Psalm 20: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 13. Juli 2019, 21:45 Uhr

Syntax OK
SF zuverlässig.png
Status: Zuverlässige Studienfassung – Die Übersetzung ist vollständig, erfüllt die Übersetzungskriterien und wurde mit einigen Standards der Qualitätssicherung abgesichert. Verbesserungen sind noch zu erwarten.
Kann-erstellt-werden.png
Status: Lesefassung kann erstellt werden – Wer möchte, ist zum Einstellen einer ersten Übertragung in die Lesefassung eingeladen, die später als Grundlage für Verbesserungen dient (Weitere Bibelstellen zum Übertragen). Auf der Diskussionsseite ist Platz für Rückfragen und konstruktive Anmerkungen.

Lesefassung (Psalm 20)

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Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 20)

1Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden; [Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual]).a Ein Lied von (für, über) David.

2 Es antworte dir JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. am Tag der Not,b
Es schütze dich der Namec des Gottes Jakobs.d
3 Er sende Hilfe dir aus dem (seinem)e Heiligtum
Und vom Zionf aus unterstütze er dich!

4 Er gedenke all deiner Opferungen
Und dein(e) Brandopferg sehe er als fett an (erkläre er als fett).h {Selah}i
5 Er gebe dir (Es gebe dir JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.)j nach deinem Herzen
Und all deine Pläne (deinen ganzen Plan)k erfülle er (lasse er gelingen)!

6 Wir wollen jubeln über deine Rettung
Und dank dem (im, auf, über den) Namenc unseres Gottes triumphieren (das Banner erheben, blicken, warten)!l
Es erfülle JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. all deine Bitten!


7 Jetzt weiß ich, dass JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. rettet seinen Gesalbten,m
Ihm antwortet vom Himmel seiner Heiligkeit her
Durch Machttaten der Rettung seiner Rechten.n

8 Jene durch Wagen und jene durch Pferde,
Doch wir, durch den Namenc JHWHs, unseres Gottes, sind wir stark (rufen wir an/preisen wir, gedenken wir).o
9 Diese beugen sich (sinken nieder) und fallen (werfen sich nieder),
Doch wir erheben uns und richten uns auf.

10 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., rette (den König)!
Der König ({Der König})p antworte uns am Tag unseres Rufens!

Anmerkungen

Psalm 20 gliedert sich klar in zwei Teile: Vv. 2-6 sind ein Segenswunsch für einen „Du“ in einer Notlage, aus der er „gerettet“ (Vv. 6.7.10) werden muss. Nachdem in 6c dann noch einmal möglichst allgemein das Heil Gottes auf den „Du“ herabgewünscht wurde, kann sich der Sprecher ab V. 7 sicher sein, dass Gott in der Tat auch seinem Segenswunsch entsprechen und dem Gesegneten in der Tat „antworten“ (Vv. 2.7) wird und in Vv. 8f. triumphierend von der Überlegenheit einer „Wir“-Gruppe über eine Gruppe von „jenen“ und „diesen“ sprechen, um schließlich in V. 10 noch einmal den Eingangswunsch aus V. 2 zu wiederholen.

Wer dabei „du“, „ich“, „wir“, „jene“ und „diese“ sind, ist nicht klar. Zwei Deutungen bieten sich besonders an:
(1) Weil das Wort „Gesalbter“ in V. 7 meist für den König steht, ist „du“ dieser König, dessen Volk von einem befeindeten Volk bedrängt wird – der Psalm wäre also recht alt und stammte aus der Königszeit noch vor dem Exil (9-7. Jh. v. Chr.). Erfolg des Königs heißt daher gleichzeitig Erfolg seines Volkes, daher der Wechsel vom „du“ zum „wir“ von Vv. 2-6 auf 8-9. In V. 10 kommt dann gebündelt noch einmal dieses Ineins von König und Volk zum Ausdruck; zu lesen wäre dann: „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., rette den König! / Und antworte uns am Tag unseres Rufens!“
(2) Die Zerstörung des Tempels um 586 v. Chr. und die damit einhergehende Exilierung vieler Israeliten und das erzwungene Ende der Königszeit brachte nicht nur soziokulturelle, sondern auch theologische Umwälzungen mit sich: (a) Hatte man zuvor noch geglaubt, dass JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. selbst im Tempel „wohne“, sprach man v.a. ab der Exilszeit häufiger davon, dass (nur) Gottes „Name“ im Tempel wohne, insofern dieser dort angerufen wurde (s. z.B. 1 Kön 9,3; 8,16; Esra 6,12). Gott selbst war durch die Zerstörung des Tempels also nicht „obdachlos“ geworden; seine Wohnung war tatsächlich nicht der Tempel, sondern der Himmel (s. z.B. 1 Kön 8,27; 2 Chr 6,18; Esra 7,23; Jes 66,1). (b) War zuvor der König der „Gesalbte“ und Auserwählte Gottes, wurde mit dem Ende der Königszeit dieses Konzept „demokratisiert“ und das ganze Volk Israel konnte als auserwählter Gesalbter Gottes bezeichnet werden (s. 1 Chr 16,22; Ps 28,8; 84,10; 105,15; Hab 3,13 und zur Idee der „Demokratisierung“ dieser Gesalbtenwürde Jes 55,3-5; 61,4-6.). (c) Trotz dem Ende der Königszeit war Israel außerdem nicht „königslos“; Israels König war vielmehr nun Gott selbst (s. z.B. Ps 24,8.10; 29,10; 84,3; Dan 2,44; 5,21; 7,27).
Diese Theologie kann man auch in Ps 20 am Wirken sehen: Dreimal (Vv. 2.6.8) ist nicht JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. selbst, sondern JHWHs Name es, der als wirkmächtig gesehen wird, und vom „Heiligtum“ auf dem „Zion“ soll „der Name des Gottes Jakobs“ den Adressaten schützen (Vv. 2f.), vom „heiligen Himmel“ her dagegen JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. selbst (V. 7). Derjenige, der „gerettet“ werden soll, ist, nach V. 6 „du“, nach V. 7 „der Gesalbte“ und nach V. 10 „wir“; die Bezeichnung „der Gesalbte“, der hier wohl identisch ist mit dem „du“, muss hier also offenbar kollektiv auf das Volk Israel bezogen werden. Ganz ähnlich in der Inclusio von Vv. 2a.10b: Nach V. 2a soll JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. „dir“ antworten, nach V. 10b „uns“ – auch hiernach sind „du“ und „wir“ offenbar identisch. Und folgt man in V. 10 der Überlieferungsvariante 1 (s. FN p), ist der „König“ hier auch nicht der „Gesalbte“, sondern Gott selbst. Der Psalm wäre dann zu datieren in die Zeit des zweiten Tempels (also ab dem 6./5. Jh. v. Chr.). Man kann sich vorstellen, dass er z.B. von einem Vorbeter am Tempel gesprochen ist, der in einer Zeit der Not Gottes Segen auf das Volk Israel, „Gottes – des Königs – Gesalbten“, herabwünscht und dass er dann ab V. 7 entweder selbst als Teil dieses Volkes seiner Erhörungsgewissheit Ausdruck verleiht oder ab V. 7 das Volk zu antworten hat.

In den 80er Jahren wurde im Papyrus Amherst ein Psalm entdeckt, der Ps 20 so ähnlich ist, dass man davon ausgehen muss, dass entweder beide Psalmen auf den selben Vorläufer-psalm zurückgehen oder einer der beiden vom anderen abgeschrieben ist (Vv. 4.9 von Ps 20 scheinen nach einem Vergleich spätere Elaborationen von Vv. 3.8 zu sein und Vv. 6ab.7 spätere Hinzufügungen). Auch dieser ist klar kein Königspsalm, sondern wünscht Gottes Segen auf das Volk herab:

Ps 20 P.Amh xii 11-19q
Es antworte dir JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. am Tag der Not,
Es schütze dich der Name des Gottes Jakobs.
Es antworte uns Jah in unserer Bedrängnis!
Es antworte uns Adonai in unserer Bedrängnis!
Oh Bogen des Himmels, [oh] Mond. (?)
Er sende Hilfe dir aus dem Heiligtum
Und vom Zion aus unterstütze er dich!
Sende deinen Boten vom Tempel von Arasch
Und vom Tsafon aus möge Jah uns helfen!
Er gedenke all deiner Opferungen
Und dein Brandopfer sehe er als fett an.
Er gebe dir nach deinem Herzen
Und all deine Pläne erfülle er!
Möge Jah uns nach unserem Herzen geben,
Möge der Herr uns nach unserem Herzen geben.
Alle Pläne möge Jah erfüllen!
Wir wollen jubeln über deine Rettung
Und dank dem Namen unseres Gottes triumphieren!
Es erfülle JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. all deine Bitten! Möge Jah erfüllen, möge nicht unerfüllt lassen Adonaj
Alle Bitten unseres Herzens!
Jetzt weiß ich, dass JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. rettet seinen Gesalbten,
Ihm antwortet vom Himmel seiner Heiligkeit her
Durch Machttaten der Rettung seiner Rechten.
Jene durch Wagen und jene durch Pferde,
Doch wir, durch den Namen JHWHs, unseres Gottes, sind wir stark.
Manche mit dem Bogen, manche mit dem Speer –
Siehe! Bei uns: Der Herr, unser Gott, ist Jah!
Diese beugen sich und fallen,
Doch wir erheben uns und richten uns auf.
JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., rette!
Der König antworte uns am Tag unseres Rufens!
Es sei unser El mit uns!
Morgen antworte uns der El von Bethel!
Der Baal des Himmels, der Herr, möge segnen,
Deinen Frommen [gelte] dein Segen!

aChorleiter - Heb. menatseach; genaue Bedeutung ganz unklar. Die Primärübersetzung „Chorleiter“ ist mehr oder weniger Konvention. (Zurück zu v.1)
bEs antworte - nämlich mit seinem rettenden Handeln. (Zurück zu v.2)
cName - Zum „Namen“ Gottes s. die Anmerkungen. (Zurück zu v.2 / zu v.6 / zu v.8)
dJakobs - einer der Patriarchen, dessen Geschichte ab Gen 25 erzählt wird. Später steht der Name „Jakob“ auch stellvertretend für Israel; gemeint ist also „der Gott, der auch schon der Gott Jakobs war“ = „der Gott unserer Vorväter“ und „der Gott, der der Gott Israels ist“. Hier überaus passend: Der Name Jakob – im Heb. Ja`aqob – bedeutet wörtlich „Jah(we) schützt“ (vgl. Rechenmacher 2012Rechenmacher, Hans: Althebräische Personennamen. Münster, 2012. §344); „es schütze dich der Name des Gottes ‚Jah schützt‘“ ist also ein Wortspiel. (Zurück zu v.2)
eTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: „Aus dem Heiligtum und“ ist heb. mqdš w. TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. dagegen könnte mqdšw w vorgelegen haben: „aus seinem Heiligtum und...“, was dann aber wohl unter dem Einfluss von V. 7 („Vom Himmel seiner Heiligkeit“, „Heiligtum“ und „Heiligkeit“ sind im Heb. das selbe Wort) sekundär sein dürfte. Alternativ könnten die die Üss. mit dem „seine“ aber auch nur explizieren, was ohnehin klar ist: Dass mit dem Heiligtum der Tempel Gottes gemeint ist. „Aus seinem Heiligtum“ übersetzen auch GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen. und HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.. (Zurück zu v.3)
fZion - Name des Berges in Jerusalem, auf dem der Tempel Gottes – sein „Heiligtum“ – stand. (Zurück zu v.3)
gTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: dein(e) Brandopfer - die Konsonanten lassen sich sowohl als Sg. als auch als Pl. deuten. MT vereindeutigt durch Vokalisierung und LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr., Hier durch Üs. als Sg., einige Mss dagegen durch Vokalisierung und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr., Saadja durch Üs. als Pl. Was ursprünglich angezielt war, lässt sich nicht mehr entscheiden. GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen. und HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln. folgen folgen wieder der alternativen (Pl.-)Lesart; ebenso NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien.; R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw.; TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können.; ZinkTeilweise AT- und vollständige NT-Übersetzung von Jörg Zink. In meiner Ausgabe von 1966 handelt es sich bisweilen fast schon um schön zu lesende Paraphrasen; in der Neuüberarbeitung von 1998 soll Zink aber wieder wörtlicher geworden sein.; ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen. 31 (nicht mehr 2007). (Zurück zu v.4)
hsehe er als fett an (erkläre er als fett) - hinter dem Ausdruck steht wohl die Vorstellung: Je „fetter“ eine Opfergabe, desto besser in Gottes Augen. Die Bed. wäre also: „Auf dein Opfer reagiere er besonders wohlgefällig“. Gut MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab.: „er sehe dein Brandopfer wohlgefällig an!“; MÜNKurz für „Münsterschwarzacher Psalter“, eine liturgische Übersetzung der Psalmen aus dem Benediktinerkloster Münsterschwarzach. Schön zu lesen; philologisch erstklassig, dafür aber recht weit entfernt von Alltagssprache., PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“: „dein Opfer möge ihm gefallen!“; ZinkTeilweise AT- und vollständige NT-Übersetzung von Jörg Zink. In meiner Ausgabe von 1966 handelt es sich bisweilen fast schon um schön zu lesende Paraphrasen; in der Neuüberarbeitung von 1998 soll Zink aber wieder wörtlicher geworden sein.: „er lasse sich deine Brandopfer gefallen!“ (Zurück zu v.4)
i{Selah} - Ganz unklares Wort, das sich in vielen Psalmen findet, dessen Funktion aber unbekannt ist. In der LF daher besser auszusparen. S. näher Sela. (Zurück zu v.4)
jTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Einige Mss, einige LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen.-Mss, SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. und Saadja haben hier ein zusätzliches „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.“. (Zurück zu v.5)
kall deine Pläne (deinen ganzen Plan) - Sg. im Heb. Auch im Sg. kann das Wort aber für das Planen und Ratgeben in mehreren Fällen stehen, s. z.B. 2 Sam 16,23. Dass nicht die Erfüllung eines konkreten Planes gewünscht wird, sondern „aller Pläne“, zeigt die ganz parallele Formulierung mit dem selben Verb in 6c. (Zurück zu v.5)
ltFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: triumphieren (das Banner erheben, blicken, warten) - umstrittenes Wort. Im Heb. nidgol mit den Konsonanten ndgl. Meist gedeutet als denom. Verb vom Nomen degel („Banner“), das dann bedeuten soll: „das Banner erheben“. Die übliche EtymologieAls „Etymologie“ bezeichnet man die Wissenschaft von der Entstehung von Wörtern. Mehrere Sprachen einer „Sprachfamilie“ - z.B. Deutsch, Englisch, Niederländisch oder Hebräisch, Ugaritisch, Arabisch - gehen auf gemeinsame „Vorfahren“ zurück - in diesen Fällen Indogermanisch oder Protosemitisch. Stammt ein Wort X1 von einem „Wort-vorfahren“ x ab, nennt man dieses x das „Etymon“ von X1; die „Geschwister“ X2 und X3 von X1 in verwandten Sprachen, die vom selben Etymon abstammen, nennt man die „Kognate“ von X1. In der Bibelwissenschaft ist die Etymologie besonders deshalb hilfreich, weil ein Wort X1 oft in seiner Bedeutung mehr oder weniger mit den Bedeutungen seines Etymons x und seiner Kognate X2 und X3 übereinstimmt. Kennt man also nicht die genaue Bedeutung von X1, aber die Bedeutungen von X2 und X3, lassen sich über die Bedeutungen der Kognate Rückschlüsse auf die Bedeutung von X1 ziehen. des Wortes ist aber wohl falsch (vgl. Delitzsch 1883Delitzsch, Franz: The Hebrew Language viewed in the Light of Assyrian Research. London/Edinburgh, 1883. online unter: https://goo.gl/7Puxy1, S. 4040 ist eine wichtige Zahl. Die Juden waren 40 Jahre in der Wüste. Jesus war 40 Tage in der Wüste.) und das Verb ist nicht denominativ, sondern umgekehrt ist das Nomen vom Verb mit der Grundbed. „blicken“ abzuleiten, daher z.B. Delitzsch 1883Delitzsch, Franz: The Hebrew Language viewed in the Light of Assyrian Research. London/Edinburgh, 1883. online unter: https://goo.gl/7Puxy1, S. 39f.; Driver 1936Driver, G.R.: Textual and Linguistic Problems of the Book of Psalms, in: HTR 29/3, 1936. S. 171-195., S. 175; Haupt 1918Haupt, Paul: Assyr. dagâlu, to look for, in the OT, in: JBL 37/3-4, 1918. S. 229-232., S. 229f.: „Wir wollen auf den Namen Gottes (allein) blicken/warten“.
TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. und einige TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.-Mss (nytqn=„wir werden aufgestellt/errichtet“; vgl. Stec 2004Stec, David M.: The Targum of Psalms. Translated, with a Critical Introduction, Apparatus, and Notes. Collegeville, 2004., S. 55) setzen stattdessen aber die Konsonanten ngdl, wohl für nagdil („wir wollen triumphieren“), voraus. Hier (choros ducere=„einen Prunkzug führen“=„Banner tragen“?), SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX. (tagmata diastello=„Kompanien kommandieren“=„Banner tragen“?) und die anderen TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.-Mss (nyțqs=„wir wollen uns für die Schlacht vorbereiten“) dagegen könnten MT stützen. Besser ließen sich Hier und SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX. allerdings vielleicht via aram. ngd („führen“) erklären, wo dann niggad gegen MT ebenfalls die ersten drei Konsonanten ngd stützen würde, die auch LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. voraussetzen. Unabhängig davon haben schon diese vier Textzeugen zusammen starkes Gewicht; wir folgen daher hier dieser Lesart. (Zurück zu v.6)
mGesalbter - meist ein Ausdruck für den König Israels, der durch einen Propheten o.Ä. mit Öl mit der Königswürde „gesalbt“ wurde. In der nachexilischen Zeit konnte dieser Begriff aber auch kollektiv verwendet werden für das erwählte „Volk Gottes“; vgl. zum Ausdruck 1 Chr 16,22; Ps 28,8; 84,10; 105,15; Hab 3,13 und zur Idee der „Demokratisierung“ dieser Königswürde Jes 55,3-5; 61,4-6. So z.B. auch Loretz 1988Loretz, Oswald: Die Königspsalmen. Die altorientalisch-kanaanäische Königstradition in jüdischer Sicht. Teil 1: Ps 20, 21, 72, 101 und 144. Mit einem Beitrag von I. Kottsieper zu Papyrus Amherst. Münster, 1988., S. 34-39; Marttila 2006Marttila, Marko: Collective Reinterpretation in the Psalms. A Study of the Redaction History of the Psalter. Tübingen, 2006., S. 238; Spans 2005Spans, Andrea: Die Stadtfrau Zion im Zentrum der Welt. Exegese und Theologie von Jes 60-62. Bonn, 2005., S. 215. (Zurück zu v.7)
nLautspiel: „dass JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. rettet seinen Gesalbten, ihm antwortet vom Himmel seiner Heiligkeit durch Machtaten der Rettung seiner Rechten“ = ki hoschia` JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. meschicho ja`anehu mischme qadscho bigburot jescha` jemino. Man beachte außerdem, wie der Tempel in Vv. 2f. und der Himmel in V. 7 als Gottes Wohnstätten auf Erden und im Himmel, „von denen her“ Gott „antwortet“ (V. 2) und „Hilfe sendet“ (V. 3) und „antwortet durch Machttaten der Rettung“ (V. 7), parallelisiert werden durch das selbe Wort, qodesch („Heiligtum / Heiligkeit“). Das Eintreten dessen, was in 2-6 auf den Adressaten herabgewünscht wurde, ist nach V. 7 Gewissheit geworden. (Zurück zu v.7)
oTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: sind wir stark (rufen wir an, gedenken wir) - Heb. beschem-JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ... nazkir, üblicherweise gedeutet als „(an) den Namen JHWHs ... denken/preisen wir.“ So z.B. B-R„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil.: „Diese da des Fahrzeugs und diese da der Rosse, wir aber - des Namens SEIN, unsres Gottes, gedenken wir“; SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab.: „Jene rühmen sich der Wagen und diese der Rosse; wir aber des Namens des HERRN, unseres Gottes.“ Gemeint wäre also, dass „jene“, anstatt zu Gott zu beten, ihre Wagen und Pferde „anbeten“, also auf sie statt auf Gott „vertrauen“ (gut NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien.: „Manche Völker verlassen sich auf ihre Heere und Waffen, wir aber vertrauen dem Herrn, unserem Gott“).
Nun haben aber Greenberg 1957Greenberg, Moshe: The Hebrew Oath Particle Ḥay/Ḥē, in: JBL 76/1, 1957. S. 34-39., S. 35 und Smelik 1999Smelik, Willem F.: The Use of הזכיר בשם in Classical Hebrew: Josh 23:7, Isa 48:1, Amos 6:10, Ps 20:8, 4Q504 III 4, 1QS 6.27, in: JBL 118/3, 1999. S. 321-332. wohl recht damit, dass dies mit der Präposition be nicht gut vereinbar ist und hizkir beschem daher hier wie in Jos 23,7; Jes 48,1; Am 6,10; 1QS 6,27 als stehender Ausdruck für „schwören beim Namen X“ gedeutet werden müsste (vgl. dagegen nur im Qal Jer 3,16). Das passt in Ps 20,8 schwerlich. Einige Mss, einige LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen.-Mss, VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. setzen hier nagbir statt nazkir voraus (vgl. das ähnliche Schriftbild: נגביר - נזכיר). Andere LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen.-Mss, AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX., TheodEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr., Hier, TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. stützen aber MT. Das ist eine sehr starke Bezeugung; der nagbir-Lesart folgen dennoch einige Exegeten (z.B. BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia; Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936.; Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953.; Nötscher 1959Nötscher, Friedrich: Die Psalmen. Würzburg, 4 1959.); auch Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs. 80 (nicht mehr 16), HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., StierPsPsalmenübersetzung von Friedolin Stier, der v.a. für seine Übersetzung des NT bekannt wurde, welche an den Stil der AT-Übersetzung von Buber/Rosenzweig angelehnt ist: Stier, Fridolin: Mit den Psalmen beten. Herausgegeben von Eleonore Beck. Stuttgart, 2010., WEINEine eher freie, aber sehr starke Nachdichtung des Psalters ins Deutsche durch den katholischen expressionistischen Dichter Franz Johannes Weinrich; nachkontrolliert vom großen Alfons Deissler. Unbedingt lesenswert., ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen. 31 (nicht mehr 07). Eine Verschreibung von nazkir zu nagbir könnte beeinflusst sein von V. 6, eine Verschreibung von nagbir zu nazkir durch V. 4 („gedenken“ = ebenfalls zkr). Trotz der starken Bezeugung von nagbir folgen wir dem Vorschlag von BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia, da mit „schwören bei“ durchaus nichts anzufangen ist. (Zurück zu v.8)
pTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: König steht nach den Akzenten der Masoreten in Z. 2, die Aufforderung an JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. in 10a würde also variiert mit einem Wunsch über den (dann mit JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. identischen) König. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. dagegen ziehen „König“ noch zu Zeile a. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. lesen statt ja`anenu („er helfe uns“) außerdem (wa)`anenu ((und) hilf uns“), so dass der Text in drei Varianten überliefert ist:
  1. JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., rette! / Der König antworte... (MT, AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX., Hier, SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr.)
  2. JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., rette! / König, antworte...! (TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.)
  3. JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., rette den König! / Und antworte...! (LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr.)
Die meisten Exegeten und viele Üss. folgen der Variante von LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr.. Ob Variante (1) oder (3) den Vorzug verdient, hängt dabei ab von der Gesamtdeutung des Ps; s. dazu die Anmerkungen. (Zurück zu v.10)
qÜs. nach Kottsieper 1988Kottsieper, Ingo: Anmerkungen zu Pap. Amherst 63. I: 12,11-19 – eine aramäische Version von Ps 20, in: ZAW 100/2, 1988. S. 217-244., Nims/Steiner 1983Nims, Charles F. / Richard C. Steiner: A Paganized Version of Psalm 20:2-6 from the Aramaic Text in Demotic Script, in: JAOS 103/1, 1983. S. 261-274.; Rösel 2000Rösel, Martin: Israels Psalmen in Ägypten? Papyrus Amherst 63 und die Psalmen XX und LXXV, in: VT 50/1, 2000. S. 81-99. und Zevit 1990Zevit, Ziony: The Common Origin of the Aramaicized Prayer to Horus and of Psalm 20, in: JAOS 110/2, 1190. S. 213-228.. (Zurück zu v.10)