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Ich will auf dieser Seite nicht wirklich eine eigene Syntax verfassen. Primär geht es mir hier darum, dass es wahrscheinlich nicht möglich sein wird, dass wir Offene-Bibler uns auf eine Interpretation des hebräischen Verbsystems einigen. Dem Zweck, im Notfall dennoch auf etwas verweisen zu können, soll diese Seite dienen. Aber sie ist noch L-A-N-G-E nicht fertig.
Entgegen meinem eigentlichen Usus werde ich hier nicht viel zitieren. Damit würde ich mich und den Leser belügen; denn obwohl ich recht viel zu Syntax und Verbsystem des Hebräischen gelesen habe, habe ich meine aktuelle Sicht bloß mehr oder weniger eklektizistisch aus verschiedenen Systemen zusammengeklaubt. Vermutlich werde ich noch Zitate nachliefern, wenn diese Seite hier ein wenig weiter vorangeschritten ist; vorerst seien als meine wichtigsten Bezugspunkte genannt:
- Buth, Randall (1995): Functional Grammar, Hebrew and Aramaic: An Integrated, Textlinguistic Approach to Syntax, in: Walter Bodine (Hg.): Discourse Analysis of Biblical Literature. What It Is and What It Offers. Atlanta.
- Gentry, Peter J. (1998): The System of the Finite Verb in Classical Biblical Hebrew, in: HS 39. S. 7-39.
- Goldfajn, Tal (1998): Word Order and Time in Biblical Hebrew Narrative. Oxford.
- Hatav, Galia (1998): The Semantics of Aspect and Modality. Evidence from English and Biblical Hebrew (=SLCS 34). Amsterdam/Philadelphia.
- Joosten, Jan (2013): Verbal System: Biblical Hebrew, in: EHLL 3. S. 921-925. [Seine neue Monografie steht schon auf meinem Wunschzettel]
- Niccacci, Alviero (1990): The Syntax of the Verb in Classical Hebrew Prose (=JSOT Sup 86). Sheffield.
- Zuber, Beat (1986): Das Tempussystem des biblischen Hebräisch: Eine Untersuchung am Text (=BZAW 164). Berlin.
--Sebastian Walter 22:51, 11. Dez. 2013 (CET)
Das Verbsystem im Hebräischen[Bearbeiten]
Vorbereitendes[Bearbeiten]
Das Verbsystem im Hebräischen ist äußerst umstritten. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Positionen mit je unterschiedlich ausgeprägten Subsystemen einzelner Vertreter dieser Positionen ausgeprägt:
- die temporale Position
- die aspektuelle Position
- die modale Position
- die diskurslinguistische Position
- „Misch-Positionen“
Vielleicht kann man mittlerweile außerdem noch die Grammatikalisierungs-Position als eigene Richtung klassifizieren.
McFall 1982 hat ein ganzes Buch zur Geschichte der Beforschung des hebräischen Verbsystems verfasst. Ein Gefühl für den Unterschied zwischen den ersten drei Positionen vermittelt gut Ljungberg 1995; einen kurzen, aber guten geschichtlichen Abriss findet man in Hatav 1998, S. 10-24; eine Übersicht v.a. über neuere Theorien in Moomo 2004.
Den Grund, warum ich nicht einfach die Theorien eines Vertreters einer dieser Richtungen referiere, will ich kurz am Beispiel des Qatal demonstrieren: Ballantine hat 1885 einen Aufsatz verfasst namens „Suggestions toward a more exact Nomenclature and Definition of the Hebrew Tenses“. Qatal bezeichnet er dort als „Aorist“ und bestimmt ihn näher als die Verbform, die „a-temporal einfachhin Sachverhalte feststellt“. Dennoch aber könne dieses a-temporale Tempus (!) die folgenden Funktionen übernehmen:
- Imperfekt
- Perfekt
- Plusquamperfekt
- Präsens
- Ausdruck von überzeitliche Wahrheiten
- Futur
- Futur II.
Die meisten dieser Funktionen finden sich auch heute noch in Standard-Grammatiken unter dem Qatal gelistet. Man versuche einmal, hiervon ausgehend das Qatal in das Korsett eines einzelnen Tempus / temporalen Verhältnisses / Aspektes zu zwängen!
Dennoch finden sich solche Versuche immer noch in sehr vielen Theorien zum hebräischen Verbsystem, die damit schon von vornherein ausscheiden - entweder, weil sie den Verhältnissen des Hebräischen überhaupt nicht oder nur durch sehr viele Sonderregelungen und Ausnahmegenehmigungen gerecht werden.
Die m.A. nach gangbarste Theorie hat Galia Hatav geliefert. Für sich genommen reicht sie aber nicht aus, da sie bewusst nicht als Syntax, sondern „bloß“ als Theorie zum hebräischen Verbsystem konzipiert ist. Ich habe daher im Laufe des letzten Jahres Hatavs Theorie immer wieder ein wenig angereichert und ausgebaut; das Ergebnis will ich hier kurz festhalten.