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Daniel 2

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Status: Studienfassung zu prüfen – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
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Lesefassung (Daniel 2)

1 2 3 4 Da sprachen die Wahrsagera zum König auf Aramäisch: b„Ewig lebe der König! Erzähle deinen Sklaven doch den Traum, dann werden wir dir erklären können, was er bedeutet.“
5 Doch der König antwortete: „Mein Wort ist unwiderruflich:c Wenn ihr mir den Traum und seine Bedeutung nicht mitteilen könnt, werde ich euch jedes Glied einzeln ausreißen und eure Häuser in Müllhaufen umwandeln lassen! 6 Könnt ihr mir den Traum und seine Bedeutung jedoch erklären, dann werdet ihr von mir Geschenke, Belohnungen und große Ehre empfangen. Nun erklärt mir den Traum und seine Bedeutung!“
7 Die Wahrsager versuchten es noch einmal: „Der König möge seinen Sklaven den Traum doch erzählen, danach werden wir ihm die Bedeutung erklären!“
8 Der König erwiderte: „Jetzt weiß ich ganz sicher, dass ihr nur versucht Zeit zu gewinnen, weil ihr seht, dass ich es ernst meine! 9 Wenn ihr meinen Traum nicht wiedergeben könnt, kann das nur eines heißen: Ihr habt euch abgesprochen, mir Falsches und Lügen aufzutischen, bis die Zeit sich ändert!d Darum erzählt mir den Traum, damit ich weiß, dass ihr mir auch seine Bedeutung zuverlässig erklären könnt!“
10 Da antworteten die Wahrsager dem König: „Es gibt keinen Menschen auf dem trockenen Land, der in der Lage wäre, diese Anforderungen zu erfüllen! Aus diesem Grund hat zuvor auch noch kein großer und mächtiger König eine solche Tat von einem Wahrsager, Beschwörer oder Sterndeuter verlangt. 11 Was der König fordert, ist zu viel für uns, und es gibt niemanden sonst, der dem König diese Informationen geben könnte, außer den Göttern, und die wohnen nicht bei uns Menschen!“
12 Darüber wurde der König so wütend, dass er gebot, alle Weisene Babels umzubringen. 13 Ein entsprechendes Gesetz wurde veröffentlicht, und man traf die Vorbereitungen, um alle Weisen hinzurichten. Auch Daniel und seine Freunde wurden gesucht, um sie zur Hinrichtung abzuführen. 14 Da übermittelte Daniel einen Rat und Vorschlag an Arioch, den Obersten der königlichen Leibgarde, der schon unterwegs war, um die Weisen Babels hinzurichten. 15 Er fragte Arioch: „Du Mächtiger des Königsf, was soll dieses strenge Gesetz von seiten des Königs?“ Da klärte Arioch Daniel darüber auf, was passiert war.g 16 Daniel ersuchte sofort um eine Audienz mit dem Versprechen, er werde dem König die gesuchte Deutung geben.h 17 Daraufhin begab er sich zu seinem Haus und informierte seine Freunde Hananja, Mischaël und Asarja über das, was vorgefallen war. 18 Er bat sie, im Angesicht dieser unlösbaren Aufgabe vor dem Gott des Himmels um Erbarmen zu bitten, damit Daniel und seine Freunde nicht das Schicksal der übrigen Weisen Babels teilen müssten.

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Anmerkungen

aW. „Chaldäer“. Die Chaldäer waren ein Volksstamm aus dem Umland von Babylon, der ab dem 8. Jh. in Babylon großen Einfluss gewann, später wird der Name „Chaldäer“ praktisch zum Synonym für „Babylonier“. Sie schafften es in dieser Zeit auch, praktisch alle Wahrsage-Priester im Bel-Tempel von Babel zu stellen, sodass „Chaldäer“ („Kasdäer“) hier referenzidentisch für diese auf die Wahrsagerei und Gelehrsamkeit spezialisierten Kleriker gebraucht wird (Koch 2005, 45f; vgl. dort den Exkurs 45-66). (Zurück zu Lesefassung v.4)
bVon hier an ist der Text Aramäisch (Dan 2,4b-7,28). Neben diesem Abschnitt aus dem Danielbuch sind auch Esra 4,8-6,18; 7,12-26 auf Aramäisch verfasst bzw. aus aramäischen Quellen zitiert (zudem Jer 10,11 und ein Teil von Gen 31,47). (Zurück zu Lesefassung v.4)
cFast sicher falsch ist das schon ältere Verständnis, wonach diese Phrase sinngemäß als „Ich habe den Traum vergessen“ übersetzt wurde (so etwa KJV). Vielmehr möchte der König sich der Zuverlässigkeit seiner Wahrsager dadurch vergewissern, dass er ihnen in der Wiedergabe seines Trauminhalts eine verifizierbare Testaufgabe stellt (NET Dan 2,5, Fußnote 14; s.a. V. 9). (Zurück zu Lesefassung v.5)
dOder „bis die Zeit (=diese Audienz?) verstrichen ist“ (so ähnlich Koch 2005, 91). HfA: „So meint ihr, mich hinhalten zu können, bis mein Zorn sich gelegt hat.“ NLB: „in der Hoffnung, mich damit hinhalten zu können“. GNB lässt den Halbsatz aus und kommentiert, er sei schwer verständlich; NEÜ meint „Damit verdächtigte er sie wahrscheinlich, Umsturzpläne zu verfolgen.“ Es erscheint aber wahrscheinlicher, dass die Wahrsager (mit Koch) angesichts der ob der Regierungsgeschäfte sicher knappen Zeit des Königs (vgl. die Anmerkung zu V. 16) auf ein ergebnisloses Ende der ungeplanten Audienz spekulieren, als dass sie auf einen Umsturz oder eine sonst veränderte Lage (EÜ) hoffen. Für eine solche Hoffnung bräuchten sie nämlich einen unmittelbaren Anlass, der zumindest im Kontext unserer Erzählung nicht erkennbar ist. (Zurück zu Lesefassung v.9)
eWeisen Nicht nur die Wahrsager und Sterndeuter, sondern gleich alle Weisen – wie die folgenden Verse zeigen, also einschließlich der Judäer – trifft der Zorn des Königs. Dennoch kommt es nicht zu einem Pogrom, sondern ein rechtlich ordentlicher Erlass (V. 13) stellt sicher, dass die Sache geordnet abläuft – und gibt Daniel Zeit für seine Rettungsaktion (V. 14ff.)(Koch 2005, 153f.). (Zurück zu Lesefassung v.12)
fOder „Er fragte Arioch, den Bevollmächtigten des Königs: Was...“ (Zurück zu Lesefassung v.15)
gDaniel kennt also den Erlass, erfährt aber erst jetzt die Geschichte, die dahinter steht, und kann die richtige Entscheidung treffen (vgl. Koch 2005, 157f.). (Zurück zu Lesefassung v.15)
hAudienz So sonst nur ESV, sonst „Frist“ oder „Zeit“. Anders als in Dan 2,8-9 wird hier ein Wort gebraucht, das „Zeit(punkt), Termin, Augenblick“ (GesD) bedeutet (in Dan 2,8-9 für die Zeit, die die Wahrsager zu gewinnen versuchen, stattdessen eines mit der Bedeutung „Zeit“), was die Interpretation als „Audienz“ untermauert. Auf die von GesD angegebene Übersetzung passt „Audienz“ zudem besser als „Frist“. Wenn Daniel wirklich um eine Audienz bittet, dann zeigt das sogar noch mehr Kühnheit und Gottvertrauen als die Bitte um eine Fristverlängerung. Entweder hat er dabei darauf vertraut, dass diese nicht sofort erfolgt, oder er hat nach der Bekanntgabe des Termins die Gelegenheit genutzt, um noch einmal sein Haus aufzusuchen und sich die Unterstützung seiner Freunde zu sichern. Für dieses Gesuch müsste er übrigens in keinem Fall persönlich vorsprechen (vgl. Koch 2005, 94.159). (Zurück zu Lesefassung v.16)

Studienfassung (Daniel 2)

1 Im zweiten Jahr der Königsherrschaft Nebukadnezars träumte Nebukadnezar einen Traum und sein Geist wurde beunruhigt und um seinen Schlaf war es gescheheni.

2 Und der König befahlj herbeizurufen die Gelehrten und die Beschwörer und die Zauberer und die Astrologen, zu deuten dem König seinen Traum. Und sie kamen und traten vor den König.

3 Und der König sagte zu ihnen: Ich träumte einen Traum, sodass mein Geist in Unruhe war, den Traum zu verstehen.

4 Da (und) sprachen die Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter)k zum König [auf] Aramäisch:l „Ewig lebe der König!m Erzähle (sage) deinen Sklaven (Dienern, Knechten) den Traum, dann (und) werden wir [seine] Bedeutung (Deutung) erzählen (erklären).“ 5 Der König antwortete {und sagte zu} den Chaldäern (Wahrsagern, Sterndeutern): „Mein Wort ist unwiderruflich:n Wenn ihr mir den Traum und seine Bedeutung (Deutung) nicht mitteilen könnt (mitteilt), werdet ihr zu Körperteilen (Gliedern) gemachto und eure Häuser in Müllhaufen (Latrinen; Trümmerhaufen)p verwandelt werden! 6 Aber (und) wenn ihr den Traum und seine Bedeutung (Deutung) erklären könnt, werdet ihr von mir Geschenke, {und} Belohnungen (Geschenke, Kostbarkeiten)q und große Ehre empfangen. Darum (nur wenn) erklärt mir den Traum und seine Bedeutung (Deutung)!“ 7 Sie antworteten noch einmal (ein zweites Mal) {und sagten}: „Der König möge seinen Sklaven (Dienern, Knechten) den Traum sagen, danach (und) werden wir die Bedeutung (Deutung) erklären!“ 8 Der König antwortete {und sagte}: „[Jetzt] weiß ich ganz sicher, dass ihr [versucht] Zeit [zu] kaufen,r weil [ihr] seht (gesehen habt), dass mein Wort unwiderruflich ists: 9 {dass} Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt, gibt es [nur] ein Urteil (Beschluss, Strafe, Gesetz) [über] euch:t {und} Ihr habt euch abgesprochen (verschworen, entschlossen), falsche und verlogene (verdorbene) Worte (Sache) vor mir zu sprechen (mir zu sagen), bis die Zeit sich ändert (ändern wird).u Deshalb (Wenn) sagt mir den Traum, dann (und) werde ich wissen, dass ihr mir seine Bedeutung (Deutung) erklären könnt!“ 10 Die Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter) antworteten {vor} dem König {und sagten}: „Es gibt keinen Menschen auf dem trockenen Land (der Erde)v, der erklären könnte, was der König verlangt (sagt)!w Entsprechend (Deshalb) hat noch kein großer und mächtiger (herrschender) König (großer König oder (und) Herrscher) eine solche Tatx von einem Wahrsager, Beschwörer oder Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter) verlangt (gefordert, erbeten). 11 Was der König fordert,y [ist uns] zu schwierig (schwierig; unmöglich, zu hoch), und es gibt niemand anderen, der {vor} dem König [das Geforderte] mitteilen (erklären) könnte außer Göttern (Gott)z, deren Wohnung nicht beim Fleisch ist!“aa 12 Darüber wurde (war) der König wütend und sehr zornigab und gebot, alle Weisenac Babels umzubringen. 13 Bald (und) erging das [entsprechende] Gesetz und die Weisen sollten hingerichtet (getötet) werden. Auch (und) Daniel und seine Freunde (Gefährten) suchte man,ad um [sie] hinzurichten (zu töten). 14 Da übermittelte Daniel einen Rat und Vorschlag (einen verständigen Rat)ae an Arioch, den Obersten der Leibgarde (Scharfrichter)af des Königs, der unterwegs (aufgebrochen, sich aufgemacht, losgegangen) war, um die Weisen Babels hinzurichten (zu töten). 15 Er fragte (antwortete) {und sagte zu} Arioch: „Du Mächtiger (Bevollmächtigter; mächtigster [Mann]) des Königs (Arioch, den Bevollmächtigten des Königs)ag, warum [dieses] strenge (übereilte, dringliche)ah Gesetz von seiten des Königs (warum ist das Gesetz … [so] streng)?“ai Da klärte (informierte über, berichtete von, weihte ein in) Arioch Daniel [über] die Angelegenheit (Sache) auf,aj 16 und Daniel trat ein und erbat vom König, dass er ihm eine Audienz (Frist)ak gewähre,al dann (und) werde [er] dem König die Bedeutung (Deutung) erklären. 17 Daraufhin (sofort) begab sich Daniel zu seinem Haus (nach Hause) und klärte (informierte über, berichtete von, weihte ein in) seine Freunde (Gefährten) Hananja, Mischaël und Asarja [über] die Angelegenheit (Sache) auf. 18 {und} Er [bat sie], angesichts dieser unlösbaren Aufgabe (dieses Geheimnisses)am vor dem Gott des Himmels um Erbarmen zu bitten, damit (sodass) man Daniel und seine Freunde (Gefährten) nicht mit den übrigen Weisen Babels umbrächtean. 19 Da wurde (dem) Daniel in einer nächtlichen Erscheinung das Geheimnis offenbart. Da lobte Daniel den Gott des Himmels. 20Daniel hob an und sagte: Der Name Gottes soll gelobt sein von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn die Weisheit und die Stärke – sein sind sie. 21 Denn er ändert die Jahre und die Fristen, er setzt Könige ab und setzt Könige ein, er gibt den Weisen die Weisheit und den Verstand denen, die Verstand kennen. 22 Er offenbart die Tiefen und die verborgenen Dinge; er weiß, was im Dunkeln (geschieht), und das Licht wohnt bei ihm. 23 Dich, Gott meiner Väter, lobe und preise ich, denn die Weisheit und die Stärke hast du mir gegeben, und nun hast du mich wissen lassen, was wir von dir erbeten haben; denn du hast uns die Sache des Königs wissen lassen. 24 Deshalb ging Daniel hinein zu Arjoch, den der König beauftragt hatte, die Weisen Babels umzubringen; er ging hinein und so sprach er zu ihm: Bringe die Weisen Babels nicht um! Führe mich hinein vor den König und ich werde dem König die Deutung kundtun! 25 Daraufhin führte Arjoch Daniel eilends für den König und sprach zu ihm so: Ich habe einen Mann gefunden von den Söhnen der Gefangenschaft Judas, der dem König die Deutung mitteilen wird/kann/will. 26 Der König hob an und sagte zu Daniel, dessen Name Beltschazar ist: Du vermagst, mich den Traum wissen zu lassen, den ich gesehen habe, und seine Deutung? 27 Daniel antwortete (vor) dem König und sagte: Das Geheimnis, das der König verlangt, können Weise, Wahrsager, Magier, Zeichendeuter dem König nicht kundtun. 28 Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart, und er ließ den König Nebukadnezar wissen, was am Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum und die Erscheinungen deines Kopfes auf deinem Lager waren dies: 29 Dir, König, stiegen auf deinem Lager deine Gedanken auf, was nach diesem geschehen werde, und der, der die Geheimnisse offenbart, hat dich wissen lassen, was geschehen wird. 30 Aber mir wurde dieses Geheimnis nicht offenbart durch die Weisheit, die in mir vor (mehr als in) allen Lebewesen ist, sondern damit sie/man den König die Deutung wissen lasse(n) und du die Gedanken deines Herzens verstehst. 31 Du, König, hast gesehen, und siehe, ein großes Bild. Jenes Bild war groß und sein Glanz war außerordentlich. Es stand vor dir und sein Aussehen war fürchterlich. 32 Das Bild (von diesem Bild gilt): sein Kopf war aus gutem/reinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Hüfte aus Bronze; 33 seine Schenkel (waren) aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. 34 Du hast gesehen, bis sich ein Stein nicht durch Hände löste und das Bild an seinen Füßen aus dem Eisen und dem Ton traf und sie zermalmte. 35 Dann wurden zugleich zermalmt das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold und wurden wie Spreu von den Tennen des Sommers und der Wind verwehte sie und keine Spur von ihnen wurde (mehr) gefunden. Und der Stein, der das Bild traf, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde. 36 Dies war der Traum. Auch seine Deutung werden/wollen wir vor dem König sagen. 37 Du, König, bist der König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Kraft und die Stärke und die Ehre gegeben hat, 38 und in allem (überall), wo die Söhne des Menschen wohnen, hat er das Tier (die Tiere) des Feldes und die Vögel des Himmels in deine Hand gegeben, und hat dich als Herrscher über sie alle eingesetzt. Du bist der Kopf aus Gold. 39 Und nach dir wird ein anderes Königreich aufstehen, geringer als du, und ein anderes drittes Königreich aus Bronze, das über die ganze Erde herrschen wird. 40 Und ein viertes Königreich wird hart sein wie Eisen, weil Eisen alles zermalmt und zerschmettert, und wie das Eisen, das zertrümmert, wird es diese alle zermalmen und zertrümmern. 41 Und dass du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast, (das) wird ein geteiltes Königreich sein. Und von der Härte des Eisens wird (etwas) in ihm sein, weil du das Eisen mit Ton aus Lehm gemischt gesehen hast. 42 Und die Zehen der Füße waren teils aus Eisen und teils aus Ton: Zum Teil wird das Königreich mächtig sein und zum Teil wird es zerbrechlich sein. 43 Dass du das Eisen mit Ton aus Lehm gemischt gesehen hast: Sie werden vermischt sein im Samen des Menschen und/aber sie werden nicht untereinander haften so wie das Eisen sich nicht vermischen lässt mit dem Ton. 44 Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich errichten, das in Ewigkeit nicht zugrunde gehen wird, und das Königreich wird nicht einem anderen Volk überlassen werden. Es wird alle jene Königreiche zermalmen und (ihnen) ein Ende machen. Und es (selbst) wird bestehen in Ewigkeit.  45 Weil du gesehen hast, dass sich von dem Berg nicht durch Hände ein Stein gelöst und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmt hat: Ein großer Gott hat den König wissen lassen, was danach geschehen wird; und der Traum ist sicher und seine Deutung zuverlässig.   46 Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und huldigte Daniel und befahl, ihm ein Opfer und ein Rauchopfer darzubringen. 47 Der König antwortete (dem) Daniel und sagte: Von Wahrheit (Wahrhaftig) ist euer Gott Gott von Göttern und Herr von Königen und einer, der Geheimnisse offenbart, denn du konntest dieses Geheimnis offenbaren. 48 Da verlieh der König (dem) Daniel einen hohen Rang und gab ihm viele große Geschenke und setzte ihn als Herrscher ein über die ganze Provinz Babel und zum obersten Statthalter über alle Weisen Babels. 49 Und Daniel bat den König (von dem König), und er (dass er…) beauftragte mit der Verwaltung der Provinz Babel Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Und Daniel war (blieb) im Tor (am Hof) des Königs.

Anmerkungen

iWörtlich: Sein Schlaf war dahin für ihn. (Zurück zu v.1)
jWörtlich: Sagte. (Zurück zu v.2)
kDie Chaldäer waren ein Volksstamm aus dem Umland von Babylon, der ab dem 8. Jh. in Babylon großen Einfluss gewann, später wird der Name „Chaldäer“ praktisch zum Synonym für „Babylonier“. Sie schafften es in dieser Zeit auch, praktisch alle Wahrsage-Priester im Bel-Tempel von Babel zu stellen, sodass „Chaldäer“ („Kasdäer“) hier referenzidentisch für diese auf die Wahrsagerei und Gelehrsamkeit spezialisierten Kleriker gebraucht wird (Koch 2005, 45f; vgl. dort den Exkurs 45-66). (Zurück zu v.4)
lVon hier an ist der Text Aramäisch (Dan 2,4b-7,28). Neben diesem Abschnitt aus dem Danielbuch sind auch Esra 4,8-6,18; 7,12-26 auf Aramäisch verfasst bzw. aus aramäischen Quellen zitiert (zudem Jer 10,11 und ein Teil von Gen 31,47). (Zurück zu v.4)
mW. „Oh König, lebe {für} ewig!“ (Zurück zu v.4)
nW. etwa „Das Wort von mir [ist] unwiderruflich“. von mir ist eine Formulierung, die das Pronomen betont (Koch 2005, 89). unwiderruflich oder „bekannt“ (Koch 2005, 90, vgl. GesD).
Fast sicher falsch ist dagegen das ältere Verständnis, wonach diese Phrase sinngemäß als „Ich habe den Traum vergessen“ übersetzt wurde (so etwa KJV). Vielmehr möchte der König sich der Zuverlässigkeit seiner Wahrsager dadurch vergewissern, dass er ihnen in der Wiedergabe seines Trauminhalts eine verifizierbare Testaufgabe stellt (NET Dan 2,5, Fußnote 14; s.a. V. 9). (Zurück zu v.5)
oD.h. „werdet ihr in Stücke gerissen/gehauen werden“ (vgl. Koch 2005, 90). (Zurück zu v.5)
pMüllhaufen (Latrinen, Trümmerhaufen) Die Übersetzung dieses unbekannten Worts beruht auf Herleitungen, die auf einen widerwärtigen Ort wie einen Müllhaufen oder eine öffentliche Latrine schließen lassen. Die eigentliche Bedeutung könnte ganz anders lauten (Koch 2005, 90). (Zurück zu v.5)
qEin unbekanntes Wort (Sg.). Belohnungen nach DBL Aramaic, GesD tendiert zu „Geschenk, Gabe“, Koch 2011, 90 übersetzt „Ehrenurkunden/Kostbarkeiten“. (Zurück zu v.6)
rDie Einfügung von „jetzt“ und „versucht“ ist aufgrund des Partizips sowie sinngemäß angebracht. Der König erkennt also, was gerade vor sich geht: Die Wahrsager versuchen Zeit zu gewinnen. (Zurück zu v.8)
sS. die Fußnote in V. 5. Der Satz wird in V. 9 fortgesetzt (Koch 2005, 91). NLB (vgl. GNB): „dass ich meine Drohungen wahr machen werde.“ (Zurück zu v.8)
tD.h. „kann das nur eines heißen“. Oder: „dass es nur ein … gibt, wenn ihr … nicht mitteilt. Aber (und) ihr habt euch [offenbar] abgesprochen...“ Der Vorwurf der bewussten Lüge ab 9b wäre dann nicht das Urteil, sondern eine daran angeschlossene Vermutung (so Koch 2005, 91, Zür). (Zurück zu v.9)
uOder „bis die Zeit (=diese Audienz?) verstrichen ist“ (so ähnlich Koch 2005, 91). HfA: „So meint ihr, mich hinhalten zu können, bis mein Zorn sich gelegt hat.“ NLB: „in der Hoffnung, mich damit hinhalten zu können“. GNB lässt den Halbsatz aus und kommentiert, er sei schwer verständlich; NEÜ meint „Damit verdächtigte er sie wahrscheinlich, Umsturzpläne zu verfolgen.“ Es erscheint aber wahrscheinlicher, dass die Wahrsager (mit Koch) angesichts der ob der Regierungsgeschäfte sicher knappen Zeit des Königs (vgl. die Anmerkung zu V. 16) auf ein ergebnisloses Ende der ungeplanten Audienz spekulieren, als dass sie auf einen Umsturz oder eine sonst veränderte Lage () hoffen. Für eine solche Hoffnung bräuchten sie nämlich einen unmittelbaren Anlass, der zumindest im Kontext unserer Erzählung nicht erkennbar ist. (Zurück zu v.9)
vauf dem trockenen Land Eine emphatische Metonymie des Subjekts für „auf der ganzen (bewohnbaren) Erde“. (Zurück zu v.10)
wW. „die Aufgabe (Wort, Sache) des Königs“ GNB: „diese Forderung erfüllen“ (Zurück zu v.10)
xW. „eine Aufgabe (Sache, Wort) wie diese (eine solche)“ EÜ: „ein solches Ansinnen“ (Zurück zu v.10)
yW. „Die Sache (Aufgabe, das Wort), die der König verlangt (fordert) (Zurück zu v.11)
zHier sind wohl die babylonischen Götter gemeint, es lässt sich jedoch nicht ausschließen (und ist auch grammatisch denkbar), dass von JHWH die Rede ist. (Zurück zu v.11)
aaFleisch Metonymie der Adjunktion für die Sterblichen, d.h. „die Götter leben nicht unter den Menschen (Sterblichen)“. (Zurück zu v.11)
abwütend und sehr zornig Die Dopplung und Steigerung zum besonders intensiven קצף drücken zusammen mit שַׂגִּיא sehr eine sehr große Wut aus, die sich auch an seinem folgenden Befehl erkennen lässt. (Zurück zu v.12)
acWeisen Nicht nur die Wahrsager und Sterndeuter, sondern gleich alle Weisen – wie die folgenden Verse zeigen, also einschließlich der Judäer – trifft der Zorn des Königs. Dennoch kommt es nicht zu einem Pogrom, sondern ein rechtlich ordentlicher Erlass (V. 13) stellt sicher, dass die Sache geordnet abläuft – und gibt Daniel Zeit für seine Rettungsaktion (V. 14ff.)(Koch 2005, 153f.). (Zurück zu v.12)
adUnpersönlich formuliert, oder: „suchten sie (3. Pl. m.)(vgl. Koch 2005, 92). Wie hier wird die 3. Person Perfekt des aramäischen Verbs gelegentlich ohne erkennbares Subjekt unpersönlich gebraucht. Das Subjekt ist unwichtig und wird nicht genannt, wichtig ist die Handlung (Muraoka, Notes on the Syntax of Biblical Aramaic, in: JSS 11/2 1966, 164f.). (Zurück zu v.13)
aeübermittelte einen Rat und Vorschlag nach Koch 2005, 92f. („einen Rat und Verfahrensvorschlag“). einen verständigen Rat So GesD, תוב; NET, dabei werden die beiden Nomina als Hendiadyoin aufgefasst, allerdings muss dabei טְעֵם „Beschluss, Befehl“ eine sonst unbezeugte zusätzliche Bedeutung „Verstand, Klugheit“ zugeschrieben werden (Koch 2005, 93). Oder, wie die meisten Übers.: „wandte/sprach sich vorsichtig und verständig“ (so oder ähnlich Lut, EÜ, GNB, SLT, Zür; HALAT, תוב) Die beiden Nomina werden (wie oft Hebr.) adjektivisch übersetzt. Neben der fraglichen Übersetzung „verständig“ ist aber vor allem das Prädikat viel eher als „übermitteln“ zu übersetzen (GesD, תוב; Koch 2005, 92f.). (Zurück zu v.14)
afObersten W. „den Größten (Großen) der Leibgarde“ Die Alternative „Scharfrichter“ wird in DBL Aramaic als solche genannt (vgl. Zür, SLT, NET). Das Wort heißt ursprünglich „Schlächter, Koch“, aber wurde wegen dessen Nähe zum König (er wagt es, dessen Befehl nicht unmittelbar auszuführen, sondern erst nachzuforschen, V. 15f.) schon früh als Bezeichnung des Obersten der Leibwache verstanden (Koch 2005, 93). (Zurück zu v.14)
agDie Lesart als Vokativ „Du Mächtiger des Königs“ wurde gewählt, um die doppelte Betitelung Ariochs zu vermeiden. Sie ist auch bei anderen Exegeten seit der griechischen Übersetzung Theodotions (der den Vers mit „du Mächtiger/Bevollmächtigter“ beginnen lässt), gegen den masoretischen Akzent, verbreitet, weil „eine Rede Vorgesetzten gegenüber mit Nennung des Titels zu beginnen pflegt“ (Koch 2005, 93). Koch glaubt aber, der Text sei gekürzt und eine solche Anrede darum ausgelassen, und folgt MT und den dt. Übersetzungen. Die Doppelung und Variation des Titels wäre jedoch ein ausschlaggebendes Gegenargument, auf das er nicht eingeht. (Zurück zu v.15)
ahDie Bedeutung des Adjektivs muss rekonstruiert werden. übereilte ist die bevorzugte Herleitung Kochs, der für die vermutete Bedeutung „streng“ (die meisten Übersetzungen) zu wenig Belege findet (Koch 2005, 93). (Zurück zu v.15)
aiOhne die vokativische Übersetzung (vgl. erste Fußnote) ist es auch möglich, die Frage indirekt zu übersetzen (EÜ, vgl. GNB). (Zurück zu v.15)
ajDaniel kennt also den Erlass, erfährt aber erst jetzt die Geschichte, die dahinter steht, und kann die richtige Entscheidung treffen (vgl. Koch 2005, 157f.). (Zurück zu v.15)
akAudienz So sonst nur ESV, alle anderen Übers. Frist oder „Zeit“. Anders als in Dan 2,8-9 wird hier זְמַן „Zeit(punkt), Termin, Augenblick“ (GesD) gebraucht (dort für die Zeit, die die Wahrsager zu gewinnen versuchen, עִדָּן „Zeit“), was die Interpretation als „Audienz“ untermauert. Auf die von GesD angegebene Übersetzung passt „Audienz“ zudem besser als „Frist“. Wenn Daniel wirklich um eine Audienz bittet, dann zeigt das sogar noch mehr Kühnheit und Gottvertrauen als die Bitte um eine Fristverlängerung. Entweder hat er dabei darauf vertraut, dass diese nicht sofort erfolgt, oder er hat nach der Bekanntgabe des Termins die Gelegenheit genutzt, um noch einmal sein Haus aufzusuchen und sich die Unterstützung seiner Freunde zu sichern. Für dieses Gesuch müsste er übrigens in keinem Fall persönlich vorsprechen (vgl. Koch 2005, 94.159). (Zurück zu v.16)
alOder schöner „ersuchte beim König um eine Audienz“. (Zurück zu v.16)
amMeist als Geheimnis übersetzt, doch vgl. DBL Aramaic, רָז: „mystery, secret, i.e., information or omens so enigmatic or baffling that only revelation from God can make it understandable “ Es geht hier also vordergründig um unerreichbares, rätselhaftes Wissen, nicht um ein Geheimnis (das ja nur eins des Königs wäre). (Zurück zu v.18)
anUnpersönliche Formulierung. Vgl. Fußnote in V. 13. (Zurück zu v.18)