Diskussion:Jakobus 1: Unterschied zwischen den Versionen

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Deine Fußnote finde ich wunderbar! Danke für die genaue Recherche. --[[Benutzer:Ben|Ben]] 20:15, 20. Aug. 2014 (CEST)
 
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Gesetzt. Ich habe jetzt mal "Prüfung" stehen lassen, finde es aber nach wie vor nicht die beste Lösung. --[[Benutzer:Sebastian Walter|Sebastian Walter]] 13:25, 21. Aug. 2014 (CEST)
  
 
=== V. 3 ===
 
=== V. 3 ===

Version vom 21. August 2014, 12:25 Uhr

Checkliste für die Studienfassung Erläuterung (Welche Verse durch wen?)
A. Wer hat welche Verse aus dem Urtext übersetzt? Auf welche Quelle zur Einteilung in Sinnabschnitte wurde zurückgegriffen?
Beispiel: Vers 1–12: Anton
Einteilung nach Wolter 2007, S. 145 (Anton)

B. Wer hat welche Verse noch mal am Urtext überprüft?
Beispiel: Vv. 1-3: Philipp

C. Alternativen: Häufig können Wörter in einem bestimmten Kontext mehrere denkbare Bedeutungen haben. Sind diese Übersetzungsalternativen möglichst vollständig berücksichtigt?
Beispiel: Vv. 1-17: Daniel

Ja; einige textkritische Varianten habe ich vielleicht übersehen, z.B. in 17.19 (Ben)

D. Manchmal erlauben Textüberlieferung und Satzbau mehrere Übersetzungen,a oder sie sind nicht direkt übersetzbar.b Sind solche Zweifelsfälle mit einer Fußnote dokumentiert, und steht die wahrscheinlichste Deutung im Haupttext?
Beispiel: Vv. 1-12: teilweise (Emil)

Ja (Ben)

E. Ist der Studienfassungstext mit Anmerkungen und Fußnoten für die Zielgruppen verstehbar? Braucht es noch erläuternde Fußnoten/Anmerkungen?
Beispiel: V. 6: „nach dem Fleisch“ ist noch unklar (Friedrich)

F. Für jeden Sinnabschnitt: Wurden zentralen Anliegen (bzw. Gattungen) unterhalb der Studienfassung dokumentiert? (Beispiel für Länge und Stil: Markus 1#Anliegen) Falls hilfreich, können sie hier kurz zusammengefasst eintragen werden.
Beispiel: Vv. 1-13: Ja; Vv. 14-20: Vollmacht wird betont (Vera)

G. Welche wissenschaftlichen Kommentare wurden zur Kontrolle der Punkte A bis F eingesehen?
Beispiel: Vv. 13-17: Bovon 1990 (Heinrich)

Blomberg/Kamell, häufig Dibelius, Johnson, teils Mußner (Ben)

H. Mit welchen anderen Übersetzungen wurde verglichen, um alternative Deutungen oder ggfs. Urheberrechtsprobleme zu finden?
Beispiel: Vv. 1-17: , NeÜ (Juliett)

LUT, , Menge, REB, SLT, NGÜ, NIV, NASB, ESV, NET (Ben)

I. Wann wurden die folgenden Punkte überprüft? - Rechtschreibung; Namen (Loccumer Richtlinien, Gottesname); übrige Kriterien; Detailregelungen; Anführungszeichen; geschlechtergerechte Sprache
Beispiel: Rechtschreibung: 1.1.2015 (Philipp)

J. Welche Arbeitsschritte, Verbesserungen oder Anmerkungen fehlen noch?
Beispiel: Vv. 1-17: Anmerkung fehlt (Ludwig)

az.B. mehrdeutige Tempora oder Präpositionen, Aspekte, manche Partizipien (Zurück zum Text: a)
bz.B. Textkorruption, figurae etymologicae, Genitiv- und Dativverbindungen, historisches Präsens, Einleitungsformeln von Satzfolge (Zurück zum Text: b)

In dieser Tabelle bitte knapp den aktuellen Stand eintragen. Auf der übrigen Diskussionsseite kann bei Bedarf ausführlicher dokumentiert/diskutiert werden. Siehe auch: Qualität



Abgrenzung[Bearbeiten]

Bisher habe ich zwei Abgrenzungen gefunden:

  • 1,1 // 1,2–11 // 1,12–18 // 1,19–27
    http://www.soniclight.com/constable/notes/pdf/james.pdf
    Schnelle, Udo: Einleitung in das Neue Testament, Göttingen 31999, S. 403
    Westermann, Claus / Ahuis, Ferdinand: Calwer Bibelkunde, Stuttgart 142001, S. 330
  • 1,2–12 // 1,13–27
    Preuß, Horst Dietrich / Berger, Klaus: Bibelkunde des Alten und Neuen Testaments, Band 2: Neues Testament, Wiesbadem 51997, S. 457

Wenn die anderen Jakobus-Kommentare, die in den denen Fußnoten zitiert sind, kein anderes Bild ergeben, dann schlage ich die erste Abgrenzung vor.

--Olaf 10:59, 28. Aug. 2011 (CEST)

Wenn ich das aus dem Seminar noch richtig in Erinnerung habe, ist die Gliederung des ganzen Briefes, aber ganz besonders der Einleitung sehr umstritten und gibt den Forschern große Rätsel auf. Das Problem ist die Abgrenzung zwischen Gliederung und Korpus: Man geht gewöhnlich offenbar davon aus, dass die Einleitung in V. 11 oder 12 vorbei ist. Mein Dozent hatte jedoch eine gute gefunden und zitiert, die er für vernünftig hielt. Wenn ich das meinen Aufzeichnungen noch richtig entnehmen kann, war das wohl die Gliederung von Davids (NIGNT). Davids geht basierend auf Entsprechungen zwischen Einleitung und Korpus davon aus, dass das gesamte erste Kapitel die Einleitung ist.

Die deutsche Jakobusforschung war wohl über Jahrzehnte von Dibelius' Kommentar bestimmt, der ein "Kontextverbot" postuliert hatte - also offenbar, dass der Jakobusbrief kein geschlossener Text sei (wenn ich das richtig in Erinnerung habe; meine Aufzeichnungen sind eher rar). In neuerer Zeit (und schon etwas früher in der internationalen Forschung) ist man davon aber abgekommen. --Ben 17:17, 28. Aug. 2011 (CEST)

Udo Schnelle schreibt zu diesem Thema: „Fehlender Kontextbezug und Situationslosigkeit sind nach Dibelius sowohl für die meisten Abschnitte des Jak als auch für die Paränese allgemein charakteristisch. Allerdings fehlt beim Jak der gedankliche Zusammenhang gerade nicht! […] Einzelsprüche werden durch gemeinsame Stichworte zusammengestellt und durch den Autor interpretiert.“ (S. 404) Und weiter: „Die literarische Integrität des Jakobusbriefes ist unbestritten“ (S. 406). In der neuesten Forschung bestehe „Einigkeit […] über die literarische und thematische Geschlossenheit“ (S. 410). Dennoch nennt er eine Unterteilung in Unterabschnitte. Für unsere Übersetzung ist es übrigens unerheblich, ob man Kapitel 1 nun „Einleitung“ nennt oder man einen anderen Namen dafür findet. Die wichtige Frage für uns ist nur, wo wir in der Lesefassung wissenschaftlich vertretbar Zwischenüberschriften setzen können. Auch wenn man das gesamte erste Kapitel als Einleitung sieht, kann man ja Unterabschnitte identifizieren. --Olaf 20:55, 28. Aug. 2011 (CEST)

Studienfassung[Bearbeiten]

Vers 1[Bearbeiten]

Sklave Gottes[Bearbeiten]

Merke: Wir brauchen dringend mal eine Standard-FN zu "Sklave/Knecht Gottes". --Sebastian Walter 19:17, 19. Aug. 2014 (CEST)

Grüßen[Bearbeiten]

@Sebastian: Wenn du "charein" schon wörtlich übersetzt, musst du das in der Fußnote erklären. Die Leser wird das verwirren. Übrigens: Wir übersetzen doch funktional, nicht schablonenmäßig, von daher bin ich verwirrt, dass du das überhaupt in Betracht ziehen würdest. --Ben 22:19, 19. Aug. 2014 (CEST)

Ich hab auch ein bisschen drüber nachgedacht vorher (daher die Viertel Stunde nur für die FN :) )
(1) Es ist in der FN erklärt.
(2) Allerdings ist das schon vereinfachend. Es gibt offenbar tatsächlich einen imperativischen Infinitiv, nämlich ausschließlich in Röm 12,15 und Phil 3,16. In Jak 1,1; Apg 15,23; Apg 23,26 dagegen handelt es sich um eine formelhafte Wendung, die ausschließlich in Briefanfängen verwendet wird - wie gesagt, es gehört zum Briefkopf, sozusagen. Nicht zum Fließtext - das ist nicht der erste Satz des Briefes.
Weil wir in der SF eben nicht funktional äquivalent übersetzen, dachte ich, das wäre vielleicht sinnvoll (und wegen Sprachbilder und Redewendungen bleiben erhalten und werden genau übersetzt, die Bedeutung bei Unklarheiten in einer Fußnoten erklärt. Nur wenn Grammatik oder Wortwahl dies unmöglich machen, kann eine andere Lösung gefunden werden. - aber deswegen gar nicht so sehr); v.a. wegen dem Kontrast, der erst so zu den anderen Briefen sichtbar wird (die tauschen diese Standardformel durch eine andere aus).
Wenn du meinst, dass es übertrieben ist, kannst du's gern wieder ändern; ist dein Brief. (Dann aber doch vielleicht wenigstens: "Grüße!" (so z.B. CEB - übrigens stark gedruckt: s. hier) /"einen Gruß (so MNT)). --Sebastian Walter 00:23, 20. Aug. 2014 (CEST)

Hab wieder "Grüße" draus gemacht. Du hast schon recht; das war übertrieben. --Sebastian Walter 15:41, 20. Aug. 2014 (CEST)

Schön, dass wir einer Meinung sind. :-) --Ben 20:15, 20. Aug. 2014 (CEST)

Vers 2[Bearbeiten]

Olaf, schön, dass du dich an den Urtextcheck gewagt hast! :-) Du hast hier die folgende Fußnote ergänzt: "Das Wort „ἀδελφοῖς“ bezeichnet hier einen Menschen, der sich Christus zugehörig fühlt (Generisches Maskulinum)". Kannst du das belegen? Die Erklärung kommt mir etwas kompliziert vor. Ist es nicht eher klar, dass der Autor Glaubensgeschwister anspricht, also solche, die Geschwister in Bezug auf seine Religion sind? --Ben 17:17, 28. Aug. 2011 (CEST)

Ja, die Übersetzung als „Glaubensgeschwister“ oder „Christen“ ist für diese Stelle wohl treffender und lässt sich ebenso wie die komplizierte Formulierung mit dem Bauer/Aland-Wörterbuch belegen. Wie wäre es mit: „Das Wort ‚ἀδελφοῖς‘ (Brüder, Geschwister) bezeichnet hier Geschwister im Glauben, d.h. männliche und weibliche Christen (Ggenerisches Maskulinum).“? --Olaf 20:55, 28. Aug. 2011 (CEST)

Hab ganz vergessen, hier zu antworten. Das klingt ganz gut, aber ich frage mich, ob man nicht noch weiter kürzen kann. Würde der Link auf Generisches Maskulinum (wie in V. 5) nicht schon alles sagen? Die Klammer sagt ja schon den Rest. Oder meinst du, das müsste man noch klarer verdeutlichen? --Ben 18:48, 4. Sep. 2011 (CEST)

FN e[Bearbeiten]

Dibelius habe ich überprüft (hier online); ich finde das schwer haltbar. "Wer 1,2 unbefangen ansieht", denkt doch durchaus nicht nur an Christenverfolgungen. Eigentlich weist dahin sogar überhaupt nichts, es sei denn, man würde im Präskript das diaspora lokal deuten und dann mit V. 2 zusammenlesen und außerdem davon ausgehen, dass der Brief so sehr Spruchsammlung ist, dass seine Teile überhaupt nicht miteinander zusammenhängen. Aber schon von der Textstruktur her ist ja V. 1 unabhängig von V. 2 zu lesen (Präskript <=> Briefkorpus), dagegen hängt V. 2 aber deutlich mit V. 13-15 zusammen, nämlich über den Zhg. "Versuchung" + "Standhaftigkeit" (s. Vv.3.12). Wie die "Versuchung" sonst näher bestimmt ist, wird nicht ausgeführt und muss das ja auch gar nicht, denn der Zhg. Versuchung + Standhaftigkeit ist eine Idee "eigenen Rechts" unabhängig von zeitgeschichtlichen Hintergründen; dahinter steht nämlich die Vorstellung, dass der Mensch fortwährend Bewährungsproben ausgesetzt wird, und wenn er sich bewährt, irgend etwas Gutes mit ihm passiert - hier wohl: er wird dafür dann den "Siegeskranz" (V. 12) empfangen, der darin besteht, zu jenen zu gehören, die Gott aus der Zerstreuung zusammenführt (V. 1). Ich würde als FN eher etwas vorschlagen wie:

Hinter dem Begriff πειρασμός Versuchung steht die altjüdische Vorstellung, dass Gott immer wieder Unheil über den gläubigen Menschen bringt, damit dieser sich in diesen Bewährungsproben als rechter Gottesdiener bewähren kann (s. z.B. Gen 22,1; Ex 16,4; Ri 3,1-4; Ps 26,2; Sir 2,1; vgl. auch Mt 6,12 FN m). Jakobus führt weiter aus: Wer diese Bewährungsproben besteht, gewinnt damit „Standhaftigkeit“, und impliziert ist wohl: Wer standhaft bleibt, wird dann am Ende der Zeit auch aus der Zerstreuung gesammelt werden (s.o.; s. z.B. auch Mk 13,13; 1Pet 1,6f; ähnlich Röm 5,3-5). In Vv. 13-15 wandelt Jakobus diese Vorstellung jedoch ab: Es ist gerade nicht Gott, der diese Versuchungen über einen Menschen bringt; sie erwachsen allein aus den sündhaften Begierden des Menschen (vgl. z.B. Kloppenborg 2010, S. 68f; Wilson 2002, S. 159). Entsprechend wird Jakobus dann im Folgenden auch v.a. vor menschlichen Schwächen warnen (z.B.: Impulsivität (1,19-21), Voreingenommenheit (2,1-9), lose Zunge (3,2-12), Streitsucht (3,13-18), Liebe zur Welt (4,1-4) usw.) und ihnen tugendhaftes Verhalten entgegenstellen. Besonders wichtig: Es ist gerade nicht allein die Standhaftigkeit im Glauben (V. 3), die gerecht macht (wie z.B. Mk 13,4-13.21-23 das nahelegen könnte) - unabdingbar sind außerdem die Werke des Glaubens (2,14-26).

Wilson findest du hier.

Wenn du zustimmst, würde ich außerdem die Reihenfolge von "Prüfungen (Versuchungen)" umdrehen und "Versuchungen" als primär-Üs. für die SF wählen. Vgl. Burchard 2000, S. 55: "Wie nun übersetzen? Will man ein Wort mit zugehörigem Verb, das V. 13-15 gerecht wird, geht 'Prüfung, Erprobung' nicht. 'Versuchung' und 'Anfechtung' passen; ich wähle das zweite, weil hier das Widrige stärker mitklingt, das Jak m.E. ausdrücken will." --Sebastian Walter 11:51, 20. Aug. 2014 (CEST)

"Versuchung" klingt mir zu geistlich, und ich glaube, die meisten Christen würden hier eben genau geistliche Versuchungen verstehen, wo keine besonders geistlichen gemeint sind – wie du selbst ausgeführt hast. Daher hatte ich bewusst "Prüfung" gewählt. Die Assoziation mit einem Verb ist aus linguistischer Sicht natürlich problematisch ;-) , deshalb habe ich das auch gar nicht versucht.

Deine Fußnote finde ich wunderbar! Danke für die genaue Recherche. --Ben 20:15, 20. Aug. 2014 (CEST)

Gesetzt. Ich habe jetzt mal "Prüfung" stehen lassen, finde es aber nach wie vor nicht die beste Lösung. --Sebastian Walter 13:25, 21. Aug. 2014 (CEST)

V. 3[Bearbeiten]

da ihr wisst[Bearbeiten]

Davies 1955: Paul and Rabbinic Judaism und McCartney 2009 denken, dass das Partizip hier ein imperativisches Partizip ist (dazu z.B. Dana/Mantey, S. 229; Wallace, S. 650f) und also V. 3 als Explikation von V. 2 dient: "Betrachtet als Anlass zur Super-Freude, wenn ihr auf verschiedenste Weisen versucht werdet: Wisst, dass die Bewährung im Glauben Standhaftigkeit hervorbringt." Liegt das nicht näher?
Ansonsten wäre der Sinn von Vv. 2f mehr oder weniger: "Ihr wisst ja, das Bewährung im Glauben Standhaftigkeit hervorbringt. Daraus folgt, dass ihr euch freuen müsst, wenn ihr auf verschiedenste Weisen versucht werdet." - aber dieses, dass "Bewährung im Glauben Standhaftigkeit hervorbringt", scheint ja gerade das Zentrale an unserem Absatz zu sein (und wird daher in V. 4 weitergeführt). Sinngemäß ist doch daher die Aussage wohl eher: "Wisst, dass die Bewährung im Glauben Standhaftigkeit hervorbringt. Darum freut euch, wann immer ihr auf verschiedenste Weisen versucht werdet."

Unabhängig davon ist die FN falsch, denn du selbst deutest in der Üs. ja gar nicht als temporales, sondern als kausales Ptz. --Sebastian Walter 12:56, 20. Aug. 2014 (CEST)

Ich glaube, "da" ist hier temporal gemeint; dennoch läge die kausale Sinnrichtung näher.

Mit dem Imperativ "wisst!" habe ich Probleme. Er ist ja nicht ohne Grund unüblich geworden: Man kann jemanden nicht dazu auffordern, etwas zu wissen.

Der wesentliche Unterschied zwischen imperativischer und kausaler Auflösung wäre, dass der Imperativ Wissen vermitteln würde – während der kausale Nebensatz im Indikativ das Wissen voraussetzt. Richtig?

In diesem Fall ließe sich inhaltlich ganz einfach erkennen, ob es sich um vorausgesetztes oder noch unbekanntes Wissen handelt. Ich bin der Meinung: V. 3 kann man beim Leser als ziemlich nahe liegende Kausalität eher voraussetzen. Die Belehrung per Imperativ wäre dann doch sehr oberlehrerhaft. Was meinst du? --Ben 20:40, 20. Aug. 2014 (CEST)

Ja, das wäre einer der Unterschiede. Der wichtigere wäre, dass nach diesem Vorschlag diese Tatsache zum eigenständig vermitteltem Wissensinhalt würde, während er kausal gedeutet nur als bekannt vorausgesetzter Hintergrund des Befehls, Versuchung als Anlass zur Super-freude zu betrachten, wäre. Nur die Tatsache, dass im nächsten Vers dann nicht der Freude-befehl, sondern der "Wissens-vers" fortgeführt wird, lässt mich ein wenig mehr Davies und McCartneys Vorschlag zuneigen.
Dass das einleitende "Wisst!" unüblich geworden ist, heißt aber ja nicht, dass er im NT nicht so gesetzt werden kann - siehe etwa Mt 24,43; Lk 10,11; Lk 12,39; Gal 3,7; 2Tim 3,1; Jak 5,20. Auch gegen das "oberlehrerhaft" würde ich entschieden einwenden, dass es in den obigen Beispielen 3 von 5 Mal Jesus ist, der dieses einleitende "Wisst!" verwendet.
Wichtig ist ja wieder nicht die Übersetzung, sondern zunächst die Deutung, welche Sinnrichtung das Partizip hier vermutlich im Griechischen hat. Ob das imperativisches Partizip wäre, ist ja unabhängig davon, ob es auch ins Deutsche am Besten als Imperativ zu übertragen wäre.
Ich glaube nicht, dass sich das ganz einfach erkennen lässt, ob man das Wissen als bekannt voraussetzen kann. Sowohl Adressat als auch Datierung sind ja zumindest umstritten, und also auch der "christlicher Bildungsstand", den man beim idealen Leser des Jakobusbriefs voraussetzen kann. Dass Jakobus im Folgenden auch viele Gemeinplätze bringt, lässt mich eigentlich eher glauben, dass dieser "christliche Bildungsstand" des idealen Lesers nicht allzu hoch anzusetzen ist. Aber genau so gut wäre ja möglich, dass Jakobus einfach noch mal Bekanntes zu einer Art "Summa ethica" zusammentragen will; denn er nennt ja gar keinen wirklichen Anlass für seinen Brief. --Sebastian Walter 22:13, 20. Aug. 2014 (CEST)

δοκίμιον[Bearbeiten]

δοκίμιον scheint nicht primär die Probe, sondern das Mittel, mit dem geprobt wird, zu meinen: Burchard 2000: "Läuterungsmittel"; Hartin 2003: "a means or instrument of testing"; McCartney 2009: "test or means of testing". Fällt jemandem etwas besseres ein als "Läuterungsmittel"? "dass das, was euren Glauben auf die Probe stellt"? --Sebastian Walter 19:29, 20. Aug. 2014 (CEST)

Ja, "Prüfung". :-) --Ben 20:15, 20. Aug. 2014 (CEST)

Das Problem bei "Prüfung" ist, dass es da immer jemanden geben muss, der die Prüfung stellt, hier aber ja ausgeführt wird, dass es die aus der sündhaften Begierlichkeit des Menschenherzens erwachsenden Versuchungen sind, die den Menschen "proben" und denen er widerstehen muss. --Sebastian Walter 21:16, 20. Aug. 2014 (CEST)

Wenn es tatsächlich so ist (und da bin ich mir noch nicht sicher), dann wäre es bei "Versuchung" genau das Gleiche oder noch Stärker.

Beispielsatz: "Der Gottesdienst gestern war eine echte Prüfung für meine Nerven." Hier ist doch sicher kein "Prüfer" hinzuzudenken? --Ben 21:34, 20. Aug. 2014 (CEST)

Andere Vorschläge wären natürlich "Erprobung" (stand das da irgendwann mal?) oder einfach "Test". --Ben 21:47, 20. Aug. 2014 (CEST)

Durchhaltevermögen[Bearbeiten]

ist zwar allgemein eine bessere Alternative zu Standhaftigkeit; aber ich glaube, im Zusammenhang damit, dass man sich nicht von seinem Glauben abbringen lässt, würde man auch heute eher von "Standhaftigkeit" sprechen, oder? --Sebastian Walter 19:29, 20. Aug. 2014 (CEST)

Meinetwegen! Mit der Option, ggfs. irgendwann noch ein noch besseres Wort zu finden. :-) --Ben 20:15, 20. Aug. 2014 (CEST)

Vers 4[Bearbeiten]

FN i[Bearbeiten]

Warum glaubt Johnson, dass dies sinngemäßer übersetzt werden müsste als "zu einem vollkommenen Ausgang führen"? Das müsste noch ausgeführt werden. Aber liegt nicht näher die Deutung von ergon als nomen actionis und dann "vollkommenes Handeln", so dass hier der Gedanke aus 2,14-26 vorweggenommen wird? (so Burchard 2000, Hartin 2003, viele Üss). McCartney 2009 dagegen deutet als „Let it finish its work“ (ähnlich KAR, LUT, PAT, van Ess) - ist es das, was Johnson meint? McCartney führt leider nicht aus, warum er so deutet. --Sebastian Walter 20:44, 20. Aug. 2014 (CEST)

FN j[Bearbeiten]

3. Sg. Imp. Präs. Durch die Aspektbedeutung impliziert ist eine dauerhafte oder ständig neue Veränderung.
würde meinen: Der Aspekt (= entweder Perfekt oder Imperfekt) hat entweder durative oder iterative Bedeutung. Da du aber bei der Formanalyse gar keinen Aspekt angibst, vermute ich, dass du meinst: Die Tatsache, dass hier Imperativ Präsens statt Imperativ Aorist verwendet wird, gibt dem Wunsch eine generelle Sinnrichtung: nicht ein vollkommenes Werk soll Folge der Standhaftigkeit sein, sondern prinzipiell sollen vollkommene Werke die Folge der Standhaftigkeit sein.
Meinst du das? --Sebastian Walter 20:44, 20. Aug. 2014 (CEST)

Die Fußnote bezieht sich auf die Aspektbedeutung des Imperativ Präsens. Habe ich vermutlich von Siebenthal (NSS oder Grammatik). Wird es jetzt klarer? --Ben 21:07, 20. Aug. 2014 (CEST)

Das heißt, du meinst wirklich das, was ich glaube? Dann muss die FN umformuliert werden. Machst du das? --Sebastian Walter 22:16, 20. Aug. 2014 (CEST)

ὁλόκληρος[Bearbeiten]

"Untadelig" ist nicht sehr gut. Eigentlich heißt ὁλόκληρος "ganzteilig, vollständig, heil, unversehrt", und es ist hier recht sicher der Gegenbegriff zum „zweiseeligen Mann“ in V. 8. Vielleicht steht im Hintergrund das "mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele" aus Dtn 6,5. Die meisten dt. Üss. haben "makellos" oder eben "unversehrt", die meisten eng. "perfect and complete", aber den Sinn trifft wohl eher ZÜR: "damit ihr vollkommen und ganze Leute seid". Vgl. auch ASV, KJV, TMB, WBT, YLT: "perfect and entire"; CJB: "complete and whole"; Wycliffe: "perfect and whole"; Sehr cool auch Zink: "Aus dieser Festigkeit muß ein Leben folgen, das aufs Ganze geht, denn ihr sollt vollkommen sein, Menschen aus einem Stück, und an nichts soll es euch fehlen." Am Besten vielleicht BigS: "ungeteilt". Oder fällt jemandem etwas besseres ein? --Sebastian Walter 21:09, 20. Aug. 2014 (CEST)

Ich würde den moralischen Aspekt in der Übersetzung gerne mitschwingen hören. Müsste mich selbst nochmal einlesen, bevor ich einen Vorschlag mache. --Ben 21:37, 20. Aug. 2014 (CEST)

Vers 5[Bearbeiten]

  • Fußnote in V. 5 (mit Jesustradition) muss noch belegt werden.
    • Leider verstehe ich bei dieser Fußnote nicht, was gemeint ist. --Olaf 10:59, 28. Aug. 2011 (CEST)
    • Es geht dabei um den Bedeutungsunterschied der beiden Alternativen, soweit ich sehe. Gibt Gott nun ohne Vorbehalte (also ohne sich darüber zu beklagen oder zu zögern), oder ist er dabei sogar großzügig? Wir hatten dann im Seminar vermutet, dass dem Autor Traditionsmaterial (eben das zitierte) zur Verfügung stand, was besser zu "großzügig" passt. Aber da ich das nicht mehr genau rekonstruieren kann, wird sicher eine Wortstudie mit Blick in den Kommentar weiterhelfen. Vielleicht hatte ich das sogar aus einem und muss es nur noch belegen. Ich habe die verwendeten Kommentare gerade alle ausgeliehen und will sie nochmal durchgehen, wenn ich mit der allgemeinen Durchsicht fertig bin. --Ben 17:17, 28. Aug. 2011 (CEST)

Vers 13[Bearbeiten]

Hier hat Olaf vielleicht meine Fußnote missverstanden. Jedenfalls hast du aus „Gott kann nicht vom Bösen versucht werden“ „Gott probiert das Böse nicht aus“ gemacht, obwohl die Fußnote belegt, dass die meisten Exegeten sich für diese (erstere) Interpretation entschieden haben. Gibt es einen Grund für diese inhaltliche Verschiebung? --Ben 23:36, 6. Okt. 2011 (CEST)

Ah, gerade habe ich Olafs Kommentar dazu unter Lesefassung gesehen. Ich mach das dann mal rückgängig. Falls ich jetzt meinerseits einen Fehler mache, können wir das ja weiter diskutieren. :-) --Ben 17:48, 23. Okt. 2011 (CEST)

Weitere Aufgaben[Bearbeiten]

  • In V. 17 müsste das textkritische Problem noch angesprochen werden. Das hatte ich offenbar zunächst ignoriert. In der Fußnote muss noch die Erklärung ergänzt werden. --Ben 17:48, 23. Okt. 2011 (CEST)
  • V. 18: Eine kleine Wortstudie zur "Erstlingsgabe" wäre wünschenswert (s.a. Olafs Material unten). --Ben 17:48, 23. Okt. 2011 (CEST)
  • V. 19: Textkritik --Ben 17:48, 23. Okt. 2011 (CEST)

Lesefassung[Bearbeiten]

Unsere Übersetzung http://amen-online.de/bibel/neu/jak_1_12-18.html darf gerne als Ausgangspunkt für die Lesefassung genommen werden. --Olaf 11:01, 28. Aug. 2011 (CEST)

  • In der verlinkten Übersetzung haben wir die verschiedenen Bedeutungen von „πειράζω“ (versuchen, erproben, auf die Probe stellen, in Versuchung führen, ausforschen, ausprobieren, kennen lernen, erfahren) mit „auf die Probe stellen“ und „ausprobieren“ wiedergegeben – auch als Alternative zum „Bibelsprech“. Was haltet Ihr davon? --Olaf 20:55, 28. Aug. 2011 (CEST)
Das klingt so gut, dass ich persönlich „auf die Probe stellen“ auch gleich in die Studienfassung übernehmen würde ("versuchen" könnte dann vielleicht in einer Klammer stehen, damit es für Bibelsprech-Gewohnte klar ist). Eine schöne Übersetzung! :-) --Ben 18:48, 4. Sep. 2011 (CEST)
Gut, ich habe das in den Text eingebaut. Ein paar Partizipien musste ich dabei anders auflösen. Wenn Dir die Änderungen zu weit gehen, kannst Du gerne nach einem Mittelweg suchen. --Olaf 10:05, 12. Sep. 2011 (CEST)
  • Ebenfalls würde ich mich über Feedback zur dort verwendeten Übersetzung „erste Früchte“ (+Fußnote) freuen (Vers 18). --Olaf 20:55, 28. Aug. 2011 (CEST)
Dazu würde ich auch gerne nochmal eine Wortstudie machen. Und meinen damaligen Dozenten fragen, der hat darüber nämlich promoviert. --Ben 17:48, 23. Okt. 2011 (CEST)