Terminologie

Aus Die Offene Bibel

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F.A.Q.
Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen
FAQ
Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen
Hyperbaton
Rhetorische Figur: Gezieltes Abweichen von gewöhnlicher Wort- oder Satzteilfolge. Bspp.:
(1) Deutsch: Matthias Claudius: „Sanft ist im Mondenscheine und süß die Ruh“ = „Sanft und süß ist die Ruh im Mondenscheine“;
(2) Biblisch: Gen 2,5: „Noch wuchs kein wildes Steppengewächs auf der Erde und keine Feldfrucht auf dem Feld, denn der Gott JHWH hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde und es war kein Mensch da, der den Acker bestellte“ =
„Noch wuchs kein wildes Steppengewächs auf der Erde, denn der Gott JHWH hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde. [Auch] keine Feldfrucht wuchs auf dem Feld, denn es war kein Mensch da, der den Acker bestellte.“
JHWH
Empfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.
Merismus
Rhetorische Figur: Ein Oberbegriff wird durch zwei meist Unterbegriffe umschrieben. Besonders häufig: Ausdruck einer Gesamtheit durch zwei gegensätzliche Begriffe. Bsp.: Ex 10,9: „Mose sprach: Wir wollen ziehen mit Jung und Alt, mit Söhnen und Töchtern, mit Schafen und Rindern; denn wir haben ein Fest JHWHs.“
Pseudo-Imperativ
Ein Imperativ fungiert nicht als Imperativ, sondern als Vordersatz eines Konditionalsatzgefüges (vgl. z.B. Williams §190). Bspp.:
(1) Deutsch: „Zeig mir noch einmal den Mittelfinger, dann setzt es was!“ = „Wenn du mir noch einmal den Mittelfinger zeigst, setzt es was!“;
(2) Biblisch: Jes 21,12: „Wenn ihr-fragt (Yiqtol), fragt (Imp)! Kommt zurück (Imp)! Kommt (Imp)!“ = „Wenn ihr fragen wollt, dann fragt! Wollt ihr wiederkommen, kommt!“
Shift
Shift: Kurz für „PNGT-Shift“ (Person-Number-Gender-Time - Shift). V.a. in der hebräischen Poesie ist es möglich, dass der Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/einem Numerus/einem Genus/einer Zeitform zu einer anderen Person/einem anderen Numberus/einem anderen Genus/einer anderen Zeitform wechselt, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Dies wurde bereits erkannt von Robert Lowth (Lowth 1829, S. 127); vgl. außerdem zu den P-Shifts z.B. de Regt 2000, S. 230.232; GKC §144; zu den N-Shifts z.B. de Regt 2000, S. 250; zu den T-Shifts z.B. Buth 1986; Cross/Freedman 1997, S. 20; de Hoop 2009, S. 459.
Für gewöhnlich finden sich diese Shifts nur zwischen zwei Stichen, aber sie können sogar im selben Sticho stattfinden - vgl. z.B. (mit mehreren Beispielen) Gevirtz 1961, S. 157f.