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	<title>Kommentar:Amos 2 - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Die Offene Bibel</subtitle>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Amos_2&amp;diff=32275&amp;oldid=prev</id>
		<title>Sebastian Walter am 3. Oktober 2021 um 17:49 Uhr</title>
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		<updated>2021-10-03T17:49:55Z</updated>

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Wort &#039;&#039;´aqah&#039;&#039; „bedrücken, bedrängen“, was aber auch nur ein geratener &#039;&#039;false friend&#039;&#039; sein könnte. Fast alle diese Bedd. werden auch heute noch diskutiert:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Am nähesten liegt wegen dem aram. Kognat zunächst sicher die Deutung von Tg und Syr. &#039;&#039;´uq&#039;&#039; wäre die aramäische Variante von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; („&#039;&#039;&#039;bedrängen, bedrücken&#039;&#039;&#039;“), das bes. häufig im Kontext der kriegerischen Belagerung einer Stadt verwendet wird (s. [[Jesaja 7#s6 |Jes 7,6]]; [[Jesaja 29#s2 |Jes 29,2]].[[Jesaja 29#s7|7]]; vgl. auch [[Deuteronomium 28#s53 |Dtn 28,53.55.57]]; [[Jeremia 19#s9 |Jer 19,9]]) und daher bes. gut zu Vv. 14-16 passt. Das Gegenargument von Gese 1962, S. 418, ein solcher Aramäismus sei hier nicht zu erwarten, greift schwerlich; fast das selbe Phänomen begegnete ja bereits in [[Amos 1#s11 |Am 1,11]]. So schon Raschi und Ibn Ezra, viele Exegeten des 18. und 19. Jhd.s; unter den jüngeren z.B. Gordis 1979/80, S. 218; Stuart 1987; Hayes 1988, S. 118f.; auch PAT, TAF. Am schwierigsten an dieser Deutung ist natürlich, dass die Präp. „unter“ sich schwer erklären lässt: „Ich bedrücke &#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;unter&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; (?) euch“. Schwierig ist außerdem, dass dann das zweite Vorkommen in Zeile b &#039;&#039;passivisch&#039;&#039; übersetzt werden müsste – jedenfalls lösen so alle Vertreter dieser Variante auf: „Ich bedrücke euch, wie ein Wagen &#039;&#039;bedrückt wird&#039;&#039;“. Diese passivische Verwendung will Gordis als reflexives Hifil erklären, das es zwar in der Tat (selten) gibt – aber „niedergedrückt werden“ ist ja gar nicht reflexiv. Dieses zweite Problem ließe sich aber immerhin noch ausgleichen, indem man die „Garbenfülle auf ihm“ zum Subjekt des Verbs macht, wonach sich dann aber die sehr seltene Wortfolge V O S ergäbe: „Ich bedrücke euch, wie bedrückt einen Wagen die Fülle auf ihm an Garben“, also „wie die Fülle an Garben auf ihm einen Wagen bedrückt.“ Das Präpositionsproblem dagegen lässt sich schwerer erklären. Möglich wäre erstens: „unter euch“ heißt hier so viel wie „an eurer Stelle; dort, wo ihr steht“; s. z.B. [[Exodus 10#s23 |Ex 10,23]]; [[Exodus 16#s29 |16,29]]; [[Josua 5#s8 |Jos 5,8]]; [[2 Samuel 2#s23 |2 Sam 2,23]]; [[Ijob 40#s12 |Ijob 40,12]] u.ö. (so richtig z.B. Rosenmüller 1827, S. 55). Möglich wäre vielleicht außerdem zweitens wie nach Keil 1888, S. 183: „[...M]it {{hebr}}תַּחַת{{hebr ende}} constr. in der Bed. von κατά hinabwärts, nieder auf, d.h. ihn niederdrücken (&#039;&#039;Win. Ges. Ew.&#039;&#039;).“ Eine solche Verwendung von &#039;&#039;tachat&#039;&#039; ist mir aber unbekannt. Um es also zusammenzufassen: Möglich wäre dies allenfalls unter der Annahme einer seltenen Bed. der Präp. &#039;&#039;tachat&#039;&#039;, bei der auch schwer erklärlich wäre, &#039;&#039;warum&#039;&#039; sie hier überhaupt verwendet wird, und unter der Annahme einer sehr ungewöhnlichen Wortstellung in Zeile b: „Siehe, ich drücke euch an eurem Ort nieder, wie einen Wagen niederdrückt die Garbenfülle auf ihm“.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Ähnlich z.B. Baur 1847; Garrett 2008: „&#039;&#039;&#039;Ich werde niedergedrückt&#039;&#039;&#039;“, was zwar viel besser zur Präp. „unter“ und zum Bild vom Wagen passt, aber sprachlich schwer erklärlich wäre – Partizip Hifil von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; ist klar transitiv.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Besser daher: Gese vergleicht das mischnahebräische &#039;&#039;´uqah&#039;&#039; („Aushöhlung, Mulde“) und das arab. &#039;&#039;´qq&#039;&#039; („aufschlitzen, zerreißen“), auf das schon Hitzig hingewiesen hat, und nimmt von hier aus eine Bed. „&#039;&#039;&#039;aufspalten&#039;&#039;&#039;“ an: „Ich werde unter euch (durch ein Erdbeben den Boden) aufspalten, wie ein schwerer Erntewagen (den Boden) aufspaltet“. So z.B. auch Wolff 1969, Jeremias 1995, Smith 1998, Hamborg 2008, S. 180. Ob die Spuren eines Erntewagens aber tatsächlich ein naheliegendes Bild für ein Erdbeben sind, ist doch sehr fraglich, und auch in den folgenden Versen deutet nichts auf ein Erdbeben hin. Sehr zufriedenstellend ist dieser Vorschlag also auch nicht, ist aber sprachlich der unproblematischste.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Cripps 1955, S. 148 und Paul 1991, S. 94 u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´wq&#039;&#039; „&#039;&#039;&#039;hemmen&#039;&#039;&#039;“ und übersetzen ebenfalls „unter euch“ als „an eurem Platz“ (was möglich ist, s.o.), also: „Ich werde euch an eurem Platz festsetzen, wie ein Wagen mit Stroh sich festfahren kann“. So schon Eliezer von Beaugency; auch HER05, MEN, SLT. Zum Folgenden passt dies aber gerade schlecht, bes. nicht zu V. 16 – und auch davon abegesehen wäre „ich werde euch hemmen“ eine eher seltsame Drohung.&amp;lt;br /&amp;gt;(5) Maag, Mays, Rudolph, Soggin, Eidevall, Kessler u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´auq&#039;&#039; „Biegung“ und leiten von hier (!) die Bed. „&#039;&#039;&#039;schwanken&#039;&#039;&#039;“ ab, die auch durch einige Tg-Mss gestützt wird. Ähnlich B-R, EÜ, HfA, LUT 17, NeÜ, ZÜR. Auch dies soll wieder das Erdbeben aus Am 1,1 anzeigen. Aber die arabische Etymologie ist unwahrscheinlich (s. Gese 1962, S. 418 FN 1) und schwach; die Tg-Variante ließe sich auch leicht durch eine Verlesung von &#039;&#039;me´iq&#039;&#039; und &#039;&#039;ta´iq&#039;&#039; als &#039;&#039;mepiq&#039;&#039; und &#039;&#039;tapiq&#039;&#039; von &#039;&#039;piq&#039;&#039; („schwanken“) erklären, was dann auch zu den zwei unterschiedlichen Tg-Varianten geführt hätte, und hat also einen geringen Wert.&amp;lt;br /&amp;gt;(6) Selbst das „&#039;&#039;&#039;knarren&#039;&#039;&#039;“ von Aq und das „&#039;&#039;&#039;quietschen&#039;&#039;&#039;“ von VUL hat in der älteren Exegese einige Anhänger gefunden, da es auch hierfür ein einigermaßen passendes arab. Kognat gibt (gegen dieses Kognat aber richtig Gese 1962, S. 418). So daher z.B. Justi 1810, Sellin 1922, Weiser 1929; noch LUT 1912, GN („Ich werde auch bestrafen, dass ihr ächzt und stöhnt wie ein überladener Erntewagen“); seitdem aber wenig überraschend nicht mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|13}} &#039;&#039;&#039;Siehe, ich spalte unter euch [den Boden]&#039;&#039;&#039; (ich drücke nieder, werde niedergedrückt, hemme, knarre, schwanke)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ich spalte unter euch [den Boden] (ich drücke nieder, werde niedergedrückt, hemme, knarre, schwanke)&#039;&#039; - heb. &#039;&#039;´uq&#039;&#039;, unsicheres Wort. 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[[Jesaja 7#s6 |Jes 7,6]]; [[Jesaja 29#s2 |Jes 29,2]].[[Jesaja 29#s7|7]]; vgl. auch [[Deuteronomium 28#s53 |Dtn 28,53.55.57]]; [[Jeremia 19#s9 |Jer 19,9]]) und daher bes. gut zu Vv. 14-16 passt. Das Gegenargument von Gese 1962, S. 418, ein solcher Aramäismus sei hier nicht zu erwarten, greift schwerlich; fast das selbe Phänomen begegnete ja bereits in [[Amos 1#s11 |Am 1,11]]. So schon Raschi und Ibn Ezra, viele Exegeten des 18. und 19. Jhd.s; unter den jüngeren z.B. Gordis 1979/80, S. 218; Stuart 1987; Hayes 1988, S. 118f.; auch PAT, TAF. Am schwierigsten an dieser Deutung ist natürlich, dass die Präp. „unter“ sich schwer erklären lässt: „Ich bedrücke &#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;unter&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; (?) euch“. Schwierig ist außerdem, dass dann das zweite Vorkommen in Zeile b &#039;&#039;passivisch&#039;&#039; übersetzt werden müsste – jedenfalls lösen so alle Vertreter dieser Variante auf: „Ich bedrücke euch, wie ein Wagen &#039;&#039;bedrückt wird&#039;&#039;“. Diese passivische Verwendung will Gordis als reflexives Hifil erklären, das es zwar in der Tat (selten) gibt – aber „niedergedrückt werden“ ist ja gar nicht reflexiv. Dieses zweite Problem ließe sich aber immerhin noch ausgleichen, indem man die „Garbenfülle auf ihm“ zum Subjekt des Verbs macht, wonach sich dann aber die sehr seltene Wortfolge V O S ergäbe: „Ich bedrücke euch, wie bedrückt einen Wagen die Fülle auf ihm an Garben“, also „wie die Fülle an Garben auf ihm einen Wagen bedrückt.“ Das Präpositionsproblem dagegen lässt sich schwerer erklären. Möglich wäre erstens: „unter euch“ heißt hier so viel wie „an eurer Stelle; dort, wo ihr steht“; s. z.B. [[Exodus 10#s23 |Ex 10,23]]; [[Exodus 16#s29 |16,29]]; [[Josua 5#s8 |Jos 5,8]]; [[2 Samuel 2#s23 |2 Sam 2,23]]; [[Ijob 40#s12 |Ijob 40,12]] u.ö. (so richtig z.B. Rosenmüller 1827, S. 55). Möglich wäre vielleicht außerdem zweitens wie nach Keil 1888, S. 183: „[...M]it {{hebr}}תַּחַת{{hebr ende}} constr. in der Bed. von κατά hinabwärts, nieder auf, d.h. ihn niederdrücken (&#039;&#039;Win. Ges. Ew.&#039;&#039;).“ Eine solche Verwendung von &#039;&#039;tachat&#039;&#039; ist mir aber unbekannt. Um es also zusammenzufassen: Möglich wäre dies allenfalls unter der Annahme einer seltenen Bed. der Präp. &#039;&#039;tachat&#039;&#039;, bei der auch schwer erklärlich wäre, &#039;&#039;warum&#039;&#039; sie hier überhaupt verwendet wird, und unter der Annahme einer sehr ungewöhnlichen Wortstellung in Zeile b: „Siehe, ich drücke euch an eurem Ort nieder, wie einen Wagen niederdrückt die Garbenfülle auf ihm“.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Ähnlich z.B. Baur 1847; Garrett 2008: „&#039;&#039;&#039;Ich werde niedergedrückt&#039;&#039;&#039;“, was zwar viel besser zur Präp. „unter“ und zum Bild vom Wagen passt, aber sprachlich schwer erklärlich wäre – Partizip Hifil von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; ist klar transitiv.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Besser daher: Gese vergleicht das mischnahebräische &#039;&#039;´uqah&#039;&#039; („Aushöhlung, Mulde“) und das arab. &#039;&#039;´qq&#039;&#039; („aufschlitzen, zerreißen“), auf das schon Hitzig hingewiesen hat, und nimmt von hier aus eine Bed. „&#039;&#039;&#039;aufspalten&#039;&#039;&#039;“ an: „Ich werde unter euch (durch ein Erdbeben den Boden) aufspalten, wie ein schwerer Erntewagen (den Boden) aufspaltet“. So z.B. auch Wolff 1969, Jeremias 1995, Smith 1998, Hamborg 2008, S. 180. Ob die Spuren eines Erntewagens aber tatsächlich ein naheliegendes Bild für ein Erdbeben sind, ist doch sehr fraglich, und auch in den folgenden Versen deutet nichts auf ein Erdbeben hin. Sehr zufriedenstellend ist dieser Vorschlag also auch nicht, ist aber sprachlich der unproblematischste.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Cripps 1955, S. 148 und Paul 1991, S. 94 u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´wq&#039;&#039; „&#039;&#039;&#039;hemmen&#039;&#039;&#039;“ und übersetzen ebenfalls „unter euch“ als „an eurem Platz“ (was möglich ist, s.o.), also: „Ich werde euch an eurem Platz festsetzen, wie ein Wagen mit Stroh sich festfahren kann“. So schon Eliezer von Beaugency; auch HER05, MEN, SLT. Zum Folgenden passt dies aber gerade schlecht, bes. nicht zu V. 16 – und auch davon abegesehen wäre „ich werde euch hemmen“ eine eher seltsame Drohung.&amp;lt;br /&amp;gt;(5) Maag, Mays, Rudolph, Soggin, Eidevall, Kessler u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´auq&#039;&#039; „Biegung“ und leiten von hier (!) die Bed. „&#039;&#039;&#039;schwanken&#039;&#039;&#039;“ ab, die auch durch einige Tg-Mss gestützt wird. Ähnlich B-R, EÜ, HfA, LUT 17, NeÜ, ZÜR. Auch dies soll wieder das Erdbeben aus Am 1,1 anzeigen. Aber die arabische Etymologie ist unwahrscheinlich (s. Gese 1962, S. 418 FN 1) und schwach; die Tg-Variante ließe sich auch leicht durch eine Verlesung von &#039;&#039;me´iq&#039;&#039; und &#039;&#039;ta´iq&#039;&#039; als &#039;&#039;mepiq&#039;&#039; und &#039;&#039;tapiq&#039;&#039; von &#039;&#039;piq&#039;&#039; („schwanken“) erklären, was dann auch zu den zwei unterschiedlichen Tg-Varianten geführt hätte, und hat also einen geringen Wert.&amp;lt;br /&amp;gt;(6) Selbst das „&#039;&#039;&#039;knarren&#039;&#039;&#039;“ von Aq und das „&#039;&#039;&#039;quietschen&#039;&#039;&#039;“ von VUL hat in der älteren Exegese einige Anhänger gefunden, da es auch hierfür ein einigermaßen passendes arab. Kognat gibt (gegen dieses Kognat aber richtig Gese 1962, S. 418) &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;und wohl v.a., weil schon Luther so in seinen Amos-Vorlesungen deutete&lt;/ins&gt;. So daher z.B. Justi 1810, Sellin 1922, Weiser 1929; noch LUT 1912, GN („Ich werde auch bestrafen, dass ihr ächzt und stöhnt wie ein überladener Erntewagen“); seitdem aber wenig überraschend nicht mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 24. September 2021 um 15:57 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-24T15:57:24Z</updated>

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Wort &#039;&#039;´aqah&#039;&#039; „bedrücken, bedrängen“, was aber auch nur ein geratener &#039;&#039;false friend&#039;&#039; sein könnte. Fast alle diese Bedd. werden auch heute noch diskutiert:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Am nähesten liegt wegen dem aram. Kognat zunächst sicher die Deutung von Tg und Syr. &#039;&#039;´uq&#039;&#039; wäre die aramäische Variante von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; („&#039;&#039;&#039;bedrängen, bedrücken&#039;&#039;&#039;“), das bes. häufig im Kontext der kriegerischen Belagerung einer Stadt verwendet wird (s. [[Jesaja 7#s6 |Jes 7,6]]; [[Jesaja 29#s2 |Jes 29,2]].[[Jesaja 29#s7|7]]; vgl. auch [[Deuteronomium 28#s53 |Dtn 28,53.55.57]]; [[Jeremia 19#s9 |Jer 19,9]]) und daher bes. gut zu Vv. 14-16 passt. Das Gegenargument von Gese 1962, S. 418, ein solcher Aramäismus sei hier nicht zu erwarten, greift schwerlich; fast das selbe Phänomen begegnete ja bereits in [[Amos 1#s11 |Am 1,11]]. So schon Raschi und Ibn Ezra, viele Exegeten des 18. und 19. Jhd.s; unter den jüngeren z.B. Gordis 1979/80, S. 218; Stuart 1987; Hayes 1988, S. 118f.; auch PAT, TAF. Am schwierigsten an dieser Deutung ist natürlich, dass die Präp. „unter“ sich schwer erklären lässt: „Ich bedrücke &#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;unter&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; (?) euch“. Schwierig ist außerdem, dass dann das zweite Vorkommen in Zeile b &#039;&#039;passivisch&#039;&#039; übersetzt werden müsste – jedenfalls lösen so alle Vertreter dieser Variante auf: „Ich bedrücke euch, wie ein Wagen &#039;&#039;bedrückt wird&#039;&#039;“. Diese passivische Verwendung will Gordis als reflexives Hifil erklären, das es zwar in der Tat (selten) gibt – aber „niedergedrückt werden“ ist ja gar nicht reflexiv. Dieses zweite Problem ließe sich aber immerhin noch ausgleichen, indem man die „Garbenfülle auf ihm“ zum Subjekt des Verbs macht, wonach sich dann aber die sehr seltene Wortfolge V O S ergäbe: „Ich bedrücke euch, wie bedrückt einen Wagen die Fülle auf ihm an Garben“, also „wie die Fülle an Garben auf ihm einen Wagen bedrückt.“ Das Präpositionsproblem dagegen lässt sich schwerer erklären. Möglich wäre erstens: „unter euch“ heißt hier so viel wie „an eurer Stelle; dort, wo ihr steht“; s. z.B. [[Exodus 10#s23 |Ex 10,23]]; [[Exodus 16#s29 |16,29]]; [[Josua 5#s8 |Jos 5,8]]; [[2 Samuel 2#s23 |2 Sam 2,23]]; [[Ijob 40#s12 |Ijob 40,12]] u.ö. (so richtig z.B. Rosenmüller 1827, S. 55). Möglich wäre vielleicht außerdem zweitens wie nach Keil 1888, S. 183: „[...M]it {{hebr}}תַּחַת{{hebr ende}} constr. in der Bed. von κατά hinabwärts, nieder auf, d.h. ihn niederdrücken (&#039;&#039;Win. Ges. Ew.&#039;&#039;).“ Eine solche Verwendung von &#039;&#039;tachat&#039;&#039; ist mir aber unbekannt. Um es also zusammenzufassen: Möglich wäre dies allenfalls unter der Annahme einer seltenen Bed. der Präp. &#039;&#039;tachat&#039;&#039;, bei der auch schwer erklärlich wäre, &#039;&#039;warum&#039;&#039; sie hier überhaupt verwendet wird, und unter der Annahme einer sehr ungewöhnlichen Wortstellung in Zeile b: „Siehe, ich drücke euch an eurem Ort nieder, wie einen Wagen niederdrückt die Garbenfülle auf ihm“.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Ähnlich z.B. Baur 1847; Garrett 2008: „&#039;&#039;&#039;Ich werde niedergedrückt&#039;&#039;&#039;“, was zwar viel besser zur Präp. „unter“ und zum Bild vom Wagen passt, aber sprachlich schwer erklärlich wäre – Partizip Hifil von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; ist klar transitiv.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Besser daher: Gese vergleicht das mischnahebräische &#039;&#039;´uqah&#039;&#039; („Aushöhlung, Mulde“) und das arab. &#039;&#039;´qq&#039;&#039; („aufschlitzen, zerreißen“), auf das schon Hitzig hingewiesen hat, und nimmt von hier aus eine Bed. „&#039;&#039;&#039;aufspalten&#039;&#039;&#039;“ an: „Ich werde unter euch (durch ein Erdbeben den Boden) aufspalten, wie ein schwerer Erntewagen (den Boden) aufspaltet“. So z.B. auch Wolff 1969, Jeremias 1995, Smith 1998, Hamborg 2008, S. 180. Ob die Spuren eines Erntewagens aber tatsächlich ein naheliegendes Bild für ein Erdbeben sind, ist doch sehr fraglich, und auch in den folgenden Versen deutet nichts auf ein Erdbeben hin. Sehr zufriedenstellend ist dieser Vorschlag also auch nicht, ist aber sprachlich der unproblematischste.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Cripps 1955, S. 148 und Paul 1991, S. 94 u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´wq&#039;&#039; „&#039;&#039;&#039;hemmen&#039;&#039;&#039;“ und übersetzen ebenfalls „unter euch“ als „an eurem Platz“ (was möglich ist, s.o.), also: „Ich werde euch an eurem Platz festsetzen, wie ein Wagen mit Stroh sich festfahren kann“. So schon Eliezer von Beaugency; auch HER05, MEN, SLT. Zum Folgenden passt dies aber gerade schlecht, bes. nicht zu V. 16 – und auch davon abegesehen wäre „ich werde euch hemmen“ eine eher seltsame Drohung.&amp;lt;br /&amp;gt;(5) Maag, Mays, Rudolph, Soggin, Kessler u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´auq&#039;&#039; „Biegung“ und leiten von hier (!) die Bed. „&#039;&#039;&#039;schwanken&#039;&#039;&#039;“ ab, die auch durch einige Tg-Mss gestützt wird. Ähnlich &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Eidevall 2017, S. 119, auch &lt;/del&gt;B-R, EÜ, HfA, LUT 17, NeÜ, ZÜR. Auch dies soll wieder das Erdbeben aus Am 1,1 anzeigen. Aber die arabische Etymologie ist unwahrscheinlich (s. Gese 1962, S. 418 FN 1) und schwach; die Tg-Variante ließe sich auch leicht durch eine Verlesung von &#039;&#039;me´iq&#039;&#039; und &#039;&#039;ta´iq&#039;&#039; als &#039;&#039;mepiq&#039;&#039; und &#039;&#039;tapiq&#039;&#039; von &#039;&#039;piq&#039;&#039; („schwanken“) erklären, was dann auch zu den zwei unterschiedlichen Tg-Varianten geführt hätte, und hat also einen geringen Wert.&amp;lt;br /&amp;gt;(6) Selbst das „&#039;&#039;&#039;knarren&#039;&#039;&#039;“ von Aq und das „&#039;&#039;&#039;quietschen&#039;&#039;&#039;“ von VUL hat in der älteren Exegese einige Anhänger gefunden, da es auch hierfür ein einigermaßen passendes arab. Kognat gibt (gegen dieses Kognat aber richtig Gese 1962, S. 418). So daher z.B. Justi 1810, Sellin 1922, Weiser 1929; noch LUT 1912, GN („Ich werde auch bestrafen, dass ihr ächzt und stöhnt wie ein überladener Erntewagen“); seitdem aber wenig überraschend nicht mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|13}} &#039;&#039;&#039;Siehe, ich spalte unter euch [den Boden]&#039;&#039;&#039; (ich drücke nieder, werde niedergedrückt, hemme, knarre, schwanke)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ich spalte unter euch [den Boden] (ich drücke nieder, werde niedergedrückt, hemme, knarre, schwanke)&#039;&#039; - heb. &#039;&#039;´uq&#039;&#039;, unsicheres Wort. 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[[Jesaja 7#s6 |Jes 7,6]]; [[Jesaja 29#s2 |Jes 29,2]].[[Jesaja 29#s7|7]]; vgl. auch [[Deuteronomium 28#s53 |Dtn 28,53.55.57]]; [[Jeremia 19#s9 |Jer 19,9]]) und daher bes. gut zu Vv. 14-16 passt. Das Gegenargument von Gese 1962, S. 418, ein solcher Aramäismus sei hier nicht zu erwarten, greift schwerlich; fast das selbe Phänomen begegnete ja bereits in [[Amos 1#s11 |Am 1,11]]. So schon Raschi und Ibn Ezra, viele Exegeten des 18. und 19. Jhd.s; unter den jüngeren z.B. Gordis 1979/80, S. 218; Stuart 1987; Hayes 1988, S. 118f.; auch PAT, TAF. Am schwierigsten an dieser Deutung ist natürlich, dass die Präp. „unter“ sich schwer erklären lässt: „Ich bedrücke &#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;unter&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; (?) euch“. Schwierig ist außerdem, dass dann das zweite Vorkommen in Zeile b &#039;&#039;passivisch&#039;&#039; übersetzt werden müsste – jedenfalls lösen so alle Vertreter dieser Variante auf: „Ich bedrücke euch, wie ein Wagen &#039;&#039;bedrückt wird&#039;&#039;“. 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Baur 1847; Garrett 2008: „&#039;&#039;&#039;Ich werde niedergedrückt&#039;&#039;&#039;“, was zwar viel besser zur Präp. „unter“ und zum Bild vom Wagen passt, aber sprachlich schwer erklärlich wäre – Partizip Hifil von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; ist klar transitiv.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Besser daher: Gese vergleicht das mischnahebräische &#039;&#039;´uqah&#039;&#039; („Aushöhlung, Mulde“) und das arab. &#039;&#039;´qq&#039;&#039; („aufschlitzen, zerreißen“), auf das schon Hitzig hingewiesen hat, und nimmt von hier aus eine Bed. „&#039;&#039;&#039;aufspalten&#039;&#039;&#039;“ an: „Ich werde unter euch (durch ein Erdbeben den Boden) aufspalten, wie ein schwerer Erntewagen (den Boden) aufspaltet“. So z.B. auch Wolff 1969, Jeremias 1995, Smith 1998, Hamborg 2008, S. 180. Ob die Spuren eines Erntewagens aber tatsächlich ein naheliegendes Bild für ein Erdbeben sind, ist doch sehr fraglich, und auch in den folgenden Versen deutet nichts auf ein Erdbeben hin. 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Justi 1810, Sellin 1922, Weiser 1929; noch LUT 1912, GN („Ich werde auch bestrafen, dass ihr ächzt und stöhnt wie ein überladener Erntewagen“); seitdem aber wenig überraschend nicht mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 24. September 2021 um 15:56 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-24T15:56:39Z</updated>

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Wort &#039;&#039;´aqah&#039;&#039; „bedrücken, bedrängen“, was aber auch nur ein geratener &#039;&#039;false friend&#039;&#039; sein könnte. Fast alle diese Bedd. werden auch heute noch diskutiert:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Am nähesten liegt wegen dem aram. Kognat zunächst sicher die Deutung von Tg und Syr. &#039;&#039;´uq&#039;&#039; wäre die aramäische Variante von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; („&#039;&#039;&#039;bedrängen, bedrücken&#039;&#039;&#039;“), das bes. häufig im Kontext der kriegerischen Belagerung einer Stadt verwendet wird (s. [[Jesaja 7#s6 |Jes 7,6]]; [[Jesaja 29#s2 |Jes 29,2]].[[Jesaja 29#s7|7]]; vgl. auch [[Deuteronomium 28#s53 |Dtn 28,53.55.57]]; [[Jeremia 19#s9 |Jer 19,9]]) und daher bes. gut zu Vv. 14-16 passt. Das Gegenargument von Gese 1962, S. 418, ein solcher Aramäismus sei hier nicht zu erwarten, greift schwerlich; fast das selbe Phänomen begegnete ja bereits in [[Amos 1#s11 |Am 1,11]]. So schon Raschi und Ibn Ezra, viele Exegeten des 18. und 19. Jhd.s; unter den jüngeren z.B. Gordis 1979/80, S. 218; Stuart 1987; Hayes 1988, S. 118f.; auch PAT, TAF. Am schwierigsten an dieser Deutung ist natürlich, dass die Präp. „unter“ sich schwer erklären lässt: „Ich bedrücke &#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;unter&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; (?) euch“. Schwierig ist außerdem, dass dann das zweite Vorkommen in Zeile b &#039;&#039;passivisch&#039;&#039; übersetzt werden müsste – jedenfalls lösen so alle Vertreter dieser Variante auf: „Ich bedrücke euch, wie ein Wagen &#039;&#039;bedrückt wird&#039;&#039;“. Diese passivische Verwendung will Gordis als reflexives Hifil erklären, das es zwar in der Tat (selten) gibt – aber „niedergedrückt werden“ ist ja gar nicht reflexiv. Dieses zweite Problem ließe sich aber immerhin noch ausgleichen, indem man die „Garbenfülle auf ihm“ zum Subjekt des Verbs macht, wonach sich dann aber die sehr seltene Wortfolge V O S ergäbe: „Ich bedrücke euch, wie bedrückt einen Wagen die Fülle auf ihm an Garben“, also „wie die Fülle an Garben auf ihm einen Wagen bedrückt.“ Das Präpositionsproblem dagegen lässt sich schwerer erklären. Möglich wäre erstens: „unter euch“ heißt hier so viel wie „an eurer Stelle; dort, wo ihr steht“; s. z.B. [[Exodus 10#s23 |Ex 10,23]]; [[Exodus 16#s29 |16,29]]; [[Josua 5#s8 |Jos 5,8]]; [[2 Samuel 2#s23 |2 Sam 2,23]]; [[Ijob 40#s12 |Ijob 40,12]] u.ö. (so richtig z.B. Rosenmüller 1827, S. 55). Möglich wäre vielleicht außerdem zweitens wie nach Keil 1888, S. 183: „[...M]it {{hebr}}תַּחַת{{hebr ende}} constr. in der Bed. von κατά hinabwärts, nieder auf, d.h. ihn niederdrücken (&#039;&#039;Win. Ges. Ew.&#039;&#039;).“ Eine solche Verwendung von &#039;&#039;tachat&#039;&#039; ist mir aber unbekannt. Um es also zusammenzufassen: Möglich wäre dies allenfalls unter der Annahme einer seltenen Bed. der Präp. &#039;&#039;tachat&#039;&#039;, bei der auch schwer erklärlich wäre, &#039;&#039;warum&#039;&#039; sie hier überhaupt verwendet wird, und unter der Annahme einer sehr ungewöhnlichen Wortstellung in Zeile b: „Siehe, ich drücke euch an eurem Ort nieder, wie einen Wagen niederdrückt die Garbenfülle auf ihm“.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Ähnlich z.B. Baur 1847; Garrett 2008: „&#039;&#039;&#039;Ich werde niedergedrückt&#039;&#039;&#039;“, was zwar viel besser zur Präp. „unter“ und zum Bild vom Wagen passt, aber sprachlich schwer erklärlich wäre – Partizip Hifil von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; ist klar transitiv.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Besser daher: Gese vergleicht das mischnahebräische &#039;&#039;´uqah&#039;&#039; („Aushöhlung, Mulde“) und das arab. &#039;&#039;´qq&#039;&#039; („aufschlitzen, zerreißen“), auf das schon Hitzig hingewiesen hat, und nimmt von hier aus eine Bed. „&#039;&#039;&#039;aufspalten&#039;&#039;&#039;“ an: „Ich werde unter euch (durch ein Erdbeben den Boden) aufspalten, wie ein schwerer Erntewagen (den Boden) aufspaltet“. So z.B. auch Wolff 1969, Jeremias 1995, Smith 1998, Hamborg 2008, S. 180. Ob die Spuren eines Erntewagens aber tatsächlich ein naheliegendes Bild für ein Erdbeben sind, ist doch sehr fraglich, und auch in den folgenden Versen deutet nichts auf ein Erdbeben hin. Sehr zufriedenstellend ist dieser Vorschlag also auch nicht, ist aber sprachlich der unproblematischste.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Cripps 1955, S. 148 und Paul 1991, S. 94 u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´wq&#039;&#039; „&#039;&#039;&#039;hemmen&#039;&#039;&#039;“ und übersetzen ebenfalls „unter euch“ als „an eurem Platz“ (was möglich ist, s.o.), also: „Ich werde euch an eurem Platz festsetzen, wie ein Wagen mit Stroh sich festfahren kann“. So schon Eliezer von Beaugency; auch HER05, MEN, SLT. Zum Folgenden passt dies aber gerade schlecht, bes. nicht zu V. 16 – und auch davon abegesehen wäre „ich werde euch hemmen“ eine eher seltsame Drohung.&amp;lt;br /&amp;gt;(5) Maag &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1951&lt;/del&gt;, &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;S. 182; &lt;/del&gt;Mays &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1969; &lt;/del&gt;Rudolph &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1971; &lt;/del&gt;Soggin &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1987 &lt;/del&gt;u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´auq&#039;&#039; „Biegung“ und leiten von hier (!) die Bed. „&#039;&#039;&#039;schwanken&#039;&#039;&#039;“ ab, die auch durch einige Tg-Mss gestützt wird. Ähnlich Eidevall 2017, S. 119, auch B-R, EÜ, HfA, LUT 17, NeÜ, ZÜR. Auch dies soll wieder das Erdbeben aus Am 1,1 anzeigen. Aber die arabische Etymologie ist unwahrscheinlich (s. Gese 1962, S. 418 FN 1) und schwach; die Tg-Variante ließe sich auch leicht durch eine Verlesung von &#039;&#039;me´iq&#039;&#039; und &#039;&#039;ta´iq&#039;&#039; als &#039;&#039;mepiq&#039;&#039; und &#039;&#039;tapiq&#039;&#039; von &#039;&#039;piq&#039;&#039; („schwanken“) erklären, was dann auch zu den zwei unterschiedlichen Tg-Varianten geführt hätte, und hat also einen geringen Wert.&amp;lt;br /&amp;gt;(6) Selbst das „&#039;&#039;&#039;knarren&#039;&#039;&#039;“ von Aq und das „&#039;&#039;&#039;quietschen&#039;&#039;&#039;“ von VUL hat in der älteren Exegese einige Anhänger gefunden, da es auch hierfür ein einigermaßen passendes arab. Kognat gibt (gegen dieses Kognat aber richtig Gese 1962, S. 418). So daher z.B. Justi 1810, Sellin 1922, Weiser 1929; noch LUT 1912, GN („Ich werde auch bestrafen, dass ihr ächzt und stöhnt wie ein überladener Erntewagen“); seitdem aber wenig überraschend nicht mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|13}} &#039;&#039;&#039;Siehe, ich spalte unter euch [den Boden]&#039;&#039;&#039; (ich drücke nieder, werde niedergedrückt, hemme, knarre, schwanke)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ich spalte unter euch [den Boden] (ich drücke nieder, werde niedergedrückt, hemme, knarre, schwanke)&#039;&#039; - heb. &#039;&#039;´uq&#039;&#039;, unsicheres Wort. 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[[Jesaja 7#s6 |Jes 7,6]]; [[Jesaja 29#s2 |Jes 29,2]].[[Jesaja 29#s7|7]]; vgl. auch [[Deuteronomium 28#s53 |Dtn 28,53.55.57]]; [[Jeremia 19#s9 |Jer 19,9]]) und daher bes. gut zu Vv. 14-16 passt. Das Gegenargument von Gese 1962, S. 418, ein solcher Aramäismus sei hier nicht zu erwarten, greift schwerlich; fast das selbe Phänomen begegnete ja bereits in [[Amos 1#s11 |Am 1,11]]. So schon Raschi und Ibn Ezra, viele Exegeten des 18. und 19. Jhd.s; unter den jüngeren z.B. Gordis 1979/80, S. 218; Stuart 1987; Hayes 1988, S. 118f.; auch PAT, TAF. Am schwierigsten an dieser Deutung ist natürlich, dass die Präp. „unter“ sich schwer erklären lässt: „Ich bedrücke &#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;unter&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; (?) euch“. Schwierig ist außerdem, dass dann das zweite Vorkommen in Zeile b &#039;&#039;passivisch&#039;&#039; übersetzt werden müsste – jedenfalls lösen so alle Vertreter dieser Variante auf: „Ich bedrücke euch, wie ein Wagen &#039;&#039;bedrückt wird&#039;&#039;“. 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Gese 1962, S. 418 FN 1) und schwach; die Tg-Variante ließe sich auch leicht durch eine Verlesung von &#039;&#039;me´iq&#039;&#039; und &#039;&#039;ta´iq&#039;&#039; als &#039;&#039;mepiq&#039;&#039; und &#039;&#039;tapiq&#039;&#039; von &#039;&#039;piq&#039;&#039; („schwanken“) erklären, was dann auch zu den zwei unterschiedlichen Tg-Varianten geführt hätte, und hat also einen geringen Wert.&amp;lt;br /&amp;gt;(6) Selbst das „&#039;&#039;&#039;knarren&#039;&#039;&#039;“ von Aq und das „&#039;&#039;&#039;quietschen&#039;&#039;&#039;“ von VUL hat in der älteren Exegese einige Anhänger gefunden, da es auch hierfür ein einigermaßen passendes arab. Kognat gibt (gegen dieses Kognat aber richtig Gese 1962, S. 418). So daher z.B. Justi 1810, Sellin 1922, Weiser 1929; noch LUT 1912, GN („Ich werde auch bestrafen, dass ihr ächzt und stöhnt wie ein überladener Erntewagen“); seitdem aber wenig überraschend nicht mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 24. September 2021 um 15:10 Uhr</title>
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		<updated>2021-09-24T15:10:38Z</updated>

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Wort &#039;&#039;´aqah&#039;&#039; „bedrücken, bedrängen“, was aber auch nur ein geratener &#039;&#039;false friend&#039;&#039; sein könnte. Fast alle diese Bedd. werden auch heute noch diskutiert:&amp;lt;br /&amp;gt;(1) Am nähesten liegt wegen dem aram. Kognat zunächst sicher die Deutung von Tg und Syr. &#039;&#039;´uq&#039;&#039; wäre die aramäische Variante von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; („&#039;&#039;&#039;bedrängen, bedrücken&#039;&#039;&#039;“), das bes. häufig im Kontext der kriegerischen Belagerung einer Stadt verwendet wird (s. [[Jesaja 7#s6 |Jes 7,6]]; [[Jesaja 29#s2 |Jes 29,2]].[[Jesaja 29#s7|7]]; vgl. auch [[Deuteronomium 28#s53 |Dtn 28,53.55.57]]; [[Jeremia 19#s9 |Jer 19,9]]) und daher bes. gut zu Vv. 14-16 passt. Das Gegenargument von Gese 1962, S. 418, ein solcher Aramäismus sei hier nicht zu erwarten, greift schwerlich; fast das selbe Phänomen begegnete ja bereits in [[Amos 1#s11 |Am 1,11]]. So schon Raschi und Ibn Ezra, viele Exegeten des 18. und 19. Jhd.s; unter den jüngeren z.B. Gordis 1979/80, S. 218; Stuart 1987; Hayes 1988, S. 118f.; auch PAT, TAF. Am schwierigsten an dieser Deutung ist natürlich, dass die Präp. „unter“ sich schwer erklären lässt: „Ich bedrücke &#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;unter&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; (?) euch“. Schwierig ist außerdem, dass dann das zweite Vorkommen in Zeile b &#039;&#039;passivisch&#039;&#039; übersetzt werden müsste – jedenfalls lösen so alle Vertreter dieser Variante auf: „Ich bedrücke euch, wie ein Wagen &#039;&#039;bedrückt wird&#039;&#039;“. Diese passivische Verwendung will Gordis als reflexives Hifil erklären, das es zwar in der Tat (selten) gibt – aber „niedergedrückt werden“ ist ja gar nicht reflexiv. Dieses zweite Problem ließe sich aber immerhin noch ausgleichen, indem man die „Garbenfülle auf ihm“ zum Subjekt des Verbs macht, wonach sich dann aber die sehr seltene Wortfolge V O S ergäbe: „Ich bedrücke euch, wie bedrückt einen Wagen die Fülle auf ihm an Garben“, also „wie die Fülle an Garben auf ihm einen Wagen bedrückt.“ Das Präpositionsproblem dagegen lässt sich schwerer erklären. Möglich wäre erstens: „unter euch“ heißt hier so viel wie „an eurer Stelle; dort, wo ihr steht“; s. z.B. [[Exodus 10#s23 |Ex 10,23]]; [[Exodus 16#s29 |16,29]]; [[Josua 5#s8 |Jos 5,8]]; [[2 Samuel 2#s23 |2 Sam 2,23]]; [[Ijob 40#s12 |Ijob 40,12]] u.ö. (so richtig z.B. Rosenmüller 1827, S. 55). Möglich wäre vielleicht außerdem zweitens wie nach Keil 1888, S. 183: „[...M]it {{hebr}}תַּחַת{{hebr ende}} constr. in der Bed. von κατά hinabwärts, nieder auf, d.h. ihn niederdrücken (&#039;&#039;Win. Ges. Ew.&#039;&#039;).“ Eine solche Verwendung von &#039;&#039;tachat&#039;&#039; ist mir aber unbekannt. Um es also zusammenzufassen: Möglich wäre dies allenfalls unter der Annahme einer seltenen Bed. der Präp. &#039;&#039;tachat&#039;&#039;, bei der auch schwer erklärlich wäre, &#039;&#039;warum&#039;&#039; sie hier überhaupt verwendet wird, und unter der Annahme einer sehr ungewöhnlichen Wortstellung in Zeile b: „Siehe, ich drücke euch an eurem Ort nieder, wie einen Wagen niederdrückt die Garbenfülle auf ihm“.&amp;lt;br /&amp;gt;(2) Ähnlich z.B. Baur 1847; Garrett 2008: „&#039;&#039;&#039;Ich werde niedergedrückt&#039;&#039;&#039;“, was zwar viel besser zur Präp. „unter“ und zum Bild vom Wagen passt, aber sprachlich schwer erklärlich wäre – Partizip Hifil von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; ist klar transitiv.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Besser daher: Gese vergleicht das mischnahebräische &#039;&#039;´uqah&#039;&#039; („Aushöhlung, Mulde“) und das arab. &#039;&#039;´qq&#039;&#039; („aufschlitzen, zerreißen“), auf das schon Hitzig hingewiesen hat, und nimmt von hier aus eine Bed. „&#039;&#039;&#039;aufspalten&#039;&#039;&#039;“ an: „Ich werde unter euch (durch ein Erdbeben den Boden) aufspalten, wie ein schwerer Erntewagen (den Boden) aufspaltet“. So z.B. auch Wolff 1969, Jeremias 1995, Smith 1998, Hamborg 2008, S. 180. Ob die Spuren eines Erntewagens aber tatsächlich ein naheliegendes Bild für ein Erdbeben sind, ist doch sehr fraglich, und auch in den folgenden Versen deutet nichts auf ein Erdbeben hin. Sehr zufriedenstellend ist dieser Vorschlag also auch nicht, ist aber sprachlich der unproblematischste.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Cripps 1955, S. 148 und Paul 1991, S. 94 u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´wq&#039;&#039; „&#039;&#039;&#039;hemmen&#039;&#039;&#039;“ und übersetzen ebenfalls „unter euch“ als „an eurem Platz“ (was möglich ist, s.o.), also: „Ich werde euch an eurem Platz festsetzen, wie ein Wagen mit Stroh sich festfahren kann“. So schon Eliezer von Beaugency; auch HER05, MEN, SLT. Zum Folgenden passt dies aber gerade schlecht, bes. nicht zu V. 16 – und auch davon abegesehen wäre „ich werde euch hemmen“ eine eher seltsame Drohung.&amp;lt;br /&amp;gt;(5) Maag 1951, S. 182; Mays 1969; Rudolph 1971 u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´auq&#039;&#039; „Biegung“ und leiten von hier (!) die Bed. „&#039;&#039;&#039;schwanken&#039;&#039;&#039;“ ab, die auch durch einige Tg-Mss gestützt wird. Ähnlich Eidevall 2017, S. 119, auch B-R, EÜ, HfA, LUT 17, NeÜ, ZÜR. Auch dies soll wieder das Erdbeben aus Am 1,1 anzeigen. Aber die arabische Etymologie ist unwahrscheinlich (s. Gese 1962, S. 418 FN 1) und schwach; die Tg-Variante ließe sich auch leicht durch eine Verlesung von &#039;&#039;me´iq&#039;&#039; und &#039;&#039;ta´iq&#039;&#039; als &#039;&#039;mepiq&#039;&#039; und &#039;&#039;tapiq&#039;&#039; von &#039;&#039;piq&#039;&#039; („schwanken“) erklären, was dann auch zu den zwei unterschiedlichen Tg-Varianten geführt hätte, und hat also einen geringen Wert.&amp;lt;br /&amp;gt;(6) Selbst das „&#039;&#039;&#039;knarren&#039;&#039;&#039;“ von Aq und das „&#039;&#039;&#039;quietschen&#039;&#039;&#039;“ von VUL hat in der älteren Exegese einige Anhänger gefunden, da es auch hierfür ein einigermaßen passendes arab. Kognat gibt (gegen dieses Kognat aber richtig Gese 1962, S. 418). So daher z.B. Justi 1810, Sellin 1922, Weiser 1929; noch LUT 1912, GN („Ich werde auch bestrafen, dass ihr ächzt und stöhnt wie ein überladener Erntewagen“); seitdem aber wenig überraschend nicht mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|13}} &#039;&#039;&#039;Siehe, ich spalte unter euch [den Boden]&#039;&#039;&#039; (ich drücke nieder, werde niedergedrückt, hemme, knarre, schwanke)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;ich spalte unter euch [den Boden] (ich drücke nieder, werde niedergedrückt, hemme, knarre, schwanke)&#039;&#039; - heb. &#039;&#039;´uq&#039;&#039;, unsicheres Wort. 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Baur 1847; Garrett 2008: „&#039;&#039;&#039;Ich werde niedergedrückt&#039;&#039;&#039;“, was zwar viel besser zur Präp. „unter“ und zum Bild vom Wagen passt, aber sprachlich schwer erklärlich wäre – Partizip Hifil von &#039;&#039;ṣuq&#039;&#039; ist klar transitiv.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) Besser daher: Gese vergleicht das mischnahebräische &#039;&#039;´uqah&#039;&#039; („Aushöhlung, Mulde“) und das arab. &#039;&#039;´qq&#039;&#039; („aufschlitzen, zerreißen“), auf das schon Hitzig hingewiesen hat, und nimmt von hier aus eine Bed. „&#039;&#039;&#039;aufspalten&#039;&#039;&#039;“ an: „Ich werde unter euch (durch ein Erdbeben den Boden) aufspalten, wie ein schwerer Erntewagen (den Boden) aufspaltet“. So z.B. auch Wolff 1969, Jeremias 1995, Smith 1998, Hamborg 2008, S. 180. Ob die Spuren eines Erntewagens aber tatsächlich ein naheliegendes Bild für ein Erdbeben sind, ist doch sehr fraglich, und auch in den folgenden Versen deutet nichts auf ein Erdbeben hin. Sehr zufriedenstellend ist dieser Vorschlag also auch nicht, ist aber sprachlich der unproblematischste.&amp;lt;br /&amp;gt;(4) Cripps 1955, S. 148 und Paul 1991, S. 94 u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´wq&#039;&#039; „&#039;&#039;&#039;hemmen&#039;&#039;&#039;“ und übersetzen ebenfalls „unter euch“ als „an eurem Platz“ (was möglich ist, s.o.), also: „Ich werde euch an eurem Platz festsetzen, wie ein Wagen mit Stroh sich festfahren kann“. So schon Eliezer von Beaugency; auch HER05, MEN, SLT. Zum Folgenden passt dies aber gerade schlecht, bes. nicht zu V. 16 – und auch davon abegesehen wäre „ich werde euch hemmen“ eine eher seltsame Drohung.&amp;lt;br /&amp;gt;(5) Maag 1951, S. 182; Mays 1969; Rudolph 1971&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;; Soggin 1987 &lt;/ins&gt;u.a. vergleichen arab. &#039;&#039;´auq&#039;&#039; „Biegung“ und leiten von hier (!) die Bed. „&#039;&#039;&#039;schwanken&#039;&#039;&#039;“ ab, die auch durch einige Tg-Mss gestützt wird. Ähnlich Eidevall 2017, S. 119, auch B-R, EÜ, HfA, LUT 17, NeÜ, ZÜR. Auch dies soll wieder das Erdbeben aus Am 1,1 anzeigen. Aber die arabische Etymologie ist unwahrscheinlich (s. Gese 1962, S. 418 FN 1) und schwach; die Tg-Variante ließe sich auch leicht durch eine Verlesung von &#039;&#039;me´iq&#039;&#039; und &#039;&#039;ta´iq&#039;&#039; als &#039;&#039;mepiq&#039;&#039; und &#039;&#039;tapiq&#039;&#039; von &#039;&#039;piq&#039;&#039; („schwanken“) erklären, was dann auch zu den zwei unterschiedlichen Tg-Varianten geführt hätte, und hat also einen geringen Wert.&amp;lt;br /&amp;gt;(6) Selbst das „&#039;&#039;&#039;knarren&#039;&#039;&#039;“ von Aq und das „&#039;&#039;&#039;quietschen&#039;&#039;&#039;“ von VUL hat in der älteren Exegese einige Anhänger gefunden, da es auch hierfür ein einigermaßen passendes arab. Kognat gibt (gegen dieses Kognat aber richtig Gese 1962, S. 418). So daher z.B. Justi 1810, Sellin 1922, Weiser 1929; noch LUT 1912, GN („Ich werde auch bestrafen, dass ihr ächzt und stöhnt wie ein überladener Erntewagen“); seitdem aber wenig überraschend nicht mehr.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 31. August 2021 um 23:56 Uhr</title>
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		<updated>2021-08-31T23:56:20Z</updated>

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Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich sehr selten in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten, aber allein &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;sechs &lt;/del&gt;Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 5#s8 |Am 5,8f.]] (2x); [[Amos 6#&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s5 &lt;/del&gt;|Am 6,&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;5f&lt;/del&gt;.]] &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;(2x)&lt;/del&gt;; [[Amos 9#s6 |9,6]] (s. ähnlich zu dieser recht seltenen Konstruktion [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|7}} &#039;&#039;&#039;[Sie], die gieren&#039;&#039;&#039; (schnüffeln, treten) &#039;&#039;&#039;nach&#039;&#039;&#039; (auf) &#039;&#039;&#039;dem Staub der Erde auf dem Kopf der Geringen&#039;&#039;&#039; (Schwachen)&#039;&#039;&#039;,&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gieren (schnüffeln, treten)&#039;&#039; - Auf den ersten Blick „gieren, schnüffeln“, von heb. &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;. Unter neueren Exegeten wird fast einheitlich nach LXX und Syr angenommen, dass dies &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; hier stattdessen eine NF von &#039;&#039;schup&#039;&#039; („treten“) sei, also: „Sie treten den Kopf der Geringen in den Staub“. Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich sehr selten in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten, aber allein &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;fünf &lt;/ins&gt;Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 5#s8 |Am 5,8f.]] (2x); [[Amos 6#&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s6 &lt;/ins&gt;|Am 6,&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;6&lt;/ins&gt;.]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (s. ähnlich zu dieser recht seltenen Konstruktion [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. 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Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(1) „sie gieren nach dem Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie sind so gierig, dass sie Geringen selbst den Staub nicht gönnen, den diese sich wie in Israel üblich in Trauerfällen auf den Kopf streuen (die klassische dt. Deutung bis zum 20. Jhd. Erwogen auch in CTAT III, S. 684. So z.B. Hitzig 1881, S. 113: „[Der Geringe] hat als Zeichen seines Jammers Staub auf sein Haupt gestreut (Hiob 2,12; 2 Sam 1,2); auch darnach, weil es auch noch ein Stückchen Grund ist, giert das Auge des Habsüchtigen.“).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) „auf dem Staub (stehend) gieren sie nach dem (Kopf der) Geringen“ (Raschi). Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;und [die] beugen den Weg der Armen!&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;den Weg beugen&amp;#039;&amp;#039; - Gemeint ist vielleicht: „Sie verstoßen gegen das Recht der Armen“ (so schon Kimchi; z.B. auch Eidevall 2017, S. 115). Für dieses Verständnis setzt man i.d.R. an am ähnlichen Ausdruck in [[Sprichwörter 17#s23 |Spr 17,23]] („Die Gesetzlosen beugen die Pfade des Rechts“, brechen also das Gesetz. Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. Gegen dieses Verständnis spricht, dass &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; („Weg“) und selbst &amp;#039;&amp;#039;oreach&amp;#039;&amp;#039; („Pfad“) ohne &amp;#039;&amp;#039;mischpat&amp;#039;&amp;#039; („Recht“) in der Bibel sonst nie diese Bed. hat; die Interpretation lässt sich aber gut stützen durch Tg, der &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;din&amp;#039;&amp;#039; („die Rechtssache“) übersetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alternativen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; jedenfalls sind noch weniger wahrscheinlich: Jeweils wird gedeutet in Orientierung an [[Ijob 24#s4 |Ijob 24,4]] („sie stoßen Bedürftige vom Weg“; selbes Verb, selbes Nomen, aber mit Präp. &amp;#039;&amp;#039;m&amp;#039;&amp;#039; „vom“ vor „Weg“) und angenommen, dass „den Weg beugen/stoßen“ hier auch „&amp;#039;&amp;#039;vom&amp;#039;&amp;#039; Weg stoßen“ meinen könne. Damit sei dann gemeint: (1) Eine rein körperliche Handlung (z.B. Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. Aber jeweils spricht mindestens eben dagegen, dass hier keine Präp. vor &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; steht, die Ehrlich z.B. daher hier ergänzen will.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;und [die] beugen den Weg der Armen!&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;den Weg beugen&amp;#039;&amp;#039; - Gemeint ist vielleicht: „Sie verstoßen gegen das Recht der Armen“ (so schon Kimchi; z.B. auch Eidevall 2017, S. 115). Für dieses Verständnis setzt man i.d.R. an am ähnlichen Ausdruck in [[Sprichwörter 17#s23 |Spr 17,23]] („Die Gesetzlosen beugen die Pfade des Rechts“, brechen also das Gesetz. Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. 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Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Amos_2&amp;diff=31876&amp;oldid=prev</id>
		<title>Sebastian Walter am 31. August 2021 um 23:48 Uhr</title>
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		<updated>2021-08-31T23:48:46Z</updated>

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Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich sehr selten in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten, aber allein &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;fünf &lt;/del&gt;Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 5#s8 |Am 5,8f.]] (2x); [[Amos 6#&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s6 &lt;/del&gt;|Am 6,&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;6&lt;/del&gt;]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (s. ähnlich zu dieser recht seltenen Konstruktion [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|7}} &#039;&#039;&#039;[Sie], die gieren&#039;&#039;&#039; (schnüffeln, treten) &#039;&#039;&#039;nach&#039;&#039;&#039; (auf) &#039;&#039;&#039;dem Staub der Erde auf dem Kopf der Geringen&#039;&#039;&#039; (Schwachen)&#039;&#039;&#039;,&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gieren (schnüffeln, treten)&#039;&#039; - Auf den ersten Blick „gieren, schnüffeln“, von heb. &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;. Unter neueren Exegeten wird fast einheitlich nach LXX und Syr angenommen, dass dies &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; hier stattdessen eine NF von &#039;&#039;schup&#039;&#039; („treten“) sei, also: „Sie treten den Kopf der Geringen in den Staub“. Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich sehr selten in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten, aber allein &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;sechs &lt;/ins&gt;Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 5#s8 |Am 5,8f.]] (2x); [[Amos 6#&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s5 &lt;/ins&gt;|Am 6,&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;5f.&lt;/ins&gt;]] &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;(2x)&lt;/ins&gt;; [[Amos 9#s6 |9,6]] (s. ähnlich zu dieser recht seltenen Konstruktion [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(1) „sie gieren nach dem Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie sind so gierig, dass sie Geringen selbst den Staub nicht gönnen, den diese sich wie in Israel üblich in Trauerfällen auf den Kopf streuen (die klassische dt. Deutung bis zum 20. Jhd. Erwogen auch in CTAT III, S. 684. So z.B. 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Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. Gegen dieses Verständnis spricht, dass &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; („Weg“) und selbst &amp;#039;&amp;#039;oreach&amp;#039;&amp;#039; („Pfad“) ohne &amp;#039;&amp;#039;mischpat&amp;#039;&amp;#039; („Recht“) in der Bibel sonst nie diese Bed. hat; die Interpretation lässt sich aber gut stützen durch Tg, der &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;din&amp;#039;&amp;#039; („die Rechtssache“) übersetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alternativen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; jedenfalls sind noch weniger wahrscheinlich: Jeweils wird gedeutet in Orientierung an [[Ijob 24#s4 |Ijob 24,4]] („sie stoßen Bedürftige vom Weg“; selbes Verb, selbes Nomen, aber mit Präp. &amp;#039;&amp;#039;m&amp;#039;&amp;#039; „vom“ vor „Weg“) und angenommen, dass „den Weg beugen/stoßen“ hier auch „&amp;#039;&amp;#039;vom&amp;#039;&amp;#039; Weg stoßen“ meinen könne. Damit sei dann gemeint: (1) Eine rein körperliche Handlung (z.B. Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. Aber jeweils spricht mindestens eben dagegen, dass hier keine Präp. vor &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; steht, die Ehrlich z.B. daher hier ergänzen will.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;und [die] beugen den Weg der Armen!&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;den Weg beugen&amp;#039;&amp;#039; - Gemeint ist vielleicht: „Sie verstoßen gegen das Recht der Armen“ (so schon Kimchi; z.B. auch Eidevall 2017, S. 115). Für dieses Verständnis setzt man i.d.R. an am ähnlichen Ausdruck in [[Sprichwörter 17#s23 |Spr 17,23]] („Die Gesetzlosen beugen die Pfade des Rechts“, brechen also das Gesetz. Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. 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Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Amos_2&amp;diff=31660&amp;oldid=prev</id>
		<title>Sebastian Walter am 19. August 2021 um 19:34 Uhr</title>
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		<updated>2021-08-19T19:34:50Z</updated>

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				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 19. August 2021, 21:34 Uhr&lt;/td&gt;
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Unter neueren Exegeten wird fast einheitlich nach LXX und Syr angenommen, dass dies &amp;#039;&amp;#039;scha`ap&amp;#039;&amp;#039; hier stattdessen eine NF von &amp;#039;&amp;#039;schup&amp;#039;&amp;#039; („treten“) sei, also: „Sie treten den Kopf der Geringen in den Staub“. Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &amp;#039;&amp;#039;scha`ap&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &amp;#039;&amp;#039;Sandalen&amp;#039;&amp;#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich sehr selten in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten, aber allein fünf Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 5#s8 |Am 5,8f.]] (2x); [[Amos 6#s6 |Am 6,6]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (s. ähnlich zu dieser recht seltenen Konstruktion [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]). Drittens wird  sowohl &amp;#039;&amp;#039;scha`ap&amp;#039;&amp;#039; als auch &amp;#039;&amp;#039;schup&amp;#039;&amp;#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&amp;#039;&amp;#039;auf dem/den&amp;#039;&amp;#039; Staub der Erde“ (&amp;#039;&amp;#039;´al&amp;#039;&amp;#039;) und „&amp;#039;&amp;#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&amp;#039;&amp;#039; den Kopf“ (&amp;#039;&amp;#039;b&amp;#039;&amp;#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &amp;#039;&amp;#039;b&amp;#039;&amp;#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &amp;#039;&amp;#039;b&amp;#039;&amp;#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|7}} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[Sie], die gieren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (schnüffeln, treten) &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auf) &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;dem Staub der Erde auf dem Kopf der Geringen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Schwachen)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;gieren (schnüffeln, treten)&amp;#039;&amp;#039; - Auf den ersten Blick „gieren, schnüffeln“, von heb. &amp;#039;&amp;#039;scha`ap&amp;#039;&amp;#039;. 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LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &amp;#039;&amp;#039;Sandalen&amp;#039;&amp;#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich sehr selten in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten, aber allein fünf Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 5#s8 |Am 5,8f.]] (2x); [[Amos 6#s6 |Am 6,6]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (s. ähnlich zu dieser recht seltenen Konstruktion [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]). Drittens wird  sowohl &amp;#039;&amp;#039;scha`ap&amp;#039;&amp;#039; als auch &amp;#039;&amp;#039;schup&amp;#039;&amp;#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&amp;#039;&amp;#039;auf dem/den&amp;#039;&amp;#039; Staub der Erde“ (&amp;#039;&amp;#039;´al&amp;#039;&amp;#039;) und „&amp;#039;&amp;#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&amp;#039;&amp;#039; den Kopf“ (&amp;#039;&amp;#039;b&amp;#039;&amp;#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &amp;#039;&amp;#039;b&amp;#039;&amp;#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &amp;#039;&amp;#039;b&amp;#039;&amp;#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(1) „sie gieren nach dem Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie sind so gierig, dass sie Geringen selbst den Staub nicht gönnen, den diese sich wie in Israel üblich in Trauerfällen auf den Kopf streuen (die klassische dt. Deutung bis zum 20. Jhd. Erwogen auch in CTAT III, S. 684. So z.B. Hitzig 1881, S. 113: „[Der Geringe] hat als Zeichen seines Jammers Staub auf sein Haupt gestreut (Hiob 2,12; 2 Sam 1,2); auch darnach, weil es auch noch ein Stückchen Grund ist, giert das Auge des Habsüchtigen.“).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) „auf dem Staub (stehend) gieren sie nach dem (Kopf der) Geringen“ (Raschi). Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(1) „sie gieren nach dem Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie sind so gierig, dass sie Geringen selbst den Staub nicht gönnen, den diese sich wie in Israel üblich in Trauerfällen auf den Kopf streuen (die klassische dt. Deutung bis zum 20. Jhd. Erwogen auch in CTAT III, S. 684. So z.B. Hitzig 1881, S. 113: „[Der Geringe] hat als Zeichen seines Jammers Staub auf sein Haupt gestreut (Hiob 2,12; 2 Sam 1,2); auch darnach, weil es auch noch ein Stückchen Grund ist, giert das Auge des Habsüchtigen.“).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) „auf dem Staub (stehend) gieren sie nach dem (Kopf der) Geringen“ (Raschi). Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Gegen dieses Verständnis spricht, dass &#039;&#039;derek&#039;&#039; („Weg“) und selbst &#039;&#039;oreach&#039;&#039; („Pfad“) ohne &#039;&#039;mischpat&#039;&#039; („Recht“) in der Bibel sonst nie diese Bed. hat; die Interpretation lässt sich aber gut stützen durch Tg, der &#039;&#039;derek&#039;&#039; mit &#039;&#039;din&#039;&#039; („die Rechtssache“) übersetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Die &#039;&#039;&#039;Alternativen&#039;&#039;&#039; jedenfalls sind noch weniger wahrscheinlich: Jeweils wird gedeutet in Orientierung an [[Ijob 24#s4 |Ijob 24,4]] („sie stoßen Bedürftige vom Weg“; selbes Verb, selbes Nomen, aber mit Präp. &#039;&#039;m&#039;&#039; „vom“ vor „Weg“) und &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;nimmt an&lt;/del&gt;, dass „den Weg beugen/stoßen“ hier auch „&#039;&#039;vom&#039;&#039; Weg stoßen“ meinen könne. Damit sei dann gemeint: (1) Eine rein körperliche Handlung (z.B. Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. Aber jeweils spricht mindestens eben dagegen, dass hier keine Präp. vor &#039;&#039;derek&#039;&#039; steht, die Ehrlich z.B. daher hier ergänzen will.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &#039;&#039;&#039;und [die] beugen den Weg der Armen!&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;den Weg beugen&#039;&#039; - Gemeint ist vielleicht: „Sie verstoßen gegen das Recht der Armen“ (so schon Kimchi; z.B. auch Eidevall 2017, S. 115). Für dieses Verständnis setzt man i.d.R. an am ähnlichen Ausdruck in [[Sprichwörter 17#s23 |Spr 17,23]] („Die Gesetzlosen beugen die Pfade des Rechts“, brechen also das Gesetz. Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &#039;&#039;des Rechts&#039;&#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. Gegen dieses Verständnis spricht, dass &#039;&#039;derek&#039;&#039; („Weg“) und selbst &#039;&#039;oreach&#039;&#039; („Pfad“) ohne &#039;&#039;mischpat&#039;&#039; („Recht“) in der Bibel sonst nie diese Bed. hat; die Interpretation lässt sich aber gut stützen durch Tg, der &#039;&#039;derek&#039;&#039; mit &#039;&#039;din&#039;&#039; („die Rechtssache“) übersetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Die &#039;&#039;&#039;Alternativen&#039;&#039;&#039; jedenfalls sind noch weniger wahrscheinlich: Jeweils wird gedeutet in Orientierung an [[Ijob 24#s4 |Ijob 24,4]] („sie stoßen Bedürftige vom Weg“; selbes Verb, selbes Nomen, aber mit Präp. &#039;&#039;m&#039;&#039; „vom“ vor „Weg“) und &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;angenommen&lt;/ins&gt;, dass „den Weg beugen/stoßen“ hier auch „&#039;&#039;vom&#039;&#039; Weg stoßen“ meinen könne. Damit sei dann gemeint: (1) Eine rein körperliche Handlung (z.B. Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Amos_2&amp;diff=31659&amp;oldid=prev</id>
		<title>Sebastian Walter am 19. August 2021 um 19:33 Uhr</title>
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		<updated>2021-08-19T19:33:35Z</updated>

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Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich sehr selten in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten, aber allein &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;sechs &lt;/del&gt;Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 5#&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s7 &lt;/del&gt;|Am 5,&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;7-9&lt;/del&gt;]] (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;3x&lt;/del&gt;); [[Amos 6#s6 |Am 6,6]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (s. ähnlich zu dieser recht seltenen Konstruktion [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|7}} &#039;&#039;&#039;[Sie], die gieren&#039;&#039;&#039; (schnüffeln, treten) &#039;&#039;&#039;nach&#039;&#039;&#039; (auf) &#039;&#039;&#039;dem Staub der Erde auf dem Kopf der Geringen&#039;&#039;&#039; (Schwachen)&#039;&#039;&#039;,&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gieren (schnüffeln, treten)&#039;&#039; - Auf den ersten Blick „gieren, schnüffeln“, von heb. &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;. Unter neueren Exegeten wird fast einheitlich nach LXX und Syr angenommen, dass dies &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; hier stattdessen eine NF von &#039;&#039;schup&#039;&#039; („treten“) sei, also: „Sie treten den Kopf der Geringen in den Staub“. Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich sehr selten in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten, aber allein &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;fünf &lt;/ins&gt;Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 5#&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s8 &lt;/ins&gt;|Am 5,&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;8f.&lt;/ins&gt;]] (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;2x&lt;/ins&gt;); [[Amos 6#s6 |Am 6,6]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (s. ähnlich zu dieser recht seltenen Konstruktion [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(1) „sie gieren nach dem Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie sind so gierig, dass sie Geringen selbst den Staub nicht gönnen, den diese sich wie in Israel üblich in Trauerfällen auf den Kopf streuen (die klassische dt. Deutung bis zum 20. Jhd. Erwogen auch in CTAT III, S. 684. So z.B. Hitzig 1881, S. 113: „[Der Geringe] hat als Zeichen seines Jammers Staub auf sein Haupt gestreut (Hiob 2,12; 2 Sam 1,2); auch darnach, weil es auch noch ein Stückchen Grund ist, giert das Auge des Habsüchtigen.“).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) „auf dem Staub (stehend) gieren sie nach dem (Kopf der) Geringen“ (Raschi). Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(1) „sie gieren nach dem Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie sind so gierig, dass sie Geringen selbst den Staub nicht gönnen, den diese sich wie in Israel üblich in Trauerfällen auf den Kopf streuen (die klassische dt. Deutung bis zum 20. Jhd. Erwogen auch in CTAT III, S. 684. So z.B. Hitzig 1881, S. 113: „[Der Geringe] hat als Zeichen seines Jammers Staub auf sein Haupt gestreut (Hiob 2,12; 2 Sam 1,2); auch darnach, weil es auch noch ein Stückchen Grund ist, giert das Auge des Habsüchtigen.“).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) „auf dem Staub (stehend) gieren sie nach dem (Kopf der) Geringen“ (Raschi). Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. Gegen dieses Verständnis spricht, dass &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; („Weg“) und selbst &amp;#039;&amp;#039;oreach&amp;#039;&amp;#039; („Pfad“) ohne &amp;#039;&amp;#039;mischpat&amp;#039;&amp;#039; („Recht“) in der Bibel sonst nie diese Bed. hat; die Interpretation lässt sich aber gut stützen durch Tg, der &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;din&amp;#039;&amp;#039; („die Rechtssache“) übersetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alternativen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; jedenfalls sind noch weniger wahrscheinlich: Jeweils wird gedeutet in Orientierung an [[Ijob 24#s4 |Ijob 24,4]] („sie stoßen Bedürftige vom Weg“; selbes Verb, selbes Nomen, aber mit Präp. &amp;#039;&amp;#039;m&amp;#039;&amp;#039; „vom“ vor „Weg“) und nimmt an, dass „den Weg beugen/stoßen“ hier auch „&amp;#039;&amp;#039;vom&amp;#039;&amp;#039; Weg stoßen“ meinen könne. Damit sei dann gemeint: (1) Eine rein körperliche Handlung (z.B. Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. Aber jeweils spricht mindestens eben dagegen, dass hier keine Präp. vor &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; steht, die Ehrlich z.B. daher hier ergänzen will.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;und [die] beugen den Weg der Armen!&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;den Weg beugen&amp;#039;&amp;#039; - Gemeint ist vielleicht: „Sie verstoßen gegen das Recht der Armen“ (so schon Kimchi; z.B. auch Eidevall 2017, S. 115). Für dieses Verständnis setzt man i.d.R. an am ähnlichen Ausdruck in [[Sprichwörter 17#s23 |Spr 17,23]] („Die Gesetzlosen beugen die Pfade des Rechts“, brechen also das Gesetz. Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. Gegen dieses Verständnis spricht, dass &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; („Weg“) und selbst &amp;#039;&amp;#039;oreach&amp;#039;&amp;#039; („Pfad“) ohne &amp;#039;&amp;#039;mischpat&amp;#039;&amp;#039; („Recht“) in der Bibel sonst nie diese Bed. hat; die Interpretation lässt sich aber gut stützen durch Tg, der &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;din&amp;#039;&amp;#039; („die Rechtssache“) übersetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alternativen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; jedenfalls sind noch weniger wahrscheinlich: Jeweils wird gedeutet in Orientierung an [[Ijob 24#s4 |Ijob 24,4]] („sie stoßen Bedürftige vom Weg“; selbes Verb, selbes Nomen, aber mit Präp. &amp;#039;&amp;#039;m&amp;#039;&amp;#039; „vom“ vor „Weg“) und nimmt an, dass „den Weg beugen/stoßen“ hier auch „&amp;#039;&amp;#039;vom&amp;#039;&amp;#039; Weg stoßen“ meinen könne. Damit sei dann gemeint: (1) Eine rein körperliche Handlung (z.B. Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. Aber jeweils spricht mindestens eben dagegen, dass hier keine Präp. vor &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; steht, die Ehrlich z.B. daher hier ergänzen will.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 19. August 2021 um 05:20 Uhr</title>
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		<updated>2021-08-19T05:20:03Z</updated>

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Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;insgesamt nur 15 Mal &lt;/del&gt;in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;und davon vier &lt;/del&gt;Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 6#s6 |Am 6,6]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;außerdem &lt;/del&gt;[[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;; nicht [[Psalm 22#s30 |Ps 22,30]]; [[Psalm 66#s9 |66,9]], die anders zu erklären sind; außerdem nicht [[Amos 5#s7|Am 5,7]], daher wahrscheinlich auch nicht [[Amos 5#s8|Am 5,8]], obwohl es dort sehr gut passen würde&lt;/del&gt;). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|7}} &#039;&#039;&#039;[Sie], die gieren&#039;&#039;&#039; (schnüffeln, treten) &#039;&#039;&#039;nach&#039;&#039;&#039; (auf) &#039;&#039;&#039;dem Staub der Erde auf dem Kopf der Geringen&#039;&#039;&#039; (Schwachen)&#039;&#039;&#039;,&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gieren (schnüffeln, treten)&#039;&#039; - Auf den ersten Blick „gieren, schnüffeln“, von heb. &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;. Unter neueren Exegeten wird fast einheitlich nach LXX und Syr angenommen, dass dies &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; hier stattdessen eine NF von &#039;&#039;schup&#039;&#039; („treten“) sei, also: „Sie treten den Kopf der Geringen in den Staub“. Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;sehr selten &lt;/ins&gt;in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;, aber allein sechs &lt;/ins&gt;Mal im kurzen Amosbuch – s. noch &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;[[Amos 5#s7 |Am 5,7-9]] (3x); &lt;/ins&gt;[[Amos 6#s6 |Am 6,6]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;s. ähnlich zu dieser recht seltenen Konstruktion &lt;/ins&gt;[[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(1) „sie gieren nach dem Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie sind so gierig, dass sie Geringen selbst den Staub nicht gönnen, den diese sich wie in Israel üblich in Trauerfällen auf den Kopf streuen (die klassische dt. Deutung bis zum 20. Jhd. Erwogen auch in CTAT III, S. 684. So z.B. Hitzig 1881, S. 113: „[Der Geringe] hat als Zeichen seines Jammers Staub auf sein Haupt gestreut (Hiob 2,12; 2 Sam 1,2); auch darnach, weil es auch noch ein Stückchen Grund ist, giert das Auge des Habsüchtigen.“).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) „auf dem Staub (stehend) gieren sie nach dem (Kopf der) Geringen“ (Raschi). Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(1) „sie gieren nach dem Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie sind so gierig, dass sie Geringen selbst den Staub nicht gönnen, den diese sich wie in Israel üblich in Trauerfällen auf den Kopf streuen (die klassische dt. Deutung bis zum 20. Jhd. Erwogen auch in CTAT III, S. 684. So z.B. Hitzig 1881, S. 113: „[Der Geringe] hat als Zeichen seines Jammers Staub auf sein Haupt gestreut (Hiob 2,12; 2 Sam 1,2); auch darnach, weil es auch noch ein Stückchen Grund ist, giert das Auge des Habsüchtigen.“).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) „auf dem Staub (stehend) gieren sie nach dem (Kopf der) Geringen“ (Raschi). Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. Gegen dieses Verständnis spricht, dass &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; („Weg“) und selbst &amp;#039;&amp;#039;oreach&amp;#039;&amp;#039; („Pfad“) ohne &amp;#039;&amp;#039;mischpat&amp;#039;&amp;#039; („Recht“) in der Bibel sonst nie diese Bed. hat; die Interpretation lässt sich aber gut stützen durch Tg, der &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;din&amp;#039;&amp;#039; („die Rechtssache“) übersetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alternativen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; jedenfalls sind noch weniger wahrscheinlich: Jeweils wird gedeutet in Orientierung an [[Ijob 24#s4 |Ijob 24,4]] („sie stoßen Bedürftige vom Weg“; selbes Verb, selbes Nomen, aber mit Präp. &amp;#039;&amp;#039;m&amp;#039;&amp;#039; „vom“ vor „Weg“) und nimmt an, dass „den Weg beugen/stoßen“ hier auch „&amp;#039;&amp;#039;vom&amp;#039;&amp;#039; Weg stoßen“ meinen könne. Damit sei dann gemeint: (1) Eine rein körperliche Handlung (z.B. Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. Aber jeweils spricht mindestens eben dagegen, dass hier keine Präp. vor &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; steht, die Ehrlich z.B. daher hier ergänzen will.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;und [die] beugen den Weg der Armen!&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;den Weg beugen&amp;#039;&amp;#039; - Gemeint ist vielleicht: „Sie verstoßen gegen das Recht der Armen“ (so schon Kimchi; z.B. auch Eidevall 2017, S. 115). Für dieses Verständnis setzt man i.d.R. an am ähnlichen Ausdruck in [[Sprichwörter 17#s23 |Spr 17,23]] („Die Gesetzlosen beugen die Pfade des Rechts“, brechen also das Gesetz. Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. 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Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. 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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Amos_2&amp;diff=31638&amp;oldid=prev</id>
		<title>Sebastian Walter am 18. August 2021 um 19:41 Uhr</title>
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		<updated>2021-08-18T19:41:19Z</updated>

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				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 18. August 2021, 21:41 Uhr&lt;/td&gt;
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Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich insgesamt nur 15 Mal in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten und davon vier Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 6#s6 |Am 6,6]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (außerdem [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]; nicht &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;[[Amos 5#s7|Am 5,7f.]] (2x); &lt;/del&gt;[[Psalm 22#s30 |Ps 22,30]]; [[Psalm 66#s9 |66,9]], die anders zu erklären sind). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|7}} &#039;&#039;&#039;[Sie], die gieren&#039;&#039;&#039; (schnüffeln, treten) &#039;&#039;&#039;nach&#039;&#039;&#039; (auf) &#039;&#039;&#039;dem Staub der Erde auf dem Kopf der Geringen&#039;&#039;&#039; (Schwachen)&#039;&#039;&#039;,&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;gieren (schnüffeln, treten)&#039;&#039; - Auf den ersten Blick „gieren, schnüffeln“, von heb. &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;. Unter neueren Exegeten wird fast einheitlich nach LXX und Syr angenommen, dass dies &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; hier stattdessen eine NF von &#039;&#039;schup&#039;&#039; („treten“) sei, also: „Sie treten den Kopf der Geringen in den Staub“. Doch das ist nicht wahrscheinlich; Am 2,7 ist klar parallel mit [[Amos 8#s4 |Am 8,4]] formuliert (wie V. 6 parallel mit [[Amos 8#s6 |Am 8,6]] formuliert ist) und dort ist das Verb sicher &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;Auch davon abgesehen ist keine der beiden Varianten schön oder klar. Schön sind sie deshalb nicht, weil erstens die grammatische Konstruktion merkwürdig ist: Der Vers wird eröffnet mit einem durch Artikel als Relativpartikel eingeleiteten partizipialen Relativsatz, dessen Bezugswort („Israel“) aber noch in 6b und damit sehr weit entfernt steht. LXX und Syr sahen sich dadurch gar veranlasst, das Verb auf die &#039;&#039;Sandalen&#039;&#039; zu beziehen: „wegen eines Paars Sandalen, welche treten...“. Ungewöhnlich ist auch die Fortsetzung dieses partizipialen Satzes durch einen Waw-X-Yiqtol-Satz; dies (oder die Fortsetzung durch einen Waw-X-Qatal-Satz) findet sich insgesamt nur 15 Mal in der Bibel, fast ausschließlich in poetischen Texten und davon vier Mal im kurzen Amosbuch – s. noch [[Amos 6#s6 |Am 6,6]]; [[Amos 9#s6 |9,6]] (außerdem [[Deuteronomium 33#s9 |Dtn 33,9]]; [[1 Samuel 22#s17 |1 Sam 22,17]]; [[Psalm 37#s28 |Ps 37,28]]; [[Psalm 69#s34 |69,34]]; [[Sprichwörter 2#s17 |Spr 2,17]]; [[Jesaja 3#s12 |Jes 3,12]]; [[Jesaja 5#s23 |5,23]]; [[Jesaja 43#s25 |43,25]]; [[Jesaja 46#s6 |46,6]]; [[Jeremia 10#s12 |Jer 10,12]]; [[Jeremia 17#s8 |17,8]]; [[Zefanja 1#s6 |Zef 1,6]]; nicht [[Psalm 22#s30 |Ps 22,30]]; [[Psalm 66#s9 |66,9]], die anders zu erklären sind&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;; außerdem nicht [[Amos 5#s7|Am 5,7]], daher wahrscheinlich auch nicht [[Amos 5#s8|Am 5,8]], obwohl es dort sehr gut passen würde&lt;/ins&gt;). Drittens wird  sowohl &#039;&#039;scha`ap&#039;&#039; als auch &#039;&#039;schup&#039;&#039; stets mit direktem Objekt konstruiert. Hier folgen aber zwei Präpositionalphrasen: „&#039;&#039;auf dem/den&#039;&#039; Staub der Erde“ (&#039;&#039;´al&#039;&#039;) und „&#039;&#039;{&amp;lt;s&amp;gt;gegen&amp;lt;/s&amp;gt;}&#039;&#039; den Kopf“ (&#039;&#039;b&#039;&#039;). Einige streichen daher die zweite Präposition (z.B. Hamborg 2008, S. 179), die meisten gehen aber über diese Schwierigkeit hinweg. Die Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; ist fast alternativlos; möglich allenfalls die Auflösung „Sie gieren – trotz des Staubs der Erde auf dem Kopf! – nach den Geringen“, d.h. „Obwohl sie sogar bereits Staub auf dem Kopf haben, gieren sie noch nach ihnen“ (ähnlich erwogen von Vater 1810, S. 15: „sie suchen den Nothleidenden zu verschlingen, obwohl er überdies schon als Trauernder erscheint“; ähnlich auch Justi 1820, S. 20: „Den schnauben sie noch an, der Staub des Elends schon trägt auf seinem Haupte!“).&amp;lt;br /&amp;gt;Klar ist der Vers deshalb nicht, weil auch nach einer Streichung von &#039;&#039;b&#039;&#039; und einer Deutung als „gieren, schnüffeln“ verschiedenste Deutungen und Auflösungen möglich sind:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. Keil 1866, S. 180; Orelli 1888, S. 257; auch ELB 1905: „sie, welche danach lechzen, den Staub der Erde auf dem Haupte der Armen zu sehen“. So schon David Kimchi; erwogen auch in CTAT III, S. 684. (3) passt besser zum Folgenden als (1), dagegen sprechen aber die Akzente, die „Staub der Erde“ enger mit dem Verb zusammenschließen als mit dem „Kopf des Armen“)&amp;lt;br /&amp;gt;(4) „sie gieren nach Staub zum Preis (des Kopfes=) des Lebens der Geringen“ (so van Ess: „sie trachten nach dem Staub der Erde um der Armen Haupt“. Freier Michaelis 1782, S. 29: „Gierig sind sie auf etwas Erdschollen, die dem Armen das Leben kosten“; Struensee 1773, S. 217: „Sie trachten Staub der Erde zu gewinnen, sollte der Arme auch darüber zu Grunde gehen.“)&amp;lt;br /&amp;gt;(5) „sie schnüffeln im Staub nach (dem Kopf des=) dem Armen“ wie ein Jagdhund (Garrett 2008, S. 58f. Aber natürlich wurde im Alten Israel nicht mit als unrein geltenden Hunden gejagt).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;(1) „sie gieren nach dem Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie sind so gierig, dass sie Geringen selbst den Staub nicht gönnen, den diese sich wie in Israel üblich in Trauerfällen auf den Kopf streuen (die klassische dt. Deutung bis zum 20. Jhd. Erwogen auch in CTAT III, S. 684. So z.B. Hitzig 1881, S. 113: „[Der Geringe] hat als Zeichen seines Jammers Staub auf sein Haupt gestreut (Hiob 2,12; 2 Sam 1,2); auch darnach, weil es auch noch ein Stückchen Grund ist, giert das Auge des Habsüchtigen.“).&amp;lt;br /&amp;gt;(2) „auf dem Staub (stehend) gieren sie nach dem (Kopf der) Geringen“ (Raschi). Ausführlicher Eliezer von Beaugency: Mit „im Staub (kriechend)“ würden die reichen Israeliten als Schlange dargestellt, die danach trachtet, den Geringen in den Kopf zu beißen. Ähnlich TUR: „Die schnappen – auf der Erde Staub – der Armen Haupt“. Nach der Variante von Raschi und TUR wäre „auf dem Staub“ aber sehr redundant; für die metaphorische Deutung von Eliezer ist die kurze Phrase zu knapp, um die Zeile als Metapher zu kennzeichnen.&amp;lt;br /&amp;gt;(3) „sie gieren nach Staub auf dem Kopf der Geringen“, d.h. sie gieren danach, dass es den Armen so schlecht geht, dass sie sich aus Trauer Staub auf den Kopf streuen (z.B. 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Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. Gegen dieses Verständnis spricht, dass &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; („Weg“) und selbst &amp;#039;&amp;#039;oreach&amp;#039;&amp;#039; („Pfad“) ohne &amp;#039;&amp;#039;mischpat&amp;#039;&amp;#039; („Recht“) in der Bibel sonst nie diese Bed. hat; die Interpretation lässt sich aber gut stützen durch Tg, der &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;din&amp;#039;&amp;#039; („die Rechtssache“) übersetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alternativen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; jedenfalls sind noch weniger wahrscheinlich: Jeweils wird gedeutet in Orientierung an [[Ijob 24#s4 |Ijob 24,4]] („sie stoßen Bedürftige vom Weg“; selbes Verb, selbes Nomen, aber mit Präp. &amp;#039;&amp;#039;m&amp;#039;&amp;#039; „vom“ vor „Weg“) und nimmt an, dass „den Weg beugen/stoßen“ hier auch „&amp;#039;&amp;#039;vom&amp;#039;&amp;#039; Weg stoßen“ meinen könne. Damit sei dann gemeint: (1) Eine rein körperliche Handlung (z.B. Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. Aber jeweils spricht mindestens eben dagegen, dass hier keine Präp. vor &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; steht, die Ehrlich z.B. daher hier ergänzen will.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;und [die] beugen den Weg der Armen!&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;den Weg beugen&amp;#039;&amp;#039; - Gemeint ist vielleicht: „Sie verstoßen gegen das Recht der Armen“ (so schon Kimchi; z.B. auch Eidevall 2017, S. 115). Für dieses Verständnis setzt man i.d.R. an am ähnlichen Ausdruck in [[Sprichwörter 17#s23 |Spr 17,23]] („Die Gesetzlosen beugen die Pfade des Rechts“, brechen also das Gesetz. Selbes Verb, anderes Nomen, spezifiziert durch Genitiv „Pfad &amp;#039;&amp;#039;des Rechts&amp;#039;&amp;#039;“) und geht dann davon aus, dass „Straße“ als Synonym von „Pfad“ wie in „Pfad des Rechts“ auch ohne die Spezifikation „des Rechts“ für „das Gesetz“ stehen könne. Gegen dieses Verständnis spricht, dass &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; („Weg“) und selbst &amp;#039;&amp;#039;oreach&amp;#039;&amp;#039; („Pfad“) ohne &amp;#039;&amp;#039;mischpat&amp;#039;&amp;#039; („Recht“) in der Bibel sonst nie diese Bed. hat; die Interpretation lässt sich aber gut stützen durch Tg, der &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;din&amp;#039;&amp;#039; („die Rechtssache“) übersetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alternativen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; jedenfalls sind noch weniger wahrscheinlich: Jeweils wird gedeutet in Orientierung an [[Ijob 24#s4 |Ijob 24,4]] („sie stoßen Bedürftige vom Weg“; selbes Verb, selbes Nomen, aber mit Präp. &amp;#039;&amp;#039;m&amp;#039;&amp;#039; „vom“ vor „Weg“) und nimmt an, dass „den Weg beugen/stoßen“ hier auch „&amp;#039;&amp;#039;vom&amp;#039;&amp;#039; Weg stoßen“ meinen könne. Damit sei dann gemeint: (1) Eine rein körperliche Handlung (z.B. Rudolph 1971, S. 142: „Sie werden rücksichtslos angerempelt“). Oder: (2) Ähnlich Fleischer 1989, S. 61: Der Weg, von dem die Armen gestoßen werden, ist konkret der „Weg zum Gericht“, den die Armen also nicht einschlagen können, um so ihr Recht einfordern zu können. Oder, ebenfalls ähnlich (3) Hitzig 1881: „Durch solches Thun eben bringen sie ehrliche Leute in&amp;#039;s Unglück, wörtlich: sie beugen den Weg derselben seitwärts, d.i. stossen sie aus dem Wege (Hiob 24,4) in&amp;#039;s Umwegsame, so dass ihr Lebensweg ein rauher, ungebahnter wird.“ – sie „stoßen sie aus der Bahn“. Ähnlich auch Smith 1998, S. 121, der frei übersetzt: „They manipulate the afflicted&amp;#039;s way of life“. Ähnlich schließlich (4) Raschi, Eliezer von Beaugency, Ehrlich 1912, S. 231: Der Satz sei schlicht ein Bild dafür, dass die Armen aus Furcht vor den Reichen einen anderen Weg nehmen. Aber jeweils spricht mindestens eben dagegen, dass hier keine Präp. vor &amp;#039;&amp;#039;derek&amp;#039;&amp;#039; steht, die Ehrlich z.B. daher hier ergänzen will.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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