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	<title>Inhalt und historische Einführungen/Persönliche Fassung (Sebastian Walter) - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Die Offene Bibel</subtitle>
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		<title>Sebastian Walter am 18. Januar 2024 um 11:40 Uhr</title>
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Vollzieht man aber den eben beschriebenen Prozess nach, lässt sich ein klares Gegeneinander zweier Gruppen für die späte Eisenzeit I und die frühe Eisenzeit II kaum bezweifeln; die Philister führten hier deutlich Grenzstreitigkeiten mit ihren Nachbarn, unterlagen schließlich im frühen 10. Jhd. und Scheschonq schrieb mit seinen Eroberungen im späteren 10. Jhd. nur noch die neugezogenen Grenzen fest.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer bei diesen Streitigkeiten aber genau die Gegner der Philister waren, ist umstritten. Um das 10. Jhd. soll laut Bibel König Salomo in Palästina geherrscht haben. Die Verse 1 Kön 19,15-17 berichten, dass Pharao Siamun Geser zerstört und dann Salomo geschenkt habe, als dieser seine Tochter heiratete, und dass dieser daraufhin in Hazor, Megiddo und Geser Mauern [wiederauf]gebaut habe. Das passte zeitlich zum Neubau Gesers mit Kasemattenmauer; wahrscheinlich vor allem aus diesem Grund nehmen noch heute einige (v.a. jüdische und evangelikale) Historiker an, die Bauinitiative von Kasemattenmauern im 10. Jhd. in Geser, Timna, Beth-Schemesch, Khirbet Qeiyafa, Tel Burna, Tel Scheqef und Tel Milha gehe auf das Königreich Juda zurück und sei das einzige archäologische Zeugnis für die Existenz dieses Königreichs schon im 10. Jhd., das dann in dieser Zeit vom judäischen Bergland aus zunächst in die Schefela und dann in die philistäischen Gebiete vorgedrungen sein soll. Aber es ist nur schwer möglich, diese Verse als historisches Zeugnis zu nehmen: In Hazor wurde zwar wirklich ebenfalls die Stadt neu aufgebaut und mit Toranlage und Kasemattenmauer ausgerüstet. Diese Kasemattenmauer unterscheidet sich aber deutlich von denen in Südpalästina (vgl. z.B. Garfinkel u.a. 2016, S. 183) und wahrscheinlicher hat man diesen Neubau eher ins Ende des 10./Anfang des 9. Jhds. zu datieren (z.B. Kleiman 2022, S. 54). Megiddo wurde sicher erst gut ein Jahrhundert nach Salomo befestigt. Die Notiz zu Geser schließlich ist, sofern wirklich &amp;#039;&amp;#039;Geser&amp;#039;&amp;#039; in Pharao Scheschonqs Städteliste erwähnt wird, texthistorisch gesehen am wahrscheinlichsten aus einer Erinnerung an &amp;#039;&amp;#039;dessen&amp;#039;&amp;#039; Eroberung der Stadt entstanden, ebenfalls nach Salomo (vgl. z.B. gut Schipper 1999, S. 22f.; auch Webster u.a. 2023). Ebenso schwierig ist die Zusatzannahme, der Ausbau der Schefela und des Aijalon-Tals sei vom Gebirge aus geschehen: Vollzieht man die Abfolge des Prozesses genauer nach, sieht man, dass er erstens im &amp;#039;&amp;#039;Westen&amp;#039;&amp;#039; der Schefela begann und zweitens gerade mit der Aufrüstung der bereits bestehenden &amp;#039;&amp;#039;kanaanäischen&amp;#039;&amp;#039; (i.S.v.: nicht-judäischen) Orte Beth-Schemesch, Burna und Lachisch. Mit Tel Jarmuth, Tel Azekah und Tel Zajit waren drittens auch die Hälfte der im 9. Jhd. neu entstandenen Orte in der Schefela ursprünglich kanaanäische Orte. Blickt man auf die Karte rechts oben, sieht man es auf den ersten Blick: Bewegung in der Siedlungsgeschichte der Schefela war vom 12.-9. Jhd. fast nur im Westen. Zusammengenommen macht das plausibler, den Prozess für eine insgesamt kanaanäische Initiative zu halten. Ist das richtig, waren die Schefela-Ebene, die Hiwiter-Region und das Aijalon-Tal noch im 9. Jhd. kanaanäisch (ähnlich z.B. Fantalkin 2008, S. 31-33; Lehmann/Niemann 2014). Allerdings kein „kanaanäisches Reich“: Noch in der neuen Raumordnung des 9. Jhd. lässt sich keine Hierarchie zwischen den Orten oder gar eine Hauptstadt erkennen, sondern Geser, Aijalon, Timna, Beth Schemesch, Tel Azekah, Tel Goded, Tel Burna, Tel Zajit, Keila, Lachisch, Tel Eton und Tel Beit Mirsim waren alle etwa gleich groß. Am besten versteht man in der Eisenzeit IIA das Aijalon-Tal und die Schefela-Ebene daher als &amp;#039;&amp;#039;Allianz&amp;#039;&amp;#039; autonomer kanaanäischer Kleinstädte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Es ist neuerdings v.a. von Maeir gelegentlich in Frage gestellt worden, ob historisch die Philister und ihre westlichen Nachbarn überhaupt verfeindet waren, und noch grundsätzlicher, ob sich Philister und Kanaanäer überhaupt als klar voneinander zu scheidende Gruppen verstehen lassen (gut z.B. Maeir 2019). Dass man ethnisch und materiell-kulturell eher von einem &amp;#039;&amp;#039;Kontinuum&amp;#039;&amp;#039; von philistäisch nach kanaanäisch ausgehen muss, ist gewiss richtig. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 18. Januar 2024 um 11:36 Uhr</title>
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Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. Sie unterscheiden sich aber darin von den anderen Berglandsiedlungen, dass sich in beiden Ortsgruppen größere Grabanlagen finden, die dennoch von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit &amp;#039;&amp;#039;inklusive&amp;#039;&amp;#039; der späten Bronzezeit in Gebrauch waren – mit Ausnahme von Askar die einzigen überhaupt im Zentralgebirge der frühen Eisenzeit (vgl. Lehmann/Varoner 2018, S. 237.253). (3) Tel Dothan unterscheidet sich auch darin von den anderen Berglanddörfern, dass hier aus der frühen Eisenzeit ein Altar, viele kultische Figurinen und ein administratives Gebäude gefunden wurden (vgl. Miglio/Dutton 2018); Dothan hat also in &amp;#039;&amp;#039;jeder&amp;#039;&amp;#039; Hinsicht ein anderes Profil als die üblichen Berglanddörfer im Zentralgebirge. Auch in der Ortsgruppe um Gibeon wird im späten 10. Jhd. mit Motza in der direkten Nachbarschaft von Jerusalem ein Städtchen mit einem eigenen Tempel und mit administrativen Gebäuden erbaut werden (vgl. Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen und unterscheiden sich vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &amp;#039;&amp;#039;kidiataim&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;kirjataim&amp;#039;&amp;#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. Für einige ältere Vorschläge s. die praktische Zusammenschau von [https://www.academia.edu/39956607/Shoshenq_Route_According_to_the_Bubastis_Portal Ibrahim].&amp;lt;/ref&amp;gt; zu einer Ortsgruppe zusammen und werden daher gemeinsam erobert, während wiederum Aijalon, Rabbah und Geser bereits zuvor unter die Hoheit der „Schefeliten“ gekommen war (s. gleich). All dies – das mit Ortsgröße, Gräbern, Kultstätten und administrativen Gebäuden andere Profil als die anderen Berglandsiedlungen und die Behandlung gemeinsam mit den Siedlungen im Tal beim Feldzug von Scheschonq – spricht dafür, dass man die Ortsgruppe um Gibeon trotz der Lage im Gebirge nicht zu den Berglandsiedlungen, sondern noch zum Kulturkreis der Schefela rechnen muss, mit der sie schon seit der mittleren Bronzezeit verbunden waren, so dass man nicht nur Keila, Khirbet Rabud und entweder Tel Jarmuth oder Khirbet Qeiyafa militärisch noch zur Schefela rechnen muss, sondern auch noch diese Orte. Das dem Tempel in Motza vorangehende Heiligtum wird man übrigens dann entsprechend nicht als ein zweites judäisches Heiligtum erklären müssen wie die Ausgräber, sondern als das Grenzheiligtum der „Bergland-Schefeliten“ an der symbolischen Grenze des Nahal Besor. Und schließlich rechnet Faust nicht den philistäischen „Synoikismos“ ein: Weil in der Philistäa so viele kleine Orte schwanden und die meisten Orte für das Palästina der frühen Eisenzeit ungewöhnlich groß waren, nimmt man heute häufig an, dass die Philister die kanaanäischen Bewohner dazu zwangen, in ihre Städte umzusiedeln (vgl. z.B. Bunimovitz 1998, S. 107f.; Shavit 2008, S. 160; Faust/Katz 2011, S. 235f.). Auch in Geser und Timna und ohnehin in den Orten um Aijalon werden daher vor allem Kanaanäer gelebt haben, die im gleich beschriebenen Prozess revoltiert haben könnten. Es ist damit gut möglich, dass man die militärische Macht der Schefela-Bewohner in Fausts Kalkulation vervielfachen muss.&amp;lt;br /&amp;gt;Beim judäischen Bergland dagegen rechnet Faust nicht ein, dass die &amp;#039;&amp;#039;judäischen&amp;#039;&amp;#039; Berglanddörfchen überwiegend erst im 10./9. zur mittleren Eisenzeit errichtet wurden, so dass man zur frühen Eisenzeit noch nicht mit ihnen rechnen kann. Aber Kalkulationen von Einwohnerzahlen und militärischer Macht sind ohnehin nur approximativ; die Machtverhältnisse sind so und so deutlich: Philistäa war mächtig, Schefela und Bergland weniger. Rechnen wir wie Faust, müssten wir im 11. Jhd. allein für Ekron 6000 und für Gat 5000-7500 Einwohner annehmen. Auch mit Keila, Khirbet Rabud, Jarmuth und den hiwitischen Orten dürfte die Zahl waffenfähiger Schefeliten insgesamt kaum die allein dieser beiden Städte erreicht haben.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;lt;small&amp;gt;Dabei dürfer er allerdings die Schefela unter- und das judäische Bergland massiv überschätzt haben. In der Schefela rechnet er erstens nicht den Ort Keila ein, der zuvor ein bedeutender Ort in dieser Gegend gewesen war. Seine Größe zur frühen Eisenzeit lässt sich heute heute nicht mehr erkennen, weil die Ruinen durch Bauarbeiten verwüstet wurden; die gefundene Keramik macht aber sicher, dass es ihn zur dieser Zeit immerhin gab. Auch Khirbet Rabud rechnet Faust nicht ein, obwohl der Ort zu dieser Zeit wahrscheinlich noch zum kanaanäischen Kulturkreis gehörte (s.o.). Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. Sie unterscheiden sich aber darin von den anderen Berglandsiedlungen, dass sich in beiden Ortsgruppen größere Grabanlagen finden, die dennoch von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit &amp;#039;&amp;#039;inklusive&amp;#039;&amp;#039; der späten Bronzezeit in Gebrauch waren – mit Ausnahme von Askar die einzigen überhaupt im Zentralgebirge der frühen Eisenzeit (vgl. Lehmann/Varoner 2018, S. 237.253). (3) Tel Dothan unterscheidet sich auch darin von den anderen Berglanddörfern, dass hier aus der frühen Eisenzeit ein Altar, viele kultische Figurinen und ein administratives Gebäude gefunden wurden (vgl. Miglio/Dutton 2018); Dothan hat also in &amp;#039;&amp;#039;jeder&amp;#039;&amp;#039; Hinsicht ein anderes Profil als die üblichen Berglanddörfer im Zentralgebirge. Auch in der Ortsgruppe um Gibeon wird im späten 10. Jhd. mit Motza in der direkten Nachbarschaft von Jerusalem ein Städtchen mit einem eigenen Tempel und mit administrativen Gebäuden erbaut werden (vgl. Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen und unterscheiden sich vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &amp;#039;&amp;#039;kidiataim&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;kirjataim&amp;#039;&amp;#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. 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Dagegen das Fehlen von Schweinefleisch-Konsum kann man heute nicht mehr als typisch für Philisterstädte werten; außer in der Pentapolis fehlen Schweineknochen in vielen philistäischen Orten (z.B. Tel Qasile und Qubur al-Walajida, vgl. Sapir-Hen u.a. 2015), während sie sich umgekehrt in kleinerer Zahl auch in einigen klar kanaanäischen Orten finden (z.B. Izbet Sartah und Rehob, vgl. ebd.). Doughnut-Webgewichte statt typisch philistäischen zylinderförmigen Webgewichten hat man auch in Tel Qasile gefunden; auch das ist nicht mehr indikativ. Ägyptische Skarabäen schließlich hat man in ganz Palästina gefunden – nur im judäischen Gebirge nicht (s.u.). Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &#039;&#039;nicht&#039;&#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Als diese dominierende Macht dringen die Philister im Laufe der frühen Eisenzeit immer weiter in die Schefela vor: In dieser Zeit neu errichtet wurden z.B. Tel Erani, Khirbet Summeily,&amp;lt;ref&amp;gt;Ich halte Khirbet Summeily für sicher philistäisch und nicht wie die Ausgräber für judäisches Städtchen mehr als 100 Jahre vor der Zeit des Königreichs Juda. 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Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &#039;&#039;nicht&#039;&#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 17. Januar 2024 um 18:59 Uhr</title>
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Vollzieht man aber den eben beschriebenen Prozess nach, lässt sich ein klares Gegeneinander zweier Gruppen für die späte Eisenzeit I und die frühe Eisenzeit II kaum bezweifeln; die Philister führten hier deutlich Grenzstreitigkeiten mit ihren Nachbarn, unterlagen schließlich im frühen 10. Jhd. und Scheschonq schrieb mit seinen Eroberungen im späteren 10. Jhd. nur noch die neugezogenen Grenzen fest.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer bei diesen Streitigkeiten aber genau die Gegner der Philister waren, ist umstritten. Um das 10. Jhd. soll laut Bibel König Salomo in Palästina geherrscht haben. Die Verse 1 Kön 19,15-17 berichten, dass Pharao Siamun Geser zerstört und dann Salomo geschenkt habe, als dieser seine Tochter heiratete, und dass dieser daraufhin in Hazor, Megiddo und Geser Mauern [wiederauf]gebaut habe. Das passte zeitlich zum Neubau Gesers mit Kasemattenmauer; wahrscheinlich vor allem aus diesem Grund nehmen noch heute einige (v.a. jüdische und evangelikale) Historiker an, die Bauinitiative von Kasemattenmauern im 10. Jhd. in Geser, Timna, Beth-Schemesch, Khirbet Qeiyafa, Tel Burna, Tel Scheqef und Tel Milha gehe auf das Königreich Juda zurück und sei das einzige archäologische Zeugnis für die Existenz dieses Königreichs schon im 10. Jhd., das dann in dieser Zeit vom judäischen Bergland aus zunächst in die Schefela und dann in die philistäischen Gebiete vorgedrungen sein soll. Aber es ist nur schwer möglich, diese Verse als historisches Zeugnis zu nehmen: In Hazor wurde zwar wirklich ebenfalls die Stadt neu aufgebaut und mit Toranlage und Kasemattenmauer ausgerüstet. Diese Kasemattenmauer unterscheidet sich aber deutlich von denen in Südpalästina (vgl. z.B. Garfinkel u.a. 2016, S. 183) und wahrscheinlicher hat man diesen Neubau eher ins Ende des 10./Anfang des 9. Jhds. zu datieren (z.B. Kleiman 2022, S. 54). Megiddo wurde sicher erst gut ein Jahrhundert nach Salomo befestigt. Die Notiz zu Geser schließlich ist, sofern wirklich &amp;#039;&amp;#039;Geser&amp;#039;&amp;#039; in Pharao Scheschonqs Städteliste erwähnt wird, texthistorisch gesehen am wahrscheinlichsten aus einer Erinnerung an &amp;#039;&amp;#039;dessen&amp;#039;&amp;#039; Eroberung der Stadt entstanden, ebenfalls nach Salomo (vgl. z.B. gut Schipper 1999, S. 22f.; auch Webster u.a. 2023). Ebenso schwierig ist die Zusatzannahme, der Ausbau der Schefela und des Aijalon-Tals sei vom Gebirge aus geschehen: Vollzieht man die Abfolge des Prozesses genauer nach, sieht man, dass er erstens im &amp;#039;&amp;#039;Westen&amp;#039;&amp;#039; der Schefela begann und zweitens gerade mit der Aufrüstung der bereits bestehenden &amp;#039;&amp;#039;kanaanäischen&amp;#039;&amp;#039; (i.S.v.: nicht-judäischen) Orte Beth-Schemesch, Burna und Lachisch. Mit Tel Jarmuth, Tel Azekah und Tel Zajit waren drittens auch die Hälfte der im 9. Jhd. neu entstandenen Orte in der Schefela ursprünglich kanaanäische Orte. Blickt man auf die Karte rechts oben, sieht man es auf den ersten Blick: Bewegung in der Siedlungsgeschichte der Schefela war vom 12.-9. Jhd. fast nur im Westen. Zusammengenommen macht das plausibler, den Prozess für eine insgesamt kanaanäische Initiative zu halten. Ist das richtig, waren die Schefela-Ebene, die Hiwiter-Region und das Aijalon-Tal noch im 9. Jhd. kanaanäisch (ähnlich z.B. Fantalkin 2008, S. 31-33; Lehmann/Niemann 2014). Allerdings kein „kanaanäisches Reich“: Noch in der neuen Raumordnung des 9. Jhd. lässt sich keine Hierarchie zwischen den Orten oder gar eine Hauptstadt erkennen, sondern Geser, Aijalon, Timna, Beth Schemesch, Tel Azekah, Tel Goded, Tel Burna, Tel Zajit, Keila, Lachisch, Tel Eton und Tel Beit Mirsim waren alle etwa gleich groß. Am besten versteht man in der Eisenzeit IIA das Aijalon-Tal und die Schefela-Ebene daher als &amp;#039;&amp;#039;Allianz&amp;#039;&amp;#039; autonomer kanaanäischer Kleinstädte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Es ist neuerdings v.a. von Maeir gelegentlich in Frage gestellt worden, ob historisch die Philister und ihre westlichen Nachbarn überhaupt verfeindet waren, und noch grundsätzlicher, ob sich Philister und Kanaanäer überhaupt als klar voneinander zu scheidende Gruppen verstehen lassen (gut z.B. Maeir 2019). Dass man ethnisch und materiell-kulturell eher von einem &amp;#039;&amp;#039;Kontinuum&amp;#039;&amp;#039; von philistäisch nach kanaanäisch ausgehen muss, ist gewiss richtig. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 17. Januar 2024 um 18:58 Uhr</title>
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Vollzieht man aber den eben beschriebenen Prozess nach, lässt sich ein klares Gegeneinander zweier Gruppen für die späte Eisenzeit I und die frühe Eisenzeit II kaum bezweifeln; die Philister führten hier deutlich Grenzstreitigkeiten mit ihren Nachbarn, unterlagen schließlich im frühen 10. Jhd. und Scheschonq schrieb mit seinen Eroberungen im späteren 10. Jhd. nur noch die neugezogenen Grenzen fest.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer bei diesen Streitigkeiten aber genau die Gegner der Philister waren, ist umstritten. Um das 10. Jhd. soll laut Bibel König Salomo in Palästina geherrscht haben. Die Verse 1 Kön 19,15-17 berichten, dass Pharao Siamun Geser zerstört und dann Salomo geschenkt habe, als dieser seine Tochter heiratete, und dass dieser daraufhin in Hazor, Megiddo und Geser Mauern [wiederauf]gebaut habe. Das passte zeitlich zum Neubau Gesers mit Kasemattenmauer; wahrscheinlich vor allem aus diesem Grund nehmen noch heute einige (v.a. jüdische und evangelikale) Historiker an, die Bauinitiative von Kasemattenmauern im 10. Jhd. in Geser, Timna, Beth-Schemesch, Khirbet Qeiyafa, Tel Burna, Tel Scheqef und Tel Milha gehe auf das Königreich Juda zurück und sei das einzige archäologische Zeugnis für die Existenz dieses Königreichs schon im 10. Jhd., das dann in dieser Zeit vom judäischen Bergland aus zunächst in die Schefela und dann in die philistäischen Gebiete vorgedrungen sein soll. Aber es ist nur schwer möglich, diese Verse als historisches Zeugnis zu nehmen: In Hazor wurde zwar wirklich ebenfalls die Stadt neu aufgebaut und mit Toranlage und Kasemattenmauer ausgerüstet. Diese Kasemattenmauer unterscheidet sich aber deutlich von denen in Südpalästina (vgl. z.B. Garfinkel u.a. 2016, S. 183) und wahrscheinlicher hat man diesen Neubau eher ins Ende des 10./Anfang des 9. Jhds. zu datieren (z.B. Kleiman 2022, S. 54). Megiddo wurde sicher erst gut ein Jahrhundert nach Salomo befestigt. Die Notiz zu Geser schließlich ist, sofern wirklich &amp;#039;&amp;#039;Geser&amp;#039;&amp;#039; in Pharao Scheschonqs Städteliste erwähnt wird, texthistorisch gesehen am wahrscheinlichsten aus einer Erinnerung an &amp;#039;&amp;#039;dessen&amp;#039;&amp;#039; Eroberung der Stadt entstanden, ebenfalls nach Salomo (vgl. z.B. gut Schipper 1999, S. 22f.; auch Webster u.a. 2023). Ebenso schwierig ist die Zusatzannahme, der Ausbau der Schefela und des Aijalon-Tals sei vom Gebirge aus geschehen: Vollzieht man die Abfolge des Prozesses genauer nach, sieht man, dass er erstens im &amp;#039;&amp;#039;Westen&amp;#039;&amp;#039; der Schefela begann und zweitens gerade mit der Aufrüstung der bereits bestehenden &amp;#039;&amp;#039;kanaanäischen&amp;#039;&amp;#039; (i.S.v.: nicht-judäischen) Orte Beth-Schemesch, Burna und Lachisch. Mit Tel Jarmuth, Tel Azekah und Tel Zajit waren drittens auch die Hälfte der im 9. Jhd. neu entstandenen Orte in der Schefela ursprünglich kanaanäische Orte. Blickt man auf die Karte rechts oben, sieht man es auf den ersten Blick: Bewegung in der Siedlungsgeschichte der Schefela war vom 12.-9. Jhd. fast nur im Westen. Zusammengenommen macht das plausibler, den Prozess für eine insgesamt kanaanäische Initiative zu halten. Ist das richtig, waren die Schefela-Ebene, die Hiwiter-Region und das Aijalon-Tal noch im 9. Jhd. kanaanäisch (ähnlich z.B. Fantalkin 2008, S. 31-33; Lehmann/Niemann 2014). Allerdings kein „kanaanäisches Reich“: Noch in der neuen Raumordnung des 9. Jhd. lässt sich keine Hierarchie zwischen den Orten oder gar eine Hauptstadt erkennen, sondern Geser, Aijalon, Timna, Beth Schemesch, Tel Azekah, Tel Goded, Tel Burna, Tel Zajit, Keila, Lachisch, Tel Eton und Tel Beit Mirsim waren alle etwa gleich groß. Am besten versteht man in der Eisenzeit IIA das Aijalon-Tal und die Schefela-Ebene daher als &amp;#039;&amp;#039;Allianz&amp;#039;&amp;#039; autonomer kanaanäischer Kleinstädte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Es ist neuerdings v.a. von Maeir gelegentlich in Frage gestellt worden, ob historisch die Philister und ihre westlichen Nachbarn überhaupt verfeindet waren, und noch grundsätzlicher, ob sich Philister und Kanaanäer überhaupt als klar voneinander zu scheidende Gruppen verstehen lassen (gut z.B. Maeir 2019). Dass man ethnisch und materiell-kulturell eher von einem &amp;#039;&amp;#039;Kontinuum&amp;#039;&amp;#039; von philistäisch nach kanaanäisch ausgehen muss, ist gewiss richtig. Vollzieht man aber den eben beschriebenen Prozess nach, lässt sich ein klares Gegeneinander zweier Gruppen für die späte Eisenzeit I und die frühe Eisenzeit II kaum bezweifeln; die Philister führten hier deutlich Grenzstreitigkeiten mit ihren Nachbarn, unterlagen schließlich im frühen 10. Jhd. und Scheschonq schrieb mit seinen Eroberungen im späteren 10. Jhd. nur noch die neugezogenen Grenzen fest.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer bei diesen Streitigkeiten aber genau die Gegner der Philister waren, ist umstritten. Um das 10. Jhd. soll laut Bibel König Salomo in Palästina geherrscht haben. Die Verse 1 Kön 19,15-17 berichten, dass Pharao Siamun Geser zerstört und dann Salomo geschenkt habe, als dieser seine Tochter heiratete, und dass dieser daraufhin in Hazor, Megiddo und Geser Mauern [wiederauf]gebaut habe. Das passte zeitlich zum Neubau Gesers mit Kasemattenmauer; wahrscheinlich vor allem aus diesem Grund nehmen noch heute einige (v.a. jüdische und evangelikale) Historiker an, die Bauinitiative von Kasemattenmauern im 10. Jhd. in Geser, Timna, Beth-Schemesch, Khirbet Qeiyafa, Tel Burna, Tel Scheqef und Tel Milha gehe auf das Königreich Juda zurück und sei das einzige archäologische Zeugnis für die Existenz dieses Königreichs schon im 10. Jhd., das dann in dieser Zeit vom judäischen Bergland aus zunächst in die Schefela und dann in die philistäischen Gebiete vorgedrungen sein soll. Aber es ist nur schwer möglich, diese Verse als historisches Zeugnis zu nehmen: In Hazor wurde zwar wirklich ebenfalls die Stadt neu aufgebaut und mit Toranlage und Kasemattenmauer ausgerüstet. Diese Kasemattenmauer unterscheidet sich aber deutlich von denen in Südpalästina (vgl. z.B. Garfinkel u.a. 2016, S. 183) und wahrscheinlicher hat man diesen Neubau eher ins Ende des 10./Anfang des 9. Jhds. zu datieren (z.B. Kleiman 2022, S. 54). Megiddo wurde sicher erst gut ein Jahrhundert nach Salomo befestigt. Die Notiz zu Geser schließlich ist, sofern wirklich &amp;#039;&amp;#039;Geser&amp;#039;&amp;#039; in Pharao Scheschonqs Städteliste erwähnt wird, texthistorisch gesehen am wahrscheinlichsten aus einer Erinnerung an &amp;#039;&amp;#039;dessen&amp;#039;&amp;#039; Eroberung der Stadt entstanden, ebenfalls nach Salomo (vgl. z.B. gut Schipper 1999, S. 22f.; auch Webster u.a. 2023). Ebenso schwierig ist die Zusatzannahme, der Ausbau der Schefela und des Aijalon-Tals sei vom Gebirge aus geschehen: Vollzieht man die Abfolge des Prozesses genauer nach, sieht man, dass er erstens im &amp;#039;&amp;#039;Westen&amp;#039;&amp;#039; der Schefela begann und zweitens gerade mit der Aufrüstung der bereits bestehenden &amp;#039;&amp;#039;kanaanäischen&amp;#039;&amp;#039; (i.S.v.: nicht-judäischen) Orte Beth-Schemesch, Burna und Lachisch. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 17. Januar 2024 um 18:53 Uhr</title>
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		<updated>2024-01-17T18:53:55Z</updated>

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Dagegen das Fehlen von Schweinefleisch-Konsum kann man heute nicht mehr als typisch für Philisterstädte werten; außer in der Pentapolis fehlen Schweineknochen in vielen philistäischen Orten (z.B. Tel Qasile und Qubur al-Walajida, vgl. Sapir-Hen u.a. 2015), während sie sich umgekehrt in kleinerer Zahl auch in einigen klar kanaanäischen Orten finden (z.B. Izbet Sartah und Rehob, vgl. ebd.). Doughnut-Webgewichte statt typisch philistäischen zylinderförmigen Webgewichten hat man auch in Tel Qasile gefunden; auch das ist nicht mehr indikativ. Ägyptische Skarabäen schließlich hat man in ganz Palästina gefunden – nur im judäischen Gebirge nicht (s.u.). Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Als diese dominierende Macht dringen die Philister im Laufe der frühen Eisenzeit immer weiter in die Schefela vor: In dieser Zeit neu errichtet wurden z.B. Tel Erani, Khirbet Summeily,&amp;lt;ref&amp;gt;Ich halte Khirbet Summeily für sicher philistäisch und nicht wie die Ausgräber für judäisches Städtchen mehr als 100 Jahre vor der Zeit des Königreichs Juda. Schon wegen ebendiesem Anachronismus; darüber hinaus lassen sich alle „Besonderheiten“ von Khirbet Summeily leichter als gewöhnliche Merkmale philistäischer Orte erklären: Anikonische Stempelsiegel sind in mehreren philistäischen Städten gefunden worden, Löwenköpfe und Prunkgefäße sind gerade typisch für philistäische Städte. Dagegen das Fehlen von Schweinefleisch-Konsum kann man heute nicht mehr als typisch für Philisterstädte werten; außer in der Pentapolis fehlen Schweineknochen in vielen philistäischen Orten (z.B. Tel Qasile und Qubur al-Walajida, vgl. Sapir-Hen u.a. 2015), während sie sich umgekehrt in kleinerer Zahl auch in einigen klar kanaanäischen Orten finden (z.B. Izbet Sartah und Rehob, vgl. ebd.). Doughnut-Webgewichte statt typisch philistäischen zylinderförmigen Webgewichten hat man auch in Tel Qasile gefunden; auch das ist nicht mehr indikativ. Ägyptische Skarabäen schließlich hat man in ganz Palästina gefunden – nur im judäischen Gebirge nicht (s.u.). Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Zeitgleich schrumpfen Ekron und an der Küste auch Aschdod massiv zusammen, während Gat etwas weiter südlich umso stärker anwächst (Ekron von 24 auf 4 ha, Aschdod von 7 auf 1 ha und Gat von 20-30 im 11. Jhd. auf unglaubliche 40-50 ha im 9. Jhd. Aschkelon maß im 8./7. Jhd. sogar 60 ha; wie groß es zur EZ I und EZ IIa war, ist aber nicht klar).&amp;lt;ref&amp;gt;Zu Aschdod und Ekron vgl. Niemann 2002, S. 75. Die Zahlen zu Gat sind die neueren von Gats Ausgräber Maeir, die zeigen, dass auch Gat schon zur EZ I eine Großmacht an der östlichen Grenze der Philistäa war. Wahrscheinlich darf man danach Gat aber nicht sofort als überwältigende militärische Macht verstehen, wie es Maeir öfter tut: Der starke Wachstum der Stadt ist sicher zurückzuführen auf flüchtende Philister und kanaanäische Kollaborateure aus Ekron, Geser und Timna (und vielleicht Aijalon, Rabbah und el-Kokah). Dass derart starke Flüchtlingsströme nicht sofort Macht und Reichtum, sondern zunächst vor allem wirtschaftliche und infrastrukturelle Probleme bedeuten, wissen wir ja heute nur zu gut.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 11./10. Jhd. scheinen im Nordosten der Philistäa die Bewohner der Schefela also stärker gewesen zu sein als Ekron.&amp;lt;br /&amp;gt;Diese philistäische Schwäche breitet sich im 9. Jahrhundert noch weiter aus, als der Prozess in eine dritte Phase geht: Die südöstlichen Grenzorte Tel Erani, Khirbet Summeily, Umm al Baqar und Nahal Patisch werden sämtlich zerstört oder aufgegeben. Nur Tel Nagila besteht im Südosten fort, könnte aber von einem anderen Volk bewohnt worden sein (vgl. z.B. Shai u.a. 2011, S. 37f.). Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies direkt mit dem Feldzug von Scheschonq zusammenhängt, der kurz zuvor in der direkten Nachbarschaft mindestens in Tel Jemmeh und Tel el-Far&#039;ah westlich von Nahal Patisch und wahrscheinlich auch in den kleinen Gehöften südöstlich davon operiert hat (s. &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;auch unten&lt;/del&gt;).&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Zeitgleich schrumpfen Ekron und an der Küste auch Aschdod massiv zusammen, während Gat etwas weiter südlich umso stärker anwächst (Ekron von 24 auf 4 ha, Aschdod von 7 auf 1 ha und Gat von 20-30 im 11. Jhd. auf unglaubliche 40-50 ha im 9. Jhd. Aschkelon maß im 8./7. Jhd. sogar 60 ha; wie groß es zur EZ I und EZ IIa war, ist aber nicht klar).&amp;lt;ref&amp;gt;Zu Aschdod und Ekron vgl. Niemann 2002, S. 75. Die Zahlen zu Gat sind die neueren von Gats Ausgräber Maeir, die zeigen, dass auch Gat schon zur EZ I eine Großmacht an der östlichen Grenze der Philistäa war. Wahrscheinlich darf man danach Gat aber nicht sofort als überwältigende militärische Macht verstehen, wie es Maeir öfter tut: Der starke Wachstum der Stadt ist sicher zurückzuführen auf flüchtende Philister und kanaanäische Kollaborateure aus Ekron, Geser und Timna (und vielleicht Aijalon, Rabbah und el-Kokah). Dass derart starke Flüchtlingsströme nicht sofort Macht und Reichtum, sondern zunächst vor allem wirtschaftliche und infrastrukturelle Probleme bedeuten, wissen wir ja heute nur zu gut.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 11./10. Jhd. scheinen im Nordosten der Philistäa die Bewohner der Schefela also stärker gewesen zu sein als Ekron.&amp;lt;br /&amp;gt;Diese philistäische Schwäche breitet sich im 9. Jahrhundert noch weiter aus, als der Prozess in eine dritte Phase geht: Die südöstlichen Grenzorte Tel Erani, Khirbet Summeily, Umm al Baqar und Nahal Patisch werden sämtlich zerstört oder aufgegeben. Nur Tel Nagila besteht im Südosten fort, könnte aber von einem anderen Volk bewohnt worden sein (vgl. z.B. Shai u.a. 2011, S. 37f.). Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies direkt mit dem Feldzug von Scheschonq zusammenhängt, der kurz zuvor in der direkten Nachbarschaft mindestens in Tel Jemmeh und Tel el-Far&#039;ah westlich von Nahal Patisch und wahrscheinlich auch in den kleinen Gehöften südöstlich davon operiert hat (s.&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;o.&lt;/ins&gt;).&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Vollzieht man aber den eben beschriebenen Prozess nach, lässt sich ein klares Gegeneinander zweier Gruppen für die späte Eisenzeit I und die frühe Eisenzeit II kaum bezweifeln; die Philister führten hier deutlich Grenzstreitigkeiten mit ihren Nachbarn, unterlagen schließlich im frühen 10. Jhd. und Scheschonq schrieb mit seinen Eroberungen im späteren 10. Jhd. nur noch die neugezogenen Grenzen fest.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer bei diesen Streitigkeiten aber genau die Gegner der Philister waren, ist umstritten. Um das 10. Jhd. soll laut Bibel König Salomo in Palästina geherrscht haben. Die Verse 1 Kön 19,15-17 berichten, dass Pharao Siamun Geser zerstört und dann Salomo geschenkt habe, als dieser seine Tochter heiratete, und dass dieser daraufhin in Hazor, Megiddo und Geser Mauern [wiederauf]gebaut habe. Das passte zeitlich zum Neubau Gesers mit Kasemattenmauer; wahrscheinlich vor allem aus diesem Grund nehmen noch heute einige (v.a. jüdische und evangelikale) Historiker an, die Bauinitiative von Kasemattenmauern im 10. Jhd. in Geser, Timna, Beth-Schemesch, Khirbet Qeiyafa, Tel Burna, Tel Scheqef und Tel Milha gehe auf das Königreich Juda zurück und sei das einzige archäologische Zeugnis für die Existenz dieses Königreichs schon im 10. Jhd., das dann in dieser Zeit vom judäischen Bergland aus zunächst in die Schefela und dann in die philistäischen Gebiete vorgedrungen sein soll. Aber es ist nur schwer möglich, diese Verse als historisches Zeugnis zu nehmen: In Hazor wurde zwar wirklich ebenfalls die Stadt neu aufgebaut und mit Toranlage und Kasemattenmauer ausgerüstet. Diese Kasemattenmauer unterscheidet sich aber deutlich von denen in Südpalästina (vgl. z.B. Garfinkel u.a. 2016, S. 183) und wahrscheinlicher hat man diesen Neubau eher ins Ende des 10./Anfang des 9. Jhds. zu datieren (z.B. Kleiman 2022, S. 54). Megiddo wurde sicher erst gut ein Jahrhundert nach Salomo befestigt. Die Notiz zu Geser schließlich ist, sofern wirklich &amp;#039;&amp;#039;Geser&amp;#039;&amp;#039; in Pharao Scheschonqs Städteliste erwähnt wird, texthistorisch gesehen am wahrscheinlichsten aus einer Erinnerung an &amp;#039;&amp;#039;dessen&amp;#039;&amp;#039; Eroberung der Stadt entstanden, ebenfalls nach Salomo (vgl. z.B. gut Schipper 1999, S. 22f.; auch Webster u.a. 2023). Ebenso schwierig ist die Zusatzannahme, der Ausbau der Schefela und des Aijalon-Tals sei vom Gebirge aus geschehen: Vollzieht man die Abfolge des Prozesses genauer nach, sieht man, dass er erstens im &amp;#039;&amp;#039;Westen&amp;#039;&amp;#039; der Schefela begann und zweitens gerade mit der Aufrüstung der bereits bestehenden &amp;#039;&amp;#039;kanaanäischen&amp;#039;&amp;#039; (i.S.v.: nicht-judäischen) Orte Beth-Schemesch, Burna und Lachisch. Mit Tel Jarmuth, Tel Azekah und Tel Zajit waren drittens auch die Hälfte der im 9. Jhd. neu entstandenen Orte in der Schefela ursprünglich kanaanäische Orte. Blickt man auf die Karte rechts oben, sieht man es auf den ersten Blick: Bewegung in der Siedlungsgeschichte der Schefela war vom 12.-9. Jhd. fast nur im Westen. Zusammengenommen macht das plausibler, den Prozess für eine insgesamt kanaanäische Initiative zu halten. Ist das richtig, waren die Schefela-Ebene, die Hiwiter-Region und das Aijalon-Tal noch im 9. Jhd. kanaanäisch (ähnlich z.B. Fantalkin 2008, S. 31-33; Lehmann/Niemann 2014). Allerdings kein „kanaanäisches Reich“: Noch in der neuen Raumordnung des 9. Jhd. lässt sich keine Hierarchie zwischen den Orten oder gar eine Hauptstadt erkennen, sondern Geser, Aijalon, Timna, Beth Schemesch, Tel Azekah, Tel Goded, Tel Burna, Tel Zajit, Keila, Lachisch, Tel Eton und Tel Beit Mirsim waren alle etwa gleich groß. Am besten versteht man in der Eisenzeit IIA das Aijalon-Tal und die Schefela-Ebene daher als &amp;#039;&amp;#039;Allianz&amp;#039;&amp;#039; autonomer kanaanäischer Kleinstädte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Es ist neuerdings v.a. von Maeir gelegentlich in Frage gestellt worden, ob historisch die Philister und ihre westlichen Nachbarn überhaupt verfeindet waren, und noch grundsätzlicher, ob sich Philister und Kanaanäer überhaupt als klar voneinander zu scheidende Gruppen verstehen lassen (gut z.B. Maeir 2019). Dass man ethnisch und materiell-kulturell eher von einem &amp;#039;&amp;#039;Kontinuum&amp;#039;&amp;#039; von philistäisch nach kanaanäisch ausgehen muss, ist gewiss richtig. Vollzieht man aber den eben beschriebenen Prozess nach, lässt sich ein klares Gegeneinander zweier Gruppen für die späte Eisenzeit I und die frühe Eisenzeit II kaum bezweifeln; die Philister führten hier deutlich Grenzstreitigkeiten mit ihren Nachbarn, unterlagen schließlich im frühen 10. Jhd. und Scheschonq schrieb mit seinen Eroberungen im späteren 10. Jhd. nur noch die neugezogenen Grenzen fest.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer bei diesen Streitigkeiten aber genau die Gegner der Philister waren, ist umstritten. Um das 10. Jhd. soll laut Bibel König Salomo in Palästina geherrscht haben. Die Verse 1 Kön 19,15-17 berichten, dass Pharao Siamun Geser zerstört und dann Salomo geschenkt habe, als dieser seine Tochter heiratete, und dass dieser daraufhin in Hazor, Megiddo und Geser Mauern [wiederauf]gebaut habe. Das passte zeitlich zum Neubau Gesers mit Kasemattenmauer; wahrscheinlich vor allem aus diesem Grund nehmen noch heute einige (v.a. jüdische und evangelikale) Historiker an, die Bauinitiative von Kasemattenmauern im 10. Jhd. in Geser, Timna, Beth-Schemesch, Khirbet Qeiyafa, Tel Burna, Tel Scheqef und Tel Milha gehe auf das Königreich Juda zurück und sei das einzige archäologische Zeugnis für die Existenz dieses Königreichs schon im 10. Jhd., das dann in dieser Zeit vom judäischen Bergland aus zunächst in die Schefela und dann in die philistäischen Gebiete vorgedrungen sein soll. Aber es ist nur schwer möglich, diese Verse als historisches Zeugnis zu nehmen: In Hazor wurde zwar wirklich ebenfalls die Stadt neu aufgebaut und mit Toranlage und Kasemattenmauer ausgerüstet. Diese Kasemattenmauer unterscheidet sich aber deutlich von denen in Südpalästina (vgl. z.B. Garfinkel u.a. 2016, S. 183) und wahrscheinlicher hat man diesen Neubau eher ins Ende des 10./Anfang des 9. Jhds. zu datieren (z.B. Kleiman 2022, S. 54). Megiddo wurde sicher erst gut ein Jahrhundert nach Salomo befestigt. Die Notiz zu Geser schließlich ist, sofern wirklich &amp;#039;&amp;#039;Geser&amp;#039;&amp;#039; in Pharao Scheschonqs Städteliste erwähnt wird, texthistorisch gesehen am wahrscheinlichsten aus einer Erinnerung an &amp;#039;&amp;#039;dessen&amp;#039;&amp;#039; Eroberung der Stadt entstanden, ebenfalls nach Salomo (vgl. z.B. gut Schipper 1999, S. 22f.; auch Webster u.a. 2023). Ebenso schwierig ist die Zusatzannahme, der Ausbau der Schefela und des Aijalon-Tals sei vom Gebirge aus geschehen: Vollzieht man die Abfolge des Prozesses genauer nach, sieht man, dass er erstens im &amp;#039;&amp;#039;Westen&amp;#039;&amp;#039; der Schefela begann und zweitens gerade mit der Aufrüstung der bereits bestehenden &amp;#039;&amp;#039;kanaanäischen&amp;#039;&amp;#039; (i.S.v.: nicht-judäischen) Orte Beth-Schemesch, Burna und Lachisch. Mit Tel Jarmuth, Tel Azekah und Tel Zajit waren drittens auch die Hälfte der im 9. Jhd. neu entstandenen Orte in der Schefela ursprünglich kanaanäische Orte. Blickt man auf die Karte rechts oben, sieht man es auf den ersten Blick: Bewegung in der Siedlungsgeschichte der Schefela war vom 12.-9. Jhd. fast nur im Westen. Zusammengenommen macht das plausibler, den Prozess für eine insgesamt kanaanäische Initiative zu halten. Ist das richtig, waren die Schefela-Ebene, die Hiwiter-Region und das Aijalon-Tal noch im 9. Jhd. kanaanäisch (ähnlich z.B. Fantalkin 2008, S. 31-33; Lehmann/Niemann 2014). Allerdings kein „kanaanäisches Reich“: Noch in der neuen Raumordnung des 9. Jhd. lässt sich keine Hierarchie zwischen den Orten oder gar eine Hauptstadt erkennen, sondern Geser, Aijalon, Timna, Beth Schemesch, Tel Azekah, Tel Goded, Tel Burna, Tel Zajit, Keila, Lachisch, Tel Eton und Tel Beit Mirsim waren alle etwa gleich groß. Am besten versteht man in der Eisenzeit IIA das Aijalon-Tal und die Schefela-Ebene daher als &amp;#039;&amp;#039;Allianz&amp;#039;&amp;#039; autonomer kanaanäischer Kleinstädte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 17. Januar 2024 um 16:35 Uhr</title>
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		<updated>2024-01-17T16:35:29Z</updated>

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Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. Sie unterscheiden sich aber darin von den anderen Berglandsiedlungen, dass sich in beiden Ortsgruppen größere Grabanlagen finden, die dennoch von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit &#039;&#039;inklusive&#039;&#039; der späten Bronzezeit in Gebrauch waren – mit Ausnahme von Askar die einzigen überhaupt im Zentralgebirge der frühen Eisenzeit (vgl. Lehmann/Varoner 2018, S. 237.253). (3) Tel Dothan unterscheidet sich auch darin von den anderen Berglanddörfern, dass hier aus der frühen Eisenzeit ein Altar, viele kultische Figurinen und ein administratives Gebäude gefunden wurden (vgl. Miglio/Dutton 2018); Dothan hat also in &#039;&#039;jeder&#039;&#039; Hinsicht ein anderes Profil als die üblichen Berglanddörfer im Zentralgebirge. Auch in der Ortsgruppe um Gibeon wird im späten 10. Jhd. mit Motza in der direkten Nachbarschaft von Jerusalem ein Städtchen mit einem eigenen Tempel und mit administrativen Gebäuden erbaut werden (vgl. Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen und unterscheiden sich vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &#039;&#039;kidiataim&#039;&#039; = &#039;&#039;kirjataim&#039;&#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. Für einige ältere Vorschläge s. die praktische Zusammenschau von [https://www.academia.edu/39956607/Shoshenq_Route_According_to_the_Bubastis_Portal Ibrahim].&amp;lt;/ref&amp;gt; zu einer Ortsgruppe zusammen und werden daher gemeinsam erobert, während wiederum Aijalon, Rabbah und Geser bereits zuvor unter die Hoheit der „Schefeliten“ &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;kam &lt;/del&gt;(s. gleich). &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Auch in der biblischen Geographie werden das Bergland Ephraims und das Aijalon-Tal von den Stämmen Ephraim und Benjamin bewohnt, zwei der drei Nachfahren von Zippe und damit eng verwandt.   &lt;/del&gt;All dies – das mit Ortsgröße, Gräbern, Kultstätten und administrativen Gebäuden andere Profil als die anderen Berglandsiedlungen und die Behandlung gemeinsam mit den Siedlungen im Tal beim Feldzug von Scheschonq – spricht dafür, dass man die Ortsgruppe um Gibeon trotz der Lage im Gebirge nicht zu den Berglandsiedlungen, sondern noch zum Kulturkreis der Schefela rechnen muss, mit der sie schon seit der mittleren Bronzezeit verbunden waren, so dass man nicht nur Keila, Khirbet Rabud und entweder Tel Jarmuth oder Khirbet Qeiyafa militärisch noch zur Schefela rechnen muss, sondern auch noch diese Orte. Das dem Tempel in Motza vorangehende Heiligtum wird man übrigens dann entsprechend nicht als ein zweites judäisches Heiligtum erklären müssen wie die Ausgräber, sondern als das Grenzheiligtum der „Bergland-Schefeliten“ an der symbolischen Grenze des Nahal Besor. Und schließlich rechnet Faust nicht den philistäischen „Synoikismos“ ein: Weil in der Philistäa so viele kleine Orte schwanden und die meisten Orte für das Palästina der frühen Eisenzeit ungewöhnlich groß waren, nimmt man heute häufig an, dass die Philister die kanaanäischen Bewohner dazu zwangen, in ihre Städte umzusiedeln (vgl. z.B. Bunimovitz 1998, S. 107f.; Shavit 2008, S. 160; Faust/Katz 2011, S. 235f.). Auch in Geser und Timna und ohnehin in den Orten um Aijalon werden daher vor allem Kanaanäer gelebt haben, die im gleich beschriebenen Prozess revoltiert haben könnten. Es ist damit gut möglich, dass man die militärische Macht der Schefela-Bewohner in Fausts Kalkulation vervielfachen muss.&amp;lt;br /&amp;gt;Beim judäischen Bergland dagegen rechnet Faust nicht ein, dass die &#039;&#039;judäischen&#039;&#039; Berglanddörfchen überwiegend erst im 10./9. zur mittleren Eisenzeit errichtet wurden, so dass man zur frühen Eisenzeit noch nicht mit ihnen rechnen kann. Aber Kalkulationen von Einwohnerzahlen und militärischer Macht sind ohnehin nur approximativ; die Machtverhältnisse sind so und so deutlich: Philistäa war mächtig, Schefela und Bergland weniger. Rechnen wir wie Faust, müssten wir im 11. Jhd. allein für Ekron 6000 und für Gat 5000-7500 Einwohner annehmen. Auch mit Keila, Khirbet Rabud, Jarmuth und den hiwitischen Orten dürfte die Zahl waffenfähiger Schefeliten insgesamt kaum die allein dieser beiden Städte erreicht haben.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;lt;small&amp;gt;Dabei dürfer er allerdings die Schefela unter- und das judäische Bergland massiv überschätzt haben. In der Schefela rechnet er erstens nicht den Ort Keila ein, der zuvor ein bedeutender Ort in dieser Gegend gewesen war. Seine Größe zur frühen Eisenzeit lässt sich heute heute nicht mehr erkennen, weil die Ruinen durch Bauarbeiten verwüstet wurden; die gefundene Keramik macht aber sicher, dass es ihn zur dieser Zeit immerhin gab. Auch Khirbet Rabud rechnet Faust nicht ein, obwohl der Ort zu dieser Zeit wahrscheinlich noch zum kanaanäischen Kulturkreis gehörte (s.o.). Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. Sie unterscheiden sich aber darin von den anderen Berglandsiedlungen, dass sich in beiden Ortsgruppen größere Grabanlagen finden, die dennoch von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit &#039;&#039;inklusive&#039;&#039; der späten Bronzezeit in Gebrauch waren – mit Ausnahme von Askar die einzigen überhaupt im Zentralgebirge der frühen Eisenzeit (vgl. Lehmann/Varoner 2018, S. 237.253). (3) Tel Dothan unterscheidet sich auch darin von den anderen Berglanddörfern, dass hier aus der frühen Eisenzeit ein Altar, viele kultische Figurinen und ein administratives Gebäude gefunden wurden (vgl. Miglio/Dutton 2018); Dothan hat also in &#039;&#039;jeder&#039;&#039; Hinsicht ein anderes Profil als die üblichen Berglanddörfer im Zentralgebirge. Auch in der Ortsgruppe um Gibeon wird im späten 10. Jhd. mit Motza in der direkten Nachbarschaft von Jerusalem ein Städtchen mit einem eigenen Tempel und mit administrativen Gebäuden erbaut werden (vgl. Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen und unterscheiden sich vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &#039;&#039;kidiataim&#039;&#039; = &#039;&#039;kirjataim&#039;&#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. 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Dagegen das Fehlen von Schweinefleisch-Konsum kann man heute nicht mehr als typisch für Philisterstädte werten; außer in der Pentapolis fehlen Schweineknochen in vielen philistäischen Orten (z.B. Tel Qasile und Qubur al-Walajida, vgl. Sapir-Hen u.a. 2015), während sie sich umgekehrt in kleinerer Zahl auch in einigen klar kanaanäischen Orten finden (z.B. Izbet Sartah und Rehob, vgl. ebd.). Doughnut-Webgewichte statt typisch philistäischen zylinderförmigen Webgewichten hat man auch in Tel Qasile gefunden; auch das ist nicht mehr indikativ. Ägyptische Skarabäen schließlich hat man in ganz Palästina gefunden – nur im judäischen Gebirge nicht (s.u.). Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Als diese dominierende Macht dringen die Philister im Laufe der frühen Eisenzeit immer weiter in die Schefela vor: In dieser Zeit neu errichtet wurden z.B. Tel Erani, Khirbet Summeily,&amp;lt;ref&amp;gt;Ich halte Khirbet Summeily für sicher philistäisch und nicht wie die Ausgräber für judäisches Städtchen mehr als 100 Jahre vor der Zeit des Königreichs Juda. Schon wegen ebendiesem Anachronismus; darüber hinaus lassen sich alle „Besonderheiten“ von Khirbet Summeily leichter als gewöhnliche Merkmale philistäischer Orte erklären: Anikonische Stempelsiegel sind in mehreren philistäischen Städten gefunden worden, Löwenköpfe und Prunkgefäße sind gerade typisch für philistäische Städte. Dagegen das Fehlen von Schweinefleisch-Konsum kann man heute nicht mehr als typisch für Philisterstädte werten; außer in der Pentapolis fehlen Schweineknochen in vielen philistäischen Orten (z.B. Tel Qasile und Qubur al-Walajida, vgl. Sapir-Hen u.a. 2015), während sie sich umgekehrt in kleinerer Zahl auch in einigen klar kanaanäischen Orten finden (z.B. Izbet Sartah und Rehob, vgl. ebd.). Doughnut-Webgewichte statt typisch philistäischen zylinderförmigen Webgewichten hat man auch in Tel Qasile gefunden; auch das ist nicht mehr indikativ. Ägyptische Skarabäen schließlich hat man in ganz Palästina gefunden – nur im judäischen Gebirge nicht (s.u.). Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter: typo</title>
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Dagegen das Fehlen von Schweinefleisch-Konsum kann man heute nicht mehr als typisch für Philisterstädte werten; außer in der Pentapolis fehlen Schweineknochen in vielen philistäischen Orten (z.B. Tel Qasile und Qubur al-Walajida, vgl. Sapir-Hen u.a. 2015), während sie sich umgekehrt in kleinerer Zahl auch in einigen klar kanaanäischen Orten finden (z.B. Izbet Sartah und Rehob, vgl. ebd.). Doughnut-Webgewichte statt typisch philistäischen zylinderförmigen Webgewichten hat man auch in Tel Qasile gefunden; auch das ist nicht mehr indikativ. Ägyptische Skarabäen schließlich hat man in ganz Palästina gefunden – nur im judäischen Gebirge nicht (s.u.). Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Als diese dominierende Macht dringen die Philister im Laufe der frühen Eisenzeit immer weiter in die Schefela vor: In dieser Zeit neu errichtet wurden z.B. Tel Erani, Khirbet Summeily,&amp;lt;ref&amp;gt;Ich halte Khirbet Summeily für sicher philistäisch und nicht wie die Ausgräber für judäisches Städtchen mehr als 100 Jahre vor der Zeit des Königreichs Juda. 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Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. 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Wahrscheinlich darf man danach &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Gath &lt;/del&gt;aber nicht sofort als überwältigende militärische Macht verstehen, wie es Maeir öfter tut: Der starke Wachstum der Stadt ist sicher zurückzuführen auf flüchtende Philister und kanaanäische Kollaborateure aus Ekron, Geser&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;, &lt;/del&gt;Timna&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;, &lt;/del&gt;Aijalon, Rabbah und el-Kokah. Dass derart starke Flüchtlingsströme nicht sofort Macht und Reichtum, sondern zunächst vor allem wirtschaftliche und infrastrukturelle Probleme bedeuten, wissen wir ja heute nur zu gut.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 11./10. Jhd. scheinen im Nordosten der Philistäa die Bewohner der Schefela also stärker gewesen zu sein als Ekron.&amp;lt;br /&amp;gt;Diese philistäische Schwäche breitet sich im 9. Jahrhundert noch weiter aus, als der Prozess in eine dritte Phase geht: Die südöstlichen Grenzorte Tel Erani, Khirbet Summeily, Umm al Baqar und Nahal Patisch werden sämtlich zerstört oder aufgegeben. Nur Tel Nagila besteht im Südosten fort, könnte aber von einem anderen Volk bewohnt worden sein (vgl. z.B. Shai u.a. 2011, S. 37f.). Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies direkt mit dem Feldzug von Scheschonq zusammenhängt, der kurz zuvor in der direkten Nachbarschaft mindestens in Tel Jemmeh und Tel el-Far&#039;ah westlich von Nahal Patisch und wahrscheinlich auch in den kleinen Gehöften südöstlich davon operiert hat (s. auch unten).&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Zeitgleich schrumpfen Ekron und an der Küste auch Aschdod massiv zusammen, während Gat etwas weiter südlich umso stärker anwächst (Ekron von 24 auf 4 ha, Aschdod von 7 auf 1 ha und Gat von 20-30 im 11. Jhd. auf unglaubliche 40-50 ha im 9. Jhd. Aschkelon maß im 8./7. Jhd. sogar 60 ha; wie groß es zur EZ I und EZ IIa war, ist aber nicht klar).&amp;lt;ref&amp;gt;Zu Aschdod und Ekron vgl. Niemann 2002, S. 75. Die Zahlen zu &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Gat &lt;/ins&gt;sind die neueren von Gats Ausgräber Maeir, die zeigen, dass auch Gat schon zur EZ I eine Großmacht an der östlichen Grenze der Philistäa war. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 17. Januar 2024 um 16:26 Uhr</title>
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		<updated>2024-01-17T16:26:46Z</updated>

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Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. Sie unterscheiden sich aber darin von den anderen Berglandsiedlungen, dass sich in beiden Ortsgruppen größere Grabanlagen finden, die dennoch von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit &#039;&#039;inklusive&#039;&#039; der späten Bronzezeit in Gebrauch waren – mit Ausnahme von Askar die einzigen überhaupt im Zentralgebirge der frühen Eisenzeit (vgl. Lehmann/Varoner 2018, S. 237.253). (3) Tel Dothan unterscheidet sich auch darin von den anderen Berglanddörfern, dass hier aus der frühen Eisenzeit ein Altar, viele kultische Figurinen und ein administratives Gebäude gefunden wurden (vgl. Miglio/Dutton 2018); Dothan hat also in &#039;&#039;jeder&#039;&#039; Hinsicht ein anderes Profil als die üblichen Berglanddörfer im Zentralgebirge. Auch in der Ortsgruppe um Gibeon wird im späten 10. Jhd. mit Motza in der direkten Nachbarschaft von Jerusalem ein Städtchen mit einem eigenen Tempel und mit administrativen Gebäuden erbaut werden (vgl. Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &#039;&#039;kidiataim&#039;&#039; = &#039;&#039;kirjataim&#039;&#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. Für einige ältere Vorschläge s. die praktische Zusammenschau von [https://www.academia.edu/39956607/Shoshenq_Route_According_to_the_Bubastis_Portal Ibrahim].&amp;lt;/ref&amp;gt; zu einer Ortsgruppe zusammen und werden daher gemeinsam erobert, während wiederum Aijalon, Rabbah und Geser bereits zuvor unter die Hoheit der „Schefeliten“ kam (s. gleich). Auch in der biblischen Geographie werden das Bergland Ephraims und das Aijalon-Tal von den Stämmen Ephraim und Benjamin bewohnt, zwei der drei Nachfahren von Zippe und damit eng verwandt.   All dies – das mit Ortsgröße, Gräbern, Kultstätten und administrativen Gebäuden andere Profil als die anderen Berglandsiedlungen und die Behandlung gemeinsam mit den Siedlungen im Tal beim Feldzug von Scheschonq – spricht dafür, dass man die Ortsgruppe um Gibeon trotz der Lage im Gebirge nicht zu den Berglandsiedlungen, sondern noch zum Kulturkreis der Schefela rechnen muss, mit der sie schon seit der mittleren Bronzezeit verbunden waren, so dass man nicht nur Keila, Khirbet Rabud und entweder Tel Jarmuth oder Khirbet Qeiyafa militärisch noch zur Schefela rechnen muss, sondern auch noch diese Orte. Das dem Tempel in Motza vorangehende Heiligtum wird man übrigens dann entsprechend nicht als ein zweites judäisches Heiligtum erklären müssen wie die Ausgräber, sondern als das Grenzheiligtum der „Bergland-Schefeliten“ an der symbolischen Grenze des Nahal Besor. Und schließlich rechnet Faust nicht den philistäischen „Synoikismos“ ein: Weil in der Philistäa so viele kleine Orte schwanden und die meisten Orte für das Palästina der frühen Eisenzeit ungewöhnlich groß waren, nimmt man heute häufig an, dass die Philister die kanaanäischen Bewohner dazu zwangen, in ihre Städte umzusiedeln (vgl. z.B. Bunimovitz 1998, S. 107f.; Shavit 2008, S. 160; Faust/Katz 2011, S. 235f.). Auch in Geser und Timna und ohnehin in den Orten um Aijalon werden daher vor allem Kanaanäer gelebt haben, die im gleich beschriebenen Prozess revoltiert haben könnten. Es ist damit gut möglich, dass man die militärische Macht der Schefela-Bewohner in Fausts Kalkulation vervielfachen muss.&amp;lt;br /&amp;gt;Beim judäischen Bergland dagegen rechnet Faust nicht ein, dass die &#039;&#039;judäischen&#039;&#039; Berglanddörfchen überwiegend erst im 10./9. zur mittleren Eisenzeit errichtet wurden, so dass man zur frühen Eisenzeit noch nicht mit ihnen rechnen kann. Aber Kalkulationen von Einwohnerzahlen und militärischer Macht sind ohnehin nur approximativ; die Machtverhältnisse sind so und so deutlich: Philistäa war mächtig, Schefela und Bergland weniger. Rechnen wir wie Faust, müssten wir im 11. Jhd. allein für Ekron 6000 und für Gat 5000-7500 Einwohner annehmen. Auch mit Keila, Khirbet Rabud, Jarmuth und den hiwitischen Orten dürfte die Zahl waffenfähiger Schefeliten insgesamt kaum die allein dieser beiden Städte erreicht haben.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;lt;small&amp;gt;Dabei dürfer er allerdings die Schefela unter- und das judäische Bergland massiv überschätzt haben. In der Schefela rechnet er erstens nicht den Ort Keila ein, der zuvor ein bedeutender Ort in dieser Gegend gewesen war. Seine Größe zur frühen Eisenzeit lässt sich heute heute nicht mehr erkennen, weil die Ruinen durch Bauarbeiten verwüstet wurden; die gefundene Keramik macht aber sicher, dass es ihn zur dieser Zeit immerhin gab. Auch Khirbet Rabud rechnet Faust nicht ein, obwohl der Ort zu dieser Zeit wahrscheinlich noch zum kanaanäischen Kulturkreis gehörte (s.o.). Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. Sie unterscheiden sich aber darin von den anderen Berglandsiedlungen, dass sich in beiden Ortsgruppen größere Grabanlagen finden, die dennoch von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit &#039;&#039;inklusive&#039;&#039; der späten Bronzezeit in Gebrauch waren – mit Ausnahme von Askar die einzigen überhaupt im Zentralgebirge der frühen Eisenzeit (vgl. Lehmann/Varoner 2018, S. 237.253). (3) Tel Dothan unterscheidet sich auch darin von den anderen Berglanddörfern, dass hier aus der frühen Eisenzeit ein Altar, viele kultische Figurinen und ein administratives Gebäude gefunden wurden (vgl. Miglio/Dutton 2018); Dothan hat also in &#039;&#039;jeder&#039;&#039; Hinsicht ein anderes Profil als die üblichen Berglanddörfer im Zentralgebirge. Auch in der Ortsgruppe um Gibeon wird im späten 10. Jhd. mit Motza in der direkten Nachbarschaft von Jerusalem ein Städtchen mit einem eigenen Tempel und mit administrativen Gebäuden erbaut werden (vgl. Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;und unterscheiden sich &lt;/ins&gt;vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &#039;&#039;kidiataim&#039;&#039; = &#039;&#039;kirjataim&#039;&#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. 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Auch in der biblischen Geographie werden das Bergland Ephraims und das Aijalon-Tal von den Stämmen Ephraim und Benjamin bewohnt, zwei der drei Nachfahren von Zippe und damit eng verwandt.   All dies – das mit Ortsgröße, Gräbern, Kultstätten und administrativen Gebäuden andere Profil als die anderen Berglandsiedlungen und die Behandlung gemeinsam mit den Siedlungen im Tal beim Feldzug von Scheschonq – spricht dafür, dass man die Ortsgruppe um Gibeon trotz der Lage im Gebirge nicht zu den Berglandsiedlungen, sondern noch zum Kulturkreis der Schefela rechnen muss, mit der sie schon seit der mittleren Bronzezeit verbunden waren, so dass man nicht nur Keila, Khirbet Rabud und entweder Tel Jarmuth oder Khirbet Qeiyafa militärisch noch zur Schefela rechnen muss, sondern auch noch diese Orte. 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Dagegen das Fehlen von Schweinefleisch-Konsum kann man heute nicht mehr als typisch für Philisterstädte werten; außer in der Pentapolis fehlen Schweineknochen in vielen philistäischen Orten (z.B. Tel Qasile und Qubur al-Walajida, vgl. Sapir-Hen u.a. 2015), während sie sich umgekehrt in kleinerer Zahl auch in einigen klar kanaanäischen Orten finden (z.B. Izbet Sartah und Rehob, vgl. ebd.). Doughnut-Webgewichte statt typisch philistäischen zylinderförmigen Webgewichten hat man auch in Tel Qasile gefunden; auch das ist nicht mehr indikativ. Ägyptische Skarabäen schließlich hat man in ganz Palästina gefunden – nur im judäischen Gebirge nicht (s.u.). Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Als diese dominierende Macht dringen die Philister im Laufe der frühen Eisenzeit immer weiter in die Schefela vor: In dieser Zeit neu errichtet wurden z.B. Tel Erani, Khirbet Summeily,&amp;lt;ref&amp;gt;Ich halte Khirbet Summeily für sicher philistäisch und nicht wie die Ausgräber für judäisches Städtchen mehr als 100 Jahre vor der Zeit des Königreichs Juda. 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Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. 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Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter: Ah, der hat ja Gath und Ekron zur Schefela gerechnet. So was...</title>
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		<updated>2024-01-17T16:23:55Z</updated>

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Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. Sie unterscheiden sich aber darin von den anderen Berglandsiedlungen, dass sich in beiden Ortsgruppen größere Grabanlagen finden, die dennoch von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit &#039;&#039;inklusive&#039;&#039; der späten Bronzezeit in Gebrauch waren – mit Ausnahme von Askar die einzigen überhaupt im Zentralgebirge der frühen Eisenzeit (vgl. Lehmann/Varoner 2018, S. 237.253). (3) Tel Dothan unterscheidet sich auch darin von den anderen Berglanddörfern, dass hier aus der frühen Eisenzeit ein Altar, viele kultische Figurinen und ein administratives Gebäude gefunden wurden (vgl. Miglio/Dutton 2018); Dothan hat also in &#039;&#039;jeder&#039;&#039; Hinsicht ein anderes Profil als die üblichen Berglanddörfer im Zentralgebirge. Auch in der Ortsgruppe um Gibeon wird im späten 10. Jhd. mit Motza in der direkten Nachbarschaft von Jerusalem ein Städtchen mit einem eigenen Tempel und mit administrativen Gebäuden erbaut werden (vgl. Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &#039;&#039;kidiataim&#039;&#039; = &#039;&#039;kirjataim&#039;&#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. Für einige ältere Vorschläge s. die praktische Zusammenschau von [https://www.academia.edu/39956607/Shoshenq_Route_According_to_the_Bubastis_Portal Ibrahim].&amp;lt;/ref&amp;gt; zu einer Ortsgruppe zusammen und werden daher gemeinsam erobert, während wiederum Aijalon, Rabbah und Geser bereits zuvor unter die Hoheit der „Schefeliten“ kam (s. gleich). Auch in der biblischen Geographie werden das Bergland Ephraims und das Aijalon-Tal von den Stämmen Ephraim und Benjamin bewohnt, zwei der drei Nachfahren von Zippe und damit eng verwandt.   All dies – das mit Ortsgröße, Gräbern, Kultstätten und administrativen Gebäuden andere Profil als die anderen Berglandsiedlungen und die Behandlung gemeinsam mit den Siedlungen im Tal beim Feldzug von Scheschonq – spricht dafür, dass man die Ortsgruppe um Gibeon trotz der Lage im Gebirge nicht zu den Berglandsiedlungen, sondern noch zum Kulturkreis der Schefela rechnen muss, mit der sie schon seit der mittleren Bronzezeit verbunden waren, so dass man nicht nur Keila, Khirbet Rabud und entweder Tel Jarmuth oder Khirbet Qeiyafa militärisch noch zur Schefela rechnen muss, sondern auch noch diese Orte. Das dem Tempel in Motza vorangehende Heiligtum wird man übrigens dann entsprechend nicht als ein zweites judäisches Heiligtum erklären müssen wie die Ausgräber, sondern als das Grenzheiligtum der „Bergland-Schefeliten“ an der symbolischen Grenze des Nahal Besor. Und schließlich rechnet Faust nicht den philistäischen „Synoikismos“ ein: Weil in der Philistäa so viele kleine Orte schwanden und die meisten Orte für das Palästina der frühen Eisenzeit ungewöhnlich groß waren, nimmt man heute häufig an, dass die Philister die kanaanäischen Bewohner dazu zwangen, in ihre Städte umzusiedeln (vgl. z.B. Bunimovitz 1998, S. 107f.; Shavit 2008, S. 160; Faust/Katz 2011, S. 235f.). Auch in Geser und Timna und ohnehin in den Orten um Aijalon werden daher vor allem Kanaanäer gelebt haben, die im gleich beschriebenen Prozess revoltiert haben könnten. Es ist damit gut möglich, dass man die militärische Macht der Schefela-Bewohner in Fausts Kalkulation vervielfachen muss.&amp;lt;br /&amp;gt;Beim judäischen Bergland dagegen rechnet Faust nicht ein, dass die &#039;&#039;judäischen&#039;&#039; Berglanddörfchen überwiegend erst im 10./9. zur mittleren Eisenzeit errichtet wurden, so dass man zur frühen Eisenzeit noch nicht mit ihnen rechnen kann&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;. Lehmann 2003, S. 133 etwa kann entsprechend umgekehrt in der frühen Eisenzeit 6000-12000 EW in der Schefela und nur 4000-7000 EW im Bergland annehmen&lt;/del&gt;. Aber Kalkulationen von Einwohnerzahlen und militärischer Macht sind ohnehin nur approximativ; die Machtverhältnisse sind so und so deutlich: Philistäa war mächtig, Schefela und Bergland weniger. Rechnen wir wie Faust, müssten wir im 11. Jhd. allein für Ekron 6000 und für Gat 5000-7500 Einwohner annehmen. Auch mit Keila, Khirbet Rabud, Jarmuth und den hiwitischen Orten dürfte die Zahl waffenfähiger Schefeliten insgesamt kaum die allein dieser beiden Städte erreicht haben.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;lt;small&amp;gt;Dabei dürfer er allerdings die Schefela unter- und das judäische Bergland massiv überschätzt haben. In der Schefela rechnet er erstens nicht den Ort Keila ein, der zuvor ein bedeutender Ort in dieser Gegend gewesen war. Seine Größe zur frühen Eisenzeit lässt sich heute heute nicht mehr erkennen, weil die Ruinen durch Bauarbeiten verwüstet wurden; die gefundene Keramik macht aber sicher, dass es ihn zur dieser Zeit immerhin gab. Auch Khirbet Rabud rechnet Faust nicht ein, obwohl der Ort zu dieser Zeit wahrscheinlich noch zum kanaanäischen Kulturkreis gehörte (s.o.). Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. 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Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &#039;&#039;kidiataim&#039;&#039; = &#039;&#039;kirjataim&#039;&#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. 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Auch in der biblischen Geographie werden das Bergland Ephraims und das Aijalon-Tal von den Stämmen Ephraim und Benjamin bewohnt, zwei der drei Nachfahren von Zippe und damit eng verwandt.   All dies – das mit Ortsgröße, Gräbern, Kultstätten und administrativen Gebäuden andere Profil als die anderen Berglandsiedlungen und die Behandlung gemeinsam mit den Siedlungen im Tal beim Feldzug von Scheschonq – spricht dafür, dass man die Ortsgruppe um Gibeon trotz der Lage im Gebirge nicht zu den Berglandsiedlungen, sondern noch zum Kulturkreis der Schefela rechnen muss, mit der sie schon seit der mittleren Bronzezeit verbunden waren, so dass man nicht nur Keila, Khirbet Rabud und entweder Tel Jarmuth oder Khirbet Qeiyafa militärisch noch zur Schefela rechnen muss, sondern auch noch diese Orte. 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Dagegen das Fehlen von Schweinefleisch-Konsum kann man heute nicht mehr als typisch für Philisterstädte werten; außer in der Pentapolis fehlen Schweineknochen in vielen philistäischen Orten (z.B. Tel Qasile und Qubur al-Walajida, vgl. Sapir-Hen u.a. 2015), während sie sich umgekehrt in kleinerer Zahl auch in einigen klar kanaanäischen Orten finden (z.B. Izbet Sartah und Rehob, vgl. ebd.). Doughnut-Webgewichte statt typisch philistäischen zylinderförmigen Webgewichten hat man auch in Tel Qasile gefunden; auch das ist nicht mehr indikativ. Ägyptische Skarabäen schließlich hat man in ganz Palästina gefunden – nur im judäischen Gebirge nicht (s.u.). Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Als diese dominierende Macht dringen die Philister im Laufe der frühen Eisenzeit immer weiter in die Schefela vor: In dieser Zeit neu errichtet wurden z.B. Tel Erani, Khirbet Summeily,&amp;lt;ref&amp;gt;Ich halte Khirbet Summeily für sicher philistäisch und nicht wie die Ausgräber für judäisches Städtchen mehr als 100 Jahre vor der Zeit des Königreichs Juda. 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Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. 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Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 11. Januar 2024 um 08:28 Uhr</title>
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		<updated>2024-01-11T08:28:13Z</updated>

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Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. Sie unterscheiden sich aber darin von den anderen Berglandsiedlungen, dass sich in beiden Ortsgruppen größere Grabanlagen finden, die dennoch von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit &amp;#039;&amp;#039;inklusive&amp;#039;&amp;#039; der späten Bronzezeit in Gebrauch waren – mit Ausnahme von Askar die einzigen überhaupt im Zentralgebirge der frühen Eisenzeit (vgl. Lehmann/Varoner 2018, S. 237.253). (3) Tel Dothan unterscheidet sich auch darin von den anderen Berglanddörfern, dass hier aus der frühen Eisenzeit ein Altar, viele kultische Figurinen und ein administratives Gebäude gefunden wurden (vgl. Miglio/Dutton 2018); Dothan hat also in &amp;#039;&amp;#039;jeder&amp;#039;&amp;#039; Hinsicht ein anderes Profil als die üblichen Berglanddörfer im Zentralgebirge. Auch in der Ortsgruppe um Gibeon wird im späten 10. Jhd. mit Motza in der direkten Nachbarschaft von Jerusalem ein Städtchen mit einem eigenen Tempel und mit administrativen Gebäuden erbaut werden (vgl. Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &amp;#039;&amp;#039;kidiataim&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;kirjataim&amp;#039;&amp;#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. Für einige ältere Vorschläge s. die praktische Zusammenschau von [https://www.academia.edu/39956607/Shoshenq_Route_According_to_the_Bubastis_Portal Ibrahim].&amp;lt;/ref&amp;gt; zu einer Ortsgruppe zusammen und werden daher gemeinsam erobert, während wiederum Aijalon, Rabbah und Geser bereits zuvor unter die Hoheit der „Schefeliten“ kam (s. gleich). Auch in der biblischen Geographie werden das Bergland Ephraims und das Aijalon-Tal von den Stämmen Ephraim und Benjamin bewohnt, zwei der drei Nachfahren von Zippe und damit eng verwandt.   All dies – das mit Ortsgröße, Gräbern, Kultstätten und administrativen Gebäuden andere Profil als die anderen Berglandsiedlungen und die Behandlung gemeinsam mit den Siedlungen im Tal beim Feldzug von Scheschonq – spricht dafür, dass man die Ortsgruppe um Gibeon trotz der Lage im Gebirge nicht zu den Berglandsiedlungen, sondern noch zum Kulturkreis der Schefela rechnen muss, mit der sie schon seit der mittleren Bronzezeit verbunden waren, so dass man nicht nur Keila, Khirbet Rabud und entweder Tel Jarmuth oder Khirbet Qeiyafa militärisch noch zur Schefela rechnen muss, sondern auch noch diese Orte. Das dem Tempel in Motza vorangehende Heiligtum wird man übrigens dann entsprechend nicht als ein zweites judäisches Heiligtum erklären müssen wie die Ausgräber, sondern als das Grenzheiligtum der „Bergland-Schefeliten“ an der symbolischen Grenze des Nahal Besor. Und schließlich rechnet Faust nicht den philistäischen „Synoikismos“ ein: Weil in der Philistäa so viele kleine Orte schwanden und die meisten Orte für das Palästina der frühen Eisenzeit ungewöhnlich groß waren, nimmt man heute häufig an, dass die Philister die kanaanäischen Bewohner dazu zwangen, in ihre Städte umzusiedeln (vgl. z.B. Bunimovitz 1998, S. 107f.; Shavit 2008, S. 160; Faust/Katz 2011, S. 235f.). Auch in Geser und Timna und ohnehin in den Orten um Aijalon werden daher vor allem Kanaanäer gelebt haben, die im gleich beschriebenen Prozess revoltiert haben könnten. Es ist damit gut möglich, dass man die militärische Macht der Schefela-Bewohner in Fausts Kalkulation vervielfachen muss.&amp;lt;br /&amp;gt;Beim judäischen Bergland dagegen rechnet Faust nicht ein, dass die &amp;#039;&amp;#039;judäischen&amp;#039;&amp;#039; Berglanddörfchen überwiegend erst im 10./9. zur mittleren Eisenzeit errichtet wurden, so dass man zur frühen Eisenzeit noch nicht mit ihnen rechnen kann. Lehmann 2003, S. 133 etwa kann entsprechend umgekehrt in der frühen Eisenzeit 6000-12000 EW in der Schefela und nur 4000-7000 EW im Bergland annehmen. Aber Kalkulationen von Einwohnerzahlen und militärischer Macht sind ohnehin nur approximativ; die Machtverhältnisse sind so und so deutlich: Philistäa war mächtig, Schefela und Bergland weniger. Rechnen wir wie Faust, müssten wir im 11. Jhd. allein für Ekron 6000 und für Gat 5000-7500 Einwohner annehmen. Auch mit Keila, Khirbet Rabud, Jarmuth und den hiwitischen Orten dürfte die Zahl waffenfähiger Schefeliten insgesamt kaum die allein dieser beiden Städte erreicht haben.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;lt;small&amp;gt;Dabei dürfer er allerdings die Schefela unter- und das judäische Bergland massiv überschätzt haben. In der Schefela rechnet er erstens nicht den Ort Keila ein, der zuvor ein bedeutender Ort in dieser Gegend gewesen war. Seine Größe zur frühen Eisenzeit lässt sich heute heute nicht mehr erkennen, weil die Ruinen durch Bauarbeiten verwüstet wurden; die gefundene Keramik macht aber sicher, dass es ihn zur dieser Zeit immerhin gab. Auch Khirbet Rabud rechnet Faust nicht ein, obwohl der Ort zu dieser Zeit wahrscheinlich noch zum kanaanäischen Kulturkreis gehörte (s.o.). Er rechnet auch nicht ein, dass manche spätbronzezeitlichen Orte in der Schefela nur über einen längeren Zeitraum schwanden. Tel Jarmuth z.B. wurde erst im 11. Jhd. zerstört, Khirbet Qeiyafa (s. gleich) im selben Jahrhundert gegründet. Entweder den einen oder den anderen Ort müssen wir also dazurechnen. Außerdem übergeht er die vier „hiwitischen“ Orte um Gibeon, die ich oben noch markiert habe. Die Geschichte von Gibeon am südlichen Rand des Zentralgebirges wird noch nicht gut verstanden; ähnlich wie die des verwandten Orts Tel Dothan am nördlichen Rand. Beide verbindet, (1) dass sie nach Surveys zu urteilen zu je einer Ortsgruppe mit für das Zentralgebirge ungewöhnlich großen Orten gehören – Gibeon wie gesagt zu den anderen drei „hiwitischen“ Orten Kirjat-Jearim (wird gerade erst ausgegraben), Beerot (= Khirbet el-Burj), Kefira und wohl auch noch Beth-Horon (letztere drei noch nicht ausgegraben), Tel Dothan zu den leider sämtlich noch nicht ausgegrabenen anderen Orten el-Khrab, Khirbet Rujjam und dem einstigen Stadtstaat Tel el Muhaffar (= Hefer) im Dothan-Tal. (2) Beide verbindet auch eine ungewöhnliche Siedlungsgeschichte: Wie viele Berglandsiedlungen waren sie sowohl in der mittleren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit bebaut, in der späten Bronzezeit aber nicht. Sie unterscheiden sich aber darin von den anderen Berglandsiedlungen, dass sich in beiden Ortsgruppen größere Grabanlagen finden, die dennoch von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit &amp;#039;&amp;#039;inklusive&amp;#039;&amp;#039; der späten Bronzezeit in Gebrauch waren – mit Ausnahme von Askar die einzigen überhaupt im Zentralgebirge der frühen Eisenzeit (vgl. Lehmann/Varoner 2018, S. 237.253). (3) Tel Dothan unterscheidet sich auch darin von den anderen Berglanddörfern, dass hier aus der frühen Eisenzeit ein Altar, viele kultische Figurinen und ein administratives Gebäude gefunden wurden (vgl. Miglio/Dutton 2018); Dothan hat also in &amp;#039;&amp;#039;jeder&amp;#039;&amp;#039; Hinsicht ein anderes Profil als die üblichen Berglanddörfer im Zentralgebirge. Auch in der Ortsgruppe um Gibeon wird im späten 10. Jhd. mit Motza in der direkten Nachbarschaft von Jerusalem ein Städtchen mit einem eigenen Tempel und mit administrativen Gebäuden erbaut werden (vgl. Kisilevitz/Lipschits 2020; Greenhut 2021), auch hierin ähneln sich also die beiden Ortsgruppen vom Umland.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Scheschonq 2.jpg|600px|right]](4) Noch ein Weiteres muss bei Gibeon in der frühen Eisenzeit berücksichtigt werden: Als Pharao Scheschonq in den 940er- oder 920er-Jahren seine drei Schneisen in das Land Palästina schlägt, gehören offenbar Gibeon, Beth-Horon und vielleicht Kirjat-Jearim (äg.: &amp;#039;&amp;#039;kidiataim&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;kirjataim&amp;#039;&amp;#039;?) mit Aijalon, Rabbah und eventuell Geser (vgl. Junkkaala 2006, S. 198f.)&amp;lt;ref&amp;gt;Ich folge Junkkaala bei der Identifikation der meisten oben abgebildeten Orte. 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Auch in der biblischen Geographie werden das Bergland Ephraims und das Aijalon-Tal von den Stämmen Ephraim und Benjamin bewohnt, zwei der drei Nachfahren von Zippe und damit eng verwandt.   All dies – das mit Ortsgröße, Gräbern, Kultstätten und administrativen Gebäuden andere Profil als die anderen Berglandsiedlungen und die Behandlung gemeinsam mit den Siedlungen im Tal beim Feldzug von Scheschonq – spricht dafür, dass man die Ortsgruppe um Gibeon trotz der Lage im Gebirge nicht zu den Berglandsiedlungen, sondern noch zum Kulturkreis der Schefela rechnen muss, mit der sie schon seit der mittleren Bronzezeit verbunden waren, so dass man nicht nur Keila, Khirbet Rabud und entweder Tel Jarmuth oder Khirbet Qeiyafa militärisch noch zur Schefela rechnen muss, sondern auch noch diese Orte. Das dem Tempel in Motza vorangehende Heiligtum wird man übrigens dann entsprechend nicht als ein zweites judäisches Heiligtum erklären müssen wie die Ausgräber, sondern als das Grenzheiligtum der „Bergland-Schefeliten“ an der symbolischen Grenze des Nahal Besor. Und schließlich rechnet Faust nicht den philistäischen „Synoikismos“ ein: Weil in der Philistäa so viele kleine Orte schwanden und die meisten Orte für das Palästina der frühen Eisenzeit ungewöhnlich groß waren, nimmt man heute häufig an, dass die Philister die kanaanäischen Bewohner dazu zwangen, in ihre Städte umzusiedeln (vgl. z.B. Bunimovitz 1998, S. 107f.; Shavit 2008, S. 160; Faust/Katz 2011, S. 235f.). Auch in Geser und Timna und ohnehin in den Orten um Aijalon werden daher vor allem Kanaanäer gelebt haben, die im gleich beschriebenen Prozess revoltiert haben könnten. 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Dagegen das Fehlen von Schweinefleisch-Konsum kann man heute nicht mehr als typisch für Philisterstädte werten; außer in der Pentapolis fehlen Schweineknochen in vielen philistäischen Orten (z.B. Tel Qasile und Qubur al-Walajida, vgl. Sapir-Hen u.a. 2015), während sie sich umgekehrt in kleinerer Zahl auch in einigen klar kanaanäischen Orten finden (z.B. Izbet Sartah und Rehob, &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s. &lt;/del&gt;vgl. ebd.). Doughnut-Webgewichte statt typisch philistäischen zylinderförmigen Webgewichten hat man auch in Tel Qasile gefunden; auch das ist nicht mehr indikativ. Ägyptische Skarabäen schließlich hat man in ganz Palästina gefunden – nur im judäischen Gebirge nicht (s.u.). Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &#039;&#039;nicht&#039;&#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. Jhd. und (3) die darauf folgenden Entwicklungen der Grund dafür, warum man Beth-Schemesch i.d.R. nicht mit den Städten Geser und Timna mit ähnlicher materieller Kultur als philistäische Grenzstädte zusammenfasst, sondern als kanaanäisch/israelitisch ansieht).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Bewohner der Schefela aber rüsten ebenfalls auf (s. die Orte in orange auf Bild 2); vielleicht als Reaktion auf die Zerstörung von Beth-Schemesch: Im 11./10. Jahrhundert entstehen entlang der Grenze mit Tel Scheqef, Tel el-Hesi und Tel Milha kleine Festungen; auch Tel Burna wird zu einer solchen Festung ausgebaut (vgl. Blakely 1981, S. 240f.; Blakely u.a. 2014). Vor allem aber werden Beth-Schemesch und Lachisch als befestigte Städte neu errichtet (zu Lachisch vgl. Garfinkel u.a. 2019) und mit Khirbet Qeiyafa wird eine ebenso befestigte Kleinstadt ganz neu aus dem Boden gestampft. Eventuell gehört auch Tel Beit Mirsim in diese Reihe; wann dort die Stadtmauer errichtet wurde, ist aber noch nicht sicher. Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Als diese dominierende Macht dringen die Philister im Laufe der frühen Eisenzeit immer weiter in die Schefela vor: In dieser Zeit neu errichtet wurden z.B. Tel Erani, Khirbet Summeily,&amp;lt;ref&amp;gt;Ich halte Khirbet Summeily für sicher philistäisch und nicht wie die Ausgräber für judäisches Städtchen mehr als 100 Jahre vor der Zeit des Königreichs Juda. 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Geographisch liegt Khirbet Summeily noch hinter Tel Erani, Umm al Baqar und Tel Nagila, geschichtlich teilt es das Schicksal dieser Orte. Khirbet Summeily zu einem Kronzeugen für die Existenz des Königreichs Juda zu machen, ist eine äußerst merkwürdige Interpretation dieser Daten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umm al Baqar, Tel Nagila und der kleine Tempel Nahal Patisch. Im 11. Jhd. wird außerdem Beth-Schemesch einmal zerstört, was ebenfalls mit den Philistern zusammenhängen könnte (hauptsächlich sind (1) die zuvor &#039;&#039;nicht&#039;&#039; erfolgte Zerstörung, (2) die Zerstörung im 11. 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Charakteristisch ist für die meisten dieser Orte die Kasematten-Bauweise der Mauer (Ausnahmen: Lachisch und Tel el-Hesi mit Stadtmauern älteren Stils). Den selben Mauertyp sieht man im 10. Jahrhundert auch in Timna und auch in Geser, das nach einer Zerstörung um 1000 v. Chr. ebenfalls mit einer solchen Mauer neu errichtet wird. Beide Orte scheinen also nun von den Bewohnern der Schefela kontrolliert worden zu sein (zu Geser vgl. Webster u.a. 2023. Aijalon, Tel el Kokah und Rabbah wurden noch nicht ausgegraben, gehören zu dieser Zeit als Mittelzentren aber klar zum Einzugsgebiet des Oberzentrums Geser. Solange sie noch nicht ausgegraben sind, muss annehmen, dass sie das Schicksal von Geser teilten).  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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