Ijob 8: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Offene Bibel

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_Oder verdreht Schaddai Gerechtigkeit?
 
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_Übergab er sie in die Hand ihrer (vertrieb er sie wegen ihren) Übertretungen.<ref>'''tFN''': ''übergab er sie in die Hand (vertrieb er sie wegen)'' - so die einheitliche Übersetzung. Doch das ist schwierig; „X ''schalach bejad'' Y“ ist in der Bibel eine Botenformel, die oft und ganz einheitlich heißt: „X sendet etwas / lässt etwas ausrichten durch Y.“ Auch Raschi erklärt: „Ihre Übertretung wurde zum Boten, um sie fortzubringen.“ Ähnlich übersetzen VUL und VL „''(di)misit eos in manu'' (Ablativ) ''iniquitatis suae''“, also eher nicht „gab sie in ''die'' Hand“, sondern „sandte sie in ''der'' Hand“. Syr übersetzt ''bejad'' gar nicht: „Er sandte sie fort in ihren Übertretungen“, Tg „er sandte sie an den Ort ihrer Übertretungen.“ Man sollte also meinen, der Satz bedeute etwas wie „Er sandte sie/ihnen (=die/den Kinder(n)) durch ihre Übertretungen“. Das macht nicht viel Sinn; Gordis emendiert daher ''bejad'' zu ''be`ad'' („Er sandte sie fort ''wegen'' ihrer Übertretungen“); dem scheint Alter zu folgen („He dispatched them because of their crime“). In diesem Falle sollte man aber das Piel von ''schalach'' besser deuten als „vertreiben, verstoßen“ wie z.B. [[Genesis 3#s23 |Gen 3,23]]; [[1Könige 9#s7 |1 Kön 9,7]] (II ''karat'', „töten“). Da sich dies dies durch keine der Vrs. und MSS stützen lässt, ist aber wohl notgedrungen [[Psalm 81#s13 |Ps 81,13]] zu vergleichen (so z.B. Dhorme) und davon auszugehen, dass ''schalach bejad'' hier ausnahmsweise einmal nicht idiomatisch verwendet wird.</ref>
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_Übergab er sie in die Hand ihrer (vertrieb er sie wegen ihren) Übertretungen.<ref>'''tFN''': ''übergab er sie in die Hand (vertrieb er sie wegen)'' - In dt. Üss. und Kommentaren einheitlich wie in der Primärüs. Doch das ist schwierig; „X ''schalach bejad'' Y“ ist in der Bibel eine häufige Botenformel, die stets heißt: „X sendet etwas / lässt etwas ausrichten durch Y.“ Auch Raschi erklärt daher hier: „Ihre Übertretung wurde zum Boten, um sie fortzubringen.“ Ähnlich übersetzen VUL und VL „''(di)misit eos in manu'' (Ablativ) ''iniquitatis suae''“, also eher nicht „gab sie in ''die'' Hand“, sondern „sandte sie (fort) in ''der'' Hand“. Syr übersetzt ''bejad'' gar nicht: „Er sandte sie fort in ihren Übertretungen“, Tg „er sandte sie an den Ort ihrer Übertretungen.“ Die Üs. „in die Hand ihrer Übertretungen übergeben“ lässt sich also nur evt. mit LXX stützen, die aber vielleicht auch ebenso aufzufassen ist wie VL und VUL, da ohnehin das Verb ''apostello'' („als Boten entsenden“) verwendet wird (''en cheiri'' ist nicht eindeutig, da ''en'' stets mit Dat. steht und daher sowohl „in ''der''“ als auch „in ''die'' Hand“ bed. kann. NETS übersetzt LXX nach der üblichen heb. Konstruktion: „He sent them off ''by force of'' their lawlessness.“; Brenton überraschenderweise: „He cast them away because of their transgression“).<br />Man sollte also meinen, der Satz bedeute etwas wie „Er sandte sie/ihnen (=die/den Kinder(n)) durch ihre Übertretungen“. Gordis emendiert daher ''bejad'' zu ''be`ad'' („Er sandte sie fort ''wegen'' ihrer Übertretungen“); dem scheint Alter zu folgen („He dispatched them because of their crime“), aber auch ohne diese Emendation ließe sich dem Satz ein Sinn abgewinnen, wenn man das Piel von ''schalach'' deutet als „vertreiben, verstoßen“ wie z.B. [[Genesis 3#s23 |Gen 3,23]]; [[1Könige 9#s7 |1 Kön 9,7]] (II ''karat'', „töten“); [[Ijob 14#s20 |Ijob 14,20]]; [[Ijob 30#s12 |30,12]], also „Er sandte sie fort = vertrieb sie durch ihre eigenen Übertretungen“ (wie Brenton auch LXX übersetzt), vgl. z.B. [[Ijob 4#s8 |Ijob 4,8]]. So aber wie gesagt keine dt. Üss.; notgedrungen wir man daher hier besser [[Psalm 81#s13 |Ps 81,13]] vergleichen müssen (so z.B. Dhorme) und davon auszugehen haben, dass ''schalach bejad'' hier ausnahmsweise einmal nicht idiomatisch verwendet wird.</ref>
  
 
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Version vom 11. Juni 2019, 12:30 Uhr

Syntax OK
SF in Arbeit.png
Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Folgt-später.png
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Ijob 8)

(kommt später)

Studienfassung (Ijob 8)

1 Da antwortete Bildad der Schuchiter {und sagte}:

2 „Wie lange willst du solches sprechen?
{Und} starker Wind [sind] (und [wie lange sind] starker Wind) die Worte deines Mundes!a
3 Verdreht den Gott das Recht
Oder verdreht Schaddai Gerechtigkeit?
4 Wenn deine Kinder gegen ihn gesündigt haben
Übergab er sie in die Hand ihrer (vertrieb er sie wegen ihren) Übertretungen.b
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Anmerkungen

aAnspielung auf Ijob 6,26: Ijobs Worte sind in der Tat nichts mehr als „starker Wind“. (Zurück zu v.2)
btFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: übergab er sie in die Hand (vertrieb er sie wegen) - In dt. Üss. und Kommentaren einheitlich wie in der Primärüs. Doch das ist schwierig; „X schalach bejad Y“ ist in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. eine häufige Botenformel, die stets heißt: „X sendet etwas / lässt etwas ausrichten durch Y.“ Auch Raschi erklärt daher hier: „Ihre Übertretung wurde zum Boten, um sie fortzubringen.“ Ähnlich übersetzen VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh.(di)misit eos in manu (Ablativ) iniquitatis suae“, also eher nicht „gab sie in die Hand“, sondern „sandte sie (fort) in der Hand“. SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. übersetzt bejad gar nicht: „Er sandte sie fort in ihren Übertretungen“, TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. „er sandte sie an den Ort ihrer Übertretungen.“ Die Üs. „in die Hand ihrer Übertretungen übergeben“ lässt sich also nur evt. mit LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. stützen, die aber vielleicht auch ebenso aufzufassen ist wie VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr., da ohnehin das Verb apostello („als Boten entsenden“) verwendet wird (en cheiri ist nicht eindeutig, da en stets mit Dat. steht und daher sowohl „in der“ als auch „in die Hand“ bed. kann. NETSDie New English Translation of the Septuagint. Frei zugänglich im Netz; übersetzt in steter Orientierung am hebräischen Text. übersetzt LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. nach der üblichen heb. Konstruktion: „He sent them off by force of their lawlessness.“; Brenton überraschenderweise: „He cast them away because of their transgression“).
Man sollte also meinen, der Satz bedeute etwas wie „Er sandte sie/ihnen (=die/den Kinder(n)) durch ihre Übertretungen“. Gordis emendiert daher bejad zu be`ad („Er sandte sie fort wegen ihrer Übertretungen“); dem scheint Alter zu folgen („He dispatched them because of their crime“), aber auch ohne diese Emendation ließe sich dem Satz ein Sinn abgewinnen, wenn man das Piel von schalach deutet als „vertreiben, verstoßen“ wie z.B. Gen 3,23; 1 Kön 9,7 (II karat, „töten“); Ijob 14,20; 30,12, also „Er sandte sie fort = vertrieb sie durch ihre eigenen Übertretungen“ (wie Brenton auch LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. übersetzt), vgl. z.B. Ijob 4,8. So aber wie gesagt keine dt. Üss.; notgedrungen wir man daher hier besser Ps 81,13 vergleichen müssen (so z.B. Dhorme) und davon auszugehen haben, dass schalach bejad hier ausnahmsweise einmal nicht idiomatisch verwendet wird. (Zurück zu v.4)