Diskussion:Hohelied 3: Unterschied zwischen den Versionen

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Sebastian Walter (Diskussion | Beiträge)
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===V. 9===
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Eine Bemerkung zur Vokabel, die ich wieder gestrichen habe - ich finde einfach zu viele Stellen im rab. Hebräisch, die zeigen, dass ''´appirjon'' einheitlich "Sänfte" heißt, und keine, in der es Bett heißen würde, als dass ich das guten Gewissens schreiben könnte. Ist ohnehin zu lang:
<code>''´appirjon'' gehört im späteren Hebräisch und Aramäisch zu einer größeren Gruppe von Begriffen, die alle offenbar vom griechischen ''phoreion'' abgeleitet sind und alle entweder die Bedeutung „Bett“, „Sänfte“ oder „Bett / Sänfte“ haben. Die verschiedenen Begriffe sind dabei offenbar austauschbar.<ref>Z.B. findet sich in m.Sotah ix 14 in manchen Handschriften unser ''´prjwn'', in anderen ''p(j)rjwn'' (also ohne Vorsilbe ''a-'') oder NumR 12,214c macht aus ''pwrj´'' („(Ehe-)Bett“) in Pes.r. 43,73d unser ''´prjwn''  (vgl. Schult 1972, S. 17 FN 32). In CantR ist unser Wort offenbar erklärungsbedürftig; CantR erklärt es mit ''prjwm´'' und fährt wenige Zeilen später fort mit der Variante ''prjwm''.</ref> Da ''´appirjon'' kein häufiges Wort ist und viele Belegstellen auch noch klar voneinander abhängen, ist also die Tatsache, dass speziell diese Wortform in den uns überlieferten, späteren (!) Stellen stets „Sänfte“ heißt, nicht ungemein bedeutsam. Es ist gut möglich, dass entweder zu biblischer Zeit der Begriff noch beide Bedeutungen („Sänfte“ + „Bett“) hatte oder dass er auch noch in nachbiblischer Zeit beide Bedeutungen hat und uns nur keine Belegstelle überliefert ist.<ref>Es wäre sogar möglich, dass das bibelhebräische und das nachbiblische ''´appirjon'' zwei verschiedene Wörter sind, die gar nichts miteinander zu tun haben; so z.B. Krauss 1899, S. 114f.; skeptisch z.B. auch Schult 1972, S. 11.</ref></code>
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==zitierte Literatur==
==zitierte Literatur==

Version vom 7. Juli 2016, 09:28 Uhr

Checkliste für die Studienfassung Erläuterung (Welche Verse durch wen?)
A. Wer hat welche Verse aus dem Urtext übersetzt? Auf welche Quelle zur Einteilung in Sinnabschnitte wurde zurückgegriffen?
Beispiel: Vers 1–12: Anton
Einteilung nach Wolter 2007, S. 145 (Anton)

B. Wer hat welche Verse noch mal am Urtext überprüft?
Beispiel: Vv. 1-3: Philipp

C. Alternativen: Häufig können Wörter in einem bestimmten Kontext mehrere denkbare Bedeutungen haben. Sind diese Übersetzungsalternativen möglichst vollständig berücksichtigt?
Beispiel: Vv. 1-17: Daniel

D. Manchmal erlauben Textüberlieferung und Satzbau mehrere Übersetzungen,a oder sie sind nicht direkt übersetzbar.b Sind solche Zweifelsfälle mit einer Fußnote dokumentiert, und steht die wahrscheinlichste Deutung im Haupttext?
Beispiel: Vv. 1-12: teilweise (Emil)

E. Ist der Studienfassungstext mit Anmerkungen und Fußnoten für die Zielgruppen verstehbar? Braucht es noch erläuternde Fußnoten/Anmerkungen?
Beispiel: V. 6: „nach dem Fleisch“ ist noch unklar (Friedrich)

F. Für jeden Sinnabschnitt: Wurden zentralen Anliegen (bzw. Gattungen) unterhalb der Studienfassung dokumentiert? (Beispiel für Länge und Stil: Markus 1#Anliegen) Falls hilfreich, können sie hier kurz zusammengefasst eintragen werden.
Beispiel: Vv. 1-13: Ja; Vv. 14-20: Vollmacht wird betont (Vera)

G. Welche wissenschaftlichen Kommentare wurden zur Kontrolle der Punkte A bis F eingesehen?
Beispiel: Vv. 13-17: Bovon 1990 (Heinrich)

H. Mit welchen anderen Übersetzungen wurde verglichen, um alternative Deutungen oder ggfs. Urheberrechtsprobleme zu finden?
Beispiel: Vv. 1-17: , NeÜ (Juliett)

I. Wann wurden die folgenden Punkte überprüft? - Rechtschreibung; Namen (Loccumer Richtlinien, Gottesname); übrige Kriterien; Detailregelungen; Anführungszeichen; geschlechtergerechte Sprache
Beispiel: Rechtschreibung: 1.1.2015 (Philipp)

J. Welche Arbeitsschritte, Verbesserungen oder Anmerkungen fehlen noch?
Beispiel: Vv. 1-17: Anmerkung fehlt (Ludwig)

az.B. mehrdeutige Tempora oder Präpositionen, Aspekte, manche Partizipien (Zurück zu )
bz.B. Textkorruption, figurae etymologicae, Genitiv- und Dativverbindungen, historisches Präsens, Einleitungsformeln von Satzfolge (Zurück zu )

In dieser Tabelle bitte knapp den aktuellen Stand eintragen. Auf der übrigen Diskussionsseite kann bei Bedarf ausführlicher dokumentiert/diskutiert werden. Siehe auch: Qualität



Hier dürfen Vorschläge, Rückfragen und andere Diskussionsbeiträge folgen:


========================[Bearbeiten]

LF[Bearbeiten]

SF[Bearbeiten]

V. 9[Bearbeiten]

´appirjon[Bearbeiten]

Eine Bemerkung zur Vokabel, die ich wieder gestrichen habe - ich finde einfach zu viele Stellen im rab. Hebräisch, die zeigen, dass ´appirjon einheitlich "Sänfte" heißt, und keine, in der es Bett heißen würde, als dass ich das guten Gewissens schreiben könnte. Ist ohnehin zu lang:

´appirjon gehört im späteren Hebräisch und Aramäisch zu einer größeren Gruppe von Begriffen, die alle offenbar vom griechischen phoreion abgeleitet sind und alle entweder die Bedeutung „Bett“, „Sänfte“ oder „Bett / Sänfte“ haben. Die verschiedenen Begriffe sind dabei offenbar austauschbar.c Da ´appirjon kein häufiges Wort ist und viele Belegstellen auch noch klar voneinander abhängen, ist also die Tatsache, dass speziell diese Wortform in den uns überlieferten, späteren (!) Stellen stets „Sänfte“ heißt, nicht ungemein bedeutsam. Es ist gut möglich, dass entweder zu biblischer Zeit der Begriff noch beide Bedeutungen („Sänfte“ + „Bett“) hatte oder dass er auch noch in nachbiblischer Zeit beide Bedeutungen hat und uns nur keine Belegstelle überliefert ist.d

cZ.B. findet sich in m.Sotah ix 14 in manchen Handschriften unser ´prjwn, in anderen p(j)rjwn (also ohne Vorsilbe a-) oder NumR 12,214c macht aus pwrj´ („(Ehe-)Bett“) in Pes.r. 43,73d unser ´prjwn (vgl. Schult 1972, S. 17 FN 32). In CantR ist unser Wort offenbar erklärungsbedürftig; CantR erklärt es mit prjwm´ und fährt wenige Zeilen später fort mit der Variante prjwm. (Zurück zu )
dEs wäre sogar möglich, dass das bibelhebräische und das nachbiblische ´appirjon zwei verschiedene Wörter sind, die gar nichts miteinander zu tun haben; so z.B. Krauss 1899, S. 114f.; skeptisch z.B. auch Schult 1972, S. 11. (Zurück zu )

zitierte Literatur[Bearbeiten]

  • Krauss, Salomon: Griechische und lateinische Lehnwörter im Talmud, Midrasch und Targum. Mit Bemerkungen von Immanuel Löw. Teil II. Berin, 1899. online unter: http://goo.gl/Q8KDOL
  • Puech, Émile: Le Cantique des Cantiques dans les manuscrits de Qumrân: 4Q106, 4Q107, 4Q108 et 6Q6, in: RB 123/1, 2016 S. 29-53.
  • Schult, Hermann: Kritische Noten zum Hohen Lied, Kap. 3,6-11, in: DBAT 2, 1972. S. 1-18.