Terminologie

Aus Die Offene Bibel

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Abkürzungen[Bearbeiten]

F.A.Q.
Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen
FAQ
Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen

grammatische Phänomene[Bearbeiten]

Brachylogie
Ein erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein. Eine gute Übersicht bietet Williams §582-598, der aber leider nicht zwischen Brachylogie und Ellipse differenziert. Vgl. auch A-C §5.3.6: „At times, BH omits certain parts of speech from clauses. Close attention to context generally reveals the omitted element(s), and ambiguity is seldom a result.“
expository discourse
auch: „descriptive discourse“. Bezeichnung für einen „Diskurstyp“. Im Unterschied zum „narrative discourse“, „hortatory discourse“ und „predictive discourse“ bezeichnet der Begriff „expository discourse“ die Textsorte, in der hauptsächlich überzeitliche Sachverhalte beschrieben/erklärt werden. Einige Hebraisten glauben, für jede dieser Textsorten charakteristische Verwendungsweisen des hebräischen Verbsystems ausmachen zu können (eine gute Übersicht findet sich unter http://www.veracityomadden.com/heb/VerbRanking.rtf); die vier Textsorten sind aber auch unabhängig von dieser Richtung der Hebraistik hilfreiche Analysekategorien.
hortatory discourse
Bezeichnung für einen „Diskurstyp“. Im Unterschied zum „narrative discourse“, „predictive discourse“ und „expository discourse“ bezeichnet der Begriff „hortatory discourse“ die Textsorte, in der hauptsächlich Vorschriften/Befehle gegeben werden (z.B. Gesetzestexte). Einige Hebraisten glauben, für jede dieser Textsorten charakteristische Verwendungsweisen des hebräischen Verbsystems ausmachen zu können (eine gute Übersicht findet sich unter http://www.veracityomadden.com/heb/VerbRanking.rtf); die vier Textsorten sind aber auch unabhängig von dieser Richtung der Hebraistik hilfreiche Analysekategorien.
narrative discourse
Bezeichnung für einen „Diskurstyp“. Im Unterschied zum „hortatory discourse“, „predictive discourse“ und „expository discourse“ bezeichnet der Begriff „narrative discourse“ die Textsorte, in der hauptsächlich von vergangenen Geschehnissen berichtet wird. Einige Hebraisten glauben, für jede dieser Textsorten charakteristische Verwendungsweisen des hebräischen Verbsystems ausmachen zu können (eine gute Übersicht findet sich unter http://www.veracityomadden.com/heb/VerbRanking.rtf); die vier Textsorten sind aber auch unabhängig von dieser Richtung der Hebraistik hilfreiche Analysekategorien.
predictive discourse
Bezeichnung für einen „Diskurstyp“. Im Unterschied zum „narrative discourse“, „hortatory discourse“ und „expository discourse“ bezeichnet der Begriff „predictive discourse“ die Textsorte, in der hauptsächlich zukünftige Ereignisse vorausgesagt oder Anleitungen gegeben werden, wie etwas zu tun ist. Einige Hebraisten glauben, für jede dieser Textsorten charakteristische Verwendungsweisen des hebräischen Verbsystems ausmachen zu können (eine gute Übersicht findet sich unter http://www.veracityomadden.com/heb/VerbRanking.rtf); die vier Textsorten sind aber auch unabhängig von dieser Richtung der Hebraistik hilfreiche Analysekategorien.
Pseudo-Imperativ
Ein Imperativ fungiert nicht als Imperativ, sondern als Vordersatz eines Konditionalsatzgefüges (vgl. z.B. Williams §190). Das gibt es auch im Deutschen: „Zeig mir noch einmal den Mittelfinger, dann setzt es was!“ = „Wenn du mir noch einmal den Mittelfinger zeigst, setzt es was!“; ein deutliches Beispiel ist Jes 21,12.
Topikalisierungsstrategie
Begriff aus der funktionalen Grammatik. Satzglieder haben in den meisten Sprachen eine feste Position in Sätzen; z.B. in einem deutschen Aussagesatz ist die Satzgliedfolge SUBJEKT-PRÄDIKAT-OBJEKT: „Ich liebe dich“. Mit „Topikalisierung“ bezeichnet man das syntaktische Phänomen, dass ein Satzglied aus kommunikativ-pragmatischen Gründen von seiner angestammten Position im Satz an die Satzspitze verschoben wird; z.B. könnte man auf die Frage „Wen liebst du?“ antworten: „Dich liebe ich“. Für das Hebräische vgl. z.B. gut BHRG §47.1d-j; auch Andersen, T. David (2013): Topicality and Functional Voice in Hebrew and Moronene, with Application to Translation; Buth, Randall (1995): Functional Grammar, Hebrew and Aramaic: An Integrated, Textlinguistic Approach to Syntax; bes. S. 84 und mit Einschränkungen Heimerdinger, Jean-Marc (1999): Topic, Focus and Foreground in Ancient Hebrew Narrative, bes. S. 125-127, der aber eigene Akzente setzt.

Stilmittel[Bearbeiten]

Hyperbaton
Rhetorische Figur: Gezieltes Abweichen von gewöhnlicher Wort- oder Satzteilfolge. Bspp.: (1: Deutsch): Matthias Claudius: „Sanft ist im Mondenscheine und süß die Ruh“ = „Sanft und süß ist die Ruh im Mondenscheine“; (2: Hebräisch): Gen 2,5: „Noch wuchs kein wildes Steppengewächs auf der Erde und keine Feldfrucht auf dem Feld, denn der Gott JHWH hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde und es war kein Mensch da, der den Acker bestellte“ = „Noch wuchs kein wildes Steppengewächs auf der Erde, denn der Gott JHWH hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde. [Auch] keine Feldfrucht wuchs auf dem Feld, denn es war kein Mensch da, der den Acker bestellte.“
Merismus
Rhetorische Figur: Ein Oberbegriff wird durch zwei Unterbegriffe umschrieben. Besonders häufig: Ausdruck einer Gesamtheit durch zwei gegensätzliche Begriffe. Bsp.: Ex 10,9: „Mose sprach: Wir wollen ziehen mit Jung und Alt, mit Söhnen und Töchtern, mit Schafen und Rindern; denn wir haben ein Fest JHWHs.“
Shift
Shift: Kurz für „PNGT-Shift“ (Person-Numerus-Genus-Tempus - Shift). V.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen (s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.).
Schon Ehrlich 1905, S. 10: „Alte Texte sind selten ganz glatt, und Wechsel der Person und des Numerus ist auch in den prophetischen Schriften sehr häufig. Es scheint dieses geradezu zum Wesen der hebr. Poesie und des gehobenen Styles zu gehören.“; ebenso z.B. auch schon Lowth 1829, S. 127. Dennoch werden sie immer noch gerne emendiert.

Bibelübersetzungen[Bearbeiten]

ALB
Ludwig Albrechts Übersetzung des NTs und der Psalmen von 1920/1927. Eine wörtliche, aber flüssig zu lesende Übertragung.
Allioli
Eine Übersetzung der Vulgata ins Deutsche; entstanden zw. 1830 und 1836. Im Katholizismus bis zu Herausgabe der die geläufigste Bibelübersetzung; für katholische Traditionalisten immer noch die katholische Bibel schlechthin.
Aq
Aquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines.
B-R
„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil.
BB
Die BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll.
BERN
Eine jüdische Übersetzung des AT durch Simon Bernfeld von 1902. Ursprünglich konzipiert als „neue, fließend übersetzte und modernen Ansprüchen genügende Bibel für die deutsch redende Judenheit“.
CPDV
Die Catholic Public Domain Version; eine Übersetzung der Vulgata ins Englische von Ronald L. Conte Jr. Herausgegeben unter einer wundervollen Lizenz: "The Catholic Public Domain Version of the Sacred Bible has no copyright, trademark, or other legal restrictions. The only restriction is that there can be no restriction."
D-R
Die Douay-Rheims Bible; eine Übersetzung der Vulgata ins Englische. Entstanden im 16-17. Jh. am English College; zw. 1749-1752 revidiert und abgeglichen mit der KJV durch Bischof Richard Challoner. Unter englischsprachigen katholischen Traditionalisten immer noch eine häufig verwendete Bibel.
DaBHaR
Fritz Henning Baader's Übersetzung des Alten Testaments ins Deutsche. Unübertroffen in ihrem Bemühen, möglichst treu die Form des hebräischen Texts wiederzugeben. Unübertroffen auch an daraus resultierender Unverständlichkeit.
ELB
Kurz für „Elberfelder Bibel“. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung; als Vollbibel erstmals 1871 erschienen.
ELBr
Kurz für „revidierte Elberfelder Bibel“. Revision der Elberfelder Bibel; als Vollbibel erstmals 1986 erschienen. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung.
Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern.
GN
Kurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.
GREB
Johannes Grebers Übersetzung des NT, „mit Hilfe der Geisterwelt Gottes um 1930, in modernen Stiel (sic!) der heutigen Sprache angepaßt“. Die Übersetzung ist aber wesentlich besser als dieser Untertitel befürchten lassen könnte, und durchaus einen Blick wert.
GUAR
Der Lateinische Psalter der Ausgabe Pius' XII in der Übersetzung von Romano Guardini. War längere Zeit als deutscher Einheitstext zur gottesdienstlichen Verwendung im Gebrauch. Joseph Patscher urteilt im Liturgischen Jahrbuch: „Wir besitzen keine Übertragung, die sich in der hohen Kultur der Sprache mit Guardini messen kann.“ - und das ist so. Unbedingt einen Blick wert, wenn es an das Erstellen der Lesefassung geht.
H-R
Kurz für „Henne-Rösch - Bibel“. Zusammenführung der AT-Übersetzung von Henne und Gräff und der NT-Übersetzung durch Rösch um 1935(/1936?). Auch bekannt als „Paderborner Bibel“. Recht gutes Gleichgewicht von „wörtlich“ und „verständlich“.
HER
Kurz für „Herder Bibel“; erstmals 1965 als Vollbibel erschienene Bibelübersetzung. Besonderheit: Der Bibeltext wurde der Reihe „Herders Bibelkommentar“ entnommen; dennoch ist sie stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen.
HER05
Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen.
HfA
Kurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.
JJ
NT- und Psalmenübersetzung von Herbert Jantzen und Sprüche-Übersetzung von Thomas Jettel. Eine flüssig lesbare, aber dennoch wörtliche Übersetzung. Allein NT+Psalmen haben außerdem 4356 Fußnoten zur Erläuterung der Übersetzungen.
KAM
Albert Kammermayers NT-Übersetzung von 2005; unterschrieben mit: „Eine Übersetzung, die unsere Sprache spricht“. Kammermayer übersetzt nach einer vierfachen Zielvorgabe: (1) Absolute Treue zum Original, (2) Größtmögliche Verständlichkeit, (3) Einfaches Deutsch, (4) schönes, gepflegtes Deutsch. Eine wunderbare Übertragung und ganz zu Unrecht noch nicht sehr bekannt.
KAR
Otto Karrers NT-Übersetzung von 1959. Früher recht verbreitete katholische Studienbibel. Recht wörtlich; dennoch immer noch gut lesbar.
Tip: Unbedingt in Druckform anschaffen; die Papierqualität ist so gut, dass jedem Bibliophilen Tränen in die Augen steigen müssen.
KNO
Konkordante Übersetzung des NT durch Adolph Ernst Knoch von 1926.
L-R
Eine Übersetzung der Vulgata ins Deutsche durch Valentin Loch und Wilhelm Reischl aus dem 19. Jh. Heute fast vergessen und auch früher v.a. unter betuchteren Theologen verbreitet.
Lamsa
Übersetzung der Peschitta ins Englische durch George Lamsa. Übersetzt zw. 1940 und 1957.
LUT
Kurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt.
LUT84
Kurz für „Lutherbibel 1984“, der Revision der Lutherbibel von 1984. Anpassung der ursprünglichen Lutherbibel an das zeitgenössische Deutsche, dennoch ist Luthers wundervoller Stil immer noch überall erkennbar.
LXX
Die Septuaginta - die älteste durchgängige (griechische) Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr.
MEN
Kurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer gelungenen Verbindung von philologisch genauem und dennoch kommunikativen Übersetzen.
MNT
Kurz für „Münchener Neues Testament“, einer Interlinearübersetzung ohne griechischen Text von 1988.
MÜN
Kurz für „Münsterschwarzacher Psalter“, eine liturgische Übersetzung der Psalmen aus dem Benediktinerkloster Münsterschwarzach. Schön zu lesen; philologisch erstklassig, dafür aber recht weit entfernt von Alltagssprache.
NETS
Die New English Translation of the Septuagint. Frei zugänglich im Netz; übersetzt in steter Orientierung am hebräischen Text.
NeÜ
Kurz für „Neue evangelistische Übersetzung“, einer 2010 erstmals als Vollbibel erschienene Übersetzung durch Karl-Heinz Vanheiden. Vanheiden konzipierte sie als Bibel, die „so leicht lesbar sein sollte wie eine Tageszeitung“, dennoch entfernt sie sich sehr selten zu weit vom Urtext. Bezeichnend ist ihr schöner Stil; v.a. in der biblischen Poesie.
NGÜ
NT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft von 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit.
NL
Kurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien.
NVul
Die Nova Vulgata; die Vulgata-Revision des Heiligen Stuhls ins Lateinische (in steter Ausrichtung am hebräischen und griechischen Text). In der Instruktion „Liturgiam Authenticam“ wurde sie zur Referenzübersetzung bestimmt, deren Übersetzungsentscheidungen jede Übersetzung zu folgen hat, die in der römisch-katholischen Liturgie verwendet werden will.
NW
Kurz für „Neue-Welt-Übersetzung“, der Übersetzung der Zeugen Jehovas. Will eine möglichst genaue Übersetzung sein, trifft dabei aber gelegentlich auch etwas sonderbare Übersetzungsentscheidungen. Vielleicht aber gerade deshalb durchaus lesenswert.
PAT
Kurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger (drei exegetischen Schwergewichtern) von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser z utreffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“
R-S
Kurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw.
Sebastians Lieblingsbibel.
SLT
Kurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab.
STAD
Die freie jüdische Psalmenübersetzung von Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“ (Schalom Ben Chorin).
Eher für Psalmenliebhaber und als Inspiration für die Übertragung der LF interessant als für Exegese und Übersetzungsvergleich; noch mehr aber für Bibliophile: Ein ganz wundervoll gestaltetes Buch.
Stier
Friedolin Stiers NT-Übersetzung von 1989. An den Stil der Buber-Rosenzweig-Übersetzung angelehnte Übertragung des NT von einem großen theologischen Schriftsteller. Allein schon wegen der Text-gestaltung anschaffenswert.
Sym
Eine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX.
Syr
Kurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ („die Einfache“). Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr.
TAF
Kurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können.
TEX
Kurz für „Textbibel“, einer deutschen Bibelübersetzung, an der Größen wie Baethgen, Bertholet, Budde, Eißfeldt, Kautzsch, Kittel, Löhr, Marti, Siegfried, Socin und Steuernagel mitarbeiteten. Sehr wörtlich und völlig zu unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten.
Tg
Kurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.
Theod
Eine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines.
TUR
jüdische Übersetzung des ATs von 1935-59 durch Naftali Herz Tur-Sinai. Philologisch genaue Übersetzung eines großen Exegeten in eigenwilligem und kräftigem Sprachduktus.
VOL
Kurz für „Volksbibel“, eine Neuauflage der Henne-Rösch-Bibel von 2000, in der aber offenbar nur das NT revidiert wurde.
VOLX
Kurz für „Volxbibel“. Ein der Offenen Bibel konzeptuell ganz ähnliches Projekt, das auf Wiki-basis funktioniert und dessen Texte unter Open Source Lizenz im Netz stehen. Bewusst in Jugendsprache gehalten und dafür häufig in die Kritik gekommen. Wahrscheinlich zu Unrecht, aber für exegetische Fragen und Übersetzungsvergleiche ist sie dennoch nicht verwendbar.
VUL
Die Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der (gesamten) Bibel (ins Lateinische) von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr.
WEIN
Eine eher freie, aber sehr starke Nachdichtung des Psalters ins Deutsche durch den katholischen expressionistischen Dichter Franz Johannes Weinrich; nachkontrolliert vom großen Alfons Deissler. Unbedingt lesenswert.
WIL
Ulrich Wilckens' NT-Übersetzung von 1970. Gern gekaufte wörtliche, aber dennoch gut lesbare Studienbibel mit interessantem Anmerkungsprinzip: Anmerkungen erfolgen nicht am Seitenfuß, sondern pro Perikope folgt aufeinander Übersetzung, Kommentierung der gesamten Perikope und Einzelanmerkungen.
Zink
Teilweise AT- und vollständige NT-Übersetzung von Jörg Zink. In meiner Ausgabe von 1966 handelt es sich bisweilen fast schon um schön zu lesende Paraphrasen; in der Neuüberarbeitung von 1998 soll Zink aber wieder wörtlicher geworden sein.
Zunz
Bez. der jüdischen AT-Übersetzung von 1837, besorgt durch Leopold Zunz. Recht wörtlich und dennoch in gehobenen Stil; bisweilen wird sie daher immer noch von jüdischen Auslegern als Referenzübersetzung verwendet.
ZÜR
Kurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis wurde sie erstmals wieder 1907-1931 neu übersetzt; seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen.

Sonstiges[Bearbeiten]

JHWH
Empfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

Standardwerke[Bearbeiten]

A-C
Arnold, Bill T. - John H. Choi (2003): A Guide to Biblical Hebrew Syntax. Cambridge.
BHRG
van der Merwe, Christo H.J. - Jackie A. Naudé - Jan H. Kroeze (1999): A Biblical Hebrew Reference Grammar. Sheffield.
BrSynt
Brockelmann, Carl (2 2004): Hebräische Syntax. Neukirchen-Vluyn.
CDCH
Clines, David J.A.: The Concise Dictionary of Classical Hebrew. Sheffield.
Dav
Davidson, A.B. (2 1896): Hebrew Syntax. Edinburgh.
Ges18
Gesenius, Wilhelm - H. Donner - R. D. Meyer (1987-2012): Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a.
GKC
Gesenius, Wilhelm - Emil Kautzsch - Arthru Ernest Cowley (1909): Gesenius' Hebrew Grammar. Oxford.
HKL
König, Eduard (1891-1897): Historisch-Kritisches Lehrgebäude der Hebräischen Sprache. Frankfurt a.M.
IBHS
Waltke, Bruce K. - M. O´Connor (1990): An Introduction to Biblical Hebrew Syntax. Winona Lake.
JM
Joüon, Paul S.J. - T. Muraoka (1996): A Grammar of Biblical Hebrew. Rom.
KBL3
Koehler, Ludwig - Walter Baumgartner (1967-1990): Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden.
Kön
König, Eduard (1922): Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament. Leipzig.
Mey
Meyer, Rudolf (1992): Hebräische Grammatik. Berlin - New York.
Nic
Niccacci, Alviero (1990): The Syntax of the Verb in Classical Hebrew Prose. Sheffield.
SBH
Andersen, Francis I. (1973): The Sentence in Biblical Hebrew. Den Haag u.a.
SDBH
De Blois, Rainer (2000-2013): Semantic Dictionary of Biblical Hebrew.
SS
Siegfried, Carl - Bernhard Stade (1893): Hebräisches Wörterbuch zum Alten Testamente. Leipzig.
THAT
Jenni, Ernst - Claus Westermann (1971-9): Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich.
ThWAT
Botterweck, G. Johannes - Helmer Ringgren (Hgg.) (1970ff.): Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament. Stuttgart u.a.
ThWQ
Fabry, Heinz-Josef - Ulrich Dahmen (Hgg.) (2011ff.): Theologisches Wörterbuch zu den Qumrantexten. Stuttgart.
TWAT
Jenni, Ernst - Claus Westermann (1971-9): Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich.
Williams
Williams, Ronald J. (3 2007): Williams' Hebrew Syntax. Third edition. Toronto u.a.
ZLH
Zorell, Franciscus S.J. (1968): Lexicon Hebraicum et Aramaicum Veteris Testamenti. Rom.
Zorell
Zorell, Franciscus S.J. (1968): Lexicon Hebraicum et Aramaicum Veteris Testamenti. Rom.

Andere[Bearbeiten]

Sollte vorerst nicht benutzt werden - es verursacht Internal Server Errors, wenn zu viele Items auf "Terminologie" stehen.