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_Und sie verfolgen mein Leben, um's [mir] zu nehmen!“<ref name="10.14 4">Dass noch niemand Vv. 10.14 als Gedicht erkannt hat, ist erstaunlich. Es ist so kunstvoll gebaut, dass es eine längere FN lohnt:<br />(1) Zeilen a-d betonen die unterschiedlichen Kontraste: Zeilen b.d zunächst die „Israeliten“ vs. „JHWH Zebaot“. Bedeutungsmäßig stimmt der militärische Gottestitel „JHWH der Heere“ gut zusammen mit den „Söhnen von ''jißra `el'' (‚Gott streitet‘)“. Aber wie wenig passt diese Bezeichnung zu den Israeliten! – Für JHWH „gestritten“ (nämlich: „''geeifert''“) hat nur Elija (Zeile a), wohingegen die Israeliten ihn „''verlassen''“ haben (Zeile c). Um den Text so weben zu können, hat der Dichter zum seltenen Vierzeiler gegriffen, in dem nicht a mit b und c mit d parallel gehen, sondern die ''Doppelzeile'' ab mit ihrer antithetischen Doppelzeile cd.<br />(2) Dass Zeilen e.f parallel sind, ist offensichtlich. Auch lautlich: Ursprünglich lautete „zerstörten“ ''harasu'', „töteten“ sehr ähnlich ''haragu''. Zum „töten“ passt lautlich auch das „Schwert“: ''haragu baḥarb''. – Die „Gottes-Streiter“ haben danach nicht etwa nur Gott verlassen, sondern sich zerstörend und mordend gegen ihn gewandt, der vertreten wird durch die unbelebten „Altäre“ und die belebten (nun aber nicht mehr lebenden) „Propheten“.<br />(3) Zeilen g.h kontrastieren noch mal Elija, der nach dem Mord an den Propheten ganz allein „übrig“ ist, und die Israeliten, die auch ihm sein Leben noch „nehmen“ wollen. Dass sich Zeile h überdies rückbezieht auf Zeile f, ist ebenfalls offensichtlich.<br />(4) Zeilen ab und gh, in denen Elija Thema ist, umrahmen Zeilen c-f, in denen die Israeliten Thema sind; diese Verse in der Mitte motivieren den Wandel vom eifernden Elija in ab zum bedrohten Elija in gh.<br />(5) Und schließlich werden die Zeilen ab.c-f insgesamt noch einmal konzentriert in Zeilen g.h aufgegriffen: ''Ich'' habe für dich gestritten (ab), ''sie'' haben sich vergangen (c-f) – jetzt bin nur noch ''ich'' übrig (g), und ''sie'' wollen sich an mir vergehen (h)!</ref></poem> | _Und sie verfolgen mein Leben, um's [mir] zu nehmen!“<ref name="10.14 4">Dass noch niemand Vv. 10.14 als Gedicht erkannt hat, ist erstaunlich. Es ist so kunstvoll gebaut, dass es eine längere FN lohnt:<br />(1) Zeilen a-d betonen die unterschiedlichen Kontraste: Zeilen b.d zunächst die „Israeliten“ vs. „JHWH Zebaot“. Bedeutungsmäßig stimmt der militärische Gottestitel „JHWH der Heere“ gut zusammen mit den „Söhnen von ''jißra `el'' (‚Gott streitet‘)“. Aber wie wenig passt diese Bezeichnung zu den Israeliten! – Für JHWH „gestritten“ (nämlich: „''geeifert''“) hat nur Elija (Zeile a), wohingegen die Israeliten ihn „''verlassen''“ haben (Zeile c). Um den Text so weben zu können, hat der Dichter zum seltenen Vierzeiler gegriffen, in dem nicht a mit b und c mit d parallel gehen, sondern die ''Doppelzeile'' ab mit ihrer antithetischen Doppelzeile cd.<br />(2) Dass Zeilen e.f parallel sind, ist offensichtlich. Auch lautlich: Ursprünglich lautete „zerstörten“ ''harasu'', „töteten“ sehr ähnlich ''haragu''. Zum „töten“ passt lautlich auch das „Schwert“: ''haragu baḥarb''. – Die „Gottes-Streiter“ haben danach nicht etwa nur Gott verlassen, sondern sich zerstörend und mordend gegen ihn gewandt, der vertreten wird durch die unbelebten „Altäre“ und die belebten (nun aber nicht mehr lebenden) „Propheten“.<br />(3) Zeilen g.h kontrastieren noch mal Elija, der nach dem Mord an den Propheten ganz allein „übrig“ ist, und die Israeliten, die auch ihm sein Leben noch „nehmen“ wollen. Dass sich Zeile h überdies rückbezieht auf Zeile f, ist ebenfalls offensichtlich.<br />(4) Zeilen ab und gh, in denen Elija Thema ist, umrahmen Zeilen c-f, in denen die Israeliten Thema sind; diese Verse in der Mitte motivieren den Wandel vom eifernden Elija in ab zum bedrohten Elija in gh.<br />(5) Und schließlich werden die Zeilen ab.c-f insgesamt noch einmal konzentriert in Zeilen g.h aufgegriffen: ''Ich'' habe für dich gestritten (ab), ''sie'' haben sich vergangen (c-f) – jetzt bin nur noch ''ich'' übrig (g), und ''sie'' wollen sich an mir vergehen (h)!</ref></poem> | ||
{{S|11}} Und es sprach: „Geh ([morgen]<ref>'''Textkritik''': „morgen“ nur nach LXX (ohne LXX<sup>H</sup>), VL, JosAnt §351 („am Morgen“). Wahrscheinlich richtig DeVries 2004: Verschreibung von ''bhr'' („auf den Berg“) als ''mhr'' („morgen“). Die Korrektur „auf den Berg“ ist dann zusätzlich in LXX<sup>B, L</sup>, εβρ und VL an der falschen Stelle nach „vor JHWH“ und in LXX<sup>A</sup> an der richtigen Stelle ergänzt worden.</ref>) hinaus und stell dich auf den Berg vor JHWH!“<br /> | {{S|11}} Und es sprach: „Geh ([morgen]<ref>'''Textkritik''': „morgen“ nur nach LXX (ohne LXX<sup>H</sup>), VL, JosAnt §351 („am Morgen“). Wahrscheinlich richtig DeVries 2004: Verschreibung von ''bhr'' („auf den Berg“) als ''mhr'' („morgen“). Die Korrektur „auf den Berg“ ist dann zusätzlich in LXX<sup>B, L</sup>, εβρ und VL an der falschen Stelle nach „vor JHWH“ und in LXX<sup>A</sup> an der richtigen Stelle ergänzt worden.</ref>) hinaus und stell dich auf den Berg vor JHWH!“<br /> | ||
Und da (siehe)!, JHWH zieht vorüber:<ref>(1) So deutet die Mehrheit. (2) Oder: „Geh hinaus und stell dich auf den Berg vor JHWH, denn siehe, JHWH ist im Begriff, vorüberzuziehen“ – und erst dann folgt der Bericht. So schon LXX, die „vorüberziehen“ noch mit Futur übersetzt hat, was aber sicher auf die Verlesung von ''bhr'' („auf dem Berg“) als ''mhr'' („morgen“) zurückzuführen ist. Die Deutung legt sich aber tatsächlich deshalb schnell nahe, weil nach der Erwähnung des „Vorüberziehens“ JHWHs noch einmal ein Schritt zurück gemacht wird, um zu schildern, was diesem Vorüberziehen ''vorausgeht''. Aber dies ist eine starke Minderheitenposition; bekannt sind mir (S.W.) als neuere Vertreter nur Pruin 2006, S. 252; Knauf 2019; NIV; NRSV.<br />(3) Oder: Vv. 11f. sind insgesamt Ankündigung; das Geschehen selbst würde dann gar nicht berichtet, weil es in der Ankündigung schon so ausführlich geschildert wurde. So z.B. Walsh 1996; Cogan 2001; Robinson 1991, S. 521; Simon 1997, S. 214; Dharamraj 2006, S. 80; Rogland 2012, S. 92; ALTER – diese Position hat also eine ganze Reihe recht bedeutender Vertreter. Es gibt in der Tat vergleichbare Stellen in der Bibel, die so konstruiert sind. S. etwa [[Exodus 9#s13 |Ex 9,13-20]], wo zwischen Vv. 19.20 gar nicht noch mal geschildert wird, wie Mose die Botschaft Gottes auch wirklich überbringt, oder ganz entsprechend [[1 Könige 21#s17 |1 Kön 21,17-20]]. An unserer Stelle stört dann aber V. 13a stark, wo das „Hinausgehen“ Elijas anders als das „Vorüberziehen“ JHWHs eben doch berichtet wird.<br />Auflösung (2) ist daher jedenfalls weit wahrscheinlicher als Auflösung (3); fraglich ist, ob Auflösung (2) auch der Standard-Auflösung vorzuziehen ist. Rein grammatisch ist sie möglich; ''hinneh'' („Da!, siehe!“) + Partizip kann in der Tat auch für Futurum instans („etw./jmd. ist ''im Begriff'', zu geschehen / etwas zu tun“) verwendet werden (vgl. z.B. [https://en.wikisource.org/wiki/Gesenius%27_Hebrew_Grammar/116._The_Participles#GHGpar-116-p GKC §116p]). Im Kontext von 1 Kön 19 aber ist das sehr unwahrscheinlich; „und da!“ leitet hier stets übernatürliche Geschehnisse ein (s. neben diesem V. noch Vv. 5.6.9.13). Die beste Deutung ist daher die: 11b ist ein sog. „proleptisches Summarium“, das das gleich zu schildernde entscheidende Geschehnis bereits vorausnimmt (daher oben der Anschluss mit Doppelpunkt). Das wird dann entfaltet: Genauer geschieht es so, dass dem „Vorüberziehen“ Gottes zunächst Sturm, Erdbeben und Feuer vorausgehen. Den ''qol demamah daqqah'' danach (s. zu V. 12) deutet Elija richtig als Zeichen dafür, dass ''nun'' Gott vorüberziehen wird, und daher verlässt er erst dann die Höhle. Dass Elija damit die Geschehnisse richtig verstanden hat, zeigt dann V. 13b an, wo ihn in der Tat Gott noch einmal anspricht.</ref> <br /> | Und da (siehe)!, JHWH zieht vorüber:<ref>(1) So deutet die Mehrheit. (2) Oder: „Geh hinaus und stell dich auf den Berg vor JHWH, denn siehe, JHWH ist im Begriff, vorüberzuziehen“ – und erst dann folgt der Bericht. So schon LXX, die „vorüberziehen“ noch mit Futur übersetzt hat, was aber sicher auf die Verlesung von ''bhr'' („auf dem Berg“) als ''mhr'' („morgen“) zurückzuführen ist. Die Deutung legt sich aber tatsächlich deshalb schnell nahe, weil nach der Erwähnung des „Vorüberziehens“ JHWHs noch einmal ein Schritt zurück gemacht wird, um zu schildern, was diesem Vorüberziehen ''vorausgeht''. Aber dies ist eine starke Minderheitenposition; bekannt sind mir (S.W.) als neuere Vertreter nur Pruin 2006, S. 252; Knauf 2019; NIV; NRSV.<br />(3) Oder: Vv. 11f. sind insgesamt Ankündigung; das Geschehen selbst würde dann gar nicht berichtet, weil es in der Ankündigung schon so ausführlich geschildert wurde. So z.B. Walsh 1996; Cogan 2001; Robinson 1991, S. 521; Simon 1997, S. 214; Dharamraj 2006, S. 80; Rogland 2012, S. 92; ALTER – diese Position hat also eine ganze Reihe recht bedeutender Vertreter. Es gibt in der Tat vergleichbare Stellen in der Bibel, die so konstruiert sind. S. etwa [[Exodus 9#s13 |Ex 9,13-20]], wo zwischen Vv. 19.20 gar nicht noch mal geschildert wird, wie Mose die Botschaft Gottes auch wirklich überbringt, oder ganz entsprechend [[1 Könige 21#s17 |1 Kön 21,17-20]]. An unserer Stelle stört dann aber V. 13a stark, wo das „Hinausgehen“ Elijas anders als das „Vorüberziehen“ JHWHs eben doch berichtet wird.<br />Auflösung (2) ist daher jedenfalls weit wahrscheinlicher als Auflösung (3); fraglich ist, ob Auflösung (2) auch der Standard-Auflösung vorzuziehen ist. Rein grammatisch ist sie möglich; ''hinneh'' („Da!, siehe!“) + Partizip kann in der Tat auch für Futurum instans („etw./jmd. ist ''im Begriff'', zu geschehen / etwas zu tun“) verwendet werden (vgl. z.B. [https://en.wikisource.org/wiki/Gesenius%27_Hebrew_Grammar/116._The_Participles#GHGpar-116-p GKC §116p]). Im Kontext von 1 Kön 19 aber ist das sehr unwahrscheinlich; „und da!“ leitet hier stets übernatürliche Geschehnisse ein (s. neben diesem V. noch Vv. 5.6.9.13). Die beste Deutung ist daher die: 11b ist ein sog. „proleptisches Summarium“, das das gleich zu schildernde entscheidende Geschehnis bereits vorausnimmt (daher oben der Anschluss mit Doppelpunkt). Das wird dann entfaltet: Genauer geschieht es so, dass dem „Vorüberziehen“ Gottes zunächst Sturm, Erdbeben und Feuer vorausgehen. Den ''qol demamah daqqah'' danach (s. zu V. 12) deutet Elija richtig als Zeichen dafür, dass ''nun'' Gott vorüberziehen wird, und daher verlässt er erst dann die Höhle. Dass Elija damit die Geschehnisse richtig verstanden hat, zeigt dann V. 13b an, wo ihn in der Tat Gott noch einmal anspricht.</ref> {{par|Exodus|33|19}} {{par|Exodus|34|7}} <br /> | ||
Ein Sturm (Wind, Hauch, Geist), stark und mächtig, zerschmettert Berge und zertrümmert Felsen vor JHWH,<br /> | Ein Sturm (Wind, Hauch, Geist), stark und mächtig, zerschmettert Berge und zertrümmert Felsen vor JHWH,<br /> | ||
im Sturm [ist] JHWH nicht (Und im Sturm [ist] JHWH).<ref>'''Textkritik''': Die Primärüs. nach allen Vrs.; die Alternative, die einen Text ohne „nicht“ voraussetzt, in LXX<sup>B, H</sup>: „vor JHWH, in JHWHs Sturm“. Sehr wahrscheinlich ein bloßer Flüchtigkeitsfehler. Zur Not ließe sich das aber sogar sinnvoll auflösen. S. [[2 Samuel 22#s16 |2 Sam 22,16]] = [[Psalm 18#s16 |Ps 18,16]]; [[Psalm 33#s6 |Ps 33,6.9]]; [[Psalm 104#s7 |Ps 104,7]] und vielleicht [[Genesis 1#s2 |Gen 1,2]], wo Gottes Rede als Donner und Sturm dargestellt wird, die in [[2 Samuel 22#s14 |2 Sam 22,14]] = [[Psalm 18#s14 |Ps 18,14]] auch „Hagel und Feuerglut“ mit sich bringt und die in [[Exodus 15#s8 |Ex 15,8.10]] und Ps 104,7 z.B. auch Fluten sich auftürmen lassen kann. Vielleicht hat ein Schreiber hieran gedacht und daher das „nicht“ übersehen.</ref><br /> | im Sturm [ist] JHWH nicht (Und im Sturm [ist] JHWH).<ref>'''Textkritik''': Die Primärüs. nach allen Vrs.; die Alternative, die einen Text ohne „nicht“ voraussetzt, in LXX<sup>B, H</sup>: „vor JHWH, in JHWHs Sturm“. Sehr wahrscheinlich ein bloßer Flüchtigkeitsfehler. Zur Not ließe sich das aber sogar sinnvoll auflösen. S. [[2 Samuel 22#s16 |2 Sam 22,16]] = [[Psalm 18#s16 |Ps 18,16]]; [[Psalm 33#s6 |Ps 33,6.9]]; [[Psalm 104#s7 |Ps 104,7]] und vielleicht [[Genesis 1#s2 |Gen 1,2]], wo Gottes Rede als Donner und Sturm dargestellt wird, die in [[2 Samuel 22#s14 |2 Sam 22,14]] = [[Psalm 18#s14 |Ps 18,14]] auch „Hagel und Feuerglut“ mit sich bringt und die in [[Exodus 15#s8 |Ex 15,8.10]] und Ps 104,7 z.B. auch Fluten sich auftürmen lassen kann. Vielleicht hat ein Schreiber hieran gedacht und daher das „nicht“ übersehen.</ref><br /> | ||
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Ich bin übrig, ich, ich allein – | Ich bin übrig, ich, ich allein – | ||
_Und sie verfolgen mein Leben, um's [mir] zu nehmen!“<ref name="10.14 4" /></poem> | _Und sie verfolgen mein Leben, um's [mir] zu nehmen!“<ref name="10.14 4" /></poem> | ||
{{S|15}} Da sagte JHWH zu ihm: „Geh! Kehr um für deinen (zurück zu/auf deinem) Weg([! und du sollst kommen]) zur Wüste nach Damaskus!<ref>''Geh! Kehr um für deinen Weg zur Wüste nach Damaskus!'' - | {{S|15}} Da sagte JHWH zu ihm: „Geh! Kehr um für deinen (zurück zu/auf deinem?) Weg([! und du sollst kommen]) zur Wüste nach Damaskus!<ref>''Geh! Kehr um für deinen Weg zur Wüste nach Damaskus!'' - Gesagt wird gerade nicht: „Kehr um! ''Mach dich auf den Weg...''“, sondern eben „Mach dich auf! ''Kehr um für deinen Weg''“. Vielleicht, um zu betonen: Es ist kein ''neuer'' Auftrag, den JHWH dem Elija hier gibt, sondern er ''gehört'' zu seinem Auftrag als Prophet. Elija würde dann damit weder „als Prophet abgesetzt“ (so z.B. Robinson 1991) noch „erneut als Prophet berufen“ (so z.B. DeVries 2004), sondern sein „neuer“ Auftrag wäre dann nur Fortsetzung seines ursprünglichen, Prophet zu sein.<br />'''tFN''': Nicht: ''Geh zurück auf deinem Weg durch die Wüste von/nach Damaskus!'' = „Geh wieder zurück auf dem selben Weg, der durch die nach Damaskus führende Wüste verläuft“. Das wäre nicht idiomatisch; „auf einem Weg zurückkehren“ ist Heb. ''šub bederek'' mit der Präp. ''b-'' statt ''l-'' (s. [[Deuteronomium 17#s16 |Dtn 17,16]]; [[Deuteronomium 28#s68 |28,68]]; [[1 Könige 13#s9 |1 Kön 13,9f.]]; [[2 Könige 19#s33 |2 Kön 19,33]]; [[Jesaja 37#s34 |Jes 37,34]]). Sprachlich möglich wäre „Kehre zurück ''zu'' deinem Weg“ = „Kehr zurück, ''zu'' diesem diesem Weg, der durch die Wüste von/nach Damaskus verläuft“ (s. z.B. [[Deuteronomium 28#s32 |Dtn 28,32]]: „zurückkehren ''zu'' dir“; [[Rut 1#s10 |Rut 1,10]]: „zurückkehren ''zu'' deinem Volk“; [[2 Chroniken 30#s9 |2 Chr 30,9]]: „zurückkehren ''in'' dieses Land“). Aber es macht wenig Sinn: Auf diesem Weg war Elija ja gar nicht. V. 20 lehrt, wie der Ausdruck zu übersetzen ist: Dort steht der selbe Ausdruck („Geh, kehr um!“) absolut (d.h. ohne eine folgende Präpositionalphrase) und Elija fordert Elischa damit nur auf, sich ''von ihm'' wieder ''wegzukehren'' (daher V. 21: „Da kehrte er sich von hinter ihm um“, d.h. „da ging er von ihm weg“). Exakt so auch [[2 Samuel 3#s16 |2 Sam 3,16]]. Vgl. ähnlich mit der Präp. ''l-'' z.B. [[Jesaja 63#s17 |Jes 63,17]]: „umkehren ''für'' deine Diener“; [[Deuteronomium 24#s19 |Dtn 24,19]]: „umkehren, ''um sie'' zu holen“. Richtig Knauf 2019, S. 286: „Da Elija nicht von Damaskus zum Horeb gekommen ist, heißt das ‚geh umkehren‘ im Klartext: ‚Vergiss deine dumme Flucht, nimm deinen Dienst an der Stelle wieder auf, von der du weggelaufen bist, und führe aus, was ich mit dir jetzt vorhabe‘.“ Die ersten beiden Worte sagen also nur, Elija solle umkehren, und die folgenden drei präzisieren, warum: Elija soll nun nach Damaskus.</ref> Und wenn du angekommen bist,<ref>'''tFN''': Nicht „und du sollst kommen“ (so z.B. WHM): Pänultima-Betonung, also kein Weqatal, sondern Waw-Qatal (richtig z.B. Knauf 2019).</ref> sollst du Hazael zum König über Aram salben!“<ref>''Hazael'' - aramäischer ''König'', der später Israel und Juda großen Schaden zufügen sollte (s. [[2 Könige 10#s32 |2 Kön 10,32-33]]; [[2 Chroniken 22#s5 |2 Chr 22,5]]; [[2 Könige 12#s7 |2 Kön 12,7.18f.]]. JHWH bringt hier also den Stein ins Rollen, der später Israel und Juda Israel überrollen sollte.</ref> | ||
{{S|16}} Und Jehu, den Sohn des Nimschi, sollst du salben zum König über Israel,<br /> | {{S|16}} Und Jehu, den Sohn des Nimschi, sollst du salben zum König über Israel,<br /> | ||
Und Elischa, den (Sohn=) Nachfahren<ref>''Nachfahren'' - nämlich Enkel, s. [[2 Könige 9#s2 |2 Kön 9,2]].</ref> des Schafat aus Abel Mecholah ({aus Abel Mecholah})<ref>'''Textkritik''': ''Aus Abel-Mecholah'' steht in wenigen LXX-Mss an anderer Stelle und fehlt in wenigen MT-Mss. DeVries hält es daher für sekundär. Thiel 2007 hält dagegen, weil die Information, Elischa stamme aus Abel Mecholah, nirgendwo sonst überliefert sei und daher auch nicht von irgendwo anders hier eingedrungen sei, müsse der Ausdruck ursprünglich sein – aber das ist ein schwaches Argument; natürlich gab es auch nicht verschriftliche Traditionen über die großen Figuren der Bibel, die hier nachträglich eingefügt werden hätten können. Entscheidend ist, dass das textkritische Zeugnis für eine Version ohne diese Phrase denkbar schwach ist und dass die Versetzung überdies rein stilistisch zu erklären sein könnte. Wie es in den MT-Mss zu diesem Ausfall gekommen ist, ist aber wirklich nicht gut erklärlich.</ref> sollst du salben zum Propheten nach dir (unter dir, an deiner Statt)!“<ref>''nach dir'' - In dieser Bed. wird der Ausdruck oft z.B. in [[2 Könige 15 |2 Kön 15]] verwendet (vgl. Dharamraj 2006, S. 135). Das macht hier mehr Sinn als die häufige Üs. „an deiner Statt“, die zwar sprachlich gut möglich ist, aber nicht naheliegt, da Elija z.B. in [[1 Könige 21 |1 Kön 21]] und [[2 Könige 1 |2 Kön 1]] nach wie vor als Prophet wirkt. „Unter dir“ (so Dharamraj 2006, S. 133 selbst) ist ebenso gut möglich, s. V. 21 und [[2 Könige 2#s3 |2 Kön 2,3.5]]. </ref> | Und Elischa, den (Sohn=) Nachfahren<ref>''Nachfahren'' - nämlich Enkel, s. [[2 Könige 9#s2 |2 Kön 9,2]].</ref> des Schafat aus Abel Mecholah ({aus Abel Mecholah})<ref>'''Textkritik''': ''Aus Abel-Mecholah'' steht in wenigen LXX-Mss an anderer Stelle und fehlt in wenigen MT-Mss. DeVries hält es daher für sekundär. Thiel 2007 hält dagegen, weil die Information, Elischa stamme aus Abel Mecholah, nirgendwo sonst überliefert sei und daher auch nicht von irgendwo anders hier eingedrungen sei, müsse der Ausdruck ursprünglich sein – aber das ist ein schwaches Argument; natürlich gab es auch nicht verschriftliche Traditionen über die großen Figuren der Bibel, die hier nachträglich eingefügt werden hätten können. Entscheidend ist, dass das textkritische Zeugnis für eine Version ohne diese Phrase denkbar schwach ist und dass die Versetzung überdies rein stilistisch zu erklären sein könnte. Wie es in den MT-Mss zu diesem Ausfall gekommen ist, ist aber wirklich nicht gut erklärlich.</ref> sollst du salben zum Propheten nach dir (unter dir, an deiner Statt)!“<ref>''nach dir'' - In dieser Bed. wird der Ausdruck oft z.B. in [[2 Könige 15 |2 Kön 15]] verwendet (vgl. Dharamraj 2006, S. 135). Das macht hier mehr Sinn als die häufige Üs. „an deiner Statt“, die zwar sprachlich gut möglich ist, aber nicht naheliegt, da Elija z.B. in [[1 Könige 21 |1 Kön 21]] und [[2 Könige 1 |2 Kön 1]] nach wie vor als Prophet wirkt. „Unter dir“ (so Dharamraj 2006, S. 133 selbst) ist ebenso gut möglich, s. V. 21 und [[2 Könige 2#s3 |2 Kön 2,3.5]]. </ref> | ||
Version vom 28. Mai 2022, 13:26 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (1 Könige 19)
(kommt später)Studienfassung (1 Könige 19)
1 Dann erzählte Ahab der Isebel([, seiner Frau],)〈a〉 alles, was Elija getan hatte, und wie (alles darüber, wie)〈b〉 er getötet hatte alle ({alle})〈c〉 die Propheten mit dem Schwert. 2 Da sandte Isebel einen Boten ([eine Botschaft])〈d〉 zu Elija wie folgt: „Bist du Elija, bin ich Isebel! Woraus folgt:〈e〉 Dies möge Gott (mögen die Götter?)〈f〉 mir ([mir])〈g〉 antun und darüber hinaus jenes,〈h〉 wenn nicht morgen um diese Zeit dein Leben gleich dem Leben eines der ihren ist!“ 3 Da fürchtete sich (Da sah)〈i〉 Elija und erhob sich und lief um sein Leben und kam〈j〉 nach Beerscheba, das zu[m Königreich]〈k〉 Juda [gehörte]. ℘ ℘ ℘ Dort ließ er seinen [Dienst-]Knaben zurück. ℘
4 Nachdem er einen [ganzen] Tag lang〈l〉 in die Wüste gelaufen war, {kam er und}〈j〉 setzte er sich unter einen einsamen〈m〉 Ginsterbusch. Er wünschte seinem Leben, zu sterben, ℘ ℘ [indem] er sprach: „Genug jetzt, JHWH! (Ich habe genug, JHWH)!〈n〉 Nimm mein Leben ([von mir]),〈o〉 ℘ ℘ denn ich bin nicht besser (dran) als meine Vorfahren (Vorgänger?)!“〈p〉 5 Dann legte er sich hin und schlief unter einem einsamen Ginsterbusch (dort?).〈q〉 Doch da (siehe)!, einer (ein Bote)〈r〉 stößt (fasst) ihn an und spricht zu ihm: „Steh auf, iss!“ 6 Und er schaute [sich um], und da (siehe)!, zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)〈s〉 [standen] ein auf Kohle (Glühsteinen) [gebackenes]〈t〉 Brot und ein Krug mit Wasser. Da ([stand er auf und])〈u〉 aß er und trank er und (kehrte um und legte sich=) legte sich wieder hin.〈v〉 7 Und es kam zurück der Bote (Engel)〈w〉 JHWHs ein zweites Mal (da kehrte ein zweiter Bote JHWHs zurück) und stieß (fasste) ihn an und sagte: „Steh auf, iss! Denn [sonst ist] (genug=) zu weit〈x〉 für dich der Weg!“ 8 Da stand er auf ({stand er auf}〈y〉) und aß und trank und ging mit der Kraft dieses Essens 40 Tage und 40 Nächte [durch] bis zum ([Gottes-])Berg Horeb.〈z〉
9 Und er kam dort zur Höhle (zu einer Höhle)〈aa〉 und übernachtete dort. Und da (siehe)!, das Wort JHWHs [ergeht (erging)] an ihn! Es fragte ihn ({ihn}〈ab〉): „(Was [ist] mit dir, [dass du] hier [bist]=) Was willst du hier, Elija?“〈ac〉
10 Da sprach er:
„(Eifernd habe ich geeifert=) Ich habe ja (so) geeifert〈ad〉 ℘
Für JHWH Zebaot (für JHWH, den Gott Zebaot),〈ae〉
Aber (denn) verlassen haben dich

