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	<title>Amos 2 - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Die Offene Bibel</subtitle>
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		<title>Sebastian Walter am 3. November 2021 um 09:42 Uhr</title>
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 24. September 2021 um 15:13 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-24T15:13:56Z</updated>

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Dass Sohn und Vater mit dem selben Mädchen Geschlechtsverkehr haben, ist verboten: Ist sie mit einem der beiden verheiratet (wonach es dann aber wahrscheinlich nicht als „das Mädchen“ bezeichnet würde), nach [[Leviticus 18#s8 |Lev 18,8.15]] und [[Leviticus 20#s11 |20,1f.]]; ist sie noch unverheiratet, galt, dass ein Vergewaltiger verpflichtet war, sie zu heiraten (s. [[Exodus 22#s15 |Ex 22,15f.]]; [[Deuteronomium 22#s28 |Dtn 22,28f.]]; m.Qid i 1.), wonach dann eine Vergewaltigung durch einen zweiten natürlich ebenfalls ausgeschlossen war. Selbst der Spezialfall, dass ein Mädchen Schuldsklavin und gleichzeitig entweder mit Vater oder Sohn verlobt ist, ist in [[Exodus 21#s7 |Ex 21,7f.]] geregelt. Welche Situation auch immer wir uns hier also vorzustellen haben; klar ist, dass hier ein Mädchen in seiner Schutzlosigkeit sexuell ausgebeutet wird, und diese Schutzlosigkeit wird unterstrichen durch die Verwendung des Wortes „Mädchen“. Welchen sozialen Status darüber hinaus dieses Mädchen exakt hat, lässt sich nur aus dem Begriff selbst nicht erschließen. In diesem Kontext liegt es allerdings nahe, an eine Schuldsklavin denken, da diese derlei offenbar häufiger erlitten, s. [[Nehemia 5#s5 |Neh 5,5]] und vgl. zu &#039;&#039;kabasch&#039;&#039; als „vergewaltigen“ [[Esther 7#s8 |Est 7,8]].&amp;lt;br /&amp;gt;Daneben sind auch viele andere Vorschläge zum Status des Mädchens gemacht worden, die aber jeweils keine Anhänger gefunden haben; Ausnahme: „Mädchen“  bezeichne hier eine Prostituierte (z.B. Gordis 1979&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;/&lt;/del&gt;80, S. 217; Soggin &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1987, S. 48&lt;/del&gt;; Garrett &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;2008, S. 61&lt;/del&gt;, viele andere). Doch diese Bed. hat &#039;&#039;na´arah&#039;&#039; sonst nirgends.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Ein Mann und sein Vater gehen zu dem[selben] Mädchen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gehen zu dem[selben] Mädchen&#039;&#039; - zur Vergewaltigung; „gehen zu“ ist ein Euphemismus für Geschlechtsverkehr (s. z.B. Schorch 2000, S. 116; daher GN: „Vater und Sohn missbrauchen dasselbe Mädchen“; HfA: „Vater und Sohn gehen mit ein und demselben Mädchen ins Bett“). Dass Sohn und Vater mit dem selben Mädchen Geschlechtsverkehr haben, ist verboten: Ist sie mit einem der beiden verheiratet (wonach es dann aber wahrscheinlich nicht als „das Mädchen“ bezeichnet würde), nach [[Leviticus 18#s8 |Lev 18,8.15]] und [[Leviticus 20#s11 |20,1f.]]; ist sie noch unverheiratet, galt, dass ein Vergewaltiger verpflichtet war, sie zu heiraten (s. [[Exodus 22#s15 |Ex 22,15f.]]; [[Deuteronomium 22#s28 |Dtn 22,28f.]]; m.Qid i 1.), wonach dann eine Vergewaltigung durch einen zweiten natürlich ebenfalls ausgeschlossen war. Selbst der Spezialfall, dass ein Mädchen Schuldsklavin und gleichzeitig entweder mit Vater oder Sohn verlobt ist, ist in [[Exodus 21#s7 |Ex 21,7f.]] geregelt. Welche Situation auch immer wir uns hier also vorzustellen haben; klar ist, dass hier ein Mädchen in seiner Schutzlosigkeit sexuell ausgebeutet wird, und diese Schutzlosigkeit wird unterstrichen durch die Verwendung des Wortes „Mädchen“. Welchen sozialen Status darüber hinaus dieses Mädchen exakt hat, lässt sich nur aus dem Begriff selbst nicht erschließen. In diesem Kontext liegt es allerdings nahe, an eine Schuldsklavin denken, da diese derlei offenbar häufiger erlitten, s. [[Nehemia 5#s5 |Neh 5,5]] und vgl. zu &#039;&#039;kabasch&#039;&#039; als „vergewaltigen“ [[Esther 7#s8 |Est 7,8]].&amp;lt;br /&amp;gt;Daneben sind auch viele andere Vorschläge zum Status des Mädchens gemacht worden, die aber jeweils keine Anhänger gefunden haben; Ausnahme: „Mädchen“  bezeichne hier eine Prostituierte (z.B. Gordis 1979&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;-&lt;/ins&gt;80, S. 217; Soggin; Garrett, viele andere). Doch diese Bed. hat &#039;&#039;na´arah&#039;&#039; sonst nirgends.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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[[Exodus 18#s12 |Ex 18,12]]; [[1 Samuel 9#s19 |1 Sam 9,19.22-24]]; vgl. v.a. auch [[Deuteronomium 27#s7 |Dtn 27,7]]; dann auch [[Deuteronomium 12#s27 |Dtn 12,27]]; [[Jeremia 7#s21 |Jer 7,21]]) und die tatsächlich auf dem Boden sitzend oder liegend auf dem Mantel oder auf einer Ledermatte genossen wurden (wie allgemein v.a. in dieser Position gegessen wurde; daher Schegg 1862, S. 228: „Sie liegen zu Tisch auf abgepfändeten Kleidern“). Die Rede von den „Mänteln“ hat viele dazu verleitet, an [[Exodus 22#s25 |Ex 22,25f.]]; [[Deuteronomium 24#s12 |Dtn 24,12f.]] zu denken, wonach ein gepfändeter Mantel binnen eines Tages zurückgegeben werden muss und nicht über Nacht einbehalten werden darf. Dass dies hier aber verbotenerweise getan wird, wird nirgends gesagt, und spätestens das Trinken von „Wein von eingetriebenen Geldern/Strafgeldern“, also Wein, den die reichen (und korrupten?) Israeliten sich von dem Geld ärmerer Mitbürger gekauft haben, ist sicher nicht &amp;#039;&amp;#039;verboten&amp;#039;&amp;#039; (was sonst soll man solchen Geldern machen, als sie auszugeben? Und entsprechend dann eben: Was sonst soll man mit gepfändeten Mänteln machen?). Angeklagt werden die Angeklagten hier also wahrscheinlich wieder nicht wegen einem Vergehen stricto sensu, sondern für mangelnde Integrität: Vorausgesetzt wäre dann wieder, dass die Angeklagten Mantel und Geld durch Gier (und Korruption?) erlangt haben, und verurteilenswert ist dann v.a., dass die Früchte mangelnden Integrität ganz ungeniert und direkt „vor den Augen Gottes“ genossen werden – und seien sie strenggenommen auch „rechtens“ erlangt worden.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind sie ausgebreitet (strecken sie aus?, strecken sie sich aus?)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;sie sind ausgebreitet (sie strecken aus?, sie strecken sich aus?)&amp;#039;&amp;#039; - die letzte schwierige Stelle in Vv. 7f. Gemeint ist vermutlich: „Neben Altären &amp;#039;&amp;#039;reihen&amp;#039;&amp;#039; sich die reichen Israeliten &amp;#039;&amp;#039;dicht an dicht&amp;#039;&amp;#039; auf gepfändeten Mänteln aneinander.“ S. näher im [https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Amos_2 Kommentar].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|8}} Auf gepfändeten Mänteln&amp;lt;ref&amp;gt;Wortspiel: die &amp;#039;&amp;#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;gadim&amp;#039;&amp;#039; („Mäntel“) sind gleichzeitig die „Trügereien“. Angespielt wird in V. 8 wahrscheinlich auf kultische Festgelage, die im alten Israel in der Tat in Kultstätten stattfanden (s.z.B. [[Exodus 18#s12 |Ex 18,12]]; [[1 Samuel 9#s19 |1 Sam 9,19.22-24]]; vgl. v.a. auch [[Deuteronomium 27#s7 |Dtn 27,7]]; dann auch [[Deuteronomium 12#s27 |Dtn 12,27]]; [[Jeremia 7#s21 |Jer 7,21]]) und die tatsächlich auf dem Boden sitzend oder liegend auf dem Mantel oder auf einer Ledermatte genossen wurden (wie allgemein v.a. in dieser Position gegessen wurde; daher Schegg 1862, S. 228: „Sie liegen zu Tisch auf abgepfändeten Kleidern“). Die Rede von den „Mänteln“ hat viele dazu verleitet, an [[Exodus 22#s25 |Ex 22,25f.]]; [[Deuteronomium 24#s12 |Dtn 24,12f.]] zu denken, wonach ein gepfändeter Mantel binnen eines Tages zurückgegeben werden muss und nicht über Nacht einbehalten werden darf. Dass dies hier aber verbotenerweise getan wird, wird nirgends gesagt, und spätestens das Trinken von „Wein von eingetriebenen Geldern/Strafgeldern“, also Wein, den die reichen (und korrupten?) 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 24. September 2021 um 09:01 Uhr</title>
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Saviour 2012, S. 21), einige beide mit „wegen, um ... willen“ (z.B. Reimer 1992, S. 32: „wegen Geldes ... wegen ein Paar Sandalen“). Vor einem Wort wie &#039;&#039;ksp&#039;&#039; „Geld, Silber“ hat &#039;&#039;b&#039;&#039; aber immer die Bed. „für (den Gegenwert von)“, &#039;&#039;ba´abur&#039;&#039; aber hat nie diese Bed., sondern stets „wegen, um ... willen“ (gut Fleischer 1989, S. 47). Gemeint ist in der zweiten Zeile also nicht „They&#039;d sell a poor man for a pair of shoes“ (The Message), sondern die beiden Zeilen meinen Unterschiedliches: Die (reichen) Israeliten verkaufen Arme erstens &#039;&#039;für Gewinn&#039;&#039; und zweitens &#039;&#039;wegen &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;eines Paares &lt;/del&gt;Sandalen&#039;&#039;. Letzteres meint dann sicher nicht indirekt doch wieder „selbst, wenn sie dafür nur so viel Geld bekommen, dass sie sich davon ein Paar Sandalen leisten können“ – am Ende also doch wieder „für den Gegenwert von einem Paar Sandalen“ – und ebensowenig wird hier wie in [[Rut 4#s7 |Rut 4,7]] auf den Schuh als Symbol für einen Rechtsakt angespielt (wie z.B. Speiser 1940, Lang 1981 und Reimer 1992, S. 34f. glauben), sondern: Verkauft werden Israeliten zum einen als Kriegsgefangene (s. [[Amos 1#s6 |Am 1,6.9]]), zum Zweiten kann man schlicht illegal verkauft werden, wie etwa Josephs Brüder diesen an eine Händler-Karawane verkauften ([[Genesis 37#s21 |Gen 37,21-28]]), und zum Dritten kann man bei Verschuldung sich selbst oder Familienangehörige „verkaufen“ und den geschuldeten Betrag dann als Lohnknecht abarbeiten (lassen) (s. z.B. [[Deuteronomium 15#s12 |Dtn 15,12]]; [[Exodus 21#s7 |Ex 21,7]]; [[Nehemia 5#s2 |Neh 5,2.5]]; ähnlich [[2 Könige 4#s1 |2 Kön 4,1]]). Wird jemand „wegen eines Paars Sandalen“ verkauft, heißt das angesichts dieser Optionen also wahrscheinlich: Weil jemand ein Paar Sandalen – etwas sprichwörtlich Geringfügiges also – nicht zahlen kann, zwingen reiche Israeliten ihre Schuldner zunächst in die Lohnknechtschaft und handeln dann mit diesen Lohnknechten wie mit bloßen Waren, indem sie sie weiterverkaufen (dieser Vers; vgl. [[Exodus 21#s7 |Ex 21,7f.]], wo eine Schuldsklavin weiterverkauft werden soll) oder aus Gewinnstreben aufkaufen ([[Amos 8#s6 |Am 8,6]]). Gut GN: „Ihr verkauft ehrliche Leute als Sklaven, nur weil sie ihre Schulden nicht bezahlen können, / ja ihr verkauft einen Armen schon, wenn er euch eine Kleinigkeit wie ein paar Sandalen schuldet“; HfA: „Ehrbare Menschen, die ihnen Geld schulden, verkaufen sie in die Sklaverei, / ja, sie verkaufen einen Armen schon, wenn er ein Paar Schuhe nicht bezahlen kann!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Und den Armen wegen &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;einem Paar &lt;/ins&gt;(für ein Paar?) 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Gemeint ist in der zweiten Zeile also nicht „They&#039;d sell a poor man for a pair of shoes“ (The Message), sondern die beiden Zeilen meinen Unterschiedliches: Die (reichen) Israeliten verkaufen Arme erstens &#039;&#039;für Gewinn&#039;&#039; und zweitens &#039;&#039;wegen &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;einem Paar &lt;/ins&gt;Sandalen&#039;&#039;. Letzteres meint dann sicher nicht indirekt doch wieder „selbst, wenn sie dafür nur so viel Geld bekommen, dass sie sich davon ein Paar Sandalen leisten können“ – am Ende also doch wieder „für den Gegenwert von einem Paar Sandalen“ – und ebensowenig wird hier wie in [[Rut 4#s7 |Rut 4,7]] auf den Schuh als Symbol für einen Rechtsakt angespielt (wie z.B. Speiser 1940, Lang 1981 und Reimer 1992, S. 34f. glauben), sondern: Verkauft werden Israeliten zum einen als Kriegsgefangene (s. [[Amos 1#s6 |Am 1,6.9]]), zum Zweiten kann man schlicht illegal verkauft werden, wie etwa Josephs Brüder diesen an eine Händler-Karawane verkauften ([[Genesis 37#s21 |Gen 37,21-28]]), und zum Dritten kann man bei Verschuldung sich selbst oder Familienangehörige „verkaufen“ und den geschuldeten Betrag dann als Lohnknecht abarbeiten (lassen) (s. z.B. [[Deuteronomium 15#s12 |Dtn 15,12]]; [[Exodus 21#s7 |Ex 21,7]]; [[Nehemia 5#s2 |Neh 5,2.5]]; ähnlich [[2 Könige 4#s1 |2 Kön 4,1]]). Wird jemand „wegen eines Paars Sandalen“ verkauft, heißt das angesichts dieser Optionen also wahrscheinlich: Weil jemand ein Paar Sandalen – etwas sprichwörtlich Geringfügiges also – nicht zahlen kann, zwingen reiche Israeliten ihre Schuldner zunächst in die Lohnknechtschaft und handeln dann mit diesen Lohnknechten wie mit bloßen Waren, indem sie sie weiterverkaufen (dieser Vers; vgl. [[Exodus 21#s7 |Ex 21,7f.]], wo eine Schuldsklavin weiterverkauft werden soll) oder aus Gewinnstreben aufkaufen ([[Amos 8#s6 |Am 8,6]]). Gut GN: „Ihr verkauft ehrliche Leute als Sklaven, nur weil sie ihre Schulden nicht bezahlen können, / ja ihr verkauft einen Armen schon, wenn er euch eine Kleinigkeit wie ein paar Sandalen schuldet“; HfA: „Ehrbare Menschen, die ihnen Geld schulden, verkaufen sie in die Sklaverei, / ja, sie verkaufen einen Armen schon, wenn er ein Paar Schuhe nicht bezahlen kann!“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 6. September 2021 um 08:59 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-06T08:59:50Z</updated>

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Üblicherweise jedoch hat ein Zahlenspruch die Form: X / X+1 – Ausführung von X+1; z.B. eben in Ijob 33,14-28: „In einer Weise redet Gott / und in zweien, ohne dass man es merkt...“, worauf in Vv. 15-28 diese &amp;#039;&amp;#039;zwei&amp;#039;&amp;#039; Weisen des Redens Gottes ausgeführt werden. In Am 1-2 aber werden &amp;#039;&amp;#039;vier&amp;#039;&amp;#039; Vergehen allenfalls in der Edom-Strophe aufgezählt, in den anderen stehen entweder mehr oder weniger; i.d.R. nur eines.&amp;lt;br /&amp;gt;Verschiedenste Vorschläge sind gemacht worden, um dies zu erklären; überzeugend ist keiner davon. Z.B.: Die jeweilige Strophe &amp;#039;&amp;#039;impliziere&amp;#039;&amp;#039; zwar vier Vergehen, ausgeführt werde aber jeweils nur das letzte und schlimmste dieser vier (z.B. Wolff 1969), oder: der Zahlenspruch sei hier nicht wirklich ein Zahlenspruch, sondern spreche von einer unbestimmten Anzahl ausreichend vieler Vergehen (ähnlich dem Dt. „so drei, vier Vergehen“; vgl. [[Amos 4#s8 |Am 4,8]]), um dann aber dennoch nur eines auszuführen (z.B. van Hoonacker 1908, daher z.B. Dahl 1795: „Weil vielfach sündigte X“), oder: 3 und 4 sei zueinanderzuaddieren, 7 stehe dann als symbolische Zahl dafür, dass das Maß nun voll ist (z.B. Garrett 2008), oder: 3+4 ergebe 7, gemeint seien damit sowohl die sieben Einzelsünden der Nationen vor der Israelstrophe und die sieben Sünden Israels in der Israel-Strophe (z.B. Weiss 1967b) usw. Der Sinn der Amos&amp;#039;schen Zahlensprüche muss aktuell als unerklärt gelten.&amp;lt;/ref&amp;gt; werde ich es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen),&amp;lt;ref name=&amp;quot;zurücknehmen&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;ich werde es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen)&amp;#039;&amp;#039; - ebenfalls unerklärt ist der zweite Teil der Einleitungsformel der Amos&amp;#039;schen Völkersprüche. Unklar ist nämlich, worauf das pronominale Suffix „ihn/es“ sich bezieht und wie demzufolge das Verb zu deuten ist. Vorschläge: (1) Am häufigsten und noch am besten vertretbar: Das Suffix bezieht sich allgemein auf das im Folgenden ausgeführte Urteil Gottes, das „nicht zurückgenommen“ wird (vgl. zur Formulierung [[Numeri 23#s20 |Num 23,20]]; [[Esther 8#s5 |Est 8,5.8]]; [[Jesaja 43#s13 |Jes 43,13]], vgl. HER05: „ich widerrufe es nicht“), (2) ähnlich, ebenfalls häufig: es bezieht sich auf die Strafe Gottes, die „nicht abgewendet“ wird (van Ess: „ich halte die Strafe nicht zurück“), (3) auf „die (machtvolle) Stimme“ Gottes aus V. 2, die die Bestrafung der Nationen in Gang setzt und deren Sprechen „nicht rückgängig gemacht“ wird (z.B. Hayes 1988, Andersen/Freedman 1989), (4) auf den &amp;#039;&amp;#039;Zorn&amp;#039;&amp;#039; Gottes, der „nicht zurückgehalten“ wird (z.B. Harper 1905, Knieriem 1977), (5) auf die jeweilige Nation, die JHWH nicht „in seine Vasallenschaft zurückkehren“ lässt (z.B. Barré 1986, Stuart 1987),  (6) auf das Vergehen, das Gott „nicht beilegen“ und also übergehen wird (Gordis 1979/1980, S. 202; vgl. NL: „ich werde nicht länger darüber hinwegsehen“, PAT: „ich verzeihe es nicht“) u.s.w.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Und wegen vier&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zahlenspruch&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;wegen drei Vergehen ... und wegen vier&amp;#039;&amp;#039; - Die Bed. dieser Einleitungsformel ist leider ganz unklar. Sie erinnert sehr an die „Zahlensprüche“, wie sie z.B. in weisheitlicher Literatur wie [[Sprichwörter 6#s16 |Spr 6,16]]; [[Sprichwörter 30#s15 |30,15ff.]] und [[Jesus Sirach 25#s9 |Sir 25,9]]; [[Jesus Sirach 26#s5 |26,5]]; [[Jesus Sirach 50#s27 |50,27f.]], aber auch andernorts in der Bibel begegnen. Formal am nächsten steht dieser Formel [[Ijob 33#s14 |Ijob 33,14]] (Verbalsatz + paralleler Satz mit verbaler Ellipse und Ballastvariante). Üblicherweise jedoch hat ein Zahlenspruch die Form: X / X+1 – Ausführung von X+1; z.B. eben in Ijob 33,14-28: „In einer Weise redet Gott / und in zweien, ohne dass man es merkt...“, worauf in Vv. 15-28 diese &amp;#039;&amp;#039;zwei&amp;#039;&amp;#039; Weisen des Redens Gottes ausgeführt werden. In Am 1-2 aber werden &amp;#039;&amp;#039;vier&amp;#039;&amp;#039; Vergehen allenfalls in der Edom-Strophe aufgezählt, in den anderen stehen entweder mehr oder weniger; i.d.R. nur eines.&amp;lt;br /&amp;gt;Verschiedenste Vorschläge sind gemacht worden, um dies zu erklären; überzeugend ist keiner davon. Z.B.: Die jeweilige Strophe &amp;#039;&amp;#039;impliziere&amp;#039;&amp;#039; zwar vier Vergehen, ausgeführt werde aber jeweils nur das letzte und schlimmste dieser vier (z.B. Wolff 1969), oder: der Zahlenspruch sei hier nicht wirklich ein Zahlenspruch, sondern spreche von einer unbestimmten Anzahl ausreichend vieler Vergehen (ähnlich dem Dt. „so drei, vier Vergehen“; vgl. [[Amos 4#s8 |Am 4,8]]), um dann aber dennoch nur eines auszuführen (z.B. van Hoonacker 1908, daher z.B. Dahl 1795: „Weil vielfach sündigte X“), oder: 3 und 4 sei zueinanderzuaddieren, 7 stehe dann als symbolische Zahl dafür, dass das Maß nun voll ist (z.B. Garrett 2008), oder: 3+4 ergebe 7, gemeint seien damit sowohl die sieben Einzelsünden der Nationen vor der Israelstrophe und die sieben Sünden Israels in der Israel-Strophe (z.B. Weiss 1967b) usw. Der Sinn der Amos&amp;#039;schen Zahlensprüche muss aktuell als unerklärt gelten.&amp;lt;/ref&amp;gt; werde ich es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen),&amp;lt;ref name=&amp;quot;zurücknehmen&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;ich werde es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen)&amp;#039;&amp;#039; - ebenfalls unerklärt ist der zweite Teil der Einleitungsformel der Amos&amp;#039;schen Völkersprüche. Unklar ist nämlich, worauf das pronominale Suffix „ihn/es“ sich bezieht und wie demzufolge das Verb zu deuten ist. Vorschläge: (1) Am häufigsten und noch am besten vertretbar: Das Suffix bezieht sich allgemein auf das im Folgenden ausgeführte Urteil Gottes, das „nicht zurückgenommen“ wird (vgl. zur Formulierung [[Numeri 23#s20 |Num 23,20]]; [[Esther 8#s5 |Est 8,5.8]]; [[Jesaja 43#s13 |Jes 43,13]], vgl. HER05: „ich widerrufe es nicht“), (2) ähnlich, ebenfalls häufig: es bezieht sich auf die Strafe Gottes, die „nicht abgewendet“ wird (van Ess: „ich halte die Strafe nicht zurück“), (3) auf „die (machtvolle) Stimme“ Gottes aus V. 2, die die Bestrafung der Nationen in Gang setzt und deren Sprechen „nicht rückgängig gemacht“ wird (z.B. Hayes 1988, Andersen/Freedman 1989), (4) auf den &amp;#039;&amp;#039;Zorn&amp;#039;&amp;#039; Gottes, der „nicht zurückgehalten“ wird (z.B. Harper 1905, Knieriem 1977), (5) auf die jeweilige Nation, die JHWH nicht „in seine Vasallenschaft zurückkehren“ lässt (z.B. Barré 1986, Stuart 1987),  (6) auf das Vergehen, das Gott „nicht beilegen“ und also übergehen wird (Gordis 1979/1980, S. 202; vgl. NL: „ich werde nicht länger darüber hinwegsehen“, PAT: „ich verzeihe es nicht“) u.s.w.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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	<entry>
		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Amos_2&amp;diff=31919&amp;oldid=prev</id>
		<title>Sebastian Walter am 3. September 2021 um 14:48 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-03T14:48:27Z</updated>

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Angeprangert würde hier also &#039;&#039;&#039;Leichenschändung&#039;&#039;&#039;. Olyan 2015, S. 138 vergleicht dies sinnvoll mit der rechts abgebildeten assyrischen Praxis, unterlegene Gegner dazu zu zwingen, die Knochen ihrer Vorfahren zu mahlen. Diese Interpretation hat die meisten Anhänger, vgl. z.B. ausführlich Bar 2012. Sekundäre Kremation an sich allerdings war mitnichten eine Untat; in [[1 Samuel 31#s11 |1 Sam 31,11-13]] z.B. wird das Selbe mit den Gebeinen Sauls und seines Sohns getan und ist dort die Vorbereitung für ein ordentliches Begräbnis. Ohnehin war Kremation im Alten Orient üblicher, als man nach dem Zeugnis der Bibel glauben würde; zu einem Überblick über archäologische Funde feuerbestatteter Leichname s. z.B. Bloch-Smith 1992, S. 52-55. Geht man davon aus, dass die Gebeine des edomitischen Königs &#039;&#039;aus seinem Grab genommen&#039;&#039; worden wären, um dann verbrannt zu werden, wäre die eigentliche Untat nicht die Kremation, sondern die Grabschändung und v.a. die Totenschändung durch diese Grabschändung, da Nicht-Bestattung klar etwas Schlimmes war (s. v.a. [[Jeremia 8#s1 |Jer 8,1f.]]; [[Baruch 2#s24 |Bar 2,24f.]]). Gerade von dieser ist hier aber nicht die Rede, sondern nur vom Verbrennen.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Näher liegt daher die Annahme, dass &#039;&#039;´atsmot&#039;&#039; hier wie häufiger nicht für „Knochen“ steht, sondern pars pro toto für den (lebendigen) Leib des Königs und damit für den König selbst (s. bes. [[Klagelieder 4#s7 |Klg 4,7]]; z.B. auch [[Ijob 7#s15 |Ijob 7,15]]; [[Sprichwörter 3#s8 |Spr 3,8]]; [[Sprichwörter 14#s30 |14,30]]; [[Sprichwörter 15#s30 |15,30]]; [[Sprichwörter 16#s24 |16,24]]; [[Psalm 6#s3 |Ps 6,3]]; [[Psalm 35#s9 |35,9f.]] und vgl. z.B. Dalglish 1962, S. 142f.; Gordis 1978, s. 81), der hier also &#039;&#039;&#039;lebendig verbrannt&#039;&#039;&#039; worden wäre. Verbrennen bei lebendigem Leib ist in der Bibel noch häufiger eine Strafe für Übeltäter und damit klar ein schändlicher Tod; s. [[Genesis 38#s24 |Gen 38,24]]; [[Leviticus 20#s14 |Lev 20,14]]; [[Leviticus 21#s9 |21,9]]. Offenbar hat Moab dieses Kriegsverbrechen am König von Edom begangen, obwohl dies sonst nirgends überliefert ist.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Eine dritte Möglichkeit: Lebendig verbrannt wurden außerdem &#039;&#039;&#039;Menschenopfer&#039;&#039;&#039;, und zwar sowohl in Israel ([[Genesis 22#s2 |Gen 22,2]]; [[Richter 11#s30 |Ri 11,30-39]]; [[Ezechiel 16#s20 |Ez 16,20]]; [[Ezechiel 23#s37 |23,27]]; [[Micha 6#s7 |Mi 6,7]]) als auch bei anderen Völkern  ([[Deuteronomium 12#s30 |Dtn 12,30f.]]; [[Psalm 106#s35 |Ps 106,35-37]]) wie z.B. den Moabitern ([[2 Könige 3#s27 |2 Kön 3,27]]). Die mittelalterlichen jüd. Exegeten David Kimchi und Abravanel beziehen den Vers auf diese letztzitierte Stelle, die sie so deuten, dass Mescha nicht &#039;&#039;seinen&#039;&#039; Sohn, sondern den des Königs von Edom verbrannt habe – was syntaktisch durchaus möglich wäre. Ist diese Deutung von 2 Kön 3,27 richtig (was aber nur wenige neuere Exegeten denken), wäre in der Tat am ehesten an diese Stelle zu denken.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Schließlich eine vierte, ziemlich fernliegende Möglichkeit: Etwas schwierig ist außerdem die Rede vom „Kalk“. Knochen nämlich zerfallen allein durch Verbrennen noch nicht zu Knochenasche, was hier vielleicht metaphorisch als „Kalk“ bezeichnet werden könnte. Selbst in modernen Krematorien bleiben nach dem Verbrennen bei bis zu 1200 °C noch größere Knochenreste übrig, die danach erst noch in einer Knochenmühle zermahlen werden müssen. Auch Knochenasche aus Tierknochen wird auf diese Weise gewonnen. Noch mehr gilt dies natürlich beim Verbrennen eines Körpers auf dem offenen Feuer eines Altars oder eines Scheiterhaufens. Die Interpretation von Tg (ähnlich bei Raschi) – „er verbrannte die Knochen des Königs von Edom und benutzte (sie=) die Überreste als (Kalk=) Putz für sein Haus“ –, der sich auch einige neuere Exegeten angeschlossen haben (z.B. Wolff 1969; Garrett 2008), ist daher nicht ganz einfach. Aus diesem Grund und wegen der zuletzt zitierten Stelle 2 Kön 3,27 haben einige Exegeten angenommen, die Konsonanten &#039;&#039;lßyd&#039;&#039; seien hier nicht wie in MT und den alten Üss. als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; „zu Kalk“ zu vokalisieren, sondern als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sched&#039;&#039; „für einen Dämon“ – gemeint wäre dann der moabitische Gott Kemosch. Üblicherweise wird dies kombiniert mit einer zweiten Um-vokalisierung, nämlich wird &#039;&#039;mlk `dm&#039;&#039; nicht vokalisiert als &#039;&#039;melek-`edom&#039;&#039; „König von Edom“, sondern als &#039;&#039;molk-`adam&#039;&#039; „Menschenopfer“, wobei vorausgesetzt wird, &#039;&#039;molk&#039;&#039; sei entsprechend einem Vorschlag von Eißfeldt (1935, S. 51-55) ein Ausdruck für „Opfer“ – insgesamt also: „weil sie verbrannten Knochen &amp;lt;s&amp;gt;des Königs von Edom&amp;lt;/s&amp;gt; [als Menschenopfer] &amp;lt;s&amp;gt;zu Kalk&amp;lt;/s&amp;gt; [für einen Dämon]“ (so z.B. Tur-Sinai 1948, S. 64; Albright 1990, S. 240; Christensen 1974, S. 432; erwogen auch von Gradwohl 1963, S. 87). Dass &#039;&#039;molk&#039;&#039; tatsächlich auch im Hebräischen ein Ausdruck für „Opfer“ ist, liegt aber ziemlich fern; vgl. gut Seidl 2007, S. 442f. Möglich wäre daher allenfalls die Umpunktierung nur von &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; zu &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sched&#039;&#039;, „weil sie verbrannten die Knochen des Königs von Edom für einen Dämonen“. Doch diese Umpunktierung lässt sich durch keine der alten Üss. stützen; &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; dagegen findet eine leichte Stütze in [[Jesaja 33#s12 |Jes 33,12]] (obwohl das Wort für „Kalk“ offenbar LXX und Tg nicht (so) vorlag, 1QJes&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;, VUL und Syr aber schon): „Die Völker werden zu Kalk-Bränden werden“, also wieder: „zu Kalk verbrennen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&#039;&#039;sie verbrannten (die Knochen des Königs=) den König von Edom zu Kalk (Knochen als Menschenopfer für einen Dämonen?)&#039;&#039; - umstrittene Stelle. Der historische Hintergrund dieser Untat ist nicht überliefert. 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Ohnehin war Kremation im Alten Orient üblicher, als man nach dem Zeugnis der Bibel glauben würde; zu einem Überblick über archäologische Funde feuerbestatteter Leichname s. z.B. Bloch-Smith 1992, S. 52-55. Geht man davon aus, dass die Gebeine des edomitischen Königs &#039;&#039;aus seinem Grab genommen&#039;&#039; worden wären, um dann verbrannt zu werden, wäre die eigentliche Untat nicht die Kremation, sondern die Grabschändung und v.a. die Totenschändung durch diese Grabschändung, da Nicht-Bestattung klar etwas Schlimmes war (s. v.a. [[Jeremia 8#s1 |Jer 8,1f.]]; [[Baruch 2#s24 |Bar 2,24f.]]). Gerade von dieser ist hier aber nicht die Rede, sondern nur vom Verbrennen.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Näher liegt daher die Annahme, dass &#039;&#039;´atsmot&#039;&#039; hier wie häufiger nicht für „Knochen“ steht, sondern pars pro toto für den (lebendigen) Leib des Königs und damit für den König selbst (s. bes. [[Klagelieder 4#s7 |Klg 4,7]]; z.B. auch [[Ijob 7#s15 |Ijob 7,15]]; [[Sprichwörter 3#s8 |Spr 3,8]]; [[Sprichwörter 14#s30 |14,30]]; [[Sprichwörter 15#s30 |15,30]]; [[Sprichwörter 16#s24 |16,24]]; [[Psalm 6#s3 |Ps 6,3]]; [[Psalm 35#s9 |35,9f.]] und vgl. z.B. Dalglish 1962, S. 142f.; Gordis 1978, s. 81), der hier also &#039;&#039;&#039;lebendig verbrannt&#039;&#039;&#039; worden wäre. Verbrennen bei lebendigem Leib ist in der Bibel noch häufiger eine Strafe für Übeltäter und damit klar ein schändlicher Tod; s. [[Genesis 38#s24 |Gen 38,24]]; [[Leviticus 20#s14 |Lev 20,14]]; [[Leviticus 21#s9 |21,9]]. Offenbar hat Moab dieses Kriegsverbrechen am König von Edom begangen, obwohl dies sonst nirgends überliefert ist.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Eine dritte Möglichkeit: Lebendig verbrannt wurden außerdem &#039;&#039;&#039;Menschenopfer&#039;&#039;&#039;, und zwar sowohl in Israel ([[Genesis 22#s2 |Gen 22,2]]; [[Richter 11#s30 |Ri 11,30-39]]; [[Ezechiel 16#s20 |Ez 16,20]]; [[Ezechiel 23#s37 |23,27]]; [[Micha 6#s7 |Mi 6,7]]) als auch bei anderen Völkern  ([[Deuteronomium 12#s30 |Dtn 12,30f.]]; [[Psalm 106#s35 |Ps 106,35-37]]) wie z.B. den Moabitern ([[2 Könige 3#s27 |2 Kön 3,27]]). Die mittelalterlichen jüd. Exegeten David Kimchi und Abravanel beziehen den Vers auf diese letztzitierte Stelle, die sie so deuten, dass Mescha nicht &#039;&#039;seinen&#039;&#039; Sohn, sondern den des Königs von Edom verbrannt habe – was syntaktisch durchaus möglich wäre. Ist diese Deutung von 2 Kön 3,27 richtig (was aber nur wenige neuere Exegeten denken), wäre in der Tat am ehesten an diese Stelle zu denken.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Schließlich eine vierte, ziemlich fernliegende Möglichkeit: Etwas schwierig ist außerdem die Rede vom „Kalk“. Knochen nämlich zerfallen allein durch Verbrennen noch nicht zu Knochenasche, was hier vielleicht metaphorisch als „Kalk“ bezeichnet werden könnte. Selbst in modernen Krematorien bleiben nach dem Verbrennen bei bis zu 1200 °C noch größere Knochenreste übrig, die danach erst noch in einer Knochenmühle zermahlen werden müssen. Auch Knochenasche aus Tierknochen wird auf diese Weise gewonnen. Noch mehr gilt dies natürlich beim Verbrennen eines Körpers auf dem offenen Feuer eines Altars oder eines Scheiterhaufens. Die Interpretation von Tg (ähnlich bei Raschi) – „er verbrannte die Knochen des Königs von Edom und benutzte (sie=) die Überreste als (Kalk=) Putz für sein Haus“ –, der sich auch einige neuere Exegeten angeschlossen haben (z.B. Wolff 1969; Garrett 2008), ist daher nicht ganz einfach. Aus diesem Grund und wegen der zuletzt zitierten Stelle 2 Kön 3,27 haben einige Exegeten angenommen, die Konsonanten &#039;&#039;lßyd&#039;&#039; seien hier nicht wie in MT und den alten Üss. als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; „zu Kalk“ zu vokalisieren, sondern als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sched&#039;&#039; „für einen Dämon“ – gemeint wäre dann der moabitische Gott Kemosch. Üblicherweise wird dies kombiniert mit einer zweiten Um-vokalisierung, nämlich wird &#039;&#039;mlk `dm&#039;&#039; nicht vokalisiert als &#039;&#039;melek-`edom&#039;&#039; „König von Edom“, sondern als &#039;&#039;molk-`adam&#039;&#039; „Menschenopfer“, wobei vorausgesetzt wird, &#039;&#039;molk&#039;&#039; sei entsprechend einem Vorschlag von Eißfeldt (1935, S. 51-55) ein Ausdruck für „Opfer“ – insgesamt also: „weil sie verbrannten Knochen &amp;lt;s&amp;gt;des Königs von Edom&amp;lt;/s&amp;gt; [als Menschenopfer] &amp;lt;s&amp;gt;zu Kalk&amp;lt;/s&amp;gt; [für einen Dämon]“ (so z.B. Tur-Sinai 1948, S. 64; Albright 1990, S. 240; Christensen 1974, S. 432; erwogen auch von Gradwohl 1963, S. 87). Dass &#039;&#039;molk&#039;&#039; tatsächlich auch im Hebräischen ein Ausdruck für „Opfer“ ist, liegt aber ziemlich fern; vgl. gut Seidl 2007, S. 442f. Möglich wäre daher allenfalls die Umpunktierung nur von &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; zu &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sched&#039;&#039;, „weil sie verbrannten die Knochen des Königs von Edom für einen Dämonen“. Doch diese Umpunktierung lässt sich durch keine der alten Üss. stützen; &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; dagegen findet eine leichte Stütze in [[Jesaja 33#s12 |Jes 33,12]] (obwohl das Wort für „Kalk“ offenbar LXX und Tg nicht (so) vorlag, 1QJes&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;, VUL und Syr aber schon): „Die Völker werden zu Kalk-Bränden werden“, also wieder: „zu Kalk verbrennen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 1. August 2021 um 06:15 Uhr</title>
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		<updated>2021-08-01T06:15:58Z</updated>

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Im Abschnitt über die Philister und die Phönizier wird ja nicht einmal das Opfer identifiziert. Ebenso wenig wird im Edom-Abschnitt gesagt, wer eigentlich der „Verbündete“ und „Bundesgenosse“ ist, den Edom hintergangen hat. Auch in Am 1,3.13 wird Gilead als das Opfer erst ganz am Ende der Untat genannt, was in 1,3 sogar eine ziemlich holprige Syntax ergibt (für gewöhnlich folgen im Hebräischen längere Satzglieder auf die kürzeren): „weil sie gedroschen haben mit einem Dreschschlitten aus Eisen Gilead“ und „weil sie aufgeschlitzt haben die Schwangeren Gileads“ (gut Wazana 2013, S. 487). Der Fokus liegt also jeweils auf der Untat, die direkt nach der Einleitungsformel „wegen drei Vergehen von X und vier werde ich es nicht zurücknehmen, weil...“ stets auf gleiche Weise mit einer Infinitiv-Konstruktion genannt wird: „Weil sie gedroschen haben“ (eigentlich: „Wegen dem gedroschen-Haben von ihnen“), „weil sie exiliert haben“, „weil sie ausgeliefert haben“, „weil sie verfolgt haben“, „weil sie aufgeschlitzt haben“. Und nun also: „weil sie verbrannt haben die Gebeine des Königs von Edom zu Kalk“. Der konkrete historische Hintergrund der Untat ist wieder unbekannt, wenn nicht vom selben die Rede ist wie in [[2 Könige 3#s27 |2 Kön 3,27]] (s. FN zu V. 1). Auch solche Grausamkeiten gegen Herrscher gegnerischer Nationen aber waren durchaus üblich in der altorientalischen Kriegsführung; zu vergleichbaren Taten allein in der Bibel s. z.B. [[Richter 4#s17 |Ri 4,17-21]]; [[1 Samuel 31#s4 |1 Sam 31,4.9]] (=[[1 Chroniken 10#s8 |1 Chr 10,8-10]]); [[2 Könige 9#s31 |2 Kön 9,31-33]] u.ö. Und auch hier wieder wird diese Untat dennoch von Gott als Untat verurteilt und mit einer Spiegelstrafe bestraft: Wie die Moabiter (wahrscheinlich) den König von Edom töteten, so wird nun JHWH den König der Moabiter umbringen (V. 3). Gemeint ist wahrscheinlich wieder die Unterwerfung der Moabiter durch die Assyrer um 733 v. Chr., obwohl von der Ermordung ihres Königs nichts überliefert ist. Überraschend ist der Abschnitt aber v.a. deshalb, weil sich JHWH hier in internationale Politik einmischt, die &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; „sein Volk“ Israel betrifft – „Moab ist zum Gerichte reif, weil es in Edom, dem Israel ebenso feind ist wie Moab, rechtswidrig waltete. Es ist die erste Spur von &amp;#039;&amp;#039;Völkerrecht&amp;#039;&amp;#039; in der Geschichte.“ (Kittel 1921, S. 112). Es ist dieser Abschnitt, der endgültig klar macht: Zu verurteilen sind die Untaten in Am 1,3-2,3 nicht, weil Israeliten ihre Opfer sind, nicht, weil Zivilisten ihre Opfer sind und nicht, weil übermäßig viele Menschen ihre Opfer sind – sondern &amp;#039;&amp;#039;jedes Kriegsopfer&amp;#039;&amp;#039; ist ein Opfer zu viel und wird von JHWH mit gleicher Münze vergolten werden.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Am 2,1-3&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; schließlich folgt der letzte und eigentlich der überraschendste Abschnitt der Fremdvölkersprüche. 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Auch in Am 1,3.13 wird Gilead als das Opfer erst ganz am Ende der Untat genannt, was in 1,3 sogar eine ziemlich holprige Syntax ergibt (für gewöhnlich folgen im Hebräischen längere Satzglieder auf die kürzeren): „weil sie gedroschen haben mit einem Dreschschlitten aus Eisen Gilead“ und „weil sie aufgeschlitzt haben die Schwangeren Gileads“ (gut Wazana 2013, S. 487). Der Fokus liegt also jeweils auf der Untat, die direkt nach der Einleitungsformel „wegen drei Vergehen von X und vier werde ich es nicht zurücknehmen, weil...“ stets auf gleiche Weise mit einer Infinitiv-Konstruktion genannt wird: „Weil sie gedroschen haben“ (eigentlich: „Wegen dem gedroschen-Haben von ihnen“), „weil sie exiliert haben“, „weil sie ausgeliefert haben“, „weil sie verfolgt haben“, „weil sie aufgeschlitzt haben“. Und nun also: „weil sie verbrannt haben die Gebeine des Königs von Edom zu Kalk“. Der konkrete historische Hintergrund der Untat ist wieder unbekannt, wenn nicht vom selben die Rede ist wie in [[2 Könige 3#s27 |2 Kön 3,27]] (s. FN zu V. 1). Auch solche Grausamkeiten gegen Herrscher gegnerischer Nationen aber waren durchaus üblich in der altorientalischen Kriegsführung; zu vergleichbaren Taten allein in der Bibel s. z.B. [[Richter 4#s17 |Ri 4,17-21]]; [[1 Samuel 31#s4 |1 Sam 31,4.9]] (=[[1 Chroniken 10#s8 |1 Chr 10,8-10]]); [[2 Könige 9#s31 |2 Kön 9,31-33]] u.ö. Und auch hier wieder wird diese Untat dennoch von Gott als Untat verurteilt und mit einer Spiegelstrafe bestraft: Wie die Moabiter (wahrscheinlich) den König von Edom töteten, so wird nun JHWH den König der Moabiter umbringen (V. 3). Gemeint ist wahrscheinlich wieder die Unterwerfung der Moabiter durch die Assyrer um 733 v. Chr., obwohl von der Ermordung ihres Königs nichts überliefert ist. Überraschend ist der Abschnitt aber v.a. deshalb, weil sich JHWH hier in internationale Politik einmischt, die &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; „sein Volk“ Israel betrifft – „Moab ist zum Gerichte reif, weil es in Edom, dem Israel ebenso feind ist wie Moab, rechtswidrig waltete. Es ist die erste Spur von &amp;#039;&amp;#039;Völkerrecht&amp;#039;&amp;#039; in der Geschichte.“ (Kittel 1921, S. 112). Es ist dieser Abschnitt, der endgültig klar macht: Zu verurteilen sind die Untaten in Am 1,3-2,3 nicht, weil Israeliten ihre Opfer sind, nicht, weil Zivilisten ihre Opfer sind und nicht, weil übermäßig viele Menschen ihre Opfer sind – sondern &amp;#039;&amp;#039;jedes Kriegsopfer&amp;#039;&amp;#039; ist ein Opfer zu viel und wird von JHWH mit gleicher Münze vergolten werden.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 17. Februar 2021 um 07:36 Uhr</title>
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 17. Februar 2021 um 07:28 Uhr</title>
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Olyan 2015, S. 138 vergleicht dies sinnvoll mit der rechts abgebildeten assyrischen Praxis, unterlegene Gegner dazu zu zwingen, die Knochen ihrer Vorfahren zu mahlen. Diese Interpretation hat die meisten Anhänger, vgl. z.B. ausführlich Bar 2012. Sekundäre Kremation an sich allerdings war mitnichten eine Untat; in [[1 Samuel 31#s11 |1 Sam 31,11-13]] z.B. wird das Selbe mit den Gebeinen Sauls und seines Sohns getan und ist dort die Vorbereitung für ein ordentliches Begräbnis. Ohnehin war Kremation im Alten Orient üblicher, als man nach dem Zeugnis der Bibel glauben würde; zu einem Überblick über archäologische Funde feuerbestatteter Leichname s. z.B. Bloch-Smith 1992, S. 52-55. Geht man davon aus, dass die Gebeine des edomitischen Königs &#039;&#039;aus seinem Grab genommen&#039;&#039; worden wären, um dann verbrannt zu werden, wäre die eigentliche Untat nicht die Kremation, sondern die Grabschändung und v.a. die Totenschändung durch diese Grabschändung, da Nicht-Bestattung klar etwas Schlimmes war (s. v.a. [[Jeremia 8#s1 |Jer 8,1f.]]; [[Baruch 2#s24 |Bar 2,24f.]]). Gerade von dieser ist hier aber nicht die Rede, sondern nur vom Verbrennen.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Näher liegt daher die Annahme, dass &#039;&#039;´atsmot&#039;&#039; hier wie häufiger nicht für „Knochen“ steht, sondern pars pro toto für den (lebendigen) Leib des Königs und damit für den König selbst (s. bes. [[Klagelieder 4#s7 |Klg 4,7]]; z.B. auch [[Ijob 7#s15 |Ijob 7,15]]; [[Sprichwörter 3#s8 |Spr 3,8]]; [[Sprichwörter 14#s30 |14,30]]; [[Sprichwörter 15#s30 |15,30]]; [[Sprichwörter 16#s24 |16,24]]; [[Psalm 6#s3 |Ps 6,3]]; [[Psalm 35#s9 |35,9f.]] und vgl. z.B. Dalglish 1962, S. 142f.; Gordis 1978, s. 81), der hier also &#039;&#039;&#039;lebendig verbrannt&#039;&#039;&#039; worden wäre. Verbrennen bei lebendigem Leib ist in der Bibel noch häufiger eine Strafe für Übeltäter und damit klar ein schändlicher Tod; s. [[Genesis 38#s24 |Gen 38,24]]; [[Leviticus 20#s14 |Lev 20,14]]; [[Leviticus 21#s9 |21,9]]. Offenbar hat Moab dieses Kriegsverbrechen am König von Edom begangen, obwohl dies sonst nirgends überliefert ist.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Eine dritte Möglichkeit: Lebendig verbrannt wurden außerdem &#039;&#039;&#039;Menschenopfer&#039;&#039;&#039;, und zwar sowohl in Israel ([[Genesis 22#s2 |Gen 22,2]]; [[Richter 11#s30 |Ri 11,30-39]]; [[Ezechiel 16#s20 |Ez 16,20]]; [[Ezechiel 23#s37 |23,27]]; [[Micha 6#s7 |Mi 6,7]]) als auch bei anderen Völkern  ([[Deuteronomium 12#s30 |Dtn 12,30f.]]; [[Psalm 106#s35 |Ps 106,35-37]]) wie z.B. den Moabitern ([[2 Könige 3#s27 |2 Kön 3,27]]). Die mittelalterlichen jüd. Exegeten David Kimchi und Abravanel beziehen den Vers auf diese letztzitierte Stelle, die sie so deuten, dass Mescha nicht &#039;&#039;seinen&#039;&#039; Sohn, sondern den des Königs von Edom verbrannt habe – was syntaktisch durchaus möglich wäre. Ist diese Deutung von 2 Kön 3,27 richtig (was aber nur wenige neuere Exegeten denken), wäre in der Tat am ehesten an diese Stelle zu denken.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Schließlich eine vierte, ziemlich fernliegende Möglichkeit: Etwas schwierig ist außerdem die Rede vom „Kalk“. Knochen nämlich zerfallen allein durch Verbrennen noch nicht zu Knochenasche, was hier vielleicht metaphorisch als „Kalk“ bezeichnet werden könnte. Selbst in modernen Krematorien bleiben nach dem Verbrennen bei bis zu 1200 °C noch größere Knochenreste übrig, die danach erst noch in einer Knochenmühle zermahlen werden müssen. Auch Knochenasche aus Tierknochen wird auf diese Weise gewonnen. Noch mehr gilt dies natürlich beim Verbrennen eines Körpers auf dem offenen Feuer eines Altars oder eines Scheiterhaufens. Die Interpretation von Tg (ähnlich bei Raschi) – „er verbrannte die Knochen des Königs von Edom und benutzte (sie=) die Überreste als (Kalk=) Putz für sein Haus“ –, der sich auch einige neuere Exegeten angeschlossen haben (z.B. Wolff 1969; Garrett 2008), ist daher nicht ganz einfach. Aus diesem Grund und wegen der zuletzt zitierten Stelle 2 Kön 3,27 haben einige Exegeten angenommen, die Konsonanten &#039;&#039;lßyd&#039;&#039; seien hier nicht wie in MT und den alten Üss. als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; „zu Kalk“ zu vokalisieren, sondern als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sched&#039;&#039; „für einen Dämon“ – gemeint wäre dann der moabitische Gott Kemosch. Üblicherweise wird dies kombiniert mit einer zweiten Um-vokalisierung, nämlich wird &#039;&#039;mlk `dm&#039;&#039; nicht vokalisiert als &#039;&#039;melek-`edom&#039;&#039; „König von Edom“, sondern als &#039;&#039;molk-`adam&#039;&#039; „Menschenopfer“, wobei vorausgesetzt wird, &#039;&#039;molk&#039;&#039; sei entsprechend einem Vorschlag von Eißfeldt (1935, S. 51-55) ein Ausdruck für „Opfer“ – insgesamt also: „weil sie verbrannten Knochen &amp;lt;s&amp;gt;des Königs von Edom&amp;lt;/s&amp;gt; [als Menschenopfer] &amp;lt;s&amp;gt;zu Kalk&amp;lt;/s&amp;gt; [für einen &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Dämen&lt;/del&gt;]“ (so z.B. Tur-Sinai 1948, S. 64; Albright 1990, S. 240; Christensen 1974, S. 432; erwogen auch von Gradwohl 1963, S. 87). Dass &#039;&#039;molk&#039;&#039; tatsächlich auch im Hebräischen ein Ausdruck für „Opfer“ ist, liegt aber ziemlich fern; vgl. gut Seidl 2007, S. 442f. Möglich wäre daher allenfalls die Umpunktierung nur von &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; zu &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sched&#039;&#039;, „weil sie verbrannten die Knochen des Königs von Edom für einen Dämonen“. Doch diese Umpunktierung lässt sich durch keine der alten Üss. stützen; &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; dagegen findet eine leichte Stütze in [[Jesaja 33#s12 |Jes 33,12]] (obwohl das Wort für „Kalk“ offenbar LXX und Tg nicht (so) vorlag, 1QJes&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;, VUL und Syr aber schon): „Die Völker werden zu Kalk-Bränden werden“, also wieder: „zu Kalk verbrennen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&#039;&#039;sie verbrannten (die Knochen des Königs=) den König von Edom zu Kalk (Knochen als Menschenopfer für einen Dämonen?)&#039;&#039; - umstrittene Stelle. Der historische Hintergrund dieser Untat ist nicht überliefert. Auch deshalb ist nicht sehr klar, Was genau hier angeprangert wird:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) &#039;&#039;´atsmot&#039;&#039; („Knochen“) legt zunächst nahe, dass hier an eine „sekundäre Kremation“ zu denken ist: Die Moabiter hätten die sterblichen Überreste des Königs von Edom entweiht, indem sie sie aus ihrem Grab entnahmen und dann verbrannten. Angeprangert würde hier also &#039;&#039;&#039;Leichenschändung&#039;&#039;&#039;. Olyan 2015, S. 138 vergleicht dies sinnvoll mit der rechts abgebildeten assyrischen Praxis, unterlegene Gegner dazu zu zwingen, die Knochen ihrer Vorfahren zu mahlen. Diese Interpretation hat die meisten Anhänger, vgl. z.B. ausführlich Bar 2012. Sekundäre Kremation an sich allerdings war mitnichten eine Untat; in [[1 Samuel 31#s11 |1 Sam 31,11-13]] z.B. wird das Selbe mit den Gebeinen Sauls und seines Sohns getan und ist dort die Vorbereitung für ein ordentliches Begräbnis. Ohnehin war Kremation im Alten Orient üblicher, als man nach dem Zeugnis der Bibel glauben würde; zu einem Überblick über archäologische Funde feuerbestatteter Leichname s. z.B. Bloch-Smith 1992, S. 52-55. Geht man davon aus, dass die Gebeine des edomitischen Königs &#039;&#039;aus seinem Grab genommen&#039;&#039; worden wären, um dann verbrannt zu werden, wäre die eigentliche Untat nicht die Kremation, sondern die Grabschändung und v.a. die Totenschändung durch diese Grabschändung, da Nicht-Bestattung klar etwas Schlimmes war (s. v.a. [[Jeremia 8#s1 |Jer 8,1f.]]; [[Baruch 2#s24 |Bar 2,24f.]]). Gerade von dieser ist hier aber nicht die Rede, sondern nur vom Verbrennen.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Näher liegt daher die Annahme, dass &#039;&#039;´atsmot&#039;&#039; hier wie häufiger nicht für „Knochen“ steht, sondern pars pro toto für den (lebendigen) Leib des Königs und damit für den König selbst (s. bes. [[Klagelieder 4#s7 |Klg 4,7]]; z.B. auch [[Ijob 7#s15 |Ijob 7,15]]; [[Sprichwörter 3#s8 |Spr 3,8]]; [[Sprichwörter 14#s30 |14,30]]; [[Sprichwörter 15#s30 |15,30]]; [[Sprichwörter 16#s24 |16,24]]; [[Psalm 6#s3 |Ps 6,3]]; [[Psalm 35#s9 |35,9f.]] und vgl. z.B. Dalglish 1962, S. 142f.; Gordis 1978, s. 81), der hier also &#039;&#039;&#039;lebendig verbrannt&#039;&#039;&#039; worden wäre. Verbrennen bei lebendigem Leib ist in der Bibel noch häufiger eine Strafe für Übeltäter und damit klar ein schändlicher Tod; s. [[Genesis 38#s24 |Gen 38,24]]; [[Leviticus 20#s14 |Lev 20,14]]; [[Leviticus 21#s9 |21,9]]. Offenbar hat Moab dieses Kriegsverbrechen am König von Edom begangen, obwohl dies sonst nirgends überliefert ist.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Eine dritte Möglichkeit: Lebendig verbrannt wurden außerdem &#039;&#039;&#039;Menschenopfer&#039;&#039;&#039;, und zwar sowohl in Israel ([[Genesis 22#s2 |Gen 22,2]]; [[Richter 11#s30 |Ri 11,30-39]]; [[Ezechiel 16#s20 |Ez 16,20]]; [[Ezechiel 23#s37 |23,27]]; [[Micha 6#s7 |Mi 6,7]]) als auch bei anderen Völkern  ([[Deuteronomium 12#s30 |Dtn 12,30f.]]; [[Psalm 106#s35 |Ps 106,35-37]]) wie z.B. den Moabitern ([[2 Könige 3#s27 |2 Kön 3,27]]). Die mittelalterlichen jüd. Exegeten David Kimchi und Abravanel beziehen den Vers auf diese letztzitierte Stelle, die sie so deuten, dass Mescha nicht &#039;&#039;seinen&#039;&#039; Sohn, sondern den des Königs von Edom verbrannt habe – was syntaktisch durchaus möglich wäre. Ist diese Deutung von 2 Kön 3,27 richtig (was aber nur wenige neuere Exegeten denken), wäre in der Tat am ehesten an diese Stelle zu denken.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Schließlich eine vierte, ziemlich fernliegende Möglichkeit: Etwas schwierig ist außerdem die Rede vom „Kalk“. Knochen nämlich zerfallen allein durch Verbrennen noch nicht zu Knochenasche, was hier vielleicht metaphorisch als „Kalk“ bezeichnet werden könnte. Selbst in modernen Krematorien bleiben nach dem Verbrennen bei bis zu 1200 °C noch größere Knochenreste übrig, die danach erst noch in einer Knochenmühle zermahlen werden müssen. Auch Knochenasche aus Tierknochen wird auf diese Weise gewonnen. Noch mehr gilt dies natürlich beim Verbrennen eines Körpers auf dem offenen Feuer eines Altars oder eines Scheiterhaufens. Die Interpretation von Tg (ähnlich bei Raschi) – „er verbrannte die Knochen des Königs von Edom und benutzte (sie=) die Überreste als (Kalk=) Putz für sein Haus“ –, der sich auch einige neuere Exegeten angeschlossen haben (z.B. Wolff 1969; Garrett 2008), ist daher nicht ganz einfach. Aus diesem Grund und wegen der zuletzt zitierten Stelle 2 Kön 3,27 haben einige Exegeten angenommen, die Konsonanten &#039;&#039;lßyd&#039;&#039; seien hier nicht wie in MT und den alten Üss. als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; „zu Kalk“ zu vokalisieren, sondern als &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sched&#039;&#039; „für einen Dämon“ – gemeint wäre dann der moabitische Gott Kemosch. 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Möglich wäre daher allenfalls die Umpunktierung nur von &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; zu &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sched&#039;&#039;, „weil sie verbrannten die Knochen des Königs von Edom für einen Dämonen“. Doch diese Umpunktierung lässt sich durch keine der alten Üss. stützen; &#039;&#039;l&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ßid&#039;&#039; dagegen findet eine leichte Stütze in [[Jesaja 33#s12 |Jes 33,12]] (obwohl das Wort für „Kalk“ offenbar LXX und Tg nicht (so) vorlag, 1QJes&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;, VUL und Syr aber schon): „Die Völker werden zu Kalk-Bränden werden“, also wieder: „zu Kalk verbrennen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 29. Januar 2021 um 16:15 Uhr</title>
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		<updated>2021-01-29T16:15:30Z</updated>

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Üblicherweise jedoch hat ein Zahlenspruch die Form: X / X+1 – Ausführung von X+1; z.B. eben in Ijob 33,14-28: „In einer Weise redet Gott / und in zweien, ohne dass man es merkt...“, worauf in Vv. 15-28 diese &#039;&#039;zwei&#039;&#039; Weisen des Redens Gottes ausgeführt werden. In Am 1-2 aber werden &#039;&#039;vier&#039;&#039; Vergehen allenfalls in der Edom-Strophe aufgezählt, in den anderen stehen entweder mehr oder weniger; i.d.R. nur eines.&amp;lt;br /&amp;gt;Verschiedenste Vorschläge sind gemacht worden, um dies zu erklären; überzeugend ist keiner davon. Z.B.: Die jeweilige Strophe &#039;&#039;impliziere&#039;&#039; zwar vier Vergehen, ausgeführt werde aber jeweils nur das letzte und schlimmste dieser vier (z.B. Wolff 1969), oder: der Zahlenspruch sei hier nicht wirklich ein Zahlenspruch, sondern spreche von einer unbestimmten Anzahl ausreichend vieler Vergehen (ähnlich dem Dt. „so drei, vier Vergehen“), um dann aber dennoch nur eines auszuführen (z.B. van Hoonacker 1908, daher z.B. Dahl 1795: „Weil vielfach sündigte X“), oder: 3 und 4 sei zueinanderzuaddieren, 7 stehe dann als symbolische Zahl dafür, dass das Maß nun voll ist (z.B. Garrett 2008), oder: 3+4 ergebe 7, gemeint seien damit sowohl die sieben Einzelsünden der Nationen vor der Israelstrophe und die sieben Sünden Israels in der Israel-Strophe (z.B. Weiss 1967b) usw. Der Sinn der Amos&#039;schen Zahlensprüche muss aktuell als unerklärt gelten.&amp;lt;/ref&amp;gt; werde ich es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen),&amp;lt;ref name=&quot;zurücknehmen&quot;&amp;gt;&#039;&#039;ich werde es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen)&#039;&#039; - ebenfalls unerklärt ist der zweite Teil der Einleitungsformel der Amos&#039;schen Völkersprüche. Unklar ist nämlich, worauf das pronominale Suffix „ihn/es“ sich bezieht und wie demzufolge das Verb zu deuten ist. Vorschläge: (1) Am häufigsten und noch am besten vertretbar: Das Suffix bezieht sich allgemein auf das im Folgenden ausgeführte Urteil Gottes, das „nicht zurückgenommen“ wird (vgl. zur Formulierung [[Numeri 23#s20 |Num 23,20]]; [[Esther 8#s5 |Est 8,5.8]]; [[Jesaja 43#s13 |Jes 43,13]], vgl. HER05: „ich widerrufe es nicht“), (2) ähnlich, ebenfalls häufig: es bezieht sich auf die Strafe Gottes, die „nicht abgewendet“ wird (van Ess: „ich halte die Strafe nicht zurück“), (3) auf „die (machtvolle) Stimme“ Gottes aus V. 2, die die Bestrafung der Nationen in Gang setzt und deren Sprechen „nicht rückgängig gemacht“ wird (z.B. Hayes 1988, Andersen/Freedman 1989), (4) auf den &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; Gottes, der „nicht zurückgehalten“ wird (z.B. Harper 1905, Knieriem 1977), (5) auf die jeweilige Nation, die JHWH nicht „in seine Vasallenschaft zurückkehren“ lässt (z.B. Barré 1986, Stuart 1987),  (6) auf das Vergehen, das Gott „nicht beilegen“ und also übergehen wird (Gordis 1979/1980, S. 202; vgl. NL: „ich werde nicht länger darüber hinwegsehen“, PAT: „ich verzeihe es nicht“) u.s.w.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Und wegen vier&amp;lt;ref name=&quot;Zahlenspruch&quot;&amp;gt;&#039;&#039;wegen drei Vergehen ... und wegen vier&#039;&#039; - Die Bed. dieser Einleitungsformel ist leider ganz unklar. Sie erinnert sehr an die „Zahlensprüche“, wie sie z.B. in weisheitlicher Literatur wie [[Sprichwörter 6#s16 |Spr 6,16]]; [[Sprichwörter 30#s15 |30,15ff.]] und [[Jesus Sirach 25#s9 |Sir 25,9]]; [[Jesus Sirach 26#s5 |26,5]]; [[Jesus Sirach 50#s27 |50,27f.]], aber auch andernorts in der Bibel begegnen. Formal am nächsten steht dieser Formel [[Ijob 33#s14 |Ijob 33,14]] (Verbalsatz + paralleler Satz mit verbaler Ellipse und Ballastvariante). Üblicherweise jedoch hat ein Zahlenspruch die Form: X / X+1 – Ausführung von X+1; z.B. eben in Ijob 33,14-28: „In einer Weise redet Gott / und in zweien, ohne dass man es merkt...“, worauf in Vv. 15-28 diese &#039;&#039;zwei&#039;&#039; Weisen des Redens Gottes ausgeführt werden. In Am 1-2 aber werden &#039;&#039;vier&#039;&#039; Vergehen allenfalls in der Edom-Strophe aufgezählt, in den anderen stehen entweder mehr oder weniger; i.d.R. nur eines.&amp;lt;br /&amp;gt;Verschiedenste Vorschläge sind gemacht worden, um dies zu erklären; überzeugend ist keiner davon. Z.B.: Die jeweilige Strophe &#039;&#039;impliziere&#039;&#039; zwar vier Vergehen, ausgeführt werde aber jeweils nur das letzte und schlimmste dieser vier (z.B. Wolff 1969), oder: der Zahlenspruch sei hier nicht wirklich ein Zahlenspruch, sondern spreche von einer unbestimmten Anzahl ausreichend vieler Vergehen (ähnlich dem Dt. „so drei, vier Vergehen“&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;; vgl. [[Amos 4#s8 |Am 4,8]]&lt;/ins&gt;), um dann aber dennoch nur eines auszuführen (z.B. van Hoonacker 1908, daher z.B. Dahl 1795: „Weil vielfach sündigte X“), oder: 3 und 4 sei zueinanderzuaddieren, 7 stehe dann als symbolische Zahl dafür, dass das Maß nun voll ist (z.B. Garrett 2008), oder: 3+4 ergebe 7, gemeint seien damit sowohl die sieben Einzelsünden der Nationen vor der Israelstrophe und die sieben Sünden Israels in der Israel-Strophe (z.B. Weiss 1967b) usw. Der Sinn der Amos&#039;schen Zahlensprüche muss aktuell als unerklärt gelten.&amp;lt;/ref&amp;gt; werde ich es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen),&amp;lt;ref name=&quot;zurücknehmen&quot;&amp;gt;&#039;&#039;ich werde es nicht widerrufen (rückgängig machen, zurückkehren lassen, sie nicht zurücknehmen, [die Sache] nicht ruhen lassen)&#039;&#039; - ebenfalls unerklärt ist der zweite Teil der Einleitungsformel der Amos&#039;schen Völkersprüche. Unklar ist nämlich, worauf das pronominale Suffix „ihn/es“ sich bezieht und wie demzufolge das Verb zu deuten ist. Vorschläge: (1) Am häufigsten und noch am besten vertretbar: Das Suffix bezieht sich allgemein auf das im Folgenden ausgeführte Urteil Gottes, das „nicht zurückgenommen“ wird (vgl. zur Formulierung [[Numeri 23#s20 |Num 23,20]]; [[Esther 8#s5 |Est 8,5.8]]; [[Jesaja 43#s13 |Jes 43,13]], vgl. HER05: „ich widerrufe es nicht“), (2) ähnlich, ebenfalls häufig: es bezieht sich auf die Strafe Gottes, die „nicht abgewendet“ wird (van Ess: „ich halte die Strafe nicht zurück“), (3) auf „die (machtvolle) Stimme“ Gottes aus V. 2, die die Bestrafung der Nationen in Gang setzt und deren Sprechen „nicht rückgängig gemacht“ wird (z.B. Hayes 1988, Andersen/Freedman 1989), (4) auf den &#039;&#039;Zorn&#039;&#039; Gottes, der „nicht zurückgehalten“ wird (z.B. Harper 1905, Knieriem 1977), (5) auf die jeweilige Nation, die JHWH nicht „in seine Vasallenschaft zurückkehren“ lässt (z.B. Barré 1986, Stuart 1987),  (6) auf das Vergehen, das Gott „nicht beilegen“ und also übergehen wird (Gordis 1979/1980, S. 202; vgl. NL: „ich werde nicht länger darüber hinwegsehen“, PAT: „ich verzeihe es nicht“) u.s.w.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 28. Januar 2021 um 14:09 Uhr</title>
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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