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Daran schließt sich in in '''Vv. 9-14''' ein Abschnitt an, der deutlichst an [[Exodus 19 |Ex 19]]; [[Exodus 33 |33-34]] erinnert, dabei aber nach dem Formular einer Königsaudienz gestaltet ist (gut Seybold 1973, S. 8; Macholz 1980, S. 331; Blum 1997, S. 287): Wie Mose gelangt Elija auf den Berg Horeb. Dort muss er nach der Eröffnungsfrage „Was willst du hier“, die standardmäßig Audienzen einleitet (s. zum Vers), zunächst dem „Wort JHWHs“ sein Anliegen vortragen, bevor ihm die Audienz gewährt wird. Ebenfalls wie bei einer Audienz wird ihm zuvor noch eine Wartezeit beschieden, bevor er Gott selbst begegnen wird, wo er dann erneut und nun „wirklich“ sein Anliegen vortragen können wird.<br />Wie Mose „aus einer Felsspalte heraus“ ([[Exodus 33#s22 |Ex 33,22]]) Gott begegnete, verbringt er diese Wartezeit „in der Höhle“, nachdem er in '''V. 8''' 40 Tage und 40 Nächte ohne Brot und Wasser unterwegs war, wie Mose in [[Exodus 34#s28 |Ex 34,28]] 40 Tage und 40 Nächte ohne Wasser und Brot auf dem Horeb verbrachte. Erst recht die Begegnung mit Gott selbst (=die Audienz) ist ganz in Auseinandersetzung mit Ex 19; 33 gestaltet, aber mit entscheidenden Unterschieden: Gott „zieht vorüber“ ('''V. 11'''), wie Gott an Mose „vorüberzog“ ([[Exodus 33#s19 |Ex 33,19]]). Dass Elija davor „sein Gesicht verhüllt“ ('''V. 13'''), spielt zum einen an auf die Vorstellung u.a. in [[Exodus 33#s20 |Ex 33,20]], dass kein Mensch „Gott sehen könne, ohne zu sterben“, und soll zum anderen wohl erklären, warum die Haut von Elijas Gesicht anders als die des Mose in [[Exodus 34#s29 |Ex 34,29f.]] nicht leuchtete. Wie in [[Exodus 19#s16 |Ex 19,16-18]] Moses Begegnung mit Gott in V. 20 Gewitter, „mächtiger Hörnerklang“, ein Vulkanausbruch und ein Beben vorausgeht, so in '''Vv. 11f.''' ein Sturm, ein Vulkanausbruch, ein Beben und ein „Klang“, der vielleicht als „Klang zermalmender Vernichtung“ bezeichnet wird, mindestens aber dies bedeuten kann ''gleichzeitig'' damit, dass er als „Klang feiner Stille“ bezeichnet wird. Mit dem selben „Klang“ antwortet Gott dann dem Elija ebenso, wie er mit ihm in [[Exodus 19#s19 |Ex 19,19]] mit Mose sprach. Die Schau Gottes selbst jedoch – wird überraschend mit keinem Wort erwähnt. Dazu s. gleich noch einmal mehr. | Daran schließt sich in in '''Vv. 9-14''' ein Abschnitt an, der deutlichst an [[Exodus 19 |Ex 19]]; [[Exodus 33 |33-34]] erinnert, dabei aber nach dem Formular einer Königsaudienz gestaltet ist (gut Seybold 1973, S. 8; Macholz 1980, S. 331; Blum 1997, S. 287): Wie Mose gelangt Elija auf den Berg Horeb. Dort muss er nach der Eröffnungsfrage „Was willst du hier“, die standardmäßig Audienzen einleitet (s. zum Vers), zunächst dem „Wort JHWHs“ sein Anliegen vortragen, bevor ihm die Audienz gewährt wird. Ebenfalls wie bei einer Audienz wird ihm zuvor noch eine Wartezeit beschieden, bevor er Gott selbst begegnen wird, wo er dann erneut und nun „wirklich“ sein Anliegen vortragen können wird.<br />Wie Mose „aus einer Felsspalte heraus“ ([[Exodus 33#s22 |Ex 33,22]]) Gott begegnete, verbringt er diese Wartezeit „in der Höhle“, nachdem er in '''V. 8''' 40 Tage und 40 Nächte ohne Brot und Wasser unterwegs war, wie Mose in [[Exodus 34#s28 |Ex 34,28]] 40 Tage und 40 Nächte ohne Wasser und Brot auf dem Horeb verbrachte. Erst recht die Begegnung mit Gott selbst (=die Audienz) ist ganz in Auseinandersetzung mit Ex 19; 33 gestaltet, aber mit entscheidenden Unterschieden: Gott „zieht vorüber“ ('''V. 11'''), wie Gott an Mose „vorüberzog“ ([[Exodus 33#s19 |Ex 33,19]]). Dass Elija davor „sein Gesicht verhüllt“ ('''V. 13'''), spielt zum einen an auf die Vorstellung u.a. in [[Exodus 33#s20 |Ex 33,20]], dass kein Mensch „Gott sehen könne, ohne zu sterben“, und soll zum anderen wohl erklären, warum die Haut von Elijas Gesicht anders als die des Mose in [[Exodus 34#s29 |Ex 34,29f.]] nicht leuchtete. Wie in [[Exodus 19#s16 |Ex 19,16-18]] Moses Begegnung mit Gott in V. 20 Gewitter, „mächtiger Hörnerklang“, ein Vulkanausbruch und ein Beben vorausgeht, so in '''Vv. 11f.''' ein Sturm, ein Vulkanausbruch, ein Beben und ein „Klang“, der vielleicht als „Klang zermalmender Vernichtung“ bezeichnet wird, mindestens aber dies bedeuten kann ''gleichzeitig'' damit, dass er als „Klang feiner Stille“ bezeichnet wird. Mit dem selben „Klang“ antwortet Gott dann dem Elija ebenso, wie er mit ihm in [[Exodus 19#s19 |Ex 19,19]] mit Mose sprach. Die Schau Gottes selbst jedoch – wird überraschend mit keinem Wort erwähnt. Dazu s. gleich noch einmal mehr. | ||
Gleichzeitig wird – darüber hinaus, dass der Berg Horeb in Kapitel 19 natürlich Spiegelbild des Karmel in Kapitel 18 ist – in Vv. 9-14 v.a. mit den '''Vv. 10.14''' der Bogen zurück zu Kapitel 18 geschlagen: Dass die Israeliten ihre Propheten ermordet hätten, verweist zurück auf [[1 Könige 18#s4 |1 Kön 18,4]], dass sie Gottes Altäre zerstört hätten, auf [[1 Könige 18#s30 |1 Kön 18,30]]; mit „ich bin übrig, ich, ich allein“ wiederholt Elija seinen Ausruf aus [[1 Könige 18#s22 |1 Kön 18,22]].<br /><small>Die Tatsache, dass das ja gar nicht stimme, weil nach den selben Versen doch Obadja 100 Propheten gerettet und Elija einen Altar wiederrichtet habe, hat eine große Gruppe v.a. deutscher Exegeten als Grundlage genommen für die Annahme, dass 1 Kön 19 unabhängig von 1 Kön 17-18 entstanden sei und ''daher'' nicht gut mit diesen Kapiteln harmoniere. Dagegen spricht alles, was auch sonst gegen derartige Redaktionskritik spricht: Jede Redaktionskritik, die von Redaktoren ausgeht, die so unverständig arbeiten, dass ihnen selbst Spannungen wie diese nicht auffallen, ist unplausible Redaktionskritik (so richtig z.B. auch kürzlich wieder Ziemer 2020, S. 17). Eine ebenso große Gruppe v.a. englischsprachiger Exegeten hat auf dem selben Fundament dagegen angenommen, dass Elija hier als „drama king“ dargestellt würde, der komplett überdramatisiere, was ihm in V. 1 angedroht wird. Letzteres ist aktuell sogar die dominante Interpretation in der Exegese von 1 Kön 19: Elija reagiere in V. 3 komplett über, beleidige Gott gar in V. 4, sei trotzig in V. 5, stilisiere sich mit seiner Pilgerfahrt zum Horeb in V. 8 unangemessener Weise selbst | Gleichzeitig wird – darüber hinaus, dass der Berg Horeb in Kapitel 19 natürlich Spiegelbild des Karmel in Kapitel 18 ist – in Vv. 9-14 v.a. mit den '''Vv. 10.14''' der Bogen zurück zu Kapitel 18 geschlagen: Dass die Israeliten ihre Propheten ermordet hätten, verweist zurück auf [[1 Könige 18#s4 |1 Kön 18,4]], dass sie Gottes Altäre zerstört hätten, auf [[1 Könige 18#s30 |1 Kön 18,30]]; mit „ich bin übrig, ich, ich allein“ wiederholt Elija seinen Ausruf aus [[1 Könige 18#s22 |1 Kön 18,22]].<br /><small>Die Tatsache, dass das ja gar nicht stimme, weil nach den selben Versen doch Obadja 100 Propheten gerettet und Elija einen Altar wiederrichtet habe, hat eine große Gruppe v.a. deutscher Exegeten als Grundlage genommen für die Annahme, dass 1 Kön 19 unabhängig von 1 Kön 17-18 entstanden sei und ''daher'' nicht gut mit diesen Kapiteln harmoniere. Dagegen spricht alles, was auch sonst gegen derartige Redaktionskritik spricht: Jede Redaktionskritik, die von Redaktoren ausgeht, die so unverständig arbeiten, dass ihnen selbst Spannungen wie diese nicht auffallen, ist unplausible Redaktionskritik (so richtig z.B. auch kürzlich wieder Ziemer 2020, S. 17). Eine ebenso große Gruppe v.a. englischsprachiger Exegeten hat auf dem selben Fundament dagegen angenommen, dass Elija hier als „drama king“ dargestellt würde, der komplett überdramatisiere, was ihm in V. 1 angedroht wird. Letzteres ist aktuell sogar die dominante Interpretation in der Exegese von 1 Kön 19: Elija reagiere in V. 3 komplett über, beleidige Gott gar in V. 4, sei trotzig in V. 5, stilisiere sich mit seiner Pilgerfahrt zum Horeb in V. 8 unangemessener Weise selbst als zweiter Mose, stelle in Vv. 10.14 die Situation in Israel völlig falsch und überdramatisch dar, begebe sich dann in V. 13 nicht einmal „auf den Berg“, sondern lediglich „in den Höhleneingang“, akzeptiere außerdem durchaus nicht, was ihm Gott in Vv. 11-12 demonstrieren wolle und ''wiederhole'' deshalb dann einfach noch einmal in V. 14 exakt seine Klage aus V. 10, weshalb ihn Gott folgerichtig als Prophet absetze. Als krönenden Abschluss führe er dann von dessen drei letzten Aufträgen in Vv. 19-21 nur den letzten auf denkbar halbherzige Weise aus. Aber es ist ja ''wahr'', was Elija sagt:</small><br /> | ||
Elija hat ja auch Recht: Die Israeliten ''haben'' auf Befehl Isebels die JHWH-Propheten getötet, die Israeliten ''haben'' die JHWH-Altäre zerstört, und da die übrigen 100 Propheten sich in einer Höhle verbergen, ist Elija ''wirklich'' der letzte aktive JHWH-Prophet auf weiter Flur. Und entscheidend vor allem: Nach den folgenden Versen sieht Gott es ''genauso'' wie Elija.<br /> | Elija hat ja auch Recht: Die Israeliten ''haben'' auf Befehl Isebels die JHWH-Propheten getötet, die Israeliten ''haben'' die JHWH-Altäre zerstört, und da die übrigen 100 Propheten sich in einer Höhle verbergen, ist Elija ''wirklich'' der letzte aktive JHWH-Prophet auf weiter Flur. Und entscheidend vor allem: Nach den folgenden Versen sieht Gott es ''genauso'' wie Elija.<br /> | ||
Version vom 11. August 2023, 20:20 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (1 Könige 19)
(kommt später)Studienfassung (1 Könige 19)
1 Dann erzählte Ahab der Isebel([, seiner Frau],)〈a〉 alles, was Elija getan hatte, und wie (alles darüber, wie)〈b〉 er getötet hatte alle ({alle})〈b〉 die Propheten mit dem Schwert. 2 Da sandte Isebel einen Boten ([eine Botschaft])〈c〉 zu Elija wie folgt: „Bist du Elija, bin ich Isebel! Woraus folgt:〈d〉 Dies möge Gott (mögen die Götter?)〈b〉 mir ([mir])〈b〉 antun und darüber hinaus jenes,〈e〉 wenn nicht morgen um diese Zeit dein Leben gleich dem Leben eines der ihren ist!“ 3 Da fürchtete sich (Er sah's)〈f〉 Elija und erhob sich und lief um sein Leben und kam〈g〉 nach Beerscheba, das zu[m Königreich]〈h〉 Juda [gehörte]. ℘ ℘ ℘ Dort ließ er seinen [Dienst-]Knaben zurück. ℘
4 Nachdem er einen [ganzen] Tag lang〈i〉 in die Wüste gelaufen war, {kam er und}〈g〉 setzte er sich unter einen einsamen〈j〉 Ginsterbusch. Er wünschte seinem Leben, zu sterben, ℘ ℘ [indem] er sprach: „Genug jetzt, JHWH! (Ich habe genug, JHWH)!〈k〉 Nimm mein Leben ([von mir]),〈b〉 ℘ ℘ denn ich bin nicht besser (dran) als meine Vorfahren (Vorgänger?)!“〈l〉
5 Dann legte er sich hin und schlief unter einem einsamen Ginsterbusch (dort?).〈m〉 Doch da (siehe)!, einer (ein Bote)〈n〉 stößt (fasst) ihn an und spricht zu ihm: „Steh auf, iss!“
6 Und er schaute [sich um], und da (siehe)!, zu seinem Haupt (auf seiner Kopfstütze?)〈o〉 [standen] ein auf Kohle (Glühsteinen) [gebackener]〈p〉 Fladen und ein Krug mit Wasser. Da ([stand er auf und])〈b〉 aß er und trank er und (kehrte um und legte sich=) legte sich wieder hin.〈q〉
7 Und es kam zurück der Bote (Engel)〈r〉 JHWHs ein zweites Mal (da kehrte ein zweiter Bote JHWHs zurück) und stieß (fasste) ihn an und sagte: „Steh auf, iss! Denn [sonst ist] (genug=) zu weit〈s〉 für dich der Weg!“
8 Da stand er auf ({stand er auf})〈b〉 und aß und trank und ging mit der Kraft dieses Essens 40 Tage und 40 Nächte [durch] bis zum ([Gottes-])Berg Horeb.〈t〉
9 Und er kam dort zur Höhle (zu einer Höhle)〈u〉 und übernachtete dort. Und da (siehe)!, das Wort JHWHs [ergeht (erging)] an ihn! Es fragte ihn ({ihn}):〈b〉 „(Was [ist] mit dir, [dass du] hier [bist]=) Was willst du hier, Elija?“〈v〉
10 Da sprach er:
„(Eifernd habe ich geeifert=) Ich habe ja (so) geeifert〈w〉 ℘
Für JHWH Zebaot (für JHWH, den Gott Zebaot),〈x〉
Aber (denn) verlassen haben dich