Psalm 119: Unterschied zwischen den Versionen

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{{S|2}} [Wie] gesegnet (glücklich) [sind (seien) die], die seine Gebote (fest) halten:<ref>''(fest) halten'' - W. „bewachen“; gemeint sind nicht „Gesetzeshüter“, sondern jene, die Gottes Gebote nicht einen Moment aus dem Blick lassen, weil sie sich fortwährend mit ihnen beschäftigen.<br />'''Textkritik''': LXX, VL und VUL übersetzen mit „inspizieren, untersuchen“. Dem liegt sicher kein anderer heb. Text zugrunde, da ''natsar'' („bewachen“) entsprechend z.B. auch in V. 22, V. 33 und V. 34 übertragen wird; wahrscheinlich soll dies also eine freie kontextgemäße Übertragung des Wortes sein: Jener, der Gottes Gebote „bewacht“, den Blick also nicht von ihnen lässt, ist jener, der sie „fortwährend studiert“.</ref>  
 
{{S|2}} [Wie] gesegnet (glücklich) [sind (seien) die], die seine Gebote (fest) halten:<ref>''(fest) halten'' - W. „bewachen“; gemeint sind nicht „Gesetzeshüter“, sondern jene, die Gottes Gebote nicht einen Moment aus dem Blick lassen, weil sie sich fortwährend mit ihnen beschäftigen.<br />'''Textkritik''': LXX, VL und VUL übersetzen mit „inspizieren, untersuchen“. Dem liegt sicher kein anderer heb. Text zugrunde, da ''natsar'' („bewachen“) entsprechend z.B. auch in V. 22, V. 33 und V. 34 übertragen wird; wahrscheinlich soll dies also eine freie kontextgemäße Übertragung des Wortes sein: Jener, der Gottes Gebote „bewacht“, den Blick also nicht von ihnen lässt, ist jener, der sie „fortwährend studiert“.</ref>  
_Mit ganzem Herzen (die ganze Zeit)<ref>'''Textkritik''': ''mit ganzem Herzen (die ganze Zeit)'' - Fast alle Vrs. wie in der Primärüs., 11QPs<sup>a</sup> und eine Handschrift haben aber ''´eth'' („Zeit“) statt ''leb'' („Herz“) wie in V. 20. Der Wortlaut in MT könnte gut eine Angleichung an V. 10 sein; wie dagegen die Variante von 11QPs<sup>a</sup> entstanden sein soll, wäre etwas schwerer erklärlich. Die schiere Menge der Textzeugen, die ''leb'' statt ''´eth'' haben, macht aber dennoch wahrscheinlicher, dass ''leb'' ursprünglich ist.</ref> suchen sie ihn (, die ihn mit ganzem Herzen suchen).<ref>''suchen sie ihn'': Zum Ausdruck „Gott suchen“ vgl. bes. gut TWAT I, Sp. 464: Ursprünglich bezeichnete diese Wortfügung die ''Befragung'' Gottes durch einen Propheten oder Priester. „Mit dem Aufhören der vorexilischen Institution der Befragung [aber] hat sich ein tiefgreifender Bedeutungswandel vollzogen. ''drš Jhwh'' erhielt die allgemeine Bedeutung ‚sich zu Jahwe halten‘ und bezeichnete bald nicht mehr eine konkrete Handlung, sondern den Habitus des Frommen“, hier also das Leben gemäß JHWHs Geboten. In Vv. 45.94 wird entsprechend dann sogar „nach Gottes Geboten gesucht“. S. zu dieser Bed. z.B. [[2 Chroniken 22#s9 |22,9]]; [[Psalm 14#s2 |Ps 14,2]] (vgl. V. 3); [[Jesaja 9#s12 |Jes 9,12]] u.ö. In einem jungen Text wie Ps 119 sollte man „Gott suchen“ also besser nicht wörtlich übersetzen, wie dies leider alle dt. Üss. tun. Richtiger Delitzsch 1894 und Staerk 1920: „die mit ganzem Herzen sich seiner befleißigen“, GNT, NCV: „who obey him with all their heart“ (so schon Wycliffe).</ref>
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_Mit ganzem Herzen (die ganze Zeit)<ref>'''Textkritik''': ''mit ganzem Herzen (die ganze Zeit)'' - Fast alle Vrs. wie in der Primärüs., 11QPs<sup>a</sup> und eine Handschrift haben aber ''´eth'' („Zeit“) statt ''leb'' („Herz“) wie in V. 20. Der Wortlaut in MT könnte gut eine Angleichung an V. 10 sein; wie dagegen die Variante von 11QPs<sup>a</sup> entstanden sein soll, wäre etwas schwerer erklärlich. Die schiere Menge der Textzeugen, die ''leb'' statt ''´eth'' haben, macht aber dennoch wahrscheinlicher, dass ''leb'' ursprünglich ist.</ref> suchen sie ihn (, die ihn mit ganzem Herzen suchen).<ref>''suchen sie ihn'': Zum Ausdruck „Gott suchen“ vgl. bes. gut TWAT I, Sp. 464: Ursprünglich bezeichnete diese Wortfügung die ''Befragung'' Gottes durch einen Propheten oder Priester. „Mit dem Aufhören der vorexilischen Institution der Befragung [aber] hat sich ein tiefgreifender Bedeutungswandel vollzogen. ''drš Jhwh'' erhielt die allgemeine Bedeutung ‚sich zu Jahwe halten‘ und bezeichnete bald nicht mehr eine konkrete Handlung, sondern den Habitus des Frommen“, hier also das Leben gemäß JHWHs Geboten. In Vv. 45.94 wird entsprechend dann sogar „nach Gottes Geboten gesucht“. S. zu dieser Bed. z.B. [[2 Chroniken 22#s9 |2 Chr 22,9]]; [[Psalm 14#s2 |Ps 14,2]] (vgl. V. 3); [[Jesaja 9#s12 |Jes 9,12]] u.ö. In einem jungen Text wie Ps 119 sollte man „Gott suchen“ also besser nicht wörtlich übersetzen, wie dies leider alle dt. Üss. tun. Richtiger Delitzsch 1894 und Staerk 1920: „die mit ganzem Herzen sich seiner befleißigen“, GNT, NCV: „who obey him with all their heart“ (so schon Wycliffe).</ref>
  
 
{{S|3}} Auch tun sie (nicht=) niemals<ref>''sie tun niemals'' - T-Shift: Das Heb. hat hauptsächlich zwei verschiedene Tempora/Modi, nämlich Yiqtol für modale Aussagen (wie „er/sie/es ''soll'' X tun, ''will'' X tun“ usw.), Futur („er/sie/es ''wird'' X tun“) und Iterativität („er/sie/es tut ''immer wieder'' X“) und Qatal für für den Indikativ, meist also für Aussagen über die Vergangenheit („er/sie/es ''tat'' X“), Gegenwart („er/sie/es ''tut'' X“) und „gnomische Aussagen“ („''grundsätzlich gilt'', dass er/sie/es X tut“). Vv. 1f. verwenden Yiqtol, V. 3 Qatal. Solche Wechsel der Tempora („T-Shifts“) sind häufig in der Poesie und nicht unterschiedlich zu untersetzen, sondern variiert wird hier Iterativität mit gnomischen Aussagen, die beide aussagen, dass das hier Gesagte grundsätzlich für den gilt, um den es hier geht.</ref> etwas Ungerechtes (verüben sie niemals Unrecht).  
 
{{S|3}} Auch tun sie (nicht=) niemals<ref>''sie tun niemals'' - T-Shift: Das Heb. hat hauptsächlich zwei verschiedene Tempora/Modi, nämlich Yiqtol für modale Aussagen (wie „er/sie/es ''soll'' X tun, ''will'' X tun“ usw.), Futur („er/sie/es ''wird'' X tun“) und Iterativität („er/sie/es tut ''immer wieder'' X“) und Qatal für für den Indikativ, meist also für Aussagen über die Vergangenheit („er/sie/es ''tat'' X“), Gegenwart („er/sie/es ''tut'' X“) und „gnomische Aussagen“ („''grundsätzlich gilt'', dass er/sie/es X tut“). Vv. 1f. verwenden Yiqtol, V. 3 Qatal. Solche Wechsel der Tempora („T-Shifts“) sind häufig in der Poesie und nicht unterschiedlich zu untersetzen, sondern variiert wird hier Iterativität mit gnomischen Aussagen, die beide aussagen, dass das hier Gesagte grundsätzlich für den gilt, um den es hier geht.</ref> etwas Ungerechtes (verüben sie niemals Unrecht).  
 
_Sie (, [sondern] sie) gehen auf seinen Wegen (nach seinen Worten?).<ref name="Korrektur">'''Textkritik''': Sehr verbreitet ist in der Auslegung von Ps 119 die Meinung, dass der Verfasser gezielt in diesen 22 Strophen zu je acht Doppelzeilen auch regelmäßig acht verschiedene Begriffe für das Gesetz verwendet habe, und viele Forscher gehen so weit, dort, wo sich in einer Strophe nicht alle acht Begriffe oder nicht wenigstens in jeder Doppelzeile immerhin einer dieser Begriffe findet, den Text zu korrigieren. Selbst noch CTAT IV, dessen textkritisches Kommittee ganz außerordentlich dazu neigt, nicht den ältesten rekonstruierbaren Wortlaut zu rekonstruieren, sondern den masoretischen Text „zu verteidigen“, erwägt bei diesem Psalm dann doch immer wieder textkritische Eingriffe, die sich textkritisch durch nichts stützen lassen. Und ganz richtig König 1927, S. 253: „[Es wäre] unbegreiflich, daß gerade in einem so schematischen Gedicht so viele Änderungen des ursprünglichen Textbestandes vorgekommen oder vollends gar absichtlich vorgenommen worden sein sollten.“ Im Folgenden seien die verbreiteteren dieser Korrekturvorschläge gesammelt; sie sind aber sicher durch die Bank abzulehnen.<br /><u>V. 3</u>: Für ''bdrkjw'' „auf seinen Wegen“ sei zu lesen ''bdbrjw'' „nach seinen Worten“ (z.B. Gunkel, Herkenne, Müller 1904, S. 57).</ref>
 
_Sie (, [sondern] sie) gehen auf seinen Wegen (nach seinen Worten?).<ref name="Korrektur">'''Textkritik''': Sehr verbreitet ist in der Auslegung von Ps 119 die Meinung, dass der Verfasser gezielt in diesen 22 Strophen zu je acht Doppelzeilen auch regelmäßig acht verschiedene Begriffe für das Gesetz verwendet habe, und viele Forscher gehen so weit, dort, wo sich in einer Strophe nicht alle acht Begriffe oder nicht wenigstens in jeder Doppelzeile immerhin einer dieser Begriffe findet, den Text zu korrigieren. Selbst noch CTAT IV, dessen textkritisches Kommittee ganz außerordentlich dazu neigt, nicht den ältesten rekonstruierbaren Wortlaut zu rekonstruieren, sondern den masoretischen Text „zu verteidigen“, erwägt bei diesem Psalm dann doch immer wieder textkritische Eingriffe, die sich textkritisch durch nichts stützen lassen. Und ganz richtig König 1927, S. 253: „[Es wäre] unbegreiflich, daß gerade in einem so schematischen Gedicht so viele Änderungen des ursprünglichen Textbestandes vorgekommen oder vollends gar absichtlich vorgenommen worden sein sollten.“ Im Folgenden seien die verbreiteteren dieser Korrekturvorschläge gesammelt; sie sind aber sicher durch die Bank abzulehnen.<br /><u>V. 3</u>: Für ''bdrkjw'' „auf seinen Wegen“ sei zu lesen ''bdbrjw'' „nach seinen Worten“ (z.B. Gunkel, Herkenne, Müller 1904, S. 57).</ref>
  
{{S|4}} Du ordnest deine Befehle an, damit sie genau befolgt werden.
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{{S|4}} Du ordnest (ordnetest; du warst es, der anordnete) deine Befehle an,
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_damit [man sie] genau befolgt (du ordnest deine Befehle an, dass [man sie] genau befolgt = du ordnest an, dass man deine Befehle genau befolgt).
  
{{S|5}} Ach, dass doch meine Wege fest würden, damit deine Anordnungen eingehalten werden.
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{{S|5}} Ach,<ref>'''tFN''': ''Ach'' - fast unbekanntes Wort, sonst nur noch in anderer Form (''`achale'' statt ''`achlaj'') in [[2 Könige 5#s3 |2 Kön 5,3]]. Nach LXX, VL, VUL und Syr eine Wunschpartikel („Oh dass doch...!“; „Oh wenn doch...!“). Ges18, S. 38 leitet es daher wie z.B. schon van Lengerke 1847, S. 648 und [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10572185_00463.html Olshausen §224c] ab aus ''`ach'' („Ach!“, „Oh nein!“) und ''lu'' („oh dass doch“, „wenn doch“), das hier aus irgendeinem Grund als ''-le'' / ''-lay'' erschiene. Die Form bes. in Ps 119,5 ist allerdings schwer erklärlich, und Sym und Tg übersetzen anders, wobei beide das Suffix -''(a)y'' als ePP 1. Pers. Sg. interpretieren: „von meinem Beginn an“ (Sym) und „es [ist/wäre] gut für mich“, was sicher auf die ungewöhnliche Endung zurückzuführen ist. Wegen der Endung immerhin erwägenswert ist die Herleitung von de Wette 1829, S. 519: Das Wort komme von ''chalah'' („flehen“ wie in [[Exodus 32#s11 |Ex 32,11]]; [[1 Samuel 13#s12 |1 Sam 13,12]]; [[Daniel 9#s13 |Dan 9,13]] u.ö.) und wäre dann zu erklären als das davon abgeleitete Nomen mit ePP für 1. Pers. und prosthetischem Alef, ursprünglich also „Mein Flehen [ist, dass]...“ > „Bitte!“. Diese Herleitung setzte aber voraus, dass man ''chalah'' („flehen“) als ein eigenes ''chalah'' II von ''chalah'' I („krank sein“) unterscheidet.</ref> dass doch meine Wege sich festigen würden (sich darauf richten würden),<ref>D.h., der Psalmist wünscht sich nicht mehr seinen aktuell „schwankenden Gang“ als Bild für eine Lebensweise, die mal gesetzestreu ist und mal nicht, sondern einen beständigen Wandel entlang der Leitplanken der göttlichen Gebote. Denn „auch der Psalmist fühlt den Widerstreit des Gesetzes in seinen Gliedern gegen das Gesetz in seinem Gemüthe, wie Paulus [[Römer 7#s23 |Röm 7,23]]“ (Vaihinger 1858, S. 192).</ref>
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_Damit [man] deine Anordnungen eingehalte (deine Anordnungen einzuhalten).
  
 
{{S|6}} Dann werde ich nicht zuschanden, wenn ich auf alle deine Gebote schaue.
 
{{S|6}} Dann werde ich nicht zuschanden, wenn ich auf alle deine Gebote schaue.

Version vom 6. März 2021, 18:08 Uhr

SF in Arbeit.png
Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Folgt-später.png
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Psalm 119)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 119)

א - Alef

1a [Wie] gesegnet (glücklich) [sind (seien) die],b deren Wege vollkommen sind,
Die nach der Weisung JHWHs gehen (leben).c
2 [Wie] gesegnet (glücklich) [sind (seien) die], die seine Gebote (fest) halten:d
Mit ganzem Herzen (die ganze Zeit)e suchen sie ihn (, die ihn mit ganzem Herzen suchen).f
3 Auch tun sie (nicht=) niemalsg etwas Ungerechtes (verüben sie niemals Unrecht).
Sie (, [sondern] sie) gehen auf seinen Wegen (nach seinen Worten?).h
4 Du ordnest (ordnetest; du warst es, der anordnete) deine Befehle an,
damit [man sie] genau befolgt (du ordnest deine Befehle an, dass [man sie] genau befolgt = du ordnest an, dass man deine Befehle genau befolgt).
5 Ach,i dass doch meine Wege sich festigen würden (sich darauf richten würden),j
Damit [man] deine Anordnungen eingehalte (deine Anordnungen einzuhalten).
6 Dann werde ich nicht zuschanden, wenn ich auf alle deine Gebote schaue.
7 Ich lobe dich mit redlichem Herzen, wenn ich die Rechtssprüche deiner Gerechtigkeit lerne.
8 Ich werde deine Verordnungen halten. Verlass mich nicht gänzlich!


ב - Bet

9 Wodurch wird ein Jüngling sein Verhalten rein halten? Sich hütend gemäß deinem Wort.

10 Mit ganzem Herzen habe ich dich gesucht. Lass mich nicht abirren von deinen Geboten.

11 In meinem Herzen bewahre ich dein Wort, damit ich dich nicht verfehle.

12 Gepriesen seist du, JHWH! Du lehrst mich deine Gebote.

13 Mit meinen Lippen zähle ich alle Rechtsprüche deines Mundes auf.

14 Ich freue mich über den Weg deiner Gebote wie über meinen gesamten Besitz.

15 Deine Anweisungen will ich bedenken und will hinsehen auf deine Wege.

16 Deine Satzungenk machen mich glücklich. Ich will dein Wort nicht vergessen.


ג - Gimel

17 Tue deinem Knecht Gutes. Ich werde leben und dein Wort halten.

18 Öffne meine Augen, und ich schaue die Wunder aus deinen Weisungen.

19 Ich bin ein Fremder auf der Erde. Verbirg deine Gebote nicht vor mir.

20 Meine Seele vergeht vor Begehren nach deinen Rechtssprüchen zu jeder Zeit.

21 Du hast bedroht die gottvergessenen Verfluchten, die abgeirrt sind von deinen Geboten.

22 Wälze von mir ab Schmähung und Spott, wenn ich deine Anordnungen einhalte.

23 Auch sitzen die Mächtigen zusammen und lästern über mich. Dein Knecht sinnt nach über deine Befehle.

24 Vielmehr sind deine Befehle mein Glück (mein Ergötzen), meine Ratgeber.


ד - Dalet

25 Meine Seele richtet sich auf Nichtigesl. Erhalte mich am Leben gemäß deinem Wort.

26 Von meinem Schicksalm habe ich erzählt, und du antwortetest mirn. Lehre mich deine Befehle.

27 Bringe mir den Weg deiner Anweisungen zur Einsicht, und ich will deinen Wundertaten nachsinnen.

28 Meine Seele ist schlaflos vor Kummer. Richte mich auf nach deinem Wort.

29 Halte fern von mir den Weg der Lüge, sondern bedenke mich gnädig mit deiner Weisung.

30 Den Weg deiner Treue habe ich erwählt. Deine Rechtssatzungen [vor mich] hingelegt.

31 Ich halte fest an deinen Geboten, JHWH. Lass mich nicht zuschanden werden.

32 Den Weg deiner Gebote will ich laufen, denn du machst mein Herz weit.


ה - He

33 Zeige mir (lehre mich), JHWH, den Weg deiner Bestimmungen, und ich will sie halten bis zuletzt.

34 Lehre mich, und ich will deinen Weisungen folgen, und ich will sie mit ganzem Herzen halten.

35 Lass mich gehen (lass mich betreten) den Weg deiner Gebote, denn ich habe Gefallen an ihm.

36 Leite mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht zum Gewinn.

37 Halte meine Augen ab vom Sehen des Nichtigen. Auf deinem Weg lass mich leben.

38 Halte dein Wort deinem Knecht gegenüber, das [denen gilt], die dich fürchten.

39 Halte mich fern von meiner Schande, vor der ich mich fürchte, denn deine Gebote (Rechtssprüche) sind gut.

40 Siehe, ich sehne mich nach deinen Befehlen. Durch deine Gerechtigkeit lass mich leben.


ו - Waw

41 Über mich mögen kommen deine Gnadenerweise, JHWH; deine Hilfe, wie dein Wort [sagt].

42 Ich will dem, der mich schmäht, ein Wort entgegnen, denn ich vertraue auf dein Wort.

43 Und entziehe meinem Mund nicht gänzlich das Wort der Wahrheit, denn ich warte auf deine Gebote (Rechtssprüche).

44 Und ich will deine Weisung dauernd beachten (befolgen), für immer und ewig.

45 Und ich will umherziehen in die Weite, denn ich suche deine Anweisungen.

46 Und ich will sprechen von deinen Geboten vor Königen, und ich werde mich nicht schämen müssen.

47 Und ich bin beglückt von deinen Geboten, die ich liebe.

48 Und ich hebe meine Hände zu deinen Geboten, die ich liebe, und befasse mich mit deinen Vorschriften.


ז - Zajin

49 Vergiss nichto das Wort für deinen Knecht, auf das du mich hast hoffen lassen.

50 Dies ist mein Trost in meinem Leiden, dass dein Wort mich wiederbelebt hat.

51 Die Gottvergessenen haben mir über die Maßen Gewalt angetan. [Aber] von deiner Weisung bin ich nicht abgewichen.

52 Ich habe deiner altehrwürdigen Rechtssprüchep gedacht, JHWH, und lasse mich trösten.

53 Zornesglut ergreift mich wegen der Gottlosen, die deine Weisung verlassen haben.

54 Deine Ordnungen sind mir ein Gesang im Haus meines Asyls.

55 Ich dachte in der Nacht an deinen Namen, JHWH, und ich will mich an deine Weisungen halten.

56 Diese sind meinq, weil ich deine Ordnungen eingehalten habe.


ח - Chet

57 JHWH ist mein Anteil. Ich versprach, deine Worte einzuhalten.

58 Ich habe dich mit Hingaber besänftigt. Sei mir gnädig, wie dein Wort [sagt].

59 Ich habe meine Wege bedacht und führe meine Füße zurück zu deinen Geboten.

60 Ich eilte und säumte nicht, deine Gebote zu befolgen.

61 Stricke der Übeltäter haben mich umgeben, [aber] deine Weisung habe ich nicht vergessen.

62 [Um] Mitternacht stehe ich auf um dich zu preisen wegen der Rechtssprüche deiner Gerechtigkeit.

63 Ich bin ein Freund aller, die dich fürchten und die deine Anordnungen befolgen.

64 Deine Güte, JHWH, füllt die Erde. Lehre mich deine Ordnungen.


ט - Thet

65 Du hast es gut gemacht mit deinem Knecht, JHWH, wie dein Wort [es sagt].

66 Lehre mich das Bestes [an] Verständnis und Begreifen (Wissen, Erkenntnis), denn ich vertraue auf deine Gebote.

67 Bevor ich gebeugt wurde, irrte ich. Aber jetzt halte ich dein Wort.

68 Du bist gut und du handelst gut. Lehre mich deine Ordnungen.

69 Die Gottvergessenen beschmutzen mich, indem sie mir Lügen unterstellen (dichten mir Lügen an). Ich aber befolge mit ganzem Herzen deine Anweisungen.

70 Gefühllos wie Fett ist ihr Herz. Ich [aber] habe an deiner Weisung Geschmack gefunden.

71 Es hat mir gut getan, dass ich geplagt war, damit ich deine Gebote lerne.

72 Die Weisung deines Mundes tut mir gut, mehr als tausend [Schekel] Gold und Silber.


י - Iod

73 Deine Hände haben mich gemacht und fest hingestellt. Gib mir Einsicht, und ich will deine Gebote lernen.

74 Die dich fürchten, sehen mich und freuen sich, denn ich warte auf dein Wort.

75 Ich weiß, JHWH, dass deine Rechtssprüche gerecht sind, und [aus] Treuet hast du mich gebeugt.

76 Deine Gnade soll mir zum Trost werden, wie dein Wort deinem Knecht gegenüber [sagt].

77 Deine Barmherzigkeit wird mit widerfahren (wörtl. kommen), und ich werde leben, denn deine Weisung liebkose ich.

78 Die Gottvergessenen sollen sich schämen, weil sie micht mit Lüge fehlleiten, ich [aber] bedenke deine Anweisungen.

79 Es sollen (werden) sich mir zuwenden, die dich fürchten und die deine Gebote erkennen.

80 Mein Herz soll beständig in deinen Bestimmungen sein, damit ich nicht zuschanden werde.


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Anmerkungen

Psalm 119 ist eine Mischung aus „Torah-Psalm“ und „Klagepsalm eines Einzelnen“: Den ganzen Psalm hindurch wird entweder der Wert des göttlichen Gesetzes (der „Torah“) gepriesen oder der Psalmist klagt über sein Leid.
Besonders bemerkenswert an Ps 119 ist aber seine Form. (1) Psalm 119 nämlich ist allem voran ein alphabetischer Psalm; jeweils 8 Verse beginnen mit dem selben Buchstaben des Hebräischen Alefbets. In einer deutschen Version würde also entsprechend Vers 1-8 jeweils das erste Wort des Verses mit „A“ beginnen, in Vers 9-16 jeweils das erste Wort mit „B“ und so weiter (die Buchstaben des hebräischen Alphabets sind über den einzelnen Abschnitten angegeben). Ähnliche, aber viel kürzere Exemplare dieser Gattung finden sich in Ps 9-10; 25; 34; 37; 111; 112; 145; Spr 31,10-31; Sir 51,13-30; Klg 1-4; Nah 1.
Neben dieser auffälligsten Eigenart hat der Ps 119 noch einige weitere auffällige Eigenschaften: (2) Entsprechend den jeweils achtversigen Strophen sind es hauptsächlich auch acht verschiedene Begriffe, die für die Torah verwendet werden, nämlich

  • `imrah („Wort“, 19x)
  • dabar („Wort“, 22x)
  • choq („Bestimmung, Regel, Vorschrift“, 22x)
  • mitswah („Gebot“, 22x)
  • mischpat („Rechtsspruch, Rechtsbestimmung“, 23x)
  • ´edut („Mahnung“, 23x)
  • piqqudim („Anweisungen“, 21x)
  • torah („Weisung“, 25x)

Üblicherweise kommt in jedem Vers / jeder Doppelzeile genau einer dieser Begriffe vor, in vier Versen aber fehlt ein solcher und in fünf stehen zwei davon. Und man kann eine Art ideales Schema annehmen, nach dem in jeder Strophe alle acht dieser Begriffe je nur ein Mal verwendet werden, tatsächlich ist dieses Schema ganz streng aber nur in acht der 22 Strophen durchgehalten.
(3) Der Psalm wirkt wegen vieler Wiederholungen aus heutiger Sicht ziemlich redundant. Zur rechten Würdigung des Psalms muss man allerdings wissen, dass eine ganze Reihe dieser Wiederholungen sicher gewollt sind: Zwei literarische Techniken der biblischen Dichtung nämlich sind (3a) Leitwörter und (3b) die Concatenatio („Verkettung“). „Leitwörter“ sind eine Art themengebende Wörter, die in einem Abschnitt mehrfach wiederholt werden und so die Aussage dieses Abschnitts unterstreichen. In Strophe 1 z.B. wird daher in Vv. 1.2 das Wort `aschre („gesegnet“) wiederholt, in Vv. 1.3.5 das Wort derek („Weg“), in Vv. 1.3. das Wort halak („gehen“) und in Vv. 4.5.8 das Wort schamar („bewachen, bewahren“; zum Phänomen vgl. Nodder 2005, S. 329-332). Und „Concatenatio“ ist eine bisher noch nicht sehr gut beforschte Technik, mehrere Abschnitte/Strophen miteinander zu verbinden, indem das selbe Wort oder die selbe Phrase in beiden Abschnitten/Strophen verwendet wird – hier etwa durch leb („Herz“) in Strophe 1 und 2 und Strophe 4 und 5, charap („Hohn“) in Strophe 5 und 6, lamad („lernen“) in Strophe 9 und 10 und so weiter (dazu vgl. z.B. Whybray 1997; Reynolds 2010, S. 20).
Daneben finden sich in Ps 119 noch eine ganze Reihe weiterer literarischer Techniken, auf die in den Fußnoten hingewiesen wird – Ps 119 insgesamt war also offenbar eine große Spielwiese eines hebräischen Sprachvirtuosen.

aTextkritik: LXX, VL und VUL (nicht Hier) haben vor Beginn des Textes von MT noch ein einleitendes „Halleluja“. Vielleicht ist es aus Ps 112,1 hier eingedrungen, einem ebenfalls alphabetischen Psalm, der nach dem einleitenden „Halleluja“ ebenso beginnt wie Ps 119. Oder aus Ps 118,29: Ps 118 gehört zum „ägyptischen Hallel“ Ps 111-118, in dem fast alle Psalmen ein solches „Halleluja“ haben: Ps 111 und 112 am Anfang, Ps 113 am Anfang und Ende, Ps 115, 116 und 117 nur am Ende. Nur bei Ps 114 und Ps 118 fehlt ein solches „Halleluja“; das zu Beginn von Ps 119 könnte gut jenes sein, das am Ende von Ps 118 „fehlt“. In BHK, BHS und Psalmenkommentaren fehlt ganz merkwürdig jeder Hinweis auf dieses Wort, aber wir werden noch häufiger sehen, dass die Textkritik zu Ps 119 bisher nicht ganz gründlich betrieben wurde. (Zurück zu v.1)
b[Wie] gesegnet (glücklich) [sind die] - Ein sog. „Makarismus“, also eine Selig-/Glücklichpreisung der Menschen, für die gilt, was im Folgenden gesagt wird. Hier ebenso formuliert wie bes. prominent zu Beginn des Psalters in Ps 1,1. (Zurück zu v.1)
cgehen (leben) - Etwas ähnliches wie ein Satzteil-Hyperbaton: Das Verb in 1b passte eigentlich besser zum Subst. „Weg“ in 1a als zum Subst. „Weisung“ in 1b (vgl. dagegen bes. V. 3; auch Ps 128,1). Hier komplexe Metapher: Der „Weg“ steht für den „Lebenswandel“; glücklich sind also die, die ein untadeliges Leben führen. „Gehen“ meint dann in diesem Zhg. „sein Leben führen“. (Zurück zu v.1)
d(fest) halten - W. „bewachen“; gemeint sind nicht „Gesetzeshüter“, sondern jene, die Gottes Gebote nicht einen Moment aus dem Blick lassen, weil sie sich fortwährend mit ihnen beschäftigen.
Textkritik: LXX, VL und VUL übersetzen mit „inspizieren, untersuchen“. Dem liegt sicher kein anderer heb. Text zugrunde, da natsar („bewachen“) entsprechend z.B. auch in V. 22, V. 33 und V. 34 übertragen wird; wahrscheinlich soll dies also eine freie kontextgemäße Übertragung des Wortes sein: Jener, der Gottes Gebote „bewacht“, den Blick also nicht von ihnen lässt, ist jener, der sie „fortwährend studiert“. (Zurück zu v.2)
eTextkritik: mit ganzem Herzen (die ganze Zeit) - Fast alle Vrs. wie in der Primärüs., 11QPsa und eine Handschrift haben aber ´eth („Zeit“) statt leb („Herz“) wie in V. 20. Der Wortlaut in MT könnte gut eine Angleichung an V. 10 sein; wie dagegen die Variante von 11QPsa entstanden sein soll, wäre etwas schwerer erklärlich. Die schiere Menge der Textzeugen, die leb statt ´eth haben, macht aber dennoch wahrscheinlicher, dass leb ursprünglich ist. (Zurück zu v.2)
fsuchen sie ihn: Zum Ausdruck „Gott suchen“ vgl. bes. gut TWAT I, Sp. 464: Ursprünglich bezeichnete diese Wortfügung die Befragung Gottes durch einen Propheten oder Priester. „Mit dem Aufhören der vorexilischen Institution der Befragung [aber] hat sich ein tiefgreifender Bedeutungswandel vollzogen. drš Jhwh erhielt die allgemeine Bedeutung ‚sich zu Jahwe halten‘ und bezeichnete bald nicht mehr eine konkrete Handlung, sondern den Habitus des Frommen“, hier also das Leben gemäß JHWHs Geboten. In Vv. 45.94 wird entsprechend dann sogar „nach Gottes Geboten gesucht“. S. zu dieser Bed. z.B. 2 Chr 22,9; Ps 14,2 (vgl. V. 3); Jes 9,12 u.ö. In einem jungen Text wie Ps 119 sollte man „Gott suchen“ also besser nicht wörtlich übersetzen, wie dies leider alle dt. Üss. tun. Richtiger Delitzsch 1894 und Staerk 1920: „die mit ganzem Herzen sich seiner befleißigen“, GNT, NCV: „who obey him with all their heart“ (so schon Wycliffe). (Zurück zu v.2)
gsie tun niemals - T-Shift: Das Heb. hat hauptsächlich zwei verschiedene Tempora/Modi, nämlich Yiqtol für modale Aussagen (wie „er/sie/es soll X tun, will X tun“ usw.), Futur („er/sie/es wird X tun“) und Iterativität („er/sie/es tut immer wieder X“) und Qatal für für den Indikativ, meist also für Aussagen über die Vergangenheit („er/sie/es tat X“), Gegenwart („er/sie/es tut X“) und „gnomische Aussagen“ (grundsätzlich gilt, dass er/sie/es X tut“). Vv. 1f. verwenden Yiqtol, V. 3 Qatal. Solche Wechsel der Tempora („T-Shifts“) sind häufig in der Poesie und nicht unterschiedlich zu untersetzen, sondern variiert wird hier Iterativität mit gnomischen Aussagen, die beide aussagen, dass das hier Gesagte grundsätzlich für den gilt, um den es hier geht. (Zurück zu v.3)
hTextkritik: Sehr verbreitet ist in der Auslegung von Ps 119 die Meinung, dass der Verfasser gezielt in diesen 22 Strophen zu je acht Doppelzeilen auch regelmäßig acht verschiedene Begriffe für das Gesetz verwendet habe, und viele Forscher gehen so weit, dort, wo sich in einer Strophe nicht alle acht Begriffe oder nicht wenigstens in jeder Doppelzeile immerhin einer dieser Begriffe findet, den Text zu korrigieren. Selbst noch CTAT IV, dessen textkritisches Kommittee ganz außerordentlich dazu neigt, nicht den ältesten rekonstruierbaren Wortlaut zu rekonstruieren, sondern den masoretischen Text „zu verteidigen“, erwägt bei diesem Psalm dann doch immer wieder textkritische Eingriffe, die sich textkritisch durch nichts stützen lassen. Und ganz richtig König 1927, S. 253: „[Es wäre] unbegreiflich, daß gerade in einem so schematischen Gedicht so viele Änderungen des ursprünglichen Textbestandes vorgekommen oder vollends gar absichtlich vorgenommen worden sein sollten.“ Im Folgenden seien die verbreiteteren dieser Korrekturvorschläge gesammelt; sie sind aber sicher durch die Bank abzulehnen.
V. 3: Für bdrkjw „auf seinen Wegen“ sei zu lesen bdbrjw „nach seinen Worten“ (z.B. Gunkel, Herkenne, Müller 1904, S. 57). (Zurück zu v.3)
itFN: Ach - fast unbekanntes Wort, sonst nur noch in anderer Form (`achale statt `achlaj) in 2 Kön 5,3. Nach LXX, VL, VUL und Syr eine Wunschpartikel („Oh dass doch...!“; „Oh wenn doch...!“). Ges18, S. 38 leitet es daher wie z.B. schon van Lengerke 1847, S. 648 und Olshausen §224c ab aus `ach („Ach!“, „Oh nein!“) und lu („oh dass doch“, „wenn doch“), das hier aus irgendeinem Grund als -le / -lay erschiene. Die Form bes. in Ps 119,5 ist allerdings schwer erklärlich, und Sym und Tg übersetzen anders, wobei beide das Suffix -(a)y als ePP 1. Pers. Sg. interpretieren: „von meinem Beginn an“ (Sym) und „es [ist/wäre] gut für mich“, was sicher auf die ungewöhnliche Endung zurückzuführen ist. Wegen der Endung immerhin erwägenswert ist die Herleitung von de Wette 1829, S. 519: Das Wort komme von chalah („flehen“ wie in Ex 32,11; 1 Sam 13,12; Dan 9,13 u.ö.) und wäre dann zu erklären als das davon abgeleitete Nomen mit ePP für 1. Pers. und prosthetischem Alef, ursprünglich also „Mein Flehen [ist, dass]...“ > „Bitte!“. Diese Herleitung setzte aber voraus, dass man chalah („flehen“) als ein eigenes chalah II von chalah I („krank sein“) unterscheidet. (Zurück zu v.5)
jD.h., der Psalmist wünscht sich nicht mehr seinen aktuell „schwankenden Gang“ als Bild für eine Lebensweise, die mal gesetzestreu ist und mal nicht, sondern einen beständigen Wandel entlang der Leitplanken der göttlichen Gebote. Denn „auch der Psalmist fühlt den Widerstreit des Gesetzes in seinen Gliedern gegen das Gesetz in seinem Gemüthe, wie Paulus Röm 7,23(Vaihinger 1858, S. 192). (Zurück zu v.5)
kNur hier kommt im Psalm 119 die Form חֻקׇּה vor, weshalb eine Verschreibung vorliegen und wie an allen anderen Stellen auch חֹק zu lesen sein könnte, vgl. Apparat der BHS. (Zurück zu v.16)
lwörtlich: hängt am Staub (Zurück zu v.25)
mwörtlich: meine Wege (Zurück zu v.26)
nerhörtest mich, Imperfekt cons. (Zurück zu v.26)
owörtlich: Erinnere dich an. (Zurück zu v.49)
pWörtlich: Rechtssprüche von Anbeginn. (Zurück zu v.52)
qWörtlich: für mich geworden. (Zurück zu v.56)
rWörtlich: mit ganzem Herzen. (Zurück zu v.58)
sEvtl. zu streichen, da aus Vers 65 übernommen? Vgl. Apparat. (Zurück zu v.66)
tGemeint ist: „Wen Gott liebt, den züchtigt er.” (Zurück zu v.75)