Terminologie

Aus Die Offene Bibel

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Abkürzungen[Bearbeiten]

F.A.Q.
Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen
FAQ
Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen

grammatische Phänomene[Bearbeiten]

Pseudo-Imperativ
Ein Imperativ fungiert nicht als Imperativ, sondern als Vordersatz eines Konditionalsatzgefüges (vgl. z.B. Williams §190). Bspp.:
(1) Deutsch: „Zeig mir noch einmal den Mittelfinger, dann setzt es was!“ = „Wenn du mir noch einmal den Mittelfinger zeigst, setzt es was!“;
(2) Biblisch: Jes 21,12: „Wenn ihr-fragt (Yiqtol), fragt (Imp)! Kommt zurück (Imp)! Kommt (Imp)!“ = „Wenn ihr fragen wollt, dann fragt! Wollt ihr wiederkommen, kommt!“

Stilmittel[Bearbeiten]

Hyperbaton
Rhetorische Figur: Gezieltes Abweichen von gewöhnlicher Wort- oder Satzteilfolge. Bspp.:
(1) Deutsch: Matthias Claudius: „Sanft ist im Mondenscheine und süß die Ruh“ = „Sanft und süß ist die Ruh im Mondenscheine“;
(2) Biblisch: Gen 2,5: „Noch wuchs kein wildes Steppengewächs auf der Erde und keine Feldfrucht auf dem Feld, denn der Gott JHWH hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde und es war kein Mensch da, der den Acker bestellte“ =
„Noch wuchs kein wildes Steppengewächs auf der Erde, denn der Gott JHWH hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde. [Auch] keine Feldfrucht wuchs auf dem Feld, denn es war kein Mensch da, der den Acker bestellte.“
Merismus
Rhetorische Figur: Ein Oberbegriff wird durch zwei Unterbegriffe umschrieben. Besonders häufig: Ausdruck einer Gesamtheit durch zwei gegensätzliche Begriffe. Bsp.: Ex 10,9: „Mose sprach: Wir wollen ziehen mit Jung und Alt, mit Söhnen und Töchtern, mit Schafen und Rindern; denn wir haben ein Fest JHWHs.“
Shift
Shift: Kurz für „PNGT-Shift“ (Person-Numerus-Genus-Tempus - Shift). V.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen (s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.).

Bibelübersetzungen[Bearbeiten]

Aq
Aquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines.
Allioli
Eine Übersetzung der Vulgata ins deutsche; entstanden zw. 1830 und 1836. Im Katholizismus bis zu Herausgabe der die geläufigste Bibelübersetzung; für katholische Traditionalisten immer noch die katholische Bibel schlechthin.
CPDV
Die Catholic Public Domain Version; eine Übersetzung der Vulgata ins Englische von Ronald L. Conte Jr. Herausgegeben unter einer wundervollen Lizenz: "The Catholic Public Domain Version of the Sacred Bible has no copyright, trademark, or other legal restrictions. The only restriction is that there can be no restriction."
D-R
Die Douay-Rheims Bible; eine Übersetzung der Vulgata ins Englische. Entstanden im 16-17. Jh. am English College; zw. 1749-1752 revidiert und abgeglichen mit der KJV durch Bischof Richard Challoner. Unter englischsprachigen katholischen Traditionalisten immer noch eine häufig verwendete Bibel.
DaBHaR
Fritz Henning Baader's Übersetzung des Alten Testaments ins Deutsche. Unübertroffen in ihrem Bemühen, möglichst treu die Form des hebräischen Texts wiederzugeben. Unübertroffen auch an daraus resultierender Unverständlichkeit.
ELB
Kurz für „Elberfelder Bibel“. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung; als Vollbibel erstmals 1871 erschienen.
ELBr
Kurz für „revidierte Elberfelder Bibel“. Revision der Elberfelder Bibel; als Vollbibel erstmals 1986 erschienen. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung.
Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern.
GN
Kurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.
HER
Kurz für „Herder Bibel“; erstmals 1965 als Vollbibel erschienene Bibelübersetzung. Besonderheit: Der Bibeltext wurde der Reihe „Herders Bibelkommentar“ entnommen; dennoch ist sie stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen.
HER05
Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen.
HfA
Kurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.
L-R
Eine Übersetzung der Vulgata ins Deutsche durch Valentin Loch und Wilhelm Reischl aus dem 19. Jh. Heute fast vergessen und auch früher v.a. unter betuchteren Theologen verbreitet.
Lamsa
Übersetzung der Peschitta ins Englische durch George Lamsa. Übersetzt zw. 1940 und 1957.
LXX
Die Septuaginta - die älteste durchgängige (griechische) Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr.
NETS
Die New English Translation of the Septuagint. Frei zugänglich im Netz; übersetzt in steter Orientierung am hebräischen Text.
NVul
Die Nova Vulgata; die Vulgata-Revision des Heiligen Stuhls ins Lateinische (in steter Ausrichtung am hebräischen und griechischen Text). In der Instruktion „Liturgiam Authenticam“ wurde sie zur Referenzübersetzung bestimmt, deren Übersetzungsentscheidungen jede Übersetzung zu folgen hat, die in der römisch-katholischen Liturgie verwendet werden will.
Sym
Eine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX.
Syr
Kurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ („die Einfache“). Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr.
Tg
Kurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.
Theod
Eine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines.
VUL
Die Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der (gesamten) Bibel (ins Lateinische) von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr.

Sonstiges[Bearbeiten]

JHWH
Empfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.