Eine Übertragung mit Blick auf Menschen im Heim
Grade an Weihnachten und in der Zeit davor sind viele Menschen in Wohnheimen gespannt und ahnen doch, dass sie wieder enttäuscht werden, weil ihre Hoffnungen nicht erfüllt werden. Ich habe Begriffe aus der Studienfassung mit Blick auf diese Menschen verstanden.
Bewohner, Creme für die Haut, Lohn
Drei Beispiele für die Verstehensweise von Menschen, die in Heimen leben müssen. Die werden diesen Text so lesen oder hören: Wir sind gemeint.
Bewohner
Wir sagen ja nicht mehr Behinderte. Wir eiern mit der richtigen Bezeichnung herum. Die in Heimen nennt man Bewohner.
Creme für die Haut
Was soll man schenken an Weihnachten. Das Fest an Heiligabend ist natürlich je nach Mitarbeiterschaft festlich oder peinlich oder sonstwas. Nach meiner Erfahrung bekommen alle die, die keine Wünsche äußern, Duschgel. Andererseits kann ein Pflegeprodukt durchaus wohltuend sein. Wer das Glück hat, von einer aufmerksamen Pflegekraft behandelt zu werden, genießt den Duft und die Berührung.
Lohn
Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) arbeiten, bekommen nichts als einen Betrag. Sie bekommen hin und wieder einen Umschlag mit einem Papier, auf dem der Betrag steht. Das Verrückte ist, dass ihre Wohn- und Lebensverhältnisse auf anderen Wegen refinanziert werden. Sie selber sehen die paar Euronen, die sie bekommen, und vergleichen die mit dem, was andere bekommen.
Eigentlich sollte das längst anders sein. Es gibt das Budget, das beantragt werden kann. Aber das ist ein langer Weg und kann für Menschen mit Lernbehinderung in der Regel nur mit Hilfe des Betreuers erreicht werden.
Lohn zu empfangen, von dem man leben kann, ist ein Traum. Nicht nur für behinderte Menschen (die das ja teilweise können).
Die Poesie der Studienfassung und die Leichte Sprache
Die Sprache der Studienfassung öffnet unsere Wahrnehmung für die Welt des Jesaja, die wir auf unsere heutige Welt übertragen können. Das habe ich mit dieser Übertragung versucht. Damit es verständlich für die Zielgruppe bleibt, habe ich viel weggelassen. Das ist im Sinne der Leichten Sprache möglich. Ich halte es dennoch für erforderlich, dass jeder Text der Bibel in Gemeinschaft und mit mindestens einer theologisch gebildeten und gut vorbereiteten Fachkraft gelesen, gehört und besprochen wird. Es muss möglich sein, Fragen zu stellen und um Wiederholung zu bitten. Auf den Satz "Das verstehe ich nicht." muss es Antworten geben. Lassen Sie Menschen mit biblischen Texten nicht allein.
--Dorothee J (Diskussion) 09:27, 5. Dez. 2020 (CET)