Psalm 7

Aus Die Offene Bibel

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Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett und kann weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.

Lesefassung (Psalm 7)

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9 ⸂Mein Gott⸃, richte die Völker -
Und richte mich auf, da ich gerecht bin,
Da ich nur Unschuld auf mich geladen habe!
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Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 7)

1 Ein Shiggajona von (für, über, nach Art von) David, das er JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. sang wegen der Reden Kuschs, des Benjaminiten.b


2 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., mein Gott, ich suche Schutz bei dir (auf dich setze ich mein Vertrauen):
Hilf mir vor all meinen Verfolgern und rette mich,
3 Damit erc nicht meine Seele (mich)d zerreißt wie ein Löwe,
[Sie (mich)] zerfleischt, ohne dass jemand [sie (mich)] rettet!e


4 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., mein Gott, wenn ich dies getan habe,f
wenn Unrecht an meinen Händen [ist]g
5 Wenn ich Böses tat dem, derh es mir [nun] vergilt (meinem Verbündeten?),
und [wenn] ich grundlos meine Gegner (die, die grundlos meine Gegner [sind]) bedrängte (rettete?),i
6 dann verfolge [mein] Feind meine Seele (mich)j und erreiche [sie]
und trete meine Seele (mich)j zu Boden
und lasse meine Ehre (mich)j im Staub wohnen!k {Selah}l


7 Steh auf, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., in Deinem Zorn!
Erhebe Dich gegen die Wut meiner Feinde (in [Deiner] Wut auf meine Feinde)
Und erwachem, mein Gott (Und erwache zu mir hin?)n, [der] du das Recht eingesetzt hast!o
8 {Und} die Versammlung der Völker umgebe dich
Und über sie kehre zur Höhe zurück!p
9 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. richte die Völkerq
Schaff [auch] mir Rechtr, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., gemäß meiner Gerechtigkeits
Und gemäß meiner Unschuld, [die] auf mir [ist]t!
10 Ach, es möge enden Böses von Frevlern (böse Frevler, Bosheit von Frevler?)u,
[Aber] Gerechte mögest du sicher stehen lassenv.


Der gerechte Gott prüft Herz und Nierenwx,
11 [Darum] [Ist] mein Schild auf mir (auf)y Gott,
der Retter [derer, die] redlichen Herzens [sind].
12 Gott [ist] ein gerechter Richter,
[Darum] [ist] er [auch] ein Gott, [der] jeden Tag zürnt:z
13 Wenn man sich nicht bekehrt, [sondern] sein Schwert wetzt,aa
Seinen Bogen spannt und ihn aufrichtetab -
14 für sich [selbst] richtet man [dann] die tödlichen Waffen
[Und] macht seine Pfeile zu brennendenac.
15 Wenn (siehe)ad man Frevel empfängt,
Geht man mit Bosheit schwanger und gebiert - Trug (und gebiert Lügen).ae
16 Gräbt man ein Loch und hebt es aus -
Fällt man [selbst] in die Grube, [die] man machen wollte.
17 Jemandes Bosheit kehrt auf seinen [eigenen] Kopf zurück
Und auf seinen [eigenen] Scheitel kommt jemandes Untat hinab.

18 Ich will JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ob (gemäß) seiner Gerechtigkeit preisen
Und spielen dem Namen JHWHs, des Höchsten!

Anmerkungen

In Psalm 7 sind hauptsächlich zwei Vorstellungen miteinander verknüpft. Die erste ist die vom sogenannten „Tun-Ergehens-Zusammenhang“ (s. v.a. Vv. 13-17): Nur dem, der Böses getan hat, kann - und wird auch - Böses widerfahren; demjenigen dagegen, der Gutes tut, ist ein gutes Schicksal gewiss. In Ps 7 ist diese Vorstellung verknüpft mit dem Bild von Gott als „gerechtem Richter“ (V. 12), der als dieser über den Tun-Ergehens-Zusammenhang wacht und für ihn verantwortlich ist: Alles, was einem Menschen auf dieser Erde geschieht, wird zurückgeführt auf ein „Urteil“ des „Weltenrichters“ JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH..af
Da der Beter von Psalm 7 es aber von sich weist, etwas Böses getan zu haben (Vv. 4-6) und dennoch unter seinen Feinden zu leiden hat (Vv. 2f.), muss das heißen, dass JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. in diesem Fall noch nicht aktiv geworden ist, und aus diesem Grund appelliert er an Gott, dass er nun als Richter in Aktion treten und die Vorstellung des Tun-Ergehens-Zusammenhang auch Wirklichkeit werden lassen soll: Den Beter soll er „entsprechend seiner Gerechtigkeit und Unschuld“ behandeln (Vv. 9.11), seine Feinde aber verurteilen (Vv. 7.10) - und dies soll Gott tun, weil er eben gleichzeitig ein „gerechter Richter“ ist und als solcher auch ein Gott, der bereit ist, seinen gerechten Zorn zu zeigen (V. 12). Und gerade diese letzte Eigenschaft Gottes wird dann in Vv. 13-17 in verschiedensten Variationen durchgespielt: In Gottes Gerechtigkeit liegt, dass ein Übeltäter sich stets sein eigenes Grab schaufelt. So sehr meditiert sich der Beter dort in die strafende Gerechtigkeit Gottes hinein, dass er schließlich unvermittelt seinen Klagepsalm abschließen kann mit einem jubelnden Dankversprechen für JHWHs Gerechtigkeit, derer er sich nun, da er seine Bitte geäußert hat, sicher sein kann (V. 18).

aShiggajon - Bedeutung unbekannt. Das Wort findet sich sonst nur noch in Hab 3,1. Viele leiten die Bedeutung vom akkadischen schigû („Klageruf“) ab und übersetzen mit „Klagelied“, doch in Hab 3,1 passt diese Bedeutung nicht. (Zurück zu v.1)
bKuschs, des Benjaminiten - Ein Benjaminiter mit Namen Kusch ist in der Bibel unbekannt. Die Überschrift bezieht sich wohl auf eine nicht mehr erhaltene Davidslegende. (Zurück zu v.1)
cer - gemeint sind die Verfolger. Das Heb. kann v.a. in Poesie unvermittelt von einem Numerus zum anderen wechseln („N-ShiftShift: Kurz für „PNGT-Shift“ oder „Person-Numerus-Genus-Tempus - Shift“; oft auch „Ennalage“ oder „Heterosis“. V.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f..), ohne dass dies einen Bedeutungsunterschied machen würde. Im Dt. muss mit Plural übertragen werden. (Zurück zu v.3)
dmeine Seele (mich) - „meine Seele“ ist im Heb. fast stets ein Wechselbegriff für „ich“; so auch hier. (Zurück zu v.3)
eOder, sprachlich naheliegender, aber seltener in Üss. und Kommentaren zu finden: Damit er [mich] nicht zerreißt, wie ein Löwe meine Seele (=mich) zerfleischen würde, wenn niemand [da wäre, der] [mich] rettet. Ähnlich z.B. Houston/Moore/Waltke 2014Houston, James M. / Erika Moore / Bruce K. Waltke: The Psalms as Christian Lament. A Historical Commentary. Grand Rapids, 2014., S. 79: „Otherwise he will tear me apart like a lion / that snatches me away with no one to rescue me.“ Bei der Primärübersetzung wäre eigentlich statt dem Partizip poreq eher das Yiqtol jiproq zu erwarten (so daher z.B. Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905., S. 13; Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936., S. 61; Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. 54); vermutlich sogar noch eher Weqatal. (Zurück zu v.3)
fWenn ich dies getan habe - Umstrittene Stelle. Drei Deutungen sind gut möglich: (1) Entweder ist für zot („dies“) mit Leveen 1966Leveen, Jacob: The Textual Problems of Psalm VII, in: VT 16/4, 1966. S. 439-445., S. 440 und ws. Wellhausen 1898Wellhausen, Julius: The Book of Psalms. A New English Translation with explanatory Notes and an Appendix on the Music of the Ancient Hebrews. London/Stuttgart, 1898. online unter: http://goo.gl/YXwyuY, S. 5 zimmot („Böses“) zu lesen („Wenn ich Böses getan habe“), (2) oder der Dichter / ein Schreiber hat zot („dies“) stellvertretend für eine Übeltat gesetzt, die er nicht auszusprechen / zu schreiben wagte („Wenn ich du-weißt-schon-was getan habe“ / „Wenn ich X getan habe“; letzteres z.B. bei Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003., S. 116), wie sich das häufiger in der Bibel findet (vgl. Schorch 2000Schorch, Stefan: Euphemismen in der Hebräischen Bibel. Wiesbaden, 2000., S. 244; s. z.B. ganz ähnlich Ijob 31,7), oder (3) zot („dies“) meint hier „Etwas“, „Irgendetwas“ („Wenn ich Irgendetwas getan habe“ so schon Saadia; ähnlich Halévy 1894Halévy, Joseph: Notes pour l'interpetation des Psaumes, in: Revue sémitique d'épigraphie et d'histoire ancienne 2/1, 1894., S. 2).
Die häufigste Deutung - die nämlich, dass mit „dies“ zusammenfassend die folgenden Freveltaten angedeutet werden sollen, die dann in den nächsten drei Zeilen ausgeführt werden - ist wegen V. 4b nicht gut möglich, da diese Zeile auch nicht konkreter ist als 4a. (Zurück zu v.4)
gUnrecht an meinen Händen [ist] - Im Alten Israel hing die Vorstellung von Sünde eng mit der der Reinheit zusammen: Untaten beflecken die Hände (Jes 59,3), machen daher Reinigung (1 Joh 1,9) nötig (s. Jak 4,8: „Reinigt die Hände, Sünder!“). Der Unschuldige dagegen hat „reine Hände“ (Ijob 17,9). Sinnvoll daher z.B. STADDie freie jüdische Psalmenübersetzung von Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“. Eher für Psalmenliebhaber und als Inspiration für die Übertragung der LF interessant als für Exegese und Übersetzungsvergleich; noch mehr aber für Bibliophile: Ein ganz wundervoll gestaltetes Buch.: „Wenn ich meine Hände mit Schuld befleckte“. Falls dies nicht mehr verständlich ist, wäre einfach eine Übersetzung à la NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien. zu empfehlen: „Wenn ich ungerecht war“. (Zurück zu v.4)
hdem, der - gemeint sind mit dem Sg. wieder die vielen Verfolger, s. die nächste Zeile und vgl. FN c (Zurück zu v.5)
iSchwieriger Vers. Meist wird er gedeutet als Wenn ich meinem Freund mit Bösem vergalt / und [wenn] ich meine Gegner grundlos gerettet habe,.... Die Hauptschwierigkeiten bei dieser Deutung sind, (a) dass die Übersetzung „Freund“, „Verbündeter“ sich für das entsprechende heb. Wort nicht nachweisen lässt und (b) dass die Rettung eines Gegners schwerlich eine Schandtat ist. Schwierigkeit (a) wollen Beyerlin 1970Beyerlin, Walter: Die Rettung der Bedrängten in den Feindpsalmen der Einzelnen auf institutionelle Zusammenhänge untersucht. Göttingen, 1970. online unter: http://goo.gl/fzcmUH und Gunkel 1968Gunkel, Hermann: Die Psalmen. Übersetzt und erklärt. Göttingen, 5 1968. lösen, indem sie für scholmi (scheinbar: „mein Freund“) meschalmi („der, der mir's vergilt“) lesen, doch ist dies gar nicht nötig und schon scholmi kann „der, der mir's vergilt“ bedeuten (vgl. bes. Macholz 1979Macholz, Christian: Bemerkungen zu Ps 7 4-6, in: ZAW 91/1. S. 127-129., S. 129; so schon Olshausen 1853Olshausen, Justus: Die Psalmen. Erklärt. Leipzig, 1853. online unter: http://goo.gl/mR9E53, S. 49). Wg. Schwierigkeit (b) lies für ch-l-z („retten“) besser l-ch-z („bedrängen, bedrücken“); so z.B. schon Houbigant 1777Houbigant, Charles-François: Notae Criticae in Universos Veteris Testamenti Libros Cum Hebraice, Tum Graece Scriptus. Cum Integris Eiusdem Prolegominis, Band 2. Frankfurt, 1777. online unter: http://goo.gl/qJ5OSW, S. 4; heute z.B. BHS und Houston/Moore/Waltke 2014Houston, James M. / Erika Moore / Bruce K. Waltke: The Psalms as Christian Lament. A Historical Commentary. Grand Rapids, 2014., S. 80. (Zurück zu v.5)
jmich - „Seele“ und „Ehre“ sind in den Psalmen häufig nur Wechselbegriffe für „ich“; so auch hier. (zu v.6)
kDer Staub ist hier wie oft ein Synonym für die Unterwelt (vgl. z.B. Bratcher/Reyburn 1991Bratcher, Robert G. / William D. Reyburn: A Translator's Handbook on the Book of Psalms. New York, 1991., S. 69). Hier wirkt wohl noch das Bild des reißenden Löwen nach: Wie ein solcher soll der Feind den Sänger verfolgen und zu Boden reißen, so dass dieser fortan [tot] in der Unterwelt leben muss. Vom Sinn her daher richtig T4TTranslation for Translators - eine freie Paraphrase der Bibel, die versucht, den Sinn des Bibeltextes nachzuzeichnen, um anderen Übersetzern ihre Aufgabe zu erleichtern. Unwahrscheinlich hilfreich und online einsehbar unter http://goo.gl/fu4Oxx: „Lass meine Feinde mich verfolgen, fangen, in den Boden trampeln und mich tot im Schmutz liegen lassen!“
Vv. 4-6 insgesamt sind eine Unschuldsbeteuerung in Form einer Selbstverfluchung: „[Ich schwöre, ich habe X nicht getan!] Wenn ich X getan habe, soll mir Y widerfahren!“. (Zurück zu v.6)
lDie Bedeutung von Selah ist unklar, s. Lexikon / Lemma סֶלַה. In der LF sollte es daher besser ausgespart werden. (Zurück zu v.6)
merwache - Hinter diesem häufigen Aufruf steht die Vorstellung, dass - da einerseits ja Gott die ganze Welt lenkt und leitet, andererseits aber offensichtlich gerade ein Unrecht geschieht - Gott aktuell „inaktiv“ sein muss (vgl. näher z.B. Schlaf (Wibilex)). Ob dies „schlafen“ wirklich nur eine Metapher für die Inaktivität Gottes ist, oder ob die Vorstellung tatsächlich wörtlich genommen werden muss, lässt sich heute nicht mehr sagen. (Zurück zu v.7)
nTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Und erwache, mein Gott (Und erwache zu mir hin?) - Die Alternativübersetzung ist der eigentliche Wortlaut des heb. Textes und macht offensichtlich nicht viel Sinn. Lies nach LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. für elaj („zu mir hin“) eli („mein Gott“), wofür nur die masoretische Vokalisierung geändert werden muss (so z.B. Brueggemann/Bellinger 2014Brueggemann, Walter / William H. Bellinger Jr.: Psalms. New York, 2014.; Houston/Moore/Waltke 2014Houston, James M. / Erika Moore / Bruce K. Waltke: The Psalms as Christian Lament. A Historical Commentary. Grand Rapids, 2014., S. 80), oder deute sogar ohne Umvokalisierung - aber unwahrscheinlicher - elaj als Pluralis majestatis „meine Götter“ (=„mein Gott“, so z.B. Dahood 1965Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms I. 1-50. New York, 1965., S. 43; Goldingay 2006Goldingay, John: Psalms. Volume 1: Psalms 1-41. Grand Rapids, 2006., S. 143). (Zurück zu v.7)
o[der] du das Recht eingesetzt hast! - Meist: „Berufe ein Gericht ein“ (gedeutet als prekatives Perfekt, so z.B. Buttenwieser 1938Buttenwieser, Moses: The Psalms. Chronologically Treated with a New Translation. Chicago, 1938. online unter: http://goo.gl/bpgnjM, S. 413; Houston/Moore/Waltke 2014Houston, James M. / Erika Moore / Bruce K. Waltke: The Psalms as Christian Lament. A Historical Commentary. Grand Rapids, 2014., S. 80) oder „Du hast [ja schon] ein Gericht einberufen“. Das ist unwahrscheinlich; die Kombination der Wörter mischpat („Gebot, Gericht“) und tsawah („einsetzen, gebieten“) findet sich in der Bibel häufig und steht dann stets für den Akt der göttlichen Gesetzgebung (s. Num 27,11; 36,13; Dtn 4,5; 6,20; 8,11; 1 Kön 8,58; 2 Kön 17,34; 1Chr 22,13; 2 Chr 33,8; Neh 1,7; Mal 3,22) oder einmal auch der aaronitischen Gesetzgebung (1 Chr 24,19). Sehr wahrscheinlich wird hier also nicht nur an JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., den Weltenrichter appelliert, sondern in dieser Zeile auch noch an JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., die „Welt-Legislative“: „Du, von dem doch alle Gebote stammen: Halte Gericht!“ (Zurück zu v.7)
pUnd über sie kehre zur Höhe zurück - nämlich, nachdem du erwacht bist, auf deinen himmlischen „Richterthron“ (4Esr 7,33), um dein Richtamt auszuüben; s. die Parallelstellen und vgl. zur Vorstellung z.B. Tag Jahwes (AT) (Wibilex). (Zurück zu v.8)
qJHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. richte die Völker - ein sogenannter „P-ShiftShift: Kurz für „PNGT-Shift“ oder „Person-Numerus-Genus-Tempus - Shift“; oft auch „Ennalage“ oder „Heterosis“. V.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f..“: In der heb. Lyrik kann plötzlich die Rede zu Gott abwechseln mit der Rede über Gott, ohne, dass dies einen Bedeutungsunterschied machen würde (daher wird auch in der zweiten Zeile wieder fortgefahren mit der Rede zu Gott). Im Dt. würde man auch hier schreiben: „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., du richtest die Völker“. (Zurück zu v.9)
rZu Schaff mir Recht statt der häufigen Übersetzung „richte mich“ vgl. gut Liedke 1971Liedke, Gerhard: Gestalt und Bezeichnung alttestamentlicher Rechtssätze. Eine formgeschichtlich-terminologische Studie. Neukirchen-Vluyn, 1971., S. 66f: Die Bitte zielt darauf, dass die durch ein Unrecht gestörte kosmische Ordnung wieder hergestellt werden soll; nicht darauf, dass der Beter gerne als Angeklagter vor dem kosmischen Gericht stehen würde. Sinngemäß also meint die Bitte etwas wie: „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., der du die Völker richtest: Richte mich her“. (Zurück zu v.9)
sgemäß meiner Gerechtigkeit - d.h., wie dies meiner Gerechtigkeit angemessen wäre. (Zurück zu v.9)
t[die] auf mir [ist] - vielleicht ein Wortspiel: Dass Unschuld „auf“ jemandem ist, ist auch im Heb. nicht idiomatisch. Vielleicht soll hier mit der Vorstellung von Sündigkeit und Ungerechtigkeit, die „auf“ (Ez 33,10; auch Ez 18,31: „Werft von auf euch alle Übertretungen...“) jemandem lastet (Jes 24,20) wie ein Joch (Klg 1,14), gespielt werden: Solche lasten gerade nicht auf dem Beter; auf ihm lastet nur Unschuld. (Zurück zu v.9)
uBöses von Frevlern (böse Frevler, Bosheit von Frevler?) - Was auf den ersten Blick „Böses von Frevlern“ zu bedeuten scheint und daher häufig nach „Bosheit von Frevlern“ emendiert worden ist, heißt wohl einfach „böse Frevler“ (zur Konstruktion vgl. GKC § 132c). (Zurück zu v.10)
vsicher stehen lassen - häufige Metapher, vgl. näher FN r zu Ps 30,7: Das „Wanken“ steht in der Bibel für eine Gefährdung, aus der direkt Vernichtung und Tod folgt. Wer dagegen „sicher steht“, „nicht wankt“, ist sicher und geschützt und wird daher ewig bestehen - hier im Gegensatz zu den Frevlern, die ob ihrer Bosheit „enden“ sollen. Sehr schön BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll.: „Mach ein Ende mit der Bosheit dieser Frevler. / Doch den Gerechten lass bestehen.“, auch z.B. ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen.: „doch dem Gerechten gib Bestand!“ (Zurück zu v.10)
wHerz und Nieren - Das Herz ist im Menschenbild Sitz der Gedanken, die Nieren Sitz der Emotionen. Dass Gott „Herz und Nieren prüft“, meint also, dass er das ganze „Innenleben“ des Menschen kennt - dass er ihm „in Herz und Hirn“ sehen kann. Vgl. z.B. ThWATBotterweck, G. Johannes/Helmer Ringgren: Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament. Stuttgart u.a, 1970ff.. IV, S. 191 und s. z.B. Ps 26,2; Weish 1,6; Jer 11,20; 17,10. (Zurück zu v.10)
xDer gerechte Gott prüft Herz und Nieren... - oder: „[Du], gerechter Gott, prüfst Herz und Nieren.“ (Zurück zu v.10)
yTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Mein Schild auf mir (auf) - W. „Mein Schild [ist] auf Gott“; lies statt al („auf“) besser alaj („auf mir“); so z.B. BHS; Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. 54; Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003., S. 121; Weiser 1959Weiser, Artur: Die Psalmen. Göttingen, 5 1959., S. 90. Erwägenswert auch Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936., S. 63; Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953., S. 28: lies jo`il („hilfreich“), also „mein hilfreicher Schild“. (Zurück zu v.11)
zder jeden Tag zürnt - nämlich den Frevlern, wie das der Text sicher voraussetzt und wie das schon TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. und heute z.B. GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen., NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit., NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien., T4TTranslation for Translators - eine freie Paraphrase der Bibel, die versucht, den Sinn des Bibeltextes nachzuzeichnen, um anderen Übersetzern ihre Aufgabe zu erleichtern. Unwahrscheinlich hilfreich und online einsehbar unter http://goo.gl/fu4Oxx ergänzen. (Zurück zu v.12)
aaWenn man sich nicht bekehrt, [sondern] sein Schwert wetzt... - Umstrittener Vers. Nach der obigen Deutung ist das Subjekt der Sätze ab 13a der Frevler und der ganze V. 13 ist die Protasis (=der „Wenn“-Satz) für die Apodosis (=der „Dann“-Satz) V. 14 (so z.B. auch Fokkelman 2000Fokkelman, Jan P.: Major Poems of the Hebrew Bible. At the Interface of Prosody and Structural Analysis. Volume II: 85 Psalms and Job 4-14. Assen, 2000., S. 67; Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern., wohl auch BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll.). Möglich sind aber auch viele andere Deutungen:
Umstritten ist nämlich genauer (a), wie im lo jaschub (hier: „wenn man sich nicht bekehrt“) gedeutet werden muss, (b), wer Subjekt dieser Sätze ist und (c), wo „wenn man sich nicht bekehrt“ einzuordnen ist.
Zu (a): (a1) Die natürlichste Deutung ist die obige als „Wenn man sich nicht bekehrt“. Möglich wären aber auch (a2) „Fürwahr, schon wieder [wetzt er (=der Frevler) sein Schwert](so z.B. Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. 53; schon Olshausen 1853Olshausen, Justus: Die Psalmen. Erklärt. Leipzig, 1853. online unter: http://goo.gl/mR9E53, S. 52) und (a3) „Ach, wenn doch wieder [er sein Schwert schärfen würde](so m.W. nur Dahood 1965Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms I. 1-50. New York, 1965., S. 41).
Zu (b): (b1) Die natürlichste Deutung wäre, dass in Vv. 13f. Gott das Subjekt ist (so z.B. Hubbard 1982Hubbard, Robert L.: Dynamistic and Legal Processes in Psalm 7, in: ZAW 94/2, 1982. S. 267-279., S. 269; Macintosh 1982Macintosh, A. A.:A Consideration of Psalm vii. 12f., in: JTS 33/2, 1982. S. 481-490., S. 487). Aber dann ließe sich das „für sich [selbst]“ in V. 14 nicht gut erklären. (b2) Besser ist daher die Deutung, die den „Frevler“ als Subjekt dieser Verse sieht (so z.B. Gerstenberger 1991Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 1. With an Introduction to Cultic Poetry. Grand Rapids, 1991., S. 63; Nötscher 1959Nötscher, Friedrich: Die Psalmen. Würzburg, 4 1959., S. 26). (b3) Daneben vertreten wurde auch, dass der Frevler das Subjekt des Nebensatzes und Gott das Subjekt der restlichen Sätze wäre: „Wenn er (=der Frevler) sich nicht bekehrt, wetzt er (=Gott) sein Schwert.“ (so z.B. Bratcher/Reyburn 1991Bratcher, Robert G. / William D. Reyburn: A Translator's Handbook on the Book of Psalms. New York, 1991., S. 73f.; viele Üss.). Aber das ist recht unwahrscheinlich.
Zu (c): (c1) Nach der masoretischen Deutung müsste der Nebensatz zum Rest von V. 13 gezogen werden: „Wenn man sich nicht bekehrt, ...“ (so fast alle). Theoretisch möglich wäre aber auch eine Deutung nach dem Muster „er ist auch ein Gott, der jeden Tag zürnt, wenn man sich nicht bekehrt. / ...“ (so z.B. Macintosh 1982Macintosh, A. A.:A Consideration of Psalm vii. 12f., in: JTS 33/2, 1982. S. 481-490., S. 485; auch Craigie 1983Craigie, Peter C.: Psalms 1-50. Dallas, 1983.; Deissler 1989Deissler, Alfons: Die Psalmen. Düsseldorf, 6 1989. und schon Schegg 1845Schegg, Peter: Die Psalmen. Uebersetzt und erklärt für Verständnis und Betrachtung I. München, 1845. online unter: https://goo.gl/wjeHTg z.St.) (Zurück zu v.13)
abihn aufrichtet - d.h. wohl: „mit ihm zielt“. (Zurück zu v.13)
aczu brennenden - d.h., zu Brandpfeilen. (Zurück zu v.14)
adtFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen/Lateinischen interessant.: Wenn (siehe) - zu הִנֵּה mit der Bedeutung „wenn“ vgl. KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., S. 242 und s. z.B. 1 Sam 9,7; 2 Sam 18,11; 2 Kön 7,2. (Zurück zu v.15)
aeund gebiert - Trug (und gebiert Lügen) - umstrittener Satz. Entweder ist ist die Aussage eine ähnliche wie in Vv. 13f.16: Das Planen von Unheil bringt dem Planer selbst Unheil ein, also „ist man schwanger mit Unheil, hat man eine Fehlgeburt“ (so z.B. B-R„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil.; GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.; Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953., S. 28; SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab.; Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003., S. 117; Wellhausen 1898Wellhausen, Julius: The Book of Psalms. A New English Translation with explanatory Notes and an Appendix on the Music of the Ancient Hebrews. London/Stuttgart, 1898. online unter: http://goo.gl/YXwyuY, S. 6; Zorell 1928Zorell, Francisco S.J.: Psalterium Ex Hebraeo Latinum. Rom, 1928., S. 9; s. Ijob 15,35; Jes 33,11). Möglich ist aber auch, dass „Trug“ hier den selben Status hat wie „Frevel“ und „Bosheit“ und dass der Beter sich in V. 15 also noch einmal über den Frevler, der Böses tut - nämlich z.B., indem er „Lügen gebiert“ (s. ähnlich Jes 59,4), beklagt. Wegen dem Kontext ist aber der ersten Deutung der Vorzug zu geben. (Zurück zu v.15)
afBeide Vorstellungen sind häufig miteinander verknüpft; vgl. z.B. Seybold 1984, S. 464f. und s. z.B. Ps 26,1; 35,22-25; Jer 11,16-20; 25,29-31; Ez 7,27; 18,30. (Zurück zu v.18)
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