans Tageslicht kommt.&lt;br /&gt;
{{L|23}}Wer Ohren hat zum Hören, soll hören!“ &amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|24}}Und er sagte zu ihnen: „Achtet auf das, was ihr hört! Mit dem Maß, mit dem ihr zuteilt, wird euch zugeteilt werden, und euch wird noch mehr gegeben werden.&lt;br /&gt;
{{L|25}}Denn wer hat, dem wird gegeben, und wer nicht hat, dem wird auch das, was er hat, weggenommen werden.“ &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|26}}Und er sagte: „Gottes Königreich ist so, wie wenn ein Mann Samen auf das Ackerland streut.&lt;br /&gt;
{{L|27}}Während er schläft und erwacht, Nacht und Tag, sprießt und wächst die Saat - wie, das weiß er selbst nicht. &lt;br /&gt;
{{L|28}}Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst einen Halm, dann eine Ähre, dann den voll ausgereiften Weizen in der Ähre.&lt;br /&gt;
{{L|29}}Und sobald die Frucht es zulässt, setzt er gleich die Sichel an, weil die Erntezeit gekommen ist.“ &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|30}}Dann sagte er: „Womit können wir Gottes Königreich vergleichen, mit welchem Bild können wir es darstellen? -&lt;br /&gt;
{{L|31}}Mit einem Senfkorn, das, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste aller Samenkörner ist, die man in die Erde sät,&lt;br /&gt;
{{L|32}}doch wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartenpflanzen, und es treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|33}}So verkündete er den Menschen mit vielen Gleichnissen seine Botschaft in dem Maße, wie sie es verstehen konnten.&lt;br /&gt;
{{L|34}}Er sprach zu ihnen nie ohne Gleichnis - seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen alleine war.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und als es Abend geworden war, an jenem Tag, sagte er zu ihnen: „Lasst uns an das andere Ufer fahren!“&lt;br /&gt;
{{L|36}}Sie schickten die Menschenmenge weg und nahmen ihn, wie er war, im Boot mit; auch andere Boote waren dabei.&lt;br /&gt;
{{L|37}}Da kam ein starker Sturmwind auf, und die Wogen schlugen so heftig in das Boot, dass es sich immer mehr mit Wasser füllte.&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus aber schlief auf einem Kissen am Heck. Sie weckten ihn und riefen: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir hier umkommen?“&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er wachte auf, fuhr den Wind an und rief dem Meer zu: „Sei still!“ Da ließ der Wind nach, und es trat eine völlige Stille ein.&lt;br /&gt;
{{L|40}}Jesus fragte die Jünger: „Warum seid ihr so ängstlich? Habt ihr noch keinen Glauben?“&lt;br /&gt;
{{L|41}}Da ergriff sie noch größere Furcht und sie sagten zueinander: „Wer ist dieser Mann, dass sogar der Wind und das Meer ihm gehorchen?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und wieder einmal (erneut) begann er am Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meer&#039;&#039; Gemeint ist wie schon in Mk 2,13; 3,7 der See Gennesaret, das „Meer von Galiläa“. Bisher hat sich Jesus fast nur in Galiläa aufgehalten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lehren. Und eine so gewaltige Menschenmenge versammelte sich bei ihm, dass er in ein Boot stieg und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal, mit „und“ beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[darin] auf dem Meer (See) saß&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[darin] auf dem Meer (See) saß&#039;&#039; Die Formulierung ist etwas plump. Luther missversteht offenbar den griechischen Satzbau und übersetzt bezüglich des Bootes „das im Wasser lag“. Guelich erwähnt den Vorschlag, dass „ins Boot steigen und sitzen“ ein Aramaismus ist, der einfach „an Bord gehen“ bedeutet. Doch Markus könnte uns auch bewusst darauf hinweisen, dass Jesus sich setzte, denn das war die normale Haltung eines Lehrers (Guelich 1989, 191).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und die ganze Menschenmenge blieb (war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;blieb (war)&#039;&#039; W. „waren“ ([[Constructio ad sensum]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
am Ufer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;am Ufer&#039;&#039; W. „(nah) am Meer“ oder „zum Meer hin gewandt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an Land.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und er lehrte sie mit (mithilfe, in) Gleichnissen (bildhaften Vergleichen) viele [Dinge] (lange) und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lehrte&#039;&#039; und &#039;&#039;sagte&#039;&#039; stehen im [[Imperfekt]], was für eine (fortdauernde) Predigt passend ist. πολλὰ könnte daher hier nicht nur &#039;&#039;viele Dinge&#039;&#039; heißen, sondern auch ein Adverb sein und dann &#039;&#039;lange&#039;&#039; bedeuten (NSS, so EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen, während er lehrte (bei/in/während seiner Lehre)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;während er lehrte&#039;&#039; LUT: „in seiner Predigt sprach er zu ihnen“, GNB, NGÜ: „Unter anderem sagte er“&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
{{S|3}} „Hört! Seht! (Einmal) Der Säende (Sämann) machte sich auf, [um] zu säen.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und beim Säen kam es dazu (geschah es), [dass] ein [Teil des Saatguts] ([Samenkorn])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein [Teil des Saatguts] ([Samenkorn])&#039;&#039; Gr. ὃ μὲν – ἄλλο „eins – ein anderes“ oder „ein [Teil] – ein anderer [Teil]“. Für viele Übersetzungen bedeutet das: „ein [Teil des Saatguts]“. Allerdings spricht V. 8 dann von „anderen“ (Plural), was darauf hindeuten könnte, dass Markus beispielhaft von einzelnen Körnern spricht. Eines fiel auf den Weg – andere fielen auf guten Boden (Guelich 1989, 193; France 2002, 191f.).Auch den Singular „Wurzel“ (V. 6) könnte man so verstehen. Allerdings handelt die Geschichte von Körnern, die mit der Hand ausgestreut werden. Da würde man eher erwarten, dass Jesus vom Schicksal mehrerer Körner als Kollektiv spricht. Weiter klingt es eher nach mehreren Körnern, die am Ende des Verses gleich von den Vögeln (Pl.) gefressen werden (vgl. [http://books.google.de/books?id=7rFZUSeOcd0C&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA197#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Stein 2008, 197]). Schließlich benutzt Markus in V. 8 Zahlwörter („ein [Korn]“ usw.) für das Schicksal einzelner Körner, aber nicht hier. Es ist also wahrscheinlicher, dass erst ab V. 8 einzelne Körner in den Blick kommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an den Wegesrand (auf den Weg)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;weg&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;an den Wegesrand (auf den Weg)&#039;&#039; Die griechische Präposition παρά lässt beide Möglichkeiten zu, wenn Markus mit semitischem Einschlag formuliert (Guelich 1989, 193), doch für &#039;&#039;auf&#039;&#039; hätte er ἐπί verwenden können (wie in V. 7, 8), παρά heißt eher „bei“ ([http://books.google.de/books?id=7rFZUSeOcd0C&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA198#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Stein 2008, 198]). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fiel, und die Vögel kamen und fraßen es auf. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und ein anderer [Teil] fiel auf felsigen Boden, wo er nicht viel Erde hatte, und [die Saat] ging schnell auf, weil sie keine tiefe Erde hatte.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Doch (und) als (nachdem) die Sonne aufging (hochstieg), wurde [die Saat] versengt, und weil sie keine Wurzeln&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wurzeln&#039;&#039; W. „Wurzel“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
hatte, verdorrte sie (trocknete sie aus). &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und ein anderer [Teil] fiel zwischen die Dornengewächse (Dornbüsche, Dornen), und die Dornengewächse (Dornbüsche, Dornen) wuchsen auf (überwucherten) und erstickten [die Saat], und sie brachte keine Frucht.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und andere [Körner] ([Teile]) fielen auf {den} guten Boden (Erde) und brachten Frucht, indem (während, wobei) sie aufgingen (aufwuchsen) und wuchsen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem (während, wobei) er aufging und wuchs&#039;&#039; Zwei [[Ptz. conj.]], modal-temporal Nebensatz übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ein [Samenkorn] ([Teil der Saat]) brachte 30, {und} eins 60 und eins 100 [Körner] hervor ([das Saatgut] trug dreißig- {und}, sechzig- und hundertfach [Frucht])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;30, 60, 100 [Körner]&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;dreißig-, sechzig- und hundertfach [Frucht]&#039;&#039;. Gr. ἔφερεν ἓν τριάκοντα usw. Die Frage ist, wie ἓν „eines“ (Ntr. Sg. des Zahlworts ) zu verstehen ist. Man kann es als Subjekt verstehen: ein [Samenkorn]. Oder es könnte ein Aramaismus sein, der die Zahlen 30, 60 und 100 zu Vielfachen macht, also „mal“ oder „-fach“ bedeuten (wie in Dan 3,19; so die meisten Übersetzungen; nach Guelich 1989, 188). Da V. 8 von &#039;&#039;anderen&#039;&#039; im Plural spricht, sind nun vermutlich einzelne Körner als Teile des Saatguts gemeint (auch wenn der Satz genauso gut funktioniert, wenn man stattdessen von mehreren Teilen Saatgut ausgeht). Folglich ist es plausibel, ἓν als Subjekt zu verstehen. Die Annahme eines exotischen Aramaismus ist dann unnötig (so GNB nach NSS; Collins 2007, 239 Fn i; France 2002, 192f.). Die Parallelstellen sind unentschieden: Lukas formuliert freier und verwendet in Lk 8,8 ein Vielfaches. Matthäus folgt Markus sehr genau, ersetzt aber das gr. εν, εν, εν durch ὃ μὲν, ὃ δὲ, ὃ δὲ, die er deutlich auf einzelne Samenkörner bezieht. Diese Beobachtung und die Tatsache, dass der griechische Text sich auch natürlich und ohne Zuhilfenahme eines vermuteten Aramaismus erklären lässt, waren für die getroffene Entscheidung ausschlaggebend.&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
{{S|9}} Dann (und) sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; (V. 9 sowie 21, 24, 26, 30) [[Imperfekt]] wie in V. 2, und 11. Signalisiert(e) es (ursprünglich) die Fortsetzung der Predigt aus V. 2? Oder führt Jesus seine Erklärung des Gleichnisses weiter (wie V. 11)(Guelich 1989, 228)? Zumindest in V. 9 ist beides denkbar. Markus benutzt diese Imperfektform häufig, um Sprichwörter oder markante Aussagen Jesu einzuleiten (ebd., 205), was besonders zum Gebrauch ab V. 21 passen würde. Ab V. 21 erscheint die Einleitung jedes Mal, um zwischen einzelnen Aussagen zu unterscheiden. Hier würde (wie in V. 11) die Interpretation funktionieren, dass es sich dabei um Aussagen handelte, die Jesus immer wieder machte, und die deshalb von seinen Anhängern mit dem Imperfekt bewart wurden („Jesus sagte immer...“, „Jesus pflegte zu sagen...“). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er: „Wer Ohren hat [zum] Hören, soll hören (höre)!“ &lt;br /&gt;
{{S|10}} Und wenn (als) er für sich alleine war, fragten ihn [die Leute], die um ihn [waren], mit den Zwölfen [immer wieder&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragten … [immer wieder]&#039;&#039; Das Verb steht – genau wie &#039;&#039;sagte&#039;&#039; im nächsten Vers – im Imperfekt, was den kurzen Einschub der Verse 10-12 als (sich wiederholt ereignende) Anekdote kennzeichnet (vgl. France 2002, 194), oder dass Jesus auf solche Anfragen üblicherweise dieselbe Erklärung von sich gab. Markus hat Jesu Predigt auf dem Wasser (4,1-2) hier unterbrochen und diese Anekdote hier zwischen dem Gleichnis von der Saat und dessen Erklärung als wichtige Kontextinformation untergebracht. Diese Unterbrechung erkennt man möglicherweise auch daran, dass es schwer vorstellbar ist, wie Jesus, der eben noch vom Boot aus zu einer gewaltigen Menge predigte, nun mit den Jüngern allein sein kann. Die Verse 33-34 scheinen diese Anekdote noch einmal aufzugreifen, während V. 35ff. die Haupthandlung wieder ein- und zum nächsten Ereignis überleiten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
nach] den Gleichnissen (Vergleichen). &lt;br /&gt;
{{S|11}} Dann (und) sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Imperfekt]], zur Erklärung siehe die vorige Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen: „Euch ist das Geheimnis von Gottes Königreich (Königsherrschaft) gegeben, aber denen draußen (den Außenstehenden) wird alles in (mit, mit Hilfe von) Gleichnissen (Vergleichen, Rätseln) vermittelt,&lt;br /&gt;
{{S|12}} damit [sie]&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
sehen und (obwohl sie sehen; beim Sehen) sehen und (aber) nicht erkennen,&lt;br /&gt;
und hören und (obwohl sie hören; beim Hören),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sehen und sehen&#039;&#039; und &#039;&#039;hören und hören&#039;&#039; W. „sehend sehen“ und „hörend hören“ (wie ZÜR, ELB). Es handelt sich um zwei Partizipien, die eine hebräische Stilfigur wörtlich übertragen. Ihre Funktion ist es, die fragliche Aussage zu verstärken – im Deutschen kann man das nur umschreiben. Der zitierte Text aus Jes 6,9 ist allerdings eine Aufforderung (EÜ: „Hören sollt ihr, hören“, GNB: „Hört nur zu … seht hin, so viel ihr wollt“). Jesus dagegen zitiert den Vers recht frei und benutzt die dritte Person Plural. Zur Intensivierung zielen viele Übersetzungen auf wiederholtes und sehr genaues Hinsehen und Hinhören: „sehen sollen sie, sehen ... hören sollen sie, hören“ (EÜ), „Sie sollen hinsehen, so viel sie wollen ... sie sollen zuhören, so viel sie wollen “ (GNB), „immerfort sehen ... immerfort hören“ (MEN), „mit sehenden Augen sehen ... mit hörenden Ohren hören“ (Luther).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nimmt man das Zitat für sich, könnte man es auch nach den Regeln der griechischen Grammatik auflösen. &#039;&#039;obwohl sie sehen&#039;&#039; und &#039;&#039;obwohl sie hören&#039;&#039; wäre die Deutung als [[Ptz. conj.]], die hier konzessiv als Nebensätze aufgelöst sind (ähnlich NGÜ). &#039;&#039;beim Sehen ... beim Hören&#039;&#039; wäre modal. Auch die wörtliche Übersetzung sieht wohl eine modale Sinnrichtung (vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt; hören und (aber) nicht verstehen,&lt;br /&gt;
damit sie nicht etwa umkehren (sich bekehren) und ihnen vergeben wird.“{{par|Jesaja|6|9|10}}{{par|Markus|8|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er sagte zu ihnen: „Begreift ihr dieses Gleichnis (Vergleich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dieses Gleichnis&#039;&#039; Jesus spricht nun wieder vom Gleichnis von der Saat (Mk 4,3-9). Die Beschreibung von Jesu (üblicher?) Antwort auf derartige Fragen nach seinen Gleichnissen (s. die [[#note_n|Fußnote in V. 10]]) endet in V. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
nicht? Wie [wollt] ihr dann (und) überhaupt (all die [anderen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;überhaupt (all die [anderen])&#039;&#039; W. „all die Gleichnisse“ (vgl. ELB). Unsere Übersetzung folgt MEN, NGÜ, ZÜR. „Überhaupt“ kann ebenso umfassend gemeint sein wie „alle“. Vgl. die Definition von πᾶς „jeder“ in LN 59.23: „the totality of any object, mass, collective, or extension—‘all, every, each, whole.’“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleichnisse (Vergleiche) verstehen?&lt;br /&gt;
{{S|14}} Der Säende (Sämann) sät das Wort (die Botschaft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Wort&#039;&#039; (V. 14ff. und 33) bezeichnet den Inhalt von Jesu Verkündigung (vgl. Mk 2,2), die bisher sein Evangelium vom nahen Reich Gottes (1,15) und die Gleichnisse (v.a. ab Kap. 4) umfasst. In der Zeit, als das Evangelium in Umlauf kam, bezeichnete &#039;&#039;Wort&#039;&#039; in christlichen Kreisen das christliche Evangelium. Der Vergleich von Mk 1,15 und 2,2 scheint darauf hinzuweisen, dass auch Markus die beiden Begriffe austauschbar benutzt (France 2002, 204; Collins 2007, 251f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|15}} {und (aber)} Die am Wegesrand (auf dem Weg)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;weg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sind diejenigen, in die (wo) das Wort (die Botschaft) gesät wird, und sobald sie [es] hören, kommt der Satan und nimmt das in (auf) sie hineingesäte Wort (Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; gleich (schnell) wieder weg. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die auf den felsigen Boden Gesäten sind diejenigen, die das Wort (Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; gleich mit Freuden annehmen, sobald sie es hören&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die das Wort gleich mit Freuden annehmen, sobald sie es hören&#039;&#039; W. „die, sobald sie das Wort hören, es gleich mit Freuden annehmen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|17}} aber (und) keine Wurzel in sich haben, sondern unbeständig sind. Wenn es dann wegen des Wortes (der Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; zu Leid (Bedrängnis, Schwierigkeiten) oder Verfolgung kommt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn es … zu … kommt&#039;&#039; Temporal aufgelöster [[Genitivus absolutus]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geben sie bald (schnell, gleich) auf (wenden sich/fallen ab, kommen zu Fall, ärgern sich). &lt;br /&gt;
{{S|18}} {und} Andere sind die unter die Dornengewächse (Dornbüsche, Dornen) Gesäten. Es sind diejenigen, die das Wort (die Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; hören (gehört haben),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die … hören&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;gehört haben&#039;&#039; Als Relativsatz aufgelöstes [[substantiviertes Partizip]]. Man kann das Partizip Aorist sowohl vorzeitig wie gleichzeitig übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} und (aber) wenn weltliche Sorgen (Sorgen der Gegenwart, Zeit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weltliche Sorgen&#039;&#039; W. „Sorgen der Welt/Zeit/Gegenwart“, [[appositiver Genitiv]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, {und} die Verlockung (Täuschung) des Reichtums und das Verlangen (die Gier, Sehnsucht) nach allem anderen dazukommen (sich breit machen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn … dazukommen&#039;&#039; Temporal aufgelöstes [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ersticken sie das Wort (die Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; und (sodass) es wird unfruchtbar. &lt;br /&gt;
{{S|20}} Und die auf die gute Erde gesät werden,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die … gesät werden&#039;&#039; Als Relativsatz aufgelöstes [[subst. Ptz.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sind jene, die das Wort (die Botschaft)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt; hören und annehmen und Frucht bringen, eines 30, {und} eines 60 und eines 100 (dreißigfach, {und} sechzigfach und hundertfach)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eines 30, {und} eines 60 und eines 100&#039;&#039; S. die [[#note_m|Fußnote zur gleichen Formulierung]] in V. 8. Wenn nicht der dort von vielen gesehene Aramaismus vorliegt (dann wie Klammer), hat Jesus die Formulierung direkt aus der eigentlichen Parabel übernommen, er meint hier also weiter „ein [Samenkorn] bringt 30 [weitere] hervor“ usw. (NSS), wobei er die Metapher nicht extra ausdrücklich auf die Jüngerschaft anwenden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und (Dann) er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Bringt man&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Bringt man&#039;&#039; W. „kommt“, d.h. etwa „wird herbeigebracht“, eine gängige griechische Wendung (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
etwa [eine] Lampe, um sie unter [einen] Behälter (Scheffel, Gefäß, Schüssel, Eimer) oder unter das Bett (Liege, Sofa) zu stellen? Oder doch eher (Nein), um sie auf den Lampenständer (Leuchter) zu stellen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu stellen&#039;&#039; (2x) Oder etwas genauer an der griechischen Syntax orientiert: „damit … gestellt wird“&amp;lt;/ref&amp;gt;? &lt;br /&gt;
{{S|22}} Denn es gibt nichts Verborgenes (Verstecktes, Geheimes), außer um es öffentlich (offenbar, sichtbar) zu machen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um zu machen&#039;&#039; Oder etwas genauer an der griechischen Syntax orientiert: „damit … gemacht wird“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und es ist auch nichts geheim (verborgen) geworden (geschehen), außer um ins Tageslicht (Offene) zu kommen.&lt;br /&gt;
{{S|23}} Wer Ohren hat [zum] Hören, soll hören (höre)!“ &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und (Dann) er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Achtet auf [das], was ihr hört! Mit dem Maß, mit dem ihr messt (zuteilt), wird euch [euer Teil] zugemessen (zugeteilt) werden, und euch wird noch mehr gegeben werden.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Denn wer hat, dem wird gegeben und wer nicht hat, {von} dem wird auch das, [was] er hat, weggenommen werden.“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und (Dann) er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Gottes Königreich (Königsherrschaft) ist so, wie wenn ein Mann die Saat ([einen] Samen) auf das Ackerland (den Boden) streut (wirft, fallen lässt).&lt;br /&gt;
{{S|27}} Während (dann, und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Während … {und}&#039;&#039; W. „und … und“. In Markus&#039; volkstümlichem Griechisch entspricht das wohl (ähnlich wie im Hebräischen) einer temporalen Verbindung (vgl. Mk 2,23), daher die Wiedergabe als temporaler Nebensatz.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er schläft und erwacht, Nacht und Tag, {und} sprießt und wächst die Saat (der Same) – wie (während), [das] weiß er selbst nicht (ohne daß er selbst etwas davon weiß)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie, [das] weiß er selbst nicht&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;ohne dass er selbst etwas davon weiß&#039;&#039; Das Gleichnis enthält einige Merkmale, die darauf hinweisen könnten, dass der Bauer unabsichtlich einen Samen hat fallen lassen (oder weggeworfen hat), der &#039;&#039;ohne sein Wissen&#039;&#039; (die Klammer folgt MEN) wächst und Frucht bringt. Dazu passt, dass der Mann sich – ganz untypisch – gar nicht mehr um die Pflanze kümmert, auch das eher harsche Wort βάλῃ (W. „wirft“) in V. 26 könnte dazu passen. Allerdings ist das Reich Gottes ja von Gott planvoll gepflanzt und angelegt, und auch das christliche Zeugnis von Gottes Reich ist eher bewusst und planvoll als unbewusst (wenn man annimmt, dass der unwissende Bauer hier noch für christliche Verkündiger steht; in V. 29 steht er für Gott). Doch das Gleichnis dreht sich eher um das passive Erleben des Bauern, was mit der Saat passiert, als um seine Identität (France 2002, 214). βάλῃ könnte hier auch einfach „fallen lassen, ausstreuen“ im Sinne des Säens heißen, es steht vielleicht, um seine Sorglosigkeit und passive Rolle bezüglich der Entwicklung des Getreides hervorzuheben (Guelich 1989, 245). Auch die Ernte (V. 29) deutet eher auf ein ganzes Feld hin. Und σπόρος heißt (wie NGÜ, GNB), wenigstens in diesem Kontext, eher „Saat(gut)“ als „Same“ (vgl. Lk 8,5.11; 2Kor 9,10). Der Gedanke, dass der Mann einen ganzen Haufen Saatgut einfach weggeworfen (oder versehentlich fallen lassen) haben könnte, ist unplausibler als mit einem einzelnen Samenkorn. Sein Unwissen deckt sich vielmehr mit dem der Jünger, die Jesu Gleichnis vom Reich Gottes nicht verstanden haben (4,13) und es trotzdem verbreiten werden (Guelich 1989, 241), ohne Einfluss auf den Erfolg zu haben. Dass der Bauer sein Feld nicht pflegt, ist eher ein Stilmittel, das das selbständige Wachstum von Gottes Reich noch unterstreicht und dabei vielleicht hervorhebt, dass menschliche Anstrengungen damit nichts zu tun haben (so z.B. France 2002, 214).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|28}} Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst einen Halm (Gras, Heu, Saat), dann eine Ähre, dann mit voll ausgereiftem Weizen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voll ausgereiftem Weizen&#039;&#039; bezieht sich auf die Körner in der Ähre. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in der Ähre.&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und (aber) sobald die Frucht es zulässt, setzt er gleich (bald) die Sichel an (sendet aus)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;setzt er die Sichel an (sendet aus)&#039;&#039; „Die Sichel aussenden“ ist ein Semitismus (Jesus lehnt seine Formulierung an Joel 4,13 an) und heißt sie zum Gebrauch einzusetzen oder anzulegen (LN 43.17; vgl. [[Offenbarung_14#s15|Offb 14,15]].[[Offenbarung_14#s18|18]]). Auf Hebräisch und Aramäisch „sendet“ man seine Hand aus, wenn man sie ausstreckt (z.B. Ps 138,7; Esr 6,12). Es handelt sich um eine Metonymie, denn der reale Bauer erntet nicht selbst, sondern &#039;&#039;sendet&#039;&#039; seine Schnitter aufs Feld (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, weil die Erntezeit gekommen ist.“{{par|Joel|4|13}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und (Dann) sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;elegen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er: „Womit können wir Gottes Königreich (Königsherrschaft) vergleichen, oder mit (in) welchem Bild (Gleichnis, Vergleich) können wir es darstellen?&lt;br /&gt;
{{S|31}} Mit einem Senfkorn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Senfkorn&#039;&#039; W. „Korn [des] Senfs“. Gemeint ist wohl der [http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Senf Schwarze Senf], der zwischen 30 cm und über 3 m groß werden kann. Ein schwarzes Senfkorn ist nur 1mm dick und wiegt weniger als 1/700 Gramm. Seine Kleinheit war damals in Palästina sprichwörtlich (France 2002, 216; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, das, wenn es in (auf) die Erde gesät wird, [das] kleinste (kleiner [als])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[das] kleinste&#039;&#039; W. „kleiner“. Superlativisch gebrauchter Komparativ (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aller Samenkörner ist&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist&#039;&#039; Wohl konzessives [[Ptz. conj.]] (NSS), aus stilistischen Gründen einfach als Indikativ übersetzt. Eigentlich etwa: „das, wenn es in die Erde gesät wird, obwohl es das kleinste der Samenkörner ist, die man in die Erde sät, (V. 32) und wenn es gesät wird...“ Der unsaubere Satzbau ist wohl dem einfachen Griechisch geschuldet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, die [man] in (auf) die Erde [sät],&lt;br /&gt;
{{S|32}} und wenn es gesät ist, geht es auf (wächst es nach oben) und wird [die] größte (größer [als])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[die] größte&#039;&#039; W. „größer“. Superlativisch gebrauchter Komparativ (NSS zu V. 31). Dabei handelt es sich (wie bei der ganzen Beschreibung der Senfpflanze als Baum) um eine rhetorische Ausschmückung, um den großen Gegensatz zwischen dem kleinen Senfkorn und der großen Senfpflanze zu beschreiben (Lk 13,19 und Mt 13,32 nennen sie tatsächlich „Baum“)(Guelich 1989, 250). Seltsamerweise geben die deutschen Übersetzungen den Komparativ in V. 31 durchgehend als Superlativ (bis auf ELB) wieder, den gleich aufgebauten hier jedoch als Komparativ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aller Gartenpflanzen, und es treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in seinem Schatten&#039;&#039; W. „unter seinem Schatten“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Vögel des Himmels nisten (Unterschlupf finden) können.“{{par|Ezechiel|17|23}}{{par|Daniel|4|9}}{{par|Daniel|4|18}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} So (Und) erläuterte (verkündete, sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erläuterte&#039;&#039; Das Imperfekt drückt entweder eine grundsätzliche Gepflogenheit aus oder hat die Predigt von Mk 4,2 im Sinn. Zur Phrase &#039;&#039;erläuterte ihnen [seine] Botschaft&#039;&#039; s. die [[Markus_2#note_e|Fußnote zu Mk 2,2]] und die folgende Fußnote zu &#039;&#039;Wort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er ihnen mit (in) vielen solchen Gleichnissen (Bildern, Vergleichen) [seine] Botschaft (das Wort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wort&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
so, wie (in einer Weise, dass; in dem Maße, wie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;so wie (in einer Weise, dass)&#039;&#039; Der Satz mit dieser Konjunktion lässt sich positiv und negativ auffassen. Die Konjunktion heißt dabei entweder &#039;&#039;so wie&#039;&#039; i.S.v. &#039;&#039;in einer Weise, dass&#039;&#039; (positiv, uneingeschränkt) oder &#039;&#039;so wie&#039;&#039; i.S.v. &#039;&#039;in dem Maße wie&#039;&#039; (negativ, mit Einschränkungen)(BA καθώς). Positiv gedeutet heißt das: Jesus benutzte die Gleichnisse als Hilfsmittel, damit ihn jeder verstehen und auf seine Botschaft reagieren konnte. Negativ verstanden bedeutet es: Jesus benutzte die Gleichnisse als nicht unmittelbar verständliche Mittel, die mehr als nur oberflächliches Hinhören, sondern eine persönliche Reaktion erforderten. Wer sich damit befasst, reagiert auch darauf und zählt zum Kreis der Leute „um ihn“, denen das wahre Verständnis von Gottes Reich/Herrschaft gegeben ist (4,10; vgl. 3,31-35). Auf das positive Verständnis deutet zunächst der Kontext des ersten Saatgleichnisses hin, denn in dessen Erklärung haben alle Gruppen die Botschaft gehört und in irgendeiner Form positiv darauf reagiert – erst an den Langzeitauswirkungen wird erkennbar, wie tief die Botschaft sie betroffen hat. (Das spricht übrigens gegen eine noch krassere Deutung: dass Jesus sie als Rätsel benutzte, sodass nur eingeweihte sie verstehen konnten.) Für das negative Verständnis spricht V. 34, der erneut zwischen Gleichnissen für die Außenstehenden und klaren Worten für den inneren Kreis unterscheidet. Bisher haben wir erfahren, dass alle die Gleichnisse hörten und zu einem gewissen Grad verstanden, aber nicht jeder gleich darauf reagierte. Es bildete sich ein „innerer Kreis“ um Jesus und die Zwölf, der positiv reagierte und mehr von Jesus erfahren wollte und Jesus folgte (4,10). Diesen Kreis bezeichnet das Wort „Jünger“ in V. 34. Dann gab es andere, die nicht zu Jesus kamen und draußen blieben (wie seine Familie in 3,31ff. oder offenbar ein guter Teil der Menschenmengen), und wieder andere, die zu seinen Feinden wurden (die Pharisäer und Schriftgelehrten aus Kap. 2 und 3). Diese unterschiedliche Reaktion hat Jesus mit dem Gleichnis von der Saat (4,3-20) erklärt. Hier scheint Markus also erneut darauf hinzuweisen, dass nicht jeder die Gleichnisse gleich aufnahm (Guelich 1989, 256; France 2002, 218).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie [sie] verstehen (hören) konnten.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Dabei sprach (verkündete) er nie ohne Gleichnis (Bild, Rätsel, Vergleich) mit (zu) ihnen, doch [wenn er] mit seinen Jüngern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jünger&#039;&#039; Gemeint sind hier nicht nur die Zwölf, sondern die größere Gruppe seiner Anhänger, die schon in V. 10 im Blick war (Collins 2007, 256).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
alleine [war], erklärte er (löste auf, legte aus)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sprach&#039;&#039; und &#039;&#039;erklärte&#039;&#039; stehen im [[Imperfekt]], wie große Teile der Rahmenhandlung in Kap. 4. Dazu vgl. die Fußnoten zu [[#note_o|V. 10]] und [[#note_n|9]] sowie [[#note_ao|V. 33]].&amp;lt;/ref&amp;gt; alles. &lt;br /&gt;
{{S|35}} Und an jenem Tag sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen, als es Abend geworden war:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es Abend geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Fahren wir doch (lasst uns) ans andere Ufer.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ans andere Ufer&#039;&#039; Jesus und die Jünger hielten sich bei Kafarnaum am See Gennesaret auf (4,1-2). Das andere Ufer war also das von Nichtjuden bewohnte Ostufer (vgl. France 2002, 222), das sie in Mk 5,1 erreichen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und nachdem sie die Menschenmenge weggeschickt hatten (wobei … zurückließen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie die Menschenmenge weggeschickt hatten (wobei … zurückließen)&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal (oder modal) als Nebensatz aufgelöst. Deutsche Übersetzungen verwenden durchweg „wegschicken“, englische „zurücklassen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
nahmen sie ihn im Boot mit (zu sich ins Boot), wie er war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Boot mit (zu sich ins Boot), wie er war&#039;&#039; Die alternative Übersetzung „nahmen ihn in dem Boot mit, in dem er schon war“, stützt sich darauf, die Konjunktion ὡς „wie/als“ kausal zu verstehen (France 2002, 223) oder frei als Relativsatz zu übersetzen. So steht zwar &#039;&#039;wie er war&#039;&#039; nicht bedeutungslos im Raum, aber diese Deutung ist wenig elegant (so ebd.) und sprachlich möglicherweise schwierig. Ihr folgen dennoch viele Übersetzungen. Dass Jesus noch im Boot war, ist andernfalls allerdings (auch von der Wortstellung her) ebenso wahrscheinlich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und auch andere Boote waren bei ihm.&lt;br /&gt;
{{S|37}} Da (und) kam ein starker Sturmwind&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;starker Sturmwind&#039;&#039; W. „großer Sturmwind [des] Windes“, eine Formulierung, die sich vielleicht an Jona 1,4 anlehnt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, und die Wogen schlugen [bald] so [heftig], [auch] in das Boot, dass das Boot sich schon [langsam] füllte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schlugen [bald]&#039;&#039; [[Imperfekt]], &#039;&#039;[langsam] füllte&#039;&#039; [[Infinitiv]] Präsens (im AcI). Beide Tempusformen suggerieren einen anhaltenden Vorgang, der durch die mit angegebenen Worteinfügungen kenntlich gemacht wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|38}} Er befand sich währenddessen am Heck, wo er auf dem Kissen schlief,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wo er auf dem Kissen schlief&#039;&#039; [[Periphrastisches Partizip]] (oder modales [[Ptz. conj.]]), das vielleicht den durativen Aspekt des dadurch umschriebenen Imperfekts noch verstärkt (daher die Ergänzung von &#039;&#039;[währenddessen]&#039;&#039;). Aus stilistischen Gründen ist es hier nicht einfach mit deutschem Imperfekt wiedergegeben, sondern mit „befand sich“+Nebensatz. &#039;&#039;auf dem Kissen&#039;&#039; könnte sich auf ein mutmaßliches Kissen beziehen, das damals bekanntermaßen (z.B. für Passagiere oder Ruderer) an Bord eines solchen Bootes zu finden war (Guelich 1989, 261). GNB: „auf dem Sitzkissen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie weckten ihn und riefen (sagten) {zu ihm}: „Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?“&lt;br /&gt;
{{S|39}} Da (und) wachte er auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wachte auf&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aor.), temporal, beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
unterwarf (fuhr an)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;unterwarf (fuhr an)&#039;&#039; Die meisten Übersetzungen: „(be)drohte“. Bei Markus benutzt Jesus das Wort sonst, um Dämonen göttliche Befehle zu erteilen, wie Gott das im Alten Testament mit seinen Feinden tat, daher ist die Übersetzung „(jmdn.)(mit einem Befehl) unterwerfen“, „(etw.) befehlen“ angemessen (France 2002, 224). In Ps 105,9 LXX wird mit den gleichen Worten berichtet, wie Gott sich das Schilfmeer unterwarf, um die Israeliten hindurchzuführen (Collins 2007, 262). Jesus beherrscht hier in göttlicher Manier das Wetter. Jona dagegen bleibt in Jon 1,7ff. lieber passiv und will dann lieber in den Fluten sterben, als sich Gott zu fügen. S.a. die Fußnoten zu [[Markus_1#note_blMk 1,25]] und [[Markus_3#note_t|3,12]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Wind und rief (sagte) dem Meer (See) zu: „Still, sei ruhig!“ Und der Wind ließ nach, und es trat eine große Stille ein.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und er sagte zu ihnen: „Warum seid ihr [so] furchtsam (verzagt)? Habt ihr noch keinen Glauben (Vertrauen)?“&lt;br /&gt;
{{S|41}} Da (Und) fürchteten sie sich [mit] großer Furcht (Ehrfurcht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fürchteten sie sich [mit] großer Furcht&#039;&#039; Wörtliche Übertragung einer hebräischen Stilfigur ([[figura etymologica]]). Im Unterschied zur Angst in V. 40 ist hier allerdings auch Ehrfurcht im Spiel (Guelich 1989, 269). Freier einfach „Da bekamen sie große Angst/Ehrfurcht“ oder „Da ergriff sie große Furcht“ (EÜ), „Sie aber fürchteten sich sehr“ (LUT), „Jetzt wurden sie erst recht von Furcht gepackt “ (NGÜ)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagten zueinander: „Wer ist denn dieser [Mann], dass sogar der Wind und das Meer (der See) ihm gehorchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehorchen&#039;&#039; W. „gehorcht“&amp;lt;/ref&amp;gt;?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
Mk 4,1-34 stellt Markus als Predigt am Seeufer dar. Sie besteht aus mehreren Gleichnissen, wobei das Gleichnis von der Saat und dessen Erklärung in den ersten 20 Versen den Löwenanteil ausmacht. 35-41 führen die Rahmenhandlung fort und erzählen von der Sturmstillung. Der erzählerische Rahmen der Predigt am See ist etwas „unordentlich“, weil Markus manchmal übergangslos die Szene wechselt:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Verse 1-2 beschreiben Jesus, der öffentlich am See predigt. Ab 4,10 schiebt Markus eine private Unterhaltung von Jesus mit seinen Jüngern ein, um dem Leser das Gleichnis von der Saat zu erläutern. Nach der Erläuterung führt Markus offenbar übergangslos die Predigt weiter. Die Rahmenhandlung wird ab V. 35 fortgesetzt, als Jesus und die Jünger sich nach Jesu Predigt am See mit Booten auf den Weg machen. Obwohl die Predigt aus relativ lose zusammgefügten Einzelabschnitten besteht, hängt sie thematisch zusammen und ist inhaltlich und theologisch kohärent.  (Gemeinsame Themen: Beschreibung von Gottes Reich, die Rede vom „Wort“, die Trennung von privater und öffentlicher Lehre in Gleichnissen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Gleichnis von der Saat und seine Erklärung (1-20)===&lt;br /&gt;
Anhand der Predigt (3-9) und den folgenden Erklärungen (10-20) erklärt Markus, warum Jesu Wirken in den vorigen Kapiteln so verschiedene Reaktion ausgelöst hat. Das Gleichnis handelt nur von Menschen, die Jesu Botschaft (vom Reich Gottes) gehört und angenommen haben. Warum scheiden sich also die Geister an Jesus? Die Antwort: Weil nicht alle Menschen Jesu Botschaft auf die gleiche Weise annehmen. Im Hintergrund findet ein geistlicher Kampf statt zwischen der Botschaft vom Reich Gottes einerseits und dem Satan und der Welt andererseits (V. 15). Und so bringt die Saat des Evangeliums nicht überall Frucht, wo sie gesät ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Erklärung identifiziert Jesus die Saat mit seiner Botschaft (V. 14). Die Menschen sind die verschiedenen Böden. Doch bei seiner Erklärung benutzt Jesus eher unpräzise Formulierungen. So sagt er in V. 16: „die auf den felsigen Boden Gesäten...“ Sind jetzt die Menschen etwa doch die Saat? Nein, er drückt sich einfach sehr gerafft aus. Um sich hier präzise auszudrücken, müsste Jesus weiter ausholen. Darauf verzichtet er. ([[Benutzer:Ben|Ben]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_15&amp;diff=21144</id>
		<title>Markus 15</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_15&amp;diff=21144"/>
		<updated>2015-06-01T09:44:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Kleine Korrekturen der Rechtschreibung und Übersetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
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{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und gleich frühmorgens, nachdem die Oberpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem gesamten Synedrium Rat gehalten hatten, fesselten sie Jesus und führten ihn ab, und sie lieferten ihn an Pilatus aus. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und Pilatus fragte ihn: „Bist &#039;&#039;du&#039;&#039; der König der Judäer?“ Er aber antwortete ihm und sagt: „Du sagst [es].“&lt;br /&gt;
{{S|3}} Da klagten ihn die Oberpriester vieles an.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Pilatus fragte ihn erneut und sagte: „Antwortest du nichts? Sieh, wie viel sie dich beschuldigen!“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Jesus aber antwortete nicht länger etwas, sodass Pilatus sich wunderte. &lt;br /&gt;
{{S|6}} Nun ließ er ihnen pro Fest &#039;&#039;einen&#039;&#039; Gefangenen frei, den sie erbaten.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und es gab [einen], der Barabbas genannt wurde [und] mit den Aufständischen gefangen, worden war, welche während des Aufstandes einen Mord begangen hatten.&lt;br /&gt;
{{S|8}}  Und die Menschenmenge stieg hinauf und begann darum zu bitten, wie er für sie zu tun pflegte.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und Pilatus antwortete ihnen und sagte: „Wollt ihr, dass ich euch den ‚König der Judäer‘ freilasse?“&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn ihm war bewusst, dass die Oberpriester ihn aus Neid ausgeliefert hatten.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Die Oberpriester aber hetzten die Menschenmenge auf, dass er vielmehr Barabbas ihnen freilassen sollte.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und Pilatus antwortete erneut und sagte zu ihnen: „Was wollt ihr dann, dass ich [mit dem] mache, den ihr den ‚König der Judäer‘ nennt?“&lt;br /&gt;
{{S|13}} Sie aber schrien erneut: „Kreuzige ihn!“&lt;br /&gt;
{{S|14}}  Und Pilatus sagte zu ihnen: „Was hat er denn Schlechtes getan?“ Sie aber schrien maßlos: „Kreuzige ihn!“ &lt;br /&gt;
{{S|15}} Da Pilatus aber der Menschenmenge den Gefallen tun wollte, ließ er ihnen Barabbas frei, und nachdem er Jesus gegeißelt hatte, lieferte er ihn aus, damit er gekreuzigt wird. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die Soldaten führten ihn in den Hof – das heißt: das Prätorium – und sie rufen die gesamte Truppe zusammen. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und sie ziehen ihm einen Purpurmantel an, und sie flechten eine dornige Krone und setzen sie ihm auf.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sie begannen, ihn zu grüßen: „Sei gegrüßt, König der Judäer!“&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und sie schlugen seinen Kopf mit einem Rohr und bespuckten ihn, und sie gingen auf die Knie und verehrten ihn.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus, und sie zogen ihm seine Obergewänder an. Dann führen sie ihn ab, um ihn zu kreuzigen. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und sie zwingen einen Passanten, einen gewissen Simon Kyrene, der vom Feld kam, von Vater von Alexander und Rufus, damit er dessen Kreuz trägt. &lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie bringen ihn nach Golgata ((das heißt übersetzt: Schädelstätte)).&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und sie gaben ihm mit Myrrhe vermischten Wein, er aber nahm ihn nicht. &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie kreuzigen ihn und sie verteilen sein Obergewand, indem sie werfen ein Los darüber, wer es nimmt.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und es war die dritte Stunde, und sie kreuzigten ihn.&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und als Inschrift seiner Schuld stand über [ihm] geschrieben: Der König der Judäer. &lt;br /&gt;
{{S|27}} Und zusammen mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zur seiner Rechten und einen zur seiner Rechten.&lt;br /&gt;
{{S|28}} TEXTKRITIK&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und diejenigen, die vorbeiliefen, lästerten über ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: „Aha! Der du den Tempel niederreißt und in drei Tagen errichtet,&lt;br /&gt;
{{S|30}} rette dich selbst, indem du von dem Kreuz herabsteigst!“&lt;br /&gt;
{{S|31}} Genauso spotteten auch die Oberpriester zueinander mit den Schriftgelehrten und sagten: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Der Gesalbte (Christus), der König Israels, soll jetzt von dem Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben!“ Und diejenigen, die zusammen mit ihm gekreuzigt wurden, beschimpften ihn. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Und als die sechste Stunde eintrat, geschah eine Finsternis über der ganzen Erde bis zur neunten Stunde.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und zur neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, eloi, lema sabachthani?&amp;lt;ref&amp;gt;Die Form ελωι ist zum einen besser bezeugt und steht der aramäischen Fassung von Ps 22,2 {{Hebr}}אֱלָהִי{{Hebr ende}} näher. Dies gilt auch für den letzten Teil des Psalmzitats: λεμα σαβαχθανι. Die hebräische Fassung von Psalm 22,2 lautet: {{Hebr}}אֵלִי אֵלִי לָמָה עֲזַבְתָּנִי{{Hebr ende}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als einige von denen, die dabeistanden, [dies] hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft Elia.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Jemand lief aber und füllte einen Schwamm mit saurem Wein an und steckte [ihn] auf ein Rohr, ließ ihn trinken und sprach: Lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen!&lt;br /&gt;
{{S|37}} Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und starb.&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und der Vorhang des Tempels wurde entzwei zerrissen von oben nach unten.&lt;br /&gt;
{{S|39}} Als nun der Centurio, der ihm gegenüber dabeistand, sah, dass er auf diese Weise starb, sagte er: Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn!&lt;br /&gt;
{{S|40}} Es waren aber auch Frauen anwesend, die von Weitem zuschauten, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren (Kleineren) und Joses, und Salome,&lt;br /&gt;
{{S|41}} die ihm gefolgt waren und ihm gedient hatten, als er in Galiläa war, und viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgestiegen waren. &lt;br /&gt;
{{S|42}} Und als es bereits Abend wurde, weil es der Tag der Vorbereitung war ((das heißt: der Tag vor dem Sabbat)),&lt;br /&gt;
{{S|43}} kam Josef von Arimatäa, ein angesehenes Mitglied des Rates, der auch selbst das Reich Gottes angenommen hatte, wagte [es] und ging hinein zu Pilatus, und er bat um den Leichnam (Leib) von Jesus.&lt;br /&gt;
{{S|44}} Pilatus aber wunderte sich, dass er schon gestorben sei, und er rief den Centurion herbei und fragte ihn, ob er lange gestorben sei.&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und als er [es] von dem Centurion erfuhr, schenkte er Josef den Leichnam. &lt;br /&gt;
{{S|46}} Und er kaufte ein Leinentuch, nahm ihn herab und wickelte in das Leinentuch, und er legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war, und er rollte einen Stein vor den Eingang (Tür) des Grabes.&lt;br /&gt;
{{S|47}} Maria Magdalena aber und Maria, die [Mutter] von Joses, sahen, wo er hingelegt worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_15&amp;diff=21143</id>
		<title>Diskussion:Markus 15</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_15&amp;diff=21143"/>
		<updated>2015-06-01T09:39:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = 1-32; 40-47 (Thommy B), 33-39 (Florian)&lt;br /&gt;
|Alternativen = &lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = &lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = &lt;br /&gt;
|Textart = &lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = &lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = &lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = &lt;br /&gt;
|Endkorrektur = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Florian,&lt;br /&gt;
gemäß der Regeln für die Studienfassung sollen Partizipien doch nicht aufgelöst werden, oder?&lt;br /&gt;
Vers 35 müsste demnach z.B. dann heißen: &amp;quot;Und einige der dabeistehenden hörten (dies), sagend:...&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder was meint ihr anderen dazu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin auch ein Freund der gar nicht aufgelösten Partizipien, aber in den Regeln steht inzwischen: Ein Auflösen von Partizipien in Nebensätze wird vermieden, &#039;&#039;&#039;wo der inhaltliche Bezug zum Hauptsatz &#039;&#039;verschieden&#039;&#039; gedeutet werden kann.&#039;&#039;&#039; --[[Benutzer:Wolfgang Loest|Wolfgang Loest]] 05:33, 10. Jul. 2009 (UTC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat tue ich mich oft schwer, Partizipien nicht aufzulösen, weil häufig der Sinn sonst nicht mehr erkannt werden kann (was bezieht sich auf was). Bei &amp;quot;elegon&amp;quot; handelt es sich um ein Ind. Impf. akt. 3. Pers. Pl. und kann deshalb nicht mit &amp;quot;sagend&amp;quot; wiedergegeben werden! Lediglich die zwei Verbformen davor sind Partizipien: &amp;quot;Und einige der Dabeistehenden hörend, sagen sie: ...&amp;quot; Durch diese Übersetzung kommen jedoch nicht die unterschiedlichen Zeitformen der Partizipien (Imperfekt und Aorist) zum Ausdruck. Eine Auflösung ist deshalb m.E. unvermeidbar! --[[Benutzer:Florian K.|Florian K.]] 10:58, 10. Jul. 2009 (UTC)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_16&amp;diff=21141</id>
		<title>Markus 16</title>
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		<updated>2015-06-01T07:08:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} &lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als der Sabbat vorüber war&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, kauften Maria [von, aus] Magdala und Maria, [die Mutter] des Jakobus&amp;lt;ref&amp;gt;Bezeichnung der Mutter nach dem Sohn: BDR § 162,3&amp;lt;/ref&amp;gt; und Salome Spezereien (wohlriechende Kräuter, Gewürze)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Salbung der Toten geschah mit Öl; Aromata wurden nur für die Salbung von Königen verwendet. Bei den Aromata handelt es sich um seltene, wohlriechende pflanzliche Essenzen. Ziel der Salbung ist die Erhaltung des Leichnams - diese Absicht bildet an dieser Stelle einen (gewollten) Kontrast. „Es scheint die Frauen nicht zu stören, dass die Salbung einer bereits eingewickelten Leiche ‚ein kühner Gedanke‘ (Wellhausen) ist“ (Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;, um [zum Grab] zu gehen [und] ihn zu salben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sehr (ganz) früh am ersten [Tag] der Woche (am Sonntag) &amp;lt;ref&amp;gt;μιᾴ zur Angabe eines bestimmten Tages steht der einfache Dativ, BDR § 200, Anm. 4. Der erste Tag der Woche wird durch μιᾷ bezeichnet; μιᾷ τῶν σαββάτων = am Sonntag. Vorbild war das Hebräische, das die Wochentage durch Kardinalzahlen statt durch Ordinalzahlen bezeichnet, BDR § 247,1; B/S I, S. 1052-1054; Markus kannte aber noch keinen „Sonntag“, (Gnilka 1979, 341), daher als Übersetzung am besten „am ersten Tag der Woche“. Gemeint ist aber natürlich der Sonntag.&amp;lt;/ref&amp;gt; gingen sie zum Grab, während (als) die Sonne aufging&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und sie sprachen zu einander: Wer wälzt {für} uns den Stein aus der Tür des Grabes (von der Tür des Grabes ab)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und als sie aufblickten&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, nehmen sie wahr (merken sie), dass der Stein abgewälzt (weggewälzt) war; er war nämlich sehr groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und nachdem sie hineingegangen waren&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Grab, sahen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt; sie einen Jüngling zur Rechten (auf der rechten Seite)&amp;lt;ref&amp;gt;Die rechte Seite war die glückverheißende Seite (Gnilka 1979, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt; sitzen, der ein weißes Gewand an(gezogen)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Stola, eine lange Stoffbahn, wurde nicht angezogen, sondern umgeworfen. Aber im dt. Sprachgebrauch werfen wir keine Kleidung um, sd. eine Jacke oder ein Tuch; das ist hier aber nicht gemeint: die Stola ist die normale Bekleidung&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte, und sie entsetzten sich (waren sehr erstaunt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er aber spricht&amp;lt;ref&amp;gt;Die Botschaft des Engels wird präsentisch eingeführt, um darauf hinzuweisen, dass sie das Zentrum dieser Perikope ist(Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihnen: Entsetzt euch nicht (Seid nicht erstaunt)! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (er wurde auferweckt) &amp;lt;ref&amp;gt;Das Passiv von ἐγείρω bedeutet auferstehen; man kann es aber auch passiv übersetzen: wurde auferweckt, um das Handeln Gottes zu betonen, so Gnilka 1979, 342.&amp;lt;/ref&amp;gt;, er ist nicht hier. Hier [ist] (Siehe) der Ort (die Stelle), wo sie ihn hingelegt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Aber los! (Auf!, Geht fort, Doch geht), sagt [es] seinen Jüngern und Petrus, dass er&amp;lt;ref&amp;gt;Also Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch vorangeht nach Galiläa&amp;lt;ref&amp;gt;Man kann das ὅτι auch als [[Ὅτι recitativum]] auffassen, das eine wörtliche Rede einleitet und dann nicht übersetzt wird: Er geht euch voran nach Galiläa&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch sagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und sie gingen hinaus&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; und flohen von dem Grab, sie waren nämlich ergriffen von (hatten)  Angst (Zittern) und Entsetzen (Bestürzung)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Markus 4,41; 5,15.33.42&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie sagten keinem (niemandem) etwas; denn&amp;lt;ref&amp;gt;oder: nämlich (dann am Schluss des Satzes: sie fürchteten sich nämlich)&amp;lt;/ref&amp;gt; sie fürchteten sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Vers 8 endet das Markusevangelium in den ältesten Quellen (4. Jh.: {{Hebr}}א{{Hebr ende}} und B). Vermutlich ist das abrupte Ende Absicht, um die verstörende Unbegreiflichkeit der Auferstehung zu betonen (Collins 2007, 800) oder um den Leser durch das offene Ende in die erzählte Geschichte hineinzuziehen (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Man kann es außerdem als Aufforderung an die Leser verstehen, von Jesu Auferstehung zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anderen, später geschriebenen Evangelien enthalten am Ende noch zusätzliche Erscheinungsberichte, was das Markus-Ende im Vergleich hierzu noch abrupter wirken lässt (Collins 2007, 800–801). Es entstanden darum verschiedene Fortsetzungen, die das vermeintlich fehlende Ende des Markus-Evangeliums ergänzen sollten (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kürzere Ergänzung lautet: „All diese Nachrichten verkündeten sie sogleich denen, die bei Petrus weilten. Sodann sandte auch Jesus selbst von Osten bis Westen durch sie die heilige und unvergängliche Botschaft der ewigen Rettung aus. Amen“. Sie findet sich in einer sehr frühen lateinische Übersetzung (4./5. Jh.: k). Ansonsten ist sie in wenigen Handschriften zusammen mit dem längeren Ende belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das längere Ende, das später die Versnummern 9 bis 16 erhielt, fasst Passagen anderer Evangelien summarisch zusammen und unterscheidet sich dabei sprachlich vom Rest der Evangeliums (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Es ist ab dem 5. Jh. (A, C und D) sowie in den meisten späten Handschriften belegt. Oft ist es durch einen kurzen Hinweistext oder durch textkritische Zeichen als unsicher markiert. Dass die sehr frühen Handschriften fast alle nach Vers 8 aufhörten, lässt sich auch durch Aussagen von Eusebius (3./4. Jh.) und Hieronymus (4./5. Jh.) belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird in der wissenschaftlichen Literatur gelegentlich überlegt, ob nach Vers 8 vielleicht ursprünglich ein anderes Ende folgte, dass bereits sehr früh verloren ging. Dagegen spricht, dass das Evangelium im 1. Jh. wohl auf einer Schriftrolle und nicht auf Einzelblättern geschrieben wurde (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; {{Sekundär}} Nachdem (als, weil)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot;&amp;gt;Partizip aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; er auferstanden war am frühen Morgen (im Morgengrauen) des ersten Tags der Woche (des Sabbats), erschien er als erstes Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. {{Par|Lukas|8|2}} {{Par|Johannes|20|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Als&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie ging, es denen zu bekanntzumachen (zu verkündigen), die bei ihm gewesen waren, trauerten sie weinten sie.&lt;br /&gt;
{{S|11}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und eben diese – obwohl (als, nachdem)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie hörten, dass [Jesus] lebte und von ihr gesehen worden war, da glaubten sie [es ihr] nicht.&lt;br /&gt;
{{S|12}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Danach {aber} erschien er zwei von ihnen, als (während)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie unterwegs waren, in anderer Gestalt, als (während) sie aufs Land [hinaus] gingen. {{Par|Lukas|24|13}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Auch diese gingen und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; berichteten es den anderen. Die glaubten es jenen [ebenfalls] nicht.{{Par|Lukas|24|33}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Später wiederum (aber), als sie gerade [zu Tische] lagen (gemeinsam aßen)&amp;lt;ref&amp;gt;Nach griechischer Tischsitte war es üblich, beim Essen zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; erschien er den elf [Jüngern], und er tadelte ihren Unglauben (ihr Mißtrauen, ihre Treulosigkeit) und ihre Hartherzigkeit, dass sie denen, die&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt (vertraut) hatten.{{Par|Lukas|24|36}} {{Par|Johannes|20|26}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und er sagte zu ihnen: „Geht in die ganz Welt hinaus und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; macht meine Freuden-Botschaft bekannt (verkündet mein Evangelium) der ganzen Schöpfung.{{Par|Matthäus|28|19}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; glaubt (vertraut, treu ist) und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot; /&amp;gt; dagegen nicht glaubt (nicht vertraut, treulos ist), wird gerichtet werden.&lt;br /&gt;
{{S|17}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Diese Wunder (Zeichen) {aber} werden die Glaubenden begleiten: &lt;br /&gt;
In meinem Namen werden sie Dämonen (Geister, übernatürliche Wesen) austreiben;&lt;br /&gt;
in neuen (d.h. unbekannten) Sprachen (Zungen) werden sie reden; {{Par|Markus|11|22}} {{Par|Apostelgeschichte|2|4}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; sie werden Schlangen aufheben&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Handschriften haben zusätzlich die Worte „Und mit ihren Händen …“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und wenn sie etwas Tödliches tranken, werden sie keinesfalls sterben;&lt;br /&gt;
bei Kranken werden sie Hände auflegen und es wird {ihnen} [diesen wieder] gut gehen.“ {{Par|Markus|6|5}} {{Par|Markus|6|13}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Der Herr, Jesus, wurde {nun zwar} nach diesem Reden in den Himmel aufgenommen und setzte sich zu Gottes rechter Seite,{{Par|Lukas|24|51}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; jene aber gingen hinaus [in die Welt] und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; verkündeten (predigten) überall , wobei&amp;lt;ref&amp;gt;Absoluter Genitiv&amp;lt;/ref&amp;gt; der Herr mitwirkte und [ihre] Rede (das Wort) dadurch bekräftigte, dass sich  Wunder einstellten (durch nachfolgende Zeichen stärkte/bestätigte).{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_16&amp;diff=21139</id>
		<title>Markus 16</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_16&amp;diff=21139"/>
		<updated>2015-06-01T07:07:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} von den Konfis Auferstehungsgemeinde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Und als&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und als der Sabbat vorüber war&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, kauften Maria [von, aus] Magdala und Maria, [die Mutter] des Jakobus&amp;lt;ref&amp;gt;Bezeichnung der Mutter nach dem Sohn: BDR § 162,3&amp;lt;/ref&amp;gt; und Salome Spezereien (wohlriechende Kräuter, Gewürze)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Salbung der Toten geschah mit Öl; Aromata wurden nur für die Salbung von Königen verwendet. Bei den Aromata handelt es sich um seltene, wohlriechende pflanzliche Essenzen. Ziel der Salbung ist die Erhaltung des Leichnams - diese Absicht bildet an dieser Stelle einen (gewollten) Kontrast. „Es scheint die Frauen nicht zu stören, dass die Salbung einer bereits eingewickelten Leiche ‚ein kühner Gedanke‘ (Wellhausen) ist“ (Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;, um [zum Grab] zu gehen [und] ihn zu salben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und sehr (ganz) früh am ersten [Tag] der Woche (am Sonntag) &amp;lt;ref&amp;gt;μιᾴ zur Angabe eines bestimmten Tages steht der einfache Dativ, BDR § 200, Anm. 4. Der erste Tag der Woche wird durch μιᾷ bezeichnet; μιᾷ τῶν σαββάτων = am Sonntag. Vorbild war das Hebräische, das die Wochentage durch Kardinalzahlen statt durch Ordinalzahlen bezeichnet, BDR § 247,1; B/S I, S. 1052-1054; Markus kannte aber noch keinen „Sonntag“, (Gnilka 1979, 341), daher als Übersetzung am besten „am ersten Tag der Woche“. Gemeint ist aber natürlich der Sonntag.&amp;lt;/ref&amp;gt; gingen sie zum Grab während (als) die Sonne aufging&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gen. abs.]], temporal aufgelöst &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und sie sprachen zu einander: Wer wälzt {für} uns den Stein aus der Tür des Grabes (von der Tür des Grabes ab)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und als sie aufblickten&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt;, nehmen sie wahr (merken sie), dass der Stein abgewälzt (weggewälzt) war; er war nämlich sehr groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und nachdem sie hineingegangen waren&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], temporal aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Grab, sahen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt; sie einen Jüngling zur Rechten (auf der rechten Seite)&amp;lt;ref&amp;gt;Die rechte Seite war die glückverheißende Seite (Gnilka 1979, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt; sitzen, der ein weißes Gewand an(gezogen)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Stola, eine lange Stoffbahn, wurde nicht angezogen, sondern umgeworfen. Aber im dt. Sprachgebrauch werfen wir keine Kleidung um, sd. eine Jacke oder ein Tuch; das ist hier aber nicht gemeint: die Stola ist die normale Bekleidung&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte, und sie entsetzten sich (waren sehr erstaunt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er aber spricht&amp;lt;ref&amp;gt;Die Botschaft des Engels wird präsentisch eingeführt, um darauf hinzuweisen, dass sie das Zentrum dieser Perikope ist(Gnilka 1979, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt; zu ihnen: Entsetzt euch nicht (Seid nicht erstaunt)! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (er wurde auferweckt) &amp;lt;ref&amp;gt;Das Passiv von ἐγείρω bedeutet auferstehen; man kann es aber auch passiv übersetzen: wurde auferweckt, um das Handeln Gottes zu betonen, so Gnilka 1979, 342.&amp;lt;/ref&amp;gt;, er ist nicht hier. Hier [ist] (Siehe) der Ort (die Stelle), wo sie ihn hingelegt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|7}} Aber los! (Auf!, Geht fort, Doch geht), sagt [es] seinen Jüngern und Petrus, dass er&amp;lt;ref&amp;gt;Also Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt; euch vorangeht nach Galiläa&amp;lt;ref&amp;gt;Man kann das ὅτι auch als [[Ὅτι recitativum]] auffassen, das eine wörtliche Rede einleitet und dann nicht übersetzt wird: Er geht euch voran nach Galiläa&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch sagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und sie gingen hinaus&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ptz. coni.]], beiordnend aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; und flohen von dem Grab, sie waren nämlich ergriffen von (hatten)  Angst (Zittern) und Entsetzen (Bestürzung)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Markus 4,41; 5,15.33.42&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und sie sagten keinem (niemandem) etwas; denn&amp;lt;ref&amp;gt;oder: nämlich (dann am Schluss des Satzes: sie fürchteten sich nämlich)&amp;lt;/ref&amp;gt; sie fürchteten sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Vers 8 endet das Markusevangelium in den ältesten Quellen (4. Jh.: {{Hebr}}א{{Hebr ende}} und B). Vermutlich ist das abrupte Ende Absicht, um die verstörende Unbegreiflichkeit der Auferstehung zu betonen (Collins 2007, 800) oder um den Leser durch das offene Ende in die erzählte Geschichte hineinzuziehen (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Man kann es außerdem als Aufforderung an die Leser verstehen, von Jesu Auferstehung zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anderen, später geschriebenen Evangelien enthalten am Ende noch zusätzliche Erscheinungsberichte, was das Markus-Ende im Vergleich hierzu noch abrupter wirken lässt (Collins 2007, 800–801). Es entstanden darum verschiedene Fortsetzungen, die das vermeintlich fehlende Ende des Markus-Evangeliums ergänzen sollten (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kürzere Ergänzung lautet: „All diese Nachrichten verkündeten sie sogleich denen, die bei Petrus weilten. Sodann sandte auch Jesus selbst von Osten bis Westen durch sie die heilige und unvergängliche Botschaft der ewigen Rettung aus. Amen“. Sie findet sich in einer sehr frühen lateinische Übersetzung (4./5. Jh.: k). Ansonsten ist sie in wenigen Handschriften zusammen mit dem längeren Ende belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das längere Ende, das später die Versnummern 9 bis 16 erhielt, fasst Passagen anderer Evangelien summarisch zusammen und unterscheidet sich dabei sprachlich vom Rest der Evangeliums (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8). Es ist ab dem 5. Jh. (A, C und D) sowie in den meisten späten Handschriften belegt. Oft ist es durch einen kurzen Hinweistext oder durch textkritische Zeichen als unsicher markiert. Dass die sehr frühen Handschriften fast alle nach Vers 8 aufhörten, lässt sich auch durch Aussagen von Eusebius (3./4. Jh.) und Hieronymus (4./5. Jh.) belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird in der wissenschaftlichen Literatur gelegentlich überlegt, ob nach Vers 8 vielleicht ursprünglich ein anderes Ende folgte, dass bereits sehr früh verloren ging. Dagegen spricht, dass das Evangelium im 1. Jh. wohl auf einer Schriftrolle und nicht auf Einzelblättern geschrieben wurde (Fußnote der NET-Übersetzung zu Mk 16,8).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; {{Sekundär}} Nachdem (als, weil)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot;&amp;gt;Partizip aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; er auferstanden war am frühen Morgen (im Morgengrauen) des ersten Tags der Woche (des Sabbats), erschien er als erstes Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. {{Par|Lukas|8|2}} {{Par|Johannes|20|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Als&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie ging, es denen zu bekanntzumachen (zu verkündigen), die bei ihm gewesen waren, trauerten sie weinten sie.&lt;br /&gt;
{{S|11}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und eben diese – obwohl (als, nachdem)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie hörten, dass [Jesus] lebte und von ihr gesehen worden war, da glaubten sie [es ihr] nicht.&lt;br /&gt;
{{S|12}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Danach {aber} erschien er zwei von ihnen, als (während)&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; sie unterwegs waren, in anderer Gestalt, als (während) sie aufs Land [hinaus] gingen. {{Par|Lukas|24|13}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Auch diese gingen und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; berichteten es den anderen. Die glaubten es jenen [ebenfalls] nicht.{{Par|Lukas|24|33}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Später wiederum (aber), als sie gerade [zu Tische] lagen (gemeinsam aßen)&amp;lt;ref&amp;gt;Nach griechischer Tischsitte war es üblich, beim Essen zu liegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; erschien er den elf [Jüngern], und er tadelte ihren Unglauben (ihr Mißtrauen, ihre Treulosigkeit) und ihre Hartherzigkeit, dass sie denen, die&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt (vertraut) hatten.{{Par|Lukas|24|36}} {{Par|Johannes|20|26}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Und er sagte zu ihnen: „Geht in die ganz Welt hinaus und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; macht meine Freuden-Botschaft bekannt (verkündet mein Evangelium) der ganzen Schöpfung.{{Par|Matthäus|28|19}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt; glaubt (vertraut, treu ist) und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot; /&amp;gt; dagegen nicht glaubt (nicht vertraut, treulos ist), wird gerichtet werden.&lt;br /&gt;
{{S|17}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Diese Wunder (Zeichen) {aber} werden die Glaubenden begleiten: &lt;br /&gt;
In meinem Namen werden sie Dämonen (Geister, übernatürliche Wesen) austreiben;&lt;br /&gt;
in neuen (d.h. unbekannten) Sprachen (Zungen) werden sie reden; {{Par|Markus|11|22}} {{Par|Apostelgeschichte|2|4}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; sie werden Schlangen aufheben&amp;lt;ref&amp;gt;Viele Handschriften haben zusätzlich die Worte „Und mit ihren Händen …“.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
und wenn sie etwas Tödliches tranken, werden sie keinesfalls sterben;&lt;br /&gt;
bei Kranken werden sie Hände auflegen und es wird {ihnen} [diesen wieder] gut gehen.“ {{Par|Markus|6|5}} {{Par|Markus|6|13}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; Der Herr, Jesus, wurde {nun zwar} nach diesem Reden in den Himmel aufgenommen und setzte sich zu Gottes rechter Seite,{{Par|Lukas|24|51}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} &amp;lt;ref name=&amp;quot;schluss&amp;quot;/&amp;gt; jene aber gingen hinaus [in die Welt] und&amp;lt;ref name=&amp;quot;partizip&amp;quot; /&amp;gt; verkündeten (predigten) überall , wobei&amp;lt;ref&amp;gt;Absoluter Genitiv&amp;lt;/ref&amp;gt; der Herr mitwirkte und [ihre] Rede (das Wort) dadurch bekräftigte, dass sich  Wunder einstellten (durch nachfolgende Zeichen stärkte/bestätigte).{{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_9&amp;diff=20430</id>
		<title>Römer 9</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_9&amp;diff=20430"/>
		<updated>2015-03-14T05:41:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Kleine Korrekturen der Rechtschreibung und Übersetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Eine Wahrheit spreche ich in Christus; ich lüge nicht, [das] bestätigt (Zeugnis ablegt; bezeugt) mir mein Gewissen im Heiligen Geist &amp;lt;ref&amp;gt;Gen. abs.; bezieht sich auf die vorhergehende Aussage Paulis.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|2}} dass mir großer Kummer (Traurigkeit) und beständiger (unaufhörlicher) Schmerz für mein Herz ist. &lt;br /&gt;
{{S|3}} Denn ich selbst habe [mir] gewünscht, verflucht (verbannt) von Christus zu sein, anstelle (zugunsten von) meiner Geschwister, meiner Verwandten gemäß (nach) dem Fleisch:&lt;br /&gt;
{{S|4}} Diejenigen sind Israeliten, deren die Sohnschaft {und}, die Herrlichkeit {und}, die Bünde {und}, die Gesetzgebung {und}, der Gottesdienst und die Verheißungen sind;&lt;br /&gt;
{{S|5}} [zu] denen gehören die Väter (Vorfahren) und aus denen stammt (ist) dem Fleisch nach der Christus, der über allem ist, Gott&amp;lt;ref&amp;gt;wenn die Worte anders angeordnet werden, kommt es zu erheblichen Bedeutungsverschiebungen: z. Bsp. „Christus, der über allem Gott ist, gelobt [sei er] in Ewigkeit. Amen.“ &amp;gt; Dies dürfte nicht ganz in paulinische Theologie passen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, gepriesen (gelobt) in Äonen (Ewigkeiten). Amen.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Ist (Verhält) es aber nicht so, dass Gottes Wort versagt hat (hinfällig werden)&amp;lt;ref&amp;gt;Perf.3.Sg.Akt.; andere Ü. umschreiben es im Konj. wie LuthÜ., Elb, Schl 2000, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;? Denn nicht alle, die aus Israel sind&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Schl 2000: „die aus Israel abstammen“&amp;lt;/ref&amp;gt;, diese [sind] Israel&amp;lt;ref&amp;gt;Kann auch als rhetorische Frage wie die erste verstanden werden: „Sind denn [etwa] nicht alle, die aus Israel stammen, diese [auch richtige] Israeliten?“ &amp;gt; Verwiesen wird hier auf den gesetzesgebunden Glauben des israelitischen Volkes.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
{{S|7}} [Nein,] nicht weil (dass) sie Abrahams Same (Nachkommenschaft) sind, sind sie alle Kinder, sondern: „In Isaak wird dir ein Same genannt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gen 21,12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Das bedeutet (ist; heißt): Nicht die Kinder des Fleisches sind diese Kinder Gottes, sondern [nur] die Kinder der Verheißung werden als Nachkommenschaft erachtet (gerechnet; anerkannt).&lt;br /&gt;
{{S|9}} Denn der Verheißung Wort ist dies: „Nach (Gemäß; Um) dieser Zeit will ich kommen und Sara wird (soll) einen Sohn haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gen 18,10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Aber nicht nur [bei ihr], sondern auch Rebekka habend mit einem [Mann] Geschlechtsverkehr (Beischlaf) gehabt&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Bauer/Aland,S.894; andere Ü. mit „schwanger sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Mit unserem Vater Isaak.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Denn noch nicht geboren werdend, auch nicht tuend&amp;lt;ref&amp;gt;2x Gen.abs.: Part.Aor.Ps.Gen.Pl.&amp;lt;/ref&amp;gt;, was gut oder schlecht ist, damit der nach der Auslese (Auswahl; Auserwählung)[verfahrende] Ratschluss (Vorsatz) Gottes bliebe&amp;lt;ref&amp;gt;Präs.3.Sg.Akt.Konj.; viele Übersetzung bieten an dieser Stelle ein konträres Bild: z.Bsp.: EinÜ erweitert mit um „Vorherbestimmung“; LuthÜ; Elbü, Schl 2000 ergänzen mit „freier Wahl“; und noch einiges mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Nicht aus Werken, sondern aus einem Ruf (Berufung?)&amp;lt;ref&amp;gt;Präs. Ptz.Akt.Gen.Sg.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde zu ihr gesprochen: „Der Größere wird/soll dem Geringeren Sklave sein (dienen)“&amp;lt;ref&amp;gt;Gen 25,23; im übertragenen Sinne: „Der Ältere soll dem Jüngeren dienen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|13}} Gleichwie geschrieben steht: „Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst (verworfen).&amp;lt;ref&amp;gt;Mal 1,2f.&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{S|14}} Was wollen wir nun [dazu] sagen&amp;lt;ref&amp;gt;Fut.1.Pl.Akt.&amp;lt;/ref&amp;gt;? Ist (Herrscht) etwa Ungerechtigkeit bei Gott? So möge es nicht geschehen&amp;lt;ref&amp;gt;oder: „Auf keinen Fall!“;„Das sei Ferne“ (LuthÜ.; Schl 2000; ElbÜ)&amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
{{S|15}} Denn er sagt [noch] zu Mose: „Ich werde Erbarmen zeigen, dem ich [mich] erbarme; und ich werde Mitleid haben, den ich bemitleide.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ex 33,19; die beiden hier benutzten Verben haben einen ähnlichen Sinn von „sich erbarmen“, „Mitleid haben“, „gnädig sein“; viele Ü. bieten je eigene Auffassungen der Worte an, geben sie aber meist sinngemäß wieder.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Also [hängt es] nicht vom Wollenden, auch nicht Schnelllaufenden&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: „angestrengt Laufenden“&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern vom erbarmenden Gott ab&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. ElbÜ.; die Ü. sehen die ersten beide Verben als Aktionen des Menschen an; vgl. EinÜ, LuthÜ, Schl 2000, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Denn die Schrift sagt zum Pharao: „Eben dazu&amp;lt;ref&amp;gt;wörtl.: „Zum (in) selbigen diesen“ &amp;gt; „Aus diesem Grund“, könnte man noch sagen; vgl. EinÜ; ElbÜ, LuthÜ, Schl 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt; habe ich dich in Erscheinung treten lassen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Bauer/Aland,S.553.&amp;lt;/ref&amp;gt; (erwecken, aufrichten), damit ich an dir meine Kraft (Macht) erweisen (zeigen) kann und damit mein Name auf der ganzen Welt (Erde) bekannt gemacht werden (verkündet) kann.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ex 9,16&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|18}} Also&amp;lt;ref&amp;gt;Bezeichnet einen Schlusspunkt in einer Argumentation.&amp;lt;/ref&amp;gt; nun: „Den er will (wünschen; begehren; Gefallen haben an; lieben; gern haben), [dessen] erbarmt er sich; und den er will, [den] verhärtet (verstockt) er.“&lt;br /&gt;
{{S|19}} Nun wirst du mich [sicherlich] fragen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: „sagen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Was beschuldigt (tadeln; anklagen) er [uns] dann noch? Wer hat denn seinem Willen (Vorhaben) widerstanden&amp;lt;ref&amp;gt;Perf.3.Sg.Akt.&amp;lt;/ref&amp;gt; (s. entgegengesetzt; s. widersetzt)?“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Ja&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Verstärkungspartikel, um Affekte auszudrücken; vgl. Bauer/Aland,S.1785; andere Ü.: „Ja“ (ElbÜ; LuthÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;, oh Mensch&amp;lt;ref&amp;gt;Vokativ; vgl. Schl 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Wer (Was) bist du [denn] vielmehr&amp;lt;ref&amp;gt;Verstärkungspartikel.&amp;lt;/ref&amp;gt;, antworten lassend &amp;lt;ref&amp;gt;Part.Präs.MedPs.Nom.Sg.&amp;lt;/ref&amp;gt; (entgegnen; rechten) dem Gott? Spricht nicht [auch] das Gebilde (Geschöpf) zum Bildenden&amp;lt;ref&amp;gt;Part.Aor.Akt.Dat.Sg&amp;lt;/ref&amp;gt; (Schaffenden; Schöpfer?): &#039;Was (Wie; Warum) hast du mich so gemacht (tun, schaffen, bilden)?&#039;&lt;br /&gt;
{{S|21}} Oder hat nicht der Töpfer des Tones Vollmacht, aus demselben [Ton]klumpen zu machen (bilden; schaffen) das eine Gefäß zur Ehre (Würde; Lob; Rein), das andere zur Unehre?&lt;br /&gt;
{{S|22}} Wenn aber Gott wollend [ist]&amp;lt;ref&amp;gt;Part.Präs.Akt.Sg.Nom.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu zeigen (erweisen) seinen Zorn und seine Macht (Kraft) offenbar zu machen (bekannt machen; wissen), hat er in (mit) viel Geduld (Langmut) die Gefäße des Zornes getragen, geschaffen (bereiten; herstellen) worden seiend&amp;lt;ref&amp;gt;Part.Perf.Ps.Pl.Akku.Ntr.&amp;lt;/ref&amp;gt; zur Vernichtung (Verderben),&lt;br /&gt;
{{S|23}} und damit er den Reichtum (Wohlstand) seiner Herrlichkeit an den Gefäßen des Erbarmens (Mitleid) offenbar macht (zu erkennen geben; kundtun), die er in Herrlichheit zuvor bereitet (vorbereiten) hat?&lt;br /&gt;
{{S|24}} Diejenigen&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser relativische Satzanschluss ist mir unklar. Einfach wäre ihn einfach als Anakoluth zu verstehen; vermutlich will es die „Gefäße“ in Verbindung mit dem kommenden „uns“ herstellen. Andere Ü.: ElbÜ: „nämlich an uns“; LuthÜ: „Dazu hat er…“; Schl 2000: „Als solche“; EinÜ,NGÜ: lässt es weg.&amp;lt;/ref&amp;gt; hat er auch [unter] uns gerufen (berufen); nicht nur&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtl.: „allein“.&amp;lt;/ref&amp;gt; aus den Juden, sondern auch aus [anderen Heiden]völkern (Nationen);&lt;br /&gt;
{{S|25}} wie er auch in (bei) Hosea spricht: „Ich werde Nicht-mein-Volk mein Volk rufen (nennen), und die Nicht-Geliebte&amp;lt;ref&amp;gt;Part.&amp;lt;/ref&amp;gt; Geliebte&amp;lt;ref&amp;gt;2x Part.Perf.Ps.Akku.fem.Sg.&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ElbÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|26}} und es ist an dem Ort, der ihnen gesagt wurde: „Nicht mein Volk seid ihr, dort werdet ihr Söhne (Kinder) Gottes des Lebendigen&amp;lt;ref&amp;gt;Part.Präs.Akt.Gen.Sg.mask.&amp;lt;/ref&amp;gt; gerufen (genannt) werden&amp;lt;ref&amp;gt;Fut.Ps.3.Pl.&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hos 2,1.25.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|27}} Jesaja aber schreit (laut ausrufen) über Israel: „Wenn die Zahl der Söhne (Kinder) Israels gleich dem Sand [am] Meer wäre, [so] wird (soll) der Rest errettet werden&amp;lt;ref&amp;gt;Fut.Ps.3.Sg.; andere Ü.: „[nur] der Rest wird …“ (EinÜ; ElbÜ)&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
{{S|28}} denn ein Wort beendend (abschließen; vollenden) und abkürzend&amp;lt;ref&amp;gt;2x Part.Präs.Akt.Nom.Sg.mask.; andere Ü.: EinÜ: „erfüllt und durchsetzt“, LuthÜ: „vollendet und ausrichtet“; NGÜ: „ohne Einschränkung und ohne Verzögerung“.&amp;lt;/ref&amp;gt; (verkürzen; einschränken), wird der Herr es auf der Welt (Erde) machen (ausführen; tun).“&amp;lt;ref&amp;gt;Jes 10,22f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und wie Jesaja zuvor gesagt hat: „Wenn der Herr der Heerscharen (Zebaot) uns nicht einen Samen (Nachkommenschaft) übrig gelassen hätte, wie Sodom wären wir geworden und {wie} Gomorra gleich geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Irrealis; Jes 1,9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|30}} Was sollen (wollen, werden) wir nun sagen? Dass die [Heiden]völker, die nicht nach Gerechtigkeit streben&amp;lt;ref&amp;gt;Part.Präs.Akt.Nom/Akku.Pl.Ntr.&amp;lt;/ref&amp;gt; (eilen; rennen; trachten), Gerechtigkeit erlangt (ergriffen; genommen) haben; eine Gerechtigkeit aber, die aus Glauben (Treue; Überzeugung) [kommt].&lt;br /&gt;
{{S|31}} Israel aber, strebend&amp;lt;ref&amp;gt;Part.Präs.Nom.Sg.mask.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach dem Gesetz der Gerechtigkeit, ist nicht in das Gesetz hineingelangt (hat erreicht).&lt;br /&gt;
{{S|32}} Warum? Weil es nicht aus Glauben (Treue; Überzeugung), sondern wie aus Werken (Taten; Arbeiten) [geschah]. Sie haben am Stein des Anstoßes (Fehltritt) Anstoß genommen&amp;lt;ref&amp;gt;Andere Ü.: „Sie haben sich am Stein des Anstoßes gestoßen“; gemeint ist der Unglaube.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
{{S|33}} wie geschrieben steht: „Siehe, ich stelle (setzen; legen) in Zion einen Stein des Anstoßes (Fehltritt) und ein Fels der Verführung (Argernis)&amp;lt;ref&amp;gt;ElbÜ: „des Strauchelns“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und wer an (auf) ihn glaubt&amp;lt;ref&amp;gt;Part.Präs.Nom.Sg.mask.&amp;lt;/ref&amp;gt; (vertraut), soll (wird) nicht zuschanden (zugrunde gehen) werden.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
Wer Zeit hat, schaue bitte sich den Text nochmals an! Habe versucht, mit möglichst vielen Übersetzungen gleich mit einzuarbeiten.&lt;br /&gt;
Lg Felix&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_8&amp;diff=20314</id>
		<title>Römer 8</title>
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		<updated>2015-03-04T05:39:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Kleine Korrekturen der Rechtschreibung und Übersetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung in Arbeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
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{{L|11}}&lt;br /&gt;
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{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
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{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}&lt;br /&gt;
{{L|36}}&lt;br /&gt;
{{L|37}}&lt;br /&gt;
{{L|38}}&lt;br /&gt;
{{L|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Folglich [gibt es] also keine Verurteilung (Strafe) für die, die zu (in, bei) Christus Jesus [gehören].&lt;br /&gt;
{{S|2}} Denn das Gesetz (Weisung, Prinzip) des Lebens-Geistes (Geist/Atem des Lebens) in (bei, durch) Christus Jesus&lt;br /&gt;
hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde (der Verfehlung, des Irrtums) und des Todes.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Denn was dem Gesetz unmöglich war,&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: das Unmögliche (Unvermögende) des Gesetzes [betreffend]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wozu es wegen des Fleisches (der menschlichen Verfallenheit, der sterblichen Natur) [zu] schwach war:&lt;br /&gt;
Gott sandte seinen eigenen Sohn in der Ähnlichkeit des sündigen Fleisches (in der Gestalt der sündigen Verfallenheit, im Erscheinen des Fleisches der Sünde)&lt;br /&gt;
und wegen Sünde (als Sündopfer, um der Sünde willen),&lt;br /&gt;
und so&amp;lt;ref&amp;gt;Partizip aufgelöst&amp;lt;/ref&amp;gt; verurteilte er im Fleisch die Sünde,&lt;br /&gt;
{{S|4}} damit die Gerechtigkeit des Gesetzes erfüllt werde durch uns (in uns, bei uns, unter uns),&lt;br /&gt;
die&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: den nicht Fleisch-gemäß Lebenden, sondern Geist-gemäß&amp;lt;/ref&amp;gt; wir nun kein Leben des Fleisches mehr führen,&lt;br /&gt;
sondern des Geistes.&lt;br /&gt;
{{S|5}} Denn die vom Fleisch (von der menschlichen Verfallenheit, von der sterblichen Natur) bestimmt sind,&lt;br /&gt;
streben nach dem Fleischlichen –&lt;br /&gt;
die vom Geist bestimmt sind aber nach dem Geistlichen.&amp;lt;ref&amp;gt;wörtlich: Denn die Fleisch-gemäß Seienden sinnen auf (denken an) die [Angelegenheiten] des Fleisches, aber die Geist-gemäß [Seienden] auf die [Angelegenheiten] des Geistes.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Denn das Streben des Fleisches  ist der Tod –&lt;br /&gt;
das Streben des Geistes aber ist Leben und Frieden,&lt;br /&gt;
{{S|7}}und zwar weil das Streben des Fleisches Feindschaft gegen (Hass auf) Gott ist,&lt;br /&gt;
denn es gehorcht Gottes Gesetz nicht&lt;br /&gt;
[und] {denn es} kann das auch gar nicht.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Die {aber} im Fleisch sind, vermögen es nicht, Gott zu gefallen.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Ihr dagegen seid nicht im Fleisch (in der menschlichen Verfallenheit, in der sterblichen Natur), sondern im Geist ([göttlichen] Windhauch/Atem),&lt;br /&gt;
da ja (wenn denn) Gottes Geist  in euch wohnt.&lt;br /&gt;
Wenn dagegen jemand Christi Geist nicht hat,&lt;br /&gt;
so gehört dieser nicht zu ihm (ist dieser nicht sein).&lt;br /&gt;
{{S|10}} Aber wenn Christus in euch [wohnt],&lt;br /&gt;
dann ist zwar der Körper tot wegen der Sünde (der Verfehlung, des Irrtums) ,&lt;br /&gt;
der Geist dagegen ist Leben wegen der Gerechtigkeit.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Wenn nun der Geist desjenigen in euch ist,&lt;br /&gt;
der Jesus auferweckt hat vom Tod,&lt;br /&gt;
dann wird der,&lt;br /&gt;
der Christus Jesus vom Tod auferweckt hat,&lt;br /&gt;
auch euren sterblichen Körper Leben geben&lt;br /&gt;
durch seinen Geist, der in euch wohnt.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Folglich sind wir also, Geschwister (Brüder)&amp;lt;ref name=&amp;quot;generischesmaskulinum&amp;quot;&amp;gt;[[Generisches Maskulinum]]&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
nicht auf das Fleisch (die menschliche Verfallenheit/Schwachheit, die sterbliche Natur) festgelegt (verpflichtet),&lt;br /&gt;
dass wir vom Fleisch bestimmt leben müssten;&lt;br /&gt;
{{S|13}} wenn ihr nämlich vom Fleisch bestimmt lebt,&lt;br /&gt;
werdet ihr sterben;&lt;br /&gt;
wenn ihr aber durch den Geist die körperlichen Umtriebe (Handlungen des Leibes) [ab]tötet,&lt;br /&gt;
so werdet ihr leben.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Alle nämlich, die von Gottes Geist angetrieben werden,&lt;br /&gt;
sind Gottes Söhne (Kinder, Angehörige, Adoptivkinder)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Bild der Adoption als erbberechtigter Sohn ist auch auf Frauen anwendbar (vgl. [[generisches Maskulinum]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Denn ihr habt nicht [etwa] einen Geist (eine Gesinnung) der Sklaverei bekommen,&lt;br /&gt;
um [euch] wiederum [mit] Furcht [zu erfüllen],&lt;br /&gt;
sondern ihr habt einen Geist bekommen, der euch zu Söhnen macht (einen Geist der Sohnschaft/Kindschaft, einen Geist der Adoption als Sohn/Kind),&lt;br /&gt;
mit dem (in dem, durch den) wir rufen: „Abba, Vater“!&amp;lt;ref&amp;gt;„Abba“ ist das aramäische Wort für „Vater“, das Paulus direkt anschließend mit „ὁ πατήρ“ ins Griechisch übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|16}} Dieser Geist bekennt ebenfalls unserem Geist,&lt;br /&gt;
dass wir Gottes Kinder (Sprösslinge) sind,&lt;br /&gt;
{{S|17}} und (aber) wenn Kinder (Sprösslinge),&lt;br /&gt;
dann auch Erben.&lt;br /&gt;
[Und] nicht nur Erben Gottes [sind wir],&lt;br /&gt;
sondern auch Miterben mit Christus,&lt;br /&gt;
da wir ja (wenn wir denn) mit [ihm] leiden,&lt;br /&gt;
um auch mit [ihm] verherrlicht zu werden.&lt;br /&gt;
{{S|18}}&lt;br /&gt;
{{S|19}}&lt;br /&gt;
{{S|20}}&lt;br /&gt;
{{S|21}}&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
{{S|23}}&lt;br /&gt;
{{S|24}}&lt;br /&gt;
{{S|25}}&lt;br /&gt;
{{S|26}}&lt;br /&gt;
{{S|27}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und (aber)&amp;lt;ref&amp;gt;Nicht Gegensatz (aber), sondern Weiterführung (und). Vgl. Moo 1996, 527. &amp;lt;/ref&amp;gt; wir wissen, dass [für alle] ([für diejenigen]), die Gott lieben,&amp;lt;ref&amp;gt;Auflösung eines attributiven Ptz. Dat. Pl. als Relativsatz mit „[für alle], die“. &amp;lt;/ref&amp;gt; alle Dinge (alles) zum Guten&amp;lt;ref&amp;gt;Luther übersetzt – berühmt und optimistisch – „zum Besten“, was grammatikalisch möglich ist, da es im Griechischen keine Superlativform gibt. So auch NGÜ, SLT. Damit ist wahrscheinlich die hoffnungsvolle Zukunft gemeint, nicht unbedingt jedes Ereignis im Leben (Moo 1996, 530f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; zusammenwirken&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: „dass er (→Gott) alles zum Guten zusammenwirkt“. Diese Zweideutigkeit kommt zustande, weil πάντα („alles“) sowohl Objekt, als auch Subjekt sein kann. Als Objekt würde man πάντα jedoch hinter dem (übrigens intransitiven) Verb erwarten. Der Westcott-Hort-Text fügt u.a. mit P46 und B ὁ θεός („Gott“) als Subjekt hinzu (EÜ, NASB, NIV). Doch „Gott“ wirkt wie ein erklärender Einschub, die Zweideutigkeit des Subjekts ist die schwierigere Lesart und alexandrinischer und westlicher Text sind übereinstimmend dagegen (vgl. Wilckens &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1987, 163;  Moo 1996, 508; NET Röm 8,28, Fußnote 32). &amp;lt;/ref&amp;gt; (verhelfen, zusammenarbeiten, dienen) – [für alle] ([für diejenigen]), die nach [seinem] Plan (Heilsabsicht)&amp;lt;ref&amp;gt;REB, SLT: „Vorsatz“, EÜ: „ewiger Plan“, ZÜR: „freie Entscheidung“, Wilckens: „Ratschluss“. Nach Wilckens &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1987 bezeichnet das Wort zunächst ein bekanntgemachtes amtliches Dekret, dann eine ausgesprochene persönliche Absicht (163). Das Wort heißt in anderen Kontexten „Opfergabe“ und wird in der LXX und im NT (so [[Markus_2#s26|Mk 2,26]] par) auch für die Schaubrote gebraucht. Anderswo steht es für menschliche Vorhaben. Paulus verwendet es hier wie in Eph 1,11 für Gottes ewigen Plan (TWNT, πρόθεσις). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Epheser|1|11}} berufen sind!&lt;br /&gt;
{{S|29}} Denn (weil, dass) [alle] ([diejenigen]), die&amp;lt;ref&amp;gt;Röm 8,28-30 bildet eine Kette von einordnenden Aussagen nach dem Muster „auf wen dies zutrifft, auf den trifft auch das zu“. Wird die erste Gruppe in 28 zweimal noch lediglich durch Dative ausgedrückt, wird die Identifikation ab 29 durch „οὓς – τούτους“-Verbindungen enger und definitiver. Eine deutsche Wiedergabe mit „alle, die“ oder „diejenigen, die“ ist zur Verdeutlichung der genauen Eingrenzung angemessen (s.a. Moo 1996, 535). Die Kette setzt in 30 noch einmal neu ein, sodass 29 und 30 Parallelen mit verschiedenen Aussageschwerpunkten bilden. Beide Verse erklären 28 – 29 den Plan Gottes, 30 geht unter Berücksichtigung dessen noch einmal auf Berufung und das eschatologisch Folgende ein. &amp;lt;/ref&amp;gt; er vorher kannte&amp;lt;ref&amp;gt;Wilckens: „zuvor erwählt“. Moo 1996, 532f. betont dagegen, dass es hier um ein persönliches Kennen, nicht um ein unbeteiligtes vorher von ihrem Glauben Wissen geht. &amp;lt;/ref&amp;gt;, hat er auch [dazu] vorherbestimmt, dem Bild (Wesen)&amp;lt;ref&amp;gt;Christus ist nicht visuell das Abbild Gottes, sondern in seinem Wesen, er ist Gottes „Wesenserscheinung“ (Wilckens, &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1987, 163).&amp;lt;/ref&amp;gt; seines Sohnes ähnlich [zu werden], sodass (damit) er der Erstgeborene unter vielen Brüdern wäre (würde; um zu sein);&lt;br /&gt;
{{S|30}} und [alle] ([diejenigen]), die er [dazu] vorherbestimmt hat, {diese} hat er auch berufen (gerufen); und [alle] ([diejenigen]), die er berufen hat, {diese} hat er auch für gerecht erklärt (gerecht gesprochen, gerechtfertigt); [alle] ([diejenigen]), die er für gerecht erklärt hat, {diese} hat er auch verherrlicht.&lt;br /&gt;
{{S|31}}&lt;br /&gt;
{{S|32}}&lt;br /&gt;
{{S|33}}&lt;br /&gt;
{{S|34}}&lt;br /&gt;
{{S|35}}&lt;br /&gt;
{{S|36}}&lt;br /&gt;
{{S|37}}&lt;br /&gt;
{{S|38}}&lt;br /&gt;
{{S|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_7&amp;diff=20258</id>
		<title>Römer 7</title>
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		<updated>2015-02-28T06:40:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Kleine Korrekturen der Rechtschreibung und Übersetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wisst ihr etwa nicht, Brüder, denn ich rede mit den Gesetz kundigen, dass das Gesetz den Menschen beherrscht, solange (für so viel Zeit) er lebt ? &lt;br /&gt;
{{S|2}} Denn die verheiratete Frau wurde mit [dem] Gesetz dem Mann, [solange] er lebt, gegeben. Wenn der Mann stirbt, wird [sie] aus der Verbindung des Gesetzes des Mannes gelöst werden.    &lt;br /&gt;
{{S|3}} Während also nun der Mann lebt, wird [die Frau] Ehebrecherin heißen, wenn sie in Besitz eines anderen Mannes sein wird (wenn sie einen anderen Mann nehmen wird). Wenn der Mann stirbt, ist [sie] frei frei von dem Gesetz, [so] dass sie keine Ehebrecherin ist, sobald (obwohl) sie einen anderen Mann nimmt.       &lt;br /&gt;
{{S|4}} Darum seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz gegenüber gestorben durch den Leib Christi, damit ihr in dem Besitz von einem anderen seid: demjenigen, der von [den] Toten auferweckt wurde, damit wir {dem} Gott Frucht (Ertrag) bringen.  &lt;br /&gt;
{{S|5}} Denn solange wir in dem Leib [sind], der sündigen Leidenschaft, die sich durch das Gesetz in unseren Gliedern auswirkten, [sind wir] in der Frucht (Ertrag) dem Tod.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Nun sind wir gelöst worden von dem Gesetz, indem wir in dem [Gesetz] gestorben sind, [durch welches] wir gebunden waren, darum [ist es nötig], dass wir in dem neuen Geist und nicht in den alten Buchstaben [des Gesetzes dem Herrn] dienen.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Was also werden wir sagen? Das Gesetz [ist] Sünde? So möge es nicht sein. Sondern [so], ich hätte die Sünde nicht erkannt, wenn nicht durch das Gesetz. Denn ich wüsste nicht (würde nicht kennen) die Lust, wenn nicht das Gesetz sagte:„Begehre nicht“.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Die Sünde {aber}, wobei sie durch das Gebot die Gelegenheit ergriffen hatte, rief in mir jede Lust hervor. Denn abseits [des] Gesetzes [ist die] Sünde tot.   &lt;br /&gt;
{{S|9}}  Ich {aber} lebte einst ohne Gesetz, aber als das Gebot kam&amp;lt;ref&amp;gt; Hierbei handelt es sich um einen Gen. Abs.&amp;lt;/ref&amp;gt;, lebte die Sünde auf,&lt;br /&gt;
{{S|10}} ich {aber} starb, und das Gebot, das zum Leben [war], erwies sich mir als dieses, [das mir] zum Tod [war].&lt;br /&gt;
{{S|11}} &lt;br /&gt;
{{S|12}}&lt;br /&gt;
{{S|13}}&lt;br /&gt;
{{S|14}}&lt;br /&gt;
{{S|15}}&lt;br /&gt;
{{S|16}}&lt;br /&gt;
{{S|17}}&lt;br /&gt;
{{S|18}}&lt;br /&gt;
{{S|19}}&lt;br /&gt;
{{S|20}}&lt;br /&gt;
{{S|21}}&lt;br /&gt;
{{S|22}}&lt;br /&gt;
{{S|23}}&lt;br /&gt;
{{S|24}}&lt;br /&gt;
{{S|25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_6&amp;diff=20248</id>
		<title>Römer 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_6&amp;diff=20248"/>
		<updated>2015-02-26T06:15:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Kleine Korrekturen der Rechtschreibung und Übersetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}Deshalb herrsche auch in eurem vergänglichen Leben nicht mehr die Sünde, die euch nur dazu bringt, euren Begierden Folge zu leisten.&lt;br /&gt;
{{L|13}} Stellt auch eure Person nicht der Sünde als Waffe zur Verfügung, um für die Ungerechtigkeit zu kämpfen, sondern stellt euch selbst vielmehr Gott zur Verfügung, wie solche, die von den Toten auferweckt leben, und zwar indem ihr eure Person Gott als Waffe zu Verfügung stellt, um für die Gerechtigkeit zu kämpfen.&lt;br /&gt;
{{L|14}} Denn die Sünde wird nicht mehr euer Herr sein, weil ihr nicht mehr in der Zeit des Gesetzes lebt, sondern unter der Kraft der Gnade steht.&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Was werden (wollen) wir nun sagen? Wollen wir in der Sünde bleiben (verharren), damit die Gnade mehr werde (wachse, größer werde)?&lt;br /&gt;
{{S|2}} Das ist nicht so! Die, die wir gestorben sind durch die Sünde (der Sünde), wie werden wir noch in ihr leben?&lt;br /&gt;
{{S|3}} Oder wisst ihr nicht, dass, wie viele getauft wurden auf Christus Jesus, auf seinen Tod getauft wurden?&lt;br /&gt;
{{S|4}} Nun wurden wir ihm (mit ihm) mitbegraben durch die Taufe auf den Tod, damit wie Christus auferweckt worden ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters gleichsam auch wir in Neuheit&amp;lt;ref&amp;gt;Die Vokabel drückt häufig etwas Ungewöhnliches aus; es geht um etwas Ungewöhnliches, Neues.&amp;lt;/ref&amp;gt;des Lebens wandeln (gehen, wandern, leben, den Lebenswandel gestalten). &lt;br /&gt;
{{S|5}} Denn wenn wir verwachsen (verbunden) sind mit der Gleichheit seines Todes, werden wir es aber auch sein mit [der Gleichheit] der Auferstehung.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Dieses [sind wir] erkennend, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt wurde, damit der Leib der Sünde zerstört werde (zunichte machen, aufheben), [so]dass&amp;lt;ref&amp;gt;AcI.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir nicht länger (nicht mehr, in Zukunft nicht) der Sünde dienen.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Denn der Verstorbene (Gestorbene, Tote) wurde gerecht gesprochen von den Sünden.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Wenn wir aber gestorben sind mit Christus, glauben wir, dass wir auch leben werden mit ihm.&lt;br /&gt;
{{S|9}} [Wir sind] wissend, dass Christus, auferweckt von (aus) den Toten, nicht mehr stirbt. [Der] Tod beherrscht ihn nicht mehr.&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn was der Sünde gestorben ist, ist gestorben ein für allemal. Was aber lebt, lebt bei (mit, für)&amp;lt;ref&amp;gt;Eventuell kann man auch wörtlich ohne Pronomen übersetzen und so sehr nahe am griechischen Text bleiben&amp;lt;/ref&amp;gt; Gott. &lt;br /&gt;
{{S|11}} So auch ihr: Rechnet [damit] (bedenkt, erwägt, betrachtet&amp;lt;ref&amp;gt;Mit „betrachten“ kann auch das Reflexivpronomen im Deutschen wörtlich übersetzt werden: „betrachtet euch als Tote“.&amp;lt;/ref&amp;gt;), dass ihr einerseits Tote seid&amp;lt;ref&amp;gt;AcI.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Sünde, andererseits Lebende bei (mit, für) Gott in Christus Jesus.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Nicht herrsche die Sünde in eurem sterblichen Leib, [so]dass (auf dass) er seinen Begierden (Leidenschaften) gehorcht!&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und (auch, aber) stellt nicht eure Gliedmaßen (Glieder, Körperteile) der Sünde als Waffen (Werkzeuge) der Ungerechtigkeit bereit (zur Verfügung stellen, hinsetzen, hinstellen), sondern stellt euch selbst Gott wie Lebende aus (von) Toten und eure Gliedmaßen (Glieder, Körperteile) als Waffen (Werkzeuge) Gottes bereit (zur Verfügung stellen, hinsetzen, hinstellen)!&lt;br /&gt;
{{S|14}} Denn [die] Sünde wird euch nicht beherrschen; denn ihr seid nicht unter [dem] Gesetz, sondern unter [der] Gnade.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Was nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter [dem] Gesetz sind, sondern unter [der] Gnade sind? Das ist nicht so!&lt;br /&gt;
{{S|16}} Wisst ihr nicht, dass ihr euch dem als Sklaven (Diener) zum Gehorsam bereitstellt (zur Verfügung stellt, hinstellt) [und] Sklaven seid, dem ihr gehorcht, entweder [Sklaven] der Sünde zum Tod oder des  Gehorsams zur Gerechtigkeit?&lt;br /&gt;
{{S|17}} Dank&amp;lt;ref&amp;gt;χάρις bedeutet Gnade, aber auch Dank. Gnade ist, was von Gott kommt. Dank ist, was der Mensch entgegnet. Diese Unterscheidung gibt es im Deutschen, im Griechischen steht ein und dasselbe Vokabel.&amp;lt;/ref&amp;gt; aber [sei] Gott, dass ihr Sklaven der Sünde ward, aber [dann] gehorcht habt von (aus) Herzen auf das Vorbild (Abbild, Gestalt, Form, Muster, Typus) [der] Lehre, dem ihr anbefohlen (übergeben, ausgeliefert, überliefert) wurdet.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Aber als von der Sünde Befreite wurdet ihr der Gerechtigkeit dienstbar gemacht (hörig werden, untertänig gemacht werden, zum Sklaven werden, versklavt werden, geknechtet werden, dienstbar gemacht werden, sklavisch gebunden werden). &lt;br /&gt;
{{S|19}} Ich spreche menschlich wegen der Schwäche eures Fleisches. Denn wie ihr eure Glieder der Unsittlichkeit und der Gesetzlosigkeit für die gesetzwidrigen Taten (für die Gesetzlosigkeit, zu der Gesetzlosigkeit) als {die} Sklaven zur Verfügung gestellt habt, so stellt&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: 2.Pers. Pl. Ind. Aor. akt.: „so habt ihr nun zur Verfügung ... gestellt“ Bei dieser Übersetzung würde die Einmaligkeit bzw. das punktuelle Handeln hervorgehoben werden, welches der Aorist ausdrückt.&amp;lt;/ref&amp;gt; nun eure Glieder als {die} Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligung zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, wart ihr von der Gerechtigkeit ungebunden (frei, unabhängig).&lt;br /&gt;
{{S|21}} Was also hattet ihr damals als Frucht (Ertrag, Ergebnis)? [Nur Dinge,] für welche ihr euch jetzt schämt, denn jenes [bringt euch] am Ende [den] Tod.&lt;br /&gt;
{{S|22}} Jetzt aber seid ihr befreit von der Sünde und ihr dient dem Herrn, ihr habt eure Frucht (Ertrag, Ergebnis) zur Heiligung, das Ende ist [das] ewige Leben.&lt;br /&gt;
{{S|23}} Denn der Sold&amp;lt;ref&amp;gt;Eigtl. steht an dieser Stelle eine Pluralform.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Sünde [ist der] Tod, {aber} die Gnade des Herrn [ist das] ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_5&amp;diff=20226</id>
		<title>Römer 5</title>
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		<updated>2015-02-25T04:21:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Mehrere typografische, sprachliche und übersetzungstechnische Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
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{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
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{{L|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Als aufgrund von Glauben gerecht Gesprochene&amp;lt;ref&amp;gt;Adverbiales Ptz. Aor. Pass., hier substantivisch interpretiert. Alternativ kausal/temporal (NSS), dann: „weil/seit wir … gerecht gesprochen wurden“&amp;lt;/ref&amp;gt; nun haben wir Frieden mit&amp;lt;ref&amp;gt;cf. NSS.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gott durch unseren Herrn Jesus Christus,&lt;br /&gt;
{{S|2}} durch den wir auch den Zugang zu dieser Gnade erlangt haben [aufgrund] des Glaubens&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „dem Glauben“. Dat. causae. Die Lesart τῇ πίστει (im/durch den Glauben) lassen die &amp;lt;i&amp;gt;Codices&amp;lt;/i&amp;gt; B, D, F, G u.a. weg, weshalb diese Lesart textkritisch als unsicher bezeichnet werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;, in der wir stehen (uns befinden) und uns rühmen wegen [der] Hoffnung [auf] die Herrlichkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „der Herrlichkeit“; Gen. obiectivus&amp;lt;/ref&amp;gt; Gottes&amp;lt;ref&amp;gt;Gen. auctoris: Also der Herrlichkeit, die von Gott kommt.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Aber nicht allein [deswegen], sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen (Elend) im Wissen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Wissen&#039;&#039; [[Partizip|Ptc. coni.]] mit kausaler Konnotation, hier als Präpositionalphrase aufglöst. Alternativ mit Nebensatz „weil wir wissen“ oder als deutscher Partizipialsatz „wissend“. &amp;lt;/ref&amp;gt;, dass die Bedrängnis (das Elend) Geduld (Ausdauer) bewirkt (erzeugt, hervorbringt),&lt;br /&gt;
{{S|4}} die Geduld (Ausdauer, Standhaftigkeit) aber Erprobtheit (Bewährung), die Erprobtheit (Bewährung) aber Hoffnung. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden&amp;lt;ref&amp;gt;Hier kausativ (NSS cf. B/A).&amp;lt;/ref&amp;gt;, weil die Liebe Gottes ausgegossen {worden} ist&amp;lt;ref&amp;gt;Hier ein Pf. Pass. Das griechische Perfekt hebt das Resultat hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt; in unsere Herzen durch [den] heiligen Geist, der uns gegeben wurde.&lt;br /&gt;
{{S|6}} {noch} Denn Christus ist, während wir noch schwach (krank) waren,&amp;lt;ref&amp;gt;Konstruktion mit Genitivus Absolutus (Partizip Präsens), der an dieser Stelle aufgelöst wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt; zur festgesetzten Zeit (rechten Zeit, bestimmten Zeit) für Gottlose gestorben.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Denn kaum (unter Schwierigkeit, mit Mühen) jemand wird für einen Gerechten sterben; aber&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „denn“. V. 7 sei als Parenthese zu verstehen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt; für den Guten wagt es möglicherweise jemand {auch} zu sterben. &lt;br /&gt;
{{S|8}} Aber Gott erweist seine Liebe zu uns [darin], dass Christus gestorben ist für uns, als wir noch Sünder waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Wieder eine Konstruktion mit Genitivus Absolutus mit Partizip Präsens (s.o. in Vers 6), hier temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} [Wie] viel mehr nun werden wir, die jetzt durch sein Blut (in seinem Blut) gerecht gesprochen wurden,&amp;lt;ref&amp;gt;Substantiviertes (attributives) Partizip Aor. Pass., hier aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; bewahrt (unversehrt erhalten, errettet) werden durch ihn vor dem Zorn.&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn wenn wir versöhnt wurden mit Gott durch den Tod seines Sohnes, als wir Feinde waren&amp;lt;ref&amp;gt;Genitivus Absolutus mit Partizip Präsens.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [wie] viel mehr werden wir gerettet werden durch sein Leben, nachdem wir versöhnt worden sind.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Aber nicht allein [das (dieses)], sondern [wir sind] auch uns Rühmende in Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung bekommen (empfangen, erhalten, bekommen) haben.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Daher ist, genau wie durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt hineingekommen ist und durch die Sünde der Tod, so ist auch der Tod zu allen Menschen durchgekommen, weil alle gesündigt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Paulus führt hier den Gedanken gar nicht zu Ende. Er fällt sich quasi selbst ins Wort, indem er in Vers 13f. eine Geschichtsreflexion zum Thema Gesetz vornimmt. In den Versen 15-17 scheint er dann sogar zu verdeutlichen, dass das, was er vergleichen will/wollte, gar nicht wirklich vergleichbar ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Denn bis [zur Zeit des] Gesetzes war [die] Sünde in der Welt, doch [die] Sünde wird nicht angerechnet (auf die Rechnung gesetzt), wenn es kein&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „nicht ein“&amp;lt;/ref&amp;gt; Gesetz gibt&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „ist“. Gen.abs. wurde konditional/temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Aber der Tod herrschte [wie ein König] von Adam bis Mose, auch über diejenigen, die nicht gesündigt hatten&amp;lt;ref&amp;gt;Ptz. Aor., substantivisch; hier aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf die gleiche Weise&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich: „auf die Gleichheit…“&amp;lt;/ref&amp;gt; der Übertretung [wie] Adam, der ein Typus&amp;lt;ref&amp;gt;cf. B/A&amp;lt;/ref&amp;gt; (Abbild, Modell) des [gewiss] Zukünftigen ist. &lt;br /&gt;
{{S|15}} Aber nicht so, wie die Übertretung [ist], {so} [ist] auch das Gnadengeschenk; denn wenn durch die Übertretung eines einzelnen alle&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „die vielen“. Semitismus (cf. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt; gestorben sind, [wie] viel mehr sind [dann] die Gnade Gottes und das durch [die] Gnade des einen Menschen Jesus Christus [zustande gekommene] ([gewährte]) Geschenk (die Gabe) allen&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „die vielen“. Semitismus (cf. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt; überreich zuteil geworden. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und nicht wie [das] durch [den] einen Sündigenden [Geschehene] ist das Geschenk (die Gabe); denn zwar (einerseits) [führte] das Gericht (Urteil) von einem zur Verwerfung (Verdammnis), aber (andererseits) das Gnadengeschenk (die Gnadengabe) [führte] von vielen Übertretungen zur Gerechtigkeit. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod [wie ein König] geherrscht hat durch den einen, [wie] viel mehr werden [dann] die den Überfluss der Gnade und des Geschenks der Gerechtigkeit Erhaltenden im Leben herrschen durch den einen Jesus Christus. &lt;br /&gt;
{{S|18}} Wie also nun {durch} die eine Übertretung für alle Menschen zur Verdammung [führte], so [führt] auch {durch} eine Rechtstat für alle Menschen zur Rechtfertigung, [die zum] Leben [führt]&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „des Lebens“; Gen. des Zwecks (NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|19}} Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen alle&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „die vielen“. Semitismus (cf. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt; hingestellt (eingesetzt, gemacht) worden sind als Sünder, so werden auch durch den Gehorsam des einen alle&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich „die vielen“. Semitismus (cf. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt; hingestellt (eingesetzt, gemacht) werden als Gerechte.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Aber [das] Gesetz hat sich eingeschlichen (ist daneben hineingekommen), damit die Übertretung groß würde (zunehme, wachse, mehr werde); wo aber die Sünde groß wurde (zunahm, wuchs, mehr wurde), war die Gnade im Überfluss vorhanden (überschießen, hervorragen, überreich werden),&lt;br /&gt;
{{S|21}} damit so, wie die Sünde [als König] geherrscht hat im (durch den) Tod, auch die Gnade herrschen würde durch Gerechtigkeit, [die] zum ewigem Leben [führt], durch Jesus Christus, unseren Herrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_3&amp;diff=20053</id>
		<title>Römer 3</title>
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		<updated>2015-02-16T11:07:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Kleine Korrekturen der Rechtschreibung und Übersetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
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{{L|4}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Was [ist] nun das Außergewöhnliche&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;perissos&#039;&#039; meint das, was über das übliche Maß oder die übliche Anzahl hinausgeht. Damit stehen Bedeutungshorizonte von „besonders“ bzw. „vorzüglich“ bis „überflüssig“ bzw. „unnötig“ offen.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Juden, oder: Was [ist] der Nutzen der Beschneidung?&lt;br /&gt;
{{S|2}} Viel in jeder Weise (Art, Hinsicht), denn in erster Linie (erstens, zunächst)&amp;lt;ref&amp;gt;Grundsätzlich kann man hier &#039;&#039;prwton&#039;&#039; mit „erstens:“ übersetzen, als Beginn einer Aufzählung an jüdischen Vorzügen. Doch Paulus bringt nie wirklich eine solche Vorzugsliste, sondern sinniert gleich genauer über den einen Vorzug nach und verspinnt sich in Gedanken darum. Man kann dann trotzdem „erstens:“ stehen lassen, so man will. Andererseits kann das Adverb &#039;&#039;prwton&#039;&#039; auch den Rang bezeichnen („in erster Linie“, „vor allem“), beziehungsweise einfach die Grundbedeutung „zuerst, früher, vorher“ meinen. Die Übersetzung mit dem Rang scheint mir gut zu passen.&amp;lt;/ref&amp;gt;[ist es so], dass ihnen das Wort Gottes anvertraut wurde.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Was denn? Wenn einige ungläubig (untreu) waren, wird doch nicht&amp;lt;ref&amp;gt;Das verneinende Partikel wird in direkten Fragen mit „doch nicht“ oder „etwa“ übersetzt&amp;lt;/ref&amp;gt; ihr Unglaube (ihre Untreue) die Treue Gottes&amp;lt;ref&amp;gt;Gott kann schwer gläubig sein. Bei ihm/ihr wird &#039;&#039;pistis&#039;&#039; wohl besser mit Treue übersetzt. Bei den Menschen geht es aber in erster Linie um den Glauben, id est die Treue zu Gott.&amp;lt;/ref&amp;gt; aufheben?&lt;br /&gt;
{{S|4}} Das ist nicht so!&amp;lt;ref&amp;gt;Die hier auftretende Formulierung kommt bei Paulus häufig vor, stets nach rhetorischen Fragen. Häufig liest man die Übersetztung „Das sei ferne!“, das Wörterbuch schlägt etwa für diese typische paulinische Wendung „Nur nicht!“ oder auch „Gott behüte“ oder „Um Gottes wille nicht!“ und nimmt hier Elemente aus der Volksfrömmigkeit auf. Ich übersetzte schlicht mit „Das ist nicht so!“, da die Formulierung lediglich die ein verneinendes Partikel und das Verb „sein, werden“ kennt. „Fernsein“ oder „Behüten“ sind zusätzliche Aspekte, die die Formulierung nicht kennt. Für die Leseübersetzung könnte man aber „Gott behüte!“ eventuell ins Auge fassen, da sie die abwehrende Intention des Ausdrucks gut ausdrückt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber es sei [so]: Gott ist wahrhaftig&amp;lt;ref&amp;gt;Bei Personen: wahrhaftig oder aufrichtig, bei Sachen: wahr, insgesamt aber auch: wirklich oder echt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, aber jeder Mensch ist ein Lügner, gleichwie geschrieben ist: Auf dass du gerechtgesprochen werden sollst in deinen Worten und siegen wirst, wenn du gerichtet wirst.&lt;br /&gt;
{{S|5}} Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit erweist, was wollen (werden) wir sagen? Ist Gott, der den Zorn hervorbringt, etwa ungerecht? Ich rede gemäß einem Menschen.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Das ist nicht so! Wie wird denn sonst Gott die Welt richten?&lt;br /&gt;
{{S|7}} Wenn aber die Wahrheit Gottes durch mein Lügen (in meiner Unwahrhaftigkeit) hervorragt (überschießt, im Überfluss vorhanden ist) zu seiner Herrlichkeit, was werde auch ich noch wie ein Sünder gerichtet?&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und [ist es] etwa [so], wie wir gelästert werden und wie einige behaupten (sagen), dass wir sagen [würden] &#039;Lasst uns das Schlechte machen, damit das Gute komme!&#039; Deren Verurteilung (Gericht) ist gerecht. &lt;br /&gt;
{{S|9}} Was nun? Haben wir etwas voraus? Gar nichts! Denn wir haben vorher die Anklage erhoben, dass Juden und auch Griechen, [dass also] alle unter [der] Sünde sind.&lt;br /&gt;
{{S|10}} gleichwie geschrieben ist: Es gibt keinen Gerechten, auch nicht einen;&lt;br /&gt;
{{S|11}} es gibt keinen Verständigen&amp;lt;ref&amp;gt;Eigentlich ein Partizip, also wörtlich: „keinen Verstehenden“ bzw. „keinen Begreifenden“.&amp;lt;/ref&amp;gt;, es gibt keinen Gott Suchenden.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Alle wendeten sich ab, zugleich (zusammen) wurden sie unbrauchbar. Es gibt keinen Gütiges Tuenden, es gibt nicht einmal&amp;lt;ref&amp;gt;(h)ews bezeichnet die Höchstgrenze, die sich normalerweise gut mit „bis“ ausdrücken lässt. Hier geht es um eine negative Höchstgrenze, was mit „nicht einmal“ widergegeben wird&amp;lt;/ref&amp;gt; einen. &lt;br /&gt;
{{S|13}} Ein geöffnetes Grab [ist] ihre Gurgel (Kehle, Schlund), durch ihre Zungen betrogen sie, Schlangengift [ist] unter ihren Lippen;&lt;br /&gt;
{{S|14}} deren Maul ist voll Verwünschung und Bitterkeit&amp;lt;ref&amp;gt;abstrakt: Zorn&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|15}} flink sind die Füße, [wenn es darum geht,] Blut zu vergießen, &lt;br /&gt;
{{S|16}} Vernichtung und Not ist auf ihren Wegen,&lt;br /&gt;
{{S|17}} und einen Weg des Friedens kannten sie nicht.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Gottesfurcht ist nicht vor ihren Augen.&amp;lt;ref&amp;gt;Von v.10 - v.18 erstreckt sich ein langer Zitatkomplex, der verschiedenste (frei zitierte) Stellen aufnimmt, großteils aus den Psalmen. Zitate sind in meiner Übersetzung nicht gesondert herausgestrichen, sondern lediglich durch im Text bereits selbst vorhandene Hinweise („wie geschrieben ist“) markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}}Wir wissen aber, dass wie viel das Gesetz [auch] sagt, es denen unter dem Gesetz sagt, damit jedes Maul gestopft sei und die ganze Welt Gott schuldfähig (haftbar, schuldig, straffällig) werde; &lt;br /&gt;
{{S|20}} weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerecht gesprochen werden wird nach seinem Urteil&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;enwpion&#039;&#039; meint grundsätzlich „vor jdn./etw.“ und kann daher auch „vor den Augen von jdn.“ bzw. „in Gegenwart“ meinen. Daraus resultiert wiederum die dritte Bedeutung „nach Meinung“ oder „nach dem Urteil“, welche hier im Gesetzeskontext m.E. sehr relevant ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;, denn durch das Gesetz [gibt es] Sündenerkenntnis. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Nun ist aber ohne Gesetz [die] Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und den Propheten,&lt;br /&gt;
{{S|22}} eine Gerechtigkeit Gottes aber durch [den] Glauben an Jesus Christus für alle Glaubenden, denn es gibt keinen Unterschied;&lt;br /&gt;
{{S|23}} denn alle sündigten und entbehren die Herrlichkeit Gottes;&lt;br /&gt;
{{S|24}} unverdient gerecht gesprochen durch seine Gnade, durch den Freikauf (Loskaufung&amp;lt;ref&amp;gt;abstrakt: Erlösung&amp;lt;/ref&amp;gt;), die in Christus Jesus ist. &lt;br /&gt;
{{S|25}} Ihn hat Gott als Wiedergutmachung öffentlich hingestellt durch den Glauben an sein Blut zum Beweis seiner Gerechtigkeit wegen dem Erlassen der vorher geschehenen Sünden&lt;br /&gt;
{{S|26}} in der Geduld Gottes zum Beweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, sodass er gerecht ist und und den aus Glauben an Jesus&amp;lt;ref&amp;gt;...den, [der] aus Glauben an Jesus [ist],...&amp;lt;/ref&amp;gt; gerechtspricht.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Wo [ist] nun das Rühmen? Es wurde ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? [Durch das Gesetz] der Werke? Nein, sondern durch [das] Gesetz [des] Glaubens.&lt;br /&gt;
{{S|28}} Denn wir rechnen [damit], dass ein Mensch durch Glauben gerechtgesprochen wird, ohne Gesetzeswerke. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Oder ist Gott allein [der Gott] der Juden? Nicht auch [der Gott] der Heiden? Ja, [er ist] auch [Gott] der Heiden.&lt;br /&gt;
{{S|30}} So gewiss Gott einer ist, wird er gerecht sprechen einen Beschnittenen&amp;lt;ref&amp;gt;eigentlich: [die] Beschneidung&amp;lt;/ref&amp;gt; aus Glauben und einen Unbeschnittenen&amp;lt;ref&amp;gt;eigentlich: [die] Vorhaut&amp;lt;/ref&amp;gt; durch den Glauben. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Heben wir nun [das] Gesetz auf durch den Glauben? Das ist nicht so! Sondern wir errichten [das] Gesetz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_1&amp;diff=20052</id>
		<title>Römer 1</title>
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		<updated>2015-02-16T08:12:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Kleine Korrekturen der Rechtschreibung und Übersetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
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{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
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{{L|30}}&lt;br /&gt;
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{{L|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}} &lt;br /&gt;
{{S|1}} [Absender:] Paulus, im Dienst Christi Jesu (Knecht des Gesalbten Jesus, ein Sklave von Christus Jesus)&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort δοῦλος bedeutet wörtlich „Sklave“, kann aber gerade im biblischen Kontext auch als Ehrentitel verwendet werden. Klaus Haaker nennt Bibelstellen, wo hochgestellte Gefolgsleute von Königen so bezeichnet werden: [[1 Samuel 18#s5|1 Sam 18,5.30]] und [[1 Samuel 19#s4|19,4]] (Haaker &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2006, 22–23).&amp;lt;/ref&amp;gt;, berufen zum Apostel (Abgesandten, Boten), eingesetzt (bestimmt, auserwählt), um (für) Gottes Evangelium (Froh-Botschaft) [zu verkünden] –&lt;br /&gt;
{{S|2}} [das Evangelium], das er zuvor durch seine Propheten in heiligen Schriften verheißen (im Voraus angekündigt) hatte,&lt;br /&gt;
{{S|3}} [das Evangelium] von (über) seinem Sohn, der dem Fleisch nach&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. wohl „seiner menschlichen Abstammung nach“ (vgl. NGÜ)&amp;lt;/ref&amp;gt; aus der Nachkommenschaft (Samen) Davids hervorgegangen ist (stammt),&lt;br /&gt;
{{S|4}} der dem Geist der Heiligkeit nach&amp;lt;ref&amp;gt;D.h. „seiner himmlischen Herkunft nach“. Paulus erklärt hier anhand einer zitierten Formulierung die Zweinaturenlehre von Jesu irdischer Herkunft und seiner himmlischen Herkunft. Es geht also nicht - wie anderswo bei Paulus (etwa [[Galater 5|Gal 5]]) um einen Gegensatz zwischen „Fleisch“ und „Geist“ im Leben der Christen. &amp;lt;/ref&amp;gt; aufgrund (seit) [seiner] Auferstehung [von den] Toten (aufgrund/nach der Auferstehung der Toten)&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich ἐξ ἀναστάσεως νεκρῶν „&#039;&#039;aus&#039;&#039; der Auferstehung der Toten“. „Aus“ ist entweder kausal („durch“) oder temporal („nach“) zu verstehen, hier wurde einstweilen kausal formuliert. &amp;lt;/ref&amp;gt; zum „Sohn Gottes in Macht“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Sohn Gottes in Macht“&#039;&#039; Oder „machtvollen Sohn Gottes“. ἐν δυνάμει „in Macht“ könnte neben dem „Sohn Gottes“ auch das Verb modifizieren, es wäre dann „mit/in Macht eingesetzt“ zu übersetzen. Die gewählte Deutung ist jedoch wegen der Wortreihenfolge wahrscheinlicher: &amp;quot;in Macht&amp;quot; folgt direkt auf „Sohn Gottes“, „eingesetzt“ steht im Griechischen vor „Sohn Gottes“ am Satzanfang. &amp;lt;/ref&amp;gt; eingesetzt (erklärt) wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Jesus wurde durch Tod und Auferstehung in das messianische Amt des verheißenen Königs von Israel eingesetzt, der ein Erbe Davids sein sollte (vgl. [[Römer_1#s3|3]]), also zum Messias gemacht. Obwohl er das schon vorher war, ist dieser Status erst jetzt in Kraft getreten. Röm 1,4 darf man hingegen nicht adoptianistisch verstehen, dass Jesus also erst nach seinem Tod als Sohn Gottes adoptiert wurde und vorher lediglich Mensch war. &amp;lt;/ref&amp;gt;, [das Evangelium] von Jesus Christus, unserem Herrn,&lt;br /&gt;
{{S|5}} durch den wir Gnade und Apostelamt (Sendung)(die Gnade des Apostelamts) empfangen haben zum Gehorsam des Glaubens in (unter) allen (nichtjüdischen) Völkern für seinen Namen,&lt;br /&gt;
{{S|6}} unter denen auch ihr [als von] Jesus Christus Berufene seid&amp;lt;ref&amp;gt;Oder „... auch ihr seid, weil ihr von Jesus Christus berufen worden seid“. Dann wird das Ptz. „berufen“ kausal aufgelöst (vgl. Menge). &#039;&#039;[von] Jesus Christus Berufene&#039;&#039; Genitivus auctoris (NSS, 900).&amp;lt;/ref&amp;gt; – &lt;br /&gt;
{{S|7}} an alle Geliebten Gottes, berufene Heilige in Rom (in Rom befindlichen). Gnade [sei mit] euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus&amp;lt;ref&amp;gt;Theoretisch ebenfalls möglich: „unserem Vater und Herrn von Jesus Christus“ oder „unserem Vater sowie [dem Vater] unseres Herrn Jesus Christus“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Zuerst (vor allem) danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle, dass euer Glaube auf (in) der ganzen Welt verkündigt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Luther: „dass man von eurem Glauben in aller Welt spricht“ (ähnlich NGÜ, GNB, Menge)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|9}} Gott, dem ich in (mit) meinem Geist mit (in) dem Evangelium seines Sohnes diene&amp;lt;ref&amp;gt;Das Verb meint einen Dienst im Sinne religiöser Verehrung (engl. „worship“; vgl. Wilckens &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1987, 78), nicht einfach den Dienst eines Sklaven. &amp;lt;/ref&amp;gt;, ist ja (nämlich) mein Zeuge, dass ich beständig an euch denke&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an euch denke&#039;&#039; W. „euer Andenken mache“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|10}} wenn (indem) ich jedes Mal bei meinen Gebeten&amp;lt;ref&amp;gt;Oder über die Versgrenzen hinweg „dass ich beständig, jedes Mal bei meinen Gebeten an euch denke und [darum] bitte, dass...“&amp;lt;/ref&amp;gt; [darum] bitte,&amp;lt;ref&amp;gt;Participium coniunctum, hier temporal aufgelöst (mit „wenn“). Möglich auch als „und“-Kombination („denke und … bitte“) oder kausal (mit „weil“). &amp;lt;/ref&amp;gt; ob ich es vielleicht jetzt einmal mit (nach, in) Gottes Willen schaffen könnte, zu euch zu kommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: &amp;quot;einmal schaffen könnte, in Gottes Willen zu euch zu kommen&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|11}} Ich sehne mich nämlich (denn) danach, euch zu sehen, damit ich euch etwas von dem geistgewirkten Geschenk (der geistlichen Gabe, Geistesgabe) weitergeben (mitgeben) kann, um euch zu stärken,&lt;br /&gt;
{{S|12}} und (aber) damit meine ich,&amp;lt;ref&amp;gt;W. „und dieses [Geschenk] ist“&amp;lt;/ref&amp;gt; bei (unter) euch (in eurer Mitte) gemeinsam mit euch ermutigt zu werden durch den in [uns allen] gleichermaßen [vorhandenen] Glauben&amp;lt;ref&amp;gt;Oder freier „durch den uns allen gemeinsamen Glauben“ (so Zür).&amp;lt;/ref&amp;gt;, euren wie auch meinen. &lt;br /&gt;
{{S|13}} Ich will euch aber nicht darüber in Unkenntnis belassen,&amp;lt;ref&amp;gt;Oder „Ich will aber nicht, dass ihr unwissend bleibt.“ Die gewählte Übersetzung löst den AcI aber genauer und eleganter auf. &amp;lt;/ref&amp;gt; Brüder, dass ich schon oft zu euch zu kommen beabsichtigt (geplant) habe und (aber) bisher (bis jetzt) [immer davon] abgehalten wurde, um auch unter euch eine gewisse (einige) Frucht zu erwirken (haben), wie auch schon unter den übrigen (nichtjüdischen) Völkern. &lt;br /&gt;
{{S|14}} Griechen wie Nichtgriechen (Barbaren), Gebildeten (Weisen) wie Ungebildeten bin ich verpflichtet (Schuldner), &lt;br /&gt;
{{S|15}} genauso (dementsprechend) [besteht] auf meiner Seite große Bereitwilligkeit ([ist/war] es mein Wunsch),&amp;lt;ref&amp;gt;Die erste Satzhälfte ist schwierig zu übersetzen. Neben dem Substantiv „große Bereitwilligkeit“ könnte man auch mit Nebensatz auflösen: „möchte ich, soweit es an mir liegt, auch euch...“ Besonders gelungen EÜ: „so liegt mir alles daran,...“ Zür: „So ist bei mir der klare Wille vorhanden,...“ Alternativ mit NGÜ als „mein Wunsch“. &amp;lt;/ref&amp;gt; auch euch in Rom das Evangelium zu predigen (verkünden). &lt;br /&gt;
{{S|16}} Denn (ja) ich schäme mich nicht [über] das Evangelium, denn (ja) es ist Gottes Kraft (Macht) (eine Kraft Gottes),{{par|1_Korinther|1|24}} [die für] jeden zur Rettung (Heil) [führt], der glaubt,&amp;lt;ref&amp;gt;Substantiviertes Ptz., als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; [für] den Juden zunächst, aber (und) auch (ebenso) [für] den Griechen.  &lt;br /&gt;
{{S|17}} [Die] Gerechtigkeit Gottes&amp;lt;ref&amp;gt;[Platzhalter]&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darin (in ihm) ja (denn) aufgrund des Glaubens zum Glauben&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aufgrund des Glaubens zum Glauben&#039;&#039; Es wird klar, was damit gemeint ist, wenn man beachtet, dass ἐν αὐτῷ &#039;&#039;darin&#039;&#039; und γὰρ &#039;&#039;ja&#039;&#039; darauf hinweisen, dass V. 17 V. 16 genauer erklärt. ἐκ πίστεως &#039;&#039;aufgrund des Glaubens&#039;&#039; ist diese Gerechtigkeit verfügbar, weil die Gerechtigkeit Gottes (vgl. vorige Fußnote) im Evangelium auf Gottes Kraft beruht, und εἰς πίστιν &#039;&#039;zum Glauben&#039;&#039; führt Gottes Gerechtigkeit jeden, der glaubt (Wilckens &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1987, 86). Sinngemäß könnte man also zusammenfassen: „Gerechtigkeit Gottes aufgrund des Glaubens (weil Gottes Kraft sie erwirkt), die zum Glauben führt“ &amp;lt;/ref&amp;gt; offenbart, so wie es geschrieben steht: „Aber der Gerechte wird aufgrund des Glaubens (aufgrund des Glaubens Gerechte wird) leben.“{{par|Habakuk|2|4}}{{par|Galater|3|11}} &lt;br /&gt;
{{S|18}} Denn der Zorn Gottes wird offenbart vom Himmel auf alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten,&lt;br /&gt;
{{S|19}} weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen offenbart.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn seine Unsichtbarkeiten, sowohl seine ewige Kraft als auch [seine] Göttlichkeit, werden von der Schöpfung der Welt an durch die Werke erkannt, wenn wir sie wahrnehmen, damit sie (die Menschen) ohne Entschuldigung sind,&lt;br /&gt;
{{S|21}} weil sie Gott erkannten, Gott aber nicht als Gott rühmten, oder dankbar waren, sondern in ihren Überlegungen in Nichtigkeiten verfielen und ihr uneinsichtiges Herz verfinstert wurde.&lt;br /&gt;
{{S|22}} Sie sind zu Narren geworden, indem sie behaupteten, weise zu sein&lt;br /&gt;
{{S|23}} und sie vertauschten den Ruhm des unvergänglichen Gottes mit der Darstellung eines Bildes des vergänglichen Menschen und [mit der Darstellung] der Vögel und der Vierfüßer und der Schlangen.&lt;br /&gt;
{{S|24}} Deshalb übergab Gott sie durch die Begierden ihrer Herzen der Unreinheit, damit ihre Körper durch sie selbst entehrt würden,&lt;br /&gt;
{{S|25}} welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und verehrten und dienten dem Geschöpf statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen.&lt;br /&gt;
{{S|26}} Deshalb hat Gott sie in schändliche Leidenschaften übergeben, denn sowohl deren Frauen vertauschten den natürlichen Geschlechtsverkehr mit dem widernatürlichen,&lt;br /&gt;
{{S|27}} als auch gleichermaßen die Männer in ihrer Lust zueinander entbrannt wurden, weil sie den natürlichen Geschlechtsverkehr mit der Frau gehen ließen, indem Männer mit Männern die Schamlosigkeit schafften und sie erhielten die Strafe, der aufgrund ihres Betruges mit ihnen selbst notwendig war. &lt;br /&gt;
{{S|28}} Da sie es ja nicht bewährt fanden, {den} Gott in [der] Erkenntnis zu haben (besser: anzuerkennen), übergab {der} Gott sie zu einer unbrauchbaren Gesinnung, [nämlich] zu tun, was sich nicht ziemt,&lt;br /&gt;
{{S|29}} und sie werden erfüllt mit jeder Ungerechtigkeit, Boshaftigkeit, Geiz, Schlechtigkeit, erfüllt von Missgunst, Mord, Streit, Verschlagenheit, Betrug [und] Verleumdung,&lt;br /&gt;
{{S|30}} [sie] reden Böse nach, hassen Gott, [sind] Gewalttätig [und] hochmütig, [sie sind] Prahler, Untaten Ersinnende, den Eltern ungehorsam,&lt;br /&gt;
{{S|31}} unbeständig, pflichtvergessen, lieblos [und] unbarmherzig.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Alle die, die das Gesetz Gottes kennen, sind, weil sie derartige [Dinge] verüben, verdient {des} Todes, nicht allein sie, sondern auch die, die diesem Handeln zustimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_2&amp;diff=19999</id>
		<title>Römer 2</title>
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		<updated>2015-02-14T09:32:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Mehrere typografische, sprachliche und übersetzungstechnische Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Deshalb bist du, {o} Mensch, unentschuldbar, jeder Richtende; denn worin du den anderen richtest, verdammst (verurteilst) du dich selbst, denn du tust (schaffst, machst) dasselbe, der [du] der Richtende bist. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Aber wir wissen, dass das Gericht Gottes gemäß (nach) der Wahrheit gegen die ist, die solches tun (machen, schaffen). &lt;br /&gt;
{{S|3}} Denkst (rechnest, überlegst) du aber dieses, {o} Mensch, der [du] richtest, die solches tun (machen, schaffen), und es [ebenfalls] tust&amp;lt;ref&amp;gt;Hier wird eine andere Vokabel für „tun, machen, schaffen“ verwendet als noch zuvor, was sich in der Übersetzung aber nicht widerspiegelt. Dies gilt auch für die weitere Übersetzung. Paulus hat hier offenbar, so scheint es, kein Problem, die Wörtern als Synonyme zu verwenden. Unsere Übersetzung geht daher von einer gewisse Zufälligkeit der Wortwahl im Urtext aus. Vgl. die Übersetzung bei Klaus Haacker: Der Brief des Paulus an die Römer, ThHK 6, Leipzig &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2006, S. 62&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass du dem Gericht Gottes entfliehen kannst? {{par|Lukas|3|7}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Geduld und Langmut (Großmut), nicht wissend, dass das Gütige Gottes dich zur Buße (Umkehr) führt. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Aber gemäß deiner Verhärtung und [deines] nicht bußfähigen (nicht zur Umkehr fähigen) Herzens sammelst du dir selbst Zorn am Tag des Zorns und der Offenbarung [des] gerechten Gerichtes Gottes an,&lt;br /&gt;
{{S|6}} der geben wird jedem gemäß (nach) seinen Werken (Taten);&lt;br /&gt;
{{S|7}} auf der einen Seite den gemäß [der] Geduld eines guten Werkes (einer guten Tat) Herrlichkeit und Ehre und Unvergänglichkeit Suchenden, ewiges Leben;&lt;br /&gt;
{{S|8}} auf der anderen Seiten aber den von Streitsucht und den der Wahrheit Ungehorsamen, aber  Gehorsamen der Ungerechtigkeit, Zorn und Wut.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Bedrängnis und Angst (Beengung) für jede Menschenseele, die das Schlechte bewirkt,&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Genitivus absolutus wurde hier als (einigermaßen neutral einzustufender) Relativsatz übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Juden zuerst, [aber] auch Griechen;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Herrlichkeit aber und Ehre und Friede einem jeden das Gute Bewirkenden, Juden zuerst, [aber] auch Griechen;&lt;br /&gt;
{{S|11}} denn es gibt nicht ein (kein) Ansehen der Person bei Gott.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Denn soviele gesetzlos sündigten, gehen auch gesetzlos verloren (werden vernichtet) und soviele im Gesetz sündigten, werden durch Gesetz gerichtet werden;&lt;br /&gt;
{{S|13}} denn nicht die Gesetzeshörer (Hörer eines Gesetzes) [werden] gerecht [sein] bei Gott, sondern die Gesetzestäter (Täter eines Gesetzes) werden gerechtgesprochen werden.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Denn wenn Heiden, die nicht [das] Gesetz haben (besitzen), von Natur die [Dinge] des Gesetzes tun, obwohl diese [das] Gesetz nicht haben, sind sie selbst [das] Gesetz.  &lt;br /&gt;
{{S|15}} All diese zeigen das Werk des Gesetzes als in ihr Herz geschrieben, ihr Gewissen legt Zeugnis ab und dazwischen beschuldigen oder verteidigen sich die Gedanken gegenseitig.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Der Tag, an dem {der} Gott richtet (straft) die verborgenen Sachen (besser: Geheimnisse) der Menschen gemäß der frohen Botschaft von mir durch Jesus Christus.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Wenn du dich aber einen Juden nennst und dich ausruhst auf dem Gesetz und mit Gott prahlst&lt;br /&gt;
{{S|18}} und du kennst den Willen (Gottes) und prüfst das Wesentliche, weil du unterwiesen bist aus dem Gesetz,&lt;br /&gt;
{{S|19}} (und) du bist überzeugt, dass du selbst ein Führer der Blinden bist, Licht für die in Finsternis,&lt;br /&gt;
{{S|20}} (und du bist überzeugt) ein Lehrer der Törichten (zu sein), (und) ein Lehrer der Unmündigen, weil du die Gestalt der Erkenntnis und der Wahrheit in dem Gesetz hast (besitzt).&lt;br /&gt;
{{S|21}} Der (du) also andere lehrst, lehrst du dich selbst nicht? Der (du) verkündigst nicht zu stehlen, stiehlst du nicht?&lt;br /&gt;
{{S|22}} Der (du) sagst (aufforderst), nicht Ehebruch zu begehen, brichst du die Ehe? Der (du) die Götzentempel verabscheust, begehst du Tempelraub?&lt;br /&gt;
{{S|23}} Der (du) dich rühmst mit dem Gesetz, du behandelst Gott unrühmlich (unehrenhaft) durch das Übertreten des Gesetzes.&lt;br /&gt;
{{S|24}} Denn der Name Gottes wird durch euch (euretwegen) in üblen Ruf gebracht bei den Heiden, ebenso wurde es geschrieben.&lt;br /&gt;
{{S|25}} {Denn zwar} ist (die) Beschneidung von Nutzen, wenn du (das) Gesetz befolgst. Wenn du aber ein Übertreter (des) Gesetzes bist, ist deine Beschneidung (zu) Unbeschnittenheit geworden. &lt;br /&gt;
{{S|26}} Wenn also der Unbeschnittene die Forderung des Gesetztes befolgt, wird nicht seine Unbeschnittenheit als Beschnittenheit gewertet werden?&lt;br /&gt;
{{S|27}} {Und} der physisch Unbeschnittene wird über dich zu Gericht sitzen, indem er das Gesetz ausführt, der (du) trotz Buchstabe und Beschneidung ein Übertreter (des) Gesetzes [bist].&lt;br /&gt;
{{S|28}} Es zählt (ist) nämlich nicht der Jude im Sichtbaren, auch nicht die Beschneidung am Fleisch im Sichtbaren,&lt;br /&gt;
{{S|29}} sondern der Jude im Verborgenen und eine Beschneidung des Herzens - durch den Geist, nicht den Buchstaben. Sein Lob [stammt] nicht von Menschen, sondern von Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_2&amp;diff=19990</id>
		<title>Römer 2</title>
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		<updated>2015-02-13T08:03:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
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{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
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{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Deshalb bist du, {o} Mensch, unentschuldbar, jeder Richtende; denn worin du den anderen richtest, verdammst (verurteilst) du dich selbst, denn du tust (schaffst, machst) dasselbe, der [du] der Richtende bist. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Aber wir wissen, dass das Gericht Gottes gemäß (nach) der Wahrheit gegen die ist, die solches tun (machen, schaffen). &lt;br /&gt;
{{S|3}} Denkst (rechnest, überlegst) du aber dieses, {o} Mensch, der [du] richtest, die solches tun (machen, schaffen), und es [ebenfalls] tust&amp;lt;ref&amp;gt;Hier wird eine andere Vokabel für „tun, machen, schaffen“ verwendet als noch zuvor, was sich in der Übersetzung aber nicht widerspiegelt. Dies gilt auch für die weitere Übersetzung. Paulus hat hier offenbar, so scheint es, kein Problem, die Wörtern als Synonyme zu verwenden. Unsere Übersetzung geht daher von einer gewisse Zufälligkeit der Wortwahl im Urtext aus. Vgl. die Übersetzung bei Klaus Haacker: Der Brief des Paulus an die Römer, ThHK 6, Leipzig &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2006, S. 62&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass du dem Gericht Gottes entfliehen kannst? {{par|Lukas|3|7}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und die Geduld [der] Langmut (Großmut), nicht wissend, dass das Gütige Gottes dich zur Buße (Umkehr) führt. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Aber gemäß deiner Verhärtung und [deines] nicht bußfähigen (nicht zur Umkehr fähigen) Herzens sammelst du dir selbst Zorn am Tag des Zorns und der Offenbarung [des] gerechten Gerichtes Gottes an,&lt;br /&gt;
{{S|6}} der geben wird jedem gemäß (nach) seinen Werken (Taten);&lt;br /&gt;
{{S|7}} auf der einen Seite den gemäß [der] Geduld eines guten Werkes (einer guten Tat) Herrlichkeit und Ehre und Unvergänglichkeit Suchenden, ewiges Leben;&lt;br /&gt;
{{S|8}} auf der anderen Seiten aber den von Streitsucht und den der Wahrheit Ungehorsamen, aber  Gehorsamen der Ungerechtigkeit, Zorn und Wut.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Bedrängnis und Angst (Beengung) für jede Menschenseele, die das Schlechte bewirkt,&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Genitivus absolutus wurde hier als (einigermaßen neutral einzustufender) Relativsatz übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Juden zuerst, [aber] auch Griechen;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Herrlichkeit aber und Ehre und Friede einem jeden das Gute Bewirkenden, Juden zuerst, aber auch Griechen;&lt;br /&gt;
{{S|11}} denn es gibt nicht ein (kein) Ansehen der Person bei Gott.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Denn soviele gesetzlos sündigten, gehen auch gesetzlos verloren (werden vernichtet) und soviele im Gesetz sündigten, werden durch Gesetz gerichtet werden;&lt;br /&gt;
{{S|13}} denn nicht die Gesetzteshörer (Hörer eines Gesetzes) [werden] gerecht [sein] bei Gott, sondern die Gesetzestäter (Täter eines Gesetzes) werden gerechtgesprochen werden.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Denn wenn Heiden, die nicht [das] Gesetz haben (besitzen), sie tun die [Dinge] des Gesetzes von Natur, obwohl diese [das] Gesetz nicht haben, sind sie selbst [das] Gesetz.  &lt;br /&gt;
{{S|15}} All diese zeigen das Werk des Gesetzes als in ihr Herz geschrieben, ihr Gewissen legt Zeugnis ab und dazwischen beschuldigen oder verteidigen sich die Gedanken gegenseitig.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Der Tag, an dem {der} Gott richtet (straft) die verborgenen Sachen (besser: Geheimnisse) der Menschen gemäß der frohen Botschaft von mir durch Jesus Christus.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Wenn du dich aber einen Juden nennst und dich ausruhst auf dem Gesetz und mit Gott prahlst&lt;br /&gt;
{{S|18}} und du kennst den Willen (Gottes) und prüfst das Wesentliche, weil du unterwiesen bist aus dem Gesetz,&lt;br /&gt;
{{S|19}} (und) du bist überzeugt, dass du selbst Führer der Blinden bist, Licht für die in Finsternis,&lt;br /&gt;
{{S|20}} (und du bist überzeugt) ein Lehrer der Törichten (zu sein), (und) ein Lehrer der Unmündigen, weil du die Gestalt der Erkenntnis und der Wahrheit in dem Gesetz hast (besitzt).&lt;br /&gt;
{{S|21}} Der (du) also andere lehrst, lehrst du dich selbst nicht? Der (du) verkündigst nicht zu stehlen, stiehlst du nicht?&lt;br /&gt;
{{S|22}} Der (du) sagst (aufforderst) nicht Ehebruch zu begehen, brichst du die Ehe? Der (du) die Götzentempel verabscheust, begehst du Tempelraub?&lt;br /&gt;
{{S|23}} Der (du) dich rühmst mit dem Gesetz, du behandelst Gott unrühmlich (unehrenhaft) durch das Übertreten des Gesetzes.&lt;br /&gt;
{{S|24}} Denn der Name Gottes wird durch euch (euretwegen) in üblen Ruf gebracht bei den Heiden, ebenso wurde es geschrieben.&lt;br /&gt;
{{S|25}} {Denn zwar} ist (die) Beschneidung von Nutzen, wenn du (das) Gesetz befolgst. Wenn du aber ein Übertreter (des) Gesetztes (Sünder) bist, ist deine Beschneidung (zu) Unbeschnittenheit geworden. &lt;br /&gt;
{{S|26}} Wenn also der Unbeschnittene die Forderung des Gesetztes befolgt, wird nicht seine Unbeschnittenheit als Beschnittenheit gewertet werden?&lt;br /&gt;
{{S|27}} {Und} der physisch Unbeschnittene wird über dich zu Gericht sitzen, indem er das Gesetz ausführt, der (du) durch die Schrift (kennst) und der ein beschnittener Übertreter (des) Gesetztes bist.&lt;br /&gt;
{{S|28}} Denn nicht der in der Öffentliche Jude ist und nicht der in der Öffentlichkeit der Beschnittene im Fleisch (ist),&lt;br /&gt;
{{S|29}} sondern der im Verborgenen Jude (ist), und (der) Beschnitten ist (des) Fleisches im Geiste und in (der) Schrift, wo das Lob nicht aus den Menschen sondern aus {dem} Gott ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_2&amp;diff=19989</id>
		<title>Römer 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=R%C3%B6mer_2&amp;diff=19989"/>
		<updated>2015-02-13T08:00:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Deshalb bist du, {o} Mensch, unentschuldbar, jeder Richtende; denn worin du den anderen richtest, verdammst (verurteilst) du dich selbst, denn du tust (schaffst, machst) dasselbe, der [du] der Richtende bist. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Aber wir wissen, dass das Gericht Gottes gemäß (nach) der Wahrheit gegen die ist, die solches tun (machen, schaffen). &lt;br /&gt;
{{S|3}} Denkst (rechnest, überlegst) du aber dieses, {o} Mensch, der [du] richtest, die solches tun (machen, schaffen), [aber] es auch selbst tust&amp;lt;ref&amp;gt;Hier wird eine andere Vokabel für „tun, machen, schaffen“ verwendet als noch zuvor, was sich in der Übersetzung aber nicht widerspiegelt. Dies gilt auch für die weitere Übersetzung. Paulus hat hier offenbar, so scheint es, kein Problem, die Wörtern als Synonyme zu verwenden. Unsere Übersetzung geht daher von einer gewisse Zufälligkeit der Wortwahl im Urtext aus. Vgl. die Übersetzung bei Klaus Haacker: Der Brief des Paulus an die Römer, ThHK 6, Leipzig &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2006, S. 62&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass du dem Gericht Gottes entfliehen kannst? {{par|Lukas|3|7}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und die Geduld [der] Langmut (Großmut), nicht wissend, dass das Gütige Gottes dich zur Buße (Umkehr) führt. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Aber gemäß deiner Verhärtung und [deines] nicht bußfähigen (nicht zur Umkehr fähigen) Herzens sammelst du dir selbst Zorn am Tag des Zorns und der Offenbarung [des] gerechten Gerichtes Gottes an,&lt;br /&gt;
{{S|6}} der geben wird jedem gemäß (nach) seinen Werken (Taten);&lt;br /&gt;
{{S|7}} auf der einen Seite den gemäß [der] Geduld eines guten Werkes (einer guten Tat) Herrlichkeit und Ehre und Unvergänglichkeit Suchenden, ewiges Leben;&lt;br /&gt;
{{S|8}} auf der anderen Seiten aber den von Streitsucht und den der Wahrheit Ungehorsamen, aber  Gehorsamen der Ungerechtigkeit, Zorn und Wut.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Bedrängnis und Angst (Beengung) für jede Menschenseele, die das Schlechte bewirkt,&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Genitivus absolutus wurde hier als (einigermaßen neutral einzustufender) Relativsatz übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Juden zuerst, [aber] auch Griechen;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Herrlichkeit aber und Ehre und Friede einem jeden das Gute Bewirkenden, Juden zuerst, aber auch Griechen;&lt;br /&gt;
{{S|11}} denn es gibt nicht ein (kein) Ansehen der Person bei Gott.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Denn soviele gesetzlos sündigten, gehen auch gesetzlos verloren (werden vernichtet) und soviele im Gesetz sündigten, werden durch Gesetz gerichtet werden;&lt;br /&gt;
{{S|13}} denn nicht die Gesetzteshörer (Hörer eines Gesetzes) [werden] gerecht [sein] bei Gott, sondern die Gesetzestäter (Täter eines Gesetzes) werden gerechtgesprochen werden.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Denn wenn Heiden, die nicht [das] Gesetz haben (besitzen), sie tun die [Dinge] des Gesetzes von Natur, obwohl diese [das] Gesetz nicht haben, sind sie selbst [das] Gesetz.  &lt;br /&gt;
{{S|15}} All diese zeigen das Werk des Gesetzes als in ihr Herz geschrieben, ihr Gewissen legt Zeugnis ab und dazwischen beschuldigen oder verteidigen sich die Gedanken gegenseitig.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Der Tag, an dem {der} Gott richtet (straft) die verborgenen Sachen (besser: Geheimnisse) der Menschen gemäß der frohen Botschaft von mir durch Jesus Christus.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Wenn du dich aber einen Juden nennst und dich ausruhst auf dem Gesetz und mit Gott prahlst&lt;br /&gt;
{{S|18}} und du kennst den Willen (Gottes) und prüfst das Wesentliche, weil du unterwiesen bist aus dem Gesetz,&lt;br /&gt;
{{S|19}} (und) du bist überzeugt, dass du selbst Führer der Blinden bist, Licht für die in Finsternis,&lt;br /&gt;
{{S|20}} (und du bist überzeugt) ein Lehrer der Törichten (zu sein), (und) ein Lehrer der Unmündigen, weil du die Gestalt der Erkenntnis und der Wahrheit in dem Gesetz hast (besitzt).&lt;br /&gt;
{{S|21}} Der (du) also andere lehrst, lehrst du dich selbst nicht? Der (du) verkündigst nicht zu stehlen, stiehlst du nicht?&lt;br /&gt;
{{S|22}} Der (du) sagst (aufforderst) nicht Ehebruch zu begehen, brichst du die Ehe? Der (du) die Götzentempel verabscheust, begehst du Tempelraub?&lt;br /&gt;
{{S|23}} Der (du) dich rühmst mit dem Gesetz, du behandelst Gott unrühmlich (unehrenhaft) durch das Übertreten des Gesetzes.&lt;br /&gt;
{{S|24}} Denn der Name Gottes wird durch euch (euretwegen) in üblen Ruf gebracht bei den Heiden, ebenso wurde es geschrieben.&lt;br /&gt;
{{S|25}} {Denn zwar} ist (die) Beschneidung von Nutzen, wenn du (das) Gesetz befolgst. Wenn du aber ein Übertreter (des) Gesetztes (Sünder) bist, ist deine Beschneidung (zu) Unbeschnittenheit geworden. &lt;br /&gt;
{{S|26}} Wenn also der Unbeschnittene die Forderung des Gesetztes befolgt, wird nicht seine Unbeschnittenheit als Beschnittenheit gewertet werden?&lt;br /&gt;
{{S|27}} {Und} der physisch Unbeschnittene wird über dich zu Gericht sitzen, indem er das Gesetz ausführt, der (du) durch die Schrift (kennst) und der ein beschnittener Übertreter (des) Gesetztes bist.&lt;br /&gt;
{{S|28}} Denn nicht der in der Öffentliche Jude ist und nicht der in der Öffentlichkeit der Beschnittene im Fleisch (ist),&lt;br /&gt;
{{S|29}} sondern der im Verborgenen Jude (ist), und (der) Beschnitten ist (des) Fleisches im Geiste und in (der) Schrift, wo das Lob nicht aus den Menschen sondern aus {dem} Gott ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:1_Korinther_13&amp;diff=19138</id>
		<title>Diskussion:1 Korinther 13</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:1_Korinther_13&amp;diff=19138"/>
		<updated>2014-11-27T19:58:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = Thommy B&lt;br /&gt;
|Alternativen = Ja (Sebastian)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = Ja (Sebastian)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = Ja (Sebastian)&lt;br /&gt;
|Textart = Enkomion (Hymnus)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = Mit Ausnahme v. Parallelstellen: Ja (Sebastian)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = Ja (Sebastian)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = Conzelmann 1981, Collins 1999b, Fee 1987, Fitzmyer 2008, Lang 1994 (Sebastian)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = BB, B/N, BigS, EÜ, GN, GREB, H-R, HER05, HfA, JJ, KAM, KAR, KNO, LUT84, MEN, MNT, NeÜ, NGÜ, NL, NW, PAT, Pfäfflin, Pfleiderer, R-S, Schumacher, SLT, Stier, TAF, WENT, Zink, ZÜR (Sebastian)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier dürfen Vorschläge, Rückfragen und andere Diskussionsbeiträge folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thommy, du wunderbarer Mensch! :)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Danke dir. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir könnten jetzt gleich mal die neue Methodik ausprobieren: Es müssten noch Kriterien B-D und entweder G, H (mit einem Kommentar) oder I (mit md. 4 wörtlichen Übersetzungen) erfüllt werden, dann würde das Kapitel den Status &amp;quot;Zur LF-Übersetzung freigegeben&amp;quot; bekommen. Fühlt sich da jemand berufen? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 16:11, 18. Okt. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== V 1: keine Liebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Paulus mit der &amp;quot;Sprache der Menschen und der Engel&amp;quot; vermutlich von zwei Gnadengaben spricht (s. FNn), ist wohl auch die Liebe als Gnadengabe - und zwar als die höchste - zu betrachten. Dann würde das alte &amp;quot;hätte aber die Liebe nicht&amp;quot; besser passen als &amp;quot;keine Liebe hätte&amp;quot;, finde ich. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 18:53, 27. Okt. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== V 8, FN u ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das in [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=1_Korinther_13#note_u FN u] kann ich bisher mit keinem Kommentar belegen; habe aber auch nur fünf Kommentare gelesen. Vielleicht steht es ja sogar in irgendeinem; unabhängig davon bin ich mir aber recht sicher, dass das richtig ist. Dennoch: Hat jemand Einwände gegen die Deutung der Aussage? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 18:03, 30. Okt. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== V 11, Unmündiger ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Korrekturen, die ich gemacht habe, habe ich stillschweigend in Ausrichtung an BDAG und EWNT gemacht. Aber hier will ich doch lieber mal nachfragen, denn &amp;quot;Unmündiger&amp;quot; verwirrt mich, weil diese Üs. erstens ganz untypisch ist und ich zweitens meinen würde, dass deshalb, weil der &#039;&#039;näpios&#039;&#039; hier mit dem &#039;&#039;anär&#039;&#039; kontrastiert wird, klar die Bedeutung &amp;quot;Kind&amp;quot; naheliegt. Und gerade weil ich glaube, dass das hier so viel näher liegt, vermute ich, dass Thommy sich hier was gedacht haben muss - warum hast du denn &amp;quot;Unmündiger&amp;quot; vorgezogen? Weil es besser mit &amp;quot;reden wie, denken wie, urteilen wie&amp;quot; passt? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 18:50, 30. Okt. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, ich hatte keinen Hintergedanken. Eher gedankenlos übersetzt, wahrscheinlich weil ich gerade von Galater kam. Ich schließe mich deiner Übersetzung voll und ganz an. --[[Benutzer:Thommy B|Thommy B]] 20:45, 27. Nov. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== V 13, FN ac ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin mir ein wenig unsicher, ob (2) wirklich möglich ist. Ich glaube, Lang 1994, S. 191 liest das so: &amp;lt;code&amp;gt;Das Bleiben drückt gegenüber dem Aufhören eine weiterbestehende Gültigkeit aus. [...] Die Liebe ist unter den dreien die größte, weil sie als &amp;quot;Macht der Gottesherrschaft&amp;quot; auch dann noch bleibt, wenn der Glaube ins Schauen und die Hoffnung in die Erfüllung übergegangen sein werden.&amp;lt;/code&amp;gt;, und er übersetzt mit &amp;lt;code&amp;gt;Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei&amp;lt;/code&amp;gt;.  Ebenso Wilckens (2005): Geschichte der urchristlichen Theologie I/3. Die Briefe des Urchristentums: Paulus und seine Schüler, Theologen aus dem Bereich judenchristlicher Heidenmission. Neukirchen-Vluyn. - der übersetzt: &amp;lt;code&amp;gt;Was aber (bereits) jetzt &#039;&#039;bleibt&#039;&#039;, sind Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.&amp;lt;/code&amp;gt; (S. 100) und kommentiert: &amp;lt;code&amp;gt;Von den Gaben, die die Kirche jetzt hat, werden allein Glaube, Hoffnung und Liebe über das Ende alles Zeitlich-Irdischen hinaus in die Ewigkeit der endzeitlich-vollkommenen Heilswirklichkeit hinein &amp;quot;bleiben&amp;quot; [...].&amp;lt;/code&amp;gt; (S. 102)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube aber, das ist nicht logisch. Wenn ich das &#039;&#039;nuni&#039;&#039; temporal auffasse, kann ich es ja auf gar nichts anderes beziehen als auf das Verb &amp;quot;bleiben&amp;quot;, und &amp;quot;jetzt bleiben&amp;quot; werden aber ja nicht nur &amp;quot;Glaube, Hoffnung und Liebe&amp;quot;, sondern &#039;&#039;jetzt&#039;&#039; bleiben ebenso &amp;quot;Sprachen, Prophetie und Einsicht&amp;quot;, die ja &#039;&#039;erst dann&#039;&#039; vergehen, wenn das Vollkommene kommt. Außerdem bin ich mir sehr unsicher, ob man &amp;quot;jetzt bleibt X&amp;quot; wirklich gleichsetzen kann mit &amp;quot;Das aktuell einzig Existierende, das Bestand haben wird, ist X&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich würde daher eher meinen, dass der Satz tatsächlich mehrdeutig ist, aber dass neben (1) (&amp;quot;Ergo bleiben uns nur Glaube, Hoffnung und Liebe&amp;quot;) nur noch möglich ist: (2) &amp;quot;Ergo haben nur Glaube, Hoffnung und Liebe Bestand&amp;quot;), und &#039;&#039;nuni&#039;&#039; hat in keiner der beiden Deutungsvarianten temporalen Sinn.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Meinungen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein muss ich aber sagen, dass ich in den anderen Kommentaren, in die ich nur wg. diesem Vers noch mal reingeschaut habe, sehr viel um diesen Vers herumgeschwafelt wird, was oft ein recht gutes Indiz dafür ist, dass auch die Verfasser dieser Kommentare keine genaue Idee hatten, was der Vers bedeutet. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 21:50, 30. Okt. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier bin ich ganz deiner Meinung. Ich übersetze dieses &amp;quot;jetzt aber&amp;quot; (wie auch in 1Kor 12:18 und 1Kor 15:20) mit &amp;quot;demnach&amp;quot;. --[[Benutzer:Thommy B|Thommy B]] 20:45, 27. Nov. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Korinther_13&amp;diff=18634</id>
		<title>1 Korinther 13</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Korinther_13&amp;diff=18634"/>
		<updated>2014-10-18T14:13:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel reden würde, aber keine &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; hätte, dann wäre ich ein schallendes Erz oder eine klingende Zimbel geworden.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und wenn ich eine Weissagung hätte und alle Geheimnisse und jede Erkenntnis wüsste und wenn ich allen Glauben hätte, um Berge zu versetzen, aber &#039;&#039;kein&#039;&#039;e Liebe hätte, dann wäre ich nichts.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und wenn ich alle meine Besitztümer austeilen würde und wenn ich meinen Körper ausliefern würde, um mich zu rühmen, aber keine &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; hätte, dann würde es mir nichts nützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Die Liebe ist geduldig, die Liebe ist gütig, die Liebe ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf,&lt;br /&gt;
{{S|5}} sie ist nicht unverschämt (schamlos), sie verfolgt nicht ihre eigenen [Interessen], sie ist nicht verbittert, sie rechnet das Schlechte nicht an, &lt;br /&gt;
{{S|6}} sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit;&lt;br /&gt;
{{S|7}} sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Die Liebe fällt niemals. Seien es aber Weissagungen… sie werden abgelegt werden; seien es Zungen… sie werden aufhören; sei es Erkenntnis… sie wird abgelegt werden.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Denn bruchstückhaft erkennen wir und bruchstückhaft weissagen wir.&lt;br /&gt;
{{S|10}} Aber sobald das Vollkommene kommt, wird das Bruchstückhafte abgeschafft werden.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Als ich unmündig war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte ich wie ein Unmündiger, argumentierte ich wie ein Unmündiger; als ich ein Mann geworden bin, habe ich die [Dinge] des Unmündigen abgelegt.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Denn wir sehen jetzt undeutlich (indirekt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;deutlich&#039;&#039; W. in einem Rätsel&amp;lt;/ref&amp;gt; durch einen Spiegel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich teilweise, dann aber werde ich erkennen, wie ich auch erkannt worden bin.&lt;br /&gt;
{{S|13}} Jetzt aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei. Aber die Größte von ihnen [ist] die Liebe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Korinther_13&amp;diff=18632</id>
		<title>1 Korinther 13</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Korinther_13&amp;diff=18632"/>
		<updated>2014-10-18T14:12:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel reden würde, aber keine &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; hätte, dann wäre ich ein schallendes Erz oder eine klingende Zimbel geworden.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und wenn ich eine Weissagung hätte und alle Geheimnisse und jede Erkenntnis wüsste und wenn ich allen Glauben hätte, um Berge zu versetzen, aber &#039;&#039;kein&#039;&#039;e Liebe hätte, dann wäre ich nichts.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und wenn ich alle meine Besitztümer austeilen würde und wenn ich meinen Körper ausliefern würde, um mich zu rühmen, aber keine &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; hätte, dann würde es mir nichts nützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Die Liebe ist geduldig, die Liebe ist gütig, die Liebe ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf,&lt;br /&gt;
{{S|5}} sie ist nicht unverschämt ((schamlos)), sie verfolgt nicht ihre eigenen [Interessen], sie ist nicht verbittert, sie rechnet das Schlechte nicht an, &lt;br /&gt;
{{S|6}} sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit;&lt;br /&gt;
{{S|7}} sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Die Liebe fällt niemals. Seien es aber Weissagungen… sie werden abgelegt werden; seien es Zungen… sie werden aufhören; sei es Erkenntnis… sie wird abgelegt werden.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Denn bruchstückhaft erkennen wir und bruchstückhaft weissagen wir.&lt;br /&gt;
{{S|10}} Aber sobald das Vollkommene kommt, wird das Bruchstückhafte abgeschafft werden.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Als ich unmündig war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte ich wie ein Unmündiger, argumentierte ich wie ein Unmündiger; als ich ein Mann geworden bin, habe ich die [Dinge] des Unmündigen abgelegt.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Denn wir sehen jetzt undeutlich ((indirekt))&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;deutlich&#039;&#039; W. in einem Rätsel&amp;lt;/ref&amp;gt; durch einen Spiegel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich teilweise, dann aber werde ich erkennen, wie ich auch erkannt worden bin.&lt;br /&gt;
{{S|13}} Jetzt aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei. Aber die Größte von ihnen [ist] die Liebe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Korinther_13&amp;diff=18630</id>
		<title>1 Korinther 13</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=1_Korinther_13&amp;diff=18630"/>
		<updated>2014-10-18T13:56:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Rohübersetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel reden würde, aber keine &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; hätte, dann wäre ich ein schallendes Erz oder eine klingende Zimbel geworden.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und wenn ich eine Weissagung hätte und alle Geheimnisse und jede Erkenntnis wüsste und wenn ich allen Glauben hätte, um Berge zu versetzen, aber &#039;&#039;kein&#039;&#039;e Liebe hätte, dann wäre ich nichts.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und wenn ich alle meine Besitztümer austeilen würde und wenn ich meinen Körper ausliefern würde, um mich zu rühmen, aber keine &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; hätte, dann würde es mir nichts nützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|4}} Die Liebe ist geduldig, die Liebe ist gütig, die Liebe ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf,&lt;br /&gt;
{{S|5}} sie ist nicht unverschämt (schamlos), sie verfolgt nicht ihre eigenen [Interessen], sie ist nicht verbittert, sie rechnet das Schlechte nicht an, &lt;br /&gt;
{{S|6}} sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit;&lt;br /&gt;
{{S|7}} sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|8}} Die Liebe fällt niemals. Aber ob Weissagungen… sie werden abgelegt werden; ob Zungen… sie werden aufhören; ob Erkenntnis… sie werden abgelegt werden.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Denn bruchstückhaft erkennen wir und bruchstückhaft weissagen wir.&lt;br /&gt;
{{S|10}} Aber sobald das Vollkommene kommt, wird das Bruchstückhafte abgeschafft werden.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Als ich unmündig war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte ich wie ein Unmündiger, argumentierte ich wie ein Unmündiger; als ich ein Mann geworden bin, habe ich die [Dinge] des Unmündigen abgelegt.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Denn wir sehen jetzt undeutlich (indirekt)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;deutlich&#039;&#039; W. in einem Rätsel&amp;lt;/ref&amp;gt; durch einen Spiegel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich teilweise, dann aber werde ich erkennen, wie ich auch erkannt worden bin.&lt;br /&gt;
{{S|13}} Jetzt aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei. Aber die Größte von ihnen [ist] die Liebe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_5&amp;diff=17698</id>
		<title>Markus 5</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_5&amp;diff=17698"/>
		<updated>2014-09-09T07:48:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Der Besessene von Gerasa))&lt;br /&gt;
{{L|1}} Jesus und seine Jünger hatten den See Gennesaret überquert und waren ins Gebiet der Gerasener gelangt. {{L|2}} Sie waren kaum aus dem Boot gestiegen, als ihnen plötzlich ein Mann entgegengelaufen kam. Dieser war von einem bösen Geist besessen, {{L|3}} hauste in den nahe liegenden Grabhöhlen und war so wild, dass man ihn selbst mit Eisenketten nicht bändigen konnte. {{L|4}} Schon viele Male hatte man ihn an Armen und Beinen gefesselt, doch jedes Mal hatte er die Fesseln zerrissen und die Ketten gesprengt. Niemand war stark genug, um ihn zu überwältigen. {{L|5}} Tag und Nacht wütete er in den Grabhöhlen und im Gebirge und schnitt sich selbst mit Steinen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} Als dieser Besessene also Jesus von Weitem erblickte, rannte er zu ihm hin, warf sich vor ihn nieder {{L|7}} und schrie laut: „Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten?! Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!“ - {{L|8}} denn Jesus hatte zu ihm gesagt: „Fahre aus aus diesem Mann, du böser Geist!“ {{L|9}} Da fragte ihn Jesus: „Wie ist dein Name?“ - „Mein Name ist ‚Legion‘“, antwortete er, „denn wir sind viele.“ {{L|10}} Und wieder bat er Jesus inständig, sie doch nicht aus der Gegend fortzuschicken. {{L|11}} In der Nähe weidete eine große Schweineherde an einem Berghang {{L|12}} Die bösen Geister baten: „Lass uns in diese Schweine fahren!“ {{L|13}} Jesus erlaubte es ihnen und sie fuhren aus dem Mann in die Schweine. Da stürmte die ganze Herde den Berghang hinab in den See und ertrank. Es waren ungefähr 2000 Tiere.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der Wunsch, in die Schweine fahren zu dürfen, ist ein verzweifelter Vorschlag der „unreinen Geister“ (wie sie im Griechischen bezeichnet werden): Auch Schweine werden im Judentum als unrein angesehen; die Geister nehmen also in Kauf, mit den „schmutzigsten und unreinsten Wirten“ (Lohmeyer) Vorlieb nehmen zu müssen. Mit ihrer Selbstzerstörung ist das Unreine gleich doppelt vernichtet; Jesus hat hier sozusagen Satan und Beelzebub sich gegenseitig austreiben lassen.&amp;lt;br /&amp;gt;Hinzu kommt, dass das „Meer“, wie der See Gennesaret im griechischen Text stets bezeichnet wird, nach antiker Vorstellung ein Ort des Chaos und der Chaosmächte ist. Mit der Verlagerung der Geister und der Schweine vom (heidnischen!) Land ins Meer ist die kosmische Ordnung wieder hergestellt: Geister und Schweine sind am Ort des Chaos, Jesus und die „Leute“ am gereinigten Festland.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Neben dieser symbolischen Bedeutung hat die Perikope wahrscheinlich noch eine weitere, allegorische, und ist als versteckt-spöttische Allegorie auf die Vertreibung der Römer zu lesen &amp;lt;!--(so schon [http://www.archive.org/stream/revuedestudesj47soci#page/172/mode/2up Reinach 1903]; neuerdings auch Burdon 2004; Crossan 1996; Dormandy 2000; Horsley 2001; Johnston 1998; [http://www.bsw.org/biblica/vol-88-2007/die-legio-x-fretensis-und-der-besessene-von-gerasa-anmerkungen-zur-zahlenangabe-ungefaehr-zweitausend-mk-5-13/77/article-p351.html Lau 2007]; Marcus 2008; Myers 1988; Placher 2010; Theissen 1974; Wengst 1987)--&amp;gt;. Dafür sprechen vor allem einige ungewöhnliche Motive und Vokabeln: Der Dämon „Legion“ bittet Jesus, nicht „aus dem Land vertrieben“ zu werden, sondern in eine - 2000 Schweine starke! (selbst große Schweineherden hatten zur damaligen Zeit eine Größe von allenfalls 150 bis 200 Tieren) - „Truppe“ von „Schweinen“ fahren zu dürfen. Jesus erfüllt ihm diesen Wunsch und „kommandiert sie in die Schweineherde ab“, woraufhin die Schweine - die in Panik für gewöhnlich wild auseinanderstieben - hier gemeinsam dem „Meer“ „entgegenstürmen“ &amp;lt;!-- (vgl. Derrett 1979; [http://www.biblicalstudies.org.uk/pdf/ashland_theological_journal/42-1_025.pdf Morton 2010])--&amp;gt;. Allein schon das Beieinander der Motive von „Legion“, „Schweinen“ und „Meer“ musste einen damaligen Leser automatisch an eine römische Legion denken lassen, da die Symbole der damals in der Gegend stationierten „Legio X Fretensis“ - der „zehnten Meerengen-Legion“ - ein Schwein und entweder eine Galeere, ein Delphin oder der Gott Neptun waren (s. z.B. [http://www.legionten.org/Studies/LXFstudies/images/10.jpg hier]). Wie einst Jahwe die ägyptische Armee im Meer versenkt hat ([[Exodus 14#l1 |Ex 14]]), versenkt also hier Jesus eine römische Legion - die darüber hinaus noch gleichgesetzt wird mit verrückten Besessenen einerseits und den verpönten Schweinen andererseits - im „Meer“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|14}} Und die Hirten flohen und berichteten davon in Stadt und Land. Da machten die Leute sich auf den Weg, um mit eigenen Augen zu sehen, was da geschehen war. {{L|15}} Als sie Jesus erreichten, bemerkten sie den Mann, der vorher von Legion besessen gewesen war: Er saß ruhig da, war bekleidet und bei klarem Verstand. Da wurden sie von Furcht ergriffen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|16}} Nachdem ihnen die Augenzeugen berichtetet hatten, was mit dem Besessenen und den Schweinen geschehen war, {{L|17}} baten sie Jesus, ihre Gegend zu verlassen. {{L|18}} Also stieg Jesus wieder zurück ins Boot. Da bat ihn der Geheilte, bei ihm bleiben zu dürfen. {{L|19}} Doch er erlaubte es nicht. „Geh zurück nach Hause“, sagte er, „und erzähle deiner Familie alles, was der Herr für dich getan hat und wie er Mitleid mit dir gehabt hat.“ {{L|20}} Also ging er fort - und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan hatte. Da wurden alle von Staunen ergriffen.&lt;br /&gt;
((Die blutflüssige Frau und das tote Mädchen))&lt;br /&gt;
{{L|21}} Jesus war mit dem Boot wieder an der anderen Seite des Sees Gennesaret angelangt. Kaum war er angekommen, versammelte sich schon eine große Volksmenge um ihn. {{L|22}} Auch ein Synagogenvorsteher namens Jairus kam dazu, und als er Jesus sah, warf er sich vor ihn nieder {{L|23}} und flehte ihn an: „Meine kleine Tochter liegt im Sterben. Bitte, komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt!“ {{L|24}} Jesus ging mit und eine große Menschenmenge folgte und umdrängte ihn.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|25}} Und eine Frau, die schon seit zwölf Jahren an Blutungsstörungen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Nach alttestamentlicher Vorstellung sind Frauen während der Zeit ihrer Menstruation (i.d.R. etwa 4-5 Tage) „unrein“; das heißt, sie sind für diese Zeit nicht „gottgemäß“ und „gottgefällig“ und also nicht der Nähe Gottes fähig. Frauen mit Blutungsstörungen (also entweder Zwischenblutungen (Blutungen zwischen zwei normalen Menstruationen) oder Hypermenorrhoe (chronisch starken Blutungen)) sind sogar „noch unreiner“, sie ist über die Zeit ihrer Menstruation hinaus für weitere sieben Tage unrein und jeder, der sie berührt und alles, womit sie in Kontakt kommt, gilt ebenfalls für die Dauer eines Tages als unrein (vgl. [[Levitikus 15#s25 |Lev 15,25-27]]).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daraus, dass in V. 29 gesagt wird, sie spüre „die Quelle ihrer Blutung“ versiegen, darf man wohl ableiten, dass sie nicht nur prinzipiell an chronischen Blutungsstörungen litt, sondern dass sie sogar gerade in diesem Augenblick am Menstruieren war; sie ist aktuell also sozusagen hyper-unrein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
litt, {{L|26}} die von den Ärzten sehr geplagt worden war, die ihren gesamten Besitz ausgegeben hatte, die damit aber nichts erreicht hatte, sondern der es im Gegenteil sogar immer schlechter gegangen war, {{L|27}} die dann aber von Jesus gehört hatte und die sich ihm deshalb im Schutz der Menge von hinten genähert hatte - diese Frau berührte sein Gewand. {{L|28}} Sie sagte sich nämlich: „Wenn ich auch nur seine Kleider berühre, werde ich bestimmt geheilt werden!“ {{L|29}} Und tatsächlich: Noch im selben Moment versiegte die Quelle ihrer Blutung und sie spürte, dass sie von ihrem Leiden geheilt war.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|30}} Jesus bemerkte sofort, dass heilende Kraft von ihm ausgegangen war. Er drehte sich um und fragte in die Menge: „Wer hat meine Kleider berührt?“ {{L|31}} Aber die Jünger meinten nur: „Wer dich berührt hat, fragst du? Wirklich? Siehst du denn nicht die Menge, die sich um dich drängt?“ {{L|32}} Aber Jesus blickte weiter um sich und versuchte herauszufinden, wer es gewesen war. {{L|33}} Weil sie wusste, was mit ihr geschehen war, trat die Frau ängstlich zitternd vor, warf sich vor ihm nieder und gestand ihm alles. {{L|34}} Da sagte Jesus: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh in Frieden und bleib gesund.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|35}} Noch während er dies sprach, kamen Verwandte des Synagogenvorstehers und sagten zu ihm: „Deine Tochter ist tot. Du brauchst den Lehrer nicht weiter zu bemühen.“ {{L|36}} Jesus hatte mitbekommen, was sie gesagt hatten, und beruhigte Jairus: „Hab keine Angst! Glaube nur!“ {{L|37}} Dann untersagte er allen außer Petrus, Jakobus und seinem Bruder Johannes, ihn zu begleiten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|38}} Als sie am Haus des Synagogenvorstehers ankamen, vernahm Jesus den Lärm des Heulens und Klagens der Trauergemeinde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Im Alten Israel waren bei Todesfällen von Familienangehörigen möglichst laute Klageriten im Haus des Toten Sitte (ursprünglich wohl, um die Totengeister zu vertreiben und fernzuhalten): Die ganze Familie konnte zur Teilnahme verpflichtet werden, man heuerte Flötisten an, um den Lärm zu vergrößern, und sogar hauptberufliche Klagefrauen wurden für die Trauerriten angestellt. Es ist also psychologisch auch gar nicht unmöglich, dass eine Trauergemeinde just in spöttisches Lachen ausbrechen kann (V. 40), da es sich hier (auch) um &#039;&#039;rituelles&#039;&#039; Heulen und Klagen handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{L|39}} Er ging hinein und fragte: „Was klagt und weint ihr denn so? Das Kind ist doch gar nicht tot - es schläft nur.“ {{L|40}} Da lachten sie ihn aus. Doch Jesus schickte alle aus dem Haus und ging mit den Eltern des Kindes und den drei Jüngern in das Zimmer, in dem es lag. {{L|41}} Dann ergriff er seine Hand und sagte: „Talita, kum!“ - das heißt: „Mädchen, steh auf!“ {{L|42}} Und sofort stand das Mädchen auf und ging umher.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der griechische Text hat noch: „Sie war nämlich zwölf Jahre alt“; es soll dies wohl anzeigen, dass sie in der Tat schon alleine laufen kann, sinngemäß also „das konnte sie schon, denn sie war bereits zwölf Jahre alt“. (Dschulnigg 2007, S. 165; Pesch 1976, S. 311). Warum Markus das extra erwähnt, ist unerklärlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da wurden alle von fassungslosem Erstaunen ergriffen. {{L|43}} Jesus verbot ihnen nachdrücklich, irgendjemandem davon zu erzählen. Dann ordnete er an, dem Mädchen etwas zu Essen zu geben.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und sie kamen ans andere Ufer des Meeres (Sees), in das Gebiet (Land) der Gerasener (Gergesener, Gadarener)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gebiet (Land) der Gerasener&#039;&#039; Das Problem mit dieser Ortsangabe (auch in der Parallelstelle Lk 8,26 bezeugt) ist, dass Gerasa etwa 50 km vom See entfernt liegt. In der Geschichte dagegen muss die Stadt nah am Ufer liegen (5,12-13). Matthäus 8,28 verortet die Geschichte im Land der „Gadarener“. Gadara ist zwar ein Ort, der relativ nah am Ufer des Sees liegt, aber die in V. 12 beschriebenen Abhänge fehlen dort. Der Kirchenvater Origenes (3. Jh.) berichtet, solche Abhänge in Gergesa vorgefunden zu haben, wo die Bewohner auch eine Überlieferung kannten, nach der die berichtete Austreibung in ihrem Ort geschehen war (Collins 2007, 263f.). Es ist gut möglich, dass die Handlung dort tatsächlich stattgefunden hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Die wohl ursprünglichste Lesart an unserer Stelle ist jedoch &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039;. Für Mk 5,1 samt Parallelstellen sind alle drei Varianten erhalten, wobei &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; die stärkste und älteste Bezeugung aufweist ({{hebr}}א{{hebr ende}}* B D 28 33 525 al it vg cop&amp;lt;sup&amp;gt;sa&amp;lt;/sup&amp;gt;). Der Mehrheitstext folgt wohl einer Anpassung an Mt 8,28 und liest durchgängig „Gadarener“. „Gergesener“ hat zwar ebenfalls eine relativ starke Bezeugung, es ist aber möglich, dass die Lesart erst seit Origenes Verbreitung gefunden hat. Der Kirchenvater sagt nämlich nicht, ob er die Bezeichnung vorgefunden hat oder ob er lediglich die historisch plausibelste Örtlichkeit identifiziert hat. Die uneinheitliche Bezeugung in den Evangelien und den Handschriften legt zusammen mit der textkritischen Evidenz nahe, dass die vorgebliche Falschangabe &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; die älteste erhaltene ist, die man dann korrigieren wollte. Vielleicht hat Markus oder seine Quelle in der Überlieferung versehentlich das recht unbekannte Gergesa (heute El Kursi) durch das größere und bekanntere Gerasa ersetzt oder benutzt den Städtenamen als Bezeichnung für die größere Region Dekapolis, zu der sowohl Gerasa als auch das östliche Seeufer gehörten (France 2002, 227). Es wurde zudem vorgeschlagen, dass der Evangelist oder die ihm bekannte Überlieferung eine Geschichte aus Gerasa in den Handlungsstrang ans Seeufer verlegte (so Guelich 1989, 277). Historisch lässt sich aber auch nicht vollständig ausschließen, dass die fragliche Stelle (die man ja nicht sicher kennt) zur damaligen Zeit doch in irgendeiner Form mit den Gerasenern und/oder Gadarenern verknüpft war.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als er gerade (gleich, bald) aus dem Boot (Schiff) gestiegen war (stieg),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ... gestiegen war (stieg)&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam von den Grabstätten (Gräbern, Grabhöhlen) her ein Mann mit einem unreinen Geist auf ihn zu (ihm entgegen),&lt;br /&gt;
{{S|3}} der [seine] Behausung (Unterkunft, Lager) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) hatte, und nicht einmal (auch nicht) [mit] einer Kette&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] einer Kette&#039;&#039; Instrumentaler Dativ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
konnte man ihn noch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht einmal … man … noch&#039;&#039; W. „nicht einmal … niemand … nicht mehr“. Die dreifache Verneinung intensiviert die ausgedrückte Unmöglichkeit. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bändigen (festhalten, fesseln). &lt;br /&gt;
{{S|4}} Er war nämlich schon mehrfach [mit] Fußfesseln und Ketten (Handfesseln)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Fußfesseln und Ketten&#039;&#039; ([[Instrumentaler Dativ]]). Schöner wäre „(eisernen) Fuß- und Handfesseln“, etwas freier auch „an Händen und Füßen mit Ketten gefesselt“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefesselt worden und (aber) hatte [jedes Mal] die Ketten (Handfesseln) zerrissen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zerrissen&#039;&#039; W. „auseinander zerrissen“ (vgl. LN 19.29).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Fußfesseln zerrieben (zerschmettert),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte ... zerrissen und … zerrieben&#039;&#039; W. „(die Ketten) waren zerrissen und zerrieben worden“&amp;lt;/ref&amp;gt; und niemand war stark [genug], ihn unter Kontrolle zu bringen (zu bezwingen, überwältigen, bändigen). &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und die ganze Zeit (ununterbrochen, ständig), nachts wie tags, hielt er sich (war) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) oder (und) in den Bergen auf, wo (wobei, während) er schrie (schrie er in den Grabhöhlen oder in den Bergen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hielt er sich … auf … wo (wobei, während) er schrie&#039;&#039; Oder einfach „schrie er ununterbrochen … und schnitt sich“. W. ἦν κράζων (w. „war schreiend“) Dieses so genannte periphrastische oder [[Umschreibendes Partizip|umschreibende Partizip]] kann man verschieden übersetzen. Häufig dient es als Beschreibung eines anhaltenden Zustands. Hier wurde das Hauptverb aus stilistischen Gründen separat übersetzt, auch um besser auf den beschriebene Zustand zu verweisen (weitere Infos auf der verlinkten Seite). Der Satz lässt sich auch als HS+[[Ptz. conj.]] (modal-temporal) übersetzen wie in der Klammer, der Unterschied trägt nichts aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sich [mit] Steinen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Steinen&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schnitt (verletzte; auf sich einschlug)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schnitt&#039;&#039; Deutsche Übersetzungen geben das Wort meist als „auf sich einschlagen“ wieder, doch das Wort heißt eigentlich „(zer)schneiden“, „zerstückeln“. Die Übersetzung „sich schlagen“ ist im Zusammenhang mit Steinen nicht unbedingt die einzig denkbare (LN 19,21; vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/κατακόπτω LSJ]).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und als (weil) er Jesus von Weitem sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als/weil er sah&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler (oder kausaler) Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam er angerannt und warf sich vor ihm nieder&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;warf sich vor ihm nieder&#039;&#039; Das Wort impliziert eine unterwürfige, anbetende Haltung. Zwar erweist der Besessene Jesus in diesem Augenblick wohl noch keine religiöse Verehrung, aber zumindest bezeugt er großen Respekt. Er erkennt ihn als jemanden, der Macht über ihn hat, wie der nächste Vers zeigt (vgl. Collins 2007, 267).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|7}} {und} Er schrie [mit] lauter Stimme&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] lauter Stimme&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er schrie ... und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal), mit „und“-Kombination aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Was willst du von mir&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von mir?&#039;&#039; W. „Was mir und dir?“ In Mk 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was habe ich dir getan? Lass mich in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was habe ich mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von mir?“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, Jesus, Sohn des Gottes, des Höchsten (des höchsten Gottes)? Ich beschwöre dich bei Gott, mich nicht zu quälen (foltern)!“&lt;br /&gt;
{{S|8}} Denn [Jesus] hatte zu ihm gesagt (sagte gerade/wiederholt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte gesagt (sagte gerade/wiederholt)&#039;&#039; übersetzt das [[Imperfekt]], das in diesem Kontext zweierlei anzeigen kann: 1. eine vorvergangene Handlung (Siebenthal 2001 §198f): dass Jesus dies vor der Bitte des Dämons gesagt hatte. 2. eine im Verlauf befindliche Handlung (Siebenthal 2011 §198b): dass Jesus schon zu sprechen begonnen hatte, vielleicht nach der ersten Frage des Dämons. „Denn“ verweist auf den Grund für die in V. 7 geäußerte Bitte. Möglich, dass Jesus die Austreibungsformel mehrmals wiederholte (so Mann 1986, 279). Oder wie MEN: „im Begriff war...“ Fast alle Übersetzungen folgen der ersten Möglichkeit (s. BDR §347; Guelich 1989, 272; Collins 2007, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Komm heraus (Fahre aus, verlass) aus dem Mann, unreiner Geist!“,&lt;br /&gt;
{{S|9}} und er fragte ihn: „Was [ist] dein Name?“, und er antwortete (sagte) {zu ihm}: „Mein Name [ist] ‚Legion‘&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Legion&#039;&#039; Lat. Lehnwort, das die militärische Einheit bezeichnet. Wahrscheinlich ist es nicht der tatsächliche Name des/der Dämonen, sondern eine ausweichende Antwort als Teil des Schlagabtauschs. Die Anzahl der Dämonen scheint jedoch zumindest grob in der Größenordnung einer Legion (4-6000 Mann) zu liegen (Collins 2007, 269; Guelich 1989, 281).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Was [ist] dein Name?“&#039;&#039; und &#039;&#039;„Mein Name [ist]...“&#039;&#039; W. „Was (für ein) Name [ist] dir?“ etc. ([[possessiver Dativ]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt; denn wir sind viele.“ &lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er flehte (bat) ihn immer wieder (inständig)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder (inständig)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen, die meisten Übersetzungen intensivieren (vgl. aber V. 23, 38 und 43).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an, {dass} sie nicht aus der Gegend (Gebiet, Land) wegzuschicken (zu vertreiben).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Nun (aber, und) weidete (wurde gehütet) in der Nähe (dort) am Berghang&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;am Berghang&#039;&#039; W. „an dem Berg“. Die Präposition weist auf einen Hang hin (vgl. EÜ, NGÜ, GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gerade&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weidete gerade&#039;&#039; [[Periphrastische Konjugation]], die das Imperfekt umschreibt und die Gleichzeitigkeit des durativen Aspekts stärker betont.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine große Schweineherde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schweineherde&#039;&#039; W. „Herde [der] Schweine“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie baten (flehten an) ihn {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagend&amp;quot;&amp;gt;{sagend} [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Schicke (Treibe) uns in die Schweine! Wir wollen (damit wir)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wir wollen (damit wir)&#039;&#039; Die Konjunktion ἵνα wird hier (v.a. aus stilistischen Gründen) als selbständiger Begehrungssatz übersetzt (NSS). Vgl. ZÜR, MEN.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in sie fahren!“,&lt;br /&gt;
{{S|13}} und er erlaubte [es] ihnen. Da (Und) fuhren die unreinen Geister aus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fuhren aus und&#039;&#039; Temporales oder modales [[Ptz. conj.]], hier mit Hilfe einer „und“-Kombination beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fuhren in die Schweine, und die Herde raste (stürzte sich, stürmte) den Abhang hinunter ins Meer (den See), ungefähr zweitausend, und ertranken im Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ertranken im Meer&#039;&#039; Eigentlich können Schweine schwimmen (France 2002, 231). Allerdings ist es gut vorstellbar, dass ihre Panik und schiere Masse (viele Schweine würden im Wasser aufeinander landen und einander unter Wasser drücken) dazu führte, dass sie trotzdem ertranken.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|14}} Und ihre Hirten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Hirten&#039;&#039; Oder etwas wörtlicher „die sie hüteten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ergriffen die Flucht (liefen davon) und verbreiteten (verkündeten, erzählten) [die Nachricht] in der Stadt und auf dem Land (den Höfen, Dörfern)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Land&#039;&#039; W. „Felder“, eine Metonymie für das Land (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „Höfe, Dörfer“ (BA ἀγρός 2; NSS), was wohl in Mk 6,36 gemeint ist. Zusammen bilden „Stadt und Land“ einen Merismus.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Und [die Leute] machten sich auf (kamen), [um] zu sehen, was das Geschehene war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was das Geschehene war&#039;&#039; W. „was das Geschehene ist“; der Objektsatz steht in der selben Zeit, in der direkte Rede stehen würde (vgl. Zerwick § 346; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und sie erreichten (kamen zu) Jesus und sahen (als sie erreichten, sahen sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erreichten&#039;&#039; und &#039;&#039;sahen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. „und … und“ lässt sich im Deutschen auch als „als … da“ wiedergeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie, dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen sie, dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&#039;&#039; Dreifaches [[AcP]]. Aus stilistischen Gründen (allerdings im Rahmen des griechischen Satzbaus) wurde nur das erste Ptz. als Teil des AcP aufgelöst und die anderen beiden Partizipien [[Ptz. conj.|modal]] verstanden. &#039;&#039;bekleidet&#039;&#039; bedarf keiner Auflösung, &#039;&#039;bei Verstand&#039;&#039; gibt das Ptz. als Präpositionalphrase wieder.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
derjenige, der die Legion gehabt hatte! – und fürchteten sich.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die, die [alles] gesehen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die, die [alles] gesehen hatten&#039;&#039; Substantiviertes Ptz. Aor., als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählten (schilderten) ihnen, was (wie) mit dem Besessenen passierten war, und von den Schweinen.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Da (Und) drängten (baten, forderten auf) sie ihn,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;baten sie ihn&#039;&#039; W. „fingen an zu bitten“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Beginnen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Übersetzt man das [[Imperfekt]], dann vielleicht so wie ZÜR: „Da baten sie ihn immer dringlicher“ (iterativ), MEN: „Da verlegten sie sich aufs Bitten“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr Gebiet zu verlassen (fortzugehen aus). &lt;br /&gt;
{{S|18}} {Und} Als er ins Boot stieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als er ins Boot stieg&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bat (flehte) ihn der, der besessen gewesen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der, der besessen gewesen war&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als Relativsatz aufgelöst. Eine schönere Übersetzung wäre vielleicht „der vormals Besessene“ oder auch „der ehemalige Besessene“. MEN: „der (früher) Besessene“, GNB sogar: „der Geheilte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum, {dass} bei ihm bleiben [zu dürfen].&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber (und) er erlaubte es ihm (ließ ihn) nicht, sondern sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Geh nach Hause (in dein Haus) zu den Deinen und berichte (verkünde, erzähle) ihnen, was der Herr dir getan hat und [wie] er Erbarmen mit dir hatte!“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und (Da) er ging fort und begann in der Dekapolis (im Zehnstädtegebiet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dekapolis&#039;&#039; Die Dekapolis war eine Region von etwa zehn Städten im heutigen Jordanien, als östlich des Jordan und des Sees Gennesaret. Weitere Informationen liefert der Artikel [[Dekapolis]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu erzählen (predigen, verkündigen), was Jesus ihm getan hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was Jesus ihm getan hatte&#039;&#039; - W. „was getan hatte ihm Jesus“ - „Jesus“ ist bewusst nachgestellt, um den Kontrast zu betonen, der zw. V. 20 und dem parallelen V. 19 besteht („was &#039;&#039;der Herr&#039;&#039; dir getan hat“). Der Geheilte verkündigt Jesus als „den Herrn“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und alle staunten (wunderten sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;staunten (wunderten sich)&#039;&#039; Eine zeitgemäßere, treffende Übersetzung wäre vielleicht „sie konnten es kaum glauben“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|1|45}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und nachdem Jesus mit dem (im) Boot&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit dem (im) Boot&#039;&#039; Textkritik: In mehreren alten Handschriften fehlt dieser Teil oder steht an anderer Stelle. Zwar setzt NA28 die Worte als unsicher in eckige Klammern, aber da die wichtigsten alexandrinischen und auch die byzantinischen Zeugen sie enthalten, gibt es keinen gewichtigen Grund, sie als spätere Hinzufügung zu verstehen. Wahrscheinlich fehlen sie in den entsprechenden Handschriften entweder aufgrund eines Versehens oder in Anpassung an Lk 8,40 (Guelich 1989, 290; Metzger 1994, 72f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wieder (zurück) ans andere Ufer gefahren war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … gefahren war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
versammelte sich eine große Menschenmenge bei ihm. {und} Er war gerade (während, noch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gerade …&#039;&#039; (V. 22) &#039;&#039;als&#039;&#039; W. „und … und“ dient hier wieder als Temporalangabe, daher die Übersetzung. Die Zeitangabe könnte sowohl zu V. 21 (LUT, MEN, ELB, ZÜR) als auch zu V. 22 gehören (EÜ, GNB, NGÜ). Diese spezifische Angabe scheint jedoch eher die spezifische Situation von V. 22 einzuleiten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
am Meer (See),&lt;br /&gt;
{{S|22}} als (da, und) einer der Synagogenvorsteher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Synagogenvorsteher&#039;&#039; - Zur Zeit Jesu wurden Synagogen von Laien geleitet; diese waren verantwortlich v.a. für die Leitung des Gottesdienstes, aber auch für die finanziellen, administrativen und politischen Aspekte des Synagogenlebens (TRE 32, S. 506).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
namens Jairus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;namens Jairus&#039;&#039; Gr. der Dativ von Name (possessiver Dativ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam, und als er ihn sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ihn sah&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
warf (fiel)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; und &#039;&#039;warf sich&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich ihm vor die Füße&lt;br /&gt;
{{S|23}} und bat (flehte an) ihn inständig (mehrfach)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;inständig (mehrfach)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen. Hier scheint die intensivierende Funktion besser zu passen (vgl. V. 38 und 43, aber auch V. 10).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagend&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;[[ὅτι recitativum]] bleibt unübersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Meine kleine Tochter ist dem Tode nahe (liegt im Sterben, ist todkrank)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist dem Tode nahe&#039;&#039; Das Gr. ἐσχάτως ἔχει kann man nicht ohne weiteres übersetzen, es bedeutet „sie schwebt in Lebensgefahr“ (sinngemäß nach Collins 2007, 279), „sie ist todkrank“ (sinngemäß nach LN 23.151; auch ZÜR, MEN, GNB), „liegt in den letzten Zügen“ (LUT, ELB), „liegt im Sterben“ (NGÜ, EÜ). ist dem Tode nahe nach Guelich 1989, 290.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
komm doch und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;komm doch und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Beiordnung übersetzt. Wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lege ihr deine Hände auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Komm doch und lege ihr deine Hände auf&#039;&#039; Im Griechischen handelt es sich um einen selbständigen Nebensatz, der mit der finalen Konjunktion ἵνα eingeleitet ist. Das ist eine andere Möglichkeit, einen Imperativ auszudrücken oder vielleicht zu umschreiben (Siebenthal 2011, §268c; BDR §387.3a; NSS). Obwohl die Grammatiken das nicht erwähnen, ist es möglich, dass es sich um eine elliptische Formulierung handelt und wir uns den Hauptsatz dazuzudenken haben (so France 2002, 236 mit Verweis auf Mk 10,51). Dann könnte man übersetzen: „[Ich bitte dich/möchte], dass du kommst und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
damit sie gerettet (geheilt) wird und am Leben bleibt (lebt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und er ging mit ihm, und eine große Menge folgte ihm, und sie drängten sich um ihn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drängten sich um ihn&#039;&#039; Das griechische Wort konnotiert großen Druck und kann in anderen Zusammenhängen auch „zusammendrücken“ heißen ([http://lsj.translatum.gr/wiki/%CF%83%CF%85%CE%BD%CE%B8%CE%BB%CE%AF%CE%B2%CF%89 LSJ]). Den Druck der Menge beschreibt Markus also sehr plastisch. Etwas freier: „es herrschte ein großes Gedränge“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und eine Frau, die [seit] zwölf Jahren an Blutungen (Blutfluss) litt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [seit] zwölf Jahren an Blutungen litt&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;Blutungen (Blutfluss)&#039;&#039; W. „Ausfluss [des] Blutes“. &#039;&#039;an Blutungen litt&#039;&#039; W. „war zwölf Jahre mit Blutfluss“. Adela Yarbro Collins zeigt anhand verschiedener zeitgenössischer griechischer Texte, dass es sich dabei um einen (wohl mit der Weiblichkeit zusammenhängenden) Blutausfluss („flow of blood“, Gr. ῥύσις αἵματος) handelt, nicht um eine gewöhnliche Blutung („hemorrhage“, Hämorrhagie, Gr. αἱμορραγία)(Collins 2007, 280). Vermutlich gehörte diese Blutung in den Reinheitsgeboten zu den unreinen Menstruationsblutungen (Lev 15,19–33). Lev 15,25 LXX benutzt in diesem Zusammenhang den gleichen Begriff für die beschriebene Blutung. Die Frau war nicht nur dauerhaft unrein, sondern verunreinigte auch alles, was sie berührte (Guelich 1989, 296f.; France 2002, 236f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Levitikus|15|25}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} und mit (durch) vielen Ärzten viel durchgemacht (erduldet, erlitten) hatte, die ihren gesamten Besitz (Vermögen, Habe) ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen (einen Nutzen davon zu haben); stattdessen (im Gegenteil) war es ihr immer schlechter gegangen (schlimmer geworden),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durchgemacht … die ... ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen … gegangen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. (4x), vorzeitig übersetzt und (teils unter Wiederholung des Relativpronomens) an den im vorigen Satz begonnen Relativsatz gehängt. Das Hauptverb erfolgt erst in V. 27. Theoretisch könnte man die Partizipien auch als kausale [[Ptz. conj.]] verstehen. &#039;&#039;ohne etwas zu erreichen&#039;&#039; Aus stilistischen Gründen als Infinitivsatz wiedergegeben. Der Teilsatz hat adversative Konnotation, man könnte ihn im Indikativ folgendermaßen wiedergeben: „aber es hatte nichts genützt“ (GNB, NGÜ, EÜ, ZÜR), „es hatte ihr nichts geholfen“ (LUT). &#039;&#039;war es ihr immer schlechter gegangen&#039;&#039; W. etwa „war sie zum Schlechteren gekommen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|27}} als sie (die) von Jesus hörte, näherte sich (kam)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie (die) ... hörte, näherte sie sich … und&#039;&#039; Zwei [[Ptz. conj.]] (Präsens und Aorist), temporal aufgelöst. Das erste könnte man auch [[Attr. Ptz.|attributiv]] verstehen und in den vorangehenden Relativsatz einreihen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[diese Frau] in der Menge von hinten und berührte (fasste an) seine Kleidung (Gewand).&lt;br /&gt;
{{S|28}} Sie sagte sich (dachte) nämlich:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wenn ich auch nur seine Kleider (Kleidung) berühre (anfasse), werde ich geheilt (gerettet) werden!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte sich&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier die Begründung an, die die Frau sich zurechtgelegt hatte und bis zu ihrer Heilung hegte (für ähnliche Aussagen vgl. 3,21; 6,18; 14,2). Sie ist als (normaler) prospektiver Konditionalsatz formuliert: Die Frau rechnet sich aus, dass die Folge (die Heilung) – vermutlich – eintreten wird, wenn die Bedingung (die Berührung) erfüllt ist (Siebenthal 2011, §282).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und die Quelle ihre Blutes versiegte (vertrocknete) auf der Stelle (sofort),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Quelle ihre Blutes versiegte&#039;&#039; Idiomatische (blumige?) Ausdrucksweise, die einfach bedeutet: „ihr Blutverluss/ihre Blutung hörte auf“ (LN 23.182; NSS). Die Formulierung entspricht wörtlich der in Lev 12,7 LXX, wo es um die Reinigung einer Frau nach der Geburt geht. Dort erklärt der Priester die Frau für geheilt, nachdem sie ein Lamm als Sühneopfer dargebracht hat. Mit diesem Echo (schon das zweite in dieser Szene nach der gr. Formulierung für „Blutung“ in V. 25) bringt Markus nicht nur die Dimension der rituellen Unreinheit vor dem Gesetz ins Spiel, sondern verbindet Jesus auch indirekt mit dem Priester, der ihre Reinheit vor Gott wieder herstellt (vgl. Guelich 1989, 297). Allerdings geht es in der Geschichte nicht um Reinheit und Unreinheit, sondern in erster Linie um die Heilung von einem chronischen Leiden. Die Frage der Reinheit wird von allen Beteiligten mit völliger Missachtung gestraft – selbst von den zahlreichen Menschen, von denen man erwarten dürfte, dass die Frau sie in der Menge berührt und damit unrein gemacht hat, ist nichts dazu zu hören (Collins 2007, 283f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie bemerkte (wusste, spürte) [an (in) ihrem] Körper&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[an (in) ihrem] Körper&#039;&#039; Wohl instrumentaler oder lokaler [[Dativ]]; hier soll es aber wohl nur markieren, dass es sich bei ihrem „merken“ um eine körperliche Empfindung handelt (Grosvenor/Zerwick), daher besser „spürte sie &amp;lt;s&amp;gt;an ihrem Körper&amp;lt;/s&amp;gt;“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, dass sie von [ihrem] Leiden (Qual)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leiden (Qual)&#039;&#039; W. „Geißel“, übertragen „Plage“. Per Bedeutungserweiterung auch „Leiden“ oder „Gebrechen“ (vgl. LN 23.182).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geheilt war.{{par|Levitikus|12|7}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und Jesus, der (als/weil er) innerlich (bei sich) sofort merkte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als/weil er) merkte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal oder kausal), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass Kraft [von ihm] ausgegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;merkte, dass Kraft von ihm ausgegangen war&#039;&#039; [[AcP]] Oder anders aufgelöst: „[die] Kraft bemerkte, die...“ Das Ptz. Aor. Könnte man evtl. auch gleichzeitig verstehen „sofort bemerkte, dass Kraft von ihm ausging“ (vgl. EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
drehte sich in der Menschenmenge um und fragte (sagte, wiederholte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte (sagte, wiederholte)&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]]. Markus benutzt diese spezielle Form recht häufig (bes. in Kap. 4), sodass der durative Aspekt möglicherweise nur schwach vorhanden ist. Hier könnte die Form ausdrücken, dass Jesu Nachfrage ergebnislos blieb (Siebenthal 2011, §195g; §198l). Das Imperfekt könnte an dieser Stelle jedoch ebenso ausdrücken, dass Jesus mehrmals (iterativ) nachfragte.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wer hat meine Kleider (Kleidung) berührt (angefasst)?“ &lt;br /&gt;
{{S|31}} Aber (Und, Da) seine Jünger meinten (sagten) {ihm}: „Du siehst die Menschenmenge, die sich um dich drängt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die sich um dich drängt&#039;&#039; [[Atr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Zum Wort s. die Fußnote in V. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagst: ‚Wer hat mich berührt (angefasst)?‘“&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er schaute sich um, [um] die [Person] zu sehen, die es gewesen war (getan hatte).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [Person], die es gewesen war (getan hatte)&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. im Femininum. Dass das Partizip schon im richtigen Geschlecht steht, weist eher auf die Perspektive des allwissenden Erzählers hin als darauf, dass Jesus gezielt nach einer Frau Ausschau hält (Collins 2007, 283 Fn 158). Die meisten Übersetzungen (bis auf NGÜ) formulieren hier jedoch explizit weiblich. &#039;&#039;[Person]&#039;&#039; ist ein eleganter Mittelweg, weil das Wort (im Singular) im Sprachgebrauch häufiger „Frau“ als „Mann“ umschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|33}} Die Frau fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (3x). Die ersten beiden sind modal und hier als selbständiger Hauptsatz aufgelöst (das modifizierte Verb bildet den zweiten Satz des Verses), das dritte ist kausal und als entsprechender Nebensatz aufgelöst. Schön ZÜR: „kam, verängstigt und zitternd, weil sie wusste“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
was mit ihr passiert war. Sie kam und warf sich (fiel) vor ihm nieder und erzählte (sagte) ihm die ganze Wahrheit.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Doch er sagte zu ihr: „Tochter, dein Glaube (Vertrauen) hat dich gesund gemacht (gerettet). Geh in Frieden, und sei (bleibe) von deinem Leiden (Plage)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesund (geheilt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|35}} Während er noch redete,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Während er noch redete&#039;&#039; Temporaler [[Gen. abs.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[Angehörige (Leute aus dem Haus)] des Synagogenvorstehers und richteten aus (sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und richteten aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-modal, beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Deine Tochter ist gestorben. Was (Warum) bemühst du noch den Lehrer?“&lt;br /&gt;
{{S|36}} Aber Jesus, der mitbekommen hatte (hörte zu; überhörte, missachtete), wie die Botschaft (Meldung, Wort) ausgerichtet (gesagt) wurde,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der mitbekommen hatte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aor.), modal, kausal oder temporal, hier als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie die Botschaft ausgerichtet wurde&#039;&#039; [[AcP]], mit „wie“ aufgelöst. Übersetzt man das Wort παρακούω nicht als &#039;&#039;mitbekommen&#039;&#039;, sondern als „überhören, missachten“ (so MEN, ELB mit Guelich 1989, 291. Das Ptz. Aor. wäre dann gleichzeitig zu übersetzen), dann kann man übersetzen: „Unter Missachtung dieser Meldung sagte Jesus“ (Präpositionalphrase) oder parataktisch: „Jesus aber überhörte das Wort, das geredet wurde“ (ELB). Sehr schön MEN: „Jesus aber ließ die Nachricht, die da gemeldet wurde, unbeachtet“ oder die Alternativübersetzung der NGÜ: „Jesus schenkte diesen Worten keine Beachtung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu dem Synagogenvorsteher: „Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&#039;&#039; Beide Imperative stehen im Präsens, der durativischen Befehlsform, die das Fortsetzen (bzw. negativ Aufhören mit) einer schon begonnenen Handlung konnotiert. Die implizierte Botschaft ist also „Fürchte dich nicht (länger)! Vertraue/glaube einfach (weiter)!“ (Siebenthal 2011, §212e; Collins 2007, 285).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und er ließ (erlaubte) niemanden mitkommen (ihn begleiten) außer Petrus, {und} Jakobus und Jakobus&#039; Bruder Johannes. &lt;br /&gt;
{{S|38}} Als (Und) sie zum (in das) Haus des Synagogenvorstehers kamen, {und} sah&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; und &#039;&#039;sah&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er ein lärmendes Durcheinander (Aufregung, Tumult)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein lärmendes Durcheinander&#039;&#039; Die treffendste Übersetzung der Hauptbedeutung ist vielleicht „Aufruhr“ oder „Tumult“: Es herrscht Lärm, Durcheinander (LUT, MEN, ELB: „Getümmel“), und häufig bezieht es sich im NT auf kurzfristige Tumulte gegen die römische Herrschaft (Mk 14,2 par Mt 26,5; Mt 27,24; Apg 20,1; 21,34). Hier ist eher ein großes, lärmendes Durcheinander gemeint. EÜ: „Lärm“, NGÜ: „helle Aufregung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [Menschen], die heftig heulten (weinten) und wehklagten (heulten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er … [Menschen], die heftig heulten und wehklagten&#039;&#039; [[AcP]] (zwei Ptz.), unter Ergänzung eines Objekts mit Relativsatz wiedergegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|39}} und nach dem (beim) Eintreten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach dem (beim) Eintreten&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen: „Warum seid ihr so erregt (lärmt) und heult (weint)? Das Kind (Kindlein) ist nicht tot, sie schläft nur!“&lt;br /&gt;
{{S|40}} Da (Und) lachten sie ihn aus. Doch [Jesus] schickte (trieb, warf) alle hinaus, dann nahm er den Vater und die Mutter des Kindes (Kindleins) und [alle], die bei ihm [waren], mit und ging&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahm mit&#039;&#039; und &#039;&#039;ging&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; in [das Zimmer], wo sich das Kind (Kindlein) befand. &lt;br /&gt;
{{S|41}} {Und} Er nahm die Hand des Kindes (Kindleins)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er nahm die Hand&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal-modal, beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihr: „Talita kum!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Talita kum!“&#039;&#039; Aramäisch für „Mädchen, steh auf!“ &#039;&#039;Kum&#039;&#039; ({{hebr}}קום{{hebr ende}}) ist der maskuline Imperativ. Textkritik: Viele Handschriften enthalten die korrektere feminine Form „kumi“ ({{hebr}}קומי{{hebr ende}}). Die maskuline Form wurde gelegentlich auch bei Frauen benutzt, zudem wurden beide Formen zu Jesu Zeit wohl gleich ausgesprochen. Das macht die männliche Form zwar schwieriger, aber nicht falsch, während die weibliche Form eine absichtliche Korrektur ist (Metzger 1994, 74f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, das heißt übersetzt: „Mädchen, ich sage dir, steh (wach) auf!“&lt;br /&gt;
{{S|42}} {Und} Das Mädchen erhob sich auf der Stelle (sofort) und begann umherzugehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann umherzugehen&#039;&#039; Als [[inchoatives Imperfekt]] übersetzt (vgl. Guelich 1989, 303).&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
sie war nämlich zwölf Jahre [alt]. {Und} Da (sofort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Da (sofort)&#039;&#039; Textkritik: Die Bezeugung dieses Worts ist nicht eindeutig, was dazu geführt hat, dass es im NA28 mit eckigen Klammern versehen ist. Die externe sowie die interne Bezeugung sprechen jedoch eher für seine Ursprünglichkeit (Willker 2013, 205; Guelich 1989, 291).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit (Entgeisterung, Verblüffung, Entsetzen) [ganz] fassungslos (außer sich, entgeistert, erstaunt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit [ganz] fassungslos&#039;&#039; Es handelt sich wohl um eine Formulierung, die bewusst hebraisierend an das Griechisch der Sepuaginta angelehnt ist. Das mit dem Verbalsubstantiv derselben Wurzel im Dativ verbundene Verb ist eine Nachahmung der hebr. Konstruktion mit Verb+[[Inf. abs.]] („Septuagintismus“, Guelich 1989, 291; BDR §198.6). Dasselbe Verb beschreibt in Mk 2,12 und 6,51 die fassungslose Reaktion der Zeugen auf ein Wunder. Die von anderen gewählte Übersetzung „(Er)Staunen“ (ELB, MEN) ist vielleicht etwas blass, das seit Luther verbreitete „Entsetzen“ (LUT, EÜ, GNB, ZÜR) zwar vorstellbar, aber etwas unpassend. Der [[Dativus modi]] führt zur Einfügung von [vor], das fehlende Subjekt zur sinngemäßen Ergänzung von [alle]. Wörtlich könnte man vielleicht übersetzen: „[vor] großem Außersichsein [ganz] außer sich sein“, etwas freier übersetzt dann so wie hier. LUT: „Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen.“, EÜ: „Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen.“. Schön NGÜ: „zum grenzenlosen Erstaunen aller“, NeÜ: „Mit fassungslosem Erstaunen sahen alle, wie“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er machte ihnen unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen, die meisten Übersetzungen intensivieren. Vgl. V. 23 und 38, aber auch V. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
klar (ordnete an, schärfte ein), dass niemand davon erfahren [dürfe], zudem (und) sagte er, [man solle]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[man solle]&#039;&#039; Der griechische Infinitivsatz ist (dem Deutschen ganz ähnlich) final. In der gegenwärtigen Formulierung ist im Deutschen eine finale Satzeinleitung notwendig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr [etwas] zu Essen geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_5&amp;diff=17697</id>
		<title>Markus 5</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_5&amp;diff=17697"/>
		<updated>2014-09-09T07:22:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Der Besessene von Gerasa))&lt;br /&gt;
{{L|1}} Jesus und seine Jünger hatten den See Gennesaret überquert und waren ins Gebiet der Gerasener gelangt. {{L|2}} Sie waren kaum aus dem Boot gestiegen, als ihnen plötzlich ein Mann entgegengelaufen kam. Dieser war von einem bösen Geist besessen, {{L|3}} hauste in den nahe liegenden Grabhöhlen und war so wild, dass man ihn selbst mit Eisenketten nicht bändigen konnte. {{L|4}} Schon viele Male hatte man ihn an Armen und Beinen gefesselt, doch jedes Mal hatte er die Fesseln zerrissen und die Ketten gesprengt. Niemand war stark genug, um ihn zu überwältigen. {{L|5}} Tag und Nacht wütete er in den Grabhöhlen und im Gebirge und schnitt sich selbst mit Steinen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} Als dieser Besessene also Jesus von Weitem erblickte, rannte er zu ihm hin, warf sich vor ihn nieder {{L|7}} und schrie laut: „Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten?! Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!“ - {{L|8}} denn Jesus hatte zu ihm gesagt: „Fahre aus aus diesem Mann, du böser Geist!“ {{L|9}} Da fragte ihn Jesus: „Wie ist dein Name?“ - „Mein Name ist ‚Legion‘“, antwortete er, „denn wir sind viele.“ {{L|10}} Und wieder bat er Jesus inständig, sie doch nicht aus der Gegend fortzuschicken. {{L|11}} In der Nähe weidete eine große Schweineherde an einem Berghang {{L|12}} Die bösen Geister baten: „Lass uns in diese Schweine fahren!“ {{L|13}} Jesus erlaubte es ihnen und sie fuhren aus dem Mann in die Schweine. Da stürmte die ganze Herde den Berghang hinab in den See und ertrank. Es waren ungefähr 2000 Tiere.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der Wunsch, in die Schweine fahren zu dürfen, ist ein verzweifelter Vorschlag der „unreinen Geister“ (wie sie im Griechischen bezeichnet werden): Auch Schweine werden im Judentum als unrein angesehen; die Geister nehmen also in Kauf, mit den „schmutzigsten und unreinsten Wirten“ (Lohmeyer) Vorlieb nehmen zu müssen. Mit ihrer Selbstzerstörung ist das Unreine gleich doppelt vernichtet; Jesus hat hier sozusagen Satan und Beelzebub sich gegenseitig austreiben lassen.&amp;lt;br /&amp;gt;Hinzu kommt, dass das „Meer“, wie der See Gennesaret im griechischen Text stets bezeichnet wird, nach antiker Vorstellung ein Ort des Chaos und der Chaosmächte ist. Mit der Verlagerung der Geister und der Schweine vom (heidnischen!) Land ins Meer ist die kosmische Ordnung wieder hergestellt: Geister und Schweine sind am Ort des Chaos, Jesus und die „Leute“ am gereinigten Festland.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Neben dieser symbolischen Bedeutung hat die Perikope wahrscheinlich noch eine weitere, allegorische, und ist als versteckt-spöttische Allegorie auf die Vertreibung der Römer zu lesen &amp;lt;!--(so schon [http://www.archive.org/stream/revuedestudesj47soci#page/172/mode/2up Reinach 1903]; neuerdings auch Burdon 2004; Crossan 1996; Dormandy 2000; Horsley 2001; Johnston 1998; [http://www.bsw.org/biblica/vol-88-2007/die-legio-x-fretensis-und-der-besessene-von-gerasa-anmerkungen-zur-zahlenangabe-ungefaehr-zweitausend-mk-5-13/77/article-p351.html Lau 2007]; Marcus 2008; Myers 1988; Placher 2010; Theissen 1974; Wengst 1987)--&amp;gt;. Dafür sprechen vor allem einige ungewöhnliche Motive und Vokabeln: Der Dämon „Legion“ bittet Jesus, nicht „aus dem Land vertrieben“ zu werden, sondern in eine - 2000 Schweine starke! (selbst große Schweineherden hatten zur damaligen Zeit eine Größe von allenfalls 150 bis 200 Tieren) - „Truppe“ von „Schweinen“ fahren zu dürfen. Jesus erfüllt ihm diesen Wunsch und „kommandiert sie in die Schweineherde ab“, woraufhin die Schweine - die in Panik für gewöhnlich wild auseinanderstieben - hier gemeinsam dem „Meer“ „entgegenstürmen“ &amp;lt;!-- (vgl. Derrett 1979; [http://www.biblicalstudies.org.uk/pdf/ashland_theological_journal/42-1_025.pdf Morton 2010])--&amp;gt;. Allein schon das Beieinander der Motive von „Legion“, „Schweinen“ und „Meer“ musste einen damaligen Leser automatisch an eine römische Legion denken lassen, da die Symbole der damals in der Gegend stationierten „Legio X Fretensis“ - der „zehnten Meerengen-Legion“ - ein Schwein und entweder eine Galeere, ein Delphin oder der Gott Neptun waren (s. z.B. [http://www.legionten.org/Studies/LXFstudies/images/10.jpg hier]). Wie einst Jahwe die ägyptische Armee im Meer versenkt hat ([[Exodus 14#l1 |Ex 14]]), versenkt also hier Jesus eine römische Legion - die darüber hinaus noch gleichgesetzt wird mit verrückten Besessenen einerseits und den verpönten Schweinen andererseits - im „Meer“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|14}} Und die Hirten flohen und berichteten davon in Stadt und Land. Da machten die Leute sich auf den Weg, um mit eigenen Augen zu sehen, was da geschehen war. {{L|15}} Als sie Jesus erreichten, bemerkten sie den Mann, der vorher von Legion besessen gewesen war: Er saß ruhig da, war bekleidet und bei klarem Verstand. Da wurden sie von Furcht ergriffen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|16}} Nachdem ihnen die Augenzeugen berichtetet hatten, was mit dem Besessenen und den Schweinen geschehen war, {{L|17}} baten sie Jesus, ihre Gegend zu verlassen. {{L|18}} Also stieg Jesus wieder zurück ins Boot. Da bat ihn der Geheilte, bei ihm bleiben zu dürfen. {{L|19}} Doch er erlaubte es nicht. „Geh zurück nach Hause“, sagte er, „und erzähle deiner Familie alles, was der Herr für dich getan hat und wie er Mitleid mit dir gehabt hat.“ {{L|20}} Also ging er fort - und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan hatte. Da wurden alle von Staunen ergriffen.&lt;br /&gt;
((Die blutflüssige Frau und das tote Mädchen))&lt;br /&gt;
{{L|21}} Jesus war mit dem Boot wieder an der anderen Seite des Sees Gennesaret angelangt. Kaum war er angekommen, versammelte sich schon eine große Volksmenge um ihn. {{L|22}} Auch ein Synagogenvorsteher namens Jairus kam dazu, und als er Jesus sah, warf er sich vor ihn nieder {{L|23}} und flehte ihn an: „Meine kleine Tochter liegt im Sterben. Bitte, komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt!“ {{L|24}} Jesus ging mit und eine große Menschenmenge folgte und umdrängte ihn.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|25}} Und eine Frau, die schon seit zwölf Jahren an Blutungsstörungen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Nach alttestamentlicher Vorstellung sind Frauen während der Zeit ihrer Menstruation (i.d.R. etwa 4-5 Tage) „unrein“; das heißt, sie sind für diese Zeit nicht „gottgemäß“ und „gottgefällig“ und also nicht der Nähe Gottes fähig. Frauen mit Blutungsstörungen (also entweder Zwischenblutungen (Blutungen zwischen zwei normalen Menstruationen) oder Hypermenorrhoe (chronisch starken Blutungen)) sind sogar „noch unreiner“, sie ist über die Zeit ihrer Menstruation hinaus für weitere sieben Tage unrein und jeder, der sie berührt und alles, womit sie in Kontakt kommt, gilt ebenfalls für die Dauer eines Tages als unrein (vgl. [[Levitikus 15#s25 |Lev 15,25-27]]).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daraus, dass in V. 29 gesagt wird, sie spüre „die Quelle ihrer Blutung“ versiegen, darf man wohl ableiten, dass sie nicht nur prinzipiell an chronischen Blutungsstörungen litt, sondern dass sie sogar gerade in diesem Augenblick am Menstruieren war; sie ist aktuell also sozusagen hyper-unrein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
litt, {{L|26}} die von den Ärzten sehr geplagt worden war, die ihren gesamten Besitz ausgegeben hatte, die damit aber nichts erreicht hatte, sondern der es im Gegenteil sogar immer schlechter gegangen war, {{L|27}} die dann aber von Jesus gehört hatte und die sich ihm deshalb im Schutz der Menge von hinten genähert hatte - diese Frau berührte sein Gewand. {{L|28}} Sie sagte sich nämlich: „Wenn ich auch nur seine Kleider berühre, werde ich bestimmt geheilt werden!“ {{L|29}} Und tatsächlich: Noch im selben Moment versiegte die Quelle ihrer Blutung und sie spürte, dass sie von ihrem Leiden geheilt war.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|30}} Jesus bemerkte sofort, dass heilende Kraft von ihm ausgegangen war. Er drehte sich um und fragte in die Menge: „Wer hat meine Kleider berührt?“ {{L|31}} Aber die Jünger meinten nur: „Wer dich berührt hat, fragst du? Wirklich? Siehst du denn nicht die Menge, die sich um dich drängt?“ {{L|32}} Aber Jesus blickte weiter um sich und versuchte herauszufinden, wer es gewesen war. {{L|33}} Weil sie wusste, was mit ihr geschehen war, trat die Frau ängstlich zitternd vor, warf sich vor ihm nieder und gestand ihm alles. {{L|34}} Da sagte Jesus: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh in Frieden und bleib gesund.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|35}} Noch während er dies sprach, kamen Verwandte des Synagogenvorstehers und sagten zu ihm: „Deine Tochter ist tot. Du brauchst den Lehrer nicht weiter zu bemühen.“ {{L|36}} Jesus hatte mitbekommen, was sie gesagt hatten, und beruhigte Jairus: „Hab keine Angst! Glaube nur!“ {{L|37}} Dann untersagte er allen außer Petrus, Jakobus und seinem Bruder Johannes, ihn zu begleiten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|38}} Als sie am Haus des Synagogenvorstehers ankamen, vernahm Jesus den Lärm des Heulens und Klagens der Trauergemeinde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Im Alten Israel waren bei Todesfällen von Familienangehörigen möglichst laute Klageriten im Haus des Toten Sitte (ursprünglich wohl, um die Totengeister zu vertreiben und fernzuhalten): Die ganze Familie konnte zur Teilnahme verpflichtet werden, man heuerte Flötisten an, um den Lärm zu vergrößern, und sogar hauptberufliche Klagefrauen wurden für die Trauerriten angestellt. Es ist also psychologisch auch gar nicht unmöglich, dass eine Trauergemeinde just in spöttisches Lachen ausbrechen kann (V. 40), da es sich hier (auch) um &#039;&#039;rituelles&#039;&#039; Heulen und Klagen handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{L|39}} Er ging hinein und fragte: „Was klagt und weint ihr denn so? Das Kind ist doch gar nicht tot - es schläft nur.“ {{L|40}} Da lachten sie ihn aus. Doch Jesus schickte alle aus dem Haus und ging mit den Eltern des Kindes und den drei Jüngern in das Zimmer, in dem es lag. {{L|41}} Dann ergriff er seine Hand und sagte: „Talita, kum!“ - das heißt: „Mädchen, steh auf!“ {{L|42}} Und sofort stand das Mädchen auf und ging umher.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der griechische Text hat noch: „Sie war nämlich zwölf Jahre alt“; es soll dies wohl anzeigen, dass sie in der Tat schon alleine laufen kann, sinngemäß also „das konnte sie schon, denn sie war bereits zwölf Jahre alt“. (Dschulnigg 2007, S. 165; Pesch 1976, S. 311). Warum Markus das extra erwähnt, ist unerklärlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da wurden alle von fassungslosem Erstaunen ergriffen. {{L|43}} Jesus verbot ihnen nachdrücklich, irgendjemandem davon zu erzählen. Dann ordnete er an, dem Mädchen etwas zu Essen zu geben.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und sie kamen ans andere Ufer des Meeres (Sees), in das Gebiet (Land) der Gerasener (Gergesener, Gadarener)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gebiet (Land) der Gerasener&#039;&#039; Das Problem mit dieser Ortsangabe (auch in der Parallelstelle Lk 8,26 bezeugt) ist, dass Gerasa etwa 50 km vom See entfernt liegt. In der Geschichte dagegen muss die Stadt nah am Ufer liegen (5,12-13). Matthäus 8,28 verortet die Geschichte im Land der „Gadarener“. Gadara ist zwar ein Ort, der relativ nah am Ufer des Sees liegt, aber die in V. 12 beschriebenen Abhänge fehlen dort. Der Kirchenvater Origenes (3. Jh.) berichtet, solche Abhänge in Gergesa vorgefunden zu haben, wo die Bewohner auch eine Überlieferung kannten, nach der die berichtete Austreibung in ihrem Ort geschehen war (Collins 2007, 263f.). Es ist gut möglich, dass die Handlung dort tatsächlich stattgefunden hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Die wohl ursprünglichste Lesart an unserer Stelle ist jedoch &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039;. Für Mk 5,1 samt Parallelstellen sind alle drei Varianten erhalten, wobei &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; die stärkste und älteste Bezeugung aufweist ({{hebr}}א{{hebr ende}}* B D 28 33 525 al it vg cop&amp;lt;sup&amp;gt;sa&amp;lt;/sup&amp;gt;). Der Mehrheitstext folgt wohl einer Anpassung an Mt 8,28 und liest durchgängig „Gadarener“. „Gergesener“ hat zwar ebenfalls eine relativ starke Bezeugung, es ist aber möglich, dass die Lesart erst seit Origenes Verbreitung gefunden hat. Der Kirchenvater sagt nämlich nicht, ob er die Bezeichnung vorgefunden hat oder ob er lediglich die historisch plausibelste Örtlichkeit identifiziert hat. Die uneinheitliche Bezeugung in den Evangelien und den Handschriften legt zusammen mit der textkritischen Evidenz nahe, dass die vorgebliche Falschangabe &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; die älteste erhaltene ist, die man dann korrigieren wollte. Vielleicht hat Markus oder seine Quelle in der Überlieferung versehentlich das recht unbekannte Gergesa (heute El Kursi) durch das größere und bekanntere Gerasa ersetzt oder benutzt den Städtenamen als Bezeichnung für die größere Region Dekapolis, zu der sowohl Gerasa als auch das östliche Seeufer gehörten (France 2002, 227). Es wurde zudem vorgeschlagen, dass der Evangelist oder die ihm bekannte Überlieferung eine Geschichte aus Gerasa in den Handlungsstrang ans Seeufer verlegte (so Guelich 1989, 277). Historisch lässt sich aber auch nicht vollständig ausschließen, dass die fragliche Stelle (die man ja nicht sicher kennt) zur damaligen Zeit doch in irgendeiner Form mit den Gerasenern und/oder Gadarenern verknüpft war.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als er gerade (gleich, bald) aus dem Boot (Schiff) gestiegen war (stieg),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ... gestiegen war (stieg)&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam von den Grabstätten (Gräbern, Grabhöhlen) her ein Mann mit einem unreinen Geist auf ihn zu (ihm entgegen),&lt;br /&gt;
{{S|3}} der [seine] Behausung (Unterkunft, Lager) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) hatte, und nicht einmal (auch nicht) [mit] einer Kette&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] einer Kette&#039;&#039; Instrumentaler Dativ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
konnte man ihn noch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht einmal … man … noch&#039;&#039; W. „nicht einmal … niemand … nicht mehr“. Die dreifache Verneinung intensiviert die ausgedrückte Unmöglichkeit. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bändigen (festhalten, fesseln). &lt;br /&gt;
{{S|4}} Er war nämlich schon mehrfach [mit] Fußfesseln und Ketten (Handfesseln)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Fußfesseln und Ketten&#039;&#039; ([[Instrumentaler Dativ]]). Schöner wäre „(eisernen) Fuß- und Handfesseln“, etwas freier auch „an Händen und Füßen mit Ketten gefesselt“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefesselt worden und (aber) hatte [jedes Mal] die Ketten (Handfesseln) zerrissen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zerrissen&#039;&#039; W. „auseinander zerrissen“ (vgl. LN 19.29).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Fußfesseln zerrieben (zerschmettert),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte ... zerrissen und … zerrieben&#039;&#039; W. „(die Ketten) waren zerrissen und zerrieben worden“&amp;lt;/ref&amp;gt; und niemand war stark [genug], ihn unter Kontrolle zu bringen (zu bezwingen, überwältigen, bändigen). &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und die ganze Zeit (ununterbrochen, ständig), nachts wie tags, hielt er sich (war) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) oder (und) in den Bergen auf, wo (wobei, während) er schrie (schrie er in den Grabhöhlen oder in den Bergen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hielt er sich … auf … wo (wobei, während) er schrie&#039;&#039; Oder einfach „schrie er ununterbrochen … und schnitt sich“. W. ἦν κράζων (w. „war schreiend“) Dieses so genannte periphrastische oder [[Umschreibendes Partizip|umschreibende Partizip]] kann man verschieden übersetzen. Häufig dient es als Beschreibung eines anhaltenden Zustands. Hier wurde das Hauptverb aus stilistischen Gründen separat übersetzt, auch um besser auf den beschriebene Zustand zu verweisen (weitere Infos auf der verlinkten Seite). Der Satz lässt sich auch als HS+[[Ptz. conj.]] (modal-temporal) übersetzen wie in der Klammer, der Unterschied trägt nichts aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sich [mit] Steinen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Steinen&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schnitt (verletzte; auf sich einschlug)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schnitt&#039;&#039; Deutsche Übersetzungen geben das Wort meist als „auf sich einschlagen“ wieder, doch das Wort heißt eigentlich „(zer)schneiden“, „zerstückeln“. Die Übersetzung „sich schlagen“ ist im Zusammenhang mit Steinen nicht unbedingt die einzig denkbare (LN 19,21; vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/κατακόπτω LSJ]).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und als (weil) er Jesus von Weitem sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als/weil er sah&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler (oder kausaler) Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam er angerannt und warf sich vor ihm nieder&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;warf sich vor ihm nieder&#039;&#039; Das Wort impliziert eine unterwürfige, anbetende Haltung. Zwar erweist der Besessene Jesus in diesem Augenblick wohl noch keine religiöse Verehrung, aber zumindest bezeugt er großen Respekt. Er erkennt ihn als jemanden, der Macht über ihn hat, wie der nächste Vers zeigt (vgl. Collins 2007, 267).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|7}} {und} Er schrie [mit] lauter Stimme&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] lauter Stimme&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er schrie ... und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal), mit „und“-Kombination aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Was willst du von mir&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von mir?&#039;&#039; W. „Was mir und dir?“ In Mk 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was habe ich dir getan? Lass mich in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was habe ich mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von mir?“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, Jesus, Sohn des Gottes, des Höchsten (des höchsten Gottes)? Ich beschwöre dich bei Gott, mich nicht zu quälen (foltern)!“&lt;br /&gt;
{{S|8}} Denn [Jesus] hatte zu ihm gesagt (sagte gerade/wiederholt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte gesagt (sagte gerade/wiederholt)&#039;&#039; übersetzt das [[Imperfekt]], das in diesem Kontext zweierlei anzeigen kann: 1. eine vorvergangene Handlung (Siebenthal 2001 §198f): dass Jesus dies vor der Bitte des Dämons gesagt hatte. 2. eine im Verlauf befindliche Handlung (Siebenthal 2011 §198b): dass Jesus schon zu sprechen begonnen hatte, vielleicht nach der ersten Frage des Dämons. „Denn“ verweist auf den Grund für die in V. 7 geäußerte Bitte. Möglich, dass Jesus die Austreibungsformel mehrmals wiederholte (so Mann 1986, 279). Oder wie MEN: „im Begriff war...“ Fast alle Übersetzungen folgen der ersten Möglichkeit (s. BDR §347; Guelich 1989, 272; Collins 2007, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Komm heraus (Fahre aus, verlass) aus dem Mann, unreiner Geist!“,&lt;br /&gt;
{{S|9}} und er fragte ihn: „Was [ist] dein Name?“, und er antwortete (sagte) {zu ihm}: „Mein Name [ist] ‚Legion‘&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Legion&#039;&#039; Lat. Lehnwort, das die militärische Einheit bezeichnet. Wahrscheinlich ist es nicht der tatsächliche Name des/der Dämonen, sondern eine ausweichende Antwort als Teil des Schlagabtauschs. Die Anzahl der Dämonen scheint jedoch zumindest grob in der Größenordnung einer Legion (4-6000 Mann) zu liegen (Collins 2007, 269; Guelich 1989, 281).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Was [ist] dein Name?“&#039;&#039; und &#039;&#039;„Mein Name [ist]...“&#039;&#039; W. „Was (für ein) Name [ist] dir?“ etc. ([[possessiver Dativ]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt; denn wir sind viele.“ &lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er flehte (bat) ihn immer wieder (inständig)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder (inständig)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen, die meisten Übersetzungen intensivieren (vgl. aber V. 23, 38 und 43).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an, {dass} sie nicht aus der Gegend (Gebiet, Land) wegzuschicken (zu vertreiben).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Nun (aber, und) weidete (wurde gehütet) in der Nähe (dort) am Berghang&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;am Berghang&#039;&#039; W. „an dem Berg“. Die Präposition weist auf einen Hang hin (vgl. EÜ, NGÜ, GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gerade&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weidete gerade&#039;&#039; [[Periphrastische Konjugation]], die das Imperfekt umschreibt und die Gleichzeitigkeit des durativen Aspekts stärker betont.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine große Schweineherde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schweineherde&#039;&#039; W. „Herde [der] Schweine“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie baten (flehten an) ihn {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagend&amp;quot;&amp;gt;{sagend} [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Schicke (Treibe) uns in die Schweine! Wir wollen (damit wir)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wir wollen (damit wir)&#039;&#039; Die Konjunktion ἵνα wird hier (v.a. aus stilistischen Gründen) als selbständiger Begehrungssatz übersetzt (NSS). Vgl. ZÜR, MEN.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in sie fahren!“,&lt;br /&gt;
{{S|13}} und er erlaubte [es] ihnen. Da (Und) fuhren die unreinen Geister aus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fuhren aus und&#039;&#039; Temporales oder modales [[Ptz. conj.]], hier mit Hilfe einer „und“-Kombination beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fuhren in die Schweine, und die Herde raste (stürzte sich, stürmte) den Abhang hinunter ins Meer (den See), ungefähr zweitausend, und ertranken im Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ertranken im Meer&#039;&#039; Eigentlich können Schweine schwimmen (France 2002, 231). Allerdings ist es gut vorstellbar, dass ihre Panik und schiere Masse (viele Schweine würden im Wasser aufeinander landen und einander unter Wasser drücken) dazu führte, dass sie trotzdem ertranken.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|14}} Und ihre Hirten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Hirten&#039;&#039; Oder etwas wörtlicher „die sie hüteten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ergriffen die Flucht (liefen davon) und verbreiteten (verkündeten, erzählten) [die Nachricht] in der Stadt und auf dem Land (den Höfen, Dörfern)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Land&#039;&#039; W. „Felder“, eine Metonymie für das Land (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „Höfe, Dörfer“ (BA ἀγρός 2; NSS), was wohl in Mk 6,36 gemeint ist. Zusammen bilden „Stadt und Land“ einen Merismus.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Und [die Leute] machten sich auf (kamen), [um] zu sehen, was das Geschehene war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was das Geschehene war&#039;&#039; W. „was das Geschehene ist“; der Objektsatz steht in der selben Zeit, in der direkte Rede stehen würde (vgl. Zerwick § 346; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und sie erreichten (kamen zu) Jesus und sahen (als sie erreichten, sahen sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erreichten&#039;&#039; und &#039;&#039;sahen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. „und … und“ lässt sich im Deutschen auch als „als … da“ wiedergeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie, dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen sie, dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&#039;&#039; Dreifaches [[AcP]]. Aus stilistischen Gründen (allerdings im Rahmen des griechischen Satzbaus) wurde nur das erste Ptz. als Teil des AcP aufgelöst und die anderen beiden Partizipien [[Ptz. conj.|modal]] verstanden. &#039;&#039;bekleidet&#039;&#039; bedarf keiner Auflösung, &#039;&#039;bei Verstand&#039;&#039; gibt das Ptz. als Präpositionalphrase wieder.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
derjenige, der die Legion gehabt hatte! – und fürchteten sich.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die, die [alles] gesehen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die, die [alles] gesehen hatten&#039;&#039; Substantiviertes Ptz. Aor., als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählten (schilderten) ihnen, was (wie) mit dem Besessenen passierten war, und von den Schweinen.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Da (Und) drängten (baten, forderten auf) sie ihn,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;baten sie ihn&#039;&#039; W. „fingen an zu bitten“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Beginnen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Übersetzt man das [[Imperfekt]], dann vielleicht so wie ZÜR: „Da baten sie ihn immer dringlicher“ (iterativ), MEN: „Da verlegten sie sich aufs Bitten“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr Gebiet zu verlassen (fortzugehen aus). &lt;br /&gt;
{{S|18}} {Und} Als er ins Boot stieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als er ins Boot stieg&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bat (flehte) ihn der, der besessen gewesen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der, der besessen gewesen war&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als Relativsatz aufgelöst. Eine schönere Übersetzung wäre vielleicht „der vormals Besessene“ oder auch „der ehemalige Besessene“. MEN: „der (früher) Besessene“, GNB sogar: „der Geheilte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum, {dass} bei ihm bleiben [zu dürfen].&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber (und) er erlaubte es ihm (ließ ihn) nicht, sondern sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Geh nach Hause (in dein Haus) zu den Deinen und berichte (verkünde, erzähle) ihnen, was der Herr dir getan hat und [wie] er Erbarmen mit dir hatte!“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und (Da) er ging fort und begann in der Dekapolis (im Zehnstädtegebiet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dekapolis&#039;&#039; Die Dekapolis war eine Region von etwa zehn Städten im heutigen Jordanien, als östlich des Jordan und des Sees Gennesaret. Weitere Informationen liefert der Artikel [[Dekapolis]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu erzählen (predigen, verkündigen), was Jesus ihm getan hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was Jesus ihm getan hatte&#039;&#039; - W. „was getan hatte ihm Jesus“ - „Jesus“ ist bewusst nachgestellt, um den Kontrast zu betonen, der zw. V. 20 und dem parallelen V. 19 besteht („was &#039;&#039;der Herr&#039;&#039; dir getan hat“). Der Geheilte verkündigt Jesus als „den Herrn“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und alle staunten (wunderten sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;staunten (wunderten sich)&#039;&#039; Eine zeitgemäßere, treffende Übersetzung wäre vielleicht „sie konnten es kaum glauben“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|1|45}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und nachdem Jesus mit dem (im) Boot&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit dem (im) Boot&#039;&#039; Textkritik: In mehreren alten Handschriften fehlt dieser Teil oder steht an anderer Stelle. Zwar setzt NA28 die Worte als unsicher in eckige Klammern, aber da die wichtigsten alexandrinischen und auch die byzantinischen Zeugen sie enthalten, gibt es keinen gewichtigen Grund, sie als spätere Hinzufügung zu verstehen. Wahrscheinlich fehlen sie in den entsprechenden Handschriften entweder aufgrund eines Versehens oder in Anpassung an Lk 8,40 (Guelich 1989, 290; Metzger 1994, 72f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wieder (zurück) ans andere Ufer gefahren war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … gefahren war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
versammelte sich eine große Menschenmenge bei ihm. {und} Er war gerade (während, noch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gerade …&#039;&#039; (V. 22) &#039;&#039;als&#039;&#039; W. „und … und“ dient hier wieder als Temporalangabe, daher die Übersetzung. Die Zeitangabe könnte sowohl zu V. 21 (LUT, MEN, ELB, ZÜR) als auch zu V. 22 gehören (EÜ, GNB, NGÜ). Diese spezifische Angabe scheint jedoch eher die spezifische Situation von V. 22 einzuleiten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
am Meer (See),&lt;br /&gt;
{{S|22}} als (da, und) einer der Synagogenvorsteher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Synagogenvorsteher&#039;&#039; - Zur Zeit Jesu wurden Synagogen von Laien geleitet; diese waren verantwortlich v.a. für die Leitung des Gottesdienstes, aber auch für die finanziellen, administrativen und politischen Aspekte des Synagogenlebens (TRE 32, S. 506).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
namens Jairus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;namens Jairus&#039;&#039; Gr. der Dativ von Name (possessiver Dativ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam, und als er ihn sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ihn sah&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
warf (fiel)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; und &#039;&#039;warf sich&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich ihm vor die Füße&lt;br /&gt;
{{S|23}} und bat (flehte an) ihn inständig (mehrfach)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;inständig (mehrfach)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen. Hier scheint die intensivierende Funktion besser zu passen (vgl. V. 38 und 43, aber auch V. 10).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagend&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;[[ὅτι recitativum]] bleibt unübersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Meine kleine Tochter ist dem Tode nahe (liegt im Sterben, ist todkrank)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist dem Tode nahe&#039;&#039; Das Gr. ἐσχάτως ἔχει kann man nicht ohne weiteres übersetzen, es bedeutet „sie schwebt in Lebensgefahr“ (sinngemäß nach Collins 2007, 279), „sie ist todkrank“ (sinngemäß nach LN 23.151; auch ZÜR, MEN, GNB), „liegt in den letzten Zügen“ (LUT, ELB), „liegt im Sterben“ (NGÜ, EÜ). ist dem Tode nahe nach Guelich 1989, 290.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
komm doch und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;komm doch und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Beiordnung übersetzt. Wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lege ihr deine Hände auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Komm doch und lege ihr deine Hände auf&#039;&#039; Im Griechischen handelt es sich um einen selbständigen Nebensatz, der mit der finalen Konjunktion ἵνα eingeleitet ist. Das ist eine andere Möglichkeit, einen Imperativ auszudrücken oder vielleicht zu umschreiben (Siebenthal 2011, §268c; BDR §387.3a; NSS). Obwohl die Grammatiken das nicht erwähnen, ist es möglich, dass es sich um eine elliptische Formulierung handelt und wir uns den Hauptsatz dazuzudenken haben (so France 2002, 236 mit Verweis auf Mk 10,51). Dann könnte man übersetzen: „[Ich bitte dich/möchte], dass du kommst und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
damit sie gerettet (geheilt) wird und am Leben bleibt (lebt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und er ging mit ihm, und eine große Menge folgte ihm, und sie drängten sich um ihn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drängten sich um ihn&#039;&#039; Das griechische Wort konnotiert großen Druck und kann in anderen Zusammenhängen auch „zusammendrücken“ heißen ([http://lsj.translatum.gr/wiki/%CF%83%CF%85%CE%BD%CE%B8%CE%BB%CE%AF%CE%B2%CF%89 LSJ]). Den Druck der Menge beschreibt Markus also sehr plastisch. Etwas freier: „es herrschte ein großes Gedränge“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und eine Frau, die [seit] zwölf Jahren an Blutungen (Blutfluss) litt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [seit] zwölf Jahren an Blutungen litt&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;Blutungen (Blutfluss)&#039;&#039; W. „Ausfluss [des] Blutes“. &#039;&#039;an Blutungen litt&#039;&#039; W. „war zwölf Jahre mit Blutfluss“. Adela Yarbro Collins zeigt anhand verschiedener zeitgenössischer griechischer Texte, dass es sich dabei um einen (wohl mit der Weiblichkeit zusammenhängenden) Blutausfluss („flow of blood“, Gr. ῥύσις αἵματος) handelt, nicht um eine gewöhnliche Blutung („hemorrhage“, Hämorrhagie, Gr. αἱμορραγία)(Collins 2007, 280). Vermutlich gehörte diese Blutung in den Reinheitsgeboten zu den unreinen Menstruationsblutungen (Lev 15,19–33). Lev 15,25 LXX benutzt in diesem Zusammenhang den gleichen Begriff für die beschriebene Blutung. Die Frau war nicht nur dauerhaft unrein, sondern verunreinigte auch alles, was sie berührte (Guelich 1989, 296f.; France 2002, 236f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Levitikus|15|25}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} und mit (durch) vielen Ärzten viel durchgemacht (erduldet, erlitten) hatte, die ihren gesamten Besitz (Vermögen, Habe) ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen (einen Nutzen davon zu haben); stattdessen (im Gegenteil) war es ihr immer schlechter gegangen (schlimmer geworden),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durchgemacht … die ... ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen … gegangen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. (4x), vorzeitig übersetzt und (teils unter Wiederholung des Relativpronomens) an den im vorigen Satz begonnen Relativsatz gehängt. Das Hauptverb erfolgt erst in V. 27. Theoretisch könnte man die Partizipien auch als kausale [[Ptz. conj.]] verstehen. &#039;&#039;ohne etwas zu erreichen&#039;&#039; Aus stilistischen Gründen als Infinitivsatz wiedergegeben. Der Teilsatz hat adversative Konnotation, man könnte ihn im Indikativ folgendermaßen wiedergeben: „aber es hatte nichts genützt“ (GNB, NGÜ, EÜ, ZÜR), „es hatte ihr nichts geholfen“ (LUT). &#039;&#039;war es ihr immer schlechter gegangen&#039;&#039; W. etwa „war sie zum Schlechteren gekommen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|27}} als sie (die) von Jesus hörte, näherte sich (kam)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie (die) ... hörte, näherte sie sich … und&#039;&#039; Zwei [[Ptz. conj.]] (Präsens und Aorist), temporal aufgelöst. Das erste könnte man auch [[Attr. Ptz.|attributiv]] verstehen und in den vorangehenden Relativsatz einreihen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[diese Frau] in der Menge von hinten und berührte (fasste an) seine Kleidung (Gewand).&lt;br /&gt;
{{S|28}} Sie sagte sich (dachte) nämlich:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wenn ich auch nur seine Kleider (Kleidung) berühre (anfasse), werde ich geheilt (gerettet) werden!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte sich&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier die Begründung an, die die Frau sich zurechtgelegt hatte und bis zu ihrer Heilung hegte (für ähnliche Aussagen vgl. 3,21; 6,18; 14,2). Sie ist als (normaler) prospektiver Konditionalsatz formuliert: Die Frau rechnet sich aus, dass die Folge (die Heilung) – vermutlich – eintreten wird, wenn die Bedingung (die Berührung) erfüllt ist (Siebenthal 2011, §282).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und die Quelle ihre Blutes versiegte (vertrocknete) auf der Stelle (sofort),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Quelle ihre Blutes versiegte&#039;&#039; Idiomatische (blumige?) Ausdrucksweise, die einfach bedeutet: „ihr Blutverluss/ihre Blutung hörte auf“ (LN 23.182; NSS). Die Formulierung entspricht wörtlich der in Lev 12,7 LXX, wo es um die Reinigung einer Frau nach der Geburt geht. Dort erklärt der Priester die Frau für geheilt, nachdem sie ein Lamm als Sühneopfer dargebracht hat. Mit diesem Echo (schon das zweite in dieser Szene nach der gr. Formulierung für „Blutung“ in V. 25) bringt Markus nicht nur die Dimension der rituellen Unreinheit vor dem Gesetz ins Spiel, sondern verbindet Jesus auch indirekt mit dem Priester, der ihre Reinheit vor Gott wieder herstellt (vgl. Guelich 1989, 297). Allerdings geht es in der Geschichte nicht um Reinheit und Unreinheit, sondern in erster Linie um die Heilung von einem chronischen Leiden. Die Frage der Reinheit wird von allen Beteiligten mit völliger Missachtung gestraft – selbst von den zahlreichen Menschen, von denen man erwarten dürfte, dass die Frau sie in der Menge berührt und damit unrein gemacht hat, ist nichts dazu zu hören (Collins 2007, 283f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie bemerkte (wusste, spürte) [an (in) ihrem] Körper&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[an (in) ihrem] Körper&#039;&#039; Wohl instrumentaler oder lokaler [[Dativ]]; hier soll es aber wohl nur markieren, dass es sich bei ihrem „merken“ um eine körperliche Empfindung handelt (Grosvenor/Zerwick), daher besser „spürte sie &amp;lt;s&amp;gt;an ihrem Körper&amp;lt;/s&amp;gt;“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, dass sie von [ihrem] Leiden (Qual)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leiden (Qual)&#039;&#039; W. „Geißel“, übertragen „Plage“. Per Bedeutungserweiterung auch „Leiden“ oder „Gebrechen“ (vgl. LN 23.182).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geheilt war.{{par|Levitikus|12|7}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und Jesus, der (als/weil er) innerlich (bei sich) sofort merkte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als/weil er) merkte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal oder kausal), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass Kraft [von ihm] ausgegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;merkte, dass Kraft von ihm ausgegangen war&#039;&#039; [[AcP]] Oder anders aufgelöst: „[die] Kraft bemerkte, die...“ Das Ptz. Aor. Könnte man evtl. auch gleichzeitig verstehen „sofort bemerkte, dass Kraft von ihm ausging“ (vgl. EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
drehte sich in der Menschenmenge um und fragte (sagte, wiederholte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte (sagte, wiederholte)&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]]. Markus benutzt diese spezielle Form recht häufig (bes. in Kap. 4), sodass der durative Aspekt möglicherweise nur schwach vorhanden ist. Hier könnte die Form ausdrücken, dass Jesu Nachfrage ergebnislos blieb (Siebenthal 2011, §195g; §198l). Das Imperfekt könnte an dieser Stelle jedoch ebenso ausdrücken, dass Jesus mehrmals (iterativ) nachfragte.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wer hat meine Kleider (Kleidung) berührt (angefasst)?“ &lt;br /&gt;
{{S|31}} Aber (Und, Da) seine Jünger meinten (sagten) {ihm}: „Du siehst die Menschenmenge, die sich um dich drängt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die sich um dich drängt&#039;&#039; [[Atr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Zum Wort s. die Fußnote in V. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagst: ‚Wer hat mich berührt (angefasst)?‘“&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er schaute sich um, [um] die [Person] zu sehen, die es gewesen war (getan hatte).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [Person], die es gewesen war (getan hatte)&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. im Femininum. Dass das Partizip schon im richtigen Geschlecht steht, weist eher auf die Perspektive des allwissenden Erzählers hin als darauf, dass Jesus gezielt nach einer Frau Ausschau hält (Collins 2007, 283 Fn 158). Die meisten Übersetzungen (bis auf NGÜ) formulieren hier jedoch explizit weiblich. &#039;&#039;[Person]&#039;&#039; ist ein eleganter Mittelweg, weil das Wort (im Singular) im Sprachgebrauch häufiger „Frau“ als „Mann“ umschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|33}} Die Frau fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (3x). Die ersten beiden sind modal und hier als selbständiger Hauptsatz aufgelöst (das modifizierte Verb bildet den zweiten Satz des Verses), das dritte ist kausal und als entsprechender Nebensatz aufgelöst. Schön ZÜR: „kam, verängstigt und zitternd, weil sie wusste“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
was mit ihr passiert war. Sie kam und warf sich (fiel) vor ihm nieder und erzählte (sagte) ihm die ganze Wahrheit.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Doch er sagte zu ihr: „Tochter, dein Glaube (Vertrauen) hat dich gesund gemacht (gerettet). Geh in Frieden, und sei (bleibe) von deinem Leiden (Plage)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesund (geheilt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|35}} Während er noch redete,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Während er noch redete&#039;&#039; Temporaler [[Gen. abs.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[Angehörige (Leute aus dem Haus)] des Synagogenvorstehers und richteten aus (sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und richteten aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-modal, beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Deine Tochter ist gestorben. Was (Warum) bemühst du noch den Lehrer?“&lt;br /&gt;
{{S|36}} Aber Jesus, der mitbekommen hatte (hörte zu; überhörte, missachtete), wie die Botschaft (Meldung, Wort) ausgerichtet (gesagt) wurde,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der mitbekommen hatte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aor.), modal, kausal oder temporal, hier als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie die Botschaft ausgerichtet wurde&#039;&#039; [[AcP]], mit „wie“ aufgelöst. Übersetzt man das Wort παρακούω nicht als &#039;&#039;mitbekommen&#039;&#039;, sondern als „überhören, missachten“ (so MEN, ELB mit Guelich 1989, 291. Das Ptz. Aor. wäre dann gleichzeitig zu übersetzen), dann kann man übersetzen: „Unter Missachtung dieser Meldung sagte Jesus“ (Präpositionalphrase) oder parataktisch: „Jesus aber überhörte das Wort, das geredet wurde“ (ELB). Sehr schön MEN: „Jesus aber ließ die Nachricht, die da gemeldet wurde, unbeachtet“ oder die Alternativübersetzung der NGÜ: „Jesus schenkte diesen Worten keine Beachtung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu dem Synagogenvorsteher: „Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&#039;&#039; Beide Imperative stehen im Präsens, der durativischen Befehlsform, die das Fortsetzen (bzw. negativ Aufhören mit) einer schon begonnenen Handlung konnotiert. Die implizierte Botschaft ist also „Fürchte dich nicht (länger)! Vertraue/glaube einfach (weiter)!“ (Siebenthal 2011, §212e; Collins 2007, 285).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und er ließ (erlaubte) niemanden mitkommen (ihn begleiten) außer Petrus, {und} Jakobus und Jakobus&#039; Bruder Johannes. &lt;br /&gt;
{{S|38}} Als (Und) sie zum (in das) Hau des Synagogenvorstehers kamen, {und} sah&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; und &#039;&#039;sah&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er ein lärmendes Durcheinander (Aufregung, Tumult)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein lärmendes Durcheinander&#039;&#039; Die treffendste Übersetzung der Hauptbedeutung ist vielleicht „Aufruhr“ oder „Tumult“: Es herrscht Lärm, Durcheinander (LUT, MEN, ELB: „Getümmel“), und häufig bezieht es sich im NT auf kurzfristige Tumulte gegen die römische Herrschaft (Mk 14,2 par Mt 26,5; Mt 27,24; Apg 20,1; 21,34). Hier ist eher ein großes, lärmendes Durcheinander gemeint. EÜ: „Lärm“, NGÜ: „helle Aufregung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [Menschen], die heftig heulten (weinten) und wehklagten (heulten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er … [Menschen], die heftig heulten und wehklagten&#039;&#039; [[AcP]] (zwei Ptz.), unter Ergänzung eines Objekts mit Relativsatz wiedergegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|39}} und nach dem (beim) Eintreten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach dem (beim) Eintreten&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen: „Warum seid ihr so erregt (lärmt) und heult (weint)? Das Kind (Kindlein) ist nicht tot, sie schläft nur!“&lt;br /&gt;
{{S|40}} Da (Und) lachten sie ihn aus. Doch [Jesus] schickte (trieb, warf) alle hinaus, dann nahm er den Vater und die Mutter des Kindes (Kindleins) und [alle], die bei ihm [waren], mit und ging&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahm mit&#039;&#039; und &#039;&#039;ging&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; in [das Zimmer], wo sich das Kind (Kindlein) befand. &lt;br /&gt;
{{S|41}} {Und} Er nahm die Hand des Kindes (Kindleins)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er nahm die Hand&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal-modal, beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihr: „Talita kum!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Talita kum!“&#039;&#039; Aramäisch für „Mädchen, steh auf!“ &#039;&#039;Kum&#039;&#039; ({{hebr}}קום{{hebr ende}}) ist der maskuline Imperativ. Textkritik: Viele Handschriften enthalten die korrektere feminine Form „kumi“ ({{hebr}}קומי{{hebr ende}}). Die maskuline Form wurde gelegentlich auch bei Frauen benutzt, zudem wurden beide Formen zu Jesu Zeit wohl gleich ausgesprochen. Das macht die männliche Form zwar schwieriger, aber nicht falsch, während die weibliche Form eine absichtliche Korrektur ist (Metzger 1994, 74f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, das heißt übersetzt: „Mädchen, ich sage dir, steh (wach) auf!“&lt;br /&gt;
{{S|42}} {Und} Das Mädchen erhob sich auf der Stelle (sofort) und begann umherzugehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann umherzugehen&#039;&#039; Als [[inchoatives Imperfekt]] übersetzt (vgl. Guelich 1989, 303).&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
sie war nämlich zwölf Jahre [alt]. {Und} Da (sofort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Da (sofort)&#039;&#039; Textkritik: Die Bezeugung dieses Worts ist nicht eindeutig, was dazu geführt hat, dass es im NA28 mit eckigen Klammern versehen ist. Die externe sowie die interne Bezeugung sprechen jedoch eher für seine Ursprünglichkeit (Willker 2013, 205; Guelich 1989, 291).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit (Entgeisterung, Verblüffung, Entsetzen) [ganz] fassungslos (außer sich, entgeistert, erstaunt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit [ganz] fassungslos&#039;&#039; Es handelt sich wohl um eine Formulierung, die bewusst hebraisierend an das Griechisch der Sepuaginta angelehnt ist. Das mit dem Verbalsubstantiv derselben Wurzel im Dativ verbundene Verb ist eine Nachahmung der hebr. Konstruktion mit Verb+[[Inf. abs.]] („Septuagintismus“, Guelich 1989, 291; BDR §198.6). Dasselbe Verb beschreibt in Mk 2,12 und 6,51 die fassungslose Reaktion der Zeugen auf ein Wunder. Die von anderen gewählte Übersetzung „(Er)Staunen“ (ELB, MEN) ist vielleicht etwas blass, das seit Luther verbreitete „Entsetzen“ (LUT, EÜ, GNB, ZÜR) zwar vorstellbar, aber etwas unpassend. Der [[Dativus modi]] führt zur Einfügung von [vor], das fehlende Subjekt zur sinngemäßen Ergänzung von [alle]. Wörtlich könnte man vielleicht übersetzen: „[vor] großem Außersichsein [ganz] außer sich sein“, etwas freier übersetzt dann so wie hier. LUT: „Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen.“, EÜ: „Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen.“. Schön NGÜ: „zum grenzenlosen Erstaunen aller“, NeÜ: „Mit fassungslosem Erstaunen sahen alle, wie“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er machte ihnen unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen, die meisten Übersetzungen intensivieren. Vgl. V. 23 und 38, aber auch V. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
klar (ordnete an, schärfte ein), dass niemand davon erfahren [dürfe], zudem (und) sagte er, [man solle]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[man solle]&#039;&#039; Der griechische Infinitivsatz ist (dem Deutschen ganz ähnlich) final. In der gegenwärtigen Formulierung ist im Deutschen eine finale Satzeinleitung notwendig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr [etwas] zu Essen geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_5&amp;diff=17695</id>
		<title>Diskussion:Markus 5</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_5&amp;diff=17695"/>
		<updated>2014-09-08T10:26:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = Ja (HaCeMei). Perikopen: 1-20 (Heilung des Besessenen am Ostufer), 21-43 (Auferweckung von Jairus&#039; Tochter und Heilung der Frau mit der Blutung). Letztere lässt sich wie folgt unterteilen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
22-23 (Jairus&#039; Bitte um Hilfe), 24-34 (Die Heilung der Frau), 35-43 (Auferweckung des inzwischen verstorbenen Mädchens).&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-43: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-43: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-43: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = Zum Stil s. die Anmerkungen zu Kap. 3. Das Griechisch ist gleichzeitig einfach und teils komplizierter formuliert, als man es für nötig halten würde. Teils rumpelige oder semitisch angehauchte Formulierungen bemerkt man immer wieder mal. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der ersten Erzählung (1-20) kommt besonders die Überlegenheit Jesu gegenüber den Dämonen zum Ausdruck. Mit den Grabstätten, den Schweinen und der Verortung am von Heiden bewohnten Ostufer herrscht zudem ein Auffälliger Unterton der Unreinheit. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die zweite Geschichte ist wie in Kap. 3 verschachtelt. Die geheilte Frau in der Menge zögert die Auflösung der Spannung hinaus, ob Jesus das Mädchen heilen kann oder nicht. Wie in Kap. 3 sind die Geschichten in gewisser Hinsicht absichtsvoll miteinander verknüpft, indem sie einen gemeinsamen Kontext und begrenzt auch eine gemeinsame Aussageabsicht haben. Grob formuliert: Sie erzählen von verschiedenen Arten von effektivem Glauben an Jesus. In beiden Fällen ist Jesus souveräner Herr der Lage. Ansonsten ist die einzige Gemeinsamkeit aber, dass die beiden Opfer weiblich sind (bei der Zahl zwölf wird es sich um einen Zufall handeln). Jesu verlachte Aussage, das Mädchen schlafe nur, demonstriert seine Macht und provoziert zu einer Reaktion - Glauben oder Unglauben. Sie besagt: Wenn ich sage, dass sie nur schläft (und also geweckt werden kann) und sie hinterher als Beweis wecke, zeigt das, dass ich die Macht hatte, sie zu wecken. Es ist quasi eine Auferweckung mit Ansage. Besonders da Jesus noch unterwegs öffentlich eine chronische Krankheit geheilt hatte und Jairus dann zum Vertrauen aufgefordert hatte (36), hätte er vielleicht etwas Vertrauen erwarten dürfen. (Ben)&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-43: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-43: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-43&amp;lt;/u&amp;gt;: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Wo zitiert&amp;lt;/u&amp;gt;: Bruce Manning Metzger, A Textual Commentary on the Greek New Testament. A Companion Volume to the United Bible Societies’ Greek New Testament (4th rev. ed.), London &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;1994;&lt;br /&gt;
C.S. Mann, Mark. A New Translation with Introduction and Commentary (AB), Garden City 1986 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-43: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-43: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier dürfen Vorschläge, Rückfragen und andere Diskussionsbeiträge folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=LF=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier übrigens wieder: Die LF ist bewusst recht frei, um auszuloten, was von den neuen Kriterien gefordert ist und was nicht; über (auch kritische) Rückmeldung würde ich mich sehr freuen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 9.16 Legion==&lt;br /&gt;
Weiß man eigentlich im Allgemeinen, was eine &amp;quot;Legion&amp;quot; ist? Wenn nicht, vielleicht besser &amp;quot;Armee&amp;quot;? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:45, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 31 Wirklich==&lt;br /&gt;
sollte die &amp;quot;Respektlosigkeit&amp;quot; wiedergeben, die einige Kommentatoren in der Rückfrage sehen. Ich bin aber nicht ganz sicher, ob das nicht ein bisschen viel ist und die Übersetzung also noch respektloser macht als den griechischen Text. Meinungen? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 10:12, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 42 denn sie war 12 Jahre alt==&lt;br /&gt;
ist ein großes Problem für mich. Die mutmaßliche Funktion dieses Nebensatzes habe ich in der LF-Fn referiert. Wenn Dschulnigg und Pesch (u.a.) recht haben, ist eine Wiedergabe mit &amp;quot;Sie war zwölf Jahre alt&amp;quot; (wie die meisten komm. Üss. das tun) keine Alternative, weil die Funktion dieses Nachsatzes damit verfälscht wurde - das ist eben keine Information &amp;quot;eigenen Rechts&amp;quot;, sd. soll erklären, warum das Mädchen laufen kann -, aber das ist hier so fehl am Platz, dass das die LF merkwürdig wirken lassen würde. Was sagt ihr - trotzdem in den Fließtext aufnehmen? Oder, wie sonst damit umgehen? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 13:35, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=SF=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Ich habe ganz vergessen, hier die übliche Notiz zu setzen. Wie bei den vorigen Kapiteln gebe ich eine Woche Zeit für Rückfragen, bevor ich den Status der Studienfassung hochsetze. Nach einem erneuten Review in zwei Monaten würde ich den Status dann auf &amp;quot;fertig&amp;quot; setzen, sofern keine neuen Fragen aufkommen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:03, 12. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird jetzt hochgesetzt! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:18, 20. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schwimmende Schweine==&lt;br /&gt;
Können eigentlich wirklich alle Schweine schwimmen? Ich glaube, mich erinnern zu können, dass man vor einiger Zeit auf einer Insel auf eine Zwergschweinrasse gestoßen ist, bei der man ein ziemliches Bohei drum gemacht hat, dass die schwimmen können. Deswegen hat es früher ja auch immer Furten gebraucht, an denen Schweine Flüsse überqueren konnten (-&amp;gt; &amp;quot;Schwein-Furt&amp;quot;). Hast du das mal gecheckt? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:20, 7. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hatte das schon früher gehört, dass Schweine eigentlich schwimmen können (wie die meisten Säugetiere, oder?) und dass das in dieser Geschichte etwas unlogisch ist, und habe es dann in dem in der Fußnote zitierten Kommentar bestätigt gefunden. Von daher würde ich davon ausgehen, dass das stimmt. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:56, 8. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin kein Biologe :) - Aber ich weiß, dass z.B. Kühe nicht schwimmen können, weil sie keinen Schließmuskel haben (es sei denn, das wäre ein urban myth). Ich werde mal sehen, ob ich was finde. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 13:23, 8. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ok. Das in Palästina verbreitetste Schwein war offenbar das Wildschwein (&#039;&#039;sus scropha&#039;&#039;; genauer [http://www.zootierliste.de/?klasse=1&amp;amp;ordnung=116&amp;amp;familie=11601&amp;amp;art=50902152 sus scropha libycus]), und das ist ein guter Schwimmer. Erledigt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorsichtsheitshalber gleich noch vermerkt sei, dass einige Amateur-Exegeten offenbar davon ausgehen, dass diese Stelle unlogisch sei, weil (a) Schweinezucht in Israel verboten war und (b) Schweine keine Herdentiere seien. (b) ist nicht wahr, (a) ist anachronistische Exegese, weil dieses Gesetz erst in nachbiblischer Zeit entstand. Trotzdem fand man natürlich auch damals keine 2000 Schweine auf einen Fleck; entweder ist das also eine starke Übertreibung oder man muss das als eine römische Zuchtherde (?) interpretieren. Mal sehen, ob ich dazu noch was finde. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 14:11, 8. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schweine waren zwar in Israel als unrein verpöhnt (so hat man in der eisenzeitlichen Burg Khirbet Qeiyafa unter 2000 Tierknochen keinerlei Schweineknochen gefunden ([http://www.haaretz.com/weekend/magazine/the-keys-to-the-kingdom-1.360222]), allerdings sind wir hier am Ostufer des Sees im von vielen Heiden (und auch einigen Juden) bewohnten Gebiet der Dekapolis (cf. V. 20), wo Schweine vorstellbar sind. (Man vergleiche auch den in der Fußnote zu V. 1 erwähnten Bericht des Origenes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich sind Schweine keine natürlichen Herdentiere, wie ein Kommentar zugestand. Aber das heißt ja nicht, dass man sie nicht in Herden halten kann. Tatsächlich gibt es die Interpretation, dass diese Herde die römischen Truppen ernähren sollte - der Vorschlag stammt allerdings von Exegeten, die die ganze Geschichte subversiv lesen wollen, und ist einige Jahrzehnte alt. Die Geschichte selbst gibt dazu eben nicht viel her. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:38, 8. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Grundsätzliche Übersetzungsentscheidungen==&lt;br /&gt;
Eine Entscheidung, die wir (hier exemplarisch festgehalten) für das ganze Evangelium treffen müssen, ist ob wir θάλασσα &amp;quot;Meer&amp;quot; als Meer oder als See übersetzen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:15, 5. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hängt davon ab, wie bekannt im Deutschen der Ausdruck &amp;quot;galiläisches Meer&amp;quot; ist. Nicht so bekannt, oder? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 17:37, 6. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage ist für mich ganz Elementar mit diesem Punkt der Übersetzungskriterien verbunden:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;Sprachbilder und Redewendungen bleiben erhalten&#039;&#039;&#039; und werden genau übersetzt, die Bedeutung bei Unklarheiten in einer Fußnoten erklärt. Nur wenn Grammatik oder Wortwahl dies unmöglich machen, kann eine andere Lösung gefunden werden. &lt;br /&gt;
Ohne diese Bedingung würde ich einfach &amp;quot;See&amp;quot; schreiben (was ich auch in der Vergangenheit getan habe). Jetzt meine ich aber: Meer ist die idiomatische Formulierung, und wenn es sich dabei nicht um eine hyperbolische (oder anderweitige) Bedeutungserweiterung, sondern um eine ernsthafte Bezeichnung handelt (weil die Juden den See wirklich als Meer einstuften), dann ist diese Übersetzung erstmal vorzuziehen. (Sie ist ja auch verständlich, wenn auch nicht gewohnt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Grundsatz, der mir beim Übersetzen sehr hilft, ist: &#039;&#039;Übersetze normal, was normal formuliert ist. Versuche in der Übersetzung zu erhalten, was merkwürdig formuliert ist.&#039;&#039; Dieser Grundsatz ist so etwas wie meine praktische Anwendung des besagten Übersetzungskriteriums. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:46, 6. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hm? Ach, so siehst du das. Ich bin davon ausgegangen, dass das einfach eine wörtliche Übersetzung des {{hebr}}ים{{hebr ende}} in {{hebr}}ים כנרת{{hebr ende}} (s. Num 34,11; Jos 13,27; ähnlich Jos 11,2, wie er ja auch heute wieder heißt) wäre, da ja {{hebr}}ים{{hebr ende}} sowohl „See“ als auch „Meer“ heißen kann, aber ins Griechische trotzdem oft mit „Meer“ übersetzt wird; auch, wenn es sich auf einen See bezieht. Wie kommst du drauf, dass das ein Idiom wäre? Schreibt das jemand?--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 20:11, 7. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja auch so, aber es gibt wenigstens im Griechischen auch ein Wort für See, das z.B. Lukas benutzt. Es ist also schon so, dass man es auch &amp;quot;normal&amp;quot; sagen könnte. Und ja, etwas derartiges habe ich gelesen. Allerdings bin ich müde und habe gerade nix da, um das nochmal nachzulesen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 04:56, 8. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt; Lukas ist der einzige. &amp;quot;Meer&amp;quot; für &amp;quot;See&amp;quot; findest du bei Mk, Mt und Joh; durchgängig mit &amp;quot;See&amp;quot; übersetzt nur Lk. Ich schau einfach mal, was ich finde, wenn ich mit dem Kommentarlesen anfange. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 13:15, 8. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerne! :-) Die These, dass Mk evtl. der einzige ist, hatte ich eigentlich schon an Johannes geprüft und verworfen. Den Halbsatz hab ich zu löschen vergessen. Aber es ist schon bemerkenswert, dass es sich bei dem Wort um lokale Mundart handelt und nicht um internationaleres Griechisch, wie es anderswo gesprochen worden wäre. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:38, 8. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weitere Fragen zur Studienfassung==&lt;br /&gt;
===Notiz zum Imperfekt===&lt;br /&gt;
Notiz: BDR §329 zum Imperfekt elegen als Einleitung und Fortsetzung von gehaltenen Reden. Siebenthal §195g; §198l (letzter Abs.): Imperfekt und erfolglose Forderungen oder Nachfragen (ähnlich BDR §328). Imperfekte noch einmal durchgehen und evtl. anpassen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:46, 6. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===inständig oder mehrfach?===&lt;br /&gt;
polla heißt in V. 38 eindeutig intensivierend &amp;quot;inständig&amp;quot;, in V. 23 und 43 (und 3,12) passt diese Bedeutung ebenfalls besser. In V. 10 habe ich noch - entgegen den meisten Übersetzungen - iterativ als &amp;quot;immer wieder&amp;quot; übersetzt. In diesem Kontext ist das eindeutig möglich (s. Guelich, der in Kap. 5 mehrmals iterativ übersetzt). Zur Überlegung steht trotzdem, die Bitte des Besessenen in V. 10 als &amp;quot;inständig&amp;quot; und nicht als &amp;quot;immer wieder&amp;quot; darzustellen. Entstammen die vier Erwähnungen des Worts aus derselben Quelle, könnte es (ob der Beispiele) gut sein, dass der Autor das Adverb immer in diesem Sinn benutzt hat. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 21:38, 7. Feb. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== V.1: ans andere Ufer ==&lt;br /&gt;
Ist das eigentlich wirklich problematisch? &#039;&#039;eis&#039;&#039; wird ja in Mk häufig verwendet wie &#039;&#039;en&#039;&#039; (vgl. z.B. Turner 1924b; Zerwick §99ff u.a.). Könnte es also nicht einfach heißen: &amp;quot;Am anderen Ufer kamen sie ins Land der Gerasener&amp;quot; (so z.B. Zink)? Oder man geht nicht von dieser us. Verwendung von &#039;&#039;eis&#039;&#039; aus, sondern hält das für das Phänomen der &amp;quot;parallel orientation&amp;quot; (vgl. [[Markus_13#note_bl Mk 13 FN bl]]), und also hieße es &amp;quot;Sie kamen ins Land der Gerasener am anderen Ufer&amp;quot; (so auch Kleist 1937, aber dann hätte ich eher erwartet, dass zuerst &amp;quot;Land der Gerasener&amp;quot; und dann &amp;quot;anderes Ufer&amp;quot; kommt) ?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Woher hast du denn außerdem, dass Gergesa heute &amp;quot;El Kurdi&amp;quot; hieße? Soweit ich weiß, ist Gergesa die alte Bezeichnung für die Ruinen von Kersa/Koursi (s. z.B. [http://www.etc.usf.edu/maps/pages/5000/5051/5051z.htm hier], zentral im Osten des Sees. Dazu auch ausführlich [http://www.jstor.org/stable/3259025 Clapp 1907]. Eine [https://www.google.de/search?q=Koursi+Gennesaret&amp;amp;espv=210&amp;amp;es_sm=93&amp;amp;nirf=Kursi+Gennesaret&amp;amp;source=lnms&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=uARBU7OHOuqp7QaZw4HgCw&amp;amp;ved=0CAcQ_AUoAA&amp;amp;biw=1024&amp;amp;bih=707&amp;amp;dpr=1#q=%22El+Kurdi%22+%2B+Gennesaret google-Suche] nach &amp;quot;El Kurdi&amp;quot; + Gennesaret ergibt mir nur drei Treffer, und das sind alles OfBi-Links. Cranfield und Lane denken übrigens nicht an ein Versehen, sondern einfach daran, dass mit τῶν Γερασηνῶν Mk tatsächlich auf den alten Namen von Kersa verweisen wollte (z.B. Lane 2006, S. 181: &amp;lt;code&amp;gt;It is clear that Mark wrote Γερασηνῶν [...], apparently with reference to a town by the lake whose name may be preserved in the modern Kersa or Koursi on the eastern shore.&amp;lt;/code&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht sollte man die FN eher so gestalten (dann ist sie auch kürzer und übersichtlicher):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;&#039;&#039;Gebiet (Land) der Gerasener&#039;&#039; - Von vielen wird diese Ortsangabe mit dem Ort &#039;&#039;Gerasa&#039;&#039; in Verbindung gebracht. Das ist problematisch, weil Gerasa etwa zwei Tagesreisen vom See Gennesaret entfernt liegt, die Handlung am Anfang von Mk 5 sich aber direkt am Seeufer abspielt. Vorgeschlagen wurde daher,&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;code&amp;gt;dass sich Mk mit χώραν τῶν Γερασηνῶν überhaupt nicht auf Gerasa bezog, sondern auf den Ort &#039;&#039;Gergesa&#039;&#039; direkt am östlichen Seeufer, den man heute als &#039;&#039;Kersa&#039;&#039; oder &#039;&#039;Kursi&#039;&#039; kennt. So schon Origines, viele Mss. änderten in der Folge die Ortsangabe auch zu &#039;&#039;Gebiet der Gergesener&#039;&#039;. Ähnlich heute noch z.B. Cranfield 1959; Lane 1976. Eine Variante dieser Lösung ist, in &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; und &#039;&#039;Gergesener&#039;&#039; doch zwei unterschiedliche Referenten zu sehen und dann &#039;&#039;Gergasener&#039;&#039; für ursprünglich zu erklären (France 2002, S. 227; Gnilka 1978, S. 199.201f;[http://www.stichometrie.de/pdf/Mk-Exegesen-1978.pdf Lang 1978, S. 146] u.ö.). Zu übersetzen wäre dann: &#039;&#039;Gebiet der Gergesener&#039;&#039; (so z.B. Gnilka 1978; KNO)&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;code&amp;gt;Nach einer weiteren Lesart lautet der Text &#039;&#039;Gebiet der Gadarener&#039;&#039;; so dann z.B. auch ELB, FREE, HfA, KAM, Reinhard, SLT, TAF. Es ist dies aber wohl als Angleichung an [[Matthäus 8#s28 |Mt 8,28]] zu betrachten, der dort gerade wegen besagter Schwierigkeit bewusst von &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; nach &#039;&#039;Gadarener&#039;&#039; geändert hat. Zu beiden Varianten vgl. auch Metzger 1994, S. 72.&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;code&amp;gt;Alternativ könnte aber auch wirklich Gerasa gemeint sein:&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
## &amp;lt;code&amp;gt;Möglichkeit 1: Man deutet das εἰς τὸ πέραν &#039;&#039;an das andere Ufer&#039;&#039; nicht direktional, sondern lokativisch  (wie εἰς häufig in Mk verwendet wird (vgl. Taylor 1924b; Zerwick §99ff u.ö.): &#039;&#039;Sie gingen am anderen Ufer in das Gebiet der Gerasener&#039;&#039;&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
## &amp;lt;code&amp;gt;Möglichkeit 2: Kleist 1937 hat vorgeschlagen, dass es sich hier um die „Konstruktion der parallelen Orientierung“ handle (vgl. dazu [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_13#note_bl Mk 13 FN bl]): &#039;&#039;Sie gingen ins Gebiet der Gerasener am anderen Ufer&#039;&#039;&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
## &amp;lt;code&amp;gt;Möglichkeit 3: Markus hat sich mit der Geographie Israels gar nicht ausgekannt und daher einfach irrtümlich Gerasa ans Ostufer des Sees verlegt (van Iersel 1998, S. 196f. u.ö.)&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
## &amp;lt;code&amp;gt;Möglichkeit 4: Markus hat - sozusagen „wider besseren Wissens“ - bewusst eine in Gerasa spielende Handlung ans Seeufer verlegt und vergessen, auch die Ortsangabe „Gerasa“ zu ändern (Guelich 1989, S. 277).&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
## &amp;lt;code&amp;gt;Möglichkeit 5: Markus meint mit „Gerasa“ gar nicht Gerasa, sondern „Dekapolis“ (France 2002, S. 227).&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;Für eine Karte siehe [http://www.bible-history.com/geography/ancient-israel/gennesaret.html hier]; Gergesa liegt direkt am Ostufer; Gadara ost-süd-östlich des Sees und Gerasa weit entfernt im Süd-Osten.&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;Am wahrscheinlichsten ist Variante...&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;Welches aber auch immer die richtige Variante sein mag; fest steht: Jesus befindet sich nun in heidnischem Gebiet.&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 08:19, 6. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;quot;El Kurdi&amp;quot;: Grundsätzlich habe ich meine Informationen immer aus der als nächstes zitierten Quelle, wie es sich gehört. :-) In diesem Fall muss es aber ein Fehler sein. Sehr aufmerksam! &amp;quot;El Kursi&amp;quot; steht bei France, Guelich hat &amp;quot;Kursa (Kursi) or Kersa&amp;quot;. Wenn du den Artikel &amp;quot;el&amp;quot; selten findest, kann der gerne auch weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu deinen Vorschlägen: Der erste ist aufgrund der griechischen Wortstellung sehr unwahrscheinlich und eigentlich nur als Harmonisierung zu erklären. Bei &amp;quot;Sie kamen ins Land der Gerasener am anderen Ufer&amp;quot; verstehe ich den Mehrwert nicht - soll das signalisieren, dass das Land der Gerasener einfach allgemein am anderen Ufer zu verorten wäre? Passt aber auch schlecht, weil die Handlung ja gleichzeitig &#039;&#039;in&#039;&#039; diesem Land &#039;&#039;und&#039;&#039; direkt am Ufer stattfindet. (Guelich meint zum Beispiel, die Ortsangabe wäre echt, aber Markus hätte in seiner redaktionellen Verknüpfung von zwei Geschichten das Ufer aus der anderen als Schauplatz beibehalten müssen. So kann man natürlich alles erklären.) Kleists Vorschlag stellst du in Mk 13 selbst als eher hypothetisch dar. Ich würde mich auf einigermaßen zu belegende Erklärungsversuche konzentrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lanes Vorschlag habe ich auch in einem evangelikalen Bibellexikon gefunden. Er klang mir aber doch arg apologetisch. Dennoch könnte man ihn natürlich mit aufnehmen - beispielsweise als Verweis des letzten Satzes der FN. Ich habe mich auf die wichtigsten/plausibelsten Vorschläge der modernen Exegese beschränkt. (Lanes Kommentar ist aber nicht von 2006 :-) .) Origenes&#039; Vorschlag ist sehr ähnlich und dazu älter, und historisch solide bezeugt. Sagen wir es mal so: Ich bin sicher, der Mann hätte bei seinem Besuch sicherlich herausfinden können, ob der Ort Gergesa nicht vor Zeiten einmal einen ähnlichen Namen &amp;quot;Gerasa&amp;quot; gehabt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu deinem Fußnotenvorschlag: Also kürzer ist das schonmal gar nicht. ;-) Ich finde deine Gliederung zwar etwas übersichtlicher, aber deine Formulierungen umständlicher. So führst du meist die Vertreter nicht in einer Klammer, sondern im Fließtext an. Dazu kommt, dass du nicht nur m.E. unwahrscheinliche Deutungen (s.o.) ergänzt, sondern auch noch einige plausible ernsthafte auslässt (die zitierten Guelich, France). (Guelich ist nämlich sicherlich repräsentativ für traditionskritische Strömungen, während France&#039;s Lösung plausibel ist und auch an anderer Stelle erwähnt wird. Zudem gibt es in Mk 6 einen vergleichbaren Fall.) Und schließlich fällt die Textkritik bei dir ganz aus. Meine Fußnote ist bewusst so aufgebaut, dass der erste Teil die Informationen knapp zusammenfasst, während der zweite die Textkritik berücksichtigt und auf einige verbreitete Ansätze eingeht. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:29, 6. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist kürzer. Ist vielleicht höher, aber das liegt erstens am code-Tag und zweitens an der Auflistung. Weniger Text ist das schon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu den Vorschlägen: Warum sollte der &#039;&#039;&#039;erste Vorschlag&#039;&#039;&#039; von der Wortstellung her unwahrscheinlich sein? Ist er nicht. Und was meinst du mit Harmonisierung? Das &amp;quot;kamen&amp;quot; war natürlich falsch, du musst da &amp;quot;gehen&amp;quot; denken. &amp;quot;Am anderen Ufer gingen (=waren sie unterwegs) ins Gebiet der Gerasener&amp;quot; (Das auch im Kleist&#039;schen Vorschlag). Dadurch wird das Gebiet der Gerasener nicht ans Ufer verlegt und also ist es dann unproblematisch.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kleists Vorschlag&#039;&#039;&#039; stelle ich nicht als hypothetisch dar. Ich wäre weniger geneigt, mich ihm anzuschließen, aber nicht, weil ich ihn grammatisch für unwahrscheinlicher hielte, sondern nur, weil er bei anderen Grammatikern keinen Rückhalt hat. Aber das ist auch schon alles.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lanes Vorschlag&#039;&#039;&#039; war Ende des 19. / Anfang des 20. Jhts fast Konsens; das kann man nicht einfach als &amp;quot;arg apologetisch&amp;quot; abtun. Was du zu Origines schreibst, verstehe ich nicht. (Übrigens findest du [http://www.neutestamentliches-repetitorium.de/inhalt/markus/Markus5.pdf hier] die betreffende Origines-Stelle.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;France&#039;&#039;&#039; ist im ersten Teil nur eine textgeschichtliche Spekulation und steht so schon  unter (1), nur nicht mit France als Quelle. Im zweiten Teil ist France eine geographische Spekulation (&amp;quot;Man kann auch Gerasa sagen, wenn man die Dekapolis meint&amp;quot;). Könnte natürlich trotzdem rein, aber findest du das wirklich wahrscheinlich? &#039;&#039;&#039;Guelich&#039;&#039;&#039; ist eine komplexere Variante von van Iersel, weil noch zusätzlich textgeschichtliche Spekulation mit beigemischt ist. Aber auch das kann natürlich rein; ich hab die beiden nur nicht, deswegen kann ich die schlecht zusammenfassen. Ich versuche, das mal aus deiner FN einzuarbeiten, aber ws. ist das dann schief (&#039;&#039;&#039;edit&#039;&#039;&#039;: Habs geändert. Jetzt ist es wirklich nicht mehr kürzer :) ).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fußnote selbst war ein Beispiel (&amp;quot;eher so&amp;quot;). Ließe sich natürlich ausbauen/umbauen und/oder umformulieren. Allerdings glaube ich nicht, dass die Tatsache, dass weniger Klammern drin sind, die Formulierung umständlicher werden lässt :P (und selbst wenn, ließe sich das ja leicht beheben)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn du mit &amp;quot;Textkritik&amp;quot; meinst, dass Textkritik=Mss-Siglen + Bezeugungs-abwägungen, dann ist das in der Tat draußen, aber das war sogar einer der Anlässe für einen Alternativvorschlag. Denn da steht ja nichts, wofür man nicht auch einfach schreiben könnte &amp;quot;(vgl. z.B. Metzger 1994, S. 72)&amp;quot; Ansonsten ist das aber ja oben in (1) und (2) enthalten. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 08:48, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 5: Er war in den Gräbern==&lt;br /&gt;
Warum hast du denn hier nicht als periphrastisches Imperfekt analysiert? - &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Entweder man trennt &#039;&#039;än&#039;&#039; von &#039;&#039;krazwn&#039;&#039;, dann ergibt das eine Reihung von &#039;&#039;sich aufhalten&#039;&#039;, &#039;&#039;schreien&#039;&#039;, &#039;&#039;sich schneiden&#039;&#039;. Oder man deutet periphrastisch, dann steht nur &#039;&#039;schreien&#039;&#039; + &#039;&#039;sich schneiden&#039;&#039;. Weil schon vorher gesagt wurde, dass er seine Wohnung in den Grabstätten hat (V. 3) und das so redundant wäre, und weil außerdem &#039;&#039;sich aufhalten&#039;&#039; nicht gut in die Reihung passt (&amp;quot;schreien&amp;quot; + &amp;quot;sich schneiden&amp;quot; dienen zur Zeichnung der Besessenheit, &amp;quot;sich aufhalten&amp;quot; nicht), sollte man doch wohl besser periphrastisch deuten, oder? (Nicht-periphrastisch aber auch Grosvenor/Zerwick). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 18:20, 6. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach so. Die Fußnote ist mal wieder unauffindbar gesetzt. Ich versetze die mal. Die obige Frage bleibt trotzdem bestehen. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 18:22, 6. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke für&#039;s Aufteilen der Fußnote. Aber eines ärgert mich etwas: Jetzt hast du schon wieder Fakten geschaffen und eine wohlüberlegte Formulierung abgewandelt. Ich habe das periphrastische Partizip so übersetzt, wie es im Deutschen am besten funktioniert und seine Funktion gerecht wird. Ich sehe nämlich keinen Anhaltspunkt dafür, dass das umschriebene Imperfekt einfach das Gleiche wäre wie ein gewöhnliches. Das umschriebene Imperfekt fällt ja auch dem Leser ins Auge und zieht darum mehr Aufmerksamkeit auf den Aspekt. Diese Deutung findet sich übrigens auch auf der verlinkten Wiki-Seite und entspringt meiner Erfahrung und meinem Vorgehen in allen bisher analysierten Fällen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du es aber im konkreten Fall wissen willst: &amp;quot;schrie in den Bergen&amp;quot; ist weniger passend als &amp;quot;hielt sich in den Bergen auf, wo er schrie. Die Ortsangabe modifiziert das Prädikat, das aber eben aus &amp;quot;sein + Partizip&amp;quot; besteht. Die meisten Übersetzungen gehen ebenso vor wie ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch eine formale Sache: Es würde mich freuen, wenn wir uns absprechen können, ob wir hinter den kursiven, zitierten Text zu Beginn einer Fußnote einen Strich &amp;quot; - &amp;quot; setzen oder nicht. Was natürlich nicht geht, ist dass wir es mal so, mal so machen und uns gegenseitig in die Fußnoten editieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich vermute, du setzt den Strich, um das Zitat besser von der Erklärung abzusetzen. Den Gedanken finde ich nicht schlecht, aber da du damit von meiner Praxis (in den meisten Fußnoten im Evangelium) abweichst, wäre das schon der Absprache wert. Wenn wir so vorgehen, würde ich allerdings einen langen Gedankenstrich &amp;quot;–&amp;quot; setzen und keinen kurzen Bindestrich. Dass das Wiki diese Striche, ebenso wie die korrekten Anführungszeichen, nicht automatisch setzt, ist für mich ein deutlicher Nachteil. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:29, 6. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hab doch gar keine Fakten geschaffen. In der SF stand+steht nach wie vor deine Variante. Ich hab das nicht in die LF übernommen, weil ich das stilistisch nicht so schön finde wie die Alternative.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Fußnote hab ich korrigiert, weil ich davon ausging, dass das ein Fehler sein muss (übrigens hab ich falsch korrigiert, es hätte sein müssen &amp;quot;Variante 2 gewählt&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst mal zur Partizip-Seite:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(1) ist &amp;quot;umschreibende Konjugation&amp;quot; (nicht &amp;quot;umschreibendes Partizip&amp;quot;) Sonderterminologie von Hoffmann/Siebenthal, sonst stets: &amp;quot;periphrastisches X (z.B. periphrastisches Präsens/Imperfekt etc.)&amp;quot;. Deswegen hab ich das nicht mal erkannt, dass du das sogar selbst als periphrastisch deutest (aber ich bin dem Link halt nicht gefolgt, war mein Fehler. Aber zur Seite: Was hat denn &amp;quot;umschreibende Konjugation&amp;quot; einen Vorteil vor dem gebräuchlicheren &amp;quot;periphrastische Tempora&amp;quot;?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Meinst du mit &amp;quot;durative Konnotation&amp;quot; vermutlich &amp;quot;progressiver Aspekt&amp;quot; (so z.B. Björck 1940; [http://www.romling.uni-tuebingen.de/coseriu/publi/coseriu103.pdf Coseriu 1975] (&amp;lt;- Riesen-Linguist)), denn &amp;quot;Konnotationen&amp;quot; sind Assoziationen, die ein Wort wachruft -&amp;gt; Durativität ist keine Konnotation, sondern eine Aktionsart (siehe [https://www.google.de/search?q=%22durative+Konnotation%22&amp;amp;oq=%22durative+Konnotation%22&amp;amp;aqs=chrome..69i57.2762j0j9&amp;amp;sourceid=chrome&amp;amp;espv=210&amp;amp;es_sm=93&amp;amp;ie=UTF-8 hier]: googlesuche nach &amp;quot;durative Konnotation&amp;quot;=8 Treffer, 5 davon OfBi).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Deutsche hat aber keine solche Progressform, deswegen empfehlen selbst Björck 1940 und Coseriu 1975 als Vertreter dieser Deutung die selbe Wiedergabe wie bei gewöhnlichem Präsens/Imperfekt etc. (auch Croy, S. 123: &amp;quot;Das Deutsche kennt solche Umschreibungen nur in der - schlechten - Umgangssprache, z.B. &amp;quot;ich war gerade am Telefonieren ...&amp;quot;, &amp;quot;wir sind am Essen...&amp;quot;, &amp;quot;es ist am Regnen...&amp;quot;.) Die Mehrheitsmeinung ist immer noch, dass das einfach expressiver ist als gewöhnliches Präsens/Imperfekt/etc (so BDR, H/S, Zerwick etc). Das sollte schon auf die Partizip-Seite (es sei denn, du meinst schon mit &amp;quot;rhetorische Ausdruckskraft&amp;quot; Emphase).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Übrigens finde ich die Progressiv-Deutung auch schöner als die Expressiv-Deutung, aber das tut hier ja nichts zur Sache).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Stelle: &lt;br /&gt;
&amp;quot;periphrastisches X&amp;quot; heißt, dass in diesen Fällen &#039;&#039;einai&#039;&#039; nicht als Hauptverb, sondern als Hilfverb verwendet wird, und also kannst du, wenn du eine Stelle so liest, &#039;&#039;nicht&#039;&#039; auflösen als HS+Ptz. conj. Du kannst so &#039;&#039;übersetzen&#039;&#039;, &#039;&#039;auflösen&#039;&#039; kannst du so aber nicht; das wäre schlicht falsch, wenn du eine Form erst als periphrastisch bestimmt hast.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das hast du aber so gemacht (und sogar &#039;&#039;einai&#039;&#039; als &amp;quot;sich aufhalten&amp;quot; übersetzt!), also ging ich davon aus, dass dir in der FN etwas durcheinandergekommen sein muss. Jetzt hast du es aber sogar wieder zurückgeändert, also muss ich wohl davon ausgehen, dass du auch nicht &amp;quot;progressiver Aspekt&amp;quot; meinst, sondern irgend eine andere Vorstellung vom periphrastischen Imperfekt hast, die auch auf der Partizip-Seite nicht klar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Striche habe ich gar nicht durchdacht, sondern das ganz automatisch so gemacht, nachdem sich niemand an der Fußnoten-Format-diskussion beteiligt hat. Können wir gerne drüber diskutieren; ich wäre auch bereit, die Striche in den restlichen Kapiteln zu setzen (ist ja ne Sache von 15 min). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 09:25, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Faktenschaffen meinte ich &amp;quot;hielt sich auf&amp;quot; --&amp;gt; &amp;quot;war&amp;quot;. Dass du in deiner Fn eigentlich Variante 2 meintest, hatte ich auch vermutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum periphrastischen &amp;lt;-&amp;gt; umschreibenden Partizip: Oha, daran habe ich nicht gedacht. Ich finde &amp;quot;umschreibendes Partizip&amp;quot; für den Laien einfach besser verständlich als &amp;quot;periphrastisch&amp;quot;, daher wähle ich das häufig. Dumm, wenn das verwirrt, aber der Vorteil der Verständlichkeit wäre ebenfalls eine Tugend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke für die Klärung zu Konnotation &amp;lt;-&amp;gt; Aspekt/Aktionsart. Ich muss lernen, &amp;quot;Konnotation&amp;quot; präziser zu benutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Auflösung des Partizips: Ich bin mir wohl bewusst, dass ein periphrastisches Partizip gewöhnlich mit Indikativ aufgelöst wird. (Leider habe ich die Verwirrung erst nach meiner Antwort verstanden.) Diese Übersetzung halte ich aber nicht immer für angemessen, um den &#039;&#039;progressiven Aspekt&#039;&#039; wiederzugeben, der gerade beim umschriebenen Imperfekt, das ich untersucht habe (und das am weitaus häufigsten zu sein scheint), auffällig im Vordergrund zu stehen scheint. Um es mit meinen Behelfs-linguistischen Kenntnissen über das gr. Verbalsystem auszudrücken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das periphrastische Ptz. eine nicht vorhandene Tempusform umschreibt (bspw. ein Plusqu. Pass., wenn ich das richtig im Kopf habe), dann gibt es zu dieser Formulierung keine direkte Alternative (d.i. &amp;quot;-opposition&amp;quot;) und sie steht nicht hervor. Anders sieht es aus, wenn es eine vorhandene Form umschreibt (sie sind dann &amp;quot;+opposition, +substitutable). Die Frage ist, ob sich ein umschriebenes Imperfekt von einem gewöhnlichen unterscheidet (+distinctive oder -distinctive). Hier würde ich aufgrund der Bemerkungen in den Grammatiken, wonach das periiphrastische Ptz. auch &amp;quot;rhetorischem Schmackes&amp;quot; dient (weder BDR noch Siebenthal gehen leider genauer auf den Unterschied ein), und aufgrund meiner eigenen Beobachtung davon ausgehen, dass die beiden (ebenso wie bspw. Imperfekt und Aorist) sich im Gebrauch etwas unterscheiden. Der offensichtliche Unterschied ist die Betonung des Aspekts. Die ist für mich recht offensichtlich, wenn man sich von grammatischen Definitionen nicht beeindrucken lässt und die Formulierung an sich wirken lässt: da führt die Umschreibung, zusammen mit dem durativen (dann deutlich progressiven) Aspekt dazu, dass das progressive Element (wie im engl. progressive) stärker in den Vordergrund rückt. Daher für mich +opposition, +substitutable und +distinctive (diese Kategorien stammen von &amp;quot;Bache, Verbal Aspect&amp;quot;, den Runge in einer zur Veröffentlichung anstehenden methodologischen Abhandlung, die er letztes Jahr vorab zur Verfügung gestellt hat, zitiert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, du vereinfachst das Phänomen zu stark, falls du die Wiedergabe der +distinctive periphrastischen Formulierung auf den Indikativ beschränken willst - aber das verstehe ich bei dir nicht so. (Zu &amp;quot;übersetzen&amp;quot; vs. &amp;quot;auflösen&amp;quot;: geschenkt.) Die Wiedergabe mit &amp;quot;sein&amp;quot;+Nebensatz soll den Aspekt stärker betonen und die Formulierung ein Stück weit nachstellen. Sie unterscheidet sich von der (hier) modalen Wiedergabe in der Sinnrichtung des NS, der keine modale (o.ä.) Umstandsangabe macht, sondern dessen Sinn vom Kontext abhängt und das Ziel hat, den beschriebenen Zustand oder die Gewohnheit wiederzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Strichen: Ich weiß nicht, ob momentan der beste Zeitpunkt für die Diskussion ist. Wir können es ja für den Anfang (bis zum Ende unserer Markus-Analyse) mal so halten, dass du es bei deinen Kapiteln so und ich bei meinen so mache. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:26, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann stellen wir die Striche mal hintan.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit dem &amp;quot;rhetorischen Schmackes&amp;quot; haben wir im Chat schon geklärt, also weiter:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gehen wir also mal davon aus, periphrastisches Imperfekt sei progressiv (übrigens ist das gerade bei periphrastischen &#039;&#039;Imperfekten&#039;&#039; mit am problematischsten, weil Imperfekte ja selbst schon progressiv sind und dein &amp;quot;+ distinctive&amp;quot; hier nicht der Fall wäre). Dann heißt die Stelle nicht &amp;quot;Er schrie im Gebirge&amp;quot;, sondern &amp;quot;Im Gebirge war er am Schreien&amp;quot;. Wenn du das wiedergibst als &amp;quot;Er war im Gebirge, wobei er schrie&amp;quot;, nimmst du da den progressiven Aspekt wieder raus (der aber in der dt. Version eh nur drin ist, weil ich zu dieser Hilfskonstruktion gegriffen hat, die man im Deutschen eigentlich nicht verwendet - wie gesagt, das Deutsche hat einfach keine Progressiv-Formen) und vertauschst außerdem - und das ist das entscheidende - Hauptinformation mit Nebeninformation. &amp;quot;Im Gebirge war er am Schreien&amp;quot; sagt: Er schrie dauerhaft, und übrigens tat er das im Gebirge; &amp;quot;Er war im Gebirge, wobei er schrie&amp;quot; sagt: Er war im Gebirge, und übrigens schrie er währenddessen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heißt, mit &amp;quot;Er war im Gebirge, wobei er schrie&amp;quot; gibst du auch in dem Fall, dass das periphrastische Imperfekt progressiven Aspekt markieren soll, die Funktion nicht besser wieder, du änderst außerdem den Informationsgehalt des Textes und du kommst zu einem stilistisch schlechteren Satz, als du kämst, wenn du einfach übersetzen würdest &amp;quot;er schrie im Gebirge&amp;quot;. Der einzige &amp;quot;Vorteil&amp;quot;, den diese Übersetzung (&amp;quot;Er war im Gebirge, wobei er schrie&amp;quot;) hat, ist, dass sie äußerlich ein bisschen so ausschaut wie die Konstruktion im Griechischen. Aber wenn sie nicht das selbe bedeutet - was bringt das dann? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 23:16, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 6: Als er Jesus sah...==&lt;br /&gt;
Sind das nicht vielleicht plusquamperfektische Aoriste, da ja schon in V. 2 erzählt wird, dass der Mann ihnen entgegengerannt kommt? Das historische Präsens in V. 7 wäre dann deshalb gesetzt worden, um zu signalisieren, dass wir jetzt wieder auf Erzählzeit sind. Andererseits könnte es sich hier um eine &amp;quot;markan insertion technique&amp;quot; handeln: Wenn Markus nachträgliche Einfügungen macht, wiederholt er gelegentlich noch einmal das, was vor dieser Einfügung stand (Dazu Donahue, Are you the Christ?, 58f). Was müsste man denn in so einem Fall in der LF machen? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 19:54, 6. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht, ob man das HP so verwenden kann? Ich bin auch nicht sicher, ob man den Aorist so streng sehen muss. Als unmarkierte Vergangenheitsform kann er selbstverständlich auch Vorvergangenes bezeichnen, aber wenn der Kontext das nicht strikt hergeht, würde ich eher davon ausgehen, dass Markus, wie du schon gesagt hast, einfach die Erzählung wieder aufgreift. (Und dir geht es ja nicht um das Vorvergangene per se, sondern um die Wiedergabe dieser Funktion, wenn ich dich richtig verstehe?) Im Deutschen greift man meines Erachtens in diesem Fall eigentlich nicht zum Plusquamperfekt, sondern zur einfachen Vergangenheit, gelegentlich verbunden mit &amp;quot;dann&amp;quot;: &amp;quot;Als er ihn (dann) sah...&amp;quot; Das &amp;quot;dann&amp;quot; ist hier nach meinen Begriffen aber etwas überzogen, sodass wie im Griechischen die einfache Vergangenheit in Ordnung geht. Meinst du nicht? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:05, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, ich meinte schon wirkliches Plusquamperfekt. Aber &amp;quot;niederfallen&amp;quot; und &amp;quot;schreien&amp;quot; sind ja dann doch neue Handlungen, also wohl wirklich nicht plusquamperfektisch. Komische Stelle, das. Aber ich denke, mit dem &amp;quot;also&amp;quot; in der LF ist das ganz gut gelöst. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 15:55, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach meinem Verständnis kann das Aorist nicht faktisch plusquamperfekt sein, wohl aber einen vorvergangenen Sinn haben. &amp;quot;Also&amp;quot; finde ich auch sehr schön! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:45, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 7: Was mir und dir?==&lt;br /&gt;
Hast du dir die Stellen mal angeschaut? Hos 14,9 LXX steht das Idiom gar nicht; und bei den anderen Stellen ist es doch gar nicht nötig, zu differenzieren - das ist einfach eine Formel der Zurückweisung: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ri 11,12: König der Ammoniter kommt zu Jeftah, um gegen ihn Krieg zu führen -&amp;gt; Jeftah zu A: &amp;quot;Was mir und dir, dass du kommst, um gegen mein Land zu kämpfen?&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1Kön 17,18: Sohn der Witwe stirbt in Anwesenheit Elijas -&amp;gt; Witwe: &amp;quot;Was mir und dir, du Mann Gottes? Du bist zu mir gekommen, dass meiner Sünde gedacht und mein Sohn getötet würde.&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2Kön 3,13: König von Israel, Joschafat, König von Edom kommen zu Elischa -&amp;gt; Elischa zu K.v.I: &amp;quot;Was mir und dir? Geh zu den Propheten deines Vaters und zu den Propheten deiner mutter!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2Chr 35,21: Josija stellt sich Necho entgegen -&amp;gt; Necho: &amp;quot;Was mir und dir? Ich komme jetzt nicht gegen dich, sondern gegen ein anderes Königreich.&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mt 8,29 + Mk 1,24; Mk 5,7 + Lk 8,28: Jesus kommt zum Dämon -&amp;gt; Dieser: &amp;quot;Was mir und dir?&amp;quot; (Deutlich: Interpretiert Jesu Ankunft als Bedrohung)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2Sam 16,10: Abischai -&amp;gt; David: Ungebührlicher Vorschlag. -&amp;gt; David -&amp;gt; Abischai: &amp;quot;Was mir und euch? Lasst ihn in Ruhe, denn...&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2Sam 19,23: dass.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Joh 2,4: Maria -&amp;gt; Jesus: &amp;quot;Sie haben keinen Wein mehr&amp;quot; -&amp;gt; Dieser: &amp;quot;Was mir und dir? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es reicht doch: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;&#039;&#039;Was mir und dir&#039;&#039; - Formel der Zurückweisung; sie wird verwendet, um entweder ankommende Personen wieder abzuweisen ([[Richter 11#s12 |Ri 11,12]]; [[1Könige 17#s18 |1Kön 17,18]]; [[2Könige 3#s13 |2Kön 3,13]]; [[2Chroniken 36#s21 |2Chr 36,21]]; [[Matthäus 8#s29 |Mt 8,29]]; [[Markus 1#s24 |Mk 1,24]]; [[Markus 5#s7 |5,7]]; [[Lukas 8#s28 |Lk 8,28]]) oder ungebührliche Vorschläge/Anträge zurückzuweisen ([[2Samuel 16#s10 |2Sam 16,10]]; [[2Samuel 19#s23 |19,23]]; [[Johannes 2#s4 |Joh 2,4]]). Je nach Kontext muss hierfür ein passendes Äquivalent gefunden werden; hier am sinnvollsten: „Verschone mich!“&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich habe ich mir die Stellen angeschaut, ich habe sogar einen [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Vokabelliste_NT#.CF.84.CE.AF_.E1.BC.90.CE.BC.CE.BF.E1.BD.B6_.CE.BA.CE.B1.E1.BD.B6_.CF.83.CE.BF.CE.AF.3B] Wörterbucheintrag dazu geschrieben. Die Wendung ist in Hos 14,9 LXX in den ersten vier Wörtern zu finden. Sorry, aber ich finde, meine Deutung ist sowohl genauer als auch differenzierter als deine. Dass andere Übersetzungen genauso vorgehen und ich auch Sekundärliteratur herangezogen habe, ist ja der Fußnote zu entnehmen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:05, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.ellopos.net/elpenor/greek-texts/septuagint/chapter.asp?book=31&amp;amp;page=14 Hos 14,9 LXX]: τῷ ᾿Εφραίμ, τί αὐτῷ ἔτι καὶ εἰδώλοις;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, sie ist differenzierter. Und das ist ja (vielleicht? - das war ja die Frage) gerade das Problem. NET kannst du nicht als Quelle angeben, weil sie nur zwischen zwei Funktionen differenzieren: &amp;lt;code&amp;gt;&amp;quot;The equivalent Hebrew expression in the OT had two basic meanings: (1) When one person was unjustly bothering another, the injured party could say “What to me and to you?” meaning, “What have I done to you that you should do this to me?” (Judg 11:12, 2 Chr 35:21, 1 Kgs 17:18). (2) When someone was asked to get involved in a matter he felt was no business of his own, he could say to the one asking him, “What to me and to you?” meaning, “That is your business, how am I involved?” (2 Kgs 3:13, Hos 14:8).&amp;quot;&amp;lt;/code&amp;gt; Ebensowenig BA (auch die nur: &amp;lt;code&amp;gt;It serves to refuse a request or invitation [...] and as a protest against hostile measures.&amp;lt;/code&amp;gt; (Das finde ich eigentlich sogar besser als mein obiges &amp;quot;Formel der Zurückweisung&amp;quot;)). Und France gibt sogar nur eine Funktion an (&amp;lt;code&amp;gt;&amp;quot;formula of disassociation&amp;quot;&amp;lt;/code&amp;gt;) Du differenzierst nicht nach Funktionen im Griechischen, sondern nach deutschen Übersetzungsvorschlägen, deswegen ist das so lang. Das macht für die Vokabelliste ja auch Sinn, aber auf der Kapitelseite kannst du doch nicht aus Übersetzungsvorschlägen einen Übersetzungsvorschlag ableiten. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 09:49, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vv. 8-10: Reihenfolge==&lt;br /&gt;
Was würdest du denn sagen, was die Reihenfolge der Geschehnisse in Vv. 8f ist (ist wichtig für LF)? Die Elemente sind: (A) Bessessener rennt zu Jesus, (B) Jesus sagt: &amp;quot;Fahre aus&amp;quot;, (C) Besessener wirft sich nieder und schreit: &amp;quot;Lass mich in Ruhe!&amp;quot;, (D) Jesus fragt: &amp;quot;Was ist dein Name&amp;quot; + Antwort d. Dämons, (E) Wiederholung der Bitte, nicht aus der Gegend wegzuschicken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deiner Üs. glaube ich entnehmen zu können (wg. Komma + kleines &amp;quot;und&amp;quot; zw. Vv.8.9 + FN q), dass du anordnen würdest: A - B - D - C - E: Der Mann kommt angerannt, Jesus sagt &amp;quot;Fahre aus&amp;quot;, fragt außerdem nach seinem Namen, der Dämon antwortet &amp;quot;Legion&amp;quot;, schreit dann &amp;quot;Lass mich in Ruhe&amp;quot; und wiederholt in V. 10 noch mal die Bitte, ihn zu verschonen. Würdest du so anordnen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Könnte das nicht konatives Ipf. sein (so ALB; ws. ist auch MEN so zu verstehen, denn Ipf kann ja nicht für Futurum instans verwendet werden, oder?)? - dann: &amp;quot;Als er Jesus von Weitem sah, kam er angerannt, warf sich vor ihm nieder und schrie laut: &amp;quot;Was willst du von mir, Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, mich nicht zu quälen!&amp;quot; - denn Jesus wollte zu ihm sagen: &amp;quot;Komm heraus aus dem Mann, unreiner Geist!&amp;quot;. Da fragte ihn Jesus (stattdessen): &amp;quot;Was ist dein Name?&amp;quot;&amp;quot; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 18:39, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine hervorragende Frage, die ich mir auch gestellt habe. Im Wesentlichen geht es um den Aspekt von dem, was Jesus sagt. Konativ heißt ja auch gewissermaßen &amp;quot;erfolglos&amp;quot;, und dieser &amp;quot;Versuch&amp;quot; passt mir hier nicht so gut. Ich kann mir nicht gut vorstellen, dass der Besessene so intensiv auf Jesus einredet, dass Jesus gar nicht zu Wort kommt, dazu ist der Diskurs zu knapp (auch wenn das natürlich historisch vorstellbar wäre). Ich hatte es zunächst progressiv verstanden, was vielleicht ganz ähnlich ist: &amp;quot;er war schon dabei, ihm zu sagen&amp;quot; bzw. &amp;quot;sagte gerade&amp;quot;. So verstehe ich übrigens auch Menge. Im Vergleich mit den anderen Übersetzungen, aber auch mit späteren Imperfekten im Kapitel (Fußnoten müssten das behandeln), bin ich dann aber davon abgekommen. Ich kam dann auf iterativ, dafür würde ich aber etwas deutlichere Signale erwarten, und es ist im Kapitel, wo das ca. 3mal vorkommt, auch wenig elegant, ständig von mehrfachen Bitten auszugehen. So ist IIRC an dieser Stelle die vorvergangene Deutung die eleganteste. Ich glaube, die meisten anderen Übersetzungen machen das ähnlich, aber ich habe nicht nochmal nachgeschaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskurstechnisch sieht es ja auch so aus, dass Markus damit (wie auch sonst gerne) eine Information nachliefert, die er (aufgrund eines mündlich geprägten Erzählstils?) eigentlich schon vorher hätte anbringen müssen, aber im Eifer der Erzählung vergessen hat und jetzt noch ergänzen muss (dass er das macht, habe ich mal wo gelesen, aber frag mich nicht wo). Das stützt diese Deutung m.E. noch. Du hast meine Reihenfolge also richtig verstanden. :-) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 22:45, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;War im Begriff, ihm zu gebieten&amp;quot; würdest du als &#039;&#039;progressiv&#039;&#039; deuten? Aber ist ja egal.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das scheint in der Tat die Reihenfolge zu sein, die auch die meisten anderen Übersetzungen sehen. Aber irgendwie ist sie schon sinnlos, oder? - &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Komisch ist, dass Jesus direkt nach seinem Ausfahrtsbefehl noch mal nach des Dämons Name fragt; komisch ist, dass der Dämon in der Tat zuerst auf diese Frage antwortet und dann um Schonung bittet und komisch ist, dass er das dann gleich zweimal hintereinander tut. Am komischsten aber ist, dass die Reihenfolge mit Jesu Ausfahrtsbefehl beginnt, der Dämon also doch schon längst ausfahren hätte müssen, bevor überhaupt eines der anderen Geschehnisse passieren hätte können. Da stimmt doch was nicht... (?) --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 00:47, 10. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 9: Mein Name ist Legion==&lt;br /&gt;
Steht das bei Collins und Guelich eigentlich wirklich so - dass das nicht der Name, sondern eine ausweichende Antwort ist? Denn &amp;quot;Legion&amp;quot; hat hier ja nicht den Artikel &#039;&#039;hä&#039;&#039;, sd. &#039;&#039;ho&#039;&#039;, also nicht &amp;quot;Legion&amp;quot;, sd. &amp;quot;&#039;Legion&#039;&amp;quot;, oder? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:48, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So auch Grosvenor/Zerwick: &amp;lt;code&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;legiwn&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (normally &#039;&#039;hä&#039;&#039;) here &#039;&#039;ho&#039;&#039;, because used as man&#039;s name?&amp;lt;/code --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:55, 7. Apr. 2014 (CEST)&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soweit ich weiß, glaubt Collins das explizit, während Guelich es zumindest für plausibel hält. Was wäre denn das Problem mit dem Artikel? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 9. Apr. 2014 (CEST) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn &#039;&#039;ho&#039;&#039; nicht der Artikel von &#039;&#039;legiwn&#039;&#039; i.S.v. &amp;quot;Armee&amp;quot; sein könnte (weil das &#039;&#039;hä&#039;&#039; sein müsste), sattdessen also der von einem Eigennamen sein müsste, dann kann das nicht mehr gut eine ausweichende Antwort sein (i.S.v. &amp;quot;Mein Name? Ach, ich habe eine ganze Armee von Namen&amp;quot;), sondern müsste eben Name sein (etwa: &amp;quot;Ich heiße &#039;Armee&#039;&amp;quot;). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 00:50, 10. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vv. 9f: Er &amp;lt;=&amp;gt; Sie==&lt;br /&gt;
Vv. 9f wird &amp;quot;er&amp;quot; und &amp;quot;sie&amp;quot; bei Referenz auf den Dämon interessant verwendet:&lt;br /&gt;
* V. 9: &#039;&#039;Er&#039;&#039; antwortete: &#039;&#039;Mein&#039;&#039; Name ist Legion, denn &#039;&#039;wir&#039;&#039; sind viele.&lt;br /&gt;
* V. 10: &#039;&#039;Er&#039;&#039; bat ihn inständig, dass er &#039;&#039;sie&#039;&#039; nicht fortschicke. (vgl. V. 12: &#039;&#039;Sie&#039;&#039; baten ihn)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
V. 9 ist klar - aber warum wird denn in V. 10 wieder zum Sg gewechselt? Könnte das bewusst gemacht sein? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 22:03, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, sehr interessant, oder? Soweit ich mich erinnere, differenziert Markus sehr genau zwischen dem sprechenden, besessenen Mann und den Dämonen. Beobachtet  --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und warum? Sagt da einer deiner Kommentare was zu? (Denn in V. 12 können ja eben auch die Dämonen bitten). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 00:52, 10. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 13: Der Schweinetod==&lt;br /&gt;
Was passiert denn hier eigentlich - warum ertränken sich die Schweine? (vgl. Gnilka 1978, S. 205: &amp;quot;Die Folge des erfüllten Wunsches ist unerwartet. Der Ausgang gibt der Erzählung etwas Schwankhaftes.&amp;quot;)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heißt das, den Geistern ist das &amp;quot;Um-fahren&amp;quot; missglückt? Hat Jesus sie ausgetrickst (van Iersel 1998, S. 200: &amp;lt;code&amp;gt;&amp;quot;The reader sees no reason whatever why Jesus should give them the pleasure of safe shelter; yet that is what he does, and almost at once it becomes clear why. Jesus has - to use a trivial phrase, but this is a theme to be expected in popular tales - tricked his adversaries by letting them choose the way to their destruction. With the drowning of the swine the demons perish, too.&amp;quot;&amp;lt;/code&amp;gt;; so auch Schenke 2005, S. 142; ähnlich Bultmann)?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Oder: Dschulnigg erwähnt, dass häufig belegt sei, dass bei Exorzismen Dämonen aus Menschen in Ersatzobjekte um-fahren und dass dieses Ersatzobjekt häufig das Meer sei - können die Dämonen also jetzt für immer in der Gegend bleiben, weil sie jetzt im Meer hausen?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Warum ertränken sich die Schweine?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie wichtig ist das denn für die Übersetzung? Nicht besonders, oder? Von meinen Kommentaren glaubten einige an den Trick, andere meinten, es gebe nicht genug Anhaltspunkte dazu (oder sowas). Zum Glück musste ich mich nicht festlegen. :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe gelesen, dass das mit den Ersatzobjekten keine direkte Parallele ist. Die dienten hauptsächlich dem Nachweis, dass der Dämon nun &#039;&#039;nicht mehr im Besessenen war&#039;&#039;. Die Schweine sind ja auch keine Objekte, sondern Tiere. Und dass der Austreibende dem Dämonen den Wunsch erfüllt, ihn nicht zurück in den Abgrund zu schicken, ist ohne Parallelen. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weils dafür ohnehin eine FN in der LF braucht (steht ja schon da). Wenn das auch noch miterklärt werden könnte, wäre das besser. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 00:53, 10. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 14: in der Stadt und auf dem Land==&lt;br /&gt;
Ist das eigentlich eine Redensart, oder meint das wirklich mehrere Dörfer? Ich hab zwar noch ein paar Bspp gefunden (Dtn 28,3 LXX: &amp;quot;Gesegnet seist du in der Stadt, gesegnet seist du auf dem Feld&amp;quot;), die Parallelstelle Lk 8,34; Justin, 1apol 67.3 (&amp;quot;alle, die in Städten oder auf dem Feld wohnen&amp;quot;), aber ich habe niemand entdeckt, der das wirklich als Redensart identifiziert hat (Bovon zu Lk 8,34 zumindest (S. 438): &amp;quot;&amp;quot;In die Stadt und auf die Gehöfte&amp;quot; bedeutet &amp;quot;überall&amp;quot;&amp;quot;). Hat einer von deinen Kommentaren? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 18:39, 7. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum Redensart? Ich habe es ja als Merismus beschrieben. Die Metonymie ist in Mk übrigens recht häufig (ich schätze mal, sie kommt ca. 8x vor. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja. Geht mir nur um die LF, nicht um deine FN, die darauf nicht eingeht (muss sie ja nicht). Wenn ich vom Landkreis Würzburg rede und sage &amp;quot;Würzburg und die Dörfer&amp;quot;, dann ist das auch ein Merismus, aber meint eine spezielle Stadt und spezielle Dörfer. &amp;quot;Stadt und Land&amp;quot; dagegen würde allgemein &amp;quot;allüberall&amp;quot; meinen. Davon, ob das ein Idiom ist, hängt ab, wie in der LF zu übersetzen ist (ich hab mich aktuell an Bovon orientiert und mit &amp;quot;Stadt und Land&amp;quot; übersetzt). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 00:56, 10. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 14: was das Geschehene war/ist==&lt;br /&gt;
Ich sehe, dass Sebastian eine entsprechende Fn eingefügt hat. Das Phänomen des im Griechischen präsentischen Objektsatzes (der formuliert ist, wie es die entsprechende direkte Frage wäre) fällt für mich in dieselbe Sparte wie das historische Präsens, und damit unter die Regel &amp;quot;geben wir nicht extra an&amp;quot;. [http://www.offene-bibel.de/forum/k%C3%BCrzung_fu%C3%9Fnoten] --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen mir. Dann nimms aber ins Forum mal mit auf. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 00:57, 10. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 22: Jairus &amp;lt;=&amp;gt; Jaïrus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ökumenisches Verzeichnis der biblischen Eigennamen nach den Loccumer Richtlinien wird der Kerl Jairus geschrieben; EÜ hat aber Jaïrus. Ich habe jetzt mal entsprechend dem Verzeichnis korrigiert, aber merkwürdig ist das schon. Was machen wir denn allgemein ins solchen Fällen? Weil, das Verzeichnis hat ja im Normalfall niemand daheim, eine EÜ hat jeder zugänglich. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:23, 8. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 23: hina==&lt;br /&gt;
Hina ist doch hier kein Finalpartikel? Das ist ein imperativisches hina; vgl. &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; [https://www.era.lib.ed.ac.uk/bitstream/1842/1395/1/Sim_thesis.pdf Sim 2006, S. 106]; Rienecker („vulgärer Ersatz f. imp.“); Grosvenor/Zerwick (vgl. Zerwick §415 („These three examples are generally admitted [=Mk 5,23; Eph 5,33; 2Kor 8,7]“). --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:47, 8. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 27 ἀκούσασα + ἐλθοῦσα==&lt;br /&gt;
würde ich aber schon vorzeitig übersetzen. Sonst stellst du es auf die selbe Zeitstufe mit ἥψατο, dabei ist ja Vv. 26-27 (bis ἐλθοῦσα) Hintergrunderzählung für das Berühren des Gewandes. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 09:23, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 30, ἐξ αὐτοῦ==&lt;br /&gt;
Gibt es einen besonderen Grund, warum &amp;quot;von ihm&amp;quot; als ergänzt markiert ist, wo es doch im Urtext steht? --[[Benutzer:Thommy B|Thommy B]] 8. Sep. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 38, FN bv==&lt;br /&gt;
trifft den Text nicht so gut. θόρυβος ist häufiger &#039;&#039;terminus technicus&#039;&#039; für die jüdischen Trauer- und Klageriten (dazu gut Ulrich Berges: Schweigen ist Silber - Klagen ist Gold. Das Drama der Gottesbeziehung aus alttestamentlicher Sicht mit einer Auslegung zu Ps 88. Münster/Hamburg/London, 2003.) /den Lärm der jüdischen Trauer- und Klageriten (BDAG 3a: &amp;quot;of the milling about of a throng in a house of mourning Mk 5,38&amp;quot;); das wird dann durch &amp;quot;Heulen&amp;quot; und &amp;quot;Klagen&amp;quot; expliziert. Darum sinnvoll Jesus in V. 39: &amp;quot;Warum θορυβεῖσθε, das Kind ist doch gar nicht gestorben!&amp;quot; --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 11:34, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==V. 43, letzte Fußnote==&lt;br /&gt;
verstehe ich nicht. Was meinst du da mit &amp;quot;final&amp;quot;? --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 13:43, 9. Apr. 2014 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_5&amp;diff=17694</id>
		<title>Markus 5</title>
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		<updated>2014-09-08T10:14:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Der Besessene von Gerasa))&lt;br /&gt;
{{L|1}} Jesus und seine Jünger hatten den See Gennesaret überquert und waren ins Gebiet der Gerasener gelangt. {{L|2}} Sie waren kaum aus dem Boot gestiegen, als ihnen plötzlich ein Mann entgegengelaufen kam. Dieser war von einem bösen Geist besessen, {{L|3}} hauste in den nahe liegenden Grabhöhlen und war so wild, dass man ihn selbst mit Eisenketten nicht bändigen konnte. {{L|4}} Schon viele Male hatte man ihn an Armen und Beinen gefesselt, doch jedes Mal hatte er die Fesseln zerrissen und die Ketten gesprengt. Niemand war stark genug, um ihn zu überwältigen. {{L|5}} Tag und Nacht wütete er in den Grabhöhlen und im Gebirge und schnitt sich selbst mit Steinen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} Als dieser Besessene also Jesus von Weitem erblickte, rannte er zu ihm hin, warf sich vor ihn nieder {{L|7}} und schrie laut: „Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten?! Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!“ - {{L|8}} denn Jesus hatte zu ihm gesagt: „Fahre aus aus diesem Mann, du böser Geist!“ {{L|9}} Da fragte ihn Jesus: „Wie ist dein Name?“ - „Mein Name ist ‚Legion‘“, antwortete er, „denn wir sind viele.“ {{L|10}} Und wieder bat er Jesus inständig, sie doch nicht aus der Gegend fortzuschicken. {{L|11}} In der Nähe weidete eine große Schweineherde an einem Berghang {{L|12}} Die bösen Geister baten: „Lass uns in diese Schweine fahren!“ {{L|13}} Jesus erlaubte es ihnen und sie fuhren aus dem Mann in die Schweine. Da stürmte die ganze Herde den Berghang hinab in den See und ertrank. Es waren ungefähr 2000 Tiere.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der Wunsch, in die Schweine fahren zu dürfen, ist ein verzweifelter Vorschlag der „unreinen Geister“ (wie sie im Griechischen bezeichnet werden): Auch Schweine werden im Judentum als unrein angesehen; die Geister nehmen also in Kauf, mit den „schmutzigsten und unreinsten Wirten“ (Lohmeyer) Vorlieb nehmen zu müssen. Mit ihrer Selbstzerstörung ist das Unreine gleich doppelt vernichtet; Jesus hat hier sozusagen Satan und Beelzebub sich gegenseitig austreiben lassen.&amp;lt;br /&amp;gt;Hinzu kommt, dass das „Meer“, wie der See Gennesaret im griechischen Text stets bezeichnet wird, nach antiker Vorstellung ein Ort des Chaos und der Chaosmächte ist. Mit der Verlagerung der Geister und der Schweine vom (heidnischen!) Land ins Meer ist die kosmische Ordnung wieder hergestellt: Geister und Schweine sind am Ort des Chaos, Jesus und die „Leute“ am gereinigten Festland.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Neben dieser symbolischen Bedeutung hat die Perikope wahrscheinlich noch eine weitere, allegorische, und ist als versteckt-spöttische Allegorie auf die Vertreibung der Römer zu lesen &amp;lt;!--(so schon [http://www.archive.org/stream/revuedestudesj47soci#page/172/mode/2up Reinach 1903]; neuerdings auch Burdon 2004; Crossan 1996; Dormandy 2000; Horsley 2001; Johnston 1998; [http://www.bsw.org/biblica/vol-88-2007/die-legio-x-fretensis-und-der-besessene-von-gerasa-anmerkungen-zur-zahlenangabe-ungefaehr-zweitausend-mk-5-13/77/article-p351.html Lau 2007]; Marcus 2008; Myers 1988; Placher 2010; Theissen 1974; Wengst 1987)--&amp;gt;. Dafür sprechen vor allem einige ungewöhnliche Motive und Vokabeln: Der Dämon „Legion“ bittet Jesus, nicht „aus dem Land vertrieben“ zu werden, sondern in eine - 2000 Schweine starke! (selbst große Schweineherden hatten zur damaligen Zeit eine Größe von allenfalls 150 bis 200 Tieren) - „Truppe“ von „Schweinen“ fahren zu dürfen. Jesus erfüllt ihm diesen Wunsch und „kommandiert sie in die Schweineherde ab“, woraufhin die Schweine - die in Panik für gewöhnlich wild auseinanderstieben - hier gemeinsam dem „Meer“ „entgegenstürmen“ &amp;lt;!-- (vgl. Derrett 1979; [http://www.biblicalstudies.org.uk/pdf/ashland_theological_journal/42-1_025.pdf Morton 2010])--&amp;gt;. Allein schon das Beieinander der Motive von „Legion“, „Schweinen“ und „Meer“ musste einen damaligen Leser automatisch an eine römische Legion denken lassen, da die Symbole der damals in der Gegend stationierten „Legio X Fretensis“ - der „zehnten Meerengen-Legion“ - ein Schwein und entweder eine Galeere, ein Delphin oder der Gott Neptun waren (s. z.B. [http://www.legionten.org/Studies/LXFstudies/images/10.jpg hier]). Wie einst Jahwe die ägyptische Armee im Meer versenkt hat ([[Exodus 14#l1 |Ex 14]]), versenkt also hier Jesus eine römische Legion - die darüber hinaus noch gleichgesetzt wird mit verrückten Besessenen einerseits und den verpönten Schweinen andererseits - im „Meer“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|14}} Und die Hirten flohen und berichteten davon in Stadt und Land. Da machten die Leute sich auf den Weg, um mit eigenen Augen zu sehen, was da geschehen war. {{L|15}} Als sie Jesus erreichten, bemerkten sie den Mann, der vorher von Legion besessen gewesen war: Er saß ruhig da, war bekleidet und bei klarem Verstand. Da wurden sie von Furcht ergriffen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|16}} Nachdem ihnen die Augenzeugen berichtetet hatten, was mit dem Besessenen und den Schweinen geschehen war, {{L|17}} baten sie Jesus, ihre Gegend zu verlassen. {{L|18}} Also stieg Jesus wieder zurück ins Boot. Da bat ihn der Geheilte, bei ihm bleiben zu dürfen. {{L|19}} Doch er erlaubte es nicht. „Geh zurück nach Hause“, sagte er, „und erzähle deiner Familie alles, was der Herr für dich getan hat und wie er Mitleid mit dir gehabt hat.“ {{L|20}} Also ging er fort - und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan hatte. Da wurden alle von Staunen ergriffen.&lt;br /&gt;
((Die blutflüssige Frau und das tote Mädchen))&lt;br /&gt;
{{L|21}} Jesus war mit dem Boot wieder an der anderen Seite des Sees Gennesaret angelangt. Kaum war er angekommen, versammelte sich schon eine große Volksmenge um ihn. {{L|22}} Auch ein Synagogenvorsteher namens Jairus kam dazu, und als er Jesus sah, warf er sich vor ihn nieder {{L|23}} und flehte ihn an: „Meine kleine Tochter liegt im Sterben. Bitte, komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt!“ {{L|24}} Jesus ging mit und eine große Menschenmenge folgte und umdrängte ihn.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|25}} Und eine Frau, die schon seit zwölf Jahren an Blutungsstörungen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Nach alttestamentlicher Vorstellung sind Frauen während der Zeit ihrer Menstruation (i.d.R. etwa 4-5 Tage) „unrein“; das heißt, sie sind für diese Zeit nicht „gottgemäß“ und „gottgefällig“ und also nicht der Nähe Gottes fähig. Frauen mit Blutungsstörungen (also entweder Zwischenblutungen (Blutungen zwischen zwei normalen Menstruationen) oder Hypermenorrhoe (chronisch starken Blutungen)) sind sogar „noch unreiner“, sie ist über die Zeit ihrer Menstruation hinaus für weitere sieben Tage unrein und jeder, der sie berührt und alles, womit sie in Kontakt kommt, gilt ebenfalls für die Dauer eines Tages als unrein (vgl. [[Levitikus 15#s25 |Lev 15,25-27]]).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daraus, dass in V. 29 gesagt wird, sie spüre „die Quelle ihrer Blutung“ versiegen, darf man wohl ableiten, dass sie nicht nur prinzipiell an chronischen Blutungsstörungen litt, sondern dass sie sogar gerade in diesem Augenblick am Menstruieren war; sie ist aktuell also sozusagen hyper-unrein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
litt, {{L|26}} die von den Ärzten sehr geplagt worden war, die ihren gesamten Besitz ausgegeben hatte, die damit aber nichts erreicht hatte, sondern der es im Gegenteil sogar immer schlechter gegangen war, {{L|27}} die dann aber von Jesus gehört hatte und die sich ihm deshalb im Schutz der Menge von hinten genähert hatte - diese Frau berührte sein Gewand. {{L|28}} Sie sagte sich nämlich: „Wenn ich auch nur seine Kleider berühre, werde ich bestimmt geheilt werden!“ {{L|29}} Und tatsächlich: Noch im selben Moment versiegte die Quelle ihrer Blutung und sie spürte, dass sie von ihrem Leiden geheilt war.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|30}} Jesus bemerkte sofort, dass heilende Kraft von ihm ausgegangen war. Er drehte sich um und fragte in die Menge: „Wer hat meine Kleider berührt?“ {{L|31}} Aber die Jünger meinten nur: „Wer dich berührt hat, fragst du? Wirklich? Siehst du denn nicht die Menge, die sich um dich drängt?“ {{L|32}} Aber Jesus blickte weiter um sich und versuchte herauszufinden, wer es gewesen war. {{L|33}} Weil sie wusste, was mit ihr geschehen war, trat die Frau ängstlich zitternd vor, warf sich vor ihm nieder und gestand ihm alles. {{L|34}} Da sagte Jesus: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh in Frieden und bleib gesund.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|35}} Noch während er dies sprach, kamen Verwandte des Synagogenvorstehers und sagten zu ihm: „Deine Tochter ist tot. Du brauchst den Lehrer nicht weiter zu bemühen.“ {{L|36}} Jesus hatte mitbekommen, was sie gesagt hatten, und beruhigte Jairus: „Hab keine Angst! Glaube nur!“ {{L|37}} Dann untersagte er allen außer Petrus, Jakobus und seinem Bruder Johannes, ihn zu begleiten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|38}} Als sie am Haus des Synagogenvorstehers ankamen, vernahm Jesus den Lärm des Heulens und Klagens der Trauergemeinde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Im Alten Israel waren bei Todesfällen von Familienangehörigen möglichst laute Klageriten im Haus des Toten Sitte (ursprünglich wohl, um die Totengeister zu vertreiben und fernzuhalten): Die ganze Familie konnte zur Teilnahme verpflichtet werden, man heuerte Flötisten an, um den Lärm zu vergrößern, und sogar hauptberufliche Klagefrauen wurden für die Trauerriten angestellt. Es ist also psychologisch auch gar nicht unmöglich, dass eine Trauergemeinde just in spöttisches Lachen ausbrechen kann (V. 40), da es sich hier (auch) um &#039;&#039;rituelles&#039;&#039; Heulen und Klagen handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{L|39}} Er ging hinein und fragte: „Was klagt und weint ihr denn so? Das Kind ist doch gar nicht tot - es schläft nur.“ {{L|40}} Da lachten sie ihn aus. Doch Jesus schickte alle aus dem Haus und ging mit den Eltern des Kindes und den drei Jüngern in das Zimmer, in dem es lag. {{L|41}} Dann ergriff er seine Hand und sagte: „Talita, kum!“ - das heißt: „Mädchen, steh auf!“ {{L|42}} Und sofort stand das Mädchen auf und ging umher.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der griechische Text hat noch: „Sie war nämlich zwölf Jahre alt“; es soll dies wohl anzeigen, dass sie in der Tat schon alleine laufen kann, sinngemäß also „das konnte sie schon, denn sie war bereits zwölf Jahre alt“. (Dschulnigg 2007, S. 165; Pesch 1976, S. 311). Warum Markus das extra erwähnt, ist unerklärlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da wurden alle von fassungslosem Erstaunen ergriffen. {{L|43}} Jesus verbot ihnen nachdrücklich, irgendjemandem davon zu erzählen. Dann ordnete er an, dem Mädchen etwas zu Essen zu geben.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und sie kamen ans andere Ufer des Meeres (Sees), in das Gebiet (Land) der Gerasener (Gergesener, Gadarener)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gebiet (Land) der Gerasener&#039;&#039; Das Problem mit dieser Ortsangabe (auch in der Parallelstelle Lk 8,26 bezeugt) ist, dass Gerasa etwa 50 km vom See entfernt liegt. In der Geschichte dagegen muss die Stadt nah am Ufer liegen (5,12-13). Matthäus 8,28 verortet die Geschichte im Land der „Gadarener“. Gadara ist zwar ein Ort, der relativ nah am Ufer des Sees liegt, aber die in V. 12 beschriebenen Abhänge fehlen dort. Der Kirchenvater Origenes (3. Jh.) berichtet, solche Abhänge in Gergesa vorgefunden zu haben, wo die Bewohner auch eine Überlieferung kannten, nach der die berichtete Austreibung in ihrem Ort geschehen war (Collins 2007, 263f.). Es ist gut möglich, dass die Handlung dort tatsächlich stattgefunden hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Die wohl ursprünglichste Lesart an unserer Stelle ist jedoch &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039;. Für Mk 5,1 samt Parallelstellen sind alle drei Varianten erhalten, wobei &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; die stärkste und älteste Bezeugung aufweist ({{hebr}}א{{hebr ende}}* B D 28 33 525 al it vg cop&amp;lt;sup&amp;gt;sa&amp;lt;/sup&amp;gt;). Der Mehrheitstext folgt wohl einer Anpassung an Mt 8,28 und liest durchgängig „Gadarener“. „Gergesener“ hat zwar ebenfalls eine relativ starke Bezeugung, es ist aber möglich, dass die Lesart erst seit Origenes Verbreitung gefunden hat. Der Kirchenvater sagt nämlich nicht, ob er die Bezeichnung vorgefunden hat oder ob er lediglich die historisch plausibelste Örtlichkeit identifiziert hat. Die uneinheitliche Bezeugung in den Evangelien und den Handschriften legt zusammen mit der textkritischen Evidenz nahe, dass die vorgebliche Falschangabe &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; die älteste erhaltene ist, die man dann korrigieren wollte. Vielleicht hat Markus oder seine Quelle in der Überlieferung versehentlich das recht unbekannte Gergesa (heute El Kursi) durch das größere und bekanntere Gerasa ersetzt oder benutzt den Städtenamen als Bezeichnung für die größere Region Dekapolis, zu der sowohl Gerasa als auch das östliche Seeufer gehörten (France 2002, 227). Es wurde zudem vorgeschlagen, dass der Evangelist oder die ihm bekannte Überlieferung eine Geschichte aus Gerasa in den Handlungsstrang ans Seeufer verlegte (so Guelich 1989, 277). Historisch lässt sich aber auch nicht vollständig ausschließen, dass die fragliche Stelle (die man ja nicht sicher kennt) zur damaligen Zeit doch in irgendeiner Form mit den Gerasenern und/oder Gadarenern verknüpft war.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als er gerade (gleich, bald) aus dem Boot (Schiff) gestiegen war (stieg),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ... gestiegen war (stieg)&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam von den Grabstätten (Gräbern, Grabhöhlen) her ein Mann mit einem unreinen Geist auf ihn zu (ihm entgegen),&lt;br /&gt;
{{S|3}} der [seine] Behausung (Unterkunft, Lager) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) hatte, und nicht einmal (auch nicht) [mit] einer Kette&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] einer Kette&#039;&#039; Instrumentaler Dativ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
konnte man ihn noch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht einmal … man … noch&#039;&#039; W. „nicht einmal … niemand … nicht mehr“. Die dreifache Verneinung intensiviert die ausgedrückte Unmöglichkeit. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bändigen (festhalten, fesseln). &lt;br /&gt;
{{S|4}} Er war nämlich schon mehrfach [mit] Fußfesseln und Ketten (Handfesseln)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Fußfesseln und Ketten&#039;&#039; ([[Instrumentaler Dativ]]). Schöner wäre „(eisernen) Fuß- und Handfesseln“, etwas freier auch „an Händen und Füßen mit Ketten gefesselt“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefesselt worden und (aber) hatte [jedes Mal] die Ketten (Handfesseln) zerrissen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zerrissen&#039;&#039; W. „auseinander zerrissen“ (vgl. LN 19.29).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Fußfesseln zerrieben (zerschmettert),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte ... zerrissen und … zerrieben&#039;&#039; W. „(die Ketten) waren zerrissen und zerrieben worden“&amp;lt;/ref&amp;gt; und niemand war stark [genug], ihn unter Kontrolle zu bringen (zu bezwingen, überwältigen, bändigen). &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und die ganze Zeit (ununterbrochen, ständig), nachts wie tags, hielt er sich (war) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) oder (und) in den Bergen auf, wo (wobei, während) er schrie (schrie er in den Grabhöhlen oder in den Bergen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hielt er sich … auf … wo (wobei, während) er schrie&#039;&#039; Oder einfach „schrie er ununterbrochen … und schnitt sich“. W. ἦν κράζων (w. „war schreiend“) Dieses so genannte periphrastische oder [[Umschreibendes Partizip|umschreibende Partizip]] kann man verschieden übersetzen. Häufig dient es als Beschreibung eines anhaltenden Zustands. Hier wurde das Hauptverb aus stilistischen Gründen separat übersetzt, auch um besser auf den beschriebene Zustand zu verweisen (weitere Infos auf der verlinkten Seite). Der Satz lässt sich auch als HS+[[Ptz. conj.]] (modal-temporal) übersetzen wie in der Klammer, der Unterschied trägt nichts aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sich [mit] Steinen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Steinen&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schnitt (verletzte; auf sich einschlug)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schnitt&#039;&#039; Deutsche Übersetzungen geben das Wort meist als „auf sich einschlagen“ wieder, doch das Wort heißt eigentlich „(zer)schneiden“, „zerstückeln“. Die Übersetzung „sich schlagen“ ist im Zusammenhang mit Steinen nicht unbedingt die einzig denkbare (LN 19,21; vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/κατακόπτω LSJ]).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und als (weil) er Jesus von Weitem sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als/weil er sah&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler (oder kausaler) Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam er angerannt und warf sich vor ihm nieder&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;warf sich vor ihm nieder&#039;&#039; Das Wort impliziert eine unterwürfige, anbetende Haltung. Zwar erweist der Besessene Jesus in diesem Augenblick wohl noch keine religiöse Verehrung, aber zumindest bezeugt er großen Respekt. Er erkennt ihn als jemanden, der Macht über ihn hat, wie der nächste Vers zeigt (vgl. Collins 2007, 267).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|7}} {und} Er schrie [mit] lauter Stimme&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] lauter Stimme&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er schrie ... und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal), mit „und“-Kombination aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Was willst du von mir&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von mir?&#039;&#039; W. „Was mir und dir?“ In Mk 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was habe ich dir getan? Lass mich in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was habe ich mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von mir?“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, Jesus, Sohn des Gottes, des Höchsten (des höchsten Gottes)? Ich beschwöre dich bei Gott, mich nicht zu quälen (foltern)!“&lt;br /&gt;
{{S|8}} Denn [Jesus] hatte zu ihm gesagt (sagte gerade/wiederholt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte gesagt (sagte gerade/wiederholt)&#039;&#039; übersetzt das [[Imperfekt]], das in diesem Kontext zweierlei anzeigen kann: 1. eine vorvergangene Handlung (Siebenthal 2001 §198f): dass Jesus dies vor der Bitte des Dämons gesagt hatte. 2. eine im Verlauf befindliche Handlung (Siebenthal 2011 §198b): dass Jesus schon zu sprechen begonnen hatte, vielleicht nach der ersten Frage des Dämons. „Denn“ verweist auf den Grund für die in V. 7 geäußerte Bitte. Möglich, dass Jesus die Austreibungsformel mehrmals wiederholte (so Mann 1986, 279). Oder wie MEN: „im Begriff war...“ Fast alle Übersetzungen folgen der ersten Möglichkeit (s. BDR §347; Guelich 1989, 272; Collins 2007, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Komm heraus (Fahre aus, verlass) aus dem Mann, unreiner Geist!“,&lt;br /&gt;
{{S|9}} und er fragte ihn: „Was [ist] dein Name?“, und er antwortete (sagte) {zu ihm}: „Mein Name [ist] ‚Legion‘&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Legion&#039;&#039; Lat. Lehnwort, das die militärische Einheit bezeichnet. Wahrscheinlich ist es nicht der tatsächliche Name des/der Dämonen, sondern eine ausweichende Antwort als Teil des Schlagabtauschs. Die Anzahl der Dämonen scheint jedoch zumindest grob in der Größenordnung einer Legion (4-6000 Mann) zu liegen (Collins 2007, 269; Guelich 1989, 281).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Was [ist] dein Name?“&#039;&#039; und &#039;&#039;„Mein Name [ist]...“&#039;&#039; W. „Was (für ein) Name [ist] dir?“ etc. ([[possessiver Dativ]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt; denn wir sind viele.“ &lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er flehte (bat) ihn immer wieder (inständig)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder (inständig)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen, die meisten Übersetzungen intensivieren (vgl. aber V. 23, 38 und 43).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an, {dass} sie nicht aus der Gegend (Gebiet, Land) wegzuschicken (zu vertreiben).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Nun (aber, und) weidete (wurde gehütet) in der Nähe (dort) am Berghang&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;am Berghang&#039;&#039; W. „an dem Berg“. Die Präposition weist auf einen Hang hin (vgl. EÜ, NGÜ, GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gerade&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weidete gerade&#039;&#039; [[Periphrastische Konjugation]], die das Imperfekt umschreibt und die Gleichzeitigkeit des durativen Aspekts stärker betont.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine große Schweineherde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schweineherde&#039;&#039; W. „Herde [der] Schweine“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie baten (flehten an) ihn {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagend&amp;quot;&amp;gt;{sagend} [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Schicke (Treibe) uns in die Schweine! Wir wollen (damit wir)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wir wollen (damit wir)&#039;&#039; Die Konjunktion ἵνα wird hier (v.a. aus stilistischen Gründen) als selbständiger Begehrungssatz übersetzt (NSS). Vgl. ZÜR, MEN.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in sie fahren!“,&lt;br /&gt;
{{S|13}} und er erlaubte [es] ihnen. Da (Und) fuhren die unreinen Geister aus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fuhren aus und&#039;&#039; Temporales oder modales [[Ptz. conj.]], hier mit Hilfe einer „und“-Kombination beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fuhren in die Schweine, und die Herde raste (stürzte sich, stürmte) den Abhang hinunter ins Meer (den See), ungefähr zweitausend, und ertranken im Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ertranken im Meer&#039;&#039; Eigentlich können Schweine schwimmen (France 2002, 231). Allerdings ist es gut vorstellbar, dass ihre Panik und schiere Masse (viele Schweine würden im Wasser aufeinander landen und einander unter Wasser drücken) dazu führte, dass sie trotzdem ertranken.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|14}} Und ihre Hirten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Hirten&#039;&#039; Oder etwas wörtlicher „die sie hüteten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ergriffen die Flucht (liefen davon) und verbreiteten (verkündeten, erzählten) [die Nachricht] in der Stadt und auf dem Land (den Höfen, Dörfern)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Land&#039;&#039; W. „Felder“, eine Metonymie für das Land (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „Höfe, Dörfer“ (BA ἀγρός 2; NSS), was wohl in Mk 6,36 gemeint ist. Zusammen bilden „Stadt und Land“ einen Merismus.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Und [die Leute] machten sich auf (kamen), [um] zu sehen, was das Geschehene war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was das Geschehene war&#039;&#039; W. „was das Geschehene ist“; der Objektsatz steht in der selben Zeit, in der direkte Rede stehen würde (vgl. Zerwick § 346; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und sie erreichten (kamen zu) Jesus und sahen (als sie erreichten, sahen sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erreichten&#039;&#039; und &#039;&#039;sahen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. „und … und“ lässt sich im Deutschen auch als „als … da“ wiedergeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie, dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen sie, dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&#039;&#039; Dreifaches [[AcP]]. Aus stilistischen Gründen (allerdings im Rahmen des griechischen Satzbaus) wurde nur das erste Ptz. als Teil des AcP aufgelöst und die anderen beiden Partizipien [[Ptz. conj.|modal]] verstanden. &#039;&#039;bekleidet&#039;&#039; bedarf keiner Auflösung, &#039;&#039;bei Verstand&#039;&#039; gibt das Ptz. als Präpositionalphrase wieder.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
derjenige, der die Legion gehabt hatte! – und fürchteten sich.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die, die [alles] gesehen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die, die [alles] gesehen hatten&#039;&#039; Substantiviertes Ptz. Aor., als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählten (schilderten) ihnen, was (wie) mit dem Besessenen passierten war, und von den Schweinen.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Da (Und) drängten (baten, forderten auf) sie ihn,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;baten sie ihn&#039;&#039; W. „fingen an zu bitten“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Beginnen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Übersetzt man das [[Imperfekt]], dann vielleicht so wie ZÜR: „Da baten sie ihn immer dringlicher“ (iterativ), MEN: „Da verlegten sie sich aufs Bitten“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr Gebiet zu verlassen (fortzugehen aus). &lt;br /&gt;
{{S|18}} {Und} Als er ins Boot stieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als er ins Boot stieg&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bat (flehte) ihn der, der besessen gewesen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der, der besessen gewesen war&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als Relativsatz aufgelöst. Eine schönere Übersetzung wäre vielleicht „der vormals Besessene“ oder auch „der ehemalige Besessene“. MEN: „der (früher) Besessene“, GNB sogar: „der Geheilte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum, {dass} bei ihm bleiben [zu dürfen].&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber (und) er erlaubte es ihm (ließ ihn) nicht, sondern sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Geh nach Hause (in dein Haus) zu den Deinen und berichte (verkünde, erzähle) ihnen, was der Herr dir getan hat und [wie] er Erbarmen mit dir hatte!“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und (Da) er ging fort und begann in der Dekapolis (im Zehnstädtegebiet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dekapolis&#039;&#039; Die Dekapolis war eine Region von etwa zehn Städten im heutigen Jordanien, als östlich des Jordan und des Sees Gennesaret. Weitere Informationen liefert der Artikel [[Dekapolis]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu erzählen (predigen, verkündigen), was Jesus ihm getan hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was Jesus ihm getan hatte&#039;&#039; - W. „was getan hatte ihm Jesus“ - „Jesus“ ist bewusst nachgestellt, um den Kontrast zu betonen, der zw. V. 20 und dem parallelen V. 19 besteht („was &#039;&#039;der Herr&#039;&#039; dir getan hat“). Der Geheilte verkündigt Jesus als „den Herrn“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und alle staunten (wunderten sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;staunten (wunderten sich)&#039;&#039; Eine zeitgemäßere, treffende Übersetzung wäre vielleicht „sie konnten es kaum glauben“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|1|45}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und nachdem Jesus mit dem (im) Boot&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit dem (im) Boot&#039;&#039; Textkritik: In mehreren alten Handschriften fehlt dieser Teil oder steht an anderer Stelle. Zwar setzt NA28 die Worte als unsicher in eckige Klammern, aber da die wichtigsten alexandrinischen und auch die byzantinischen Zeugen sie enthalten, gibt es keinen gewichtigen Grund, sie als spätere Hinzufügung zu verstehen. Wahrscheinlich fehlen sie in den entsprechenden Handschriften entweder aufgrund eines Versehens oder in Anpassung an Lk 8,40 (Guelich 1989, 290; Metzger 1994, 72f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wieder (zurück) ans andere Ufer gefahren war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … gefahren war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
versammelte sich eine große Menschenmenge bei ihm. {und} Er war gerade (während, noch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gerade …&#039;&#039; (V. 22) &#039;&#039;als&#039;&#039; W. „und … und“ dient hier wieder als Temporalangabe, daher die Übersetzung. Die Zeitangabe könnte sowohl zu V. 21 (LUT, MEN, ELB, ZÜR) als auch zu V. 22 gehören (EÜ, GNB, NGÜ). Diese spezifische Angabe scheint jedoch eher die spezifische Situation von V. 22 einzuleiten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
am Meer (See),&lt;br /&gt;
{{S|22}} als (da, und) einer der Synagogenvorsteher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Synagogenvorsteher&#039;&#039; - Zur Zeit Jesu wurden Synagogen von Laien geleitet; diese waren verantwortlich v.a. für die Leitung des Gottesdienstes, aber auch für die finanziellen, administrativen und politischen Aspekte des Synagogenlebens (TRE 32, S. 506).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
namens Jairus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;namens Jairus&#039;&#039; Gr. der Dativ von Name (possessiver Dativ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam, und als er ihn sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ihn sah&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
warf (fiel)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; und &#039;&#039;warf sich&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich ihm vor die Füße&lt;br /&gt;
{{S|23}} und bat (flehte an) ihn inständig (mehrfach)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;inständig (mehrfach)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen. Hier scheint die intensivierende Funktion besser zu passen (vgl. V. 38 und 43, aber auch V. 10).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagend&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;[[ὅτι recitativum]] bleibt unübersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Meine kleine Tochter ist dem Tode nahe (liegt im Sterben, ist todkrank)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist dem Tode nahe&#039;&#039; Das Gr. ἐσχάτως ἔχει kann man nicht ohne weiteres übersetzen, es bedeutet „sie schwebt in Lebensgefahr“ (sinngemäß nach Collins 2007, 279), „sie ist todkrank“ (sinngemäß nach LN 23.151; auch ZÜR, MEN, GNB), „liegt in den letzten Zügen“ (LUT, ELB), „liegt im Sterben“ (NGÜ, EÜ). ist dem Tode nahe nach Guelich 1989, 290.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
komm doch und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;komm doch und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Beiordnung übersetzt. Wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lege ihr deine Hände auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Komm doch und lege ihr deine Hände auf&#039;&#039; Im Griechischen handelt es sich um einen selbständigen Nebensatz, der mit der finalen Konjunktion ἵνα eingeleitet ist. Das ist eine andere Möglichkeit, einen Imperativ auszudrücken oder vielleicht zu umschreiben (Siebenthal 2011, §268c; BDR §387.3a; NSS). Obwohl die Grammatiken das nicht erwähnen, ist es möglich, dass es sich um eine elliptische Formulierung handelt und wir uns den Hauptsatz dazuzudenken haben (so France 2002, 236 mit Verweis auf Mk 10,51). Dann könnte man übersetzen: „[Ich bitte dich/möchte], dass du kommst und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
damit sie gerettet (geheilt) wird und am Leben bleibt (lebt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und er ging mit ihm, und eine große Menge folgte ihm, und sie drängten sich um ihn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drängten sich um ihn&#039;&#039; Das griechische Wort konnotiert großen Druck und kann in anderen Zusammenhängen auch „zusammendrücken“ heißen ([http://lsj.translatum.gr/wiki/%CF%83%CF%85%CE%BD%CE%B8%CE%BB%CE%AF%CE%B2%CF%89 LSJ]). Den Druck der Menge beschreibt Markus also sehr plastisch. Etwas freier: „es herrschte ein großes Gedränge“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und eine Frau, die [seit] zwölf Jahren an Blutungen (Blutfluss) litt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [seit] zwölf Jahren an Blutungen litt&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;Blutungen (Blutfluss)&#039;&#039; W. „Ausfluss [des] Blutes“. &#039;&#039;an Blutungen litt&#039;&#039; W. „war zwölf Jahre mit Blutfluss“. Adela Yarbro Collins zeigt anhand verschiedener zeitgenössischer griechischer Texte, dass es sich dabei um einen (wohl mit der Weiblichkeit zusammenhängenden) Blutausfluss („flow of blood“, Gr. ῥύσις αἵματος) handelt, nicht um eine gewöhnliche Blutung („hemorrhage“, Hämorrhagie, Gr. αἱμορραγία)(Collins 2007, 280). Vermutlich gehörte diese Blutung in den Reinheitsgeboten zu den unreinen Menstruationsblutungen (Lev 15,19–33). Lev 15,25 LXX benutzt in diesem Zusammenhang den gleichen Begriff für die beschriebene Blutung. Die Frau war nicht nur dauerhaft unrein, sondern verunreinigte auch alles, was sie berührte (Guelich 1989, 296f.; France 2002, 236f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Levitikus|15|25}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} und mit (durch) vielen Ärzten viel durchgemacht (erduldet, erlitten) hatte, die ihren gesamten Besitz (Vermögen, Habe) ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen (einen Nutzen davon zu haben); stattdessen (im Gegenteil) war es ihr immer schlechter gegangen (schlimmer geworden),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durchgemacht … die ... ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen … gegangen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. (4x), vorzeitig übersetzt und (teils unter Wiederholung des Relativpronomens) an den im vorigen Satz begonnen Relativsatz gehängt. Das Hauptverb erfolgt erst in V. 27. Theoretisch könnte man die Partizipien auch als kausale [[Ptz. conj.]] verstehen. &#039;&#039;ohne etwas zu erreichen&#039;&#039; Aus stilistischen Gründen als Infinitivsatz wiedergegeben. Der Teilsatz hat adversative Konnotation, man könnte ihn im Indikativ folgendermaßen wiedergeben: „aber es hatte nichts genützt“ (GNB, NGÜ, EÜ, ZÜR), „es hatte ihr nichts geholfen“ (LUT). &#039;&#039;war es ihr immer schlechter gegangen&#039;&#039; W. etwa „war sie zum Schlechteren gekommen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|27}} als sie (die) von Jesus hörte, näherte sich (kam)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie (die) ... hörte, näherte sie sich … und&#039;&#039; Zwei [[Ptz. conj.]] (Präsens und Aorist), temporal aufgelöst. Das erste könnte man auch [[Attr. Ptz.|attributiv]] verstehen und in den vorangehenden Relativsatz einreihen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[diese Frau] in der Menge von hinten und berührte (fasste an) seine Kleidung (Gewand).&lt;br /&gt;
{{S|28}} Sie sagte sich (dachte) nämlich:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wenn ich auch nur seine Kleider (Kleidung) berühre (anfasse), werde ich geheilt (gerettet) werden!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte sich&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier die Begründung an, die die Frau sich zurechtgelegt hatte und bis zu ihrer Heilung hegte (für ähnliche Aussagen vgl. 3,21; 6,18; 14,2). Sie ist als (normaler) prospektiver Konditionalsatz formuliert: Die Frau rechnet sich aus, dass die Folge (die Heilung) – vermutlich – eintreten wird, wenn die Bedingung (die Berührung) erfüllt ist (Siebenthal 2011, §282).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und die Quelle ihre Blutes versiegte (vertrocknete) auf der Stelle (sofort),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Quelle ihre Blutes versiegte&#039;&#039; Idiomatische (blumige?) Ausdrucksweise, die einfach bedeutet: „ihr Blutverluss/ihre Blutung hörte auf“ (LN 23.182; NSS). Die Formulierung entspricht wörtlich der in Lev 12,7 LXX, wo es um die Reinigung einer Frau nach der Geburt geht. Dort erklärt der Priester die Frau für geheilt, nachdem sie ein Lamm als Sühneopfer dargebracht hat. Mit diesem Echo (schon das zweite in dieser Szene nach der gr. Formulierung für „Blutung“ in V. 25) bringt Markus nicht nur die Dimension der rituellen Unreinheit vor dem Gesetz ins Spiel, sondern verbindet Jesus auch indirekt mit dem Priester, der ihre Reinheit vor Gott wieder herstellt (vgl. Guelich 1989, 297). Allerdings geht es in der Geschichte nicht um Reinheit und Unreinheit, sondern in erster Linie um die Heilung von einem chronischen Leiden. Die Frage der Reinheit wird von allen Beteiligten mit völliger Missachtung gestraft – selbst von den zahlreichen Menschen, von denen man erwarten dürfte, dass die Frau sie in der Menge berührt und damit unrein gemacht hat, ist nichts dazu zu hören (Collins 2007, 283f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie bemerkte (wusste, spürte) [an (in) ihrem] Körper&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[an (in) ihrem] Körper&#039;&#039; Wohl instrumentaler oder lokaler [[Dativ]]; hier soll es aber wohl nur markieren, dass es sich bei ihrem „merken“ um eine körperliche Empfindung handelt (Grosvenor/Zerwick), daher besser „spürte sie &amp;lt;s&amp;gt;an ihrem Körper&amp;lt;/s&amp;gt;“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, dass sie von [ihrem] Leiden (Qual)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leiden (Qual)&#039;&#039; W. „Geißel“, übertragen „Plage“. Per Bedeutungserweiterung auch „Leiden“ oder „Gebrechen“ (vgl. LN 23.182).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geheilt war.{{par|Levitikus|12|7}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und Jesus, der (als/weil er) innerlich (bei sich) sofort merkte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als/weil er) merkte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal oder kausal), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass Kraft [von ihm] ausgegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;merkte, dass Kraft [von ihm] ausgegangen war&#039;&#039; [[AcP]] Oder anders aufgelöst: „[die] Kraft bemerkte, die...“ Das Ptz. Aor. Könnte man evtl. auch gleichzeitig verstehen „sofort bemerkte, dass Kraft von ihm ausging“ (vgl. EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
drehte sich in der Menschenmenge um und fragte (sagte, wiederholte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte (sagte, wiederholte)&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]]. Markus benutzt diese spezielle Form recht häufig (bes. in Kap. 4), sodass der durative Aspekt möglicherweise nur schwach vorhanden ist. Hier könnte die Form ausdrücken, dass Jesu Nachfrage ergebnislos blieb (Siebenthal 2011, §195g; §198l). Das Imperfekt könnte an dieser Stelle jedoch ebenso ausdrücken, dass Jesus mehrmals (iterativ) nachfragte.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wer hat meine Kleider (Kleidung) berührt (angefasst)?“ &lt;br /&gt;
{{S|31}} Aber (Und, Da) seine Jünger meinten (sagten) {ihm}: „Du siehst die Menschenmenge, die sich um dich drängt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die sich um dich drängt&#039;&#039; [[Atr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Zum Wort s. die Fußnote in V. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagst: ‚Wer hat mich berührt (angefasst)?‘“&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er schaute sich um, [um] die [Person] zu sehen, die es gewesen war (getan hatte).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [Person], die es gewesen war (getan hatte)&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. im Femininum. Dass das Partizip schon im richtigen Geschlecht steht, weist eher auf die Perspektive des allwissenden Erzählers hin als darauf, dass Jesus gezielt nach einer Frau Ausschau hält (Collins 2007, 283 Fn 158). Die meisten Übersetzungen (bis auf NGÜ) formulieren hier jedoch explizit weiblich. &#039;&#039;[Person]&#039;&#039; ist ein eleganter Mittelweg, weil das Wort (im Singular) im Sprachgebrauch häufiger „Frau“ als „Mann“ umschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|33}} Die Frau fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (3x). Die ersten beiden sind modal und hier als selbständiger Hauptsatz aufgelöst (das modifizierte Verb bildet den zweiten Satz des Verses), das dritte ist kausal und als entsprechender Nebensatz aufgelöst. Schön ZÜR: „kam, verängstigt und zitternd, weil sie wusste“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
was mit ihr passiert war. Sie kam und warf sich (fiel) vor ihm nieder und erzählte (sagte) ihm die ganze Wahrheit.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Doch er sagte zu ihr: „Tochter, dein Glaube (Vertrauen) hat dich gesund gemacht (gerettet). Geh in Frieden, und sei (bleibe) von deinem Leiden (Plage)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesund (geheilt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|35}} Während er noch redete,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Während er noch redete&#039;&#039; Temporaler [[Gen. abs.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[Angehörige (Leute aus dem Haus)] des Synagogenvorstehers und richteten aus (sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und richteten aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-modal, beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Deine Tochter ist gestorben. Was (Warum) bemühst du noch den Lehrer?“&lt;br /&gt;
{{S|36}} Aber Jesus, der mitbekommen hatte (hörte zu; überhörte, missachtete), wie die Botschaft (Meldung, Wort) ausgerichtet (gesagt) wurde,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der mitbekommen hatte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (Aor.), modal, kausal oder temporal, hier als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie die Botschaft ausgerichtet wurde&#039;&#039; [[AcP]], mit „wie“ aufgelöst. Übersetzt man das Wort παρακούω nicht als &#039;&#039;mitbekommen&#039;&#039;, sondern als „überhören, missachten“ (so MEN, ELB mit Guelich 1989, 291. Das Ptz. Aor. wäre dann gleichzeitig zu übersetzen), dann kann man übersetzen: „Unter Missachtung dieser Meldung sagte Jesus“ (Präpositionalphrase) oder parataktisch: „Jesus aber überhörte das Wort, das geredet wurde“ (ELB). Sehr schön MEN: „Jesus aber ließ die Nachricht, die da gemeldet wurde, unbeachtet“ oder die Alternativübersetzung der NGÜ: „Jesus schenkte diesen Worten keine Beachtung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu dem Synagogenvorsteher: „Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&#039;&#039; Beide Imperative stehen im Präsens, der durativischen Befehlsform, die das Fortsetzen (bzw. negativ Aufhören mit) einer schon begonnenen Handlung konnotiert. Die implizierte Botschaft ist also „Fürchte dich nicht (länger)! Vertraue/glaube einfach (weiter)!“ (Siebenthal 2011, §212e; Collins 2007, 285).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und er ließ (erlaubte) niemanden mitkommen (ihn begleiten) außer Petrus, {und} Jakobus und Jakobus&#039; Bruder Johannes. &lt;br /&gt;
{{S|38}} Als (Und) sie zum (in das) Hau des Synagogenvorstehers kamen, {und} sah&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; und &#039;&#039;sah&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er ein lärmendes Durcheinander (Aufregung, Tumult)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein lärmendes Durcheinander&#039;&#039; Die treffendste Übersetzung der Hauptbedeutung ist vielleicht „Aufruhr“ oder „Tumult“: Es herrscht Lärm, Durcheinander (LUT, MEN, ELB: „Getümmel“), und häufig bezieht es sich im NT auf kurzfristige Tumulte gegen die römische Herrschaft (Mk 14,2 par Mt 26,5; Mt 27,24; Apg 20,1; 21,34). Hier ist eher ein großes, lärmendes Durcheinander gemeint. EÜ: „Lärm“, NGÜ: „helle Aufregung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [Menschen], die heftig heulten (weinten) und wehklagten (heulten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er … [Menschen], die heftig heulten und wehklagten&#039;&#039; [[AcP]] (zwei Ptz.), unter Ergänzung eines Objekts mit Relativsatz wiedergegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|39}} und nach dem (beim) Eintreten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach dem (beim) Eintreten&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen: „Warum seid ihr so erregt (lärmt) und heult (weint)? Das Kind (Kindlein) ist nicht tot, sie schläft nur!“&lt;br /&gt;
{{S|40}} Da (Und) lachten sie ihn aus. Doch [Jesus] schickte (trieb, warf) alle hinaus, dann nahm er den Vater und die Mutter des Kindes (Kindleins) und [alle], die bei ihm [waren], mit und ging&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahm mit&#039;&#039; und &#039;&#039;ging&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; in [das Zimmer], wo sich das Kind (Kindlein) befand. &lt;br /&gt;
{{S|41}} {Und} Er nahm die Hand des Kindes (Kindleins)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er nahm die Hand&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal-modal, beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihr: „Talita kum!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Talita kum!“&#039;&#039; Aramäisch für „Mädchen, steh auf!“ &#039;&#039;Kum&#039;&#039; ({{hebr}}קום{{hebr ende}}) ist der maskuline Imperativ. Textkritik: Viele Handschriften enthalten die korrektere feminine Form „kumi“ ({{hebr}}קומי{{hebr ende}}). Die maskuline Form wurde gelegentlich auch bei Frauen benutzt, zudem wurden beide Formen zu Jesu Zeit wohl gleich ausgesprochen. Das macht die männliche Form zwar schwieriger, aber nicht falsch, während die weibliche Form eine absichtliche Korrektur ist (Metzger 1994, 74f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, das heißt übersetzt: „Mädchen, ich sage dir, steh (wach) auf!“&lt;br /&gt;
{{S|42}} {Und} Das Mädchen erhob sich auf der Stelle (sofort) und begann umherzugehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann umherzugehen&#039;&#039; Als [[inchoatives Imperfekt]] übersetzt (vgl. Guelich 1989, 303).&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
sie war nämlich zwölf Jahre [alt]. {Und} Da (sofort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Da (sofort)&#039;&#039; Textkritik: Die Bezeugung dieses Worts ist nicht eindeutig, was dazu geführt hat, dass es im NA28 mit eckigen Klammern versehen ist. Die externe sowie die interne Bezeugung sprechen jedoch eher für seine Ursprünglichkeit (Willker 2013, 205; Guelich 1989, 291).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit (Entgeisterung, Verblüffung, Entsetzen) [ganz] fassungslos (außer sich, entgeistert, erstaunt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit [ganz] fassungslos&#039;&#039; Es handelt sich wohl um eine Formulierung, die bewusst hebraisierend an das Griechisch der Sepuaginta angelehnt ist. Das mit dem Verbalsubstantiv derselben Wurzel im Dativ verbundene Verb ist eine Nachahmung der hebr. Konstruktion mit Verb+[[Inf. abs.]] („Septuagintismus“, Guelich 1989, 291; BDR §198.6). Dasselbe Verb beschreibt in Mk 2,12 und 6,51 die fassungslose Reaktion der Zeugen auf ein Wunder. Die von anderen gewählte Übersetzung „(Er)Staunen“ (ELB, MEN) ist vielleicht etwas blass, das seit Luther verbreitete „Entsetzen“ (LUT, EÜ, GNB, ZÜR) zwar vorstellbar, aber etwas unpassend. Der [[Dativus modi]] führt zur Einfügung von [vor], das fehlende Subjekt zur sinngemäßen Ergänzung von [alle]. Wörtlich könnte man vielleicht übersetzen: „[vor] großem Außersichsein [ganz] außer sich sein“, etwas freier übersetzt dann so wie hier. LUT: „Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen.“, EÜ: „Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen.“. Schön NGÜ: „zum grenzenlosen Erstaunen aller“, NeÜ: „Mit fassungslosem Erstaunen sahen alle, wie“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er machte ihnen unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen, die meisten Übersetzungen intensivieren. Vgl. V. 23 und 38, aber auch V. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
klar (ordnete an, schärfte ein), dass niemand davon erfahren [dürfe], zudem (und) sagte er, [man solle]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[man solle]&#039;&#039; Der griechische Infinitivsatz ist (dem Deutschen ganz ähnlich) final. In der gegenwärtigen Formulierung ist im Deutschen eine finale Satzeinleitung notwendig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr [etwas] zu Essen geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_9&amp;diff=17673</id>
		<title>Markus 9</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_9&amp;diff=17673"/>
		<updated>2014-08-29T07:04:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und weiter&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weiter sagte er&#039;&#039; - W. &#039;&#039;Und er sagte&#039;&#039;. Das καὶ schließt direkt an den vorangehenden Abschnitt an; das [[Impf.]] drückt die Fortsetzung der Rede aus; „sechs Tage später“ in V. 2 markiert einen Einschnitt zw. Vv. 1.2. V. 1 wird daher auch von nahezu allen Exegeten noch dem Abschnitt 8,34-38 zugeordnet; auch einige alte Manuskripte begannen das neue Kapitel erst bei V. 2. Zur Zuordnung vgl. bes. gut van Iersel 1998, S. 291f. &#039;&#039;Weiter&#039;&#039; soll diesen Zusammenhang zum Ausdruck bringen. So auch R-S; ähnlich CSB, NCV. Gut auch ALB, CEB, CJB, GN, GNT, MEN, NeÜ, NGÜ, NL, NLT, WNT: „Und er fuhr fort“ / „Und er fügte hinzu“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
sagte er zu ihnen: „Amen (Wahrlich, Ja), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Amen, ich sage euch&#039;&#039; - nicht-responsorisches °Amen°: Jesus spricht als einer, der bevollmächtigt ist, Aussagen über das „Kommen des Reiches Gottes“ zu machen und auch über das nötige Wissen verfügt. Zusammen mit der Konstruktion οὐ μὴ + Aorist Konjunktiv - der stärkstmöglichen Verneinung zukünftiger Geschehnisse im Griechischen (Wallace, S. 468) - in οὐ μὴ γεύσωνται &#039;&#039;sie werden garantiert nicht schmecken&#039;&#039; wird so das folgende als absolut sichere Aussage markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es gibt einige unter denen, die hier stehen,die den Tod nicht schmecken (nicht sterben)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;den Tod nicht schmecken&#039;&#039; - jüdisches Idiom; vgl. B/S I, S. 751f. Die Bedeutung ist wohl etwa „sterblich sein und sich dieser seiner Sterblichkeit schmerzlich bewusst sein“; vgl. BDAG 195; NET &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;. BB, Camacho/Mateos 1994, CEB, GNT, GW, HfA, NCV, NGÜ, NIRV, NL, NLT, Pesch 1977, S. 66 einfach: „nicht sterben“ - das ist wohl die einfachste Lösung.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
werden, bis (bevor, ehe) sie gesehen haben, wie Gottes Reich (Herrschaft)&amp;lt;ref&amp;gt;zu &#039;&#039;Reich Gottes&#039;&#039; vgl. Terminologie/[[Reich Gottes]].&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Macht (Kraft) gekommen ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gekommen ist&#039;&#039; - W. &#039;&#039;bis sie gesehen haben das Reich Gottes gekommen in Macht&#039;&#039;. Das [[Perfekt]] ἐληλυθυῖαν &#039;&#039;gekommen&#039;&#039; drückt hier aus, dass die Genannten das schon jetzt nahe Reich Gottes vollständig realisiert sehen werden, bevor sie sterben (vgl. Collins 2007, 413).&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{par|Markus|13|26}}{{par|Lukas|2|26}}{{par|Johannes|8|52}}{{par|Apostelgeschichte|1|6}}{{par|Hebräer|2|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|2}} Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes (die Brüder Jakobus und Johannes?)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Viele Hss. haben vor &#039;&#039;Johannes&#039;&#039; (wie vor &#039;&#039;Petrus&#039;&#039; und &#039;&#039;Jakobus&#039;&#039;) einen Artikel; noch mehr (und die meisten krit. Editionen - nicht aber NA28) aber sparen ihn an dieser Stelle aus. Die zweite Variante ist etwas wahrscheinlicher (vgl. [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/TC-Mark.pdf Wilckens 2014], S. 351f). Diese asymmetrische Setzung und Aussparung soll vielleicht die Geschwister Jakobus und Johannes syntaktisch näher zusammenrücken (ebd., S. 352); die Hinzufügung von „die Geschwister“ war die beste Möglichkeit, die mir einfiel, das nachzubilden. Wahrscheinlich ist es aber bedeutungslos, so dass man in die LF wie gehabt die Fließtextfassung übernehmen kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und führte sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahm mit und führte sie&#039;&#039; - Typisch markinische Redundanz (daher auch [[Lukas 9#s28 |Lk 9,28]]: „Er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich &#039;&#039;und stieg&#039;&#039; auf den Berg.“); hier aber zweckmäßig eingesetzt: Zusammen mit dem folgenden, ebenfalls gedoppelten &#039;&#039;für sich, allein&#039;&#039; wird so das häufige Motiv der Privatoffenbarung an ausgewählte Jünger besonders betont. Sehr gut WIL: „er führte sie - nur sie allein - auf einen hohen Berg.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
für sich, allein,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;s. letzte FN&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
auf einen hohen Berg, und er wurde vor ihnen (vor ihren Augen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vor ihnen&#039;&#039; - viele Üss. stilistisch gut: „vor ihren Augen“, aber Mk verwendet wohl bewusst „ihnen“: Die Geschehnisse der Perikope Mk 9,2-8 sind kein Selbstzweck, sondern &#039;&#039;für die Jünger bestimmt&#039;&#039;: &#039;&#039;Vor ihnen&#039;&#039; wird Jesus verwandelt; &#039;&#039;ihnen&#039;&#039; erscheinen Elija mit Mose, und &#039;&#039;ihnen&#039;&#039; („aus der Wolke“) deutet die „Stimme“ aus, was sie da eben gesehen haben.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
verwandelt (verwandelte sich):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde verwandelt (verwandelte sich)&#039;&#039; - Entweder Passivum divinum &#039;&#039;wurde verwandelt&#039;&#039;, also sinngemäß „wurde von Gott verwandelt“ (so z.B. Dschulnigg 2007, S. 245; Kmiecik 1997, S. 134; Pesch 1977, S. 72; Wördemann 2008, S. 44) oder reflexives Passiv &#039;&#039;verwandelte sich&#039;&#039; (so z.B. Haenchen 1966, S. 308; Kleist 1937, S. 214). Die erste Variante ist wahrscheinlicher: In Mk 9,2-8 wurde vermutlich die Textsorte „Epiphanie“ (=Erscheinung Gottes) mit der hellenistischen Textsorte „Metamorphose“ (=Verwandlung) verschmolzen (vgl. gut Wördemann 2008, S. 37f), um die Epiphanie als &#039;&#039;Christophanie&#039;&#039; darstellen zu können: &#039;&#039;Christus&#039;&#039; offenbart sich auf dem Berg in seiner göttlichen Herrlichkeit. In der hellenistischen Textsorte Metamorphose ist es aber üblich(er), dass die Verwandelten &#039;&#039;von Göttern&#039;&#039; verwandelt werden. Auch ist es ja in V. 7 Gott, der den Jüngern die Geschehnisse ausdeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Exodus|24|13|15}}{{par|2Petrus|1|16|18}}{{par|2Korinther|3|18}}&lt;br /&gt;
{{S|3}} {und} Seine Obergewänder {wurden} strahlten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;periphrastisch&amp;quot;&amp;gt;V. 3: &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;wurden&amp;lt;/s&amp;gt; strahlten&#039;&#039;, V. 4: &#039;&#039;sprachen &amp;lt;s&amp;gt;waren im Gespräch&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039;, V. 6: &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;waren in Furcht geraten&amp;lt;/s&amp;gt; fürchteten sich&#039;&#039;, V. 7: &#039;&#039;Und eine Wolke &amp;lt;s&amp;gt;entstand und&amp;lt;/s&amp;gt; überschattete sie&#039;&#039; - nicht: „wurden strahlend“ oder „begannen zu strahlend“, „waren im Gespräch“, „war in Furcht geraten“ und „es entstand eine Wolke und überschattete sie“: periphrastisches Tempus (vgl. Pryke 1978, S. 36). Hier höchst passend, da diese Konstruktion wohl expressiver ist als ein gewöhnlicher Aorist.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[so] sehr (blendend) weiß&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;strahlten so sehr weiß&#039;&#039; - W. &#039;&#039;strahlten, sehr weiß&#039;&#039;: Wieder: typisch markinische Redundanz (so auch Marcus 2009); auch hier wieder zweckmäßig verwendet zur Steigerung „Strahlend-heit“ und „Weiß-heit“. Im Deutschen zum Glück leicht übertragbar durch adverbiale Wiedergabe von „sehr weiß“: „Sie strahlten blendend weiß / erstrahlten in blendendem Weiß“. Übersetze: „und seine Kleider erstrahlen in einem solch blendendem Weiß, dass auf der ganzen Erde kein einziger Tuchfärber sie derart weiß hätte machen können.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiße Kleider und Lichtherrlichkeit sind im neuen Testament und auch häufig in der altjüdischen und frühchristlichen Literatur Kennzeichen himmlischer Wesen (vgl. gut Gnilka 1979, S. 33; Lo 2012, S. 175). Das Motiv ist ähnlich aber auch im außerjüdischen und außerchristlichen Bereich verbreitet; vgl. Frenschkowski 1997, S. 185.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wie sie kein Walker&amp;lt;ref&amp;gt;zu &#039;&#039;Walker&#039;&#039; gut Dschulnigg 2007, S. 245: „Walker oder Tuchscherer krempelten Wolle, kratzten Tücher auf und reinigten schmutzige Gewänder. Der Vergleich verdeutlicht, dass die Kleider Jesu in himmlischem Glanz versetzt werden.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
auf der [ganzen] Erde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auf der [ganzen] Erde&#039;&#039; - eigentlich unnötig; natürlich geht es um irdische Walker. Der Sinn ist emphatisch (Cranfield 1959, S. 290), daher &#039;&#039;[ganzen]&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{derart}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;derart&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039; (οὕτως) - redundant nach οἷα &#039;&#039;so&#039;&#039; (Kleist 1937, S. 214). Kein Semitismus (gegen Grosvenor/Zerwick &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;); auch hier wieder zweckmäßige Redundanz zur Unterstreichung der „&#039;&#039;so&#039;&#039; unglaublichen Weißheit“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
weiß färben könnte. {{par|Exodus|34|29}}{{par|Psalm|104|1|2}}{{par|Daniel|7|9}}{{par|Daniel|12|3}}{{par|Maleachi|3|2}}{{par|Johannes|1|14}}{{par|Matthäus|28|3}}{{par|Philipper|3|21}}{{par|Offenbarung|3|5}}{{par|Offenbarung|4|4}}{{par|Offenbarung|7|9}}&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und es erschien ihnen Elija zusammen mit Mose&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija zusammen mit Mose&#039;&#039; - Der Ausdruck wird in der Exegese heftig diskutiert, weil doch Mose der wichtigere von beiden und daher die Reihenfolge von „Elija mit Mose“ merkwürdig sei (Kmiecik 1997, S. 138 glaubt sogar, dass die „falsche“ Reihenfolge der Nennung signalisieren soll, dass die Jünger nichts von dem verstehen, was sie sehen). In diesem Zhg. hat Heil 1999 den Vorschlag gemacht, dass durch die Konstruktion „X zusammen mit Y“ nicht X, sondern &#039;&#039;Y&#039;&#039; als das wichtigere Glied von beiden markiert würde. Folgte man dem, müsste man im Deutschen besser übersetzen: „Mose und Elija“. Allerdings sehe ich das Problem nicht. Man weiß schon lange, dass Mk sich stark am Elija-Elischa-Zyklus bedient hat, um sein Evangelium zu komponieren (vgl. z.B. van Iersel 1998, S. 64f): Elija ist schon im Mk-Ev. ein „Typos“ Christi; dass er daher auch als eine der beiden Figuren - selbst als die erstgenannte - in der Verklärungserzählung auftauchen sollte, scheint mir ganz natürlich. Ich sehe nicht, was gegen „Elija mit Mose“ spräche. Hier ist übrigens Mose ebenso wie Elija Typos Christi: Mose war deutlich das Vorbild für die Komposition der Perikope Mk 9,2-8; vgl. [[Exodus 24|Ex 24]]; [[Exodus 34|34]] (bes. auch die Interpretation dieser Stellen in [http://www.de.wikisource.org/wiki/Ueber_das_Leben_Mosis/Buch_2 Philo, VitMos II 66-76], bes. 69f.; dazu auch Wypadlo 2013, S. 393ff). Vermutlich ist dieses doppelte Typos-Verhältnis auch der Grund, warum es gerade Elija und Mose sind, die bei der Verklärung erscheinen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Auftreten von Elija und Mose macht aus V. 4 eine „Synkrisis“ (=Vergleich einer Person mit gleichrangigen historischen Größen und Vorläufern). Auch dies ist eine hellenistische Textsorte; auch sie ist hier integraler Bestandteil der Christophanie, die die Importanz Jesu - der sich gerade als Sohn Gottes offenbart - durch Vergleich mit Elija und Moses noch zusätzlich unterstreicht. Gut Berger 1984, S. 1175: „In den Evangelien halte ich den Teil der sogenannten &#039;Verklärung&#039; (Mk 9) für eine σύνκρισις, in dem sich Jesus mit Elia und Mose unterhält, die erscheinen (Mk 9,4). Jesus wird damit als einer gekennzeichnet, der in diese Größenordnung von Menschen gehört: Er ist ihr Genosse, weil sie mit ihm reden. Was sonst durch Typologie erreicht wird (vgl. die Darstellung Jesu nach Art von Elia und Elisa), geschieht hier mit Hilfe einer Erscheinung.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, und sie sprachen ({waren im Gespräch})&amp;lt;ref name=&amp;quot;periphrastisch&amp;quot; /&amp;gt; mit Jesus. &lt;br /&gt;
{{S|5}} Da {antwortete und}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;antworten&amp;quot;&amp;gt;V. 5.19: &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;antwortete und&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039;, V. 6: &#039;&#039;wie er reagieren (was er antworten)&#039;&#039; - Biblizismus: ἀποκρίνομαι &#039;&#039;antworten&#039;&#039; bedeutet in der Bibel häufiger nicht nur „erwiedern auf ein Angesprochen-sein“, sondern auch „reagieren auf einen Umstand“; vgl. Kleist 1937, S. 163; Wördemann 2008, S. 46. Denn Sinn treffen Camacho/Mateos 1994, CEB mit &#039;&#039;reagieren&#039;&#039;; im Deutschen aber besser schlicht: Vv. 5.19: „&#039;&#039;Da&#039;&#039; sprach Petrus/Jesus“; V. 5: „wie er reagieren sollte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sprach Petrus zu Jesus: „Meister (Rabbi)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meister (Rabbi)&#039;&#039; - „Rabbi“ wurde in nachbiblischer Zeit v.a. als Ehrentitel für Torah-Lehrer verwendet. Zur Verfassungszeit des NT hatte sich der Begriff aber vermutlich noch nicht als dieser &#039;&#039;terminus technicus&#039;&#039; etabliert und es war bloß eine allgemeine Ehrenbezeichnung; Marcus 2009 schlägt daher vor: „Sir“. „Meister“ nach ALB, BBE, HfA, H-R, HER, KAM, KAR, KJV, PAT, RSV, Taylor 1979, TMB, TYN, WBT, WYC&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, es ist gut, dass wir hier sind! Und lass uns (so lass uns denn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und lass uns (so lass uns denn)&#039;&#039; - konsekutives καὶ; „So lass uns denn...“ gut nach Reiser 1983, S. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
drei Hütten (Zelte) bauen - dir eine, Mose eine und Elija eine!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Von vielen Exegeten wird V. 5 theologisiert: Entweder heißt es dann, Petrus wolle unangemessenerweise den himmlischen Zustand dauerhaft festhalten (sozusagen: indem er die himmlischen Wesen an irdische Hütten bindet), oder er glaube, die Endzeit, in der die himmlischen Wesen mit den Erwählten zusammen wohnen werden (vgl. z.B. äthHen 39,1.4.7f*), sei nun da. V. 6 macht aber klar, dass alles andere als theologische Reflexion hinter Petrus Ausruf in V. 5 steckt: Sein Vorschlag wird von Mk als völliger Nonsens abqualifiziert, den er nur geäußert habe, weil er vor Angst nicht wusste, was er redete. Vv. 5f verdichten gemeinsam den Topos der „Epiphanie-Furcht, de[s] Gottesschrecken[s]“ (Pesch 1977, S. 76). Den Sinn trifft VOLX: „Petrus war völlig high. Er meinte nur: ... / Er war aber nicht klar in der Birne und hatte wohl einen Adrenalinkick, weil er so eine Angst hatte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Weil äthHen nicht leicht zugänglich ist, will ich obige Stelle noch eben wörtlich wiedergeben:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;„In diesen Tagen werden auserwählte und heilige Kinder vom hohen Himmel herabsteigen&lt;br /&gt;
und ihr Stamm wird sich mit den Menschenkindern vereinigen. [...]&lt;br /&gt;
Hier sah ich ein anderes Gesicht:&lt;br /&gt;
Die Wohnungen der Gerechten und die Ruhestätten der Heiligen. [...]&lt;br /&gt;
Ich sah seine [=des Auserwählten] Wohnstätte unter den Fittichen des Herrn der Geister.&lt;br /&gt;
Alle Gerechten und Auserwählten glänzen vor ihm wie Feuerschein;&lt;br /&gt;
ihr Mund ist voll von Segensworten;&lt;br /&gt;
ihre Lippen preisen den Namen des Herrn der Geister&lt;br /&gt;
und Gerechtigkeit hört nicht mehr vor ihm auf.&lt;br /&gt;
Hier wünschte ich zu wohnen&lt;br /&gt;
und meine Seele trug nach jener Wohnstätte Verlangen. [...]“ (Üs.: Rießler)&amp;lt;/poem&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|6}} Er wusste nämlich nicht, wie er reagieren (was er antworten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;antworten&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
sollte; denn (so sehr) sie fürchteten sich (waren in Furcht geraten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;periphrastisch&amp;quot; /&amp;gt;. {{par|Markus|14|40}}&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und eine Wolke {entstand und}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;periphrastisch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
hüllte (verbarg, überschattete)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hüllte ein (verbarg, überschattete)&#039;&#039; - s. nächste Fußnote&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie&#039;&#039; - Das „sie“ scheint sich hier auf die Jünger zu beziehen, da diese die letztmöglichen Referenten sind. („So sehr fürchteten &#039;&#039;sie&#039;&#039; sich. Und eine Wolke hüllte &#039;&#039;sie&#039;&#039; ein...“). So deshalb z.B. Ernst 1963, S. 258, Pesch 1977, S. 76; Kmiecik 1997, S. 139. Pronomina wie αὐτός müssen sich im Griechischen aber nicht notwendigerweise auf den letztmöglichen Referenten beziehen, sondern können auch auf die &#039;&#039;salientesten&#039;&#039; (-&amp;gt;Salienz) Referenten verweisen (vgl. z.B. Dana/Mantey § 136; Wallace, S. 325f.; Zerwick § 214) - und die sind hier ohne Zweifel Jesus, Mose und Elija. Dass im folgenden Teilvers eine Stimme &#039;&#039;aus&#039;&#039; der Wolke spricht, impliziert, dass die Jünger sich außerhalb der Wolke befinden, und also bezieht das &#039;&#039;sie&#039;&#039; sich höchstwahrscheinlich auf Jesus, Mose und Elija. So z.B. auch Gnilka 1979; Marcus 2009. Richtig Cranfield 1959, S. 292: „Oepke hat wahrscheinlich recht damit, wenn er denkt, dass die Bedeutung von ἐπισκιάζω hier nicht „überschatten“, sondern „einhüllen“, „verbergen“ ist [so auch Marcus 2009] und dass αὐτοῖς sich auf Jesus, Moses und Elija bezieht, die Jünger dagegen darin nicht inbegriffen sind.“ Das Einhüllen der Wolke entzieht das himmlische Erlebnis den Augen der Jünger, und als sie sich wieder verzieht, sind sie „plötzlich“ (V. 9) wieder allein mit Jesus.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein, und eine Stimme kam aus der Wolke: „Dies ist mein geliebter (einziger)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;geliebter&#039;&#039; - ἀγαπητός meint hier wie z.B. auch Gen 22,2.16 LXX und [[Markus 1#s11 |Mk 1,11]] wohl nicht (allein) „geliebt“, sondern „einzig“; vgl. z.B. Kleist 1937, S. 184; Kmiecik 1997, S. 139; Turner 1926b; Wördemann 2008, S. 47. Seine &#039;&#039;Bedeutung&#039;&#039; ist aber dennoch „geliebt“, gut daher Camacho/Mateos 1994: „Dieser ist mein Sohn, der Geliebte“ (ähnlich Dschulnigg 2007, GREB, KAR, NIV, NRS, Pesch 1977, Stier, TNIV, WNT, YLT); GN: „Dies ist mein Sohn, ihm gilt meine Liebe“ (ähnlich CEB, CJB, GW, NCV, Taylor 1979, S. 462, WIL); BB: „Das ist mein Sohn, ihn hab ich lieb“ (ähnlich NIRV).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sohn, [darum]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[darum]&#039;&#039; - „[darum]“ gut nach Reiser 1983, S. 145.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
hört auf ihn!“ {{par|Exodus|16|10|11}}{{par|Exodus|23|21|22}}{{par|Exodus|24|15}}{{par|Exodus|33|9}}{{par|Exodus|40|34}}{{par|Deuteronomium|5|22}}{{par|Deuteronomium|18|15}}{{par|1Könige|8|10}}{{par|Psalm|2|7}}{{par|Psalm|99|7}}{{par|Jesaja|42|1}}{{par|2Chronik|5|13}}{{par|2Makkabäer|2|8}}{{par|Markus|1|11}}{{par|Markus|13|26}}{{par|Markus|14|62}}{{par|Apostelgeschichte|1|9}}{{par|2Petrus|1|17}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und plötzlich, als sie sich umblickten, sahen sie niemanden {nicht}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;niemanden &amp;lt;s&amp;gt;nicht&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039; - typisch markinische doppelte Verneinung; vgl. Marcus 2009. Hier wieder gepaart mit weiterer Redundanz: μόνον &#039;&#039;allein&#039;&#039; in „außer Jesus allein“ ist überflüssig. Es wird so betont, dass das plötzliche Verschwinden von Elija und Moses genau so wunderbar ist wie ihr Erscheinen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
mehr bei sich&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bei sich&#039;&#039; - warum „bei sich“? Recht wahrscheinlich gehört dies zum in [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_i FN i] beschriebenen Muster und unterstreicht noch einmal die Perikope abschließend, dass all das in Vv. 2-8 Geschehene &#039;&#039;ihnen&#039;&#039;, den Jüngern, gegolten hat. Es klingt aber etwas merkwürdig und wird daher auch von vielen kommunikativen Üss. ausgespart (z.B. BB, B/N, HfA, KAM). Vielleicht sollte man in der LF daher nach einem anderen Weg suchen, dieses Muster auszudrücken; gut vielleicht GN, GNT, NGÜ, NL, NLT: „...sahen sie niemanden mehr. Nur Jesus war noch bei ihnen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Jesus allein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|9}} Während sie vom (aus dem)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;ek&amp;quot;&amp;gt;V. 9: &#039;&#039;vom (aus dem)&#039;&#039; - ἐκ verwendet wie ἀπό; vielleicht Semitismus - s. Turner 1929a, S. 282f. Daher auch Textvarianten.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Berg herabstiegen, befahl er ihnen {damit},&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hina&amp;quot;&amp;gt;V. 9: &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;dass&amp;lt;/s&amp;gt;,&#039;&#039;; V. 12.18.30: &#039;&#039;dass (damit)&#039;&#039; - ἵνα zur Einleitung von Objektsätzen (klassisch eigtl. nur zur Einleitung von Final- und Konsekutivsätzen). Entweder Latinismus (verwendet wie lat. &#039;&#039;ut&#039;&#039; (so Turner 1929b, S. 356f; van Iersel 1998, S. 34f.)) oder Semitismus (verwendet wie hebr. {{hebr}}כִּי{{hebr ende}}). Typisch für Mk; insgesamt 31x im Ev.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten - erst (außer)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erst (außer)&#039;&#039; - Exzeptivsatz temporal verwendet, wohl Semitismus; vgl. Beyer 1968, S. 132-34; Marcus 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wenn der Menschensohn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Menschensohn&#039;&#039; ist ein eschatologischer Terminus. Außer in [[Markus 2#s10 |Mk 2,10]].[[Markus 2#s28 |28]] verwendet Jesus dieses „biographische Ich-Idiom“ (Schenk 1997) ausschließlich, wenn er von seiner Rolle in Gottes Heilsplan spricht, also der, dass er - der Menschensohn - von den Menschen verworfen, ausgeliefert und getötet werden müsse, dann aber in großer Macht und Herrlichkeit wiederkehren werde. Vgl. besonders gut Danove 2003, S. 23-25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von den Toten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von den Toten&#039;&#039; - gemeint ist nicht das „Reich der Toten“, sondern die toten &#039;&#039;Menschen&#039;&#039;; vgl. BDAG 668; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Marcus 2009. Vor allen anderen Toten und als (vorerst) einziger unter den Toten wird der Menschensohn auferstehen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
auferstanden sei. {{par|Matthäus|8|4}}{{par|Markus|5|43}}{{par|Markus|8|30|31}}{{par|Markus|10|32}}{{par|Lukas|24|46}}&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und sie behielten das Wort bei sich ({bei sich}), diskutierten (miteinander) &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;behielten das Wort bei sich (&amp;lt;s&amp;gt;bei sich&amp;lt;/s&amp;gt;), diskutierten (miteinander)&#039;&#039; - πρὸς ἑαυτοὺς &#039;&#039;bei sich/miteinander&#039;&#039; lässt sich entweder ziehen zu τὸν λόγον ἐκράτησαν&#039;&#039;sie hielten das Wort&#039;&#039; oder zu συζητοῦντες &#039;&#039;sie diskutierten&#039;&#039;; abhängig davon lässt der Satz sich auf zwei Weisen auflösen: (1) „Sie behielten das Wort bei sich [i.e., folgten Jesu Schweigegebot], diskutierten aber darüber“ - so z.B. Camacho/Mateos 1994, S. 172; Cranfield 1959, S. 297; Kleist 1937, S. 214 - oder (2) „Sie hielten das Wort [i.e. sie merkten es sich (so gut B/N)] und diskutierten miteinander“, so die meisten Üss. Rein syntaktisch gesehen sind beide Auflösungen gleich gut möglich, aber im aktuellen Kontext (s. V.9) macht Auflösung (1) mehr Sinn.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber, was dies sei - „von den Toten Auferstehen“.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„von den Toten Auferstehen“&#039;&#039; - rätselhaft ist den Jüngern vermutlich nicht das Konzept „vom Tod auferstehen“ - das war in der nachexilischen Zeit in Israel sogar recht verbreitet -, sondern exakt das „als erster und vorerst einziger der Toten auferstehen“, vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ag FN ag]; so gut Marcus 2009 &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Johannes|12|16}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} Dann fragten sie ihn {und sagten}: „Warum sagen [dann] die Schriftgelehrten (fragten sie ihn, warum die Schriftgelehrten sagten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum sagen [dann] die Schriftgelehrten (fragten sie ihn, warum die Schriftgelehrten sagten)&#039;&#039; - im klassischen Griechisch leitet Ὅτι &#039;&#039;dass&#039;&#039; meist indirekte Fragen ein. Bes. im Mk-Ev. wird es aber dann auch gern als „reine“ Interrogativpartikel verwendet; vgl. BDR §300.2; Turner 1925d, S. 59f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass zuerst Elija kommen müsse?“ {{par|Maleachi|3|23}}&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er sagte zu ihnen: „In der Tat (zwar)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vers 12&amp;quot;&amp;gt;Schwieriger Vers. Der Zhg. von V. 12bc mit mit 12a ist nicht völlig klar. V. 12a wird eingeleitet von μέν, das meist vorkommt im Zhg. mit δὲ, dann: &#039;&#039;Zwar... aber&#039;&#039;. Fehlt dies δὲ, heißt μέν meist &#039;&#039;tatsächlich, in der Tat...&#039;&#039;. Hier folgt kein δὲ, sondern καὶ πῶς &#039;&#039;und wie...?, und warum...?&#039;&#039;; einige (z.B. Cranfield 1959, S. 298; Gundry 1993, S. 464; NSS) denken aber, dass dies καὶ πῶς hier als Ersatz für δὲ verwendet wird. Möglich ist also jede der folgenden Kombinationen: &lt;br /&gt;
* (1) „[Zwar/in der Tat] kommt zuerst Elija, um alles wieder herzustellen[. Und wieso/, aber es] steht über den Menschensohn geschrieben, dass er leiden und verachtet werden müsse [?/.]“&lt;br /&gt;
Problem bei diesen Varianten: Alle implizieren, dass irgendein Gegensatz besteht zwischen der Tatsache, dass zuerst - d.h., vor dem Ende - Elija wiederkommen müsse und der Tatsache, dass über den Menschensohn geschrieben stehe, dass er leiden und verachtet werden müsse. Ein solcher Gegensatz ist aber nicht erkennbar.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gnilka 1979 und Marcus 2009 verstehen 12a als Frage:&lt;br /&gt;
* (2) „Kommt Elija zuerst, um alles wiederherzustellen? Wieso steht dann über den Menschensohn geschrieben...“ (Gnilka)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* (3) „Ist das wirklich so, dass Elija, wenn er zuerst wiederkommt, alles wiederherstellt?“ (Marcus)&lt;br /&gt;
Für drei weitere (verzweifelte) Lösungen vgl. Oke 1953; für eine alte textkritische (und textkritisch nicht haltbare) [http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/thstkr_1862/0547?sid=294e9eeae52a348294f1eb9d86113531 Linder 1862, S. 558f.].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) ist unwahrscheinlich, weil in V. 13 die Wiederkunft Elija&#039;s ja sogar als bereits geschehen ausgesagt wird. Bei (3) bin ich nicht einmal sicher, ob diese Deutung von μέν überhaupt grammatisch möglich ist, aber selbst wenn, macht sie keinen Sinn: Die Jünger haben nicht danach gefragt, warum die Schriftgelehrten sagen, dass Elija alles &#039;&#039;wiederherstellt&#039;&#039;, sondern warum sie sagen, dass er &#039;&#039;zuerst kommen&#039;&#039; muss; Jesu Rückfrage wäre so also unsinnig („Warum sagen die Schriftgelehrten, dass Elija zuerst kommen muss?“ - „Ist das wirklich so, dass Elija alles wiederherstellt?“). Bleiben also wieder die Varianten in (1) und das Problem des nicht erkennbaren Widerspruchs.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vermutlich muss man die Verse so verstehen, dass dieser von uns nicht wahrnehmbare Widerspruch zwischen den Geschehnissen an Elija und denen am Menschensohn nur in der Wahrnehmung der Jünger bestand: Die Jünger haben Jesu Prophezeiung so aufgefasst, als würde sie bedeuten, dass der Menschensohn &#039;&#039;und nicht Elija&#039;&#039; vor dem Ende wiederkommen werde. Und Jesus antwortet darauf sinngemäß: „Nein nein, die Schriftgelehrten haben schon recht damit, wenn sie sagen, dass vor dem Ende der Welt Elija wiederkommen müsse. Aber &#039;&#039;gleichzeitig&#039;&#039; steht ja in der Schrift, dass der Menschensohn - ebenfalls noch vor dem Ende! - leiden und verachtet werden müsse. Das muss einfach beides geschehen. Und jetzt sage ich euch noch etwas: Was die Wiederkunft Elija&#039;s angeht: Der war schon da [- und nun steht nur noch das Leiden und Verachtet-Werden des Menschensohns aus].“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
kommt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Verbform&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;kommt&#039;&#039; + &#039;&#039;stellt wieder her&#039;&#039; - Wenn wir Vv. 12f richtig gedeutet haben (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ai FN ai], [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_al FN al]), werden die Verbformen in V. 12 klug verwendet: ἐλθὼν &#039;&#039;kommt&#039;&#039; ist Partizip Aorist, ἀποκαθιστάνει &#039;&#039;stellt wieder her&#039;&#039; ist Indikativ Präsens. Partizip Aorist hat meist &#039;&#039;vorzeitige&#039;&#039; Bedeutung und wird so zeitlich relativ &#039;&#039;vor&#039;&#039; das Indikativ Präsens &#039;&#039;er stellt wieder her&#039;&#039; eingeordnet. Und Indikativ Präsens kann (1) &#039;&#039;gnomische&#039;&#039; Bedeutung haben; Jesus würde dann etwas über die überzeitliche Wahrheit dessen, was geschrieben steht, aussagen, ohne auf den exakten Zeitpunkt zu achten(„In der Tat: Das mit dem zuerst-Kommen und dem folgenden alles-Wiederherstellen Elija&#039;s stimmt“), es kann aber (2) auch &#039;&#039;effektive&#039;&#039; Bedeutung haben und so aussagen, dass es bereits geschehen ist und nun die Effekte dieses eingetreten-Seins in Kraft sind, also „er ist gekommen, &#039;&#039;hat&#039;&#039; alles wiederhergestellt und nun &#039;&#039;ist&#039;&#039; alles wiederhergestellt.“ In V. 12 sind - wieder: wenn wir Vv. 12f richtig gedeutet haben - beide Bedeutungen aktiv: (1) macht V. 12 zu einer sinnvollen Antwort auf die Anfrage der Jünger in V. 11, (2) deckt sich mit der folgenden Richtigstellung in V. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Elija zuerst und stellt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Verbform&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
alles wieder her.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stellt alles wieder her&#039;&#039; - Wieso stellt Elija „alles wieder her?“ Elija war nach altjüdischem Glauben zwar der Vorläufer des Messias (wahrscheinlich jedenfalls - Faierstein 1981 und Fitzmyer 1985 haben gegen diesen exegetischen Konsens angeschrieben), aber davon, dass er „alles wiederherstellt“ war nie die Rede. Zudem ist der wiedergekommene Elija im Mk-Ev. &#039;&#039;Johannes der Täufer&#039;&#039; (s. FNn zu [[Markus 1|Mk 1]]), und es ist nicht einzusehen, wie Johannes „alles wiederhergestellt“ haben sollte. van Iersel 1998 und Black 2012 denken an [[Markus 1#s4 |Mk 1,4]], wo steht, dass &#039;&#039;ganz&#039;&#039; Judäa und &#039;&#039;ganz&#039;&#039; Jerusalem sich bei Johannes taufen gelassen habe. Das scheint mir etwas weit hergeholt, aber es ist dennoch die bei Weitem sinnvollste Erklärung, die ich gefunden habe.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Aber [gleichzeitig]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vers 12&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
steht (und wie/warum steht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vers 12&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
über den Menschensohn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
geschrieben(?), dass (damit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hina&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er vieles leiden und verachtet werden müsse.(?)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vers 12&amp;quot; /&amp;gt; {{par|Sirach|48|10}}{{par|Maleachi|3|24}}{{par|Lukas|1|16|17}}{{par|Lukas|1|76}}{{par|Apostelgeschichte|1|6}}&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aber ich sage euch (Ja, mehr noch:),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Aber ich sage euch (Ja, mehr noch:)&#039;&#039; - „ich sage euch“ fungiert im NT genauso wie nicht-responsorisches °Amen°: Das Folgende wird als definitiv wahr markiert. V. 13 schließt an V. 12 mit ἀλλά an, das meist adversative Bedeutung hat (&#039;&#039;aber, stattdessen, nichtsdestotrotz,...&#039;&#039;). Wenn unsere Deutung von Vv. 12f (vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ai FN ai], [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_al FN al]) richtig ist, wird mit V. 13 V. 12 aber nicht kontrastiert, sondern spezifiziert (vgl. auch [https://www.academia.edu/535637/The_Discourse_Function_of_In_Non-Negative_Contexts Brannan 2008], S. 14f.): Die Position der Schriftgelehrten wird in V. 12 prinzipiell angenommen, in V. 13 aber durch die definitive Wahrheit genauer ausgeführt: Nicht nur &#039;&#039;muss&#039;&#039; Elija kommen - er &#039;&#039;ist&#039;&#039; sogar bereits gekommen. Vgl. auch WIL: „Elia &#039;&#039;ist&#039;&#039; schon gekommen.“ Daher statt &#039;&#039;aber ich sage euch&#039;&#039; besser: &#039;&#039;Ja, mehr noch&#039;&#039; (so gut auch CJB: „There&#039;s more to it:...“). Das καὶ &#039;&#039;und, auch&#039;&#039; in V. 13 markiert noch zusätzlich, dass die beiden Verse keinen Kontrast bilden, sondern dass V. 12 mit V. 13 &#039;&#039;überstiegen&#039;&#039; wird, daher besser &#039;&#039;sogar&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach Joüon wird von einigen Exegeten das ἀλλά auch mit „Eh bien!...“, „Well!...“, „Wohlan!...“ übersetzt (z.B. Grosvenor/Zerwick; Kleist 1937; Pesch 1977); auch PAT, KAR: „Nun denn,...“. Ich bin nicht sicher, welche Diskursfunktion das haben soll (Joüon war mir noch nicht zugänglich), aber vermutlich soll auch dies markieren, dass im folgenden Satz V. 12 nicht kontrastiert, sondern weitergeführt wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Elija ist auch (sogar)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch (sogar)&#039;&#039; - s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_an FN an]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[bereits] gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten - wie über ihn geschrieben steht.“ {{par|Matthäus|11|14}}{{par|Matthäus|17|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und als sie (er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Text 14&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;als sie kamen (als er kam)&#039;&#039; + &#039;&#039;sahen sie (sah er)&#039;&#039; - beide Versionen sind etwa gleich stark bezeugt; beide gleich plausibel. Vier folgen NA28; anders z.B. Gnilka 1979, S. 43 (das Singular sei die „schwierigere Lesart“. Warum auch immer - dass Jesus etwas gemeinsam mit seinen Jüngern tut, aber nur von ihm allein gesagt wird, dass er es tut, kommt häufig vor im Mk. Das ist nicht „schwieriger“).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
zu den Jüngern kamen (kam),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Text 14&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sahen sie (sah er),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Text 14&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass eine große Menschenmenge um sie [war] und Schriftgelehrte mit ihnen diskutierten. {{par|Lukas|11|53}}&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und sofort, als die ganze Menschenmenge ihn sah, erschrak sie (staunte sie, geriet sie in Ehrfurcht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschrak sie (staunte sie)&#039;&#039; - ἐκθαμβέομαι im NT nur in Mk. (hier; [[Markus 14#s33 |Mk 14,33]]; [[Markus 16#s5 |16,5]].[[Markus 16#s6 |16]]). In Mk 9,15 differieren Lexika und Üss deutlich. In dt. Üss meist „wurde ganz aufgeregt“ (aber wohl nur, weil dies die bedeutungsoffenste Üs. ist); danach „erschrak sie“; auch „war überrascht“ (H-R; so auch die meisten englischen Üss); „waren außer sich vor Freude“ (B/N, ähnlich ALB, MEN);  „sie erschauderten“ (Pesch 1977; Stier); „erfaßte alle ein großes Erstaunen“ (KAR); „überkam die gesamte Volksmenge heilige Scheu“ (KNO).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es handelt sich hier um ein „vorgezogenes Admirationsmotiv“ (so z.B. Dschulnigg 2007, S. 253; Pesch 1977, S. 87; Theißen 1990, S. 80): Für gewöhnlich am Ende von Wundergeschichten (am Anfang nur hier und [[Markus 1#s22 |Mk 1,22]]) reagieren die Zuschauer angemessen auf dieses Wunder; es handelt sich also wohl um eine Mischung aus Bewunderung, Erstaunen und tatsächlich „heiliger Scheu“ (KNO). Gut daher van Iersel 1998, Marcus 2009, NLT, NRS: „were overcome with awe“; sehr gut WNT: „astonished and awe-struck“. Ich würde empfehlen: „Kaum hatte die ganze Menge ihn erblickt, lief sie ehrfürchtig staunend zu ihm hin und begrüßte ihn freudig.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rannte auf ihn zu und begrüßte ihn [freudig]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begrüßte ihn [freudig]&#039;&#039; - [freudig] nach EWNT I, S. 416: ἀσπάζομαι „als Ausdruck der Zuneigung, der freudigen Aufnahme“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. {{par|Exodus|34|30}}&lt;br /&gt;
{{S|16}} Da fragte er sie:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sieihrihnen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sie&#039;&#039; + &#039;&#039;ihr&#039;&#039; + &#039;&#039;mit ihnen&#039;&#039; - Das αὐτούς &#039;&#039;sie&#039;&#039; wirkt, als würde es sich auf die Volksmenge beziehen: Sie ist der letztmögliche Referent und es ist auch einer aus der Volksmenge, der antwortet. So klar ist die Sache aber nicht (vgl. wieder [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_x FN x]): Die „sie“ werden gefragt, warum „sie“ mit „ihnen“ diskutieren. Weil - so der übliche Argumentationsgang - von den drei Parteien Jünger, Volksmenge und Schriftgelehrte die Volksmenge die einzige Partei ist, die in V. 14 nicht als diskutierend dargestellt wird, muss sich das &#039;&#039;sie&#039;&#039; entweder auf die Jünger (z.B. Gnilka 1979) oder auf die Schriftgelehrten (z.B. Lührmann 1987) beziehen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich glaube, das ist falsch gesehen - V. 14 schildert nicht drei Parteien, sondern zwei: 14c schildert das Setting - da sind (a) die Jünger und (b) die Volksmenge -, 14d das Geschehen: Schriftgelehrte und Jünger diskutieren miteinander. Die Schriftgelehrten sind also in 14c in die Volksmenge inkludiert, und also ist es auch kein Problem, wenn Jesus seine Frage an die Volksmenge richtet. Sinngemäß also: „Jesus fragte in die Menge: Worüber diskutiert ihr mit meinen Jüngern?“&amp;lt;/ref&amp;gt; „Worüber (warum) diskutiert ihr&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sieihrihnen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit ihnen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sieihrihnen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
?“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Einer&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einer&#039;&#039; Das Zahlwort εἷς &#039;&#039;eins, einer&#039;&#039; steht hier für das Indefinitpronomen τις &#039;&#039;jemand, irgendeiner&#039;&#039;; vgl. Grosvenor/Zerwick 1993. Das ist kein Semitismus; diese Verwendung findet sich z.B. auch bei Aristoteles; vgl. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%CE%B5%E1%BC%B7%CF%82 Pape, S. 738].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus (aus heraus)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus (aus heraus)&#039;&#039; - vgl. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ac FN ac]: ἐκ verwendet wie ἀπό; vielleicht Semitismus - s. Turner 1929a, S. 282f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Menschenmenge antwortete ihm: „Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht (wollte ihn zu dir bringen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;habe zu dir gebracht (wollte zu dir bringen)&#039;&#039; offensichtlich hat er ihn ja nicht zu Jesus gebracht - denn der war nicht da. Es war nur seine Intention, ihn zu Jesus zu bringen; vgl. Cranfield 1959, S. 301 - daher besser modal zu übersetzen: „Ich wollte meinen Sohn zu dir bringen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; weil&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil&#039;&#039; - [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Partizip#Die_Sinnrichtungen adv. Ptc.], kausal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er einen stummen Geist (einen Geist, der ihn stumm macht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einen stummen Geist (einen Geist, der ihn stumm macht)&#039;&#039; - welches von beidem gemeint ist, ist nicht ganz klar. Natürlich heißt es wörtlich „stummer Geist“, aber es ist auffällig, dass der Geist gerade im Zhg. mit der Schilderung der Krankheitssymptome als „stumm“ bezeichnet wird, und selbst wenn es wirklich auf den Geist zu beziehen ist, könnte das ja auch &#039;&#039;gerade deshalb&#039;&#039; auf den Geist zu beziehen sein, &#039;&#039;weil&#039;&#039; er den Jungen stumm macht. Was zum Krankheitsbild passt; eine steife Zunge gehört zum Krankheitsbild der Epilepsie. Deshalb „ein Geist, der ihn stumm macht“ z.B. bei BB, BBE, Camacho/Mateos 1994, CEB, CJB, CSB, ESV, GN, GNT, GW, HfA, KAM, LEB, NAS, NCV, NeÜ, NIRV, NIV, NL, NLT, NRS, TNIV.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ohne das ausschließen zu wollen, würde ich dennoch „stummer Geist“ empfehlen - allein schon, weil in V. 25 „Du Geist, der stumm und taub macht“ unglücklich klingen würde.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
hat (von einem stummen Geist besessen ist). {{par|Matthäus|12|22}}{{par|Markus|7|26}}{{par|Lukas|11|14}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und wo auch immer [er ist, wenn]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wo auch immer [er ist, wenn]&#039;&#039; - das „wo auch immer“ bezieht sich nicht auf den Körperteil, an dem der Geist den Jungen jeweils packt (so z.B. B/N: „Wo immer er ihn an seinem Leib zu packen kriegt“) - obwohl bei Epileptikern bei sogenannten „fokalen Anfällen“ in der Tat nur einzelne Körperteile betroffen sein können -, sondern auf den Ort, an dem der Junge sich jeweils bei einem seiner epileptischen Anfälle befindet (so z.B. Marcus 2009: „Wo immer er ist, wenn es ihn packt“; ähnlich GW, GNT, MSG, NAS, NIV, NLT, NRS, TNIV, TYN: „Wann immer der Geist ihn packt“)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er ihn anfällt (packt),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;anfällt (packt)&#039;&#039; - meist „packt“. καταλαμβάνω kommt von der selben Wurzel wie ἐπιλαμβάνομαι, das gleichzeitig &#039;&#039;terminus technicus&#039;&#039; für Besessenheit und für den epileptischen Anfall ist (und sogar das Etymon des deutschen „Epilepsie“ ist). In „anfallen“ kommt dieser Zhg. auch im Deutschen zum Ausdruck.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zerrt er ihn hin und her (wirft er ihn zu Boden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zerrt er ihn hin und her (wirft er ihn zu Boden)&#039;&#039; - W.: reißt er ihn. Nicht: „Wirft er ihn zu Boden“; ῥήσσω &#039;&#039;hin und her zerren&#039;&#039; (EWNT III, S. 508) steht hier für die epileptischen Konvulsionen des Knaben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihm tritt Schaum vor den Mund (er schäumt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Symptome&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;er hat Schaum vor dem Mund (er schäumt)&#039;&#039; + &#039;&#039;er knirscht mit den Zähnen&#039;&#039; + &#039;&#039;er wird [ganz] starr&#039;&#039; stehen für diverse Symptome der Epilepsie; in den Klammern steht die wörtliche Übersetzung. Mit dem „Schäumen“ ist schaumiger Speichelfluss gemeint, mit dem Zähneknirschen das Verkrampfen der Gesichtsmuskulatur, das so stark sein kann, dass Epileptiker sich dabei sogar selbst den Kiefer brechen können. &#039;&#039;Starr werden&#039;&#039; gut nach Louw/Nida 23.172.; gemeint ist der Ganzkörperkrampf. Treffender: „Er hat Schaum vor dem Mund, sein Gesicht verzerrt sich und er krampft am ganzen Körper“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er knirscht mit den Zähnen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Symptome&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er wird [ganz] starr.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Symptome&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und ich sagte zu deinen Jüngern, dass (damit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hina&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
sie ihn vertreiben sollen (bat deine Jünger, ihn auszutreiben), und (aber)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und (aber)&#039;&#039; - „und“ zur Verknüpfung von Gegensätzen. So z.B. auch in Platon, Lach 183 - kein Semitismus. Hier deshalb gesetzt, weil die καὶ-Häufung die lebendige, dramatische Rede nachbilden sollen („καὶ wo auch immer [er ist, wenn] er ihn anfällt, zerrt er ihn hin und her καὶ ihm tritt Schaum vor den Mund καὶ sein Kiefer verkrampft sich καὶ er wird ganz starr. καὶ ich sagte zu deinen Jüngern, dass sie ihn vertreiben sollen καὶ sie konnten es nicht.“); vgl. Reiser 1983, S. 103.114.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie konnten es nicht (sie waren zu schwach dafür).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie konnten es nicht (sie waren zu schwach dafür)&#039;&#039; - besser nicht „sie konnten es nicht“ - ἰσχύω hat die Grundbedeutung &#039;&#039;stark sein&#039;&#039;, wird im ntl häufiger als nicht theologisch verwendet und steht öfter z.B. für die Kraft/Macht, die einem Christus/der Glaube/das Gebet verleiht (vgl. EWNT II, S. 512f). Das ist auch hier im Blick; vgl. V. 29. Gut daher EÜ; GW, Marcus 2009, R-S, WNT: „sie hatten nicht die Kraft/Macht dazu“.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Markus|5|3}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Da {antwortete und}&amp;lt;ref name=&amp;quot;antworten&amp;quot; /&amp;gt; sagte er ihnen (fuhr er sie an):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schimpfwort&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte er ihnen (fuhr er sie an)&#039;&#039; + &#039;&#039;Oh, [du] ungläubiges Geschlecht (Pack)!&#039;&#039; - überraschend starkes Scheltwort. Das „Geschlecht“ ist in Mk fast ausnahmslos negativ konnotiert und damit beinahe ein Schimpfwort; „ungläubig“ ebenso, da diese Ungläubigkeit geradezu ein &#039;&#039;moralischer&#039;&#039; Mangel ist (vgl. die Erweiterung von V. 19 in [[Matthäus 17#s17 |Mt 17,17]]; [[Lukas 9#s41 |Lk 9,41]]: „ungläubiges und verkehrtes Geschlecht!“; auch EWNT I, S. 294). Diese Schärfe wird durch die Hinzufügung der Interjektion „Oh!...“ sogar noch zusätzlich verstärkt (vgl. Zerwick §35: „Tatsächlich wird ὦ im neuen Testament - außer in Apg - nur in Kontexten verwendet, die eine starke Emotion des Sprechers nahelegen.“). Dieses starke Scheltwort richtet sich hier deutlich (mindestens: auch) an die Jünger, deshalb gab es in der Exegese einige Versuche, das Wort in seiner Referenz „umzubiegen“. Z.B. ist für Pesch 197, S. 90 diese überraschende Schärfe „das sicherste Indiz dafür, daß in der Erzählung ursprünglich vom exorzistischen Unvermögen der Schriftgelehrten und nicht der Jünger Jesu die Rede war.“ - aber dafür gibt es keine Indizien. So schockierend das auch sein mag: Im Text, wie er uns vorliegt, beschimpft Jesus &#039;&#039;seine Jünger&#039;&#039; als „ungläubiges Pack“ (so sehr gut B/N). Wegen der Schärfe auch besser &#039;&#039;fuhr sie an&#039;&#039; als &#039;&#039;sagte zu ihnen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Oh, [du] ungläubiges Geschlecht (Pack)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schimpfwort&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis wann (wie lange) werde (muss)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;modal&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;werde (muss)&#039;&#039; - sicher modales Futur&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ich [denn noch] bei euch sein? Bis wann werde (muss)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;modal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ich euch [denn noch] ertragen? Bringt ihn zu mir!“ {{par|Numeri|14|11}}{{par|Numeri|14|27}}{{par|Psalm|4|3}}{{par|Sprüche|1|22}}{{par|Jeremia|4|21|22}}{{par|Jeremia|23|26}}{{par|Markus|16|14}}{{par|Lukas|24|25}}&lt;br /&gt;
{{S|20}} Sie brachten ihn zu ihm. Und als ihn der Geist sah (Kaum hatte der Geist ihn gesehen - da...),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und als der Geist ihn sah, sofort (Kaum hatte der Geist in gesehen - da)&#039;&#039; - Das Adverb εὐθύς &#039;&#039;sofort&#039;&#039; in „zerrte er ihn sofort in Krämpfen hin und her“ hat im Griechischen die Funktion, Spannung zu erzeugen (vgl. Pryke 1987, S. 87). Daher treffender die in der Klammer angegebene Übersetzung.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
schüttelte er ihn sofort in [heftigen] Krämpfen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schüttelte er ihn in [heftigen] Krämpfen&#039;&#039; ist unsere Wiedergabe des einen Wortes συνεσπάραξεν; „in Krämpfen schütteln“ gut nach EWNT III, S. 748. συσπαράσσω steht ebenso wie das obige ῥήσσω (V. 18) für die epileptischen Konvulsionen des Knaben (Lukas kombiniert die beiden Worte in [[Lukas 9#s42 |Lk 9,42]]); es ist eine Steigerungsform des gleichbedeutenden σπαράσσω (V. 26): Angesichts Jesu bäumt der Geist sich auf und ruft einen besonders heftigen Anfall hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
und die Erde gefallen wälzte er sich schäumend (so dass der Knabe sich mit Schaum vor dem Mund auf der Erde wälzte).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und auf die Erde gefallen wälzte er sich schäumend (so dass der Knabe sich mit Schaum vor dem Mund auf der Erde wälzte)&#039;&#039; - Der Satz drückt die Folgen der heftigen Konvulsionen aus; besser daher konsekutives καί: &#039;&#039;so dass&#039;&#039;. „Auf die Erde gefallen“ ist Partizip Aorist und drückt so das dem „Wälzen“ zeitlich relativ Vorangehende aus; schöner effektiv zu übersetzen: &#039;&#039;auf der Erde (liegend)&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|21}} Da fragte er dessen Vater: „Wieviel Zeit ist es, seit [der] ihm dies passiert? (Wie lange geht das schon so mit ihm?)“ Und er sagte: „[Schon] von [frühester] Kindheit an.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Schon] von [frühester] Kindheit an&#039;&#039;; w. &#039;&#039;von von Kindheit an&#039;&#039; (kein Schreibfehler): παιδιόθεν meint schon selbst &#039;&#039;von Kindheit an&#039;&#039;; ἐκ &#039;&#039;seit&#039;&#039; ist damit redundant; vgl. Grosvenor/Zerwick; Marcus 2009. Diese typisch markinische Redundanz hat Mk in diesem Kapitel bisher immer zu Zwecken der Emphase angewendet (s. FNn [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_g g].[http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_l l].[http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_y y]) - wie ja pleonastische Konstruktionen ganz allgemein häufig auf den „Wunsch des Sprechenden, sich kräftiger auszudrücken“ (Hillen 1989, S. 4) zurückführbar sind; daher auch hier besser „&#039;&#039;schon&#039;&#039; von &#039;&#039;frühester&#039;&#039; Kindheit an“ (ähnlich WNT).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das passt zum Text: Wundererzählungen heben häufig die Dauer der Krankheit hervor, da besonders „veraltete Fälle von vornherein als unheilbar galten“ (Pesch 1977, S. 91) und so das Wunder in seiner Wunderbarkeit noch zusätzlich unterstrichen wird; so &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Marcus 2009; vgl. die Parallelstellen. Es passt auch zum folgenden Vers, der durch die Hervorhebung der Gefährlichkeit der Krankheit das selbe leistet.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Markus|5|25}}{{par|Lukas|8|43}}{{par|Johannes|5|6}}{{par|Johannes|9|1}}{{par|Apostelgeschichte|3|2}}{{par|Apostelgeschichte|9|33}}{{par|Apostelgeschichte|14|8}}&lt;br /&gt;
{{S|22}} Ja (und),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;emphatisches kai&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sogar (und)&#039;&#039; + &#039;&#039;sogar (sowohl)&#039;&#039; - sicher emphatisches καὶ; hierzu gut Dana/Mantey §221.3; zur Funktion im Text siehe [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_bl bl]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
mehrfach hat er ihn sogar (sowohl)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;emphatisches kai&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
ins Feuer oder (als auch) ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Ich flehe dich an (aber),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ich flehe dich an (aber)&#039;&#039; - kohortatives ἀλλά (Pesch 1977, S. 92). BDAG und EWNT empfehlen bei dieser Verwendung („Bei Aufforderungen [...] zur Verstärkung“, EWNT I, S. 147) die Übersetzung mit „nun denn“ oder „wohl an“, aber ich sehe nicht, wie das eine Aufforderung verstärken sollte. Besser frei: „Ich flehe dich an!“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
wenn du etwas vermagst (wenn etwas in deiner Macht steht),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn du etwas vermagst (wenn etwas in deiner Macht steht)&#039;&#039; kontrastiert hier Jesus mit den Jüngern, die „zu schwach“ waren, um den Knaben zu heilen. Jesus wird es in V. 23 umdeuten: „Wer glaubt, vermag alles!“ Er greift dort des Vaters εἴ τι δύνῃ „wenn du &#039;&#039;etwas&#039;&#039; vermagst“ auf und übersteigert das „etwas“ zu „alles“. Nicht weniger ist hier ausgesagt, als dies: „Die Glaubenden partizipieren an Gottes Allmacht, dem allein das πάντα δυνατὰ (alles [vermag]) eigentlich zusteht ([[Markus 10#s27 |Mk 10,27]]; [[Markus 14#s36 |14,36]]).“ (Dschulnigg 2007, S. 253). Man könnte V. 23 beinahe übersetzen mit „Wer glaubt, ist allmächtig“; vgl. Theißen 1990, S. 140: „πάντα δυνατὰ ist göttliches Attribut im strengsten Sinn“. Vielleicht sollte man daher wirklich zu den vorgeschlagenen Alternativübersetzungen greifen; ich bin aber nicht ganz sicher, ob das nicht doch etwas zu weit geht.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
dann hilf uns und hab Mitleid mit uns (erbarme dich unser)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hilf uns und hab Mitleid mit uns (erbarme dich unser)!&#039;&#039; - W. &#039;&#039;hilf uns, dich unser erbarmend&#039;&#039;. Dass Jesus sich der beiden erbarmt, ist natürlich die Bedingung dafür, dass er ihnen auch hilft; und es ist durch Partizip Aorist auch so markiert (&#039;&#039;dich [zuvor] unser erbarmend&#039;&#039;); vgl. Grosvenor/Zerwick. Dennoch steht es hier in der Reihenfolge &#039;&#039;helfen&#039;&#039; -&amp;gt; &#039;&#039;erbarmen&#039;&#039;. Vielleicht soll diese durcheinandergeratene Reihenfolge die Verzweiflung des Vaters unterstreichen; immerhin ist dies sicher auch die Funktion der καὶ-Häufung in der Rede des Vaters (wie bereits in V. 18, s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_ba FN ba]): „&#039;&#039;καὶ mehrfach καὶ hat er ihn ins Feuer geworfen καὶ ins Wasser, um ihn zu töten.“&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Matthäus|8|2}}{{par|Matthäus|15|22}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Jesus antwortete ihm: {Das}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;Das&amp;lt;/s&amp;gt; „wenn du vermagst“&#039;&#039; - Τὸ &#039;&#039;das&#039;&#039; macht aus der Phrase „wenn du vermagst“ ein Nomen (Cranfield 1959, S. 302); auf diese Weise wird es als ein Zitat markiert (Grosvenor/Zerwick). Gut B/N: „Was das &amp;gt;Wenn du kannst...&amp;lt; betrifft“; noch besser BB: „Was heißt hier: &#039;Wenn du kannst&#039;?“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
„&#039;Wenn du es vermagst (Wenn es in deiner Macht steht)&#039;... - Wer glaubt, vermag &#039;&#039;alles&#039;&#039; (ist allmächtig)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;vermag &#039;&#039;Alles&#039;&#039; (ist allmächtig)&#039;&#039; - s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_bk FN bk].&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Matthäus|17|20}}{{par|Matthäus|21|22}}{{par|Markus|11|23}}{{par|Lukas|17|6}}&lt;br /&gt;
{{S|24}} Sofort (Da)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sofort (Da)&#039;&#039; - εὐθύς &#039;&#039;sofort&#039;&#039; meint oft auch einfach „dann“, „danach“ (vgl. Taylor 1979, S. 172; daher &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;: „&#039;&#039;Entonces&#039;&#039; el padre del muchacho gritó“). Hier ist das εὐθύς als &#039;&#039;sofort&#039;&#039; aber sinnvoll; es unterstreicht das dramatische Hervorbrechen des verzweifelten Schreis (B/N: „Kaum hatte Jesus das gesagt, da schrie...“). Wirkungstreuer aber daher eine Üs. mit „Da schrie/schluchzte...“; so z.B. BB, EÜ, GN, KAR, NGÜ, NeÜ, Schenke 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
schrie (schluchzte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrie (schluchzte)&#039;&#039; - W. &#039;&#039;Sofort sagte der Vater des Jungen schreiend&#039;&#039;. Viele Manuskripte ergänzen: „&#039;&#039;unter Tränen&#039;&#039; schreiend“. Das ist zweifellos ein späterer Zusatz, dient hier aber wohl nicht nur der „Steigerung der Dramatik“ (z.B. Pesch 1977, S. 85), sondern ist eine Erläuterung des „schreiend“ - die Erweiterung des „sagte“ durch „schreiend“ dient dem Ausdruck der Verzweiflung des Vaters (Partizip Aorist hier nicht vorzeitig, sondern pleonastisch: Ausdruck der selben Handlung durch zwei Worte; vgl. Zerwick §262; Grosvenor/Zerwick &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;); die Ergänzung „unter Tränen“ macht das nur noch expliziter. Einige Üss. haben es daher sogar dennoch beibehalten, z.B. HNV, TMB, WEB. Sehr gut daher KAR: „Da &#039;&#039;schluchzte&#039;&#039; der Vater des Knaben &#039;&#039;laut&#039;&#039; auf:...“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
der Vater des Jungen und sagte: „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ {{par|Lukas|17|5}}{{par|Hebräer|12|2}}&lt;br /&gt;
{{S|25}} Als Jesus sah, dass eine Menschenmenge zusammenlief (herandrängte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zusammenlief (herandrängte)&#039;&#039; - ἐπισυντρέχω ist ein Hapax Legomenon im gesamten Griechisch; Wortbildung: τρέχω &#039;&#039;laufen&#039;&#039; -&amp;gt; συν-τρέχω &#039;&#039;zusammen-laufen&#039;&#039; -&amp;gt; ἐπι-συντρέχω &#039;&#039;heran-zusammenlaufen&#039;&#039;; gut Louw/Nida 15.134: „eilig an einen Ort zusammenlaufen“. Redundante Wortbildung („an einen Ort“ ist in „zusammenlaufen“ bereits enthalten); besser daher gesteigert: „herandrängen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als Jesus sah, dass eine Menschenmenge zusammenlief&#039;&#039; - Der Satz wirkt merkwürdig - als wäre Jesus ein „Showoff“. Jesus handelt aber nicht, weil sein Publikum nun groß genug ist, sondern es handelt sich hier um ein Geheimhaltungsmotiv: Jesus möchte im Gegenteil ein möglichst kleines Publikum (so Cranfield 1959, S. 303; Dschulnigg 2007, S. 255; Pesch 1977, S. 93).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vielleicht steht aber auch dies im Hintergrund: In der Antike (und noch bis ins 19. Jh.)  war der Glaube verbreitet, Epilepsie sei hochansteckend. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass der Junge in V. 14-19 nicht anwesend ist und dass die Menschenmenge nach dem Herbeibringen des Jungen erst von Neuem zusammenlaufen muss. Vielleicht beeilt sich Jesus also angesichts der zusammenlaufenden Menge deshalb so mit dem Exorzismus, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
gebot er dem unreinen Geist {und sagte zu ihm}: „Du stummer und tauber Geist,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Du stummer und tauber Geist&#039;&#039; - W. &#039;&#039;der stumme und taube Geist&#039;&#039;; Nominativ für Vokativ (Grosvenor/Zerwick). Kein Semitismus; vgl. Doudna 1961, S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ich befehle dir, komm aus ihm heraus (fahre aus ihm aus) und geh nie mehr in ihn hinein (fahre nie mehr in ihn hinein)! {{par|Markus|1|25}}{{par|Markus|5|8}}{{par|Lukas|4|35}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und schreiend und [den Jungen] in heftigen Krämpfen schüttelnd&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schreiend und [den Jungen] in heftigen Krämpfen schüttelnd&#039;&#039; - W. „schreiend und heftig schüttelnd“. Vielleicht dienen die beiden Partizipien hier als Vollverbersatz; so zumindest Pryke 1978, S. 119f.123; daher BB, B/N, GN, Gnilka 1979, HER, HfA, KAM, LUT, MEN, NeÜ, NGÜ, NL, R-S, SLT , TAF: „Und er schrie, schüttelte ihn heftig hin und her und fuhr aus“. Hier auch dadurch erklärlich, dass durch den Einsatz von Partizipien ein Gleichklang entsteht: &#039;&#039;kraxas kai sparaxas&#039;&#039;. Aber vermutlich ist die Stelle so zu erklären: Beim Exorzismus ist der Moment der Ausfahrt des Dämons einer der gefährlichsten, da der Dämon dem Besessenen hier noch ein letztes Mal großen Schaden zufügen kann. Vgl. Theißen 1990, S. 96: „Der Exorzismus ist so oft das Gegenteil einer Heilung: eine Gefährdung, die eine folgende Heilung notwendig macht (Mk 9,27).“ Das ist es wohl, dass die Modifikation des „er fuhr aus“ durch „schreiend und heftig schüttelnd“ hier ausdrücken soll. Vielleicht sollte man daher besser frei übersetzen: „Da schüttelten den Jungen so heftige Krämpfe wie nie zuvor und mit einem schrecklichen Schrei fuhr der Geist aus.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
kam er heraus (fuhr der Geist aus). Und er wurde (war)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde (war)&#039;&#039; - Nicht: „er &#039;&#039;wurde&#039;&#039; wie tot“; γίνομαι als Ersatz von εἶναι - vgl. Louw/Nida 13.3: „to possess certain characteristics, with the implication of their having been acquired“. Übersetze: „... fuhr der Geist aus. Und der Junge lag da wie tot.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
wie tot, daher (sodass)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;daher (sodass)&#039;&#039; - resultatives ὥστε (Pryke 1978, S. 115) -&amp;gt; „sodass“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Meisten (die Menge)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Meisten (die Menge)&#039;&#039; - „die Meisten“ i.S.v. „die Menge“; vgl. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/πολύς Pape 671, Bed. 3]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten, er sei gestorben. {{par|Markus|1|26}}{{par|Lukas|4|41}}&lt;br /&gt;
{{S|27}} Doch Jesus ergriff seine Hand und hieß ihn aufstehen (richtete ihn auf, weckte ihn auf, heilte ihn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hieß ihn aufstehen&#039;&#039; nach Louw/Nida 17.10 („to cause to stand up“); in Anbetracht des Folgesatzes sinnvoller als „weckte ihn auf“ oder gar „erweckte ihn“. Das häufige „richtete ihn auf“ oder „zog ihn hoch“ ist gut; wäre aber eine Doppelung mit dem Folgesatz.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und er stand auf. {{par|Matthäus|8|15}}{{par|Apostelgeschichte|9|41}}&lt;br /&gt;
{{S|28}} Und nachdem er ins Haus gegangen war, fragten ihn seine Jünger für sich:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;für sich&#039;&#039; - versprachlicht hier das Motiv der Sonderbelehrung (siehe Parallelstellen); besser: „Und nachdem er ins Haus gegangen war und sie unter sich waren, fragten ihn seine Jünger“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
„Dass wir ihn nicht austreiben konnten (Warum konnten wir ihn nicht austreiben)?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dass (warum)&#039;&#039; - ὅτι zur Einleitung von Warum-Fragen; vgl. Turner 1925d, S. 58. So auch fast alle Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Matthäus|13|36}}{{par|Markus|4|10}}{{par|Markus|4|34}}{{par|Markus|9|33}}{{par|Markus|10|10}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Da sagte er zu ihnen: „Diese Art kann durch nichts ausfahren (ausgetrieben werden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ausfahren (ausgetrieben werden)&#039;&#039; - ἐξέρχομαι &#039;&#039;ausfahren&#039;&#039; verwendet als Äquivalent des Passivs ἐκβάλλω &#039;&#039;austreiben&#039;&#039;; vgl. Symth §1752; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Cranfield 1959, S. 304; Kleist 1937, S. 214. So auch die meisten Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
außer durch Gebet&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Die meisten Mss. fügen hinzu: „und Fasten“. Von fast allen wird es zur Glosse erklärt, weil eine Einfügung von „und Fasten“ aufgrund der steigenden Wichtigkeit des Fastens in der alten Kirche plausibler sei als eine Auslassung (so z.B. Metzger 1994, S. 85). [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/TC-Mark.pdf Wilckens 2014], S. 370, hält es aber auch für möglich, dass es sich hier um eine Parablepsis handeln und ein Abschreiber das καὶ νηστείᾳ &#039;&#039;und Fasten&#039;&#039; einfach übersehen haben könnte, und die Tatsache, dass so viel mehr Mss die längere Version haben, macht mir das eigentlich sogar ein wenig wahrscheinlicher. Allerdings nicht wahrscheinlich genug, um von der Mehrzahl der kritischen Editionen abzuweichen, daher folgen auch wir der kürzeren Variante.&amp;lt;/ref&amp;gt;.“ {{par|Daniel|9|3}}{{par|Jakobus|5|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|30}} Von dort aus (gingen sie fort und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus (gingen sie fort und)&#039;&#039; - W. „Von dort fortgegangen seiend“&amp;lt;/ref&amp;gt; reisten sie durch Galiläa, und er wollte nicht, dass (damit)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hina&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
jemand es erführe,&lt;br /&gt;
{{S|31}} denn er lehrte (wollte lehren)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lehrte (wollte belehren)&#039;&#039; - W. „lehren“, aber dies Lehren ist die Intention, die hinter dem nicht-Wollen v. V. 30 steht, daher im Dt. besser „denn er wollte seine Jünger belehren. Er sagte ihnen:...“ Schön KAR: „Denn er dachte seine Jünger zu unterweisen. / So sprach er zu ihnen:...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seine Jünger und sagte zu ihnen: „Der Menschensohn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menschensohn&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
ist in die Hände der Menschen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Hände der Menschen&#039;&#039; - Biblizismus, „in die Hand von X“ entspricht „an X“, „in die Gewalt von X“. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ausgeliefert (wird ausgeliefert werden),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist ausgeliefert (wird ausgeliefert werden)&#039;&#039; - futurisches Präsens, um zu betonen, dass das hier Prophezeite sicher feststeht (vgl. Smyth §1879; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Cranfield 1959; Kleist 1937; Marcus 2009). Zudem &#039;&#039;passivum divinum&#039;&#039;; sinngemäß also „wird [von Gott] in die Hände der Menschen ausgeliefert werden“; vgl. Dschulnigg 2007; Pesch 1977; Schenke 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
und sie werden ihn töten, und nachdem (obwohl)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem (obwohl)&#039;&#039; - beide Deutungen des Partizips sind möglich; „nachdem“ z.B. Gnilka 1979; Marcus 2009; Schenke 2005; „obwohl“ Camacho/Mateos 1994; Kleist 1937. Beides trifft die gern gewählte Übersetzung „drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen.“ {{par|Matthäus|16|21}}{{par|Matthäus|20|18|19}}{{par|Markus|8|31}}{{par|Markus|10|33|34}}{{par|Markus|14|21}}{{par|Markus|14|41}}{{par|Lukas|18|31}}{{par|Johannes|3|14}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Sie verstanden das Wort (diesen Ausspruch) jedoch nicht, und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und&#039;&#039; - vielleicht besser: Deutung als καὶ zur Markierung schwacher Gegensätzlichkeit (so auch Reiser 1983, S. 115); dann: „Sie verstanden diesen Ausspruch nicht, fürchteten sich aber,...“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
sie fürchteten sich, ihn zu fragen. {{par|Markus|7|18}}{{par|Markus|8|17|18}}{{par|Markus|9|10}}{{par|Lukas|2|50}}{{par|Lukas|9|45}}{{par|Johannes|16|18|19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|33}} Sie kamen nach Kafarnaum. Als er im Haus war (ankam),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;war&#039;&#039; - nicht: „ankam“; γίνομαι als Ersatz von εἶναι - vgl. Louw/Nida 85.6: „to be in a place, with the possible implecation of having come to be in such a place“. Auch hier dient die Erwähnung des nicht näher spezifischen Hauses nur der Verdichtung des Motivs der Privatoffenbarung an die Jünger (wie oft in Mk).&amp;lt;/ref&amp;gt; fragte er sie: „Worüber (Was) habt ihr auf dem Weg (unterwegs) diskutiert (überlegt)?“&lt;br /&gt;
{{S|34}} Sie aber schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg (unterwegs) miteinander [darüber] diskutiert, wer der Größte (größer)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Größte (größer)&#039;&#039; - Komparativ als Superlativ; vgl. Cranfield 1959, S. 307.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[sei]. {{par|Matthäus|18|1}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Da setzte er sich, rief (wandte sich an) die Zwölf und sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief (wandte sich an) die Zwölf und sagte zu ihnen&#039;&#039; - Offensichtlich sind die Zwölf bereits bei ihm; eine Übersetzung mit „rufen“ macht daher keinen Sinn. ἐφώνησεν meint hier „sich wenden an“; s. [http://www.zeno.org/Pape-1880/A/%CF%86%CF%89%CE%BD%CE%AD%CF%89 Pape 1322]; Thayer; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Cranfield 1959, S. 307f. Daher: „Da setzte er sich und wandte sich an die Zwölf &amp;lt;s&amp;gt;und sagte&amp;lt;/s&amp;gt;:...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wenn jemand der Erste sein will, wird (muss)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wird (soll)&#039;&#039; - modales Futur; vgl. Smyth 1910a; Zerwick §94; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; auch Grosvenor/Zerwick; Kleist 1937; Marcus 2009. So fast alle Üss. Theoretisch wäre die futurische Übersetzung aber genau so möglich; „Wenn jemand der Erste sein will, wird er der Letzte von Allen und der Diener von Allen sein“ hieße dann etwa „Wer hoch hinaus will, wird tief fallen“. Zur modalen Deutung vgl. die Parallelstellen, zur futurischen [[Sprüche 29#s23 |Spr 29,23]]; [[Matthäus 23#s11 |Mt 23,11f]]; [[Lukas 14#s11 |Lk 14,11]]; [[Lukas 18#s14|18,14]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er der Letzte von Allen und der Diener von Allen sein.“ {{par|Matthäus|11|11}}{{par|Matthäus|20|26|27}}{{par|Markus|10|43|44}}{{par|Römer|12|10}}{{par|Philipper|2|3}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und er nahm&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Adoption&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Er nahm ein Kind, stelltes es in ihre Mitte, nahm es in die Arme&#039;&#039; - Was macht Jesus hier mit dem Kind? Wörtlich übersetzt klingt der Text so, als stünde im Haus irgendwo ein Kind herum. Das „nimmt“ Jesus, „stellt es“ in der Mitte der Jünger wieder „ab“&#039; nur, um es direkt darauf wieder zu sich heranzuziehen, um es „in die Arme zu schließen“. „Das arme Kind“, möchte man beinahe sagen - fast schon eine kleine Achterbahnfahrt, die es da mitmacht. Vermutlich darf man dies &#039;&#039;nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;umarmte&#039;&#039; aber nicht (nur) wörtlich verstehen, sondern es ist dies eine „Handlungsmetapher“: Jemanden „nehmen und umarmen“ sind symbolische Handlungen, mit der (quasi-)verwandschaftliche Verhältnisse bestätigt oder sogar geschaffen werden (z.B. als Adoptionsvorgang); vgl. Derrett 1983; Grassi 1992; Marcus 2009. Zu „nehmen“ vgl. z.B. [[Exodus 2#s9 |Ex 2,9]] (auch: LXX); zu „umarmen“ [[Genesis 29#s13 |Gen 29,13]]; [[Genesis 33#s4 |33,4]]. Diese Adoptionssymbolik ist wohl auch hier im Blick; s. den nächsten Vers.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ein Kind, stellte es in ihre Mitte, umarmte es&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Adoption&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte zu ihnen: {{par|Markus|10|16}}&lt;br /&gt;
{{S|37}} „Wer eines von solchen Kindern (ein solches Kind) in meinem Namen (mir zuliebe, um meinetwillen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in meinem Namen (mir zuliebe, um meinetwillen)&#039;&#039; - vgl. dazu [https://archive.org/stream/imnamenjesueine01heitgoog#page/n69/mode/1up Heitmüller 1903, S. 50], der Beispiele für dieses Idiom in Demosthenes, Isaeus, Josephus, Lukian, Demosthenes und Dio Cassius bringt und kommentiert mit: „An diesen Stellen giebt unsere Formel den Titel, die Kategorie, den Grund bzw. Vorwand an, unter dem, mit Bezug auf den dies oder das geschieht.“ Viel besser als die wörtliche Übersetzung daher B/N, NGÜ, NL: „um meinetwillen“; HfA, KAM: „Mir zuliebe“. Vgl. auch Grosvenor/Zerwick: „for my sake, out of devotion to me“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt nicht mich auf, sondern (vielmehr)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht mich, sondern (vielmehr) den&#039;&#039; - vgl. dazu Zerwick §445; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick: „nicht A, sondern B“ ist nach Zerwick ein Idiom, das die Betonung auf B legt: „viel mehr B als A“. Ich denke aber, dass dieses Idiom hier nicht zur Anwendung kommt; es ist hier ja keine Frage von „X &#039;&#039;mehr als&#039;&#039; Y“, sondern „X &#039;&#039;statt&#039;&#039; Y“ oder genauer „X &#039;&#039;gleichzeitig&#039;&#039; mit Y“. Den Sinn trifft eher: „Wer ein solches Kind aufnimmt, nimmt damit gleichzeitig mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt damit gleichzeitig Gott auf.“ - aber in der wörtlichen Übersetzung im Fließtext ist das wohl erkennbar genug.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
den, der mich gesandt hat.“ {{par|Matthäus|10|40}}{{par|Matthäus|25|40}}{{par|Lukas|9|48}}{{par|Lukas|10|16}}{{par|Johannes|5|23}}{{par|Johannes|12|44|45}}{{par|1Thessalonicher|4|8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{S|38}} Johannes sagte zu ihm: „Lehrer, wir haben gesehen, wie jemand Dämonen austrieb mit deinem Namen (und dabei deinen Namen verwendete). &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit deinem Namen (und dabei deinen Namen verwendete)&#039;&#039; - Hier sicher instrumentales ἐν; die Alternativübersetzung soll das deutlicher machen. Im antiken Israel war es üblich, den Namen von Göttern, Dämonen und Personen, denen eine enge Bindung zu Gott nachgesagt wurde, für Exorzismen zu verwenden. Besonders häufig wurde der Name Salomo gewählt, aber auch von Jesu Namen ist uns mehrfach überliefert, dass er in Exorzismen benutzt wurde (vgl. z.B. [[Apostelgeschichte 4#s7 |Apg 4,7-11]].[[Apostelgeschichte 4#s30 |30]]). Daraus folgte nicht, dass diese Exorzisten auch Anhänger Jesu waren; vgl. z.B. [[Matthäus 7#s22 |Mt 7,22]]; [[Apostelgeschichte 19#s13 |Apg 19,13-17]]; auch in einigen heidnischen magischen Texten findet sich Jesu Name derart verwendet, s. PGM 3.420; 4.1233; 4.3020; 12.192; vgl. Marcus 2009 &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039;. Dass der fremde Exorzist kein Jesusjünger ist, wird schon aus diesem Vers klar; dass er ihm ggü. nicht einmal wohlwollend eingestellt sein musste, V. 39; vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wir hinderten ihn daran (haben versucht, ihn daran hindern),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wir hinderten ihn daran (haben versucht, ihn daran zu hindern; wollten ihn daran hindern)&#039;&#039; - hier sicher konatives Imperfekt, sonst machte Jesu Aufforderung in V. 39 nicht viel Sinn - der Schaden wäre schon angerichtet. Zum konativen Imperfekt vgl. BDR §326, Dana §177; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Cranfield 1959, S. 310, Grosvenor/Zerwick, Taylor 1979, S. 485; ähnlich Kleist 1937, S. 215; so auch viele Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
weil er uns nicht folgt (nicht zu uns gehört).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil er uns nicht folgt (nicht zu uns gehört)&#039;&#039; - sicher wollen die Jünger dem Exorzisten das nicht verbietet, weil er kein Anhänger der &#039;&#039;Jünger&#039;&#039; ist. ἀκολουθέω meint hier - wie schon [[Markus 8#s34 |Mk 8,34]] (s. dort [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_8#note_ba FN ba]) - „zugehörig sein“; vgl. Pryke 1978, S. 41. Vielleicht hier gewählt wegen dem Gleichklang von &#039;&#039;wir wollten ihn daran hindern&#039;&#039; und &#039;&#039;[zu uns] gehört&#039;&#039;: &#039;&#039;ekolüomen&#039;&#039; - &#039;&#039;äkoluthei&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Numeri|11|27|28}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Jesus aber sagte: „Hindert ihn nicht [daran], denn es gibt niemanden, der Wunder mit meinem Namen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit meinem Namen&#039;&#039; - ἐπὶ τῷ ὀνόματί verwendet wie oben ἐν τῷ ὀνόματί (s. [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_cp FN cp]); vgl. BDAG: „der Machttaten vollbringt, indem er meinen Namen nennt“. So auch viele Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wirkt und schnell &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schnell&#039;&#039; - Abwandlung eines jüdischen Sprichwortes; vgl. B/S I, S. 19; Dschulnigg 2007, S. 262; Pesch 197, S. 109. Eine Variante dieses Sprichworts lautet etwa: „Wem man Übles getan, dem tut man nicht so schnell Gutes; und wem man Gutes getan, dem tut man nicht so schnell Übles“. Hier entspricht ihm ungefähr das dänische Sprichwort „Man kann nicht gleichzeitig pusten und Mehl im Mund haben“: Wem die positive Nennung des Namens Jesu nutzt, wird ihn so bald nicht negativ verwenden. Übersetze vielleicht: „Hindert ihn nicht daran - wer mit meinem Namen Wunder tut, wird ihn nicht gleichzeitig schmähen.“ Wenn der Sentenzen-charakter dieses abgewandelten Sprichworts in der LF noch besser herauskommen könnte, wäre das aber noch besser.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schlecht von mir zu sprechen vermag (von mir sprechen kann).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schlecht von mir zu sprechen vermag (von mir sprechen kann)&#039;&#039; - δύναμαι &#039;&#039;vermögen&#039;&#039; verwendet als Hilfsverb, besser einfach „verfluchen kann“. Vgl. Turner 1927a, S. 355.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|40}} Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wer nicht gegen uns ist, ist für uns&#039;&#039; - auch dies ist ein Sprichwort; s. Cicero, Lig 11 (vgl. Cranfield 1959, S. 310).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(steht über uns).“ {{par|Matthäus|12|30}}{{par|Lukas|11|23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|41}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Struktur&amp;quot;&amp;gt;Zur Strukturellen Zuordnung von Vv. 41f siehe [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_9#Struktur_der_Studienfassung Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
„{Denn}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;Denn&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039; - γάρ &#039;&#039;denn&#039;&#039; muss nicht immer eine Begründung für vorangehende Textteile einleiten, sondern kann auch einfach einen neuen Textabschnitt markieren (vgl. z.B. Smyth §2808; Kleist 1932, S. 164f.; ad loc. Kleist 1937, S. 215). Von dieser zweiten Verwendung ist schon länger der Spezialfall bekannt, dass Mk γάρ gelegentlich auch nur verwendet, um in einer Spruchsammlung einzelne Sprüche voneinander abzugrenzen (also exakt das, was wir in Mk 9 vermutlich vor uns haben, s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_9#Struktur_der_Studienfassung Kommentar]); vgl. Pryke 1978, S. 128.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer euch [auch nur] &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[auch nur]&#039;&#039; - „einen Becher Wasser zu trinken geben“ ist das geringste Werk der Gastfreundschaft (Pesch 1977, S. 110); es wird hier für die sprichwörtlich kleinstmögliche gute Tat verwendet - daher „[auch nur]“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
einen Becher Wasser zu trinken gibt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einen Becher Wasser zu trinken gibt&#039;&#039; - im Griechischen figura etymologica: ποτίσῃ ποτήριον &#039;&#039;[Wer euch] tränkt mit einem Trunk&#039;&#039; („Trunk“ aber w. „Becher“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
weil (im Namen, dass)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (im Namen, dass)&#039;&#039; - W. „im Namen, dass“, aber gr. Idiom für „weil“; vgl. BDAG, [https://archive.org/stream/imnamenjesueine01heitgoog#page/n69/mode/1up Heitmüller 1903, S. 48.50]; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Cranfield 1959, S. 312; Grosvenor/Zerwick; Taylor 1979, S. 486. So auch viele Üss. Allerdings seltenes Idiom; daher die Varianten.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ihr zu Christus gehört - Amen, ich sage euch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Amen, ich sage euch&#039;&#039; - nicht-responsives °Amen°. Zusammen mit der Konstruktion οὐ μὴ + Partizip Aorist - der stärkstmöglichen Verneinung zukünftiger Geschehnisse im Griechischen (Wallace, S. 468) - in „wird nicht verlieren“ markiert dies den hierigen Spruch als autoritativ ausgesprochene, absolut gültige Heilszusage.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
- der wird seinen Lohn nicht verlieren (wird ihn bekommen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wird seinen Lohn nicht verlieren (wird ihn bekommen)&#039;&#039; - ἀπόλλυμι meint nicht nur „verlieren“, sondern auch „nicht bekommen“ (vgl. Louw/Nida 57.67). Das ist hier - in einer Heilszusage - sinnvoller, denn „der wird seinen Lohn nicht verlieren“ würde implizieren, dass er den Lohn bereits erhalten hat. „Nicht nicht-bekommen“ ist damit eine Art doppelte Verneinung, die stärker ist als eine bloße Bejahung und so zusammenwirkt mit dem „Amen, ich sage euch“ und der Konstruktion οὐ μὴ + Partizip Aorist (s. letzte Fußnote).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|42}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Struktur&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
Wer aber (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aber (und)&#039;&#039; - „und“ zur Verknüpfung von Gegensätzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[auch nur] einen dieser Kleinen (einen der Geringen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einen dieser Kleinen (einen der Geringen)&#039;&#039; - Auf wen „diese Kleinen“ verweist, ist in der Exegese umstritten. Einige denken, dass es sich bei „diesen Kleinen“ um eine Ehrenbezeichnung Jesu für die Jünger handle (s. z.B. Jeremias 1971, S. 113 zu dieser Stelle; [[Matthäus 10#s42 |Mt 10,42]]; [[Matthäus 18#s10 |18,10]].[[Matthäus 18#s14 |14]]; [[Matthäus 25#s40 |25,40]].[[Matthäus 25#s45 |45]]). Das ist mindestens schwierig. Mt 18,10.14 verweist es zweifellos auf Kinder; vgl. [[Matthäus 18#s5 |Mt 18,5f]] (also die Parallelstelle von Mk 9,42). Und Mt 25,40.45 ist nicht von „einem dieser Kleinen“ die Rede, sondern von „einem meiner kleinsten Brüder“ und die Referenz wird weiter dadurch aufgeklärt, dass diese als hungernde, dürstende, obdachlose, nackte, kranke und gefangene Menschen näher bestimmt werden - man kann diese Stelle also nicht ohne Weiteres mit Mk 9,42 par. parallelisieren. Bleiben Mt 10,42 und Mk 9,42. Auch an unserer Stelle deckt sich ἕνα τῶν μικρῶν &#039;&#039;einer dieser Kleinen&#039;&#039; nicht mit ὑμᾶς &#039;&#039;euch&#039;&#039; (3. Pers. vs. 2. Pers., außerdem werden die beiden Gruppen „diese Kleinen“ und „ihr“ hier ja offensichtlich miteinander kontrastiert). Zudem kann das Demonstrativpronomen „dies“ in „dieser Kleinen“ nur meinen „solche Kinder wie das, von dem ich in Vv. 33-37 geredet habe“ - wenn man es nicht (wie z.B. Pesch 1977, S. 92) als (bedeutungsloses) redundantes Pronomen deutet (ein Aramäismus; vgl. [http://archive.org/stream/grammatikdesj00dalmuoft#page/113/mode/1up Dalman 1905, S. 113f]; [https://archive.org/stream/fourgospelsanewt009081mbp#page/n305/mode/1up Torrey 1933, S. 290] zu [[Matthäus 5#s19 |Mt 5,19]] - mit dieser Verwendung dürfte man vielleicht auch die Textvarianten erklären können, in denen das Demonstrativpronomen fehlt). Man wird daher hier besser davon ausgehen müssen, dass „diese Kleinen“ wieder die Kinder meint (so z.B. auch Collins 2007, S. 450, Evans 2001, S. 70; Gundry 1993, S. 512.524, van Iersel 1998, S. 312f; gut auch Loader 2012, S. 121f.), was noch wahrscheinlicher wird, wenn man (wie viele) davon ausgeht, dass entweder Vv. 41f oder nur Vv. 42 ursprünglich direkt an V. 37 angeschlossen haben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die an mich ({an mich})&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Das εἰς ἐμέ ist textkritisch umstritten. In der überwiegenden Mehrzahl der Mss. steht es; nicht aber in den wichtigen {{hebr}}א{{hebr ende}}, D und Δ, was sie etwas zweifelhaft macht. Viele textkritische Editionen haben sie aus diesem Grund auch nicht in den Fließtext mit aufgenommen (vgl. zuletzt auch wieder Greeven/Güting 2005, S. 478); auch einige namhaften Kommentare (z.B. Dschulnigg 2007, Gnilka 1979, Pesch 1977, Marcus 2009) sparen es aus. In die neueren Editionen (NA28, SBLGNT; s. auch Wilcker 2014, S. 385.7) wird es aber (zögerlich) aufgenommen; dem folgen auch wir.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
glauben, ärgert (vom Glauben abbringt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ärgert (vom Glauben abbringt)&#039;&#039; - σκανδαλίζω kann sowohl „vom Glauben abbringen“ meinen als auch „ärgern“ (außerdem „zur Sünde verführen“, aber das ist hier sehr wahrscheinlich nicht im Blick). Liest man - wie wir, vgl. wieder den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_9#Struktur_der_Studienfassung Kommentar] - Vv.41-42 als zusammenhängend und berücksichtigt die parallele Struktur der beiden Verse, erkennt man, dass ὃς ἂν σκανδαλίσῃ &#039;&#039;Wer [auch nur einen dieser Kleinen] ärgert/vom Glauben abbringt&#039;&#039; parallel  ist zu ὃς ἂν ποτίσῃ ὑμᾶς ποτήριον ὕδατος &#039;&#039;Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt&#039;&#039;. σκανδαλίζω wird also mit der „sprichwörtlich kleinstmöglichen guten Tat“ parallelisiert. Entweder, man geht davon aus, dass dies nichts bedeutet, lässt sich deshalb in der Deutung von σκανδαλίζω leiten von dem „die Kleinen, &#039;&#039;die glauben&#039;&#039;“ und übersetzt daher „vom Glauben abbringt“. So z.B. BB, GN, HfA, KAM, LUT, NL. Oder aber man hält Vv. 41f für eine Art „verdrehtes argumentum a maiore ad minus“: Kinder werden in der Antike allgemein - und auch im NT - eher mit Niedrigkeit und Schwachheit konnotiert (vgl. z.B. Aasgaard 2006; Grassi 1992). Erst recht solche, die „aufgenommen“ werden müssen, also Waisenkinder: Sie gehören zu den schwächsten Gliedern der Gesellschaft und stehen so sozial weit unter den Jüngern. In den Vv. 33-37 nimmt aber Jesus eine seiner häufigen „Umwertungen der Werte“ vor: Wer von den Jüngern der Erste sein will, soll der Diener &#039;&#039;aller&#039;&#039; sein - selbst „solchen Kindern“ sollen sie dienen (Vv. 36f). In Vv. 41f wird diese Umwertung wieder aufgegriffen: Wer den Jüngern eine kleine Wohltat erweist, wird seinen Lohn erhalten (V. 41). Wer aber ein solches Kind „ärgert“ - d.h., ihm eine kleine Übeltat erweist - für den wäre es besser..., und es folgt die Beschreibung einer der grausamstmöglichen Strafen der Antike (s.u.). Heißt: Handlungen an christusgläubigen Kindern wiegen schwerer als an den christusgläubigen Jüngern: Wenn schon denen, die an den Jüngern handeln, vergolten wird - um wieviel mehr wird dann erst denen vergolten werden, die an Kindern handeln (ähnlich analysiert Stein 2008, S. 447). Dieses argumentum a maiore ad minus funktioniert gerade deshalb - ist gerade deshalb so überraschend und radikal - weil in der opinio communis die Verhältnisse eigentlich umgekehrt sind. Lässt man sich von dieser Deutung leiten, sollte man übersetzen mit „ärgern“; so z.B. BEN, ELB, FREE, Gnilka 1979, H-R, KNO, Marcus 2009, MEISTER, MEN, MNT, PAT, TAF, TEXT.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Seit Deming 1990 glauben außerdem einige, dass sich das σκανδαλίζω auf sexuelle Vergehen gegenüber Kindern bezieht, und es ist dies vermutlich auch möglich, wenn man V. 42 isoliert liest - im aktuellen Kontext macht es aber nicht viel Sinn.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich persönlich würde durchaus Deutung 2 den Vorzug geben und habe sie daher auch als Primärübersetzung angegeben, weil sie den Text kohärenter sein lässt; davon abgesehen spricht aber nicht viel gegen Deutung 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
- für den ist (wäre)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist (wäre)&#039;&#039; - modales Indikativ; vgl. Kleist 1937, S. 216. So fast alle Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
es gut (besser),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gut&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;gut (besser)&#039;&#039; - sicher Positiv als Komparativ; vgl. Zerwick §145. So auch alle Üss. Kein Semitismus; vgl. z.B. Herodot IX.26.7; auch BDR §245.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
wenn ein Eselsmühlstein um seinen Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn ein Eselsmühlstein um seinen Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde&#039;&#039; - Die Hinrichtungsart, die hier beschrieben wird, nennt sich „Katapontismus“; sie ist in der Antike v.a. deshalb gefürchtet, weil sie dem Toten die Bestattung verwehren sollte (vgl. [http://de.wikisource.org/wiki/RE:Katapontismos Pauly X,2, Sp. 2480-2482]; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; gut Pesch 1977, S. 114). Derrett 1985 denkt hier an ein Wortspiel: Nicht nur die durch Katapontismos hingerichteten wurden im Alten Israel nicht begraben, sondern auch Esel (vgl. z.B. TDOT IV, S. 469 - daher in [[Jer 22#s19 |Jer 22,19]] auch die Rede vom „Eselsbegräbnis“ i.S.v. „gar kein Begräbnis“). Wenn also jemand gerade mit einem &#039;&#039;Esels&#039;&#039;mühlstein um den Hals ins Meer geworfen wird, unterstreicht das noch mal den „Eselsbegräbnis-charakter“ des Katapontismos. Dem folgend hält es auch Henderson 2001, S. 49 für eine weitere - diesmal aber missglückte - Abwandlung einer jüdischen Redensart.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Matthäus|25|40}}{{par|Matthäus|26|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|43}} „{Und} Wenn deine Hand dich zur Sünde verführen will (zur Sünde verführt, ärgert, vom Glauben abbringt),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zur Sünde&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;zur Sünde verführen will (zur Sünde verführt, ärgert, vom Glauben abbringt)&#039;&#039; - auch die Deutung von Vv. 43.45.47 hängt davon ab, wie man Vv. 42 zuordnet. Geht man davon aus, dass die Verse mit V. 42 zusammengehören, ist wahrscheinlich, dass σκανδαλίζω in allen vier Versen das selbe meint; dann wäre in allen vier Versen am Wahrscheinlichsten: „vom Glauben abbringt“. Die drei Verse sind aber ws. unabhängig von V. 42 zu lesen (s. den [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Kommentar:Markus_9#Struktur_der_Studienfassung Kommentar]). Dann ist unser wichtigstes Indiz für die Deutung von σκανδαλίζω, dass es dasjenige ist, wegen dem man „in die Gehenna geworfen wird“, also sehr wahrscheinlich „zur Sünde verführt“. Deutung als konatives Präsens („verführ&#039;&#039;en will&#039;&#039;“) gut nach Grosvenor/Zerwick: Das Abhauen soll gerade verhindern, dass der Plan der Hand/des Fußes/des Auges gelingt, das zur-Sünde-verführt-Werden ist also noch nicht Realität. Wegen den Subjekten Hand, Fuß und Auge aber wohl besser „zur Sünde zu verführen droht“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
hau sie ab! [Denn]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kausal&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[Denn]&#039;&#039; - Asyndese zum Ausdruck kausaler Verhältnisse, so gut Reiser 1983, S. 143.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
es ist gut (besser),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gut&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
dass du verstümmelt in das Leben &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leben&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leben&#039;&#039; wird hier als Wechselbegriff für das „Reich Gottes“ verwendet; so eigtl. alle. „Reich Gottes“ steht ja denn auch statt „Leben“ in V. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eingehst, als die zwei Hände habend (mit beiden Händen) in die Gehenna (Hölle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gehenna&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Gehenna (Hölle)&#039;&#039; - „Gehenna “ war ursprünglich eine griechische Ortsbezeichnung für das Hinnomtal ({{hebr}}גֵּי הִנּׂם{{hebr ende}} &#039;&#039;gê hinnom&#039;&#039;) im Süden Jerusalems. Wohl, weil (s. [[2Könige 16#s3|2Kön 16,3]]; [[2Könige 21#s6 |21,6]]) dort unter Ahas und Manasse Kinder geopfert wurden, wurde es nach und nach mythisiert, bis „Gehenna“ als Wechselbegriff für die Feuerhölle verwendet werden konnte.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
einzugehen (geworfen zu werden):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einzugehen (geworfen zu werden)&#039;&#039; - ähnlich wie in V. 29 fungiert hier das Aktiv ἀπελθεῖν wie das Passiv βληθῆναι &#039;&#039;geworfen werden&#039;&#039; (s. V. 46; vgl. Smyth §1752; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick; Kleist 1937, S. 216). Hier deshalb, weil so das &#039;&#039;Eingehen ins Leben&#039;&#039; (εἰσελθεῖν) sprachlich parallel laufen kann mit dem &#039;&#039;Geworfen-Werden in die Gehenna&#039;&#039; (ἀπελθεῖν). In V. 45 dagegen steht merkwürdigerweise überall βληθῆναι, und, noch verrückter, auch in fast allen Mss. in V. 47; einige wenige aber ändern hier (nicht aber in V. 45!) wieder zu ἀπελθεῖν.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
in das unauslöschliche Feuer,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in die Gehenna, in das unauslöschliche Feuer&#039;&#039; - wahrscheinlich: deskriptive Apposition (vgl. Smyth §987; Wallace, S. 48): „ins unauslöschliche Feuer der Gehenna“. Ähnlich Kleist 1937, S. 216; so gut auch HfA, KAM, NL. Hier würde diese Übersetzung aber den Parallelismus von Vv. 43.45.47 zerstören, so dass man wohl bei der (etwas unschönen?) appositiven Übersetzung bleiben muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{par|Jesaja|33|14}}{{par|Matthäus|3|12}}{{par|Matthäus|25|41}}{{par|Offenbarung|14|10|11}}{{par|Offenbarung|20|15}}{{par|Offenbarung|21|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} {{sekundär}}wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.{{sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 44.46&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Vv. 44.46 sind eine Doppelung von V. 48 und fehlen in einigen wichtigen Mss.; daher werden sie heute fast einheitlich als sekundär erklärt. Vgl. z.B. Metzger 1994, S. 86f; [http://www-user.uni-bremen.de/~wie/TCG/TC-Mark.pdf Wilcker 2014, S. 396f]. Übrigens hat diese Auslassung zu einem kleinen Glaubenskrieg geführt, da gelegentlich einige radikale Anhänger des Textus Rezeptus und einige Verfechter der alleinigen Heiligkeit der KJV heftigst gegen diese Omission angeschrieben haben. Lustig ist z.B. Brill, Matthew (2011): Evangelism Expounded. Enumclaw, 2011. S. 47: „Beachte, dass Satan am Werk war, indem er [einen vorher vorhandenen] Vers aus dem Text entfernt hat. Wenn die „Bibel“, die du verwendest, Mk 9,44 und Mk 9,46 auslässt, geh gleich los und kauf dir eine &#039;&#039;Bibel&#039;&#039; (und zwar natürlich die King James Bible, die man auch als die „Autorisierte Version“ kennt)!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und wenn dein Fuß dich zur Sünde verführen will (zur Sünde verführt, ärgert, vom Glauben abbringt),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zur Sünde&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann hau ihn ab! [Denn]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kausal&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
es ist gut (besser),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gut&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
dass du lahm in das Leben&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leben&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
eingehst, als die zwei Füße habend (mit beiden Füßen) in die Gehenna (Hölle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gehenna&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
geworfen zu werden,&lt;br /&gt;
{{S|46}} {{sekundär}}wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt}.{{sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;V. 44.46&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|47}} Und wenn dein Auge dich zur Sünde verführen will (zur Sünde verführt, ärgert, vom Glauben abbringt),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zur Sünde&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
reiß es aus! [Denn]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kausal&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
es ist gut (besser),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gut&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
dass du einäugig in das Reich Gottes eingehst, als zwei Augen habend (mit zwei Augen) in die Gehenna (Hölle)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gehenna&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
geworfen zu werden,&lt;br /&gt;
{{S|48}} &#039;wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt&#039;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.&#039;&#039; - Mit diesem Zitat von [[Jesaja 66#s24 |Jes 66,24]] endet die Spruchtrias Vv. 43.45.47. Jes 66,24 lautet: „Sie werden hinausgehen und auf die Leichen der mir untreuen/gegen mich sündigenden Menschen sehen, denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen [...].“ In vielen Kommentaren wird auch dies ins Hinnomtal lokalisiert, weil der Ort, von dem „sie“ „hinausgehen“ werden, Jerusalem ist; „ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen“ dient also bereits dort zur Charakterisierung der Strafe, die Apostaten/Sünder in der Feuerhölle Gehenna zu ertragen haben werden. Ähnlich Sir 7,17 LXX: „Die Strafe des Gottfernen ist Feuer und Wurm.“; [[Judith 16#s17|Jdth 16,17]] „Am Tag des Gerichts straft sie der allmächtige Herr, er schickt Feuer und Würmer in ihr Gebein; in Ewigkeit sollen sie heulen vor Schmerzen“ (EÜ). Der Wurm symbolisiert dabei vermutlich die ewigwährende Verwesung (so z.B. Gnilka 1979, S. 65; Pesch 1977, S. 115). Marcus 2009 fühlt sich dabei mit Dale Allison an Prometheus erinnert, dem Tag auf Tag bei lebendigen Leibe ein Adler die Leber aus dem Leib frisst, die über Nacht stets wieder nachwächst. Das ist natürlich Eisegese, aber ich finde sie hier ziemlich passend.&amp;lt;/ref&amp;gt;“ {{par|Römer|8|13}}{{par|1Korinther|9|27}}{{par|Galater|5|24}}{{par|Kolosser|3|5}}{{par|Titus|2|12}}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|49}} {Denn} (Denn)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;Denn&amp;lt;/s&amp;gt; (Denn)&#039;&#039; - Vv. 49f gehören sehr sicher nicht mit dem vorangehenden Abschnitt zusammen; gemeinsam ist ihnen nur das ominöse „Feuer“, dass hier aber nicht das obige Höllenfeuer meint, sondern etwas Gutes, das zum „Gesalzen-sein“ führt. Zu &#039;&#039;&amp;lt;s&amp;gt;denn&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039; siehe [http://www.offene-bibel.de/wiki/index.php5?title=Markus_9#note_cx FN cx].&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Jeder wird mit Feuer gesalzen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden&#039;&#039; - einer der schwierigsten Verse im ganzen NT. Weil er „völliger Nonsens“ (Torrey 1933, S. 302) ist, konnten Bratcher/Nida 1961, S. 304 schon 1961 über 15 verschiedene Deutungen dieses Verses zusammengetragen; mittlerweile sind noch mehr hinzugekommen. Selbst den alten Schreibern war der Sinn des Verses schon nicht mehr klar (vgl. Metzgers Referat der verschiedenen Textvarianten in Metzger 1994, S. 87). Ernst 1963, S. 284 denkt sogar, dass der Vers überhaupt keinen Sinn machen &#039;&#039;soll&#039;&#039;, sondern als „als schillernde[s] und vieldeutige[s] Rätselwort nur zum Nachdenken“ anregen will.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heute sind vor allem zwei Erklärungsansätze verbreitet:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(1) Der erste versucht, den Vers in der Form zu erklären, in der er überliefert ist. Am verbreitetsten ist die Variante dieses Ansatzes, den Vers mit [[Levitikus 2#s13 |Lev 2,13]] (vielleicht besser: [[Ezechiel 43#s24 |Ez 43,24]]) zusammenzulesen und in Zusammenhang zu bringen mit Feueropfern, die vor dem Entzündet-Werden gesalzen werden müssen. Das aber funktioniert nicht; die Crux am Vers ist ja gerade, dass (a) &#039;&#039;Menschen&#039;&#039; (b) &#039;&#039;mit&#039;&#039; Feuer gesalzen werden. In Lev 2 und Ez 43,24 ist zwar von Feuer und Salz die Rede, aber weder werden dort „Menschen“ gesalzen, noch wird „mit Feuer“ gesalzen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Der zweite versucht, den Sinn des Verses durch eine Rückübersetzung ins Hebräische/Aramäische zu klären. Man rekonstruiert dabei entweder {{hebr}}כִּי כָל אִיש בָּאֵש יָמְלָח{{hebr ende}} &#039;&#039;denn jeder Mensch wird/muss im/mit Feuer gesalzen werden&#039;&#039; oder {{hebr}}כִּי כָל בָּאֵש יָמְלָח{{hebr ende}} &#039;&#039;denn jeder/alles wird/muss im/mit Feuer gesalzen werden&#039;&#039;. Zu den bekannteren Vorschlägen zählt dann (ich ordne an nach steigender Plausibilität):&lt;br /&gt;
* Statt {{hebr}}אִיש{{hebr ende}} &#039;&#039;Mensch&#039;&#039; habe im Urtext ursprünglich {{hebr}}אֵש{{hebr ende}} &#039;&#039;Feuer&#039;&#039; gestanden: &#039;&#039;Jedes Feuer wird durch Feuer gesalzen werden&#039;&#039; (Chajes 1899, S. 53f.) - aber das ist ja noch sinnloser als der griechische Text. Trotzdem ist das offenbar der bekannteste Vorschlag dieser Art - wohl, weil er auch der erste dieser Art war.&lt;br /&gt;
* Hebr. {{hebr}}מלח{{hebr ende}} &#039;&#039;salzen&#039;&#039; habe auch die Bedeutung &#039;&#039;zerstören&#039;&#039; - das ist allerdings mindestens zweifelhaft -: &#039;&#039;Alles  wird durch Feuer zerstört werden.&#039;&#039; ([http://www.biblicalstudies.org.uk/pdf/gtj/06-2_299.pdf Fields 1985], S. 302f.). Ähnlich Carmignac 1967, der {{hebr}}מלח{{hebr ende}} nicht als {{hebr}}מלח{{hebr ende}} II &#039;&#039;salzen&#039;&#039;, sd. {{hebr}}מלח{{hebr ende}} I &#039;&#039;auflösen (wie Rauch)&#039;&#039; deutet: &#039;&#039;Alles wird sich im Feuer auflösen (wie Rauch)&#039;&#039; (so kürzlich auch wieder  [http://www.christusrex.org/www1/ofm/sbf/Books/LA48/48125FM.pdf Manns 1998, S. 130]).&lt;br /&gt;
* Baarda 1959 denkt bei der Rekonstruktion nicht an hebr. {{hebr}}מלח{{hebr ende}} &#039;&#039;salzen&#039;&#039;, sondern an aram {{hebr}}תבל{{hebr ende}} &#039;&#039;salzen&#039;&#039;, und schlägt vor, im ursprünglichen Text habe aber nicht {{hebr}}תבל{{hebr ende}}, sondern {{hebr}}טבל{{hebr ende}} &#039;&#039;taufen&#039;&#039; gestanden: &#039;&#039;Jeder wird im Feuer getauft werden&#039;&#039; (so auch kürzlich wieder [https://www.academia.edu/1258632/_Everyone_Will_Be_Baptized_in_Fire_Mark_9.49_Q_3.16_and_the_Baptism_of_the_Coming_One_Journal_for_the_Study_of_the_Historical_Jesus_7_2009_254-285 Frayer-Griggs 2009]).&lt;br /&gt;
* Statt {{hebr}}איש באש{{hebr ende}} &#039;&#039;Mensch im/mit Feuer&#039;&#039; habe ursprünglich {{hebr}}אשר יבאש{{hebr ende}} gestanden: &#039;&#039;Alles, was verfault, wird gesalzen&#039;&#039; ([https://archive.org/stream/orientalistische07deutuoft#page/n20/mode/1up Bergmann 1904], nach einem ähnlichen Vorschlag von Halévy 1903). Ähnlich schlägt [https://archive.org/stream/fourgospelsanewt009081mbp#page/n317/mode/1up Torrey 1933, S. 300] vor, {{hebr}}בָּאֵש{{hebr ende}} &#039;&#039;im/mit Feuer&#039;&#039; als das Partizip von aram {{hebr}}באש{{hebr ende}} &#039;&#039;verderben&#039;&#039; zu deuten: &#039;&#039;Alles Verderbliche wird gesalzen&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Von diesen vier Vorschlägen ist der Beste zweifellos der von Torrey. Im Unterschied zur Standard-Deutung macht er außerdem Sinn, aber er ist in dem Maße Sondermeinung, dass wir uns dieser Deutung in der LF recht sicher nicht anschließen können. Wir werden daher wohl bei der rätselhaften Standard-übersetzung bleiben müssen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|50}} Gut [ist] das Salz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gut [ist] das Salz&#039;&#039; - Adjektiv in Prädikatsstellung. Diese Konstruktion legt ein wenig mehr Betonung auf das Adjektiv als die häufigere „Das Salz [ist]/ist gut“ (vgl. [http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0007%3Apart%3D4%3Achapter%3D40%3Asection%3D82%3Asubsection%3D78 Smyth §1168a]; Wallace, S. 307), ist aber dennoch oft - und wohl auch hier - einfach zu übersetzen mit „Salz ist gut“ (so auch Wallace, S. 308).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Aber wenn das Salz unsalzig (salzlos, geschmacklos) geworden ist - womit werdet (wollt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;werdet (wollt)&#039;&#039; - wahrscheinlich deliberatives Futur, um die Frage als rhetorische Frage zu markieren (vgl. Dana/Mantey §178.4; Wallace, S. 570 u.ö.). „wollt“ auch in vielen Üss.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
ihr es würzen? Habt (teilt) Salz unter (in)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Habt (teilt) Salz unter (in)&#039;&#039; - Fast einheitlich: „Habt Salz &#039;&#039;in&#039;&#039; euch“, als sollte man Salz „in seinem Körper“ haben. Wie merkwürdig der Satz ist, wird erst deutlich, wenn man es in einer etwas verfremdeten Form sieht: KAR: „In euch selber sollt ihr &#039;Salz&#039; haben“. Kürzlich aber Lattke 1984, S. 54: „Habt (=teilt) unter euch Salz“. Das macht wesentlich mehr Sinn; vielleicht darf man hierbei sogar an eine Abwandlung des alten Sprichwortes (das schon bei Aristoteles, NE VIII.4 und Cicero, Laelius 19 (67) überliefert ist) denken, man kenne einander erst, wenn man einen Scheffel Salz miteinander gegessen habe.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
euch, und haltet [so]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und haltet [so]&#039;&#039; - &#039;&#039;[so]&#039;&#039; gut nach Cranfield 1959, S. 317, der den ersten Imperativ als Bedingung für den zweiten liest.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
untereinander Frieden!“ {{par|Römer|12|18}}{{par|2Korinther|13|11}}{{par|Kolosser|4|6}}{{par|Hebräer|12|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_5&amp;diff=17623</id>
		<title>Markus 5</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_5&amp;diff=17623"/>
		<updated>2014-08-26T05:15:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Der Besessene von Gerasa))&lt;br /&gt;
{{L|1}} Jesus und seine Jünger hatten den See Gennesaret überquert und waren ins Gebiet der Gerasener gelangt. {{L|2}} Sie waren kaum aus dem Boot gestiegen, als ihnen plötzlich ein Mann entgegengelaufen kam. Dieser war von einem bösen Geist besessen, {{L|3}} hauste in den nahe liegenden Grabhöhlen und war so wild, dass man ihn selbst mit Eisenketten nicht bändigen konnte. {{L|4}} Schon viele Male hatte man ihn an Armen und Beinen gefesselt, doch jedes Mal hatte er die Fesseln zerrissen und die Ketten gesprengt. Niemand war stark genug, um ihn zu überwältigen. {{L|5}} Tag und Nacht wütete er in den Grabhöhlen und im Gebirge und schnitt sich selbst mit Steinen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} Als dieser Besessene also Jesus von Weitem erblickte, rannte er zu ihm hin, warf sich vor ihn nieder {{L|7}} und schrie laut: „Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten?! Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!“ - {{L|8}} denn Jesus hatte zu ihm gesagt: „Fahre aus aus diesem Mann, du böser Geist!“ {{L|9}} Da fragte ihn Jesus: „Wie ist dein Name?“ - „Mein Name ist ‚Legion‘“, antwortete er, „denn wir sind viele.“ {{L|10}} Und wieder bat er Jesus inständig, sie doch nicht aus der Gegend fortzuschicken. {{L|11}} In der Nähe weidete eine große Schweineherde an einem Berghang {{L|12}} Die bösen Geister baten: „Lass uns in diese Schweine fahren!“ {{L|13}} Jesus erlaubte es ihnen und sie fuhren aus dem Mann in die Schweine. Da stürmte die ganze Herde den Berghang hinab in den See und ertrank. Es waren ungefähr 2000 Tiere.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der Wunsch, in die Schweine fahren zu dürfen, ist ein verzweifelter Vorschlag der „unreinen Geister“ (wie sie im Griechischen bezeichnet werden): Auch Schweine werden im Judentum als unrein angesehen; die Geister nehmen also in Kauf, mit den „schmutzigsten und unreinsten Wirten“ (Lohmeyer) Vorlieb nehmen zu müssen. Mit ihrer Selbstzerstörung ist das Unreine gleich doppelt vernichtet; Jesus hat hier sozusagen Satan und Beelzebub sich gegenseitig austreiben lassen.&amp;lt;br /&amp;gt;Hinzu kommt, dass das „Meer“, wie der See Gennesaret im griechischen Text stets bezeichnet wird, nach antiker Vorstellung ein Ort des Chaos und der Chaosmächte ist. Mit der Verlagerung der Geister und der Schweine vom (heidnischen!) Land ins Meer ist die kosmische Ordnung wieder hergestellt: Geister und Schweine sind am Ort des Chaos, Jesus und die „Leute“ am gereinigten Festland.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Neben dieser symbolischen Bedeutung hat die Perikope wahrscheinlich noch eine weitere, allegorische, und ist als versteckt-spöttische Allegorie auf die Vertreibung der Römer zu lesen &amp;lt;!--(so schon [http://www.archive.org/stream/revuedestudesj47soci#page/172/mode/2up Reinach 1903]; neuerdings auch Burdon 2004; Crossan 1996; Dormandy 2000; Horsley 2001; Johnston 1998; [http://www.bsw.org/biblica/vol-88-2007/die-legio-x-fretensis-und-der-besessene-von-gerasa-anmerkungen-zur-zahlenangabe-ungefaehr-zweitausend-mk-5-13/77/article-p351.html Lau 2007]; Marcus 2008; Myers 1988; Placher 2010; Theissen 1974; Wengst 1987)--&amp;gt;. Dafür sprechen vor allem einige ungewöhnliche Motive und Vokabeln: Der Dämon „Legion“ bittet Jesus, nicht „aus dem Land vertrieben“ zu werden, sondern in eine - 2000 Schweine starke! (selbst große Schweineherden hatten zur damaligen Zeit eine Größe von allenfalls 150 bis 200 Tieren) - „Truppe“ von „Schweinen“ fahren zu dürfen. Jesus erfüllt ihm diesen Wunsch und „kommandiert sie in die Schweineherde ab“, woraufhin die Schweine - die in Panik für gewöhnlich wild auseinanderstieben - hier gemeinsam dem „Meer“ „entgegenstürmen“ &amp;lt;!-- (vgl. Derrett 1979; [http://www.biblicalstudies.org.uk/pdf/ashland_theological_journal/42-1_025.pdf Morton 2010])--&amp;gt;. Allein schon das Beieinander der Motive von „Legion“, „Schweinen“ und „Meer“ musste einen damaligen Leser automatisch an eine römische Legion denken lassen, da die Symbole der damals in der Gegend stationierten „Legio X Fretensis“ - der „zehnten Meerengen-Legion“ - ein Schwein und entweder eine Galeere, ein Delphin oder der Gott Neptun waren (s. z.B. [http://www.legionten.org/Studies/LXFstudies/images/10.jpg hier]). Wie einst Jahwe die ägyptische Armee im Meer versenkt hat ([[Exodus 14#l1 |Ex 14]]), versenkt also hier Jesus eine römische Legion - die darüber hinaus noch gleichgesetzt wird mit verrückten Besessenen einerseits und den verpönten Schweinen andererseits - im „Meer“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|14}} Und die Hirten flohen und berichteten davon in Stadt und Land. Da machten die Leute sich auf den Weg, um mit eigenen Augen zu sehen, was da geschehen war. {{L|15}} Als sie Jesus erreichten, bemerkten sie den Mann, der vorher von Legion besessen gewesen war: Er saß ruhig da, war bekleidet und bei klarem Verstand. Da wurden sie von Furcht ergriffen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|16}} Nachdem ihnen die Augenzeugen berichtetet hatten, was mit dem Besessenen und den Schweinen geschehen war, {{L|17}} baten sie Jesus, ihre Gegend zu verlassen. {{L|18}} Also stieg Jesus wieder zurück ins Boot. Da bat ihn der Geheilte, bei ihm bleiben zu dürfen. {{L|19}} Doch er erlaubte es nicht. „Geh zurück nach Hause“, sagte er, „und erzähle deiner Familie alles, was der Herr für dich getan hat und wie er Mitleid mit dir gehabt hat.“ {{L|20}} Also ging er fort - und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan hatte. Da wurden alle von Staunen ergriffen.&lt;br /&gt;
((Die blutflüssige Frau und das tote Mädchen))&lt;br /&gt;
{{L|21}} Jesus war mit dem Boot wieder an der anderen Seite des Sees Gennesaret angelangt. Kaum war er angekommen, versammelte sich schon eine große Volksmenge um ihn. {{L|22}} Auch ein Synagogenvorsteher namens Jairus kam dazu, und als er Jesus sah, warf er sich vor ihn nieder {{L|23}} und flehte ihn an: „Meine kleine Tochter liegt im Sterben. Bitte, komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt!“ {{L|24}} Jesus ging mit und eine große Menschenmenge folgte und umdrängte ihn.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|25}} Und eine Frau, die schon seit zwölf Jahren an Blutungsstörungen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Nach alttestamentlicher Vorstellung sind Frauen während der Zeit ihrer Menstruation (i.d.R. etwa 4-5 Tage) „unrein“; das heißt, sie sind für diese Zeit nicht „gottgemäß“ und „gottgefällig“ und also nicht der Nähe Gottes fähig. Frauen mit Blutungsstörungen (also entweder Zwischenblutungen (Blutungen zwischen zwei normalen Menstruationen) oder Hypermenorrhoe (chronisch starken Blutungen)) sind sogar „noch unreiner“, sie ist über die Zeit ihrer Menstruation hinaus für weitere sieben Tage unrein und jeder, der sie berührt und alles, womit sie in Kontakt kommt, gilt ebenfalls für die Dauer eines Tages als unrein (vgl. [[Levitikus 15#s25 |Lev 15,25-27]]).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daraus, dass in V. 29 gesagt wird, sie spüre „die Quelle ihrer Blutung“ versiegen, darf man wohl ableiten, dass sie nicht nur prinzipiell an chronischen Blutungsstörungen litt, sondern dass sie sogar gerade in diesem Augenblick am Menstruieren war; sie ist aktuell also sozusagen hyper-unrein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
litt, {{L|26}} die von den Ärzten sehr geplagt worden war, die ihren gesamten Besitz ausgegeben hatte, die damit aber nichts erreicht hatte, sondern der es im Gegenteil sogar immer schlechter gegangen war, {{L|27}} die dann aber von Jesus gehört hatte und die sich ihm deshalb im Schutz der Menge von hinten genähert hatte - diese Frau berührte sein Gewand. {{L|28}} Sie sagte sich nämlich: „Wenn ich auch nur seine Kleider berühre, werde ich bestimmt geheilt werden!“ {{L|29}} Und tatsächlich: Noch im selben Moment versiegte die Quelle ihrer Blutung und sie spürte, dass sie von ihrem Leiden geheilt war.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|30}} Jesus bemerkte sofort, dass heilende Kraft von ihm ausgegangen war. Er drehte sich um und fragte in die Menge: „Wer hat meine Kleider berührt?“ {{L|31}} Aber die Jünger meinten nur: „Wer dich berührt hat, fragst du? Wirklich? Siehst du denn nicht die Menge, die sich um dich drängt?“ {{L|32}} Aber Jesus blickte weiter um sich und versuchte herauszufinden, wer es gewesen war. {{L|33}} Weil sie wusste, was mit ihr geschehen war, trat die Frau ängstlich zitternd vor, warf sich vor ihm nieder und gestand ihm alles. {{L|34}} Da sagte Jesus: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh in Frieden und bleib gesund.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|35}} Noch während er dies sprach, kamen Verwandte des Synagogenvorstehers und sagten zu ihm: „Deine Tochter ist tot. Du brauchst den Lehrer nicht weiter zu bemühen.“ {{L|36}} Jesus hatte mitbekommen, was sie gesagt hatten, und beruhigte Jairus: „Hab keine Angst! Glaube nur!“ {{L|37}} Dann untersagte er allen außer Petrus, Jakobus und seinem Bruder Johannes, ihn zu begleiten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|38}} Als sie am Haus des Synagogenvorstehers ankamen, vernahm Jesus den Lärm des Heulens und Klagens der Trauergemeinde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Im Alten Israel waren bei Todesfällen von Familienangehörigen möglichst laute Klageriten im Haus des Toten Sitte (ursprünglich wohl, um die Totengeister zu vertreiben und fernzuhalten): Die ganze Familie konnte zur Teilnahme verpflichtet werden, man heuerte Flötisten an, um den Lärm zu vergrößern, und sogar hauptberufliche Klagefrauen wurden für die Trauerriten angestellt. Es ist also psychologisch auch gar nicht unmöglich, dass eine Trauergemeinde just in spöttisches Lachen ausbrechen kann (V. 40), da es sich hier (auch) um &#039;&#039;rituelles&#039;&#039; Heulen und Klagen handelt.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{L|39}} Er ging hinein und fragte: „Was klagt und weint ihr denn so? Das Kind ist doch gar nicht tot - es schläft nur.“ {{L|40}} Da lachten sie ihn aus. Doch Jesus schickte alle aus dem Haus und ging mit den Eltern des Kindes und den drei Jüngern in das Zimmer, in dem es lag. {{L|41}} Dann ergriff er seine Hand und sagte: „Talita, kum!“ - das heißt: „Mädchen, steh auf!“ {{L|42}} Und sofort stand das Mädchen auf und ging umher.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der griechische Text hat noch: „Sie war nämlich zwölf Jahre alt“; es soll dies wohl anzeigen, dass sie in der Tat schon alleine laufen kann, sinngemäß also „das konnte sie schon, denn sie war bereits zwölf Jahre alt“. (Dschulnigg 2007, S. 165; Pesch 1976, S. 311). Warum Markus das extra erwähnt, ist unerklärlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da wurden alle von fassungslosem Erstaunen ergriffen. {{L|43}} Jesus verbot ihnen nachdrücklich, irgendjemandem davon zu erzählen. Dann ordnete er an, dem Mädchen etwas zu Essen zu geben.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und sie kamen ans andere Ufer des Meeres (Sees), in das Gebiet (Land) der Gerasener (Gergesener, Gadarener)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gebiet (Land) der Gerasener&#039;&#039; Das Problem mit dieser Ortsangabe (auch in der Parallelstelle Lk 8,26 bezeugt) ist, dass Gerasa etwa 50 km vom See entfernt liegt. In der Geschichte dagegen muss die Stadt nah am Ufer liegen (5,12-13). Matthäus 8,28 verortet die Geschichte im Land der „Gadarener“. Gadara ist zwar ein Ort, der relativ nah am Ufer des Sees liegt, aber die in V. 12 beschriebenen Abhänge fehlen dort. Der Kirchenvater Origenes (3. Jh.) berichtet, solche Abhänge in Gergesa vorgefunden zu haben, wo die Bewohner auch eine Überlieferung kannten, nach der die berichtete Austreibung in ihrem Ort geschehen war (Collins 2007, 263f.). Es ist gut möglich, dass die Handlung dort tatsächlich stattgefunden hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Die wohl ursprünglichste Lesart an unserer Stelle ist jedoch &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039;. Für Mk 5,1 samt Parallelstellen sind alle drei Varianten erhalten, wobei &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; die stärkste und älteste Bezeugung aufweist ({{hebr}}א{{hebr ende}}* B D 28 33 525 al it vg cop&amp;lt;sup&amp;gt;sa&amp;lt;/sup&amp;gt;). Der Mehrheitstext folgt wohl einer Anpassung an Mt 8,28 und liest durchgängig „Gadarener“. „Gergesener“ hat zwar ebenfalls eine relativ starke Bezeugung, es ist aber möglich, dass die Lesart erst seit Origenes Verbreitung gefunden hat. Der Kirchenvater sagt nämlich nicht, ob er die Bezeichnung vorgefunden hat oder ob er lediglich die historisch plausibelste Örtlichkeit identifiziert hat. Die uneinheitliche Bezeugung in den Evangelien und den Handschriften legt zusammen mit der textkritischen Evidenz nahe, dass die vorgebliche Falschangabe &#039;&#039;Gerasener&#039;&#039; die älteste erhaltene ist, die man dann korrigieren wollte. Vielleicht hat Markus oder seine Quelle in der Überlieferung versehentlich das recht unbekannte Gergesa (heute El Kursi) durch das größere und bekanntere Gerasa ersetzt oder benutzt den Städtenamen als Bezeichnung für die größere Region Dekapolis, zu der sowohl Gerasa als auch das östliche Seeufer gehörten (France 2002, 227). Es wurde zudem vorgeschlagen, dass der Evangelist oder die ihm bekannte Überlieferung eine Geschichte aus Gerasa in den Handlungsstrang ans Seeufer verlegte (so Guelich 1989, 277). Historisch lässt sich aber auch nicht vollständig ausschließen, dass die fragliche Stelle (die man ja nicht sicher kennt) zur damaligen Zeit doch in irgendeiner Form mit den Gerasenern und/oder Gadarenern verknüpft war.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als er gerade (gleich, bald) aus dem Boot (Schiff) gestiegen war (stieg),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ... gestiegen war (stieg)&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam von den Grabstätten (Gräbern, Grabhöhlen) her ein Mann mit einem unreinen Geist auf ihn zu (ihm entgegen),&lt;br /&gt;
{{S|3}} der [seine] Behausung (Unterkunft, Lager) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) hatte, und nicht einmal (auch nicht) [mit] einer Kette&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] einer Kette&#039;&#039; Instrumentaler Dativ.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
konnte man ihn noch&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht einmal … man … noch&#039;&#039; W. „nicht einmal … niemand … nicht mehr“. Die dreifache Verneinung intensiviert die ausgedrückte Unmöglichkeit. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bändigen (festhalten, fesseln). &lt;br /&gt;
{{S|4}} Er war nämlich schon mehrfach [mit] Fußfesseln und Ketten (Handfesseln)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Fußfesseln und Ketten&#039;&#039; ([[Instrumentaler Dativ]]). Schöner wäre „(eisernen) Fuß- und Handfesseln“, etwas freier auch „an Händen und Füßen mit Ketten gefesselt“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefesselt worden und (aber) hatte [jedes Mal] die Ketten (Handfesseln) zerrissen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zerrissen&#039;&#039; W. „auseinander zerrissen“ (vgl. LN 19.29).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und die Fußfesseln zerrieben (zerschmettert),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte ... zerrissen und … zerrieben&#039;&#039; W. „(die Ketten) waren zerrissen und zerrieben worden“&amp;lt;/ref&amp;gt; und niemand war stark [genug], ihn unter Kontrolle zu bringen (zu bezwingen, überwältigen, bändigen). &lt;br /&gt;
{{S|5}} Und die ganze Zeit (ununterbrochen, ständig), nachts wie tags, hielt er sich (war) in den Grabhöhlen (Grabstätten, Gräbern) oder (und) in den Bergen auf, wo (wobei, während) er schrie (schrie er in den Grabhöhlen oder in den Bergen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hielt er sich … auf … wo (wobei, während) er schrie&#039;&#039; Oder einfach „schrie er ununterbrochen … und schnitt sich“. W. ἦν κράζων (w. „war schreiend“) Dieses so genannte periphrastische oder [[Umschreibendes Partizip|umschreibende Partizip]] kann man verschieden übersetzen. Häufig dient es als Beschreibung eines anhaltenden Zustands. Hier wurde das Hauptverb aus stilistischen Gründen separat übersetzt, auch um besser auf den beschriebene Zustand zu verweisen (weitere Infos auf der verlinkten Seite). Der Satz lässt sich auch als HS+[[Ptz. conj.]] (modal-temporal) übersetzen wie in der Klammer, der Unterschied trägt nichts aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sich [mit] Steinen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Steinen&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schnitt (verletzte; auf sich einschlug)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schnitt&#039;&#039; Deutsche Übersetzungen geben das Wort meist als „auf sich einschlagen“ wieder, doch das Wort heißt eigentlich „(zer)schneiden“, „zerstückeln“. Die Übersetzung „sich schlagen“ ist im Zusammenhang mit Steinen nicht unbedingt die einzig denkbare (LN 19,21; vgl. [http://lsj.translatum.gr/wiki/κατακόπτω LSJ]).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|6}} Und als (weil) er Jesus von Weitem sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als/weil er sah&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler (oder kausaler) Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam er angerannt und warf sich vor ihm nieder&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;warf sich vor ihm nieder&#039;&#039; Das Wort impliziert eine unterwürfige, anbetende Haltung. Zwar erweist der Besessene Jesus in diesem Augenblick wohl noch keine religiöse Verehrung, aber zumindest bezeugt er großen Respekt. Er erkennt ihn als jemanden, der Macht über ihn hat, wie der nächste Vers zeigt (vgl. Collins 2007, 267).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|7}} {und} Er schrie [mit] lauter Stimme&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] lauter Stimme&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er schrie ... und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal), mit „und“-Kombination aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Was willst du von mir&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was willst du von mir?&#039;&#039; W. „Was mir und dir?“ In Mk 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28 greifen Besessene gegenüber Jesus zur selben Wendung. Die Frage ist häufig Ausdruck einer ablehnenden Haltung in einer für den Sprecher unangenehmen oder bedrohlichen Situation, in der er sich dennoch fügen muss. So unter dem Eindruck der Bedrohung: „Was habe ich dir angetan?“ (Ri 11,12; 1Kö 17,18; 2Chron 35,21 LXX) Sie kann auch Distanz zum Anliegen eines Bittstellers zum Ausdruck bringen: „Was soll das?“ oder „Lasst das sein!“ (2Sam 16,10; 19,23 LXX), sinngemäß: „Lass mich in Ruhe, finde einen anderen!“ (2Kö 3,13 LXX), oder gleichgültige Distanzierung (Hos 14,9 LXX). Auf der Hochzeit in Kana bittet Jesus seine Mutter Maria mit der gleichen Wendung, sich nicht in seinen messianischen Dienst einzumischen (Joh 2,4) (vgl. France 2002, 103f.; NET Mk 1,24 Fn 48; BA ἐγώ). Im Zusammenhang mit einem bösen Geist, der sich bedroht fühlt, ist (hier und 1,24; Mt 8,29; Lk 8,28) wohl auch das defensive Element vorhanden, sinngemäß könnte man also sagen: „Was habe ich dir getan? Lass mich in Ruhe!“ Zür, REB, GNB: „Was habe ich mit dir zu schaffen?“, Lut, Menge, NGÜ: „Was willst du von mir?“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, Jesus, Sohn des Gottes, des Höchsten (des höchsten Gottes)? Ich beschwöre dich bei Gott, mich nicht zu quälen (foltern)!“&lt;br /&gt;
{{S|8}} Denn [Jesus] hatte zu ihm gesagt (sagte gerade/wiederholt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte gesagt (sagte gerade/wiederholt)&#039;&#039; übersetzt das [[Imperfekt]], das in diesem Kontext zweierlei anzeigen kann: 1. eine vorvergangene Handlung (Siebenthal 2001 §198f): dass Jesus dies vor der Bitte des Dämons gesagt hatte. 2. eine im Verlauf befindliche Handlung (Siebenthal 2011 §198b): dass Jesus schon zu sprechen begonnen hatte, vielleicht nach der ersten Frage des Dämons. „Denn“ verweist auf den Grund für die in V. 7 geäußerte Bitte. Möglich, dass Jesus die Austreibungsformel mehrmals wiederholte (so Mann 1986, 279). Oder wie MEN: „im Begriff war...“ Fast alle Übersetzungen folgen der ersten Möglichkeit (s. BDR §347; Guelich 1989, 272; Collins 2007, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Komm heraus (Fahre aus, verlass) aus dem Mann, unreiner Geist!“,&lt;br /&gt;
{{S|9}} und er fragte ihn: „Was [ist] dein Name?“, und er antwortete (sagte) {zu ihm}: „Mein Name [ist] ‚Legion‘&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Legion&#039;&#039; Lat. Lehnwort, das die militärische Einheit bezeichnet. Wahrscheinlich ist es nicht der tatsächliche Name des/der Dämonen, sondern eine ausweichende Antwort als Teil des Schlagabtauschs. Die Anzahl der Dämonen scheint jedoch zumindest grob in der Größenordnung einer Legion (4-6000 Mann) zu liegen (Collins 2007, 269; Guelich 1989, 281).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Was [ist] dein Name?“&#039;&#039; und &#039;&#039;„Mein Name [ist]...“&#039;&#039; W. „Was (für ein) Name [ist] dir?“ etc. ([[possessiver Dativ]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt; denn wir sind viele.“ &lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er flehte (bat) ihn immer wieder (inständig)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder (inständig)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen, die meisten Übersetzungen intensivieren (vgl. aber V. 23, 38 und 43).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an, {dass} sie nicht aus der Gegend (Gebiet, Land) wegzuschicken (zu vertreiben).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Nun (aber, und) weidete (wurde gehütet) in der Nähe (dort) am Berghang&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;am Berghang&#039;&#039; W. „an dem Berg“. Die Präposition weist auf einen Hang hin (vgl. EÜ, NGÜ, GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gerade&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weidete gerade&#039;&#039; [[Periphrastische Konjugation]], die das Imperfekt umschreibt und die Gleichzeitigkeit des durativen Aspekts stärker betont.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine große Schweineherde&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schweineherde&#039;&#039; W. „Herde [der] Schweine“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie baten (flehten an) ihn {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagend&amp;quot;&amp;gt;{sagend} [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Schicke (Treibe) uns in die Schweine! Wir wollen (damit wir)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wir wollen (damit wir)&#039;&#039; Die Konjunktion ἵνα wird hier (v.a. aus stilistischen Gründen) als selbständiger Begehrungssatz übersetzt (NSS). Vgl. ZÜR, MEN.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in sie fahren!“,&lt;br /&gt;
{{S|13}} und er erlaubte [es] ihnen. Da (Und) fuhren die unreinen Geister aus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fuhren aus und&#039;&#039; Temporales oder modales [[Ptz. conj.]], hier mit Hilfe einer „und“-Kombination beigeordnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fuhren in die Schweine, und die Herde raste (stürzte sich, stürmte) den Abhang hinunter ins Meer (den See), ungefähr zweitausend, und ertranken im Meer (See)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ertranken im Meer&#039;&#039; Eigentlich können Schweine schwimmen (France 2002, 231). Allerdings ist es gut vorstellbar, dass ihre Panik und schiere Masse (viele Schweine würden im Wasser aufeinander landen und einander unter Wasser drücken) dazu führte, dass sie trotzdem ertranken.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|14}} Und ihre Hirten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihre Hirten&#039;&#039; Oder etwas wörtlicher „die sie hüteten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ergriffen die Flucht (liefen davon) und verbreiteten (verkündeten, erzählten) [die Nachricht] in der Stadt und auf dem Land (den Höfen, Dörfern)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Land&#039;&#039; W. „Felder“, eine Metonymie für das Land (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „Höfe, Dörfer“ (BA ἀγρός 2; NSS), was wohl in Mk 6,36 gemeint ist. Zusammen bilden „Stadt und Land“ einen Merismus.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Und [die Leute] machten sich auf (kamen), [um] zu sehen, was das Geschehene war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was das Geschehene war&#039;&#039; W. „was das Geschehene ist“; der Objektsatz steht in der selben Zeit, in der direkte Rede stehen würde (vgl. Zerwick § 346; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|15}} Und sie erreichten (kamen zu) Jesus und sahen (als sie erreichten, sahen sie)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erreichten&#039;&#039; und &#039;&#039;sahen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. „und … und“ lässt sich im Deutschen auch als „als … da“ wiedergeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie, dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen sie, dass der Besessene saß, bekleidet und bei Verstand&#039;&#039; Dreifaches [[AcP]]. Aus stilistischen Gründen (allerdings im Rahmen des griechischen Satzbaus) wurde nur das erste Ptz. als Teil des AcP aufgelöst und die anderen beiden Partizipien [[Ptz. conj.|modal]] verstanden. &#039;&#039;bekleidet&#039;&#039; bedarf keiner Auflösung, &#039;&#039;bei Verstand&#039;&#039; gibt das Ptz. als Präpositionalphrase wieder.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
derjenige, der die Legion gehabt hatte! – und fürchteten sich.&lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die, die [alles] gesehen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die, die [alles] gesehen hatten&#039;&#039; Substantiviertes Ptz. Aor., als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
erzählten (schilderten) ihnen, was (wie) mit dem Besessenen passierten war, und von den Schweinen.&lt;br /&gt;
{{S|17}} Da (Und) drängten (baten, forderten auf) sie ihn,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;baten sie ihn&#039;&#039; W. „fingen an zu bitten“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Beginnen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Übersetzt man das [[Imperfekt]], dann vielleicht so wie ZÜR: „Da baten sie ihn immer dringlicher“ (iterativ), MEN: „Da verlegten sie sich aufs Bitten“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr Gebiet zu verlassen (fortzugehen aus). &lt;br /&gt;
{{S|18}} {Und} Als er ins Boot stieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als er ins Boot stieg&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bat (flehte) ihn der, der besessen gewesen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der, der besessen gewesen war&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als Relativsatz aufgelöst. Eine schönere Übersetzung wäre vielleicht „der vormals Besessene“ oder auch „der ehemalige Besessene“. MEN: „der (früher) Besessene“, GNB sogar: „der Geheilte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum, {dass} bei ihm bleiben [zu dürfen].&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber (und) er erlaubte es ihm (ließ ihn) nicht, sondern sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Geh nach Hause (in dein Haus) zu den Deinen und berichte (verkünde, erzähle) ihnen, was der Herr dir getan hat und [wie] er Erbarmen mit dir hatte!“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und (Da) er ging fort und begann in der Dekapolis (im Zehnstädtegebiet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dekapolis&#039;&#039; Die Dekapolis war eine Region von etwa zehn Städten im heutigen Jordanien, als östlich des Jordan und des Sees Gennesaret. Weitere Informationen liefert der Artikel [[Dekapolis]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu erzählen (predigen, verkündigen), was Jesus ihm getan hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was Jesus ihm getan hatte&#039;&#039; - W. „was getan hatte ihm Jesus“ - „Jesus“ ist bewusst nachgestellt, um den Kontrast zu betonen, der zw. V. 20 und dem parallelen V. 19 besteht („was &#039;&#039;der Herr&#039;&#039; dir getan hat“). Der Geheilte verkündigt Jesus als „den Herrn“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und alle staunten (wunderten sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;staunten (wunderten sich)&#039;&#039; Eine zeitgemäßere, treffende Übersetzung wäre vielleicht „sie konnten es kaum glauben“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|1|45}}&lt;br /&gt;
{{S|21}} Und nachdem Jesus mit dem (im) Boot&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mit dem (im) Boot&#039;&#039; Textkritik: In mehreren alten Handschriften fehlt dieser Teil oder steht an anderer Stelle. Zwar setzt NA28 die Worte als unsicher in eckige Klammern, aber da die wichtigsten alexandrinischen und auch die byzantinischen Zeugen sie enthalten, gibt es keinen gewichtigen Grund, sie als spätere Hinzufügung zu verstehen. Wahrscheinlich fehlen sie in den entsprechenden Handschriften entweder aufgrund eines Versehens oder in Anpassung an Lk 8,40 (Guelich 1989, 290; Metzger 1994, 72f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wieder (zurück) ans andere Ufer gefahren war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem … gefahren war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
versammelte sich eine große Menschenmenge bei ihm. {und} Er war gerade (während, noch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gerade …&#039;&#039; (V. 22) &#039;&#039;als&#039;&#039; W. „und … und“ dient hier wieder als Temporalangabe, daher die Übersetzung. Die Zeitangabe könnte sowohl zu V. 21 (LUT, MEN, ELB, ZÜR) als auch zu V. 22 gehören (EÜ, GNB, NGÜ). Diese spezifische Angabe scheint jedoch eher die spezifische Situation von V. 22 einzuleiten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
am Meer (See),&lt;br /&gt;
{{S|22}} als (da, und) einer der Synagogenvorsteher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Synagogenvorsteher&#039;&#039; - Zur Zeit Jesu wurden Synagogen von Laien geleitet; diese waren verantwortlich v.a. für die Leitung des Gottesdienstes, aber auch für die finanziellen, administrativen und politischen Aspekte des Synagogenlebens (TRE 32, S. 506).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
namens Jairus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;namens Jairus&#039;&#039; Gr. der Dativ von Name (possessiver Dativ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kam, und als er ihn sah,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ihn sah&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
warf (fiel)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; und &#039;&#039;warf sich&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich ihm vor die Füße&lt;br /&gt;
{{S|23}} und bat (flehte an) ihn inständig (mehrfach)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;inständig (mehrfach)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen. Hier scheint die intensivierende Funktion besser zu passen (vgl. V. 38 und 43, aber auch V. 10).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagend&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot;&amp;gt;[[ὅτι recitativum]] bleibt unübersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Meine kleine Tochter ist dem Tode nahe (liegt im Sterben, ist todkrank)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ist dem Tode nahe&#039;&#039; Das Gr. ἐσχάτως ἔχει kann man nicht ohne weiteres übersetzen, es bedeutet „sie schwebt in Lebensgefahr“ (sinngemäß nach Collins 2007, 279), „sie ist todkrank“ (sinngemäß nach LN 23.151; auch ZÜR, MEN, GNB), „liegt in den letzten Zügen“ (LUT, ELB), „liegt im Sterben“ (NGÜ, EÜ). ist dem Tode nahe nach Guelich 1989, 290.&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
komm doch und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;komm doch und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Beiordnung übersetzt. Wohl [[beschreibendes Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lege ihr deine Hände auf,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Komm doch und lege ihr deine Hände auf&#039;&#039; Im Griechischen handelt es sich um einen selbständigen Nebensatz, der mit der finalen Konjunktion ἵνα eingeleitet ist. Das ist eine andere Möglichkeit, einen Imperativ auszudrücken oder vielleicht zu umschreiben (Siebenthal 2011, §268c; BDR §387.3a; NSS). Obwohl die Grammatiken das nicht erwähnen, ist es möglich, dass es sich um eine elliptische Formulierung handelt und wir uns den Hauptsatz dazuzudenken haben (so France 2002, 236 mit Verweis auf Mk 10,51). Dann könnte man übersetzen: „[Ich bitte dich/möchte], dass du kommst und...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
damit sie gerettet (geheilt) wird und am Leben bleibt (lebt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und er ging mit ihm, und eine große Menge folgte ihm, und sie drängten sich um ihn&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drängten sich um ihn&#039;&#039; Das griechische Wort konnotiert großen Druck und kann in anderen Zusammenhängen auch „zusammendrücken“ heißen ([http://lsj.translatum.gr/wiki/%CF%83%CF%85%CE%BD%CE%B8%CE%BB%CE%AF%CE%B2%CF%89 LSJ]). Den Druck der Menge beschreibt Markus also sehr plastisch. Etwas freier: „es herrschte ein großes Gedränge“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und eine Frau, die [seit] zwölf Jahren an Blutungen (Blutfluss) litt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [seit] zwölf Jahren an Blutungen litt&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;Blutungen (Blutfluss)&#039;&#039; W. „Ausfluss [des] Blutes“. &#039;&#039;an Blutungen litt&#039;&#039; W. „war zwölf Jahre mit Blutfluss“. Adela Yarbro Collins zeigt anhand verschiedener zeitgenössischer griechischer Texte, dass es sich dabei um einen (wohl mit der Weiblichkeit zusammenhängenden) Blutausfluss („flow of blood“, Gr. ῥύσις αἵματος) handelt, nicht um eine gewöhnliche Blutung („hemorrhage“, Hämorrhagie, Gr. αἱμορραγία)(Collins 2007, 280). Vermutlich gehörte diese Blutung in den Reinheitsgeboten zu den unreinen Menstruationsblutungen (Lev 15,19–33). Lev 15,25 LXX benutzt in diesem Zusammenhang den gleichen Begriff für die beschriebene Blutung. Die Frau war nicht nur dauerhaft unrein, sondern verunreinigte auch alles, was sie berührte (Guelich 1989, 296f.; France 2002, 236f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Levitikus|15|25}}&lt;br /&gt;
{{S|26}} und mit (durch) vielen Ärzten viel durchgemacht (erduldet, erlitten) hatte, die ihren gesamten Besitz (Vermögen, Habe) ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen (einen Nutzen davon zu haben); stattdessen (im Gegenteil) war es ihr immer schlechter gegangen (schlimmer geworden),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;durchgemacht … die ... ausgegeben hatte, ohne etwas zu erreichen … gegangen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. (4x), vorzeitig übersetzt und (teils unter Wiederholung des Relativpronomens) an den im vorigen Satz begonnen Relativsatz gehängt. Das Hauptverb erfolgt erst in V. 27. Theoretisch könnte man die Partizipien auch als kausale [[Ptz. conj.]] verstehen. &#039;&#039;ohne etwas zu erreichen&#039;&#039; Aus stilistischen Gründen als Infinitivsatz wiedergegeben. Der Teilsatz hat adversative Konnotation, man könnte ihn im Indikativ folgendermaßen wiedergeben: „aber es hatte nichts genützt“ (GNB, NGÜ, EÜ, ZÜR), „es hatte ihr nichts geholfen“ (LUT). &#039;&#039;war es ihr immer schlechter gegangen&#039;&#039; W. etwa „war sie zum Schlechteren gekommen“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|27}} als sie (die) von Jesus hörte, näherte sich (kam)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie (die) ... hörte, näherte sie sich … und&#039;&#039; Zwei [[Ptz. conj.]] (Präsens und Aorist), temporal aufgelöst. Das erste könnte man auch [[Attr. Ptz.|attributiv]] verstehen und in den vorangehenden Relativsatz einreihen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[diese Frau] in der Menge von hinten und berührte (fasste an) seine Kleidung (Gewand).&lt;br /&gt;
{{S|28}} Sie sagte sich (dachte) nämlich:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wenn ich auch nur seine Kleider (Kleidung) berühre (anfasse), werde ich geheilt (gerettet) werden!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte sich&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier die Begründung an, die die Frau sich zurechtgelegt hatte und bis zu ihrer Heilung hegte (für ähnliche Aussagen vgl. 3,21; 6,18; 14,2). Sie ist als (normaler) prospektiver Konditionalsatz formuliert: Die Frau rechnet sich aus, dass die Folge (die Heilung) – vermutlich – eintreten wird, wenn die Bedingung (die Berührung) erfüllt ist (Siebenthal 2011, §282).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und die Quelle ihre Blutes versiegte (vertrocknete) auf der Stelle (sofort),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Quelle ihre Blutes versiegte&#039;&#039; Idiomatische (blumige?) Ausdrucksweise, die einfach bedeutet: „ihr Blutverluss/ihre Blutung hörte auf“ (LN 23.182; NSS). Die Formulierung entspricht wörtlich der in Lev 12,7 LXX, wo es um die Reinigung einer Frau nach der Geburt geht. Dort erklärt der Priester die Frau für geheilt, nachdem sie ein Lamm als Sühneopfer dargebracht hat. Mit diesem Echo (schon das zweite in dieser Szene nach der gr. Formulierung für „Blutung“ in V. 25) bringt Markus nicht nur die Dimension der rituellen Unreinheit vor dem Gesetz ins Spiel, sondern verbindet Jesus auch indirekt mit dem Priester, der ihre Reinheit vor Gott wieder herstellt (vgl. Guelich 1989, 297). Allerdings geht es in der Geschichte nicht um Reinheit und Unreinheit, sondern in erster Linie um die Heilung von einem chronischen Leiden. Die Frage der Reinheit wird von allen Beteiligten mit völliger Missachtung gestraft – selbst von den zahlreichen Menschen, von denen man erwarten dürfte, dass die Frau sie in der Menge berührt und damit unrein gemacht hat, ist nichts dazu zu hören (Collins 2007, 283f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie bemerkte (wusste, spürte) [an (in) ihrem] Körper&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[an (in) ihrem] Körper&#039;&#039; Wohl instrumentaler oder lokaler [[Dativ]]; hier soll es aber wohl nur markieren, dass es sich bei ihrem „merken“ um eine körperliche Empfindung handelt (Grosvenor/Zerwick), daher besser „spürte sie &amp;lt;s&amp;gt;an ihrem Körper&amp;lt;/s&amp;gt;“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, dass sie von [ihrem] Leiden (Qual)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leiden (Qual)&#039;&#039; W. „Geißel“, übertragen „Plage“. Per Bedeutungserweiterung auch „Leiden“ oder „Gebrechen“ (vgl. LN 23.182).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
geheilt war.{{par|Levitikus|12|7}}&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und Jesus, der (als/weil er) innerlich (bei sich) sofort merkte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als/weil er) merkte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (temporal oder kausal), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass Kraft [von ihm] ausgegangen war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;merkte, dass Kraft [von ihm] ausgegangen war&#039;&#039; [[AcP]] Oder anders aufegelöst: „[die] Kraft bemerkte, die...“ Das Ptz. Aor. Könnte man evtl. auch gleichzeitig verstehen „sofort bemerkte, dass Krafte von ihm ausging“ (vgl. EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
drehte sich in der Menschenmenge um und fragte (sagte, wiederholte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte (sagte, wiederholte)&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]]. Markus benutzt diese spezielle Form recht häufig (bes. in Kap. 4), sodass der durative Aspekt möglicherweise nur schwach vorhanden ist. Hier könnte die Form ausdrücken, dass Jesu Nachfrage ergebnislos blieb (Siebenthal 2011, §195g; §198l). Das Imperfekt könnte an dieser Stelle jedoch ebenso ausdrücken, dass Jesus mehrmals (iterativ) nachfragte.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wer hat meine Kleider (Kleidung) berührt (angefasst)?“ &lt;br /&gt;
{{S|31}} Aber (Und, Da) seine Jünger meinten (sagten) {ihm}: „Du siehst die Menschenmenge, die sich um dich drängt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die sich um dich drängt&#039;&#039; [[Atr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Zum Wort s. die Fußnote in V. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagst: ‚Wer hat mich berührt (angefasst)?‘“&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er schaute sich um, [um] die [Person] zu sehen, die es gewesen war (getan hatte).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die [Person], die es gewesen war (getan hatte)&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]] Aor. im Femininum. Dass das Partizip schon im richtigen Geschlecht steht, weist eher auf die Perspektive des allwissenden Erzählers hin als darauf, dass Jesus gezielt nach einer Frau Ausschau hält (Collins 2007, 283 Fn 158). Die meisten Übersetzungen (bis auf NGÜ) formulieren hier jedoch explizit weiblich. &#039;&#039;[Person]&#039;&#039; ist ein eleganter Mittelweg, weil das Wort (im Singular) im Sprachgebrauch häufiger „Frau“ als „Mann“ umschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|33}} Die Frau fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fürchtete sich und zitterte, weil sie wusste&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] (3x). Die ersten beiden sind modal und hier als selbständiger Hauptsatz aufgelöst (das modifizierte Verb bildet den zweiten Satz des Verses), das dritte ist kausal und als entsprechender Nebensatz aufgelöst. Schön ZÜR: „kam, verängstigt und zitternd, weil sie wusste“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
was mit ihr passiert war. Sie kam und warf sich (fiel) vor ihm nieder und erzählte (sagte) ihm die ganze Wahrheit.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Doch er sagte zu ihr: „Tochter, dein Glaube (Vertrauen) hat dich gesund gemacht (gerettet). Geh in Frieden, und sei (bleibe) von deinem Leiden (Plage)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;leiden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesund (geheilt)!“ &lt;br /&gt;
{{S|35}} Während er noch redete,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Während er noch redete&#039;&#039; Temporaler [[Gen. abs.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[Angehörige (Leute aus dem Haus)] des Synagogenvorstehers und richteten aus (sagten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und richteten aus&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal-modal, beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoti&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Deine Tochter ist gestorben. Was (Warum) bemühst du noch den Lehrer?“&lt;br /&gt;
{{S|36}} Aber Jesus, der mitbekommen hatte (hörte zu; überhörte, missachtete), wie die Botschaft (Meldung, Wort) ausgerichtet (gesagt) wurde,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;der mitbekommen hatte [[Ptz. conj.]] (Aor.), modal, kausal oder temporal, hier als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie die Botschaft ausgerichtet wurde&#039;&#039; [[AcP]], mit „wie“ aufgelöst. Übersetzt man das Wort παρακούω nicht als &#039;&#039;mitbekommen&#039;&#039;, sondern als „überhören, missachten“ (so MEN, ELB mit Guelich 1989, 291. Das Ptz. Aor. wäre dann gleichzeitig zu übersetzen), dann kann man übersetzen: „Unter Missachtung dieser Meldung sagte Jesus“ (Präpositionalphrase) oder parataktisch: „Jesus aber überhörte das Wort, das geredet wurde“ (ELB). Sehr schön MEN: „Jesus aber ließ die Nachricht, die da gemeldet wurde, unbeachtet“ oder die Alternativübersetzung der NGÜ: „Jesus schenkte diesen Worten keine Beachtung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu dem Synagogenvorsteher: „Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Fürchte dich nicht, vertraue (glaube) einfach (nur)!“&#039;&#039; Beide Imperative stehen im Präsens, der durativischen Befehlsform, die das Fortsetzen (bzw. negativ Aufhören mit) einer schon begonnenen Handlung konnotiert. Die implizierte Botschaft ist also „Fürchte dich nicht (länger)! Vertraue/glaube einfach (weiter)!“ (Siebenthal 2011, §212e; Collins 2007, 285).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und er ließ (erlaubte) niemanden mitkommen (ihn begleiten) außer Petrus, {und} Jakobus und Jakobus&#039; Bruder Johannes. &lt;br /&gt;
{{S|38}} Als (Und) sie zum (in das) Hau des Synagogenvorstehers kamen, {und} sah&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen&#039;&#039; und &#039;&#039;sah&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er ein lärmendes Durcheinander (Aufregung, Tumult)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein lärmendes Durcheinander&#039;&#039; Die treffendste Übersetzung der Hauptbedeutung ist vielleicht „Aufruhr“ oder „Tumult“: Es herrscht Lärm, Durcheinander (LUT, MEN, ELB: „Getümmel“), und häufig bezieht es sich im NT auf kurzfristige Tumulte gegen die römische Herrschaft (Mk 14,2 par Mt 26,5; Mt 27,24; Apg 20,1; 21,34). Hier ist eher ein großes, lärmendes Durcheinander gemeint. EÜ: „Lärm“, NGÜ: „helle Aufregung“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und [Menschen], die heftig heulten (weinten) und wehklagten (heulten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah er … [Menschen], die heftig heulten und wehklagten&#039;&#039; [[AcP]] (zwei Ptz.), unter Ergänzung eines Objekts mit Relativsatz wiedergegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|39}} und nach dem (beim) Eintreten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach dem (beim) Eintreten&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er zu ihnen: „Warum seid ihr so erregt (lärmt) und heult (weint)? Das Kind (Kindlein) ist nicht tot, sie schläft nur!“&lt;br /&gt;
{{S|40}} Da (Und) lachten sie ihn aus. Doch [Jesus] schickte (trieb, warf) alle hinaus, dann nahm er den Vater und die Mutter des Kindes (Kindleins) und [alle], die bei ihm [waren], mit und ging&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahm mit&#039;&#039; und &#039;&#039;ging&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; in [das Zimmer], wo sich das Kind (Kindlein) befand. &lt;br /&gt;
{{S|41}} {Und} Er nahm die Hand des Kindes (Kindleins)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er nahm die Hand&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal-modal, beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihr: „Talita kum!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Talita kum!“&#039;&#039; Aramäisch für „Mädchen, steh auf!“ &#039;&#039;Kum&#039;&#039; ({{hebr}}קום{{hebr ende}}) ist der maskuline Imperativ. Textkritik: Viele Handschriften enthalten die korrektere feminine Form „kumi“ ({{hebr}}קומי{{hebr ende}}). Die maskuline Form wurde gelegentlich auch bei Frauen benutzt, zudem wurden beide Formen zu Jesu Zeit wohl gleich ausgesprochen. Das macht die männliche Form zwar schwieriger, aber nicht falsch, während die weibliche Form eine absichtliche Korrektur ist (Metzger 1994, 74f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, das heißt übersetzt: „Mädchen, ich sage dir, steh (wach) auf!“&lt;br /&gt;
{{S|42}} {Und} Das Mädchen erhob sich auf der Stelle (sofort) und begann umherzugehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann umherzugehen&#039;&#039; Als [[inchoatives Imperfekt]] übersetzt (vgl. Guelich 1989, 303).&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
sie war nämlich zwölf Jahre [alt]. {Und} Da (sofort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Da (sofort)&#039;&#039; Textkritik: Die Bezeugung dieses Worts ist nicht eindeutig, was dazu geführt hat, dass es im NA28 mit eckigen Klammern versehen ist. Die externe sowie die interne Bezeugung sprechen jedoch eher für seine Ursprünglichkeit (Willker 2013, 205; Guelich 1989, 291).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit (Entgeisterung, Verblüffung, Entsetzen) [ganz] fassungslos (außer sich, entgeistert, erstaunt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;waren [alle vor] lauter Fassungslosigkeit [ganz] fassungslos&#039;&#039; Es handelt sich wohl um eine Formulierung, die bewusst hebraisierend an das Griechisch der Sepuaginta angelehnt ist. Das mit dem Verbalsubstantiv derselben Wurzel im Dativ verbundene Verb ist eine Nachahmung der hebr. Konstruktion mit Verb+[[Inf. abs.]] („Septuagintismus“, Guelich 1989, 291; BDR §198.6). Dasselbe Verb beschreibt in Mk 2,12 und 6,51 die fassungslose Reaktion der Zeugen auf ein Wunder. Die von anderen gewählte Übersetzung „(Er)Staunen“ (ELB, MEN) ist vielleicht etwas blass, das seit Luther verbreitete „Entsetzen“ (LUT, EÜ, GNB, ZÜR) zwar vorstellbar, aber etwas unpassend. Der [[Dativus modi]] führt zur Einfügung von [vor], das fehlende Subjekt zur sinngemäßen Ergänzung von [alle]. Wörtlich könnte man vielleicht übersetzen: „[vor] großem Außersichsein [ganz] außer sich sein“, etwas freier übersetzt dann so wie hier. LUT: „Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen.“, EÜ: „Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen.“. Schön NGÜ: „zum grenzenlosen Erstaunen aller“, NeÜ: „Mit fassungslosem Erstaunen sahen alle, wie“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|43}} Und er machte ihnen unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;unmissverständlich (mehrmals, ausdrücklich)&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann man sowohl intensivierend als auch wiederholend verstehen, die meisten Übersetzungen intensivieren. Vgl. V. 23 und 38, aber auch V. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
klar (ordnete an, schärfte ein), dass niemand davon erfahren [dürfe], zudem (und) sagte er, [man solle]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[man solle]&#039;&#039; Der griechische Infinitivsatz ist (dem Deutschen ganz ähnlich) final. In der gegenwärtigen Formulierung ist im Deutschen eine finale Satzeinleitung notwendig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr [etwas] zu Essen geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=17518</id>
		<title>Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=17518"/>
		<updated>2014-08-22T05:43:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: &amp;quot;Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}Ist das nicht der Handwerker, Marias Sohn und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns?&amp;quot; Und sie ärgerten sich über ihn.&lt;br /&gt;
{{L|4}}Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Anerkennung, außer in seiner Heimatstadt, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“&lt;br /&gt;
{{L|5}}So konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) vollbringen, außer dass er einigen Kranken durch Handauflegen heilte.&lt;br /&gt;
{{L|6}}Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Dann zog er durch die Dörfer ringsum und lehrte.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und er rief die Zwölf zu sich und sandte sie zu zweit aus. Er gab ihnen Macht über die unreinen Geister&lt;br /&gt;
{{L|8}}und er gab ihnen die Anweisung, nichts außer einem Wanderstab auf den Weg mitzunehmen – kein Brot, keine Tasche, kein Geld am Gürtel - &lt;br /&gt;
{{L|9}}aber Sandalen zu tragen. „Und zieht keine zwei Unterhemden an!&amp;quot; &lt;br /&gt;
{{L|10}}Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus hineingeht, bleibt ihr, bis ihr wieder weggeht. &lt;br /&gt;
{{L|11}}Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu, dann geht von dort weg und schüttelt den Staub von euren Schuhsohlen ab, als Zeichen für sie!“ &lt;br /&gt;
{{L|12}}Und sie gingen los und predigten, dass die Menschen sollten umkehren sollten. &lt;br /&gt;
{{L|13}}Zudem trieben sie viele Dämonen aus. Sie salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. &lt;br /&gt;
{{L|14}}Und König Herodes hörte von Jesus, denn sein Name war bekannt geworden, und die Leute meinten: „Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum diese Wunderkräfte in ihm wirken!“ &lt;br /&gt;
{{L|15}}Andere sagten dagegen: „Er ist Elija!&amp;quot;, und wieder andere meinten: „Er ist ein Prophet wie einer der vergangenen Propheten.“ &lt;br /&gt;
{{L|16}}Als Herodes das hörte, rief er: „Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|17}}Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis werfen lassen. Das tat er weil er Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, geheiratet hatte.&lt;br /&gt;
{{L|18}}Denn Johannes hatte wiederholt zu Herodes gesagt: „Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|19}}Aber Herodias nahm ihm das übel und wollte ihn töten. Aber es gelang ihr nicht. &lt;br /&gt;
{{L|20}}Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war. Also beschützte er ihn. Und wenn er ihm zuhörte, war er jedes Mal stark verwirrt, aber er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{L|21}}Und als ein günstiger Tag kam, an dem Herodes anlässlich seines Geburtstages für seine Hofbeamten, die Offiziere und die angesehensten Bürger Galiläas ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{L|22}}und als die Tochter eben jener Herodias tanzte, gefiel sie Herodes und seinen Tischgästen. Der König sagte zu dem Mädchen: „Wünsche dir, was auch immer du willst, und ich werde es dir geben!“ &lt;br /&gt;
{{L|23}}Und er schwor ihr: „Worum du mich auch bittest, ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“ &lt;br /&gt;
{{L|24}}Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen?“, und sie antwortete: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“ &lt;br /&gt;
{{L|25}}Und sofort ging sie eilig hinein zum König und sich von ihm: „Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Teller gibst!“ &lt;br /&gt;
{{L|26}}Und der König wurde sehr traurig, aber wegen seiner Schwüre und der Gäste wollte er sie nicht abweisen. &lt;br /&gt;
{{L|27}}Also schickte der König einen Henker und befahl, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis. &lt;br /&gt;
{{L|28}}Darauf brachte er seinen Kopf auf einem Teller herein und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{L|29}}Und als seine Jünger davon hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab. &lt;br /&gt;
{{L|30}}Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{L|31}}Und er sagte zu ihnen: „Kommt doch ganz allein mit mir an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen. &lt;br /&gt;
{{L|32}}Und sie fuhren in dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein.&lt;br /&gt;
{{L|33}}Allerdings sahen die Leute, wie sie losfuhren, und viele erfuhren davon. Zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und liefen voraus. &lt;br /&gt;
{{L|34}}Und als er ausstieg, sah er eine große Menschenmenge. Er empfand Mitleid mit ihnen, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben. Und er begann, sie vieles zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach. Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: Wir haben 5 Brote und zwei Fische&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was [ist] die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Joses, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends (nicht) ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Alte und hochwertige Handschriften überliefern das Verb ἠπόρει &#039;&#039;war stark verunsichert&#039;&#039;. Die meisten Handschriften enthalten jedoch das nicht eindeutig zu deutende ἐποίει „er tat“ (so Guelich 1989, 325). Die Debatte lässt sich auf zwei Erwägungen konzentrieren: 1. die externe Bezeugung der vorgezogenen Variante ist gut genug, um die Lesart plausibel erscheinen zu lassen. 2. Dass das häufige Wort im Laufe der Überlieferung versehentlich oder missverständlicherweise das seltenere ersetzte, ist wahrscheinlicher als der umgekehrte Vorgang. Andere interne Erwägungen (Bedeutung, Assimilation an Parallelstellen, syntaktische Erwägungen zu πολλὰ (s.o.)) erlauben keine definitive Entscheidung oder sprechen ebenfalls eher für ἠπόρει (Willker 2013, 226ff.; Collins 2007, 294f. Fn k).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede. Textkritik: Das Wort fehlt in den meisten Zeugen, ist aber andererseits schon in P45 (3. Jh.) und einigen anderen Handschriften bezeugt. NA28 setzt es als unsicher in eckige Klammern, SBLGNT lässt es weg. Da die externe Bezeugung recht schwach ist und es keinen überzeugenden Grund für eine Kürzung gibt, ist πολλὰ wohl eine spätere Ergänzung – möglicherweise um auf den Plural „Schwüre“ in V. 26 vorzubereiten (so Collins 2007, 295 Fn o; Willker 2013, 233f.; dagegen Guelich 1989, 325; France 2002, 255, die die mutmaßliche Auslassung mit stilistischen Erwägungen begründen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB: „Allerdings sahen viele [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] [doch], damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war ein entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete [sie]. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote&#039;&#039; Textkritik: NA28 setzt diese Worte als unsicher in eckige Klammern. Ihr Fehlen ist unter anderem in 01, P45 und dem westlichen Text bezeugt. Zu finden sind sie dagegen in B und dem Mehrheitstext. Die meisten Exegeten (auch SBLGNT) entscheiden sich für die längere Lesart, weil es kein Motiv für die sekundäre Erweiterung gibt. Die Kürzung dagegen ließe sich als Harmonisierung mit den Parallelstellen Mt 14,21; Lk 9,14 erklären. Für die kürzere Variante entscheiden sich ZÜR und offenbar GNB (vgl. Willker 2013, 254f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind war {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit fassungslos schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dazu s.u. Textkritik), dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Der byzantinische Text (aber auch 33) bezeugt in diesem Vers nicht &#039;&#039;ganz fassungslos&#039;&#039; (λίαν ... ἐξίσταντο), sondern „ganz außerordentlich fassungslos und verwundert“ (λίαν [ἐκ περισσοῦ] ... ἐξίσταντο καὶ ἐθαύμαζον). Das hinzugefügte Verb wird in der Textkritik seltsamerweise durchweg als sekundäre Ausschmückung verstanden, das zweite Adverbial dagegen als stilistisch markinisch beibehalten (SBLGNT; France 2002, 269) bzw. als unsicher in eckige Klammern gesetzt (NA28; Metzger 1994, 79f.). Die Varianten, die entweder nur λίαν ganz oder nur ἐκ περισσοῦ außerordentlich (oder eine Variante dieser Form) enthalten, seien danach stilistische Verbesserungen. Doch in beiden Fällen sind die Vertreter der kürzeren Lesart beinahe gleich; als externe Bezeugung sind sie genauso stark wie die weiter verbreitete, längere Version ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 892 u.a.). Das heißt auch, dass die Lesart der kritischen Editionen lediglich in einzelnen unwichtigen Zeugen zu finden ist (28 und einige antike Übersetzungen). Es bietet sich deshalb an, sie gemeinsam zu beurteilen. Der byzantinische Text könnte in beiden Fällen eine Konflation („Aufblähung“) sein, die zwei verschiedene Varianten gemeinsam in den Text aufgenommen hat. Wie diese alternativen Lesarten zustande kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn jedoch „und verwundert“ eine Ausschmückung ist, dann könnte für &#039;&#039;außerordnetlich&#039;&#039; dasselbe gelten. Ausgehend von externer Bezeugung und diesen internen Erwägungen bevorzugen wir hier darum in beiden Fällen die kürzere Version (wie Willker 2013, 263-67). (Sollte sich die Hypothese der erweiternden Ausschmückung als falsch herausstellen, wäre jedoch auch die längere Version als ursprünglichere denkbar.) Der Lesart von NA28 und SBLGNT entsprechend, erscheint ganz außerordentlich in der Klammer, „und verwundert“ jedoch nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig.„an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=17408</id>
		<title>Markus 6</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_6&amp;diff=17408"/>
		<updated>2014-08-16T07:35:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}Darauf ging er von dort in seine Heimatstadt und seine Jünger begleiteten ihn.&lt;br /&gt;
{{L|2}}Und als es Sabbat war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Viele, die zuhörten, waren überrascht und sagten: &amp;quot;Woher hat er das? Was ist die Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und wie kommt es, dass er solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen, vollbringt?&lt;br /&gt;
{{L|3}}Ist das nicht der Handwerker, Marias Sohn und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns?&amp;quot; Und sie ärgerten sich über ihn.&lt;br /&gt;
{{L|4}}Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends ohne Anerkennung, außer in seiner Heimatstadt, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“&lt;br /&gt;
{{L|5}}So konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) vollbringen, außer dass er einigen Kranken durch Handauflegen heilte.&lt;br /&gt;
{{L|6}}Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Dann zog er durch die Dörfer ringsum und lehrte.&lt;br /&gt;
{{L|7}}Und er rief die Zwölf zu sich und sandte sie zu zweit aus. Er gab ihnen Macht über die unreinen Geister&lt;br /&gt;
{{L|8}}und er gab ihnen die Anweisung, nichts außer einem Wanderstab auf den Weg mitzunehmen – kein Brot, keine Tasche, kein Geld am Gürtel - &lt;br /&gt;
{{L|9}}aber Sandalen zu tragen. „Und zieht keine zwei Unterhemden an!&amp;quot; &lt;br /&gt;
{{L|10}}Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus hineingeht, bleibt ihr, bis ihr wieder weggeht. &lt;br /&gt;
{{L|11}}Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu, dann geht von dort weg und schüttelt den Staub von euren Schuhsohlen ab, als Zeichen für sie!“ &lt;br /&gt;
{{L|12}}Und sie gingen los und predigten, dass die Menschen sollten umkehren sollten. &lt;br /&gt;
{{L|13}}Zudem trieben sie viele Dämonen aus. Sie salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. &lt;br /&gt;
{{L|14}}Und König Herodes hörte von Jesus, denn sein Name war bekannt geworden, und die Leute meinten: „Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum diese Wunderkräfte in ihm wirken!“ &lt;br /&gt;
{{L|15}}Andere sagten dagegen: „Er ist Elija!&amp;quot;, und wieder andere meinten: „Er ist ein Prophet wie einer der vergangenen Propheten.“ &lt;br /&gt;
{{L|16}}Als Herodes das hörte, rief er: „Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|17}}Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis werfen lassen. Das tat er weil er Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, geheiratet hatte.&lt;br /&gt;
{{L|18}}Denn Johannes hatte wiederholt zu Herodes gesagt: „Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|19}}Aber Herodias nahm ihm das übel und wollte ihn töten. Aber es gelang ihr nicht. &lt;br /&gt;
{{L|20}}Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war. Also beschützte er ihn. Und wenn er ihm zuhörte, war er jedes Mal stark verwirrt, aber er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{L|21}}Und als ein günstiger Tag kam, an dem Herodes anlässlich seines Geburtstages für seine Hofbeamten, die Offiziere und die angesehensten Bürger Galiläas ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{L|22}}und als die Tochter eben jener Herodias tanzte, gefiel sie Herodes und seinen Tischgästen. Der König sagte zu dem Mädchen: „Wünsche dir, was auch immer du willst, und ich werde es dir geben!“ &lt;br /&gt;
{{L|23}}Und er schwor ihr: „Worum du mich auch bittest, ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“ &lt;br /&gt;
{{L|24}}Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen?“, und sie antwortete: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“ &lt;br /&gt;
{{L|25}}Und sofort ging sie eilig hinein zum König und sich von ihm: „Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Teller gibst!“ &lt;br /&gt;
{{L|26}}Und der König wurde sehr traurig, aber wegen seiner Schwüre und der Gäste wollte er sie nicht abweisen. &lt;br /&gt;
{{L|27}}Also schickte der König einen Henker und befahl, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis. &lt;br /&gt;
{{L|28}}Darauf brachte er seinen Kopf auf einem Teller herein und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{L|29}}Und als seine Jünger davon hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab. &lt;br /&gt;
{{L|30}}Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{L|31}}Und er sagte zu ihnen: „Kommt doch ganz allein mit mir an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen. &lt;br /&gt;
{{L|32}}Und sie fuhren in dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein.&lt;br /&gt;
{{L|33}}Allerdings sahen die Leute, wie sie losfuhren, und viele erfuhren davon. Zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und liefen voraus. &lt;br /&gt;
{{L|34}}Und als er ausstieg, sah er eine große Menschenmenge. Er empfand Mitleid mit ihnen, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben. Und er begann, sie vieles zu lehren.&lt;br /&gt;
{{L|35}}Und weil es schon spät war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist weit weg und es ist schon dunkel.&lt;br /&gt;
{{L|36}}Schick die Leute nach Hause, damit sie sich etwas zu Essen holen können!&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|37}}Doch er hat gesagt, gib ihnen etwas zu essen und sie haben geantwortet: Sollen wir Ihnen für 200 Denare Brot kaufen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|38}}Jesus antwortete: Wie viel Brote habt ihr, schaut schnell nach. Nachdem sie gezählt hatten sagten sie: Wir haben 5 Brote und zwei Fische&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{L|39}}Er befahl, dass sie sich alle Menschen in Gruppen auf das grüne Gras setzen sollen.&lt;br /&gt;
{{L|40}}&lt;br /&gt;
{{L|41}}&lt;br /&gt;
{{L|42}}&lt;br /&gt;
{{L|43}}&lt;br /&gt;
{{L|44}}&lt;br /&gt;
{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
{{L|48}}&lt;br /&gt;
{{L|49}}&lt;br /&gt;
{{L|50}}&lt;br /&gt;
{{L|51}}&lt;br /&gt;
{{L|52}}&lt;br /&gt;
{{L|53}}Nachdem Jesus und seine Jünger über den See gefahren waren, gingen sie bei Gennesaret an Land und zogen das Boot mit. &lt;br /&gt;
{{L|54}}Als sie aus dem Boot ausstiegen, erkannten ihn die Menschen sofort.&lt;br /&gt;
{{L|55}}Die Leute liefen durch die gesamte Gegend und trugen die Kranken und die, denen es schlecht ging zu Jesus.&lt;br /&gt;
{{L|56}}Sie gingen in die Dörfer, in die Städte oder zu den Bauernhöfen. Sie legten die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, die Quaste seines Gewandes anzupacken. Und alle, die ihn berührten waren geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und er ging von dort weg und begab sich (kam) in seine Heimat (Heimatstadt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Heimat&#039;&#039; Gemeint ist Nazaret (Mk 1,9.24). Die meisten Übersetzungen spezifizieren „Heimatstadt“ oder „Vaterstadt“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, wobei (und) seine Jünger ihn begleiteten (ihm folgten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begab sich&#039;&#039; und &#039;&#039;begleiteten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und als [der] Sabbat gekommen (geworden) war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … gekommen war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann er, in der Synagoge zu lehren (lehrte er)&#039;&#039; Markus benutzt beginnen gerne schwach und ohne echte Funktion. Viele Übersetzungen formulieren daher wie in der Klammer. Vgl. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]].&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und viele, die zuhörten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die zuhörten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren überwältigt (überrascht, erstaunt, außer sich) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Wo [hat] er das her, und was [ist] die Weisheit, die ihm gegeben wurde – und (und [wie kommt es, dass]) solche Wunder (Wunderkräfte), die durch seine Hände geschehen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die geschehen&#039;&#039; [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Den Satz kann man entweder als überraschten Ausruf verstehen (wie die meisten Übersetzungen), oder als elliptische Frage (so NGÜ). Dabei wäre wie in der Klammer &#039;&#039;[wie kommt es, dass]&#039;&#039; sinngemäß zu ergänzen (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|3}} Ist das nicht der Zimmermann (Handwerker, Baumeister), der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Joses, {und} Judas und Simon? Und leben (sind) seine Schwestern nicht hier bei uns?“ Und sie lehnten ihn ab (ärgerten sich über, nahmen Anstoß an).&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends (nicht) ohne Ansehen (Ehre), außer in seiner Heimat (Heimatstadt), {und} bei seinen Verwandten und in seiner Familie (Haus, Haushalt).“&lt;br /&gt;
{{S|5}} So (Und) konnte er dort kein einziges Wunder (Wunderkraft) tun, außer dass (nur) er einigen Kranken die Hände auflegte und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auflegte und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier mit „und“ beigeordnet. Auch möglich: „indem er ihnen die Hände auflegte“ oder „durch Handauflegen“ (MEN)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie heilte,&lt;br /&gt;
{{S|6}} und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und (Dann) er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und lehrte&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und er rief&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Zwölf zu sich und sandte sie paarweise&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;paarweise&#039;&#039; W. „zwei zwei“. Die Formulierung war sowohl in der Volkssprache als auch in semitischen Sprachen gebräuchlich (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aus,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sandte aus&#039;&#039; W. „begann auszusenden“. Dazu s. die [[Markus_5#af|Fußnote zu 5,17]]. Ein ähnlicher Fall liegt auch in V. 2 vor.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und er gab ihnen Macht (Vollmacht) über die unreinen Geister, &lt;br /&gt;
{{S|8}} und er gab ihnen die Anweisung (bestimmte), {dass} nichts auf den Weg mitzunehmen als nur einen Wanderstab – kein Brot, keine Tasche, kein Geld&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Geld&#039;&#039; W. „Kupfer(münze)“ (oder „Bronze(münze)“). Das Wort wird hier metonymisch für Kupfermünzen, also Kleingeld benutzt. Die Parallelstelle Mt 10,19 führt aus: „weder Gold noch Silber noch Kupfer...“ &#039;&#039;im Gürtel&#039;&#039; Im Orient bewahrte man Geld lange in den Falten des Gürtels auf, einem breiten Tuch, das entsprechend um die Hüfte gebunden war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Gürtel,&lt;br /&gt;
{{S|9}} dabei jedoch (sondern) Sandalen zu tragen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dabei jedoch Sandalen zu tragen&#039;&#039; Mod. oder konz. [[Ptz. conj.]] Pf. &#039;&#039;zu tragen&#039;&#039; ist das resultative Äquivalent des griechischen [[Perfekt]]s, das man auch „Sandalen untergebunden/angezogen zu haben“ übersetzen könnte (vgl. NSS). Markus formuliert hier sinngemäß, indem er den mit ἵνα+Konjunktiv begonnenen Satz (V. 8) mit einer Akkusativform fortsetzt, als ob es sich um einen [[AcI]] handelte (NSS nach BDR §470.3). Collins versteht das Partizip als imperativisch (BDR 468.2), übersieht jedoch, dass es sich hier um einen Akkusativ, nicht wie andernfalls erforderlich um einen Nominativ handelt (Collins 2007, 299 Fn 25).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„und zieht keine zwei Unterhemden an!“&#039;&#039; Markus wechselt hier übergangslos von der dritten in die zweite Person Plural. Der verneinte Konjunktiv Aorist könnte dabei entweder imperativisch sein (direkte Rede, so NSS) oder sich an die fortlaufende, indirekt wiedergegebene Anweisung anschließen. Es handelt sich bei dem ganzen Vers um eine Stelle, an der besonders deutlich wird, wie umgangssprachlich Markus sich ausdrückt. Die Übersetzung &#039;&#039;Unterhemden&#039;&#039; (LUT u.a.: „Hemden“, ELB „Unterkleider“, ZÜR „Kleid“, MEN „Rock“) scheint die Funktion des Kleidungsstücks am besten wiederzugeben. Es handelt es sich um eine Tunika oder ein Hemd, das man unter dem langen Obergewand trug (vgl. LN 6.176). Wie die Übersetzung ausdrückt, geht es nicht um einen zweiten Satz Unterwäsche, sondern entweder um den Luxus, sich mit einem zweiten Unterhemd besser vor Kälte zu schützen (France 2002, 249), oder um die Gewohnheit der Bessergestellten, sich durch zwei Untergewänder, eine innere und eine äußere Tunika, von der Masse abzuheben (Collins 2007, 299).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Und er sagte zu ihnen: „Wo ihr in ein Haus eintretet (einkehrt, hineingeht), [da] bleibt dort, bis ihr {von dort} [wieder] aufbrecht (weggeht).&lt;br /&gt;
{{S|11}} Und nimmt man euch an einem Ort nicht auf und hört euch auch nicht zu,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nimmt man euch nicht auf und hört euch auch nicht zu&#039;&#039; Im Griechischen (καὶ ὃς ἂν τόπος, „und ein Ort, der auch immer...“) handelt es sich um einen Relativsatz mit konditionalem Nebensinn, in dem das Bezugswort (Ort) Teil des Relativsatzes ist (NSS). Solche Relativsätze gibt man am besten mit deutschen Relativsätzen wieder (Siebenthal 2011, §290e; so im vorigen Vers), hier war die Übersetzung durch einen (schwachen) deutschen Konditionalsatz jedoch passender. an einem Ort W. „nimmt euch ein Ort nicht auf und hören sie...“. Das erste Prädikat steht im Sg., das zweite im unpersönlichen Plural. Aus stilistischen Gründen bietet es sich an, beide (mit „man“ oder „die Leute“) auf die Bewohner zu beziehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dann schüttelt beim Aufbruch (geht von dort weg und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beim Aufbruch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;geht von dort weg und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Präpositionalphrase (bzw. beigeordnete Konstruktion) übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Staub von euren Schuhsohlen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von euren Schuhsohlen&#039;&#039; W. „den Staub unter (d.h. an der Unterseite, LN 83.52) euren Füßen“. Die beschriebene Geste ist offensichtlich ein Zeichen der Abgrenzung, aber was genau damit signalisiert oder erreicht werden sollte, ist nicht mehr bekannt. Der folgende „Beweis gegen sie“ hat jedoch wahrscheinlich mit dem Endgericht zu tun (Guelich 1989, 322f.; Collins 2007, 300ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab, als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als Zeugenaussage (Beweis, Zeichen, Zeugnis) [gegen (für)] sie&#039;&#039; Es handelt sich bei &#039;&#039;gegen&#039;&#039; um einen [[Dativus incommodi]] (oder [[Dativus commodi|commodi]] bei &#039;&#039;für&#039;&#039;). Aus den anderen Evangelien geht hervor, dass es sich wohl um eine Zeugenaussage oder einen Beweis im Endgericht handelt. Matthäus versteht die Geste des Staubabschüttelns so, dass sie sich auf das Ergehen der Betroffenen im Endgericht bezieht (10,15). Bei Lukas ist die Aussage ebenfalls adversativ gemeint, wie er mit einer Präposition deutlich macht (9,5). Beide Evangelisten halten das „Zeugnis“ also für eine Zeugenaussage oder einen Beweis &#039;&#039;gegen&#039;&#039; die Bewohner der entsprechenden Orte. In einem Schwur mit ganz ähnlicher Symbolik schüttelt Nehemia im AT den Staub von seinem Mantel, mit der Drohung, ebenso möge Gott mit jenen verfahren, die diesen Eid verletzen (Neh 5,13. Collins 2007, 300f.; Guelich 1989, 323). Dieselbe Formulierung haben wir in [[Markus 1#s44|Mk 1,44]] im Kontext übrigens anders gedeutet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und sie machten sich auf den Weg (gingen los)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;machten sich auf den Weg&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und predigten (verkündigten), {dass} [die Menschen sollten] umkehren (Buße tun).&lt;br /&gt;
{{S|13}} Zudem (Und) trieben sie viele Dämonen aus, und sie salbten viele Kranke [mit] Öl&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] Öl&#039;&#039; [[Instrumentaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und heilten sie.&lt;br /&gt;
{{S|14}} Und König Herodes hörte [von Jesus]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hörte [von Jesus]&#039;&#039; Die nachgelieferte Begründung (ab denn) macht klar, dass Herodes von Jesus (möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten seiner Jünger) hörte, nicht nur von deren Dienst. So drückt auch Matthäus klarer aus: „hörte von seinem Ansehen“ (Mt 14,1; France 2002, 252).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
denn sein Name (Ruf, Ansehen) war bekannt geworden, und [die Leute] meinten (sagten):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;meinten&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] leitet hier die (vielfach geäußerte) öffentliche Meinung ein. In V. 15 sind dagegen mit Aor. offenbar spezifische Einzelaussagen zu hören. ZÜR: „es hieß“+indirekte Rede.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Johannes der Täufer ist von [den] Toten auferweckt worden. Das erklärt, warum&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Das erklärt, warum&#039;&#039; W. „und aus diesem Grund/deshalb“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Wunderkräfte durch ihn (in ihm) wirken!“&lt;br /&gt;
{{S|15}} Andere sagten dagegen (und): „Er ist Elija“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Elija&#039;&#039; Die Rückkehr des im Alten Testament entrückten Propheten wurde aufgrund von Mal 3,23-24 zu Jesu Zeit vielfach erwartet (France 2002, 253).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wieder andere meinten (sagten): „Ein Prophet wie einer der [alten] Propheten.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} Als Herodes [das] hörte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … hörte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
glaubte (sagte, rief) er&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;glaubte er&#039;&#039; W. „sagte“ ([[Imperfekt]]), das wie in V. 14 eine (geäußerte) Meinung beschreibt. Vgl. GNB: „Herodes aber war überzeugt … er sagte“ Da das Wirken von Johannes und Jesus zeitlich überlappten, ist es unwahrscheinlich, dass Herodes diese Aussage wörtlich meinte. Er wird wohl die deutlichen Parallelen zwischen den beiden Männern vor Augen gehabt haben und auf dieses Déjà-vu entweder spöttisch („Kaum ist der eine weg, kommt schon wieder ein anderer!“) oder abergläubisch reagieren (vgl. die Betonung &#039;&#039;den&#039;&#039; &amp;lt;u&amp;gt;ich&amp;lt;/u&amp;gt; &#039;&#039;enthauptet habe&#039;&#039;, die anzeigen könnte, dass Herodes sich für Johannes&#039; Tod verantwortlich fühlt; so France 2002, 254; vgl. Collins 2007, 304).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Der, den ich enthauptet habe, Johannes, ist auferweckt worden!“&lt;br /&gt;
{{S|17}} Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und ihn im Gefängnis festgehalten (gefesselt ins Gefängnis [werfen])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;im Gefängnis festhalten lassen&#039;&#039; Viele Übersetzungen „und er hatte ihn (gefesselt) ins Gefängnis geworfen/werfen lassen“ (nach BA). Für die gewählte Übersetzung von δέω „fesseln“ s. jedoch LN 37.144, wo zudem angemerkt ist, dass von der Einkerkerung häufig sehr idiomatisch gesprochen wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lassen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;lassen&#039;&#039; Oder: „[Soldaten] ausgesandt und“ (vgl. MEN). Das modale [[Ptz. conj.]] modifiziert hier kausativ zwei finite Verben und heißt dasselbe wie das Deutsche „lassen“ (BA ἀποστέλλω, 2.; vgl. NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[Das tat er]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[Das tat er]&#039;&#039; Die Einfügung verdeutlicht, dass der der folgende (mit wegen eingeleitete) Bericht den Anlass für die Festnahme liefert. So EÜ: „Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die“, NGÜ: „Der Anlass dazu war Herodias gewesen“, GNB: „Der Grund dafür war: …“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.{{par|Markus|10|11}}&lt;br /&gt;
{{S|18}} Johannes hatte nämlich [wiederholt] zu Herodes gesagt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte [wiederholt] gesagt&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] könnte hier einfach im Sinne eines Plusquamperfekt benutzt werden (NSS). Allerdings hebt es sich von den Aoristformen ab, die bisher ebenfalls die Vorvergangenheit vermittelt haben. Daher ist wohl auch der iterative Aspekt im Blick (vgl. France 2002, 257).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!“{{par|Levitikus|18|16}}{{par|Levitikus|20|21}}&lt;br /&gt;
{{S|19}} Aber Herodias nahm ihm [das] übel und plante (wollte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;plante (wollte)&#039;&#039; „wollen“ im durativen [[Imperfekt]] ist „über einen längeren Zeitraum wollen“ → „planen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ihn zu töten, hatte aber (und) lange keine Gelegenheit dazu (es gelang ihr nicht)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hatte lange keine Gelegenheit dazu&#039;&#039; W. es gelang ihr nicht oder „sie konnte nicht“ ([[Ipf.]]). NSS empfiehlt in diesem Kontext die angemessenere Übersetzung der NGÜ „Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu“. Dass Herodias als Herrschergattin die Macht gehabt hätte, einen unliebsamen Prediger zu beseitigen, steht außer Frage. Doch hatte sie keine lange Gelegenheit dazu, weil ihr Mann den Prediger schätzte (V. 20). Die Gelegenheit ihn zu überlisten kommt in V. 21. EÜ vgl. GNB: „Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Denn Herodes respektierte (fürchtete) Johannes, weil er wusste,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;respektierte/fürchtete&#039;&#039; und &#039;&#039;weil er wusste&#039;&#039; (kausales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.) Sowohl Angst (die meisten Übersetzungen) als auch Erfurcht (NGÜ, MEN, GNB?) passen in den Kontext. Dass Herodes Johannes&#039; Charakter schätzt, weist darauf hin, dass Respekt und Ehrfurcht möglicherweise die Furcht vor Johannes&#039; politischem Einfluss übersteigen. NGÜ: „hatte Hochachtung“, MEN „hatte Scheu“, GNB lässt beides zu: „wagte er nicht, ihn anzutasten“, Collins 2007, 293: „Herodes respektierte Johannes“. Für ein anderes Verständnis s. die folgende Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[dass] er ein gerechter und heiliger Mann [war], und er beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;beschützte ihn (hielt ihn in Haft)&#039;&#039; Das Wort lässt sich in anderen Kontexten mit „bewahren“ oder „einhalten, wahren“ übersetzen, die Bedeutung „beschützen“ fällt etwas aus der Reihe. Der NSS merkt jedoch an, das alternative Verständnis &#039;&#039;hielt ihn in Haft&#039;&#039; (LUT, GNB, ZÜR?) erscheine „lexikalisch kaum begründbar“. Nach diesem Verständnis hält Herodes Johannes gefangen, weil er ihn bzw. seinen Einfluss fürchtet (vgl. den Versbeginn). MEN: „er nahm ihn in seinen Schutz“, ZÜR lässt beide Deutungen zu: „er liess ihn bewachen“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und wenn er ihm zuhörte (zugehört hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Die Klammer übersetzt vorzeitig, Sinn wäre „nach dem Zuhören“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
war er immer wieder (jedes Mal) stark verunsichert (ratlos, verwirrt, verlegen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;immer wieder stark verunsichert&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein. Da das [[Imperfekt]] schon den wiederholenden Aspekt mitbringt, ist es wahrscheinlicher, dass es intensivieren soll. Einige Ausleger (nach G.D. Kilpatrick, Some notes on Markan usage, in: BT 7 (1956), 2-9; zitiert bei Willker 2013, 227) argumentieren, dass dieses Adverb immer dem modifizierten Verb folgen muss. Es müsse sich deshalb statt &#039;&#039;war verunsichert&#039;&#039; auf das vorhergehende Partizip ἀκούσας &#039;&#039;wenn er ihm zuhörte&#039;&#039; beziehen. In diesem ebenfalls gut denkbaren Fall wäre sicherlich iterativ (wiederholend) zu übersetzen: „immer wenn er ihm zuhörte“ (EÜ: „Sooft er mit ihm sprach“). Es gibt aber auch Beispiele, wo das Adverb dem modifizierten Verb vorausgeht (Mk 3,12; 9,26; Mt 27,19). Bei iterativer Deutung lässt sich der Übersetzung ohnehin kaum entnehmen, welchem Verb die Übersetzer das Adverb zugeordnet haben (vgl. GNB, MEN). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Alte und hochwertige Handschriften überliefern das Verb ἠπόρει &#039;&#039;war stark verunsichert&#039;&#039;. Die meisten Handschriften enthalten jedoch das nicht eindeutig zu deutende ἐποίει „er tat“ (so Guelich 1989, 325). Die Debatte lässt sich auf zwei Erwägungen konzentrieren: 1. die externe Bezeugung der vorgezogenen Variante ist gut genug, um die Lesart plausibel erscheinen zu lassen. 2. Dass das häufige Wort im Laufe der Überlieferung versehentlich oder missverständlicherweise das seltenere ersetzte, ist wahrscheinlicher als der umgekehrte Vorgang. Andere interne Erwägungen (Bedeutung, Assimilation an Parallelstellen, syntaktische Erwägungen zu πολλὰ (s.o.)) erlauben keine definitive Entscheidung oder sprechen ebenfalls eher für ἠπόρει (Willker 2013, 226ff.; Collins 2007, 294f. Fn k).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und) er hörte ihm gerne zu. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und als ein günstiger Tag kam,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als ein günstiger Zeitpunkt kam&#039;&#039; [[Gen. abs.]], temporal als Nebensatz aufgelöst. Der Hauptsatz kommt erst in V. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Herodes [anlässlich] seines Geburtstages&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[anlässlich] seines Geburtstages&#039;&#039; [[Temporaler Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für seine Würdenträger (Hofbeamten), {und} die Offiziere (Hauptleute) und Galiläas angesehenste Bürger&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Galiläas angesehenste Bürger&#039;&#039; W. „die Ersten Galiläas“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ein Festmahl veranstaltete, &lt;br /&gt;
{{S|22}} und als die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias (seine Tochter Herodias)&#039;&#039; Die Überlieferung ist an dieser Stelle kompliziert, die Ausleger sind sich uneinig. NA28 bezeugt &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039;, SBLGNT wählt &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039;. Zwar ist &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; die schwierigste Lesart, passt aber nicht gut in den Kontext (der spricht deutlich davon, dass sie die Tochter von Herodias war). Auch historisch ist die Lesart schwierig, denn eine Tochter von Herodes und Herodias (die dann nicht älter als 10 Jahre wäre) ist nicht bekannt, wohl aber eine Tochter aus Herodias&#039; erster Ehe, die der Geschichtsschreiber Josephus unter dem Namen Salome kennt (Collins 2007, 308). Die Namensgleichheit zwischen Mutter und Tochter kommt noch dazu. Es könnte sich also um einen frühen Fehler handeln (France 2002, 254f.). Mit dem meisten deutschen Übersetzungen (außer ZÜR) sind wir vorerst bei der von NA28 abweichenden Lesart &#039;&#039;die Tochter eben jener Herodias&#039;&#039; geblieben. Die griechische Formulierung könnte man auch „ihre Tochter, Herodias,“ oder „die Tochter von Herodias selbst“ übersetzen; für die vorgezogene Übersetzung spricht BDR §288.3. Die Lesart &#039;&#039;seine Tochter Herodias&#039;&#039; könnte auch als „seine Tochter, die von Herodias“ (so ZÜR) gemeint sein, aber das wäre sehr unklar formuliert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und tanzte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … hereinkam … und tanzte&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst. Nach der generellen Zeitangabe (V. 21) bildet dieser Gen. abs. nun die spezifische. Als Herodes&#039; Aufforderung kam, wusste Herodias, dass dies der „günstige Tag“ (V. 21) war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gefiel [sie] Herodes und seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;seinen Tischgästen (denen, die mit [ihm] aßen/[zu Tisch] lagen)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der König sagte zu dem Mädchen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mädchen&#039;&#039; Das gleiche Wort wie bei der Zwölfjährigen in Mk 5,42. Markus überlässt es der Vorstellung des Lesers, ob es sich dabei um einen unsittlichen Tanz einer minderjährigen Stieftochter handelte. Bei derartigen Festmählern waren sonst nur (als sittenlos geltende) Kurtisanen als Tänzerinnen zugegen. Ein Mädchen galt mit etwa 13 Jahren als heiratsfähig, und Salome war zu dieser Zeit wohl zwischen 9 und 19, nach einigen Schätzungen 12-14 Jahre alt (Collins 2007, 308f.). Ist die Formulierung „seine Tochter“ am Versanfang ursprünglich, dann hebt sie sicherlich diesen unsittlichen Aspekt hervor.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Bitte (wünsche, verlange) mich, was auch immer du willst, und ich werde [es] dir geben!“&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er schwor ihr (schwor ihr mehrmals/eindringlich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schwor ihr mehrmals/eindringlich&#039;&#039; Das Adverb πολλὰ, das wir hier als sekundär einstufen und nur in der Klammer übersetzen (s.u.), kann sowohl intensivierend als auch wiederholend gemeint sein (vgl. schon V. 20). Hier ist es wohl wiederholend, denn in V. 26 ist von Herodes&#039; Schwüren (Pl.) die Rede. Textkritik: Das Wort fehlt in den meisten Zeugen, ist aber andererseits schon in P45 (3. Jh.) und einigen anderen Handschriften bezeugt. NA28 setzt es als unsicher in eckige Klammern, SBLGNT lässt es weg. Da die externe Bezeugung recht schwach ist und es keinen überzeugenden Grund für eine Kürzung gibt, ist πολλὰ wohl eine spätere Ergänzung – möglicherweise um auf den Plural „Schwüre“ in V. 26 vorzubereiten (so Collins 2007, 295 Fn o; Willker 2013, 233f.; dagegen Guelich 1989, 325; France 2002, 255, die die mutmaßliche Auslassung mit stilistischen Erwägungen begründen).&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Worum du mich auch bittest (wünscht, verlangst), ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches!“&lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie ging hinaus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging hinaus und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte (sagte zu) ihre Mutter: „Was soll ich mir wünschen (bitten, verlangen)?“, und sie sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer!“&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und sofort ging sie eilig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;eilig&#039;&#039; W. „mit Eile“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[wieder] hinein zum König und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging … hinein und&#039;&#039; Modal-temporales [[beschreibendes Partizip]] Aor., mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
verlangte (bat [ihn]) {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Ich will, dass du mir umgehend den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Schale (Teller) gibst!“&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und der König wurde sehr traurig,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wurde sehr traurig&#039;&#039; Konzessives [[Ptz. conj.]]., als gleichgeordneter Hauptsatz mit folgendem „aber“ aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber wegen seiner Schwüre und der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der Gäste ([zu Tisch] Liegenden)&#039;&#039; Die meisten deutschen Übersetzungen übertragen das [[subst. Ptz.]] einfach als „seine Gäste“. Wie LUT, ELB kann man es auch als Relativsatz auflösen. Vgl. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte er sie nicht abweisen.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Also&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Also&#039;&#039; W. „Und sofort“. Beide Wörter sind bei Markus typisch, „und“ als allgemeine Konjunktion, „sofort“, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hier ist es schwach und heißt so etwas wie „da“, und weil V. 27 aus V. 26 folgt, kann man stilistisch schöner „also“ schreiben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schickte der König einen Henker und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schickte … und&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]], mit „und“-Kombination übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ordnete an, seinen Kopf herzubringen. Und er ging los und enthauptete ihn im Gefängnis,&lt;br /&gt;
{{S|28}} dann (und) brachte er seinen Kopf auf einer Schale [herein] und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und als seine Jünger [davon] erfuhren (hörten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als … erfuhren&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen sie, {und} holten seinen Leichnam ab und legten ihn in ein Grab.&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und die Apostel (ausgesandten [Jünger])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Apostel (ausgesandten [Jünger])&#039;&#039; Markus setzt hier den Bericht von der Aussendung der Jünger (Mk 6,7-13) mit deren Rückkehr fort. Den Begriff „Apostel“ verwendet er mit doppeltem Sinn: In der Geschichte bezeichnet er zunächst einmal die &#039;&#039;ausgesandten&#039;&#039; Jünger (so die Übersetzung von „Apostel“; vgl. das Verb „aussenden“ in 6,7), die zurückkehren. Für seine christlichen Leser spielt der Titel aber (sicherlich absichtsvoll) schon auf die spätere Rolle der Jünger als &#039;&#039;Apostel&#039;&#039; an (vgl. Guelich 1989, 338).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Kommt &#039;&#039;ihr&#039;&#039; doch ganz allein [mit mir] an einen abgelegenen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die kamen und gingen&#039;&#039; Zwei substantivierte [[subst. Ptz.|Partizipien]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und sie fuhren (brachen auf) mit (in) dem Boot an einen einsamen Ort, ganz allein&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz allein&#039;&#039; NSS schlägt (wie es auch andere Übersetzungen verstehen) die sinngemäß wohl richtige Übersetzung „um für sich allein zu sein“.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Allerdings (und) sahen [die Leute], wie sie losfuhren (aufbrachen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sahen …, wie sie losfuhren&#039;&#039; [[AcP]], als Nebensatz mit „wie“ aufgelöst. Auch ein Infintivsatz oder ein NS mit „dass“ wären möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und viele erkannten [ihre Absicht (sie)] (erfuhren [davon])&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;viele erkannten [ihre Absicht]&#039;&#039; W. &#039;&#039;viele erkannten sie&#039;&#039; (ELB; wenn man das Objekt sie vom Satzanfang miteinbezieht) oder &#039;&#039;viele erfuhren [davon]&#039;&#039; (ZÜR, EÜ, LUT). Oder wie ELB: „Allerdings sahen viele [Leute], wie sie losfuhren, und erkannten [sie/ihre Absicht]“. Unsere Übersetzung wie MEN, NGÜ.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und zu Fuß liefen sie aus allen Städten zusammen und kamen (liefen voraus) vor ihnen an ihrem Zielort (dort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;an ihrem Zielort&#039;&#039; Sinngemäße Wiedergabe von &#039;&#039;dort&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
an. &lt;br /&gt;
{{S|34}} Und als er ausstieg,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als er ausstieg&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sah er eine große Menschenmenge, und er empfand Mitleid mit ihnen,{{par|Markus|8|2}} weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... haben&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &#039;&#039;wie Schafe waren, die keinen Hirten haben&#039;&#039; ist eine Wendung, die im AT mehrmals vorkommt (das Zitat selbst stammt aus Num 27,17). Es geht dabei immer um das Volk Israel und seinen König. Die Tatsache, dass sich hier plötzlich eine so große Menschenmenge im Nirgendwo versammelt, könnte darauf schließen lassen, dass Markus die Begebenheit stark vereinfacht darstellt. Joh 6,15 beschreibt in derselben Szene, dass die Menge Jesus zum König machen möchte. Jesus ist zwar der jüdische Messias, aber nicht der Anführer eines politischen Aufstands gegen die Herrschaft der Römer, auf den das Volk hofft. Die atl. Anspielung zeigt hier: Jesus erkennt seine Verantwortung als eschatologischer Führer dieses führerlosen Volkes. Auch Mose spricht in Num 27,17 im Zusammenhang seines Nachfolgers einmal von hirtenlosen Schafen. Jesus reagiert wie der in Dtn 18,15-18 angekündigte „Prophet wie Mose“, indem er die Menge durch ein Wunder mit Nahrung versorgt. Ebenso übernatürlich hatte Mose in der Wüste von Gott die Versorgung mit Manna und Wachteln erreicht. (Johannes stellt denselben Zusammenhang in Joh 6,31 her, wo er Ex 16,4 zitiert.) Jesus reiht sich auch neben die Propheten Elija und Elisa ein, die in den Königebüchern ebenfalls Nahrungswunder vollbrachten. Jesus ist der angekündigte Schafhirte, der in Eze 34 und Ps 78 mit einem neuen Auszug in Verbindung gebracht wird (vgl. Watts 2007, 158-61; France 2002, 260-63; Collins 2007, 319).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Numeri|27|17}}{{par|1_Könige|22|17}}{{par|Ezechiel|34|5|6}}{{par|Sacharja|13|7}}{{par|Matthäus|9|36}}&lt;br /&gt;
und er begann, sie vieles (lange) zu lehren.{{par|Ezechiel|34|23}}&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als (weil) die Stunde schon spät geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (weil) die Stunde schon spät geworden war&#039;&#039; Das schwer übersetzbare Idiom (auf Gr. ist die „Stunde“ so etwas wie „lang“ oder „viel“) heißt einfach „Es war schon spät“ oder „eine fortgeschrittene Tageszeit“. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die gewöhnliche Zeit zum Abendessen am Spätnachmittag (France 2002, 265). Vgl. 11,11 sowie 15,33 für ähnliche Zeitangaben. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kamen seine Jünger zu ihm und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen … zu ihm und&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], parataktisch aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten: „Diese Gegend (Ort) ist abgelegen und die Stunde ist schon spät –&lt;br /&gt;
{{S|36}} verabschiede (schick weg, entlasse) [die Leute] doch, damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Bauernhöfe(n)&#039;&#039; (V. 36 und 56) W. „Felder“, eine Metonymie für „Höfe“ oder (nicht hier) „Dörfer“ (BA ἀγρός 2; LN 1.93; NSS). Ein anderes Verständnis der Metonymie wäre „das umliegende Land“ (BA ἀγρός 1; vgl. LN 1.87), wie wohl in Mk 5,14. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Dörfern gehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen und&#039;&#039; W. „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich etwas zu essen kaufen [können].“&lt;br /&gt;
{{S|37}} Doch (Und) er antwortete {und sagte}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;antwortete {und sagte}&#039;&#039; W. etwa „antwortend sagte er...“ Diese pleonastische Verbindung geben wir aus stilistischen Gründen mit nur einem Verb wieder. &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Mod. [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihnen: „Gebt ihr ihnen [doch] zu essen!“{{par|2 Könige|4|42|44}}&lt;br /&gt;
Und (Da) sie sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;sagten&#039;&#039; [[Historisches Präsens]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm: „Sollen wir losgehen und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;losgehen und&#039;&#039; Oder „weggehen und“ [[Beschreibendes Partizip]], beigeordnet aufgelöst. Die Verblüffung der Jünger kommt zum Ausdruck, indem sie dieselben Wörter auf sich beziehen, die sie noch im Vers vorher im Zusammenhang mit den Menschen gebraucht hatten. Ihre Antwort besteht aus einer rhetorischen Frage (vgl. Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für] zweihundert Denare&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] zweihundert Denare&#039;&#039; [[Genitiv]] des Preises. Ein Denar entsprach einem Tagelohn (Guelich 1989, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht [und] schaut nach!“ Und nachdem sie [es] festgestellt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie [es] festgestellt hatten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst. Oder: „sie stellten es fest und“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie: „Fünf, und zwei Fische.“{{par|Markus|8|5}}&lt;br /&gt;
{{S|39}} Daraufhin (Und) wies er sie an (veranlasste er), [dafür zu sorgen, dass] sich alle in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; W. „Symposia Symposia“, eine distributive Dopplung wie in V. 7, wo „zwei zwei“ „paarweise“ heißt. Ein Symposion war eine entspanntes, abendliches Gast- und Trinkmahl samt Tischgesellschaft und Unterhaltung (vgl. France 2002, 267). Hier bezeichnet es wohl einfach den Zweck der angestrebten Gruppen als „Essgruppen“ (vgl. LN 11.5). Zusammen mit dem Wort für „setzen“ bedeutet die Formulierung aber auch, dass Jesus hier quasi ein Gastmahl veranstaltet (Pesch 1976, 352). ELB, GNB, ZÜR: „nach/in/zu Tischgemeinschaften“, MEN „zu einzelnen Tischgenossenschaften“, LUT etwas rätselhaft „tischweise“. NGÜ „gruppenweise, EÜ wie OfBi.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf das grüne Gras setzten.&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und sie nahmen in Gruppen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;in Gruppen&#039;&#039; Hier ein anderes Wort als in V. 39, doch ebenso eine distributive Dopplung: W. „Gruppen Gruppen“. Das Wort heißt eigentlich „Beet“ und bezieht sich im übertragenen Sinn auf dasselbe wie der Begriff im letzten Vers, nur dass hier nicht wie in V. 39 „Essgruppen“ konnotiert sind, sondern geordnete „Sitzgruppen“ (LN 11.6). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
von hundert und von fünfzig [Personen] Platz.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gruppen von hundert und von fünfzig [Personen]&#039;&#039; Einige Ausleger halten dies für einen weiteren sprachlichen Hinweis auf Jesus als eschatologischen Führer Israels. Mose teilte in Ex 18,21 einst das Volk in militärische Einheiten auf (und auch die Anhänger einer jüdischen Sekte, die Verfasser des Damaskus-Dokuments) (Collins 2007, 324f.; Guelich 1989, 341). Tatsächlich ist die Formulierung so komisch, dass man sich fragt, wie man sich das vorzustellen hat. Überspitzt ausgedrückt: Haben die Jünger Köpfe gezählt, um genaue Gruppengrößen zu erreichen? Und warum gerade Gruppen von 100 und der halben Anzahl? Doch bei Mose war von 1000, 100, 50 und 10 die Rede, sodass die Anspielung nicht gesichert ist. Viel eher bezeichnet die Formulierung wohl Gruppen zwischen 50 und 100 Personen (Stein 2008, 315; vgl. France 2002, 267). Diese Übersetzung wird für die Lesefassung empfohlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|41}} Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm&#039;&#039; und &#039;&#039;blickte auf&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (2x), beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zum Himmel und segnete sie. Dann (und) brach er die Brote auseinander und gab sie seinen Jüngern, um sie {ihnen} auszuteilen. Auch (und) die zwei Fische verteilte er an alle.{{par|Markus|8|6|7}}&lt;br /&gt;
{{S|42}} Und alle aßen und wurden satt,{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|43}} und sie hoben zwölf große Körbe voller Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;voller Brocken&#039;&#039; Wie eine Präposition kommt hier ein Substantiv Pl. zum Einsatz (BA πλήρωμα 1a). &#039;&#039;zwölf große Körbe&#039;&#039;, wobei das Adjektiv &#039;&#039;große&#039;&#039; die Bedeutung des griechischen Worts wiedergeben helfen soll. Wozu die Krümel aufgehoben wurden oder wie in der abgelegenen Gegend große Tragekörbe zur Verfügung standen, erzählt uns Markus nicht. Bei den Körben könnte es sich einfach um die Schätzung handeln, dass man die Reste in zwölf Körbe füllen könnte, doch Mk 8,19 scheint dagegen zu sprechen. Die Körbe stammten vielleicht aus dem Boot, mit dem Jesus und seine Jünger gekommen waren (France 2002, 268).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, auch von den Fischen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;auch von den Fischen&#039;&#039; Wohl zu verstehen im Sinne von GNB: „Auch von den Fischen wurden noch Reste eingesammelt.“ Es ist aber nicht klar, ob die Fischreste zum Inhalt der zwölf Körbe gehören oder nicht (vgl. Guelich 1989, 343). Einige Übersetzungen umschreiben den Vorgang deshalb so, dass diese Frage offen bleibt. So EÜ (vgl. NGÜ): „Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|8}}&lt;br /&gt;
{{S|44}} Und diejenigen, die die Brote&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote&#039;&#039; Textkritik: NA28 setzt diese Worte als unsicher in eckige Klammern. Ihr Fehlen ist unter anderem in 01, P45 und dem westlichen Text bezeugt. Zu finden sind sie dagegen in B und dem Mehrheitstext. Die meisten Exegeten (auch SBLGNT) entscheiden sich für die längere Lesart, weil es kein Motiv für die sekundäre Erweiterung gibt. Die Kürzung dagegen ließe sich als Harmonisierung mit den Parallelstellen Mt 14,21; Lk 9,14 erklären. Für die kürzere Variante entscheiden sich ZÜR und offenbar GNB (vgl. Willker 2013, 254f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gegessen hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, die gegessen hatten&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
waren fünftausend Männer.{{par|Markus|8|9}}&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und kurze Zeit später (gleich danach) nötigte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und an das andere (gegenüberliegende) Ufer nach (Richtung) Betsaida vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge verabschieden wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;verabschieden wollte&#039;&#039; Im Griechischen „verabschiedet“; es ist hier so formuliert, wie es die entsprechende wörtliche Rede wäre (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|46}} Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]] Aor., vorzeitig aufgelöst. Das Wort ist ein anderes als das mit „(jdn.) verabschieden“ übersetzte in V. 45, das etwas schwächer ist. France glaubt, dass es sich eher auf die Jünger als auf die Menschenmenge bezieht. Diese ausdrückliche Erwähnung des Abschieds verstärkt dann noch den Schrecken, den die Jünger in V. 49 bekommen, weil sie Jesus ja hinter sich an Land vermuten (France 2002, 271). Die Übersetzung geht davon aus, dass das stimmt, lässt aber beide Möglichkeiten offen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ging er weg auf den Berg, [um] zu beten. &lt;br /&gt;
{{S|47}} Und als es Abend geworden war,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als es … geworden war&#039;&#039; [[Gen. abs.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
befand sich (war) das Boot mitten auf dem Meer (See), und er allein an Land.&lt;br /&gt;
{{S|48}} Und weil (als) er sah, dass sie sich beim Vorwärtskommen (Rudern) quälten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) er sah&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;sah, dass sie sich quälten&#039;&#039; [[AcP]], mit „dass“ aufgelöst. &#039;&#039;sich quälten&#039;&#039; W. „gequält wurden“ (zur Übersetzung s. BA βασανίζω, 3; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Wind [war] {ihnen} widrig ([wehte] ihnen entgegen), da kam&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er um die vierte Nachtwache&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um die vierte Nachtwache&#039;&#039; W. „Wache der Nacht“. Die Römer teilten die Nacht in vier gleich lange Nachtwachen ein. Die letzte Nachtwache fiel etwa zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Das Speisungswunder hatte wohl spätnachmittags, zur Zeit des Abendessens stattgefunden. Später am Abend (V. 47) waren die Jünger bereits mitten auf dem See. Die Jünger hatten inzwischen offenbar so mit widrigen Winden zu kämpfen gehabt, dass sie über Stunden kaum Fortschritte machten (Collins 2007, 333f.; France 2002, 271).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in ihre Richtung, indem er auf dem Meer lief.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem … lief&#039;&#039; Modales [[Ptc. conj.]], als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei (und) wollte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wollte&#039;&#039; Die Verwendung des [[Imperfekt]]s zeigt wohl an, dass dies in dieser Szene seine Absicht war.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er an ihnen vorbeigehen. &lt;br /&gt;
{{S|49}} Und als sie ihn auf dem Meer (See) laufen sahen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als sie laufen sahen&#039;&#039; Der [[AcP]] wurde mit einem Infinitivsatz übersetzt. &#039;&#039;als … sahen&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als temporaler Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
meinten sie, dass es ein Gespenst sei, und schrien auf (fingen an zu schreien)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schrien auf (fingen an zu schreien)&#039;&#039; Wie in der Klammer kann man den Aorist auch [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzen, der den Anfang von etwas markiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|50}} Denn alle sahen ihn und erschraken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erschraken&#039;&#039; Eigentlich ein Passiv, w. also so etwas wie „sie wurden erschrocken“. Auf Deutsch wird daraus aktiv „sie erschraken“ (so auch viele andere Übersetzungen. Vgl. BA ταράσσω, 2, wo für das Passiv angegeben ist: „in Bestürzung, Schrecken geraten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Doch er begann sofort mit ihnen zu reden&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann … zu reden&#039;&#039; Der Aorist ist hier [[ingressiver Aorist|ingressiv]] übersetzt, der den Anfang von etwas markiert (vgl. NSS; EÜ). Ansonsten wäre die Übersetzung: „er redete sofort mit ihnen“, oder schöner: „er sprach sie sofort an“ (NGÜ, vgl. GNB).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{und} Er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sagte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Keine Angst! (Beruhigt euch!, Habt Vertrauen!)&#039;&#039; W. so etwas wie „Seid tapfer!“. Seit LUT gerne mit „Seid getrost“ übersetzt. Etwas moderner EÜ: „Habt Vertrauen“, GNB: „Fasst Mut!“ Auf Deutsch gibt man den Sinn dieser Aussage eigentlich eher mit einer negativen Formulierung wieder, wie unsere Übersetzung. Vgl. NGÜ: „Erschreckt nicht!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich bin [es], fürchtet euch nicht!“&lt;br /&gt;
{{S|51}} Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich/flaute ab. Da (Und) innerlich selbst waren sie ganz (ganz außerordentlich) fassungslos (überwältigt, entgeistert, erschüttert, außer sich)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ganz (ganz außerordentlich) fassungslos&#039;&#039; Die Übersetzung mit fassungslos schließt sich an unsere Übersetzung in Mk 2,12 und 5,42 an (vgl. NGÜ). Ist die NA28-Lesart mit gleich zwei intensivierenden Ausdrücken korrekt (hier in der Klammer zu finden, dazu s.u. Textkritik), dann hat Markus wie schon in 5,42 dem überforderten Erstaunen der Jünger in sehr blumiger Ausdruck verliehen. LUT: „Und sie entsetzten sich über die Maßen“, GNB: „Da gerieten sie vor Entsetzen ganz außer sich.“, NGÜ: „Da waren sie erst recht fassungslos.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Textkritik: Der byzantinische Text (aber auch 33) bezeugt in diesem Vers nicht &#039;&#039;ganz fassungslos&#039;&#039; (λίαν ... ἐξίσταντο), sondern „ganz außerordentlich fassungslos und verwundert“ (λίαν [ἐκ περισσοῦ] ... ἐξίσταντο καὶ ἐθαύμαζον). Das hinzugefügte Verb wird in der Textkritik seltsamerweise durchweg als sekundäre Ausschmückung verstanden, das zweite Adverbial dagegen als stilistisch markinisch beibehalten (SBLGNT; France 2002, 269) bzw. als unsicher in eckige Klammern gesetzt (NA28; Metzger 1994, 79f.). Die Varianten, die entweder nur λίαν ganz oder nur ἐκ περισσοῦ außerordentlich (oder eine Variante dieser Form) enthalten, seien danach stilistische Verbesserungen. Doch in beiden Fällen sind die Vertreter der kürzeren Lesart beinahe gleich; als externe Bezeugung sind sie genauso stark wie die weiter verbreitete, längere Version ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ 892 u.a.). Das heißt auch, dass die Lesart der kritischen Editionen lediglich in einzelnen unwichtigen Zeugen zu finden ist (28 und einige antike Übersetzungen). Es bietet sich deshalb an, sie gemeinsam zu beurteilen. Der byzantinische Text könnte in beiden Fällen eine Konflation („Aufblähung“) sein, die zwei verschiedene Varianten gemeinsam in den Text aufgenommen hat. Wie diese alternativen Lesarten zustande kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn jedoch „und verwundert“ eine Ausschmückung ist, dann könnte für &#039;&#039;außerordnetlich&#039;&#039; dasselbe gelten. Ausgehend von externer Bezeugung und diesen internen Erwägungen bevorzugen wir hier darum in beiden Fällen die kürzere Version (wie Willker 2013, 263-67). (Sollte sich die Hypothese der erweiternden Ausschmückung als falsch herausstellen, wäre jedoch auch die längere Version als ursprünglichere denkbar.) Der Lesart von NA28 und SBLGNT entsprechend, erscheint ganz außerordentlich in der Klammer, „und verwundert“ jedoch nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|52}} Sie verstanden (hatten verstanden) nämlich nicht, was es mit den Broten auf sich hatte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was es mit den Broten auf sich hatte&#039;&#039; W. „hinsichtlich/angesichts/aufgrund der Brote“ Eine andere sinngemäße Übersetzung lautet: „Denn auch durch das Wunder mit den Broten waren sie nicht zur Einsicht gekommen“ (GNB, ähnlich NGÜ, ELB?, LUT?)&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
sondern ihr Herz war verstockt (verhärtet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihr Herz war verstockt (verhärtet)&#039;&#039; D.h. die Jünger verstanden Jesu Macht und Anspruch nicht, auch nach den vergangenen Wundern. Damit rückt er die Jünger in die Nähe seiner Feinde, die ihn ebenfalls nicht verstanden (Mk 3,5). In Mk 8,14-21 kommt Jesus noch einmal mit demselben Wort auf die Brotvermehrung und die Verständnis­schwierigkeiten der Jünger zu sprechen. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|53}} Und nachdem sie übergesetzt hatten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem sie übergesetzt hatten&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]], als vorzeitiger Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gingen sie in Gennesaret an Land und landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;landeten (legten an, ankerten, liefen in den Hafen, zogen [das Boot] an Land)&#039;&#039; Das Wort hat offenbar die Grundbedeutung, ein Boot zu sichern (also „zu verankern“; und implizit, danach an Land zu gehen). Der genaue Vorgang wird im Kontext nicht genauer vermerkt. Es könnte „anlegen“ heißen (so die meisten Übersetzungen); „(ver)ankern“ ([http://lsj.translatum.gr/wiki/προσορμίζω LSJ]), „an Land ziehen“ oder „(das Boot) festmachen“ (so einige englische Übersetzungen); „landen“ (GNB) oder „in den Hafen einlaufen“ (BA προσορμίζω, NSS) (vgl. LN 54.20; Blight 2012, 340f.). Pesch schließt aus der letztgenannten Definition, die Gruppe müsse in einem Hafen angelegt haben (ders. 1976, 375), aber Gennesaret war ein fruchtbarer und dicht bewohnter Küstenstreifen zwischen Tiberias und Kafarnaum. Ob es dort eine gleichnamige Ortschaft mit einem Hafen gab, ist unsicher (Guelich 1989, 356). Also bietet sich eine Übersetzung wie „landen“ an, die den Vorgang nicht näher beschreibt als nötig.„an Land kommen“ und „landen“ wäre dann ein (bei Markus schon öfter vorgefundener) Hendiadyoin. Um die Dopplung zu vermeiden, böte sich auch die Übersetzung „zogen das Boot an Land“ an.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|54}} Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten [die Leute] ihn sofort und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erkannten … und&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]], hier beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|55}} eilten (liefen) durch die&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die&#039;&#039; W. „jene“, im Deutschen obsolet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gesamte Gegend, und sie trugen (fingen an zu tragen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;trugen&#039;&#039; W. „fingen an zu tragen“, eine pleonastische Verbindung, die typisch für Markus ist. „Anfangen“ hat hier sehr abgeschwächte Bedeutung (Siebenthal 2011, §218e; NSS). Vgl. z.B. Mk 5,17, wo das Verb ebenfalls unübersetzt blieb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
diejenigen, denen es schlecht ging (die Kranken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diejenigen, denen es schlecht ging&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. Oder „die Kranken“, eine beliebte Übersetzung des subst. Ptz. (wie in Mk 1,32.34; 2,17 und alle Übersetzungen an dieser Stelle). Da im nächsten Vers das spezifische Wort für „Kranke“ vorkommt, scheinen hier oder Menschen mit allen möglichen Leiden und Gebrechen gemeint zu sein, die sie am eigenständigen Gehen hindern. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf [ihren] Matten [immer] dorthin, wo sie hörten, dass er war.&lt;br /&gt;
{{S|56}} Und wo er auch hinging, in Dörfer, {oder} in Städte oder in Bauernhöfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof&amp;quot; /&amp;gt;,&lt;br /&gt;
legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn darum, {dass} auch nur die Quaste (den Saum)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Quaste&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Saum&#039;&#039; Das Wort könnte sowohl einen Saum oder eine Quaste bezeichnen und steht hier wohl für die vier Quasten, die Juden nach dem Gesetz an ihren Kleidern tragen mussten (Num 15,38–39 LXX; vgl. Dtn 22,12). Die Quasten bestanden aus vier blauen und weißen Fäden, die den Träger daran erinnern sollten, die Gebote zu halten (Mt 23,5; Guelich 1989, 357f.; France 2002, 275).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seines Gewandes berühren [zu dürfen]. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_7&amp;diff=16854</id>
		<title>Markus 7</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_7&amp;diff=16854"/>
		<updated>2014-06-30T20:59:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Gottes Gebot und die Traditionen der Pharisäer))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}} Eines Tages kamen die Pharisäer und einige Schriftgelehrte aus Jerusalem zu Jesus. {{L|2}} Als sie sahen, dass einige der Jünger mit unreinen Händen aßen {{L|3}}(mit „unrein“ meinten sie „ungewaschen“, die Pharisäer - und Juden im Allgemeinen - halten sich nämlich an die „Tradition der Alten“&amp;lt;ref&amp;gt;Markus verwendet dieses „Tradition der Alten“ hier vermutlich sarkastisch: Die entsprechende Tradition ist das erste Mal etwa 100 n. Chr. schriftlich erwähnt und es ist umstritten, ob sie überhaupt schon zur Zeit Jesu existierte.&amp;lt;/ref&amp;gt; und essen erst dann, wenn sie sich sorgfältig die Hände gewaschen haben. {{L|4}} Wenn sie zuvor auf dem Markt&amp;lt;ref&amp;gt;wo man sich leicht kultisch verunreinigen kann&amp;lt;/ref&amp;gt; waren, baden sie sogar erst noch, bevor sie essen. Und noch viele weitere „alte Traditionen“ gibt es, an die sie sich halten, zum Beispiel das Abspülen von Bechern, Krügen und Kupfergefäßen und das Säubern von Sitzpolstern), {{L|5}} als die besagten Pharisäer und Schriftgelehrten das also sahen, fragten sie ihn: „Warum halten deine Jünger sich nicht an die Traditionen der Alten, sondern essen das Brot mit unreinen Händen?“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|6}} „Ihr Heuchler!“, rief Jesus. „Wie recht hatte doch Jesaja, als er über euch prophezeite:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;‚Dieses Volk ehrt Gott nur mit Worten,&lt;br /&gt;
aber nicht mit seinem Herzen!&lt;br /&gt;
{{L|7}} Ihre Verehrung ist wertlos,&lt;br /&gt;
weil sie menschliche Gebote als göttliches Gesetz hinstellen!‘&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|8}} Ihr ignoriert Gottes Gebote, aber menschliche „Traditionen“ beachtet ihr!  {{L|9}} Das ist ganz toll, wie ihr Gottes Gesetze außer Kraft setzt, um eure „Traditionen“ zu bewahren. {{L|10}} Zum Beispiel hat Mose gesagt: ‚Ehre deinen Vater und deine Mutter!‘ und ‚Wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, muss sterben‘. {{L|11}} Ihr dagegen behauptet: ‚Wenn ein Mensch zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: ‚All das, womit ich euch eigentlich unterstützen müsste, ist &#039;&#039;qorban&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Erklärte jemand etwas als &#039;&#039;qorban&#039;&#039; („Opfer“), machte er damit dieses Ding „heilig“ und andere konnten so nicht mehr darüber verfügen (der Opfernde selbst jedoch schon). In der Praxis diente dieses „für-&#039;&#039;qorban&#039;&#039;-Erklären“ bald nur noch dazu, solche „Opfergaben“ anderen vorzuenthalten; eher als an „Opfergaben“ sollte man deshalb dabei wohl an den Ausspruch „Bevor du das bekommst, opfere ich das im Tempel!“ denken, den die Pharisäer dann als trotz allem gültig und geltend werteten und so unterbunden, dass das so „Geopferte“ doch anderen zur Verfügung gestellt werden konnte.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;qorban&#039;&#039;-Regelung ist kein biblisches Gebot, sondern wurde erst von den Schriftgelehrten geschaffen (Gnilka 1978) und ist damit ein gutes Beispiel für diese sogenannten „Traditionen der Alten“, die die Schriftgelehrten über das göttliche Gebot stellen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
- das heißt, ein Opfer für Gott!‘...‘ {{L|12}} - und dann seid &#039;&#039;ihr&#039;&#039; es, die ihn damit davon abhalten, etwas für seine Eltern zu tun! {{L|13}} Auf diese und viele ähnliche Weisen setzt ihr immer wieder Gottes Gebote zugunsten eurer - von euch tradierten! - „Traditionen“ außer Kraft!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Was wirklich unrein ist))&lt;br /&gt;
{{L|14}} Eines Tages rief Jesus wieder einmal eine Volksmenge zu sich und sagte: „Hört mir alle gut zu, damit ihr versteht, was ich sage: {{L|15}} &amp;lt;sup&amp;gt;/&amp;lt;/sup&amp;gt; {{L|16}} Nichts von dem, was von Außen in den Menschen hineingelangt, kann ihn unrein machen, sondern ausschließlich das, was aus ihm herauskommt.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|17}} Als sich Jesus dann von der Volksmenge in ein Haus zurückgezogen hatte, fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieser Aussage. {{L|18}} „Dann habt also nicht mal ihr begriffen?“, fragte Jesus. „Versteht ihr denn nicht, dass nichts von dem, was von Außen in den Menschen hineingelangt, ihn unrein machen kann? - {{L|19}} Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen des Menschen, und auf dem Abtritt kommt es dann wieder heraus.“ Damit erkläre Jesus alle Speisen für rein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|20}} „Ja“, fuhr er fort: „Nur dasjenige, was aus dem Menschen herauskommt, macht ihn unrein, {{L|21}} denn von Innen - aus dem Herzen - kommen die bösen Gedanken heraus und damit auch: Hurereien, Diebereien, Mordtaten, {{L|22}} Ehebrüche, Machtsüchteleien, Bosheiten; außerdem Arglist, Maßlosigkeit, Neid, Gotteslästerei, Überheblichkeit und Torheit. {{L|23}} All dieses Böse kommt von Innen heraus und macht den Menschen unrein.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Die gewitzte Heidin))&lt;br /&gt;
{{L|24}} Jesus verließ Galiläa und begab sich in das heidnische Gebiet von Tyrus. Dort zog er sich in ein Haus zurück, damit niemand davon erführe, dass er hier sei. Doch es gelang ihm nicht, seine Anwesenheit verborgen zu halten: {{L|25}} / {{L|26}} Sogleich erfuhr es eine einheimische Heidin, deren Tochter von einem bösen Geist besessen war. Sie ging zu ihm, warf sich ihm zu Füßen nieder und bat ihn darum, den Geist bei ihrer Tochter auszutreiben. {{L|27}} Jesus aber entgegnete: „Zunächst müssen die Kinder satt werden. Es wäre falsch, den Kindern ihr Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.“ {{L|28}} „Ja, mein Herr, das wäre falsch“, stimmte sie ihm zu, „und dennoch fressen die Hunde unter dem Tisch ihre Brotkrumen.“ {{L|29}} Da sagte Jesus: „Um dieser Rede willen geh! - Der Geist ist aus deiner Tochter ausgefahren.“ {{L|30}} Und tatsächlich: Als die Frau nach Hause kam, lag das Kind im Bett und der Geist war ausgefahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
((Die Heilung des Taubstummen))&lt;br /&gt;
{{L|31}} Von Tyrus aus zog Jesus über Sidon an die Ostseite des Sees Gennesaret. {{L|32}} Dort brachte man einen Taubstummen zu ihm und bat ihn, ihm die Hand aufzulegen. {{L|33}} Da zog er ihn von der Menschenmenge fort, um mit ihm allein zu sein. Er steckte ihm seine Finger in die Ohren, spuckte sich auf die Hand und berührte damit die Zunge des Mannes. {{L|34}} Dann blickte er zum Himmel auf, seufzte tief und sprach: „Effata“ - das heißt: „Öffne dich!“&amp;lt;ref&amp;gt;Die hier beschriebene Heilung enthält einige Elemente altisraelischen Brauchtums. Die Vorstellung vom Speichel als Heilmittel ist in der Antike weit verbreitet. Auch der Blick zum Himmel und das Seufzen ist typisch für derartige Heilungsgeschichten; es ist dort Ausdruck des Einholens übermenschlicher Kraft des Wundertäters. Eine Heilung mittels Speichel ist außerdem im Alten Israel meist (wie hier) verbunden mit der Rezitation eines Zauberspruchs.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei Jesus ist der Blick zum Himmel jedoch stets Ausdruck des Gebets; auch dem „Zauberwort“ wird durch die direkt nachfolgende Übersetzung der Charakter des Geheimnisvollen und Zauberischen genommen und das Zauberwort so zum „Machtwort“ gewandelt: Der israelische Aberglaube wird transformiert zum Ausdruck der engen Verbindung Jesu mit Gott und der Vollmacht Jesu, der nur ein Wort nötig hat, um dem Taubstummen Ohren und Mund zu öffnen: „Effata“, „Öffne dich“.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{L|35}} Sofort öffneten sich da seine Ohren; auch seine Zunge löste sich und er konnte richtig sprechen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{L|36}} Jesus verbot den Anwesenden, jemandem davon zu erzählen. Aber je mehr er darauf bestand, desto mehr machten sie es bekannt, {{L|37}} weil sie vor Staunen ganz außer sich waren. „Wie gut ist alles, was er gemacht hat!“, riefen sie, „Er lässt sogar Taube hören und die Stumme sprechen!“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und die Pharisäer und einige der Schriftgelehrten (Schreiber), die aus Jerusalem gekommen waren,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die ... gekommen waren&#039;&#039; [[attr. Ptz.]] Aor., als vorzeitiger Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
versammelten sich bei ihm.&lt;br /&gt;
{{S|2}} Und weil (als) sie gesehen hatten (sahen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil (als) sie gesehen hatten (sahen)&#039;&#039; Kausales oder temporales [[Ptz. conj.]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass manche von seinen Jüngern [mit] unreinen, das heißt: [mit] ungewaschenen Händen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] unreinen ... [mit] ungewaschenen, Händen&#039;&#039; [[Instr. Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Brote (ihr Essen) aßen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Brote aßen&#039;&#039; Eine ungewöhnliche Formulierung. „Brot“ kann &#039;&#039;pars pro toto&#039;&#039; für Nahrung oder eine Mahlzeit stehen. Die zu erwartende Phrase wäre aber „Brot essen“. Vielleicht hat Markus so formuliert, um noch einmal das Wunder der Brotvermehrung (Kap. 6) in Erinnerung zu rufen (bei dem Brot könnte es sich um die Überbleibsel handeln), doch das ist unsicher (dafür: Guelich 1989, 363; dagegen: France 2002, 281).&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Der Satz endet nach Meinung der meisten Ausleger und der Zeichensetzung der kritischen Editionen unvollendet (Anakoluth), um der Erklärung des pharisäischen Brauchs Platz zu machen. Unklar ist, ob er in V. 5 fortgesetzt wird oder ob V. 5 neu einsetzt (Guelich 1989, 360; vgl. Collins 2007, 344 Fn 35). France bemerkt allerdings, man könne den Satzbau auch erklären, indem man V. 2 nicht als Umstandsangabe für die Anfrage der Pharisäer V. 5, sondern für ihr Zusammenkommen in V. 1 versteht (ders. 2002, 279f.). Das Partizip &#039;&#039;weil/als sie gesehen hatten&#039;&#039; gibt dann kausal oder temporal an, warum die Pharisäer und Schriftgelehrten Jesus ansprachen. Das passt zwar inhaltlich, aber für die verbreitetere Interpretation spricht, dass man die Stelle offenbar schon lange als Anakoluth verstanden hat. Varianten in der Überlieferung des Textes zeigen, dass man zum Teil versuchte, den Satzbau etwas einfacher zu formulieren. Zudem stehen Partizipien mit kausaler Sinnrichtung häufiger vor der Aussage, die sie begründen, als danach.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|3}} die Pharisäer und die Juden überhaupt (alle) essen nämlich nicht, wenn sie sich nicht sorgfältig (mit einer Handvoll Wasser, in der vorgeschriebenen Weise; mit der Faust)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sorgfältig&#039;&#039; Gr. πυγμῇ W. „[mit] der Faust“ [[Instr. Dativ]]. Diese Wendung ist nur hier bekannt und ihre Bedeutung unklar. Es gibt folgende Vorschläge, was das Wort bezeichnet: 1. die Art des Waschens, nämlich der Faust in der hohlen Hand, 2. das Waschen bis zum Ellbogen (so Collins 2007, 349) bzw. zum Handgelenk, 3. die meisten Übersetzungen folgen LUT mit der Übersetzung „[mit] einer Handvoll Wasser“ (so z.B. Cranfield 1959, S. 233). 4. MEN „gründlich“, ELB „sorgfältig“. 5. bedeutungsagnostisch „in der vorgeschriebenen Weise“ (NSS) oder „zeremoniell“ (France). France empfiehlt, das Wort sinngemäß mit „sorgfältig“ oder „zeremoniell“ zu übersetzen (ders. 2002, 282; in dieselbe Richtung geht NSS). Weil es sich um einen Singular handelt, ist eine pluralspezifische Übersetzung wie Guelichs „with cupped hands“ (ders. 1989, 364f.) weniger wahrscheinlich. Auch Hengels Theorie eines aus dem Lateinischen entlehnten Wortes „Handvoll“ ist unwahrscheinlich, weil es im Griechischen ein Wort dafür gab (ebd.; so aber auch Dschulnigg 2007; Gnilka 1978). NGÜ lässt das Wort gleich ganz aus dem Fließtext und erwähnt seine unbekannte Bedeutung in einer Fußnote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Hände gewaschen haben, um (damit, weil) an der Überlieferung der Ältesten (Vorfahren)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Überlieferung der Ältesten (Vorfahren)&#039;&#039; Dabei handelt es sich um Bräuche und Regeln, die sich auf der Grundlage des Gesetzes ausgebildet hatten und irgendwann als Norm galten, ohne vom Gesetz direkt vorgeschrieben zu sein. Lange ging man davon aus, dass es sich beim Händewaschen um eine rein pharisäische Lehre handelte, inzwischen weiß man aber, dass die meisten Juden diesem Brauch tatsächlich folgten (Collins 2007, 345f.; vgl. France 2002, 280ff.). &amp;lt;/ref&amp;gt; festzuhalten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um (Damit, weil) … festzuhalten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Man kann diese Angabe (mit &#039;&#039;um&#039;&#039;) final verstehen (vgl. ZÜR) oder sie als getrennten Satz modal übersetzen: „Damit halten sie an der Überlieferung der Ältesten fest.“ (vgl. NGÜ) Auch eine kausale Deutung ist möglich (NSS, MEN).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|4}} und [nach der Rückkehr] vom Markt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nach der Rückkehr vom Markt&#039;&#039; W. „vom Markt“, ein griechisches Idiom. Möglich wäre vielleicht auch „essen nichts, was vom Markt kommt, ohne es gewaschen zu haben“ (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
essen sie nicht, bis (wenn) sie nicht gebadet (einer Reinigung unterzogen, gewaschen) haben; und es gibt viele andere [Regeln], die sie zu halten übernommen haben, [zum Beispiel] das Abspülen von Bechern, {und} Krügen und Kupfergefäßen und Sitzpolstern (Betten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und Sitzpolstern (Betten)&#039;&#039; Dabei handelt es sich um jedes Möbelstück, das als Bett oder Liege auch als Sitzgelegenheit zum Essen diente. Das waren bei ärmeren Leuten oft einfache Matten oder Teppiche, bei Reicheren auch Möbelstücke mit Beinen, wie man sie heute als Betten und Sofas kennt. Nach Lev 15 waren auch unrein gewordene Betten zu waschen (Collins 2007, 349; LN 6.106). Die Übersetzung „Sitzpolster“ folgt GNB, NGÜ.&amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: In den Handschriften {{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ pc bo fehlen die beiden Wörter. Wenn das der ursprüngliche Text ist, wurden die „Betten“ vielleicht aufgrund der Reinheitsvorschriften von Lev 15 ergänzt. Plausibler wirkt jedoch, dass sie beim Abschreiben als absurd oder durch einen Fehler (Homoioteleuton) weggefallen sind. Wegen der guten externen Bezeugung stehen die Wörter in NA28 in eckigen Klammern, im SBLGNT jedoch nicht. Diese Variante lässt sich nicht zufriedenstellend klären (vgl. Willker 2013, 277f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
{{S|5}} da (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;da (und)&#039;&#039; Nach der Parenthese in Vv. 3f nimmt Markus den Satz wieder auf, tut es aber „auf eine Weise, als hätte er vergessen, dass er schon vor der Parenthese einen Satz begonnen hatte und setzt also ein mit καὶ, das hier eigentlich gar nicht nötig wäre.“ (Cranfield 1959, S. 234f). In den selben Phänomenkomplex gehört wohl, dass auch die Wendung „Parisäer und Schriftgelehrte“, mit der der Satz einsetzte, hier extra noch mal gesetzt wird.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
erkundigten (fragten) die Pharisäer und die Schriftgelehrten sich bei ihm: „Weshalb leben (folgen) deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Ältesten, sondern essen das Brot (Essen) [mit] unreinen Händen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] unreinen Händen&#039;&#039; [[Instr. Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;?“ &lt;br /&gt;
{{S|6}} Aber er sagte zu ihnen: „Richtig (Treffend, Zurecht) hat Jesaja über euch Heuchler (Scheinheilige) geweissagt, wie geschrieben steht:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;‚Dieses Volk ehrt mich [mit] den Lippen,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] den Lippen&#039;&#039; [[Instr. Dativ]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber ihr Herz ist weit von mir entfernt.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sie beten (verehren) mich vergeblich an,&lt;br /&gt;
weil sie [als verbindliche] Lehren Gebote von Menschen lehren&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil sie … lehren&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], als kausaler Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;[als verbindliche] Lehren Gebote von Menschen lehren&#039;&#039; Im gr. AT steht etwas anders „weil sie Gebote von Menschen und Lehren lehren“. Jesus spitzt das rhetorisch auf den Vorwurf zu, die Vorstellungen von Menschen (nämlich die erwähnte „Überlieferung der Ältesten“) als verbindliche Gebote festzuschreiben – ohne dabei allerdings etwas am Sinn zu ändern. Im Kern geht es bei Jesaja um oberflächliche Religion, die überkommenen Bräuchen und Traditionen folgt, anstatt Gott mit dem Herzen (d.h. aus Überzeugung) zu ehren, wie es der Fall wäre, wenn die Bräuche nicht zur missbräuchlichen Umgehung der Gebote führen würden (vgl. France 2002, 284).&amp;lt;/ref&amp;gt;.‘{{par|Jesaja|29|13}}{{par|Kolosser|2|22}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|8}} Während ihr Gottes Willen (Gesetz, Gebot)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottes Willen (Gesetz, Gebot)&#039;&#039;, W. „das Gebot Gottes“, bezeichnet in diesem Kontext das, was von Gott geboten (und nicht von Menschen vorgeschrieben) wurde (Guelich 1989, 367). Dass Jesaja von Verehrung mit dem Herzen spricht, weist darauf hin, dass er (und auch Jesus mit seinem Zitat) von Gottes Geboten gerade das „Hauptgebot“ aus [[Deuteronomium 6#s4|Dtn 6,4-6]] im Blick haben. Israel sollte danach „JHWH, deinen Gott mit deinem ganzen Herzen und deinem ganzen Sein und deiner ganzen Kraft lieben“ und Gottes Gebote im Herzen bewahren (Pesch 1976, 373).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
außer Acht lasst,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Während ihr … außer Acht lasst (preisgebt, verlasst, ablehnt)&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz mit „während“ und „[stattdessen (gleichzeitig)]“ aufgelöst. Das Verb kann in diesem Kontext verschiedenes bedeuten: „außer Acht lassen“ (NSS, NGÜ, MEN, ZÜR), „verlassen“ (LUT), „preisgeben“ (ELB, EÜ), oder sogar „ablehnen“ (LN 31.63). GNB etwas freier, aber treffend „zur Seite schieben“. Es geht hier wenige um eine absichtliche Missachtung als um eine bewusste Ablehnung oder Umdeutung der Gebote (V. 9 und 13; France 2002, 285).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
haltet ihr euch [stattdessen (gleichzeitig)] an die Überlieferung der Menschen!“&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und er fuhr fort (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;fuhr&amp;quot; &amp;gt;&#039;&#039;er fuhr fort&#039;&#039; (V. 9 und 20) übersetzt das [[Imperfekt]] ἔλεγεν. Der durative Aspekt zeigt hier wohl an, dass Jesus weiterspricht. Vgl. die ähnliche Übersetzung des Imperfekts in V. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{zu ihnen}: „Geschickt (meisterhaft, trefflich) setzt (hebt auf) ihr Gottes Gebot (Gesetz, Willen) außer Kraft, um eure Überlieferung aufrechtzuerhalten (zur Geltung zu bringen). &lt;br /&gt;
{{S|10}} Mose hat doch (ja) gesagt: ‚Ehre deinen Vater und deine Mutter!‘,{{par|Exodus|20|12}}{{par|Deuteronomium|5|16}} und: ‚Wer Vater oder Mutter verflucht, muss sterben&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;muss sterben&#039;&#039; W. etwa „[dem] Tod sterben“ (Dativ+Imperativ 3. Sg.). Der Dativ soll hier den hebräischen [[Inf. abs.]] nachbilden und in der gleichen Weise die Verstärkung der Aussage bewirken (Siebenthal 2011, §189c). Er lässt sich nicht direkt übersetzen, höchstens mit der etwas staubigen Formulierung „des Todes sterben“ (LUT, ELB, MEN). Etwas freier, aber sinngemäß „muss mit dem Tod bestraft werden“ (NSS, EÜ, GNB, NGÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;.‘{{par|Exodus|21|12}}{{par|Levitikus|20|9}}&lt;br /&gt;
{{S|11}} &#039;&#039;Ihr&#039;&#039; jedoch sagt: Wenn ein Mann (Mensch) zu [seinem] Vater oder [seiner] Mutter sagt: Alles von mir, was dich unterstützen (helfen, nützen) würde, [ist] Korban&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Korban&#039;&#039; Dabei handelt es sich um ein aus dem AT geläufiges hebräisches Wort ({{hebr}}קָרְבָּן{{hebr ende}}), ein &#039;&#039;terminus technicus&#039;&#039; für „Opfergabe“ (Guelich 1989, 368). Nach dem, was heute bekannt ist, war es nach der beschriebenen Sitte irgendwie möglich, das als Opfergabe Deklarierte am Ende selbst zu behalten. Offenbar war es nicht erforderlich, den Gegenstand direkt zu spenden. Das Gelübde wurde dann unter Verweis auf das Verbot im Gesetz, einen Schwur zu brechen, eingehalten (Num 30,2; Dtn 23,21-23; Lev 5,14-16). In der Praxis diente dieser Eid dann nur dazu, solche „Opfergaben“ anderen vorzuenthalten. France erwähnt als Beispiel Grundbesitz, der auch nach der Korban-Weihe weiter im Besitz des Sohnes war, ohne dass der Vater ihn betreten durfte (France 2002, 286f.; Collins 2007, 351ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
das heißt „Opfergabe (Geschenk)“,&amp;lt;ref&amp;gt;Anakoluth (z.B. Kleist 1937, S. 208). Jesus hat sich hier offenbar so in Rage geredet, dass er nicht einmal seinen begonnenen Satz zu Ende führt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|12}} dann erlaubt (lasst ihr zu, dass … nicht mehr; lasst)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;erlaubt&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;lasst zu, dass&#039;&#039; Der Satz lässt sich auf zwei Weisen übersetzen: (1) „Ihr lasst nicht zu, dass er...“ oder (2) „Ihr lasst zu, dass er nicht...“. Im ersten Fall wäre gemeint, dass die Pharisäer dem Mann nicht erlauben würden, sein Gelübde rückgängig zu machen, um doch noch seinen Eltern zu helfen (EÜ, NGÜ, LUT, ELB, MEN; die meisten Kommentare). Im zweiten Fall wäre gemeint, dass sie den Mann damit davonkommen lassen, nicht mehr für seine Eltern zu sorgen (BB, B/N, KAM, NL, ZÜR; Thüsing 2011). GN kombiniert beide Möglichkeiten: „dann braucht er für seine Eltern nichts mehr zu tun. Ja, ihr erlaubt es ihm dann nicht einmal mehr.“ Die gewählte Übersetzung scheint vom Griechischen her etwas wahrscheinlicher zu sein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ihr ihm nicht mehr, etwas&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nicht mehr, etwas&#039;&#039; W. „nicht mehr, nichts“, eine doppelte Verneinung, die den Effekt der Aussage (s. die vorige Fußnote) verstärkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[für seinen] Vater oder [seine] Mutter&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für seinen] Vater oder [seine] Mutter&#039;&#039; [[Instr. Dat.]] (2x).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
tun.&lt;br /&gt;
{{S|13}} So (indem) hebt (macht nichtig) ihr Gottes Wort (Aussage)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gottes Wort&#039;&#039; steht nicht für die Heilige Schrift, wie man aus der beliebten christlichen Wendung schließen könnte. Im NT ist sie noch nicht üblich. Jesus bezieht sich also auf eine bestimmte Aussage der Schrift. Dabei dürfte es sich um das zuvor zitierte 5. Gebot und die andere Stelle handeln, aus denen hervorgeht, wie Vater und Mutter zu behandeln sind (France 2002, 288).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;so hebt ihr auf&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;indem ihr aufhebt&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], hier als separater Hauptsatz mit so aufgelöst. Dieser Satz dient wohl als zusammenfassende Wiederholung der nun begründeten Behauptung (so, „damit“ o.ä.): „Dieses Beispiel zeigt, dass...“ (so die meisten Übersetzungen). Die Aussage könnte auch angeben, auf welche Weise die Pharisäer den Mann nichts mehr für seine Eltern tun lassen („indem“; so ELB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
durch eure Überlieferung, die ihr weitergegeben (überliefert) habt, und ihr tut viele vergleichbare (ähnliche) solche [Dinge] (vergleichbare solche [Dinge] tut ihr häufig).“ &lt;br /&gt;
{{S|14}} Und (Dann) er rief die Menschenmenge wieder (noch einmal) zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er rief ... und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] Aor., temporal-modal, beigeordnet übersetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sprach nun&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sprach nun&#039;&#039; übersetzt das [[Imperfekt]] ἔλεγεν. Der durative Aspekt zeigt hier wohl an, dass Jesus weiterspricht, und zwar jetzt an die Menge gewandt. Vgl. die ähnliche Übersetzung des Imperfekts in V. 9 und 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Hört mir alle zu und versteht&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und versteht&#039;&#039; Möglich wäre eine finale Übersetzung des zweiten Imperativs wie NGÜ: „damit ihr versteht, [was ich sage]“ Der Übersetzer hat das vielleicht als eine aus dem Semitischen entlehnte Formulierung verstanden. MEN übersetzt ebenso sinngemäß „und versucht zu verstehen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;! &lt;br /&gt;
{{S|15}} Nichts, was (wenn, indem) von außerhalb des Menschen in ihn hineingelangt, kann ihn verunreinigen (Es gibt nichts, was … hineingelangt, das … kann).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Nichts, was … hineingelangt&#039;&#039; [[Subst. Ptz.|Subst.]] oder [[umschreibendes Partizip]], hier als umschr. Ptz. verstanden (wie die meisten Übersetzungen). Als subst. Ptz. übersetzt und folglich als Relativsatz aufgelöst (vgl. LUT, ELB), würde der Satz lauten: „Es gibt nichts, was von außerhalb des Menschen in ihn hineingelangt, das ihn verunreinigen kann.“ bzw. „Außerhalb des Menschen gibt es nichts, was...“ (für den zweiten Versteil s. die folgende Fußnote). Von der Syntax her ist es auch möglich, das Ptz. wie die meisten englischen Übersetzungen als [[Ptz. conj.]] zu übersetzen. Das temporal-konditionale (&#039;&#039;wenn&#039;&#039;) oder modale (&#039;&#039;indem&#039;&#039;) [[Ptz. conj.]] wäre als Nebensatz aufzulösen: „Außerhalb des Menschen gibt es nichts, was ihn verunreinigen kann, wenn (indem) es in ihn hineingelangt“ bzw. „Es gibt nichts, was …, wenn es von außen...“ (vgl. z.B. ESV, NASB, ähnlich wohl SLT). (Vgl. NSS.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es ist vielmehr, was aus dem Menschen herauskommt, das den Menschen verunreinigt&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;was herauskommt&#039;&#039; und &#039;&#039;das verunreinigt&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]] (2x), als Relativsatz aufgelöst. Man könnte das zweite Partizip auch als [[umschreibendes Partizip]] übersetzen (dazu s. die vorige Fußnote): „Vielmehr verunreinigt den Menschen das, was aus dem Menschen herauskommt.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.“&lt;br /&gt;
{{S|16}} {{Sekundär}} Wer Ohren hat [zum] Hören, soll hören (höre)!“ {{Sekundär ende}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Dieser Vers fehlt in den frühesten bekannten Handschriften ({{hebr}}א{{hebr ende}} B L Δ* 0274 28 sa bopt). So oder mit leichten Abweichungen ist dieser Satz 7x im NT zu finden. Er war lange Zeit als Formel in Gebrauch, mit der gottesdienstliche Schriftlesungen abgeschlossen wurden. Es ist anzunehmen, dass der Satz aus Mk 4,9 und 23 seinen Weg an diese Stelle gefunden hat. Einige Handschriften überliefern ihn auch an verschiedenen anderen Stellen, wo er ebenfalls eindeutig nachträglich eingefügt wurde. V. 16 stammt wortwörtlich mit Mk 4,23 überein (Willker 2013, 289f.). Da V. 15 eine für Christen und gerade Judenchristen sehr wichtige Aussage über das Gesetz macht, ist es möglich, dass der Satz davor warnen sollte, diese Aussage ohne weitere Reflexion wörtlich zu nehmen, wie er es schon in Kap. 4 tat (Collins 2007, 341). Wir zeigen ihn nur aus technischen Gründen im Fließtext an.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|17}} Und als er ein Haus betrat, abseits der Menschenmenge, erkundigten sich seine Jünger bei ihm nach dem Gleichnis.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und er sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte&#039;&#039; [[Historisches Präsens]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Seid auch ihr so schwer von Begriff (unverständig)? Versteht (Merkt) ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen gelangt, ihn nicht verunreinigen kann,&lt;br /&gt;
{{S|19}} weil es nicht in sein Herz gelangt, sondern in seinen Magen (Bauch), und [dann] in den Abtritt (Senkgrube, Latrine)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Abtritt (Senkgrube, Latrine)&#039;&#039; Dieser Begriff bezeichnet die Vorläufer heutiger Toiletten. Einige Übersetzungen gehen sehr delikat vor und glätten die Ausdrucksweise: „wird wieder ausgeschieden“ (EÜ, GNB, NGÜ), MEN, SLT „auf dem natürlichen Wege“. ELB „in den Abort“, LUT, ZÜR „in die Grube“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
ausgeschieden wird (hinausgelangt)?“ So erklärte [Jesus] alle Speisen für rein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;So erklärte [Jesus] alle Speisen für rein&#039;&#039; Alternativ „...ausgeschieden wird, was alle Speisen rein macht.“ Dieser abhängige Satz hat keinen offensichtlichen Bezug zum Kontext. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich das modale [[Ptz. conj.]] auf λέγει „er sagte“ (V. 18) bezieht (so alle herangezogenen Ausleger und die meisten Übersetzungen). Es ist dann ein Kommentar des Evangelisten. Nach dem alternativen Verständnis handelt es sich um eine syntaktisch schwierige Ergänzung zu dem Vergleich des Essens, das den Körper durchläuft und so rein wird. Allerdings würde Jesus dann vom Neutrum Plural in den Nominativ Plural wechseln (France 2002, 291f.). Diese Deutung findet sich in der Interpunktion von NA28 sowie bei SLT und MEN. Diese Übersetzungen beziehen das Partizip offenbar attributiv auf „Abtritt“ und geben dieses Wort dann sehr frei wieder. MEN: „...und auf dem natürlichen Wege, der alle Speisen reinigt, wieder ausgeschieden wird?“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|20}} {und} Er fuhr fort (sagte)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;fuhr&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Was aus dem Menschen herauskommt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Was … herauskommt&#039;&#039; [[Subst. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das&#039;&#039; verunreinigt den Menschen.&lt;br /&gt;
{{S|21}} Denn von innen her, aus dem Herzen der Menschen, kommen die üblen Vorsätze (Gedanken, Absichten): sexuelle Eskapaden (Unzüchtigkeiten),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sexuelle Eskapaden (Unzüchtigkeiten), Diebstähle, Morde, V. 22 Seitensprünge (Ehebrüche), Begehrlichkeiten (Gelüste, Machthunger), Bosheiten&#039;&#039; Diese ersten sechs Begriffe stehen im Plural. Der Plural von abstrakten Begriffen bezeichnet im Griechischen oft deren konkrete Erscheinungsformen (BDR §142; &#039;&#039;ad loc.&#039;&#039; Grosvenor/Zerwick); sehr gut Dschulnigg 2007: „Hurereien, Diebereien, Morde, Ehebrüche, Habgierigkeiten, Schlechtigkeiten...“ Auf diese Weise folgen hier in Vv. 21f aufeinander sechs konkrete Ausprägungen der Schlechtigkeit und sechs „moralische Defekte“ (vgl. Cranfield 1959, S. 241).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diebstähle, Morde,&lt;br /&gt;
{{S|22}} Seitensprünge (Ehebrüche), Begehrlichkeiten (Gelüste, Machthunger)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Begehrlichkeiten (Gelüste, Machthunger)&#039;&#039; „Habgier/Gier“ oder neutraler „Begehren“ oder „Ehrgeiz“ ist die normale Bedeutung dieses Worts. Im Markusevangelium bezeichnet es vielleicht gerade (negativ konnotierten) Ehrgeiz, also Machthunger (Collins 2007, 358f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Bosheiten, Arglist (Hinterlist), Zügellosigkeit (Ausschweifung), ein böses Auge&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ein böses Auge&#039;&#039; Oder „ein schlimmes (d.h. erkranktes) Auge“ (Collins 2007, 361). Meist: Neid, neidische Blicke, Missgunst (LN 88.165); alternativ Geiz (LN 57.108). Collins glaubt, aus Mk 15,10 könne man schließen, dass die erste Deutung im Blick ist (Collins 2007, 361). Dem wird man sich anschließen müssen; das „böse Auge“ i.S.v. „Missgunst“ ist im Rabbinischen ein häufiges Idiom (Stellen: [http://archive.org/stream/KommentarZumNeuenTestamentAusTalmudUndMidraschVol.2/Kommentar.Strack.Billerbeck.v.2#page/n28/mode/1up B/S S. 14]&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
Verleumdung (Gotteslästerung, Beleidigung), Überheblichkeit [und] Unvernunft –&lt;br /&gt;
{{S|23}} all diese bösen (schlechten) [Auswüchse] (All dieses Böse) kommen von innen her und verunreinigen den Menschen.“  &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und von dort brach (stand) er auf und ging weg in das Gebiet von Tyrus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tyrus&#039;&#039; war ein Stadtstaat, der im Norden an Galiläa angrenzte. Die Bewohner der Region waren Nichtjuden. Ein zeitgenössischer jüdischer Autor beschreibt sie sinngemäß als „unsere Intimfeinde“ (France 2002, 297).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Und er begab sich in ein Haus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;brach er auf und&#039;&#039; sowie &#039;&#039;er begab sich … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollte, dass niemand [davon] erfuhr, und er schaffte es nicht, [seine Anwesenheit] verborgen zu halten. &lt;br /&gt;
{{S|25}} Stattdessen kam gleich, als sie von ihm hörte, eine Frau zu ihm, deren kleine Tochter von einem unreinen Geist besessen war&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;von einem unreinen Geist besessen war&#039;&#039; W. „einen unreinen Geist hatte“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kam … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], temporal, beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
warf sich vor seine Füße.&lt;br /&gt;
{{S|26}} {aber} – Die Frau war Nichtjüdin (Griechin), der Herkunft [nach] eine Syrophönizierin.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Nichtjüdin (Griechin), der Herkunft [nach] eine Syrophönizierin&#039;&#039; Im Griechischen steht zwar &#039;&#039;Griechin&#039;&#039;, aber das ist hier gemeint als Abgrenzung von den Juden (vgl. Guelich 1989, 385). Das zeigt auch die weitere Einordnung in die Gegend Syrophönizien. Das war damals die Bezeichnung für Südsyrien (Collins 2007, 366) und meint hier „einheimisch“ (Gnilka 1989, S. 291f; Theißen 1990, S. 130). &#039;&#039;Der Herkunft [nach]&#039;&#039;: [[Dat. respectus]].&amp;lt;/ref&amp;gt; –&lt;br /&gt;
Und sie bat ihn hartnäckig (immer wieder)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie bat ihn hartnäckig (immer wieder)&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]] und wird deshalb hier entweder durativ („bat ihn fortwährend“; d.h. „hartnäckig“) oder iterativ („bat ihn immer wieder“) verwendet. Es steht häufig bei (zunächst) erfolglosen Bitten oder Forderungen (Siebenthal 2001, §195g). Etwas freier könnte man die Funktion des Imperfekts auch mit „sie ließ nicht locker“ oder „sie drängte auf ihn ein“ ausdrücken.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
darum, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben.&lt;br /&gt;
{{S|27}} Aber (Und) er sagte zu ihr: „Lass zunächst die Kinder satt werden, denn es ist nicht richtig, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden hinzuwerfen.“&lt;br /&gt;
{{S|28}} Doch sie entgegnete {und sagte zu ihm}: „Ja, Herr (Herr)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;Ja, Herr&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Herr&#039;&#039; sind zwei Varianten, die von alten Handschriften bezeugt werden. Viele Übersetzungen (und France 2002, 295) folgen der weiter verbreiteten ersten Variante. Das Fehlen von „ja“ wird nur bezeugt durch D P45 W Θ f13 565 700 it sys. Die Herausgeber von NA28 haben sich jedoch für diese geringer bezeugte, aber frühe Variante entschieden, weil 1. „ja“ nicht so gut in den Zusammenhang passt und 2. angenommen wird, dass es sich um eine Angleichung an die Parallelstelle in Mt 15,27 handelt. Diese internen Argumente sind jedoch nicht zwingend. Die externe Bezeugung ist so stark, dass eher davon auszugehen ist, dass „ja“ ursprünglich war und vielleicht gerade deshalb weggelassen wurde, weil es schwerer in den Zusammenhang passt (ebd.; vgl. Willker 2013, 299f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
auch die Hunde unter dem Tisch fressen die Krümel&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die Krümel&#039;&#039; W. „von den Krümeln“, eine Präpositionalphrase, die den [[partitiver Genitiv|partitiven Genitiv]] ersetzt (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Resten) der Kinder.“ &lt;br /&gt;
{{S|29}} Und er sagte zu ihr: „Weil du das gesagt hast&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Weil du das gesagt hast&#039;&#039; W. „Aufgrund dieses Wortes/dieser Äußerung bzw. Antwort“&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
geh&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;geh&#039;&#039; D.h. „Du kannst gehen“ (NGÜ) oder „Geh nach Hause“ (EÜ, GNB). Vgl. 10,52. &amp;lt;/ref&amp;gt;!&lt;br /&gt;
Der Dämon hat deine Tochter verlassen.“&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und sie ging zurück in ihr Haus und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ging zurück … und&#039;&#039; W. „ging weg“. [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stellte fest, dass das Kind im Bett lag und der Dämon weg (ausgefahren) war.&lt;br /&gt;
{{S|31}} Und (Später) er verließ das Gebiet von Tyrus wieder und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;reiste … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
reiste (kam) durch Sidon ans Meer (See) von Galiläa, mitten durch (in) das Gebiet der Dekapolis (Zehnstädtegebiet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Die beschriebene Route ist sehr merkwürdig. Blickt man einmal auf [http://www.bible-history.com/new_testament_cities_map/NTCITIESIsrael.htm diese Karte], reist Jesus von Tyrus („Tyre“; sehr weit im Nordwesten am Meeresufer) &#039;&#039;über&#039;&#039; Sidon (ganz im Norden) an den See Gennesareth („Sea of Galilee“); ein gewaltiger Umweg also. Noch dazu liegt laut dem Text entweder (1) der See Gennesaret „mitten im“ Gebiet der [[Dekapolis]] (Zentrum der Karte) - was geographisch falsch wäre - oder Jesus zieht (2) „mitten durch das Gebiet der Dekapolis“ an den See, macht also einen noch gewaltigerer Umweg. Am wahrscheinlichsten ist daher (3), dass Markus mit „Gebiet der Dekapolis“ vage auf die (überwiegend heidnische) Ostseite des Sees Bezug nimmt und daher Jesus also „an den See Gennesaret, mitten in das Gebiet der Dekapolis“ ziehen lässt, also „an die Ostseite des Sees Gennesaret“ (Reuber 2007, S. 112; Schenke 2005, S. 190 u.a.). Die Route bleibt dennoch merkwürdig; es ist häufig vorgeschlagen worden, dass dies ein Indiz für Markus&#039; mangelhafte Ortskenntnis sei.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|32}} Und [die Leute] brachten einen Taubstummen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;einen Taubstummen&#039;&#039; W. „einen Tauben/Taubstummen und Sprachgestörten/Stummen“. Der Mann war wohl taub geboren. Für Menschen mit dieser Behinderung ist es kaum möglich, normal sprechen zu lernen. Das Wort μογιλάλος „sprachgestört, stumm“ ist sehr selten. Da der Mann nach der Heilung in V. 35 „richtig zu sprechen“ beginnt, heißt es hier „sprachgestört“. Dieser Begriff kommt in der Bibel nur noch in Jes 35,6 LXX vor. Diese Prophezeiung wird auch in V. 37 wieder in den Blick kommen. Markus spielt mit diesem Heilungsbericht also darauf an, dass diese Prophetie mit Jesus in Erfüllung gehen könnte (vgl. Guelich 1989, 394; Collins 2007, 370).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihm und baten (forderten auf) ihn, ihm die Hand aufzulegen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ihm die Hand aufzulegen&#039;&#039; bedeutet offenbar, ihn dadurch zu heilen (Collins 2007, 370).&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Jesaja|35|6}}{{par|Markus|8|22}}&lt;br /&gt;
{{S|33}} Und er nahm ihn beiseite, abseits der Menschenmenge, [wo sie] unter sich [waren], und steckte ihm seine Finger in die Ohren. Dann (und) spuckte er und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nahm beiseite … und&#039;&#039; sowie &#039;&#039;spuckte er und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst. Markus überliefert nicht, wozu Jesus spuckte. Die Vorstellung vom Speichel als Heilmittel ist in der Antike aber sehr weit verbreitet (einige schöne Beispiele aus der arabischen Welt gibt [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/ssg/content/pageview/983094 Reinfried 1915, S. 39.60]. Für die römische Welt vgl. [http://www.poetryintranslation.com/PITBR/Latin/Suetonius8.htm#_Toc276122321 Sueton, Vesp. VII] und [http://en.wikisource.org/wiki/The_Histories_(Tacitus)/Book_4#81 Tacitus, Hist. IV,81]; für das NT vergleiche  [[Markus 8#s22 |Mk 8,22-26]] und [[Johannes 9#s1 |Joh 9,1-7]]). In Israel war der Brauch verbreitet, dass man, wenn man eine Wunde heilen wollte, zuerst (a) eine Schriftstelle oder einen Zauberspruch rezitierte, manchmal zusätzlich (b) den Gottesnamen aussprach und dann (c) direkt auf den kranken Körperteil ausspie (s. [http://archive.org/stream/KommentarZumNeuenTestamentAusTalmudUndMidraschVol.2/Kommentar.Strack.Billerbeck.v.2#page/n29/mode/1up B/S S. 15-17]). Hier liegt wohl eine Variante dieses Brauchs vor: Jesus speit sich (c) auf den Finger, berührt damit den kranken Körperteil, blickt dann zum Himmel (Gnilka 1978, S. 297: „Der Aufblick zum Himmel [...] ist in einer Wundergeschichte stilgemäßer Ausdruck für das Einholen von übermenschlicher Kraft, ebenso das Seufzen des Thaumaturgen.“; ebenso Pesch 1976; vgl. auch Marcus 2008) und (a) rezitiert dann noch einen Spruch (Theißen 1990, S. 252: „Machtwort“).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ptz. conj. hat dann modale Sinnrichtung (NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
berührte seine Zunge.{{par|Markus|8|23}}&lt;br /&gt;
{{S|34}} Schließlich (und) blickte er zum Himmel auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;blickte er ... auf und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seufzte (stöhnte), dann (und) sagte er zu ihm: „Effata!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Effata!“&#039;&#039; Das ist wahrscheinlich eine nicht 100% genau überlieferte aramäische Form (France 2002, 304; Guelich 1989, 395f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
das heißt: „Öffne dich!“&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und sofort öffneten sich seine Ohren (Hörgänge), und die Hemmung (Fessel)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hemmung&#039;&#039; W. „Fessel“ (so die meisten Übersetzungen), MEN: „Gebundenheit“. Es handelt sich um eine übertragene Bedeutungserweiterung von „Fessel“, die hier die Einschränkung der Sprachfertigkeit bezeichnet (LN 23.156).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
seiner Zunge löste sich, und er konnte richtig sprechen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;konnte richtig sprechen&#039;&#039; ([[Imperfekt]]) Das Verb bezeichnet hier die Fähigkeit, sprechen zu können (BA λαλέω, 2aα; NSS).&amp;lt;/ref&amp;gt;.{{par|Markus|8|25}}&lt;br /&gt;
{{S|36}} Und er schärfte [den Leuten] ein (ordnete an, verbot), mit niemandem zu sprechen. Aber je mehr er es ihnen einschärfte (verbot, darauf bestand), desto mehr machten (predigten, verkündeten) sie [es] bekannt.&lt;br /&gt;
{{S|37}} Und sie waren zutiefst (maßlos) erstaunt (überwältigt, beeindruckt) und sagten&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagten&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„Er hat alles gut gemacht, und er befähigt (macht, [dass]) die Tauben zu hören und die Stummen zu sprechen!“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_7&amp;diff=16853</id>
		<title>Offenbarung 7</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_7&amp;diff=16853"/>
		<updated>2014-06-30T04:50:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}}Danach sah ich vier Engel, die auf den vier Ecken der Erde standen [und] die vier Winde der Erde festhielten (kontrollierten),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die … standen [und] … festhielten&#039;&#039; AcP, mit zwei durch „und“ aneinandergehängten Relativsätzen aufgelöst. Möglich auch: „sah, dass/wie … standen...“ Oder das 1. Ptz. könnte adverbial sein, eine andere Auflösung wäre dann: „die, während/wobei sie … standen, … festhielten“&amp;lt;/ref&amp;gt; weil (mit dem Ziel, dass; damit) kein Wind gegen (auf) die Erde oder gegen (auf) das Meer oder gegen (auf) irgendeinen Baum wehen sollte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil … wehen sollte&#039;&#039; Gr. final ἵνα, was meist mit „damit“ übersetzt wird, aber hier eine holprige Formulierung mit Konjunktiv erforderlich machen würde. Die Übersetzung mit &#039;&#039;weil&#039;&#039; und finalem Modalverb ist im Deutschen natürlicher. Eine andere Alternative wäre „mit dem Ziel, dass“ oder auch „um zu verhindern, dass … wehte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}}Und ich sah einen anderen Engel, der vom Aufgang der Sonne (der aufgehenden Sonne) her heraufstieg [und] den Siegelstempel (Petschaft, Siegel) des Lebendigen Gottes dabei hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der … hinabstieg [und] … hatte&#039;&#039; Dieselbe Konstruktion wie in 7,1.&amp;lt;/ref&amp;gt; und er rief [mit] lauter Stimme&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] lauter Stimme&#039;&#039; Appositiver Genitiv?&amp;lt;/ref&amp;gt; den vier Engeln zu, denen [die Gewalt (Fähigkeit, Macht)] {ihnen}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{ihnen}&#039;&#039; Wohl in einem Versuch, einen hebräischen Relativsatz nachzubilden, setzt Johannes hier ein überflüssiges Demonstrativpronomen als (nach dem Relativpronomen) zweites Subjekt.&amp;lt;/ref&amp;gt; gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen,&lt;br /&gt;
{{S|3}}{und sagte}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; Im Deutschen überflüssiges, modales Ptc. coni., das im Griechischen die zitierte Rede einleitet.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Fügt weder der Erde noch dem Meer noch den Bäumen Schaden zu&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: „Fügt der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu“&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis wir die Sklaven unseres Gottes auf ihren Stirnen gekennzeichnet (versiegelt, markiert) haben!“&lt;br /&gt;
{{S|4}}Und ich hörte die Anzahl der Gekennzeichneten (Versiegelten, Markierten), 144 000, gekennzeichnet (versiegelt, markiert) aus jedem Stamm der Kinder Israels (Söhne Israels; Israeliten):&lt;br /&gt;
{{S|5}}Aus [dem] Stamm Juda 12 000 Gekennzeichnete (Versiegelte, Markierte), aus [dem] Stamm Ruben 12 000, aus [dem] Stamm Gad 12 000,&lt;br /&gt;
{{S|6}}aus [dem] Stamm Ascher 12 000, aus [dem] Stamm Naftali 12 000, aus [dem] Stamm Manasse 12 000,&lt;br /&gt;
{{S|7}}aus [dem] Stamm Simeon 12 000, aus [dem] Stamm Levi 12 000, aus [dem] Stamm Issachar 12 000,&lt;br /&gt;
{{S|8}}aus [dem] Stamm Sebulon 12 000, aus [dem] Stamm Josef 12 000, aus [dem] Stamm Benjamin 12 000 Gekennzeichnete (Versiegelte, Markierte).&lt;br /&gt;
{{S|9}}Nach diesen [Ereignissen] sah ich {und siehe} eine große Menschenmasse, die niemand {sie} zählen konnte, aus jeder Nation (Volk) und [allen] Stämmen, {und} Völkern und Sprachen vor dem Thron und vor dem Lamm (Schaf) stehen. Sie waren in weiße Gewänder gekleidet und [trugen] Palmenzweige in ihren Händen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sie waren … gekleidet&#039;&#039; Ptz. pf. Pass. 3. Pl. m. Modales Ptc. coni., hier auch wegen der Constructio ad sensum als separater HS aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}}Und sie riefen (rufen) [mit] lauter Stimme {und sagten (sagen)}: „Die Rettung [verdanken wir?] unserem Gott, der auf dem Thron sitzt,&amp;lt;ref&amp;gt;Substantiviertes Ptz., als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Lamm (Schaf)!“&lt;br /&gt;
{{S|11}}Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten (Greise) und die vier Lebewesen und fielen vor dem Thron auf ihre Gesichter und beteten Gott an&lt;br /&gt;
{{S|12}}{und sagten}: „Amen (Ja), das Lob und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Dankbarkeit (Dank) und die Ehre und die Macht und die Kraft [gebühren (gehören)] unserem Gott bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“&amp;lt;/ref&amp;gt;, amen!“&lt;br /&gt;
{{S|13}}Und einer von den Ältesten (Greisen) wandte sich&amp;lt;ref&amp;gt;W. „entgegnete/antwortete“&amp;lt;/ref&amp;gt; an mich und fragte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fragte&#039;&#039; Als „und“-Kombination aufgelöstes temporales oder modales Ptc. coni. Man könnte es (wie anderswo im Kapitel und der ganzen Offb) auch ganz weglassen, weil es die wörtliche Rede einleitet. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Diejenigen, die in die weißen Gewänder (Kleider) gekleidet sind&amp;lt;ref&amp;gt;Substantiviertes Ptz., als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; – wer sind sie und woher sind sie gekommen?“&lt;br /&gt;
{{S|14}}und ich sagte zu ihm: „Mein Herr, du weißt [es].“ Und er sagte zu mir: „Es sind diejenigen, die aus der größten (großen) Bedrängnis gekommen sind, und sie haben ihre Gewänder (Kleider) gewaschen und sie mit dem (im) Blut des Lammes (Schafs) weiß gemacht (geweißt).&lt;br /&gt;
{{S|15}}Aus diesem Grund (Deshalb) sind sie vor dem Thron Gottes und dienen (verehren) ihm Tag und Nacht in seinem Tempel, und der auf dem Thron Sitzende wird über (bei) ihnen wohnen (sein Zelt aufschlagen).&lt;br /&gt;
{{S|16}}Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, und weder die Sonne noch irgendeine Hitze werden auf sie niederdrücken,&lt;br /&gt;
{{S|17}}weil das Lamm (Schaf) in der Mitte des Thrones ihr Hirte ist (sie weidet) und sie zu Quellen frischen Wassers führt, und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Offenbarung 7</title>
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		<updated>2014-06-29T07:00:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}}Danach sah ich vier Engel, die auf den vier Ecken der Erde standen [und] die vier Winde der Erde festhielten (kontrollierten),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die … standen [und] … festhielten&#039;&#039; AcP, mit zwei durch „und“ aneinandergehängten Relativsätzen aufgelöst. Möglich auch: „sah, dass/wie … standen...“ Oder das 1. Ptz. könnte adverbial sein, eine andere Auflösung wäre dann: „die, während/wobei sie … standen, … festhielten“&amp;lt;/ref&amp;gt; weil (mit dem Ziel, dass; damit) kein Wind gegen (auf) die Erde oder gegen (auf) das Meer oder gegen (auf) irgendeinen Baum wehen sollte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;weil … wehen sollte&#039;&#039; Gr. final ἵνα, was meist mit „damit“ übersetzt wird, aber hier eine holprige Formulierung mit Konjunktiv erforderlich machen würde. Die Übersetzung mit &#039;&#039;weil&#039;&#039; und finalem Modalverb ist im Deutschen natürlicher. Eine andere Alternative wäre „mit dem Ziel, dass“ oder auch „um zu verhindern, dass … wehte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|2}}Und ich sah einen anderen Engel, der vom Aufgang der Sonne (der aufgehenden Sonne) her heraufstieg [und] den Siegelstempel (Petschaft, Siegel) des Lebendigen Gottes dabei hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der … hinabstieg [und] … hatte&#039;&#039; Dieselbe Konstruktion wie in 7,1.&amp;lt;/ref&amp;gt; und er rief [mit] lauter Stimme&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[mit] lauter Stimme&#039;&#039; Appositiver Genitiv?&amp;lt;/ref&amp;gt; den vier Engeln zu, denen [die Gewalt (Fähigkeit, Macht)] {ihnen}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{ihnen}&#039;&#039; Wohl in einem Versuch, einen hebräischen Relativsatz nachzubilden, setzt Johannes hier ein überflüssiges Demonstrativpronomen als (nach dem Relativpronomen) zweites Subjekt.&amp;lt;/ref&amp;gt; gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen,&lt;br /&gt;
{{S|3}}{und sagte}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; Im Deutschen überflüssiges, modales Ptc. coni., das im Griechischen die zitierte Rede einleitet.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Fügt weder der Erde noch dem Meer noch den Bäumen Schaden zu&amp;lt;ref&amp;gt;Oder: „Fügt der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu“&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis wir die Sklaven unseres Gottes auf ihren Stirnen gekennzeichnet (versiegelt, markiert) haben!“&lt;br /&gt;
{{S|4}}Und ich hörte die Anzahl der Gekennzeichneten (Versiegelten, Markierten), 144 000, gekennzeichnet (versiegelt, markiert) aus jedem Stamm der Kinder Israels (Söhne Israels; Israeliten):&lt;br /&gt;
{{S|5}}Aus [dem] Stamm Juda 12 000 Gekennzeichnete (Versiegelte, Markierte), aus [dem] Stamm Ruben 12 000, aus [dem] Stamm Gad 12 000,&lt;br /&gt;
{{S|6}}aus [dem] Stamm Ascher 12 000, aus [dem] Stamm Naftali 12 000, aus [dem] Stamm Manasse 12 000,&lt;br /&gt;
{{S|7}}aus [dem] Stamm Simeon 12 000, aus [dem] Stamm Levi 12 000, aus [dem] Stamm Issachar 12 000,&lt;br /&gt;
{{S|8}}aus [dem] Stamm Sebulon 12 000, aus [dem] Stamm Josef 12 000, aus [dem] Stamm Benjamin 12 000 Gekennzeichnete (Versiegelte, Markierte).&lt;br /&gt;
{{S|9}}Nach diesen [Ereignissen] sah ich {und siehe} eine große Menschenmasse, die niemand {sie} zählen konnte, aus jeder Nation (Volk) und [allen] Stämmen, {und} Völkern und Sprachen vor dem Thron und vor dem Lamm (Schaf) stehen. Sie waren in weiße Gewänder gekleidet und [trugen] Palmenzweige in ihren Händen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sie waren … gekleidet&#039;&#039; Ptz. pf. Pass. 3. Pl. m. Modales Ptc. coni., hier auch wegen der Constructio ad sensum als separater HS aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}}Und sie riefen (rufen) [mit] lauter Stimme {und sagten (sagen)}: „Die Rettung [verdanken wir?] unserem Gott, der auf dem Thron sitzt,&amp;lt;ref&amp;gt;Substantiviertes Ptz., als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Lamm (Schaf)!“&lt;br /&gt;
{{S|11}}Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten (Greise) und die vier Lebewesen und fielen vor dem Thron auf ihre Gesichter und beteten Gott an&lt;br /&gt;
{{S|12}}{und sagten}: „Amen (Ja), das Lob und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Dankbarkeit (Dank) und die Ehre und die Macht und die Kraft [gebühren (gehören)] unserem Gott bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“&amp;lt;/ref&amp;gt;, amen!“&lt;br /&gt;
{{S|13}}Und einer von den Ältesten (Greisen) wandte sich&amp;lt;ref&amp;gt;W. „entgegnete/antwortete“&amp;lt;/ref&amp;gt; an mich und fragte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und fragte&#039;&#039; Als „und“-Kombination aufgelöstes temporales oder modales Ptc. coni. Man könnte es (wie anderswo im Kapitel und der ganzen Offb) auch ganz weglassen, weil es die wörtliche Rede einleitet. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Diejenigen, die in die weißen Gewänder (Kleider) gekleidet sind&amp;lt;ref&amp;gt;Substantiviertes Ptz., als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt; – wer sind sie und woher sind sie gekommen?“&lt;br /&gt;
{{S|14}}und ich sagte zu ihm: „Mein Herr, du weißt es.“ Und er sagte zu mir: „Es sind diejenigen, die aus der größten (großen) Bedrängnis gekommen sind, und sie haben ihre Gewänder (Kleider) gewaschen und sie mit dem (im) Blut des Lammes (Schafs) weiß gemacht (geweißt).&lt;br /&gt;
{{S|15}}Aus diesem Grund (Deshalb) sind sie vor dem Thron Gottes und dienen (verehren) ihm Tag und Nacht in seinem Tempel, und der auf dem Thron Sitzende wird über (bei) ihnen wohnen (sein Zelt aufschlagen).&lt;br /&gt;
{{S|16}}Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, und weder die Sonne noch irgendeine Hitze werden auf sie niederdrücken,&lt;br /&gt;
{{S|17}}weil das Lamm (Schaf) in der Mitte des Thrones ihr Hirte ist (sie weidet) und sie zu Quellen frischen Wassers führt, und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_5&amp;diff=16794</id>
		<title>Offenbarung 5</title>
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		<updated>2014-06-29T06:39:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}}Und ich sah auf (in) der rechten [Hand] des auf dem Thron Sitzenden eine Schriftrolle (ein Dokument, Buch), auf der Innen- und der Rückseite (innen und außen) beschrieben, [mit] sieben Siegeln versiegelt.&lt;br /&gt;
{{S|2}}Und ich sah, wie (dass) ein starker (mächtiger) Engel mit lauter Stimme verkündete&amp;lt;ref&amp;gt;sah, wie (dass) … verkündete&#039;&#039; [[Partizip|AcP]]. &#039;&#039;Wie (dass)&#039;&#039; wurde eingefügt, um den AcP richtig aufzulösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Wer [ist] würdig, die Schriftrolle (das Dokument, Buch) zu öffnen und ihre Siegel aufzubrechen?“&lt;br /&gt;
{{S|3}}Und niemand, weder im Himmel noch auf der Erde noch unter der Erde, war in der Lage (vermochte), die Schriftrolle (das Dokument, Buch) zu öffnen oder hineinzusehen (sie anzusehen/zu sehen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;hineinzusehen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;hineinzusehen&#039;&#039; So die meisten Übersetzungen sinngemäß. W. „sie zu sehen“ (vgl. REB), damit ist wahrscheinlich der Blick auf den Inhalt gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|4}}Und ich begann heftig zu weinen (weinte heftig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ich begann heftig zu weinen&#039;&#039; Konativ verstandenes Imperfekt, das dann den Beginn der Handlung beschreibt, was gut in den Kontext passt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, weil niemand für würdig befunden wurde, die Schriftrolle (das Dokument, Buch) zu öffnen oder hineinzusehen (sie anzusehen/zu sehen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;hineinzusehen&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|5}}Und einer von den Ältesten (Greisen) sagte zu mir: „Weine nicht! Schau, der Löwe aus dem Stamm Juda{{par|Genesis|49|9|10}}, die Wurzel Davids{{par|Jesaja|11|10}} hat gesiegt, [um nun] die Schriftrolle (das Dokument, Buch) und ihre sieben Siegel zu öffnen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[um nun] zu öffnen&#039;&#039; Der Infinitiv-NS scheint resultative Funktion zu haben. In der Lesefassung könnte er deutlich konsekutiv oder final übersetzt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“&lt;br /&gt;
{{S|6}}Und ich sah, dass (wie) in der Mitte des Thrones und der vier Lebewesen und in der Mitte der Ältesten (Greise) ein Lamm (Schaf)&amp;lt;ref name=&amp;quot;lamm&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Lamm&#039;&#039; Obwohl hier mit ἀρνίον ein allgemeinerer Begriff für Lamm gebraucht wird, der hier, aber etwa auch in Offb 13:11 einen gehörnten Bock bezeichnen kann, ist mit dem Titel doch Jesus gemeint, der schon früh einerseits mit dem Gottesknecht, der wie ein Lamm litt (Jes 53,7, vgl. Apg 8,32), und andererseits mit dem Passalamm und seiner sühnenden Funktion (Joh 19,36; 1Kor 5,7; TWNT ἀμνός) identifiziert wurde. Ἀρνίον bedeutete vormals etwa „Lämmchen“, hatte diese spezifische Bedeutung allerdings zur Zeit des NT verloren.  Wahrscheinlich schwingen in dem nur in Offb gebrauchten Hoheitstitel die beiden Konnotationen „(gehörnter, wehrhafter) Bock“ und „(Opfer)Lamm“ gleichermaßen mit (TWNT ἀρνίον).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Jesaja|53|7}}{{par|Apostelgeschichte|8|32}}{{par|Johannes|19|36}}{{par|1_Korinther|5|7}} stand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah, dass (wie) … stand&#039;&#039; [[Partizip|AcP]]. &#039;&#039;Dass (wie)&#039;&#039; wurde eingefügt, um den AcP richtig aufzulösen.&amp;lt;/ref&amp;gt; [und aussah], als sei es (wie) geschlachtet (ermordet).{{par|Offenbarung|13|3}} Es hatte sieben Hörner und sieben Augen – das sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Es hatte und ausgesandt&#039;&#039; Adverbiale Partizipien, jeweils modal als unabhängiger HS bzw. als Attribut aufgelöst. Beide hätte man auch als Relativsätze auflösen können.&amp;lt;/ref&amp;gt; in die ganze Welt.&lt;br /&gt;
{{S|7}}Und es kam (ging) und nahm [die Schriftrolle (das Dokument, Buch)] aus der rechten [Hand] dessen, der auf dem Thron saß&amp;lt;ref&amp;gt;Substantiviertes Partizip, hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|8}}Und als er die Schriftrolle (das Dokument, Buch) empfing (nahm, in Empfang nahm, erhielt, in die Hand nahm), fielen die vier Lebewesen und die 24 Ältesten (Greise) vor dem Lamm (Schaf)&amp;lt;ref name=&amp;quot;lamm&amp;quot;/&amp;gt; nieder, wobei jeder [von ihnen] eine Zither (Harfe, Lyra)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zither&#039;&#039; Eine Art kleiner Harfe mit 10-12 Saiten, ein Instrument, das im Tempelgottesdienst Verwendung fand und auch hier darauf anspielt (Osborne 2002, 258).&amp;lt;/ref&amp;gt; und goldene Schüsseln (Schalen) voller Weihrauch hielt (hatte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei hatte&#039;&#039; Als modaler Nebensatz aufgelöstes [[Partizip|Ptc. Coni.]] (präs. 3. Pl.). Der Plural wurde im Deutschen als Singular wiedergegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt; – das&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das&#039;&#039; Gemeint sind wahrscheinlich nur die Schüsseln mit Weihrauch (vgl. Beale 1999, 357f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; sind die Gebete der Heiligen –,&lt;br /&gt;
{{S|9}}und sie sangen ein neues Lied {mit dem Text}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{mit dem Text}&#039;&#039; W. „sagend/wobei sie sagten“. &#039;&#039;Mit dem Text&#039;&#039; stellt eine paraphasierende Übersetzung als modale Präpositionalphrase dar. Das Partizip markiert nämlich in einer satzzeichenlosen Schrift den Beginn des Zitats, zeigt hier also an, welchen Text das Lied hatte.&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
„Würdig bist du, die Schriftrolle (das Dokument, Buch) zu empfangen (zu nehmen, in Empfang zu nehmen, erhalten) und ihre Siegel zu öffnen,{{par|Offenbarung|4|11}} denn (weil) du wurdest geschlachtet (ermordet) und hast [für] Gott&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] Gott&#039;&#039;  [[Die griechischen Kasus#Dativ|Dativus commodi]].&amp;lt;/ref&amp;gt; mit (durch, mithilfe, anhand) deinem Blut [Menschen] (uns) aus jedem Stamm, {und} [jeder] Sprache, {und} [jedem] Volk und [jeder] Nation (Volk) erworben (losgekauft, ausgelöst){{par|Daniel|7|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}}und sie [für] unseren Gott&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] unseren Gott&#039;&#039; [[Die griechischen Kasus#Dativ|Dativus commodi]].&amp;lt;/ref&amp;gt; [zu] einem Königreich und [zu] Priestern gemacht, und sie werden als Könige über die (auf der) Erde herrschen (regieren; Könige sein)!“&lt;br /&gt;
{{S|11}}Und ich sah, und hörte [die] Stimmen (den Klang)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimmen&#039;&#039; W. „Stimme“. Im Deutschen ist ein Plural erforderlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; vieler Engel um den Thron herum und der Lebewesen und der Ältesten (Greise), und ihre Anzahl betrug (war) zehntausend mal zehntausend und tausend mal tausend&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zehntausend mal zehntausend und tausend mal tausend&#039;&#039; Gr. μυριάδες μυριάδων bzw. χιλιάδες χιλιάδων, W. etwa „(Zehn)tausende der (Zehn)tausend“. Statt „Zehntausende“ übersetzen gerade englische Übersetzungen sowie Zür „Myriaden“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|12}}die mit lauter Stimme riefen (sagten):&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die … riefen&#039;&#039; Ptc. coni., modal als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Würdig ist das Lamm (Schaf)&amp;lt;ref name=&amp;quot;lamm&amp;quot;/&amp;gt;, das geschlachtet wurde,&amp;lt;ref&amp;gt;Attributives [[Ptz.]] pf. Pass.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Macht, und den Reichtum, {und} Weisheit, {und} Kraft, {und} Ehre, {und} Herrlichkeit und Lob zu empfangen!“{{par|Offenbarung|4|11}}&lt;br /&gt;
{{S|13}}Und die ganze Schöpfung, {die} im Himmel, {und} auf der Erde und unter der Erde und im (auf dem) Meer und alles, was in ihnen ist, hörte ich rufen (sagen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rufen&#039;&#039; Prädikatives Partizip (AcP). Auch möglich: „...hörte, wie sie riefen“&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
„Dem, der auf dem Thron sitzt und dem Lamm (Schaf) [gebührt] das Lob und die Ehre, {und} die Herrlichkeit und die Herrschaft bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“&amp;lt;/ref&amp;gt;!“&lt;br /&gt;
{{S|14}}Und die vier Lebewesen riefen (antworteten, sagten): „Amen!“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Amen&#039;&#039; Beteuerungsformel, sinngemäß etwa „So ist es!“ (vgl. LN 72.6). In deutschen Übersetzungen bei Aussprüchen Jesu gelegentlich „Wahrlich!“&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Ältesten fielen nieder und beteten an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_5&amp;diff=16793</id>
		<title>Offenbarung 5</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_5&amp;diff=16793"/>
		<updated>2014-06-29T06:31:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}}Und ich sah auf (in) der rechten [Hand] des auf dem Thron Sitzenden eine Schriftrolle (ein Dokument, Buch), auf der Innen- und der Rückseite (innen und außen) beschrieben, [mit] sieben Siegeln versiegelt.&lt;br /&gt;
{{S|2}}Und ich sah, wie (dass) ein starker (mächtiger) Engel mit lauter Stimme verkündete&amp;lt;ref&amp;gt;sah, wie (dass) … verkündete&#039;&#039; [[Partizip|AcP]]. &#039;&#039;Wie (dass)&#039;&#039; wurde eingefügt, um den AcP richtig aufzulösen.&amp;lt;/ref&amp;gt;: „Wer [ist] würdig, die Schriftrolle (das Dokument, Buch) zu öffnen und ihre Siegel aufzubrechen?“&lt;br /&gt;
{{S|3}}Und niemand, weder im Himmel noch auf der Erde noch unter der Erde, war in der Lage (vermochte), die Schriftrolle (das Dokument, Buch) zu öffnen oder hineinzusehen (sie anzusehen/zu sehen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;hineinzusehen&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;hineinzusehen&#039;&#039; So die meisten Übersetzungen sinngemäß. W. „sie zu sehen“ (vgl. REB), damit ist wahrscheinlich der Blick auf den Inhalt gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|4}}Und ich begann heftig zu weinen (weinte heftig)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ich begann heftig zu weinen&#039;&#039; Konativ verstandenes Imperfekt, das dann den Beginn der Handlung beschreibt, was gut in den Kontext passt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, weil niemand für würdig befunden wurde, die Schriftrolle (das Dokument, Buch) zu öffnen oder hineinzusehen (sie anzusehen/zu sehen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;hineinzusehen&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|5}}Und einer von den Ältesten (Greisen) sagte zu mir: „Weine nicht! Schau, der Löwe aus dem Stamm Juda{{par|Genesis|49|9|10}}, die Wurzel Davids{{par|Jesaja|11|10}} hat gesiegt, [um nun] die Schriftrolle (das Dokument, Buch) und ihre sieben Siegel zu öffnen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[um nun] zu öffnen&#039;&#039; Der Infinitiv-NS scheint resultative Funktion zu haben. In der Lesefassung könnte er deutlich konsekutiv oder final übersetzt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;!“&lt;br /&gt;
{{S|6}}Und ich sah, dass (wie) in der Mitte des Thrones und der vier Lebewesen und in der Mitte der Ältesten (Greise) ein Lamm (Schaf)&amp;lt;ref name=&amp;quot;lamm&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Lamm&#039;&#039; Obwohl hier mit ἀρνίον ein allgemeinerer Begriff für Lamm gebraucht wird, der hier, aber etwa auch in Offb 13:11 einen gehörnten Bock bezeichnen kann, ist mit dem Titel doch Jesus gemeint, der schon früh einerseits mit dem Gottesknecht, der wie ein Lamm litt (Jes 53,7, vgl. Apg 8,32), und andererseits mit dem Passalamm und seiner sühnenden Funktion (Joh 19,36; 1Kor 5,7; TWNT ἀμνός) identifiziert wurde. Ἀρνίον bedeutete vormals etwa „Lämmchen“, hatte diese spezifische Bedeutung allerdings zur Zeit des NT verloren.  Wahrscheinlich schwingen in dem nur in Offb gebrauchten Hoheitstitel die beiden Konnotationen „(gehörnter, wehrhafter) Bock“ und „(Opfer)Lamm“ gleichermaßen mit (TWNT ἀρνίον).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Jesaja|53|7}}{{par|Apostelgeschichte|8|32}}{{par|Johannes|19|36}}{{par|1_Korinther|5|7}} stand&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sah, dass (wie) … stand&#039;&#039; [[Partizip|AcP]]. &#039;&#039;Dass (wie)&#039;&#039; wurde eingefügt, um den AcP richtig aufzulösen.&amp;lt;/ref&amp;gt; [und aussah], als sei es (wie) geschlachtet (ermordet).{{par|Offenbarung|13|3}} Es hatte sieben Hörner und sieben Augen – das sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Es hatte und ausgesandt&#039;&#039; Adverbiale Partizipien, jeweils modal als unabhängiger HS bzw. als Attribut aufgelöst. Beide hätte man auch als Relativsätze auflösen können.&amp;lt;/ref&amp;gt; in die ganze Welt.&lt;br /&gt;
{{S|7}}Und es kam (ging) und nahm [die Schriftrolle (das Dokument, Buch)] aus der rechten [Hand] dessen, der auf dem Thron saß&amp;lt;ref&amp;gt;Substantiviertes Partizip, hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
{{S|8}}Und als er die Schriftrolle (das Dokument, Buch) empfing (nahm, in Empfang nahm, erhielt, in die Hand nahm), fielen die vier Lebewesen und die 24 Ältesten (Greise) vor dem Lamm (Schaf)&amp;lt;ref name=&amp;quot;lamm&amp;quot;/&amp;gt; nieder, wobei jeder [von ihnen] eine Zither (Harfe, Lyra)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Zither&#039;&#039; Eine Art kleiner Harfe mit 10-12 Saiten, ein Instrument, das im Tempelgottesdienst Verwendung fand und auch hier darauf anspielt (Osborne 2002, 258).&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine goldene Schüssel (Schale) voller Weihrauch hielt (hatte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei hatte&#039;&#039; Als modaler Nebensatz aufgelöstes [[Partizip|Ptc. Coni.]] (präs. 3. Pl.). Der Plural wurde im Deutschen als Singular wiedergegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt; – das&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;das&#039;&#039; Gemeint sind wahrscheinlich nur die Schüsseln mit Weihrauch (vgl. Beale 1999, 357f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; sind die Gebete der Heiligen –,&lt;br /&gt;
{{S|9}}und sie sangen ein neues Lied {mit dem Text}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{mit dem Text}&#039;&#039; W. „sagend/wobei sie sagten“. &#039;&#039;Mit dem Text&#039;&#039; stellt eine paraphasierende Übersetzung als modale Präpositionalphrase dar. Das Partizip markiert nämlich in einer satzzeichenlosen Schrift den Beginn des Zitats, zeigt hier also an, welchen Text das Lied hatte.&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
„Würdig bist du, die Schriftrolle (das Dokument, Buch) zu empfangen (zu nehmen, in Empfang zu nehmen, erhalten) und ihre Siegel zu öffnen,{{par|Offenbarung|4|11}} denn (weil) du wurdest geschlachtet (ermordet) und hast [für] Gott&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] Gott&#039;&#039;  [[Die griechischen Kasus#Dativ|Dativus commodi]].&amp;lt;/ref&amp;gt; mit (durch, mithilfe, anhand) deinem Blut [Menschen] (uns) aus jedem Stamm, {und} [jeder] Sprache, {und} [jedem] Volk und [jeder] Nation (Volk) erworben (losgekauft, ausgelöst){{par|Daniel|7|14}}&lt;br /&gt;
{{S|10}}und sie [für] unseren Gott&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[für] unseren Gott&#039;&#039; [[Die griechischen Kasus#Dativ|Dativus commodi]].&amp;lt;/ref&amp;gt; [zu] einem Königreich und [zu] Priestern gemacht, und sie werden als Könige über die (auf der) Erde herrschen (regieren; Könige sein)!“&lt;br /&gt;
{{S|11}}Und ich sah, und hörte [die] Stimmen (den Klang)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Stimmen&#039;&#039; W. „Stimme“. Im Deutschen ist ein Plural erforderlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; vieler Engel um den Thron herum und der Lebewesen und der Ältesten (Greise), und ihre Anzahl betrug (war) zehntausend mal zehntausend und tausend mal tausend&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;zehntausend mal zehntausend und tausend mal tausend&#039;&#039; Gr. μυριάδες μυριάδων bzw. χιλιάδες χιλιάδων, W. etwa „(Zehn)tausende der (Zehn)tausend“. Statt „Zehntausende“ übersetzen gerade englische Übersetzungen sowie Zür „Myriaden“.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|12}}die mit lauter Stimme riefen (sagten):&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die … riefen&#039;&#039; Ptc. coni., modal als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Würdig ist das Lamm (Schaf)&amp;lt;ref name=&amp;quot;lamm&amp;quot;/&amp;gt;, das geschlachtet wurde,&amp;lt;ref&amp;gt;Attributives [[Ptz.]] pf. Pass.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Macht, und den Reichtum, {und} Weisheit, {und} Kraft, {und} Ehre, {und} Herrlichkeit und Lob zu empfangen!“{{par|Offenbarung|4|11}}&lt;br /&gt;
{{S|13}}Und die ganze Schöpfung, {die} im Himmel, {und} auf der Erde und unter der Erde und im (auf dem) Meer und alles, was in ihnen ist, hörte ich rufen (sagen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rufen&#039;&#039; Prädikatives Partizip (AcP). Auch möglich: „...hörte, wie sie riefen“&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
„Dem, der auf dem Thron sitzt und dem Lamm (Schaf) [gebührt] das Lob und die Ehre, {und} die Herrlichkeit und die Herrschaft bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“&amp;lt;/ref&amp;gt;!“&lt;br /&gt;
{{S|14}}Und die vier Lebewesen riefen (antworteten, sagten): „Amen!“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Amen&#039;&#039; Beteuerungsformel, sinngemäß etwa „So ist es!“ (vgl. LN 72.6). In deutschen Übersetzungen bei Aussprüchen Jesu gelegentlich „Wahrlich!“&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Ältesten fielen nieder und beteten an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Offenbarung_1&amp;diff=16775</id>
		<title>Diskussion:Offenbarung 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Offenbarung_1&amp;diff=16775"/>
		<updated>2014-06-28T13:08:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = Ben&lt;br /&gt;
|Alternativen = wohl ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = soweit gefunden, wohl ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = Mit einigen Lücken, wo in den Fußnoten Text fehlt (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = &lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = müsste (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = &lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = 1: Grant Osborne, Revelation (BECNT), 1992; 1-2: Gregory Beale, Revelation (NIGTC), 1999 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = &lt;br /&gt;
|Endkorrektur = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier dürfen Vorschläge, Rückfragen und andere Diskussionsbeiträge folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu V.19. Sollte es nicht genauer heißen: &amp;quot;die du gesehen hast&amp;quot;?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_1&amp;diff=16774</id>
		<title>Offenbarung 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_1&amp;diff=16774"/>
		<updated>2014-06-28T12:44:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Eine (die) Offenbarung Jesu Christi&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Offenbarung Jesu Christi&#039;&#039; Dem Kontext nach ein subjektiver Genitiv auctoris („Offenbarung durch Jesus Christus“), nicht ein objektiver („Offenbarung über Jesus Christus“)(Osborne 2002, 52). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Offenbarung&#039;&#039; bezeichnet hier die Enthüllung von Unbekanntem, nämlich der unmittelbar bevorstehenden Zukunft (&#039;&#039;was in Kürze geschehen muss&#039;&#039;; ebd. 52f.). Dabei nimmt Johannes sprachliche und strukturelle Anleihen an [[Daniel_2#28|Dan 2,28-30]] sowie [[Daniel_2#45|2,45-47]], wobei er den von Daniel erwarteten Zeitpunkt der Erfüllung der Prophetie ἐπʼ ἐσχάτων τῶν ἡμερῶν „in den letzten Tagen“ durch ἐν τάχει &#039;&#039;in Kürze&#039;&#039; ersetzt (Beale 1999, 181f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;, die ihm Gott gegeben hat, [um] seinen Sklaven (Knechten, Dienern) das (die [Dinge], die) zu zeigen, was in Kürze (sehr bald) geschehen muss, und [die (was)] er erklärt (gezeigt) hat, indem er sie durch seinen Engel seinem Sklaven (Knecht, Diener) Johannes gesandt hat,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ... gesandt hat&#039;&#039; Adverbiales Ptz. Aor., als modaler Nebensatz aufgelöst. Möglich wäre auch modal „erklärt und ... gesandt hat“ oder finaler „erklärt und dazu ... gesandt hat“.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Daniel|2|28|30}}{{par|Daniel|2|45}}&lt;br /&gt;
{{S|2}} der Gottes Aussage (Wort) und das Zeugnis (Martyrium) Jesu Christi bezeugt hat – [alles], was er gesehen hat.{{par|Daniel|2|28|30}}{{1_Johannes|1|1|2}} &lt;br /&gt;
{{S|3}} Wie glücklich [sind] derjenige, der die Worte dieser Prophetie verliest (vorliest), sowie (und) diejenigen, die sie hören und das darin (in ihr) Geschriebene beachten (befolgen, einhalten), denn der Zeitpunkt (die Zeit) [ist] nahe. &lt;br /&gt;
{{S|4}} Johannes an die sieben Gemeinden in Asien: [Ich wünsche euch] Gnade und Frieden von Der Ist und Der War und Der Kommen Wird, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron [sind], &lt;br /&gt;
{{S|5}} und von Jesus Christus, der treue Zeuge,&amp;lt;ref&amp;gt;[Fußnote: Schiefe Grammatik erklären.] &amp;lt;/ref&amp;gt; der Erstgeborene (Erste) der Toten und der Herrscher [über] die Könige&amp;lt;ref&amp;gt;Objektiver Genitiv.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Erde. &lt;br /&gt;
Dem, der uns liebt, und uns von unseren Sünden erlöst hat mit (durch; in) seinem Blut – &lt;br /&gt;
{{S|6}} und er hat uns [zu] einem Königreich gemacht, [zu] Priestern [vor] Gott,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gott, seinem Vater&#039;&#039; Epexegetisches καὶ, sinngemäß also nicht „Gott und seinem Vater“, sondern „Gott, d.h. seinem Vater“. Die Auflösung als epexegetischer Einschub kommt dem sehr nahe. &amp;lt;/ref&amp;gt; seinem Vater – ihm [gebührt] die Herrlichkeit und die Herrschaft bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“&amp;lt;/ref&amp;gt;, amen. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Schau, er kommt mit den Wolken,{{par|Daniel|7|13}}{{par|Matthäus|24|30}}{{par|Matthäus|26|64}}{{par|Markus|14|62}}{{par|Lukas|21|27}}{{par|Offenbarung|14|14}} und es wird ihn jedes Auge sehen, auch (und) diejenigen, die ihn durchbohrt haben,{{par|Sacharja|12|10}}{{par|Johannes|19|37}} und es werden alle Völker (Stämme) der Erde ihn beklagen.{{par|Sacharja|12|10|14}}{{par|Genesis|28|14}} Ja, amen.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Ich bin das Alpha und das Omega, sagt JHWH (Herr)&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. κύριος &#039;&#039;Herr&#039;&#039; wird hier völlig untypisch ohne Artikel gebraucht und verweist damit vermutlich auf den atl. Gottesnamen JHWH, der im Griechischen gewöhnlich mit „Herr“ übersetzt wurde. &amp;lt;/ref&amp;gt;, der Gott, Der Ist (Seiende) und Der War (Gewesene) und Der Kommen Wird (Kommende),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der Ist (Seiende) und Der War (Gewesene) und Der Kommen Wird (Kommende)&#039;&#039; Substantivierte [[Partizip|Partizipien]], je als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; der Allmächtige (Zebaot).{{par|Offenbarung|4|8}} &lt;br /&gt;
{{S|9}} Ich, Johannes, euer Bruder und Teilhaber am Leiden (Not, Schwierigkeiten, Trübsal) und der Königsherrschaft (Reich, Königreich) und Ausdauer (Geduld, Ausharren) in Jesus, befand mich auf der Insel, die Patmos genannt wird,&amp;lt;ref&amp;gt;Attributives [[Partizip|Ptz.]] Präs. Pass., als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; wegen (aufgrund) des Wortes Gottes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wort Gottes&#039;&#039; Könnte ein [[Die griechischen Kasus#Genitiv|Genitivus]] auctoris („Wort von Gott“) oder ein Genitivus epexegeticus („Wort über Gott“) sein. An dieser Stelle lässt die Übersetzung das offen. &amp;lt;/ref&amp;gt; und des Zeugnisses (der Bezeugung) Jesu.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes macht an dieser Stelle nicht klar, ob er sich in Gottes Auftrag nach Patmos begeben hat, oder ob er wegen seiner Predigttätigkeit dorthin verbannt wurde, wie es die frühkirchliche Tradition überliefert. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Ich befand mich im Geist am Tag des Herrn&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tag des Herrn&#039;&#039; Das ist der Sonntag. Gr. κυριακῇ ἡμέρᾳ, etwa „der zum Herrn gehörige Tag“. &amp;lt;/ref&amp;gt; und ich hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Trompete (laute Stimme wie eine Trompete)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Laut wie eine Trompete/laute Stimme wie eine Trompete&#039;&#039; Im zweiten Fall wäre gemeint, dass die Stimme wie eine Trompete klingt. Dass die Stimme so laut ist wie eine Trompete, scheint da näher zu liegen. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|11}} die sprach (rief, sagte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die sprach&#039;&#039; [[Partizip|Adverbiales Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende den sieben Gemeinden, nach Ephesus, {und} nach Smyrna, {und} nach Pergamon, {und} nach Thyatira, {und} nach Sardis, {und} nach Philadelphia und nach Laodizäa!“&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und ich wandte (drehte) mich um, [um] die Stimme zu sehen, die mit mir sprach, und als (indem) ich mich umwandte (umdrehte),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (indem) ich mich umwandte&#039;&#039; Temporal oder modal aufzulösendes [[Partizip|Ptz. coni.]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; sah ich sieben goldene Lampenständer (Leuchter), &lt;br /&gt;
{{S|13}} und in der Mitte der Lampenständer (Leuchter) einen ähnlich [den] Sohn eines Menschen (Menschensohn)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sohn eines Menschen (Menschensohn)&#039;&#039; Es handelt sich entweder um einen Bezug [Rest der Fußnote zu ergänzen!]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[den]&#039;&#039; Im Griechischen würde man hier wie im Deutschen den Dativ erwarten – doch Johannes benutzt den Akkusativ. Will er durch den grammatischen Fehler bewusst auf das Buch Daniel zurückverweisen wie schon in Vv. 4-5 (so Beale 1999, 210)? Die Übersetzung versucht, diese Merkwürdigkeit zu erhalten. &amp;lt;/ref&amp;gt;. Er trug (der trug; war gekleidet in) einen langen Mantel und hatte einen goldenen Gürtel um seine Brust geschnallt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er trug/der trug&#039;&#039; und &#039;&#039;hatte geschnallt&#039;&#039; Adverbiale [[Partizip|Ptzn.]] Pf. Pass., je modal als unabhängiger Hauptsatz (Klammer: Relativsatz) aufgelöst. Etwas mechanischer formuliert: „war gekleidet [in] … war gegürtet [mit]“.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;um seine Brust geschnallt&#039;&#039; Der Gürtel war ein breiter Tuchgürtel, in dessen Falten kleine Gegenstände und Geld aufbewahrt werden konnten, und der den gesamten Bauch bis hoch zur Brust bedecken konnte (LN 6.178). Während Arbeiter den Gürtel um die Hüfte tragen mussten, um ihre Tunica einzustecken, trugen Würdenträger ihn über die Brust (Osborne 2002, 89). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Daniel|10|5}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} Sein Kopf und seine Haare {aber} [waren] weiß wie weiße Wolle, wie Schnee,{{par|Daniel|7|9}} und seine Augen [sahen aus (waren)] wie eine Feuerflamme&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Feuerflamme&#039;&#039; Gr. „Flamme [aus] Feuer“ (der [[Die griechischen Kasus#Genitiv|Genitiv]] beschreibt eine Eigenschaft). Im Deutschen empfindet man die Information, dass es sich um eine Flamme „aus Feuer“ handelt, als überflüssig, hier scheint es jedoch zum Sprachgebrauch zu gehören. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|15}} und seine Füße [waren] polierter Bronze ähnlich, wie im Ofen gebrannt,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie im Ofen gebrannt&#039;&#039; Worauf sich diese Näherbeschreibung bezieht, ist unklar. Das Partizip steht nämlich im Genitiv und hat damit kein direktes Bezugswort. Dass der Text scheinbar Flexionsfehler enthält, ist ein typisches Merkmal der Offenbarung. Einige davon, wie in V. 4, lassen sich gut als Anspielungen auf das AT erklären. Hier fällt das schwerer. Denkbar ist höchstens, dass es sich um einen [[Partizip|Gen. abs.]] handelt. Beschrieben würde dann die Bronze (so Thomas nach Beale 1999, 210). &amp;lt;/ref&amp;gt; und seine Stimme [klang] wie das Geräusch (die Stimme) vieler Gewässer, &lt;br /&gt;
{{S|16}} und er hielt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hielt&#039;&#039; und &#039;&#039;kam heraus&#039;&#039; Prädikative Partizipien (oder evtl. modale adverbiale Ptz.), als Indikative übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt; in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein zweischneidiges, scharfes Schwert heraus, und sein Gesicht scheint wie die Sonne in ihrer Kraft. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und als ich ihn sah, fiel ich vor (auf) seine Füße wie tot – und er legte seine Rechte auf mich und sagte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagte&#039;&#039; Mit „und“-Kombination aufgelöstes, modales [[Partizip|Ptc. coni.]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte, &lt;br /&gt;
{{S|18}} und der Lebende – und ich wurde tot und schau, ich bin lebendig bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“.&amp;lt;/ref&amp;gt; - und ich habe die Schlüssel [zu] Tod und Hades&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schlüssel [zu] Tod und Hades&#039;&#039; [[Die griechischen Kasus#Genitiv|Genitivus obiectivus]], w. „Schlüssel des Todes und des Hades“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|19}} Schreibe also (nun) die Dinge auf, die du siehst: d.h. (und) die sind und die danach stattfinden (geschehen) werden. &lt;br /&gt;
{{S|20}} Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in (über) meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Lampenständer (Leuchter): Die sieben Sterne sind Engel (Boten) der sieben Gemeinden, und die sieben Lampenständer (Leuchter) sind die sieben Gemeinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_1&amp;diff=16773</id>
		<title>Offenbarung 1</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Offenbarung_1&amp;diff=16773"/>
		<updated>2014-06-28T12:41:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Eine (die) Offenbarung Jesu Christi&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Offenbarung Jesu Christi&#039;&#039; Dem Kontext nach ein subjektiver Genitiv auctoris („Offenbarung durch Jesus Christus“), nicht ein objektiver („Offenbarung über Jesus Christus“)(Osborne 2002, 52). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Offenbarung&#039;&#039; bezeichnet hier die Enthüllung von Unbekanntem, nämlich der unmittelbar bevorstehenden Zukunft (&#039;&#039;was in Kürze geschehen muss&#039;&#039;; ebd. 52f.). Dabei nimmt Johannes sprachliche und strukturelle Anleihen an [[Daniel_2#28|Dan 2,28-30]] sowie [[Daniel_2#45|2,45-47]], wobei er den von Daniel erwarteten Zeitpunkt der Erfüllung der Prophetie ἐπʼ ἐσχάτων τῶν ἡμερῶν „in den letzten Tagen“ durch ἐν τάχει &#039;&#039;in Kürze&#039;&#039; ersetzt (Beale 1999, 181f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;, die ihm Gott gegeben hat, [um] seinen Sklaven (Knechten, Dienern) das (die [Dinge], die) zu zeigen, was in Kürze (sehr bald) geschehen muss, und [die (was)] er erklärt (gezeigt) hat, indem er sie durch seinen Engel seinem Sklaven (Knecht, Diener) Johannes gesandt hat,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ... gesandt hat&#039;&#039; Adverbiales Ptz. Aor., als modaler Nebensatz aufgelöst. Möglich wäre auch modal „erklärt und ... gesandt hat“ oder finaler „erklärt und dazu ... gesandt hat“.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Daniel|2|28|30}}{{par|Daniel|2|45}}&lt;br /&gt;
{{S|2}} der Gottes Aussage (Wort) und das Zeugnis (Martyrium) Jesu Christi bezeugt hat – [alles], was er gesehen hat.{{par|Daniel|2|28|30}}{{1_Johannes|1|1|2}} &lt;br /&gt;
{{S|3}} Wie glücklich [sind] derjenige, der die Worte dieser Prophetie verliest (vorliest), sowie (und) diejenigen, die sie hören und das darin (in ihr) Geschriebene beachten (befolgen, einhalten), denn der Zeitpunkt (die Zeit) [ist] nahe. &lt;br /&gt;
{{S|4}} Johannes an die sieben Gemeinden in Asien: [Ich wünsche euch] Gnade und Frieden von Der Ist und Der War und Der Kommen Wird, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron [sind], &lt;br /&gt;
{{S|5}} und von Jesus Christus, der treue Zeuge,&amp;lt;ref&amp;gt;[Fußnote: Schiefe Grammatik erklären.] &amp;lt;/ref&amp;gt; der Erstgeborene (Erste) der Toten und der Herrscher [über] alle Könige&amp;lt;ref&amp;gt;Objektiver Genitiv.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Erde. &lt;br /&gt;
Dem, der uns liebt, und uns von unseren Sünden erlöst hat mit (durch; in) seinem Blut – &lt;br /&gt;
{{S|6}} und er hat uns [zu] einem Königreich gemacht, [zu] Priestern [vor] Gott,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gott, seinem Vater&#039;&#039; Epexegetisches καὶ, sinngemäß also nicht „Gott und seinem Vater“, sondern „Gott, d.h. seinem Vater“. Die Auflösung als epexegetischer Einschub kommt dem sehr nahe. &amp;lt;/ref&amp;gt; seinem Vater – ihm [gebührt] die Herrlichkeit und die Herrschaft bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“&amp;lt;/ref&amp;gt;, amen. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Schau, er kommt mit den Wolken,{{par|Daniel|7|13}}{{par|Matthäus|24|30}}{{par|Matthäus|26|64}}{{par|Markus|14|62}}{{par|Lukas|21|27}}{{par|Offenbarung|14|14}} und es wird ihn jedes Auge sehen, auch (und) diejenigen, die ihn durchbohrt haben,{{par|Sacharja|12|10}}{{par|Johannes|19|37}} und es werden alle Völker (Stämme) der Erde ihn beklagen.{{par|Sacharja|12|10|14}}{{par|Genesis|28|14}} Ja, amen.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Ich bin das Alpha und das Omega, sagt JHWH (Herr)&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. κύριος &#039;&#039;Herr&#039;&#039; wird hier völlig untypisch ohne Artikel gebraucht und verweist damit vermutlich auf den atl. Gottesnamen JHWH, der im Griechischen gewöhnlich mit „Herr“ übersetzt wurde. &amp;lt;/ref&amp;gt;, der Gott, Der Ist (Seiende) und Der War (Gewesene) und Der Kommen Wird (Kommende),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der Ist (Seiende) und Der War (Gewesene) und Der Kommen Wird (Kommende)&#039;&#039; Substantivierte [[Partizip|Partizipien]], je als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; der Allmächtige (Zebaot).{{par|Offenbarung|4|8}} &lt;br /&gt;
{{S|9}} Ich, Johannes, euer Bruder und Teilhaber am Leiden (Not, Schwierigkeiten, Trübsal) und der Königsherrschaft (Reich, Königreich) und Ausdauer (Geduld, Ausharren) in Jesus, befand mich auf der Insel, die Patmos genannt wird,&amp;lt;ref&amp;gt;Attributives [[Partizip|Ptz.]] Präs. Pass., als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; wegen (aufgrund) des Wortes Gottes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wort Gottes&#039;&#039; Könnte ein [[Die griechischen Kasus#Genitiv|Genitivus]] auctoris („Wort von Gott“) oder ein Genitivus epexegeticus („Wort über Gott“) sein. An dieser Stelle lässt die Übersetzung das offen. &amp;lt;/ref&amp;gt; und des Zeugnisses (der Bezeugung) Jesu.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes macht an dieser Stelle nicht klar, ob er sich in Gottes Auftrag nach Patmos begeben hat, oder ob er wegen seiner Predigttätigkeit dorthin verbannt wurde, wie es die frühkirchliche Tradition überliefert. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Ich befand mich im Geist am Tag des Herrn&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tag des Herrn&#039;&#039; Das ist der Sonntag. Gr. κυριακῇ ἡμέρᾳ, etwa „der zum Herrn gehörige Tag“. &amp;lt;/ref&amp;gt; und ich hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Trompete (laute Stimme wie eine Trompete)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Laut wie eine Trompete/laute Stimme wie eine Trompete&#039;&#039; Im zweiten Fall wäre gemeint, dass die Stimme wie eine Trompete klingt. Dass die Stimme so laut ist wie eine Trompete, scheint da näher zu liegen. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|11}} die sprach (rief, sagte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die sprach&#039;&#039; [[Partizip|Adverbiales Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende den sieben Gemeinden, nach Ephesus, {und} nach Smyrna, {und} nach Pergamon, {und} nach Thyatira, {und} nach Sardis, {und} nach Philadelphia und nach Laodizäa!“&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und ich wandte (drehte) mich um, [um] die Stimme zu sehen, die mit mir sprach, und als (indem) ich mich umwandte (umdrehte),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (indem) ich mich umwandte&#039;&#039; Temporal oder modal aufzulösendes [[Partizip|Ptz. coni.]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; sah ich sieben goldene Lampenständer (Leuchter), &lt;br /&gt;
{{S|13}} und in der Mitte der Lampenständer (Leuchter) einen ähnlich [den] Sohn eines Menschen (Menschensohn)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sohn eines Menschen (Menschensohn)&#039;&#039; Es handelt sich entweder um einen Bezug [Rest der Fußnote zu ergänzen!]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[den]&#039;&#039; Im Griechischen würde man hier wie im Deutschen den Dativ erwarten – doch Johannes benutzt den Akkusativ. Will er durch den grammatischen Fehler bewusst auf das Buch Daniel zurückverweisen wie schon in Vv. 4-5 (so Beale 1999, 210)? Die Übersetzung versucht, diese Merkwürdigkeit zu erhalten. &amp;lt;/ref&amp;gt;. Er trug (der trug; war gekleidet in) einen langen Mantel und hatte einen goldenen Gürtel um seine Brust geschnallt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er trug/der trug&#039;&#039; und &#039;&#039;hatte geschnallt&#039;&#039; Adverbiale [[Partizip|Ptzn.]] Pf. Pass., je modal als unabhängiger Hauptsatz (Klammer: Relativsatz) aufgelöst. Etwas mechanischer formuliert: „war gekleidet [in] … war gegürtet [mit]“.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;um seine Brust geschnallt&#039;&#039; Der Gürtel war ein breiter Tuchgürtel, in dessen Falten kleine Gegenstände und Geld aufbewahrt werden konnten, und der den gesamten Bauch bis hoch zur Brust bedecken konnte (LN 6.178). Während Arbeiter den Gürtel um die Hüfte tragen mussten, um ihre Tunica einzustecken, trugen Würdenträger ihn über die Brust (Osborne 2002, 89). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Daniel|10|5}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} Sein Kopf und seine Haare {aber} [waren] weiß wie weiße Wolle, wie Schnee,{{par|Daniel|7|9}} und seine Augen [sahen aus (waren)] wie eine Feuerflamme&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Feuerflamme&#039;&#039; Gr. „Flamme [aus] Feuer“ (der [[Die griechischen Kasus#Genitiv|Genitiv]] beschreibt eine Eigenschaft). Im Deutschen empfindet man die Information, dass es sich um eine Flamme „aus Feuer“ handelt, als überflüssig, hier scheint es jedoch zum Sprachgebrauch zu gehören. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|15}} und seine Füße [waren] polierter Bronze ähnlich, wie im Ofen gebrannt,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie im Ofen gebrannt&#039;&#039; Worauf sich diese Näherbeschreibung bezieht, ist unklar. Das Partizip steht nämlich im Genitiv und hat damit kein direktes Bezugswort. Dass der Text scheinbar Flexionsfehler enthält, ist ein typisches Merkmal der Offenbarung. Einige davon, wie in V. 4, lassen sich gut als Anspielungen auf das AT erklären. Hier fällt das schwerer. Denkbar ist höchstens, dass es sich um einen [[Partizip|Gen. abs.]] handelt. Beschrieben würde dann die Bronze (so Thomas nach Beale 1999, 210). &amp;lt;/ref&amp;gt; und seine Stimme [klang] wie das Geräusch (die Stimme) vieler Gewässer, &lt;br /&gt;
{{S|16}} und er hielt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hielt&#039;&#039; und &#039;&#039;kam heraus&#039;&#039; Prädikative Partizipien (oder evtl. modale adverbiale Ptz.), als Indikative übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt; in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein zweischneidiges, scharfes Schwert heraus, und sein Gesicht scheint wie die Sonne in ihrer Kraft. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und als ich ihn sah, fiel ich vor (auf) seine Füße wie tot – und er legte seine Rechte auf mich und sagte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagte&#039;&#039; Mit „und“-Kombination aufgelöstes, modales [[Partizip|Ptc. coni.]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte, &lt;br /&gt;
{{S|18}} und der Lebende – und ich wurde tot und schau, ich bin lebendig bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“.&amp;lt;/ref&amp;gt; - und ich habe die Schlüssel [zu] Tod und Hades&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schlüssel [zu] Tod und Hades&#039;&#039; [[Die griechischen Kasus#Genitiv|Genitivus obiectivus]], w. „Schlüssel des Todes und des Hades“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|19}} Schreibe also (nun) die Dinge auf, die du siehst: d.h. (und) die sind und die danach stattfinden (geschehen) werden. &lt;br /&gt;
{{S|20}} Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in (über) meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Lampenständer (Leuchter): Die sieben Sterne sind Engel (Boten) der sieben Gemeinden, und die sieben Lampenständer (Leuchter) sind die sieben Gemeinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
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		<updated>2014-06-28T12:22:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung liegt in Rohübersetzung vor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}} &#039;&#039;(kommt später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Eine (die) Offenbarung Jesu Christi&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Offenbarung Jesu Christi&#039;&#039; Dem Kontext nach ein subjektiver Genitiv auctoris („Offenbarung durch Jesus Christus“), nicht ein objektiver („Offenbarung über Jesus Christus“)(Osborne 2002, 52). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Offenbarung&#039;&#039; bezeichnet hier die Enthüllung von Unbekanntem, nämlich der unmittelbar bevorstehenden Zukunft (&#039;&#039;was in Kürze geschehen muss&#039;&#039;; ebd. 52f.). Dabei nimmt Johannes sprachliche und strukturelle Anleihen an [[Daniel_2#28|Dan 2,28-30]] sowie [[Daniel_2#45|2,45-47]], wobei er den von Daniel erwarteten Zeitpunkt der Erfüllung der Prophetie ἐπʼ ἐσχάτων τῶν ἡμερῶν „in den letzten Tagen“ durch ἐν τάχει &#039;&#039;in Kürze&#039;&#039; ersetzt (Beale 1999, 181f.). &amp;lt;/ref&amp;gt;, die ihm Gott gegeben hat, [um] seinen Sklaven (Knechten, Dienern) das (die [Dinge], die) zu zeigen, was in Kürze (sehr bald) geschehen muss, und [die (was)] er erklärt (gezeigt) hat, indem er sie durch seinen Engel seinem Sklaven (Knecht, Diener) Johannes gesandt hat,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;indem er ... gesandt hat&#039;&#039; Adverbiales Ptz. Aor., als modaler Nebensatz aufgelöst. Möglich wäre auch modal „erklärt und ... gesandt hat“ oder finaler „erklärt und dazu ... gesandt hat“.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Daniel|2|28|30}}{{par|Daniel|2|45}}&lt;br /&gt;
{{S|2}} der Gottes Aussage (Wort) und das Zeugnis (Martyrium) Jesu Christi bezeugt hat – [alles], was er gesehen hat.{{par|Daniel|2|28|30}}{{1_Johannes|1|1|2}} &lt;br /&gt;
{{S|3}} Wie glücklich [sind] derjenige, der die Worte dieser Prophetie verliest (vorliest), sowie (und) diejenigen, die sie hören und das darin (in ihr) Geschriebene beachten (befolgen, einhalten), denn der Zeitpunkt (die Zeit) ist nahe. &lt;br /&gt;
{{S|4}} Johannes an die sieben Gemeinden in Asien: [Ich wünsche euch] Gnade und Frieden von Der Ist und Der War und Der Kommen Wird, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron [sind], &lt;br /&gt;
{{S|5}} und von Jesus Christus, der treue Zeuge,&amp;lt;ref&amp;gt;[Fußnote: Schiefe Grammatik erklären.] &amp;lt;/ref&amp;gt; der Erstgeborene (Erste) der Toten und der Herrscher [über] alle Könige&amp;lt;ref&amp;gt;Objektiver Genitiv.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Erde. &lt;br /&gt;
Dem, der uns liebt, und uns von unseren Sünden erlöst hat mit (durch; in) seinem Blut – &lt;br /&gt;
{{S|6}} und er hat uns [zu] einem Königreich gemacht, [zu] Priestern [vor] Gott,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gott, seinem Vater&#039;&#039; Epexegetisches καὶ, sinngemäß also nicht „Gott und seinem Vater“, sondern „Gott, d.h. seinem Vater“. Die Auflösung als epexegetischer Einschub kommt dem sehr nahe. &amp;lt;/ref&amp;gt; seinem Vater – ihm [gebührt] die Herrlichkeit und die Herrschaft bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“&amp;lt;/ref&amp;gt;, amen. &lt;br /&gt;
{{S|7}} Schau, er kommt mit den Wolken,{{par|Daniel|7|13}}{{par|Matthäus|24|30}}{{par|Matthäus|26|64}}{{par|Markus|14|62}}{{par|Lukas|21|27}}{{par|Offenbarung|14|14}} und es wird ihn jedes Auge sehen, auch (und) diejenigen, die ihn durchbohrt haben,{{par|Sacharja|12|10}}{{par|Johannes|19|37}} und es werden alle Völker (Stämme) der Erde ihn beklagen.{{par|Sacharja|12|10|14}}{{par|Genesis|28|14}} Ja, amen.&lt;br /&gt;
{{S|8}} Ich bin das Alpha und das Omega, sagt JHWH (Herr)&amp;lt;ref&amp;gt;Gr. κύριος &#039;&#039;Herr&#039;&#039; wird hier völlig untypisch ohne Artikel gebraucht und verweist damit vermutlich auf den atl. Gottesnamen JHWH, der im Griechischen gewöhnlich mit „Herr“ übersetzt wurde. &amp;lt;/ref&amp;gt;, der Gott, Der Ist (Seiende) und Der War (Gewesene) und Der Kommen Wird (Kommende),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der Ist (Seiende) und Der War (Gewesene) und Der Kommen Wird (Kommende)&#039;&#039; Substantivierte [[Partizip|Partizipien]], je als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; der Allmächtige (Zebaot).{{par|Offenbarung|4|8}} &lt;br /&gt;
{{S|9}} Ich, Johannes, euer Bruder und Teilhaber am Leiden (Not, Schwierigkeiten, Trübsal) und der Königsherrschaft (Reich, Königreich) und Ausdauer (Geduld, Ausharren) in Jesus, befand mich auf der Insel, die Patmos genannt wird,&amp;lt;ref&amp;gt;Attributives [[Partizip|Ptz.]] Präs. Pass., als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt; wegen (aufgrund) des Wortes Gottes&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wort Gottes&#039;&#039; Könnte ein [[Die griechischen Kasus#Genitiv|Genitivus]] auctoris („Wort von Gott“) oder ein Genitivus epexegeticus („Wort über Gott“) sein. An dieser Stelle lässt die Übersetzung das offen. &amp;lt;/ref&amp;gt; und des Zeugnisses (der Bezeugung) Jesu.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes macht an dieser Stelle nicht klar, ob er sich in Gottes Auftrag nach Patmos begeben hat, oder ob er wegen seiner Predigttätigkeit dorthin verbannt wurde, wie es die frühkirchliche Tradition überliefert. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|10}} Ich befand mich im Geist am Tag des Herrn&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tag des Herrn&#039;&#039; Das ist der Sonntag. Gr. κυριακῇ ἡμέρᾳ, etwa „der zum Herrn gehörige Tag“. &amp;lt;/ref&amp;gt; und ich hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Trompete (laute Stimme wie eine Trompete)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Laut wie eine Trompete/laute Stimme wie eine Trompete&#039;&#039; Im zweiten Fall wäre gemeint, dass die Stimme wie eine Trompete klingt. Dass die Stimme so laut ist wie eine Trompete, scheint da näher zu liegen. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|11}} die sprach (rief, sagte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die sprach&#039;&#039; [[Partizip|Adverbiales Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende den sieben Gemeinden, nach Ephesus, {und} nach Smyrna, {und} nach Pergamon, {und} nach Thyatira, {und} nach Sardis, {und} nach Philadelphia und nach Laodizäa!“&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und ich wandte (drehte) mich um, [um] die Stimme zu sehen, die mit mir sprach, und als (indem) ich mich umwandte (umdrehte),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;als (indem) ich mich umwandte&#039;&#039; Temporal oder modal aufzulösendes [[Partizip|Ptz. coni.]]. &amp;lt;/ref&amp;gt; sah ich sieben goldene Lampenständer (Leuchter), &lt;br /&gt;
{{S|13}} und in der Mitte der Lampenständer (Leuchter) einen ähnlich [den] Sohn eines Menschen (Menschensohn)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sohn eines Menschen (Menschensohn)&#039;&#039; Es handelt sich entweder um einen Bezug [Rest der Fußnote zu ergänzen!]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[den]&#039;&#039; Im Griechischen würde man hier wie im Deutschen den Dativ erwarten – doch Johannes benutzt den Akkusativ. Will er durch den grammatischen Fehler bewusst auf das Buch Daniel zurückverweisen wie schon in Vv. 4-5 (so Beale 1999, 210)? Die Übersetzung versucht, diese Merkwürdigkeit zu erhalten. &amp;lt;/ref&amp;gt;. Er trug (der trug; war gekleidet in) einen langen Mantel und hatte einen goldenen Gürtel um seine Brust geschnallt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Er trug/der trug&#039;&#039; und &#039;&#039;hatte geschnallt&#039;&#039; Adverbiale [[Partizip|Ptzn.]] Pf. Pass., je modal als unabhängiger Hauptsatz (Klammer: Relativsatz) aufgelöst. Etwas mechanischer formuliert: „war gekleidet [in] … war gegürtet [mit]“.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;um seine Brust geschnallt&#039;&#039; Der Gürtel war ein breiter Tuchgürtel, in dessen Falten kleine Gegenstände und Geld aufbewahrt werden konnten, und der den gesamten Bauch bis hoch zur Brust bedecken konnte (LN 6.178). Während Arbeiter den Gürtel um die Hüfte tragen mussten, um ihre Tunica einzustecken, trugen Würdenträger ihn über die Brust (Osborne 2002, 89). &amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Daniel|10|5}}&lt;br /&gt;
{{S|14}} Sein Kopf und seine Haare {aber} [waren] weiß wie weiße Wolle, wie Schnee,{{par|Daniel|7|9}} und seine Augen [sahen aus (waren)] wie eine Feuerflamme&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Feuerflamme&#039;&#039; Gr. „Flamme [aus] Feuer“ (der [[Die griechischen Kasus#Genitiv|Genitiv]] beschreibt eine Eigenschaft). Im Deutschen empfindet man die Information, dass es sich um eine Flamme „aus Feuer“ handelt, als überflüssig, hier scheint es jedoch zum Sprachgebrauch zu gehören. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
{{S|15}} und seine Füße [waren] polierter Bronze ähnlich, wie im Ofen gebrannt,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wie im Ofen gebrannt&#039;&#039; Worauf sich diese Näherbeschreibung bezieht, ist unklar. Das Partizip steht nämlich im Genitiv und hat damit kein direktes Bezugswort. Dass der Text scheinbar Flexionsfehler enthält, ist ein typisches Merkmal der Offenbarung. Einige davon, wie in V. 4, lassen sich gut als Anspielungen auf das AT erklären. Hier fällt das schwerer. Denkbar ist höchstens, dass es sich um einen [[Partizip|Gen. abs.]] handelt. Beschrieben würde dann die Bronze (so Thomas nach Beale 1999, 210). &amp;lt;/ref&amp;gt; und seine Stimme [klang] wie das Geräusch (die Stimme) vieler Gewässer, &lt;br /&gt;
{{S|16}} und er hielt&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;hielt&#039;&#039; und &#039;&#039;kam heraus&#039;&#039; Prädikative Partizipien (oder evtl. modale adverbiale Ptz.), als Indikative übersetzt. &amp;lt;/ref&amp;gt; in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein zweischneidiges, scharfes Schwert heraus, und sein Gesicht scheint wie die Sonne in ihrer Kraft. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und als ich ihn sah, fiel ich vor (auf) seine Füße wie tot – und er legte seine Rechte auf mich und sagte&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und sagte&#039;&#039; Mit „und“-Kombination aufgelöstes, modales [[Partizip|Ptc. coni.]]. &amp;lt;/ref&amp;gt;: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte, &lt;br /&gt;
{{S|18}} und der Lebende – und ich wurde tot und schau, ich bin lebendig bis in die Ewigkeiten (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter)&amp;lt;ref&amp;gt;Verschiedene deutsche Übersetzungen: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“.&amp;lt;/ref&amp;gt; - und ich habe die Schlüssel [zu] Tod und Hades&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schlüssel [zu] Tod und Hades&#039;&#039; [[Die griechischen Kasus#Genitiv|Genitivus obiectivus]], w. „Schlüssel des Todes und des Hades“&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|19}} Schreibe also (nun) die Dinge auf, die du siehst: d.h. (und) die sind und die danach stattfinden (geschehen) werden. &lt;br /&gt;
{{S|20}} Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in (über) meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Lampenständer (Leuchter): Die sieben Sterne sind Engel (Boten) der sieben Gemeinden, und die sieben Lampenständer (Leuchter) sind die sieben Gemeinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_8&amp;diff=16154</id>
		<title>Diskussion:Markus 8</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_8&amp;diff=16154"/>
		<updated>2014-05-22T06:28:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = 1-30, 38 (Thommy B), 31-37 (mmalzner). Abgrenzung: 1-9a(9 oder 10) (Speisung von 4000), (9b-10 Brücke), (10)11-14 (Jesus verweigert den Pharisäern ein Zeichen), 15-21 (Jesus warnt die Jünger vor einer kurzsichtigen, diesseitigen Perspektive), 22-26 (Die erste Blindenheilung), 27-33 (Jesus ist der Messias, der leiden und sterben muss), 34-9,1 (Jesus beschreibt den Preis und Lohn der Nachfolge)&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = Zum Stil s. die Anmerkungen zu Kap. 3. Das Griechisch ist gleichzeitig einfach und teils komplizierter formuliert, als man es für nötig halten würde. Teils rumpelige oder semitisch angehauchte Formulierungen bemerkt man immer wieder mal. Erklärungen zu den einzelnen Perikopen s.u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vv. 34-38 enthalten weisheitlich geprägte Sprichwörter nach atl. Vorbild, die das Bild von Selbstverleugnung und bedingungsloser Nachfolge aus V. 34 um weitere Dimensionen ergänzen. ([[Benutzer:Ben|Ben]])&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-38 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-38&amp;lt;/u&amp;gt;: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989 bzw. ab. V. 27: Craig A. Evans, Mark 8:27–16:20 (WBC), Dallas 2001.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Wo zitiert&amp;lt;/u&amp;gt;:&lt;br /&gt;
Craig Blomberg, Matthew (New American Commentary). Nashville: Broadman &amp;amp; Holman, 1992; &lt;br /&gt;
Robert Gundry, [http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC Mark: A Commentary on His Apology for the Cross], Chapters 1 - 8. Wm. B. Eerdmans Publishing, &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;2000;&lt;br /&gt;
Earl J. Johnson, Mark VIII. 22–26: The Blind Man from Bethsaida, in: New Testament Studies 25/3 1979, 370–383;&lt;br /&gt;
Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976;&lt;br /&gt;
Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-38: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-38: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Mk 8 ist jetzt fertig. Wie bei den vorigen Kapiteln gebe ich eine Woche Zeit für Rückfragen, bevor ich den Status der Studienfassung hochsetze. Nach einem erneuten Review in zwei Monaten würde ich den Status dann auf &amp;quot;fertig&amp;quot; setzen, sofern keine neuen Fragen aufkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erklärung zum letzten Abschnitt erfolgt, wenn ich 9,1 eingestellt habe. (Wahrscheinlich werde ich das alles irgendwann in den Kommentar verschieben.) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 18:28, 8. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochgesetzt! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:45, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Spätere Entscheidungen/Ergänzungen==&lt;br /&gt;
* Eine Fußnote zu Betsaida (V. 22), eine zu Cäsarea Philippi (V. 27)&lt;br /&gt;
* Erweiterung der Fußnote bei &amp;quot;Messias&amp;quot; in V. 29. Dabei erklärungen zu &amp;quot;der Gesalbte&amp;quot;, weitere AT-Hintegründe und evtl. ein Vergleich der Erwartungen mit Jesu Auftreten. Ein Link auf einen geeigneten [[Messias|Lexikonartikel]] könnte sich als hilfreich erweisen.&lt;br /&gt;
* V. 24: Wie ist περιπατοῦντας, ἀνθρώπους, δένδρα zu übersetzen?&amp;lt;!-- Passend zur nun entstandenen Diskussion geändert. Das eigentlich gemeinte Thema war eh doppelt vorhanden (s. letzter Punkt) --&amp;gt;  --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:27, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: Bitte Fußnote ai überarbeiten, da inkorrekt. France lehnt die Übersetzung &amp;quot;wie umhergehende Bäume&amp;quot; ab, nicht &amp;quot;wie Bäume umhergehen&amp;quot;!! [[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
: Die Fußnote wendet sich gegen eine in deutschen Übersetzungen vorgefundene Formulierung als ([[AcP]]). Diese Formulierung würde das Partizip ebenso falsch verstehen wie die bei France abgelehnte Übersetzung &amp;quot;wie umhergehende Bäume&amp;quot; ([[attributives Partizip]]). Ich vermute, dass ich keine Übersetzung gefunden habe, die das Partizip attributiv übersetzt. Die Beobachtung bei France wendet sich jedenfalls auch gegen die zitierten deutschen Übersetzungen und ist daher gültig. Würdest du mir da zustimmen? :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Meine nächste Frage wäre aber: Stimmt das überhaupt? Wäre der Akk. Pl. nicht auch δένδρα? Dann wären alle Wörter kongruent. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:57, 20. Mai 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: δένδρα (Akk. Pl. n.) und περιπατοῦντας (Akk. Pl. m.) sind nie und nimmer kongruent (contra opentext.org). Aber das ist ja gar nicht die Frage, sondern auf was sich das &amp;quot;A&amp;quot; in &amp;quot;AcP&amp;quot; bezieht. δένδρα kann es nicht sein wegen fehlender Kongruenz, aber ἀνθρώπους bzw. ein dazu entsprechendes, gedachtes Personalpronomen schon. Ich denke, das ist, was die meisten (auch ich) hier übersetzen: &amp;quot;dass (sie) wie Bäume umhergehen&amp;quot;. Lässt man &amp;quot;wie Bäume&amp;quot; weg, bleibt immer noch der &amp;quot;reine&amp;quot; AcP: &amp;quot;dass (sie) umhergehen&amp;quot;. Ich habe mittlerweile so viele ausgelassene Personalpronomen (z.B. in Gen. Abs. Konstruktionen) gesehen, dass ich mir dabei vielleicht schon gar nichts mehr denke. Liege ich falsch? --[[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Das nennt mal wohl einen größeren Hirnaussetzer. -.- Natürlich ist der Fall richtig, aber das Genus nicht. (Zur richtigen Übersetzung beachte aber die Fußnote zu &amp;quot;{dass}&amp;quot; im selben Vers.) Es ist möglich, dass ich bei der Trennung des Partizips von der vergleichenden Phrase ein bisschen zu vorsichtig war. Das Problem mit deiner Lösung ist, dass man nicht wie ein Baum umhergehen kann. Der Vergleich wäre also absurd, und daher bevorzuge ich vorerst weiter die vorhandene Übersetzung. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 19:37, 20. Mai 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Etwas mehr &amp;quot;Herr der Ringe&amp;quot;, dann klappt&#039;s auch mit den Bäumen.. ;-) --[[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ich habe noch mal etwas über deine Bemerkung nachgedacht, dass &amp;quot;man nicht wie ein Baum umhergehen kann&amp;quot; und daher die Übersetzung nicht &amp;quot;dass (sie) wie Bäume umhergehen&amp;quot; lauten kann. Wir reden jedoch auch von &amp;quot;fliegenden Untertassen&amp;quot; und meinen damit nicht, dass Untertassen per se und für gewöhnlich fliegen, sondern dass sich etwas, das (entfernt) aussieht wie eine Untertasse, fliegend fortbewegt. Genauso verstehe ich auch die vorliegende Aussage: die Menschen sehen (entfernt) aus wie Bäume, mit Stamm und Ästen, und sie laufen hin und her. Gemeint ist aber nicht, dass Bäume per se und für gewöhnlich durch die Gegend laufen. --[[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Einige [[Imperfekt]]e, zu denen es noch mehr zu forschen gibt.&lt;br /&gt;
* Zudem &amp;quot;[[Menschensohn]]&amp;quot;, was aber nicht auf Kap. 8 beschränkt ist.&lt;br /&gt;
* V. 24-25: kann der Mann &#039;&#039;sehen&#039;&#039; oder &#039;&#039;wieder sehen&#039;&#039;? Bartimäus in Mk 10,51-52 kann nur &amp;quot;sehen&amp;quot;. Wie viel kann man aus &amp;quot;wiederhergestellt sein&amp;quot; (V. 25) ableiten? Geht es dabei um einen faktischen früheren Zustand - oder um einen Idealzustand, der vielleicht vorher nie geherrscht hatte? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:27, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hintergründe für Weiterübersetzer==&lt;br /&gt;
===Hintergrund zum zweiten Speisungswunder (1-9)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Geschichte ähnlich Joh 8,1-10 fast mehr als dem Speisungswunder aus Mk 6,35-44. Einige Ausleger glauben, dass diese Geschichte auf dieselbe Begebenheit zurückgeht.&#039;&#039;&#039; Zitat Guelich: „Nineham notes the similarities that point to a common story: (a) a deserted setting (6:35; 8:4), (b) the same question about available food (6:38; 8:35), (c) a command to recline (6:39; 8:6), (d) essentially the same words and sequence used for serving loaves (6:41; 8:6), (e) the same result (6:42; 8:8), (f) gathering of leftovers (6:43; 8:9), (g) a dismissal and boat journey (6:45; 8:10). In addition, many interpreters have pointed out the disciples’ surprising lack of understanding in 8:4 should they have previously fed an even larger crowd.“ (Guelich 1989, 401)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Doch es gibt auch Unterschiede zu dem vorigen Bericht&#039;&#039;&#039;, die über die überlieferten Zahlen hinausgehen. Diesmal ist Jesus aktiver, die Jünger passiv. Es fehlen AT-Anspielungen, die Schilderung von Jesu Bewirken des Wunders und die Anordnung der Essenden. In Markus&#039; Erzählung findet das Wunder zudem in einer von Juden wie Nichtjuden bewohnten, vielleicht ganz nichtjüdischen Gegend statt (Guelich 1989, 401-03; vgl. France 2002, 305-7). Das könnte der Hauptgrund dafür sein, dass Jesus überhaupt ein zweites solches Wunder erzählt (France 2002, 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
France glaubt nicht daran, dass Markus dieselbe Geschichte zweimal erzählt. Zu den Merkmalen mündlicher Überlieferung gehöre es, Zahlen beizubehalten, aber den Hintergrund anzupassen. Da wäre es seltsam, dass die Zahlen hier abgewandelt überliefert wurden und trotzdem so genau erhalten sind. Eine zweite Möglichkeit, dass Markus selbst dieselbe Geschichte einfach in zwei Varianten erzählt, passe weder zu Markus&#039; sonstigem Vorgehen noch zum Kontext (Jesus geht später nochmals auf beide ein). Darum sei es am wahrscheinlichsten, dass zwei getrennte Begebenheiten in der Tradition mit der Zeit recht ähnliche Form gewonnen hätten (France 2002, 305-7). Möglich, dass Markus die Ähnlichkeiten bewusst verstärkt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beinahe identische Reaktion der Jünger, die sie hier besonders schwer von Begriff erscheinen lässt, könnte dadurch zu erklären sein, dass diese Geschichte unabhängig von der ersten überliefert wurde (Collins 2007, 377). Eine andere Möglichkeit ist, dass die Jünger in der ersten Geschichte wenigstens die Möglichkeit sahen, irgendwo Nahrung zu besorgen. Hier jedoch ist die Lage (sowohl die geographische als auch die der Menschen) akuter (Gundry, 393–94, zitiert bei France 2002, 308). Oder Markus möchte mit der vertrauten Reaktion Kontinuität zum ersten Ereignis herstellen, vernachlässigt dabei aber die Entwicklung der Geschichte (W. T. Shiner, Follow, 222–26, zitiert bei ebd.). Pesch leitet aus dem Fragewort „Woher“ ab, dass die Jünger nicht wissen, aus welchen Vorräten sie das Brot etwa nehmen sollten (Pesch 1976, 403).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ab V. 5 (par 6,38) nehmen die wörtlichen Parallelen stark zu&#039;&#039;&#039;, und die Szene wird auch sprachlich zum Déjà-vu des ersten Speisungswunders. Es lohnt sich auch in der Lesefassung, entsprechend zu formulieren. V. 6 par 6,41a, V. 7 par 6,41b. V. 8 par 6,42-43. V. 9a par 6,44.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Zahlen&#039;&#039;&#039; haben in der Vergangenheit zu Spekulationen über eine mögliche Symbolik geführt, doch lässt sich nichts gesichert feststellen. Markus hält zwar auffällig viele Zahlen genau fest, gibt aber keinen echten Hinweis auf eine mögliche Symbolik. Die sieben Brote (V. 5) und sieben Körbe (V. 8) könnten einfach bedeuten, dass aus jedem Brot genug wurde, um am Ende noch einen ganzen Korb zu füllen. Dass in Kap. 6 dagegen aus fünf Broten zwölf Körbe wurden, könnte jedoch bedeuten, dass zumindest die 12 symbolisch gemeint ist (Guelich 1989, 408; Collins 2007, 380).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Am Ende schickt Jesus die Menschen weg (9a)&#039;&#039;&#039; – durch sein Wunder besteht keine Gefahr mehr, dass sie unterwegs vor Schwäche kollabieren (Guelich 1989, 408). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:10, 1. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zum verweigerten Zeichen (10-13)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zeichen&#039;&#039;&#039; bestätigen im AT immer wieder die Echtheit von Gottes Versprechen oder die Legitimität seiner Diener (Mose, Elija u.a.) (vgl. die Fn in V. 11). Die Pharisäer lassen sich also in dieser Hinsicht nichts zu schulden kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Warum verweigert Jesus das Zeichen?&#039;&#039;&#039; Einige schieben wieder das Messiasgeheimnis vor. Doch die Antwort ist wohl eher im Unglauben seiner Widersacher zu finden. Weil die Pharisäer auch mit einem Zeichen nicht an ihn glauben werden, weil Unglaube nicht behoben werden kann, verweigert Jesus ein Zeichen. Wer Jesus wirklich eine Chance geben wollte, fand in seinem Wirken genug Anhaltspunkte, um nicht noch einen Beweis zu benötigen. Ein weiteres Zeichen zu verlangen, offenbarte ihren Unglauben (Guelich 1989, 415; vgl. France 2002, 312f.). Jesus ordnet „diese Generation“ bei denen außerhalb ein (Kap 3-4), die nicht mit offenen Ohren hinhören, sondern verstockt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Generation (V. 12)&#039;&#039;&#039; lässt sich vielleicht mit der Generation Israels vergleichen, die das Heilige Land nicht betreten durfte und in der Wüste starb (Ex 17,7). Auch damals gab es viele göttliche Zeichen, doch die Israeliten wollten immer mehr. Den Unglauben dieser Generation könnte Jesus im Sinn haben (Collins 2007, 384).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was ist mit Jesu Aufstöhnen „in seinem Geist“ gemeint? (V. 12)&#039;&#039;&#039; Die Vorsilbe „ana-“ macht aus dem Stöhnen oder Seufzer ein lautes oder Aufstöhnen. &#039;&#039;&#039;„in seinem Geist“&#039;&#039;&#039; heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht (vielleicht sogar ein Onomatopeion?). Im Deutschen ist das vielleicht vorstellbar, aber das lässt noch keinen Rückschluss auf das Griechische zu. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Stöhnen&#039;&#039;&#039; ist bei Pesch noch Ausdruck pneumatischer Erregung (Pesch 1976, 408), könnte aber einfach ein Ausdruck seiner menschlichen Gefühle sein (Collins 2007, 384). Jeffrey Gibson glaubt nach der Analyse der gebrauchten Wendung, es handle sich um einen Ausdruck der durch die Pharisäer geprüften Treue Jesu zu Gott. Es ist für ihn definitiv kein Ausdruck von Zorn oder Ungehaltenheit. Vielmehr wird seine Treue auf die Probe gestellt, und in dieser Herausforderung der Willenskraft entfährt Jesus der Seufzer (Gibson, Another Look, verlinkt [[Sekundärliteratur:Markus_8|hier]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus benutzt als Antwort eine Schwurformel (V. 12)&#039;&#039;&#039;, die eine besonders negative Reaktion signalisiert. Außerdem bricht er gleich darauf auf, was den Effekt noch verstärkt (Collins 2007, 385). Das zeigt auch, dass Jesus nicht in der Lage (oder willens) war, den Unglauben „dieser Generation“ (der Pharisäer) zu heilen. Stattdessen konzentriert er sich auf die Gruppe seiner Anhänger, die ebenfalls wenig begreifen, aber deren Glaube es ihnen ermöglich zu lernen (Guelich 1989, 416f.). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 2. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zur Schelte der Jünger anlässlich ihrer Sorge um Brot (14-21) ===&lt;br /&gt;
====Kontext====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus nennt in dieser Episode vier Bezugspunkte zu vorherigen Ereignissen&#039;&#039;&#039;: 1. die Pharisäer, 2. Herodes, 3. das erste Speisungswunder und 4. das zweite Speisungswunder. Das zweite Speisungswunder (8,1-9) und ein Ereignis mit Pharisäern (8,10-13) sind unmittelbar vorausgegangen. Dem ersten Speisungswunder (6,30-44) war ein Bericht über Herodes und den Tod von Johannes dem Täufer vorausgegangen (6,14-29) (vgl. Guelich 1989, 419).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die vorhergehende Heilung des Taubstummen (7,31-37)&#039;&#039;&#039; sowie &#039;&#039;&#039;die folgende Heilung eines Blinden (8,22-29)&#039;&#039;&#039; stehen bei Markus auch symbolisch für den Verständnisprozess der Jünger, die langsam verstehen, dass Jesus damit messianische Prophetien (Jes 29,18-19; 35,6) erfüllt. Zumindest ruft Markus setzt Markus diese Ereignisse sicherlich absichtlich in einen kontextuellen und thematischen Zusammenhang mit Jesu Kritik an Jüngern, die trotz funktionierender Augen und Ohren nichts wahrnehmen (V. 18). Jesus erwartet (mit „versteht ihr noch nicht“, 8,17.21) offenbar, dass die Jünger ihn bald verstehen werden. Die Heilung des Blinden könnte dann nach Markus&#039; Darstellung schließlich dazu beiträgen, dass der Groschen doch noch fällt. Nach Petrus&#039; Ausruf, Jesus sei der Messias (8,27-29), konzentriert sich Jesus weiter darauf, die metaphorische Taub- und Blindheit der Jünger zu heilen (Guelich 1989, 420). Der weitere Verlauf des Evangeliums macht jedoch deutlich, dass die Jünger bis zu Jesu Tod und Auferstehung nicht verstehen, was für eine Art von Messias er ist und mit welchem Zweck er gesandt wurde. Endet das Evangelium mit Mk 16,8, dann bleibt der Ausgang letztlich offener als in den anderen Evangelien. Ist der längere Schluss (Mk 16,9-20) echt dann scheinen die Jünger nach der Auferstehung doch endlich zu begreifen. Ist der ursprüngliche Schluss nicht erhalten, dann könnte man ebenfalls davon ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Deutung====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Es ist dem Text nicht genau zu entnehmen, wie sie die Diskussion entfaltet und aus welchen Gründen sie sich so entwickelt.&#039;&#039;&#039; Klar ist nur, worauf Jesus ab V. 17 hinauswill. Vielleicht ignoriert Jesus mit seiner Belehrung in V. 15 vor dem Hintergrund der letzten Geschehnisse absichtlich, wie die Jünger sich schon wieder über der Frage der nächsten Mahlzeit in Details verlieren. Wie wir sehen werden, lässt sich V. 15 inhaltlich sehr gut mit der restlichen Perikope verbinden. Darin geht es wahrscheinlich um Jesu Identität als Messias, der auch einmal übernatürlich Nahrung besorgen kann, und den Glauben an ihn. Die Jünger fordert er anlässlich ihrer Sorge um Brot zu diesem Glauben auf und warnt sie davor, diese Wirklichkeit aus dem Blick zu verlieren (und so vom Sauerteig von Jesu Gegnern angesteckt zu werden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus warnt zunächst vor metaphorischem Sauerteig (V. 15&#039;&#039;&#039;; dazu s. die Fußnote zum Vers) und kritisiert die Jünger dann für ihr Unverständnis, während die Jünger darüber diskutieren, dass sie nichts zu Essen dabei haben. Die Ausleger unterscheiden sich darin, ob V. 15 im Rahmen der Perikope zu verstehen ist oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Pesch&amp;lt;/u&amp;gt; sieht als einzige Gemeinsamkeit von Pharisäern und Herodes ihr &amp;lt;u&amp;gt;Streben nach einem Judenstaat&amp;lt;/u&amp;gt; (wobei beide sich in der Umsetzung deutlich von einander unterscheiden). Der einzige Bezug zum Kontext in dieser Tradition ist dann jedoch der thematische zwischen Brot und Sauerteig. Markus, der den Bericht in seine Erzählung einbaut, will dann Jesu Aussage nicht um die Erwähnung von Herodes kürzen, spielt aber nur auf die Zeichenforderung der Pharisäer an, die einen gefährlichen Unglauben offenbart (Pesch 1976, 413f.). Heutzutage würden wenige noch so argumentieren, weil sich mit der Begründung, ein Redaktor (=Markus) habe eine Tradition (=die ursprüngliche Erzählung) so und so verstanden, aber nicht perfekt in den Kontext eingebaut, auch sehr viel in einen Text hineinlesen lässt. Letztlich schiebt dies dem Redaktor den schwarzen Peter für einen schwer verständlichen Text zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;France&amp;lt;/u&amp;gt; glaubt aber nicht daran, dass der Kontext zur Klärung der Frage nach dem Sauerteig hilfreich ist, und deutet den Sauerteig von Pharisäern und Herodes als &amp;lt;u&amp;gt;Feindseligkeit gegenüber Jesus&amp;lt;/u&amp;gt; (ders. 2002, 315f.). Vv. 17-21 versteht er wie wir als Kritik an den Sorgen der Jünger, die 1. seine Macht, Nahrung zu besorgen und 2. auf einer tieferen Ebene auch etwas über seine Identität schon aus dem Brotvermehrungswunder (vgl. 6,52) gelernt haben sollten (ebd. 318).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Collins&amp;lt;/u&amp;gt; listet die Vermutungen einiger anderer (Hoehner: ähnlich Pesch – die Genannten verstehen messianische Königsherrschaft falsch; Deines: die Pharisäer sehen sich als Sauerteig, der die gesamte Gesellschaft heilig macht) und schließt dann aus dem Kontext darauf, dass &amp;lt;u&amp;gt;Sauerteig für Feindseligkeit&amp;lt;/u&amp;gt; steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Guelich&amp;lt;/u&amp;gt; (ähnlich &amp;lt;u&amp;gt;Watts&amp;lt;/u&amp;gt; 2007, 174f., der Joel &amp;lt;u&amp;gt;Marcus&amp;lt;/u&amp;gt; 1999 (AB), 410 folgt): Mit seiner Warnung vor dem Sauerteig der Pharisäer und des Herodes warnt Jesus die Jünger davor, denselben Fehlschlüssen zum Opfer zu fallen wie die Genannten und letztlich ohne Glauben dazustehen (Guelich 1989, 423f.). Jesus erwartet offensichtlich, dass die Jünger aus den Speisungswundern gelernt haben, wer er ist (und dass sie sich bei Jesus keine Sorgen um die nächste Mahlzeit zu machen brauchen; Vv. 17-21). Aus dem einen Brot könnte Jesus leicht wieder genug für alle machen (ebd. 421f.; vgl. France 2002, 318). Daher ist die Frage der nächsten Mahlzeit aus der Perspektive des Glaubens an Jesus zweitrangig und unwesentlich. Die eben präsentierten Pharisäer haben ihren Unglauben offen gezeigt, indem sie von Jesus weitere Zeichen forderten. Auch Herodes hat Jesu Wunder nicht verstanden (Mk 6,14-16). Jesus warnt die Jünger davor, sich davon anstecken zu lassen und verstockte Herzen zu haben (V. 17). Stattdessen sollen sie &amp;lt;u&amp;gt;seine göttliche Identität und seinen messianischen Auftrag erkennen&amp;lt;/u&amp;gt; (vgl. Watts 2007, 175). Das ist vielleicht die plausibelste Lösung, weil sie a) die Sauerteig-Äußerung mit dem Kontext vereinbaren kann und b) deren Deutung wiederum dem weiteren Kontext entnimmt und c) gut durch die in V. 18 aus dem AT hervorgerufenen Stellen verstärkt wird sowie zu Mk 6,52 passt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesu Kritik an den Jüngern (Vv. 17-21)&#039;&#039;&#039; bezieht sich wieder auf {{Bibel|Jes|6,|9-10}} (und Mk 4,10-13). Mit einer Serie rhetorischer Fragen weist Jesus die Jünger für ihre begrenzte Perspektive zurecht. Wie schon die Pharisäer in 8,11-13 außen vor gelassen wurden, werden nun auch die Jünger wieder in den Zusammenhang der Unverständigen, an denen Gottes Botschaft vorbeigeht (Kap. 4; vgl. 6,52), gerückt (8,17-18) (France 2002, 314). Guelich: &#039;&#039;„The disciples’ failure to understand first surfaced with the question about “parables” in 4:10–12. Jesus informed them that they had been given the “mystery of the Kingdom” while those “outside” found the parables to be “riddles” according to the prophecy of Isa 6:9–10. Yet in the next verse (4:13) Jesus critically queried the disciples’ failure to understand the parable in question (see Comment on 4:13). We find the same retort again in 7:18 when the disciples fail to grasp the “parable” of things clean and unclean (7:15). Here the reference to the prophets’ indictment of Israel’s failure to see and hear (7:18) sounds dangerously close to what Isa 6:9–10 had to say about “those outside” cited in 4:12 (see Comment on 4:12).“ (Guelich 1989, 420).&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In V. 17 bezieht sich seine Kritik sprachlich auf den Kommentar des Verfassers aus 6,52&#039;&#039;&#039;, wonach die Jünger die Bedeutung der Brote nicht verstanden hatten. Hier spricht Jesus das Urteil nun selbst aus (vgl. Collins 2007, 388). Dass er zu dieser Rede ansetzt, hat wohl auch damit zu tun, dass die Jünger seinen Ausspruch in V. 15 nicht verstanden oder beachtet haben (France 2002, 317). Die Frage nach dem verstockten Herzen schafft eine Verbindung zu Mk 3,5-6, wo die verstockten Herzen der Pharisäer zum ersten Mal dazu führen, dass sie Jesus nicht nur in seiner durch Lehre und Wunder offenbarten Rolle ablehnen, sondern auch töten wollen (Guelich 1989, 424).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In V. 18 ruft Jesus Jes 6,9 noch einmal in Erinnerung&#039;&#039;&#039; – mit Worten, die eher an Jer 5,21; Ez 12,2 (oder Ps 115,5-6) erinnern. Doch seine Fragen setzen die Jünger noch nicht direkt mit den „Ungläubigen“ gleich. Vielmehr sollen sie die Jünger wohl zu Besserem animieren (Guelich 1989, 425).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Jesus in &#039;&#039;&#039;V. 19-20&#039;&#039;&#039; noch einmal die Größe der Menschenmengen nennt, könnte darauf hinweisen, dass es sich bei den „5000 Männern“ (6,44) aus dem ersten Wunder tatsächlich nur um Männer handelte (und nicht um eine wesentlich größere Gruppe. S. die „militärische“ Deutung, die dort diskutiert wird), bei der zweiten Gruppe dagegen um eine gemischte Menge. Die beiden Wörter für „Körbe“ entstammen den jeweiligen Berichten (6,43; 8,8). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:44, 4. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund der ersten Blindenheilung (22-26)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Heilung weist Gemeinsamkeiten mit der Heilung des Taubstummen (7,31-37) auf.&#039;&#039;&#039; France: „We have noted in discussing 7:31–37 how similar that narrative is to this healing story, in its non-Galilean location, its attention to the detail of Jesus’ healing method, its mention of his touching the affected parts of the body and his use of saliva, and the attempt to avoid publicity by taking the patient away from the crowd who had asked for the healing. In discussing 7:31–37 we noticed the significance of the healing of a deaf and dumb man in the light of Is. 35:5–6. That prophecy begins with the opening of the eyes of the blind, a work which is attributed to God also in Ps. 146:8; Is. 29:18. In the light of such OT passages these two pericopes together add up to a very impressive claim with regard to who Jesus is.“ (France 2002, 322)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass in der Geschichte auch ein Symbolgehalt mitschwingt, lässt sich daraus ableiten, dass der Blinde (ebenso wie die übertragene Blindheit der Jünger) schrittweise geheilt wird (France 2002, 322f.). So liegt die Vermutung nahe, dass Markus den Vorfall absichtlich an dieser Stelle erzählt, um diesen Prozess zu illustrieren (Collins 2007, 390). Die Jünger brauchen auch nach Petrus&#039; Messiasbekenntnis noch lange, bis sie Jesus ganz verstanden haben. Dessen Aufgabe ist nicht nur die Heilung der echten Blinden, sondern auch der im übertragenen Sinne Blinden (France 2002, 322f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Parallelen zur Heilung des Taubstummen in Mk 7,31-37&#039;&#039;&#039;: 1. Man bringt Jesus einen Mann, um ihn zu heilen. 2. Jesus nimmt den Mann beiseite. 3. Jesus heilt den Mann mit Speichel und Berührung. 4. Ein Schweigegebot (bzw. eine Maßnahme, die auf Geheimhaltung zielt) zu einem 5. Vorfall, der sich unmöglich verbergen lässt. (Guelich 1989, 429) Dass dies die erste Blindenheilung ist, die Markus explizit erwähnt, macht die Beschreibung noch etwas dramatischer (France 2002, 324).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wie in der ersten Heilungsgeschichte kann man auch hier magische Elemente sehen&#039;&#039;&#039;, etwa die Verwendung von Speichel, die Berührung oder der Rückzug ins Private. Collins vermutet, dass das Publikum dies so wahrgenommen hätte (dies. 2007, 393). Im Fall des ersten Berichts wurde gemutmaßt, dieser Heilungsbericht entstamme einer eher griechisch geprägten Überlieferung, es wird von beiden Vorfällen angenommen, dass sie in heidnischem Gebiet stattfinden. Markus siedelt die Geschichte auch in Bethsaida an, wo hauptsächlich Nichtjuden lebten. Aufgrund der magischen Elemente der Heilung bietet es sich auch hier wieder an zu vermuten, dass Jesus die Heilung den Heiden damit verständlich macht (Collins 2007, 390f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Berührung hilft wohl dem Blinden, die Heilung mitzuverfolgen&#039;&#039;&#039; (vgl. France 2002, 324). Ähnliches hatten wir auch schon über Jesu Vorgehensweise bei der Heilung des Taubstummen in 7,31-37 vermutet, wo er deutlich mehr Gesten und einfache Worte benutzt. Hier verzichtet er auf Gesten und heilt so, dass der Blinde haptisch und akustisch miterleben kann. Doch diese Heilung ist dennoch anders als die vorigen. Hat Jesus in Mk bisher häufig mit einem Befehl das Wunder vollbracht (Mk 1,21-28; 41-42; 2,11) heilt Jesus den Blinden hier schrittweise und fragt auch noch nach, ob er nun sehen kann. Den anderen Blinden in Mk 10,52 heilt Jesus dagegen ebenfalls auf der Stelle. Das ist vielleicht ein Grund dafür, dass weder Matthäus noch Lukas diesen Vorfall mit aufgenommen haben (Collins 2007, 394). Guelich glaubt, dass dieser Heilungsprozess Jesus als Arzt darstellt, der seinen Patienten behandelt (ders. 1989, 433).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Am Ende gebietet Jesus diesmal nur dem Geheilten, direkt nach Hause zu gehen&#039;&#039;&#039; (nicht wie in 7,36-37 allen Anwesenden, niemandem davon zu erzählen). Guelich hält das nicht für einen Teil des Messiasgeheimnisses, sondern für ein Stilmittel, das indirekt die Anwesenheit der Menschenmenge in der folgenden Schilderung erklären soll. Die Menschen wären dann zusammengekommen, weil sie trotz Jesu Maßnahmen von der Heilung erfahren hatten (Guelich 1989, 435). Collins vermutet, die Anordnung sei Teil der volksmedizinischen bzw. -magischen Handlungen, mit denen Jesus den Mann geheilt habe (Collins 2007, 395). Gundry glaubt im Gegenteil, dass der Blinde unter normalen Umständen zurück ins Dorf gegangen wäre, um der Beschäftigung aller Blinden nachzugehen: zu betteln. Dass er stattdessen nach Hause gehen soll, sei erst recht eine Demonstration der Heilung (Gundry 2000, 419f.). France hält Jesu Anweisung für zu unklar, um eindeutig auf ein Geheimhaltungsmotiv zu verweisen (anders als bei vorausgegangenen Wundern). Möglich, dass Jesus nur etwas Zeit gewinnen wollte, um weiterziehen zu können (France 2002, 325). Sicher ist, dass wir heute nur noch Mutmaßungen darüber anstellen können. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 5. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zu (27-33)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markus hat lange auf diesen Moment hingearbeitet.&#039;&#039;&#039; Schon von Anfang an waren die Leute verblüfft über seine Lehre und Kräfte. Die Jünger fragen sich schon seit längerem, wem sie da eigentlich als Lehrer folgen (4,41; vgl. 6,51). Der Leser, der ja schon seit dem Beginn des Buchs wenigstens eine Ahnung von Jesu Identität hat, wird immer wieder erstaunt über die Langsamkeit, mit der die Jünger begreifen. Schon im ersten Kapitel brach Jesu ware Identität aus einem Dämon hervor (1,24)! Mit Markus hat der Leser den Kopf geschüttelt über die Menschen von Nazaret, die sich Jesus gegenüber verschlossen, weil sie seine Herkunft zu kennen meinten (6,3). In den letzten festgehaltenen Geschehnissen haben der Evangelist (6,51-52), aber auch Jesus selbst, nun Kritik geübt und den Jüngern vor Augen geführt, dass sie schon sehr viel mehr erkannt haben sollten (8,17-21). Bisher haben sie ihn dann auch nur „Lehrer“ genannt (4,38) – was er mit „Menschensohn“ (2,10.28) gemeint hat, haben sie wohl nicht verstanden. In christologischer Hinsicht bildet dieser Abschnitt den Höhepunkt des Evangeliums. Von jetzt an geht es um die Frage, was es bedeutet, Jesus zu folgen. Von jetzt an geht es auf das Ziel von Jesu Mission zu – V. 31 vermittelt den ersten Eindruck davon. Die Gruppe reist von nun an langsam nach Jerusalem, wo die Geschichte von Jesus ihren Höhepunkt erleben wird (France 2002, 326f.; vgl. Collins 2007, 401f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Gerüchte (V. 28) verbindet, dass alle Jesus für einen Propheten halten&#039;&#039;&#039;: Ob für Johannes der Täufer, Elija oder einen anderen der alten Propheten aus dem Alten Testament. Schon Herodes hatte Jesus für eine Reinkarnation des hingerichteten Johannes gehalten (6,14-16) – jetzt erfahren wir, dass er damit nicht der einzige war (vgl. France 2002, 328). Elijas Rückkehr wurde aufgrund von Mal 3,23f. erwartet, wie zwischentestamentliche jüdische Schriften zeigen (Evans 2001, 14). Aus heutiger Sicht lässt sich nicht mehr sagen, ob die Leute dies faktisch glaubten oder diese Namen nur metaphorisch auf Jesus anwendeten, um ihn mit jenen Propheten zu vergleichen (vgl. France 2002, 328).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch &#039;&#039;&#039;Jesu zweite Frage (V. 29)&#039;&#039;&#039; impliziert, dass die öffentliche Meinung den Kern noch nicht getroffen hat. Die Jünger haben das Geheimnis von Gottes Herrschaft/Reich erhalten (4,11), daher erwartet Jesus von ihnen ein größeres Verständnis (France 2002, 329). Zu &#039;&#039;&#039;Messias&#039;&#039;&#039; s. die Fußnote in V. 29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesu Schweigegebot an die Jünger (V. 30)&#039;&#039;&#039; ist der einzige Vers in Mk, wo das Messiasgeheimnis faktisch ein Geheimnis über den Messias ist. Nur hier geht es darum, Jesu Identität als der Messias Israels geheim zu halten. Jesus bricht das Schweigen erst vor dem Hohen Rat in Mk 14,61-62. Die nächstliegende Erklärung ist, dass Jesus sich vor Missverständnissen (und wohl auch Bedrohungen vor der richtigen Zeit) schützen möchte. Jesus hat bereits als Prophet eine unheimliche Anziehungskraft und Beliebheit entwickelt. In 6,31-44 hatte sich möglicherweise eine Menschenmenge aufgemacht, um Jesus zu ihrem militärischen Anführer zu machen. Und Herodes Antipas hatte schon den allzu mächtigen Johannes. Mit dem Titel „Messias“ waren die verschiedensten eschatologischen Erwartungen verknüpft. Ab V. 31 offenbart Jesus jedoch, was das eigentliche Ziel des Messias ist. Die allgemeinen Erwartungen der Menschen wären dazu eher hinderlich gewesen (France 2002, 330f.; Evans 2001, 15f.).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Collins 2007 findet in einigen zwischentestamentlichen Schriften (Henoch 37-71 und 2 Esdras 13) Hinweise darauf, dass der Messias zumindest gelegentlich mit dem Menschensohn aus Dan 7,13 gleichgesetzt wurde – genau wie es Markus und Jesus offenbar tun (V. 29 Messias, V. 31 Menschensohn). Dieser Menschensohn sollte für Gott das eschatologische Gericht halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 31: Jesus ergänzt den Titel „Messias“ um den des Menschensohns&#039;&#039;&#039;, mit dem er sich besonders zu identifizieren scheint. Die Passionsvorhersage erscheint in ähnlicher Form nochmals in MK 9,31 und 10,33-34. Evans hält die Passionsvorhersagen für echt, glaubt aber, dass Jesus sie ursprünglich erst innerhalb Jerusalems gemacht hat. Markus hat die Aussagen dann an diese Stelle vorgezogen. So ließe sich der weitere Verlauf der Handlung besser erklären (Evans 2001, 11). Auch Collins glaubt, Jesus könne solche Erwartungen gehabt haben, wenn Markus sie auch im Lichte der späteren Ereignisse wiedergibt (Collins 2007, 403). Die Notwendigkeit von Jesu Leiden, Tod und Auferstehung wird in Mk 9,21; 14,21.49 mit Schriftzitaten belegt (France 2002, 334). Die Beschreibung, was mit dem Menschensohn geschehen müsse, bezieht Jesus wohl auf Gottes umfassenden Plan mit der Welt, als Teil der Erfüllung endzeitlicher Prophezeiungen (Collins 2007, 403).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass der Menschensohn &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;abgelehnt&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; werden muss, entstammt wohl dem von den Bauleuten abgelehnten Stein, der zum Eckstein wird, aus Ps 118:22 (Ps 117:22 LXX). Diesen Psalm zitiert Jesus später in einem Gleichnis mit ganz ähnlichem Sinn (Mk 12,10f.). Die ablehnende Rolle der Ältesten, Hohen Priester und Schriftgelehrten zeichnet Markus in Mk 11,27; 14,43.53 und 15,1 nach (Evans 2001, 17; Collins 2007, 404). Dass der Menschensohn, der in Dan 7,13-14 ultimative Macht erhält, nun abgelehnt und getötet werden muss, macht Jesu Vorhersagen zu einem deutlichen Gegensatz dazu, was man zu seiner Zeit vom Menschensohn erwartet hätte (France 2002, 333f.). Die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;drei Tage&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; könnten ein sinngemäßes Zitat aus Hos 6,2 darstellen (Evans 2001, 17f.; Collins 2007, 404f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus spricht offen zu den Jüngern (V. 32),&#039;&#039;&#039; denen das Geheimnis des Reichs Gottes gegeben wurde (Mk 4,11). Zu &#039;&#039;&#039;Petrus&#039; Rüffel und Jesu Reaktion (32b-33)&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten in V. 32b und 33. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:14, 7. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintegrund zu 8,34-9,1===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In diesem Abschnitt beschreibt Jesus den Preis, aber auch den Ertrag der Nachfolge.&#039;&#039;&#039; Wer ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben die Nachfolge in den Mittelpunkt seines Lebens stellt, wird ewiges Leben gewinnen und auch im Endgericht (oder bei Jesu Rückkehr) bestand haben. Wer das nicht tut, sich wegen Jesus schämt, gerät in Gefahr, dieses ewige Leben zu verlieren. Ein wahrer Jünger muss bereit sein, gegebenenfalls Jesu Schicksal zu teilen. Daneben erfahren wir, dass Jesus diese Ereignisse aus Sicht der Menschensohn-Prophetie aus Daniel 7,13-14 sieht und dass dieser Menschensohn (mit dem Jesus sich identifiziert) der Sohn Gottes ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus ruft offenbar eine &#039;&#039;&#039;Menschenmenge&#039;&#039;&#039; herbei, um dem Leser zu bedeuten, dass die folgenden Worte sich nicht nur an die 12 Jünger richten (Evans 2001, 25). Zu &#039;&#039;&#039;V. 34&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten. &#039;&#039;&#039;V. 35&#039;&#039;&#039; bildet wohl ein Wortspiel mit dem Wort &#039;&#039;&#039;ψυχή&#039;&#039;&#039;, das sowohl (ewiges oder irdisches) Leben als auch Seele bedeuten kann. Gemeint ist wohl, das irdische Leben aufzugeben und für gering zu erachten und möglicherweise zu verlieren, um dann ewiges Leben zu erhalten (bzw. seine Seele zu bewahren), anstatt die umgekehrte Priorität zu setzen und dabei das ewige Leben (bzw. die eigene Seele) zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 35 bildet einen erklärenden Parallelismus zu V. 34&#039;&#039;&#039;: Sich selbst verleugnen und sein Kreuz zu tragen hängt damit zusammen, sein Leben nicht retten zu wollen und es zu verlieren. Nachzufolgen heißt, soweit zu gehen und selbst sein (irdisches) Leben aufs Spiel zu setzen und für unwichtig zu erachten (d.h. zu verleugnen), um dafür (ewiges) Leben zu erhalten (vgl. Collins 2007, 409; France 2002, 340f.). Jesus selbst wird dies vorleben (France).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &#039;&#039;&#039;V. 36&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten. &#039;&#039;&#039;V. 37&#039;&#039;&#039; spitzt Jesu Argumentation als rhetorische Frage zu. Die implizierte Antwort: Natürlich gibt es keinen angemessenen Gegenwert zum (ewigen) Leben (bzw. der Seele), deshalb sollte jeder Mensch dessen Erhalt die höchste Priorität einräumen (vgl. Evans 2001, 26).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 38 überträgt das Verhalten, das Jesus von seinen Nachfolgern erwartet, nun auf Scham und Ehre.&#039;&#039;&#039; Wie die meisten Kulturen auf der Erde (abgesehen vom modernen Westen, wo die Schuld-Kultur dominant ist) war die damalige Kultur eine Scham-Kultur. Wer in einer Scham-Kultur sein Gesicht verliert, beschämt nicht nur sich selbst, sondern schädigt auch dem Ansehen seiner Familie. Davon hängt auch der Wert eines Menschen in der Gesellschaft ab. Jesus stellt der Ehre hier auf Erden die Ehre nach dem Kommen des Menschensohns gegenüber. Wer sich in einer Generation, die sich von Gott abgewandt hat (s. Fußnote in V. 38), wegen Jesus und seiner Botschaft schämt, wird auch nach dem Kommen Gottes keine Ehre erhalten (vgl. France 2002, 341).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Kommen des Menschensohns&#039;&#039;&#039; bezieht sich auf das Endgericht, das der Menschensohn nach Dan 7 (=Jesus) halten wird. Auch die Beschreibung vom Kommen Gottes auf die Erde zum Gericht „mit allen seinen Heiligen“ aus Sach 14,5 schwingt hier möglicherweise mit (France 2002, 342f.). Dass der Menschensohn (hier gegen Bultmann eindeutig mit Jesus gleichgesetzt) hier durch die Erwähnung seines Vaters (=Gottes) indirekt als dessen Sohn bezeichnet wird, ist eine wichtige christologische Aussage. Schon in V. 29-31 hat Jesus die Titel „Messias“ und „Menschensohn“ (beide auf ihn bezogen) gleichgesetzt (Collins 2007, 411f.; vgl. France 2002, 343).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Mit der untreuen und sündigen Generation&#039;&#039;&#039; (s. Fußnote) sind nur jene Zeitgenossen im Blick, die Jesus abgelehnt haben, nicht die, die zu ihm stehen. Dem Kontext könnte man zudem entnehmen, dass die Generation auch deshalb als sündhaft und treulos bezeichnet wird, weil sie Jesu Nachfolger verfolgt (Collins 2007, 411).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem &#039;&#039;&#039;kommenden Reich Gottes (9,1)&#039;&#039;&#039; und dem kommenden Menschensohn besteht zumindest der Zusammenhang, dass beide für die Zukunft erwartet sind. Welcher Zusammenhang darüber hinaus besteht, ist letztlich nicht klar. Eine nahe liegende Möglichkeit ist, die beiden „Kommen“ gleichzusetzen, sodass sowohl das kommende Reich Gottes als auch das Kommen des Menschensohns sich auf Jesu Rückkehr beziehen. Im Zusammenhang mit Mk 13,26, das vom kommenden Menschensohn „mit großer Macht und Herrlichkeit“ spricht, scheint das nicht abwegig, denn diese Stelle scheint Mk 8,38 und 9,1 zu kombinieren. Die Aussage hätte sich dann nicht (in dieser Form) erfüllt (Collins 2007, 413).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(France glaubt, weder das Kommen des Menschensohns noch das Kommen des Reiches Gottes sind identisch mit Jesu Rückkehr auf die Erde (2002, 341-46).)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welches Ereignis ansonsten zu Lebzeiten der Jünger mit dem Kommen von Gottes Reich bzw. Herrschaft in Verbindung gesetzt werden könnte, ist unsicher. Unter anderem wurden Jesu Tod am Kreuz, Pfingsten oder ähnliche bedeutende Ereignisse vorgeschlagen. Andere beziehen die Aussage direkt auf die folgende Verklärung. In jedem Fall müsste man berücksichtigen, dass die Entwicklung, die Markus im Sinn hat, in zumindest einer gewissen zeitlichen Ferne liegen muss, um der Formulierung „einige von den Anwesenden werden nicht sterben (d.h. einige werden es noch miterleben)“  gerecht zu werden (France 2002, 344f.). Gleichzeitig sagt Jesus mehrmals, das Reich Gottes sei schon anwesend – woraus man schließen könnte, dass Jesus hier nur von dessen vollständigem Eintreffen spricht, etwa Mk 1,15 (Evans 2001, 29).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich selbst könnte mich damit anfreunden, dass es sich eher allgemein um die „mächtige“ Ausbreitung des christlichen Glaubens nach Jesu Tod und Auferstehung handelt. France: &#039;&#039;„In any or all of these ways, and no doubt in others too, those with eyes to see could have perceived before they died that God had powerfully taken control of events and was working out his purpose in history. Even if some of them were to die before this was clearly visible, the process had begun, and the mustard seed was growing. That is all that the wording of 9:1 requires. To classify this, as is sometimes done, as a failed prediction of an immediate parousia and end of the world is surely perverse: if that was what Mark intended, he has chosen a very obscure way to express it.“&#039;&#039; (2002, 345) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:39, 8. Mär. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_8&amp;diff=16145</id>
		<title>Diskussion:Markus 8</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_8&amp;diff=16145"/>
		<updated>2014-05-20T19:00:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = 1-30, 38 (Thommy B), 31-37 (mmalzner). Abgrenzung: 1-9a(9 oder 10) (Speisung von 4000), (9b-10 Brücke), (10)11-14 (Jesus verweigert den Pharisäern ein Zeichen), 15-21 (Jesus warnt die Jünger vor einer kurzsichtigen, diesseitigen Perspektive), 22-26 (Die erste Blindenheilung), 27-33 (Jesus ist der Messias, der leiden und sterben muss), 34-9,1 (Jesus beschreibt den Preis und Lohn der Nachfolge)&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = Zum Stil s. die Anmerkungen zu Kap. 3. Das Griechisch ist gleichzeitig einfach und teils komplizierter formuliert, als man es für nötig halten würde. Teils rumpelige oder semitisch angehauchte Formulierungen bemerkt man immer wieder mal. Erklärungen zu den einzelnen Perikopen s.u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vv. 34-38 enthalten weisheitlich geprägte Sprichwörter nach atl. Vorbild, die das Bild von Selbstverleugnung und bedingungsloser Nachfolge aus V. 34 um weitere Dimensionen ergänzen. ([[Benutzer:Ben|Ben]])&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-38 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-38&amp;lt;/u&amp;gt;: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989 bzw. ab. V. 27: Craig A. Evans, Mark 8:27–16:20 (WBC), Dallas 2001.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Wo zitiert&amp;lt;/u&amp;gt;:&lt;br /&gt;
Craig Blomberg, Matthew (New American Commentary). Nashville: Broadman &amp;amp; Holman, 1992; &lt;br /&gt;
Robert Gundry, [http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC Mark: A Commentary on His Apology for the Cross], Chapters 1 - 8. Wm. B. Eerdmans Publishing, &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;2000;&lt;br /&gt;
Earl J. Johnson, Mark VIII. 22–26: The Blind Man from Bethsaida, in: New Testament Studies 25/3 1979, 370–383;&lt;br /&gt;
Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976;&lt;br /&gt;
Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-38: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-38: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Mk 8 ist jetzt fertig. Wie bei den vorigen Kapiteln gebe ich eine Woche Zeit für Rückfragen, bevor ich den Status der Studienfassung hochsetze. Nach einem erneuten Review in zwei Monaten würde ich den Status dann auf &amp;quot;fertig&amp;quot; setzen, sofern keine neuen Fragen aufkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erklärung zum letzten Abschnitt erfolgt, wenn ich 9,1 eingestellt habe. (Wahrscheinlich werde ich das alles irgendwann in den Kommentar verschieben.) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 18:28, 8. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochgesetzt! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:45, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Spätere Entscheidungen/Ergänzungen==&lt;br /&gt;
* Eine Fußnote zu Betsaida (V. 22), eine zu Cäsarea Philippi (V. 27)&lt;br /&gt;
* Erweiterung der Fußnote bei &amp;quot;Messias&amp;quot; in V. 29. Dabei erklärungen zu &amp;quot;der Gesalbte&amp;quot;, weitere AT-Hintegründe und evtl. ein Vergleich der Erwartungen mit Jesu Auftreten. Ein Link auf einen geeigneten [[Messias|Lexikonartikel]] könnte sich als hilfreich erweisen.&lt;br /&gt;
* V. 24: Wie ist περιπατοῦντας, ἀνθρώπους, δένδρα zu übersetzen?&amp;lt;!-- Passend zur nun entstandenen Diskussion geändert. Das eigentlich gemeinte Thema war eh doppelt vorhanden (s. letzter Punkt) --&amp;gt;  --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:27, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: Bitte Fußnote ai überarbeiten, da inkorrekt. France lehnt die Übersetzung &amp;quot;wie umhergehende Bäume&amp;quot; ab, nicht &amp;quot;wie Bäume umhergehen&amp;quot;!! [[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
: Die Fußnote wendet sich gegen eine in deutschen Übersetzungen vorgefundene Formulierung als ([[AcP]]). Diese Formulierung würde das Partizip ebenso falsch verstehen wie die bei France abgelehnte Übersetzung &amp;quot;wie umhergehende Bäume&amp;quot; ([[attributives Partizip]]). Ich vermute, dass ich keine Übersetzung gefunden habe, die das Partizip attributiv übersetzt. Die Beobachtung bei France wendet sich jedenfalls auch gegen die zitierten deutschen Übersetzungen und ist daher gültig. Würdest du mir da zustimmen? :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Meine nächste Frage wäre aber: Stimmt das überhaupt? Wäre der Akk. Pl. nicht auch δένδρα? Dann wären alle Wörter kongruent. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:57, 20. Mai 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: δένδρα (Akk. Pl. n.) und περιπατοῦντας (Akk. Pl. m.) sind nie und nimmer kongruent (contra opentext.org). Aber das ist ja gar nicht die Frage, sondern auf was sich das &amp;quot;A&amp;quot; in &amp;quot;AcP&amp;quot; bezieht. δένδρα kann es nicht sein wegen fehlender Kongruenz, aber ἀνθρώπους bzw. ein dazu entsprechendes, gedachtes Personalpronomen schon. Ich denke, das ist, was die meisten (auch ich) hier übersetzen: &amp;quot;dass (sie) wie Bäume umhergehen&amp;quot;. Lässt man &amp;quot;wie Bäume&amp;quot; weg, bleibt immer noch der &amp;quot;reine&amp;quot; AcP: &amp;quot;dass (sie) umhergehen&amp;quot;. Ich habe mittlerweile so viele ausgelassene Personalpronomen (z.B. in Gen. Abs. Konstruktionen) gesehen, dass ich mir dabei vielleicht schon gar nichts mehr denke. Liege ich falsch? --[[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Das nennt mal wohl einen größeren Hirnaussetzer. -.- Natürlich ist der Fall richtig, aber das Genus nicht. (Zur richtigen Übersetzung beachte aber die Fußnote zu &amp;quot;{dass}&amp;quot; im selben Vers.) Es ist möglich, dass ich bei der Trennung des Partizips von der vergleichenden Phrase ein bisschen zu vorsichtig war. Das Problem mit deiner Lösung ist, dass man nicht wie ein Baum umhergehen kann. Der Vergleich wäre also absurd, und daher bevorzuge ich vorerst weiter die vorhandene Übersetzung. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 19:37, 20. Mai 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Etwas mehr &amp;quot;Herr der Ringe&amp;quot;, dann klappt&#039;s auch mit den Bäumen.. ;-) --[[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Einige [[Imperfekt]]e, zu denen es noch mehr zu forschen gibt.&lt;br /&gt;
* Zudem &amp;quot;[[Menschensohn]]&amp;quot;, was aber nicht auf Kap. 8 beschränkt ist.&lt;br /&gt;
* V. 24-25: kann der Mann &#039;&#039;sehen&#039;&#039; oder &#039;&#039;wieder sehen&#039;&#039;? Bartimäus in Mk 10,51-52 kann nur &amp;quot;sehen&amp;quot;. Wie viel kann man aus &amp;quot;wiederhergestellt sein&amp;quot; (V. 25) ableiten? Geht es dabei um einen faktischen früheren Zustand - oder um einen Idealzustand, der vielleicht vorher nie geherrscht hatte? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:27, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hintergründe für Weiterübersetzer==&lt;br /&gt;
===Hintergrund zum zweiten Speisungswunder (1-9)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Geschichte ähnlich Joh 8,1-10 fast mehr als dem Speisungswunder aus Mk 6,35-44. Einige Ausleger glauben, dass diese Geschichte auf dieselbe Begebenheit zurückgeht.&#039;&#039;&#039; Zitat Guelich: „Nineham notes the similarities that point to a common story: (a) a deserted setting (6:35; 8:4), (b) the same question about available food (6:38; 8:35), (c) a command to recline (6:39; 8:6), (d) essentially the same words and sequence used for serving loaves (6:41; 8:6), (e) the same result (6:42; 8:8), (f) gathering of leftovers (6:43; 8:9), (g) a dismissal and boat journey (6:45; 8:10). In addition, many interpreters have pointed out the disciples’ surprising lack of understanding in 8:4 should they have previously fed an even larger crowd.“ (Guelich 1989, 401)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Doch es gibt auch Unterschiede zu dem vorigen Bericht&#039;&#039;&#039;, die über die überlieferten Zahlen hinausgehen. Diesmal ist Jesus aktiver, die Jünger passiv. Es fehlen AT-Anspielungen, die Schilderung von Jesu Bewirken des Wunders und die Anordnung der Essenden. In Markus&#039; Erzählung findet das Wunder zudem in einer von Juden wie Nichtjuden bewohnten, vielleicht ganz nichtjüdischen Gegend statt (Guelich 1989, 401-03; vgl. France 2002, 305-7). Das könnte der Hauptgrund dafür sein, dass Jesus überhaupt ein zweites solches Wunder erzählt (France 2002, 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
France glaubt nicht daran, dass Markus dieselbe Geschichte zweimal erzählt. Zu den Merkmalen mündlicher Überlieferung gehöre es, Zahlen beizubehalten, aber den Hintergrund anzupassen. Da wäre es seltsam, dass die Zahlen hier abgewandelt überliefert wurden und trotzdem so genau erhalten sind. Eine zweite Möglichkeit, dass Markus selbst dieselbe Geschichte einfach in zwei Varianten erzählt, passe weder zu Markus&#039; sonstigem Vorgehen noch zum Kontext (Jesus geht später nochmals auf beide ein). Darum sei es am wahrscheinlichsten, dass zwei getrennte Begebenheiten in der Tradition mit der Zeit recht ähnliche Form gewonnen hätten (France 2002, 305-7). Möglich, dass Markus die Ähnlichkeiten bewusst verstärkt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beinahe identische Reaktion der Jünger, die sie hier besonders schwer von Begriff erscheinen lässt, könnte dadurch zu erklären sein, dass diese Geschichte unabhängig von der ersten überliefert wurde (Collins 2007, 377). Eine andere Möglichkeit ist, dass die Jünger in der ersten Geschichte wenigstens die Möglichkeit sahen, irgendwo Nahrung zu besorgen. Hier jedoch ist die Lage (sowohl die geographische als auch die der Menschen) akuter (Gundry, 393–94, zitiert bei France 2002, 308). Oder Markus möchte mit der vertrauten Reaktion Kontinuität zum ersten Ereignis herstellen, vernachlässigt dabei aber die Entwicklung der Geschichte (W. T. Shiner, Follow, 222–26, zitiert bei ebd.). Pesch leitet aus dem Fragewort „Woher“ ab, dass die Jünger nicht wissen, aus welchen Vorräten sie das Brot etwa nehmen sollten (Pesch 1976, 403).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ab V. 5 (par 6,38) nehmen die wörtlichen Parallelen stark zu&#039;&#039;&#039;, und die Szene wird auch sprachlich zum Déjà-vu des ersten Speisungswunders. Es lohnt sich auch in der Lesefassung, entsprechend zu formulieren. V. 6 par 6,41a, V. 7 par 6,41b. V. 8 par 6,42-43. V. 9a par 6,44.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Zahlen&#039;&#039;&#039; haben in der Vergangenheit zu Spekulationen über eine mögliche Symbolik geführt, doch lässt sich nichts gesichert feststellen. Markus hält zwar auffällig viele Zahlen genau fest, gibt aber keinen echten Hinweis auf eine mögliche Symbolik. Die sieben Brote (V. 5) und sieben Körbe (V. 8) könnten einfach bedeuten, dass aus jedem Brot genug wurde, um am Ende noch einen ganzen Korb zu füllen. Dass in Kap. 6 dagegen aus fünf Broten zwölf Körbe wurden, könnte jedoch bedeuten, dass zumindest die 12 symbolisch gemeint ist (Guelich 1989, 408; Collins 2007, 380).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Am Ende schickt Jesus die Menschen weg (9a)&#039;&#039;&#039; – durch sein Wunder besteht keine Gefahr mehr, dass sie unterwegs vor Schwäche kollabieren (Guelich 1989, 408). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:10, 1. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zum verweigerten Zeichen (10-13)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zeichen&#039;&#039;&#039; bestätigen im AT immer wieder die Echtheit von Gottes Versprechen oder die Legitimität seiner Diener (Mose, Elija u.a.) (vgl. die Fn in V. 11). Die Pharisäer lassen sich also in dieser Hinsicht nichts zu schulden kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Warum verweigert Jesus das Zeichen?&#039;&#039;&#039; Einige schieben wieder das Messiasgeheimnis vor. Doch die Antwort ist wohl eher im Unglauben seiner Widersacher zu finden. Weil die Pharisäer auch mit einem Zeichen nicht an ihn glauben werden, weil Unglaube nicht behoben werden kann, verweigert Jesus ein Zeichen. Wer Jesus wirklich eine Chance geben wollte, fand in seinem Wirken genug Anhaltspunkte, um nicht noch einen Beweis zu benötigen. Ein weiteres Zeichen zu verlangen, offenbarte ihren Unglauben (Guelich 1989, 415; vgl. France 2002, 312f.). Jesus ordnet „diese Generation“ bei denen außerhalb ein (Kap 3-4), die nicht mit offenen Ohren hinhören, sondern verstockt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Generation (V. 12)&#039;&#039;&#039; lässt sich vielleicht mit der Generation Israels vergleichen, die das Heilige Land nicht betreten durfte und in der Wüste starb (Ex 17,7). Auch damals gab es viele göttliche Zeichen, doch die Israeliten wollten immer mehr. Den Unglauben dieser Generation könnte Jesus im Sinn haben (Collins 2007, 384).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was ist mit Jesu Aufstöhnen „in seinem Geist“ gemeint? (V. 12)&#039;&#039;&#039; Die Vorsilbe „ana-“ macht aus dem Stöhnen oder Seufzer ein lautes oder Aufstöhnen. &#039;&#039;&#039;„in seinem Geist“&#039;&#039;&#039; heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht (vielleicht sogar ein Onomatopeion?). Im Deutschen ist das vielleicht vorstellbar, aber das lässt noch keinen Rückschluss auf das Griechische zu. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Stöhnen&#039;&#039;&#039; ist bei Pesch noch Ausdruck pneumatischer Erregung (Pesch 1976, 408), könnte aber einfach ein Ausdruck seiner menschlichen Gefühle sein (Collins 2007, 384). Jeffrey Gibson glaubt nach der Analyse der gebrauchten Wendung, es handle sich um einen Ausdruck der durch die Pharisäer geprüften Treue Jesu zu Gott. Es ist für ihn definitiv kein Ausdruck von Zorn oder Ungehaltenheit. Vielmehr wird seine Treue auf die Probe gestellt, und in dieser Herausforderung der Willenskraft entfährt Jesus der Seufzer (Gibson, Another Look, verlinkt [[Sekundärliteratur:Markus_8|hier]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus benutzt als Antwort eine Schwurformel (V. 12)&#039;&#039;&#039;, die eine besonders negative Reaktion signalisiert. Außerdem bricht er gleich darauf auf, was den Effekt noch verstärkt (Collins 2007, 385). Das zeigt auch, dass Jesus nicht in der Lage (oder willens) war, den Unglauben „dieser Generation“ (der Pharisäer) zu heilen. Stattdessen konzentriert er sich auf die Gruppe seiner Anhänger, die ebenfalls wenig begreifen, aber deren Glaube es ihnen ermöglich zu lernen (Guelich 1989, 416f.). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 2. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zur Schelte der Jünger anlässlich ihrer Sorge um Brot (14-21) ===&lt;br /&gt;
====Kontext====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus nennt in dieser Episode vier Bezugspunkte zu vorherigen Ereignissen&#039;&#039;&#039;: 1. die Pharisäer, 2. Herodes, 3. das erste Speisungswunder und 4. das zweite Speisungswunder. Das zweite Speisungswunder (8,1-9) und ein Ereignis mit Pharisäern (8,10-13) sind unmittelbar vorausgegangen. Dem ersten Speisungswunder (6,30-44) war ein Bericht über Herodes und den Tod von Johannes dem Täufer vorausgegangen (6,14-29) (vgl. Guelich 1989, 419).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die vorhergehende Heilung des Taubstummen (7,31-37)&#039;&#039;&#039; sowie &#039;&#039;&#039;die folgende Heilung eines Blinden (8,22-29)&#039;&#039;&#039; stehen bei Markus auch symbolisch für den Verständnisprozess der Jünger, die langsam verstehen, dass Jesus damit messianische Prophetien (Jes 29,18-19; 35,6) erfüllt. Zumindest ruft Markus setzt Markus diese Ereignisse sicherlich absichtlich in einen kontextuellen und thematischen Zusammenhang mit Jesu Kritik an Jüngern, die trotz funktionierender Augen und Ohren nichts wahrnehmen (V. 18). Jesus erwartet (mit „versteht ihr noch nicht“, 8,17.21) offenbar, dass die Jünger ihn bald verstehen werden. Die Heilung des Blinden könnte dann nach Markus&#039; Darstellung schließlich dazu beiträgen, dass der Groschen doch noch fällt. Nach Petrus&#039; Ausruf, Jesus sei der Messias (8,27-29), konzentriert sich Jesus weiter darauf, die metaphorische Taub- und Blindheit der Jünger zu heilen (Guelich 1989, 420). Der weitere Verlauf des Evangeliums macht jedoch deutlich, dass die Jünger bis zu Jesu Tod und Auferstehung nicht verstehen, was für eine Art von Messias er ist und mit welchem Zweck er gesandt wurde. Endet das Evangelium mit Mk 16,8, dann bleibt der Ausgang letztlich offener als in den anderen Evangelien. Ist der längere Schluss (Mk 16,9-20) echt dann scheinen die Jünger nach der Auferstehung doch endlich zu begreifen. Ist der ursprüngliche Schluss nicht erhalten, dann könnte man ebenfalls davon ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Deutung====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Es ist dem Text nicht genau zu entnehmen, wie sie die Diskussion entfaltet und aus welchen Gründen sie sich so entwickelt.&#039;&#039;&#039; Klar ist nur, worauf Jesus ab V. 17 hinauswill. Vielleicht ignoriert Jesus mit seiner Belehrung in V. 15 vor dem Hintergrund der letzten Geschehnisse absichtlich, wie die Jünger sich schon wieder über der Frage der nächsten Mahlzeit in Details verlieren. Wie wir sehen werden, lässt sich V. 15 inhaltlich sehr gut mit der restlichen Perikope verbinden. Darin geht es wahrscheinlich um Jesu Identität als Messias, der auch einmal übernatürlich Nahrung besorgen kann, und den Glauben an ihn. Die Jünger fordert er anlässlich ihrer Sorge um Brot zu diesem Glauben auf und warnt sie davor, diese Wirklichkeit aus dem Blick zu verlieren (und so vom Sauerteig von Jesu Gegnern angesteckt zu werden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus warnt zunächst vor metaphorischem Sauerteig (V. 15&#039;&#039;&#039;; dazu s. die Fußnote zum Vers) und kritisiert die Jünger dann für ihr Unverständnis, während die Jünger darüber diskutieren, dass sie nichts zu Essen dabei haben. Die Ausleger unterscheiden sich darin, ob V. 15 im Rahmen der Perikope zu verstehen ist oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Pesch&amp;lt;/u&amp;gt; sieht als einzige Gemeinsamkeit von Pharisäern und Herodes ihr &amp;lt;u&amp;gt;Streben nach einem Judenstaat&amp;lt;/u&amp;gt; (wobei beide sich in der Umsetzung deutlich von einander unterscheiden). Der einzige Bezug zum Kontext in dieser Tradition ist dann jedoch der thematische zwischen Brot und Sauerteig. Markus, der den Bericht in seine Erzählung einbaut, will dann Jesu Aussage nicht um die Erwähnung von Herodes kürzen, spielt aber nur auf die Zeichenforderung der Pharisäer an, die einen gefährlichen Unglauben offenbart (Pesch 1976, 413f.). Heutzutage würden wenige noch so argumentieren, weil sich mit der Begründung, ein Redaktor (=Markus) habe eine Tradition (=die ursprüngliche Erzählung) so und so verstanden, aber nicht perfekt in den Kontext eingebaut, auch sehr viel in einen Text hineinlesen lässt. Letztlich schiebt dies dem Redaktor den schwarzen Peter für einen schwer verständlichen Text zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;France&amp;lt;/u&amp;gt; glaubt aber nicht daran, dass der Kontext zur Klärung der Frage nach dem Sauerteig hilfreich ist, und deutet den Sauerteig von Pharisäern und Herodes als &amp;lt;u&amp;gt;Feindseligkeit gegenüber Jesus&amp;lt;/u&amp;gt; (ders. 2002, 315f.). Vv. 17-21 versteht er wie wir als Kritik an den Sorgen der Jünger, die 1. seine Macht, Nahrung zu besorgen und 2. auf einer tieferen Ebene auch etwas über seine Identität schon aus dem Brotvermehrungswunder (vgl. 6,52) gelernt haben sollten (ebd. 318).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Collins&amp;lt;/u&amp;gt; listet die Vermutungen einiger anderer (Hoehner: ähnlich Pesch – die Genannten verstehen messianische Königsherrschaft falsch; Deines: die Pharisäer sehen sich als Sauerteig, der die gesamte Gesellschaft heilig macht) und schließt dann aus dem Kontext darauf, dass &amp;lt;u&amp;gt;Sauerteig für Feindseligkeit&amp;lt;/u&amp;gt; steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Guelich&amp;lt;/u&amp;gt; (ähnlich &amp;lt;u&amp;gt;Watts&amp;lt;/u&amp;gt; 2007, 174f., der Joel &amp;lt;u&amp;gt;Marcus&amp;lt;/u&amp;gt; 1999 (AB), 410 folgt): Mit seiner Warnung vor dem Sauerteig der Pharisäer und des Herodes warnt Jesus die Jünger davor, denselben Fehlschlüssen zum Opfer zu fallen wie die Genannten und letztlich ohne Glauben dazustehen (Guelich 1989, 423f.). Jesus erwartet offensichtlich, dass die Jünger aus den Speisungswundern gelernt haben, wer er ist (und dass sie sich bei Jesus keine Sorgen um die nächste Mahlzeit zu machen brauchen; Vv. 17-21). Aus dem einen Brot könnte Jesus leicht wieder genug für alle machen (ebd. 421f.; vgl. France 2002, 318). Daher ist die Frage der nächsten Mahlzeit aus der Perspektive des Glaubens an Jesus zweitrangig und unwesentlich. Die eben präsentierten Pharisäer haben ihren Unglauben offen gezeigt, indem sie von Jesus weitere Zeichen forderten. Auch Herodes hat Jesu Wunder nicht verstanden (Mk 6,14-16). Jesus warnt die Jünger davor, sich davon anstecken zu lassen und verstockte Herzen zu haben (V. 17). Stattdessen sollen sie &amp;lt;u&amp;gt;seine göttliche Identität und seinen messianischen Auftrag erkennen&amp;lt;/u&amp;gt; (vgl. Watts 2007, 175). Das ist vielleicht die plausibelste Lösung, weil sie a) die Sauerteig-Äußerung mit dem Kontext vereinbaren kann und b) deren Deutung wiederum dem weiteren Kontext entnimmt und c) gut durch die in V. 18 aus dem AT hervorgerufenen Stellen verstärkt wird sowie zu Mk 6,52 passt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesu Kritik an den Jüngern (Vv. 17-21)&#039;&#039;&#039; bezieht sich wieder auf {{Bibel|Jes|6,|9-10}} (und Mk 4,10-13). Mit einer Serie rhetorischer Fragen weist Jesus die Jünger für ihre begrenzte Perspektive zurecht. Wie schon die Pharisäer in 8,11-13 außen vor gelassen wurden, werden nun auch die Jünger wieder in den Zusammenhang der Unverständigen, an denen Gottes Botschaft vorbeigeht (Kap. 4; vgl. 6,52), gerückt (8,17-18) (France 2002, 314). Guelich: &#039;&#039;„The disciples’ failure to understand first surfaced with the question about “parables” in 4:10–12. Jesus informed them that they had been given the “mystery of the Kingdom” while those “outside” found the parables to be “riddles” according to the prophecy of Isa 6:9–10. Yet in the next verse (4:13) Jesus critically queried the disciples’ failure to understand the parable in question (see Comment on 4:13). We find the same retort again in 7:18 when the disciples fail to grasp the “parable” of things clean and unclean (7:15). Here the reference to the prophets’ indictment of Israel’s failure to see and hear (7:18) sounds dangerously close to what Isa 6:9–10 had to say about “those outside” cited in 4:12 (see Comment on 4:12).“ (Guelich 1989, 420).&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In V. 17 bezieht sich seine Kritik sprachlich auf den Kommentar des Verfassers aus 6,52&#039;&#039;&#039;, wonach die Jünger die Bedeutung der Brote nicht verstanden hatten. Hier spricht Jesus das Urteil nun selbst aus (vgl. Collins 2007, 388). Dass er zu dieser Rede ansetzt, hat wohl auch damit zu tun, dass die Jünger seinen Ausspruch in V. 15 nicht verstanden oder beachtet haben (France 2002, 317). Die Frage nach dem verstockten Herzen schafft eine Verbindung zu Mk 3,5-6, wo die verstockten Herzen der Pharisäer zum ersten Mal dazu führen, dass sie Jesus nicht nur in seiner durch Lehre und Wunder offenbarten Rolle ablehnen, sondern auch töten wollen (Guelich 1989, 424).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In V. 18 ruft Jesus Jes 6,9 noch einmal in Erinnerung&#039;&#039;&#039; – mit Worten, die eher an Jer 5,21; Ez 12,2 (oder Ps 115,5-6) erinnern. Doch seine Fragen setzen die Jünger noch nicht direkt mit den „Ungläubigen“ gleich. Vielmehr sollen sie die Jünger wohl zu Besserem animieren (Guelich 1989, 425).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Jesus in &#039;&#039;&#039;V. 19-20&#039;&#039;&#039; noch einmal die Größe der Menschenmengen nennt, könnte darauf hinweisen, dass es sich bei den „5000 Männern“ (6,44) aus dem ersten Wunder tatsächlich nur um Männer handelte (und nicht um eine wesentlich größere Gruppe. S. die „militärische“ Deutung, die dort diskutiert wird), bei der zweiten Gruppe dagegen um eine gemischte Menge. Die beiden Wörter für „Körbe“ entstammen den jeweiligen Berichten (6,43; 8,8). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:44, 4. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund der ersten Blindenheilung (22-26)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Heilung weist Gemeinsamkeiten mit der Heilung des Taubstummen (7,31-37) auf.&#039;&#039;&#039; France: „We have noted in discussing 7:31–37 how similar that narrative is to this healing story, in its non-Galilean location, its attention to the detail of Jesus’ healing method, its mention of his touching the affected parts of the body and his use of saliva, and the attempt to avoid publicity by taking the patient away from the crowd who had asked for the healing. In discussing 7:31–37 we noticed the significance of the healing of a deaf and dumb man in the light of Is. 35:5–6. That prophecy begins with the opening of the eyes of the blind, a work which is attributed to God also in Ps. 146:8; Is. 29:18. In the light of such OT passages these two pericopes together add up to a very impressive claim with regard to who Jesus is.“ (France 2002, 322)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass in der Geschichte auch ein Symbolgehalt mitschwingt, lässt sich daraus ableiten, dass der Blinde (ebenso wie die übertragene Blindheit der Jünger) schrittweise geheilt wird (France 2002, 322f.). So liegt die Vermutung nahe, dass Markus den Vorfall absichtlich an dieser Stelle erzählt, um diesen Prozess zu illustrieren (Collins 2007, 390). Die Jünger brauchen auch nach Petrus&#039; Messiasbekenntnis noch lange, bis sie Jesus ganz verstanden haben. Dessen Aufgabe ist nicht nur die Heilung der echten Blinden, sondern auch der im übertragenen Sinne Blinden (France 2002, 322f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Parallelen zur Heilung des Taubstummen in Mk 7,31-37&#039;&#039;&#039;: 1. Man bringt Jesus einen Mann, um ihn zu heilen. 2. Jesus nimmt den Mann beiseite. 3. Jesus heilt den Mann mit Speichel und Berührung. 4. Ein Schweigegebot (bzw. eine Maßnahme, die auf Geheimhaltung zielt) zu einem 5. Vorfall, der sich unmöglich verbergen lässt. (Guelich 1989, 429) Dass dies die erste Blindenheilung ist, die Markus explizit erwähnt, macht die Beschreibung noch etwas dramatischer (France 2002, 324).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wie in der ersten Heilungsgeschichte kann man auch hier magische Elemente sehen&#039;&#039;&#039;, etwa die Verwendung von Speichel, die Berührung oder der Rückzug ins Private. Collins vermutet, dass das Publikum dies so wahrgenommen hätte (dies. 2007, 393). Im Fall des ersten Berichts wurde gemutmaßt, dieser Heilungsbericht entstamme einer eher griechisch geprägten Überlieferung, es wird von beiden Vorfällen angenommen, dass sie in heidnischem Gebiet stattfinden. Markus siedelt die Geschichte auch in Bethsaida an, wo hauptsächlich Nichtjuden lebten. Aufgrund der magischen Elemente der Heilung bietet es sich auch hier wieder an zu vermuten, dass Jesus die Heilung den Heiden damit verständlich macht (Collins 2007, 390f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Berührung hilft wohl dem Blinden, die Heilung mitzuverfolgen&#039;&#039;&#039; (vgl. France 2002, 324). Ähnliches hatten wir auch schon über Jesu Vorgehensweise bei der Heilung des Taubstummen in 7,31-37 vermutet, wo er deutlich mehr Gesten und einfache Worte benutzt. Hier verzichtet er auf Gesten und heilt so, dass der Blinde haptisch und akustisch miterleben kann. Doch diese Heilung ist dennoch anders als die vorigen. Hat Jesus in Mk bisher häufig mit einem Befehl das Wunder vollbracht (Mk 1,21-28; 41-42; 2,11) heilt Jesus den Blinden hier schrittweise und fragt auch noch nach, ob er nun sehen kann. Den anderen Blinden in Mk 10,52 heilt Jesus dagegen ebenfalls auf der Stelle. Das ist vielleicht ein Grund dafür, dass weder Matthäus noch Lukas diesen Vorfall mit aufgenommen haben (Collins 2007, 394). Guelich glaubt, dass dieser Heilungsprozess Jesus als Arzt darstellt, der seinen Patienten behandelt (ders. 1989, 433).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Am Ende gebietet Jesus diesmal nur dem Geheilten, direkt nach Hause zu gehen&#039;&#039;&#039; (nicht wie in 7,36-37 allen Anwesenden, niemandem davon zu erzählen). Guelich hält das nicht für einen Teil des Messiasgeheimnisses, sondern für ein Stilmittel, das indirekt die Anwesenheit der Menschenmenge in der folgenden Schilderung erklären soll. Die Menschen wären dann zusammengekommen, weil sie trotz Jesu Maßnahmen von der Heilung erfahren hatten (Guelich 1989, 435). Collins vermutet, die Anordnung sei Teil der volksmedizinischen bzw. -magischen Handlungen, mit denen Jesus den Mann geheilt habe (Collins 2007, 395). Gundry glaubt im Gegenteil, dass der Blinde unter normalen Umständen zurück ins Dorf gegangen wäre, um der Beschäftigung aller Blinden nachzugehen: zu betteln. Dass er stattdessen nach Hause gehen soll, sei erst recht eine Demonstration der Heilung (Gundry 2000, 419f.). France hält Jesu Anweisung für zu unklar, um eindeutig auf ein Geheimhaltungsmotiv zu verweisen (anders als bei vorausgegangenen Wundern). Möglich, dass Jesus nur etwas Zeit gewinnen wollte, um weiterziehen zu können (France 2002, 325). Sicher ist, dass wir heute nur noch Mutmaßungen darüber anstellen können. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 5. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zu (27-33)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markus hat lange auf diesen Moment hingearbeitet.&#039;&#039;&#039; Schon von Anfang an waren die Leute verblüfft über seine Lehre und Kräfte. Die Jünger fragen sich schon seit längerem, wem sie da eigentlich als Lehrer folgen (4,41; vgl. 6,51). Der Leser, der ja schon seit dem Beginn des Buchs wenigstens eine Ahnung von Jesu Identität hat, wird immer wieder erstaunt über die Langsamkeit, mit der die Jünger begreifen. Schon im ersten Kapitel brach Jesu ware Identität aus einem Dämon hervor (1,24)! Mit Markus hat der Leser den Kopf geschüttelt über die Menschen von Nazaret, die sich Jesus gegenüber verschlossen, weil sie seine Herkunft zu kennen meinten (6,3). In den letzten festgehaltenen Geschehnissen haben der Evangelist (6,51-52), aber auch Jesus selbst, nun Kritik geübt und den Jüngern vor Augen geführt, dass sie schon sehr viel mehr erkannt haben sollten (8,17-21). Bisher haben sie ihn dann auch nur „Lehrer“ genannt (4,38) – was er mit „Menschensohn“ (2,10.28) gemeint hat, haben sie wohl nicht verstanden. In christologischer Hinsicht bildet dieser Abschnitt den Höhepunkt des Evangeliums. Von jetzt an geht es um die Frage, was es bedeutet, Jesus zu folgen. Von jetzt an geht es auf das Ziel von Jesu Mission zu – V. 31 vermittelt den ersten Eindruck davon. Die Gruppe reist von nun an langsam nach Jerusalem, wo die Geschichte von Jesus ihren Höhepunkt erleben wird (France 2002, 326f.; vgl. Collins 2007, 401f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Gerüchte (V. 28) verbindet, dass alle Jesus für einen Propheten halten&#039;&#039;&#039;: Ob für Johannes der Täufer, Elija oder einen anderen der alten Propheten aus dem Alten Testament. Schon Herodes hatte Jesus für eine Reinkarnation des hingerichteten Johannes gehalten (6,14-16) – jetzt erfahren wir, dass er damit nicht der einzige war (vgl. France 2002, 328). Elijas Rückkehr wurde aufgrund von Mal 3,23f. erwartet, wie zwischentestamentliche jüdische Schriften zeigen (Evans 2001, 14). Aus heutiger Sicht lässt sich nicht mehr sagen, ob die Leute dies faktisch glaubten oder diese Namen nur metaphorisch auf Jesus anwendeten, um ihn mit jenen Propheten zu vergleichen (vgl. France 2002, 328).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch &#039;&#039;&#039;Jesu zweite Frage (V. 29)&#039;&#039;&#039; impliziert, dass die öffentliche Meinung den Kern noch nicht getroffen hat. Die Jünger haben das Geheimnis von Gottes Herrschaft/Reich erhalten (4,11), daher erwartet Jesus von ihnen ein größeres Verständnis (France 2002, 329). Zu &#039;&#039;&#039;Messias&#039;&#039;&#039; s. die Fußnote in V. 29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesu Schweigegebot an die Jünger (V. 30)&#039;&#039;&#039; ist der einzige Vers in Mk, wo das Messiasgeheimnis faktisch ein Geheimnis über den Messias ist. Nur hier geht es darum, Jesu Identität als der Messias Israels geheim zu halten. Jesus bricht das Schweigen erst vor dem Hohen Rat in Mk 14,61-62. Die nächstliegende Erklärung ist, dass Jesus sich vor Missverständnissen (und wohl auch Bedrohungen vor der richtigen Zeit) schützen möchte. Jesus hat bereits als Prophet eine unheimliche Anziehungskraft und Beliebheit entwickelt. In 6,31-44 hatte sich möglicherweise eine Menschenmenge aufgemacht, um Jesus zu ihrem militärischen Anführer zu machen. Und Herodes Antipas hatte schon den allzu mächtigen Johannes. Mit dem Titel „Messias“ waren die verschiedensten eschatologischen Erwartungen verknüpft. Ab V. 31 offenbart Jesus jedoch, was das eigentliche Ziel des Messias ist. Die allgemeinen Erwartungen der Menschen wären dazu eher hinderlich gewesen (France 2002, 330f.; Evans 2001, 15f.).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Collins 2007 findet in einigen zwischentestamentlichen Schriften (Henoch 37-71 und 2 Esdras 13) Hinweise darauf, dass der Messias zumindest gelegentlich mit dem Menschensohn aus Dan 7,13 gleichgesetzt wurde – genau wie es Markus und Jesus offenbar tun (V. 29 Messias, V. 31 Menschensohn). Dieser Menschensohn sollte für Gott das eschatologische Gericht halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 31: Jesus ergänzt den Titel „Messias“ um den des Menschensohns&#039;&#039;&#039;, mit dem er sich besonders zu identifizieren scheint. Die Passionsvorhersage erscheint in ähnlicher Form nochmals in MK 9,31 und 10,33-34. Evans hält die Passionsvorhersagen für echt, glaubt aber, dass Jesus sie ursprünglich erst innerhalb Jerusalems gemacht hat. Markus hat die Aussagen dann an diese Stelle vorgezogen. So ließe sich der weitere Verlauf der Handlung besser erklären (Evans 2001, 11). Auch Collins glaubt, Jesus könne solche Erwartungen gehabt haben, wenn Markus sie auch im Lichte der späteren Ereignisse wiedergibt (Collins 2007, 403). Die Notwendigkeit von Jesu Leiden, Tod und Auferstehung wird in Mk 9,21; 14,21.49 mit Schriftzitaten belegt (France 2002, 334). Die Beschreibung, was mit dem Menschensohn geschehen müsse, bezieht Jesus wohl auf Gottes umfassenden Plan mit der Welt, als Teil der Erfüllung endzeitlicher Prophezeiungen (Collins 2007, 403).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass der Menschensohn &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;abgelehnt&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; werden muss, entstammt wohl dem von den Bauleuten abgelehnten Stein, der zum Eckstein wird, aus Ps 118:22 (Ps 117:22 LXX). Diesen Psalm zitiert Jesus später in einem Gleichnis mit ganz ähnlichem Sinn (Mk 12,10f.). Die ablehnende Rolle der Ältesten, Hohen Priester und Schriftgelehrten zeichnet Markus in Mk 11,27; 14,43.53 und 15,1 nach (Evans 2001, 17; Collins 2007, 404). Dass der Menschensohn, der in Dan 7,13-14 ultimative Macht erhält, nun abgelehnt und getötet werden muss, macht Jesu Vorhersagen zu einem deutlichen Gegensatz dazu, was man zu seiner Zeit vom Menschensohn erwartet hätte (France 2002, 333f.). Die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;drei Tage&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; könnten ein sinngemäßes Zitat aus Hos 6,2 darstellen (Evans 2001, 17f.; Collins 2007, 404f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus spricht offen zu den Jüngern (V. 32),&#039;&#039;&#039; denen das Geheimnis des Reichs Gottes gegeben wurde (Mk 4,11). Zu &#039;&#039;&#039;Petrus&#039; Rüffel und Jesu Reaktion (32b-33)&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten in V. 32b und 33. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:14, 7. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintegrund zu 8,34-9,1===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In diesem Abschnitt beschreibt Jesus den Preis, aber auch den Ertrag der Nachfolge.&#039;&#039;&#039; Wer ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben die Nachfolge in den Mittelpunkt seines Lebens stellt, wird ewiges Leben gewinnen und auch im Endgericht (oder bei Jesu Rückkehr) bestand haben. Wer das nicht tut, sich wegen Jesus schämt, gerät in Gefahr, dieses ewige Leben zu verlieren. Ein wahrer Jünger muss bereit sein, gegebenenfalls Jesu Schicksal zu teilen. Daneben erfahren wir, dass Jesus diese Ereignisse aus Sicht der Menschensohn-Prophetie aus Daniel 7,13-14 sieht und dass dieser Menschensohn (mit dem Jesus sich identifiziert) der Sohn Gottes ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus ruft offenbar eine &#039;&#039;&#039;Menschenmenge&#039;&#039;&#039; herbei, um dem Leser zu bedeuten, dass die folgenden Worte sich nicht nur an die 12 Jünger richten (Evans 2001, 25). Zu &#039;&#039;&#039;V. 34&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten. &#039;&#039;&#039;V. 35&#039;&#039;&#039; bildet wohl ein Wortspiel mit dem Wort &#039;&#039;&#039;ψυχή&#039;&#039;&#039;, das sowohl (ewiges oder irdisches) Leben als auch Seele bedeuten kann. Gemeint ist wohl, das irdische Leben aufzugeben und für gering zu erachten und möglicherweise zu verlieren, um dann ewiges Leben zu erhalten (bzw. seine Seele zu bewahren), anstatt die umgekehrte Priorität zu setzen und dabei das ewige Leben (bzw. die eigene Seele) zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 35 bildet einen erklärenden Parallelismus zu V. 34&#039;&#039;&#039;: Sich selbst verleugnen und sein Kreuz zu tragen hängt damit zusammen, sein Leben nicht retten zu wollen und es zu verlieren. Nachzufolgen heißt, soweit zu gehen und selbst sein (irdisches) Leben aufs Spiel zu setzen und für unwichtig zu erachten (d.h. zu verleugnen), um dafür (ewiges) Leben zu erhalten (vgl. Collins 2007, 409; France 2002, 340f.). Jesus selbst wird dies vorleben (France).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &#039;&#039;&#039;V. 36&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten. &#039;&#039;&#039;V. 37&#039;&#039;&#039; spitzt Jesu Argumentation als rhetorische Frage zu. Die implizierte Antwort: Natürlich gibt es keinen angemessenen Gegenwert zum (ewigen) Leben (bzw. der Seele), deshalb sollte jeder Mensch dessen Erhalt die höchste Priorität einräumen (vgl. Evans 2001, 26).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 38 überträgt das Verhalten, das Jesus von seinen Nachfolgern erwartet, nun auf Scham und Ehre.&#039;&#039;&#039; Wie die meisten Kulturen auf der Erde (abgesehen vom modernen Westen, wo die Schuld-Kultur dominant ist) war die damalige Kultur eine Scham-Kultur. Wer in einer Scham-Kultur sein Gesicht verliert, beschämt nicht nur sich selbst, sondern schädigt auch dem Ansehen seiner Familie. Davon hängt auch der Wert eines Menschen in der Gesellschaft ab. Jesus stellt der Ehre hier auf Erden die Ehre nach dem Kommen des Menschensohns gegenüber. Wer sich in einer Generation, die sich von Gott abgewandt hat (s. Fußnote in V. 38), wegen Jesus und seiner Botschaft schämt, wird auch nach dem Kommen Gottes keine Ehre erhalten (vgl. France 2002, 341).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Kommen des Menschensohns&#039;&#039;&#039; bezieht sich auf das Endgericht, das der Menschensohn nach Dan 7 (=Jesus) halten wird. Auch die Beschreibung vom Kommen Gottes auf die Erde zum Gericht „mit allen seinen Heiligen“ aus Sach 14,5 schwingt hier möglicherweise mit (France 2002, 342f.). Dass der Menschensohn (hier gegen Bultmann eindeutig mit Jesus gleichgesetzt) hier durch die Erwähnung seines Vaters (=Gottes) indirekt als dessen Sohn bezeichnet wird, ist eine wichtige christologische Aussage. Schon in V. 29-31 hat Jesus die Titel „Messias“ und „Menschensohn“ (beide auf ihn bezogen) gleichgesetzt (Collins 2007, 411f.; vgl. France 2002, 343).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Mit der untreuen und sündigen Generation&#039;&#039;&#039; (s. Fußnote) sind nur jene Zeitgenossen im Blick, die Jesus abgelehnt haben, nicht die, die zu ihm stehen. Dem Kontext könnte man zudem entnehmen, dass die Generation auch deshalb als sündhaft und treulos bezeichnet wird, weil sie Jesu Nachfolger verfolgt (Collins 2007, 411).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem &#039;&#039;&#039;kommenden Reich Gottes (9,1)&#039;&#039;&#039; und dem kommenden Menschensohn besteht zumindest der Zusammenhang, dass beide für die Zukunft erwartet sind. Welcher Zusammenhang darüber hinaus besteht, ist letztlich nicht klar. Eine nahe liegende Möglichkeit ist, die beiden „Kommen“ gleichzusetzen, sodass sowohl das kommende Reich Gottes als auch das Kommen des Menschensohns sich auf Jesu Rückkehr beziehen. Im Zusammenhang mit Mk 13,26, das vom kommenden Menschensohn „mit großer Macht und Herrlichkeit“ spricht, scheint das nicht abwegig, denn diese Stelle scheint Mk 8,38 und 9,1 zu kombinieren. Die Aussage hätte sich dann nicht (in dieser Form) erfüllt (Collins 2007, 413).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(France glaubt, weder das Kommen des Menschensohns noch das Kommen des Reiches Gottes sind identisch mit Jesu Rückkehr auf die Erde (2002, 341-46).)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welches Ereignis ansonsten zu Lebzeiten der Jünger mit dem Kommen von Gottes Reich bzw. Herrschaft in Verbindung gesetzt werden könnte, ist unsicher. Unter anderem wurden Jesu Tod am Kreuz, Pfingsten oder ähnliche bedeutende Ereignisse vorgeschlagen. Andere beziehen die Aussage direkt auf die folgende Verklärung. In jedem Fall müsste man berücksichtigen, dass die Entwicklung, die Markus im Sinn hat, in zumindest einer gewissen zeitlichen Ferne liegen muss, um der Formulierung „einige von den Anwesenden werden nicht sterben (d.h. einige werden es noch miterleben)“  gerecht zu werden (France 2002, 344f.). Gleichzeitig sagt Jesus mehrmals, das Reich Gottes sei schon anwesend – woraus man schließen könnte, dass Jesus hier nur von dessen vollständigem Eintreffen spricht, etwa Mk 1,15 (Evans 2001, 29).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich selbst könnte mich damit anfreunden, dass es sich eher allgemein um die „mächtige“ Ausbreitung des christlichen Glaubens nach Jesu Tod und Auferstehung handelt. France: &#039;&#039;„In any or all of these ways, and no doubt in others too, those with eyes to see could have perceived before they died that God had powerfully taken control of events and was working out his purpose in history. Even if some of them were to die before this was clearly visible, the process had begun, and the mustard seed was growing. That is all that the wording of 9:1 requires. To classify this, as is sometimes done, as a failed prediction of an immediate parousia and end of the world is surely perverse: if that was what Mark intended, he has chosen a very obscure way to express it.“&#039;&#039; (2002, 345) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:39, 8. Mär. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_8&amp;diff=16141</id>
		<title>Diskussion:Markus 8</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_8&amp;diff=16141"/>
		<updated>2014-05-20T16:24:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: /* Spätere Entscheidungen/Ergänzungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = 1-30, 38 (Thommy B), 31-37 (mmalzner). Abgrenzung: 1-9a(9 oder 10) (Speisung von 4000), (9b-10 Brücke), (10)11-14 (Jesus verweigert den Pharisäern ein Zeichen), 15-21 (Jesus warnt die Jünger vor einer kurzsichtigen, diesseitigen Perspektive), 22-26 (Die erste Blindenheilung), 27-33 (Jesus ist der Messias, der leiden und sterben muss), 34-9,1 (Jesus beschreibt den Preis und Lohn der Nachfolge)&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = Zum Stil s. die Anmerkungen zu Kap. 3. Das Griechisch ist gleichzeitig einfach und teils komplizierter formuliert, als man es für nötig halten würde. Teils rumpelige oder semitisch angehauchte Formulierungen bemerkt man immer wieder mal. Erklärungen zu den einzelnen Perikopen s.u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vv. 34-38 enthalten weisheitlich geprägte Sprichwörter nach atl. Vorbild, die das Bild von Selbstverleugnung und bedingungsloser Nachfolge aus V. 34 um weitere Dimensionen ergänzen. ([[Benutzer:Ben|Ben]])&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-38 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-38&amp;lt;/u&amp;gt;: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989 bzw. ab. V. 27: Craig A. Evans, Mark 8:27–16:20 (WBC), Dallas 2001.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Wo zitiert&amp;lt;/u&amp;gt;:&lt;br /&gt;
Craig Blomberg, Matthew (New American Commentary). Nashville: Broadman &amp;amp; Holman, 1992; &lt;br /&gt;
Robert Gundry, [http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC Mark: A Commentary on His Apology for the Cross], Chapters 1 - 8. Wm. B. Eerdmans Publishing, &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;2000;&lt;br /&gt;
Earl J. Johnson, Mark VIII. 22–26: The Blind Man from Bethsaida, in: New Testament Studies 25/3 1979, 370–383;&lt;br /&gt;
Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976;&lt;br /&gt;
Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-38: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-38: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Mk 8 ist jetzt fertig. Wie bei den vorigen Kapiteln gebe ich eine Woche Zeit für Rückfragen, bevor ich den Status der Studienfassung hochsetze. Nach einem erneuten Review in zwei Monaten würde ich den Status dann auf &amp;quot;fertig&amp;quot; setzen, sofern keine neuen Fragen aufkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erklärung zum letzten Abschnitt erfolgt, wenn ich 9,1 eingestellt habe. (Wahrscheinlich werde ich das alles irgendwann in den Kommentar verschieben.) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 18:28, 8. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochgesetzt! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:45, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Spätere Entscheidungen/Ergänzungen==&lt;br /&gt;
* Eine Fußnote zu Betsaida (V. 22), eine zu Cäsarea Philippi (V. 27)&lt;br /&gt;
* Erweiterung der Fußnote bei &amp;quot;Messias&amp;quot; in V. 29. Dabei erklärungen zu &amp;quot;der Gesalbte&amp;quot;, weitere AT-Hintegründe und evtl. ein Vergleich der Erwartungen mit Jesu Auftreten. Ein Link auf einen geeigneten [[Messias|Lexikonartikel]] könnte sich als hilfreich erweisen.&lt;br /&gt;
* V. 24: Wie ist περιπατοῦντας, ἀνθρώπους, δένδρα zu übersetzen?&amp;lt;!-- Passend zur nun entstandenen Diskussion geändert. Das eigentlich gemeinte Thema war eh doppelt vorhanden (s. letzter Punkt) --&amp;gt;  --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:27, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
: Bitte Fußnote ai überarbeiten, da inkorrekt. France lehnt die Übersetzung &amp;quot;wie umhergehende Bäume&amp;quot; ab, nicht &amp;quot;wie Bäume umhergehen&amp;quot;!! [[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
: Die Fußnote wendet sich gegen eine in deutschen Übersetzungen vorgefundene Formulierung als ([[AcP]]). Diese Formulierung würde das Partizip ebenso falsch verstehen wie die bei France abgelehnte Übersetzung &amp;quot;wie umhergehende Bäume&amp;quot; ([[attributives Partizip]]). Ich vermute, dass ich keine Übersetzung gefunden habe, die das Partizip attributiv übersetzt. Die Beobachtung bei France wendet sich jedenfalls auch gegen die zitierten deutschen Übersetzungen und ist daher gültig. Würdest du mir da zustimmen? :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Meine nächste Frage wäre aber: Stimmt das überhaupt? Wäre der Akk. Pl. nicht auch δένδρα? Dann wären alle Wörter kongruent. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:57, 20. Mai 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: δένδρα (Akk. Pl. n.) und περιπατοῦντας (Akk. Pl. m.) sind nie und nimmer kongruent (contra opentext.org). Aber das ist ja gar nicht die Frage, sondern auf was sich das &amp;quot;A&amp;quot; in &amp;quot;AcP&amp;quot; bezieht. δένδρα kann es nicht sein wegen fehlender Kongruenz, aber ἀνθρώπους bzw. ein dazu entsprechendes, gedachtes Personalpronomen schon. Ich denke, das ist, was die meisten (auch ich) hier übersetzen: &amp;quot;dass (sie) wie Bäume umhergehen&amp;quot;. Lässt man &amp;quot;wie Bäume&amp;quot; weg, bleibt immer noch der &amp;quot;reine&amp;quot; AcP: &amp;quot;dass (sie) umhergehen&amp;quot;. Ich habe mittlerweile so viele ausgelassene Personalpronomen (z.B. in Gen. Abs. Konstruktionen) gesehen, dass ich mir dabei vielleicht schon gar nichts mehr denke. Liege ich falsch? --[[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Einige [[Imperfekt]]e, zu denen es noch mehr zu forschen gibt.&lt;br /&gt;
* Zudem &amp;quot;[[Menschensohn]]&amp;quot;, was aber nicht auf Kap. 8 beschränkt ist.&lt;br /&gt;
* V. 24-25: kann der Mann &#039;&#039;sehen&#039;&#039; oder &#039;&#039;wieder sehen&#039;&#039;? Bartimäus in Mk 10,51-52 kann nur &amp;quot;sehen&amp;quot;. Wie viel kann man aus &amp;quot;wiederhergestellt sein&amp;quot; (V. 25) ableiten? Geht es dabei um einen faktischen früheren Zustand - oder um einen Idealzustand, der vielleicht vorher nie geherrscht hatte? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:27, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hintergründe für Weiterübersetzer==&lt;br /&gt;
===Hintergrund zum zweiten Speisungswunder (1-9)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Geschichte ähnlich Joh 8,1-10 fast mehr als dem Speisungswunder aus Mk 6,35-44. Einige Ausleger glauben, dass diese Geschichte auf dieselbe Begebenheit zurückgeht.&#039;&#039;&#039; Zitat Guelich: „Nineham notes the similarities that point to a common story: (a) a deserted setting (6:35; 8:4), (b) the same question about available food (6:38; 8:35), (c) a command to recline (6:39; 8:6), (d) essentially the same words and sequence used for serving loaves (6:41; 8:6), (e) the same result (6:42; 8:8), (f) gathering of leftovers (6:43; 8:9), (g) a dismissal and boat journey (6:45; 8:10). In addition, many interpreters have pointed out the disciples’ surprising lack of understanding in 8:4 should they have previously fed an even larger crowd.“ (Guelich 1989, 401)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Doch es gibt auch Unterschiede zu dem vorigen Bericht&#039;&#039;&#039;, die über die überlieferten Zahlen hinausgehen. Diesmal ist Jesus aktiver, die Jünger passiv. Es fehlen AT-Anspielungen, die Schilderung von Jesu Bewirken des Wunders und die Anordnung der Essenden. In Markus&#039; Erzählung findet das Wunder zudem in einer von Juden wie Nichtjuden bewohnten, vielleicht ganz nichtjüdischen Gegend statt (Guelich 1989, 401-03; vgl. France 2002, 305-7). Das könnte der Hauptgrund dafür sein, dass Jesus überhaupt ein zweites solches Wunder erzählt (France 2002, 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
France glaubt nicht daran, dass Markus dieselbe Geschichte zweimal erzählt. Zu den Merkmalen mündlicher Überlieferung gehöre es, Zahlen beizubehalten, aber den Hintergrund anzupassen. Da wäre es seltsam, dass die Zahlen hier abgewandelt überliefert wurden und trotzdem so genau erhalten sind. Eine zweite Möglichkeit, dass Markus selbst dieselbe Geschichte einfach in zwei Varianten erzählt, passe weder zu Markus&#039; sonstigem Vorgehen noch zum Kontext (Jesus geht später nochmals auf beide ein). Darum sei es am wahrscheinlichsten, dass zwei getrennte Begebenheiten in der Tradition mit der Zeit recht ähnliche Form gewonnen hätten (France 2002, 305-7). Möglich, dass Markus die Ähnlichkeiten bewusst verstärkt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beinahe identische Reaktion der Jünger, die sie hier besonders schwer von Begriff erscheinen lässt, könnte dadurch zu erklären sein, dass diese Geschichte unabhängig von der ersten überliefert wurde (Collins 2007, 377). Eine andere Möglichkeit ist, dass die Jünger in der ersten Geschichte wenigstens die Möglichkeit sahen, irgendwo Nahrung zu besorgen. Hier jedoch ist die Lage (sowohl die geographische als auch die der Menschen) akuter (Gundry, 393–94, zitiert bei France 2002, 308). Oder Markus möchte mit der vertrauten Reaktion Kontinuität zum ersten Ereignis herstellen, vernachlässigt dabei aber die Entwicklung der Geschichte (W. T. Shiner, Follow, 222–26, zitiert bei ebd.). Pesch leitet aus dem Fragewort „Woher“ ab, dass die Jünger nicht wissen, aus welchen Vorräten sie das Brot etwa nehmen sollten (Pesch 1976, 403).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ab V. 5 (par 6,38) nehmen die wörtlichen Parallelen stark zu&#039;&#039;&#039;, und die Szene wird auch sprachlich zum Déjà-vu des ersten Speisungswunders. Es lohnt sich auch in der Lesefassung, entsprechend zu formulieren. V. 6 par 6,41a, V. 7 par 6,41b. V. 8 par 6,42-43. V. 9a par 6,44.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Zahlen&#039;&#039;&#039; haben in der Vergangenheit zu Spekulationen über eine mögliche Symbolik geführt, doch lässt sich nichts gesichert feststellen. Markus hält zwar auffällig viele Zahlen genau fest, gibt aber keinen echten Hinweis auf eine mögliche Symbolik. Die sieben Brote (V. 5) und sieben Körbe (V. 8) könnten einfach bedeuten, dass aus jedem Brot genug wurde, um am Ende noch einen ganzen Korb zu füllen. Dass in Kap. 6 dagegen aus fünf Broten zwölf Körbe wurden, könnte jedoch bedeuten, dass zumindest die 12 symbolisch gemeint ist (Guelich 1989, 408; Collins 2007, 380).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Am Ende schickt Jesus die Menschen weg (9a)&#039;&#039;&#039; – durch sein Wunder besteht keine Gefahr mehr, dass sie unterwegs vor Schwäche kollabieren (Guelich 1989, 408). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:10, 1. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zum verweigerten Zeichen (10-13)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zeichen&#039;&#039;&#039; bestätigen im AT immer wieder die Echtheit von Gottes Versprechen oder die Legitimität seiner Diener (Mose, Elija u.a.) (vgl. die Fn in V. 11). Die Pharisäer lassen sich also in dieser Hinsicht nichts zu schulden kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Warum verweigert Jesus das Zeichen?&#039;&#039;&#039; Einige schieben wieder das Messiasgeheimnis vor. Doch die Antwort ist wohl eher im Unglauben seiner Widersacher zu finden. Weil die Pharisäer auch mit einem Zeichen nicht an ihn glauben werden, weil Unglaube nicht behoben werden kann, verweigert Jesus ein Zeichen. Wer Jesus wirklich eine Chance geben wollte, fand in seinem Wirken genug Anhaltspunkte, um nicht noch einen Beweis zu benötigen. Ein weiteres Zeichen zu verlangen, offenbarte ihren Unglauben (Guelich 1989, 415; vgl. France 2002, 312f.). Jesus ordnet „diese Generation“ bei denen außerhalb ein (Kap 3-4), die nicht mit offenen Ohren hinhören, sondern verstockt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Generation (V. 12)&#039;&#039;&#039; lässt sich vielleicht mit der Generation Israels vergleichen, die das Heilige Land nicht betreten durfte und in der Wüste starb (Ex 17,7). Auch damals gab es viele göttliche Zeichen, doch die Israeliten wollten immer mehr. Den Unglauben dieser Generation könnte Jesus im Sinn haben (Collins 2007, 384).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was ist mit Jesu Aufstöhnen „in seinem Geist“ gemeint? (V. 12)&#039;&#039;&#039; Die Vorsilbe „ana-“ macht aus dem Stöhnen oder Seufzer ein lautes oder Aufstöhnen. &#039;&#039;&#039;„in seinem Geist“&#039;&#039;&#039; heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht (vielleicht sogar ein Onomatopeion?). Im Deutschen ist das vielleicht vorstellbar, aber das lässt noch keinen Rückschluss auf das Griechische zu. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Stöhnen&#039;&#039;&#039; ist bei Pesch noch Ausdruck pneumatischer Erregung (Pesch 1976, 408), könnte aber einfach ein Ausdruck seiner menschlichen Gefühle sein (Collins 2007, 384). Jeffrey Gibson glaubt nach der Analyse der gebrauchten Wendung, es handle sich um einen Ausdruck der durch die Pharisäer geprüften Treue Jesu zu Gott. Es ist für ihn definitiv kein Ausdruck von Zorn oder Ungehaltenheit. Vielmehr wird seine Treue auf die Probe gestellt, und in dieser Herausforderung der Willenskraft entfährt Jesus der Seufzer (Gibson, Another Look, verlinkt [[Sekundärliteratur:Markus_8|hier]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus benutzt als Antwort eine Schwurformel (V. 12)&#039;&#039;&#039;, die eine besonders negative Reaktion signalisiert. Außerdem bricht er gleich darauf auf, was den Effekt noch verstärkt (Collins 2007, 385). Das zeigt auch, dass Jesus nicht in der Lage (oder willens) war, den Unglauben „dieser Generation“ (der Pharisäer) zu heilen. Stattdessen konzentriert er sich auf die Gruppe seiner Anhänger, die ebenfalls wenig begreifen, aber deren Glaube es ihnen ermöglich zu lernen (Guelich 1989, 416f.). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 2. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zur Schelte der Jünger anlässlich ihrer Sorge um Brot (14-21) ===&lt;br /&gt;
====Kontext====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus nennt in dieser Episode vier Bezugspunkte zu vorherigen Ereignissen&#039;&#039;&#039;: 1. die Pharisäer, 2. Herodes, 3. das erste Speisungswunder und 4. das zweite Speisungswunder. Das zweite Speisungswunder (8,1-9) und ein Ereignis mit Pharisäern (8,10-13) sind unmittelbar vorausgegangen. Dem ersten Speisungswunder (6,30-44) war ein Bericht über Herodes und den Tod von Johannes dem Täufer vorausgegangen (6,14-29) (vgl. Guelich 1989, 419).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die vorhergehende Heilung des Taubstummen (7,31-37)&#039;&#039;&#039; sowie &#039;&#039;&#039;die folgende Heilung eines Blinden (8,22-29)&#039;&#039;&#039; stehen bei Markus auch symbolisch für den Verständnisprozess der Jünger, die langsam verstehen, dass Jesus damit messianische Prophetien (Jes 29,18-19; 35,6) erfüllt. Zumindest ruft Markus setzt Markus diese Ereignisse sicherlich absichtlich in einen kontextuellen und thematischen Zusammenhang mit Jesu Kritik an Jüngern, die trotz funktionierender Augen und Ohren nichts wahrnehmen (V. 18). Jesus erwartet (mit „versteht ihr noch nicht“, 8,17.21) offenbar, dass die Jünger ihn bald verstehen werden. Die Heilung des Blinden könnte dann nach Markus&#039; Darstellung schließlich dazu beiträgen, dass der Groschen doch noch fällt. Nach Petrus&#039; Ausruf, Jesus sei der Messias (8,27-29), konzentriert sich Jesus weiter darauf, die metaphorische Taub- und Blindheit der Jünger zu heilen (Guelich 1989, 420). Der weitere Verlauf des Evangeliums macht jedoch deutlich, dass die Jünger bis zu Jesu Tod und Auferstehung nicht verstehen, was für eine Art von Messias er ist und mit welchem Zweck er gesandt wurde. Endet das Evangelium mit Mk 16,8, dann bleibt der Ausgang letztlich offener als in den anderen Evangelien. Ist der längere Schluss (Mk 16,9-20) echt dann scheinen die Jünger nach der Auferstehung doch endlich zu begreifen. Ist der ursprüngliche Schluss nicht erhalten, dann könnte man ebenfalls davon ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Deutung====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Es ist dem Text nicht genau zu entnehmen, wie sie die Diskussion entfaltet und aus welchen Gründen sie sich so entwickelt.&#039;&#039;&#039; Klar ist nur, worauf Jesus ab V. 17 hinauswill. Vielleicht ignoriert Jesus mit seiner Belehrung in V. 15 vor dem Hintergrund der letzten Geschehnisse absichtlich, wie die Jünger sich schon wieder über der Frage der nächsten Mahlzeit in Details verlieren. Wie wir sehen werden, lässt sich V. 15 inhaltlich sehr gut mit der restlichen Perikope verbinden. Darin geht es wahrscheinlich um Jesu Identität als Messias, der auch einmal übernatürlich Nahrung besorgen kann, und den Glauben an ihn. Die Jünger fordert er anlässlich ihrer Sorge um Brot zu diesem Glauben auf und warnt sie davor, diese Wirklichkeit aus dem Blick zu verlieren (und so vom Sauerteig von Jesu Gegnern angesteckt zu werden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus warnt zunächst vor metaphorischem Sauerteig (V. 15&#039;&#039;&#039;; dazu s. die Fußnote zum Vers) und kritisiert die Jünger dann für ihr Unverständnis, während die Jünger darüber diskutieren, dass sie nichts zu Essen dabei haben. Die Ausleger unterscheiden sich darin, ob V. 15 im Rahmen der Perikope zu verstehen ist oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Pesch&amp;lt;/u&amp;gt; sieht als einzige Gemeinsamkeit von Pharisäern und Herodes ihr &amp;lt;u&amp;gt;Streben nach einem Judenstaat&amp;lt;/u&amp;gt; (wobei beide sich in der Umsetzung deutlich von einander unterscheiden). Der einzige Bezug zum Kontext in dieser Tradition ist dann jedoch der thematische zwischen Brot und Sauerteig. Markus, der den Bericht in seine Erzählung einbaut, will dann Jesu Aussage nicht um die Erwähnung von Herodes kürzen, spielt aber nur auf die Zeichenforderung der Pharisäer an, die einen gefährlichen Unglauben offenbart (Pesch 1976, 413f.). Heutzutage würden wenige noch so argumentieren, weil sich mit der Begründung, ein Redaktor (=Markus) habe eine Tradition (=die ursprüngliche Erzählung) so und so verstanden, aber nicht perfekt in den Kontext eingebaut, auch sehr viel in einen Text hineinlesen lässt. Letztlich schiebt dies dem Redaktor den schwarzen Peter für einen schwer verständlichen Text zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;France&amp;lt;/u&amp;gt; glaubt aber nicht daran, dass der Kontext zur Klärung der Frage nach dem Sauerteig hilfreich ist, und deutet den Sauerteig von Pharisäern und Herodes als &amp;lt;u&amp;gt;Feindseligkeit gegenüber Jesus&amp;lt;/u&amp;gt; (ders. 2002, 315f.). Vv. 17-21 versteht er wie wir als Kritik an den Sorgen der Jünger, die 1. seine Macht, Nahrung zu besorgen und 2. auf einer tieferen Ebene auch etwas über seine Identität schon aus dem Brotvermehrungswunder (vgl. 6,52) gelernt haben sollten (ebd. 318).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Collins&amp;lt;/u&amp;gt; listet die Vermutungen einiger anderer (Hoehner: ähnlich Pesch – die Genannten verstehen messianische Königsherrschaft falsch; Deines: die Pharisäer sehen sich als Sauerteig, der die gesamte Gesellschaft heilig macht) und schließt dann aus dem Kontext darauf, dass &amp;lt;u&amp;gt;Sauerteig für Feindseligkeit&amp;lt;/u&amp;gt; steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Guelich&amp;lt;/u&amp;gt; (ähnlich &amp;lt;u&amp;gt;Watts&amp;lt;/u&amp;gt; 2007, 174f., der Joel &amp;lt;u&amp;gt;Marcus&amp;lt;/u&amp;gt; 1999 (AB), 410 folgt): Mit seiner Warnung vor dem Sauerteig der Pharisäer und des Herodes warnt Jesus die Jünger davor, denselben Fehlschlüssen zum Opfer zu fallen wie die Genannten und letztlich ohne Glauben dazustehen (Guelich 1989, 423f.). Jesus erwartet offensichtlich, dass die Jünger aus den Speisungswundern gelernt haben, wer er ist (und dass sie sich bei Jesus keine Sorgen um die nächste Mahlzeit zu machen brauchen; Vv. 17-21). Aus dem einen Brot könnte Jesus leicht wieder genug für alle machen (ebd. 421f.; vgl. France 2002, 318). Daher ist die Frage der nächsten Mahlzeit aus der Perspektive des Glaubens an Jesus zweitrangig und unwesentlich. Die eben präsentierten Pharisäer haben ihren Unglauben offen gezeigt, indem sie von Jesus weitere Zeichen forderten. Auch Herodes hat Jesu Wunder nicht verstanden (Mk 6,14-16). Jesus warnt die Jünger davor, sich davon anstecken zu lassen und verstockte Herzen zu haben (V. 17). Stattdessen sollen sie &amp;lt;u&amp;gt;seine göttliche Identität und seinen messianischen Auftrag erkennen&amp;lt;/u&amp;gt; (vgl. Watts 2007, 175). Das ist vielleicht die plausibelste Lösung, weil sie a) die Sauerteig-Äußerung mit dem Kontext vereinbaren kann und b) deren Deutung wiederum dem weiteren Kontext entnimmt und c) gut durch die in V. 18 aus dem AT hervorgerufenen Stellen verstärkt wird sowie zu Mk 6,52 passt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesu Kritik an den Jüngern (Vv. 17-21)&#039;&#039;&#039; bezieht sich wieder auf {{Bibel|Jes|6,|9-10}} (und Mk 4,10-13). Mit einer Serie rhetorischer Fragen weist Jesus die Jünger für ihre begrenzte Perspektive zurecht. Wie schon die Pharisäer in 8,11-13 außen vor gelassen wurden, werden nun auch die Jünger wieder in den Zusammenhang der Unverständigen, an denen Gottes Botschaft vorbeigeht (Kap. 4; vgl. 6,52), gerückt (8,17-18) (France 2002, 314). Guelich: &#039;&#039;„The disciples’ failure to understand first surfaced with the question about “parables” in 4:10–12. Jesus informed them that they had been given the “mystery of the Kingdom” while those “outside” found the parables to be “riddles” according to the prophecy of Isa 6:9–10. Yet in the next verse (4:13) Jesus critically queried the disciples’ failure to understand the parable in question (see Comment on 4:13). We find the same retort again in 7:18 when the disciples fail to grasp the “parable” of things clean and unclean (7:15). Here the reference to the prophets’ indictment of Israel’s failure to see and hear (7:18) sounds dangerously close to what Isa 6:9–10 had to say about “those outside” cited in 4:12 (see Comment on 4:12).“ (Guelich 1989, 420).&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In V. 17 bezieht sich seine Kritik sprachlich auf den Kommentar des Verfassers aus 6,52&#039;&#039;&#039;, wonach die Jünger die Bedeutung der Brote nicht verstanden hatten. Hier spricht Jesus das Urteil nun selbst aus (vgl. Collins 2007, 388). Dass er zu dieser Rede ansetzt, hat wohl auch damit zu tun, dass die Jünger seinen Ausspruch in V. 15 nicht verstanden oder beachtet haben (France 2002, 317). Die Frage nach dem verstockten Herzen schafft eine Verbindung zu Mk 3,5-6, wo die verstockten Herzen der Pharisäer zum ersten Mal dazu führen, dass sie Jesus nicht nur in seiner durch Lehre und Wunder offenbarten Rolle ablehnen, sondern auch töten wollen (Guelich 1989, 424).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In V. 18 ruft Jesus Jes 6,9 noch einmal in Erinnerung&#039;&#039;&#039; – mit Worten, die eher an Jer 5,21; Ez 12,2 (oder Ps 115,5-6) erinnern. Doch seine Fragen setzen die Jünger noch nicht direkt mit den „Ungläubigen“ gleich. Vielmehr sollen sie die Jünger wohl zu Besserem animieren (Guelich 1989, 425).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Jesus in &#039;&#039;&#039;V. 19-20&#039;&#039;&#039; noch einmal die Größe der Menschenmengen nennt, könnte darauf hinweisen, dass es sich bei den „5000 Männern“ (6,44) aus dem ersten Wunder tatsächlich nur um Männer handelte (und nicht um eine wesentlich größere Gruppe. S. die „militärische“ Deutung, die dort diskutiert wird), bei der zweiten Gruppe dagegen um eine gemischte Menge. Die beiden Wörter für „Körbe“ entstammen den jeweiligen Berichten (6,43; 8,8). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:44, 4. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund der ersten Blindenheilung (22-26)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Heilung weist Gemeinsamkeiten mit der Heilung des Taubstummen (7,31-37) auf.&#039;&#039;&#039; France: „We have noted in discussing 7:31–37 how similar that narrative is to this healing story, in its non-Galilean location, its attention to the detail of Jesus’ healing method, its mention of his touching the affected parts of the body and his use of saliva, and the attempt to avoid publicity by taking the patient away from the crowd who had asked for the healing. In discussing 7:31–37 we noticed the significance of the healing of a deaf and dumb man in the light of Is. 35:5–6. That prophecy begins with the opening of the eyes of the blind, a work which is attributed to God also in Ps. 146:8; Is. 29:18. In the light of such OT passages these two pericopes together add up to a very impressive claim with regard to who Jesus is.“ (France 2002, 322)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass in der Geschichte auch ein Symbolgehalt mitschwingt, lässt sich daraus ableiten, dass der Blinde (ebenso wie die übertragene Blindheit der Jünger) schrittweise geheilt wird (France 2002, 322f.). So liegt die Vermutung nahe, dass Markus den Vorfall absichtlich an dieser Stelle erzählt, um diesen Prozess zu illustrieren (Collins 2007, 390). Die Jünger brauchen auch nach Petrus&#039; Messiasbekenntnis noch lange, bis sie Jesus ganz verstanden haben. Dessen Aufgabe ist nicht nur die Heilung der echten Blinden, sondern auch der im übertragenen Sinne Blinden (France 2002, 322f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Parallelen zur Heilung des Taubstummen in Mk 7,31-37&#039;&#039;&#039;: 1. Man bringt Jesus einen Mann, um ihn zu heilen. 2. Jesus nimmt den Mann beiseite. 3. Jesus heilt den Mann mit Speichel und Berührung. 4. Ein Schweigegebot (bzw. eine Maßnahme, die auf Geheimhaltung zielt) zu einem 5. Vorfall, der sich unmöglich verbergen lässt. (Guelich 1989, 429) Dass dies die erste Blindenheilung ist, die Markus explizit erwähnt, macht die Beschreibung noch etwas dramatischer (France 2002, 324).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wie in der ersten Heilungsgeschichte kann man auch hier magische Elemente sehen&#039;&#039;&#039;, etwa die Verwendung von Speichel, die Berührung oder der Rückzug ins Private. Collins vermutet, dass das Publikum dies so wahrgenommen hätte (dies. 2007, 393). Im Fall des ersten Berichts wurde gemutmaßt, dieser Heilungsbericht entstamme einer eher griechisch geprägten Überlieferung, es wird von beiden Vorfällen angenommen, dass sie in heidnischem Gebiet stattfinden. Markus siedelt die Geschichte auch in Bethsaida an, wo hauptsächlich Nichtjuden lebten. Aufgrund der magischen Elemente der Heilung bietet es sich auch hier wieder an zu vermuten, dass Jesus die Heilung den Heiden damit verständlich macht (Collins 2007, 390f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Berührung hilft wohl dem Blinden, die Heilung mitzuverfolgen&#039;&#039;&#039; (vgl. France 2002, 324). Ähnliches hatten wir auch schon über Jesu Vorgehensweise bei der Heilung des Taubstummen in 7,31-37 vermutet, wo er deutlich mehr Gesten und einfache Worte benutzt. Hier verzichtet er auf Gesten und heilt so, dass der Blinde haptisch und akustisch miterleben kann. Doch diese Heilung ist dennoch anders als die vorigen. Hat Jesus in Mk bisher häufig mit einem Befehl das Wunder vollbracht (Mk 1,21-28; 41-42; 2,11) heilt Jesus den Blinden hier schrittweise und fragt auch noch nach, ob er nun sehen kann. Den anderen Blinden in Mk 10,52 heilt Jesus dagegen ebenfalls auf der Stelle. Das ist vielleicht ein Grund dafür, dass weder Matthäus noch Lukas diesen Vorfall mit aufgenommen haben (Collins 2007, 394). Guelich glaubt, dass dieser Heilungsprozess Jesus als Arzt darstellt, der seinen Patienten behandelt (ders. 1989, 433).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Am Ende gebietet Jesus diesmal nur dem Geheilten, direkt nach Hause zu gehen&#039;&#039;&#039; (nicht wie in 7,36-37 allen Anwesenden, niemandem davon zu erzählen). Guelich hält das nicht für einen Teil des Messiasgeheimnisses, sondern für ein Stilmittel, das indirekt die Anwesenheit der Menschenmenge in der folgenden Schilderung erklären soll. Die Menschen wären dann zusammengekommen, weil sie trotz Jesu Maßnahmen von der Heilung erfahren hatten (Guelich 1989, 435). Collins vermutet, die Anordnung sei Teil der volksmedizinischen bzw. -magischen Handlungen, mit denen Jesus den Mann geheilt habe (Collins 2007, 395). Gundry glaubt im Gegenteil, dass der Blinde unter normalen Umständen zurück ins Dorf gegangen wäre, um der Beschäftigung aller Blinden nachzugehen: zu betteln. Dass er stattdessen nach Hause gehen soll, sei erst recht eine Demonstration der Heilung (Gundry 2000, 419f.). France hält Jesu Anweisung für zu unklar, um eindeutig auf ein Geheimhaltungsmotiv zu verweisen (anders als bei vorausgegangenen Wundern). Möglich, dass Jesus nur etwas Zeit gewinnen wollte, um weiterziehen zu können (France 2002, 325). Sicher ist, dass wir heute nur noch Mutmaßungen darüber anstellen können. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 5. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zu (27-33)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markus hat lange auf diesen Moment hingearbeitet.&#039;&#039;&#039; Schon von Anfang an waren die Leute verblüfft über seine Lehre und Kräfte. Die Jünger fragen sich schon seit längerem, wem sie da eigentlich als Lehrer folgen (4,41; vgl. 6,51). Der Leser, der ja schon seit dem Beginn des Buchs wenigstens eine Ahnung von Jesu Identität hat, wird immer wieder erstaunt über die Langsamkeit, mit der die Jünger begreifen. Schon im ersten Kapitel brach Jesu ware Identität aus einem Dämon hervor (1,24)! Mit Markus hat der Leser den Kopf geschüttelt über die Menschen von Nazaret, die sich Jesus gegenüber verschlossen, weil sie seine Herkunft zu kennen meinten (6,3). In den letzten festgehaltenen Geschehnissen haben der Evangelist (6,51-52), aber auch Jesus selbst, nun Kritik geübt und den Jüngern vor Augen geführt, dass sie schon sehr viel mehr erkannt haben sollten (8,17-21). Bisher haben sie ihn dann auch nur „Lehrer“ genannt (4,38) – was er mit „Menschensohn“ (2,10.28) gemeint hat, haben sie wohl nicht verstanden. In christologischer Hinsicht bildet dieser Abschnitt den Höhepunkt des Evangeliums. Von jetzt an geht es um die Frage, was es bedeutet, Jesus zu folgen. Von jetzt an geht es auf das Ziel von Jesu Mission zu – V. 31 vermittelt den ersten Eindruck davon. Die Gruppe reist von nun an langsam nach Jerusalem, wo die Geschichte von Jesus ihren Höhepunkt erleben wird (France 2002, 326f.; vgl. Collins 2007, 401f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Gerüchte (V. 28) verbindet, dass alle Jesus für einen Propheten halten&#039;&#039;&#039;: Ob für Johannes der Täufer, Elija oder einen anderen der alten Propheten aus dem Alten Testament. Schon Herodes hatte Jesus für eine Reinkarnation des hingerichteten Johannes gehalten (6,14-16) – jetzt erfahren wir, dass er damit nicht der einzige war (vgl. France 2002, 328). Elijas Rückkehr wurde aufgrund von Mal 3,23f. erwartet, wie zwischentestamentliche jüdische Schriften zeigen (Evans 2001, 14). Aus heutiger Sicht lässt sich nicht mehr sagen, ob die Leute dies faktisch glaubten oder diese Namen nur metaphorisch auf Jesus anwendeten, um ihn mit jenen Propheten zu vergleichen (vgl. France 2002, 328).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch &#039;&#039;&#039;Jesu zweite Frage (V. 29)&#039;&#039;&#039; impliziert, dass die öffentliche Meinung den Kern noch nicht getroffen hat. Die Jünger haben das Geheimnis von Gottes Herrschaft/Reich erhalten (4,11), daher erwartet Jesus von ihnen ein größeres Verständnis (France 2002, 329). Zu &#039;&#039;&#039;Messias&#039;&#039;&#039; s. die Fußnote in V. 29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesu Schweigegebot an die Jünger (V. 30)&#039;&#039;&#039; ist der einzige Vers in Mk, wo das Messiasgeheimnis faktisch ein Geheimnis über den Messias ist. Nur hier geht es darum, Jesu Identität als der Messias Israels geheim zu halten. Jesus bricht das Schweigen erst vor dem Hohen Rat in Mk 14,61-62. Die nächstliegende Erklärung ist, dass Jesus sich vor Missverständnissen (und wohl auch Bedrohungen vor der richtigen Zeit) schützen möchte. Jesus hat bereits als Prophet eine unheimliche Anziehungskraft und Beliebheit entwickelt. In 6,31-44 hatte sich möglicherweise eine Menschenmenge aufgemacht, um Jesus zu ihrem militärischen Anführer zu machen. Und Herodes Antipas hatte schon den allzu mächtigen Johannes. Mit dem Titel „Messias“ waren die verschiedensten eschatologischen Erwartungen verknüpft. Ab V. 31 offenbart Jesus jedoch, was das eigentliche Ziel des Messias ist. Die allgemeinen Erwartungen der Menschen wären dazu eher hinderlich gewesen (France 2002, 330f.; Evans 2001, 15f.).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Collins 2007 findet in einigen zwischentestamentlichen Schriften (Henoch 37-71 und 2 Esdras 13) Hinweise darauf, dass der Messias zumindest gelegentlich mit dem Menschensohn aus Dan 7,13 gleichgesetzt wurde – genau wie es Markus und Jesus offenbar tun (V. 29 Messias, V. 31 Menschensohn). Dieser Menschensohn sollte für Gott das eschatologische Gericht halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 31: Jesus ergänzt den Titel „Messias“ um den des Menschensohns&#039;&#039;&#039;, mit dem er sich besonders zu identifizieren scheint. Die Passionsvorhersage erscheint in ähnlicher Form nochmals in MK 9,31 und 10,33-34. Evans hält die Passionsvorhersagen für echt, glaubt aber, dass Jesus sie ursprünglich erst innerhalb Jerusalems gemacht hat. Markus hat die Aussagen dann an diese Stelle vorgezogen. So ließe sich der weitere Verlauf der Handlung besser erklären (Evans 2001, 11). Auch Collins glaubt, Jesus könne solche Erwartungen gehabt haben, wenn Markus sie auch im Lichte der späteren Ereignisse wiedergibt (Collins 2007, 403). Die Notwendigkeit von Jesu Leiden, Tod und Auferstehung wird in Mk 9,21; 14,21.49 mit Schriftzitaten belegt (France 2002, 334). Die Beschreibung, was mit dem Menschensohn geschehen müsse, bezieht Jesus wohl auf Gottes umfassenden Plan mit der Welt, als Teil der Erfüllung endzeitlicher Prophezeiungen (Collins 2007, 403).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass der Menschensohn &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;abgelehnt&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; werden muss, entstammt wohl dem von den Bauleuten abgelehnten Stein, der zum Eckstein wird, aus Ps 118:22 (Ps 117:22 LXX). Diesen Psalm zitiert Jesus später in einem Gleichnis mit ganz ähnlichem Sinn (Mk 12,10f.). Die ablehnende Rolle der Ältesten, Hohen Priester und Schriftgelehrten zeichnet Markus in Mk 11,27; 14,43.53 und 15,1 nach (Evans 2001, 17; Collins 2007, 404). Dass der Menschensohn, der in Dan 7,13-14 ultimative Macht erhält, nun abgelehnt und getötet werden muss, macht Jesu Vorhersagen zu einem deutlichen Gegensatz dazu, was man zu seiner Zeit vom Menschensohn erwartet hätte (France 2002, 333f.). Die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;drei Tage&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; könnten ein sinngemäßes Zitat aus Hos 6,2 darstellen (Evans 2001, 17f.; Collins 2007, 404f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus spricht offen zu den Jüngern (V. 32),&#039;&#039;&#039; denen das Geheimnis des Reichs Gottes gegeben wurde (Mk 4,11). Zu &#039;&#039;&#039;Petrus&#039; Rüffel und Jesu Reaktion (32b-33)&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten in V. 32b und 33. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:14, 7. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintegrund zu 8,34-9,1===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In diesem Abschnitt beschreibt Jesus den Preis, aber auch den Ertrag der Nachfolge.&#039;&#039;&#039; Wer ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben die Nachfolge in den Mittelpunkt seines Lebens stellt, wird ewiges Leben gewinnen und auch im Endgericht (oder bei Jesu Rückkehr) bestand haben. Wer das nicht tut, sich wegen Jesus schämt, gerät in Gefahr, dieses ewige Leben zu verlieren. Ein wahrer Jünger muss bereit sein, gegebenenfalls Jesu Schicksal zu teilen. Daneben erfahren wir, dass Jesus diese Ereignisse aus Sicht der Menschensohn-Prophetie aus Daniel 7,13-14 sieht und dass dieser Menschensohn (mit dem Jesus sich identifiziert) der Sohn Gottes ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus ruft offenbar eine &#039;&#039;&#039;Menschenmenge&#039;&#039;&#039; herbei, um dem Leser zu bedeuten, dass die folgenden Worte sich nicht nur an die 12 Jünger richten (Evans 2001, 25). Zu &#039;&#039;&#039;V. 34&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten. &#039;&#039;&#039;V. 35&#039;&#039;&#039; bildet wohl ein Wortspiel mit dem Wort &#039;&#039;&#039;ψυχή&#039;&#039;&#039;, das sowohl (ewiges oder irdisches) Leben als auch Seele bedeuten kann. Gemeint ist wohl, das irdische Leben aufzugeben und für gering zu erachten und möglicherweise zu verlieren, um dann ewiges Leben zu erhalten (bzw. seine Seele zu bewahren), anstatt die umgekehrte Priorität zu setzen und dabei das ewige Leben (bzw. die eigene Seele) zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 35 bildet einen erklärenden Parallelismus zu V. 34&#039;&#039;&#039;: Sich selbst verleugnen und sein Kreuz zu tragen hängt damit zusammen, sein Leben nicht retten zu wollen und es zu verlieren. Nachzufolgen heißt, soweit zu gehen und selbst sein (irdisches) Leben aufs Spiel zu setzen und für unwichtig zu erachten (d.h. zu verleugnen), um dafür (ewiges) Leben zu erhalten (vgl. Collins 2007, 409; France 2002, 340f.). Jesus selbst wird dies vorleben (France).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &#039;&#039;&#039;V. 36&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten. &#039;&#039;&#039;V. 37&#039;&#039;&#039; spitzt Jesu Argumentation als rhetorische Frage zu. Die implizierte Antwort: Natürlich gibt es keinen angemessenen Gegenwert zum (ewigen) Leben (bzw. der Seele), deshalb sollte jeder Mensch dessen Erhalt die höchste Priorität einräumen (vgl. Evans 2001, 26).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 38 überträgt das Verhalten, das Jesus von seinen Nachfolgern erwartet, nun auf Scham und Ehre.&#039;&#039;&#039; Wie die meisten Kulturen auf der Erde (abgesehen vom modernen Westen, wo die Schuld-Kultur dominant ist) war die damalige Kultur eine Scham-Kultur. Wer in einer Scham-Kultur sein Gesicht verliert, beschämt nicht nur sich selbst, sondern schädigt auch dem Ansehen seiner Familie. Davon hängt auch der Wert eines Menschen in der Gesellschaft ab. Jesus stellt der Ehre hier auf Erden die Ehre nach dem Kommen des Menschensohns gegenüber. Wer sich in einer Generation, die sich von Gott abgewandt hat (s. Fußnote in V. 38), wegen Jesus und seiner Botschaft schämt, wird auch nach dem Kommen Gottes keine Ehre erhalten (vgl. France 2002, 341).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Kommen des Menschensohns&#039;&#039;&#039; bezieht sich auf das Endgericht, das der Menschensohn nach Dan 7 (=Jesus) halten wird. Auch die Beschreibung vom Kommen Gottes auf die Erde zum Gericht „mit allen seinen Heiligen“ aus Sach 14,5 schwingt hier möglicherweise mit (France 2002, 342f.). Dass der Menschensohn (hier gegen Bultmann eindeutig mit Jesus gleichgesetzt) hier durch die Erwähnung seines Vaters (=Gottes) indirekt als dessen Sohn bezeichnet wird, ist eine wichtige christologische Aussage. Schon in V. 29-31 hat Jesus die Titel „Messias“ und „Menschensohn“ (beide auf ihn bezogen) gleichgesetzt (Collins 2007, 411f.; vgl. France 2002, 343).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Mit der untreuen und sündigen Generation&#039;&#039;&#039; (s. Fußnote) sind nur jene Zeitgenossen im Blick, die Jesus abgelehnt haben, nicht die, die zu ihm stehen. Dem Kontext könnte man zudem entnehmen, dass die Generation auch deshalb als sündhaft und treulos bezeichnet wird, weil sie Jesu Nachfolger verfolgt (Collins 2007, 411).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem &#039;&#039;&#039;kommenden Reich Gottes (9,1)&#039;&#039;&#039; und dem kommenden Menschensohn besteht zumindest der Zusammenhang, dass beide für die Zukunft erwartet sind. Welcher Zusammenhang darüber hinaus besteht, ist letztlich nicht klar. Eine nahe liegende Möglichkeit ist, die beiden „Kommen“ gleichzusetzen, sodass sowohl das kommende Reich Gottes als auch das Kommen des Menschensohns sich auf Jesu Rückkehr beziehen. Im Zusammenhang mit Mk 13,26, das vom kommenden Menschensohn „mit großer Macht und Herrlichkeit“ spricht, scheint das nicht abwegig, denn diese Stelle scheint Mk 8,38 und 9,1 zu kombinieren. Die Aussage hätte sich dann nicht (in dieser Form) erfüllt (Collins 2007, 413).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(France glaubt, weder das Kommen des Menschensohns noch das Kommen des Reiches Gottes sind identisch mit Jesu Rückkehr auf die Erde (2002, 341-46).)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welches Ereignis ansonsten zu Lebzeiten der Jünger mit dem Kommen von Gottes Reich bzw. Herrschaft in Verbindung gesetzt werden könnte, ist unsicher. Unter anderem wurden Jesu Tod am Kreuz, Pfingsten oder ähnliche bedeutende Ereignisse vorgeschlagen. Andere beziehen die Aussage direkt auf die folgende Verklärung. In jedem Fall müsste man berücksichtigen, dass die Entwicklung, die Markus im Sinn hat, in zumindest einer gewissen zeitlichen Ferne liegen muss, um der Formulierung „einige von den Anwesenden werden nicht sterben (d.h. einige werden es noch miterleben)“  gerecht zu werden (France 2002, 344f.). Gleichzeitig sagt Jesus mehrmals, das Reich Gottes sei schon anwesend – woraus man schließen könnte, dass Jesus hier nur von dessen vollständigem Eintreffen spricht, etwa Mk 1,15 (Evans 2001, 29).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich selbst könnte mich damit anfreunden, dass es sich eher allgemein um die „mächtige“ Ausbreitung des christlichen Glaubens nach Jesu Tod und Auferstehung handelt. France: &#039;&#039;„In any or all of these ways, and no doubt in others too, those with eyes to see could have perceived before they died that God had powerfully taken control of events and was working out his purpose in history. Even if some of them were to die before this was clearly visible, the process had begun, and the mustard seed was growing. That is all that the wording of 9:1 requires. To classify this, as is sometimes done, as a failed prediction of an immediate parousia and end of the world is surely perverse: if that was what Mark intended, he has chosen a very obscure way to express it.“&#039;&#039; (2002, 345) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:39, 8. Mär. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16136</id>
		<title>Markus 8</title>
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		<updated>2014-05-20T06:48:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
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{{L|36}}&lt;br /&gt;
{{L|37}}&lt;br /&gt;
{{L|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge [bei Jesus] war und [sie] nichts zu essen hatten, da rief er die Jünger zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief er zu sich und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{S|2}} „Ich bedauere (habe Mitleid mit) die Menschenmenge (den Leuten), weil sie schon drei Tage [lang]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drei Tage [lang]&#039;&#039; steht im Nominativ wie ein Subjekt. Eigentlich wäre ein Akkusativ der zeitlichen Ausdehnung zu erwarten (NSS; BDR §144.2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei mir sind und nichts zu essen haben.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse (schicke), dann werden sie unterwegs zusammenbrechen (sehr schwach werden). Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und seine Jünger erwiderten {ihm}: „Woher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Woher&#039;&#039; LUT, ZÜR übersetzen „Wie“, doch gemeint ist, woher die Jünger das Brot (pars pro toto für Nahrung) nehmen sollen (Pesch 1976, 403; vgl. GNB, NGÜ, EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
soll man [all] diese [Leute] &#039;&#039;hier&#039;&#039; in [dieser] Einöde (unbewohnten Gegend) mit Broten (Nahrung) satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie {aber} sagten: „Sieben.“{{par|Markus|6|38}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Daraufhin (Und) gab er der Menschenmenge die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er ... erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] Aor., hier als vorzeitiger temporaler Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;ein Dankgebet gesprochen&#039;&#039; W. „gedankt“. Gemeint ist hier jedoch ein Dankgebet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen, und sie teilten sie an die Menschenmenge (Leute) aus.{{par|Markus|6|41}} &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sie hatten ein paar Fische (kleine Fische)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Fische (kleine Fische)&#039;&#039; Hier steht zwar die Diminutivform „Fischlein“, aber es ist unklar, ob Markus damit auch kleine Fische meint. Er benutzt den Diminutiv nämlich gerne – allein in Kap. 7 in V. 25 (Töchterlein) und 27f. (Hündlein)(vgl. Collins 2007, 380). Für kleine Fische entscheiden sich ELB, MEN, NGÜ, GNB.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.{{par|Markus|6|41}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und [die Menschen] aßen und wurden satt, und sie hoben die übrig gebliebenen Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die übrig gebliebenen Brocken&#039;&#039; W. „die Reste der Brocken“ ([[Gen. part.]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, sieben Körbe.{{par|Markus|6|42|43}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Es waren {aber} etwa viertausend [Menschen]. Danach (Und) verabschiedete (ließ gehen, schickte weg) er sie,{{par|Markus|6|44}} &lt;br /&gt;
{{S|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg er … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gelangte (kam) in das Gebiet von Dalmanuta&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dalmanuta&#039;&#039; Der Ort wird nur hier erwähnt und ist sonst unbekannt. Die Parallelstelle Mt 15,39 spricht stattdessen vom ebenfalls unbekannten Ort Magadan. In der Textüberlieferung wurde daraus in einigen Handschriften „Magdala“. Dalmanuta ist jedoch zweifellos die ursprünglichste Version des Namens. Sowohl bei Dalmanuta als auch bei Magadan könnte es sich gut um alternative Namen der Ortschaft Magdala handeln (Blomberg 1992, 247).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|11}} Da (Und) kamen die Pharisäer hervor&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen hervor&#039;&#039; Oder „kamen heraus“. Das deutet darauf hin, dass es sich um die Pharisäer des Ortes handelt, die bei Jesu Ankunft aus ihren Häusern kommen, um ihn zu stellen (France 2002, 311). Weil Markus keine weiteren Angaben macht, könnte diese Konnotation hier jedoch fehlen oder in den Hintergrund treten (vgl. 1,38; 3,21), daher die Übersetzung (Guelich 1989, 413).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie … verlangten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Könnte z.B. auch als separater Hauptsatz übersetzt werden. &#039;&#039;Zeichen vom Himmel&#039;&#039; Anders als bei Johannes bezieht &#039;&#039;Zeichen&#039;&#039; sich hier nicht auf ein Wunder, sondern irgendeine Art von übernatürlichem Zeichen, das beweisen würde, dass Jesus mit Gottes Unterstützung wirkt. &#039;&#039;vom Himmel&#039;&#039;, d.h. von Gott sollte das Zeichen kommen. Die Juden erwarteten solche Zeichen der Echtheit. Auch Mose (u.a. Ex 4,1–9; 29–31; 7,8–22) und Elija (1Kö 18,38) bestätigten ihre Sendung auf diese Weise (France 2002, 311f.; Guelich 1989, 413f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um (wobei sie) ihm eine Falle zu stellen (ihn auf die Probe zu stellen; zu testen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um ihm eine Falle zu stellen&#039;&#039; Finales (oder modales) [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Oder wie MEN: „weil sie ihm eine Falle stellen wollten“. Das Verb heißt „testen, erproben“ im weitesten Sinn. Hier erproben die Pharisäer Jesus so, dass er möglichst geschädigt werden soll (vgl. LN 27.31): Sie stellen ihm eine Falle, indem sie hoffen, dass er sich auf ihre Forderung einlässt, jedoch auf Kommando kein entsprechendes Zeichen hervorrufen kann. Vgl. Mk 10,2; 12,15; Joh 8,6. Jesus wurde zuvor schon in Mk 1,13 vom Satan auf die Probe gestellt, was die Pharisäer wie ihn zu Jesu Gegenspielern macht (vgl. Collins 2007, 384). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er stöhnte (seufzte tief) aus dem Innersten (innerlich)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus dem Innersten&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;innerlich&#039;&#039; W. „in seinem Geist“. D.h. heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stöhnte (seufzte) … auf und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte: „Warum (Was) verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Hier kommt es nach Mk 3,28 zum zweiten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !&#039;&#039; D.h. „Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“ Es handelt sich um eine unvollendete, aber klar verständliche Schwurformel, d.h. „Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird, [soll mir etwas zustoßen]!“. Solche Schwurformeln waren auf Hebräisch gebräuchlich. Dabei verband der Sprecher den Eid mit einem Fluch, der ihn treffen sollte, wenn er ihn brach. Jesus benutzt sie wie eine besonders starke Verneinung. Eine ähnliche unvollständige Schwurformel als Verneinung steht in Ps 94,11 LXX. Der Prophet Elischa wird in 2Kö 6,31 Ziel eines Eides, der auch eine Fluchformel enthält (Collins 2007, 385; France 2002, 313).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er ließ sie [stehen] (verließ sie),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er ließ sie [stehen]&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stieg wieder ein und fuhr zum anderen Ufer. &lt;br /&gt;
{{S|14}} {Und} Sie hatten vergessen (vergaßen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie hatten vergessen (vergaßen)&#039;&#039; Der Aorist wird hier wohl mit vorzeitiger Bedeutung benutzt. &#039;&#039;sie&#039;&#039; Die meisten Übersetzungen übersetzen sinngemäß „die Jünger“, nicht &#039;&#039;sie&#039;&#039;, aber es gibt keinen direkten Anhaltspunkt dafür, dass Jesus davon auszunehmen ist. Markus möchte uns vielleicht zu verstehen geben, dass der Aufbruch so unvermittelt geschah, dass die Gruppe (oder die Jünger) nicht mehr zum Einkaufen kam.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote mitzunehmen, sodass (und) sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten. &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und er schärfte ihnen ein (warnte sie) {sagend}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schärfte ihnen ein&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]], was wohl impliziert, dass diese Aussage einen etwas längeren Diskurs zusammenfasst (oder eine häufige Aussage Jesu darstellt) (France 2002, 315). &#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Passt auf (Seht zu), hütet euch vor dem Sauerteig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sauerteig&#039;&#039; wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerteig Sauerteig] den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes&#039; Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes&#039; Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und sie diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;machten sich Gedanken&#039;&#039; „Diskutieren“ (so die wahrscheinlich gemeinte Bedeutung) steht im [[Imperfekt]]. Das Wort bedeutet hier entweder, dass die Jünger einfach weiterdiskutierten und Jesu Kommentar überhörten oder im Eifer der Diskussion ignorierten (so Guelich 1989, 424; France 2002, 317). Dass darüber geredet wurde, war dann schon in V. 14 impliziert und könnte Jesu Bemerkungen über den Sauerteig ausgelöst haben. Oder es signalisiert, dass nun eine Diskussion einsetzte, die sich wegen des fehlenden Brotes (V. 14) anbahnte (so Collins 2007, 386). Eine dritte Möglichkeit (nach MEN) versteht das Imperfekt als missverstehende Reaktion: „Da erwogen sie im Gespräch miteinander: »(Das sagt er deshalb) weil wir keine Brote haben.«“ (Es ist möglich, dass MEN dabei einer alternativen Lesart folgt, die „und sagten“ ergänzt.) Die erste Möglichkeit ist häufiger Funktion des Imperfekts als die zweite und ist tendenziell vorzuziehen; die dritte käme wohl auch ohne Imperfekt aus (vgl. France 2002, 317). Die meisten deutschen Übersetzungen verstehen das gr. Wort διαλογίζομαι jedoch im Sinn von „sich Gedanken machen“ – wohl weil sie etwas besser zu V. 17 passt. So EÜ: „Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.“ Doch welche Funktion hätte in diesem Fall πρὸς ἀλλήλους „zu-/miteinander“ (bei EÜ unübersetzt)? NGÜ liest sich schon fast absurd: „Da machten sie sich untereinander Gedanken...“ Das Wort scheint hier sicher die Bedeutung „diskutieren“ zu haben (so die bisher zitierten Kommentare sowie NSS; Pesch 1976, 412f.; LN 33.158; GNB, MEN und englische Übersetzungen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
miteinander (machten sich Gedanken) darüber, dass (weil) sie keine Brote hatten. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus&#039;&#039; In einigen Handschriften fehlt Jesus als explizites Subjekt. Textkritik: Auch NA28 und SBLGNT lassen es aus, wohl als eine recht offensichtliche stilistische Verbesserung. Insgesamt ist die Überlieferung jedoch so gut (u.a. {{hebr}}א{{hebr ende}} A C D K 28 33 Mehrheitstext gegen sieben in NA28 angeführte Zeugen), dass sich die Frage stellt, ob hier nicht eine (weniger offensichtlich zu begründende) versehentliche Auslassung nicht wahrscheinlicher wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte)&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (oder [[attr. Ptz.]]), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagt zu ihnen: „Warum diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken) darüber&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken)&#039;&#039; Zur Abwägung zwischen den beiden Alternativen s. die Fußnote im vorigen Vers.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und … denn immer noch nicht&#039;&#039; Die doppelte Verneinung mit „noch nicht“ und „und nicht“ verstärkt auf Griechisch den Effekt der rhetorischen Frage. Um deren rhetorische Kraft einzufangen, wurde die Frage in der Übersetzung sinngemäß mit denn und immer verstärkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Habt ihr ein {euer} verstocktes (verhärtetes) Herz?{{par|Markus|6|52}}{{par|Markus|7|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;{{S|18}} Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?&lt;br /&gt;
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Habt ihr zwar Augen, aber seht nicht? Und habt ihr zwar Ohren, aber hört nicht?&#039;&#039; Die beiden [[Ptz. conj.]] &#039;&#039;habt ihr&#039;&#039; sind dabei konzessiv aufgelöst, was wohl dem Sinn von Jer 5,21 entspricht. Vgl. NGÜ: „Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören?“ Oder einfach „Habt ihr Augen und seht nicht? Und habt ihr Ohren und hört nicht?“ Es handelt sich um eine recht freie Wiedergabe von Jer 5,21, die aber inhaltlich und im Zusammenhang mit der Kritik aus V. 17 eher an den in Mk 4,12 zitierten Abschnitt aus Jes 6,9-10 erinnert (Watts 2007, 172). Doch passen thematisch alle drei angespielten Abschnitte (ebd. 174).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Jeremia|5|21}}{{par|Ezechiel|12|2}}{{par|Psalm|115|5|6}}{{par|Jesaja|6|9}}{{par|Markus|4|12}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&#039;&#039; Man kann diesen Satz sowohl als eigenständige Frage wie auch als Einleitung zu V. 19 auffassen. Nach France (2002, 317) handelt es sich eher um eine weitere rhetorische Frage, aber NA28, SBLGNT und viele deutsche Übersetzungen folgen der zweiten Deutung. ZÜR und viele englische Übersetzungen folgen der ersten. Diese Übersetzung hat den Vorteil, dass sie zu kürzeren Sätzen führt und die Parallelität zwischen den beiden Fragen in V. 19 und 20 nicht aufbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] zerbrochen habe,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Brote … zerbrochen habe&#039;&#039; „Brote zerbrechen“ steht hier als metonymisches Idiom dafür, dass Jesus sie mit Nahrung versorgt hat (vgl. LN 23.20).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten (sagten) {ihm}: „Zwölf.“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [zerbrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten (sagten) {ihm}: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da (und) sagte er (fuhr fort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte er (fuhr fort)&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier wohl einfach an, dass Jesus weitersprach oder fortfuhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Versteht ihr immer noch nicht?“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Als (Und) sie nach Betsaida kamen, da (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … da&#039;&#039; W. „und … und“, hier als temporales Satzgefüge verstanden (vgl. Reiser 1983, 119).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brachten [die Leute] einen Blinden zu ihm und baten (forderten auf) [Jesus], ihn zu berühren.{{par|Markus|7|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er nahm die Hand des Blinden und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
führte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er ihm in die Augen gespuckt und ihm die Hände aufgelegt hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er … gespuckt und … aufgelegt hatte&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]] (2x), als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte ihn:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte ihn:&#039;&#039; Die Frage wird im Griechischen wie eine abhängige Frage durch εἰ „ob“ eingeleitet. Wohl durch eine ähnliche Praxis im Hebräischen beeinflusst (NSS; Siebenthal 2011, §269b; France 2002, 324f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehst du etwas?“{{par|Markus|7|33}} &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und nachdem [der Mann] wieder sehen konnte ([der Mann] blickte auf und),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem [der Mann] wieder sehen konnte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] als temporaler Nebensatz aufgelöst. Die Alternative &#039;&#039;blickte auf und&#039;&#039; löst das Ptz. beigeordnet auf. Das Verb heißt im Zusammenhang mit Blindheit immer „wieder sehen können“ (Mk 10,51; Mt 20,34; 11,5; Lk 7,22; 18,41–43 (3x); Joh 9,11.15.18; Apg 9,12.17.18; 22,13. So France 2002, 325; Collins 2007, 394). Obwohl diese Bedeutung seit Johnson 1979 zweifelsfrei belegt und im NT häufig ist, bleiben die meisten Übersetzungen an dieser Stelle bei „er blickte auf“ (vgl. NSS; LN 24.10; s. jedoch die Alternativübersetzung der NGÜ; NET; Guelich 1989, 428. Vgl. MEN: „Jener schlug die Augen auf“). Vielleicht liegt das daran, dass „aufblicken“ ebenfalls sehr gut in den Kontext passt. Wahrscheinlich liefert Markus dem Leser ein Wortspiel, indem er absichtlich beide Bedeutungen zulässt (France 2002, 325). Dass der Mann wieder sehen könnte, scheint jedoch im Vordergrund zu stehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte er: „Ich sehe die Leute (Menschen) – {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{dass}&#039;&#039; Welche Funktion ὅτι „dass“ (oder „weil“) hier hat, ist nicht restlos geklärt. Es ist möglich, dass es hier wie das aramäische Relativpronomen ד verwendet wird (das auch „dass“ heißen kann) oder es (falsch) übersetzt. Dann wäre zu übersetzen: „Ich sehe die Leute, die wie Bäume [sind]...“ (Guelich 1989, 433; vgl. Siebenthal 2011, §252a). NSS empfiehlt, ὅτι am besten als Doppelpunkt (wie ein ὅτι recitativum) zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie Bäume, ich sehe sie umhergehen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ich sehe Menschen – wie Bäume, ich sehe sie umhergehen&#039;&#039; Falsch wäre die Übersetzung „ich sehe sie wie Bäume umhergehen“ (LUT, ELB, GNB?). &#039;&#039;Bäume&#039;&#039; ist Neutrum Plural, das Partizip &#039;&#039;umhergehen&#039;&#039; (ein [[AcP]]) Maskulinum Plural. Das Partizip bezieht sich auf &#039;&#039;die Leute&#039;&#039; (France 2002, 325). Die Übersetzung versucht das zu berücksichtigen. Sehr schön fängt das NGÜ ein: „Ich sehe Menschen; sie gehen umher, aber sie sehen aus wie Bäume.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|25}} Daraufhin legte [Jesus] erneut die Hände auf seine Augen, und [der Mann] hatte klare Sicht (sah klar) und war wieder gesund (wiederhergestellt), und er konnte nun alles deutlich (scharf) erkennen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er konnte nun alles deutlich erkennen&#039;&#039; Das Verb steht im Unterschied zu den beiden vorigen ([[Aorist]]) im [[Imperfekt]], das hier zum Ausdruck bringt, dass der Mann &#039;&#039;nun&#039;&#039; (sinngemäß eingefügt) dauerhaft deutlich sehen &#039;&#039;konnte&#039;&#039; (ebenfalls ergänzt, um den Sinn richtig zu vermitteln) (vgl. France 2002, 325). MEN legt etwas kreativ aus: „so daß er auch in der Ferne alles scharf sah“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Markus|7|35}} &lt;br /&gt;
{{S|26}} Da (Und) schickte [Jesus] ihn nach Hause (in sein Haus), wobei er ihm auftrug (sagte):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm auftrug (sagte)&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Eine andere Möglichkeit wäre „mit den (folgenden) Worten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geh auch (aber) nicht ins Dorf!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh auch nicht ins Dorf!“&#039;&#039; Das ist offenbar so zu verstehen, dass der Mann nicht direkt in Betsaida (=dem Dorf) lebte. Vgl. GNB: „Geh nicht erst nach Betsaida hinein, sondern geh gleich nach Hause!“ Textkritik: Der Mehrheitstext scheint diese schwer zu deutende Anweisung etwas verständlicher zu machen, indem er ergänzt: „...noch sprich mit jemandem im Dorf!“&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Jesus und seine Jünger zogen weiter (gingen fort, machten sich auf) in die Dörfer von Cäsarea Philippi; und auf dem Weg befragte er seine Jünger {und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen}: „Für wen halten mich die Leute?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Für wen halten mich die Leute?“&#039;&#039; Oder „Was sagen die Leute (Menschen), wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagen/halten die Leute mich zu sein?“ ([[AcI]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|28}} Da sagten sie zu ihm {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„[Einige für] Johannes den Täufer, und andere [für] Elija, wieder andere [meinen], dass [du] einer von den Propheten [bist].“{{par|Markus|6|14|16}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und er fragte sie: „Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&#039;&#039; Oder „Und was sagt &#039;&#039;ihr&#039;&#039;, wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagt/haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich zu sein?“ ([[AcI]]. Vgl. die Frage in V. 27)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Petrus antwortete {und sagte zu ihm}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Petrus antwortete {und sagte zu ihm}&#039;&#039; Die pleonastische Formulierung kann in der Übersetzung gekürzt werden. Sie signalisiert die Wichtigkeit von Petrus&#039; folgender Aussage.&amp;lt;!-- &amp;lt;-- Ungeprüfte Vermutung--&amp;gt; &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Du bist der Messias (Gesalbte; Christus)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messias&#039;&#039; Gr. χριστός „der Gesalbte“ oder formelhaft „Christus“. Das griechische Wort ist eine Übersetzung von hebr. {{hebr}}מָשִׁיחַ{{hebr ende}} &#039;&#039;maschiach&#039;&#039;. Der Messias war in den Prophetien des AT ein König nach dem Muster des Königs David, der Israel in eine neue Zeit führen und als gerechter König regieren sollte (z.B. Jer 23,5). Zwischentestamentliche Autoren erwarteten einen militärischen Anführer, der Israel von der Fremdherrschaft der Griechen und später der Römer befreien und zu alter Größe zurückführen würde (vgl. Evans 2001, 15).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und er schärfte (befahl) ihnen ein, {damit} mit niemandem über ihn sprechen. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er begann sie darüber aufzuklären (zu lehren), dass der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) viel leiden, {und} von den Ältesten, {und} den obersten (führenden, Hohen) Priestern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;oberste Priester&#039;&#039; Auf Griechisch „Hohe Priester“. Damit waren ehemalige Hohe Priester gemeint, die weiter im Hohen Rat vertreten waren, aber wahrscheinlich auch Mitglieder der wichtigen Priesterfamilien (France 2002, 335 Fn 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und den Schriftgelehrten (Schreibern) abgelehnt (verworfen, zurückgewiesen) werden, dass (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass (und)&#039;&#039; Anstatt die Satzreihe mit &#039;&#039;und&#039;&#039; fortzusetzen, haben wir hier mit &#039;&#039;dass&#039;&#039; aus stilistischen Gründen neu eingesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse.{{par|Psalm|118|22}}{{par|Hosea|6|2}}{{par|Markus|9|31}}{{par|Markus|10|33|34}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er sagte das ganz offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er sagte das ganz offen&#039;&#039; W. „er sagte das Wort...“ oder besser „diese Aussage machte er...“. Markus bezieht sich hier speziell auf die Lehre aus V. 31 (France 2002, 337). &#039;&#039;ganz offen&#039;&#039; W. „mit Offenheit/Freimut“ ([[instr. Dat.]]). MEN, ZÜR: „und er sprach das ganz offen aus“, EÜ (vgl. NGÜ): „er redete ganz offen darüber“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da (Und) nahm Petrus ihn beiseite und begann, missbilligend auf ihn einzureden (ihn zu rüffeln/zurechtzuweisen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, missbilligend auf ihn einzureden&#039;&#039; W. „tadeln, zurechtweisen“. Gemeint ist, dass Petrus Jesus solche düsteren Vorhersagen ausreden und ihn zur Vernunft bringen möchte. GNB: „wollte ihm das ausreden“, MEN: „begann auf ihn einzureden“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|33}} Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte)&#039;&#039; Beide Verben sind [[Ptz. conj.]], hier temporal und modal (bzw. in der Klammer temporal-vorzeitig) aufgelöst. Man könnte auch einfacher formulieren: „Der drehte sich um, {und} sah seine Jünger an [und] wies Petrus zurecht“ oder „drehte sich um und … wies zurecht, wobei er … ansah.“ ansah W. „sah“. Wahrscheinlich meint Markus: Petrus ist nicht der Mann, von dem Jesus sich beiseite nehmen lässt. Gibt es ein Problem mit einer so essenziellen Frage wie der für Jesus unausweichlich von Gott geplanten Zukunft, so betrifft das alle. Besonders, wenn zu erwarten ist, dass die anderen Jünger ähnliche menschliche Vorstellungen vom Messias haben (vgl. die Fußnote bei „Messias“ in V. 29) (France 2002, 338, gegen Collins 2007, 406f., die nicht begründet, warum Jesus seine Antwort nur an Petrus, aber nicht an die anderen Jünger richtet).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wies Petrus zurecht (herrschte ihn an) {und sagte}: „Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan (Widersacher)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan!“&#039;&#039; Der Ausruf ist doppeldeutig. Jesus fordert Petrus gleichzeitig auf, im aus den Augen zu gehen, und sich wieder in der Nachfolge bei den Jüngern hinter ihm einzureihen (vgl. W. „hinter mir nachzufolgen“ in V. 34!). Der nächste Satz zeigt, was Jesus meint: Petrus (aber auch keiner der anderen Jünger) sollte sich nicht Gottes Plänen in den Weg stellen oder in irgendeiner Form verweigern. Denn damit, auch wenn es aus den besten Absichten geschieht, würde er zum Widersacher Gottes (vgl. Collins 2007, 407). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Satan&#039;&#039; ist die Umschrift des hebräischen Worts {{hebr}}שָׂטָן{{hebr ende}}. Nirgendwo sonst wird ein Mensch als Satan bezeichnet. Jesus meint jedoch kaum, dass Petrus besessen ist (Collins 2007, 407). Petrus&#039; Vorstellungen stehen Gottes Plänen so weit entgegen, dass sie von Satan kommen müssen (France 2002, 338). Er könnte Petrus&#039; Einwände als einen weiteren Versuch des Teufels auffassen, ihn in Versuchung zu führen (Collins 2007, 407). Eine andere Möglichkeit ist, dass Jesus das Wort adjektivisch benutzt und Petrus so als einen Widersacher bzw. jemanden, der sich ihm in den Weg stellt, bezeichnet. Schließlich spricht Jesus gleich darauf ja von „menschlichen“ Vorstellungen, nicht von denen des Teufels (Evans 2001, 19). Doch signalisiert die scharfe Formulierung, unter Beibehaltung des semitischen Begriffs auch im Griechischen, dass Jesus seinen Jünger wirklich als Satan anspricht (France 2002, 338 Fn 61).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&#039;&#039; NGÜ: „Denn was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich.“ MEN: „Deine Gedanken sind nicht die Gedanken Gottes, sondern sind Menschengedanken.“ ZÜR: „Denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|34}} Dann (Und) rief er die Menschenmenge samt seinen Jüngern zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief zu sich … und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen: „Wenn jemand mir nachfolgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mir nachfolgen&#039;&#039; W. „hinter mir/mir nach nachfolgen“ (vgl. Mk 1,17; 2,14). Manche Übersetzungen: „Wer mein Jünger sein will...“ (EÜ, NGÜ) Genau das hat Jesus hier im Blick (France 2002, 339; Pryke 1978, S. 41).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
will, dann muss (soll)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann muss (soll) … verleugnen … auf sich nehmen … nachfolgen&#039;&#039; Die drei Verben stehen in der dritten Person des Imperativs, den man am besten mit Hilfsverb („soll“, „muss“ oder „möge“) oder einem Konjunktiv umschreibt. Hier beschreibt Jesus die Anforderungen, die er an seine Nachfolger stellt. In diesem Kontext ist „muss“ am passendsten (vgl. Collins 2007, 408).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich selbst verleugnen, {und} sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&#039;&#039; Das Verb αἴρω heißt bei Gegenständen „aufheben“, aber auch „(mit sich) tragen“ oder „mitführen“ (BA 1a/2). Die klassische Übersetzung seit Luther ist „sein Kreuz auf sich nehmen“, gemeint ist aber wohl eher, es in übertragener Sicht mit sich herumzutragen (vgl. BA 2). Konkret geht es dabei um den Querbalken des Kreuzes, der zur eigenen Hinrichtung herangezogen würde (Collins 2007, 408). Kreuzigung war auch in Palästina eine übliche Form der Todesstrafe. Das Bild der Verurteilten, die den Balken durch die Stadt trugen, war den Leuten geläufig (Evans 2001, 25). Diese Wendung war möglicherweise als Sprichwort bekannt. Lukas macht deutlich, dass dies übertragen gemeint ist, indem er „täglich“ ergänzt (Lk 9,23). Doch Jesus hat hier gerade seinen Tod vorhergesagt. Mit diesen Worten macht er also deutlich, dass die Gefahr für seine Nachfolger, sein Schicksal zu teilen, sehr real ist (Collins 2007, 408; France 2002, 339f.). Der Leser erhält den Eindruck, dass Jesus genau weiß, was auf ihn zukommt (Evans 2001, 25). Dieses Schicksal bewusst in Kauf zu nehmen und Jesus trotz allem nachzufolgen, das gehört für Jesus sicherlich auch dazu, sich selbst zu verleugnen (France 2002, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und mir nachfolgen!&lt;br /&gt;
{{S|35}} Denn jeder, der (wer) sein Leben (Seele) retten will, wird es verlieren; aber jeder, der (wer) wegen mir und des Evangeliums (der Heilsbotschaft) sein Leben (Seele) verliert, der wird es retten.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die gesamte Welt zu gewinnen&#039;&#039; Das heißt im übertragenen Sinn, (im diesseitigen Leben) den größtmöglichen Erfolg zu erzielen (France 2002, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und [dabei]) sein Leben (Seele) zu verlieren?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Leben (Seele) zu verlieren&#039;&#039; Einige Übersetzungen geben das Prädikat nicht mit &#039;&#039;verlieren&#039;&#039;, sondern mit „Schaden nehmen (an)“ wieder. LUT: „nähme an seiner Seele Schaden“, NGÜ: „wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt“, ähnlich ZÜR, wohl nach BA ζημιόω. LN 57.69 listet die Passivform dagegen mit einer separaten Bedeutung übers. etwa „Verlust erleiden, verlieren, einbüßen“. Als Gegensatz zu „(etw.) gewinnen“ ist „(etw.) verlieren“ die angemessenere Übersetzung (vgl. France 2002, 341), wenngleich sicherlich in dieser sprichwörtlichen Form sehr zugespitzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Kohelet|1|3}}{{par|Psalm|49|8|10}}&lt;br /&gt;
{{S|37}} Denn was könnte (sollte) man (ein Mensch) als Gegenwert für sein Leben (Seele) geben?&lt;br /&gt;
{{S|38}} Denn jeder, der (wer immer) sich in dieser untreuen (ehebrecherischen) und sündigen Generation (Zeit, Geschlecht) über (wegen) mich und meine Worte schämt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jeder, der sich … über mich und meine Worte schämt usw.&#039;&#039; Für heutige Leser ist NGÜ recht passend: „Wer ... nicht zu mir und meinen Worten steht“. Jesus benutzt jetzt das Bild von Scham und Ehre, die in den meisten Kulturen weitaus wichtiger sind als im Westen. Wer sich hier über Jesus schämt, der kann auch bei Jesu Rückkehr keine Ehrung erwarten. Das hier und jetzt wird als untreu bzw. w. ehebrecherisch und sündig beschrieben. Der erste ist ein Begriff, der schon im AT Israels (im übertragenen Sinn ehelich) Untreue gegenüber Gott und seinem Bund bezeichnet hat. sündig verstärkt den Eindruck noch, dass diese Generation sich von Gott abgewandt hat und auch seinen Abgesandten Jesus verschmäht. Die neue Zeit, die mit dem Kommen des Menschensohns (Dan 7,13-14; Sach 14,5), d.h. Jesu Rückkehr anbricht, ist für Jesus die entscheidende (vgl. France 2002, 341ff.; Collins 2007, 410f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
über den wird sich auch der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) schämen, sobald er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt.“{{par|Daniel|7|13|14}}{{par|Daniel|7|9|10}}{{par|Sacharja|14|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16135</id>
		<title>Markus 8</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_8&amp;diff=16135"/>
		<updated>2014-05-20T06:42:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Studienfassung erfüllt die meisten Kriterien}}&lt;br /&gt;
{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
{{L|18}}&lt;br /&gt;
{{L|19}}&lt;br /&gt;
{{L|20}}&lt;br /&gt;
{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
{{L|29}}&lt;br /&gt;
{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}&lt;br /&gt;
{{L|36}}&lt;br /&gt;
{{L|37}}&lt;br /&gt;
{{L|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{S|1}} Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge [bei Jesus] war und [sie] nichts zu essen hatten, da rief er die Jünger zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief er zu sich und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen:&lt;br /&gt;
{{S|2}} „Ich bedauere (habe Mitleid mit) die Menschenmenge (den Leuten), weil sie schon drei Tage [lang]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;drei Tage [lang]&#039;&#039; steht im Nominativ wie ein Subjekt. Eigentlich wäre ein Akkusativ der zeitlichen Ausdehnung zu erwarten (NSS; BDR §144.2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei mir sind und nichts zu essen haben.&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse (schicke), dann werden sie unterwegs zusammenbrechen (sehr schwach werden). Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und seine Jünger erwiderten {ihm}: „Woher&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Woher&#039;&#039; LUT, ZÜR übersetzen „Wie“, doch gemeint ist, woher die Jünger das Brot (pars pro toto für Nahrung) nehmen sollen (Pesch 1976, 403; vgl. GNB, NGÜ, EÜ).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
soll man [all] diese [Leute] &#039;&#039;hier&#039;&#039; in [dieser] Einöde (unbewohnten Gegend) mit Broten (Nahrung) satt machen können?“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie {aber} sagten: „Sieben.“{{par|Markus|6|38}}&lt;br /&gt;
{{S|6}} Daraufhin (Und) gab er der Menschenmenge die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er ... erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte&#039;&#039; Temporal-modales [[Ptz. conj.]] Aor., hier als vorzeitiger temporaler Nebensatz aufgelöst. &#039;&#039;ein Dankgebet gesprochen&#039;&#039; W. „gedankt“. Gemeint ist hier jedoch ein Dankgebet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen, und sie teilten sie an die Menschenmenge (Leute) aus.{{par|Markus|6|41}} &lt;br /&gt;
{{S|7}} Und sie hatten ein paar Fische (kleine Fische)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Fische (kleine Fische)&#039;&#039; Hier steht zwar die Diminutivform „Fischlein“, aber es ist unklar, ob Markus damit auch kleine Fische meint. Er benutzt den Diminutiv nämlich gerne – allein in Kap. 7 in V. 25 (Töchterlein) und 27f. (Hündlein)(vgl. Collins 2007, 380). Für kleine Fische entscheiden sich ELB, MEN, NGÜ, GNB.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.{{par|Markus|6|41}}&lt;br /&gt;
{{S|8}} Und [die Menschen] aßen und wurden satt, und sie hoben die übrig gebliebenen Brocken&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die übrig gebliebenen Brocken&#039;&#039; W. „die Reste der Brocken“ ([[Gen. part.]]; NSS)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
auf, sieben Körbe.{{par|Markus|6|42|43}}&lt;br /&gt;
{{S|9}} Es waren {aber} etwa viertausend [Menschen]. Danach (Und) verabschiedete (ließ gehen, schickte weg) er sie,{{par|Markus|6|44}} &lt;br /&gt;
{{S|10}} und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stieg er … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gelangte (kam) in das Gebiet von Dalmanuta&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Dalmanuta&#039;&#039; Der Ort wird nur hier erwähnt und ist sonst unbekannt. Die Parallelstelle Mt 15,39 spricht stattdessen vom ebenfalls unbekannten Ort Magadan. In der Textüberlieferung wurde daraus in einigen Handschriften „Magdala“. Dalmanuta ist jedoch zweifellos die ursprünglichste Version des Namens. Sowohl bei Dalmanuta als auch bei Magadan könnte es sich gut um alternative Namen der Ortschaft Magdala handeln (Blomberg 1992, 247).&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
{{S|11}} Da (Und) kamen die Pharisäer hervor&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;kamen hervor&#039;&#039; Oder „kamen heraus“. Das deutet darauf hin, dass es sich um die Pharisäer des Ortes handelt, die bei Jesu Ankunft aus ihren Häusern kommen, um ihn zu stellen (France 2002, 311). Weil Markus keine weiteren Angaben macht, könnte diese Konnotation hier jedoch fehlen oder in den Hintergrund treten (vgl. 1,38; 3,21), daher die Übersetzung (Guelich 1989, 413).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei sie … verlangten&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Könnte z.B. auch als separater Hauptsatz übersetzt werden. &#039;&#039;Zeichen vom Himmel&#039;&#039; Anders als bei Johannes bezieht &#039;&#039;Zeichen&#039;&#039; sich hier nicht auf ein Wunder, sondern irgendeine Art von übernatürlichem Zeichen, das beweisen würde, dass Jesus mit Gottes Unterstützung wirkt. &#039;&#039;vom Himmel&#039;&#039;, d.h. von Gott sollte das Zeichen kommen. Die Juden erwarteten solche Zeichen der Echtheit. Auch Mose (u.a. Ex 4,1–9; 29–31; 7,8–22) und Elija (1Kö 18,38) bestätigten ihre Sendung auf diese Weise (France 2002, 311f.; Guelich 1989, 413f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
um (wobei sie) ihm eine Falle zu stellen (ihn auf die Probe zu stellen; zu testen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;um ihm eine Falle zu stellen&#039;&#039; Finales (oder modales) [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Oder wie MEN: „weil sie ihm eine Falle stellen wollten“. Das Verb heißt „testen, erproben“ im weitesten Sinn. Hier erproben die Pharisäer Jesus so, dass er möglichst geschädigt werden soll (vgl. LN 27.31): Sie stellen ihm eine Falle, indem sie hoffen, dass er sich auf ihre Forderung einlässt, jedoch auf Kommando kein entsprechendes Zeichen hervorrufen kann. Vgl. Mk 10,2; 12,15; Joh 8,6. Jesus wurde zuvor schon in Mk 1,13 vom Satan auf die Probe gestellt, was die Pharisäer wie ihn zu Jesu Gegenspielern macht (vgl. Collins 2007, 384). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|12}} Und er stöhnte (seufzte tief) aus dem Innersten (innerlich)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;aus dem Innersten&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;innerlich&#039;&#039; W. „in seinem Geist“. D.h. heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;stöhnte (seufzte) … auf und&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte: „Warum (Was) verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch&#039;&#039; D.h. „Ich versichere euch“. &#039;&#039;Ja (Amen, Wahrlich)&#039;&#039; Das Wort &#039;&#039;Amen&#039;&#039; stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Hier kommt es nach Mk 3,28 zum zweiten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !&#039;&#039; D.h. „Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“ Es handelt sich um eine unvollendete, aber klar verständliche Schwurformel, d.h. „Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird, [soll mir etwas zustoßen]!“. Solche Schwurformeln waren auf Hebräisch gebräuchlich. Dabei verband der Sprecher den Eid mit einem Fluch, der ihn treffen sollte, wenn er ihn brach. Jesus benutzt sie wie eine besonders starke Verneinung. Eine ähnliche unvollständige Schwurformel als Verneinung steht in Ps 94,11 LXX. Der Prophet Elischa wird in 2Kö 6,31 Ziel eines Eides, der auch eine Fluchformel enthält (Collins 2007, 385; France 2002, 313).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|13}} Und er ließ sie [stehen] (verließ sie),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er ließ sie [stehen]&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
stieg wieder ein und fuhr zum anderen Ufer. &lt;br /&gt;
{{S|14}} {Und} Sie hatten vergessen (vergaßen),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sie hatten vergessen (vergaßen)&#039;&#039; Der Aorist wird hier wohl mit vorzeitiger Bedeutung benutzt. &#039;&#039;sie&#039;&#039; Die meisten Übersetzungen übersetzen sinngemäß „die Jünger“, nicht &#039;&#039;sie&#039;&#039;, aber es gibt keinen direkten Anhaltspunkt dafür, dass Jesus davon auszunehmen ist. Markus möchte uns vielleicht zu verstehen geben, dass der Aufbruch so unvermittelt geschah, dass die Gruppe (oder die Jünger) nicht mehr zum Einkaufen kam.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brote mitzunehmen, sodass (und) sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten. &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und er schärfte ihnen ein (warnte sie) {sagend}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;schärfte ihnen ein&#039;&#039; Das Verb steht im [[Imperfekt]], was wohl impliziert, dass diese Aussage einen etwas längeren Diskurs zusammenfasst (oder eine häufige Aussage Jesu darstellt) (France 2002, 315). &#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Passt auf (Seht zu), hütet euch vor dem Sauerteig&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sauerteig&#039;&#039; wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerteig Sauerteig] den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes&#039; Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes&#039; Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und sie diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;machten sich Gedanken&#039;&#039; „Diskutieren“ (so die wahrscheinlich gemeinte Bedeutung) steht im [[Imperfekt]]. Das Wort bedeutet hier entweder, dass die Jünger einfach weiterdiskutierten und Jesu Kommentar überhörten oder im Eifer der Diskussion ignorierten (so Guelich 1989, 424; France 2002, 317). Dass darüber geredet wurde, war dann schon in V. 14 impliziert und könnte Jesu Bemerkungen über den Sauerteig ausgelöst haben. Oder es signalisiert, dass nun eine Diskussion einsetzte, die sich wegen des fehlenden Brotes (V. 14) anbahnte (so Collins 2007, 386). Eine dritte Möglichkeit (nach MEN) versteht das Imperfekt als missverstehende Reaktion: „Da erwogen sie im Gespräch miteinander: »(Das sagt er deshalb) weil wir keine Brote haben.«“ (Es ist möglich, dass MEN dabei einer alternativen Lesart folgt, die „und sagten“ ergänzt.) Die erste Möglichkeit ist häufiger Funktion des Imperfekts als die zweite und ist tendenziell vorzuziehen; die dritte käme wohl auch ohne Imperfekt aus (vgl. France 2002, 317). Die meisten deutschen Übersetzungen verstehen das gr. Wort διαλογίζομαι jedoch im Sinn von „sich Gedanken machen“ – wohl weil sie etwas besser zu V. 17 passt. So EÜ: „Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.“ Doch welche Funktion hätte in diesem Fall πρὸς ἀλλήλους „zu-/miteinander“ (bei EÜ unübersetzt)? NGÜ liest sich schon fast absurd: „Da machten sie sich untereinander Gedanken...“ Das Wort scheint hier sicher die Bedeutung „diskutieren“ zu haben (so die bisher zitierten Kommentare sowie NSS; Pesch 1976, 412f.; LN 33.158; GNB, MEN und englische Übersetzungen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
miteinander (machten sich Gedanken) darüber, dass (weil) sie keine Brote hatten. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und Jesus&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jesus&#039;&#039; In einigen Handschriften fehlt Jesus als explizites Subjekt. Textkritik: Auch NA28 und SBLGNT lassen es aus, wohl als eine recht offensichtliche stilistische Verbesserung. Insgesamt ist die Überlieferung jedoch so gut (u.a. {{hebr}}א{{hebr ende}} A C D K 28 33 Mehrheitstext gegen sieben in NA28 angeführte Zeugen), dass sich die Frage stellt, ob hier nicht eine (weniger offensichtlich zu begründende) versehentliche Auslassung nicht wahrscheinlicher wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte)&#039;&#039; Modal-temporales [[Ptz. conj.]] (oder [[attr. Ptz.]]), hier als Relativsatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sagt zu ihnen: „Warum diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken) darüber&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken)&#039;&#039; Zur Abwägung zwischen den beiden Alternativen s. die Fußnote im vorigen Vers.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;und … denn immer noch nicht&#039;&#039; Die doppelte Verneinung mit „noch nicht“ und „und nicht“ verstärkt auf Griechisch den Effekt der rhetorischen Frage. Um deren rhetorische Kraft einzufangen, wurde die Frage in der Übersetzung sinngemäß mit denn und immer verstärkt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Habt ihr ein {euer} verstocktes (verhärtetes) Herz?{{par|Markus|6|52}}{{par|Markus|7|18}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;{{S|18}} Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?&lt;br /&gt;
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Habt ihr zwar Augen, aber seht nicht? Und habt ihr zwar Ohren, aber hört nicht?&#039;&#039; Die beiden [[Ptz. conj.]] &#039;&#039;habt ihr&#039;&#039; sind dabei konzessiv aufgelöst, was wohl dem Sinn von Jer 5,21 entspricht. Vgl. NGÜ: „Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören?“ Oder einfach „Habt ihr Augen und seht nicht? Und habt ihr Ohren und hört nicht?“ Es handelt sich um eine recht freie Wiedergabe von Jer 5,21, die aber inhaltlich und im Zusammenhang mit der Kritik aus V. 17 eher an den in Mk 4,12 zitierten Abschnitt aus Jes 6,9-10 erinnert (Watts 2007, 172). Doch passen thematisch alle drei angespielten Abschnitte (ebd. 174).&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Jeremia|5|21}}{{par|Ezechiel|12|2}}{{par|Psalm|115|5|6}}{{par|Jesaja|6|9}}{{par|Markus|4|12}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)&#039;&#039; Man kann diesen Satz sowohl als eigenständige Frage wie auch als Einleitung zu V. 19 auffassen. Nach France (2002, 317) handelt es sich eher um eine weitere rhetorische Frage, aber NA28, SBLGNT und viele deutsche Übersetzungen folgen der zweiten Deutung. ZÜR und viele englische Übersetzungen folgen der ersten. Diese Übersetzung hat den Vorteil, dass sie zu kürzeren Sätzen führt und die Parallelität zwischen den beiden Fragen in V. 19 und 20 nicht aufbricht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|19}} Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] zerbrochen habe,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Brote … zerbrochen habe&#039;&#039; „Brote zerbrechen“ steht hier als metonymisches Idiom dafür, dass Jesus sie mit Nahrung versorgt hat (vgl. LN 23.20).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten (sagten) {ihm}: „Zwölf.“&lt;br /&gt;
{{S|20}} Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [zerbrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten (sagten) {ihm}: „Sieben.“&lt;br /&gt;
{{S|21}} Da (und) sagte er (fuhr fort)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sagte er (fuhr fort)&#039;&#039; Das [[Imperfekt]] zeigt hier wohl einfach an, dass Jesus weitersprach oder fortfuhr.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen: „Versteht ihr immer noch nicht?“&lt;br /&gt;
{{S|22}} Als (Und) sie nach Betsaida kamen, da (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Als … da&#039;&#039; W. „und … und“, hier als temporales Satzgefüge verstanden (vgl. Reiser 1983, 119).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
brachten [die Leute] einen Blinden zu ihm und baten (forderten auf) [Jesus], ihn zu berühren.{{par|Markus|7|32}}&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und er nahm die Hand des Blinden und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er nahm … und&#039;&#039; [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
führte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er ihm in die Augen gespuckt und ihm die Hände aufgelegt hatte,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem er … gespuckt und … aufgelegt hatte&#039;&#039; Temp. [[Ptz. conj.]] (2x), als Nebensatz aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
fragte ihn:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;fragte ihn:&#039;&#039; Die Frage wird im Griechischen wie eine abhängige Frage durch εἰ „ob“ eingeleitet. Wohl durch eine ähnliche Praxis im Hebräischen beeinflusst (NSS; Siebenthal 2011, §269b; France 2002, 324f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehst du etwas?“{{par|Markus|7|33}} &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und nachdem [der Mann] wieder sehen konnte ([der Mann] blickte auf und),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;nachdem [der Mann] wieder sehen konnte&#039;&#039; [[Ptz. conj.]] als temporaler Nebensatz aufgelöst. Die Alternative &#039;&#039;blickte auf und&#039;&#039; löst das Ptz. beigeordnet auf. Das Verb heißt im Zusammenhang mit Blindheit immer „wieder sehen können“ (Mk 10,51; Mt 20,34; 11,5; Lk 7,22; 18,41–43 (3x); Joh 9,11.15.18; Apg 9,12.17.18; 22,13. So France 2002, 325; Collins 2007, 394). Obwohl diese Bedeutung seit Johnson 1979 zweifelsfrei belegt und im NT häufig ist, bleiben die meisten Übersetzungen an dieser Stelle bei „er blickte auf“ (vgl. NSS; LN 24.10; s. jedoch die Alternativübersetzung der NGÜ; NET; Guelich 1989, 428. Vgl. MEN: „Jener schlug die Augen auf“). Vielleicht liegt das daran, dass „aufblicken“ ebenfalls sehr gut in den Kontext passt. Wahrscheinlich liefert Markus dem Leser ein Wortspiel, indem er absichtlich beide Bedeutungen zulässt (France 2002, 325). Dass der Mann wieder sehen könnte, scheint jedoch im Vordergrund zu stehen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte er: „Ich sehe die Leute (Menschen) – {dass}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{dass}&#039;&#039; Welche Funktion ὅτι „dass“ (oder „weil“) hier hat, ist nicht restlos geklärt. Es ist möglich, dass es hier wie das aramäische Relativpronomen ד verwendet wird (das auch „dass“ heißen kann) oder es (falsch) übersetzt. Dann wäre zu übersetzen: „Ich sehe die Leute, die wie Bäume [sind]...“ (Guelich 1989, 433; vgl. Siebenthal 2011, §252a). NSS empfiehlt, ὅτι am besten als Doppelpunkt (wie ein ὅτι recitativum) zu übersetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie Bäume, ich sehe sie umhergehen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ich sehe Menschen – wie Bäume, ich sehe sie umhergehen&#039;&#039; Falsch wäre die Übersetzung „ich sehe sie wie Bäume umhergehen“ (LUT, ELB, GNB?). &#039;&#039;Bäume&#039;&#039; ist Neutrum Plural, das Partizip &#039;&#039;umhergehen&#039;&#039; (ein [[AcP]]) Maskulinum Plural. Das Partizip bezieht sich auf &#039;&#039;die Leute&#039;&#039; (France 2002, 325). Die Übersetzung versucht das zu berücksichtigen. Sehr schön fängt das NGÜ ein: „Ich sehe Menschen; sie gehen umher, aber sie sehen aus wie Bäume.“&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|25}} Daraufhin legte [Jesus] erneut die Hände auf seine Augen, und [der Mann] hatte klare Sicht (sah klar) und war wieder gesund (wiederhergestellt), und er konnte nun alles deutlich (scharf) erkennen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er konnte nun alles deutlich erkennen&#039;&#039; Das Verb steht im Unterschied zu den beiden vorigen ([[Aorist]]) im [[Imperfekt]], das hier zum Ausdruck bringt, dass der Mann &#039;&#039;nun&#039;&#039; (sinngemäß eingefügt) dauerhaft deutlich sehen &#039;&#039;konnte&#039;&#039; (ebenfalls ergänzt, um den Sinn richtig zu vermitteln) (vgl. France 2002, 325). MEN legt etwas kreativ aus: „so daß er auch in der Ferne alles scharf sah“&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Markus|7|35}} &lt;br /&gt;
{{S|26}} Da (Und) schickte [Jesus] ihn nach Hause (in sein Haus), wobei er ihm auftrug (sagte):&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;wobei er ihm auftrug (sagte)&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], als Nebensatz aufgelöst. Eine andere Möglichkeit wäre „mit den (folgenden) Worten“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geh auch (aber) nicht ins Dorf!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh auch nicht ins Dorf!“&#039;&#039; Das ist offenbar so zu verstehen, dass der Mann nicht direkt in Betsaida (=dem Dorf) lebte. Vgl. GNB: „Geh nicht erst nach Betsaida hinein, sondern geh gleich nach Hause!“ Textkritik: Der Mehrheitstext scheint diese schwer zu deutende Anweisung etwas verständlicher zu machen, indem er ergänzt: „...noch sprich mit jemandem im Dorf!“&amp;lt;/ref&amp;gt;“&lt;br /&gt;
{{S|27}} Und Jesus und seine Jünger zogen weiter (gingen fort, machten sich auf) in die Dörfer von Cäsarea Philippi; und auf dem Weg befragte er seine Jünger {und sagte&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{und sagte}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu ihnen}: „Für wen halten mich die Leute?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Für wen halten mich die Leute?“&#039;&#039; Oder „Was sagen die Leute (Menschen), wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagen/halten die Leute mich zu sein?“ ([[AcI]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|28}} Da sagten sie zu ihm {sagend}&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{sagend}&#039;&#039; [[Pleonastisches Partizip]].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
„[Einige für] Johannes den Täufer, und andere [für] Elija, wieder andere [meinen], dass [du] einer von den Propheten [bist].“{{par|Markus|6|14|16}}&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und er fragte sie: „Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Und für wen haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich?“&#039;&#039; Oder „Und was sagt &#039;&#039;ihr&#039;&#039;, wer ich bin?“ W. etwa „Wen sagt/haltet &#039;&#039;ihr&#039;&#039; mich zu sein?“ ([[AcI]]. Vgl. die Frage in V. 27)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Petrus antwortete {und sagte zu ihm}:&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Petrus antwortete {und sagte zu ihm}&#039;&#039; Die pleonastische Formulierung kann in der Übersetzung gekürzt werden. Sie signalisiert die Wichtigkeit von Petrus&#039; folgender Aussage.&amp;lt;!-- &amp;lt;-- Ungeprüfte Vermutung--&amp;gt; &#039;&#039;antwortete&#039;&#039; Modales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Du bist der Messias (Gesalbte; Christus)!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Messias&#039;&#039; Gr. χριστός „der Gesalbte“ oder formelhaft „Christus“. Das griechische Wort ist eine Übersetzung von hebr. {{hebr}}מָשִׁיחַ{{hebr ende}} &#039;&#039;maschiach&#039;&#039;. Der Messias war in den Prophetien des AT ein König nach dem Muster des Königs David, der Israel in eine neue Zeit führen und als gerechter König regieren sollte (z.B. Jer 23,5). Zwischentestamentliche Autoren erwarteten einen militärischen Anführer, der Israel von der Fremdherrschaft der Griechen und später der Römer befreien und zu alter Größe zurückführen würde (vgl. Evans 2001, 15).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|30}} Und er schärfte (befahl) ihnen ein, {damit} mit niemandem über ihn sprechen. &lt;br /&gt;
{{S|31}} Und er begann sie darüber aufzuklären (zu lehren), dass der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) viel leiden, {und} von den Ältesten, {und} den obersten (führenden, Hohen) Priestern&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;oberste Priester&#039;&#039; Auf Griechisch „Hohe Priester“. Damit waren ehemalige Hohe Priester gemeint, die weiter im Hohen Rat vertreten waren, aber wahrscheinlich auch Mitglieder der wichtigen Priesterfamilien (France 2002, 335 Fn 51).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und den Schriftgelehrten (Schreibern) abgelehnt (verworfen, zurückgewiesen) werden, dass (und)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dass (und)&#039;&#039; Anstatt die Satzreihe mit &#039;&#039;und&#039;&#039; fortzusetzen, haben wir hier mit &#039;&#039;dass&#039;&#039; aus stilistischen Gründen neu eingesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse.{{par|Psalm|118|22}}{{par|Hosea|6|2}}{{par|Markus|9|31}}{{par|Markus|10|33|34}}&lt;br /&gt;
{{S|32}} Und er sagte das ganz offen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;er sagte das ganz offen&#039;&#039; W. „er sagte das Wort...“ oder besser „diese Aussage machte er...“. Markus bezieht sich hier speziell auf die Lehre aus V. 31 (France 2002, 337). &#039;&#039;ganz offen&#039;&#039; W. „mit Offenheit/Freimut“ ([[instr. Dat.]]). MEN, ZÜR: „und er sprach das ganz offen aus“, EÜ (vgl. NGÜ): „er redete ganz offen darüber“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da (Und) nahm Petrus ihn beiseite und begann, missbilligend auf ihn einzureden (ihn zu rüffeln/zurechtzuweisen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;begann, missbilligend auf ihn einzureden&#039;&#039; W. „tadeln, zurechtweisen“. Gemeint ist, dass Petrus Jesus solche düsteren Vorhersagen ausreden und ihn zur Vernunft bringen möchte. GNB: „wollte ihm das ausreden“, MEN: „begann auf ihn einzureden“.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{S|33}} Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte),&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der drehte sich um und, indem (und) er seine Jünger ansah (nachdem … angesehen hatte)&#039;&#039; Beide Verben sind [[Ptz. conj.]], hier temporal und modal (bzw. in der Klammer temporal-vorzeitig) aufgelöst. Man könnte auch einfacher formulieren: „Der drehte sich um, {und} sah seine Jünger an [und] wies Petrus zurecht“ oder „drehte sich um und … wies zurecht, wobei er … ansah.“ ansah W. „sah“. Wahrscheinlich meint Markus: Petrus ist nicht der Mann, von dem Jesus sich beiseite nehmen lässt. Gibt es ein Problem mit einer so essenziellen Frage wie der für Jesus unausweichlich von Gott geplanten Zukunft, so betrifft das alle. Besonders, wenn zu erwarten ist, dass die anderen Jünger ähnliche menschliche Vorstellungen vom Messias haben (vgl. die Fußnote bei „Messias“ in V. 29) (France 2002, 338, gegen Collins 2007, 406f., die nicht begründet, warum Jesus seine Antwort nur an Petrus, aber nicht an die anderen Jünger richtet).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wies Petrus zurecht (herrschte ihn an) {und sagte}: „Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan (Widersacher)!&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„Geh hinter mich (Geh weg von mir), Satan!“&#039;&#039; Der Ausruf ist doppeldeutig. Jesus fordert Petrus gleichzeitig auf, im aus den Augen zu gehen, und sich wieder in der Nachfolge bei den Jüngern hinter ihm einzureihen (vgl. W. „hinter mir nachzufolgen“ in V. 34!). Der nächste Satz zeigt, was Jesus meint: Petrus (aber auch keiner der anderen Jünger) sollte sich nicht Gottes Plänen in den Weg stellen oder in irgendeiner Form verweigern. Denn damit, auch wenn es aus den besten Absichten geschieht, würde er zum Widersacher Gottes (vgl. Collins 2007, 407). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Satan&#039;&#039; ist die Umschrift des hebräischen Worts {{hebr}}שָׂטָן{{hebr ende}}. Nirgendwo sonst wird ein Mensch als Satan bezeichnet. Jesus meint jedoch kaum, dass Petrus besessen ist (Collins 2007, 407). Petrus&#039; Vorstellungen stehen Gottes Plänen so weit entgegen, dass sie von Satan kommen müssen (France 2002, 338). Er könnte Petrus&#039; Einwände als einen weiteren Versuch des Teufels auffassen, ihn in Versuchung zu führen (Collins 2007, 407). Eine andere Möglichkeit ist, dass Jesus das Wort adjektivisch benutzt und Petrus so als einen Widersacher bzw. jemanden, der sich ihm in den Weg stellt, bezeichnet. Schließlich spricht Jesus gleich darauf ja von „menschlichen“ Vorstellungen, nicht von denen des Teufels (Evans 2001, 19). Doch signalisiert die scharfe Formulierung, unter Beibehaltung des semitischen Begriffs auch im Griechischen, dass Jesus seinen Jünger wirklich als Satan anspricht (France 2002, 338 Fn 61).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;„{denn} Du hast nicht die [Vorstellungen (Interessen)] Gottes im Sinn, sondern die der Menschen.“&#039;&#039; NGÜ: „Denn was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich.“ MEN: „Deine Gedanken sind nicht die Gedanken Gottes, sondern sind Menschengedanken.“ ZÜR: „Denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{S|34}} Dann (Und) rief er die Menschenmenge samt seinen Jüngern zu sich und&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;rief zu sich … und&#039;&#039; Temporales [[Ptz. conj.]], beigeordnet aufgelöst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sagte zu ihnen: „Wenn jemand mir nachfolgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;mir nachfolgen&#039;&#039; W. „hinter mir/mir nach nachfolgen“ (vgl. Mk 1,17; 2,14). Manche Übersetzungen: „Wer mein Jünger sein will...“ (EÜ, NGÜ) Genau das hat Jesus hier im Blick (France 2002, 339; Pryke 1978, S. 41).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
will, dann muss (soll)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;dann muss (soll) … verleugnen … auf sich nehmen … nachfolgen&#039;&#039; Die drei Verben stehen in der dritten Person des Imperativs, den man am besten mit Hilfsverb („soll“, „muss“ oder „möge“) oder einem Konjunktiv umschreibt. Hier beschreibt Jesus die Anforderungen, die er an seine Nachfolger stellt. In diesem Kontext ist „muss“ am passendsten (vgl. Collins 2007, 408).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sich selbst verleugnen, {und} sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Kreuz tragen (auf sich nehmen, aufheben, mitnehmen)&#039;&#039; Das Verb αἴρω heißt bei Gegenständen „aufheben“, aber auch „(mit sich) tragen“ oder „mitführen“ (BA 1a/2). Die klassische Übersetzung seit Luther ist „sein Kreuz auf sich nehmen“, gemeint ist aber wohl eher, es in übertragener Sicht mit sich herumzutragen (vgl. BA 2). Konkret geht es dabei um den Querbalken des Kreuzes, der zur eigenen Hinrichtung herangezogen würde (Collins 2007, 408). Kreuzigung war auch in Palästina eine übliche Form der Todesstrafe. Das Bild der Verurteilten, die den Balken durch die Stadt trugen, war den Leuten geläufig (Evans 2001, 25). Diese Wendung war möglicherweise als Sprichwort bekannt. Lukas macht deutlich, dass dies übertragen gemeint ist, indem er „täglich“ ergänzt (Lk 9,23). Doch Jesus hat hier gerade seinen Tod vorhergesagt. Mit diesen Worten macht er also deutlich, dass die Gefahr für seine Nachfolger, sein Schicksal zu teilen, sehr real ist (Collins 2007, 408; France 2002, 339f.). Der Leser erhält den Eindruck, dass Jesus genau weiß, was auf ihn zukommt (Evans 2001, 25). Dieses Schicksal bewusst in Kauf zu nehmen und Jesus trotz allem nachzufolgen, das gehört für Jesus sicherlich auch dazu, sich selbst zu verleugnen (France 2002, 340).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und mir nachfolgen!&lt;br /&gt;
{{S|35}} Denn jeder, der (wer) sein Leben (Seele) retten will, wird es verlieren; aber jeder, der (wer) wegen mir und des Evangeliums (der Heilsbotschaft) sein Leben (Seele) verliert, der wird es retten.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;die gesamte Welt zu gewinnen&#039;&#039; Das heißt im übertragenen Sinn, (im diesseitigen Leben) den größtmöglichen Erfolg zu erzielen (France 2002, 341).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
aber (und [dabei]) sein Leben (Seele) zu verlieren?&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;sein Leben (Seele) zu verlieren&#039;&#039; Einige Übersetzungen geben das Prädikat nicht mit &#039;&#039;verlieren&#039;&#039;, sondern mit „Schaden nehmen (an)“ wieder. LUT: „nähme an seiner Seele Schaden“, NGÜ: „wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt“, ähnlich ZÜR, wohl nach BA ζημιόω. LN 57.69 listet die Passivform dagegen mit einer separaten Bedeutung übers. etwa „Verlust erleiden, verlieren, einbüßen“. Als Gegensatz zu „(etw.) gewinnen“ ist „(etw.) verlieren“ die angemessenere Übersetzung (vgl. France 2002, 341), wenngleich sicherlich in dieser sprichwörtlichen Form sehr zugespitzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;{{par|Kohelet|1|3}}{{par|Psalm|49|8|10}}&lt;br /&gt;
{{S|37}} Denn was könnte (sollte) man (ein Mensch) als Gegenwert für sein Leben (Seele) geben?&lt;br /&gt;
{{S|38}} Denn jede, der (wer immer) sich in dieser untreuen (ehebrecherischen) und sündigen Generation (Zeit, Geschlecht) über (wegen) mich und meine Worte schämt,&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Jeder, der sich … über mich und meine Worte schämt usw.&#039;&#039; Für heutige Leser ist NGÜ recht passend: „Wer ... nicht zu mir und meinen Worten steht“. Jesus benutzt jetzt das Bild von Scham und Ehre, die in den meisten Kulturen weitaus wichtiger sind als im Westen. Wer sich hier über Jesus schämt, der kann auch bei Jesu Rückkehr keine Ehrung erwarten. Das hier und jetzt wird als untreu bzw. w. ehebrecherisch und sündig beschrieben. Der erste ist ein Begriff, der schon im AT Israels (im übertragenen Sinn ehelich) Untreue gegenüber Gott und seinem Bund bezeichnet hat. sündig verstärkt den Eindruck noch, dass diese Generation sich von Gott abgewandt hat und auch seinen Abgesandten Jesus verschmäht. Die neue Zeit, die mit dem Kommen des Menschensohns (Dan 7,13-14; Sach 14,5), d.h. Jesu Rückkehr anbricht, ist für Jesus die entscheidende (vgl. France 2002, 341ff.; Collins 2007, 410f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
über den wird sich auch der Menschensohn (Sohn des Menschen; Mensch) schämen, sobald er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt.“{{par|Daniel|7|13|14}}{{par|Daniel|7|9|10}}{{par|Sacharja|14|5}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_8&amp;diff=16134</id>
		<title>Diskussion:Markus 8</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Diskussion:Markus_8&amp;diff=16134"/>
		<updated>2014-05-20T05:30:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Checkliste Studienfassung&lt;br /&gt;
|Alle Verse = 1-30, 38 (Thommy B), 31-37 (mmalzner). Abgrenzung: 1-9a(9 oder 10) (Speisung von 4000), (9b-10 Brücke), (10)11-14 (Jesus verweigert den Pharisäern ein Zeichen), 15-21 (Jesus warnt die Jünger vor einer kurzsichtigen, diesseitigen Perspektive), 22-26 (Die erste Blindenheilung), 27-33 (Jesus ist der Messias, der leiden und sterben muss), 34-9,1 (Jesus beschreibt den Preis und Lohn der Nachfolge)&lt;br /&gt;
|Alternativen = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Zweifelsfälle dokumentiert = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Bedeutung erläutert = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Textart = Zum Stil s. die Anmerkungen zu Kap. 3. Das Griechisch ist gleichzeitig einfach und teils komplizierter formuliert, als man es für nötig halten würde. Teils rumpelige oder semitisch angehauchte Formulierungen bemerkt man immer wieder mal. Erklärungen zu den einzelnen Perikopen s.u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vv. 34-38 enthalten weisheitlich geprägte Sprichwörter nach atl. Vorbild, die das Bild von Selbstverleugnung und bedingungsloser Nachfolge aus V. 34 um weitere Dimensionen ergänzen. ([[Benutzer:Ben|Ben]])&lt;br /&gt;
|Andere Kriterien = 1-38: ja (Ben)&lt;br /&gt;
|Am Urtext überprüft = 1-38 (Ben)&lt;br /&gt;
|Kommentare eingesehen = &amp;lt;u&amp;gt;Kommentare&amp;lt;/u&amp;gt;: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;1-38&amp;lt;/u&amp;gt;: Adela Yarbro Collins, Mark. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007;&lt;br /&gt;
R. T. France, The Gospel of Mark: A Commentary on the Greek Text (NIGTC), Grand Rapids 2002;&lt;br /&gt;
Robert A. Guelich, Mark 1–8:26 (WBC), Dallas 1989 bzw. ab. V. 27: Craig A. Evans, Mark 8:27–16:20 (WBC), Dallas 2001.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Wo zitiert&amp;lt;/u&amp;gt;:&lt;br /&gt;
Craig Blomberg, Matthew (New American Commentary). Nashville: Broadman &amp;amp; Holman, 1992; &lt;br /&gt;
Robert Gundry, [http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC Mark: A Commentary on His Apology for the Cross], Chapters 1 - 8. Wm. B. Eerdmans Publishing, &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;2000;&lt;br /&gt;
Earl J. Johnson, Mark VIII. 22–26: The Blind Man from Bethsaida, in: New Testament Studies 25/3 1979, 370–383;&lt;br /&gt;
Rudolf Pesch, Das Markusevangelium. Erster Teil (HthKNT), Freiburg 1976;&lt;br /&gt;
Rikk E. Watts, Mark, in: Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (Hg. Carson/Beale), Grand Rapids 2007, S. 111-250 (Ben)&lt;br /&gt;
|Übersetzungsvergleich = 1-38: EÜ, Lut, REB, NGÜ, GNB, Zür, Menge (Ben)&lt;br /&gt;
|Endkorrektur = 1-38: mehrmals drübergelesen (Ben)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Mk 8 ist jetzt fertig. Wie bei den vorigen Kapiteln gebe ich eine Woche Zeit für Rückfragen, bevor ich den Status der Studienfassung hochsetze. Nach einem erneuten Review in zwei Monaten würde ich den Status dann auf &amp;quot;fertig&amp;quot; setzen, sofern keine neuen Fragen aufkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erklärung zum letzten Abschnitt erfolgt, wenn ich 9,1 eingestellt habe. (Wahrscheinlich werde ich das alles irgendwann in den Kommentar verschieben.) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 18:28, 8. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochgesetzt! --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:45, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Spätere Entscheidungen/Ergänzungen==&lt;br /&gt;
* Eine Fußnote zu Betsaida (V. 22), eine zu Cäsarea Philippi (V. 27)&lt;br /&gt;
* Erweiterung der Fußnote bei &amp;quot;Messias&amp;quot; in V. 29. Dabei erklärungen zu &amp;quot;der Gesalbte&amp;quot;, weitere AT-Hintegründe und evtl. ein Vergleich der Erwartungen mit Jesu Auftreten. Ein Link auf einen geeigneten [[Messias|Lexikonartikel]] könnte sich als hilfreich erweisen.&lt;br /&gt;
* Die Entscheidung, ob in V. 24 die momentane Übersetzung oder die Alternative vorgezogen werden sollte.&lt;br /&gt;
* Bitte Fußnote ai überarbeiten, da inkorrekt. France lehnt die Übersetzung &amp;quot;wie umhergehende Bäume&amp;quot; ab, nicht &amp;quot;wie Bäume umhergehen&amp;quot;!! [[Benutzer:Thommy B|Thommy B]]&lt;br /&gt;
* Einige [[Imperfekt]]e, zu denen es noch mehr zu forschen gibt.&lt;br /&gt;
* Zudem &amp;quot;[[Menschensohn]]&amp;quot;, was aber nicht auf Kap. 8 beschränkt ist.&lt;br /&gt;
* V. 24-25: kann der Mann &#039;&#039;sehen&#039;&#039; oder &#039;&#039;wieder sehen&#039;&#039;? Bartimäus in Mk 10,51-52 kann nur &amp;quot;sehen&amp;quot;. Wie viel kann man aus &amp;quot;wiederhergestellt sein&amp;quot; (V. 25) ableiten? Geht es dabei um einen faktischen früheren Zustand - oder um einen Idealzustand, der vielleicht vorher nie geherrscht hatte? --[[Benutzer:Ben|Ben]] 16:27, 17. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hintergründe für Weiterübersetzer==&lt;br /&gt;
===Hintergrund zum zweiten Speisungswunder (1-9)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Geschichte ähnlich Joh 8,1-10 fast mehr als dem Speisungswunder aus Mk 6,35-44. Einige Ausleger glauben, dass diese Geschichte auf dieselbe Begebenheit zurückgeht.&#039;&#039;&#039; Zitat Guelich: „Nineham notes the similarities that point to a common story: (a) a deserted setting (6:35; 8:4), (b) the same question about available food (6:38; 8:35), (c) a command to recline (6:39; 8:6), (d) essentially the same words and sequence used for serving loaves (6:41; 8:6), (e) the same result (6:42; 8:8), (f) gathering of leftovers (6:43; 8:9), (g) a dismissal and boat journey (6:45; 8:10). In addition, many interpreters have pointed out the disciples’ surprising lack of understanding in 8:4 should they have previously fed an even larger crowd.“ (Guelich 1989, 401)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Doch es gibt auch Unterschiede zu dem vorigen Bericht&#039;&#039;&#039;, die über die überlieferten Zahlen hinausgehen. Diesmal ist Jesus aktiver, die Jünger passiv. Es fehlen AT-Anspielungen, die Schilderung von Jesu Bewirken des Wunders und die Anordnung der Essenden. In Markus&#039; Erzählung findet das Wunder zudem in einer von Juden wie Nichtjuden bewohnten, vielleicht ganz nichtjüdischen Gegend statt (Guelich 1989, 401-03; vgl. France 2002, 305-7). Das könnte der Hauptgrund dafür sein, dass Jesus überhaupt ein zweites solches Wunder erzählt (France 2002, 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
France glaubt nicht daran, dass Markus dieselbe Geschichte zweimal erzählt. Zu den Merkmalen mündlicher Überlieferung gehöre es, Zahlen beizubehalten, aber den Hintergrund anzupassen. Da wäre es seltsam, dass die Zahlen hier abgewandelt überliefert wurden und trotzdem so genau erhalten sind. Eine zweite Möglichkeit, dass Markus selbst dieselbe Geschichte einfach in zwei Varianten erzählt, passe weder zu Markus&#039; sonstigem Vorgehen noch zum Kontext (Jesus geht später nochmals auf beide ein). Darum sei es am wahrscheinlichsten, dass zwei getrennte Begebenheiten in der Tradition mit der Zeit recht ähnliche Form gewonnen hätten (France 2002, 305-7). Möglich, dass Markus die Ähnlichkeiten bewusst verstärkt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beinahe identische Reaktion der Jünger, die sie hier besonders schwer von Begriff erscheinen lässt, könnte dadurch zu erklären sein, dass diese Geschichte unabhängig von der ersten überliefert wurde (Collins 2007, 377). Eine andere Möglichkeit ist, dass die Jünger in der ersten Geschichte wenigstens die Möglichkeit sahen, irgendwo Nahrung zu besorgen. Hier jedoch ist die Lage (sowohl die geographische als auch die der Menschen) akuter (Gundry, 393–94, zitiert bei France 2002, 308). Oder Markus möchte mit der vertrauten Reaktion Kontinuität zum ersten Ereignis herstellen, vernachlässigt dabei aber die Entwicklung der Geschichte (W. T. Shiner, Follow, 222–26, zitiert bei ebd.). Pesch leitet aus dem Fragewort „Woher“ ab, dass die Jünger nicht wissen, aus welchen Vorräten sie das Brot etwa nehmen sollten (Pesch 1976, 403).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ab V. 5 (par 6,38) nehmen die wörtlichen Parallelen stark zu&#039;&#039;&#039;, und die Szene wird auch sprachlich zum Déjà-vu des ersten Speisungswunders. Es lohnt sich auch in der Lesefassung, entsprechend zu formulieren. V. 6 par 6,41a, V. 7 par 6,41b. V. 8 par 6,42-43. V. 9a par 6,44.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Zahlen&#039;&#039;&#039; haben in der Vergangenheit zu Spekulationen über eine mögliche Symbolik geführt, doch lässt sich nichts gesichert feststellen. Markus hält zwar auffällig viele Zahlen genau fest, gibt aber keinen echten Hinweis auf eine mögliche Symbolik. Die sieben Brote (V. 5) und sieben Körbe (V. 8) könnten einfach bedeuten, dass aus jedem Brot genug wurde, um am Ende noch einen ganzen Korb zu füllen. Dass in Kap. 6 dagegen aus fünf Broten zwölf Körbe wurden, könnte jedoch bedeuten, dass zumindest die 12 symbolisch gemeint ist (Guelich 1989, 408; Collins 2007, 380).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Am Ende schickt Jesus die Menschen weg (9a)&#039;&#039;&#039; – durch sein Wunder besteht keine Gefahr mehr, dass sie unterwegs vor Schwäche kollabieren (Guelich 1989, 408). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 00:10, 1. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zum verweigerten Zeichen (10-13)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zeichen&#039;&#039;&#039; bestätigen im AT immer wieder die Echtheit von Gottes Versprechen oder die Legitimität seiner Diener (Mose, Elija u.a.) (vgl. die Fn in V. 11). Die Pharisäer lassen sich also in dieser Hinsicht nichts zu schulden kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Warum verweigert Jesus das Zeichen?&#039;&#039;&#039; Einige schieben wieder das Messiasgeheimnis vor. Doch die Antwort ist wohl eher im Unglauben seiner Widersacher zu finden. Weil die Pharisäer auch mit einem Zeichen nicht an ihn glauben werden, weil Unglaube nicht behoben werden kann, verweigert Jesus ein Zeichen. Wer Jesus wirklich eine Chance geben wollte, fand in seinem Wirken genug Anhaltspunkte, um nicht noch einen Beweis zu benötigen. Ein weiteres Zeichen zu verlangen, offenbarte ihren Unglauben (Guelich 1989, 415; vgl. France 2002, 312f.). Jesus ordnet „diese Generation“ bei denen außerhalb ein (Kap 3-4), die nicht mit offenen Ohren hinhören, sondern verstockt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Generation (V. 12)&#039;&#039;&#039; lässt sich vielleicht mit der Generation Israels vergleichen, die das Heilige Land nicht betreten durfte und in der Wüste starb (Ex 17,7). Auch damals gab es viele göttliche Zeichen, doch die Israeliten wollten immer mehr. Den Unglauben dieser Generation könnte Jesus im Sinn haben (Collins 2007, 384).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was ist mit Jesu Aufstöhnen „in seinem Geist“ gemeint? (V. 12)&#039;&#039;&#039; Die Vorsilbe „ana-“ macht aus dem Stöhnen oder Seufzer ein lautes oder Aufstöhnen. &#039;&#039;&#039;„in seinem Geist“&#039;&#039;&#039; heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte ([http://books.google.de/books?id=6h-jdYBcyjIC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA402#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Gundry 2000, 402]). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht (vielleicht sogar ein Onomatopeion?). Im Deutschen ist das vielleicht vorstellbar, aber das lässt noch keinen Rückschluss auf das Griechische zu. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Stöhnen&#039;&#039;&#039; ist bei Pesch noch Ausdruck pneumatischer Erregung (Pesch 1976, 408), könnte aber einfach ein Ausdruck seiner menschlichen Gefühle sein (Collins 2007, 384). Jeffrey Gibson glaubt nach der Analyse der gebrauchten Wendung, es handle sich um einen Ausdruck der durch die Pharisäer geprüften Treue Jesu zu Gott. Es ist für ihn definitiv kein Ausdruck von Zorn oder Ungehaltenheit. Vielmehr wird seine Treue auf die Probe gestellt, und in dieser Herausforderung der Willenskraft entfährt Jesus der Seufzer (Gibson, Another Look, verlinkt [[Sekundärliteratur:Markus_8|hier]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus benutzt als Antwort eine Schwurformel (V. 12)&#039;&#039;&#039;, die eine besonders negative Reaktion signalisiert. Außerdem bricht er gleich darauf auf, was den Effekt noch verstärkt (Collins 2007, 385). Das zeigt auch, dass Jesus nicht in der Lage (oder willens) war, den Unglauben „dieser Generation“ (der Pharisäer) zu heilen. Stattdessen konzentriert er sich auf die Gruppe seiner Anhänger, die ebenfalls wenig begreifen, aber deren Glaube es ihnen ermöglich zu lernen (Guelich 1989, 416f.). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 2. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zur Schelte der Jünger anlässlich ihrer Sorge um Brot (14-21) ===&lt;br /&gt;
====Kontext====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus nennt in dieser Episode vier Bezugspunkte zu vorherigen Ereignissen&#039;&#039;&#039;: 1. die Pharisäer, 2. Herodes, 3. das erste Speisungswunder und 4. das zweite Speisungswunder. Das zweite Speisungswunder (8,1-9) und ein Ereignis mit Pharisäern (8,10-13) sind unmittelbar vorausgegangen. Dem ersten Speisungswunder (6,30-44) war ein Bericht über Herodes und den Tod von Johannes dem Täufer vorausgegangen (6,14-29) (vgl. Guelich 1989, 419).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die vorhergehende Heilung des Taubstummen (7,31-37)&#039;&#039;&#039; sowie &#039;&#039;&#039;die folgende Heilung eines Blinden (8,22-29)&#039;&#039;&#039; stehen bei Markus auch symbolisch für den Verständnisprozess der Jünger, die langsam verstehen, dass Jesus damit messianische Prophetien (Jes 29,18-19; 35,6) erfüllt. Zumindest ruft Markus setzt Markus diese Ereignisse sicherlich absichtlich in einen kontextuellen und thematischen Zusammenhang mit Jesu Kritik an Jüngern, die trotz funktionierender Augen und Ohren nichts wahrnehmen (V. 18). Jesus erwartet (mit „versteht ihr noch nicht“, 8,17.21) offenbar, dass die Jünger ihn bald verstehen werden. Die Heilung des Blinden könnte dann nach Markus&#039; Darstellung schließlich dazu beiträgen, dass der Groschen doch noch fällt. Nach Petrus&#039; Ausruf, Jesus sei der Messias (8,27-29), konzentriert sich Jesus weiter darauf, die metaphorische Taub- und Blindheit der Jünger zu heilen (Guelich 1989, 420). Der weitere Verlauf des Evangeliums macht jedoch deutlich, dass die Jünger bis zu Jesu Tod und Auferstehung nicht verstehen, was für eine Art von Messias er ist und mit welchem Zweck er gesandt wurde. Endet das Evangelium mit Mk 16,8, dann bleibt der Ausgang letztlich offener als in den anderen Evangelien. Ist der längere Schluss (Mk 16,9-20) echt dann scheinen die Jünger nach der Auferstehung doch endlich zu begreifen. Ist der ursprüngliche Schluss nicht erhalten, dann könnte man ebenfalls davon ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Deutung====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Es ist dem Text nicht genau zu entnehmen, wie sie die Diskussion entfaltet und aus welchen Gründen sie sich so entwickelt.&#039;&#039;&#039; Klar ist nur, worauf Jesus ab V. 17 hinauswill. Vielleicht ignoriert Jesus mit seiner Belehrung in V. 15 vor dem Hintergrund der letzten Geschehnisse absichtlich, wie die Jünger sich schon wieder über der Frage der nächsten Mahlzeit in Details verlieren. Wie wir sehen werden, lässt sich V. 15 inhaltlich sehr gut mit der restlichen Perikope verbinden. Darin geht es wahrscheinlich um Jesu Identität als Messias, der auch einmal übernatürlich Nahrung besorgen kann, und den Glauben an ihn. Die Jünger fordert er anlässlich ihrer Sorge um Brot zu diesem Glauben auf und warnt sie davor, diese Wirklichkeit aus dem Blick zu verlieren (und so vom Sauerteig von Jesu Gegnern angesteckt zu werden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus warnt zunächst vor metaphorischem Sauerteig (V. 15&#039;&#039;&#039;; dazu s. die Fußnote zum Vers) und kritisiert die Jünger dann für ihr Unverständnis, während die Jünger darüber diskutieren, dass sie nichts zu Essen dabei haben. Die Ausleger unterscheiden sich darin, ob V. 15 im Rahmen der Perikope zu verstehen ist oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Pesch&amp;lt;/u&amp;gt; sieht als einzige Gemeinsamkeit von Pharisäern und Herodes ihr &amp;lt;u&amp;gt;Streben nach einem Judenstaat&amp;lt;/u&amp;gt; (wobei beide sich in der Umsetzung deutlich von einander unterscheiden). Der einzige Bezug zum Kontext in dieser Tradition ist dann jedoch der thematische zwischen Brot und Sauerteig. Markus, der den Bericht in seine Erzählung einbaut, will dann Jesu Aussage nicht um die Erwähnung von Herodes kürzen, spielt aber nur auf die Zeichenforderung der Pharisäer an, die einen gefährlichen Unglauben offenbart (Pesch 1976, 413f.). Heutzutage würden wenige noch so argumentieren, weil sich mit der Begründung, ein Redaktor (=Markus) habe eine Tradition (=die ursprüngliche Erzählung) so und so verstanden, aber nicht perfekt in den Kontext eingebaut, auch sehr viel in einen Text hineinlesen lässt. Letztlich schiebt dies dem Redaktor den schwarzen Peter für einen schwer verständlichen Text zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;France&amp;lt;/u&amp;gt; glaubt aber nicht daran, dass der Kontext zur Klärung der Frage nach dem Sauerteig hilfreich ist, und deutet den Sauerteig von Pharisäern und Herodes als &amp;lt;u&amp;gt;Feindseligkeit gegenüber Jesus&amp;lt;/u&amp;gt; (ders. 2002, 315f.). Vv. 17-21 versteht er wie wir als Kritik an den Sorgen der Jünger, die 1. seine Macht, Nahrung zu besorgen und 2. auf einer tieferen Ebene auch etwas über seine Identität schon aus dem Brotvermehrungswunder (vgl. 6,52) gelernt haben sollten (ebd. 318).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Collins&amp;lt;/u&amp;gt; listet die Vermutungen einiger anderer (Hoehner: ähnlich Pesch – die Genannten verstehen messianische Königsherrschaft falsch; Deines: die Pharisäer sehen sich als Sauerteig, der die gesamte Gesellschaft heilig macht) und schließt dann aus dem Kontext darauf, dass &amp;lt;u&amp;gt;Sauerteig für Feindseligkeit&amp;lt;/u&amp;gt; steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;Guelich&amp;lt;/u&amp;gt; (ähnlich &amp;lt;u&amp;gt;Watts&amp;lt;/u&amp;gt; 2007, 174f., der Joel &amp;lt;u&amp;gt;Marcus&amp;lt;/u&amp;gt; 1999 (AB), 410 folgt): Mit seiner Warnung vor dem Sauerteig der Pharisäer und des Herodes warnt Jesus die Jünger davor, denselben Fehlschlüssen zum Opfer zu fallen wie die Genannten und letztlich ohne Glauben dazustehen (Guelich 1989, 423f.). Jesus erwartet offensichtlich, dass die Jünger aus den Speisungswundern gelernt haben, wer er ist (und dass sie sich bei Jesus keine Sorgen um die nächste Mahlzeit zu machen brauchen; Vv. 17-21). Aus dem einen Brot könnte Jesus leicht wieder genug für alle machen (ebd. 421f.; vgl. France 2002, 318). Daher ist die Frage der nächsten Mahlzeit aus der Perspektive des Glaubens an Jesus zweitrangig und unwesentlich. Die eben präsentierten Pharisäer haben ihren Unglauben offen gezeigt, indem sie von Jesus weitere Zeichen forderten. Auch Herodes hat Jesu Wunder nicht verstanden (Mk 6,14-16). Jesus warnt die Jünger davor, sich davon anstecken zu lassen und verstockte Herzen zu haben (V. 17). Stattdessen sollen sie &amp;lt;u&amp;gt;seine göttliche Identität und seinen messianischen Auftrag erkennen&amp;lt;/u&amp;gt; (vgl. Watts 2007, 175). Das ist vielleicht die plausibelste Lösung, weil sie a) die Sauerteig-Äußerung mit dem Kontext vereinbaren kann und b) deren Deutung wiederum dem weiteren Kontext entnimmt und c) gut durch die in V. 18 aus dem AT hervorgerufenen Stellen verstärkt wird sowie zu Mk 6,52 passt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesu Kritik an den Jüngern (Vv. 17-21)&#039;&#039;&#039; bezieht sich wieder auf {{Bibel|Jes|6,|9-10}} (und Mk 4,10-13). Mit einer Serie rhetorischer Fragen weist Jesus die Jünger für ihre begrenzte Perspektive zurecht. Wie schon die Pharisäer in 8,11-13 außen vor gelassen wurden, werden nun auch die Jünger wieder in den Zusammenhang der Unverständigen, an denen Gottes Botschaft vorbeigeht (Kap. 4; vgl. 6,52), gerückt (8,17-18) (France 2002, 314). Guelich: &#039;&#039;„The disciples’ failure to understand first surfaced with the question about “parables” in 4:10–12. Jesus informed them that they had been given the “mystery of the Kingdom” while those “outside” found the parables to be “riddles” according to the prophecy of Isa 6:9–10. Yet in the next verse (4:13) Jesus critically queried the disciples’ failure to understand the parable in question (see Comment on 4:13). We find the same retort again in 7:18 when the disciples fail to grasp the “parable” of things clean and unclean (7:15). Here the reference to the prophets’ indictment of Israel’s failure to see and hear (7:18) sounds dangerously close to what Isa 6:9–10 had to say about “those outside” cited in 4:12 (see Comment on 4:12).“ (Guelich 1989, 420).&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In V. 17 bezieht sich seine Kritik sprachlich auf den Kommentar des Verfassers aus 6,52&#039;&#039;&#039;, wonach die Jünger die Bedeutung der Brote nicht verstanden hatten. Hier spricht Jesus das Urteil nun selbst aus (vgl. Collins 2007, 388). Dass er zu dieser Rede ansetzt, hat wohl auch damit zu tun, dass die Jünger seinen Ausspruch in V. 15 nicht verstanden oder beachtet haben (France 2002, 317). Die Frage nach dem verstockten Herzen schafft eine Verbindung zu Mk 3,5-6, wo die verstockten Herzen der Pharisäer zum ersten Mal dazu führen, dass sie Jesus nicht nur in seiner durch Lehre und Wunder offenbarten Rolle ablehnen, sondern auch töten wollen (Guelich 1989, 424).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In V. 18 ruft Jesus Jes 6,9 noch einmal in Erinnerung&#039;&#039;&#039; – mit Worten, die eher an Jer 5,21; Ez 12,2 (oder Ps 115,5-6) erinnern. Doch seine Fragen setzen die Jünger noch nicht direkt mit den „Ungläubigen“ gleich. Vielmehr sollen sie die Jünger wohl zu Besserem animieren (Guelich 1989, 425).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Jesus in &#039;&#039;&#039;V. 19-20&#039;&#039;&#039; noch einmal die Größe der Menschenmengen nennt, könnte darauf hinweisen, dass es sich bei den „5000 Männern“ (6,44) aus dem ersten Wunder tatsächlich nur um Männer handelte (und nicht um eine wesentlich größere Gruppe. S. die „militärische“ Deutung, die dort diskutiert wird), bei der zweiten Gruppe dagegen um eine gemischte Menge. Die beiden Wörter für „Körbe“ entstammen den jeweiligen Berichten (6,43; 8,8). --[[Benutzer:Ben|Ben]] 17:44, 4. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund der ersten Blindenheilung (22-26)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Diese Heilung weist Gemeinsamkeiten mit der Heilung des Taubstummen (7,31-37) auf.&#039;&#039;&#039; France: „We have noted in discussing 7:31–37 how similar that narrative is to this healing story, in its non-Galilean location, its attention to the detail of Jesus’ healing method, its mention of his touching the affected parts of the body and his use of saliva, and the attempt to avoid publicity by taking the patient away from the crowd who had asked for the healing. In discussing 7:31–37 we noticed the significance of the healing of a deaf and dumb man in the light of Is. 35:5–6. That prophecy begins with the opening of the eyes of the blind, a work which is attributed to God also in Ps. 146:8; Is. 29:18. In the light of such OT passages these two pericopes together add up to a very impressive claim with regard to who Jesus is.“ (France 2002, 322)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass in der Geschichte auch ein Symbolgehalt mitschwingt, lässt sich daraus ableiten, dass der Blinde (ebenso wie die übertragene Blindheit der Jünger) schrittweise geheilt wird (France 2002, 322f.). So liegt die Vermutung nahe, dass Markus den Vorfall absichtlich an dieser Stelle erzählt, um diesen Prozess zu illustrieren (Collins 2007, 390). Die Jünger brauchen auch nach Petrus&#039; Messiasbekenntnis noch lange, bis sie Jesus ganz verstanden haben. Dessen Aufgabe ist nicht nur die Heilung der echten Blinden, sondern auch der im übertragenen Sinne Blinden (France 2002, 322f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Parallelen zur Heilung des Taubstummen in Mk 7,31-37&#039;&#039;&#039;: 1. Man bringt Jesus einen Mann, um ihn zu heilen. 2. Jesus nimmt den Mann beiseite. 3. Jesus heilt den Mann mit Speichel und Berührung. 4. Ein Schweigegebot (bzw. eine Maßnahme, die auf Geheimhaltung zielt) zu einem 5. Vorfall, der sich unmöglich verbergen lässt. (Guelich 1989, 429) Dass dies die erste Blindenheilung ist, die Markus explizit erwähnt, macht die Beschreibung noch etwas dramatischer (France 2002, 324).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wie in der ersten Heilungsgeschichte kann man auch hier magische Elemente sehen&#039;&#039;&#039;, etwa die Verwendung von Speichel, die Berührung oder der Rückzug ins Private. Collins vermutet, dass das Publikum dies so wahrgenommen hätte (dies. 2007, 393). Im Fall des ersten Berichts wurde gemutmaßt, dieser Heilungsbericht entstamme einer eher griechisch geprägten Überlieferung, es wird von beiden Vorfällen angenommen, dass sie in heidnischem Gebiet stattfinden. Markus siedelt die Geschichte auch in Bethsaida an, wo hauptsächlich Nichtjuden lebten. Aufgrund der magischen Elemente der Heilung bietet es sich auch hier wieder an zu vermuten, dass Jesus die Heilung den Heiden damit verständlich macht (Collins 2007, 390f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Berührung hilft wohl dem Blinden, die Heilung mitzuverfolgen&#039;&#039;&#039; (vgl. France 2002, 324). Ähnliches hatten wir auch schon über Jesu Vorgehensweise bei der Heilung des Taubstummen in 7,31-37 vermutet, wo er deutlich mehr Gesten und einfache Worte benutzt. Hier verzichtet er auf Gesten und heilt so, dass der Blinde haptisch und akustisch miterleben kann. Doch diese Heilung ist dennoch anders als die vorigen. Hat Jesus in Mk bisher häufig mit einem Befehl das Wunder vollbracht (Mk 1,21-28; 41-42; 2,11) heilt Jesus den Blinden hier schrittweise und fragt auch noch nach, ob er nun sehen kann. Den anderen Blinden in Mk 10,52 heilt Jesus dagegen ebenfalls auf der Stelle. Das ist vielleicht ein Grund dafür, dass weder Matthäus noch Lukas diesen Vorfall mit aufgenommen haben (Collins 2007, 394). Guelich glaubt, dass dieser Heilungsprozess Jesus als Arzt darstellt, der seinen Patienten behandelt (ders. 1989, 433).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Am Ende gebietet Jesus diesmal nur dem Geheilten, direkt nach Hause zu gehen&#039;&#039;&#039; (nicht wie in 7,36-37 allen Anwesenden, niemandem davon zu erzählen). Guelich hält das nicht für einen Teil des Messiasgeheimnisses, sondern für ein Stilmittel, das indirekt die Anwesenheit der Menschenmenge in der folgenden Schilderung erklären soll. Die Menschen wären dann zusammengekommen, weil sie trotz Jesu Maßnahmen von der Heilung erfahren hatten (Guelich 1989, 435). Collins vermutet, die Anordnung sei Teil der volksmedizinischen bzw. -magischen Handlungen, mit denen Jesus den Mann geheilt habe (Collins 2007, 395). Gundry glaubt im Gegenteil, dass der Blinde unter normalen Umständen zurück ins Dorf gegangen wäre, um der Beschäftigung aller Blinden nachzugehen: zu betteln. Dass er stattdessen nach Hause gehen soll, sei erst recht eine Demonstration der Heilung (Gundry 2000, 419f.). France hält Jesu Anweisung für zu unklar, um eindeutig auf ein Geheimhaltungsmotiv zu verweisen (anders als bei vorausgegangenen Wundern). Möglich, dass Jesus nur etwas Zeit gewinnen wollte, um weiterziehen zu können (France 2002, 325). Sicher ist, dass wir heute nur noch Mutmaßungen darüber anstellen können. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:42, 5. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergrund zu (27-33)===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markus hat lange auf diesen Moment hingearbeitet.&#039;&#039;&#039; Schon von Anfang an waren die Leute verblüfft über seine Lehre und Kräfte. Die Jünger fragen sich schon seit längerem, wem sie da eigentlich als Lehrer folgen (4,41; vgl. 6,51). Der Leser, der ja schon seit dem Beginn des Buchs wenigstens eine Ahnung von Jesu Identität hat, wird immer wieder erstaunt über die Langsamkeit, mit der die Jünger begreifen. Schon im ersten Kapitel brach Jesu ware Identität aus einem Dämon hervor (1,24)! Mit Markus hat der Leser den Kopf geschüttelt über die Menschen von Nazaret, die sich Jesus gegenüber verschlossen, weil sie seine Herkunft zu kennen meinten (6,3). In den letzten festgehaltenen Geschehnissen haben der Evangelist (6,51-52), aber auch Jesus selbst, nun Kritik geübt und den Jüngern vor Augen geführt, dass sie schon sehr viel mehr erkannt haben sollten (8,17-21). Bisher haben sie ihn dann auch nur „Lehrer“ genannt (4,38) – was er mit „Menschensohn“ (2,10.28) gemeint hat, haben sie wohl nicht verstanden. In christologischer Hinsicht bildet dieser Abschnitt den Höhepunkt des Evangeliums. Von jetzt an geht es um die Frage, was es bedeutet, Jesus zu folgen. Von jetzt an geht es auf das Ziel von Jesu Mission zu – V. 31 vermittelt den ersten Eindruck davon. Die Gruppe reist von nun an langsam nach Jerusalem, wo die Geschichte von Jesus ihren Höhepunkt erleben wird (France 2002, 326f.; vgl. Collins 2007, 401f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Gerüchte (V. 28) verbindet, dass alle Jesus für einen Propheten halten&#039;&#039;&#039;: Ob für Johannes der Täufer, Elija oder einen anderen der alten Propheten aus dem Alten Testament. Schon Herodes hatte Jesus für eine Reinkarnation des hingerichteten Johannes gehalten (6,14-16) – jetzt erfahren wir, dass er damit nicht der einzige war (vgl. France 2002, 328). Elijas Rückkehr wurde aufgrund von Mal 3,23f. erwartet, wie zwischentestamentliche jüdische Schriften zeigen (Evans 2001, 14). Aus heutiger Sicht lässt sich nicht mehr sagen, ob die Leute dies faktisch glaubten oder diese Namen nur metaphorisch auf Jesus anwendeten, um ihn mit jenen Propheten zu vergleichen (vgl. France 2002, 328).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch &#039;&#039;&#039;Jesu zweite Frage (V. 29)&#039;&#039;&#039; impliziert, dass die öffentliche Meinung den Kern noch nicht getroffen hat. Die Jünger haben das Geheimnis von Gottes Herrschaft/Reich erhalten (4,11), daher erwartet Jesus von ihnen ein größeres Verständnis (France 2002, 329). Zu &#039;&#039;&#039;Messias&#039;&#039;&#039; s. die Fußnote in V. 29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesu Schweigegebot an die Jünger (V. 30)&#039;&#039;&#039; ist der einzige Vers in Mk, wo das Messiasgeheimnis faktisch ein Geheimnis über den Messias ist. Nur hier geht es darum, Jesu Identität als der Messias Israels geheim zu halten. Jesus bricht das Schweigen erst vor dem Hohen Rat in Mk 14,61-62. Die nächstliegende Erklärung ist, dass Jesus sich vor Missverständnissen (und wohl auch Bedrohungen vor der richtigen Zeit) schützen möchte. Jesus hat bereits als Prophet eine unheimliche Anziehungskraft und Beliebheit entwickelt. In 6,31-44 hatte sich möglicherweise eine Menschenmenge aufgemacht, um Jesus zu ihrem militärischen Anführer zu machen. Und Herodes Antipas hatte schon den allzu mächtigen Johannes. Mit dem Titel „Messias“ waren die verschiedensten eschatologischen Erwartungen verknüpft. Ab V. 31 offenbart Jesus jedoch, was das eigentliche Ziel des Messias ist. Die allgemeinen Erwartungen der Menschen wären dazu eher hinderlich gewesen (France 2002, 330f.; Evans 2001, 15f.).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Collins 2007 findet in einigen zwischentestamentlichen Schriften (Henoch 37-71 und 2 Esdras 13) Hinweise darauf, dass der Messias zumindest gelegentlich mit dem Menschensohn aus Dan 7,13 gleichgesetzt wurde – genau wie es Markus und Jesus offenbar tun (V. 29 Messias, V. 31 Menschensohn). Dieser Menschensohn sollte für Gott das eschatologische Gericht halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 31: Jesus ergänzt den Titel „Messias“ um den des Menschensohns&#039;&#039;&#039;, mit dem er sich besonders zu identifizieren scheint. Die Passionsvorhersage erscheint in ähnlicher Form nochmals in MK 9,31 und 10,33-34. Evans hält die Passionsvorhersagen für echt, glaubt aber, dass Jesus sie ursprünglich erst innerhalb Jerusalems gemacht hat. Markus hat die Aussagen dann an diese Stelle vorgezogen. So ließe sich der weitere Verlauf der Handlung besser erklären (Evans 2001, 11). Auch Collins glaubt, Jesus könne solche Erwartungen gehabt haben, wenn Markus sie auch im Lichte der späteren Ereignisse wiedergibt (Collins 2007, 403). Die Notwendigkeit von Jesu Leiden, Tod und Auferstehung wird in Mk 9,21; 14,21.49 mit Schriftzitaten belegt (France 2002, 334). Die Beschreibung, was mit dem Menschensohn geschehen müsse, bezieht Jesus wohl auf Gottes umfassenden Plan mit der Welt, als Teil der Erfüllung endzeitlicher Prophezeiungen (Collins 2007, 403).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass der Menschensohn &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;abgelehnt&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; werden muss, entstammt wohl dem von den Bauleuten abgelehnten Stein, der zum Eckstein wird, aus Ps 118:22 (Ps 117:22 LXX). Diesen Psalm zitiert Jesus später in einem Gleichnis mit ganz ähnlichem Sinn (Mk 12,10f.). Die ablehnende Rolle der Ältesten, Hohen Priester und Schriftgelehrten zeichnet Markus in Mk 11,27; 14,43.53 und 15,1 nach (Evans 2001, 17; Collins 2007, 404). Dass der Menschensohn, der in Dan 7,13-14 ultimative Macht erhält, nun abgelehnt und getötet werden muss, macht Jesu Vorhersagen zu einem deutlichen Gegensatz dazu, was man zu seiner Zeit vom Menschensohn erwartet hätte (France 2002, 333f.). Die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;drei Tage&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; könnten ein sinngemäßes Zitat aus Hos 6,2 darstellen (Evans 2001, 17f.; Collins 2007, 404f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jesus spricht offen zu den Jüngern (V. 32),&#039;&#039;&#039; denen das Geheimnis des Reichs Gottes gegeben wurde (Mk 4,11). Zu &#039;&#039;&#039;Petrus&#039; Rüffel und Jesu Reaktion (32b-33)&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten in V. 32b und 33. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:14, 7. Mär. 2014 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintegrund zu 8,34-9,1===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;In diesem Abschnitt beschreibt Jesus den Preis, aber auch den Ertrag der Nachfolge.&#039;&#039;&#039; Wer ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben die Nachfolge in den Mittelpunkt seines Lebens stellt, wird ewiges Leben gewinnen und auch im Endgericht (oder bei Jesu Rückkehr) bestand haben. Wer das nicht tut, sich wegen Jesus schämt, gerät in Gefahr, dieses ewige Leben zu verlieren. Ein wahrer Jünger muss bereit sein, gegebenenfalls Jesu Schicksal zu teilen. Daneben erfahren wir, dass Jesus diese Ereignisse aus Sicht der Menschensohn-Prophetie aus Daniel 7,13-14 sieht und dass dieser Menschensohn (mit dem Jesus sich identifiziert) der Sohn Gottes ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus ruft offenbar eine &#039;&#039;&#039;Menschenmenge&#039;&#039;&#039; herbei, um dem Leser zu bedeuten, dass die folgenden Worte sich nicht nur an die 12 Jünger richten (Evans 2001, 25). Zu &#039;&#039;&#039;V. 34&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten. &#039;&#039;&#039;V. 35&#039;&#039;&#039; bildet wohl ein Wortspiel mit dem Wort &#039;&#039;&#039;ψυχή&#039;&#039;&#039;, das sowohl (ewiges oder irdisches) Leben als auch Seele bedeuten kann. Gemeint ist wohl, das irdische Leben aufzugeben und für gering zu erachten und möglicherweise zu verlieren, um dann ewiges Leben zu erhalten (bzw. seine Seele zu bewahren), anstatt die umgekehrte Priorität zu setzen und dabei das ewige Leben (bzw. die eigene Seele) zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 35 bildet einen erklärenden Parallelismus zu V. 34&#039;&#039;&#039;: Sich selbst verleugnen und sein Kreuz zu tragen hängt damit zusammen, sein Leben nicht retten zu wollen und es zu verlieren. Nachzufolgen heißt, soweit zu gehen und selbst sein (irdisches) Leben aufs Spiel zu setzen und für unwichtig zu erachten (d.h. zu verleugnen), um dafür (ewiges) Leben zu erhalten (vgl. Collins 2007, 409; France 2002, 340f.). Jesus selbst wird dies vorleben (France).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &#039;&#039;&#039;V. 36&#039;&#039;&#039; s. die Fußnoten. &#039;&#039;&#039;V. 37&#039;&#039;&#039; spitzt Jesu Argumentation als rhetorische Frage zu. Die implizierte Antwort: Natürlich gibt es keinen angemessenen Gegenwert zum (ewigen) Leben (bzw. der Seele), deshalb sollte jeder Mensch dessen Erhalt die höchste Priorität einräumen (vgl. Evans 2001, 26).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V. 38 überträgt das Verhalten, das Jesus von seinen Nachfolgern erwartet, nun auf Scham und Ehre.&#039;&#039;&#039; Wie die meisten Kulturen auf der Erde (abgesehen vom modernen Westen, wo die Schuld-Kultur dominant ist) war die damalige Kultur eine Scham-Kultur. Wer in einer Scham-Kultur sein Gesicht verliert, beschämt nicht nur sich selbst, sondern schädigt auch dem Ansehen seiner Familie. Davon hängt auch der Wert eines Menschen in der Gesellschaft ab. Jesus stellt der Ehre hier auf Erden die Ehre nach dem Kommen des Menschensohns gegenüber. Wer sich in einer Generation, die sich von Gott abgewandt hat (s. Fußnote in V. 38), wegen Jesus und seiner Botschaft schämt, wird auch nach dem Kommen Gottes keine Ehre erhalten (vgl. France 2002, 341).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Kommen des Menschensohns&#039;&#039;&#039; bezieht sich auf das Endgericht, das der Menschensohn nach Dan 7 (=Jesus) halten wird. Auch die Beschreibung vom Kommen Gottes auf die Erde zum Gericht „mit allen seinen Heiligen“ aus Sach 14,5 schwingt hier möglicherweise mit (France 2002, 342f.). Dass der Menschensohn (hier gegen Bultmann eindeutig mit Jesus gleichgesetzt) hier durch die Erwähnung seines Vaters (=Gottes) indirekt als dessen Sohn bezeichnet wird, ist eine wichtige christologische Aussage. Schon in V. 29-31 hat Jesus die Titel „Messias“ und „Menschensohn“ (beide auf ihn bezogen) gleichgesetzt (Collins 2007, 411f.; vgl. France 2002, 343).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Mit der untreuen und sündigen Generation&#039;&#039;&#039; (s. Fußnote) sind nur jene Zeitgenossen im Blick, die Jesus abgelehnt haben, nicht die, die zu ihm stehen. Dem Kontext könnte man zudem entnehmen, dass die Generation auch deshalb als sündhaft und treulos bezeichnet wird, weil sie Jesu Nachfolger verfolgt (Collins 2007, 411).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem &#039;&#039;&#039;kommenden Reich Gottes (9,1)&#039;&#039;&#039; und dem kommenden Menschensohn besteht zumindest der Zusammenhang, dass beide für die Zukunft erwartet sind. Welcher Zusammenhang darüber hinaus besteht, ist letztlich nicht klar. Eine nahe liegende Möglichkeit ist, die beiden „Kommen“ gleichzusetzen, sodass sowohl das kommende Reich Gottes als auch das Kommen des Menschensohns sich auf Jesu Rückkehr beziehen. Im Zusammenhang mit Mk 13,26, das vom kommenden Menschensohn „mit großer Macht und Herrlichkeit“ spricht, scheint das nicht abwegig, denn diese Stelle scheint Mk 8,38 und 9,1 zu kombinieren. Die Aussage hätte sich dann nicht (in dieser Form) erfüllt (Collins 2007, 413).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(France glaubt, weder das Kommen des Menschensohns noch das Kommen des Reiches Gottes sind identisch mit Jesu Rückkehr auf die Erde (2002, 341-46).)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welches Ereignis ansonsten zu Lebzeiten der Jünger mit dem Kommen von Gottes Reich bzw. Herrschaft in Verbindung gesetzt werden könnte, ist unsicher. Unter anderem wurden Jesu Tod am Kreuz, Pfingsten oder ähnliche bedeutende Ereignisse vorgeschlagen. Andere beziehen die Aussage direkt auf die folgende Verklärung. In jedem Fall müsste man berücksichtigen, dass die Entwicklung, die Markus im Sinn hat, in zumindest einer gewissen zeitlichen Ferne liegen muss, um der Formulierung „einige von den Anwesenden werden nicht sterben (d.h. einige werden es noch miterleben)“  gerecht zu werden (France 2002, 344f.). Gleichzeitig sagt Jesus mehrmals, das Reich Gottes sei schon anwesend – woraus man schließen könnte, dass Jesus hier nur von dessen vollständigem Eintreffen spricht, etwa Mk 1,15 (Evans 2001, 29).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich selbst könnte mich damit anfreunden, dass es sich eher allgemein um die „mächtige“ Ausbreitung des christlichen Glaubens nach Jesu Tod und Auferstehung handelt. France: &#039;&#039;„In any or all of these ways, and no doubt in others too, those with eyes to see could have perceived before they died that God had powerfully taken control of events and was working out his purpose in history. Even if some of them were to die before this was clearly visible, the process had begun, and the mustard seed was growing. That is all that the wording of 9:1 requires. To classify this, as is sometimes done, as a failed prediction of an immediate parousia and end of the world is surely perverse: if that was what Mark intended, he has chosen a very obscure way to express it.“&#039;&#039; (2002, 345) --[[Benutzer:Ben|Ben]] 23:39, 8. Mär. 2014 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Vorlage:Markus_15&amp;diff=14404</id>
		<title>Vorlage:Markus 15</title>
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		<updated>2014-02-15T14:26:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{AufgabenKapitelKopf|Markus|15|Mk 15}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verse 1-47&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Vergleich mit dem Urtext&lt;br /&gt;
* Kommentarvergleich &#039;&#039;(z.B. Collins, France, Evans, Marcus, Gundry, Mann, Pesch, Gnilka, Lane, Stein, Cranfield, Lohmeyer)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Vergleich mit Übersetzungen &#039;&#039;(Luther, ELB, Zür, EÜ, SLT, Menge, NGÜ, GNB o.a.)&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_15&amp;diff=14403</id>
		<title>Markus 15</title>
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		<updated>2014-02-15T14:24:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
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{{L|10}}&lt;br /&gt;
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{{L|21}}&lt;br /&gt;
{{L|22}}&lt;br /&gt;
{{L|23}}&lt;br /&gt;
{{L|24}}&lt;br /&gt;
{{L|25}}&lt;br /&gt;
{{L|26}}&lt;br /&gt;
{{L|27}}&lt;br /&gt;
{{L|28}}&lt;br /&gt;
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{{L|30}}&lt;br /&gt;
{{L|31}}&lt;br /&gt;
{{L|32}}&lt;br /&gt;
{{L|33}}&lt;br /&gt;
{{L|34}}&lt;br /&gt;
{{L|35}}&lt;br /&gt;
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{{L|42}}&lt;br /&gt;
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{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und gleich frühmorgens, nachdem die Oberpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem gesamten Synedrium Rat gehalten hatten, fesselten sie Jesus und führten ihn ab, und sie lieferten ihn an Pilatus aus. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und Pilatus fragte ihn: „Bist du der König der Judäer?“ Aber er antwortete ihm und sagt: „Du sagst [es].“&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und die Oberpriester klagten ihn vieles an.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Pilatus fragte ihn erneut und sagte: „Antwortest du nichts? Sieh, wie viel sie dich beschuldigen!“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Aber Jesus antwortete nicht länger etwas, sodass Pilatus sich wunderte. &lt;br /&gt;
{{S|6}} Nun ließ er ihnen pro Fest &#039;&#039;einen&#039;&#039; Gefangenen frei, den sie erbaten.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und es gab [einen], der Barabbas genannt wurde [und] mit den Aufständischen gefangen, worden war, welche während des Aufstandes einen Mord begangen hatten.&lt;br /&gt;
{{S|8}}  Und die Menschenmenge stieg hinauf und begann darum zu bitten, wie er für sie zu tun pflegte.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und Pilatus antwortete ihnen und sagte: „Wollt ihr, dass ich euch den ‚König der Judäer‘ freilasse?“&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn ihm war bewusst, dass die Oberpriester ihn aus Neid ausgeliefert hatten.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Aber die Oberpriester hetzten die Menschenmenge auf, dass er vielmehr Barabbas ihnen freilassen sollte.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und Pilatus antwortete erneut und sagte zu ihnen: „Was wollt ihr dann, dass ich [mit dem] mache, den ihr den ‚König der Judäer‘ nennt?“&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aber sie schrien wieder: „Kreuzige ihn!“&lt;br /&gt;
{{S|14}}  Und Pilatus sagte zu ihnen: „Was hat er denn Schlechtes getan?“ Aber sie schrien maßlos: „Kreuzige ihn!“ &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und da Pilatus der Menschenmenge den Gefallen tun wollte, ließ er ihnen Barabbas frei, und nachdem er Jesus gegeißelt hatte, lieferte er ihn aus, damit er gekreuzigt wird. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die Soldaten führten ihn in den Hof – das heißt: das Prätorium – und sie rufen die gesamte Truppe zusammen. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und sie ziehen ihm einen Purpurmantel an, und sie flechten eine dornige Krone und setzen sie ihm auf.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sie begannen, ihn zu grüßen: „Sei gegrüßt, König der Judäer!“&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und sie schlugen seinen Kopf mit einem Rohr und bespuckten ihn, und sie gingen auf die Knie und verehrten ihn.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus, und sie zogen ihm seine Obergewänder an. Dann führen sie ihn ab, um ihn zu kreuzigen. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und sie zwingen einen Passanten, einen gewissen Simon Kyrene, der vom Feld kam, von Vater von Alexander und Rufus, damit er dessen Kreuz trägt. &lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie bringen ihn nach Golgata ((das heißt übersetzt: Schädelstätte)).&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und sie gaben ihm mit Myrrhe vermischten Wein, aber er nahm ihn nicht. &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie kreuzigen ihn und sie verteilen sein Obergewand, indem sie werfen ein Los darüber, wer es nimmt.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und es war die dritte Stunde, und sie kreuzigten ihn.&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und als Inschrift seiner Schuld stand über [ihm] geschrieben: Der König der Judäer. &lt;br /&gt;
{{S|27}} Und zusammen mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zur seiner Rechten und einen zur seiner Rechten.&lt;br /&gt;
{{S|28}} TEXTKRITIK&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und diejenigen, die vorbeiliefen, lästerten über ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: „Aha! Der du den Tempel niederreißt und in drei Tagen errichtet,&lt;br /&gt;
{{S|30}} rette dich selbst, indem du von dem Kreuz herabsteigst!“&lt;br /&gt;
{{S|31}} Genauso spotteten auch die Oberpriester zueinander mit den Schriftgelehrten und sagten: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Der Gesalbte (Christus), der König Israels, soll jetzt von dem Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben!“ Und diejenigen, die zusammen mit ihm gekreuzigt wurden, beschimpften ihn. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Und als die sechste Stunde eintrat, geschah eine Finsternis über der ganzen Erde bis zur neunten Stunde.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und zur neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, eloi, lema sabachthani?&amp;lt;ref&amp;gt;Die Form ελωι ist zum einen besser bezeugt und steht der aramäischen Fassung von Ps 22,2 {{Hebr}}אֱלָהִי{{Hebr ende}} näher. Dies gilt auch für den letzten Teil des Psalmzitats: λεμα σαβαχθανι. Die hebräische Fassung von Psalm 22,2 lautet: {{Hebr}}אֵלִי אֵלִי לָמָה עֲזַבְתָּנִי{{Hebr ende}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als einige von denen, die dabeistanden, [dies] hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft Elia.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Jemand lief aber und füllte einen Schwamm mit saurem Wein an und steckte [ihn] auf ein Rohr, ließ ihn trinken und sprach: Lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen!&lt;br /&gt;
{{S|37}} Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und starb.&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und der Vorhang des Tempels wurde entzwei zerrissen von oben nach unten.&lt;br /&gt;
{{S|39}} Als aber der Centurio, der ihm gegenüber dabeistand, sah, dass er so starb, sprach er: Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn!&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und es waren auch Frauen anwesend, die von Weitem zuschauten, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren (Kleineren) und Joses, und Salome,&lt;br /&gt;
{{S|41}} die ihm gefolgt waren und ihm gedient hatten, als er in Galiläa war, und viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgestiegen waren. &lt;br /&gt;
{{S|42}} Und als es bereits Abend wurde, weil es der Tag der Vorbereitung war ((das heißt: der Tag vor dem Sabbat)),&lt;br /&gt;
{{S|43}}  kam Josef von Arimatäa, ein angesehenes Mitglied des Rates, der auch selbst das Reich Gottes angenommen hatte, wagte [es] und ging hinein zu Pilatus, und er bat um den Leichnam* von Jesus.&lt;br /&gt;
{{S|44}} Aber Pilatus wunderte sich, dass er schon gestorben sei, und er rief den Centurion herbei und fragte ihn, ob er lange gestorben sei.&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und als er [es] von dem Centurion erfuhr, schenkte er Josef den Leichnam. &lt;br /&gt;
{{S|46}} Und er kaufte ein Leinentuch, nahm ihn herab und wickelte in das Leinentuch, und er legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war, und er rollte einen Stein vor den Eingang (Tür) des Grabes.&lt;br /&gt;
{{S|47}} Aber Maria Magdalena und Maria, die [Mutter] von Joses, sahen, wo er hingelegt worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Markus 15</title>
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		<updated>2014-02-15T14:24:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
{{L|5}}&lt;br /&gt;
{{L|6}}&lt;br /&gt;
{{L|7}}&lt;br /&gt;
{{L|8}}&lt;br /&gt;
{{L|9}}&lt;br /&gt;
{{L|10}}&lt;br /&gt;
{{L|11}}&lt;br /&gt;
{{L|12}}&lt;br /&gt;
{{L|13}}&lt;br /&gt;
{{L|14}}&lt;br /&gt;
{{L|15}}&lt;br /&gt;
{{L|16}}&lt;br /&gt;
{{L|17}}&lt;br /&gt;
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{{L|45}}&lt;br /&gt;
{{L|46}}&lt;br /&gt;
{{L|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und gleich frühmorgens, nachdem die Oberpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem gesamten Synedrium Rat gehalten hatten, fesselten sie Jesus und führten ihn ab, und sie lieferten ihn an Pilatus aus. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und Pilatus fragte ihn: „Bist du der König der Judäer?“ Aber er antwortete ihm und sagt: „Du sagst [es].“&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und die Oberpriester klagten ihn vieles an.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Pilatus fragte ihn erneut und sagte: „Antwortest du nichts? Sieh, wie viel sie dich beschuldigen!“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Aber Jesus antwortete nicht länger etwas, sodass Pilatus sich wunderte. &lt;br /&gt;
{{S|6}} Nun ließ er ihnen pro Fest &#039;&#039;einen&#039;&#039; Gefangenen frei, den sie erbaten.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und es gab [einen], der Barabbas genannt wurde [und] mit den Aufständischen gefangen, worden war, welche während des Aufstandes einen Mord begangen hatten.&lt;br /&gt;
{{S|8}}  Und die Menschenmenge stieg hinauf und begann darum zu bitten, wie er für sie zu tun pflegte.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und Pilatus antwortete ihnen und sagte: „Wollt ihr, dass ich euch den ‚König der Judäer‘ freilasse?“&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn ihm war bewusst, dass die Oberpriester ihn aus Neid ausgeliefert hatten.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Aber die Oberpriester hetzten die Menschenmenge auf, dass er vielmehr Barabbas ihnen freilassen sollte.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und Pilatus antwortete erneut und sagte zu ihnen: „Was wollt ihr dann, dass ich [mit dem] mache, den ihr den ‚König der Judäer‘ nennt?“&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aber sie schrien wieder: „Kreuzige ihn!“&lt;br /&gt;
{{S|14}}  Und Pilatus sagte zu ihnen: „Was hat er denn Schlechtes getan?“ Aber sie schrien maßlos: „Kreuzige ihn!“ &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und da Pilatus der Menschenmenge den Gefallen tun wollte, ließ er ihnen Barabbas frei, und nachdem er Jesus gegeißelt hatte, lieferte er ihn aus, damit er gekreuzigt wird. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die Soldaten führten ihn in den Hof – das heißt: das Prätorium – und sie rufen die gesamte Truppe zusammen. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und sie ziehen ihm einen Purpurmantel an, und sie flechten eine dornige Krone und setzen sie ihm auf.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sie begannen, ihn zu grüßen: „Sei gegrüßt, König der Judäer!“&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und sie schlugen seinen Kopf mit einem Rohr und bespuckten ihn, und sie gingen auf die Knie und verehrten ihn.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus, und sie zogen ihm seine Obergewänder an. Dann führen sie ihn ab, um ihn zu kreuzigen. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und sie zwingen einen Passanten, einen gewissen Simon Kyrene, der vom Feld kam, von Vater von Alexander und Rufus, damit er dessen Kreuz trägt. &lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie bringen ihn nach Golgata ((das heißt übersetzt: Schädelstätte)).&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und sie gaben ihm mit Myrrhe vermischten Wein, aber er nahm ihn nicht. &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie kreuzigen ihn und sie verteilen sein Obergewand, indem sie werfen ein Los darüber, wer es nimmt.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und es war die dritte Stunde, und sie kreuzigten ihn.&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und als Inschrift seiner Schuld stand über [ihm] geschrieben: Der König der Judäer. &lt;br /&gt;
{{S|27}} Und zusammen mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zur seiner Rechten und einen zur seiner Rechten.&lt;br /&gt;
{{S|28}} TEXTKRITIK&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und diejenigen, die vorbeiliefen, lästerten über ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: „Aha! Der du den Tempel niederreißt und in drei Tagen errichtet,&lt;br /&gt;
{{S|30}} rette dich selbst, indem du von dem Kreuz herabsteigst!“&lt;br /&gt;
{{S|31}} Genauso spotteten auch die Oberpriester zueinander mit den Schriftgelehrten und sagten: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Der Gesalbte (Christus), der König Israels, soll jetzt von dem Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben!“ Und diejenigen, die zusammen mit ihm gekreuzigt wurden, beschimpften ihn. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Und als die sechste Stunde eintrat, geschah eine Finsternis über der ganzen Erde bis zur neunten Stunde.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und zur neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, eloi, lema sabachthani?&amp;lt;ref&amp;gt;Die Form ελωι ist zum einen besser bezeugt und steht der aramäischen Fassung von Ps 22,2 {{Hebr}}אֱלָהִי{{Hebr ende}} näher. Dies gilt auch für den letzten Teil des Psalmzitats: λεμα σαβαχθανι. Die hebräische Fassung von Psalm 22,2 lautet: {{Hebr}}אֵלִי אֵלִי לָמָה עֲזַבְתָּנִי{{Hebr ende}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als einige von denen, die dabeistanden, [dies] hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft Elia.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Jemand lief aber und füllte einen Schwamm mit saurem Wein an und steckte [ihn] auf ein Rohr, ließ ihn trinken und sprach: Lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen!&lt;br /&gt;
{{S|37}} Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und starb.&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und der Vorhang des Tempels wurde entzwei zerrissen von oben nach unten.&lt;br /&gt;
{{S|39}} Als aber der Centurio, der ihm gegenüber dabeistand, sah, dass er so starb, sprach er: Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn!&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und es waren auch Frauen anwesend, die von Weitem zuschauten, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren (Kleineren) und Joses, und Salome,&lt;br /&gt;
{{S|41}} die ihm gefolgt waren und ihm gedient hatten, als er in Galiläa war, und viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgestiegen waren. &lt;br /&gt;
{{S|42}} Und als es bereits Abend wurde, weil es der Tag der Vorbereitung war (das heißt: der Tag vor dem Sabbat),&lt;br /&gt;
{{S|43}}  kam Josef von Arimatäa, ein angesehenes Mitglied des Rates, der auch selbst das Reich Gottes angenommen hatte, wagte [es] und ging hinein zu Pilatus, und er bat um den Leichnam* von Jesus.&lt;br /&gt;
{{S|44}} Aber Pilatus wunderte sich, dass er schon gestorben sei, und er rief den Centurion herbei und fragte ihn, ob er lange gestorben sei.&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und als er [es] von dem Centurion erfuhr, schenkte er Josef den Leichnam. &lt;br /&gt;
{{S|46}} Und er kaufte ein Leinentuch, nahm ihn herab und wickelte in das Leinentuch, und er legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war, und er rollte einen Stein vor den Eingang (Tür) des Grabes.&lt;br /&gt;
{{S|47}} Aber Maria Magdalena und Maria, die [Mutter] von Joses, sahen, wo er hingelegt worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Thommy B</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Markus_15&amp;diff=14401</id>
		<title>Markus 15</title>
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		<updated>2014-02-15T14:23:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Thommy B: Rohübersetzung Vv. 1-32&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Lesefassung}}&lt;br /&gt;
{{L|1}}&lt;br /&gt;
{{L|2}}&lt;br /&gt;
{{L|3}}&lt;br /&gt;
{{L|4}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Studienfassung}}&lt;br /&gt;
{{S|1}} Und gleich frühmorgens, nachdem die Oberpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem gesamten Synedrium Rat gehalten hatten, fesselten sie Jesus und führten ihn ab, und sie lieferten ihn an Pilatus aus. &lt;br /&gt;
{{S|2}} Und Pilatus fragte ihn: „Bist du der König der Judäer?“ Aber er antwortete ihm und sagt: „Du sagst [es].“&lt;br /&gt;
{{S|3}} Und die Oberpriester klagten ihn vieles an.&lt;br /&gt;
{{S|4}} Und Pilatus fragte ihn erneut und sagte: „Antwortest du nichts? Sieh, wie viel sie dich beschuldigen!“&lt;br /&gt;
{{S|5}} Aber Jesus antwortete nicht länger etwas, sodass Pilatus sich wunderte. &lt;br /&gt;
{{S|6}} Nun ließ er ihnen pro Fest &#039;&#039;einen&#039;&#039; Gefangenen frei, den sie erbaten.&lt;br /&gt;
{{S|7}} Und es gab [einen], der Barabbas genannt wurde [und] mit den Aufständischen gefangen, worden war, welche während des Aufstandes einen Mord begangen hatten.&lt;br /&gt;
{{S|8}}  Und die Menschenmenge stieg hinauf und begann darum zu bitten, wie er für sie zu tun pflegte.&lt;br /&gt;
{{S|9}} Und Pilatus antwortete ihnen und sagte: „Wollt ihr, dass ich euch den ‚König der Judäer‘ freilasse?“&lt;br /&gt;
{{S|10}} Denn ihm war bewusst, dass die Oberpriester ihn aus Neid ausgeliefert hatten.&lt;br /&gt;
{{S|11}} Aber die Oberpriester hetzten die Menschenmenge auf, dass er vielmehr Barabbas ihnen freilassen sollte.&lt;br /&gt;
{{S|12}} Und Pilatus antwortete erneut und sagte zu ihnen: „Was wollt ihr dann, dass ich [mit dem] mache, den ihr den ‚König der Judäer‘ nennt?“&lt;br /&gt;
{{S|13}} Aber sie schrien wieder: „Kreuzige ihn!“&lt;br /&gt;
{{S|14}}  Und Pilatus sagte zu ihnen: „Was hat er denn Schlechtes getan?“ Aber sie schrien maßlos: „Kreuzige ihn!“ &lt;br /&gt;
{{S|15}} Und da Pilatus der Menschenmenge den Gefallen tun wollte, ließ er ihnen Barabbas frei, und nachdem er Jesus gegeißelt hatte, lieferte er ihn aus, damit er gekreuzigt wird. &lt;br /&gt;
{{S|16}} Und die Soldaten führten ihn in den Hof – das heißt: das Prätorium* – und sie rufen die gesamte Truppe zusammen. &lt;br /&gt;
{{S|17}} Und sie ziehen ihm einen Purpurmantel an, und sie flechten eine dornige Krone und setzen sie ihm auf.&lt;br /&gt;
{{S|18}} Und sie begannen, ihn zu grüßen: „Sei gegrüßt, König der Judäer!“&lt;br /&gt;
{{S|19}} Und sie schlugen seinen Kopf mit einem Rohr und bespuckten ihn, und sie gingen auf die Knie und verehrten ihn.&lt;br /&gt;
{{S|20}} Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus, und sie zogen ihm seine Obergewänder an. Dann führen sie ihn ab, um ihn zu kreuzigen. &lt;br /&gt;
{{S|21}} Und sie zwingen einen Passanten, einen gewissen Simon Kyrene, der vom Feld kam, von Vater von Alexander und Rufus, damit er dessen Kreuz trägt. &lt;br /&gt;
{{S|22}} Und sie bringen ihn nach Golgata (das heißt übersetzt: Schädelstätte).&lt;br /&gt;
{{S|23}} Und sie gaben ihm mit Myrrhe vermischten Wein, aber er nahm ihn nicht. &lt;br /&gt;
{{S|24}} Und sie kreuzigen ihn und sie verteilen sein Obergewand, indem sie werfen ein Los darüber, wer es nimmt.&lt;br /&gt;
{{S|25}} Und es war die dritte Stunde, und sie kreuzigten ihn.&lt;br /&gt;
{{S|26}} Und als Inschrift seiner Schuld stand über [ihm] geschrieben: Der König der Judäer. &lt;br /&gt;
{{S|27}} Und zusammen mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zur seiner Rechten und einen zur seiner Rechten.&lt;br /&gt;
{{S|28}} TEXTKRITIK&lt;br /&gt;
{{S|29}} Und diejenigen, die vorbeiliefen, lästerten über ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: „Aha! Der du den Tempel niederreißt und in drei Tagen errichtet,&lt;br /&gt;
{{S|30}} rette dich selbst, indem du von dem Kreuz herabsteigst!“&lt;br /&gt;
{{S|31}} Genauso spotteten auch die Oberpriester zueinander mit den Schriftgelehrten und sagten: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.&lt;br /&gt;
{{S|32}} Der Gesalbte (Christus), der König Israels, soll jetzt von dem Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben!“ Und diejenigen, die zusammen mit ihm gekreuzigt wurden, beschimpften ihn. &lt;br /&gt;
{{S|33}} Und als die sechste Stunde eintrat, geschah eine Finsternis über der ganzen Erde bis zur neunten Stunde.&lt;br /&gt;
{{S|34}} Und zur neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, eloi, lema sabachthani?&amp;lt;ref&amp;gt;Die Form ελωι ist zum einen besser bezeugt und steht der aramäischen Fassung von Ps 22,2 {{Hebr}}אֱלָהִי{{Hebr ende}} näher. Dies gilt auch für den letzten Teil des Psalmzitats: λεμα σαβαχθανι. Die hebräische Fassung von Psalm 22,2 lautet: {{Hebr}}אֵלִי אֵלִי לָמָה עֲזַבְתָּנִי{{Hebr ende}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?&lt;br /&gt;
{{S|35}} Und als einige von denen, die dabeistanden, [dies] hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft Elia.&lt;br /&gt;
{{S|36}} Jemand lief aber und füllte einen Schwamm mit saurem Wein an und steckte [ihn] auf ein Rohr, ließ ihn trinken und sprach: Lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen!&lt;br /&gt;
{{S|37}} Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und starb.&lt;br /&gt;
{{S|38}} Und der Vorhang des Tempels wurde entzwei zerrissen von oben nach unten.&lt;br /&gt;
{{S|39}} Als aber der Centurio, der ihm gegenüber dabeistand, sah, dass er so starb, sprach er: Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn!&lt;br /&gt;
{{S|40}} Und es waren auch Frauen anwesend, die von Weitem zuschauten, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren (Kleineren) und Joses, und Salome,&lt;br /&gt;
{{S|41}} die ihm gefolgt waren und ihm gedient hatten, als er in Galiläa war, und viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgestiegen waren. &lt;br /&gt;
{{S|42}} Und als es bereits Abend wurde, weil es der Tag der Vorbereitung war (das heißt: der Tag vor dem Sabbat),&lt;br /&gt;
{{S|43}}  kam Josef von Arimatäa, ein angesehenes Mitglied des Rates, der auch selbst das Reich Gottes angenommen hatte, wagte [es] und ging hinein zu Pilatus, und er bat um den Leichnam* von Jesus.&lt;br /&gt;
{{S|44}} Aber Pilatus wunderte sich, dass er schon gestorben sei, und er rief den Centurion herbei und fragte ihn, ob er lange gestorben sei.&lt;br /&gt;
{{S|45}} Und als er [es] von dem Centurion erfuhr, schenkte er Josef den Leichnam. &lt;br /&gt;
{{S|46}} Und er kaufte ein Leinentuch, nahm ihn herab und wickelte in das Leinentuch, und er legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war, und er rollte einen Stein vor den Eingang (Tür) des Grabes.&lt;br /&gt;
{{S|47}} Aber Maria Magdalena und Maria, die [Mutter] von Joses, sahen, wo er hingelegt worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bemerkungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thommy B</name></author>
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