Johannes 21: Unterschied zwischen den Versionen

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{{S|3}} Simon Petrus sagte ihnen: „Ich gehe fischen.“ [Die anderen] entgegneten (sagten) {ihm}: „{Auch} Wir kommen mit dir!“ Sie brachen auf (gingen hinaus) und bestiegen das Boot (gingen hinaus zum Boot und legten ab)<ref>Die Variante in der Klammer folgt der NGÜ, die das griechische Idiom „ein Boot besteigen“ seiner Verwendung gemäß mit „ablegen“ (oder „in See stechen“, „sich einschiffen“) übersetzt. Weil das intransitiv ist, zieht die NGÜ die griechische Präpositionalphrase εἰς τὸ πλοῖον „in das Boot“ dann elegant mit dem ersten Prädikat „hinausgehen“ zusammen. </ref>, aber (und) in dieser (jener) Nacht fingen sie nichts.
 
{{S|3}} Simon Petrus sagte ihnen: „Ich gehe fischen.“ [Die anderen] entgegneten (sagten) {ihm}: „{Auch} Wir kommen mit dir!“ Sie brachen auf (gingen hinaus) und bestiegen das Boot (gingen hinaus zum Boot und legten ab)<ref>Die Variante in der Klammer folgt der NGÜ, die das griechische Idiom „ein Boot besteigen“ seiner Verwendung gemäß mit „ablegen“ (oder „in See stechen“, „sich einschiffen“) übersetzt. Weil das intransitiv ist, zieht die NGÜ die griechische Präpositionalphrase εἰς τὸ πλοῖον „in das Boot“ dann elegant mit dem ersten Prädikat „hinausgehen“ zusammen. </ref>, aber (und) in dieser (jener) Nacht fingen sie nichts.
 
{{S|4}} Als es aber schon (früher) Morgen wurde (war, geworden war)<ref>Textkritik: Ein in der Literatur oft gemachter Vorschlag ist die Änderung des durch א, D, W, Θ, Ψ und die Mehrheit später Manuskripte bezeugten Aorists γενομένης in den nicht ganz so gut bezeugten Präsens γινομένης. Der Gebrauch von ἤδη stützt jedoch eher den Aorist. Vgl. J. Ramsey Michaels, The Gospel of JOHN, 2010, S. 1031.</ref>, stand Jesus am Ufer, die Jünger wussten (erkannten) aber (allerdings) noch nicht, dass es Jesus war<ref name="war">''war'' Gr. „ist“</ref>.
 
{{S|4}} Als es aber schon (früher) Morgen wurde (war, geworden war)<ref>Textkritik: Ein in der Literatur oft gemachter Vorschlag ist die Änderung des durch א, D, W, Θ, Ψ und die Mehrheit später Manuskripte bezeugten Aorists γενομένης in den nicht ganz so gut bezeugten Präsens γινομένης. Der Gebrauch von ἤδη stützt jedoch eher den Aorist. Vgl. J. Ramsey Michaels, The Gospel of JOHN, 2010, S. 1031.</ref>, stand Jesus am Ufer, die Jünger wussten (erkannten) aber (allerdings) noch nicht, dass es Jesus war<ref name="war">''war'' Gr. „ist“</ref>.
{{S|5}} Dann (also, nun) rief (sagte)<ref name="HP">[[Historisches Präsens]].</ref> er ihnen zu: „Männer (Kinder)<ref>''Männer (Kinder)'' W. παιδία „Kinder“ ist eine freundliche Gruppenanrede wie „Männer“, „Leute“, „Jungs“ (Englisch: „guys“, „lads“, so Carson 1991, 670). Dementsprechend wurde hier nicht missverständlich wörtlich, sondern dieser Funktion entsprechend übersetzt. </ref>, ihr habt keinen Happen (Fisch) zu Essen, oder (Habt ihr zufällig/vielleicht einen Happen zu Essen)?“<ref>''Ihr habt keinen Happen zu essen, oder?'' Die Frage ist auf Griechisch so formuliert, dass sie eine verneinende Antwort erwartet. Altbacken könnte man auf Deutsch also formulieren: „Habt ihr etwa einen Happen zu essen?“. Wir versuchen hier eine zeitgemäße deutsche Formulierung. Die meisten deutschen Übersetzungen übersetzen den Fragepartikel mit „nicht“ (REB „wohl“). Wollte man wie sie etwas neutraler formulieren, könnte Jesus fragen: „Habt ihr vielleicht/zufällig einen Happen zu essen?“ Doch Jesus scheint die Antwort – der Formulierung nach zu schließen – schon zu kennen. <br />
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{{S|5}} Dann (also, nun) rief (sagte)<ref name="HP">[[Historisches Präsens]].</ref> er ihnen zu: „Männer (Kinder)<ref>''Männer (Kinder)'' W. παιδία „Kinder“ ist eine freundliche Gruppenanrede wie „Männer“, „Leute“, „Jungs“ (Englisch: „guys“, „lads“, so Carson 1991, 670). Dementsprechend wurde hier nicht missverständlich wörtlich, sondern dieser Funktion entsprechend übersetzt. </ref>, ihr habt keinen Happen (Fisch) zu essen, oder (Habt ihr zufällig/vielleicht einen Happen zu essen)?“<ref>''Ihr habt keinen Happen zu essen, oder?'' Die Frage ist auf Griechisch so formuliert, dass sie eine verneinende Antwort erwartet. Altbacken könnte man auf Deutsch also formulieren: „Habt ihr etwa einen Happen zu essen?“. Wir versuchen hier eine zeitgemäße deutsche Formulierung. Die meisten deutschen Übersetzungen übersetzen den Fragepartikel mit „nicht“ (REB „wohl“). Wollte man wie sie etwas neutraler formulieren, könnte Jesus fragen: „Habt ihr vielleicht/zufällig einen Happen zu essen?“ Doch Jesus scheint die Antwort – der Formulierung nach zu schließen – schon zu kennen. <br />
''einen Happen zu Essen'' Diese etwas sinngemäße Übersetzung ist vielleicht die genaueste. Ein „Happen zu Essen“ bestand in Galiläa häufig aus Fisch, es handelt sich hier auch um ein anderes Wort für „Fisch“ (Carson 1991, 670). Jesus fragt also nicht, ob die Jünger Fisch gefangen haben, sondern ob sie etwas zu Essen dabei bzw. für ihn haben. </ref> Sie riefen zurück (antworteten, entgegneten): „Nein!“
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''einen Happen zu essen'' Diese etwas sinngemäße Übersetzung ist vielleicht die genaueste. Ein „Happen zu essen“ bestand in Galiläa häufig aus Fisch, es handelt sich hier auch um ein anderes Wort für „Fisch“ (Carson 1991, 670). Jesus fragt also nicht, ob die Jünger Fisch gefangen haben, sondern ob sie etwas zu essen dabei bzw. für ihn übrig haben. </ref> Sie riefen zurück (antworteten, entgegneten): „Nein!“
 
{{S|6}} Da (aber) rief (sagte) er ihnen zu: „Werft euer Netz [doch einmal] auf der rechten Seite des Bootes aus,<ref>''[doch einmal] auf der rechten Seite des Bootes'' Die Einfügung ''[doch einmal]'' soll wie die griechische Wortstellung die von Jesus vorgeschlagene Alternative hervorheben. </ref> dann (und) werdet ihr fündig {werden}!“ Also warfen sie [es dort] aus, und sie konnten (vermochten, waren nicht stark genug) es wegen der Masse [an] Fischen nicht mehr einholen.   
 
{{S|6}} Da (aber) rief (sagte) er ihnen zu: „Werft euer Netz [doch einmal] auf der rechten Seite des Bootes aus,<ref>''[doch einmal] auf der rechten Seite des Bootes'' Die Einfügung ''[doch einmal]'' soll wie die griechische Wortstellung die von Jesus vorgeschlagene Alternative hervorheben. </ref> dann (und) werdet ihr fündig {werden}!“ Also warfen sie [es dort] aus, und sie konnten (vermochten, waren nicht stark genug) es wegen der Masse [an] Fischen nicht mehr einholen.   
{{S|7}} Daraufhin (da, darum) sagte (rief)<ref name="HP" /> der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: „Es ist der Herr!“ Als Simon Petrus hörte,<ref>''Als Simon Petrus hörte'' Temporales, als Nebensatz aufgelöstes Ptc. coni. </ref> dass es der Herr war<ref name="war" />, da band er sich das Obergewand hoch (wickelte … um sich) – er war nämlich (denn) nackt –,<ref>''er war nämlich (denn) nackt'' Das griechische Wort lässt offen, ob Petrus ganz nackt oder nur teilweise entkleidet war. Daher wäre auch die etwas freiere Alternativübersetzung denkbar: „er hatte es nämlich abgelegt“ o.ä. (vgl. NGÜ). </ref> und stürzte sich ins Meer (in den See)<ref>Die Juden nannten den See Tiberias das "Meer von Galiläa".</ref>,
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{{S|7}} Daraufhin (da, darum) sagte (rief)<ref name="HP" /> der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: „Es ist der Herr!“ Als Simon Petrus hörte,<ref>''Als Simon Petrus hörte'' Temporales, als Nebensatz aufgelöstes Ptc. coni. </ref> dass es der Herr war<ref name="war" />, da band er sich das Obergewand hoch (wickelte … um sich) – er war nämlich (denn) nackt –,<ref>''er war nämlich (denn) nackt'' Das griechische Wort lässt offen, ob Petrus ganz nackt oder nur teilweise entkleidet war. Daher wäre auch die etwas freiere Alternativübersetzung denkbar: „er hatte es nämlich abgelegt“ o.ä. (vgl. NGÜ). </ref> und stürzte sich ins Meer (in den See)<ref>Die Juden nannten den See Tiberias das „Meer von Galiläa“.</ref>,
 
{{S|8}} während (aber) die anderen Jünger [mit] dem Boot (kleinen Boot)<ref>''[mit] dem Boot'' Instrumentaler Dativ. </ref> kamen. Sie waren nämlich (denn) nicht weit vom Land (Ufer) entfernt, nur etwa 200 Ellen. Dabei zogen sie das Netz [mit] den Fischen [hinter sich] her.<ref>''Dabei zogen sie das Netz [mit] den Fischen [hinter sich] her'' Als modaler HS aufgelöstes Ptc. coni. ''Netz [mit] den Fischen'' W. „Netz der Fische“, wohl appositiver Genitiv. </ref>
 
{{S|8}} während (aber) die anderen Jünger [mit] dem Boot (kleinen Boot)<ref>''[mit] dem Boot'' Instrumentaler Dativ. </ref> kamen. Sie waren nämlich (denn) nicht weit vom Land (Ufer) entfernt, nur etwa 200 Ellen. Dabei zogen sie das Netz [mit] den Fischen [hinter sich] her.<ref>''Dabei zogen sie das Netz [mit] den Fischen [hinter sich] her'' Als modaler HS aufgelöstes Ptc. coni. ''Netz [mit] den Fischen'' W. „Netz der Fische“, wohl appositiver Genitiv. </ref>
 
{{S|9}} Als sie dann an Land (ans Ufer) kamen (anlegten), sahen<ref name="HP" /> sie ein vorbereitetes Kohlenfeuer, und ein Fisch war daraufgelegt und Brot.<ref>''vorbereitetes'' und ''daraufgelegt'' AcP mit zwei Partizipien, im ersten Fall adjektivisch, im zweiten Fall als eigenständig angehängter NS übersetzt. Auch möglich wäre eine Konstruktion mit einem doppelten Infinitiv-NS. </ref>
 
{{S|9}} Als sie dann an Land (ans Ufer) kamen (anlegten), sahen<ref name="HP" /> sie ein vorbereitetes Kohlenfeuer, und ein Fisch war daraufgelegt und Brot.<ref>''vorbereitetes'' und ''daraufgelegt'' AcP mit zwei Partizipien, im ersten Fall adjektivisch, im zweiten Fall als eigenständig angehängter NS übersetzt. Auch möglich wäre eine Konstruktion mit einem doppelten Infinitiv-NS. </ref>

Aktuelle Version vom 3. Juni 2016, 16:18 Uhr

Syntax OK
SF ungeprüft.png
Status: Ungeprüfte Studienfassung – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
Folgt-später.png
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.
SF zuverlässig.png
VersEin Teil in einem Kapitel. 1-23:
Zuverlässige
Studienfassung
Kann-erstellt-werden.png
VersEin Teil in einem Kapitel. 1-23:
Lesefassung kann
erstellt werden

Lesefassung (Johannes 21)

(kommt später)

Studienfassung (Johannes 21)

1 Danach (später) zeigte sich (gab sich zu erkennen) Jesus den Jüngern noch einmal am See Tiberias. Und so zeigte er sich (gab er sich zu erkennen): 2 Simon PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben. und Thomas, der Didymus (Zwilling) genannt wird, sowie (und) Nathanael aus Kana [in] Galiläaa und die [Söhne] des Zebedäus und zwei weitere (andere) von seinen Jüngern waren zusammen (beisammen). 3 Simon PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben. sagte ihnen: „Ich gehe fischen.“ [Die anderen] entgegneten (sagten) {ihm}: „{Auch} Wir kommen mit dir!“ Sie brachen auf (gingen hinaus) und bestiegen das Boot (gingen hinaus zum Boot und legten ab)b, aber (und) in dieser (jener) Nacht fingen sie nichts. 4 Als es aber schon (früher) Morgen wurde (war, geworden war)c, stand Jesus am Ufer, die Jünger wussten (erkannten) aber (allerdings) noch nicht, dass es Jesus ward. 5 Dann (also, nun) rief (sagte)e er ihnen zu: „Männer (Kinder)f, ihr habt keinen Happen (Fisch) zu essen, oder (Habt ihr zufällig/vielleicht einen Happen zu essen)?“g Sie riefen zurück (antworteten, entgegneten): „Nein!“ 6 Da (aber) rief (sagte) er ihnen zu: „Werft euer Netz [doch einmal] auf der rechten Seite des Bootes aus,h dann (und) werdet ihr fündig {werden}!“ Also warfen sie [es dort] aus, und sie konnten (vermochten, waren nicht stark genug) es wegen der Masse [an] Fischen nicht mehr einholen. 7 Daraufhin (da, darum) sagte (rief)e der Jünger, den Jesus liebte, zu PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben.: „Es ist der Herr!“ Als Simon PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben. hörte,i dass es der Herr ward, da band er sich das Obergewand hoch (wickelte … um sich) – er war nämlich (denn) nackt –,j und stürzte sich ins Meer (in den See)k, 8 während (aber) die anderen Jünger [mit] dem Boot (kleinen Boot)l kamen. Sie waren nämlich (denn) nicht weit vom Land (Ufer) entfernt, nur etwa 200 Ellen. Dabei zogen sie das Netz [mit] den Fischen [hinter sich] her.m9 Als sie dann an Land (ans Ufer) kamen (anlegten), sahene sie ein vorbereitetes Kohlenfeuer, und ein Fisch war daraufgelegt und Brot.n10 Jesus sagtee zu ihnen: „Holt [doch einige] von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!“ 11 Da stieg Simon PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben. [ins Boot] (kam an Land) und zog das Netz an Land, angefüllt [mit] 153 großen Fischeno, und obwohl es so viele waren,p wurde das Netz nicht zerissen. 12 Jesus sagtee zu ihnen: „Kommt, frühstückt!“ Und keiner [von] den Jüngernq traute sich (wagte), ihn zu fragen: „Wer bist du?“, weil (obwohl) sie wussten, dass es der Herr ward. 13 Jesus kam und nahmr das Brot und gab es ihnen, und den Fisch genauso. 14 Das war schon das dritte Mal, [dass] Jesus sich den Jüngern zeigte (sich zu erkennen gab), nachdem er von den Toten auferweckt worden wars. Das war schon das dritte Mal, [dass] Jesus sich den Jüngern zeigte, nachdem (seit) er von den Toten auferstanden war. 15 Als sie dann gefrühstückt hatten, sagtee Jesus zu Simon PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben.: „Simon, [Sohn] von Johannest, liebst du mich mehr [als] die hier (diese)?“ Er entgegnete (sagte) {zu ihm}: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ [Jesus] erwiderte (sagte) {zu ihm}: „Füttere (Weide) meine Lämmer!“ 16 Er sagte wiederum (noch einmal), ein zweites Mal, zu ihm: „Simon, [Sohn] von Johannest, liebst du mich?“ Er entgegnete (sagte) {zu ihm}: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ [Jesus] erwiderte (sagte) {zu ihm}: „Hüte meine Schafe!“ 17 Er sagte zum dritten Mal: „Simon, [Sohn] von Johannest, hast du mich lieb?“ PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben. wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm gesagt hatte: „Hast du mich lieb?“, und er erwiderte (sagte) {zu ihm}: „Herr, du weißt alles, du weißt (erkennst), dass ich dich lieb habe.“ Jesus u entgegnete (sagte) {zu ihm}: „Füttere (Weide) meine Schafe! 18 Wahrlich, wahrlich (Amen, amen), ich sage dir: Als du jünger warst, konntest du dich selbst anziehen (einen Gürtel anlegen) und bist gegangen, wohin du wolltest. Doch wenn du alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und jemand anderes wird dich anziehen (dir einen Gürtel anlegen) und dich bringen (tragen) wohin du nicht [gehen] willst.“ 19 Das sagte er {aber}, um anzudeuten, [mit] welcher Todesart er Gott verherrlichen (ehren) würde. Und nachdem er das gesagt hatte,v sagte er: „Folge mir (folge mir nach)!“ 20 Als er sich umwandte,w sahe PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben., dass der Jünger, den Jesus liebte, [ihnen] folgte (hinter [ihnen] lief/war),x derjenige, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen (gesessen) und gesagt hatte: „Herr, wer ist dein Verräter?“ 21 Als PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben. alsoy diesen Jünger sah, fragte (sagte zu) er Jesus: „Herr, und was [ist mit] ihm?“ 22 Jesus entgegnete (sagte) {zu ihm}: „Wenn ich will, dass er bleibt,z bis ich komme, was [geht] dich [das] an (was [hat das] mit dir [zu tun])? Du folge mir nach (folge mir)!“ 23 Diese Äußerung (Satz, Aussage, Wort) verbreitete sich (erreichte) im Folgenden (dann) unter (zu) den Jüngern: dass der erwähnte (jener) Jünger nicht sterben würde – aber Jesus hatte nicht zu [PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben.] gesagt, dass er nicht sterben würde, sondern: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was [geht] dich [das] an (was [hat das] mit dir [zu tun])?“ 24 Dies ist der Jünger, der diese [Ereignisse] bezeugt und der sie aufgeschrieben hat,aa und wir wissen, dass sein Zeugenbericht wahr ist. 25 Es gibt aber noch vieles mehrab, das Jesus getan hat, [und] wenn es [alles] im Detail (einzeln, ausführlich) aufgeschrieben würde, [dann] könnte, [so] meine ich, selbst die Welt die zu schreibenden Bücher nicht fassen.

Anmerkungen

aLokativer Genitiv. (Zurück zu v.2)
bDie Variante in der Klammer folgt der NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit., die das griechische Idiom „ein Boot besteigen“ seiner Verwendung gemäß mit „ablegen“ (oder „in See stechen“, „sich einschiffen“) übersetzt. Weil das intransitiv ist, zieht die NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit. die griechische Präpositionalphrase εἰς τὸ πλοῖον „in das Boot“ dann elegant mit dem ersten Prädikat „hinausgehen“ zusammen. (Zurück zu v.3)
cTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Ein in der Literatur oft gemachter Vorschlag ist die Änderung des durch א, D, W, Θ, Ψ und die Mehrheit später Manuskripte bezeugten Aorists γενομένης in den nicht ganz so gut bezeugten Präsens γινομένης. Der Gebrauch von ἤδη stützt jedoch eher den Aorist. Vgl. J. Ramsey Michaels, The Gospel of JOHN, 2010, S. 1031. (Zurück zu v.4)
dwar Gr. „ist“ (Zurück zu v.4 / zu v.7 / zu v.12)
eHistorisches Präsens. (Zurück zu v.5 / zu v.7 / zu v.9 / zu v.10 / zu v.12 / zu v.15 / zu v.20)
fMänner (Kinder) W. παιδία „Kinder“ ist eine freundliche Gruppenanrede wie „Männer“, „Leute“, „Jungs“ (Englisch: „guys“, „lads“, so Carson 1991, 670). Dementsprechend wurde hier nicht missverständlich wörtlich, sondern dieser Funktion entsprechend übersetzt. (Zurück zu v.5)
gIhr habt keinen Happen zu essen, oder? Die Frage ist auf Griechisch so formuliert, dass sie eine verneinende Antwort erwartet. Altbacken könnte man auf Deutsch also formulieren: „Habt ihr etwa einen Happen zu essen?“. Wir versuchen hier eine zeitgemäße deutsche Formulierung. Die meisten deutschen Übersetzungen übersetzen den Fragepartikel mit „nicht“ (REBKurz für „revidierte Elberfelder Bibel“. Revision der Elberfelder Bibel; als Vollbibel erstmals 1986 erschienen. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung. „wohl“). Wollte man wie sie etwas neutraler formulieren, könnte Jesus fragen: „Habt ihr vielleicht/zufällig einen Happen zu essen?“ Doch Jesus scheint die Antwort – der Formulierung nach zu schließen – schon zu kennen.
einen Happen zu essen Diese etwas sinngemäße Übersetzung ist vielleicht die genaueste. Ein „Happen zu essen“ bestand in Galiläa häufig aus Fisch, es handelt sich hier auch um ein anderes Wort für „Fisch“ (Carson 1991, 670). Jesus fragt also nicht, ob die Jünger Fisch gefangen haben, sondern ob sie etwas zu essen dabei bzw. für ihn übrig haben. (Zurück zu v.5)
h[doch einmal] auf der rechten Seite des Bootes Die Einfügung [doch einmal] soll wie die griechische Wortstellung die von Jesus vorgeschlagene Alternative hervorheben. (Zurück zu v.6)
iAls Simon PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben. hörte Temporales, als Nebensatz aufgelöstes Ptc. coni. (Zurück zu v.7)
jer war nämlich (denn) nackt Das griechische Wort lässt offen, ob PetrusPetrus ist ein Name. Petrus ist ein griechisches Wort. Petrus heißt Felsen. Petrus ist nämlich stark im Glauben. ganz nackt oder nur teilweise entkleidet war. Daher wäre auch die etwas freiere Alternativübersetzung denkbar: „er hatte es nämlich abgelegt“ o.ä. (vgl. NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit.). (Zurück zu v.7)
kDie Juden nannten den See Tiberias das „Meer von Galiläa“. (Zurück zu v.7)
l[mit] dem Boot Instrumentaler Dativ. (Zurück zu v.8)
mDabei zogen sie das Netz [mit] den Fischen [hinter sich] her Als modaler HS aufgelöstes Ptc. coni. Netz [mit] den Fischen W. „Netz der Fische“, wohl appositiver Genitiv. (Zurück zu v.8)
nvorbereitetes und daraufgelegt AcP mit zwei Partizipien, im ersten Fall adjektivisch, im zweiten Fall als eigenständig angehängter NS übersetzt. Auch möglich wäre eine Konstruktion mit einem doppelten Infinitiv-NS. (Zurück zu v.9)
oGenitivus partitivus. (Zurück zu v.11)
pobwohl es so viele waren Als konzessiver NS aufgelöster Gen. abs. (Zurück zu v.11)
q[von] den Jüngern Genitivus partitivus. (Zurück zu v.12)
rkam und nahm Jew. Historisches Präsens. (Zurück zu v.13)
sPart. Aor. pass. (Zurück zu v.14)
tSimon, [Sohn] von Johannes TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Eine relativ starke Tradition (A C², westliche und byzantinische) bezeugt einheitlich die Anrede „Simon [Sohn von] Jona“ in den Versen 15.16.17. Das ist wohl eine Angleichung an Mt 16,17, dagegen steht Johannes auch in Joh 1,42. Die meisten wichtigen Zeugen erhalten dann auch die vorgezogene Lesart (vgl. Barrett 1990, 558). (Zurück zu v.15 / zu v.16 / zu v.17)
uJesus TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: [ὁ Ἰησοῦς] ist in NA28Aland, Barbara & Kurt/Johannes Karavidopoulos, u.a.: Nestle-Aland. Novum Testamentum Graece. Münster, 28. revidierte Auflage 2012. als unsichere Lesart in eckige Klammern gesetzt. Es existieren drei Varianten: ὁ Ἰησοῦς (A K N Γ Δ, einige Minuskeln, Mehrheitstext), Ἰησοῦς (B C) sowie – (: א D W f1 33 sowie diversen alten Übersetzungen: lat sy bohairisch). Weil es keinen Grund für die Einfügung des Subjekts gibt, aber die Auslassung in Anpassung an V. 15 und 16 plausibel wäre, ist die dritte Variante wahrscheinlich sekundär. Für die Lesart mit Artikel ὁ spricht ihre breite Bezeugung, für die zweite immerhin noch das Gewicht von B und C, sodass NA28Aland, Barbara & Kurt/Johannes Karavidopoulos, u.a.: Nestle-Aland. Novum Testamentum Graece. Münster, 28. revidierte Auflage 2012. vermutlich richtig liegt. (Zurück zu v.17)
vnachdem er das gesagt hatte Als temporaler Nebensatz aufgelöstes Ptc. coni. (Zurück zu v.19)
wAls er sich umwandte Als temporaler Nebensatz aufgelöstes Ptc. coni. (Zurück zu v.20)
xsah, dass … folgte AcP. (Zurück zu v.20)
yalso TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: οὖν fehlt in einigen alexandrinischen, westlichen Handschriften und im Mehrheitstext. Maßgebliche frühe Zeugen enthalten es jedoch. Weil es sich bei dem οὖν als zweitem Wort im Satz um eine typische johanneische Formulierung handelt, mit der der Evangelist seine häufigen erklärenden Parenthesen (wie hier die Identifizierung des Lieblingsjüngers) beendet und zur Erzählung zurückkehrt, hat sie hier ihre Berechtigung. Aber das wäre die längere Lesart und könnte auch eine stilistische Anpassung sein. Darauf, dass es sich auch nicht um eine solche Harmonisierung handelt, weist seine Position in der Wortfolge τοῦτον οὖν ἰδὼν „diesen also sah“ hin. Alle drei Wörter enden ähnlich: „...ton uhn idon“ (Homoioteleuton), da könnte das mittlere, unwesentliche früh durch einen Lese- oder Hörfehler (Parablepsis) weggefallen sein. Das leichte interne Gewicht zur längeren Lesart hin wird durch die relativ klare externe Bezeugung entschieden. (Zurück zu v.21)
zwill, dass er bleibt AcI. (Zurück zu v.22)
aader bezeugt und der aufgeschrieben hat Substantivierte Ptz., als Relativsatz aufgelöst. (Zurück zu v.24)
abmehr W. „anderes/andere [Dinge] (Zurück zu v.25)