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Sebastian Walter (Diskussion | Beiträge)
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In der alttestamentlichen Wissenschaft ist in den letzten Jahren vieles in Bewegung gekommen. Einige von diesen neueren Erkenntnissen und Akzentsetzungen haben mich bewogen, hier mit der Übersetzung einer eigenen Übersetzung zu beginnen. Zuvorderst sind dies (1.1) Neue Erkenntnisse über das Wesen biblischer Poesie (1.2) und biblischer Prosa und (2) neue Theorien zur antiken Deklamation biblischer Texte. Diese seien hier eingangs kurz erläutert.
=Allgemeine Einleitung=


(1.1) '''Biblische Poesie ist Poesie im Vollsinn'''.<br />Diese Aussage ist nicht selbstverständlich; in der Bibelwissenschaft galt lange und gilt noch heute überwiegend, dass die biblische Poesie eine Art „Poesie auf Schwundstufe“ sei: Ihr einziges Charakteristikum sei der sog. „Parallelismus membrorum“. In der klassischen Konzeption von Robert Lowth (18. Jhd.) heißt das: Poetische Verse in der Bibel bestehen regulär aus jeweils zwei oder drei Halbzeilen (im Folgenden: „Kola“, Einzahl: „Kolon“), die entweder
In den Bibelwissenschaften ist in den letzten Jahren vieles in Bewegung gekommen. Einige neuere Erkenntnisse sind wichtig für Bibelübersetzungen. Sie sensibilisieren nämlich dafür, dass es häufig eben nicht genügt, biblische Texte ''nur'' zu übersetzen: Allzuviel Bedeutsames gerät aus dem Blick oder gar nicht erst in den Blick, wenn man Leser:innen nicht noch weitere Erläuterungen und Lektürehilfen an die Hand gibt. Besonders drei von diesen neueren Erkenntnissen haben mich daher bewogen, hier mit einer eigenen Übersetzung zu beginnen.
* (a) das Gleiche sagen: „synonymer Parallelismus“, z.B.: „Darum werden Gesetzlose im Gericht nicht bestehen / und Sünder [werden] im Rat der Gerechten [nicht bestehen].“ (Ps 1,5)
* (b) Gegenteiliges sagen: „antithetischer Parallelismus“, z.B.: „JHWH kennt=behütet den Weg der Gerechten, / der Weg der Gesetzlosen aber wird verderben.“ (Ps 1,6)
* (c) nur grammatisch ähnlich gebaut sind: „synthetischer Parallelismus“, z.B. „(Wie glücklich der Mann, der) dem Rat der Frevler nicht folgte / und auf dem Weg der Übeltäter nicht stand / und im Kreis der Spötter nicht saß!“ (Ps 1,1)
Neue Entwicklungen der Forschung in diesem Zusammenhang sind:
(1.1.1) Auch bei den Texten, die klar „Poesie“ sind, sind nicht viele Kola derart „parallel“ (so bes. James Kugel).


(1.1.2) In der Bibelwissenschaft hat man u.a. deshalb neben diesen drei Formen des Parallelismus nach weiteren gesucht und sie gefunden: Mittlerweile kennt man in der Bibelwissenschaft z.B. „emblematische Parallelismen“, „Gabelparallelismen“, „Gender-Parallelismen“, „konsequentielle Parallelismen“, „Parallelismen der größeren Präzision“ usw. (was das jeweils heißen soll, braucht uns hier nicht zu bekümmern) und hat sogar den „synthetischen Parallelismus“ aufgeteilt in den „grammatischen Parallelismus“ und den „synthetischen Parallelismus“ im Vollsinn, was so viel heißen soll wie: „eigentlich gar nicht parallele, aber irgendwie doch verwandte Kola“, und schließlich noch gesehen, dass Vershälften nicht nur ''semantisch'' oder ''grammatisch'' parallel sein müssen, sondern z.B. auch (zusätzlich) ''lautlich'' („phonologische Parallelisen“) oder ''lexikalisch'' („Wortpaar-Parallelismen“) parallel sein können. Vgl. zu diesen Entwicklungen bes. die Schriften von Adele Berlin, Wilfred Watson und z.B. Dobbs-Allsopp 2015, S. 148f.; Gaines 2015, S. 37-51.  
Zunächst gundsätzlich: Was ist die Bibel? Zweifellos: Ein heiliges Buch. Sie ist ein Buch, aus dem man leben kann, aus dem über Jahrtausende Milliarden von Menschen gelebt haben und aus dem noch heute Milliarden leben. Doch damit ist nur etwas gesagt darüber, wie sie von Leser:innen geschätzt wurde und wird. Was ''ist'' die Bibel? – Ein Sammelwerk theologischer Literatur. Und über weite Strecken noch genauer: Ein Sammelwerk '''theologische Propaganda-Literatur'''. Jeder dieser drei Aspekte – die Bibel als theologisches Sammelwerk, die Bibel als propaganistisches Werk und die Bibel als literarisches Werk – hat Folgen für moderne Bibelübersetzungen. Ich will daher jeden dieser Aspekte kurz und allgemeinverständlich erläutern. Zu zwei dieser drei Aspekte habe werde ich außerdem eine ausführlichere Einführung mit wissenschaftlichem Anspruch verfassen, die Bibel-Leser:innen aber gerne überspringen können.


(1.1.3) Eine erste Reaktion auf diese Entwicklungen waren verwandte Bestrebungen, diese Vielzahl an neuen Parallelismen wieder zu reduzieren. James Kugel etwa dampfte alle Parallelismen daher ein auf die Formel „A, and what's more, B“ (1981, S. 58), d.h. ein Kolon B führe ''irgendwie'' Kolon A fort. Ähnlich hat Alter versucht, alle Parallelismen unter dem gemeinsamen Nenner zusammenzubringen, Parallelismus sei eine Technik, bei der ein Kolon B ein Kolon A ''präzisiere'' oder ''intensiviere'' (1985, S. 19). Burden hat 1986, S. 173 diese beiden Tendenzen einander als Alternativen gegenübergestellt: War zuvor die grundlegende Streitfrage, ob bestimmend für die biblische Poesie Metrum oder Parallelismus sei, war es nun die, ob bestimmend ''eine'' literarische Technik des Parallelismus sei oder viele. Burden entscheidet sich für Letzteres:<br />„Kugel (1981: 58) remarks: ‚Biblical parallelism is of one sort, ‚A, and what's more, B,‘ or a hundred sorts; but it is not three‘. [...] I, however, opt for ‚a hundred sorts‘, since there is a great variety of possibilities. [...A] systematic investigation of every book of the Old Testament is necessary to enable us to evaluate the full measure of parallelism as a literary device. [...] The whole range of structural, grammatical, syntactic, semantic and phonetic aspects must also be carefully considered.
Mit '''theologisch''' ist erstens gemeint: In der Bibel sind mehrere Autoren und Autorenkreise miteinander im Gespräch, die verschiedene Bilder von Gott hatten, von anderen Göttern und davon, wie Menschen sich demnach zu Göttern und zueinander verhalten sollen. In diesem Schreibgespräch werden die einzelnen Gottes-Bilder und Menschen-Bilder entwickelt in Auseinandersetzung mit den Gottes-Bildern und Menschen-Bildern anderer theologischer Schriften, die früher geschrieben worden waren oder von Autor:innen benachbarter Völker geschrieben wurden.


(1.1.4) Zeitgleich dazu wurde die bibelwissenschaftliche Parallelismus-Idee zunächst in der Linguistik und dann in der allgemeinen Literaturwissenschaft rezipiert und dort anders weiterentwickelt: Etwa seit den 30er Jahren wird „Poesie“ dort häufig verstanden als '''Kompositionen, in denen die Form(ulierung) ''bedeutsam'' ist'''. „Dichtung“ zeichnet sich also zuvorderst aus durch die besondere „Dichte“ poetischer Texte, d.h. dadurch, (a) dass diese Texte ''Gewebe'' sind, in denen alle Text-Elemente – Laute, Wörter, Wortfügungen, Ausdrücke, ... – durch Verstrebungen und Verwebungen im Text aufeinander bezogen sein können, (b) insofern sich entweder ''gleiche'' oder ''variante'' Text-Elemente feststellen lassen, (c) und dass Hörer:innen und Leser:innen von Dichtung nicht nur Wort- und Satzsemantik, sondern außerdem diese verschiedensten Bezüge zwischen Text-Elementen als bedeutsam auffassen. Für ein Bsp. s. gleich; zur Idee s. z.B. die unten aufgeführten Schriften von Tynjanov, Jakobson, Lotman, Schulte/Sasse, Eagle, Shapiro, Riffaterre, Küper usw.  
Zur Bibel als „theologischem Sammelwerk“ gehört zweitens auch: Theologie getrieben wurde nicht nur von den biblischen Autoren ''in'' der Bibel, sondern auch noch nach „Vollendung“ der Bibel von späteren Theologen. So gibt es etwa verschiedenste Ansichten über die Zehn Gebote: Gibt es überhaupt einen Text, den die biblischen Autoren als die „Zehn Gebote“ präsentieren wollten? Falls ja: Welchen Stellenwert haben sie? Und handelt es sich dabei wirklich um den Text in Exodus 20 und Deuteronomium 5? Und falls ja: Welche Abschnitte in diesen Kapitel hat man jeweils als ein Gebot zu nehmen? Diese Fragen sind alles andere als klar. Sowohl im Judentum als auch im Christentum entwickelten sich daher unterschiedliche Interpretationen und Zählweisen der Zehn Gebote. Wie der Text der „Zehn Gebote“ ''richtig'' zu verstehen ist, kann zwar durch eine wissenschaftliche Erforschung des Textes erschlossen werden, wurde und wird de facto zumeist nicht durch Schriftauslegung, sondern durch dogmatische Theologie bestimmt. Solche Bestimmungen sind nicht „falsch“, sondern sind nur die Wahrnehmung des Textes durch eine andere (und geschichtlich bedeutsamere) Brille.


(1.1.5) In den neueren Literaturwissenschaften sind es ''diese unterschiedlichsten und nicht systematisierbaren Textbezüge'', die man als „Parallelismus“ bezeichnet. Diese Idee aus den neueren Literaturwissenschaften ist neuerdings in die Bibelwissenschaft zurückgewandert: Anders als z.B. Berlin und Watson sprechen neuerdings viele Bibelwissenschaftler nicht mehr von „Parallelismen“, sondern z.B. von „unterschiedlichen Balancen“ (Fitzgerald 1991, S. 204: lautliche, morphologische, metrische, semantische, syntaktische und weitere Balancen), „unterschiedlichen Rekurrenzen“ (Nel 1992; Nel 1993; danach Weber 2006, S. 142-145: Rekurrenzen auf phonologischer, prosodischer, morphologischer, lexikalischer, semantischer und syntaktischer Ebene), „unterschiedlichsten Wiederholungen“ (Majewski 2020, S. 209: sonorische, morphologische, lexikalische, syntaktische, semantische, logische, temporale „Ähnlichkeiten“); „unterschiedlichsten Korrespondenzen“ (Teeter 2022, S. 459-461: sämtliche ''logische'' Relationen zwischen Zeilen, Relationen in der ''Gestaltung'' von Kola – morphologisch, lexikalisch und semantisch – und sämtliche ''lexikalisch-semantische'' Relationen) oder von „unterschiedlichen Kohäsions-Stiftern“ (Ayars 2018, z.B. S. 39: grammatisch-syntaktische Wiederholung, lexiko-grammatische Wiederholung, lexiko-grammatische Kollokation, lexiko-semantische Wiederholung, lexiko-semantische Kollokation, Koreferenten, Konjunktionen, Ellipsen).<br />Mit dieser Neuformulierung lässt sich biblische Poesie weit genauer erfassen. Bei einem Vers
Ähnliches gilt für viele Texte. In der neueren Bibelwissenschaft hat sich daher der Fokus von einer einheitlichen „biblischen Theologie“ zur Vielfalt mehrerer „biblischer Theologien“ verschoben: Es wird nicht mehr angenommen, dass es die ''eine'' biblische Theologie gibt, die sich dann zum Beispiel eins zu eins in nur eine theologische Glaubenslehre übersetzen ließe, sondern es wird anerkannt, dass die Bibel theologisch ein zutiefst polyphones und dabei durchaus auch disharmonisches Sammelwerk ist, das auch unterschiedlichste Auslegungen zulässt, von denen wiederum einzelne unterschiedlich bedeutsam wurden für die Religionen, die sich nach Vollendung der Bibel entwickelten. Dieser Bewegung fühle ich mich verpflichtet: Theologische Spannungen und Dissonanzen in der Bibel dürfen nicht miteinander harmonisiert werden, sondern müssen umgekehrt herausgestellt werden, um die biblischen Texte richtig zu erfassen. Eine moderne Bibelübersetzung sollte außerdem zeigen, wenn ein Text auf theologisch bedeutsame unterschiedliche Weisen interpretiert wurde und wird, und danach fragen, ob er diese verschiedenen Deutungen tatsächlich auch zulässt.
: ''ma´neh rak jašib ḥemah''<br />''wedebar-´aṣb ja´leh `ap''<br />„Eine sanfte Antwort verwandelt den Zorn,<br />aber ein kränkendes Wort erregt den Grimm“ (Spr 15,1)
etwa lässt sich danach nicht nur beobachten, dass in beiden „Halbzeilen“ ''Gegensätzliches'' steht und man es also mit einem „antithetischen Parallelismus“ zu tun hat, und dass sie grammatisch gleich gebaut sind und man es also außerdem mit einem „grammatischen Parallelismus“ zu tun hat, sondern z.B. auch, dass die ''Worte'' „Antwort“ und „Wort“ und „Grimm“ und „Zorn“ einander entsprechen und dass die Lautfolgen ''ma´neh rak'' („eine sanfte Antwort“) und ''ja´leh `ap'' („erregt den Zorn“) auch aufgrund der identischen Lautfolgen ''a´ – e – a''  lautlich aufeinander bezogen sind, und sodann lassen sich all diese Bezüge als Basis einer Interpretation nehmen.  


(1.1.6) Gleichzeitig hat man „interne Parallelismen“ entdeckt, bei denen nicht ''Vershälften'' parallel sind, sondern Glieder ''innerhalb'' von Vershälften, nicht-benachbarte „externe Parallelismen“ (Robinson 1947, S. 28), die man noch weiter untergliedert hat in „Nah-Parallelismen“ und „distante Parallelismen“ (z.B. Heim 2018, S. 29-32; Pardee 1988, S. 168-192; Reymond 2004, S. 19; ähnlich Couey 2015, S. 100-107.111-121; Watson 1986, S. 187-189). Andere Forscher:innen haben diese „Nah-Parallelismen“ genauer untersucht und v.a. gegliedert in Formen, die man als „Kreuzparallelismen“ (ABAB), „Schweif-Parallelismen“ (ABBA) und „Chiasmen“ (ABCBA) bezeichnen könnte, aber auch dies scheint mir wieder eine unangemessene Einengung zu sein. Zwei Beispiele:
Große Teile der Bibel sind '''Propaganda'''. Darüber besteht heute in der Bibelwissenschaft kaum mehr Uneinigkeit. Am leichtesten erkennen lässt sich dies an den historischen Schriften. Zum Beispiel ist man sich heute recht sicher, dass eine Eroberung Israels unter Josua nie stattgefunden hat, dass David und Salomo nie über ein großes Reich regierten, dass im fiktiven „Alten Israel“ nie nur der biblische Gott verehrt wurde, dass auch dieser nie nur am Jerusalemer Tempel verehrt wurde, dass auch die Verehrung des biblischen Gottes am Jerusalemer Tempel wahrscheinlich nie nur von Priestern angeführt wurde und so weiter. All dies aber wird in der Bibel vielfach behauptet. Das heißt jedoch nicht einfach, dass „die Bibel lügt“: Autoren verfolgen ein bestimmtes ''Interesse'' damit, wenn sie solche Falschbehauptungen aufstellen. Um die biblischen Texte angemessen in den Blick zu bekommen, muss daher auch jeweils gefragt werden: Was war historisch gesehen tatsächlich der Fall? Und welche Interessen wurden demnach damit verfolgt, dass die Geschichte anders dargestellt wurde? Auf [[Inhalt und historische Einführungen/Persönliche Fassung (Sebastian Walter) |dieser Seite]] entsteht daher aktuell ein Abgleich der biblischen Geschichtsschreibung mit dem, was wir archäologischen Ausgrabungen und Forschungen an zeitgenössischen Texten darüber entnehmen können, was geschichtlich „tatsächlich der Fall“  war.
: „'''a''' Gebt JHWH, ihr Söhne der Starken,<br />'''b''' Gebt JHWH Herrlichkeit und Stärke!<br />'''c''' Gebt JHWH die Herrlichkeit seines Namens;<br />'''d''' Betet JHWH an in heiliger Pracht!<br />'''e''' Die Stimme JHWHs ist auf den Wassern,<br />'''f''' Der Gott der Herrlichkeit donnert,<br />'''g''' JHWH auf großen Wassern!“ (Ps 29,1-3)
Man ''könnte'' hiervon ausgehend versuchen, Kolon a-d zu Analysieren als eine Art unreinen Schweif-Parallelismus ABBC und die drei letzen Zeilen als Trikolon aus zwei verschränkten Bikola (DE-D-E). Mit einer solchen Analyse verliert man aber aus dem Blick, dass zwischen Kolon a und bc natürlich ''trotzdem'' enge Bezüge herrschen, dass Kolon d trotz anderer Formulierung eng auf diese drei Kola bezogen ist, weil es sie reformuliert, und dass in Kolon c und f das Wort „Herrlichkeit“ wiederholt wird.<br />
: '''a''' Siehe, ich versehe mit Antimon deine Steine<br />'''b''' Und deine Fundamente mit Saphiren<br />'''c''' Und ich mache rubinen deine Zinnen<br />'''d''' Und deine Tore zu Karfunkel-Steinen<br />'''e''' Und dein ganzen Grenzen zu Edel-Steinen!“ ((Jes 54,11f.)
Klassisch würde man Kolon ab als Bikolon und Kolon c-e als Trikolon analysieren. Damit gerät aus dem Blick, wie kunstvoll diese Zeilen gebaut sind: a und b einerseits und c und de andererseits sind zwar wirklich durch Ellipsen aufeinander bezogen (also AABBB). Gleichzeitig aber sind erstens natürlich alle Kola dadurch verwoben, dass in jedem Kolon ein Bestandteil Zions und der Name eines Edelsteins steht (also AAAAA), zweitens sind a und c einerseits und b und de andererseits grammatisch äquivalent gebaut (also ABABB), drittens stehen lexikalisch Kolon b gegen Kolon c („Fundamente“ vs. „Zinnen“ > [unten] vs. [oben]) und Kolon d gegen Kolon e („Tor“ vs. „Grenzen“, für ähnliche Gegensätze s. Hld 8,9 [„Tür“ vs. „Mauer“]; Jes 60,18; Jer 51,58 [„Tor“ vs. „Mauer“]) (also ABBCC), und viertens sind sowohl Kolon a als auch Kolon e sowohl beigeordnete Glieder in dieser fünfgliedrigen Reihung als auch Kola b-d übergeordnet, da Fundamente, Zinnen und israelitische Tore aus „Steinen“ bestehen und da „Grenzen“ mehrdeutig ist und sowohl auf die Wälle als auch auf das ''Gebiet'' Zions, in dem Fundamente, Zinnen und Tore liegen, referieren kann (also ABBBA).<br />
Ganz richtig also Cloete 1989, S. 215: „It seems that ''binarism'' has been overemphasised in many studies of Hebrew verse [...]“: Beim ersten Beispiel ist etwa Kolon c nicht nur „parallel“ mit Kolon b, sondern außerdem herrschen Bezüge zwischen Kolon c und a, Kolon c und d und Kolon c und f, und beim zweiten Beispiel ist etwa Kolon e nicht nur Parallel mit Kolon cd, sondern es herrschen außerdem Bezüge zwischen e und a und zwischen e, b und d.  


(1.2) Das bringt uns zur zweiten neuen Erkenntnis: Seit den späten 80ern hat man in der biblischen Prosa ein Phänomen wiederentdeckt, das man schon früher bisweilen als „gehobene Prosa“, „epischen Stil“ o.Ä. beschrieben hat, und neu gefasst als „narrative Poesie“ (s. z.B. Christensen 1985; 1987; 1992; de Hoop 1988; de Moor 1984; 1986; Kim 1993; Koopmans 1988; 1994; Roersma 1993; Tsumura 1993 u.a.). Gemeint sind damit keine Balladen, sondern: Bezüge zwischen Kola gibt es nicht nur in der biblischen Poesie, sondern häufig lassen sie sich auch in biblischer Prosa feststellen. Kapitel, in denen dieses Charakteristikum dominant ist, müsse man als eine Art Zwitter zwischen Poesie betrachten.<br />Beispiele gibt es einige. Bereits das erste Kapitel der Bibel, das von sehr vielen als narrative Poesie aufgefasst wird (z.B. noch Davies 2008, S. 42-65;  Harshav 2014, S. 54f.; Marlowe 2016; Polak 2002; Robinson 2009), ist ja offensichtlich nicht lineare Prosa, sondern in jedem Abschnitt wiederholen sich äquivalente formelhafte Wendungen (z.B. „so geschah es“, „und Gott sah, dass es gut war“ usw.); Gen 1 besteht also sogar überwiegend aus „distanten Parallelismen“. Ein ähnliches Beispiel: Am 1-2 wird fast durchgehend als Poesie analysiert. Dabei lassen sich in gar nicht vielen benachbarten Kola Parallelismen erkennen; leitendes Strukturprinzip ist vielmehr auch hier die Wiederholung wieder mehrerer äquivalenter Wendungen (z.B. „Wegen drei Freveltaten von X und wegen vier werde ich's nicht rückgängig machen“, „darum werde ich Feuer senden nach Y und es wird die Paläste von Z fressen“ usw.). Oder: Magonet 1976, S. 32 hat stark nach Fränkel und Cohn die „growing phrase“ als Charakteristikum auch der Prosa-Kapitel des Jonabuches identifiziert, z.B.:
Ebenso klar ist dieser Aspekt in prophetischer Literatur, die offen ideologisch manches menschliches Verhalten verdammt, anderes Verhalten fordert und für bestimmtes Verhalten als Lohn das „Heil“ verspricht. Er ist aber außerdem auch wichtig bei vielen zunächst scheinbar unverdächtigen Werken. So wurde etwa das Buch der Sprichwörter in einem historischen Kontext gesammelt, in dem nach geschichtlichen Umbrüchen die Identität Israels brüchig geworden war. Die Sammlung der Sprichwörter diente ''auch'' einem ähnlichen Zweck wie die Sammlung von Volksmärchen durch die Brüder Grimm: Wie diese versuchten, mit den gesammelten Märchen den „Kulturschatz des deutschen Volkes“ zu heben und so die nationale Identität der Deutschen „zu pflegen“, diente auch die Sammlung der Sprichwörter der Kulturpflege Altisraels. Und ohnehin ist es ein eminent politisches Projekt, wenn Sprichwörter wie „Verehre GOTT und den König; schließe dich keinen Revoluzzern an!“  (Spr 24,21) oder „Wenn gesetzlose Menschen an der Macht sind, müssen sich die Bürger verstecken. Wenn sie aber umkommen, können sich die Gerechten vermehren“ (Spr 28,28) als Volksweisheit gesammelt und verkauft werden. Es ist ein ebenso politisches Unterfangen, im Buch der Psalmen bestimmte Gebete als kanonische Gebete aufzunehmen und andere auszuschließen. Das lässt sich am klarsten erkennen, wenn man darauf achtet, wie in diesem Buch neben Privatgebeten auch Gebete für den König oder Gebete gegen bestimmte Feinde in den religiösen Kanon eines Volkes aufgenommen wurden.
: „Und die Seeleute fürchteten sich“ (Jon 1,5)<br />„Und die Männer fürchteten sich mit großer Furcht“ (Jon 1,10)<br />„Und die Männer fürchteten sich mit großer Furcht vor JHWH“ (Jon 1,16),
oder
: „Es entstand ein großer Wüten im Meer“ (Jon 1,4)<br />„Denn das Meer wütete weiter“ (Jon 1,11)<br />„Denn das Meer wütete weiter gegen sie“ (Jon 1,13).
Ein letztes Beispiel: Hld 1,7f. ist ein auffällig wenig paralleles Gedicht. Auch hier scheint das leitende Strukturprinzip stattdessen wie in Gen 1 und Am 1-2 der distante Parallelismus zu sein: Beide Strophen enthalten mit (A) ein Epitheton, (C) trifft sich im Wandern der Frau, in (D) gehen die „Herden“ mit den „Zicklein“ und die „Gefährten“ mit den „Zelten der Hirten“ parallel; (B2) ist gar nicht parallel, aber rekurriert auf (B1).


{|
In der neueren Bibelwissenschaft nennt man die Richtung, die besonders auf diesen politischen Aspekt biblischer Texte Rücksicht gibt, „ideologiekritische Auslegung“. Darin liegt nicht nur die ideologie-''sensible'' Frage danach, welche Ideologien in biblischen Texten verschriftlicht wurden, sondern außerdem die kritische Abwägung, ob eine bestimmte Ideologie heute noch zeitgemäß sein kann. Häufig muss man diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantworten. Ideologiekritik ''nicht'' zu betreiben, ist daher nicht nur nachlässig, sondern geradezu gefährlich. Eine moderne Übersetzung der Bibel hat daher die ''Pflicht'', übersetzte Texte auch ideologiekritisch zu kommentieren.
|<center>'''Hld 1,7'''</center> || <center>'''Hld 1,8'''</center>
|-
| '''A''' Sag mir, du, den meine Seele liebt, || '''B''' Wenn du es nicht wissen wirst,
|-
| '''B''' Wo du weiden wirst,<br />Wo du lagern lassen wirst am Mittag, || '''A''' Schönste unter den Frauen,
|-
| '''C''' Damit ich nicht sein muss eine Wandernde || '''C''' Folge den Spuren der Schafe
|-
| '''D''' Bei den Herden deiner Gefährten! || '''D''' Und weide deine Zicklein bei den Zelten der Hirten!
|}


...
Die Bibel ist schließlich '''Literatur'''. Das heißt zunächst grundsätzlich: Wichtig ist bei biblischen Texten nicht nur, ''was'' geschrieben wurde, sondern auch, ''wie'' es geschrieben wurde. Das beginnt schon, um noch einmal an den letzten Punkt anzuknüpfen, damit, dass viele biblische Texte narrative Prosa sind. Das ist ein Novum im Alten Orient: Vor den biblischen Erzählungen kennen wir narrative Prosa vor allem aus Königsinschriften, aus offiziellen Annalen, aus Briefen von Beamten und Adeligen und kurz zuvor aus propagandistischer ägyptischer Literatur wie den „Erzählungen des Wenamun“ (vgl. z.B. Pioske 2022). Erzählungen wie die vom Anfang der Welt, wie sie uns in den ersten Kapiteln begegnen, wurden stattdessen in Form von ''Epen'' erzählt. Es ist daher bedeutsam, wenn biblische Autoren stattdessen an diese politischen Erzähltraditionen anknüpfen, wenn sie ihre Erzählungen als narrative Prosa formulieren. Sodann: Vor allem seit den 60er und 70er Jahren hat sich in den Bibelwissenschaften die Richtung des „Rhetorical Criticism“ entwickelt. Grundannahme dabei ist: Autoren sagen nicht nur etwas damit, was sie sagen, sondern auch damit, ''wie'' sie es sagen. Biblische Texte müssen daher, um sie adäquat in den Blick zu bekommen, auch mit den Mitteln und Methoden der modernen Literaturwissenschaft ausgelegt werden. Und schließlich: Aktuell ist vor allem in den USA und in Skandinavien eine bibelwissenschaftliche Richtung am Entstehen, die davon ausgeht, dass „biblische Poesie“ anders gefasst werden muss, als sie seit dem 18. Jahrhundert gefasst wird. Weiter angenommen wird hier dann erstens, dass deutlich mehr biblische Texte doch ''Poesie'' statt Prosa sind – also ''zeilenweise'' verfasste Texte, bei denen dann zum Beispiel auch bedeutsam sein kann, welche Worte zu Beginn und am Ende einer Zeile stehen oder wie mehrere Zeilen zusammenspielen, und Texte, bei denen selbst Häufungen bestimmter Konsonanten oder die Abfolge einzelner Vokale den „Sinn“ biblischer Texte beeinflussen kann. Zweitens wird oft zwischen Prosa und Poesie eine ebenfalls zeilenweise verfasste Zwischenstufe angenommen, die ich „Prosagedicht“ nennen will. Über dieses Thema promoviere ich aktuell; [[Benutzer:Sebastian_Walter/Biblische_Poesie |auf dieser Seite]] werde ich eine kurze Einführung verfassen, sobald ich fertig geforscht habe. Schon jetzt lässt sich aber sagen: Wenn Vertreter dieser bibelwissenschaftlichen Richtungen richtig liegen, verliert man wieder entscheidende Aspekte der biblischen Texte aus dem Blick, wenn man diese ihre literarische Seite vernachlässigt.  


Für eine moderne Bibelübersetzung heißt dies:


# Jedem Abschnitt der Bibel folgt eine kurze Kommentierung, in der besondere Rücksicht darauf genommen wird, was die historischen Hintergründe dieses Abschnitts sind, welches theologisches und politisches oder ideologisches Interesse er verfolgt und wie er zu diesem Zweck „literarisch funktioniert“.
# Die Übersetzung selbst ist keine reine Leseübersetzung wie die Gute Nachricht-Bibel oder die Neue evangelistische Übersetzung. Das Hauptaugenmerk der Übersetzung liegt darauf, es Leser:innen zu ermöglichen, bedeutsame literarische Gestaltung der biblischen Texte nachzuvollziehen. Dafür nehme ich es in Kauf, auch sperrigere Texte zu produzieren. Um nur ein Beispiel zu geben: Im Buch Genesis, wo viele Figuren ''sprechende'' Namen haben, scheint es mir geboten, diese Namen auch sprechen zu lassen. „Jakob“ etwa ist daher „Fers“, seine Frauen heißen nicht „Rahel“ und „Lea“, sondern „Zibbe“ und „Kuh“. Anders ginge eine ganze Dimension des Buches Genesis verloren.
# Einzelne Passagen, auf die aus den oben genannten Gründen näher eingegangen werden muss, werden in Fußnoten kommentiert. Ich unterscheide dabei mehrere Fußnoten-„Gattungen“:
## „'''lit.'''“: Erläuterungen zur literarischen Gestaltung.
## „'''theol.'''“: Erläuterungen zur Theologie der Passage oder zu späteren theologischen Auslegungen. Zudem:
## „'''bed.'''“: In manchen Fällen scheint mir unabhängig von Theologie, Ideologiekritik oder literarischer Gestaltung eine andere Deutung plausibler als die in den Standard-Kommentaren. Oft hat dies auch Auswirkungen auf die Formulierung der Übersetzung und wird daher in „Deutungs“-Fußnoten vermerkt.
## „'''tech.'''“: Manche dieser Deutungen lassen sich nur erläutern, indem auf Feinheiten der hebräischen Grammatik eingegangen wird. Das lässt sich häufig nicht allgemeinverständlich tun. Wer des Hebräischen nicht mächtig ist, soll mit dieser Einleitung vorgewarnt werden: „Lieber überspringen“.
## „'''txt.'''“: Der Wortlaut der Bibel ist an vielen Stellen umstritten, weil er entweder unverständlich ist oder weil alte Textüberlieferungen mehrere Textvarianten bezeugen. Wo ich einem anderen Text folge als die maßgeblichen kritischen Editionen (v.a. BHS und BHQ), ist dies hier vermerkt. Auch diese Fußnotengattung ist selten allgemeinverständlich und daher auch Warnung: „Lieber überspringen“.
## „'''red.'''“: Es ist nicht nur so, dass einzelne Texte von unterschiedlichen Autoren stammen. Besonders in den ersten fünf Büchern haben Autoren gelegentlich auch direkt in Texte ihrer theologischen Gegner hineingeschrieben und so diese Texte entstellt. Die bibelwissenschaftliche Disziplin, solche Passagen zu erkennen, nennt man „Redaktionskritik“, daher „red.“. Weil diese Passagen es häufig erschweren, das ursprüngliche theologische oder ideologische Anliegen und die literarische Gestaltung eines Textes gut nachvollziehen zu können, habe ich in Fällen, in denen mir dies geboten schien, die spätere Ergänzung in diese Fußnoten verschoben und dort kommentiert.


– „“ ‚‘


<center>[[Gen_1-2,3/Persönliche_Fassung_(Sebastian_Walter) | => Gen 1-2,3]]</center>


==Literatur==


Küper usw.
<references />
 
* Alter, Robert (1985): The Art of Biblical Poetry. New York.
* Ayars, Matthew I. (2018): The Shape of Hebrew Poetry. Exploring the Discourse Function of Linguistic Parallelism in the Egyptian Hallel. Leiden / Boston.
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* Burden, Jasper J. (1986): Reconsidering Parallelism in the Old Testament, in: OTE 4, S. 141-176.
* Christensen, Duane (1985): Prose and Poetry in the Bible. The Narrative Poetics of Deuteronomy 1,9-18, in: ZAW 97/2, S. 179-198.
* Ders. (1987): Narrative Poetics and the Interpretation of the Book of Jonah, in: Elaine R. Follis (Hg.): Directions in Biblical Hebrew Poetry. Sheffield. S. 29-48.
* Ders. (1992): Impulse and Design in the Book of Haggai, in: JETS 35/4, S. 445-456.
* Couey, J. Blake (2015): Reading the Poetry of First Isaiah. The Most Perfect Model of the Prophetic Poetry. Oxford.
* Davis, Ellen F. (2008): Scripture, Culture, and Agriculture. An Agrarian Reading of the Bible. Cambridge.
* de Hoop (1988): The Book of Jonah as Poetry. An Analysis of Jonah 1:1-16, in: Willem van der Meer / Johannes C. de Moor (Hgg.): The Structural Analysis of Biblical and Canaanite Poetry. Sheffield. S. 156-171.
* de Moor, Johannes C. (1984): The Poetry of the Book of Ruth, in: Orientalia 53, S. 262-283.
* Ders. (1986): The Poetry of the Book of Ruth (Part II), in: Orientalia 55, S. 16-46
* Dobbs-Allsopp, F. W. (2015): On Biblical Poetry. Oxford.
* Eagle, Herbert J. (1981): Verse as a Semiotic System: Tynjanov, Jakobson, Mukařovký, Lotman Extended, in: the Slavic and East European Journal 25/4, S. 47-61.
* Fitzgerald, Aloysius (1991): Hebrew Poetry, in: Raymond E. Brown / Joseph A. Fitzmyer / Roland E. Murphy (Hgg.): The New Jerome Biblical Commentary. London. S. 201-208.
* Gaines, Jason M. H. (2015): The Poetic Priestly Source. Minneapolis.
* Harshav, Benjamin (2014): Three Thousand Years of Hebrew Versification. Essays in Comparative Prosody. New Haven / London.
* Heim, Knut M. (2013): Poetic Imagination in Proverbs. Variant Repetitions and the Nature of Poetry. Winona Lake.
* Jakobson, Roman (2007a): Linguistik und Poetik, in: Ders.: Poesie der Grammatik und Grammatik der Poesie. Sämtliche Gedichtanalysen. Kommentierte deutsche Ausgabe. Band I: Poetologische Schriften und Analysen zur Lyrik vom Mittelalter bis zur Aufklärung. Berlin / New York. S. 155-216.
* Jakobson, Roman (2007b): Poesie der Grammatik und Grammatik der Poesie, in: Ebd. S. 257-301.
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Aktuelle Version vom 2. Juni 2024, 10:30 Uhr

Allgemeine Einleitung[Bearbeiten]

In den Bibelwissenschaften ist in den letzten Jahren vieles in Bewegung gekommen. Einige neuere Erkenntnisse sind wichtig für Bibelübersetzungen. Sie sensibilisieren nämlich dafür, dass es häufig eben nicht genügt, biblische Texte nur zu übersetzen: Allzuviel Bedeutsames gerät aus dem Blick oder gar nicht erst in den Blick, wenn man Leser:innen nicht noch weitere Erläuterungen und Lektürehilfen an die Hand gibt. Besonders drei von diesen neueren Erkenntnissen haben mich daher bewogen, hier mit einer eigenen Übersetzung zu beginnen.

Zunächst gundsätzlich: Was ist die Bibel? – Zweifellos: Ein heiliges Buch. Sie ist ein Buch, aus dem man leben kann, aus dem über Jahrtausende Milliarden von Menschen gelebt haben und aus dem noch heute Milliarden leben. Doch damit ist nur etwas gesagt darüber, wie sie von Leser:innen geschätzt wurde und wird. Was ist die Bibel? – Ein Sammelwerk theologischer Literatur. Und über weite Strecken noch genauer: Ein Sammelwerk theologische Propaganda-Literatur. Jeder dieser drei Aspekte – die Bibel als theologisches Sammelwerk, die Bibel als propaganistisches Werk und die Bibel als literarisches Werk – hat Folgen für moderne Bibelübersetzungen. Ich will daher jeden dieser Aspekte kurz und allgemeinverständlich erläutern. Zu zwei dieser drei Aspekte habe werde ich außerdem eine ausführlichere Einführung mit wissenschaftlichem Anspruch verfassen, die Bibel-Leser:innen aber gerne überspringen können.

Mit theologisch ist erstens gemeint: In der Bibel sind mehrere Autoren und Autorenkreise miteinander im Gespräch, die verschiedene Bilder von Gott hatten, von anderen Göttern und davon, wie Menschen sich demnach zu Göttern und zueinander verhalten sollen. In diesem Schreibgespräch werden die einzelnen Gottes-Bilder und Menschen-Bilder entwickelt in Auseinandersetzung mit den Gottes-Bildern und Menschen-Bildern anderer theologischer Schriften, die früher geschrieben worden waren oder von Autor:innen benachbarter Völker geschrieben wurden.

Zur Bibel als „theologischem Sammelwerk“ gehört zweitens auch: Theologie getrieben wurde nicht nur von den biblischen Autoren in der Bibel, sondern auch noch nach „Vollendung“ der Bibel von späteren Theologen. So gibt es etwa verschiedenste Ansichten über die Zehn Gebote: Gibt es überhaupt einen Text, den die biblischen Autoren als die „Zehn Gebote“ präsentieren wollten? Falls ja: Welchen Stellenwert haben sie? Und handelt es sich dabei wirklich um den Text in Exodus 20 und Deuteronomium 5? Und falls ja: Welche Abschnitte in diesen Kapitel hat man jeweils als ein Gebot zu nehmen? Diese Fragen sind alles andere als klar. Sowohl im Judentum als auch im Christentum entwickelten sich daher unterschiedliche Interpretationen und Zählweisen der Zehn Gebote. Wie der Text der „Zehn Gebote“ richtig zu verstehen ist, kann zwar durch eine wissenschaftliche Erforschung des Textes erschlossen werden, wurde und wird de facto zumeist nicht durch Schriftauslegung, sondern durch dogmatische Theologie bestimmt. Solche Bestimmungen sind nicht „falsch“, sondern sind nur die Wahrnehmung des Textes durch eine andere (und geschichtlich bedeutsamere) Brille.

Ähnliches gilt für viele Texte. In der neueren Bibelwissenschaft hat sich daher der Fokus von einer einheitlichen „biblischen Theologie“ zur Vielfalt mehrerer „biblischer Theologien“ verschoben: Es wird nicht mehr angenommen, dass es die eine biblische Theologie gibt, die sich dann zum Beispiel eins zu eins in nur eine theologische Glaubenslehre übersetzen ließe, sondern es wird anerkannt, dass die Bibel theologisch ein zutiefst polyphones und dabei durchaus auch disharmonisches Sammelwerk ist, das auch unterschiedlichste Auslegungen zulässt, von denen wiederum einzelne unterschiedlich bedeutsam wurden für die Religionen, die sich nach Vollendung der Bibel entwickelten. Dieser Bewegung fühle ich mich verpflichtet: Theologische Spannungen und Dissonanzen in der Bibel dürfen nicht miteinander harmonisiert werden, sondern müssen umgekehrt herausgestellt werden, um die biblischen Texte richtig zu erfassen. Eine moderne Bibelübersetzung sollte außerdem zeigen, wenn ein Text auf theologisch bedeutsame unterschiedliche Weisen interpretiert wurde und wird, und danach fragen, ob er diese verschiedenen Deutungen tatsächlich auch zulässt.

Große Teile der Bibel sind Propaganda. Darüber besteht heute in der Bibelwissenschaft kaum mehr Uneinigkeit. Am leichtesten erkennen lässt sich dies an den historischen Schriften. Zum Beispiel ist man sich heute recht sicher, dass eine Eroberung Israels unter Josua nie stattgefunden hat, dass David und Salomo nie über ein großes Reich regierten, dass im fiktiven „Alten Israel“ nie nur der biblische Gott verehrt wurde, dass auch dieser nie nur am Jerusalemer Tempel verehrt wurde, dass auch die Verehrung des biblischen Gottes am Jerusalemer Tempel wahrscheinlich nie nur von Priestern angeführt wurde und so weiter. All dies aber wird in der Bibel vielfach behauptet. Das heißt jedoch nicht einfach, dass „die Bibel lügt“: Autoren verfolgen ein bestimmtes Interesse damit, wenn sie solche Falschbehauptungen aufstellen. Um die biblischen Texte angemessen in den Blick zu bekommen, muss daher auch jeweils gefragt werden: Was war historisch gesehen tatsächlich der Fall? Und welche Interessen wurden demnach damit verfolgt, dass die Geschichte anders dargestellt wurde? Auf dieser Seite entsteht daher aktuell ein Abgleich der biblischen Geschichtsschreibung mit dem, was wir archäologischen Ausgrabungen und Forschungen an zeitgenössischen Texten darüber entnehmen können, was geschichtlich „tatsächlich der Fall“ war.

Ebenso klar ist dieser Aspekt in prophetischer Literatur, die offen ideologisch manches menschliches Verhalten verdammt, anderes Verhalten fordert und für bestimmtes Verhalten als Lohn das „Heil“ verspricht. Er ist aber außerdem auch wichtig bei vielen zunächst scheinbar unverdächtigen Werken. So wurde etwa das Buch der Sprichwörter in einem historischen Kontext gesammelt, in dem nach geschichtlichen Umbrüchen die Identität Israels brüchig geworden war. Die Sammlung der Sprichwörter diente auch einem ähnlichen Zweck wie die Sammlung von Volksmärchen durch die Brüder Grimm: Wie diese versuchten, mit den gesammelten Märchen den „Kulturschatz des deutschen Volkes“ zu heben und so die nationale Identität der Deutschen „zu pflegen“, diente auch die Sammlung der Sprichwörter der Kulturpflege Altisraels. Und ohnehin ist es ein eminent politisches Projekt, wenn Sprichwörter wie „Verehre GOTT und den König; schließe dich keinen Revoluzzern an!“ (Spr 24,21) oder „Wenn gesetzlose Menschen an der Macht sind, müssen sich die Bürger verstecken. Wenn sie aber umkommen, können sich die Gerechten vermehren“ (Spr 28,28) als Volksweisheit gesammelt und verkauft werden. Es ist ein ebenso politisches Unterfangen, im Buch der Psalmen bestimmte Gebete als kanonische Gebete aufzunehmen und andere auszuschließen. Das lässt sich am klarsten erkennen, wenn man darauf achtet, wie in diesem Buch neben Privatgebeten auch Gebete für den König oder Gebete gegen bestimmte Feinde in den religiösen Kanon eines Volkes aufgenommen wurden.

In der neueren Bibelwissenschaft nennt man die Richtung, die besonders auf diesen politischen Aspekt biblischer Texte Rücksicht gibt, „ideologiekritische Auslegung“. Darin liegt nicht nur die ideologie-sensible Frage danach, welche Ideologien in biblischen Texten verschriftlicht wurden, sondern außerdem die kritische Abwägung, ob eine bestimmte Ideologie heute noch zeitgemäß sein kann. Häufig muss man diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantworten. Ideologiekritik nicht zu betreiben, ist daher nicht nur nachlässig, sondern geradezu gefährlich. Eine moderne Übersetzung der Bibel hat daher die Pflicht, übersetzte Texte auch ideologiekritisch zu kommentieren.

Die Bibel ist schließlich Literatur. Das heißt zunächst grundsätzlich: Wichtig ist bei biblischen Texten nicht nur, was geschrieben wurde, sondern auch, wie es geschrieben wurde. Das beginnt schon, um noch einmal an den letzten Punkt anzuknüpfen, damit, dass viele biblische Texte narrative Prosa sind. Das ist ein Novum im Alten Orient: Vor den biblischen Erzählungen kennen wir narrative Prosa vor allem aus Königsinschriften, aus offiziellen Annalen, aus Briefen von Beamten und Adeligen und kurz zuvor aus propagandistischer ägyptischer Literatur wie den „Erzählungen des Wenamun“ (vgl. z.B. Pioske 2022). Erzählungen wie die vom Anfang der Welt, wie sie uns in den ersten Kapiteln begegnen, wurden stattdessen in Form von Epen erzählt. Es ist daher bedeutsam, wenn biblische Autoren stattdessen an diese politischen Erzähltraditionen anknüpfen, wenn sie ihre Erzählungen als narrative Prosa formulieren. Sodann: Vor allem seit den 60er und 70er Jahren hat sich in den Bibelwissenschaften die Richtung des „Rhetorical Criticism“ entwickelt. Grundannahme dabei ist: Autoren sagen nicht nur etwas damit, was sie sagen, sondern auch damit, wie sie es sagen. Biblische Texte müssen daher, um sie adäquat in den Blick zu bekommen, auch mit den Mitteln und Methoden der modernen Literaturwissenschaft ausgelegt werden. Und schließlich: Aktuell ist vor allem in den USA und in Skandinavien eine bibelwissenschaftliche Richtung am Entstehen, die davon ausgeht, dass „biblische Poesie“ anders gefasst werden muss, als sie seit dem 18. Jahrhundert gefasst wird. Weiter angenommen wird hier dann erstens, dass deutlich mehr biblische Texte doch Poesie statt Prosa sind – also zeilenweise verfasste Texte, bei denen dann zum Beispiel auch bedeutsam sein kann, welche Worte zu Beginn und am Ende einer Zeile stehen oder wie mehrere Zeilen zusammenspielen, und Texte, bei denen selbst Häufungen bestimmter Konsonanten oder die Abfolge einzelner Vokale den „Sinn“ biblischer Texte beeinflussen kann. Zweitens wird oft zwischen Prosa und Poesie eine ebenfalls zeilenweise verfasste Zwischenstufe angenommen, die ich „Prosagedicht“ nennen will. Über dieses Thema promoviere ich aktuell; auf dieser Seite werde ich eine kurze Einführung verfassen, sobald ich fertig geforscht habe. Schon jetzt lässt sich aber sagen: Wenn Vertreter dieser bibelwissenschaftlichen Richtungen richtig liegen, verliert man wieder entscheidende Aspekte der biblischen Texte aus dem Blick, wenn man diese ihre literarische Seite vernachlässigt.

Für eine moderne Bibelübersetzung heißt dies:

  1. Jedem Abschnitt der Bibel folgt eine kurze Kommentierung, in der besondere Rücksicht darauf genommen wird, was die historischen Hintergründe dieses Abschnitts sind, welches theologisches und politisches oder ideologisches Interesse er verfolgt und wie er zu diesem Zweck „literarisch funktioniert“.
  2. Die Übersetzung selbst ist keine reine Leseübersetzung wie die Gute Nachricht-Bibel oder die Neue evangelistische Übersetzung. Das Hauptaugenmerk der Übersetzung liegt darauf, es Leser:innen zu ermöglichen, bedeutsame literarische Gestaltung der biblischen Texte nachzuvollziehen. Dafür nehme ich es in Kauf, auch sperrigere Texte zu produzieren. Um nur ein Beispiel zu geben: Im Buch Genesis, wo viele Figuren sprechende Namen haben, scheint es mir geboten, diese Namen auch sprechen zu lassen. „Jakob“ etwa ist daher „Fers“, seine Frauen heißen nicht „Rahel“ und „Lea“, sondern „Zibbe“ und „Kuh“. Anders ginge eine ganze Dimension des Buches Genesis verloren.
  3. Einzelne Passagen, auf die aus den oben genannten Gründen näher eingegangen werden muss, werden in Fußnoten kommentiert. Ich unterscheide dabei mehrere Fußnoten-„Gattungen“:
    1. lit.“: Erläuterungen zur literarischen Gestaltung.
    2. theol.“: Erläuterungen zur Theologie der Passage oder zu späteren theologischen Auslegungen. Zudem:
    3. bed.“: In manchen Fällen scheint mir unabhängig von Theologie, Ideologiekritik oder literarischer Gestaltung eine andere Deutung plausibler als die in den Standard-Kommentaren. Oft hat dies auch Auswirkungen auf die Formulierung der Übersetzung und wird daher in „Deutungs“-Fußnoten vermerkt.
    4. tech.“: Manche dieser Deutungen lassen sich nur erläutern, indem auf Feinheiten der hebräischen Grammatik eingegangen wird. Das lässt sich häufig nicht allgemeinverständlich tun. Wer des Hebräischen nicht mächtig ist, soll mit dieser Einleitung vorgewarnt werden: „Lieber überspringen“.
    5. txt.“: Der Wortlaut der Bibel ist an vielen Stellen umstritten, weil er entweder unverständlich ist oder weil alte Textüberlieferungen mehrere Textvarianten bezeugen. Wo ich einem anderen Text folge als die maßgeblichen kritischen Editionen (v.a. BHS und BHQ), ist dies hier vermerkt. Auch diese Fußnotengattung ist selten allgemeinverständlich und daher auch Warnung: „Lieber überspringen“.
    6. red.“: Es ist nicht nur so, dass einzelne Texte von unterschiedlichen Autoren stammen. Besonders in den ersten fünf Büchern haben Autoren gelegentlich auch direkt in Texte ihrer theologischen Gegner hineingeschrieben und so diese Texte entstellt. Die bibelwissenschaftliche Disziplin, solche Passagen zu erkennen, nennt man „Redaktionskritik“, daher „red.“. Weil diese Passagen es häufig erschweren, das ursprüngliche theologische oder ideologische Anliegen und die literarische Gestaltung eines Textes gut nachvollziehen zu können, habe ich in Fällen, in denen mir dies geboten schien, die spätere Ergänzung in diese Fußnoten verschoben und dort kommentiert.


=> Gen 1-2,3