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	<title>Amos 4 - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Die Offene Bibel</subtitle>
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		<title>Sebastian Walter am 13. November 2021 um 08:27 Uhr</title>
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		<updated>2021-11-13T08:27:09Z</updated>

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Gemeint sind vielleicht die Verehrer:innen des „Kalbs von Samaria“, einem Gottesbild in einem Heiligtum, das entweder identlisch mit dem Heiligtum von Bethel war und dessen Kultbild wegen der Nähe von Bethel und Samaria eben als &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„Kalbs &lt;/del&gt;von Samaria“ bezeichnet werden konnte, oder die &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Verherer&lt;/del&gt;:innen eines Kultbilds in einem Heiligtum in Samaria &#039;&#039;selbst&#039;&#039;, das dort ersatzweise nach der Plünderung Bethels durch Salmanassar um 725 erbaut worden war (s. [[Hosea 8#s4 |Hos 8,4f.]]; [[Hosea 10#s5 |10,5f.]]; [[Hosea 13#s1 |13,1f.]] – das ist jedenfalls die natürlichste Bed. der Vv.; für einen alternativen Vorschlag s. Na&#039;aman 2017). Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! Lasst uns trinken!“ nur sinnvoll von den Priestern gesprochen werden könnte. Das stimmt aber nicht sehr gut damit zusammen, wer sonst in Am 3,13-6,14 die Adressaten des Amos sind. Man sollte also davon ausgehen, dass auch zur Zeit dies Amos(-Buches) die den Zehnt abtretenden Israelit:innen bereits von diesem profitierten (s.u.). Das legt auch m.Zeb xiv 8 nahe: „&#039;&#039;Nachdem Kulthöhen verboten wurden, ... durften allerheiligste Opfer (nur noch) hinter den Vorhängen (des Tempels) gegessen werden, die weniger heiligen Opfer und der zweite Zehnt innerhalb der Mauern (Jerusalems).&#039;&#039;“ – schon zur Zeit der Kulthöhen also wurde ein Teil des Zehnts an die Kultstätten abgetreten, der größere Teil aber selbst verspeist.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Dies ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. Von Baschan-&#039;&#039;Kühen&#039;&#039; statt Baschan-Stieren ist sonst aber nirgends die Rede. Deshalb denken die meisten, dass das Bild für die Ehefrauen reicher Israeliten stehe (so schon Luther mit einer so krass misogynen Auslegung, dass sie hier kurz widergegeben sei: „&#039;&#039;Er redet die gottlosen Weiber der Gottlosen an und nennt sie ‚fette Kühe‘. Denn dies Geschlecht ist viel zu schwach, als daß es des Wohlergehens recht gebrauchen könnte, da sie auch sonst die Herzen der Weisen zu plagen pflegen. [... Er spricht:] Unersättlich ist euer Geiz, es ist kein Maß eurer Schwelgerei und eures Prangens. (Denn es ist diesem Geschlechte von Natur eingepflanzt, daß sie diesen Dingen ergeben sind, wenn nicht Gottesfurcht da ist.)&#039;&#039;“). Mit „Baschan“ wäre dann vielleicht auch noch ein Wortspiel in dieses Bild eingebaut: Das verwandte arab. &#039;&#039;baṯane&#039;&#039; heißt w. „fruchtbare Ebene“, ist damit aber gleichzeitig ein Bild für „weiche Mädchen“ (vgl. Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) Nachkommen an Stacheln“; gerade diese Stelle ließe sich aber sogar sehr gut als G-Shift erklären), ist bisher unerklärt. Häufig werden auch diese fem. Formen der Verben und Personalpronomen als Indizien dafür genommen, dass die Kühe für weibliche Adressatinnen stehen, aber das Fem. lässt sich auch leicht als Kongruenz mit dem fem. „Kühe“ erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Daneben war v.a. früher die Deutung verbreitet, dass es sich hier auch um männliche reiche Israeliten oder Fürsten handle (so schon Tg, Hieronymus, Kyrill; auch Rosenmüller, Schmoller; auch Syr macht die Kühe zu „Männern“). Das „Kühe“ statt „Stiere“ sollte dann diese Männer zusätzlich „feminisieren und damit [...] beleidigen. Eine solche Strategie verfolgen z.B. [[Jesaja 19#s16 |Jes 19,16]]; [[Jeremia 50#s37 |Jer 50,37]]; [[Jeremia 51#s30 |51,30]]; [[Nahum 3#s13 |Nah 3,13]].“ (Kessler 2021, S. 116). Heute hat diese Position aber kaum noch Vertreter.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_[Ihr] Kühe vom Baschan&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kühe vom Baschan&#039;&#039; - Unklares und viel diskutiertes Bild. 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Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! Lasst uns trinken!“ nur sinnvoll von den Priestern gesprochen werden könnte. Das stimmt aber nicht sehr gut damit zusammen, wer sonst in Am 3,13-6,14 die Adressaten des Amos sind. Man sollte also davon ausgehen, dass auch zur Zeit dies Amos(-Buches) die den Zehnt abtretenden Israelit:innen bereits von diesem profitierten (s.u.). Das legt auch m.Zeb xiv 8 nahe: „&#039;&#039;Nachdem Kulthöhen verboten wurden, ... durften allerheiligste Opfer (nur noch) hinter den Vorhängen (des Tempels) gegessen werden, die weniger heiligen Opfer und der zweite Zehnt innerhalb der Mauern (Jerusalems).&#039;&#039;“ – schon zur Zeit der Kulthöhen also wurde ein Teil des Zehnts an die Kultstätten abgetreten, der größere Teil aber selbst verspeist.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Dies ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. 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Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. 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		<title>Sebastian Walter am 13. November 2021 um 08:26 Uhr</title>
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[[Hosea 8#&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s5 &lt;/del&gt;|Hos 8,&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;5f&lt;/del&gt;.]]; [[Hosea 10#s5 |10,5f.]]; [[Hosea 13#s1 |13,1f.]] – das ist jedenfalls die natürlichste Bed. der Vv.; für einen alternativen Vorschlag s. Na&#039;aman 2017). Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! 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Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. Von Baschan-&#039;&#039;Kühen&#039;&#039; statt Baschan-Stieren ist sonst aber nirgends die Rede. Deshalb denken die meisten, dass das Bild für die Ehefrauen reicher Israeliten stehe (so schon Luther mit einer so krass misogynen Auslegung, dass sie hier kurz widergegeben sei: „&#039;&#039;Er redet die gottlosen Weiber der Gottlosen an und nennt sie ‚fette Kühe‘. Denn dies Geschlecht ist viel zu schwach, als daß es des Wohlergehens recht gebrauchen könnte, da sie auch sonst die Herzen der Weisen zu plagen pflegen. [... Er spricht:] Unersättlich ist euer Geiz, es ist kein Maß eurer Schwelgerei und eures Prangens. (Denn es ist diesem Geschlechte von Natur eingepflanzt, daß sie diesen Dingen ergeben sind, wenn nicht Gottesfurcht da ist.)&#039;&#039;“). Mit „Baschan“ wäre dann vielleicht auch noch ein Wortspiel in dieses Bild eingebaut: Das verwandte arab. &#039;&#039;baṯane&#039;&#039; heißt w. „fruchtbare Ebene“, ist damit aber gleichzeitig ein Bild für „weiche Mädchen“ (vgl. Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) Nachkommen an Stacheln“; gerade diese Stelle ließe sich aber sogar sehr gut als G-Shift erklären), ist bisher unerklärt. Häufig werden auch diese fem. Formen der Verben und Personalpronomen als Indizien dafür genommen, dass die Kühe für weibliche Adressatinnen stehen, aber das Fem. lässt sich auch leicht als Kongruenz mit dem fem. „Kühe“ erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Daneben war v.a. früher die Deutung verbreitet, dass es sich hier auch um männliche reiche Israeliten oder Fürsten handle (so schon Tg, Hieronymus, Kyrill; auch Rosenmüller, Schmoller; auch Syr macht die Kühe zu „Männern“). Das „Kühe“ statt „Stiere“ sollte dann diese Männer zusätzlich „feminisieren und damit [...] beleidigen. Eine solche Strategie verfolgen z.B. [[Jesaja 19#s16 |Jes 19,16]]; [[Jeremia 50#s37 |Jer 50,37]]; [[Jeremia 51#s30 |51,30]]; [[Nahum 3#s13 |Nah 3,13]].“ (Kessler 2021, S. 116). Heute hat diese Position aber kaum noch Vertreter.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_[Ihr] Kühe vom Baschan&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kühe vom Baschan&#039;&#039; - Unklares und viel diskutiertes Bild. Gemeint sind vielleicht die Verehrer:innen des „Kalbs von Samaria“, einem Gottesbild in einem Heiligtum, das &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;entweder identlisch mit dem Heiligtum von Bethel war und dessen Kultbild wegen der Nähe von Bethel und Samaria eben als „Kalbs von Samaria“ bezeichnet werden konnte, oder die Verherer:innen eines Kultbilds in einem Heiligtum in Samaria &#039;&#039;selbst&#039;&#039;, das dort ersatzweise &lt;/ins&gt;nach der Plünderung Bethels durch Salmanassar um 725 erbaut worden war (s. [[Hosea 8#&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s4 &lt;/ins&gt;|Hos 8,&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;4f&lt;/ins&gt;.]]; [[Hosea 10#s5 |10,5f.]]; [[Hosea 13#s1 |13,1f.]] – das ist jedenfalls die natürlichste Bed. der Vv.; für einen alternativen Vorschlag s. Na&#039;aman 2017). Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! Lasst uns trinken!“ nur sinnvoll von den Priestern gesprochen werden könnte. Das stimmt aber nicht sehr gut damit zusammen, wer sonst in Am 3,13-6,14 die Adressaten des Amos sind. Man sollte also davon ausgehen, dass auch zur Zeit dies Amos(-Buches) die den Zehnt abtretenden Israelit:innen bereits von diesem profitierten (s.u.). Das legt auch m.Zeb xiv 8 nahe: „&#039;&#039;Nachdem Kulthöhen verboten wurden, ... durften allerheiligste Opfer (nur noch) hinter den Vorhängen (des Tempels) gegessen werden, die weniger heiligen Opfer und der zweite Zehnt innerhalb der Mauern (Jerusalems).&#039;&#039;“ – schon zur Zeit der Kulthöhen also wurde ein Teil des Zehnts an die Kultstätten abgetreten, der größere Teil aber selbst verspeist.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Dies ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. 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Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 3. November 2021 um 09:49 Uhr</title>
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		<updated>2021-11-03T09:49:34Z</updated>

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[[Deuteronomium 28#s22 |Dtn 28,22]]; [[1 Könige 8#s37 |1 Kön 8,37]] und [[2 Chroniken 6#s28 |2 Chr 6,28]]; [[Haggai 2#s17 |Hag 2,17]], auch noch im rab. Heb.). Auch in der hebraistischen Botanik hält man es gelegentlich für Krankheiten; Löw 1926, S. 40 z.B. erklärt zunächst &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon&lt;/del&gt;&#039;&#039; als Rußbrand-Pilzbefall und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; als Schwarzrost-Pilzbefall, Vogelstein 1894, S. 56 denkt umgekehrt, &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon&lt;/del&gt;&#039;&#039; sei der Rost.&amp;lt;br /&amp;gt;Alternativ leitet man die Bed. gerade aus Am 4,9 ab und hält die beiden Worte für die Folgen von Witterungsverhältnissen, was auch Hag 2,17 nahezulegen scheint, wo als drittes Wort in dieser Reihe „Hagel“ genannt wird. Schon Dalman erklärt daher in AuS I/2, S. 326 &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon&lt;/del&gt;&#039;&#039; als &#039;&#039;Dürre&#039;&#039; und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039;, das von Menschen neben dem Erblassen auch das Gelbwerden durch Gelbsucht bezeichnet (deutlich b.Ber 25a: ein Mensch erkrankt an &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039;, wenn er nicht pinkelt), als „das &#039;&#039;Blaßwerden&#039;&#039; der Spitzen des grünen Getreides infolge von ‚Würmerbildung‘ bei längerer Trockenheit, doch wurde mir auch viel Regen als Ursache genannt“. Noch stärker orientiert sich Ha-Reubeni 1929 an Am 4,9, worin ihm z.B. auch Brenner 1983, S. 164 gefolgt ist: „too much rain causes &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039;, yellowing of the ears; while little or no rain, together with a drying wind, causes &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon&lt;/del&gt;&#039;&#039;“. Auch Löw 1934, S. 486 hat dem später zugestimmt; &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; sei dann „das Gelbwerden des Getreides bei übermäßigem Regenfall“. Entsprechend findet sich in manchen dt. Üss. auch „Dürre“ für &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon&lt;/del&gt;&#039;&#039; (LUT, ähnlich BB: „Hitze“) und „Vergilbung“ für &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; (ELB, MEN, SLT, TAF), das Gesamt als „Dürre und Vergilbung“ aber nur bei B-R („Kornversengung und Vergilbung“). Grundlage dieser Deutung scheint auch die zu sein, dass nach Gen 41 &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schadap&lt;/del&gt;&#039;&#039; offenbar etwas ist, das der Ostwind tut, &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon&lt;/del&gt;&#039;&#039; dann also eine Wirkung dieses Ostwinds wäre, einem häufig als bes. stark (s. [[Exodus 10#s13 |Ex 10,13]]; [[Ijob 27#s21 |Ijob 27,21]]; [[Psalm 48#s8 |Ps 48,8]]; [[Jesaja 27#s8 |Jes 27,8]]; [[Jeremia 18#s17 |Jer 18,17]] u.ö.) oder besonders heiß (s. [[Ezechiek 19#s12 |Ez 19,12]], [[Hosea 13#s15 |Hos 13,15]]; [[Jona 4#s8 |Jon 4,8]]) beschriebenem Wind. Entweder würde durch den Ostwind also Getreide umgeknickt, wie das Verb in Gen 41 in den meisten engl. Üss. gedeutet wird (vgl. auch Levy, ChW: „Zerstörung des Getreides durch heftiges Wehen des Ostwindes oder durch Hagelschläge“), oder versengt, wie es in fast allen dt. Üss. findet (so auch KBL, Ges18: „Versengen“. Beide verweisen auch auf arab. &#039;&#039;`asdafa&#039;&#039; „schwarz/dunkel werden“, aber das müsste dann ein false friend sein – Getreide wird nicht schwarz oder dunkler, wenn es verdorrt).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bed. aus Am 4,9 abzuleiten, geht aber nicht an; Am 4,9 gehört ja gar nicht mehr zur Regenstrophe Am 4,7f. Von Landwirten wurde mir außerdem mitgeteilt, dass es das Phänomen, dass Getreide bei zu viel Regen gelb wird, gar nicht gibt (weshalb immerhin Dalman ja noch den Umweg über den Wurmbefall geht). Am stärksten spricht dagegen aber m.Taan iii 5f.: „Wegen folgender Dinge wird überall die Schofar geblasen (um ein Fasten auszurufen, das Unheil abwenden soll): Wegen &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon &lt;/del&gt;und jeraqon&#039;&#039;, Heuschrecke und Grille, wilder Tiere und wegen dem Schwert (=bewaffneter Truppen). Man bläst ihretwegen die Schofar, &#039;&#039;weil sie wandernde Plagen sind&#039;&#039; (&#039;&#039;makkah mehallaket&#039;&#039;). (6) Einmal [riefen die Ältesten Jerusalems sogar ein Fasten aus], weil in Aschkelon &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon&lt;/del&gt;&#039;&#039; gesehen wurde, (so groß), dass man (mit den betroffenen Ähren nur) die Öffnung eines Ofens hätte füllen können.“ Vgl. dann [[Exodus 10#s13 |Ex 10,13]], wo der Ostwind Heuschrecken nach Ägypten bringt. m.Taan legt also sehr nahe, dass &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schadap&lt;/del&gt;&#039;&#039; in Gen 41 nicht die &#039;&#039;direkte&#039;&#039; Folge des Ostwinds ist, sondern dass das Korn &#039;&#039;wegen&#039;&#039; dem (Sporen transportierenden) Ostwind von &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon&lt;/del&gt;&#039;&#039; befallen wird, und dass &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schiddafon&lt;/del&gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; derart offenbar vergleichbar sind mit Heuschrecken und Grillen, weshalb sie auch in 1 Kön 8,37 = 2 Chr 6,28 und an unserer Stelle mit diesen zusammen genannt werden. Ähnlich vielsagend b.BM ix 6 und b.BM 105b-106a, wo differenziert wird, dass Heuschreckenbefall und &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schadap&lt;/del&gt;&#039;&#039; nur einzelne Felder oder eine ganze Gegend betrifft (wie ja in m.Taan iii 6 von einem noch geringfügigeren Befall berichtet wird): Auch dies macht sehr unwahrscheinlich, dass &#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;schadap&lt;/del&gt;&#039;&#039; eine Wettereinwirkung ist. Wahrscheinlicher ist also doch etwas wie „(schwarzer) Stinkbrand und (blasser) Mehltau“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Heb. &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šiddafon&lt;/ins&gt;&#039;&#039; (von &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šadap&lt;/ins&gt;&#039;&#039; wie in [[Genesis 41#s6 |Gen 41,6.23.27]] – doch auch dieses Wort ist unklar) und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; (wahrscheinlich von &#039;&#039;jereq&#039;&#039;, „blass, gelb, grün“, daher [[Jeremia 30#s6 |Jer 30,6]] vom menschlichen Gesicht: „das Blass-Werden“). Beide Wörter beschreiben noch häufiger und stets gemeinsam, wenn Getreide „nichts wird“ (s. [[Deuteronomium 28#s22 |Dtn 28,22]]; [[1 Könige 8#s37 |1 Kön 8,37]] und [[2 Chroniken 6#s28 |2 Chr 6,28]]; [[Haggai 2#s17 |Hag 2,17]], auch noch im rab. Heb.). Auch in der hebraistischen Botanik hält man es gelegentlich für Krankheiten; Löw 1926, S. 40 z.B. erklärt zunächst &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šiddafon&lt;/ins&gt;&#039;&#039; als Rußbrand-Pilzbefall und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; als Schwarzrost-Pilzbefall, Vogelstein 1894, S. 56 denkt umgekehrt, &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šiddafon&lt;/ins&gt;&#039;&#039; sei der Rost.&amp;lt;br /&amp;gt;Alternativ leitet man die Bed. gerade aus Am 4,9 ab und hält die beiden Worte für die Folgen von Witterungsverhältnissen, was auch Hag 2,17 nahezulegen scheint, wo als drittes Wort in dieser Reihe „Hagel“ genannt wird. 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Auch Löw 1934, S. 486 hat dem später zugestimmt; &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; sei dann „das Gelbwerden des Getreides bei übermäßigem Regenfall“. Entsprechend findet sich in manchen dt. Üss. auch „Dürre“ für &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šiddafon&lt;/ins&gt;&#039;&#039; (LUT, ähnlich BB: „Hitze“) und „Vergilbung“ für &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; (ELB, MEN, SLT, TAF), das Gesamt als „Dürre und Vergilbung“ aber nur bei B-R („Kornversengung und Vergilbung“). Grundlage dieser Deutung scheint auch die zu sein, dass nach Gen 41 &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šadap&lt;/ins&gt;&#039;&#039; offenbar etwas ist, das der Ostwind tut, &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šiddafon&lt;/ins&gt;&#039;&#039; dann also eine Wirkung dieses Ostwinds wäre, einem häufig als bes. stark (s. 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Von Landwirten wurde mir außerdem mitgeteilt, dass es das Phänomen, dass Getreide bei zu viel Regen gelb wird, gar nicht gibt (weshalb immerhin Dalman ja noch den Umweg über den Wurmbefall geht). Am stärksten spricht dagegen aber m.Taan iii 5f.: „Wegen folgender Dinge wird überall die Schofar geblasen (um ein Fasten auszurufen, das Unheil abwenden soll): Wegen &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šiddafon &lt;/ins&gt;und jeraqon&#039;&#039;, Heuschrecke und Grille, wilder Tiere und wegen dem Schwert (=bewaffneter Truppen). Man bläst ihretwegen die Schofar, &#039;&#039;weil sie wandernde Plagen sind&#039;&#039; (&#039;&#039;makkah mehallaket&#039;&#039;). (6) Einmal [riefen die Ältesten Jerusalems sogar ein Fasten aus], weil in Aschkelon &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šiddafon&lt;/ins&gt;&#039;&#039; gesehen wurde, (so groß), dass man (mit den betroffenen Ähren nur) die Öffnung eines Ofens hätte füllen können.“ Vgl. dann [[Exodus 10#s13 |Ex 10,13]], wo der Ostwind Heuschrecken nach Ägypten bringt. m.Taan legt also sehr nahe, dass &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šadap&lt;/ins&gt;&#039;&#039; in Gen 41 nicht die &#039;&#039;direkte&#039;&#039; Folge des Ostwinds ist, sondern dass das Korn &#039;&#039;wegen&#039;&#039; dem (Sporen transportierenden) Ostwind von &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šiddafon&lt;/ins&gt;&#039;&#039; befallen wird, und dass &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šiddafon&lt;/ins&gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;jeraqon&#039;&#039; derart offenbar vergleichbar sind mit Heuschrecken und Grillen, weshalb sie auch in 1 Kön 8,37 = 2 Chr 6,28 und an unserer Stelle mit diesen zusammen genannt werden. Ähnlich vielsagend b.BM ix 6 und b.BM 105b-106a, wo differenziert wird, dass Heuschreckenbefall und &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šadap&lt;/ins&gt;&#039;&#039; nur einzelne Felder oder eine ganze Gegend betrifft (wie ja in m.Taan iii 6 von einem noch geringfügigeren Befall berichtet wird): Auch dies macht sehr unwahrscheinlich, dass &#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;šadap&lt;/ins&gt;&#039;&#039; eine Wettereinwirkung ist. Wahrscheinlicher ist also doch etwas wie „(schwarzer) Stinkbrand und (blasser) Mehltau“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Ich ließ vertrocknen (das Wachsen)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Im Heb. (&amp;#039;&amp;#039;harbot&amp;#039;&amp;#039;) und allen Vrs. wie in der Alternative. Ist das Wort korrekt und nur bisher noch unverstanden, ist dies ein Klangspiel: &amp;#039;&amp;#039;harbot&amp;#039;&amp;#039; klingt ähnlich wie &amp;#039;&amp;#039;ha`arbeh&amp;#039;&amp;#039;, „die Grille“. Aber wahrscheinlich ist es nicht korrekt. In älteren Üss. übersetzte man nach den Versionen statt mit „das Wachsen“ gerne mit „die Menge“, aber hierfür wird regelmäßig das vom Vb. abgeleitete Nomen verwendet, nie der Inf. cstr. Verbreitet ist außerdem immer noch die Übersetzung „wiederholt“, aber wieder: Hierfür wird regelmäßig der Inf. abs. &amp;#039;&amp;#039;harbeh&amp;#039;&amp;#039; verwendet, nie der Inf. cstr. &amp;#039;&amp;#039;harbot&amp;#039;&amp;#039;. Wellhausen und Hoonacker haben deshalb vorgeschlagen, statt {{hebr}}הרבת{{hebr ende}} zu lesen {{hebr}}חרבת{{hebr ende}} oder {{hebr}}החרבת{{hebr ende}} („ich ließ verdorren“). Der graph. Unterschied ist minimal; fast alle Kommentare folgen daher heute einem dieser Vorschläge (z.B. Wolff, Rudolph, Jeremias). Der Einwand in CTAT III:656, der Hif. von &amp;#039;&amp;#039;rbh&amp;#039;&amp;#039; würde nie vom Garten gesagt, ist unwahr; in 1QH xviii 26 und Mur 30 ii 19 nämlich vom Baum, was leicht per Synekdoche auf einen Garten übertragen werden könnte. Oder 9bc sind ein Satzteilhyperbaton, bei dem bewusst das Prädikat, das besser zu Zeile b passt, in Zeile a gesetzt wird und umgekehrt (Bspp.: [[Psalm 18#s15 |Ps 18,15]]: „Er warf Pfeile, ... einen Blitz schoss er“; [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]: „Die Sonne hat auf mich geblickt ... meine Brüder waren gegen mich entbrannt“). Das liegt hier ohnehin nahe, da Heuschrecken v.a. Gräser fressen, Baumblätter dagegen weniger gern – so und so passt also auch die Heuschrecke besser zu den Gärten als zu den Bäumen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Ich ließ vertrocknen (das Wachsen)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Im Heb. (&amp;#039;&amp;#039;harbot&amp;#039;&amp;#039;) und allen Vrs. wie in der Alternative. Ist das Wort korrekt und nur bisher noch unverstanden, ist dies ein Klangspiel: &amp;#039;&amp;#039;harbot&amp;#039;&amp;#039; klingt ähnlich wie &amp;#039;&amp;#039;ha`arbeh&amp;#039;&amp;#039;, „die Grille“. Aber wahrscheinlich ist es nicht korrekt. In älteren Üss. übersetzte man nach den Versionen statt mit „das Wachsen“ gerne mit „die Menge“, aber hierfür wird regelmäßig das vom Vb. abgeleitete Nomen verwendet, nie der Inf. cstr. Verbreitet ist außerdem immer noch die Übersetzung „wiederholt“, aber wieder: Hierfür wird regelmäßig der Inf. abs. &amp;#039;&amp;#039;harbeh&amp;#039;&amp;#039; verwendet, nie der Inf. cstr. &amp;#039;&amp;#039;harbot&amp;#039;&amp;#039;. Wellhausen und Hoonacker haben deshalb vorgeschlagen, statt {{hebr}}הרבת{{hebr ende}} zu lesen {{hebr}}חרבת{{hebr ende}} oder {{hebr}}החרבת{{hebr ende}} („ich ließ verdorren“). Der graph. Unterschied ist minimal; fast alle Kommentare folgen daher heute einem dieser Vorschläge (z.B. Wolff, Rudolph, Jeremias). Der Einwand in CTAT III:656, der Hif. von &amp;#039;&amp;#039;rbh&amp;#039;&amp;#039; würde nie vom Garten gesagt, ist unwahr; in 1QH xviii 26 und Mur 30 ii 19 nämlich vom Baum, was leicht per Synekdoche auf einen Garten übertragen werden könnte. Oder 9bc sind ein Satzteilhyperbaton, bei dem bewusst das Prädikat, das besser zu Zeile b passt, in Zeile a gesetzt wird und umgekehrt (Bspp.: [[Psalm 18#s15 |Ps 18,15]]: „Er warf Pfeile, ... einen Blitz schoss er“; [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]: „Die Sonne hat auf mich geblickt ... meine Brüder waren gegen mich entbrannt“). Das liegt hier ohnehin nahe, da Heuschrecken v.a. Gräser fressen, Baumblätter dagegen weniger gern – so und so passt also auch die Heuschrecke besser zu den Gärten als zu den Bäumen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 2. November 2021 um 08:30 Uhr</title>
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		<updated>2021-11-02T08:30:16Z</updated>

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(c) Börker-Klähn 1982: Altvorderasiatische Bildstelen und vergleichbare Felsreliefs.]]2cd sind sehr schwierig, da gleich drei Begriffe unklar sind. Vielleicht wird hier „poetische Gerechtigkeit“ hergestellt: Gerade die Kühe, die auf den fruchtbaren Baschanweiden weideten, werden nun von diesen in dunkles Dorngestrüpp verschleppt. Alternativ müsste man am ehesten an den Transport gefangener Fische denken wie oben rechts und unten links abgebildet. Auch damit würde poetische Gerechtigkeit hergestellt: Gerade sie, die aus &amp;#039;&amp;#039;Trunksucht&amp;#039;&amp;#039; die Armen knechteten, werden nun würdelos abtransportiert wie Fische auf dem Trockenen.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Genauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Die drei unklaren Begriffe sind &amp;#039;&amp;#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;ṣinnot&amp;#039;&amp;#039; (hier: „an Haken“) und &amp;#039;&amp;#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sirot dugah&amp;#039;&amp;#039; (hier: „an Fischhaken“, w. „Haken der Fischerei“). Dabei ist keiner der Begriffe wirklich unbekannt. (a) Am wenigsten umstritten ist &amp;#039;&amp;#039;dugah&amp;#039;&amp;#039;, das nur hier in der Bibel verwendet wird und daher unsicher ist, aber fast stets von &amp;#039;&amp;#039;dag&amp;#039;&amp;#039; „Fisch“ abgeleitet wird und dann als „Fischerei“ gedeutet wird (aber s. gleich). (b) Das dazugehörige fem. &amp;#039;&amp;#039;sirot&amp;#039;&amp;#039; scheint auf den ersten Blick vom mask. oder fem. (hier also fem.) &amp;#039;&amp;#039;sir&amp;#039;&amp;#039; I („Topf, Kessel“) zu kommen. Daneben gibt es ein mask. &amp;#039;&amp;#039;sir&amp;#039;&amp;#039; II („Dorn“) mit dem mask. Pl. &amp;#039;&amp;#039;sirim&amp;#039;&amp;#039;. (c) &amp;#039;&amp;#039;ṣinnot&amp;#039;&amp;#039; ist auf den ersten Blick der Plural des fem. &amp;#039;&amp;#039;ṣinnah&amp;#039;&amp;#039; („Schild“), neben dem es außerdem ein ähnliches mask. &amp;#039;&amp;#039;ṣen&amp;#039;&amp;#039; („Stachel“) gibt, dessen Pl. aber, da mask., &amp;#039;&amp;#039;ṣinnim&amp;#039;&amp;#039; lautete wie in [[Ijob 5#s5 |Ijob 5,5]]; [[Sprichwörter 22#s5 |Spr 22,5]]. Außerdem ist im späten Aramäisch das fem. Wort &amp;#039;&amp;#039;ṣinna`&amp;#039;&amp;#039; („Korb“) belegt, dessen Plural ebenfalls wie hier &amp;#039;&amp;#039;ṣinnot&amp;#039;&amp;#039; wäre.&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Auf den ersten Blick scheint daher der Vers zu sagen: „Ihr werdet fortgetragen auf Schilden und eure Nachkommen in Fischereitöpfen.“ oder „...in Körben und Fischereitöpfen.“ Die erste Variante ist sinnlos, so aber PAT. Bei der zweiten Variante wäre zu denken an einen Fischtransport wie oben auf dem Bild unten rechts abgebildet ist. So schon Michaelis, Prätorius 1918, S. 1251 und wesentlich stärker rezipiert Paul 1991. Aber ganz richtig Yoder 2015, S. 101: Das aram. Wort ist zu spät überliefert, als dass man es guten Gewissens schon für die Abfassungszeit des Amos-Buches annehmen dürfte. Außerdem ist ein Kessel kein Transportmittel, und was ein „Fischereikessel“ sein soll, ist auch ungewiss.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Wir folgen hier stattdessen, weil er sicher das rundeste Bild ergibt, einem mittlerweile schon wieder weitgehend in Vergessenheit geratenen Vorschlag von Döderlein 1787, S. 170 und Dahl 1795, S. 128, die (wie Michaelis: „schwarze Kessel“, Schegg: „rußige Töpfe“) das Hapax &amp;#039;&amp;#039;dugah&amp;#039;&amp;#039; vom Arab. &amp;#039;&amp;#039;duga&amp;#039;&amp;#039; („dunkel“) ableiten und als „schwarz, finster“ deuten. Dann: „Ihr werdet (von euren fruchtbaren Weiden) getragen in Gestachel und eure Nachkommen in finsteres Dorngestrüpp“. Das Femininum der Nomina wäre zu erklären als Markierung der Nomen „Stachel“ und „Dorn“ als Kollektivnomina (also „Stachel“ &amp;gt; „Gestachel“, „Dorn“ &amp;gt; „Gedorn“ = „Dorngestrüpp“; vgl. JM § 134p; ähnlich schon GKC §122s).&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Die meisten orientieren sich heute ebenfalls an den jeweiligen maskulinen Substantiven „Dorn“ und „Stachel“, die hier aber deshalb fem. wären, weil sie künstlich verfertigt sind (gut Maag 1951, S. 190, zum Fem. von Instrumenten vgl. GKC §122m-o; JM §134i). „Dorn“ an sich ist dann noch nicht gut verständlich, aber die Parallele „Fischereistachel“ machte dann klar, dass es sich dann entweder um Angelhaken oder um Fischspeere handeln müsste. „Fischspeer“ wählen viele dann deshalb, weil man annimmt, dass im Alten Israel nicht geangelt worden sei, aber das ist unwahr: In Israel wurden eine ganze Reihe von Angelhaken ausgegraben (s. jüngst Rosenberg/Chasan 2020), darunter einige in Tell el-Kheleifeh, die man heute ins 8.-6. Jhd. v. Chr. datiert (dazu vgl. [https://www.bible.ca/archeology/bible-archeology-exodus-kadesh-barnea-ezion-geber-nelson-gluecks-1938-1940-excavations-tell-el-kheleifeh-reappraisal-gary-pratico-1985ad.htm Pratico 1985]). Auch in der Bibel ist es klar belegt, s. [[Ijob 40#s26 |Ijob 40,26]]; [[Ezechiel 29#s4 |Ez 29,4f.]]; [[Habakuk 1#s15 |Hab 1,15]]. Recht schwierig an dieser Deutung ist, dass für Angelhaken im Heb. mit &amp;#039;&amp;#039;ḥakkah&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ḥaḥ&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;ḥo&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ḥ&amp;#039;&amp;#039; (das ebenfalls ursprünglich „Dorn“ heißt) bereits zwei Vokabeln zur Verfügung standen. Yoder 2015, S. 97 will das damit erklären, dass der Hirte Amos mit den „Dornen“ und „Stacheln“ gezielt zwei eigentlich landwirtschaftliche Begriffe auf die Fischerei übertragen hätte – aber warum und wozu? Die Rede von den Haken / Speeren jedenfalls wird dann entweder aufs Angeln übertragen (für eine Abbildung s. rechts; gemeint wäre quasi: „ihr werdet aus eurer Heimat herausgeangelt“. S. z.B. TAF: „man wird euch mit Angeln heraufholen und eure Nachkommen mit Haken zum Fischen“, ähnlich BB, LUT, TUR, ZÜR) oder man geht noch häufiger davon aus, dass sowohl „Haken“ als auch ganz merkwürdig „Fischereihaken“ den Nasenring einer Kuh bezeichne (s. rechts und vgl. [[Ezechiel 19#s9 |Ez 19,9]]), die von ihrer Weide fortgezogen wird (EÜ: „man holt euch mit Fleischerhaken weg, und was dann noch von euch übrig ist, mit Angelhaken“), oder dass Letzteres ebenso merkwürdig für den Fischspeer stehe, der auch zum Antreiben der Kühe verwendet worden sei (Jeremias 1995: „Man treibt euch fort mit Stacheln und die Letzten von euch mit Harpunen“). Beides stimmt aber nicht mit dem (häufigen) Verb zusammen (s. vorige FN); wenn überhaupt, sollte man daher besser nicht ans Angeln, sondern an den Fisch-&amp;#039;&amp;#039;Transport&amp;#039;&amp;#039; denken.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Einigermaßen verbreitet ist schließlich noch der Vorschlag von Schwantes 1967, &amp;#039;&amp;#039;ṣinnot&amp;#039;&amp;#039; sei mit dem akk. &amp;#039;&amp;#039;ṣinnatu&amp;#039;&amp;#039; („Nasenseil“) verwandt (z.B. Fleischer 1989, S. 84; Reimer 1992, S. 92; Soggin 1987; Wolff 1969). Zu denken wäre dann entweder an den assyrischen Usus, Gefangenen in der Tat ein Nasenseil anzulegen (vgl. [[2 Könige 19#s28 |2 Kön 19,28]] und [[Jesaja 37#s29 |Jes 37,29]]; [[2 Chroniken 33#s11 |2 Chr 33,11]]; [[Ezechiel 38#s4 |Ez 38,4]] und s. rechts), oder es waltete auch hiernach noch die Kuh-Metapher und man hätte an Kühe zu denken, die an der Leine gezogen werden (s. ebenfalls rechts). Auch hiergegen spricht aber das Verb in 4c und die Rede vom „&amp;#039;&amp;#039;Fisch&amp;#039;&amp;#039;speer“ ist auch hier sehr schlecht motiviert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Und eure Nachkommen (euren Rest, euer Ende [wird sein]) in dunkles Dorngestrüpp (an Fischhaken, mit Fischharpunen, in Fischkesseln, in Fischerbooten, in dunkles Dorngestrüpp)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Datei:Fischtransport.jpg|mini|rechts|Ägyptische Abbildungen vom Fischtransport. (c) Sahrhage 2008: Fishing in Ancient Egypt]][[Datei:AmSeil.jpg|mini|rechts|Oben links: Rollsiegel: Hadad führt Bullen an der Leine. (c) Ward 1910: The Seal Cylinders of Western Asia.&amp;lt;br /&amp;gt;Unten links: Relief: Angeln in Assyrien. (c) Layard 1849: The Monuments of Nineveh.&amp;lt;br /&amp;gt;Rechts: Stele: Esarhaddon führt Gefangene am Nasenseil. (c) Börker-Klähn 1982: Altvorderasiatische Bildstelen und vergleichbare Felsreliefs.]]2cd sind sehr schwierig, da gleich drei Begriffe unklar sind. Vielleicht wird hier „poetische Gerechtigkeit“ hergestellt: Gerade die Kühe, die auf den fruchtbaren Baschanweiden weideten, werden nun von diesen in dunkles Dorngestrüpp verschleppt. Alternativ müsste man am ehesten an den Transport gefangener Fische denken wie oben rechts und unten links abgebildet. Auch damit würde poetische Gerechtigkeit hergestellt: Gerade sie, die aus &amp;#039;&amp;#039;Trunksucht&amp;#039;&amp;#039; die Armen knechteten, werden nun würdelos abtransportiert wie Fische auf dem Trockenen.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Genauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Die drei unklaren Begriffe sind &amp;#039;&amp;#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;ṣinnot&amp;#039;&amp;#039; (hier: „an Haken“) und &amp;#039;&amp;#039;b&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt;sirot dugah&amp;#039;&amp;#039; (hier: „an Fischhaken“, w. „Haken der Fischerei“). Dabei ist keiner der Begriffe wirklich unbekannt. (a) Am wenigsten umstritten ist &amp;#039;&amp;#039;dugah&amp;#039;&amp;#039;, das nur hier in der Bibel verwendet wird und daher unsicher ist, aber fast stets von &amp;#039;&amp;#039;dag&amp;#039;&amp;#039; „Fisch“ abgeleitet wird und dann als „Fischerei“ gedeutet wird (aber s. gleich). (b) Das dazugehörige fem. &amp;#039;&amp;#039;sirot&amp;#039;&amp;#039; scheint auf den ersten Blick vom mask. oder fem. (hier also fem.) &amp;#039;&amp;#039;sir&amp;#039;&amp;#039; I („Topf, Kessel“) zu kommen. Daneben gibt es ein mask. &amp;#039;&amp;#039;sir&amp;#039;&amp;#039; II („Dorn“) mit dem mask. Pl. &amp;#039;&amp;#039;sirim&amp;#039;&amp;#039;. (c) &amp;#039;&amp;#039;ṣinnot&amp;#039;&amp;#039; ist auf den ersten Blick der Plural des fem. &amp;#039;&amp;#039;ṣinnah&amp;#039;&amp;#039; („Schild“), neben dem es außerdem ein ähnliches mask. &amp;#039;&amp;#039;ṣen&amp;#039;&amp;#039; („Stachel“) gibt, dessen Pl. aber, da mask., &amp;#039;&amp;#039;ṣinnim&amp;#039;&amp;#039; lautete wie in [[Ijob 5#s5 |Ijob 5,5]]; [[Sprichwörter 22#s5 |Spr 22,5]]. Außerdem ist im späten Aramäisch das fem. 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Außerdem ist ein Kessel kein Transportmittel, und was ein „Fischereikessel“ sein soll, ist auch ungewiss.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Wir folgen hier stattdessen, weil er sicher das rundeste Bild ergibt, einem mittlerweile schon wieder weitgehend in Vergessenheit geratenen Vorschlag von Döderlein 1787, S. 170 und Dahl 1795, S. 128, die (wie Michaelis: „schwarze Kessel“, Schegg: „rußige Töpfe“) das Hapax &amp;#039;&amp;#039;dugah&amp;#039;&amp;#039; vom Arab. &amp;#039;&amp;#039;duga&amp;#039;&amp;#039; („dunkel“) ableiten und als „schwarz, finster“ deuten. Dann: „Ihr werdet (von euren fruchtbaren Weiden) getragen in Gestachel und eure Nachkommen in finsteres Dorngestrüpp“. Das Femininum der Nomina wäre zu erklären als Markierung der Nomen „Stachel“ und „Dorn“ als Kollektivnomina (also „Stachel“ &amp;gt; „Gestachel“, „Dorn“ &amp;gt; „Gedorn“ = „Dorngestrüpp“; vgl. JM § 134p; ähnlich schon GKC §122s).&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Die meisten orientieren sich heute ebenfalls an den jeweiligen maskulinen Substantiven „Dorn“ und „Stachel“, die hier aber deshalb fem. wären, weil sie künstlich verfertigt sind (gut Maag 1951, S. 190, zum Fem. von Instrumenten vgl. GKC §122m-o; JM §134i). „Dorn“ an sich ist dann noch nicht gut verständlich, aber die Parallele „Fischereistachel“ machte dann klar, dass es sich dann entweder um Angelhaken oder um Fischspeere handeln müsste. „Fischspeer“ wählen viele dann deshalb, weil man annimmt, dass im Alten Israel nicht geangelt worden sei, aber das ist unwahr: In Israel wurden eine ganze Reihe von Angelhaken ausgegraben (s. jüngst Rosenberg/Chasan 2020), darunter einige in Tell el-Kheleifeh, die man heute ins 8.-6. Jhd. v. Chr. datiert (dazu vgl. [https://www.bible.ca/archeology/bible-archeology-exodus-kadesh-barnea-ezion-geber-nelson-gluecks-1938-1940-excavations-tell-el-kheleifeh-reappraisal-gary-pratico-1985ad.htm Pratico 1985]). Auch in der Bibel ist es klar belegt, s. [[Ijob 40#s26 |Ijob 40,26]]; [[Ezechiel 29#s4 |Ez 29,4f.]]; [[Habakuk 1#s15 |Hab 1,15]]. Recht schwierig an dieser Deutung ist, dass für Angelhaken im Heb. mit &amp;#039;&amp;#039;ḥakkah&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ḥaḥ&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;ḥo&amp;lt;sup&amp;gt;a&amp;lt;/sup&amp;gt;ḥ&amp;#039;&amp;#039; (das ebenfalls ursprünglich „Dorn“ heißt) bereits zwei Vokabeln zur Verfügung standen. Yoder 2015, S. 97 will das damit erklären, dass der Hirte Amos mit den „Dornen“ und „Stacheln“ gezielt zwei eigentlich landwirtschaftliche Begriffe auf die Fischerei übertragen hätte – aber warum und wozu? Die Rede von den Haken / Speeren jedenfalls wird dann entweder aufs Angeln übertragen (für eine Abbildung s. rechts; gemeint wäre quasi: „ihr werdet aus eurer Heimat herausgeangelt“. S. z.B. TAF: „man wird euch mit Angeln heraufholen und eure Nachkommen mit Haken zum Fischen“, ähnlich BB, LUT, TUR, ZÜR) oder man geht noch häufiger davon aus, dass sowohl „Haken“ als auch ganz merkwürdig „Fischereihaken“ den Nasenring einer Kuh bezeichne (s. rechts und vgl. [[Ezechiel 19#s9 |Ez 19,9]]), die von ihrer Weide fortgezogen wird (EÜ: „man holt euch mit Fleischerhaken weg, und was dann noch von euch übrig ist, mit Angelhaken“), oder dass Letzteres ebenso merkwürdig für den Fischspeer stehe, der auch zum Antreiben der Kühe verwendet worden sei (Jeremias 1995: „Man treibt euch fort mit Stacheln und die Letzten von euch mit Harpunen“). Beides stimmt aber nicht mit dem (häufigen) Verb zusammen (s. vorige FN); wenn überhaupt, sollte man daher besser nicht ans Angeln, sondern an den Fisch-&amp;#039;&amp;#039;Transport&amp;#039;&amp;#039; denken.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Einigermaßen verbreitet ist schließlich noch der Vorschlag von Schwantes 1967, &amp;#039;&amp;#039;ṣinnot&amp;#039;&amp;#039; sei mit dem akk. &amp;#039;&amp;#039;ṣinnatu&amp;#039;&amp;#039; („Nasenseil“) verwandt (z.B. Fleischer 1989, S. 84; Reimer 1992, S. 92; Soggin 1987; Wolff 1969). Zu denken wäre dann entweder an den assyrischen Usus, Gefangenen in der Tat ein Nasenseil anzulegen (vgl. [[2 Könige 19#s28 |2 Kön 19,28]] und [[Jesaja 37#s29 |Jes 37,29]]; [[2 Chroniken 33#s11 |2 Chr 33,11]]; [[Ezechiel 38#s4 |Ez 38,4]] und s. rechts), oder es waltete auch hiernach noch die Kuh-Metapher und man hätte an Kühe zu denken, die an der Leine gezogen werden (s. ebenfalls rechts). Auch hiergegen spricht aber das Verb in 4c und die Rede vom „&amp;#039;&amp;#039;Fisch&amp;#039;&amp;#039;speer“ ist auch hier sehr schlecht motiviert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 3. Oktober 2021 um 18:08 Uhr</title>
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		<updated>2021-10-03T18:08:48Z</updated>

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Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! Lasst uns trinken!“ nur sinnvoll von den Priestern gesprochen werden könnte. Das stimmt aber nicht sehr gut damit zusammen, wer sonst in Am 3,13-6,14 die Adressaten des Amos sind. Man sollte also davon ausgehen, dass auch zur Zeit dies Amos(-Buches) die den Zehnt abtretenden Israelit:innen bereits von diesem profitierten (s.u.). Das legt auch m.Zeb xiv 8 nahe: „&#039;&#039;Nachdem Kulthöhen verboten wurden, ... durften allerheiligste Opfer (nur noch) hinter den Vorhängen (des Tempels) gegessen werden, die weniger heiligen Opfer und der zweite Zehnt innerhalb der Mauern (Jerusalems).&#039;&#039;“ – schon zur Zeit der Kulthöhen also wurde ein Teil des Zehnts an die Kultstätten abgetreten, der größere Teil aber selbst verspeist.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Dies ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. Von Baschan-&#039;&#039;Kühen&#039;&#039; statt Baschan-Stieren ist sonst aber nirgends die Rede. Deshalb denken die meisten, dass das Bild für die Ehefrauen reicher Israeliten stehe (so schon Luther mit einer so krass &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;misogyner &lt;/del&gt;Auslegung, dass sie hier kurz widergegeben sei: „&#039;&#039;Er redet die gottlosen Weiber der Gottlosen an und nennt sie ‚fette Kühe‘. Denn dies Geschlecht ist viel zu schwach, als daß es des Wohlergehens recht gebrauchen könnte, da sie auch sonst die Herzen der Weisen zu plagen pflegen. [... Er spricht:] Unersättlich ist euer Geiz, es ist kein Maß eurer Schwelgerei und eures Prangens. (Denn es ist diesem Geschlechte von Natur eingepflanzt, daß sie diesen Dingen ergeben sind, wenn nicht Gottesfurcht da ist.)&#039;&#039;“). Mit „Baschan“ wäre dann vielleicht auch noch ein Wortspiel in dieses Bild eingebaut: Das verwandte arab. &#039;&#039;baṯane&#039;&#039; heißt w. „fruchtbare Ebene“, ist damit aber gleichzeitig ein Bild für „weiche Mädchen“ (vgl. Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) Nachkommen an Stacheln“; gerade diese Stelle ließe sich aber sogar sehr gut als G-Shift erklären), ist bisher unerklärt. Häufig werden auch diese fem. Formen der Verben und Personalpronomen als Indizien dafür genommen, dass die Kühe für weibliche Adressatinnen stehen, aber das Fem. lässt sich auch leicht als Kongruenz mit dem fem. „Kühe“ erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Daneben war v.a. früher die Deutung verbreitet, dass es sich hier auch um männliche reiche Israeliten oder Fürsten handle (so schon Tg, Hieronymus, Kyrill; auch Rosenmüller, Schmoller; auch Syr macht die Kühe zu „Männern“). Das „Kühe“ statt „Stiere“ sollte dann diese Männer zusätzlich „feminisieren und damit [...] beleidigen. Eine solche Strategie verfolgen z.B. [[Jesaja 19#s16 |Jes 19,16]]; [[Jeremia 50#s37 |Jer 50,37]]; [[Jeremia 51#s30 |51,30]]; [[Nahum 3#s13 |Nah 3,13]].“ (Kessler 2021, S. 116). Heute hat diese Position aber kaum noch Vertreter.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_[Ihr] Kühe vom Baschan&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kühe vom Baschan&#039;&#039; - Unklares und viel diskutiertes Bild. Gemeint sind vielleicht die Verehrer:innen des „Kalbs von Samaria“, einem Gottesbild in einem Heiligtum, das nach der Plünderung Bethels durch Salmanassar um 725 als Ersatz in Samaria erbaut worden war (s. [[Hosea 8#s5 |Hos 8,5f.]]; [[Hosea 10#s5 |10,5f.]]; [[Hosea 13#s1 |13,1f.]] – das ist jedenfalls die natürlichste Bed. der Vv.; für einen alternativen Vorschlag s. Na&#039;aman 2017). Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! Lasst uns trinken!“ nur sinnvoll von den Priestern gesprochen werden könnte. Das stimmt aber nicht sehr gut damit zusammen, wer sonst in Am 3,13-6,14 die Adressaten des Amos sind. Man sollte also davon ausgehen, dass auch zur Zeit dies Amos(-Buches) die den Zehnt abtretenden Israelit:innen bereits von diesem profitierten (s.u.). Das legt auch m.Zeb xiv 8 nahe: „&#039;&#039;Nachdem Kulthöhen verboten wurden, ... durften allerheiligste Opfer (nur noch) hinter den Vorhängen (des Tempels) gegessen werden, die weniger heiligen Opfer und der zweite Zehnt innerhalb der Mauern (Jerusalems).&#039;&#039;“ – schon zur Zeit der Kulthöhen also wurde ein Teil des Zehnts an die Kultstätten abgetreten, der größere Teil aber selbst verspeist.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Dies ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. Von Baschan-&#039;&#039;Kühen&#039;&#039; statt Baschan-Stieren ist sonst aber nirgends die Rede. Deshalb denken die meisten, dass das Bild für die Ehefrauen reicher Israeliten stehe (so schon Luther mit einer so krass &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;misogynen &lt;/ins&gt;Auslegung, dass sie hier kurz widergegeben sei: „&#039;&#039;Er redet die gottlosen Weiber der Gottlosen an und nennt sie ‚fette Kühe‘. Denn dies Geschlecht ist viel zu schwach, als daß es des Wohlergehens recht gebrauchen könnte, da sie auch sonst die Herzen der Weisen zu plagen pflegen. [... Er spricht:] Unersättlich ist euer Geiz, es ist kein Maß eurer Schwelgerei und eures Prangens. (Denn es ist diesem Geschlechte von Natur eingepflanzt, daß sie diesen Dingen ergeben sind, wenn nicht Gottesfurcht da ist.)&#039;&#039;“). Mit „Baschan“ wäre dann vielleicht auch noch ein Wortspiel in dieses Bild eingebaut: Das verwandte arab. &#039;&#039;baṯane&#039;&#039; heißt w. „fruchtbare Ebene“, ist damit aber gleichzeitig ein Bild für „weiche Mädchen“ (vgl. Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) Nachkommen an Stacheln“; gerade diese Stelle ließe sich aber sogar sehr gut als G-Shift erklären), ist bisher unerklärt. Häufig werden auch diese fem. Formen der Verben und Personalpronomen als Indizien dafür genommen, dass die Kühe für weibliche Adressatinnen stehen, aber das Fem. lässt sich auch leicht als Kongruenz mit dem fem. „Kühe“ erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Daneben war v.a. früher die Deutung verbreitet, dass es sich hier auch um männliche reiche Israeliten oder Fürsten handle (so schon Tg, Hieronymus, Kyrill; auch Rosenmüller, Schmoller; auch Syr macht die Kühe zu „Männern“). Das „Kühe“ statt „Stiere“ sollte dann diese Männer zusätzlich „feminisieren und damit [...] beleidigen. Eine solche Strategie verfolgen z.B. [[Jesaja 19#s16 |Jes 19,16]]; [[Jeremia 50#s37 |Jer 50,37]]; [[Jeremia 51#s30 |51,30]]; [[Nahum 3#s13 |Nah 3,13]].“ (Kessler 2021, S. 116). Heute hat diese Position aber kaum noch Vertreter.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<title>Sebastian Walter am 3. Oktober 2021 um 18:08 Uhr</title>
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Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! Lasst uns trinken!“ nur sinnvoll von den Priestern gesprochen werden könnte. Das stimmt aber nicht sehr gut damit zusammen, wer sonst in Am 3,13-6,14 die Adressaten des Amos sind. Man sollte also davon ausgehen, dass auch zur Zeit dies Amos(-Buches) die den Zehnt abtretenden Israelit:innen bereits von diesem profitierten (s.u.). Das legt auch m.Zeb xiv 8 nahe: „&#039;&#039;Nachdem Kulthöhen verboten wurden, ... durften allerheiligste Opfer (nur noch) hinter den Vorhängen (des Tempels) gegessen werden, die weniger heiligen Opfer und der zweite Zehnt innerhalb der Mauern (Jerusalems).&#039;&#039;“ – schon zur Zeit der Kulthöhen also wurde ein Teil des Zehnts an die Kultstätten abgetreten, der größere Teil aber selbst verspeist.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Dies ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. Von Baschan-&#039;&#039;Kühen&#039;&#039; statt Baschan-Stieren ist sonst aber nirgends die Rede. Deshalb denken die meisten, dass das Bild für die Ehefrauen reicher Israeliten stehe (so schon Luther mit &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;furchbar &lt;/del&gt;misogyner Auslegung: &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„Er &lt;/del&gt;redet die gottlosen Weiber der Gottlosen an und nennt sie ‚fette Kühe‘. Denn dies Geschlecht ist viel zu schwach, als daß es des Wohlergehens recht gebrauchen könnte, da sie auch sonst die Herzen der Weisen zu plagen pflegen.“). Mit „Baschan“ wäre dann vielleicht auch noch ein Wortspiel in dieses Bild eingebaut: Das verwandte arab. &#039;&#039;baṯane&#039;&#039; heißt w. „fruchtbare Ebene“, ist damit aber gleichzeitig ein Bild für „weiche Mädchen“ (vgl. Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) 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Heute hat diese Position aber kaum noch Vertreter.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_[Ihr] Kühe vom Baschan&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kühe vom Baschan&#039;&#039; - Unklares und viel diskutiertes Bild. Gemeint sind vielleicht die Verehrer:innen des „Kalbs von Samaria“, einem Gottesbild in einem Heiligtum, das nach der Plünderung Bethels durch Salmanassar um 725 als Ersatz in Samaria erbaut worden war (s. [[Hosea 8#s5 |Hos 8,5f.]]; [[Hosea 10#s5 |10,5f.]]; [[Hosea 13#s1 |13,1f.]] – das ist jedenfalls die natürlichste Bed. der Vv.; für einen alternativen Vorschlag s. Na&#039;aman 2017). Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! Lasst uns trinken!“ nur sinnvoll von den Priestern gesprochen werden könnte. Das stimmt aber nicht sehr gut damit zusammen, wer sonst in Am 3,13-6,14 die Adressaten des Amos sind. Man sollte also davon ausgehen, dass auch zur Zeit dies Amos(-Buches) die den Zehnt abtretenden Israelit:innen bereits von diesem profitierten (s.u.). Das legt auch m.Zeb xiv 8 nahe: „&#039;&#039;Nachdem Kulthöhen verboten wurden, ... durften allerheiligste Opfer (nur noch) hinter den Vorhängen (des Tempels) gegessen werden, die weniger heiligen Opfer und der zweite Zehnt innerhalb der Mauern (Jerusalems).&#039;&#039;“ – schon zur Zeit der Kulthöhen also wurde ein Teil des Zehnts an die Kultstätten abgetreten, der größere Teil aber selbst verspeist.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Dies ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. Von Baschan-&#039;&#039;Kühen&#039;&#039; statt Baschan-Stieren ist sonst aber nirgends die Rede. Deshalb denken die meisten, dass das Bild für die Ehefrauen reicher Israeliten stehe (so schon Luther mit &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;einer so krass &lt;/ins&gt;misogyner Auslegung&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;, dass sie hier kurz widergegeben sei&lt;/ins&gt;: &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„&#039;&#039;Er &lt;/ins&gt;redet die gottlosen Weiber der Gottlosen an und nennt sie ‚fette Kühe‘. Denn dies Geschlecht ist viel zu schwach, als daß es des Wohlergehens recht gebrauchen könnte, da sie auch sonst die Herzen der Weisen zu plagen pflegen. &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;[... Er spricht:] Unersättlich ist euer Geiz, es ist kein Maß eurer Schwelgerei und eures Prangens. (Denn es ist diesem Geschlechte von Natur eingepflanzt, daß sie diesen Dingen ergeben sind, wenn nicht Gottesfurcht da ist.)&#039;&#039;&lt;/ins&gt;“). Mit „Baschan“ wäre dann vielleicht auch noch ein Wortspiel in dieses Bild eingebaut: Das verwandte arab. &#039;&#039;baṯane&#039;&#039; heißt w. „fruchtbare Ebene“, ist damit aber gleichzeitig ein Bild für „weiche Mädchen“ (vgl. Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) Nachkommen an Stacheln“; gerade diese Stelle ließe sich aber sogar sehr gut als G-Shift erklären), ist bisher unerklärt. Häufig werden auch diese fem. Formen der Verben und Personalpronomen als Indizien dafür genommen, dass die Kühe für weibliche Adressatinnen stehen, aber das Fem. lässt sich auch leicht als Kongruenz mit dem fem. „Kühe“ erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Daneben war v.a. früher die Deutung verbreitet, dass es sich hier auch um männliche reiche Israeliten oder Fürsten handle (so schon Tg, Hieronymus, Kyrill; auch Rosenmüller, Schmoller; auch Syr macht die Kühe zu „Männern“). Das „Kühe“ statt „Stiere“ sollte dann diese Männer zusätzlich „feminisieren und damit [...] beleidigen. Eine solche Strategie verfolgen z.B. [[Jesaja 19#s16 |Jes 19,16]]; [[Jeremia 50#s37 |Jer 50,37]]; [[Jeremia 51#s30 |51,30]]; [[Nahum 3#s13 |Nah 3,13]].“ (Kessler 2021, S. 116). Heute hat diese Position aber kaum noch Vertreter.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 3. Oktober 2021 um 18:01 Uhr</title>
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		<updated>2021-10-03T18:01:22Z</updated>

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Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! Lasst uns trinken!“ nur sinnvoll von den Priestern gesprochen werden könnte. Das stimmt aber nicht sehr gut damit zusammen, wer sonst in Am 3,13-6,14 die Adressaten des Amos sind. Man sollte also davon ausgehen, dass auch zur Zeit dies Amos(-Buches) die den Zehnt abtretenden Israelit:innen bereits von diesem profitierten (s.u.). Das legt auch m.Zeb xiv 8 nahe: „&#039;&#039;Nachdem Kulthöhen verboten wurden, ... durften allerheiligste Opfer (nur noch) hinter den Vorhängen (des Tempels) gegessen werden, die weniger heiligen Opfer und der zweite Zehnt innerhalb der Mauern (Jerusalems).&#039;&#039;“ – schon zur Zeit der Kulthöhen also wurde ein Teil des Zehnts an die Kultstätten abgetreten, der größere Teil aber selbst verspeist.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Dies ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. Von Baschan-&#039;&#039;Kühen&#039;&#039; statt Baschan-Stieren ist sonst aber nirgends die Rede. Deshalb denken die meisten, dass das Bild für die Ehefrauen reicher Israeliten stehe. Mit „Baschan“ wäre dann vielleicht auch noch ein Wortspiel in dieses Bild eingebaut: Das verwandte arab. &#039;&#039;baṯane&#039;&#039; heißt w. „fruchtbare Ebene“, ist damit aber gleichzeitig ein Bild für „weiche Mädchen“ (vgl. Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) Nachkommen an Stacheln“; gerade diese Stelle ließe sich aber sogar sehr gut als G-Shift erklären), ist bisher unerklärt. Häufig werden auch diese fem. Formen der Verben und Personalpronomen als Indizien dafür genommen, dass die Kühe für weibliche Adressatinnen stehen, aber das Fem. lässt sich auch leicht als Kongruenz mit dem fem. „Kühe“ erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Daneben war v.a. früher die Deutung verbreitet, dass es sich hier auch um männliche reiche Israeliten oder Fürsten handle (so schon Tg, Hieronymus, Kyrill; auch Rosenmüller, Schmoller; auch Syr macht die Kühe zu „Männern“). Das „Kühe“ statt „Stiere“ sollte dann diese Männer zusätzlich „feminisieren und damit [...] beleidigen. Eine solche Strategie verfolgen z.B. [[Jesaja 19#s16 |Jes 19,16]]; [[Jeremia 50#s37 |Jer 50,37]]; [[Jeremia 51#s30 |51,30]]; [[Nahum 3#s13 |Nah 3,13]].“ (Kessler 2021, S. 116). Heute hat diese Position aber kaum noch Vertreter.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_[Ihr] Kühe vom Baschan&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Kühe vom Baschan&#039;&#039; - Unklares und viel diskutiertes Bild. Gemeint sind vielleicht die Verehrer:innen des „Kalbs von Samaria“, einem Gottesbild in einem Heiligtum, das nach der Plünderung Bethels durch Salmanassar um 725 als Ersatz in Samaria erbaut worden war (s. [[Hosea 8#s5 |Hos 8,5f.]]; [[Hosea 10#s5 |10,5f.]]; [[Hosea 13#s1 |13,1f.]] – das ist jedenfalls die natürlichste Bed. der Vv.; für einen alternativen Vorschlag s. Na&#039;aman 2017). Von diesem Heiligtum ist in der Bibel sonst nur noch indirekt in [[Micha 1#s6 |Mi 1,6f.]] die Rede (was wenig überrascht, da Hos 8,5f. nahelegt, dass es maximal fünf Jahre existierte), seine Existenz ist aber sehr sicher, weil auf einer Inschrift aus dem späten 8. Jhd. aus Kuntilled ´Ajrud vom „JHWH von Samaria“ die Rede ist (KAgr 9,8), was ein Heiligtum in Samaria voraussetzt, und weil auf dem assyr. Nimrud-Prisma berichtet wird, Sargon habe bei seiner endgültigen Einnahme Samarias um 720 v. Chr. auch die dortigen „Götter“ (=Götterbilder) erbeutet (s. TUAT I, S. 382. Hayes/Kuan 1991, S. 168 halten außerdem einen Brief eines assyrischen Beamten für einen weiteren Beleg für dieses Heiligtum in Samaria, dagegen aber richtig Timm 2002.). So gedeutet schließt sich an diese Vv. sehr glatt der Abschnitt Vv. 4f. an, der sonst und für sich genommen unvollständig wäre. Ähnlich deuten bes. Barstad 1984; Koch 1983, S. 46; Jacobs 1985; ähnlich auch Miller 2014, erwogen auch von McLaughlin 2001, S. 115f.&amp;lt;br /&amp;gt;Man könnte übrigens davon ausgehen, dass hier nicht allgemein von den Verehrer:innen, sondern von den &#039;&#039;Priestern&#039;&#039; dieses Kalbs die Rede ist, weil gelegentlich angenommen wird, dass man für die Abfassungszeit des Amosbuches noch kultische Regelungen voraussetzen muss, nach denen vom „Zehnt“ in V. 4 noch nur die Priester profitierten, weil er in Gänze an Kultstätten abgegeben wurde (s. [[Genesis 14#s17 |Gen 14,17-20]]; [[Genesis 28#s22 |28,22]]), so dass das „Kommt! Lasst uns trinken!“ nur sinnvoll von den Priestern gesprochen werden könnte. Das stimmt aber nicht sehr gut damit zusammen, wer sonst in Am 3,13-6,14 die Adressaten des Amos sind. Man sollte also davon ausgehen, dass auch zur Zeit dies Amos(-Buches) die den Zehnt abtretenden Israelit:innen bereits von diesem profitierten (s.u.). Das legt auch m.Zeb xiv 8 nahe: „&#039;&#039;Nachdem Kulthöhen verboten wurden, ... durften allerheiligste Opfer (nur noch) hinter den Vorhängen (des Tempels) gegessen werden, die weniger heiligen Opfer und der zweite Zehnt innerhalb der Mauern (Jerusalems).&#039;&#039;“ – schon zur Zeit der Kulthöhen also wurde ein Teil des Zehnts an die Kultstätten abgetreten, der größere Teil aber selbst verspeist.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Genauer&#039;&#039;&#039;: Dies ist eine Minderheitenmeinung. Zu den anderen beiden verbreiteten:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Zum Verständnis des Bildes sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens das Bild selbst, zweitens die Genera der folgenden Verben und Pronomen. Das Baschangebirge im Norden Gileads war bekannt für seine fruchtbaren Weiden, weshalb Baschan-Vieh als besonders gut genährtes Vieh sprichwörtlich war, s. noch [[Numeri 32#s1 |Num 32,1-5.33]]; [[Deuteronomium 32#s14 |Dtn 32,14]]; [[Psalm 22#s13 |Ps 22,13]]; [[Ezechiel 39#s18 |Ez 39,18]]. Von Baschan-&#039;&#039;Kühen&#039;&#039; statt Baschan-Stieren ist sonst aber nirgends die Rede. Deshalb denken die meisten, dass das Bild für die Ehefrauen reicher Israeliten stehe &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;(so schon Luther mit furchbar misogyner Auslegung: „Er redet die gottlosen Weiber der Gottlosen an und nennt sie ‚fette Kühe‘. Denn dies Geschlecht ist viel zu schwach, als daß es des Wohlergehens recht gebrauchen könnte, da sie auch sonst die Herzen der Weisen zu plagen pflegen.“)&lt;/ins&gt;. Mit „Baschan“ wäre dann vielleicht auch noch ein Wortspiel in dieses Bild eingebaut: Das verwandte arab. &#039;&#039;baṯane&#039;&#039; heißt w. „fruchtbare Ebene“, ist damit aber gleichzeitig ein Bild für „weiche Mädchen“ (vgl. Wetzstein 1864, S. 509, FN 4; Speier 1953, S. 306f.; das Bild von Frauen als Landschaften findet sich insgesamt ziemlich häufig in der Antike, in der Bibel z.B. deutlich noch in [[Hohelied 4#s12 |Hld 4,12]]; [[Jesus Sirach 26#s20 |Sir 26,20]]). Darf man dies auch fürs Heb. voraussetzen – was aber sehr unsicher ist –, stünde erstens das ganze Bild für üppige Frauen und spielt zweitens darin auch „Baschan“ allein schon auf üppige Frauen an. „Kühe“ wäre in diesem Bild auch noch gar nicht abwertend: Eine Reihe von kanaanäischen und ägyptischen Göttinnen – gerade auch Liebesgöttinnen, bes. Hathor – wurden mit Kühen assoziiert; der ägyptische Gott Sin und der kanaanäische Gott Baal hatten Geschlechtsverkehr mit einer Kuh, und auch der griechische Gott Zeus hatte etwas Ähnliches mit Io, als sie noch die Gestalt einer Kuh hatte (er zeugt mit ihr den Epaphos durch „Anhauchung“), während seine Frau Hera den Beinamen „die Kuh-Äugige“ hat, was ihre Schönheit hervorheben soll. Zu einigen dieser Mythen vgl. gut Barstad 1984, S. 45-47.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Verbformen sind schwierig. Die Partizipien in 1d-f sind feminin, was aber leicht auch daran liegen könnte, dass sie mit den fem. „Kühen“ kongruent sind – das einleitende „hört!“ nämlich ist mask. Die Personalpronomen in V. 2 sind dann zunächst wieder mask., ab „eure“ in „eure Nachkommen“ und bis zum Ende von V. 3 wird dann aber wieder zum Fem. gewechselt. Gut erklären lässt sich der mehrfache Genuswechsel aber nicht: Es ist im Heb. zwar möglich, dass auf fem. Adressatinnen mit mask. Formen Bezug genommen wird, warum es hier aber manchmal geschieht und manchmal nicht (bes. auffällig V. 2: &#039;&#039;`et&#039;&#039;&#039;ḵem&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (mask.) &#039;&#039;beṣinnot we`aḥarit&#039;&#039;&#039;ḵen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (fem.) &#039;&#039;besirot&#039;&#039; „euch (mask.) an Haken und eure (fem.) Nachkommen an Stacheln“; gerade diese Stelle ließe sich aber sogar sehr gut als G-Shift erklären), ist bisher unerklärt. Häufig werden auch diese fem. Formen der Verben und Personalpronomen als Indizien dafür genommen, dass die Kühe für weibliche Adressatinnen stehen, aber das Fem. lässt sich auch leicht als Kongruenz mit dem fem. „Kühe“ erklären.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Daneben war v.a. früher die Deutung verbreitet, dass es sich hier auch um männliche reiche Israeliten oder Fürsten handle (so schon Tg, Hieronymus, Kyrill; auch Rosenmüller, Schmoller; auch Syr macht die Kühe zu „Männern“). Das „Kühe“ statt „Stiere“ sollte dann diese Männer zusätzlich „feminisieren und damit [...] beleidigen. Eine solche Strategie verfolgen z.B. [[Jesaja 19#s16 |Jes 19,16]]; [[Jeremia 50#s37 |Jer 50,37]]; [[Jeremia 51#s30 |51,30]]; [[Nahum 3#s13 |Nah 3,13]].“ (Kessler 2021, S. 116). Heute hat diese Position aber kaum noch Vertreter.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 29. September 2021 um 14:21 Uhr</title>
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[[Deuteronomium 28#s22 |Dtn 28,22]]; [[1 Könige 8#s37 |1 Kön 8,37]] und [[2 Chroniken 6#s28 |2 Chr 6,28]]; [[Haggai 2#s17 |Hag 2,17]], auch noch im rab. Heb.). Auch in der hebraistischen Botanik hält man es gelegentlich für Krankheiten; Löw 1926, S. 40 z.B. erklärt zunächst &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; als Rußbrand-Pilzbefall und &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039; als Schwarzrost-Pilzbefall, Vogelstein 1894, S. 56 denkt umgekehrt, &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; sei der Rost.&amp;lt;br /&amp;gt;Alternativ leitet man die Bed. gerade aus Am 4,9 ab und hält die beiden Worte für die Folgen von Witterungsverhältnissen, was auch Hag 2,17 nahezulegen scheint, wo als drittes Wort in dieser Reihe „Hagel“ genannt wird. Schon Dalman erklärt daher in AuS I/2, S. 326 &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; als &amp;#039;&amp;#039;Dürre&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039;, das von Menschen neben dem Erblassen auch das Gelbwerden durch Gelbsucht bezeichnet (deutlich b.Ber 25a: ein Mensch erkrankt an &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039;, wenn er nicht pinkelt), als „das &amp;#039;&amp;#039;Blaßwerden&amp;#039;&amp;#039; der Spitzen des grünen Getreides infolge von ‚Würmerbildung‘ bei längerer Trockenheit, doch wurde mir auch viel Regen als Ursache genannt“. Noch stärker orientiert sich Ha-Reubeni 1929 an Am 4,9, worin ihm z.B. auch Brenner 1983, S. 164 gefolgt ist: „too much rain causes &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039;, yellowing of the ears; while little or no rain, together with a drying wind, causes &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039;“. Auch Löw 1934, S. 486 hat dem später zugestimmt; &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039; sei dann „das Gelbwerden des Getreides bei übermäßigem Regenfall“. Entsprechend findet sich in manchen dt. Üss. auch „Dürre“ für &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; (LUT, ähnlich BB: „Hitze“) und „Vergilbung“ für &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039; (ELB, MEN, SLT, TAF), das Gesamt als „Dürre und Vergilbung“ aber nur bei B-R („Kornversengung und Vergilbung“). Grundlage dieser Deutung scheint auch die zu sein, dass nach Gen 41 &amp;#039;&amp;#039;schadap&amp;#039;&amp;#039; offenbar etwas ist, das der Ostwind tut, &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; dann also eine Wirkung dieses Ostwinds wäre, einem häufig als bes. stark (s. [[Exodus 10#s13 |Ex 10,13]]; [[Ijob 27#s21 |Ijob 27,21]]; [[Psalm 48#s8 |Ps 48,8]]; [[Jesaja 27#s8 |Jes 27,8]]; [[Jeremia 18#s17 |Jer 18,17]] u.ö.) oder besonders heiß (s. [[Ezechiek 19#s12 |Ez 19,12]], [[Hosea 13#s15 |Hos 13,15]]; [[Jona 4#s8 |Jon 4,8]]) beschriebenem Wind. Entweder würde durch den Ostwind also Getreide umgeknickt, wie das Verb in Gen 41 in den meisten engl. Üss. gedeutet wird (vgl. auch Levy, ChW: „Zerstörung des Getreides durch heftiges Wehen des Ostwindes oder durch Hagelschläge“), oder versengt, wie es in fast allen dt. Üss. findet (so auch KBL, Ges18: „Versengen“. Beide verweisen auch auf arab. &amp;#039;&amp;#039;`asdafa&amp;#039;&amp;#039; „schwarz/dunkel werden“, aber das müsste dann ein false friend sein – Getreide wird nicht schwarz oder dunkler, wenn es verdorrt).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bed. aus Am 4,9 abzuleiten, geht aber nicht an; Am 4,9 gehört ja gar nicht mehr zur Regenstrophe Am 4,7f. Von Landwirten wurde mir außerdem mitgeteilt, dass es das Phänomen, dass Getreide bei zu viel Regen gelb wird, gar nicht gibt (weshalb immerhin Dalman ja noch den Umweg über den Wurmbefall geht). Am stärksten spricht dagegen aber m.Taan iii 5f.: „Wegen folgender Dinge wird überall die Schofar geblasen (um ein Fasten auszurufen, das Unheil abwenden soll): Wegen &amp;#039;&amp;#039;schiddafon und jeraqon&amp;#039;&amp;#039;, Heuschrecke und Grille, wilder Tiere und wegen dem Schwert (=bewaffneter Truppen). Man bläst ihretwegen die Schofar, &amp;#039;&amp;#039;weil sie wandernde Plagen sind&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;makkah mehallaket&amp;#039;&amp;#039;). (6) Einmal [riefen die Ältesten Jerusalems sogar ein Fasten aus], weil in Aschkelon &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; gesehen wurde, (so groß), dass man (mit den betroffenen Ähren nur) die Öffnung eines Ofens hätte füllen können.“ Vgl. dann [[Exodus 10#s13 |Ex 10,13]], wo der Ostwind Heuschrecken nach Ägypten bringt. m.Taan legt also sehr nahe, dass &amp;#039;&amp;#039;schadap&amp;#039;&amp;#039; in Gen 41 nicht die &amp;#039;&amp;#039;direkte&amp;#039;&amp;#039; Folge des Ostwinds ist, sondern dass das Korn &amp;#039;&amp;#039;wegen&amp;#039;&amp;#039; dem (Sporen transportierenden) Ostwind von &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; befallen wird, und dass &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039; derart offenbar vergleichbar sind mit Heuschrecken und Grillen, weshalb sie auch in 1 Kön 8,37 = 2 Chr 6,28 und an unserer Stelle mit diesen zusammen genannt werden. Ähnlich vielsagend b.BM ix 6 und b.BM 105b-106a, wo differenziert wird, dass Heuschreckenbefall und &amp;#039;&amp;#039;schadap&amp;#039;&amp;#039; nur einzelne Felder oder eine ganze Gegend betrifft (wie ja in m.Taan iii 6 von einem noch geringfügigeren Befall berichtet wird): Auch dies macht sehr unwahrscheinlich, dass &amp;#039;&amp;#039;schadap&amp;#039;&amp;#039; eine Wettereinwirkung ist. Wahrscheinlicher ist also doch etwas wie „(schwarzer) Stinkbrand und (blasser) Mehltau“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Genauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Heb. &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; (von &amp;#039;&amp;#039;schadap&amp;#039;&amp;#039; wie in [[Genesis 41#s6 |Gen 41,6.23.27]] – doch auch dieses Wort ist unklar) und &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039; (wahrscheinlich von &amp;#039;&amp;#039;jereq&amp;#039;&amp;#039;, „blass, gelb, grün“, daher [[Jeremia 30#s6 |Jer 30,6]] vom menschlichen Gesicht: „das Blass-Werden“). Beide Wörter beschreiben noch häufiger und stets gemeinsam, wenn Getreide „nichts wird“ (s. [[Deuteronomium 28#s22 |Dtn 28,22]]; [[1 Könige 8#s37 |1 Kön 8,37]] und [[2 Chroniken 6#s28 |2 Chr 6,28]]; [[Haggai 2#s17 |Hag 2,17]], auch noch im rab. Heb.). Auch in der hebraistischen Botanik hält man es gelegentlich für Krankheiten; Löw 1926, S. 40 z.B. erklärt zunächst &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; als Rußbrand-Pilzbefall und &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039; als Schwarzrost-Pilzbefall, Vogelstein 1894, S. 56 denkt umgekehrt, &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; sei der Rost.&amp;lt;br /&amp;gt;Alternativ leitet man die Bed. gerade aus Am 4,9 ab und hält die beiden Worte für die Folgen von Witterungsverhältnissen, was auch Hag 2,17 nahezulegen scheint, wo als drittes Wort in dieser Reihe „Hagel“ genannt wird. Schon Dalman erklärt daher in AuS I/2, S. 326 &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; als &amp;#039;&amp;#039;Dürre&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039;, das von Menschen neben dem Erblassen auch das Gelbwerden durch Gelbsucht bezeichnet (deutlich b.Ber 25a: ein Mensch erkrankt an &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039;, wenn er nicht pinkelt), als „das &amp;#039;&amp;#039;Blaßwerden&amp;#039;&amp;#039; der Spitzen des grünen Getreides infolge von ‚Würmerbildung‘ bei längerer Trockenheit, doch wurde mir auch viel Regen als Ursache genannt“. Noch stärker orientiert sich Ha-Reubeni 1929 an Am 4,9, worin ihm z.B. auch Brenner 1983, S. 164 gefolgt ist: „too much rain causes &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039;, yellowing of the ears; while little or no rain, together with a drying wind, causes &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039;“. Auch Löw 1934, S. 486 hat dem später zugestimmt; &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039; sei dann „das Gelbwerden des Getreides bei übermäßigem Regenfall“. Entsprechend findet sich in manchen dt. Üss. auch „Dürre“ für &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; (LUT, ähnlich BB: „Hitze“) und „Vergilbung“ für &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039; (ELB, MEN, SLT, TAF), das Gesamt als „Dürre und Vergilbung“ aber nur bei B-R („Kornversengung und Vergilbung“). Grundlage dieser Deutung scheint auch die zu sein, dass nach Gen 41 &amp;#039;&amp;#039;schadap&amp;#039;&amp;#039; offenbar etwas ist, das der Ostwind tut, &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; dann also eine Wirkung dieses Ostwinds wäre, einem häufig als bes. stark (s. [[Exodus 10#s13 |Ex 10,13]]; [[Ijob 27#s21 |Ijob 27,21]]; [[Psalm 48#s8 |Ps 48,8]]; [[Jesaja 27#s8 |Jes 27,8]]; [[Jeremia 18#s17 |Jer 18,17]] u.ö.) oder besonders heiß (s. [[Ezechiek 19#s12 |Ez 19,12]], [[Hosea 13#s15 |Hos 13,15]]; [[Jona 4#s8 |Jon 4,8]]) beschriebenem Wind. Entweder würde durch den Ostwind also Getreide umgeknickt, wie das Verb in Gen 41 in den meisten engl. Üss. gedeutet wird (vgl. auch Levy, ChW: „Zerstörung des Getreides durch heftiges Wehen des Ostwindes oder durch Hagelschläge“), oder versengt, wie es in fast allen dt. Üss. findet (so auch KBL, Ges18: „Versengen“. Beide verweisen auch auf arab. &amp;#039;&amp;#039;`asdafa&amp;#039;&amp;#039; „schwarz/dunkel werden“, aber das müsste dann ein false friend sein – Getreide wird nicht schwarz oder dunkler, wenn es verdorrt).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bed. aus Am 4,9 abzuleiten, geht aber nicht an; Am 4,9 gehört ja gar nicht mehr zur Regenstrophe Am 4,7f. Von Landwirten wurde mir außerdem mitgeteilt, dass es das Phänomen, dass Getreide bei zu viel Regen gelb wird, gar nicht gibt (weshalb immerhin Dalman ja noch den Umweg über den Wurmbefall geht). Am stärksten spricht dagegen aber m.Taan iii 5f.: „Wegen folgender Dinge wird überall die Schofar geblasen (um ein Fasten auszurufen, das Unheil abwenden soll): Wegen &amp;#039;&amp;#039;schiddafon und jeraqon&amp;#039;&amp;#039;, Heuschrecke und Grille, wilder Tiere und wegen dem Schwert (=bewaffneter Truppen). Man bläst ihretwegen die Schofar, &amp;#039;&amp;#039;weil sie wandernde Plagen sind&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;makkah mehallaket&amp;#039;&amp;#039;). (6) Einmal [riefen die Ältesten Jerusalems sogar ein Fasten aus], weil in Aschkelon &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; gesehen wurde, (so groß), dass man (mit den betroffenen Ähren nur) die Öffnung eines Ofens hätte füllen können.“ Vgl. dann [[Exodus 10#s13 |Ex 10,13]], wo der Ostwind Heuschrecken nach Ägypten bringt. m.Taan legt also sehr nahe, dass &amp;#039;&amp;#039;schadap&amp;#039;&amp;#039; in Gen 41 nicht die &amp;#039;&amp;#039;direkte&amp;#039;&amp;#039; Folge des Ostwinds ist, sondern dass das Korn &amp;#039;&amp;#039;wegen&amp;#039;&amp;#039; dem (Sporen transportierenden) Ostwind von &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; befallen wird, und dass &amp;#039;&amp;#039;schiddafon&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;jeraqon&amp;#039;&amp;#039; derart offenbar vergleichbar sind mit Heuschrecken und Grillen, weshalb sie auch in 1 Kön 8,37 = 2 Chr 6,28 und an unserer Stelle mit diesen zusammen genannt werden. Ähnlich vielsagend b.BM ix 6 und b.BM 105b-106a, wo differenziert wird, dass Heuschreckenbefall und &amp;#039;&amp;#039;schadap&amp;#039;&amp;#039; nur einzelne Felder oder eine ganze Gegend betrifft (wie ja in m.Taan iii 6 von einem noch geringfügigeren Befall berichtet wird): Auch dies macht sehr unwahrscheinlich, dass &amp;#039;&amp;#039;schadap&amp;#039;&amp;#039; eine Wettereinwirkung ist. Wahrscheinlicher ist also doch etwas wie „(schwarzer) Stinkbrand und (blasser) Mehltau“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Ich ließ vertrocknen (das Wachsen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Im Heb. (&#039;&#039;harbot&#039;&#039;) und allen Vrs. wie in der Alternative. Ist das Wort korrekt und nur bisher noch unverstanden, ist dies ein Klangspiel: &#039;&#039;harbot&#039;&#039; klingt ähnlich wie &#039;&#039;ha`arbeh&#039;&#039;, „die Grille“. Aber wahrscheinlich ist es nicht korrekt. In älteren Üss. übersetzte man nach den Versionen statt mit „das Wachsen“ gerne mit „die Menge“, aber hierfür wird regelmäßig das vom Vb. abgeleitete Nomen verwendet, nie der Inf. cstr. Verbreitet ist außerdem immer noch die Übersetzung „wiederholt“, aber wieder: Hierfür wird regelmäßig der Inf. abs. &#039;&#039;harbeh&#039;&#039; verwendet, nie der Inf. cstr. &#039;&#039;harbot&#039;&#039;. Wellhausen und Hoonacker haben deshalb vorgeschlagen, statt {{hebr}}הרבת{{hebr ende}} zu lesen {{hebr}}חרבת{{hebr ende}} oder {{hebr}}החרבת{{hebr ende}} („ich ließ verdorren“). Der graph. Unterschied ist minimal; fast alle Kommentare folgen daher heute einem dieser Vorschläge (z.B. Wolff, Rudolph, Jeremias). Der Einwand in CTAT III:656, der Hif. von &#039;&#039;rbh&#039;&#039; würde nie vom Garten gesagt, ist unwahr; in 1QH xviii 26 und Mur 30 ii 19 nämlich vom Baum, was leicht per Synekdoche auf einen Garten übertragen werden könnte. Oder 9bc sind ein Satzteilhyperbaton, bei dem bewusst das Prädikat, das besser zu Zeile b passt, in Zeile a gesetzt wird und umgekehrt (Bspp.: [[Psalm 18#s15 |Ps 18,15]]: „Er warf Pfeile, ... einen Blitz schoss er“; [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]: „Die Sonne hat auf mich geblickt ... meine Brüder waren gegen mich entbrannt“).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;_Ich ließ vertrocknen (das Wachsen)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Textkritik&#039;&#039;&#039;: Im Heb. (&#039;&#039;harbot&#039;&#039;) und allen Vrs. wie in der Alternative. Ist das Wort korrekt und nur bisher noch unverstanden, ist dies ein Klangspiel: &#039;&#039;harbot&#039;&#039; klingt ähnlich wie &#039;&#039;ha`arbeh&#039;&#039;, „die Grille“. Aber wahrscheinlich ist es nicht korrekt. In älteren Üss. übersetzte man nach den Versionen statt mit „das Wachsen“ gerne mit „die Menge“, aber hierfür wird regelmäßig das vom Vb. abgeleitete Nomen verwendet, nie der Inf. cstr. Verbreitet ist außerdem immer noch die Übersetzung „wiederholt“, aber wieder: Hierfür wird regelmäßig der Inf. abs. &#039;&#039;harbeh&#039;&#039; verwendet, nie der Inf. cstr. &#039;&#039;harbot&#039;&#039;. Wellhausen und Hoonacker haben deshalb vorgeschlagen, statt {{hebr}}הרבת{{hebr ende}} zu lesen {{hebr}}חרבת{{hebr ende}} oder {{hebr}}החרבת{{hebr ende}} („ich ließ verdorren“). Der graph. Unterschied ist minimal; fast alle Kommentare folgen daher heute einem dieser Vorschläge (z.B. Wolff, Rudolph, Jeremias). Der Einwand in CTAT III:656, der Hif. von &#039;&#039;rbh&#039;&#039; würde nie vom Garten gesagt, ist unwahr; in 1QH xviii 26 und Mur 30 ii 19 nämlich vom Baum, was leicht per Synekdoche auf einen Garten übertragen werden könnte. Oder 9bc sind ein Satzteilhyperbaton, bei dem bewusst das Prädikat, das besser zu Zeile b passt, in Zeile a gesetzt wird und umgekehrt (Bspp.: [[Psalm 18#s15 |Ps 18,15]]: „Er warf Pfeile, ... einen Blitz schoss er“; [[Hohelied 1#s6 |Hld 1,6]]: „Die Sonne hat auf mich geblickt ... meine Brüder waren gegen mich entbrannt“)&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;. Das liegt hier ohnehin nahe, da Heuschrecken v.a. Gräser fressen, Baumblätter dagegen weniger gern – so und so passt also auch die Heuschrecke besser zu den Gärten als zu den Bäumen&lt;/ins&gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;An Versuchen, den Text beizubehalten, sind mir nur bekannt: „Die Menge euerer Gärten und Weingärten fraß die Heuschrecke“ (z.B. Niehaus, dazu s.o.), (2) „Wiederholt eure Gärten und Weingärten ... fraß die Heuschrecke“ (z.B. Paul, Kessler; dazu s. ebenfalls o. Das „wiederholt“ an dieser Position ist außerdem so wenig idiomatisch, dass Andersen/Freedman und Garrett es stattdessen noch in Zeile a ziehen wollen. Warum sollte das besser sein? Statt den Vokalen müssten dann eben die Akzente geändert werden.). (3) Sicher am besten: „Als wuchsen eure Gärten und Weingarten, eure Feigen- und Olivenbäume fraß da die Heuschrecke“ (Stuart); doch dann wäre das Wort richtiger übersetzt: „Als sich mehrten...“ (s. [[Deuteronomium 17#s16 |Dtn 17,16]]; [[Deuteronomium 28#s63 |28,63]]; [[1 Samuel 14#s11 |1 Sam 14,11]]; [[1 Chroniken 27#s23 |1 Chr 27,23]]), nämlich vielleicht durch gaunerische Akkumulationen von Grundstücken. Aber das passt hier wenig.&amp;lt;/ref&amp;gt; eure Gärten und Weingärten&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;An Versuchen, den Text beizubehalten, sind mir nur bekannt: „Die Menge euerer Gärten und Weingärten fraß die Heuschrecke“ (z.B. Niehaus, dazu s.o.), (2) „Wiederholt eure Gärten und Weingärten ... fraß die Heuschrecke“ (z.B. Paul, Kessler; dazu s. ebenfalls o. Das „wiederholt“ an dieser Position ist außerdem so wenig idiomatisch, dass Andersen/Freedman und Garrett es stattdessen noch in Zeile a ziehen wollen. Warum sollte das besser sein? Statt den Vokalen müssten dann eben die Akzente geändert werden.). (3) Sicher am besten: „Als wuchsen eure Gärten und Weingarten, eure Feigen- und Olivenbäume fraß da die Heuschrecke“ (Stuart); doch dann wäre das Wort richtiger übersetzt: „Als sich mehrten...“ (s. [[Deuteronomium 17#s16 |Dtn 17,16]]; [[Deuteronomium 28#s63 |28,63]]; [[1 Samuel 14#s11 |1 Sam 14,11]]; [[1 Chroniken 27#s23 |1 Chr 27,23]]), nämlich vielleicht durch gaunerische Akkumulationen von Grundstücken. Aber das passt hier wenig.&amp;lt;/ref&amp;gt; eure Gärten und Weingärten&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 27. September 2021 um 20:05 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-27T20:05:04Z</updated>

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&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der kurze Abschnitt &#039;&#039;&#039;Vv. 4f.&#039;&#039;&#039; schließt hieran eng an: er behandelt das Opferwesen in Bethel (einer weiteren Stierkultstätte) und Gilgal. Von hier aus erst erkennt man, was mit dem „Kommt! Durst!“ in 4,1 gemeint ist: Angespielt wird auf die Speiseopfer, die Israeliten an Kultstätten zu entrichten hatten. Der größte Teil davon wurde von den reichen Feld- und Vieheignern erbracht, die allein schon als Zehnt ein Zehntel ihrer gesamten Einkünfte an Heiligtümer abtreten mussten. Addiert man hierzu noch die weiteren Abgaben zu anderen Festen und außerdem noch die „freiwilligen Opfer“, konnten diese Opfer-Abgaben leicht ein Fünftel des Ertrags dieser reichen Israeliten ausmachen. Doch für sie war das leicht zu verschmerzen, da sie ihr Gut laut Amos ja hauptsächlich durch Ausbeutung und Bedrückung von Armen erlangten.&amp;lt;br /&amp;gt;Das Amosbuch ist sicher nach der Plünderung (und Vernichtung?) der Kultstätte in Bethel (und wohl auch der in Beerscheba und Gilgal) um 725 v. Chr. verfasst worden (s. [[Amos 5#s9 |Am 5,9]]). &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Die Vv. 4f. müssen daher also wohl &lt;/del&gt;als &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;höhnische&#039;&#039; Aufforderung Gottes verstanden werden&lt;/del&gt;, &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;man solle doch ins zerstörte Bethel und Gilgal ziehen&lt;/del&gt;. &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Wie Hamath und Gath &lt;/del&gt;in &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;6,2 vorausweisen auf die Zerstörung des in 6,&lt;/del&gt;1 &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;genannten Samaria&lt;/del&gt;, &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;so hier Bethel und Gilgal&lt;/del&gt;. &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Sehr knapp ist die Logik von Vv. 1-5 also: „Ihr Priester in Samaria, die ihr die Armen knechtet, indem ihr von den Reichen immer weitere Opfer fordert: Ihr werdet exiliert werden! &lt;/del&gt;[&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Wähnt euch nur nicht sicher&lt;/del&gt;,] &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;versucht doch mal, nach Bethel und Gilgal zu ziehen – die entsprachen ja ganz euch, &lt;/del&gt;[&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;und jetzt seht&lt;/del&gt;, &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;was sie davon haben!&lt;/del&gt;]&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;“&lt;/del&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der kurze Abschnitt &#039;&#039;&#039;Vv. 4f.&#039;&#039;&#039; schließt hieran eng an: er behandelt das Opferwesen in Bethel (einer weiteren Stierkultstätte) und Gilgal. Von hier aus erst erkennt man, was mit dem „Kommt! Durst!“ in 4,1 gemeint ist: Angespielt wird auf die Speiseopfer, die Israeliten an Kultstätten zu entrichten hatten. Der größte Teil davon wurde von den reichen Feld- und Vieheignern erbracht, die allein schon als Zehnt ein Zehntel ihrer gesamten Einkünfte an Heiligtümer abtreten mussten. Addiert man hierzu noch die weiteren Abgaben zu anderen Festen und außerdem noch die „freiwilligen Opfer“, konnten diese Opfer-Abgaben leicht ein Fünftel des Ertrags dieser reichen Israeliten ausmachen. Doch für sie war das leicht zu verschmerzen, da sie ihr Gut laut Amos ja hauptsächlich durch Ausbeutung und Bedrückung von Armen erlangten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Übrigens spricht Gott nach diesen Versen fließend Sarkastisch. &lt;/ins&gt;Das Amosbuch ist &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;zwar &lt;/ins&gt;sicher nach der Plünderung (und Vernichtung?) der Kultstätte in Bethel (und wohl auch der in Beerscheba und Gilgal) um 725 v. Chr. verfasst worden (s. [[Amos 5#s9 |Am 5,9]])&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;; in der Welt des Textes sollen sie aber ja im 9&lt;/ins&gt;. &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Jahrhundert gesprochen sein und in dieser Textwelt kann man diese Verse kaum anders denn &lt;/ins&gt;als &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;bittersten Sarkasmus verstehen&lt;/ins&gt;, &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;der am Ende nicht mal aufgelöst wird (vgl&lt;/ins&gt;. &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;nah den ebenso sarkastischen Elija &lt;/ins&gt;in &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;[[1 Könige 18#s25 |&lt;/ins&gt;1 &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Kön 18&lt;/ins&gt;,&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;25]]; vgl&lt;/ins&gt;. &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;auch [&lt;/ins&gt;[&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Psalm 2#s4 |Ps 2&lt;/ins&gt;,&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;4&lt;/ins&gt;]&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;]; [&lt;/ins&gt;[&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Psalm 59#s9 |59&lt;/ins&gt;,&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;9]&lt;/ins&gt;]&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;). &lt;/ins&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 27. September 2021 um 19:50 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-27T19:50:29Z</updated>

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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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