Jona 1

Aus Die Offene Bibel

Version vom 29. Juni 2014, 08:23 Uhr von -Aaron- (Diskussion | Beiträge) (verschob „Jona 1“ nach „Jona 1 persönliche Fassung“: ist kein text in leichter Sprache)
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Vorlage:Lesefassung in Arbeit

Siehe auch: Jona 1 in leichter Sprache; Jona 1 in leichter Sprache, Fassung 2

Syntax ungeprüft

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Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
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Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Jona 1)

(Jonas Berufung und Flucht)

1Es begab sich einmal, dass ⸂der Gott der Hebräer, unser Herr,⸃ die folgenden Worte zu Jona, Amittais Sohn, sprach: 2„Auf! Eile in die Großstadt Ninive, und rufe die Anklage gegen sie aus. Denn es ist zu mir hinaufgedrungen, wie bösartig sie dort sind!“ 3Da brach Jona schnell auf und floh vor ⸂unserem Herrn⸃ nach Tarschisch. Er ging hinab nach Jafo, wo er ein Schiff fand, das bald in Richtung Tarschisch ablegen sollte. Er zahlte Fährgeld und bestieg das Schiff, um nach Tarschisch zu fahren und von ⸂unserem Gott⸃ wegzukommen.

(Gottes Reaktion)

4Aber als sie auf See waren, ließ ⸂unser Gott⸃ starken Wind aufkommen, der sich zu einem großen Sturm entwickelte. Bald stand das Schiff kurz vor dem Zerbrechen. 5Da fürchteten sich die Seeleute und jeder von ihnen rief die Gottheiten an, an die er glaubte. Selbst die Ladung warfen sie über Bord, um das Schiff leichter zu machen. Jona dagegen war in das Innerste des Schiffes hinabgestiegen, hatte sich hingelegt und schlief tief und fest. 6Da suchte ihn der Kapitän auf und sagte: „Warum schläfst du? Steh auf und rufe deinen Gott an! Vielleicht hilft er uns, so dass wir nicht zugrunde gehen!“ 7Die Seeleute sagten zueinander: „Kommt, lasst uns Lose werfen und so herausbekommen, wessen Schuld es ist, dass uns dieses Unheil trifft!“ Also warfen sie Lose – und das Los fiel auf Jona. 8Sie forderten ihn auf: „Erzähle uns doch, aus welchen Gründen uns dieses Unheil trifft! Was bist du von Beruf, und woher kommst du? Wie heißt dein Land und aus welchem Volk stammst du?“ 9Er antwortete: „Ich bin ein Hebräer, und ⸂unseren Herrn⸃, den Gott des Himmels, der Meer und Land erschaffen hat, verehre ich.“ 10 Da wurden die Männer von Furcht gepackt und begannen, ihm Vorwürfe zu machen: „Warum hast du das getan?“ Denn sie wussten, dass er vor ⸂unserem Herrn⸃ floh, weil er es ihnen erzählt hatte.

(Mann über Bord)

11 Schließlich fragten sie ihn: „Was müssen wir mit dir tun, damit das Meer uns in Ruhe lässt?“ Denn das Meer wurde stürmischer und stürmischer. 12 Jona antwortete ihnen: „Packt mich und werft mich ins Meer, dann wird es euch in Ruhe lassen. Denn ich weiß, dass ihr nur wegen mir in diesen großen Sturm geraten seid.“ 13 Aber die Männer ruderten heftig, um zum Festland zurückzukommen. Doch es gelang ihnen nicht, denn noch immer wurde das Meer stürmischer und stürmischer. 14 Und sie schrien zu ⸂dem Herrn⸃: „Ach ⸂Herr⸃, bitte lass uns doch nicht wegen dieses Mannes umkommen! Mache uns nicht für seinen Tod verantwortlich, denn Du, ⸂Herr⸃, tust, wie es dir gefällt!“ 15 Da packten sie Jona und warfen ihn ins Meer, und die See beruhigte sich. 16 Da bekamen die Männer Ehrfurcht vor ⸂unserem Herrn⸃, brachten ihm ein Opfer dar und legten Gelübde ab.

Anmerkungen

Studienfassung (Jona 1)

1Und es erging (geschah)a das Wort JHWHs an (zu) Jona, Amittais Sohn {folgendermaßen}: 2Auf!b Gehe nach Ninive, [zu] der großen Stadt, und rufe [die Anklage] gegen sie (schreie sie an)c, weil ihred Bösartigkeit (bösen Taten, Unheil) zu mir (vor mein Angesicht) aufgestiegen ist. 3Da erhob sich (machte sich auf) Jona, um nach Tarschische zu fliehen, weg von (fort vom Angesicht, aus der Gegenwart von) JHWH, und ging hinab [nach] Jafo, [wo] er zu einem Schiff gelangte, das im Begriff war, nach Tarschisch zu fahren. Er gab ihmf Fährgeld und stieg (bestieg) in es hinab, um mit ihnen nach Tarschisch zu fahren, weg von (fort vom Angesicht, aus der Gegenwart von) JHWH. 4JHWH aber ließ einen großen Wind (Geist) aufkommen über dem Meer.g Es entstand ein großer Sturm auf dem Meer und (sodassh) das Schiff war kurz davor (dachte daran, rechnete damit), zerbrochen zu werden.i 5Da fürchteten sich die Schiffer (Seeleute) und riefen jeder zu seinen Gottheiten (seinem Gott). {und} Sie warfen die Ladung (Ausrüstung, Geräte), die auf dem Schiff waren, ins Meer, um von ihnen eine Erleichterung herbeizuführen (um sich von ihnen zu entlasten). Jona hingegen war in das Innerste des Schiffes hinabgestiegen, hatte sich hingelegt (niedergelegt) und schlief {tief und fest}. 6Da näherte sich ihm der oberste Seemann und sprach zu ihm: Warum schläfst du?j Stehe auf und rufe zu deiner Gottheit, vielleicht denkt (erinnert sich) die Gottheit an uns, so dass wir nicht zugrunde gehen (umkommen, sterben). 7Und sie sagten einer (ein jeder) zum anderen (zu seinem Nachbarn): Kommt (Wohlan), lasst uns Lose werfen und (damit wir) erfahren, wer es ist, wegen dem (um dessentwillen)k dieses Unheil uns [geschieht]! Und (da, also) sie warfen Lose und das Los fiel auf Jona. 8Und sie sagten zu ihm: So berichte (erzähle, erkläre) uns doch, von woher (wessentwillen, warum) solches Unheil uns [zuteil wird] (zu uns [kommt]). Was ist deine Arbeit und woher kommst du? Was ist dein Land und aus welchem Volk bist (stammst) du? 9Da sagte er zu ihnen: Ich bin ein Hebräer, und JHWH, den Gott des Himmelsl, der das Meer und das (trockene) Land (Festland) geschaffen hat, verehre (fürchte) ich. 10 Da gerieten die Männer in große Furchtm und sagten zu ihm: Warum (Was) hast du dies getan? Denn die Männer wussten (hatten erkannt), dass er weg von (fort vom Angesicht, aus der Gegenwart von) JHWH floh, weil er [es] ihnen erzählt hatte. 11 Und (also, da) sagten sie zu ihm: Was müssen wir mit dir tun, damit das Meer ablässt (ruht) von uns? Denn das Meer stürmte immer heftiger (immer weiter)n. 12 Da sagte er zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, dann wird das Meer ablassen (ruhen) von euch. Denn ich weiß, dass wegen mir dieser große Sturm über euch [ist]. 13 Aber die Männer ruderten heftig, um zurückzugelangen zum (trockenen) Land (Festland), doch es gelang ihnen nicht, denn das Meer stürmte immer heftiger (immer weiter)o auf sie zu. 14 Und (da) sie schrien zu JHWH und sprachen: Ach JHWH, wir wollen doch nicht umkommen wegen des Lebens (der Seele) dieses Mannes! {und} Lege kein (nicht) unschuldiges Blut auf uns, denn du, (denn du bist) JHWH, wie es dir gefällt (gefallen hat), so tust du (hast du getan)! 15 Da nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer, und das Meer beruhigte sich von seinem Toben. 16 Da gerieten die Männer in große Furcht vor JHWH, und sie brachten ihm ein Opfer dar und legten Gelübde ab.p

Anmerkungen

aDie Wortwahl klang vermutlich bereits zur Zeit der Entstehung des Jona-Buches etwas altmodisch und kann im Sinne von „Es war einmal …“ verstanden werden (F.W.Golka 22007, 48). (Zurück zu v.1)
bDas hebräische Wort קוּם (Steh auf!) markiert eine starke Aufforderung, wenn es direkt vor einem anderen Imperativ steht. (Zurück zu v.2)
cDie Formulierung „rufen gegen“ (קרא על) wird an anderen Stellen der hebräischen Bibel zur Bezeichnung von Anklagen (Dtn 15,9, Dtn 24,15, 1 Kön 13,2) und Angriffsrufen (Klgl 1:15, Ez 38,21) verwendet. (Zurück zu v.2)
dDas „ihre“ bezieht sich im Hebräischen grammatikalisch nicht auf die Stadt, sondern auf ein nicht genanntes Objekt in der dritten Person maskulin Plural, z.B. ihre Bewohner (Hebr. יֹשְׁבִים). Am Sinn ändert das jedoch nichts. (Zurück zu v.2)
eTarschisch lag vermutlich in Südspanien, also in entgegengesetzter Richtung und am anderen Ende des Mittelmeers. (Zurück zu v.3)
fdem Schiff (Zurück zu v.3)
gWörtl. „warf er den Wind aufs Meer“. (Zurück zu v.4)
hresultativer Piel, es kann auch heißen: „Es entstand ein so großer Sturm, dass das Schiff zu zerbrechen drohte“ (Zurück zu v.4)
iIm Hebräischen ist hier ein Anklang oder Wortspiel, der sich auf Deutsch am ehesten mit einem Reim wiedergeben ließe, z.B.: „so kam das Boot in große Not“ (Zurück zu v.4)
jwörtlich: Was ist mit dir, (fest) Schlafender? (Zurück zu v.6)
kEine Anhäufung von Partikeln, die im Deutschen nicht komplett wiedergegeben werden können. Es geht sowohl um die Frage nach dem Verursacher, als auch um die Ursache selbst (wer und warum?) (Zurück zu v.7)
l„Himmelsgott“ ist in der persischen Verwaltungssprache die amtliche Bezeichung für den Gott der Juden (F.W.Golka 2, 56). (Zurück zu v.9)
mWörtl. „fürchteten sie große Furcht“, mal wieder eine figura ethymologica. (Zurück zu v.10)
nHier stehen im Hebräischen zwei Partizipien nebeneinander: „gehend stürmend“. Das Pt. von הלך mit einem anderen Pt. drückt Fortdauer oder Steigerung aus. (Zurück zu v.11)
oHier stehen im Hebräischen zwei Partizipien nebeneinander: „gehend stürmend“. Das Pt. von הלך mit einem anderen Pt. drückt Fortdauer oder Steigerung aus. (Zurück zu v.13)
pDieser Vers strotzt wieder geradezu vor figurae ethymologicae: Da fürchteten sie große Furcht und da opferten sie Opfer und da gelobten sie Gelübde. (Zurück zu v.16)