Psalm 77

Aus Die Offene Bibel

Version vom 15. April 2021, 08:25 Uhr von Güntzel Schmidt (Diskussion | Beiträge) (Verse 1-21 übersetzt)
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Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
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Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Psalm 77)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 77)

1 Für den [Chor]Leiter, nach Jedutuna, für Asaf, ein Psalm.
2 Mein Ruf (Schrei) [erschallt] zu Gott, und ich schreie (rufe) um Hilfe.ref>Waw-Perfekt zeigt ein Konditionalgefüge an; man könnte auch übersetzen: denn ich schreie um Hilfe.</ref>
Mein Ruf (Schrei) [erschallt] zu Gott, dass er auf mich höre.b
3 Am Tag meiner Not (Bedrängnis) suchte ich meinen Herrn.
Meine Hand war [in] der Nacht ausgestreckt und erschlaffte nicht.c
Meine Seeled weigerte sich, sich trösten zu lassen.
4 Ich denke an Gott und bin unruhig.e
Ich denke nach, und mein Geist fühlt sich schwach. Sela.
5 Du hast meine Augenlider festgehalten.f
Ich werde umgetrieben, aber ich will (werde) nicht sprechen.
6 Ich bedenke Tage von früher her,
lange zurück liegende Jahre.
7 Ich erinnere mich des Nachts bei meinem Saitenspielg,
mit meinem Herzen rede ich,
und mein Geist forscht.
8 Wird mein Herr ewig verstoßen
und keine Zuneigung mehr zeigen?h
9 Ist sein Mitgefühl (Erbarmen) für immer erloscheni,
sein Ausspruch für immer verstummt?j
10 Hat Gott vergessen, gnädig zu sein,
oder im Zorn sein Mitgefühl verschlossen? Sela.
11 Ich aber spreche: Es macht mich krank,
dass sich die Rechte des Höchsten ändert.
12 Ich will mich erinnernk an die Taten JHs,l
ja (wahrhaftig), ich will mich erinnern an deine früheren Wunder!
13 Und ich bedenke murmelndm alle deine Taten,
und auf deine Handlungen will ich mich besinnen.
14 Gott, dein Weg [besteht] in Heiligkeit (ist heilig).
Welcher Gott [ist] groß wie Gott?
15 Du [bist] der Gott, der Wunder tut.
Du hast deine Macht unter den Völkern bewiesen.n
16 Erlöst hast du mit Macht dein Volk,
die Kindero Jakobs und Josefs. Sela.
17 Dich sahen Gewässer, Gott.
Dich sahen Gewässer, sie bebten (zitterten),
sogar die Urflut erbebte.
18 Wolken entluden donnerndp Wasser,
Wolken krachtenq,
sogar deine Pfeile schwirrten umher.r
19 Der Krach deines Donners rollte umher,s
Blitze erleuchteten das Festland,
die Erde erbebte und wurde erschüttert.
20 Durchs Meer [führte] dein Weg,
und dein Pfad durch große Wasser,
aber deine Fußspuren waren nicht zu finden.t
21 Du hast dein Volk geführt wie eine Herde
durch Moses und Aarons Hand.

Anmerkungen

aIm masoretischen Text steht יְדִיתוּן, zu lesen ist יְדוּוּן. Handelt es sich um einen musikalischen Fachbegriff, der sich nicht mehr rekonstuieren lässt (so K-B 364), oder um den Eigennamen des Musikmeisters Davids, Jedutun, der Neh 11,7; 1Chr 9,16 u.ö. erwähnt wird (so Ges. 440 und Kraus, BK XV,1, S. XXVII)? Kraus schlägt a.a.O. vor, „nach Jedutun” = nach der Weise des Musizierens Jedutuns” zu übersetzen. König David hat um 1.000 v.Chr. gelebt. Die Hinweise auf seinen Musikmeister stammen aus Schriften, die wenigstens 500 Jahre jünger sind. Mir erscheint es zweifelhaft, dass man sich nach 500 Jahren noch daran erinnern kann, wie eine*r musiziert hat - zumal, wenn es dazu keine weiteren schriftlichen Belege gibt. (Zurück zu v.1)
bWaw-Perfekt zeigt ein Konditionalgefüge an; man könnte auch übersetzen: denn er hört auf mich. (Zurück zu v.2)
cDie ausgestreckte Hand ist die Gebetshaltung, vgl. Psalm 143,6. Zum nicht Erschlaffen vgl. Ex 17,11-12. (Zurück zu v.3)
dMit anderen Worten: Ich. (Zurück zu v.3)
eWaw-Perfekt, man könnte übersetzen: Ich denke an Gott, denn ich bin unruhig, oder: Wenn ich an Gott denke, bin/werde ich unruhig. (Zurück zu v.4)
fEine Umschreibung für Schlaflosigkeit. (Zurück zu v.5)
gKraus, BK XV,2, S. 530 übersetzt „Mein Saitenspiel ist in der Nacht in meinem Herzen” und kommentiert: „Der Text ist zweifellos beschädigt”. Darum liest er mit der Septuaginta וְהָגיִתיִ, „murmelnd bedenken” (vgl. Vers 13). Meiner Erfahrung nach kann man beim „Klimpern” auf einem Instrument sehr gut nachdenken oder sich erinnern. Ich würde auch nicht, wie Kraus es will, den Satz umstellen, sondern עִם־לְבָבִ֥י zu אָשִׂ֑יחָה ziehen, vgl. Übersetzung. (Zurück zu v.7)
hWörtlich: Nicht mehr fortfahren, Zuneigung zu zeigen. (Zurück zu v.8)
iWörtlich: zu Ende. (Zurück zu v.9)
jWörtlich: zu Ende sein Ausspruch von Generation zu Generation. (Zurück zu v.9)
kIm masoretischen Text steht אַזְכִּיר, zu lesen ist אֶזְכוֹר. (Zurück zu v.12)
lHier steht die Kurzform des Tetragramms, יׇהּ, statt יְהוָה. (Zurück zu v.12)
mDas „murmelnde Bedenken” ist das leise Mitsprechen eines Textes, den man liest, vgl. Psalm 1,2b. Man könnte vielleicht auch an ein Memorieren denken, dann wäre eine Übersetzungsmöglichlkeit: Ich zähle in Gedanken auf. (Zurück zu v.13)
nWörtlich: Wissen lassen. (Zurück zu v.15)
oWörtlich: Söhne. (Zurück zu v.16)
pDas Verb זרם bedeutet „gewaltig krachen”, wörtlich: Waserwolken krachten gewaltig. Gedacht ist an ein Gewitter. (Zurück zu v.18)
qWörtlich: Krach machten Wolken. (Zurück zu v.18)
rWörtlich: gingen hin und her. Gemeint sind die Blitze. (Zurück zu v.18)
sWörtlich: Der Krach deines Donners durch das Rad - steht im Hintergrund die Vorstellung eines auf einem Wagen herumfahrenden Donnergottes? (Zurück zu v.19)
tWörtlich: Waren nicht bekannt. (Zurück zu v.20)