Hohelied 3: Unterschied zwischen den Versionen

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{{S|1}} ['''Frau''':]<ref name="Sprecher">Das Hohelied besteht zu einem großen Teil aus Dialogen. Das Verständnis des Textes wird sehr dadurch erschwert, dass im hebräischen Text nie angegeben ist, wer welche Textteile spricht. Schon in der LXX und VUL haben daher Schreiber sog. „Rubriken“ eingefügt, also mit roter Tinte geschriebene Angaben darüber, welchem Sprecher welche Äußerung zuzuschreiben ist (vgl. dazu Treat 1996, bes. S. 399ff.). Zur Förderung der Verständlichkeit der Üs. folgen wir diesem Beispiel; nur dort, wo in der Exegese größere Uneinigkeit über die Zuordnung einer Äußerung zu einem Sprecher herrscht, folgt darauf noch eine Extrafußnote zur Begründung dieser Zuordnung.</ref> „Auf meinem Lager in den Nächten (in der Nacht)<ref>''in den Nächten (in der Nacht)'' - W. „in den Nächten“; entweder also mehrere Nächte hintereinander oder es handelt es sich um einen sog. „pluralis compositionis“ mit Sg.-Bed. (vgl. JM §136b); dann ist nach der Alternativübersetzung zu übersetzen. Auf die Textbedeutung hat das keine Auswirkung. Viele Üss. wählen „(des) Nachts“ und lassen so beide Deutungsmöglichkeiten offen; das ist wohl die sinnvollste Übersetzungsentscheidung.</ref> suchte ich (sehnte ich mich nach dem),<ref>''suchte ich (sehnte ich mich nach dem)'' - ''baqasch'' heißt meist suchen; kann aber in Einzelfällen auch die Bedeutung „sich sehnen“ annehmen (vgl. z.St. Fox 1985, S. 118; Peetz 2015, S. 152 u.ö.). Sicher ist dies in unserem Vers gemeint und wird daher z.B. von Bloch/Bloch 1995 und Falk 1982 als Übersetzung gewählt; andererseits verschleierte aber diese Übersetzungsentscheidung hier, wie oft in Vv. 1-4 das Wort „suchen“ verwendet wird. Man sollte daher besser mit den meisten Üss. bei „suchen“ bleiben.</ref>
{{S|1}} ['''Frau''':]<ref name="Sprecher">Das Hohelied besteht zu einem großen Teil aus Dialogen. Das Verständnis des Textes wird sehr dadurch erschwert, dass im hebräischen Text nie angegeben ist, wer welche Textteile spricht. Schon in der LXX und VUL haben daher Schreiber sog. „Rubriken“ eingefügt, also mit roter Tinte geschriebene Angaben darüber, welchem Sprecher welche Äußerung zuzuschreiben ist (vgl. dazu Treat 1996, bes. S. 399ff.). Zur Förderung der Verständlichkeit der Üs. folgen wir diesem Beispiel; nur dort, wo in der Exegese größere Uneinigkeit über die Zuordnung einer Äußerung zu einem Sprecher herrscht, folgt darauf noch eine Extrafußnote zur Begründung dieser Zuordnung.</ref> „Auf meinem Lager in den Nächten (in der Nacht)<ref>''in den Nächten (in der Nacht)'' - W. „in den Nächten“; entweder also mehrere Nächte hintereinander oder es handelt es sich um einen sog. „pluralis compositionis“ mit Sg.-Bed. (vgl. JM §136b); dann ist nach der Alternativübersetzung zu übersetzen. Auf die Textbedeutung hat das keine Auswirkung. Viele Üss. wählen „(des) Nachts“ und lassen so beide Deutungsmöglichkeiten offen; das ist wohl die sinnvollste Übersetzungsentscheidung.</ref> suchte ich (sehnte ich mich nach dem),<ref>''suchte ich (sehnte ich mich nach dem)'' - ''baqasch'' heißt meist suchen; kann aber in Einzelfällen auch die Bedeutung „sich sehnen“ annehmen (vgl. z.St. Fox 1985, S. 118; Peetz 2015, S. 152 u.ö.). Sicher ist dies in unserem Vers gemeint und wird daher z.B. von Bloch/Bloch 1995 und Falk 1982 als Übersetzung gewählt; andererseits verschleierte aber diese Übersetzungsentscheidung hier, wie oft in Vv. 1-4 das Wort „suchen“ verwendet wird. Man sollte daher besser mit den meisten Üss. bei „suchen“ bleiben.</ref>
_Den meine Seele liebt (den ich liebe);<ref name="Seele">''den meine Seele liebt (den ich liebe)'' - „Seele“ hier wie meist nur als Wechselbegriff wie „ich“; zu übersetzen ist daher nach der Alternativübersetzung.</ref>
_Den meine Seele liebt (den ich liebe);<ref name="Seele">''den meine Seele liebt (den ich liebe)'' - „Seele“ hier wie meist nur als Wechselbegriff für „ich“; zu übersetzen ist daher nach der Alternativübersetzung.</ref>
_Ich suchte ihn und (aber) fand ihn nicht.
_Ich suchte ihn und (aber) fand ihn nicht.
{{S|2}} [Da sagte ich mir:] ‚Ich will aufstehen<ref>'''tFN''': ''Ich will aufstehen'' - Nicht: „Ich will ''bitte'' aufstehen“ (so z.B. Noegel/Rendsburg 2009). ''na´'' („bitte“) ist zwar meistens eine sog. Höflichkeitspartikel, aber zu offenbar bedeutungslosem ''na´'' in Selbstaufforderungen s. noch [[Genesis 18#s21 |Gen 18,21]]; [[Exodus 3#s3 |Ex 3,3]]; [[2Samuel 14#s15 |2 Sam 14,15]]; [[1Chroniken 22#s5 |1 Chr 22,5]].</ref> und mich wenden (umherschweifen)<ref>''wenden (umherschweifen)'' - Gemeint ist klar „umherschweifen“; es ist dies aber eine von mehreren Vokabeln aus dem vorigen Liedteil, die in diesen vier Versen noch einmal aufgegriffen werden (s. [[Hohelied 2#s17 |Hld 2,17]]). Um dies nachzubilden, wurde in der SF „wenden“ als Primärübersetzung gewählt; in der LF sollte durchaus zu „umherschweifen“ o.Ä. gegriffen werden.</ref>
{{S|2}} [Da sagte ich mir:] ‚Ich will aufstehen<ref>'''tFN''': ''Ich will aufstehen'' - Nicht: „Ich will ''bitte'' aufstehen“ (so z.B. Noegel/Rendsburg 2009). ''na´'' („bitte“) ist zwar meistens eine sog. Höflichkeitspartikel, aber zu offenbar bedeutungslosem ''na´'' in Selbstaufforderungen s. noch [[Genesis 18#s21 |Gen 18,21]]; [[Exodus 3#s3 |Ex 3,3]]; [[2Samuel 14#s15 |2 Sam 14,15]]; [[1Chroniken 22#s5 |1 Chr 22,5]].</ref> und mich wenden (umherschweifen)<ref>''wenden (umherschweifen)'' - Gemeint ist klar „umherschweifen“; es ist dies aber eine von mehreren Vokabeln aus dem vorigen Liedteil, die in diesen vier Versen noch einmal aufgegriffen werden (s. [[Hohelied 2#s17 |Hld 2,17]]). Um dies nachzubilden, wurde in der SF „wenden“ als Primärübersetzung gewählt; in der LF sollte durchaus zu „umherschweifen“ o.Ä. gegriffen werden.</ref>

Version vom 19. April 2016, 18:51 Uhr

Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Hohelied 3)

(kommt später)

Studienfassung (Hohelied 3)

1 [Frau:]a „Auf meinem Lager in den Nächten (in der Nacht)b suchte ich (sehnte ich mich nach dem),c
Den meine Seele liebt (den ich liebe);d
Ich suchte ihn und (aber) fand ihn nicht.
2 [Da sagte ich mir:] ‚Ich will aufstehene und mich wenden (umherschweifen)f
In der Stadt, auf den Straßen und auf den Plätzen!
Ich will suchen, den meine Seele liebt (den ich liebe)!‘d
Ich suchte ihn und (aber) fand ihn nicht.
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Anmerkungen

aDas Hohelied besteht zu einem großen Teil aus Dialogen. Das Verständnis des Textes wird sehr dadurch erschwert, dass im hebräischen Text nie angegeben ist, wer welche Textteile spricht. Schon in der LXX und VUL haben daher Schreiber sog. „Rubriken“ eingefügt, also mit roter Tinte geschriebene Angaben darüber, welchem Sprecher welche Äußerung zuzuschreiben ist (vgl. dazu Treat 1996, bes. S. 399ff.). Zur Förderung der Verständlichkeit der Üs. folgen wir diesem Beispiel; nur dort, wo in der Exegese größere Uneinigkeit über die Zuordnung einer Äußerung zu einem Sprecher herrscht, folgt darauf noch eine Extrafußnote zur Begründung dieser Zuordnung. (Zurück zu v.1)
bin den Nächten (in der Nacht) - W. „in den Nächten“; entweder also mehrere Nächte hintereinander oder es handelt es sich um einen sog. „pluralis compositionis“ mit Sg.-Bed. (vgl. JM §136b); dann ist nach der Alternativübersetzung zu übersetzen. Auf die Textbedeutung hat das keine Auswirkung. Viele Üss. wählen „(des) Nachts“ und lassen so beide Deutungsmöglichkeiten offen; das ist wohl die sinnvollste Übersetzungsentscheidung. (Zurück zu v.1)
csuchte ich (sehnte ich mich nach dem) - baqasch heißt meist suchen; kann aber in Einzelfällen auch die Bedeutung „sich sehnen“ annehmen (vgl. z.St. Fox 1985, S. 118; Peetz 2015, S. 152 u.ö.). Sicher ist dies in unserem Vers gemeint und wird daher z.B. von Bloch/Bloch 1995 und Falk 1982 als Übersetzung gewählt; andererseits verschleierte aber diese Übersetzungsentscheidung hier, wie oft in Vv. 1-4 das Wort „suchen“ verwendet wird. Man sollte daher besser mit den meisten Üss. bei „suchen“ bleiben. (Zurück zu v.1)
dden meine Seele liebt (den ich liebe) - „Seele“ hier wie meist nur als Wechselbegriff für „ich“; zu übersetzen ist daher nach der Alternativübersetzung. (Zurück zu v.1 / zu v.2)
etFN: Ich will aufstehen - Nicht: „Ich will bitte aufstehen“ (so z.B. Noegel/Rendsburg 2009). na´ („bitte“) ist zwar meistens eine sog. Höflichkeitspartikel, aber zu offenbar bedeutungslosem na´ in Selbstaufforderungen s. noch Gen 18,21; Ex 3,3; 2 Sam 14,15; 1 Chr 22,5. (Zurück zu v.2)
fwenden (umherschweifen) - Gemeint ist klar „umherschweifen“; es ist dies aber eine von mehreren Vokabeln aus dem vorigen Liedteil, die in diesen vier Versen noch einmal aufgegriffen werden (s. Hld 2,17). Um dies nachzubilden, wurde in der SF „wenden“ als Primärübersetzung gewählt; in der LF sollte durchaus zu „umherschweifen“ o.Ä. gegriffen werden. (Zurück zu v.2)