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Kolosser 1

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Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
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Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Kolosser 1)

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24 Jetzt freue ich mich, dass ich für euch leide und damit an eurer statt am eigenen Leibe ergänze, was an den Drangsalen zum Kommen Christi noch fehlt. Ich tue das für seinen Leib, das ist die Gemeinde,

25 deren Diener ich geworden bin. Gott hat mir den Auftrag dazu gegeben, bei euch das Wort Gottes voll auszubreiten.

26 Es ist das Geheimnis, das verborgen gewesen war seit Ewigkeiten und Generationen. Jetzt aber wurde es seinen Heiligen offenbart.

27 Gott wollte ihnen zeigen, wie reich und herrlich dieses Geheimnis ist, das unter den Völkern verkündigt wurde, dass nämlich Christus in euch ist; er verbürgt die Herrlichkeit Gottes.

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Anmerkungen

Studienfassung (Kolosser 1)

1 Paulus, Apostel [von] Christus Jesus durch den Willen Gottes, und Timotheusa der Bruder 2 [an] die Heiligenb in Kolossä, {und} die treuen (gläubigen)c Geschwister (Brüder [und Schwestern]; Brüder)d in Christus (an Christus Glaubenden)e (die heiligen und treuen Geschwister; die Heiligen, {und} die treuen Geschwister ... in Kolossä). Gnade [sei mit] euch und Frieden von Gott, unserem Vaterf.  3 Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, jedes Mal (immer wieder, ständig), wenn wir für euch beten (für euch, wenn wir beten),g   4 weil wir [von] eurem Glauben (Vertrauen) in (an) Christus Jesush gehört habeni und [von] der Liebe, die ihr gegenüber (zu) allen Heiligen habt, 5 aufgrund (wegen)j der (durch die) Hoffnung, die im Himmelk [auf] euch wartet (für euch bereit/vorhanden/reserviert ist), [von] der ihr schon zuvor (vorher)l durch das (im) Wort (die Botschaft) der Wahrheit, das Evangelium (wahre Wort des Evangeliums)m gehört habt, 6 das zu euch gekommen ist,n [das Evangelium], wie es auch auf (in) der ganzen Welto Frucht bringt und sich verbreitet, so wie [es ja] auch unter (in) euch [geschieht]p seit dem Tag, [als] ihr [es] gehört und die Gnade Gottes wirklich (in Wahrheit)q verstanden (erkannt)([als] wahr erkannt) habtr7 [das Evangelium], wies ihr [es] von unserem geliebten Mitsklaven Epaphrast gelernt habt, der ein treuer Diener Christi an unserer Stelle (für euch)u ist, 8 der [es] auch [war, der] uns eure Liebe durch [den] (im) Geistv deutlich gemacht (aufgezeigt, offenbart) hat.w

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21 und [auch] euch:x ihr mögt [ja] früher (einmal) Fremde (entfremdet)y und innerlich (in eurer Gesinnung, Denkweise, Geisteshaltung)z Feinde aufgrund (in)aa [eures] bösen Verhaltens (Taten, Werken) gewesen sein,ab 22 aber jetzt wurdet ihr (hat [er euch]) kraft (mittels, anhand, durch, mit, in)ac seines fleischlichen Körpersad durch den Tod versöhntae, um euch in seinen Augen (vor sich) [als] heilig und fehlerlos (makellos, tadellos) und unbescholten (makellos, ohne Anklage)af zu präsentieren (zu machen, vor sich hinzustellen)ag, 23 wenn (sofern) ihr denn weiter im Glauben bleibt, auf einem festen Fundament (fest gegründet)ah und sicher, und nicht von der Hoffnung des Evangeliums abgebracht werdet,ai das ihr gehört habt, [des Evangeliums],aj das in [der] ganzen Schöpfung unter dem Himmelak verkündet wurde (wird), dem ich, Paulus, [zum] Diener geworden bin. 24 al Jetzt freue ich micham in den Leiden für euch und ergänze [stellvertretend für euch], was an den Drangsalen Christi noch fehltan, an meinem Körper für seinen Leib, das ist die Gemeinde, 25 deren Diener ich geworden bin nach dem Auftrag (Amt, Heilsplan)ao Gottes, den er mir gegeben hat, bei euch das Wort Gottes zur Fülle zu bringenap, 26 [nämlich] das Geheimnis, das verborgen gewesen istaq seit Ewigkeiten und Generationen – jetzt aber wurde es seinen Heiligen offenbart,ar 27 denen Gott kundtun (offenbaren) wollte, was der Reichtum der Herrlichkeitas dieses Geheimnisses bei den Völkern ist, das ist Christus in (bei, unter)at euch, die Hoffnungau der Herrlichkeit, 28 den wir verkündigen, indemav wir jeden Menschen ermahnen (zurechtweisen, ans Herz legen) und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, damit wir jeden Menschen vollkommen (vollendet, reif, eingeweiht) in Christus präsentieren (darstellen, erweisen); 29 worum ich mich auch bemühe undaw mich abkämpfeax, getragen vonay seineraz Wirksamkeit, die in mir wirksam ist in Kraft (kräftig wirksam ist).

Anmerkungen

aTimotheus war ein enger Mitarbeiter des Apostels Paulus, der auch in 2Kor 1,1; Phil 1,1; Phlm 1 als Mitverfasser erwähnt wird; zusammen mit Silvanus auch in 1Thess 1,1; 2Thess 1,1. Nach den Angaben der Apostelgeschichte nahm Paulus ihn aufgrund seines guten Rufs unter den Gläubigen während seiner zweiten Missionsreise in Derbe in sein Mitarbeiterteam auf (Apg 16,1-3). Er war Paulus meistgeschätzter Mitarbeiter (O'Brien 1982, 3). Es ist unklar, welche Rolle er bei der Abfassung des Briefes spielte, wenn die Angabe nicht pseudepigraphisch ist. Gut denkbare Gründe für seine Erwähnung (oder Beteiligung) sind, dass er den Adressaten persönlich bekannt war (Moo 2008, 76) oder die Zuverlässigkeit seiner Lehre garantiert werden sollte (O'Brien 1982, 3). (Zurück zu v.1)
bdie Heiligen Die Mehrzahl der Übersetzungen (Ausnahmen: REB, SLT, Menge, EÜ) interpretieren „heilig“ wie hier als substantiviert, sodass die Adressaten nicht als „heilige Geschwister“, sondern als „Heilige“ etc. angesprochen werden. Diese Übersetzung beruht auf Parallelen zu anderen Präskripten von Paulusbriefen (Röm, 1Kor, Phil, Eph), wo „heilig“ immer substantiviert gebraucht wird (O'Brien 1982, 3). Die Bezeichnung der Empfänger als „Heilige“ spielt auf die atl. Tradition (so Ex 19,6; Lev 11,44 und mehrfach in Daniel 7) von Israel als heiligem Volk an (vgl. NGÜ, NIV, NLT), die nun auf die Gläubigen angewandt wird (Moo 2008, 78). (Zurück zu v.2)
cVgl. die entsprechende Fußnote zu Eph 1,1. (Zurück zu v.2)
dGenerisches Maskulinum. (Zurück zu v.2)
ein Christus (sowie das ausführlichere „in Christus Jesus“, Kol 1,4) ist bei Paulus ein Lieblingsattribut, das häufig und in den verschiedensten Kontexten Anwendung findet (vgl. etwa analog Eph 1,1). In Kol kommt es sonst nur noch in 1,28 vor. Wegen dieser Vielfalt ist seine genaue Aussageabsicht unmöglich zu definieren; es scheint jedoch insgesamt eine Zugehörigkeit zu Christus und der neuen Realität zu signalisieren (den „geistlichen Aufenthaltsort“ (Moo 2008, 77)), die er geschaffen hat. Wer diesem neuen Zeitalter noch nicht angehört, ist noch „in Adam“ (etwa 1Kor 15,22; 2Kor 5,14-17; Röm 5,12-21) (Moo 2008, 77, vgl. O'Brien 1982, 4). (Zurück zu v.2)
fEinige Handschriften (u.a. die wichtigen alexandrinischen א, A sowie der Mehrheitstext) ergänzen „und des Herrn Jesus Christus“, vielleicht in direkter Anlehnung an Eph 2,2, weswegen er in NA27 wohl als sekundär eingestuft wird. Der Teil fehlt u.a. in B, D, 33, 1739. (Zurück zu v.2)
gTemporal aufgelöstes Ptz. coni. SLT löst stattdessen modal auf: „indem wir allezeit für euch beten“. Nicht nur „für euch“, sondern theoretisch auch „immer wieder“ könnte sich neben „danken“ auch auf „beten“ beziehen (vgl. Moo 2008, 83; so etwa NASB).
Solche Danksagungsformeln wie hier sind in der griechischen Antike am Anfang von Briefen verbreitet und finden sich u.a. in Eph 1,16 & 1Thess 1,2 (O'Brien 1982, 8). (Zurück zu v.3)
hVgl. die Fußnote in V. 2 bei „in Christus“. (Zurück zu v.4)
iKausal aufgelöstes Ptz. coni. (vgl. Moo 2008, 84). Möglich theoretisch auch temporal: „seit“ (Zurück zu v.4)
jDer Bezugspunkt dieser Präposition ist im gr. Urtext nicht eindeutig. Gewöhnlich wird V. 5 auf die „Liebe“ (V. 4) bezogen (also Liebe aufgrund der Hoffnung), aber auch ein Rückbezug auf „danken“ (V. 3) ist möglich (also: „Wir danken Gott (3) … wegen der Hoffnung“). Die erste Möglichkeit ist wegen des unmittelbareren Kontexts wahrscheinlicher und natürlicher, zudem hat der Autor bereits mit V. 4 einen Grund für seinen Dank genannt (dass das Partizip ἀκούσαντες so gemeint ist, geht aus der Diskursstruktur klar hervor)(Moo 2008, 85). (Zurück zu v.5)
kWörtlich ein Plural. (Zurück zu v.5)
lWenn eine gezielte Betonung des „vorher“ (im Gegensatz zu „schon“) intendiert ist, dann bezieht sich das vielleicht auf die Zeit, wo Epaphras in Kolossä evangelisierte, vor dem Aufkommen der Irrlehre, die mit dem Brief bekämpft wird (so seit Moule 1898, 67; vgl. Moo 2008, 86). (Zurück zu v.5)
mW: „Wort der Wahrheit des Evangeliums“. Wie die drei Begriffe durch die beiden Genitive semantisch verknüpft werden sollen, geht nicht aus ihnen hervor. Die gewählte Auflösung – mit „Evangelium“ als Apposition – ist die häufigste (ESV, NET, NRSV, LEB, HCSB). Die 1. alternative Deutung in der Klammer (nach NIV) versteht „der Wahrheit“ als attributiven Genitiv, also wie ein Adjektiv. Es ist auch möglich, jeden der Genitive als näher bestimmende Apposition zu verstehen, dann sinngemäß: „Wort/Botschaft, das die Wahrheit ist, nämlich das Evangelium“ (so Moo 2008, 86f., vgl. O'Brien 1982, 12).
ἐν („in“ (lokal), „durch“ (instr.)) kann hier entweder instrumental gemeint sein (und betont dann die Weise, auf die sie die Hoffnung bekamen) oder lokal (dann wäre hervorgehoben, dass die Hoffnung inhaltlicher Teil des Evangeliums ist). (Zurück zu v.5)
nAttributives Ptz. Aor., als Relativsatz aufgelöst. (Zurück zu v.6)
oMit der „ganzen Welt“ ist im Denken des Verfassers zunächst die zivilisierte, bekannte Welt der städtischen Zentren des römischen Reichs samt angrenzenden Gebieten gemeint. Oder es ist ganz einfach eine Übertreibung, die er gebraucht, um den Erfolg des Evangeliums zu unterstreichen (vgl. Moo 2008, 89; O'Brien 1982, 13). (Zurück zu v.6)
pVers 6 wird durch die doppelte Verwendung von καθώς ((genau) wie“) stilistisch holprig (vgl. Moo 2008, 87f.). Viele Übersetzungen lassen deshalb mit dem ersten „wie“ einen neuen Satz beginnen, sodass sich der folgende Satzteil nicht auf den vorhergehenden, sondern auf den darauffolgenden bezieht (so EÜ, NGÜ, Menge, Zürcher, NET, NRSV, HCSB), etwa so: „... das zu euch gekommen ist. So wie es auch auf der ganzen Welt Frucht bringt und sich verbreitet, so [geschieht es] auch unter euch...“ Gestützt wird das durch einige unwichtige Textzeugen, die an der Stelle noch ein „und“ einfügen, wo der Satz getrennt wird. Dabei wird allerdings das zweite καθώς als „so“ übersetzt – eigentlich würde man in diesem Fall οὕτως („so“) erwarten (Wilson 2005, 91). Das möchte Wilson mit der Textstruktur erklären (ebd.). S.a. die Fußnote bei „wie“ in V. 7. (Zurück zu v.6)
qwirklich (in Wahrheit) Explizit so NIV, NRSV, vgl. Moo 2008, 89, den Sinn von „wirklich, tatsächlich“ hat ἐν ἀληθείᾳ („in Wahrheit“) u.a. in Mt 22,16; Joh 17,19; 2Joh 1; 3Joh 1 sowie Tob 14,7; Ps 144,18 (LXX) (vgl. LN 70.4). Für den Sinn als „wahr“ in „[als] wahr erkannt“ (Klammer, vgl. GNB) vgl. etwa 2Kor 7,14. (Zurück zu v.6)
r„gehört“ lässt sich auch nach vorne beziehen, dann: „seit dem Tag, als ihr die Gnade Gottes gehört und wirklich verstanden habt“. „hören“ bezieht sich jedoch eher auf das Evangelium, das man als eine Botschaft tatsächlich hören kann, wohingegen Gottes Gnade nur aus gehörtem abzuleiten oder zu erfahren wäre. (Zurück zu v.6)
sκαθώς ((genau) wie“) scheint hier die beiden Sätze auf sehr allgemeine Weise zu verbinden (Moo 2008, 89), viele Übersetzungen lassen es weg. Hier wurde analog zu 6b übersetzt, um die parallele Struktur zu unterstreichen. (Zurück zu v.7)
tEpaphras wird sonst nur in Kol 4,12f. und Phlm 23 erwähnt, entsprechend wenig ist über ihn bekannt. Man kann nur vermuten, dass er aus Kolossä stammte und vielleicht durch Paulus zum Glauben gefunden hatte, bevor er dort evangelisierte. Es handelt sich bei dem Namen um eine zu einem eigenständigen Namen gewordene Kurzform von „Epaphroditus“. Epaphras ist deshalb vermutlich nicht mit dem in Phil 2,25; 4,18 genannten Paulus-Mitarbeiter identisch (Moo 2008, 90). (Zurück zu v.7)
uHier ist textkritisch nicht klar, ob „für uns“ (ὑπὲρ ἡμῶν) oder „für euch“ (ὑπὲρ ὑμῶν) zu lesen sein sollte. Der Unterschied besteht aus einem Buchstaben. Die interne Evidenz ist ausgeglichen. „euch“ wäre schwieriger zu verstehen, aber der Kontext scheint klar für „uns“ zu sprechen (Wilson 2005, 96). NA27 (mit den meisten dt. Übersetzungen) zieht „euch“ vor, weil „uns“ einen Flüchtigkeitsfehler aufgrund des schon kurz vorher vorkommenden ἡμῶν vermutet. Die externe Evidenz (𝔓46 א* A B D* F G 326* 1505, dagegen u.a. א² C D 33 1739) spricht jedoch für „uns“, entsprechend die Präferenz in SBLGNT (zudem EÜ, Menge; vgl. Wilson 2005, 95f.; Moo 2008, 91; NET Kol 1,7 Fußnote 16; O'Brien 1982, 16). Deshalb wurde „uns“ bzw. „an unserer Stelle“ der Vorzug gegeben. (Zurück zu v.7)
v ἐν („in“ (örtl.), „durch“ (instr.)) ist hier wohl instrumental gemeint. Die demonstrierte Liebe wird also durch den Heiligen Geist verursacht (Moo 2008, 91f., vgl. EÜ, NGÜ, Menge). (Zurück zu v.8)
wAuflösung eines attributiven Ptz. Aor. als Relativsatz. Möglich wäre auch eine „und“-Kombination. (Zurück zu v.8)
xund [auch] euch Nach unserem Verständnis hängt καὶ ὑμᾶς „und/auch euch“ als Objekt von dem Prädikat ἀποκαταλλάξαι in V. 20 ab (so z.B. Moule 1898, 86, auch NLB, NGÜ, NEÜ). Es wäre auch möglich, es mit dem Prädikat ἀποκατηλλάγητε des nächsten Verses (22) in Verbindung zu bringen, aber das würde einen sehr komplizierten Satzbau voraussetzen (so die meisten Exegeten). Denkbar wird das nur im Zusammenhang mit der von den meisten Übersetzungen bevorzugten textkritischen Lesart des Prädikats in V. 22, wo es als dessen Objekt nötig ist (Warum wir eine andere Lesart vorziehen, steht in der Fußnote dort). Wäre dieses Verständnis korrekt, dann führte der Verfasser den hier begonnenen Satz (nach dem unmittelbar folgenden Einschub) in V. 22 auf andere Weise fort, nämlich adversativ (also durch „aber“) damit verknüpft (vgl. die übersichtliche Aufstellung der möglichen Deutungen bei Williams 1907, 55f.). (Zurück zu v.21)
yFremde Als Substantiv gebrauchtes Ptz. Pf. Pass., w. also „entfremdet“. Im NT nur 3x und nur im Ptz. Pf. Pass., immer resultativ und im Zusammenhang mit der Bundesgemeinschaft bzw. Beziehung mit Gott gebraucht (Eph 2,12; 4,18, vgl. TWNT, ἀπαλλοτριόω). Auffällig ist, dass hier das erwartete Lokal-Objekt fehlt: wir also nicht erfahren, wovon die Adressaten einmal entfremdet waren. (Zurück zu v.21)
zinnerlich Der Dativ τῇ διανοίᾳ gibt entweder den Ort oder den Bezug dieser Einstellung an (Moo 2008, 140). διάνοια steht im Griechischen eigentlich zunächst für den Verstand, übersetzt jedoch im AT gelegentlich das hebräische Wort für Herz (BA). Im NT werden die beiden Begriffe sogar austauschbar gebraucht (O'Brien 1982, 66f.). Es bezeichnet den Sitz und Ursprung menschlichen Fühlens und Denkens. Dagegen tendiert LN 30.15 eher zu „Denkweise“. (Zurück zu v.21)
aaaufgrund (in) Kausale Interpretation von „in“, vgl. EÜ. Nicht klar ist, ob das böse Verhalten Grundlage oder Zeugnis der feindlichen Geisteshaltung ist. Darum alternativ: „[wie es] in [eurem] bösen Verhalten [zum Ausdruck kommt]“. (Zurück zu v.21)
abAls konzessiv verbundener Hauptsatz aufgelöstes Participium coniunctum (Ptz. Präs. Akk.). Möglich wäre auch eine Auflösung als Relativsatz, eine stärkere konzessive („obwohl“) oder temporale Deutung („während, als“). S.a. V. 21, Fußnote 1. (Zurück zu v.21)
ackraft ἐν + Dat. wird hier instrumental gebraucht (LN 90.10). Nur durch die hier gebrauchte Umschreibung lässt es sich im Deutschen vom kurz darauf mit „durch“ übersetzten διὰ (LN 89.76) unterscheiden. REB, SLT (vgl. ZÜR, Menge) wörtlich, aber ungenau: „in dem Leib seines Fleisches durch den Tod“ (Zurück zu v.22)
adW: „seinen Körper des Fleisches“. Der attr. Genitiv drückt die Beschaffenheit des Bezugsworts aus. Gemeint ist mit dem „fleischlichen Körper“ wohl ein „sterblicher“ (Moo 2008, 142), der gedanklich klar von der Gemeinde als „Körper Christi“ abgegrenzt werden soll (Schweizer 21980, 76). (Zurück zu v.22)
aeTextkritik: Die meisten Zeugen lesen Pf. Akt. ἀποκατήλλαξεν „er hat euch versöhnt“. Mit der Passivform ἀποκατηλλάγητε „ihr wurde versöhnt“ folgen wir B (auch P46, 33 mit dem Schreibfehler ἀποκαταλλάγητε; mit SBLGNT, LEB, H.Moule 1898, 86f., J.Lightfoot 1875, 317f. und B.Metzger, Textual Commentary, London 21975, 622)). Trotz der geringen Bezeugung ist das für uns die wahrscheinlichere, weil schwierigere Lesart, die vor allen Dingen die Entstehung der übrigen erklären kann (auch Alter und Qualität der Zeugen überzeugen). Allerdings stellt sie einen Abbruch des in 21 mit καὶ ὑμᾶς „und ihr“ begonnenen Satzes dar (Anakoluth; für unser alternatives Verständnis vgl. Fußnote dort) und nimmt auch dem folgenden Infinitivsatz das Subjekt. Für viele Ausleger ist das zu schwer vorstellbar. (Vgl. Wilson 2005, 159f.; Metzger 21975, 621f.; NET Kol 1,21, Fußnote 42; O'Brien 1982, 64). (Zurück zu v.22)
afunbescholten (vgl. ZÜR, E.Schweizer). Im Gegensatz zum vorhergehenden Wort geht es um rechtliche Tadellosigkeit (dort eher um moralische bzw. geistliche). Die Übersetzungen geben eine gute Vorstellung des Konzepts. Menge (vgl. SLT): „unanklagbar“, REB: „unsträflich“, LUT, NLB, NEÜ: „makellos“, EÜ: „schuldlos“, NGÜ: „gegen die keine Anklage mehr erhoben werden kann“ (Zurück zu v.22)
agzu präsentieren So die englischen Übersetzungen; NEÜ. hinzustellen So die meisten deutschen Übersetzungen. zu machen So LN 13.11, NGÜ. Das Verb παρίστημι wird im NT häufig im Zusammenhang mit Gottes Endgericht gebraucht (vgl. Parallelstellen; Moo 2008, 142). Die Interpretation von κατενώπιον αὐτοῦ (entweder „in seinen Augen“ oder „vor sich“) hängt von der Übersetzung des Verbs ab. (Zurück zu v.22)
ahAdv. Ptz. Pf. Pass., zeigt die Art und Weise (modal) oder die Ursache (kausal) des Verweilens „im Glauben“ an. Hier (modal) direkt als Artangabe aufgelöst; denkbar wären auch ein verdeutlichendes „[und zwar]“ oder „[indem] (Zurück zu v.23)
aiAdv. Ptz. Präs. Pass., zeigt die Art und Weise (modal) oder die Ursache (kausal) an. Hier als gleichwertiger Hauptsatz modal mit „und“-Kombination aufgelöst. Anhand der Wortwahl ist erkennbar, dass es als Erweiterung der Bedingung „im Glauben bleiben“ und nicht als Kontrast zu „fest gegründet und sicher“ zu verstehen ist (Williams 1907, 61). (Zurück zu v.23)
ajDie Wiedergabe dieser Nebensatzreihe stößt im Deutschen an Grenzen. Der zweite Relativsatz „das in der ganzen Schöpfung...“ ist mit einem attributiven Partizip eng an das Objekt (das Evangelium) gebunden, wird aber durch den ersten Relativsatz „οὗ ἠκούσατε“ („das ihr gehört habt“) davon getrennt. Im Deutschen deshalb die Einfügung, die, dem Griechischen ähnlich, neu beim Objekt ansetzt. (Mit neuen Hauptsatz, aber ähnlich bei ZÜR, NGÜ, NEÜ, NET, HCSB) (Zurück zu v.23)
akEs gibt mehrere Möglichkeiten, wie diese problematische Aussage gewertet werden könnte (denn wörtlich genommen, ist sie nicht wahr): 1. Es könnte sich um eine Vorgangsbeschreibung handeln (das Ptz. Aor. muss keine Vergangenheitsbedeutung haben), 2. Es könnte sich um einen Bezug auf die „allgemeine Offenbarung“ Gottes in der Schöpfung handeln, 3. Es handelt sich um eine Übertreibung (so Moo 2008, 146.). Vgl. V. 6, Fußnote o, dann als Entsprechung zu Versöhnung aller Dinge in V. 20 (Moo 2008, 147). (Zurück zu v.23)
alVers 24 bis 29 sind im griechischen Original ein Satz. (Zurück zu v.24)
am„Das wunderliche 'chaíro' könnte man ... interpretieren als 'ich bin stolz, zu solchem Opfer gewürdigt zu sein'“ - Hans-Joachim Uhde in: GPM 54/1, S. 91. (Zurück zu v.24)
anWörtl.: „Ich ergänze/ fülle stellvertretend auf den Mangel an Drangsalen Christi“. Es geht hier nicht um die Vorstellung, dass die Leiden Jesu ergänzungsbedürftig wären; das griech. Wort 'thlípsis' bezeichnet die (endzeitlichen) Drangsale - es geht also um die Bedrängnisse, die zur Parusie (Wiederkunft) Christi noch fehlen. Es muss hier genau unterschieden werden zwischen „satisfaktorischem“ und „aedifikatorischem“ Leiden!, vgl. Schweizer, EKK XII, S.91. (Zurück zu v.24)
aoEs handelt sich bei oikonomía um einen umfassenden Plan; im Griech. wurden Dekrete der Behörde so bezeichnet. (Zurück zu v.25)
apDahinter steht die Vorstellung Röm 15,19. Paulus rühmt sich da, das Evangelium von Jerusalem aus „ringsumher bis nach Illyrien“ „voll ausgerichtet“ (Luther 1984) zu haben. Wie wir wissen, war Paulus nur in Städten missionarisch tätig. Er hat also keineswegs dieses ganze, riesige Gebiet missioniert, sondern hat entweder a) in den Städten die Verkündigung begonnen mit dem Gedanken, dass sie von dort aus in das umliegende Gebiet getragen wird, oder er war b) der Auffassung, dass Gott eine best. Anzahl von Gläubigen (= die „Vollzahl“) vorherbestimmt hat, die er zu finden und denen er das Evangelium zu sagen hatte. Diese Vorstellung des Paulus liegt hier zugrunde. Es geht darum, die Völker der damals bekannten Welt mit der Verkündigung des Evangeliums zu erreichen, damit die Parusie Jesu eintreten kann. Das ist der „Zug Christi durch die Völker“ (Schweizer, EKK XII, 89). (Zurück zu v.25)
aqPerf. pass. (Zurück zu v.26)
arHier liegt ein (in mehreren Briefen aufzuweisendes) Revelationsschema (Offenarungsschema) vor: das Geheimnis ist verschwiegen/ verborgen seit ewigen Zeiten - es wird aber jetzt auf Anordnung Gottes den Heiden (Völkern) kundgegeben. Damit wird die grundsätzliche Unzugänglichkeit Gottes betont und eine Sonderstellung der „Heiligen“ (= die Heidenchristliche Gemeinde), vgl. Schweizer, EKK XII, 87f. (Zurück zu v.26)
asdóxa ist aus dem säkularen Griech. nur i.S. von „Meinung“, „Ansehen“ bekannt. Vom atl. 'kabod' bzw. von der späteren Vorstellung der 'schekina' Gottes gewinnt es im NT einen neuen Sinn, vgl. Schweizer, EKK XII, S. 88, Anm. 262. (Zurück zu v.27)
atEs ist nicht irrelevant, die wie Präposition 'en' mit Dativ hier übersetzt wird. Liest man „Christus in euch“, hat man die mystische Vorstellung, dass Christus in den Gläubigen gegenwärtig ist (z.B. beim Abendmahl). „Christus unter euch“ denkt an die Gemeinde als Leib Christi, d.h. Christus ist in der Gesamtheit der Gemeinde gegenwärtig (s.o. Vers 24), nicht im einzelnen Christen. „Christus bei euch“ ist demgegenüber eine distanzierte Betrachtungsweise: Christus ist z.B. im Abendmahl gegenwärtig, aber nicht so unmittelbar, dass man ihm im einzelnen Gläubigen („in“) oder in der Gemeinde („unter“) begegnen könnte. (Zurück zu v.27)
auSchweizer, EKK XII, S.81 und 89, schlägt vor, hier „Vorgabe“ zu übersetzen, weil „Hoffnung“ hier das schon im Himmel Bereitliegende bezeichnet. „Aus der 'Hoffnung, in der gehofft wird' ist die 'Hoffnung, die gehofft wird' geworden“ (a.a.O., S., 35) (Zurück zu v.27)
avAdverbiales Partizip modal aufgelöst. (Zurück zu v.28)
awAdverbiales Partizip modal durch „und“-Kombination aufgelöst. (Zurück zu v.29)
axagón bezeichnet den Wettkampf, nicht den Krieg. (Zurück zu v.29)
ayWörtl. Präposition katá mit Akk. „längs-hin, durch-hin, gemäß, nach“, eigentl.: „von oben bis unten über etwas hin“ (Zurück zu v.29)
azD.h. Christi. (Zurück zu v.29)