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	<title>Amos 1 - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Die Offene Bibel</subtitle>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Amos_1&amp;diff=32787&amp;oldid=prev</id>
		<title>Sebastian Walter am 3. November 2021 um 09:38 Uhr</title>
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		<updated>2021-11-03T09:38:19Z</updated>

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In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&amp;#039;&amp;#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&amp;#039;&amp;#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (also Jakob &amp;#039;&amp;#039;und Esau&amp;#039;&amp;#039;) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,22f.]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass die Edom-Strophe das erste Vierer-set an Sprüchen abschließt und so an der selben Position steht wie im zweiten Viererset Israel, dass darüber hinaus die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &amp;#039;&amp;#039;plus Edom&amp;#039;&amp;#039; sein müsste. Und auch in [[Amos 9#s12 |Am 9,12]] wird auffällig Edom als einziges der „Fremdvölker“ eigens genannt.&amp;lt;br /&amp;gt;In den Anmerkungen werden konkrete geschichtliche Geschehenisse als Hintergrund dieser Zeile genannt; kann man das Bild „Israel vs. Edom“ = „Jakob vs. Esau“ aber schon für die Abfassungszeit dieser Zeilen voraussetzen – Am 1,11 wäre dann vielleicht die älteste Belegstelle für dieses Bild –, ist hier vielleicht gar nicht an einzelne Geschehnisse gedacht, sondern gerade an diese andauernden Gebietsstreitigkeiten, in denen Edom „seinen Bruder mit dem Schwert vernichtet und &amp;#039;&amp;#039;für immer&amp;#039;&amp;#039; (nämlich schon seit der Zeit Esaus) seinen Zorn bewahrt“. Im Hintergrund von Am 7,9.16 stünde die Vorstellung, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten zwar verheißungsgemäß zum gelobten Land, und gleichzeitig de facto aber zu Edom (und  dies &amp;#039;&amp;#039;rechtmäßig&amp;#039;&amp;#039;); sollen alle Kultstätten im gelobten Land vernichtet werden, müssen also auch die Edoms vernichtet werden. Und in Am 9,12 wäre „Edom“ Brücke zwischen Israel und den anderen Völkern, über die dort ebenso wie über Israel „Gottes Name ausgerufen ist“: Über Edom als das Brudervolk, dem ebenso Gottes Verheißung an Abraham galt wie Israel, konnte man dies anders als über die anderen Völker wohl „gerade so noch sagen“. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen Gebietsverhältnisse der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. In der Lesefassung dürfte man so oder so mit Übersetzungsalternative (3) besser fahren.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(4) Wahrscheinlich ist das aber nicht die ganze Geschichte. Man lässt sich beim Blick auf diese Strophe leicht davon ablenken, dass die meisten biblischen Äußerungen über Edom v.a. geprägt sind von geschichtlichen Vorkommnissen aus dem 6. und den folgenden Jahrhunderten. Die Geschichte und Geschicke Israels und Edoms waren aber schon zuvor über viele Jahrhunderte hinweg eng miteinander verwoben. In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&amp;#039;&amp;#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&amp;#039;&amp;#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (also Jakob &amp;#039;&amp;#039;und Esau&amp;#039;&amp;#039;) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,22f.]]). 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Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Im MT: &#039;&#039;wajjitrop&#039;&#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &#039;&#039;wajjittor&#039;&#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &#039;&#039;nṭr&#039;&#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &#039;&#039;nṭr&#039;&#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &#039;&#039;agreuo&#039;&#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;tsud&lt;/del&gt;&#039;&#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &#039;&#039;wajjiṭrop&#039;&#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &#039;&#039;wajjiṭor&#039;&#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &#039;&#039;wajjiṭṭor&#039;&#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &#039;&#039;nṭr&#039;&#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &#039;&#039;nṭr&#039;&#039; II); &#039;&#039;wajjiṭrop&#039;&#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bewachen&#039;&#039; und &#039;&#039;bewahren&#039;&#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. 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MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &#039;&#039;wajjiṭrop&#039;&#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &#039;&#039;wajjiṭor&#039;&#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &#039;&#039;wajjiṭṭor&#039;&#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &#039;&#039;nṭr&#039;&#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &#039;&#039;nṭr&#039;&#039; II); &#039;&#039;wajjiṭrop&#039;&#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 3. November 2021 um 09:37 Uhr</title>
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		<updated>2021-11-03T09:37:08Z</updated>

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In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&amp;#039;&amp;#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&amp;#039;&amp;#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (also Jakob &amp;#039;&amp;#039;und Esau&amp;#039;&amp;#039;) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,22f.]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass die Edom-Strophe das erste Vierer-set an Sprüchen abschließt und so an der selben Position steht wie im zweiten Viererset Israel, dass darüber hinaus die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &amp;#039;&amp;#039;plus Edom&amp;#039;&amp;#039; sein müsste. Und auch in [[Amos 9#s12 |Am 9,12]] wird auffällig Edom als einziges der „Fremdvölker“ eigens genannt.&amp;lt;br /&amp;gt;In den Anmerkungen werden konkrete geschichtliche Geschehenisse als Hintergrund dieser Zeile genannt; kann man das Bild „Israel vs. Edom“ = „Jakob vs. Esau“ aber schon für die Abfassungszeit dieser Zeilen voraussetzen – Am 1,11 wäre dann vielleicht die älteste Belegstelle für dieses Bild –, ist hier vielleicht gar nicht an einzelne Geschehnisse gedacht, sondern gerade an diese andauernden Gebietsstreitigkeiten, in denen Edom „seinen Bruder mit dem Schwert vernichtet und &amp;#039;&amp;#039;für immer&amp;#039;&amp;#039; (nämlich schon seit der Zeit Esaus) seinen Zorn bewahrt“. Im Hintergrund von Am 7,9.16 stünde die Vorstellung, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten zwar verheißungsgemäß zum gelobten Land, und gleichzeitig de facto aber zu Edom (und  dies &amp;#039;&amp;#039;rechtmäßig&amp;#039;&amp;#039;); sollen alle Kultstätten im gelobten Land vernichtet werden, müssen also auch die Edoms vernichtet werden. Und in Am 9,12 wäre „Edom“ Brücke zwischen Israel und den anderen Völkern, über die dort ebenso wie über Israel „Gottes Name ausgerufen ist“: Über Edom als das Brudervolk, dem ebenso Gottes Verheißung an Abraham galt wie Israel, konnte man dies anders als über die anderen Völker wohl „gerade so noch sagen“. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen Gebietsverhältnisse der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. In der Lesefassung dürfte man so oder so mit Übersetzungsalternative (3) besser fahren.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(4) Wahrscheinlich ist das aber nicht die ganze Geschichte. Man lässt sich beim Blick auf diese Strophe leicht davon ablenken, dass die meisten biblischen Äußerungen über Edom v.a. geprägt sind von geschichtlichen Vorkommnissen aus dem 6. und den folgenden Jahrhunderten. Die Geschichte und Geschicke Israels und Edoms waren aber schon zuvor über viele Jahrhunderte hinweg eng miteinander verwoben. In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&amp;#039;&amp;#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&amp;#039;&amp;#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (also Jakob &amp;#039;&amp;#039;und Esau&amp;#039;&amp;#039;) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,22f.]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass die Edom-Strophe das erste Vierer-set an Sprüchen abschließt und so an der selben Position steht wie im zweiten Viererset Israel, dass darüber hinaus die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &amp;#039;&amp;#039;plus Edom&amp;#039;&amp;#039; sein müsste. Und auch in [[Amos 9#s12 |Am 9,12]] wird auffällig Edom als einziges der „Fremdvölker“ eigens genannt.&amp;lt;br /&amp;gt;In den Anmerkungen werden konkrete geschichtliche Geschehenisse als Hintergrund dieser Zeile genannt; kann man das Bild „Israel vs. Edom“ = „Jakob vs. Esau“ aber schon für die Abfassungszeit dieser Zeilen voraussetzen – Am 1,11 wäre dann vielleicht die älteste Belegstelle für dieses Bild –, ist hier vielleicht gar nicht an einzelne Geschehnisse gedacht, sondern gerade an diese andauernden Gebietsstreitigkeiten, in denen Edom „seinen Bruder mit dem Schwert vernichtet und &amp;#039;&amp;#039;für immer&amp;#039;&amp;#039; (nämlich schon seit der Zeit Esaus) seinen Zorn bewahrt“. Im Hintergrund von Am 7,9.16 stünde die Vorstellung, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten zwar verheißungsgemäß zum gelobten Land, und gleichzeitig de facto aber zu Edom (und  dies &amp;#039;&amp;#039;rechtmäßig&amp;#039;&amp;#039;); sollen alle Kultstätten im gelobten Land vernichtet werden, müssen also auch die Edoms vernichtet werden. Und in Am 9,12 wäre „Edom“ Brücke zwischen Israel und den anderen Völkern, über die dort ebenso wie über Israel „Gottes Name ausgerufen ist“: Über Edom als das Brudervolk, dem ebenso Gottes Verheißung an Abraham galt wie Israel, konnte man dies anders als über die anderen Völker wohl „gerade so noch sagen“. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen Gebietsverhältnisse der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. 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Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Im MT: &#039;&#039;wajjitrop&#039;&#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &#039;&#039;wajjittor&#039;&#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;ntr&lt;/del&gt;&#039;&#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;ntr&lt;/del&gt;&#039;&#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &#039;&#039;agreuo&#039;&#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &#039;&#039;tsud&#039;&#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wajjitrop&lt;/del&gt;&#039;&#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wajjitor&lt;/del&gt;&#039;&#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wajjittor&lt;/del&gt;&#039;&#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;ntr&lt;/del&gt;&#039;&#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;ntr&lt;/del&gt;&#039;&#039; II); &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wajjitrop&lt;/del&gt;&#039;&#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;bewachen&#039;&#039; und &#039;&#039;bewahren&#039;&#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[Psalm 105#s45 |Ps 105,45]]; [[Psalm 119#s34 |119,34]], oder vom umsichtigen oder behüteten Leben, s. [[Psalm 12#s8 |Ps 12,8]]; [[Psalm 140#s5 |140,5]]; [[Sprichwörter 2#s11 |Spr 2,11]]; [[Sprichwörter 4#s6 |4,6]]. Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Im MT: &#039;&#039;wajjitrop&#039;&#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &#039;&#039;wajjittor&#039;&#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;nṭr&lt;/ins&gt;&#039;&#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;nṭr&lt;/ins&gt;&#039;&#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &#039;&#039;agreuo&#039;&#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &#039;&#039;tsud&#039;&#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wajjiṭrop&lt;/ins&gt;&#039;&#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wajjiṭor&lt;/ins&gt;&#039;&#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wajjiṭṭor&lt;/ins&gt;&#039;&#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;nṭr&lt;/ins&gt;&#039;&#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;nṭr&lt;/ins&gt;&#039;&#039; II); &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wajjiṭrop&lt;/ins&gt;&#039;&#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 1. November 2021 um 18:30 Uhr</title>
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		<updated>2021-11-01T18:30:24Z</updated>

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&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(4) Wahrscheinlich ist das aber nicht die ganze Geschichte. Man lässt sich beim Blick auf diese Strophe leicht davon ablenken, dass die meisten biblischen Äußerungen über Edom v.a. geprägt sind von geschichtlichen Vorkommnissen aus dem 6. und den folgenden Jahrhunderten. Die Geschichte und Geschicke Israels und Edoms waren aber schon zuvor über viele Jahrhunderte hinweg eng miteinander verwoben. In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&#039;&#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&#039;&#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (also Jakob &#039;&#039;und Esau&#039;&#039;) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,22f.]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &#039;&#039;plus Edom&#039;&#039; sein müsste. Und in [[Amos 9#s12 |Am 9,12]] wird &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;angekündigt, dass dereinst Israel &#039;&#039;und &lt;/del&gt;Edom&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039; &lt;/del&gt;als &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;vereintes&#039;&#039; Königreich oder zumindest als &#039;&#039;ein&#039;&#039; Königreich eine glorreiche Zukunft bevorstehe&lt;/del&gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;In den Anmerkungen werden konkrete geschichtliche Geschehenisse als Hintergrund dieser Zeile genannt; kann man das Bild „Israel vs. Edom“ = „Jakob vs. Esau“ aber schon für die Abfassungszeit dieser Zeilen voraussetzen – Am 1,11 wäre dann vielleicht die älteste Belegstelle für dieses Bild –, ist hier vielleicht gar nicht an einzelne Geschehnisse gedacht, sondern gerade an diese andauernden Gebietsstreitigkeiten, in denen Edom „seinen Bruder mit dem Schwert vernichtet und &#039;&#039;für immer&#039;&#039; (nämlich schon seit der Zeit Esaus) seinen Zorn bewahrt“. &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Politisch könnte man sich dies dann noch weiter so erkären&lt;/del&gt;, &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;dass im Hintergrund &lt;/del&gt;die Vorstellung &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;steht&lt;/del&gt;, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten verheißungsgemäß &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;zu Israel und würden nach Am 9,12 dereinst wieder dem „Haus Jakobs“ zufallen&lt;/del&gt;, und gleichzeitig &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;der geschichtliche Hintergrund, dass diese Gebiete in der jüngeren Geschichte &lt;/del&gt;de facto zu Edom &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;gehörten &lt;/del&gt;(und &#039;&#039;rechtmäßig&#039;&#039; &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;zu &lt;/del&gt;Edom &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;gehörten)&lt;/del&gt;, &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;so dass &lt;/del&gt;dies &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;nur &lt;/del&gt;so &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;geschehen könnte, dass Jakob sich wieder mit seinem Bruder „verbrüdern“ werde&lt;/del&gt;. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Verhältnisse &lt;/del&gt;der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. In der Lesefassung dürfte man so oder so mit Übersetzungsalternative (3) besser fahren.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(4) Wahrscheinlich ist das aber nicht die ganze Geschichte. Man lässt sich beim Blick auf diese Strophe leicht davon ablenken, dass die meisten biblischen Äußerungen über Edom v.a. geprägt sind von geschichtlichen Vorkommnissen aus dem 6. und den folgenden Jahrhunderten. Die Geschichte und Geschicke Israels und Edoms waren aber schon zuvor über viele Jahrhunderte hinweg eng miteinander verwoben. In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&#039;&#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&#039;&#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (also Jakob &#039;&#039;und Esau&#039;&#039;) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,22f.]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;die Edom-Strophe das erste Vierer-set an Sprüchen abschließt und so an der selben Position steht wie im zweiten Viererset Israel, dass darüber hinaus &lt;/ins&gt;die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &#039;&#039;plus Edom&#039;&#039; sein müsste. Und &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;auch &lt;/ins&gt;in [[Amos 9#s12 |Am 9,12]] wird &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;auffällig &lt;/ins&gt;Edom als &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;einziges der „Fremdvölker“ eigens genannt&lt;/ins&gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;In den Anmerkungen werden konkrete geschichtliche Geschehenisse als Hintergrund dieser Zeile genannt; kann man das Bild „Israel vs. Edom“ = „Jakob vs. Esau“ aber schon für die Abfassungszeit dieser Zeilen voraussetzen – Am 1,11 wäre dann vielleicht die älteste Belegstelle für dieses Bild –, ist hier vielleicht gar nicht an einzelne Geschehnisse gedacht, sondern gerade an diese andauernden Gebietsstreitigkeiten, in denen Edom „seinen Bruder mit dem Schwert vernichtet und &#039;&#039;für immer&#039;&#039; (nämlich schon seit der Zeit Esaus) seinen Zorn bewahrt“. &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Im Hintergrund von Am 7&lt;/ins&gt;,&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;9.16 stünde &lt;/ins&gt;die Vorstellung, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;zwar &lt;/ins&gt;verheißungsgemäß &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;zum gelobten Land&lt;/ins&gt;, und gleichzeitig de facto &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;aber &lt;/ins&gt;zu Edom (und &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt; dies &lt;/ins&gt;&#039;&#039;rechtmäßig&#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;); sollen alle Kultstätten im gelobten Land vernichtet werden, müssen also auch die Edoms vernichtet werden. Und in Am 9,12 wäre „Edom“ Brücke zwischen Israel und den anderen Völkern, über die dort ebenso wie über Israel „Gottes Name ausgerufen ist“: Über &lt;/ins&gt;Edom &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;als das Brudervolk, dem ebenso Gottes Verheißung an Abraham galt wie Israel&lt;/ins&gt;, &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;konnte man &lt;/ins&gt;dies &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;anders als über die anderen Völker wohl „gerade &lt;/ins&gt;so &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;noch sagen“&lt;/ins&gt;. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Gebietsverhältnisse &lt;/ins&gt;der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. In der Lesefassung dürfte man so oder so mit Übersetzungsalternative (3) besser fahren.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;bewachen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewahren&amp;#039;&amp;#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[Psalm 105#s45 |Ps 105,45]]; [[Psalm 119#s34 |119,34]], oder vom umsichtigen oder behüteten Leben, s. [[Psalm 12#s8 |Ps 12,8]]; [[Psalm 140#s5 |140,5]]; [[Sprichwörter 2#s11 |Spr 2,11]]; [[Sprichwörter 4#s6 |4,6]]. Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Im MT: &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &amp;#039;&amp;#039;agreuo&amp;#039;&amp;#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &amp;#039;&amp;#039;tsud&amp;#039;&amp;#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &amp;#039;&amp;#039;wajjitor&amp;#039;&amp;#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II); &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;bewachen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewahren&amp;#039;&amp;#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 18. Oktober 2021 um 04:51 Uhr</title>
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		<updated>2021-10-18T04:51:30Z</updated>

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Mays 1969b, S. 20f.; Weippert 1985, S. 17; Wolff 1969, S. 145; so auch MEN.&amp;lt;br /&amp;gt;Weil sich ein direkter Zusammenhang zwischen dem Brüllen JHWHs und dem Vertrocknen der Natur nicht erkennen lässt, übersetzen dennoch einige als bloße Satzreihe (z.B. Eidevall 2017: „YHWH roars from Zion, and from Jerusalem he utters his voice; the pastures of the shepherds dry up, and the top of Carmel withers.“). Auf eine sehr klare Parallele hat aber z.B. Möller 2003, S. 161f. hingewiesen: In der akkadischen „Fabel vom Fuchs“ rühmt dieser sich: „&#039;&#039;Auf mein schreckliches Bellen hin trocknen Berge und Flüsse aus!&#039;&#039;“. Sehr nah ist dann auch [[Jeremia 2#s15 |Jer 2,15]], wo anscheinend die Ver-Wüstung des Landes Folge des Löwengebrülls sind. Ähnlich sind ja auch [[2 Samuel 22#s16 |2 Sam 22,16]] (=[[Psalm 18#s16 |Ps 18,16]]), wo wegen JHWHs Schelten der Meeresgrund sichtbar wird, oder [[Psalm 104#s7 |Ps 104,7]], wo Wasser vor „der Stimme seines Donnerns“ fliehen, oder [[Psalm 148#s8 |Ps 148,8]] und [[Sirach 43#s16 |Sir 43,16f.]], wo natürlich Naturphänomene Gottes Wort gehorchen. Ein ganz ähnliches Bild findet sich auch später in b.Chul 59b, wo vom sagenumwobenen „Löwen von Bei Ilai“ berichtet wird: „&#039;&#039;[Als er auf Kaiser Hadrian losstürmte] und noch vierhundert Parasangen entfernt war, brüllte er einmal, und alle Schwangeren hatten Fehlgeburten und die Mauern von Rom stürzten ein. Als er noch dreihundert Parasangen entfernt war, brüllte er ein weiteres Mal, und die Backenzähne und Schneidezähne der Männer fielen aus und [Hadrian] fiel von seinem Thron.&#039;&#039;“ Im Bild muss nicht vorausgesetzt sein, dass JHWH hier ähnlich als Löwe geschildert würde, wie es häufiger heißt; ganz ohne animalische Komponente z.B. vergleichbar in einem Amarna-Brief: „&#039;&#039;[Pharao ist der,] der sein Gebrüll im Himmel ertönen lässt wie Baal, so dass die ganze Erde vor seinem Gebrüll erbebt.&#039;&#039;“ (Brief 147,13ff. Knudtzon).&amp;lt;/ref&amp;gt; die Auen der Hirten  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Dann vertrocknen (werden vertrocken/klagen; JHWH wird ... brüllen, sodass vertrocken/klagen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Wenn... dann&#039;&#039; - Die Tempusfolge Yiqtol (2ab) - Weqatal (2cd) lässt sich am natürlichsten als Folgesatzgefüge auflösen. Meist werden aufgrund des Yiqtol 2ab futurisch übersetzt und 2cd dann als konsekutive Nebensätze: „JHWH wird brüllen, sodass vertrocken werden“. Sinnvoller (s. die Anmerkungen) ist aber die iterative Deutung des Yiqtols („Wann immer JHWH brüllt, gilt immer: es vertrocknen...“); so z.B. Mays 1969b, S. 20f.; Weippert 1985, S. 17; Wolff 1969, S. 145; so auch MEN.&amp;lt;br /&amp;gt;Weil sich ein direkter Zusammenhang zwischen dem Brüllen JHWHs und dem Vertrocknen der Natur nicht erkennen lässt, übersetzen dennoch einige als bloße Satzreihe (z.B. Eidevall 2017: „YHWH roars from Zion, and from Jerusalem he utters his voice; the pastures of the shepherds dry up, and the top of Carmel withers.“). Auf eine sehr klare Parallele hat aber z.B. Möller 2003, S. 161f. hingewiesen: In der akkadischen „Fabel vom Fuchs“ rühmt dieser sich: „&#039;&#039;Auf mein schreckliches Bellen hin trocknen Berge und Flüsse aus!&#039;&#039;“. Sehr nah ist dann auch [[Jeremia 2#s15 |Jer 2,15]], wo anscheinend die Ver-Wüstung des Landes Folge des Löwengebrülls sind. Ähnlich sind ja auch [[2 Samuel 22#s16 |2 Sam 22,16]] (=[[Psalm 18#s16 |Ps 18,16]]), wo wegen JHWHs Schelten der Meeresgrund sichtbar wird, oder [[Psalm 104#s7 |Ps 104,7]], wo Wasser vor „der Stimme seines Donnerns“ fliehen, oder [[Psalm 148#s8 |Ps 148,8]] und [[Sirach 43#s16 |Sir 43,16f.]], wo natürlich Naturphänomene Gottes Wort gehorchen. Ein ganz ähnliches Bild findet sich auch später in b.Chul 59b, wo vom sagenumwobenen „Löwen von Bei Ilai“ berichtet wird: „&#039;&#039;[Als er auf Kaiser Hadrian losstürmte] und noch vierhundert Parasangen entfernt war, brüllte er einmal, und alle Schwangeren hatten Fehlgeburten und die Mauern von Rom stürzten ein. Als er noch dreihundert Parasangen entfernt war, brüllte er ein weiteres Mal, und die Backenzähne und Schneidezähne der Männer fielen aus und [Hadrian] fiel von seinem Thron.&#039;&#039;“ Im Bild muss nicht vorausgesetzt sein, dass JHWH hier ähnlich als Löwe geschildert würde, wie es häufiger heißt; ganz ohne animalische Komponente z.B. vergleichbar in einem Amarna-Brief: „&#039;&#039;[Pharao ist der,] der sein Gebrüll im Himmel ertönen lässt wie Baal, so dass die ganze Erde vor seinem Gebrüll erbebt.&#039;&#039;“ (Brief 147,13ff. Knudtzon). &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Vgl. noch die äußerst nahen Stellen [[Jeremia 25#s30 |Jer 25,30f.]]; [[Joel 4#s16 |Joel 4,16]]!&lt;/ins&gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; die Auen der Hirten  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Und verdorrt (und es wird verdorren) der Gipfel des Karmel.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Karmel&amp;#039;&amp;#039; - ein Berg, der sprichwörtlich für seine Fruchtbarkeit und die Bewaldung seines Gipfels war. Der &amp;#039;&amp;#039;Zion&amp;#039;&amp;#039; ist der Tempelberg in Jerusalem, der Hauptstadt des Südreichs Israels; der Karmel dagegen liegt weit im Norden des Nordreichs. Für die folgenden Kapitel ist das sehr wichtig, da spätestens am Kapitel 3 immer wieder speziell vom Untergang des Nordreichs und nicht des Südreichs die Rede ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Und verdorrt (und es wird verdorren) der Gipfel des Karmel.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Karmel&amp;#039;&amp;#039; - ein Berg, der sprichwörtlich für seine Fruchtbarkeit und die Bewaldung seines Gipfels war. Der &amp;#039;&amp;#039;Zion&amp;#039;&amp;#039; ist der Tempelberg in Jerusalem, der Hauptstadt des Südreichs Israels; der Karmel dagegen liegt weit im Norden des Nordreichs. Für die folgenden Kapitel ist das sehr wichtig, da spätestens am Kapitel 3 immer wieder speziell vom Untergang des Nordreichs und nicht des Südreichs die Rede ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 3. Oktober 2021 um 17:47 Uhr</title>
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 28. September 2021 um 07:06 Uhr</title>
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In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&#039;&#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&#039;&#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (also Jakob &#039;&#039;und Esau&#039;&#039;) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;23&lt;/del&gt;]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &#039;&#039;plus Edom&#039;&#039; sein müsste. Und in [[Amos 9#s12 |Am 9,12]] wird angekündigt, dass dereinst Israel &#039;&#039;und Edom&#039;&#039; als &#039;&#039;vereintes&#039;&#039; Königreich oder zumindest als &#039;&#039;ein&#039;&#039; Königreich eine glorreiche Zukunft bevorstehe.&amp;lt;br /&amp;gt;In den Anmerkungen werden konkrete geschichtliche Geschehenisse als Hintergrund dieser Zeile genannt; kann man das Bild „Israel vs. Edom“ = „Jakob vs. Esau“ aber schon für die Abfassungszeit dieser Zeilen voraussetzen – Am 1,11 wäre dann vielleicht die älteste Belegstelle für dieses Bild –, ist hier vielleicht gar nicht an einzelne Geschehnisse gedacht, sondern gerade an diese andauernden Gebietsstreitigkeiten, in denen Edom &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„Edom seinen &lt;/del&gt;Bruder mit dem Schwert vernichtet und &#039;&#039;für immer&#039;&#039; (nämlich schon seit der Zeit Esaus) seinen Zorn bewahrt“. Politisch könnte man sich dies dann noch weiter so erkären, dass im Hintergrund die Vorstellung steht, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten verheißungsgemäß zu Israel und würden nach Am 9,12 dereinst wieder dem „Haus Jakobs“ zufallen, und gleichzeitig der geschichtliche Hintergrund, dass diese Gebiete in der jüngeren Geschichte de facto zu Edom gehörten (und &#039;&#039;rechtmäßig&#039;&#039; zu Edom gehörten), so dass dies nur so geschehen könnte, dass Jakob sich wieder mit seinem Bruder „verbrüdern“ werde. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen Verhältnisse der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. In der Lesefassung dürfte man so oder so mit Übersetzungsalternative (3) besser fahren.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(4) Wahrscheinlich ist das aber nicht die ganze Geschichte. Man lässt sich beim Blick auf diese Strophe leicht davon ablenken, dass die meisten biblischen Äußerungen über Edom v.a. geprägt sind von geschichtlichen Vorkommnissen aus dem 6. und den folgenden Jahrhunderten. Die Geschichte und Geschicke Israels und Edoms waren aber schon zuvor über viele Jahrhunderte hinweg eng miteinander verwoben. In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&#039;&#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&#039;&#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (also Jakob &#039;&#039;und Esau&#039;&#039;) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;22f.&lt;/ins&gt;]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &#039;&#039;plus Edom&#039;&#039; sein müsste. 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Politisch könnte man sich dies dann noch weiter so erkären, dass im Hintergrund die Vorstellung steht, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten verheißungsgemäß zu Israel und würden nach Am 9,12 dereinst wieder dem „Haus Jakobs“ zufallen, und gleichzeitig der geschichtliche Hintergrund, dass diese Gebiete in der jüngeren Geschichte de facto zu Edom gehörten (und &#039;&#039;rechtmäßig&#039;&#039; zu Edom gehörten), so dass dies nur so geschehen könnte, dass Jakob sich wieder mit seinem Bruder „verbrüdern“ werde. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen Verhältnisse der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. In der Lesefassung dürfte man so oder so mit Übersetzungsalternative (3) besser fahren.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;bewachen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewahren&amp;#039;&amp;#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[Psalm 105#s45 |Ps 105,45]]; [[Psalm 119#s34 |119,34]], oder vom umsichtigen oder behüteten Leben, s. [[Psalm 12#s8 |Ps 12,8]]; [[Psalm 140#s5 |140,5]]; [[Sprichwörter 2#s11 |Spr 2,11]]; [[Sprichwörter 4#s6 |4,6]]. Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Im MT: &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &amp;#039;&amp;#039;agreuo&amp;#039;&amp;#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &amp;#039;&amp;#039;tsud&amp;#039;&amp;#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &amp;#039;&amp;#039;wajjitor&amp;#039;&amp;#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II); &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;bewachen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewahren&amp;#039;&amp;#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. 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Gr. &amp;#039;&amp;#039;agreuo&amp;#039;&amp;#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &amp;#039;&amp;#039;tsud&amp;#039;&amp;#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &amp;#039;&amp;#039;wajjitor&amp;#039;&amp;#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II); &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 28. September 2021 um 07:04 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-28T07:04:11Z</updated>

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In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&#039;&#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&#039;&#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (und &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;nicht &lt;/del&gt;Esau) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,23]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wirklich &lt;/del&gt;erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &#039;&#039;plus Edom&#039;&#039; sein müsste. Und in [[Amos 9#s12 |Am 9,12]] wird angekündigt, dass dereinst Israel &#039;&#039;und Edom&#039;&#039; als &#039;&#039;vereintes&#039;&#039; Königreich oder zumindest als &#039;&#039;ein&#039;&#039; Königreich eine glorreiche Zukunft bevorstehe. &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Die genauen Zusammenhänge lassen sich noch nicht gut rekonstruieren&lt;/del&gt;; &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;eine mögliche Erklärung &lt;/del&gt;wäre &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;aber &lt;/del&gt;die, dass im Hintergrund die Vorstellung steht, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten verheißungsgemäß zu Israel und würden nach Am 9,12 dereinst wieder dem „Haus Jakobs“ zufallen, und gleichzeitig der geschichtliche Hintergrund, dass diese Gebiete in der jüngeren Geschichte de facto zu Edom gehörten (und &#039;&#039;rechtmäßig&#039;&#039; zu Edom gehörten), so dass dies nur so geschehen könnte, dass Jakob sich wieder mit seinem Bruder „verbrüdern“ werde. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen Verhältnisse der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. In der Lesefassung dürfte man so oder so mit Übersetzungsalternative (3) besser fahren.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(4) Wahrscheinlich ist das aber nicht die ganze Geschichte. Man lässt sich beim Blick auf diese Strophe leicht davon ablenken, dass die meisten biblischen Äußerungen über Edom v.a. geprägt sind von geschichtlichen Vorkommnissen aus dem 6. und den folgenden Jahrhunderten. Die Geschichte und Geschicke Israels und Edoms &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;waren &lt;/ins&gt;aber schon zuvor über viele Jahrhunderte hinweg eng miteinander verwoben. In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&#039;&#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&#039;&#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;also Jakob &#039;&#039;&lt;/ins&gt;und Esau&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,23]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &#039;&#039;plus Edom&#039;&#039; sein müsste. Und in [[Amos 9#s12 |Am 9,12]] wird angekündigt, dass dereinst Israel &#039;&#039;und Edom&#039;&#039; als &#039;&#039;vereintes&#039;&#039; Königreich oder zumindest als &#039;&#039;ein&#039;&#039; Königreich eine glorreiche Zukunft bevorstehe.&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;In den Anmerkungen werden konkrete geschichtliche Geschehenisse als Hintergrund dieser Zeile genannt&lt;/ins&gt;; &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;kann man das Bild „Israel vs. Edom“ = „Jakob vs. Esau“ aber schon für die Abfassungszeit dieser Zeilen voraussetzen – Am 1,11 &lt;/ins&gt;wäre &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;dann vielleicht &lt;/ins&gt;die &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;älteste Belegstelle für dieses Bild –, ist hier vielleicht gar nicht an einzelne Geschehnisse gedacht, sondern gerade an diese andauernden Gebietsstreitigkeiten, in denen Edom „Edom seinen Bruder mit dem Schwert vernichtet und &#039;&#039;für immer&#039;&#039; (nämlich schon seit der Zeit Esaus) seinen Zorn bewahrt“. Politisch könnte man sich dies dann noch weiter so erkären&lt;/ins&gt;, dass im Hintergrund die Vorstellung steht, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten verheißungsgemäß zu Israel und würden nach Am 9,12 dereinst wieder dem „Haus Jakobs“ zufallen, und gleichzeitig der geschichtliche Hintergrund, dass diese Gebiete in der jüngeren Geschichte de facto zu Edom gehörten (und &#039;&#039;rechtmäßig&#039;&#039; zu Edom gehörten), so dass dies nur so geschehen könnte, dass Jakob sich wieder mit seinem Bruder „verbrüdern“ werde. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen Verhältnisse der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. In der Lesefassung dürfte man so oder so mit Übersetzungsalternative (3) besser fahren.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;bewachen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewahren&amp;#039;&amp;#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[Psalm 105#s45 |Ps 105,45]]; [[Psalm 119#s34 |119,34]], oder vom umsichtigen oder behüteten Leben, s. [[Psalm 12#s8 |Ps 12,8]]; [[Psalm 140#s5 |140,5]]; [[Sprichwörter 2#s11 |Spr 2,11]]; [[Sprichwörter 4#s6 |4,6]]. Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Im MT: &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &amp;#039;&amp;#039;agreuo&amp;#039;&amp;#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &amp;#039;&amp;#039;tsud&amp;#039;&amp;#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &amp;#039;&amp;#039;wajjitor&amp;#039;&amp;#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II); &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;bewachen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewahren&amp;#039;&amp;#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[Psalm 105#s45 |Ps 105,45]]; [[Psalm 119#s34 |119,34]], oder vom umsichtigen oder behüteten Leben, s. [[Psalm 12#s8 |Ps 12,8]]; [[Psalm 140#s5 |140,5]]; [[Sprichwörter 2#s11 |Spr 2,11]]; [[Sprichwörter 4#s6 |4,6]]. Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Im MT: &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &amp;#039;&amp;#039;agreuo&amp;#039;&amp;#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &amp;#039;&amp;#039;tsud&amp;#039;&amp;#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &amp;#039;&amp;#039;wajjitor&amp;#039;&amp;#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II); &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 27. September 2021 um 18:23 Uhr</title>
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Auch die Heirat des israelitischen Königs Jerobeam mit der Phönizierin Isebel (s. [[1 Könige 16#s31 |16,31]] u.ö.) im 9. Jhd. v. Chr. setzt natürlich ein Bündnis zwischen Phönizien und Israel voraus). Der konkrete historische Hintergrund dieser Untaten lässt sich aus diesen knapp formulierten Passagen nicht erschließen (obwohl man im ersten Fall gut an [[2 Chroniken 28#s18 |2 Chr 28,18]] denken kann, wo von der philistäischen Eroberung mehrerer judäischer Städte um oder kurz vor 734 v. Chr. berichtet wird), die Tat an sich war aber ganz üblich: Sehr ähnlich wird auch in [[Joel 4#s6 |Joel 4,6f.]] den Philistern und den Phöniziern Menschenhandel vorgeworfen, in [[Ezechiel 27#s13 |Ez 27,13]] noch einmal nur den Phöniziern. Von den Philistern (und den Arabern) noch einmal berichtet wird es außerdem in [[2 Chroniken 21#s17 |2 Chr 21,17f.]]. In Joel 4,6f. und Ez 27,13 aber ist das Verurteilenswerte daran klar, dass es &amp;#039;&amp;#039;Israeliten&amp;#039;&amp;#039; waren, die hier verkauft worden; der Akt selbst war im Alten Orient und auch in Israel selbst durchaus nicht verurteilenswert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vielleicht ist übrigens auch gar nicht von Menschenhandel die Rede, sondern von Exilierung, wie z.B. der Sohn des aram. König Panammuwa (Mitte 8. Jhd.) diesen damit rühmt, dass er „Töchter es Ostens nach Westen und Töchter des Westens nach Osten“ verschleppt habe. Text bei Younger 1986, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Pentateuch finden sich denn auch eine ganze Reihe von Geboten für &amp;#039;&amp;#039;gottgemäße&amp;#039;&amp;#039; Versklavung von Kriegsgefangenen, z.B. in [[Exodus 12#s44 |Ex 12,44]] oder [[Deuteronomium 20#s13 |Dtn 20,13f.]]. Dass auch der Weiterverkauf nichts Ungewöhnliches war, zeigt [[Deuteronomium 21#s10 |Dtn 21,10-14]], wo einzig für den Spezialfall, dass man eine weibliche Kriegsgefangene geheiratet und dann aber wieder entlassen habe, der Verkauf verboten wird. Mit der Strafe Gottes, von der Vv. 7f.10 sprechen, ist jedenfalls wahrscheinlich die Unterwerfung dieser vier philistäischen Städte durch Tiglat-Pileser um 734 v. Chr. und die von Tyrus 733 v. Chr. gemeint.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Am 1,6-8&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Am 1,9-10&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird der Stadt Gaza stellvertretend für die Philister und der Stadt Tyrus stellvertretend für die Phönizier das Selbe vorgeworfen: Dass sie „ganze Gebiete exilierten, um sie an Edom auszuliefern“. Den Phöniziern wird außerdem Vertragsbrüchigkeit vorgeworfen (zu denken ist hier wohl an das Bündnis zwischen König Hiram I. von Tyrus und David und Salomo, s. [[2 Samuel 5#s11 |2 Sam 5,11]]; [[1 Könige 5#s15 |1 Kön 5,15ff.]], bes. [[1 Könige 5#s26 |V. 26]]; auch [[1 Könige 9#s12 |1 Kön 9,12f.]]. Auch die Heirat des israelitischen Königs Jerobeam mit der Phönizierin Isebel (s. [[1 Könige 16#s31 |16,31]] u.ö.) im 9. Jhd. v. Chr. setzt natürlich ein Bündnis zwischen Phönizien und Israel voraus). Der konkrete historische Hintergrund dieser Untaten lässt sich aus diesen knapp formulierten Passagen nicht erschließen (obwohl man im ersten Fall gut an [[2 Chroniken 28#s18 |2 Chr 28,18]] denken kann, wo von der philistäischen Eroberung mehrerer judäischer Städte um oder kurz vor 734 v. Chr. berichtet wird), die Tat an sich war aber ganz üblich: Sehr ähnlich wird auch in [[Joel 4#s6 |Joel 4,6f.]] den Philistern und den Phöniziern Menschenhandel vorgeworfen, in [[Ezechiel 27#s13 |Ez 27,13]] noch einmal nur den Phöniziern. Von den Philistern (und den Arabern) noch einmal berichtet wird es außerdem in [[2 Chroniken 21#s17 |2 Chr 21,17f.]]. In Joel 4,6f. und Ez 27,13 aber ist das Verurteilenswerte daran klar, dass es &amp;#039;&amp;#039;Israeliten&amp;#039;&amp;#039; waren, die hier verkauft worden; der Akt selbst war im Alten Orient und auch in Israel selbst durchaus nicht verurteilenswert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vielleicht ist übrigens auch gar nicht von Menschenhandel die Rede, sondern von Exilierung, wie z.B. der Sohn des aram. König Panammuwa (Mitte 8. Jhd.) diesen damit rühmt, dass er „Töchter es Ostens nach Westen und Töchter des Westens nach Osten“ verschleppt habe. Text bei Younger 1986, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Pentateuch finden sich denn auch eine ganze Reihe von Geboten für &amp;#039;&amp;#039;gottgemäße&amp;#039;&amp;#039; Versklavung von Kriegsgefangenen, z.B. in [[Exodus 12#s44 |Ex 12,44]] oder [[Deuteronomium 20#s13 |Dtn 20,13f.]]. Dass auch der Weiterverkauf nichts Ungewöhnliches war, zeigt [[Deuteronomium 21#s10 |Dtn 21,10-14]], wo einzig für den Spezialfall, dass man eine weibliche Kriegsgefangene geheiratet und dann aber wieder entlassen habe, der Verkauf verboten wird. Mit der Strafe Gottes, von der Vv. 7f.10 sprechen, ist jedenfalls wahrscheinlich die Unterwerfung dieser vier philistäischen Städte durch Tiglat-Pileser um 734 v. Chr. und die von Tyrus 733 v. Chr. gemeint.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 27. September 2021 um 18:14 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-27T18:14:16Z</updated>

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(2) &#039;&#039;racham&#039;&#039; steht aber auch oft für den &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Mutterschoß. &lt;/del&gt;Aq und Sym übersetzen daher mit „Eingeweide“, LXX mit „Gebärmutter“&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;. Auch Hieronymus gibt dies in seinem Kommentar als Alternative an und erklärt diese Alternative so, wie sich das auch bei ma. jüdischen Auslegern findet: „R. Juda sagte: ‚Als Esau [=der Vorfahre der Edomiter] gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner [und seines Bruders Jakob, des Vorfahren der Israeliten] Mutter [Rebekkah], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4]&lt;/del&gt;). &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;(3) &lt;/del&gt;Wegen dieser Bed. kann es in [[Richter 5#s30 |Ri 5,30]] metonymisch für gebärfähige Frauen stehen&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;. Deshalb &lt;/del&gt;LUT 1545: „daß er ihre Schwangeren umgebracht hat“; so auch Paul &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1991&lt;/del&gt;, Garrett &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;2008&lt;/del&gt;. Beliebt ist diese ziemlich fernliegende Deutung deshalb, weil dann V. 11 sehr stark V. 13 entsprechen würde. (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;4&lt;/del&gt;) Noch besser aber Fishbane 1970; Fishbane 1972; Gordis 1979-80, S. 211; Barré 1985; Kessler 2018, S. 216 und NET: Im &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Aram. &lt;/del&gt;ist &#039;&#039;rchm&#039;&#039; häufiger der „Freund, Verwandte“ und kann daher wie &#039;&#039;ach&#039;&#039; „Bruder“ auch für Bündnispartner stehen, z.B. in in der aram. Inschrift Sef iii 8 und in 1Q20 xii 21. Das Verb &#039;&#039;radap&#039;&#039; („verfolgen“) bildet häufig gemeinsam mit einem Wort für „töten“ eine Doppelverbformel (sehr gut Barré 1985); kann man die aram. Bed. „Bündnispartner“ von &#039;&#039;rchm&#039;&#039; auch hier annehmen, ist daher die natürlichste Bed. dieser Doppelzeile sicher die in der Primärüs.: „Weil er seinen Verbündeten verfolgte und seinen Bündnispartner vernichtete“&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;. Dass &lt;/del&gt;so viele Üss. statt „vernichten“ das wenig passende „ersticken“ wählen &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;(&lt;/del&gt;„weil er sein Erbarmen erstickte“, so z.B. ELB, HER05, H-R, MEN, NEÜ, PAT, R-S, SLT, ZÜR&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;)&lt;/del&gt;, ist merkwürdig und wohl eine reine Traditionsübersetzung.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Und (seine Freunde=) seine Verbündeten (sein Erbarmen, seine Gebärmutter, dessen Frauen)&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;[[Datei:Israel + Edom.png|mini|rechts|Edomitische Gebiete im gelobten Land im 10. Jhd. Original aus: Aharoni u.a. (2011)&lt;/ins&gt;: &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Carta Bible Atlas. Karte 116.]]&lt;/ins&gt;&#039;&#039;(seine Freunde=) seine Verbündeten (sein Erbarmen, seine Gebärmutter, dessen Frauen)&#039;&#039; - (1) prima vista klar „sein Erbarmen“; so auch fast alle dt. Üss. (2) &#039;&#039;racham&#039;&#039; steht aber auch oft für den &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„Mutterschoß“ (&lt;/ins&gt;Aq und Sym übersetzen daher mit „Eingeweide“, LXX mit „Gebärmutter“). Wegen dieser Bed. kann es in [[Richter 5#s30 |Ri 5,30]] metonymisch für gebärfähige Frauen stehen&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;, und deshalb dann &lt;/ins&gt;LUT 1545: „daß er ihre Schwangeren umgebracht hat“; so auch Paul, Garrett. Beliebt ist diese ziemlich fernliegende Deutung deshalb, weil dann V. 11 sehr stark V. 13 entsprechen würde. (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;3&lt;/ins&gt;) Noch besser aber Fishbane 1970; Fishbane 1972; Gordis 1979-80, S. 211; Barré 1985; Kessler 2018, S. 216 und NET: Im &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Aramäischen &lt;/ins&gt;ist &#039;&#039;rchm&#039;&#039; häufiger der „Freund, Verwandte“ und kann daher wie &#039;&#039;ach&#039;&#039; „Bruder“ auch für Bündnispartner stehen, z.B. in in der aram. Inschrift Sef iii 8 und in 1Q20 xii 21. Das Verb &#039;&#039;radap&#039;&#039; („verfolgen“) bildet häufig gemeinsam mit einem Wort für „töten“ eine Doppelverbformel (sehr gut Barré 1985); kann man die aram. Bed. „Bündnispartner“ von &#039;&#039;rchm&#039;&#039; auch hier annehmen, ist daher die natürlichste Bed. dieser Doppelzeile sicher die in der Primärüs.: „Weil er seinen Verbündeten verfolgte und seinen Bündnispartner vernichtete“ &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;(dass &lt;/ins&gt;so viele Üss. statt „vernichten“ das wenig passende „ersticken“ wählen &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;– &lt;/ins&gt;„weil er sein Erbarmen erstickte“, so z.B. ELB, HER05, H-R, MEN, NEÜ, PAT, R-S, SLT, ZÜR &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;–&lt;/ins&gt;, ist merkwürdig und wohl eine reine Traditionsübersetzung&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;.).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/ins&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-side-deleted&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;(4) Wahrscheinlich ist das aber nicht die ganze Geschichte. Man lässt sich beim Blick auf diese Strophe leicht davon ablenken, dass die meisten biblischen Äußerungen über Edom v.a. geprägt sind von geschichtlichen Vorkommnissen aus dem 6. und den folgenden Jahrhunderten. Die Geschichte und Geschicke Israels und Edoms war aber schon zuvor über viele Jahrhunderte hinweg eng miteinander verwoben. In der Vätergeschichte der Genesis wird davon erzählt, auf welche Stammväter Israel und die umliegenden Nationen zurückgehen, und danach ist Edom der engste „Verwandte“ von Israel: Isaaks Sohn Esau, der Vorfahre der Edomiter, ist der einzige Bruder – sogar der Zwillingsbruder – von Jakob, dem Vorfahren der Israeliten (aus diesem Grund war in der Antike übrigens eine vierte Deutung verbreitet, die die Verse auf Jakob und Esau selbst deuten. Hieronymus etwa setzt in seinem Amos-Kommentar an der Bed. „Mutterschoß“ an und erklärt dies so, wie sich das auch bei mittelalterlichen jüdischen Auslegern findet: „&#039;&#039;R. Juda sagte: ‚Als Esau gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner Mutter [Rebekka], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘&#039;&#039;“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4])). Edom und Israel gehören also „irgendwie zusammen“. Wie genau, ist in der Forschung ziemlich umstritten. Legt man neuere archäologische (vgl. z.B. Ben-Yosef 2019, S. 363-373) und die literarischen Zeugnisse (zu diesen vgl. z.B. bes. gut Assis 2006) nebeneinander, ist damit vermutlich vor allem gemeint, dass Edom und Israel/Juda in der Bronze- und Eisenzeit immer wieder um die selben Gebiete – mindestens nämlich um die rot eingefärbten auf der Karte rechts; also Gebiete westlich des Wadi Araba im gelobten Land, das dem Abraham für die Nachkommen seines Sohnes Isaak (und nicht Esau) verheißen worden war (s. [[Genesis 17#s19 |Gen 17,19.21]]) – stritten, was sich schon in der Geschichte über die Geburt ihrer beiden Vorfahren ankündigt (s. [[Genesis 25#s22 |Gen 25,23]]). Diese Gebietsstreitigkeiten wären dann also literarisch als Zwist unter Brüdern ausgestaltet worden.&amp;lt;br /&amp;gt;Hält man sich dies bewusst, fallen mehrere Phänomene im Amosbuch auf: Zunächst einmal ist hier in Kapitel 1-2 auffällig, dass die Edom- und die Israelstrophen die einzigen beiden Strophen sind, in denen wirklich erwartungsgemäß vier Untaten aufgezählt werden (s.o.), und natürlich, dass in dieser Strophe wirklich auch vom „Bruder“ Edom die Rede ist. In [[Amos 7#s9 |Am 7,9.16]] wird zwei Mal sehr verblüffend Israel parallelisiert mit „Isaak“, der eigentlich gar nicht Wechselbegriff für Israel, sondern Israel &#039;&#039;plus Edom&#039;&#039; sein müsste. Und in [[Amos 9#s12 |Am 9,12]] wird angekündigt, dass dereinst Israel &#039;&#039;und Edom&#039;&#039; als &#039;&#039;vereintes&#039;&#039; Königreich oder zumindest als &#039;&#039;ein&#039;&#039; Königreich eine glorreiche Zukunft bevorstehe. Die genauen Zusammenhänge lassen sich noch nicht gut rekonstruieren; eine mögliche Erklärung wäre aber die, dass im Hintergrund die Vorstellung steht, mindestens die rechts rot markierten Gebiete gehörten verheißungsgemäß zu Israel und würden nach Am 9,12 dereinst wieder dem „Haus Jakobs“ zufallen, und gleichzeitig der geschichtliche Hintergrund, dass diese Gebiete in der jüngeren Geschichte de facto zu Edom gehörten (und &#039;&#039;rechtmäßig&#039;&#039; zu Edom gehörten), so dass dies nur so geschehen könnte, dass Jakob sich wieder mit seinem Bruder „verbrüdern“ werde. Aktuell muss dies aber Spekulation bleiben; über die tatsächlichen geschichtlichen Verhältnisse der südlichen Levante vor dem 8./7. Jahrhundert liegt noch sehr viel im Dunkeln. In der Lesefassung dürfte man so oder so mit Übersetzungsalternative (3) besser fahren&lt;/ins&gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;bewachen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewahren&amp;#039;&amp;#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[Psalm 105#s45 |Ps 105,45]]; [[Psalm 119#s34 |119,34]], oder vom umsichtigen oder behüteten Leben, s. [[Psalm 12#s8 |Ps 12,8]]; [[Psalm 140#s5 |140,5]]; [[Sprichwörter 2#s11 |Spr 2,11]]; [[Sprichwörter 4#s6 |4,6]]. Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Im MT: &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &amp;#039;&amp;#039;agreuo&amp;#039;&amp;#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &amp;#039;&amp;#039;tsud&amp;#039;&amp;#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &amp;#039;&amp;#039;wajjitor&amp;#039;&amp;#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II); &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;bewachen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewahren&amp;#039;&amp;#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 24. September 2021 um 14:54 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-24T14:54:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
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Üblicherweise jedoch hat ein Zahlenspruch die Form: X / X+1 – Ausführung von X+1; z.B. eben in Ijob 33,14-28: „In einer Weise redet Gott / und in zweien, ohne dass man es merkt...“, worauf in Vv. 15-28 diese &#039;&#039;zwei&#039;&#039; Weisen des Redens Gottes ausgeführt werden. In Am 1-2 aber werden &#039;&#039;vier&#039;&#039; Vergehen nur in der Edom- und der Israel-Strophe aufgezählt, in den anderen steht jeweils nur eines.&amp;lt;br /&amp;gt;Verschiedenste Vorschläge sind gemacht worden, um dies zu erklären; überzeugend ist keiner davon. Z.B.: Die jeweilige Strophe &#039;&#039;impliziere&#039;&#039; zwar vier Vergehen, ausgeführt werde aber jeweils nur das letzte und schlimmste dieser vier (z.B. Wolff 1969), oder: der Zahlenspruch sei hier nicht wirklich ein Zahlenspruch, sondern spreche von einer unbestimmten Anzahl ausreichend vieler Vergehen (ähnlich dem Dt. „so drei, vier Vergehen“; vgl. [[Amos 4#s8 |Am 4,8]]), um dann aber dennoch nur eines auszuführen (z.B. van Hoonacker 1908; daher Dahl 1795: „Weil vielfach sündigte X“), oder: 3 und 4 sei zueinanderzuaddieren, 7 stehe dann als symbolische Zahl dafür, dass das Maß nun voll ist (z.B. Garrett 2008), oder: 3+4 ergebe 7, gemeint seien damit sowohl die sieben Einzelsünden der Nationen vor der Israelstrophe und die sieben Sünden Israels in der Israel-Strophe (z.B. Weiss 1967b) usw. Der Sinn der Amos&#039;schen Zahlensprüche muss aktuell als unerklärt gelten.&amp;lt;/ref&amp;gt; werde ich es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen),&amp;lt;ref name=&quot;zurücknehmen&quot;&amp;gt;&#039;&#039;ich werde es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen)&#039;&#039; - ebenfalls unerklärt ist der zweite Teil der Einleitungsformel der Amos&#039;schen Völkersprüche. Unklar ist nämlich, worauf das pronominale Suffix „ihn/es“ sich bezieht und wie demzufolge das Verb zu deuten ist. Vorschläge: (1) Am häufigsten und noch am besten vertretbar: Das Suffix bezieht sich allgemein auf das im Folgenden ausgeführte Urteil Gottes, das „nicht zurückgenommen“ wird (vgl. zur Formulierung [[Numeri 23#s20 |Num 23,20]]; [[Esther 8#s5 |Est 8,5.8]]; [[Jesaja 43#s13 |Jes 43,13]], vgl. HER05: „ich widerrufe es nicht“), (2) ähnlich, ebenfalls häufig: es bezieht sich auf die Strafe Gottes, die „nicht abgewendet“ wird (van Ess: „ich halte die Strafe nicht zurück“), (3) auf „die (machtvolle) Stimme“ Gottes aus V. 2, die die Bestrafung der Nationen in Gang setzt und deren Sprechen „nicht rückgängig gemacht“ wird (z.B. Hayes 1988, Andersen/Freedman 1989), (4) auf den &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; Gottes, der „nicht zurückgehalten“ wird (z.B. Harper 1905, Knieriem 1977), (5) auf die jeweilige Nation, die JHWH nicht „in seine Vasallenschaft zurückkehren“ lässt (z.B. Barré 1986, Stuart 1987),  (6) auf das Vergehen, das Gott „nicht beilegen“ und also übergehen wird (Gordis 1979&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;/1980&lt;/del&gt;, S. 202; vgl. NL: „ich werde nicht länger darüber hinwegsehen“, PAT: „ich verzeihe es nicht“) u.s.w.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Und wegen vier&amp;lt;ref name=&quot;Zahlenspruch&quot;&amp;gt;&#039;&#039;wegen drei Vergehen ... und wegen vier&#039;&#039; - Die Bed. dieser Einleitungsformel ist leider ganz unklar. Sie erinnert sehr an die „Zahlensprüche“, wie sie z.B. in weisheitlicher Literatur wie [[Sprichwörter 6#s16 |Spr 6,16]]; [[Sprichwörter 30#s15 |30,15ff.]] und [[Jesus Sirach 25#s9 |Sir 25,9]]; [[Jesus Sirach 26#s5 |26,5]]; [[Jesus Sirach 50#s27 |Sir 50,27f.]], aber auch andernorts in der Bibel begegnen. Formal am nächsten steht dieser Formel [[Ijob 33#s14 |Ijob 33,14]] (Verbalsatz + paralleler Satz mit verbaler Ellipse und Ballastvariante). Üblicherweise jedoch hat ein Zahlenspruch die Form: X / X+1 – Ausführung von X+1; z.B. eben in Ijob 33,14-28: „In einer Weise redet Gott / und in zweien, ohne dass man es merkt...“, worauf in Vv. 15-28 diese &#039;&#039;zwei&#039;&#039; Weisen des Redens Gottes ausgeführt werden. In Am 1-2 aber werden &#039;&#039;vier&#039;&#039; Vergehen nur in der Edom- und der Israel-Strophe aufgezählt, in den anderen steht jeweils nur eines.&amp;lt;br /&amp;gt;Verschiedenste Vorschläge sind gemacht worden, um dies zu erklären; überzeugend ist keiner davon. Z.B.: Die jeweilige Strophe &#039;&#039;impliziere&#039;&#039; zwar vier Vergehen, ausgeführt werde aber jeweils nur das letzte und schlimmste dieser vier (z.B. Wolff 1969), oder: der Zahlenspruch sei hier nicht wirklich ein Zahlenspruch, sondern spreche von einer unbestimmten Anzahl ausreichend vieler Vergehen (ähnlich dem Dt. „so drei, vier Vergehen“; vgl. [[Amos 4#s8 |Am 4,8]]), um dann aber dennoch nur eines auszuführen (z.B. van Hoonacker 1908; daher Dahl 1795: „Weil vielfach sündigte X“&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;, Soggin 1978: „Because of the innumerable crimes...“&lt;/ins&gt;), oder: 3 und 4 sei zueinanderzuaddieren, 7 stehe dann als symbolische Zahl dafür, dass das Maß nun voll ist (z.B. Garrett 2008), oder: 3+4 ergebe 7, gemeint seien damit sowohl die sieben Einzelsünden der Nationen vor der Israelstrophe und die sieben Sünden Israels in der Israel-Strophe (z.B. Weiss 1967b) usw. Der Sinn der Amos&#039;schen Zahlensprüche muss aktuell als unerklärt gelten.&amp;lt;/ref&amp;gt; werde ich es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen),&amp;lt;ref name=&quot;zurücknehmen&quot;&amp;gt;&#039;&#039;ich werde es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen)&#039;&#039; - ebenfalls unerklärt ist der zweite Teil der Einleitungsformel der Amos&#039;schen Völkersprüche. Unklar ist nämlich, worauf das pronominale Suffix „ihn/es“ sich bezieht und wie demzufolge das Verb zu deuten ist. Vorschläge: (1) Am häufigsten und noch am besten vertretbar: Das Suffix bezieht sich allgemein auf das im Folgenden ausgeführte Urteil Gottes, das „nicht zurückgenommen“ wird (vgl. zur Formulierung [[Numeri 23#s20 |Num 23,20]]; [[Esther 8#s5 |Est 8,5.8]]; [[Jesaja 43#s13 |Jes 43,13]], vgl. HER05: „ich widerrufe es nicht“&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;; Soggin 1987: „I shall not go back on my decision“&lt;/ins&gt;), (2) ähnlich, ebenfalls häufig: es bezieht sich auf die Strafe Gottes, die „nicht abgewendet“ wird (van Ess: „ich halte die Strafe nicht zurück“), (3) auf „die (machtvolle) Stimme“ Gottes aus V. 2, die die Bestrafung der Nationen in Gang setzt und deren Sprechen „nicht rückgängig gemacht“ wird (z.B. Hayes 1988, Andersen/Freedman 1989), (4) auf den &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; Gottes, der „nicht zurückgehalten“ wird (z.B. Harper 1905, Knieriem 1977), (5) auf die jeweilige Nation, die JHWH nicht „in seine Vasallenschaft zurückkehren“ lässt (z.B. Barré 1986, Stuart 1987),  (6) auf das Vergehen, das Gott „nicht beilegen“ und also übergehen wird (Gordis 1979&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;-80&lt;/ins&gt;, S. 202; vgl. NL: „ich werde nicht länger darüber hinwegsehen“, PAT: „ich verzeihe es nicht“) u.s.w.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Weil&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wegen&amp;quot; /&amp;gt; sie Gilead mit eisernem Dreschschlitten gedroschen&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;mit eisernem Dreschschlitten dreschen&amp;#039;&amp;#039; - gebräuchliche Metapher für die Vernichtung einer Stadt, einer Region o.Ä. (s. [[Jesaja 41#s15 |Jes 41,15f.]]; [[Jeremia 51#s33 |Jer 51,33]]; [[Micha 4#s13 |Mi 4,13]]). Der „Dreschschlitten“ war ein schweres Brett, in dessen Unterseite scharfkantige Steine o.Ä. eingelassen waren und mit dem auf der Tenne Getreide gedroschen wurde, s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Dreschschlitten Wikipedia: Dreschschlitten].&amp;lt;/ref&amp;gt; haben:&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Weil&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wegen&amp;quot; /&amp;gt; sie Gilead mit eisernem Dreschschlitten gedroschen&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;mit eisernem Dreschschlitten dreschen&amp;#039;&amp;#039; - gebräuchliche Metapher für die Vernichtung einer Stadt, einer Region o.Ä. (s. [[Jesaja 41#s15 |Jes 41,15f.]]; [[Jeremia 51#s33 |Jer 51,33]]; [[Micha 4#s13 |Mi 4,13]]). Der „Dreschschlitten“ war ein schweres Brett, in dessen Unterseite scharfkantige Steine o.Ä. eingelassen waren und mit dem auf der Tenne Getreide gedroschen wurde, s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Dreschschlitten Wikipedia: Dreschschlitten].&amp;lt;/ref&amp;gt; haben:&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Juda sagte: ‚Als Esau [=der Vorfahre der Edomiter] gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner [und seines Bruders Jakob, des Vorfahren der Israeliten] Mutter [Rebekkah], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4]). (3) Wegen dieser Bed. kann es in [[Richter 5#s30 |Ri 5,30]] metonymisch für gebärfähige Frauen stehen. Deshalb LUT 1545: „daß er ihre Schwangeren umgebracht hat“; so auch Paul 1991, Garrett 2008. Beliebt ist diese ziemlich fernliegende Deutung deshalb, weil dann V. 11 sehr stark V. 13 entsprechen würde. (4) Noch besser aber Fishbane 1970; Fishbane 1972; Gordis 1979, S. 211; Barré 1985; Kessler 2018, S. 216 und NET: Im Aram. ist &#039;&#039;rchm&#039;&#039; häufiger der „Freund, Verwandte“ und kann daher wie &#039;&#039;ach&#039;&#039; „Bruder“ auch für Bündnispartner stehen, z.B. in in der aram. Inschrift Sef iii 8 und in 1Q20 xii 21. Das Verb &#039;&#039;radap&#039;&#039; („verfolgen“) bildet häufig &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;gemeinsamm &lt;/del&gt;mit einem Wort für „töten“ eine Doppelverbformel (sehr gut Barré 1985); kann man die aram. Bed. „Bündnispartner“ von &#039;&#039;rchm&#039;&#039; auch hier annehmen, ist daher die natürlichste Bed. dieser Doppelzeile sicher die in der Primärüs.: „Weil er seinen Verbündeten verfolgte und seinen Bündnispartner vernichtete“. Dass so viele Üss. statt „vernichten“ das wenig passende „ersticken“ wählen („weil er sein Erbarmen erstickte“, so z.B. ELB, HER05, H-R, MEN, NEÜ, PAT, R-S, SLT, ZÜR), ist merkwürdig und wohl eine reine Traditionsübersetzung.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Und (seine Freunde=) seine Verbündeten (sein Erbarmen, seine Gebärmutter, dessen Frauen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;tFN&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;(seine Freunde=) seine Verbündeten (sein Erbarmen, seine Gebärmutter, dessen Frauen)&#039;&#039; - (1) prima vista klar „sein Erbarmen“; so auch fast alle dt. Üss. (2) &#039;&#039;racham&#039;&#039; steht aber auch oft für den Mutterschoß. Aq und Sym übersetzen daher mit „Eingeweide“, LXX mit „Gebärmutter“. Auch Hieronymus gibt dies in seinem Kommentar als Alternative an und erklärt diese Alternative so, wie sich das auch bei ma. jüdischen Auslegern findet: „R. Juda sagte: ‚Als Esau [=der Vorfahre der Edomiter] gerade geboren werden sollte, verletzte er die Gebärmutter seiner [und seines Bruders Jakob, des Vorfahren der Israeliten] Mutter [Rebekkah], so dass sie nicht mehr fähig sein würde, weitere Kinder zu bekommen.‘“ ([https://www.sefaria.org/Midrash_Tanchuma%2C_Ki_Teitzei.4?lang=bi Midrasch Tanchuma, Ki Teitzei 4]). (3) Wegen dieser Bed. kann es in [[Richter 5#s30 |Ri 5,30]] metonymisch für gebärfähige Frauen stehen. Deshalb LUT 1545: „daß er ihre Schwangeren umgebracht hat“; so auch Paul 1991, Garrett 2008. Beliebt ist diese ziemlich fernliegende Deutung deshalb, weil dann V. 11 sehr stark V. 13 entsprechen würde. (4) Noch besser aber Fishbane 1970; Fishbane 1972; Gordis 1979&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;-80&lt;/ins&gt;, S. 211; Barré 1985; Kessler 2018, S. 216 und NET: Im Aram. ist &#039;&#039;rchm&#039;&#039; häufiger der „Freund, Verwandte“ und kann daher wie &#039;&#039;ach&#039;&#039; „Bruder“ auch für Bündnispartner stehen, z.B. in in der aram. Inschrift Sef iii 8 und in 1Q20 xii 21. Das Verb &#039;&#039;radap&#039;&#039; („verfolgen“) bildet häufig &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;gemeinsam &lt;/ins&gt;mit einem Wort für „töten“ eine Doppelverbformel (sehr gut Barré 1985); kann man die aram. Bed. „Bündnispartner“ von &#039;&#039;rchm&#039;&#039; auch hier annehmen, ist daher die natürlichste Bed. dieser Doppelzeile sicher die in der Primärüs.: „Weil er seinen Verbündeten verfolgte und seinen Bündnispartner vernichtete“. Dass so viele Üss. statt „vernichten“ das wenig passende „ersticken“ wählen („weil er sein Erbarmen erstickte“, so z.B. ELB, HER05, H-R, MEN, NEÜ, PAT, R-S, SLT, ZÜR), ist merkwürdig und wohl eine reine Traditionsübersetzung.&amp;lt;/ref&amp;gt; vernichtete&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Im MT: &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &amp;#039;&amp;#039;agreuo&amp;#039;&amp;#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &amp;#039;&amp;#039;tsud&amp;#039;&amp;#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &amp;#039;&amp;#039;wajjitor&amp;#039;&amp;#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II); &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Und für immer bewahrte seinen Zorn (weil sein Zorn wütete/wachte, er in seinem Zorn zerriss/wütete/wachte)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;bewachen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewahren&amp;#039;&amp;#039;: Häufige Doppelverbformel; für gewöhnlich entweder in Verbindung mit göttlichen Geboten oder dem Bund mit Gott, s. [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[Psalm 105#s45 |Ps 105,45]]; [[Psalm 119#s34 |119,34]], oder vom umsichtigen oder behüteten Leben, s. [[Psalm 12#s8 |Ps 12,8]]; [[Psalm 140#s5 |140,5]]; [[Sprichwörter 2#s11 |Spr 2,11]]; [[Sprichwörter 4#s6 |4,6]]. Edom bewahrt und behütet gerade nicht den Bund mit seinem Bruder, sondern seinen Zorn und seinen Grimm.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Im MT: &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039;, „(sein Zorn) zerfleischte“. LXX, VUL, Syr und wohl auch Aq, Sym und Theod setzen stattdessen &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; „er bewachte seinen Zorn“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I „bewachen, behüten“ (wie [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]) oder „in seinem Zorn war er nachtragend“ von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II „nachtragend sein“ (wie [[Nahum 1#s2 |Nah 1,2]]) voraus (zu Aq, Sym, Theod: Diese stützen wohl nicht MT, wie es meist heißt: ἤγρευσεν, „er fing/erjagte in seinem Zorn“. Dem liegt wahrscheinlich ebenfalls ein {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} zugrunde, das durch das üblichere {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} ersetzt wurde ({{hebr}}נטר{{hebr ende}} ist die seltenere aram. Variante des gebräuchlicheren {{hebr}}נצר{{hebr ende}}) und dann als {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} von {{hebr}}צוד{{hebr ende}} „jagen“ verlesen wurde. Gr. &amp;#039;&amp;#039;agreuo&amp;#039;&amp;#039; ist auch in [[Ijob 10#s16 |Ijob 10,16]] LXX und [[Sprichwörter 6#s26 |Spr 6,26]] LXX die Üs. von &amp;#039;&amp;#039;tsud&amp;#039;&amp;#039;). Tg hat „er tötete in seinem Zorn“. Das könnte sowohl eine freie Wiedergabe von MT als auch von {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} / {{hebr}}ויצר{{hebr ende}} oder {{hebr}}ויצד{{hebr ende}} sein; Tg ist also für die Textkritik nicht brauchbar. MT ist damit der einzige Textzeuge, der sicher &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; bezeugt; dagegen stehen zwei Zeugnisse unterschiedlichen Charakters für {{hebr}}ויטר{{hebr ende}} von insgesamt sechs Textzeugen. Viele Exegeten halten daher sinnvoller &amp;#039;&amp;#039;wajjitor&amp;#039;&amp;#039; für ursprünglich; andere verweisen dagegen auf [[Ijob 16#s9 |Ijob 16,9]] (ähnlich [[Ijob 18#s4 |Ijob 18,4]]), wo sicher „Zorn zerfleischt“. Die Üss. sind gespalten: &amp;#039;&amp;#039;wajjittor&amp;#039;&amp;#039; halten für ursprünglich EÜ, H-R, HER05, R-S, TEXT, ZÜR 31 („er hielt an seinem Groll fest“, „verharrte in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; I), auch LUT 1912-2017 („er wütete in seinem Zorn“, von &amp;#039;&amp;#039;ntr&amp;#039;&amp;#039; II); &amp;#039;&amp;#039;wajjitrop&amp;#039;&amp;#039; dagegen B-R, ELB, LUT 1545, SLT, TAF, TUR, van Ess, ZÜR 07 („sein Zorn zerfleischt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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