Psalm 21: Unterschied zwischen den Versionen

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_Und das Verlangen seiner Lippen nicht verweigertest (verweigerst). {''Selah''}<ref>''{<s>Selah</s>}'' - Ganz unklares Wort, das sich in vielen Psalmen findet, dessen Funktion aber unbekannt ist. In der LF daher besser auszusparen. S. näher [[Sela]].</ref>
 
_Und das Verlangen seiner Lippen nicht verweigertest (verweigerst). {''Selah''}<ref>''{<s>Selah</s>}'' - Ganz unklares Wort, das sich in vielen Psalmen findet, dessen Funktion aber unbekannt ist. In der LF daher besser auszusparen. S. näher [[Sela]].</ref>
 
{{S|4}} Denn (ja!,) du wirst ihm begegnen (entgegenkommen) mit guten Segnungen (Segensgaben),
 
{{S|4}} Denn (ja!,) du wirst ihm begegnen (entgegenkommen) mit guten Segnungen (Segensgaben),
_Wirst auf sein Haupt eine Krone aus Feingold setzen.<ref>''eine Krone aus Feingold setzen'' – Die Vorstellung, dass die Königsinsignien einem König durch Götter verliehen werden müssen, war im ganzen Alten Orient verbreitet.<br />'''Vier Beispiele''': Auf der ägyptischen Wahlstele des Königs Aspelta fragt dieser seinen Gott Amun: „''Willst du mir dies hervorragende Amt übertragen, ohne dass ich es verlangt hätte? Ist das dein fester Wille? Willst du mir nach deinem Willen Diadem und Szepter anvertrauen?''“ (TUAT II/1, S. 122); in einem sumerischen Krönungsritual muss der König ins Heiligtum Eanna zur Göttin Inanna treten: „''Er näherte sich ihr zum leuchtenden Hochsitz; ein Szepter aus Lapislazuli legte sie in seine Hand. Zum Hochsitz der Ninmenna näherte er sich ihr; eine Krone aus Gold setzte sie fest auf sein Haupt.''“ (TUAT II/2, S 168f.), und in einem akkadischen Ritual für das Florieren einer Gastwirtschaft wir die Göttin Ischtar gepriesen: „''Tochter des Anu, Abkomme der großen Götter, die Szepter, Thron und Regierung allen Königen verleiht, Herrin der Länder!''“ Salo 2017, S. 112 zitiert gut auch einen babylonischen Ausschnitt über die Thronbesteigung des Königs Nabopollassar, wo es von der ganzen Versammlung der Götter heißt: „''Die Krone setzten sie ihm auf das Haupt, ließen ihn sich auf den Thron des Königtums setzen. ... Die Großen riefen in ihrer Freude: ‚O Herr, König, mögest du für immer leben!‘''“.</ref></poem>
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_Wirst auf sein Haupt eine Krone aus Feingold setzen.</poem>
  
  
 
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{{S|5}} [Weil]<ref name="Tempus" /> er Leben von dir erbat, gabst (gewährest) du (gabst du['s]) ihm –<ref>''gabst du ihm (gabst du['s] ihm)'' – Vielleicht Apokoinu (ähnlich Quintens 1978, S. 532): „du gabst ihm“ könnte sich sowohl auf 5aα beziehen („Weil er Leben von dir erbat, gabst du['s] (''sc.'' das Leben) ihm.“) als auch auf 5b („Weil er Leben von dir erbat, gabst du ihm Länge der Tage...“). Ähnlich wie Vrs. (2) z.B. Herkenne 1936, S. 102: „Um Leben bat er, du gewährtest ihm / langwährende Tage für alle Zeiten.“ Ignorierte man die späten Akzente der Masoreten, könnte man das Verb gar in Zeile b schieben: „Um Leben bat er, / du gewährtest ihm Länge der Tage...“. Die meisten Üss. und Kommentare vereindeutigen aber zu Vrs. (1), weil die Zeilengrenzen in der biblischen Poesie meist mit Satz(glied)grenzen übereinstimmen (so z.B. Olshausen 1853, S. 120). Nicht immer allerdings, und gerade hier wäre ein Enjambement oder eine überlange zweite Halbzeile sehr gut erklärlich, weil dann gerade die Rede von der unendlich langen „Dauer an Tagen für immer und ewig“ sich entweder über zwei Halbzeilen erstreckte oder in einer überlangen Zeile stünde. In der Üs. muss man sich hier nicht entscheiden: Beide Möglichkeiten offenhalten und gleichzeitig die mögliche Apokoinu erhalten kann man in der Üs., wenn man übersetzt wie oben vorgeschlagen. Ähnlich gut Alter 2007, S. 68: „Life he asked You – You gave him, / length of days for time without end.“</ref>
 
{{S|5}} [Weil]<ref name="Tempus" /> er Leben von dir erbat, gabst (gewährest) du (gabst du['s]) ihm –<ref>''gabst du ihm (gabst du['s] ihm)'' – Vielleicht Apokoinu (ähnlich Quintens 1978, S. 532): „du gabst ihm“ könnte sich sowohl auf 5aα beziehen („Weil er Leben von dir erbat, gabst du['s] (''sc.'' das Leben) ihm.“) als auch auf 5b („Weil er Leben von dir erbat, gabst du ihm Länge der Tage...“). Ähnlich wie Vrs. (2) z.B. Herkenne 1936, S. 102: „Um Leben bat er, du gewährtest ihm / langwährende Tage für alle Zeiten.“ Ignorierte man die späten Akzente der Masoreten, könnte man das Verb gar in Zeile b schieben: „Um Leben bat er, / du gewährtest ihm Länge der Tage...“. Die meisten Üss. und Kommentare vereindeutigen aber zu Vrs. (1), weil die Zeilengrenzen in der biblischen Poesie meist mit Satz(glied)grenzen übereinstimmen (so z.B. Olshausen 1853, S. 120). Nicht immer allerdings, und gerade hier wäre ein Enjambement oder eine überlange zweite Halbzeile sehr gut erklärlich, weil dann gerade die Rede von der unendlich langen „Dauer an Tagen für immer und ewig“ sich entweder über zwei Halbzeilen erstreckte oder in einer überlangen Zeile stünde. In der Üs. muss man sich hier nicht entscheiden: Beide Möglichkeiten offenhalten und gleichzeitig die mögliche Apokoinu erhalten kann man in der Üs., wenn man übersetzt wie oben vorgeschlagen. Ähnlich gut Alter 2007, S. 68: „Life he asked You – You gave him, / length of days for time without end.“</ref>
_Dauer an Tagen [für] immer und ewig.<ref>''immer und ewig'' – Auch die Vorstellung, das von Gott verliehene Königtum und der von ihm ermächtigte König währten und lebten ewig, war im Alten Orient weit verbreitet. Vgl. dazu v.a. Quintens 1978, S. 520ff. Auch noch häufiger in der Bibel: [[Psalm 61#s7 |Ps 61,7f.]] wird gewünscht: „''Des Königs Jahre werden sein wie Generation und Generation. Er wird ewig vor Gottes Angesicht thronen.''“, ähnlich [[Jesaja 9#s6 |Jes 9,6f.]] und [[Lukas 1#s33 |Lk 1,33]] über den Messias/messianischen König. Wohl daher war die typische Grußformel für einen König: „Der König lebe ewig!“ ([[1Könige 1#s31 |1 Kön 1,31]]; [[Nehemia 2#s3 |Neh 2,3]]; [[Daniel 2#s4 |Dan 2,4]]).<br />Auch hierfür '''vier weitere Beispiele''': Über den ägyptischen König Hor-em-heb wir berichtet, dass der Gott Amun selbst ihn gekrönt habe wie folgt: „''Seht! Amun ist zum Palast gekommen, seinen Sohn vor sich herführend, um auf seinem Kopf seine Krone zu befestigen, um seine Lebenszeit ihm gleich zu erhöhen!''“ (TUAT I/6, S. 538); vom ägyptischen König Pije heißt es auf dessen Siegesstele, der König Peftuabast habe zu ihm gesprochen: „''Du Bild des Harachte (=Horus) über den nicht untergehenden Sternen! Wie er König ist, so bist du König, wie er nicht untergeht, so gehst auch du nicht unter! König von Ober- und Unterägypten, Pije – ewig lebend!''“ (ebd., S. 572), nach der akkadischen Ritualtafen ''bit rimki'' soll der König sprechen: „''Möge meine Regierungszeit sich dauernd erneuern, möge vor [dem Gott] Schamasch mein Leben ewig währen! Wie Gold möge ich keine Trübung erfahren, mögen mir geschenkt sein lange Lebenstage!“ (TUAT II/2, S. 254), und im akkadischen Spruch an König Asarhaddon spricht die Göttin Ischtar: „''In Assur, Ninive, Kalach und Arbela werde ich lange Tage, ewige Jahre dem Asarhaddon, meinem König, geben. Deine große Hebamme bin ich, deine gute Amme bin ich. Für lange Tage, ewige Jahre habe ich deinen Thron unter dem großen Himmel fest aufgestellt.''“ (TUAT II/1, S. 58).</ref>
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_Dauer an Tagen [für] immer und ewig.
{{S|6}} Groß [wird sein]<ref name="Tempus" /> sein Ansehen (seine Pracht)<ref>''Ansehen (Pracht)'' – Das Nomen ''kabod'' hat, ebenso wie ''hod'' und ''hadar'' im nächsten Halbvers, sowohl eine materielle („Pracht“) als auch immaterielle („Ansehen, Ehre“) Bedeutung. Ich (G.S.) halte es für wahrscheinlicher, dass Gott Ansehen und Einfluss gibt als Reichtum, s. auch der folgende Vers.</ref> durch deine Hilfe,
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{{S|6}} Groß [wird sein]<ref name="Tempus" /> seine Herrlichkeit (Glorie, Ansehen, Pracht) durch deine Hilfe,
 
_Hoheit (Pracht) und Erhabenheit (Herrlichkeit, Schmuck) legst du auf ihn,
 
_Hoheit (Pracht) und Erhabenheit (Herrlichkeit, Schmuck) legst du auf ihn,
 
{{S|7}} Denn (ja!,) du setzt [auf] ihn (gibst ihm, machst ihn zu) Segnungen (Segensgaben),
 
{{S|7}} Denn (ja!,) du setzt [auf] ihn (gibst ihm, machst ihn zu) Segnungen (Segensgaben),
_Du machst ihn froh mit Freude bei deinem Angesicht.<ref>'''Textkritik''': Statt ''bei deinem Angesicht'' (''´et-paneka'') übersetzt Tg ''dmn qdmk'', „das von vor dir [kommt]“. BHS, Kraus 1961, Saur 2004, Salo 2017 u.a. schließen von hier zurück auf ein ursprüngliches ''me´et'' („''von'' bei [deinem Angesicht]“); Spieckermann 1989, S. 209 hält dies gar für den ursprünglichen Wortlaut und übersetzt: „du ergötzest ihn mit Freude 'von' deinem Antlitz“. Dass aber auch das „Angesicht“ ersetzt wurde durch den Ausdruck „vor dir“, legt sehr nahe, dass Tg kein anderer Text vorlag, sondern der Wortlaut des Tgs nur wie so häufig eine freie Widergabe zur Vermeidung anthropomorpher Rede von Gott ist – von Gott sollte man nach der Meinung der Tg-Autoren besser nicht so sprechen, als habe er ein „Gesicht“ wie ein Mensch.</ref></poem>
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_Du machst ihn froh mit Freude bei deinem Angesicht.<ref>''bei deinem Angesicht'' – Das „vor“ (wie ganz ähnlich in [[Psalm 16#s11 |Ps 16,11]]; [[Psalm 140#s13 |Ps 140,13]]) ist auffällig: Gesagt scheint nicht zu werden, dass Gottes Angesicht selbst es ist, das froh macht, sondern die Tatsache, dass sich der König ''bei'' oder ''vor'' diesem Angesicht befindet. Vielleicht ist dies ganz wörtlich zu verstehen es ist etwas Ähnliches vorausgesetzt wie in [[Psalm 110#s1 |Ps 110,1]]: Gott hat den König sich selbst so sehr angenähert, dass dieser als sein Stellvertreter „zu seiner Rechten“ (Ps 110,1), „bei seinem Angesicht“ sitzt.<br />'''Textkritik''': Statt ''bei deinem Angesicht'' (''´et-paneka'') übersetzt Tg ''dmn qdmk'', „das von vor dir [kommt]“. BHS, Kraus 1961, Saur 2004, Salo 2017 u.a. schließen von hier zurück auf ein ursprüngliches ''me´et'' („''von'' bei [deinem Angesicht]“); Spieckermann 1989, S. 209 hält dies gar für den ursprünglichen Wortlaut und übersetzt: „du ergötzest ihn mit Freude 'von' deinem Antlitz“. Dass aber auch das „Angesicht“ ersetzt wurde durch den Ausdruck „vor dir“, legt sehr nahe, dass Tg kein anderer Text vorlag, sondern der Wortlaut des Tgs nur wie so häufig eine freie Widergabe zur Vermeidung anthropomorpher Rede von Gott ist – von Gott sollte man nach der Meinung der Tg-Autoren besser nicht so sprechen, als habe er ein „Gesicht“ wie ein Mensch.</ref></poem>
  
  
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_Sie (planen =) schmieden Ränke (eine Plan), [aber] sie werden keinen Erfolg haben (es wird ihnen nicht gelingen),
 
_Sie (planen =) schmieden Ränke (eine Plan), [aber] sie werden keinen Erfolg haben (es wird ihnen nicht gelingen),
 
{{S|13}} Denn du wirst sie zum Rücken setzen (= machen, = in die Flucht schlagen),
 
{{S|13}} Denn du wirst sie zum Rücken setzen (= machen, = in die Flucht schlagen),
mit deinem Bogen<ref>''Bogen'' – wörtl.: „Bogensehne“. Die Bogensehne steht pars pro toto für den Bogen.<br />'''Textkritik''': Das Wort wird von Textkritikern merkwürdigerweise gar nicht kommentiert; MT hat aber sicher nicht den ursprünglichen Konsonantentext. ''mejtar'' ist sonst stets der „Zeltstrick“, nie die „Bogensehne“ und als solche auch noch pars pro toto der „Bogen“. „Bogensehne“ wäre ''jeter'' I, s. [[Psalm 11#s2 |Ps 11,2]]; oft in verwandten Sprachen. LXX, Sym und VUL übersetzen mit „gegen deine Verbliebenen“, setzen also ''jeter'' II, „Rest, Überschuss“, voraus, statt der Konsonanten ''bmjtrk'' also ''bjtrk''. In seinen Commentarioli übersetzt Hieronymus ebenfalls mit ''reliquiis'' („Verbliebene, Übrige“) und berichtet außerdem, dass das entsprechende Wort im Hebräischen ''pro bonis'' bedeute, „für die Guten“ – wahrscheinlich deutet er also auch hier als ''jeter'' II, nimmt es in seiner Erklärung aber in der Bed. „Vorzug, Vorzüglichkeit“ wie in [[Genesis 49#s3 |Gen 49,3]]; [[Sprichwörter 17#s7 |Spr 17,7]]. Stützen lässt sich MT nur evt. mit Tg, der aber mit ''´ețuna´'' („Strick“) übersetzt, was theoretisch für ''mejtar'' stehen könnte, in [[Ijob 30#s11 |Ijob 30,11]] aber auch Tgs Üs. von ''jeter'' I ist, und Hier, der anders als in VUL und in den Commentarioli mit ''funes tuos'', „deine Bänder“, übersetzt, was aber ebenfalls Üs. von ''jeter'' I sein könnte. Syr schließlich übersetzt mit ''țwjbk'', „deine Vorbereitungen“. Die unterschiedlichen Varianten lassen sich klar am besten durch ein ursprüngliches ''bjtrk'' („mit deiner/deinen Bogensehne(n)“) erklären. Im MT ist hierein ein zusätzliches ''-m-'' eingedrungen; LXX, Sym, VUL und Hier in den Commentarioli dagegen missdeuteten als ''jeter'' II, Tg und Hier etwas richtiger als „Seile, Bänder“. Im Syr zugrundeliegenden Text dürfte ''bjtrk'' zu ''btjrk'' verschrieben worden sein, was der Übersetzer von Syr daher als ''btjbk'' verlas (vgl. {{hebr}בתירך{{hebr ende}} mit {{hebr}בתיבך{{hebr ende}}).</ref> wirst du auf ihr Gesicht zielen.</poem>
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_Mit deinem Bogen<ref>''Bogen'' – wörtl.: „Bogensehne“. Die Bogensehne steht pars pro toto für den Bogen.<br />'''Textkritik''': Das Wort wird von Textkritikern merkwürdigerweise gar nicht kommentiert; MT hat aber sicher nicht den ursprünglichen Konsonantentext. ''mejtar'' ist sonst stets der „Zeltstrick“, nie die „Bogensehne“ und als solche auch noch pars pro toto der „Bogen“. „Bogensehne“ wäre ''jeter'' I, s. [[Psalm 11#s2 |Ps 11,2]]; oft in verwandten Sprachen. LXX, Sym und VUL übersetzen mit „gegen deine Verbliebenen“, setzen also ''jeter'' II, „Rest, Überschuss“, voraus, statt der Konsonanten ''bmjtrk'' also ''bjtrk''. In seinen Commentarioli übersetzt Hieronymus ebenfalls mit ''reliquiis'' („Verbliebene, Übrige“) und berichtet außerdem, dass das entsprechende Wort im Hebräischen ''pro bonis'' bedeute, „für die Guten“ – wahrscheinlich deutet er also auch hier als ''jeter'' II, nimmt es in seiner Erklärung aber in der Bed. „Vorzug, Vorzüglichkeit“ wie in [[Genesis 49#s3 |Gen 49,3]]; [[Sprichwörter 17#s7 |Spr 17,7]]. Stützen lässt sich MT nur evt. mit Tg, der aber mit ''´ețuna´'' („Strick“) übersetzt, was theoretisch für ''mejtar'' stehen könnte, in [[Ijob 30#s11 |Ijob 30,11]] aber auch Tgs Üs. von ''jeter'' I ist, und Hier, der anders als in VUL und in den Commentarioli mit ''funes tuos'', „deine Bänder“, übersetzt, was aber ebenfalls Üs. von ''jeter'' I sein könnte. Syr schließlich übersetzt mit ''țwjbk'', „deine Vorbereitungen“. Die unterschiedlichen Varianten lassen sich klar am besten durch ein ursprüngliches ''bjtrk'' („mit deiner/deinen Bogensehne(n)“) erklären. Im MT ist hierein ein zusätzliches ''-m-'' eingedrungen; LXX, Sym, VUL und Hier in den Commentarioli dagegen missdeuteten als ''jeter'' II, Tg und Hier etwas richtiger als „Seile, Bänder“. Im Syr zugrundeliegenden Text dürfte ''bjtrk'' zu ''btjrk'' verschrieben worden sein, was der Übersetzer von Syr sich daher syrisierend als ''btjbk'' erklärte (vgl. {{hebr}}בתירך{{hebr ende}} mit {{hebr}}בתיבך{{hebr ende}}).</ref> wirst du auf ihr Gesicht zielen.</poem>
  
  
 
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{{S|14}} Erhebe dich, JHWH, in deiner Macht!
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{{S|14}} Triumphiere,<ref>''Triumphiere'' – heb. ''rumah'', w. „Sei hoch!“, daher meist übersetzt, als stünde ''qumah'', „erhebe dich“, d.h. „sitze nicht länger, sondern beginne zu handeln!“ Doch das bed. das Verb ''rum'' nie; gemeint ist: „Sei hoch, sei erhaben“, nämlich indem du triumphierst. Besser daher Ges18, S. 1227: „triumphieren, überlegen sein“; Herkenne 1936: „Triumphiere!“, König 1927: „Sei hoch“ (S. 471: i.S.v. „Sei überlegen, siegreich oder triumphierend!“).</ref> JHWH, in deiner Macht (Kraft)!
Wir wollen (lasst uns) singen und musizieren (preisen, singen) [von] deinen machtvollen Taten (deiner Kraft, Stärke).
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_Wir wollen (lasst uns) singen und musizieren (preisen, singen) [von] deiner Stärke (Machttat, Machttaten, Kraft)!<ref>'''Textkritik''': Sg. im MT (''geburateka''); einige MSS, LXX, VUL, Hier üs. aber Pl. Wahrscheinlich liegt dem kein anderer Konsonantentext zugrunde, sondern sie deuten die Konsonanten ''gbrtk'' als defektiv geschriebenen Plural ''geburoteka''.</ref>
 
 
 
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{{Bemerkungen}}
 
{{Bemerkungen}}
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Das eigentliche Anliegen von Ps 21 zeigt sich erst im letzten Vers, einer abschließenden Bitte an Gott, er möge in seiner Macht triumphieren, so dass die Sprecher von seiner Stärke singen können. Vorgeschaltet sind dieser Bitte ein sehr viel längerer Abschnitt aus zweimal zwei Strophen, der im Stil eines Vertrauensliedes wie [[Psalm 23 |Ps 23]] dargeboten wird: Schon vor Gottes rettendem Handeln wird er über zwölf Verse hinweg dafür gepriesen, wie er (1) an seinem König (Vv. 2-7) und (2) an dessen Feinden (Vv. 8-13) handeln wird. Jede dieser Strophen schließt mit einer „Setzung“ Gottes: Er wird dem König eine Krone aufs Haupt setzen (V. 4), auf ihn Segnungen setzen (V. 7), die Gegner dagegen zu Feuerofen „setzen“, also verbrennen (V. 10), und „zum Rücken setzen“, also in die Flucht schlagen (V. 13). Der Psalm wird umrahmt mit der Rede von der „Macht“ Gottes, über die sich der König sicherlich freuen können wird (V. 2), und die daher hiermit erbeten wird (V. 14).
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Etwas näher eingegangen werden muss hier noch auf die '''Vv. 4-7''', die sich nur richtig verstehen lassen vor dem Hintergrund altorientalischer Vorstellungen über das Wesen des Königtums und das Verhältnis der Götter zu diesem. Das Königtum im Alten Orient ist ganz selbstverständlich ein Königtum ''von Gottes Gnaden''. ''Gott'' ist es, der seinen König „einsetzt“ ([[Psalm 2#l6 |Ps 2,6]]), wegen ihm steht der Thron des Königs sicher ([[Psalm 89#l4 |Ps 89,4f.30.37f.]]), da er für ihn und an seiner Seite streitet. Auf ''Gottes'' Salbung und Segnung ('''4a''') ist es daher zurückzuführen, dass der König König ist; ''er'' ist es, der den König „krönt“ ('''4b''').<ref>Die Vorstellung, dass die Königsinsignien einem König durch Götter verliehen werden müssen, war im ganzen Alten Orient verbreitet.<br />'''Vier Beispiele''': Auf der ägyptischen Wahlstele des Königs Aspelta fragt dieser seinen Gott Amun: „''Willst du mir dies hervorragende Amt übertragen, ohne dass ich es verlangt hätte? Ist das dein fester Wille? Willst du mir nach deinem Willen Diadem und Szepter anvertrauen?''“ (TUAT II/1, S. 122); in einem sumerischen Krönungsritual muss der König ins Heiligtum Eanna zur Göttin Inanna treten: „''Er näherte sich ihr zum leuchtenden Hochsitz; ein Szepter aus Lapislazuli legte sie in seine Hand. Zum Hochsitz der Ninmenna näherte er sich ihr; eine Krone aus Gold setzte sie fest auf sein Haupt.''“ (TUAT II/2, S 168f.), und in einem akkadischen Ritual für das Florieren einer Gastwirtschaft wir die Göttin Ischtar gepriesen: „''Tochter des Anu, Abkomme der großen Götter, die Szepter, Thron und Regierung allen Königen verleiht, Herrin der Länder!''“ Salo 2017, S. 112 zitiert gut auch einen babylonischen Ausschnitt über die Thronbesteigung des Königs Nabopollassar, wo es von der ganzen Versammlung der Götter heißt: „''Die Krone setzten sie ihm auf das Haupt, ließen ihn sich auf den Thron des Königtums setzen. ... Die Großen riefen in ihrer Freude: ‚O Herr, König, mögest du für immer leben!‘''“.</ref> Mit dieser Einsetzung als König gehen nach altorientalischer Vorstellung aber noch weitere, ''überweltliche'' Segnungen einher. Von diesen ist in '''Vv. 5-7''' die Rede: Gott macht seinen König nicht nur zum König, sondern verleiht ihm darüber hinaus auch ewiges Leben, Herrlichkeit, Pracht und Majestät. Auch die Vorstellung, dass ein König ewiges Leben verliehen bekomme ('''V. 5'''), ist im Alten Orient weit verbreitet.<ref>Vgl. dazu v.a. Quintens 1978, S. 520ff. Auch noch häufiger in der Bibel: [[Psalm 61#s7 |Ps 61,7f.]] wird gewünscht: „''Des Königs Jahre werden sein wie Generation und Generation. Er wird ewig vor Gottes Angesicht thronen.''“, in [[Psalm 72#l5 |Ps 72,5]] wird dem König verheißen, er werde „gleich der Sonne und dem Mond gefürchtet werden von Geschlecht zu Geschlecht“, nach [[Psalm 110#l4 |Ps 110,4]] hat Gott dem König zugeschworen, er sei „Priester auf ewig nach dem Gesetz Melki-sedeks / des wahren Königs“. Ähnlich [[Jesaja 9#s6 |Jes 9,6f.]] und [[Lukas 1#s33 |Lk 1,33]] über den Messias/messianischen König. Wohl daher war die typische Grußformel für einen König: „Der König lebe ewig!“ ([[1Könige 1#s31 |1 Kön 1,31]]; [[Nehemia 2#s3 |Neh 2,3]]; [[Daniel 2#s4 |Dan 2,4]]).<br />Auch hierfür '''vier weitere Beispiele''': Über den ägyptischen König Hor-em-heb wir berichtet, dass der Gott Amun selbst ihn gekrönt habe wie folgt: „''Seht! Amun ist zum Palast gekommen, seinen Sohn vor sich herführend, um auf seinem Kopf seine Krone zu befestigen, um seine Lebenszeit ihm gleich zu erhöhen!''“ (TUAT I/6, S. 538); vom ägyptischen König Pije heißt es auf dessen Siegesstele, der König Peftuabast habe zu ihm gesprochen: „''Du Bild des Harachte (=Horus) über den nicht untergehenden Sternen! Wie er König ist, so bist du König, wie er nicht untergeht, so gehst auch du nicht unter! König von Ober- und Unterägypten, Pije – ewig lebend!''“ (ebd., S. 572), nach der akkadischen Ritualtafen ''bit rimki'' soll der König sprechen: „''Möge meine Regierungszeit sich dauernd erneuern, möge vor [dem Gott] Schamasch mein Leben ewig währen! Wie Gold möge ich keine Trübung erfahren, mögen mir geschenkt sein lange Lebenstage!“ (TUAT II/2, S. 254), und im akkadischen Spruch an König Asarhaddon spricht die Göttin Ischtar: „''In Assur, Ninive, Kalach und Arbela werde ich lange Tage, ewige Jahre dem Asarhaddon, meinem König, geben. Deine große Hebamme bin ich, deine gute Amme bin ich. Für lange Tage, ewige Jahre habe ich deinen Thron unter dem großen Himmel fest aufgestellt.''“ (TUAT II/1, S. 58).</ref> Mit diesem ewigen Leben gerät der König geradezu in die Nähe der Gottgleiche. Entsprechendes gilt für die Verleihung von ''kabod'', ''hod'' und ''hadar'' in '''V. 6''': Alle drei Begriffe sind theologisch sehr aufgeladen und können sämtlich zwar auch von Menschen ausgesagt werden, sind recht eigentlich aber v.a. Attribute ''Gottes''. ''kabod'', die „Herrlichkeit“, ist wörtl. eigentlich die „Schwere“, das „Gewichtige“, „das [jemanden] auszeichnet und ihm Ansehen verleiht [und lässt daher] zunächst an etwas äußerlich sichtbar Erscheinendes denken, sei es nun der Reichtum, für den ''kabod'' geradezu als Synonym eintreten kann, sei es die äußere Ehrenstellung, Macht und Erfolg. So schließt auch Gottes ''kabod'', seine ‚Ehre‘ oder ‚Herrlichkeit‘, das Moment der in die Augen fallenden Erscheinung in sich.“ (Eichrodt 1964, S. 11f.). Speziell kann diese ''göttliche kabod'' auch für Gottes „Lichtkleid“ stehen, eine Art leuchtende Aureole, die nach altorientalischer Vorstellung Göttern eignete (vgl. z.B. Amzallag 2015; Podella 1996, bes. S. 124-63; und s. z.B.  [[Psalm 104#s1 |Ps 104,1f.]]; [[Jesaja 60#s1 |Jes 60,1-3]]). Ähnliches gilt für ''hod'' und ''hadar'', die wie hier auch in [[1Chroniken 16#s27 |1 Chr 16,27]]; [[Psalm 96#s6 |Ps 96,6]]; [[Psalm 104#s1 |104,1]]; [[Psalm 111#s3 |111,3]] und [[Psalm 145#s5 |145,5]] in einem Atemzug genannt werden. ''hadar'' ist zunächst konkret der „Schmuck“ und die „Pracht“ und dann auch allgemeiner „Glanz, Herrlichkeit, Hoheit, Majestät“; ''hod'' ganz ähnlich die „Hoheit, Majestät“, die ebenfalls mit „Glanz“ assoziiert wird (s. [[1Chroniken 29#s11 |1 Chr 29,11]]; [[Ijob 37#s22 |Ijob 37,22]]; [[Habakuk 3#s3 |Hab 3,3f.]]). Verwandt ist diese Vorstellung der lichtreichen Herrlichkeit, Pracht und Majestät Gottes mit dem mesopotamischen ''melammu''-Konzept: Göttern eignet ''melammu'', „Schreckensglanz“, und ernennen die Götter einen König, lassen sie ihn an diesem göttlichen Glanz teilhaben, sodass er derart auch zu einem Attribut des Königs wird.<ref>
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[[Datei:Nimbus.jpg|miniatur|rechts|Oben: Rollsiegel aus Gorgippa. In Nimbus gehüllter Gott reitet auf Löwen auf einen anbetenden König zu. Quelle: BODO 12123.<br />Unten: Gehüllt in himmlischen Lichtglanz fährt der König triumphal auf seinem Streitwagen einher. Quelle: BODO 34706]]
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Vgl. hierzu z.B. [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/200470/#h9 Investitur (WiBiLex), bes. Abschnitt 3.3.4]; Aster 2009, S. 312; Oppenheim 1943; Wagner 2012, S. 148-54; zur ''melammu''-Vorstellung gut auch Emelianov 2010.<br />'''Vier Beispiele''': Adad-Nirari II. berichtet von seiner Krönung: „''Nachdem die großen Götter mir das Szepter in die Hand gelegt hatten, das die Völker führt, setzten sie mir die Königskrone auf und übertrugen mir den königlichen Schreckensglanz.''“(Üs. nach Wagner 2012, S. 153); in einem Gebet für den König heißt es: „''Fülle des Lebens gebe dir Sin! Schamasch, der Hirte der Länder, erleuchte dich wie ein heller Tag! ... Nergal, der Fürst der großen Götter, gebe dir eine starke Waffe! Ischtar, die Herrin, umgebe dich mit gleißendem Glanz!''“ (TUAT II/6, S. 820). Im Krönungshymnus des Assurbanipal wird gesprochen: „''An hat seine Krone gegeben, Enlil hat seinen Thron gegeben, Ninurta hat seine Waffe gegeben, Nergal hat seinen gleißenden Glanz gegeben...!''“ (Üs.: Lang 2010, S. 28). Umgekehrt lautet ein Fluch im Codex Hammurapi: „''Der große Anu, der Vater der Götter, der mich zur Regierung berufen hat, möge [dem König] den Glanz des Königtums wegnehmen, sein Zepter zerbrechen, seine Geschicke verfluchen!''“ (TUAT I/1, S. 77).<br />Dass von diesem „Glanz“ so häufig im Zusammenhang mit der Rede von Königsinsignien gesprochen wird, legt nahe, dass er irgendwie an diese gekoppelt ist (so ja auch hier, wo Gott dem König nach V. 4 die Krone verleiht). Vgl. deutlich z.B. mehrfach im Epos ''Enuma Elisch'': Dort besiegt der Gott Ea den Mummu, „''zerriss seine Sehnen, zog ab seine Krone, nahm weg seinen Glanz und legte ihn selbst an.''“ (TUAT III/4, S. 571). Ähnlich war der Gott Bel in einer Schlacht „''gekleidet in einen Rock, einen fürchterlichen Panzermantel, und trug auf seinem Haupt schrecklichen Glanz.''“ (ebd., S. 585); etwas später zieht er „''das fürstliche Gewand an, mit einer Krone des Schreckens als königlichem Glanz.''“ (ebd., S. 590). Vgl. noch sehr deutlich einen sumerischen Ritualtext: „''Das Szepter gibst du dem König und die Beschwörung ‚Holz des Meeres‘ rezitierst du, den goldenen Kronreif gibst du und die Beschwörung ‚Krone, deren Schreckensglanz‘ rezitierst du. Du gibst die Waffe und rezitierst die Beschwörung ‚Waffe, die mit ehrfurchtgebietendem Glanz ausgestattet ist‘.''“ (Üs. nach Berlejung 1996, S. 15f.); eine ähnliche Beschwörung übersetzt Berlejung 1998, S. 459: „''Erhabene Krone, Krone, die mit ehrfurchtgebietendem Glanz ausgestattet ist, Krone, deren gleißender Glanz [...], Krone, die wie der Tag leuchtet, deren ''melammu'' den Himmel berührt. Krone der Pracht, die voll Fülle ist zum Staunen, Krone, deren Aussehen rotglänzend ist, wie [der Sonnengott] Schamasch trägt sie den Glanz über die Länder.''“</ref> Wie hier vom König gesprochen wird, liegt also ganz auf einer Linie mit verwandten altorientalischen Konzeptionen des Königtums: Gott ist es, der den König zum König macht, und darin liegt nicht nur, dass ''er'' es ist, der ihm die Krone als königliche Insignie übergibt, sondern auch die Segnung mit ewigem Leben und die Anteilgabe an der himmlischen Herrlichkeit und dem göttlichen Glanz.
  
 
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Version vom 12. August 2019, 01:33 Uhr

SF in Arbeit.png
Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Folgt-später.png
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Psalm 21)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 21)

1Für den (vom) Chorleiter. Ein Psalm von (für, nach Art von) David.

2 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., über deine Macht (Kraft) wird sich [der] König freuen können,a
Über deine Hilfe, wie wird er frohlocken können sehr,b
3 [weil]a du ihm das Begehren (Verlangen) seines Herzens (gabst =) gewährtest (gewährst)
Und das Verlangen seiner Lippen nicht verweigertest (verweigerst). {Selah}c
4 Denn (ja!,) du wirst ihm begegnen (entgegenkommen) mit guten Segnungen (Segensgaben),
Wirst auf sein Haupt eine Krone aus Feingold setzen.


5 [Weil]a er Leben von dir erbat, gabst (gewährest) du (gabst du['s]) ihm –d
Dauer an Tagen [für] immer und ewig.
6 Groß [wird sein]a seine Herrlichkeit (Glorie, Ansehen, Pracht) durch deine Hilfe,
Hoheit (Pracht) und Erhabenheit (Herrlichkeit, Schmuck) legst du auf ihn,
7 Denn (ja!,) du setzt [auf] ihn (gibst ihm, machst ihn zu) Segnungen (Segensgaben),
Du machst ihn froh mit Freude bei deinem Angesicht.e


8 Weil (ja!, denn) der König auf JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. vertraut,
Wird er durch die (dank der) Solidarität (Treue, Verbundenheit) des Höchsten [mit ihm] nicht wanken.f
9 Es wird erobern (finden, Es wird erobert werden ... durch)g deineh Hand alle deine Gegner (Feinde),
Deine Rechte wird ([alle])i deine Hasser (Feinde, Gegner) erobern (finden).
10 Du wirst sie setzen (=machen) wie ([in]) einen (ein) Feuerofenj
Zur Zeit deines Angesichts,k JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.l,
In seinem Zorn (seiner Nase) wird er sie verschlingen (vertilgen),
Und es wird sie (fressen =) verzehren Feuer.


11 Ihre [Leibes]frucht wirst du ausrotten von der Erde
Und (ihren Samen =) ihre Nachkommenschaft von den Menschenkindern,
12 Denn sie (haben ausgespannt =) sind aus (weil sie aus sind..., werden sie) wider dich auf Böses,
Sie (planen =) schmieden Ränke (eine Plan), [aber] sie werden keinen Erfolg haben (es wird ihnen nicht gelingen),
13 Denn du wirst sie zum Rücken setzen (= machen, = in die Flucht schlagen),
Mit deinem Bogenm wirst du auf ihr Gesicht zielen.


14 Triumphiere,n JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., in deiner Macht (Kraft)!
Wir wollen (lasst uns) singen und musizieren (preisen, singen) [von] deiner Stärke (Machttat, Machttaten, Kraft)!o

Anmerkungen

Das eigentliche Anliegen von Ps 21 zeigt sich erst im letzten VersEin Teil in einem Kapitel., einer abschließenden Bitte an Gott, er möge in seiner Macht triumphieren, so dass die Sprecher von seiner Stärke singen können. Vorgeschaltet sind dieser Bitte ein sehr viel längerer Abschnitt aus zweimal zwei Strophen, der im Stil eines Vertrauensliedes wie Ps 23 dargeboten wird: Schon vor Gottes rettendem Handeln wird er über zwölf Verse hinweg dafür gepriesen, wie er (1) an seinem König (Vv. 2-7) und (2) an dessen Feinden (Vv. 8-13) handeln wird. Jede dieser Strophen schließt mit einer „Setzung“ Gottes: Er wird dem König eine Krone aufs Haupt setzen (V. 4), auf ihn Segnungen setzen (V. 7), die Gegner dagegen zu Feuerofen „setzen“, also verbrennen (V. 10), und „zum Rücken setzen“, also in die Flucht schlagen (V. 13). Der Psalm wird umrahmt mit der Rede von der „Macht“ Gottes, über die sich der König sicherlich freuen können wird (V. 2), und die daher hiermit erbeten wird (V. 14).

Etwas näher eingegangen werden muss hier noch auf die Vv. 4-7, die sich nur richtig verstehen lassen vor dem Hintergrund altorientalischer Vorstellungen über das Wesen des Königtums und das Verhältnis der Götter zu diesem. Das Königtum im Alten Orient ist ganz selbstverständlich ein Königtum von Gottes Gnaden. Gott ist es, der seinen König „einsetzt“ (Ps 2,6), wegen ihm steht der Thron des Königs sicher (Ps 89,4f.30.37f.), da er für ihn und an seiner Seite streitet. Auf Gottes Salbung und Segnung (4a) ist es daher zurückzuführen, dass der König König ist; er ist es, der den König „krönt“ (4b).p Mit dieser Einsetzung als König gehen nach altorientalischer Vorstellung aber noch weitere, überweltliche Segnungen einher. Von diesen ist in Vv. 5-7 die Rede: Gott macht seinen König nicht nur zum König, sondern verleiht ihm darüber hinaus auch ewiges Leben, Herrlichkeit, Pracht und Majestät. Auch die Vorstellung, dass ein König ewiges Leben verliehen bekomme (V. 5), ist im Alten Orient weit verbreitet.q Mit diesem ewigen Leben gerät der König geradezu in die Nähe der Gottgleiche. Entsprechendes gilt für die Verleihung von kabod, hod und hadar in V. 6: Alle drei Begriffe sind theologisch sehr aufgeladen und können sämtlich zwar auch von Menschen ausgesagt werden, sind recht eigentlich aber v.a. Attribute Gottes. kabod, die „Herrlichkeit“, ist wörtl. eigentlich die „Schwere“, das „Gewichtige“, „das [jemanden] auszeichnet und ihm Ansehen verleiht [und lässt daher] zunächst an etwas äußerlich sichtbar Erscheinendes denken, sei es nun der Reichtum, für den kabod geradezu als Synonym eintreten kann, sei es die äußere Ehrenstellung, Macht und Erfolg. So schließt auch Gottes kabod, seine ‚Ehre‘ oder ‚Herrlichkeit‘, das Moment der in die Augen fallenden Erscheinung in sich.“ (Eichrodt 1964, S. 11f.). Speziell kann diese göttliche kabod auch für Gottes „Lichtkleid“ stehen, eine Art leuchtende Aureole, die nach altorientalischer Vorstellung Göttern eignete (vgl. z.B. Amzallag 2015Amzallag, Nissim: The Material Nature of the Radiance of YHWH and its Theological Implications, in: SJOT 29/1, 2015. S. 80-96. online unter: https://goo.gl/lrXtyj; Podella 1996, bes. S. 124-63; und s. z.B. Ps 104,1f.; Jes 60,1-3). Ähnliches gilt für hod und hadar, die wie hier auch in 1 Chr 16,27; Ps 96,6; 104,1; 111,3 und 145,5 in einem Atemzug genannt werden. hadar ist zunächst konkret der „Schmuck“ und die „Pracht“ und dann auch allgemeiner „Glanz, Herrlichkeit, Hoheit, Majestät“; hod ganz ähnlich die „Hoheit, Majestät“, die ebenfalls mit „Glanz“ assoziiert wird (s. 1 Chr 29,11; Ijob 37,22; Hab 3,3f.). Verwandt ist diese Vorstellung der lichtreichen Herrlichkeit, Pracht und Majestät Gottes mit dem mesopotamischen melammu-Konzept: Göttern eignet melammu, „Schreckensglanz“, und ernennen die Götter einen König, lassen sie ihn an diesem göttlichen Glanz teilhaben, sodass er derart auch zu einem Attribut des Königs wird.r Wie hier vom König gesprochen wird, liegt also ganz auf einer Linie mit verwandten altorientalischen Konzeptionen des Königtums: Gott ist es, der den König zum König macht, und darin liegt nicht nur, dass er es ist, der ihm die Krone als königliche Insignie übergibt, sondern auch die Segnung mit ewigem Leben und die Anteilgabe an der himmlischen Herrlichkeit und dem göttlichen Glanz.

aDie Tempusfolge in Vv. 2-7 ist schwer erklärlich: X-Yiqtol (in 2b ist darüber hinaus die alternative Lesart X-Jussiv überliefert) in v. 2 – X-Qatal in v. 3 – ki Yiqtol-X in v. 4 – Qatal in v. 5 – NS + X-Yiqtol in v. 6 – ki Yiqtol-X in v. 7.
Yiqtol wird i.d.R. zum Ausdruck des Futur und von Modalität verwendet (in der Wortstellung Yiqtol-X v.a. zum Ausdruck von Modalität), Qatal zum Ausdruck von Vergangenheit und Gegenwart, NS meist für Gegenwart, kann aber theoretisch für jede Zeitstufe stehen und muss hier wg. der Parallelität von vv. 2b und 6a wohl futurisch gedeutet werden. Übersetzte man mechanisch alle Zeilen als Hauptsätze, könnte dies recht eigentlich nur so gedeutet werden, dass Gott dem König bereits jetzt sein Begehr gewährt(e) (v. 3) und ewiges Leben verleiht/verlieh (v. 5), der König sich aber erst zukünftig über JHWHs Kraft freuen und über seine Rettung jubeln können wird (v. 2), wie auch dieser erst zukünftig Segnungen für ihn bereit hält (v. 4), ihn krönen (v. 4), mit Pracht, Ehre und Glanz ausstatten (v. 6), zum Segen machen und erfreuen wird (v. 7). Besonders verblüffend wäre dabei, dass dann gerade der allgemeinste Ausdruck in v. 3 im Qatal stünde, die meisten Ausfaltungen (?) von des Königs „Begehr“ aber im Yiqtol.
In Üss. und Kommentaren wird dies fast stets eingeebnet und durchgehend mit Vergangenheit übersetzt. Ausnahmen sind Zuber 1986Zuber, Beat: Die Psalmen. Eine Studienübersetzung unter besonderer Berücksichtigung des hebräischen Tempus. Heidelberg, 1986. und Buttenwieser 1922Buttenwieser, Moses: The Book of Job. London, 1922., wobei letzterer den ganzen Abschnitt wegen der vielen Yiqtols als Bittlied deutet und auch die beiden Qatal-Stellen futurisch übersetzt, was eher fern liegt, aber immer noch näher am MT ist, da dort die Yiqtolformen klar überwiegen (7 Yiqtols + 1 wohl futurischer NS auf 4 Qatals).
Am einfachsten erklärlich ist dies so, dass die X-Qatals vv. 3 und 5aα diese als kausale Nebensätze von vv. 2 und 5aβ.b markieren und die Realisierung des laut 5b bereits geschenkten ewigen Lebens qua ewigem Leben ebenso wie die anderen Segnungen erst noch aussteht. (Zurück zu v.2 / zu v.3 / zu v.5 / zu v.6)
bTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: wie ... sehr: Beide Funktionswörter dienen der EmphaseStilmittel: Besondere Hervorhebung eines Wortes durch verschiedene sprachl. Mittel. Manchmal soll durch diese Hervorhebung signalisiert werden, dass das Wort hier auf eine bestimmte Weise zu verstehen ist, z.B. in „Nicht alle Soldaten sind Männer, aber alle Soldaten sind MÄNNER“ soll durch die Intonation signalisiert werden, dass das zweite „Männer“ nicht wortwörtlich, sondern metaphorisch i.S.v. „mannhaft, tapfer“ verstanden werden soll. Meist dient die Emphase aber nur der Verstärkung eines Teils der Äußerung oder der ganzen Äußerung, z.B. in „Du bist wun-der-schön“ soll „wun-der-schön“ stärker sein als „wunderschön“, oder „Geh jetzt endlich HEIM“ soll insgesamt stärker sein als „Geh jetzt endlich heim“. (vgl. statt „über deine Hilfe kann er frohlocken“: „Über deine Hilfe, wie kann er frohlocken!“ und „Über deine Hilfe kann er sehr frohlocken“). Derart gedoppelt wie hier finden sich die beiden Wörter sonst nirgends. MT wird auch nur von TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. gestützt; in LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr., Hier und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. dagegen steht nur das zweite. Recht sicher ist diese Streichung von mah („wie“) eine nachträgliche Texterleichterung (so z.B. Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. 168; anders z.B. Houbigant 1777Houbigant, Charles-François: Notae Criticae in Universos Veteris Testamenti Libros Cum Hebraice, Tum Graece Scriptus. Cum Integris Eiusdem Prolegominis, Band 2. Frankfurt, 1777. online unter: http://goo.gl/qJ5OSW, S. 14), die aber gleichzeitig anzeigt, dass MT so nicht ganz unproblematisch ist und daher nicht einfachhin geglättet werden sollte zu „wie sehr frohlockt er!“: Die Doppelung der beiden Funktionswörter ist sehr redundant und verleiht der Zeile sehr starke EmphaseStilmittel: Besondere Hervorhebung eines Wortes durch verschiedene sprachl. Mittel. Manchmal soll durch diese Hervorhebung signalisiert werden, dass das Wort hier auf eine bestimmte Weise zu verstehen ist, z.B. in „Nicht alle Soldaten sind Männer, aber alle Soldaten sind MÄNNER“ soll durch die Intonation signalisiert werden, dass das zweite „Männer“ nicht wortwörtlich, sondern metaphorisch i.S.v. „mannhaft, tapfer“ verstanden werden soll. Meist dient die Emphase aber nur der Verstärkung eines Teils der Äußerung oder der ganzen Äußerung, z.B. in „Du bist wun-der-schön“ soll „wun-der-schön“ stärker sein als „wunderschön“, oder „Geh jetzt endlich HEIM“ soll insgesamt stärker sein als „Geh jetzt endlich heim“.: der König frohlockt „überaus gewaltig“. (Zurück zu v.2)
c{Selah} - Ganz unklares Wort, das sich in vielen Psalmen findet, dessen Funktion aber unbekannt ist. In der LF daher besser auszusparen. S. näher Sela. (Zurück zu v.3)
dgabst du ihm (gabst du['s] ihm) – Vielleicht ApokoinuStilmittel: Ein Satzglied zwischen zwei Sätzen ist Syntagma in beiden Sätzen. Bsp.: Ijob 6,7: „Meine Seele weigert sich, anzutasten diese sind wie Schimmel meines Brotes.“ = „Meine Seele weigert sich, anzutasten diese.“ + „Diese sind wie Schimmel meines Brotes.“ (ähnlich Quintens 1978Quintens, Werner: La vie du roi dans le Psaume 21, in: Bib 59/4, 1978, S. 516-41., S. 532): „du gabst ihm“ könnte sich sowohl auf 5aα beziehen („Weil er Leben von dir erbat, gabst du['s] (sc. das Leben) ihm.“) als auch auf 5b („Weil er Leben von dir erbat, gabst du ihm Länge der Tage...“). Ähnlich wie Vrs. (2) z.B. Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936., S. 102: „Um Leben bat er, du gewährtest ihm / langwährende Tage für alle Zeiten.“ Ignorierte man die späten Akzente der Masoreten, könnte man das Verb gar in Zeile b schieben: „Um Leben bat er, / du gewährtest ihm Länge der Tage...“. Die meisten Üss. und Kommentare vereindeutigen aber zu Vrs. (1), weil die Zeilengrenzen in der biblischen Poesie meist mit Satz(glied)grenzen übereinstimmen (so z.B. Olshausen 1853Olshausen, Justus: Die Psalmen. Erklärt. Leipzig, 1853. online unter: http://goo.gl/mR9E53, S. 120). Nicht immer allerdings, und gerade hier wäre ein Enjambement oder eine überlange zweite Halbzeile sehr gut erklärlich, weil dann gerade die Rede von der unendlich langen „Dauer an Tagen für immer und ewig“ sich entweder über zwei Halbzeilen erstreckte oder in einer überlangen Zeile stünde. In der Üs. muss man sich hier nicht entscheiden: Beide Möglichkeiten offenhalten und gleichzeitig die mögliche ApokoinuStilmittel: Ein Satzglied zwischen zwei Sätzen ist Syntagma in beiden Sätzen. Bsp.: Ijob 6,7: „Meine Seele weigert sich, anzutasten diese sind wie Schimmel meines Brotes.“ = „Meine Seele weigert sich, anzutasten diese.“ + „Diese sind wie Schimmel meines Brotes.“ erhalten kann man in der Üs., wenn man übersetzt wie oben vorgeschlagen. Ähnlich gut Alter 2007Alter, Robert: The Book of Psalms. A Translation with Commentary. New York, 2007., S. 68: „Life he asked You – You gave him, / length of days for time without end.“ (Zurück zu v.5)
ebei deinem Angesicht – Das „vor“ (wie ganz ähnlich in Ps 16,11; Ps 140,13) ist auffällig: Gesagt scheint nicht zu werden, dass Gottes Angesicht selbst es ist, das froh macht, sondern die Tatsache, dass sich der König bei oder vor diesem Angesicht befindet. Vielleicht ist dies ganz wörtlich zu verstehen es ist etwas Ähnliches vorausgesetzt wie in Ps 110,1: Gott hat den König sich selbst so sehr angenähert, dass dieser als sein Stellvertreter „zu seiner Rechten“ (Ps 110,1), „bei seinem Angesicht“ sitzt.
TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Statt bei deinem Angesicht (´et-paneka) übersetzt TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. dmn qdmk, „das von vor dir [kommt]“. BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia, Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., Saur 2004Saur, Markus: Die Königspsalmen. Studien zur Entstehung und Theologie. Berlin, 2004., Salo 2017Salo, Reettakaisa S.: Die judäische Königsideologie im Kontext der Nachbarkulturen. Untersuchungen zu den Königspsalmen 2, 18, 20, 21, 45 und 72. Tübingen, 2017. u.a. schließen von hier zurück auf ein ursprüngliches me´et (von bei [deinem Angesicht]); Spieckermann 1989Spieckermann, Hermann: Heilsgegenwart. Eine Theologie der Psalmen. Göttingen, 1989. online unter: http://goo.gl/MZllRs, S. 209 hält dies gar für den ursprünglichen Wortlaut und übersetzt: „du ergötzest ihn mit Freude 'von' deinem Antlitz“. Dass aber auch das „Angesicht“ ersetzt wurde durch den Ausdruck „vor dir“, legt sehr nahe, dass TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. kein anderer Text vorlag, sondern der Wortlaut des Tgs nur wie so häufig eine freie Widergabe zur Vermeidung anthropomorpher Rede von Gott ist – von Gott sollte man nach der Meinung der TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.-Autoren besser nicht so sprechen, als habe er ein „Gesicht“ wie ein Mensch. (Zurück zu v.7)
fDas „Wanken“ ist in der biblischen Poesie eine häufige Metapher für eine Gefährdung, aus der direkt Vernichtung und Tod folgt. Wer dagegen „nicht wankt“ ist sicher und geschützt und wird daher ewig bestehen; s. bes. gut Spr 10,30; 12,3; auch Ps 16,8; 30,7; 46,6f; 62,3.7; 112,6; 125,1. Hier wird der König nicht „wanken“, weil, wie es im Folgenden heißt, seine Feinde sämtlich vernichtet werden werden. (Zurück zu v.8)
gTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: MT hat in 9a und 9b zwei Mal das selbe Verb in der selben Flexion: timșa´, w. eigentlich „es wird finden“. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. dagegen übersetzen 9a passivisch, „gefunden werde“, vokalisieren also wahrscheinlich die Konsonanten tmș´ als timmașe´, „es werde/möge gefunden werden (deine Hand durch alle deine Feinde)“. Der ursprüngliche Konsonantentext bot beide Möglichkeiten; gemeint war wahrscheinlich aber die übliche aktivische Vokalisierung – Wiederholung des selben Worts in zwei Halbzeilen findet sich z.B. auch in Ijob 8,3; mit dem selben Verb in der selben Flexion z.B. in 11,7. Die „Hand“ ist noch häufiger Subjekt, nie aber Objekt des Verbs „finden“.
„Jmds Hand findet etw/jmdn“ ≠ „jmd erreicht etw. / stößt auf etw.“, sd. entweder „jmd vermag etwas“ (Ri 9,33; 1 Sam 10,7; Pred 9,10; vgl. syr. mș´: „fähig sein, etw. vermögen“, asa. mț´, „stark sein, fähig sein“) oder, wie hier, „jmd erlangt, erobert etw/jmdn“ (Ijob 31,25; Jes 10,10.14; 57,10; ohne „Hand“ in Ri 5,30; Jer 50,24); so richtig Buttenwieser 1922Buttenwieser, Moses: The Book of Job. London, 1922., S. 101 und mit anderer Begründung ähnlich einerseits Ceresko 1982Ceresko, Anthony R.: The Function of Antanaclasis (mṣ´) 'to find' // (mṣ´) 'to reach, overtake, grasp' in Hebrew Poetry, especially in the Book of Qoheleth, in: CBQ 44, 1982. S. 551-569., S. 559; Dahood 1965Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms I. 1-50. New York, 1965., S. 130; Iwry 1966Iwry, Samuel: והנמצא – A Striking Variant Reading in 1QIsa, in: Textus 5, 1966. S. 34-43. Online unter: http://old.hum.huji.ac.il/upload/_FILE_1371645165.pdf, S. 36; Quintens 1978Quintens, Werner: La vie du roi dans le Psaume 21, in: Bib 59/4, 1978, S. 516-41., S. 533, die von einer zweiten Wurzel mș´ ausgehen, andererseits Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 42 und R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw. („Gewachsen allen Deinen Feinden zeigt sich Deine Hand“). (Zurück zu v.9)
hDeine – Wer ab V. 9 spricht und wer mit „du“ angesprochen wird, ist umstritten. Viele nehmen an, dass ab hier der König angesprochen wird. Da aber in Vv. 2-7 und auch V. 14 klar JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. mit „du“ angesprochen wird und im schwierigen V. 10 – gleich, wie man ihn auflöst –, mindestens auch JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. Subjekt der Vernichtung der Feinde ist, liegt die Annahme näher, dass auch hier nach wie vor JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. angesprochen wird. So z.B. auch Eerdmans 1947Eerdmans, B. D.: The Hebrew Book of Psalms. Leiden, 1947.; Fensham 1965Fensham, F. Charles: Ps 21 – A Covenant-Song?, in: ZAW 77/2, 1965. S. 193-202., S. 198; König 1927König, Eduard: Die Psalmen. eingeleitet, übersetzt und erklärt. Gütersloh, 1927.; Zorell 1928Zorell, Francisco S.J.: Psalterium Ex Hebraeo Latinum. Rom, 1928.. (Zurück zu v.9)
iTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: 2 Mss, LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. haben alle wie in 9a hier ein zusätzliches „alle“. Hier und SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX. stützen jedoch MT; sicher ist die Einfügung des zweiten „alle“ eine nachträgliche Angleichung an 9a. (Zurück zu v.9)
jUmstrittene Zeile. Drei Deutungen sind verbreitet: (1) „Du wirst es mit ihnen machen wie ein Feuerofen“, nämlich indem du sie verbrennst; (2) „Du wirst sie wie einen Feuerofen machen“, nämlich indem du sie in Flammen setzt. (3) Bes. häufig und ebenfalls möglich, da in Vergleichen die Präp. b („in“) häufig ausgespart wird (vgl. GKCGesenius, Wilhelm/Emil Kautzsch/Arthur Ernest Cowley: Gesenius' Hebrew Grammar. Oxford, 1909. §118s-w; Thierry 1963Thierry, G. J.: Remarks on Various Passages of the Psalms, in: Oudtestamentische Studiën 13. Leiden 1963. S. 77-97., S. 85f.), „du wirst sie setzen wie in einen Feuerofen“: Das Verbrennen im Feuerofen war im Alten Orient eine verbreitete Strafe; s. in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. noch 2 Sam 12,31; Jer 29,22; Dan 3,6ff..
Wegen 10cd, wonach die Feinde verbrannt werden, sollte man meinen, dass nicht sie mit einem Feuerofen verglichen werden, sd. JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.. Doch ähnliche Formulierungen legen recht deutlich (2) nahe; vgl. Ps 83,12.14: „Setze sie, ihre Fürsten, wie Oreb und Seb [...]; setze sie wie einen Wirbelsturm, wie Spreu im Wind!“; Jes 16,3: „Setze wie die Nacht deinen Schatten (=mache deinen Schatten nachtgleich)!“; Hos 2,5: „Ich werde sie setzen wie eine Wüstenlandschaft“. (Zurück zu v.10)
kzur Zeit deines Angesichts – singulärer Ausdruck. Am ehesten vergleichbar sind die Ausdrücke „Zeit der Vergeltung“ in Jer 8,12; 50,31; 51,6; Ez 21,30; Sir 5,7 und „Zeit des Zorns“ in Sir 44,17. Hier gewählt, um V. 10 mit V. 7 zu kontrastieren: „Denn du wirst ihm Segnungen setzen auf Dauer, wirst sie erfreuen mit Freude bei deinem Gesicht (´et-paneka)“ – „Du wirst sie setzen wie einen Feuerofen zur Zeit deines Gesichts (`et-paneka)“. (Zurück zu v.10)
lJHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. – Den Gottesnamen kann man als Anrede in dieser Vershälfte belassen, wo er im masoretischen Text auch steht, oder ihn als Subjekt in die nächste Vershälfte ziehen (JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., in seinem Zorn wird er sie verschlingen“), wie der Satz im Codex Aleppo, der zweitwichtigsten hebräischen Handschrift nach dem MT, aufgeteilt ist (vgl. deClaissé-Walford/Jacobson/Tanner 2014deClaissé-Walford, Nancy / Rolf A. Jacobson / Beth LaNeel Tanner: The Book of Psalms. Grand Rapids, 2014., S. 224f.). (Zurück zu v.10)
mBogen – wörtl.: „Bogensehne“. Die Bogensehne steht pars pro toto für den Bogen.
TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Das Wort wird von Textkritikern merkwürdigerweise gar nicht kommentiert; MT hat aber sicher nicht den ursprünglichen Konsonantentext. mejtar ist sonst stets der „Zeltstrick“, nie die „Bogensehne“ und als solche auch noch pars pro toto der „Bogen“. „Bogensehne“ wäre jeter I, s. Ps 11,2; oft in verwandten Sprachen. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. übersetzen mit „gegen deine Verbliebenen“, setzen also jeter II, „Rest, Überschuss“, voraus, statt der Konsonanten bmjtrk also bjtrk. In seinen Commentarioli übersetzt Hieronymus ebenfalls mit reliquiis („Verbliebene, Übrige“) und berichtet außerdem, dass das entsprechende Wort im Hebräischen pro bonis bedeute, „für die Guten“ – wahrscheinlich deutet er also auch hier als jeter II, nimmt es in seiner Erklärung aber in der Bed. „Vorzug, Vorzüglichkeit“ wie in Gen 49,3; Spr 17,7. Stützen lässt sich MT nur evt. mit TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische., der aber mit ´ețuna´ („Strick“) übersetzt, was theoretisch für mejtar stehen könnte, in Ijob 30,11 aber auch Tgs Üs. von jeter I ist, und Hier, der anders als in VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und in den Commentarioli mit funes tuos, „deine Bänder“, übersetzt, was aber ebenfalls Üs. von jeter I sein könnte. SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. schließlich übersetzt mit țwjbk, „deine Vorbereitungen“. Die unterschiedlichen Varianten lassen sich klar am besten durch ein ursprüngliches bjtrk („mit deiner/deinen Bogensehne(n)) erklären. Im MT ist hierein ein zusätzliches -m- eingedrungen; LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und Hier in den Commentarioli dagegen missdeuteten als jeter II, TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. und Hier etwas richtiger als „Seile, Bänder“. Im SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. zugrundeliegenden Text dürfte bjtrk zu btjrk verschrieben worden sein, was der Übersetzer von SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. sich daher syrisierend als btjbk erklärte (vgl. בתירך mit בתיבך). (Zurück zu v.13)
nTriumphiere – heb. rumah, w. „Sei hoch!“, daher meist übersetzt, als stünde qumah, „erhebe dich“, d.h. „sitze nicht länger, sondern beginne zu handeln!“ Doch das bed. das Verb rum nie; gemeint ist: „Sei hoch, sei erhaben“, nämlich indem du triumphierst. Besser daher Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 1227: „triumphieren, überlegen sein“; Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936.: „Triumphiere!“, König 1927König, Eduard: Die Psalmen. eingeleitet, übersetzt und erklärt. Gütersloh, 1927.: „Sei hoch“ (S. 471: i.S.v. „Sei überlegen, siegreich oder triumphierend!“). (Zurück zu v.14)
oTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Sg. im MT (geburateka); einige MSS, LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr., Hier üs. aber Pl. Wahrscheinlich liegt dem kein anderer Konsonantentext zugrunde, sondern sie deuten die Konsonanten gbrtk als defektiv geschriebenen Plural geburoteka. (Zurück zu v.14)
pDie Vorstellung, dass die Königsinsignien einem König durch Götter verliehen werden müssen, war im ganzen Alten Orient verbreitet.
Vier Beispiele: Auf der ägyptischen Wahlstele des Königs Aspelta fragt dieser seinen Gott Amun: „Willst du mir dies hervorragende Amt übertragen, ohne dass ich es verlangt hätte? Ist das dein fester Wille? Willst du mir nach deinem Willen Diadem und Szepter anvertrauen?(TUAT II/1, S. 122); in einem sumerischen Krönungsritual muss der König ins Heiligtum Eanna zur Göttin Inanna treten: „Er näherte sich ihr zum leuchtenden Hochsitz; ein Szepter aus Lapislazuli legte sie in seine Hand. Zum Hochsitz der Ninmenna näherte er sich ihr; eine Krone aus Gold setzte sie fest auf sein Haupt.(TUAT II/2, S 168f.), und in einem akkadischen Ritual für das Florieren einer Gastwirtschaft wir die Göttin Ischtar gepriesen: „Tochter des Anu, Abkomme der großen Götter, die Szepter, Thron und Regierung allen Königen verleiht, Herrin der Länder!Salo 2017Salo, Reettakaisa S.: Die judäische Königsideologie im Kontext der Nachbarkulturen. Untersuchungen zu den Königspsalmen 2, 18, 20, 21, 45 und 72. Tübingen, 2017., S. 112 zitiert gut auch einen babylonischen Ausschnitt über die Thronbesteigung des Königs Nabopollassar, wo es von der ganzen Versammlung der Götter heißt: „Die Krone setzten sie ihm auf das Haupt, ließen ihn sich auf den Thron des Königtums setzen. ... Die Großen riefen in ihrer Freude: ‚O Herr, König, mögest du für immer leben!‘“. (Zurück zum Text: p)
qVgl. dazu v.a. Quintens 1978Quintens, Werner: La vie du roi dans le Psaume 21, in: Bib 59/4, 1978, S. 516-41., S. 520ff. Auch noch häufiger in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott.: Ps 61,7f. wird gewünscht: „Des Königs Jahre werden sein wie Generation und Generation. Er wird ewig vor Gottes Angesicht thronen.“, in Ps 72,5 wird dem König verheißen, er werde „gleich der Sonne und dem Mond gefürchtet werden von Geschlecht zu Geschlecht“, nach Ps 110,4 hat Gott dem König zugeschworen, er sei „Priester auf ewig nach dem Gesetz Melki-sedeks / des wahren Königs“. Ähnlich Jes 9,6f. und Lk 1,33 über den Messias/messianischen König. Wohl daher war die typische Grußformel für einen König: „Der König lebe ewig!“ (1 Kön 1,31; Neh 2,3; Dan 2,4).
Auch hierfür vier weitere Beispiele: Über den ägyptischen König Hor-em-heb wir berichtet, dass der Gott Amun selbst ihn gekrönt habe wie folgt: „Seht! Amun ist zum Palast gekommen, seinen Sohn vor sich herführend, um auf seinem Kopf seine Krone zu befestigen, um seine Lebenszeit ihm gleich zu erhöhen!(TUAT I/6, S. 538); vom ägyptischen König Pije heißt es auf dessen Siegesstele, der König Peftuabast habe zu ihm gesprochen: „Du Bild des Harachte (=Horus) über den nicht untergehenden Sternen! Wie er König ist, so bist du König, wie er nicht untergeht, so gehst auch du nicht unter! König von Ober- und Unterägypten, Pije – ewig lebend!(ebd., S. 572), nach der akkadischen Ritualtafen bit rimki soll der König sprechen: „Möge meine Regierungszeit sich dauernd erneuern, möge vor [dem Gott] Schamasch mein Leben ewig währen! Wie Gold möge ich keine Trübung erfahren, mögen mir geschenkt sein lange Lebenstage!“ (TUAT II/2, S. 254), und im akkadischen Spruch an König Asarhaddon spricht die Göttin Ischtar: „In Assur, Ninive, Kalach und Arbela werde ich lange Tage, ewige Jahre dem Asarhaddon, meinem König, geben. Deine große Hebamme bin ich, deine gute Amme bin ich. Für lange Tage, ewige Jahre habe ich deinen Thron unter dem großen Himmel fest aufgestellt.(TUAT II/1, S. 58). (Zurück zum Text: q)
r
Oben: Rollsiegel aus Gorgippa. In Nimbus gehüllter Gott reitet auf Löwen auf einen anbetenden König zu. Quelle: BODOBIBEL+ORIENT Datenbank Online, eine frei zugängliche Datenbank altorientalischer Bibliographie. Online unter: http://www.bible-orient-museum.ch/bodo/ 12123.
Unten: Gehüllt in himmlischen Lichtglanz fährt der König triumphal auf seinem Streitwagen einher. Quelle: BODOBIBEL+ORIENT Datenbank Online, eine frei zugängliche Datenbank altorientalischer Bibliographie. Online unter: http://www.bible-orient-museum.ch/bodo/ 34706
Vgl. hierzu z.B. Investitur (WiBiLex), bes. Abschnitt 3.3.4; Aster 2009Aster, Shawn Z.: On the Place of Psalm 21 in Israelite Royal Ideology, in: Nili S. Fox u.a. (Hgg.): Mishneh Todah. Studies in Deuteronomy and Its Cultural Environment in Honor of Jeffrey H. Tigay. Winona Lake, 2009. S. 307-20. Online unter: https://tinyurl.com/y4ssc4hs, S. 312; Oppenheim 1943Oppenheim, A. L.: Akkadian pul(u)(t)u and melammu, in: JAOS 63/1, 1943. S. 31-4.; Wagner 2012Wagner, Thomas: Gottes Herrlichkeit. Bedeutung und Verwendung des Begriffs kābôd im Alten Testament. Leiden/Boston 2012., S. 148-54; zur melammu-Vorstellung gut auch Emelianov 2010Emelianov, Vladimir: On the Early History of melammu, in: Leonid Kogan u.a. (Hgg.): Languge in the Ancient Near East. Proceedings of the 53rd Recontre Assyriologique Internationale. Vol. 1, Part 1. S. 1109-1119. Online unter: https://tinyurl.com/y3x2bna8.
Vier Beispiele: Adad-Nirari II. berichtet von seiner Krönung: „Nachdem die großen Götter mir das Szepter in die Hand gelegt hatten, das die Völker führt, setzten sie mir die Königskrone auf und übertrugen mir den königlichen Schreckensglanz.(Üs. nach Wagner 2012Wagner, Thomas: Gottes Herrlichkeit. Bedeutung und Verwendung des Begriffs kābôd im Alten Testament. Leiden/Boston 2012., S. 153); in einem Gebet für den König heißt es: „Fülle des Lebens gebe dir Sin! Schamasch, der Hirte der Länder, erleuchte dich wie ein heller Tag! ... Nergal, der Fürst der großen Götter, gebe dir eine starke Waffe! Ischtar, die Herrin, umgebe dich mit gleißendem Glanz!(TUAT II/6, S. 820). Im Krönungshymnus des Assurbanipal wird gesprochen: „An hat seine Krone gegeben, Enlil hat seinen Thron gegeben, Ninurta hat seine Waffe gegeben, Nergal hat seinen gleißenden Glanz gegeben...!(Üs.: Lang 2010Lang, Martin: Erwählung, Akzession und Inthronisation altorienatlischer Herrscher zwischen Mythos, Ritual und formalem Rechtsakt, in: Konrad Huber / Andreas Vonach (Hgg.): Ordination - mehr als eine Beauftragung (=Synagoge und Kirchen 3). Münster 2010. S. 9-35. online unter: https://tinyurl.com/y2jonpfd, S. 28). Umgekehrt lautet ein Fluch im Codex Hammurapi: „Der große Anu, der Vater der Götter, der mich zur Regierung berufen hat, möge [dem König] den Glanz des Königtums wegnehmen, sein Zepter zerbrechen, seine Geschicke verfluchen!(TUAT I/1, S. 77).
Dass von diesem „Glanz“ so häufig im Zusammenhang mit der Rede von Königsinsignien gesprochen wird, legt nahe, dass er irgendwie an diese gekoppelt ist (so ja auch hier, wo Gott dem König nach V. 4 die Krone verleiht). Vgl. deutlich z.B. mehrfach im Epos Enuma Elisch: Dort besiegt der Gott Ea den Mummu, „zerriss seine Sehnen, zog ab seine Krone, nahm weg seinen Glanz und legte ihn selbst an.(TUAT III/4, S. 571). Ähnlich war der Gott Bel in einer Schlacht „gekleidet in einen Rock, einen fürchterlichen Panzermantel, und trug auf seinem Haupt schrecklichen Glanz.(ebd., S. 585); etwas später zieht er „das fürstliche Gewand an, mit einer Krone des Schreckens als königlichem Glanz.(ebd., S. 590). Vgl. noch sehr deutlich einen sumerischen Ritualtext: „Das Szepter gibst du dem König und die Beschwörung ‚Holz des Meeres‘ rezitierst du, den goldenen Kronreif gibst du und die Beschwörung ‚Krone, deren Schreckensglanz‘ rezitierst du. Du gibst die Waffe und rezitierst die Beschwörung ‚Waffe, die mit ehrfurchtgebietendem Glanz ausgestattet ist‘.(Üs. nach Berlejung 1996Berlejung, Angelika: Die Macht der Insignien. Überlegungen zu einem Ritual der Investitur des Königs und dessen königsideologischen Implikationen, in: UF 29, 1996. S. 1-35., S. 15f.); eine ähnliche Beschwörung übersetzt Berlejung 1998Berlejung, Angelika: Die Theologie der Bilder. Herstellung und Einweihung von Kultbildern in Mesopotamien und die alttestamentliche Bilderpolemik (=OBO 162). Freiburg, Schweiz / Göttingen, 1998. online unter https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/143097/1/Berlejung_1998_Die_Theologie_der_Bilder.pdf, S. 459: „Erhabene Krone, Krone, die mit ehrfurchtgebietendem Glanz ausgestattet ist, Krone, deren gleißender Glanz [...], Krone, die wie der Tag leuchtet, deren melammu den Himmel berührt. Krone der Pracht, die voll Fülle ist zum Staunen, Krone, deren Aussehen rotglänzend ist, wie [der Sonnengott] Schamasch trägt sie den Glanz über die Länder. (Zurück zum Text: r)