Offenbarung 13

Aus Die Offene Bibel

Version vom 12. April 2017, 19:54 Uhr von Patrickbloy (Diskussion | Beiträge) (weitere Verse und Kommentierung zur Textkritik ergänzt)
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Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
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Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Offenbarung 13)

(kommt später)

Studienfassung (Offenbarung 13)

1 Und ich sah ein Tier aus dem Meer aufsteigen, welches zehn Hörner und sieben Köpfe und auf seinen Hörnern zehn Diademe und auf seinen Köpfen a einen blasphemischen Namen b hatte.

2 Und das Tier, welches ich sah, war wie ein Leopard und seine Füße wie die eines Bären und sein Mund wie der Mund eines Löwen. Und der Drache gab ihm seine Macht und seinen Thron und große Gewalt.

3 Und [ich sah] einen seiner Köpfe wie zu Tode ge-schlachtet und die Wunde seines Todes wurde geheilt. Und die ganze Welt wunderte sich hinter dem Tier her.

4 Und sie beteten den Drachen an,weil er dem Tier die Gewalt gegeben hatte, und sie beugten ihre Knie vor dem Tier, wobei sie sagten: „Wer ist wie das Tier und wer kann es bekämpfen?“

5 Und ihm wurde ein Mund gegeben um Lautes und Blasphemisches zu reden und ihm wurde Gewalt gegeben, (es) zweiundvierzig Monate zu tun c

6 Und es öffnete seinen Mund zur Blasphemie um Gott zu lästern, seinen Namen und sein Zelt und diejenigen, welche im Himmel leben.

7d ihm wurde gegeben die Gewalt über jeden Stamm und (jedes) Volk und (jede) Sprache und (jede) Nation.

8 Und alle, die auf der Erde leben, werden vor ihm ihre Knie beugen, (jeder) dessen Name e nicht geschrieben wurde in das Buch des Lebens des geschlachteten Lammes, vom Anfang der Welt an.

9 Wenn jemand ein Ohr hat, so höre er.

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18 Da ist Erkenntnis vonnöten: Wer den Geist (Fähigkeit) hat, errechne die Nummer des Tieres - die Nummer für einen Menschen -: Seine Nummer ist sechshundertsechsundsechzig. f

Anmerkungen

aEinige Handschriften, wie z.B. der Stephanustext der 3. Edition, der Hoskier als Obertext dient, weisen eine Vertauschung von κέρατα δέκα καὶ κεφαλὰς ἑπτὰ zu κεφαλὰς ἑπτὰ καὶ κέρατα δέκα. Der inneren Textkritik nach kann keine Entscheidung getroffen werden. Da κέρατα δέκα καὶ κεφαλὰς ἑπτὰ von A und C, sowie א belegt sind ist dieser Lesart dem Vorzug zu geben. (Zurück zu v.1)
b Anstatt des Plurals, gibt es Varianten, die den Singular des Wortes ονομα aufweisen. Nach Maier ist die Singularform in den Handschriften jedoch schlechter belegt (vgl. MAIER, Gerhard: Die Offenbarung des Johannes. Kapitel 12-22 (His-torisch-Theologische Auslegung: Neues Testament), Witten 2.Auflage 2014. S.77f). Allerdings liest als wichtige Handschrift nur A die Pluralform, dagegen C, sowie auch א die Singularform. 𝔓47 ist an dieser Stelle fragmentär. Da die Lücke jedoch nur einen Buchstaben umfasst, ist davon auszugehen, dass es die Singularform belegt. Daher gebe ich der Singularform hier den Vorzug. (Zurück zu v.1)
cEs gibt eine Ergänzung von πολεμον vor ποιησαι. Diese ist durch einige Hand-schriften belegt, z.B. durch den Codex Vaticanus (B), jedoch fehlen die wichtigen Handschriften A, C, א und 𝔓47. Zudem ist der Kurztext lectio brevior und damit wird πολεμον eine spätere Ergänzung sein. (Zurück zu v.5)
dUnd ihm wurde gegeben einen Krieg mit den Heiligen zu führen und sie zu besiegen: Zur Bewertung der äußeren Textkritik stellt Tóth fest, dass der Teilvers „von der wichtigsten Handschriftengruppe [], dem sog. A-Text [] ausgelassen“ (TÓTH, Franz: Das Tier, sein Bild und der falsche Prophet. Untersuchungen zum zeitgeschichtlichen Hintergrund von Johannesoffenbarung 13 unter Einbeziehung des antiken Orakel-wesens (BThSt, 126), Neukirchen-Vluyn 2012, S.30) wurde. Daneben fehlt er auch in einigen Schriften anderer Textfamilien, wie 𝔓47 und ist erst „rund ein Jahrhundert später zunächst fragmentarisch“ (TÓTH: Tier, S.30) belegt. Die meiste Kommentarliteratur folgt, so Tóth, dem Langtext (siehe TÓTH: Tier, S.30), so vermutet z.B. Satake hinter der Auslassung eine Haplographie aufgrund des gleichen Anfang mit καὶ ἐδόθη αὐτῷ (nach SATAKE, Akira: Die Offenbarung des Johannes (KEK, 16), Göttingen 2008, S.299 Fußnote: 455). Dies ist jedoch aufgrund der Parallelstruktur, welche erst durch die Ergänzung durchbrochen wird, wenig wahrscheinlich (nach TÓTH: Tier, S.30). Ebenso sieht Maier den Vers als ursprünglich an und benennt noch nicht einmal das textkritische Problem, das es bei V.7a gibt, wie er es jedoch bei anderen Versen tut (vgl. MAIER, Gerhard: Die Offenbarung des Johannes. Kapitel 12-22 (Historisch-Theologische Auslegung: Neues Testament), Witten 2.Auflage 2014, S.89ff). Nach der inneren Textkritik ist der lectio brevior den Vorzug zu geben ist. Die Fortschreibung durch V.7a kann dann als Dramatisierung verstanden werden bzw. als „einen überaus dichten apokalyptischen Fatalismus“ (KARRER, Martin: Der Text der Johannesapokalypse, in: FREY, Jörg u.a. (Hg.): Die Johannesapokalypse. Kontexte - Konzepte - Rezeption (WUNT, 287), Tübingen 2012, S. 70f.). Eine Ergänzung des Textes, wie sie Karrer annimmt, als Folge der erlebten Christenverfolgung im 2. und 3. Jahrhundert scheint daher, sehr wahrscheinlich (siehe KARRER: Text, in: FREY (Hg.): Johannesapokalypse, S.70f.). (Zurück zu v.7)
eαὐτοῦ ausgelassen, da es sich in der deutschen Sprache nicht in diesem Kontext sinnvoll wiedergeben lässt. (Zurück zu v.8)
fEs ist unklar, auf wen sich die Zahl bezieht. Es könnte Kaiser Nero nach hebräischer Zählung sein. Plausibel wäre auch, nach der kabbalistischen oder griechischen Zahlschrift zu gehen; oder aber die Zahl als Sinnbild zu nehmen sein, weil sieben die Zahl der Vollständigkeit ist. Quelle: www.kathpedia.com/index.php?title=666_(Zahl). (Zurück zu v.18)