Diskussion:Genesis 22 in Leichter Sprache

Aus Die Offene Bibel

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Abraham ist ein Vorbild im Glauben. Warum? Weil er ohne Murren gehorcht, nicht einmal sagt, dass Gott ihm doch anderes versprochen hat? (Gen 21,12) Oder weil er Schritt für Schritt umdenkt und darauf vertrauen lernt, dass Gott es gut mit ihm meint? Oder weil die Geschichten, die über ihn erzählt werden, uns den Spiegel vorhalten, genauso verwirrend sind wie das Leben selbst und bis zum Ende spannend bleiben?

  • Abraham klingt sehr gehorsam. "Hier bin ich.", sagt er, wenn er angesprochen wird. Hören wir "Jawohl, zu Diensten"?
  • Abraham geht los. Vielleicht denkt er, dass er einfach ein schweres Los hat, das für ihn keine Söhne vorgesehen hat, weil er nun auch den zweiten Sohn verlieren wird. Für den ersten vermochte er nicht einzutreten. So hat dieser ihn mit seiner Mutter zusammen im Streit mit Sara verlassen. Und den zweiten, so versteht er, muss er zu Ehren Gottes töten. Vielleicht denkt er, dass die Götter um ihn herum auch Kinderopfer verlangen? Er ist ja Flüchtling und um ihn herum glauben Menschen an anderes, wogegen er sich behaupten muss. (Gen. 21,34) Vielleicht denkt er am Ende gar nicht nach und folgt blind der Stimme des Gottes, den er in seinem Herzen fand. Auf jeden Fall scheint er vergessen zu haben oder nicht mehr daran zu glauben, dass Gott ihm viele Nachkommen durch Isaak schenken will.
  • Isaak stellt ihn zur Rede. "Hier bin ich." Abraham antwortet Isaak, dass Gott sich ein Schaf als Opfer auswählen wird. (Gen 22,8) Er sagt "Schaf". Und wer sagt uns, dass er das metaphorisch meint?
  • Abraham scheint bereit, seinen eigenen Sohn zu töten. War Gott gar nicht in ihm, in seinem Handeln? Denn jetzt kommt eine Stimme von außerhalb, die ihm sagt, dass er aufhören soll. Ein Bote von Gott. Der Bote von Gott erkennt an, dass Abraham in gutem Glauben gehandelt hat. Er schimpft nicht mit Abraham. Doch der Bote weist Abraham darauf hin, dass es genug ist, dass Gott an Abraham und seine Treue glaubt. Und so lässt Abraham im Namen Gottes ab von der Gewalt an seinem Kind.

Es scheint auf den ersten Blick oft so klar, was wir zu tun haben. Doch oft stellt sich erst im Nachhinein heraus, dass wir uns fast geirrt hätten. Gut und Böse sind manchmal nicht klar zu unterscheiden. Gerade, wenn wir in autoritären Strukturen leben und es um Gehorsam geht.

Ilga Bliek (Diskussion) 12:59, 6. Apr. 2025 (CEST)