Persönliche Fassung
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14 Mach dir einen Schrein aus Palmenrippen,
gleich Nestern mach den Schrein,
asphaltiere ihn innen und außen mit Asphalt!〈a〉
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„Palmenrippen“, w. „Marschland-Holz“, klingt im Hebräischen fast identisch wie „Asphalt“: ´aṣe-gopr und kopr. Dass das Schiff aus Palmenrippen und „gleich Nestern“ gebaut werden soll, besagt das Selbe: Gebaut werden soll ein Ried-Boot (wie auch das Schiff der sumerischen und akkadischen Fluthelden und auch das Schiffchen des Mose in Ex 2,3 Ried-Boote sind), das danach wie üblich mit Asphalt abgedichtet werden soll (Bild 1). Doch solche Schreine kennt man in Ägypten vor allem als Kultgegenstände (Bild 3), die auf Schiffe montiert waren: Man stellte sich vor, dass die Götter der Sonne und des Mondes in solchen Schreinen auf ihren Papyrus-Barken fortwährend über den Himmelsozean fuhren (Bild 3). Zwölf Stunden befuhren sie dabei den im Reich der Lebenden gelegenen Teil des Meeres, zwölf Stunden den im Reich der Toten gelegenen. „Wie manche Textzeilen erkennen lassen, besteht eine der Hoffnungen des Toten in der Mitfahrt in der Barke“ (Hermsen 1991, S. 37; vergleiche auch ebd., S. 105-111; Falk 2015, bes. S. 214-216), um mit ihr auf die andere Seite zu gelangen (Bild 4). Der „Schrein“ von Ruh soll also die umgekehrte Richtung nehmen: sein Schrein transportiert die einzig zu rettenden Lebewesen über die Wasser des Himmels vom Reich des Todes in das Reich des Lebens. Hiernach und nach den gleich folgenden Beschreibungen kann man sich das zu bauende Schiff wahrscheinlich in etwa vorstellen wie das unten abgebildete Barken-Modell aus dem Grab des Tutankhamun (Bild 5) oder das daneben abgebildete Modell, das ich erstellt habe (Bild 6). Bild 6: Modell der „Arche“, KI-Art. CC-0. (Zurück zu Lesefassung v.14) |




