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{{S|2}} '''Es war ein Mann aus Zora aus dem Clan der Daniten. Sein Name war Manoach. Seine Frau war unfruchtbar, sie''' (unfruchtbar und sie)<ref>'''Textkritik''': Fast alle MSS wie in der Primärübersetzung; die Alternative in K70, K85, K182, K294, erg. TA17 = K384. Das ist ein schwaches Zeugnis und die Variante könnte sich erklären als Angleichung an [[Ijob 24#s21 |Ijob 24,21]]; [[Jesaja 54#s1 |Jes 54,1]]. Weit besser lässt sich aber umgekehrt die Mehrheitsvariante als Angleichung an V. 3 erklären, wo auch diese 5 MSS Konjunktion haben. Die Variante gewinnt zusätzliches Gewicht dadurch, dass K70 (auch nach HUB) singulär eine eigene Texttradition vertritt, K85 und wohl auch K294 sefardisch sind, K384 dagegen zur palästino-tiberischen Textfamilie gehört und K70 palästino-tiberisierend ist, dass die Variante sich also in mindestens drei unterschiedlichen MT-Traditionen findet.<br />Die Variante ist nicht ganz unwichtig; in der jüd. Auslegungstradition gibt es die Idee, mit den beiden Ausdrücken solle gesagt werden, Manoachs Frau sei erstens (wohl aufgrund ihres Alters) unfruchtbar ''geworden'' und mit dem zweiten Satz solle noch eigens ergänzt werden, sie hätte auch davor kein Kind bekommen (z.B. Malbim; Fishelis / Fishelis 1995). Steht Satz 2 in Apposition zu Satz 1, wird das noch einmal so unwahrscheinlich. Auch die Kolometrie von Kim 1993, S. 175, der beide Sätze in zwei Kolen verteilt, funktioniert dann nicht mehr, da ''lo` jaladah'' mit seinen vier Silben zu kurz für ein eigenes Kolon ist.</ref> '''hatte nicht geboren.''' | {{S|2}} '''Es war ein Mann aus Zora aus dem Clan der Daniten. Sein Name war Manoach. Seine Frau war unfruchtbar, sie''' (unfruchtbar und sie)<ref>'''Textkritik''': Fast alle MSS wie in der Primärübersetzung; die Alternative in K70, K85, K182, K294, erg. TA17 = K384. Das ist ein schwaches Zeugnis und die Variante könnte sich erklären als Angleichung an [[Ijob 24#s21 |Ijob 24,21]]; [[Jesaja 54#s1 |Jes 54,1]]. Weit besser lässt sich aber umgekehrt die Mehrheitsvariante als Angleichung an V. 3 erklären, wo auch diese 5 MSS Konjunktion haben. Die Variante gewinnt zusätzliches Gewicht dadurch, dass K70 (auch nach HUB) singulär eine eigene Texttradition vertritt, K85 und wohl auch K294 sefardisch sind, K384 dagegen zur palästino-tiberischen Textfamilie gehört und K70 palästino-tiberisierend ist, dass die Variante sich also in mindestens drei unterschiedlichen MT-Traditionen findet.<br />Die Variante ist nicht ganz unwichtig; in der jüd. Auslegungstradition gibt es die Idee, mit den beiden Ausdrücken solle gesagt werden, Manoachs Frau sei erstens (wohl aufgrund ihres Alters) unfruchtbar ''geworden'' und mit dem zweiten Satz solle noch eigens ergänzt werden, sie hätte auch davor kein Kind bekommen (z.B. Malbim; Fishelis / Fishelis 1995). Steht Satz 2 in Apposition zu Satz 1, wird das noch einmal so unwahrscheinlich. Auch die Kolometrie von Kim 1993, S. 175, der beide Sätze in zwei Kolen verteilt, funktioniert dann nicht mehr, da ''lo` jaladah'' mit seinen vier Silben zu kurz für ein eigenes Kolon ist.</ref> '''hatte nicht geboren.''' | ||
{{S|3}} '''Da erschien ein Bote JHWHs der Frau. Er sagte ihr: „Siehe doch: Du bist unfruchtbar und hast nicht geboren und wirst '''['''nun aber'''] '''empfangen und gebären einen Sohn!''' | {{S|3}} '''Da erschien ein Bote JHWHs der Frau. Er sagte ihr: „Siehe doch: Du bist unfruchtbar und hast nicht geboren''' ({<s>und hast nicht geboren</s>})<ref>'''Textkritik''': Nur LXX<sup>B</sup> wie in der Alternative, alle anderen Vrs. wie MT. Moore und Burney hielten dies noch für ursprünglich, seither erklären m.W. alle die kürzere Variante entweder als Homoiteleuton (z.B. Kim 1993, S. 137; BHQ) oder so, dass der Übersetzer von LXX<sup>B</sup> diese Info vor V. 5 als „verfrüht“ gestrichen hätte (z.B. Schreiner 1957, S. 67; BHQ *89). Beide Erklärungen sind nicht sehr gut: Homoiteleuton kann es nicht sein, da in LXX<sup>B</sup> ja beide ''(w)jldt'' [„hast geboren“ / „wirst gebären“] übersetzt wurden. Und wie soll die Rede vom „empfangen“ verfrüht sein, die vom „gebären“ aber nicht? Das ginge allenfalls an, wenn in V. 5 das „du wirst empfangen“ präsentisch übersetzt würde, aber s. zur Üs. Dagegen lässt sich eine Ergänzung sehr leicht als Angleichung an V. 5 erklären, die die Phrase auch stilistisch besser zur der direkt vorangehenden Doppelverbphrase entsprechenden Doppelverbphrase erweitert. Das Zeugnis nur von LXX<sup>B</sup> ist so schwach, dass man sich ihm nicht guten Gewissens anschließen kann, aber es sei immerhin festgehalten, dass die Sache nicht so sicher ist, wie sie meist dargestellt wird.</ref> '''und wirst '''['''nun aber'''] '''empfangen und gebären einen Sohn!''' | ||
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Version vom 7. Oktober 2022, 00:01 Uhr
1 {Und} Die Israeliten taten wieder, was in den Augen JHWHs böse [war].
Da lieferte sie JHWH den Philistern aus für 40 Jahre.
2 Es war ein Mann aus Zora aus dem Clan der Daniten. Sein Name war Manoach. Seine Frau war unfruchtbar, sie (unfruchtbar und sie)〈a〉 hatte nicht geboren.
3 Da erschien ein Bote JHWHs der Frau. Er sagte ihr: „Siehe doch: Du bist unfruchtbar und hast nicht geboren ({und hast nicht geboren})〈b〉 und wirst [nun aber] empfangen und gebären einen Sohn!
| a | Textkritik: Fast alle MSS wie in der Primärübersetzung; die Alternative in K70, K85, K182, K294, erg. TA17 = K384. Das ist ein schwaches Zeugnis und die Variante könnte sich erklären als Angleichung an Ijob 24,21; Jes 54,1. Weit besser lässt sich aber umgekehrt die Mehrheitsvariante als Angleichung an V. 3 erklären, wo auch diese 5 MSS Konjunktion haben. Die Variante gewinnt zusätzliches Gewicht dadurch, dass K70 (auch nach HUB) singulär eine eigene Texttradition vertritt, K85 und wohl auch K294 sefardisch sind, K384 dagegen zur palästino-tiberischen Textfamilie gehört und K70 palästino-tiberisierend ist, dass die Variante sich also in mindestens drei unterschiedlichen MT-Traditionen findet. Die Variante ist nicht ganz unwichtig; in der jüd. Auslegungstradition gibt es die Idee, mit den beiden Ausdrücken solle gesagt werden, Manoachs Frau sei erstens (wohl aufgrund ihres Alters) unfruchtbar geworden und mit dem zweiten Satz solle noch eigens ergänzt werden, sie hätte auch davor kein Kind bekommen (z.B. Malbim; Fishelis / Fishelis 1995). Steht Satz 2 in Apposition zu Satz 1, wird das noch einmal so unwahrscheinlich. Auch die Kolometrie von Kim 1993, S. 175, der beide Sätze in zwei Kolen verteilt, funktioniert dann nicht mehr, da lo` jaladah mit seinen vier Silben zu kurz für ein eigenes Kolon ist. (Zurück zu v.2) |
| b | Textkritik: Nur LXXB wie in der Alternative, alle anderen Vrs. wie MT. Moore und Burney hielten dies noch für ursprünglich, seither erklären m.W. alle die kürzere Variante entweder als Homoiteleuton (z.B. Kim 1993, S. 137; BHQ) oder so, dass der Übersetzer von LXXB diese Info vor V. 5 als „verfrüht“ gestrichen hätte (z.B. Schreiner 1957, S. 67; BHQ *89). Beide Erklärungen sind nicht sehr gut: Homoiteleuton kann es nicht sein, da in LXXB ja beide (w)jldt [„hast geboren“ / „wirst gebären“] übersetzt wurden. Und wie soll die Rede vom „empfangen“ verfrüht sein, die vom „gebären“ aber nicht? Das ginge allenfalls an, wenn in V. 5 das „du wirst empfangen“ präsentisch übersetzt würde, aber s. zur Üs. Dagegen lässt sich eine Ergänzung sehr leicht als Angleichung an V. 5 erklären, die die Phrase auch stilistisch besser zur der direkt vorangehenden Doppelverbphrase entsprechenden Doppelverbphrase erweitert. Das Zeugnis nur von LXXB ist so schwach, dass man sich ihm nicht guten Gewissens anschließen kann, aber es sei immerhin festgehalten, dass die Sache nicht so sicher ist, wie sie meist dargestellt wird. (Zurück zu v.3) |