1 Könige 19: Unterschied zwischen den Versionen

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Sebastian Walter (Diskussion | Beiträge)
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{{S|4}} Nachdem er einen [ganzen] Tag lang<ref>''einen [ganzen] Tag lang'' - W. „den Weg eines Tages“.</ref> in die Wüste gelaufen war, {kam er und}<ref name="34" /> setzte er sich unter einen einsamen<ref>''einen einsamen'' - w. „unter ''einen''“ mit Numerale statt unbest. Artikel; zur Bed. „einsam“ vgl. richtig Gray 1970; Knauf 2019.</ref> Ginsterbusch. Er wünschte seinem Leben, zu sterben, {{par|Numeri|11|5}} {{par|Jona|4|8}} [indem] er sprach: „Genug jetzt, JHWH! (Ich habe genug, JHWH)!<ref>''Genug jetzt, JHWH! (Ich habe genug, JHWH)'' - Ein unerhörter Ausruf. Man sieht das schon daran, dass die Vrs. zu unterschiedlichen Strategien griffen, um ihn abzuschwächen.<br />'''Textkritik''': Nämlich: (1) LXX<sup>L</sup> streicht das „JHWH“, was die mit MT übereinstimmenden VL und das LXX-Ms c2 als sekundär erweisen; (2) die anderen LXX-Mss verschieben das Wort nach „nimm mein Leben von mir“, (3) die Vorlagen von VUL und Syr ergänzen ein ''li'' (w. „[Genug] für mich“, also „Ich kann nicht mehr!“), (4) Tg kombiniert mehrere Strategien, indem er erstens ebenfalls das ''li'' ergänzt und zweitens die ganze Wortfolge „jetzt, JWHW“ nach hinten schiebt.<br />'''tFN''': Der trennende Akzent zwischen „genug“ und „jetzt“ spricht nicht gegen diese Auflösung; er rührt daher, dass „JHWH“ als Vokativ mit dem vorangehenden Wort verbunden werden und daher ein trennender Akzent andernsorts und daher eben hier stehen muss.</ref> Nimm mein Leben ([von mir]),<ref>'''Textkritik''': ''von mir'' nach LXX und 1 Ms; assim-[[Jona 4#s3 |Jon 4,3]].</ref> {{par|Jona|4|3}} {{par|Tobit|3|6}} denn ich bin nicht besser (dran) als meine Vorfahren (Vorgänger?)!“<ref>''ich bin nicht besser (dran) als meine Vorfahren (Vorgänger?)'' - entweder also: (1) „offensichtlich bin ich nichts Besonderes“, die Verzweiflung hat ihm den Glauben genommen, Instrument für Gottes wunderbares Handeln zu sein (z.B. Cogan 2001). (2) „Ich bin nicht besser dran als meine Vorfahren“: wie sie gestorben sind, bin nun auch ich dem Tode nahe! (so z.B. Hauser 1990, S. 63). So schon JosAnt §348: „Er verlangte nach dem Tod, da er nicht besser als seine Väter sei und nach deren Heimgang keine Freude mehr am Leben habe.“ (3) „Ich bin nicht besser als meine Vorgänger“, ich habe nicht mehr erreicht als die Propheten vor mir! (so Jeremias 1996, S. 487; Dharamraj 2006, S. 53; Thiel 2007), was allerdings nur funktioniert, wenn man wirklich aus [[2 Könige 2#s12 |2 Kön 2,12]] ableiten kann, dass ein Prophet seine Vorgänger als seine „Väter“ bezeichnen konnte, und das ist sehr unsicher. Mindestens zwischen (1) und (2) wird man sich gar nicht entscheiden müssen, sondern wird hier beides hören dürfen.</ref>
{{S|4}} Nachdem er einen [ganzen] Tag lang<ref>''einen [ganzen] Tag lang'' - W. „den Weg eines Tages“.</ref> in die Wüste gelaufen war, {kam er und}<ref name="34" /> setzte er sich unter einen einsamen<ref>''einen einsamen'' - w. „unter ''einen''“ mit Numerale statt unbest. Artikel; zur Bed. „einsam“ vgl. richtig Gray 1970; Knauf 2019.</ref> Ginsterbusch. Er wünschte seinem Leben, zu sterben, {{par|Numeri|11|5}} {{par|Jona|4|8}} [indem] er sprach: „Genug jetzt, JHWH! (Ich habe genug, JHWH)!<ref>''Genug jetzt, JHWH! (Ich habe genug, JHWH)'' - Ein unerhörter Ausruf. Man sieht das schon daran, dass die Vrs. zu unterschiedlichen Strategien griffen, um ihn abzuschwächen.<br />'''Textkritik''': Nämlich: (1) LXX<sup>L</sup> streicht das „JHWH“, was die mit MT übereinstimmenden VL und das LXX-Ms c2 als sekundär erweisen; (2) die anderen LXX-Mss verschieben das Wort nach „nimm mein Leben von mir“, (3) die Vorlagen von VUL und Syr ergänzen ein ''li'' (w. „[Genug] für mich“, also „Ich kann nicht mehr!“), (4) Tg kombiniert mehrere Strategien, indem er erstens ebenfalls das ''li'' ergänzt und zweitens die ganze Wortfolge „jetzt, JWHW“ nach hinten schiebt.<br />'''tFN''': Der trennende Akzent zwischen „genug“ und „jetzt“ spricht nicht gegen diese Auflösung; er rührt daher, dass „JHWH“ als Vokativ mit dem vorangehenden Wort verbunden werden und daher ein trennender Akzent andernsorts und daher eben hier stehen muss.</ref> Nimm mein Leben ([von mir]),<ref>'''Textkritik''': ''von mir'' nach LXX und 1 Ms; assim-[[Jona 4#s3 |Jon 4,3]].</ref> {{par|Jona|4|3}} {{par|Tobit|3|6}} denn ich bin nicht besser (dran) als meine Vorfahren (Vorgänger?)!“<ref>''ich bin nicht besser (dran) als meine Vorfahren (Vorgänger?)'' - entweder also: (1) „offensichtlich bin ich nichts Besonderes“, die Verzweiflung hat ihm den Glauben genommen, Instrument für Gottes wunderbares Handeln zu sein (z.B. Cogan 2001). (2) „Ich bin nicht besser dran als meine Vorfahren“: wie sie gestorben sind, bin nun auch ich dem Tode nahe! (so z.B. Hauser 1990, S. 63). So schon JosAnt §348: „Er verlangte nach dem Tod, da er nicht besser als seine Väter sei und nach deren Heimgang keine Freude mehr am Leben habe.“ (3) „Ich bin nicht besser als meine Vorgänger“, ich habe nicht mehr erreicht als die Propheten vor mir! (so Jeremias 1996, S. 487; Dharamraj 2006, S. 53; Thiel 2007), was allerdings nur funktioniert, wenn man wirklich aus [[2 Könige 2#s12 |2 Kön 2,12]] ableiten kann, dass ein Prophet seine Vorgänger als seine „Väter“ bezeichnen konnte, und das ist sehr unsicher. Mindestens zwischen (1) und (2) wird man sich gar nicht entscheiden müssen, sondern wird hier beides hören dürfen.</ref>
{{S|5}} Dann legte er sich hin und schlief unter einem einsamen Ginsterbusch (dort?).<ref>'''Textkritik''': ''unter einem einsamen Ginsterbusch (dort?)'' - MT, LXX<sup>H</sup>, εβρ, VUL, Tg, Syr: „er schlief unter einem einsamen Ginsterbusch.“ LXX<sup>B</sup> dagegen: „er schlief ''dort'' unter dem Busch“, LXX<sup>L</sup> „er schlief unter dem Busch ''dort''“. Ganz merkwürdig leitet die Mehrzahl der Exegeten ''hieraus'' ab, dass entweder sowohl „unter einem einsamen Ginsterbusch“ als auch „dort“ sekundär seien oder sogar, dass „dort“ ursprünglich und „unter einem (einsamen) Ginsterbusch“ sekundäre Angleichung an V. 4 sei. So z.B. Stade/Schwally, BHK, BHS, Trebolle Barrera 1989; auch Würthwein 1984, Cogan 2001, Thiel 2007. Weit wahrscheinlicher stand in einer Handschrift ''šam'' am Rand, sollte die ungewöhnliche Wiederholung des „einsamen Ginsterbuschs“ ersetzen und ist daher an unterschiedlichen Orten in die Vorlagen von LXX<sup>B</sup> und LXX<sup>L</sup> geraten. Dass LXX den „Ginsterbusch“ hier mit einem anderen Nomen als in V. 4 übersetzt und „ein“ streicht, wird aus den selben stilistischen Gründen geschehen sein.</ref> Doch da (siehe)!, einer (ein Bote)<ref>'''Textkritik''': „Ein Bote“ nach MT, Aq, Sym, Tg, Syr; ähnlich VUL wie in V. 7: „ein Bote JHWHs“. LXX dagegen einheitlich: ''tis'', „jemand“; ebenso JosAnt §349 („etwas Unsichtbares“). Trotz dieser starken Bezeugung ist wahrscheinlich die LXX-Variante ursprünglich und die MT-Variante unvollständige Assimilation an V. 7; so richtig Trebolle Barrera 1989, S. 144; Hugo 2010, S. 19; z.B. auch DeVries 2004.</ref> stößt (fasst) ihn an und spricht zu ihm: „Steh auf, iss!“
{{S|5}} Dann legte er sich hin und schlief unter einem einsamen Ginsterbusch (dort?).<ref>'''Textkritik''': ''unter einem einsamen Ginsterbusch (dort?)'' - MT, LXX<sup>H</sup>, εβρ, VUL, Tg, Syr: „er schlief unter einem einsamen Ginsterbusch.“ LXX<sup>B</sup> dagegen: „er schlief ''dort'' unter dem Busch“, LXX<sup>L</sup> „er schlief unter dem Busch ''dort''“. Ganz merkwürdig leitet die Mehrzahl der Exegeten ''hieraus'' ab, dass entweder sowohl „unter einem einsamen Ginsterbusch“ als auch „dort“ sekundär seien oder sogar, dass „dort“ ursprünglich und „unter einem (einsamen) Ginsterbusch“ sekundäre Angleichung an V. 4 sei. So z.B. Stade/Schwally, BHK, BHS, Trebolle Barrera 1989; auch Würthwein 1984, Cogan 2001, Thiel 2007. Weit wahrscheinlicher stand in einer Handschrift ''šam'' am Rand, sollte die ungewöhnliche Wiederholung des „einsamen Ginsterbuschs“ ersetzen und ist daher an unterschiedlichen Orten in die Vorlagen von LXX<sup>B</sup> und LXX<sup>L</sup> geraten. Dass LXX den „Ginsterbusch“ hier mit einem anderen Nomen als in V. 4 übersetzt und „ein“ streicht, wird aus den selben stilistischen Gründen geschehen sein.</ref> Doch da (siehe)!, einer (ein Bote)<ref>'''Textkritik''': „Ein Bote“ nach MT, Aq, Sym, Tg, Syr; ähnlich VUL wie in V. 7: „ein Bote JHWHs“. LXX dagegen einheitlich: ''tis'', „jemand“; ebenso JosAnt §349 („etwas Unsichtbares“). Trotz dieser starken Bezeugung ist wahrscheinlich die LXX-Variante ursprünglich und die MT-Variante unvollständige Assimilation an V. 7; so richtig Trebolle Barrera 1989, S. 144; Hugo 2010, S. 19; z.B. auch DeVries 2004.</ref> stößt (fasst) ihn an und spricht zu ihm: „Steh auf, iss!“
{{S|6}} Und er schaute [sich um], und da (siehe)!, zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)<ref>''zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)'' - Zur Alternative: Im Heb. steht die Nahrung auf Elijas ''mero`š'', einer Wortbildung aus ''ro`š'' („Kopf“) und dem Lokal-Präfix ''m-''. Vgl. z.B. ''zabal'' „wohnen“ > ''mizbal'' „Wohnort“, ''satar'' „verstecken“ > ''mistar'' „Versteck“ und v.a. ''šakab'' „liegen“ > ''miškab'' „Liegeort“ = „Bett“; entsprechend dann hier ''ro`š'' „Kopf“ > ''mero`š'' „Kopf-Ort“ = Kissen? So jedenfalls Syr: ''`essad'' „Kopfstütze, Kissen“. Gemeint sein könnte etwas wie der Stein des Jakob, vgl. [[Genesis 28#s11 |Gen 28,11]] mit dem selben Wort, was nicht heißen muss: „er nahm einen Stein und legte ihn nieder an seinem Kopf-Ort“, sondern auch bedeuten könnte: „... und legte ihn nieder als sein Kissen“. In vielen Kulturen nimmt man beim Nächtigen im Freien auch heute noch einen Stein oder ein Stück Holz als Kopfstütze; einerseits, weil selbst dies bequemer ist, als den Kopf direkt auf den Boden zu legen (wie jeder Camper bestätigen können wird), andererseits aber wohl auch, damit bspw. Skorpione nicht so leicht an den Kopf des:der Schlafenden gelangen können. Vgl. noch [[1 Samuel 19#s13 |1 Sam 19,13]]: „Michal nahm den Teraphim, legte ihn ins Bett und das Geflecht aus Ziegenhaar auf sein [=des Bettes] ''mero`š'' und deckte ihn/es mit einer Decke zu.“ (auch V. 16) – deutet man als „Kissen“, muss man nicht annehmen, dass ein Teraphim einen „Kopf“ hat. In [[1 Samuel 26#s7 |1 Sam 26,7]].11f.26 dagegen wäre schon wie üblich „zu seinem Haupte“ zu übersetzen. Ich (S.W.) halte diese Deutung an allen drei Stellen für besser; so übersetzt hier aber niemand, daher besser auch nicht OfBi.</ref> [standen] ein auf Kohle (Glühsteinen) [gebackenes]<ref>''auf Kohle (Glühsteinen gebacken)'' - VUL legt nahe, wie dies zu verstehen ist: ''subcinericius panis'', ein „Unter-Aschen-Brot“. Gemeint ist mit dem Wort dann wie in [[Jesaja 6#s6 |Jes 6,6]] ''Kohle'', also kein „Glühstein“, der das Pendant einer Pfanne wäre (so Knauf 2019), was sich ohnehin schlecht mit dem Pl. verträgt, und das Brot ein „Aschenbrot“, das man buk, indem man es direkt auf die Kohle gab und weitere Kohle darüber häufte, damit er von beiden Seiten erhitzt wird (wie ebenfalls noch heute in vielen Kulturen, Abb. z.B. auf dem Blog [https://anthrochef.com/2017/08/11/ash-bread/ Anthrochef]). Erwähnt wird sie dann nicht, weil „Glühstein-Brot“ ''besseres'' Brot war, sondern weil durch die Formulierung die „Kohle“ (heiß) und das „Wasser“ (kalt) eine Art Merismus bildeten: „ein Brot der Kohle und eine Krug des Wassers“. Gleichzeitig ist die Formulierung chiastisch: (A) Nahrung – (B) Instrument – (B') Instrument – (A') Nahrung. S. noch übernächste FN: V. 6 ist offensichtlich gehobene, kunstvoll formulierte Prosa.</ref> Brot und ein Krug mit Wasser. Da ([stand er auf und])<ref>'''Textkritik''': ''er stand auf'' nur nach LXX (außer LXX<sup>H</sup>), VL; assim-V. 5.</ref> aß er und trank er und (kehrte um und legte sich=) legte sich wieder hin.<ref>''er trank und kehrte um und legte sich'' - „kehrte um und legte sich“ i.S.v. „er legte sich wieder“ ist eine ganz gewöhnliche Konstr. im Heb.; hier aber auffällig, da das Ende des Verses so stark assonant ist: ''wajješt wajjašab wajjiškab''.</ref>
{{S|6}} Und er schaute [sich um], und da (siehe)!, zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)<ref>''zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)'' - Zur Alternative: Im Heb. steht die Nahrung auf Elijas ''mero`š'', einer Wortbildung aus ''ro`š'' („Kopf“) und dem Lokal-Präfix ''m-''. Vgl. z.B. ''zabal'' „wohnen“ > ''mizbal'' „Wohnort“, ''satar'' „verstecken“ > ''mistar'' „Versteck“ und v.a. ''šakab'' „liegen“ > ''miškab'' „Liegeort“ = „Bett“; entsprechend dann hier ''ro`š'' „Kopf“ > ''mero`š'' „Kopf-Ort“ = Kissen? So jedenfalls Syr: ''`essad'' „Kopfstütze, Kissen“. Gemeint sein könnte etwas wie der Stein des Jakob, vgl. [[Genesis 28#s11 |Gen 28,11]] mit dem selben Wort, was nicht heißen muss: „er nahm einen Stein und legte ihn nieder an seinem Kopf-Ort“, sondern auch bedeuten könnte: „... und legte ihn nieder als sein Kissen“. In vielen Kulturen nimmt man beim Nächtigen im Freien auch heute noch einen Stein oder ein Stück Holz als Kopfstütze; einerseits, weil selbst dies bequemer ist, als den Kopf direkt auf den Boden zu legen (wie jeder Camper bestätigen können wird), andererseits aber wohl auch, damit bspw. Skorpione nicht so leicht an den Kopf des:der Schlafenden gelangen können. Vgl. noch [[1 Samuel 19#s13 |1 Sam 19,13]]: „Michal nahm den Teraphim, legte ihn ins Bett und das Geflecht aus Ziegenhaar auf sein [=des Bettes] ''mero`š'' und deckte ihn/es mit einer Decke zu.“ (auch V. 16) – deutet man als „Kissen“, muss man nicht annehmen, dass ein Teraphim einen „Kopf“ hat. In [[1 Samuel 26#s7 |1 Sam 26,7]].11f.26 dagegen wäre schon wie üblich „zu seinem Haupte“ zu übersetzen. Ich (S.W.) halte diese Deutung an allen drei Stellen für besser; so übersetzt hier aber niemand, daher besser auch nicht OfBi.</ref> [standen] ein auf Kohle (Glühsteinen) [gebackenes]<ref>''auf Kohle (Glühsteinen) [gebacken]'' - VUL legt nahe, wie dies zu verstehen ist: ''subcinericius panis'', ein „Unter-Aschen-Brot“. Gemeint ist mit dem Wort dann wie in [[Jesaja 6#s6 |Jes 6,6]] ''Kohle'', also kein „Glühstein“, der das Pendant einer Pfanne wäre (so Knauf 2019), was sich ohnehin schlecht mit dem Pl. verträgt, und das Brot ein „Aschenbrot“, das man buk, indem man es direkt auf die Kohle gab und weitere Kohle darüber häufte, damit er von beiden Seiten erhitzt wird (wie ebenfalls noch heute in vielen Kulturen, Abb. z.B. auf dem Blog [https://anthrochef.com/2017/08/11/ash-bread/ Anthrochef]). Erwähnt wird sie dann nicht, weil „Glühstein-Brot“ ''besseres'' Brot war, sondern weil durch die Formulierung die „Kohle“ (heiß) und das „Wasser“ (kalt) eine Art Merismus bilden: „ein Brot der Kohle und eine Krug des Wassers“. Gleichzeitig ist die Formulierung chiastisch: (A) Nahrung – (B) Instrument – (B') Instrument – (A') Nahrung. S. noch übernächste FN: V. 6 ist offensichtlich gehobene, kunstvoll formulierte Prosa.</ref> Brot und ein Krug mit Wasser. Da ([stand er auf und])<ref>'''Textkritik''': ''er stand auf'' nur nach LXX (außer LXX<sup>H</sup>), VL; assim-V. 5.</ref> aß er und trank er und (kehrte um und legte sich=) legte sich wieder hin.<ref>''er trank und kehrte um und legte sich'' - „kehrte um und legte sich“ i.S.v. „er legte sich wieder“ ist eine ganz gewöhnliche Konstr. im Heb.; hier aber auffällig, da das Ende des Verses so stark assonant ist: ''wajješt wajjašab wajjiškab''.</ref>
{{S|7}} Und es kam zurück der Bote (Engel)<ref>''Bote (Engel)'' - W. „Bote“. „Boten Gottes“ übersetzt man in dt. Üss. meist (und auch hier stets) mit „Engel“, denn solche sind dann fast stets gemeint. Folgt man mit der SF hier in V. 2 den Vrs., die auch Isebel einen „Boten“ schicken lassen, sollte man durchaus auch hier so übersetzen, dass diese Parallelität erkennbar wird; hält man dagegen das „Bote“ dort für sekundär, ist es hier gleich und man sollte besser mit „Engel“ übersetzen.</ref> JHWHs ein zweites Mal (da kehrte ein zweiter Bote JHWHs zurück) und stieß (fasste) ihn an und sagte: „Steh auf, iss! Denn [sonst ist] (genug=) zu weit<ref>''zu weit'' - w. „genug“, das selbe Wort, das Elija Gott in V. 4 entgegengeschleudert hat. Wenn möglich, sollte das in der LF erkennbar sein. Vielleicht: „Sonst ist's nicht genug für deinen weiten Weg“? Oder wie B-R: „Erheb dich, iß, genug noch hast du des Wegs.“</ref> für dich der Weg!“
{{S|7}} Und es kam zurück der Bote (Engel)<ref>''Bote (Engel)'' - W. „Bote“. „Boten Gottes“ übersetzt man in dt. Üss. meist (und auch hier stets) mit „Engel“, denn solche sind dann fast stets gemeint. Folgt man mit der SF hier in V. 2 den Vrs., die auch Isebel einen „Boten“ schicken lassen, sollte man durchaus auch hier so übersetzen, dass diese Parallelität erkennbar wird; hält man dagegen das „Bote“ dort für sekundär, ist es hier gleich und man sollte besser mit „Engel“ übersetzen.</ref> JHWHs ein zweites Mal (da kehrte ein zweiter Bote JHWHs zurück) und stieß (fasste) ihn an und sagte: „Steh auf, iss! Denn [sonst ist] (genug=) zu weit<ref>''zu weit'' - w. „genug“, das selbe Wort, das Elija Gott in V. 4 entgegengeschleudert hat. Wenn möglich, sollte das in der LF erkennbar sein. Vielleicht: „Sonst ist's nicht genug für deinen weiten Weg“? Oder wie B-R: „Erheb dich, iß, genug noch hast du des Wegs.“</ref> für dich der Weg!“
{{S|8}} Da stand er auf ({stand er auf}<ref>'''Textkritik''': ohne „stand er auf“ nur LXX<sup>H</sup>, assim-V. 6.</ref>) und aß und trank und ging mit der Kraft dieses Essens 40 Tage und 40 Nächte [durch] bis zum ([Gottes-])Berg Horeb.<ref>'''Textkritik''': LXX<sup>B, L, H</sup>: „Berg Horeb“. Dagegen MT, LXX<sup>A</sup>, VL, εβρ, Tg, VUL, Syr: „Gottesberg Horeb“, assim-[[Exodus 3#s1 |Ex 3,1]]. So auch Stade/Schwally; Hugo 2010. Umgekehrt ist ein spätererer Ausfall kaum erklärlich (eine Kombination aus App. + Constr. ist mitnichten „schwierig“ – so Thiel 2007 –, sondern ganz gewöhnlich und sehr häufig im Heb.). JosAnt §349 übrigens „Sinai“. Man könnte versucht sein, damit die Position sehr weniger Ausleger zu stützen, die glauben, nicht „Gottes-“, sondern „''Horeb''“ sei hier sekundär, aber wahrscheinlich wird man diese Üs. von Josephus eher als freie Übersetzung werten müssen, da der Horeb häufiger „Sinai“ genannt und daher besser unter diesem Namen bekannt war.</ref>
{{S|8}} Da stand er auf ({stand er auf}<ref>'''Textkritik''': ohne „stand er auf“ nur LXX<sup>H</sup>, assim-V. 6.</ref>) und aß und trank und ging mit der Kraft dieses Essens 40 Tage und 40 Nächte [durch] bis zum ([Gottes-])Berg Horeb.<ref>'''Textkritik''': LXX<sup>B, L, H</sup>: „Berg Horeb“. Dagegen MT, LXX<sup>A</sup>, VL, εβρ, Tg, VUL, Syr: „Gottesberg Horeb“, assim-[[Exodus 3#s1 |Ex 3,1]]. So auch Stade/Schwally; Hugo 2010. Umgekehrt ist ein spätererer Ausfall kaum erklärlich (eine Kombination aus App. + Constr. ist mitnichten „schwierig“ – so Thiel 2007 –, sondern ganz gewöhnlich und sehr häufig im Heb.). JosAnt §349 übrigens „Sinai“. Man könnte versucht sein, damit die Position sehr weniger Ausleger zu stützen, die glauben, nicht „Gottes-“, sondern „''Horeb''“ sei hier sekundär, aber wahrscheinlich wird man diese Üs. von Josephus eher als freie Übersetzung werten müssen, da der Horeb häufiger „Sinai“ genannt und daher besser unter diesem Namen bekannt war.</ref>

Version vom 28. Mai 2022, 12:26 Uhr

Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung zu prüfen – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (1 Könige 19)

(kommt später)

Studienfassung (1 Könige 19)

1 Dann erzählte Ahab der Isebel([, seiner Frau],)a alles, was Elija getan hatte, und wie (alles darüber, wie)b er getötet hatte alle ({alle})c die Propheten mit dem Schwert. 2 Da sandte Isebel einen Boten ([eine Botschaft])d zu Elija wie folgt: „Bist du Elija, bin ich Isebel! Woraus folgt:e Dies möge Gott (mögen die Götter?)f mir ([mir])g antun und darüber hinaus jenes,h wenn nicht morgen um diese Zeit dein Leben gleich dem Leben eines der ihren ist!“ 3 Da fürchtete sich (Da sah)i Elija und erhob sich und lief um sein Leben und kamj nach Beerscheba, das zu[m Königreich]k Juda [gehörte]. Dort ließ er seinen [Dienst-]Knaben zurück.

4 Nachdem er einen [ganzen] Tag langl in die Wüste gelaufen war, {kam er und}j setzte er sich unter einen einsamenm Ginsterbusch. Er wünschte seinem Leben, zu sterben, [indem] er sprach: „Genug jetzt, JHWH! (Ich habe genug, JHWH)!n Nimm mein Leben ([von mir]),o denn ich bin nicht besser (dran) als meine Vorfahren (Vorgänger?)!“p 5 Dann legte er sich hin und schlief unter einem einsamen Ginsterbusch (dort?).q Doch da (siehe)!, einer (ein Bote)r stößt (fasst) ihn an und spricht zu ihm: „Steh auf, iss!“ 6 Und er schaute [sich um], und da (siehe)!, zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)s [standen] ein auf Kohle (Glühsteinen) [gebackenes]t Brot und ein Krug mit Wasser. Da ([stand er auf und])u aß er und trank er und (kehrte um und legte sich=) legte sich wieder hin.v 7 Und es kam zurück der Bote (Engel)w JHWHs ein zweites Mal (da kehrte ein zweiter Bote JHWHs zurück) und stieß (fasste) ihn an und sagte: „Steh auf, iss! Denn [sonst ist] (genug=) zu weitx für dich der Weg!“ 8 Da stand er auf ({stand er auf}y) und aß und trank und ging mit der Kraft dieses Essens 40 Tage und 40 Nächte [durch] bis zum ([Gottes-])Berg Horeb.z


9 Und er kam dort zur Höhle (zu einer Höhle)aa und übernachtete dort. Und da (siehe)!, das Wort JHWHs [ergeht (erging)] an ihn! Es fragte ihn ({ihn}ab): „(Was [ist] mit dir, [dass du] hier [bist]=) Was willst du hier, Elija?“ac 10 Da sprach er:

(Eifernd habe ich geeifert=) Ich habe ja (so) geeifertad
Für JHWH Zebaot (für JHWH, den Gott Zebaot),ae
Aber (denn) verlassen haben dich