Syntax ungeprüft


Lesefassung (Jakobus 2)
Anmerkungen
Studienfassung (Jakobus 2)
1 Meine Geschwister, habt den Glauben [an] unseren Herrn〈a〉 der Herrlichkeit〈b〉, Jesus Christus, nicht in Parteilichkeit! 2 Denn wenn in eure Synagoge〈c〉 ein Mann mit goldenen Ringen an den Fingern in prächtiger〈d〉 Kleidung kommt, {es kommt} aber auch ein Armer in schmutziger Kleidung, 3 kümmert ihr euch um denjenigen, der die prächtige Kleidung trägt〈e〉 und sagt: „Setze du dich hier auf den guten Platz〈f〉!“, doch〈g〉 zu dem Armen sagt ihr: „Stelle du dich dorthin oder setze dich [da]〈h〉 unten [auf]〈i〉 meine Fußbank!“,〈j〉 4 habt ihr da nicht in eurem Inneren (in eurem Herzen)〈k〉 unterschieden〈l〉 und seid Richter [von] schlechter Gesinnung〈m〉 geworden? 5 Hört, meine geliebten Geschwister: Hat Gott sich nicht die [in den Augen] der Welt〈n〉 Armen erwählt〈o〉, Reiche im (durch den) Glauben und Erben des Reiches [zu sein]〈p〉, das er denen von sich verheißen hat, die ihn lieben? 6 Doch ihr habt den Armen verächtlich behandelt. Unterdrücken〈q〉 euch nicht die Reichen, und schleppen [nicht]〈r〉 sie euch vor Gericht? 7 Lästern nicht sie den guten Namen, der über euch ausgerufen wurde?
〈s〉
Anmerkungen
| a | Wörtlich: „Glauben unseres Herrn“. Gen. subi. (Zurück zu ) |
| b | Im Urtext: „unseren Herrn Jesus Christus der Herrlichkeit“. Es gibt verschiedene Deutungsmöglichkeiten: 1. als Gen. qualitatis: „unseren herrlichen Herrn Jesus Christus“ (Dibelius, Johnson). In manchen Übersetzungen zu finden. 2. Grammatikalisch möglich, wenn auch im Rest der Bibel nicht anzutreffen wäre die Deutung als Apposition – der „Herr Jesus Christus“ würde also als „Herrlichkeit“ bezeichnet. Blomberg/Kamell ziehen diese Übersetzung vor. 3. als Gen. obiectivus; dann Glauben an die „Herrlichkeit des Herrn...“. 4. Als Titel Jesu, dann „Herrn Jesus Christus der Herrlichkeit“ (Bauckham). 5. Als attributiver Genitiv, wie hier gewählt (Mußner). Das scheint mir am natürlichsten, außerdem haben sich die Übersetzer aller wichtigen deutschen Bibelübersetzungen für diese Variante entschieden; nur Menge differenziert: „unsern Herrn Jesus Christus, (den Herrn) der Herrlichkeit“. Für die nächstbeste Lösung halte ich Option 1. (Zurück zu ) |
| c | Oder neutraler „Versammlung“, dann wohl als christlicher Gottesdienst (cf. Dibelius, Mußner, Johnson, Blomberg/Kamell). Blomberg sieht hier eine christliche Gerichtsszene. So werde in Vv. 1-4 Gerichtssprache verwendet. Weiter verwende der Autor „συναγωγή“ und nicht „ἐκκλησία“ (wie in 5,14) – das wäre der einzige Fall im NT, wo das Wort einen christlichen Gottesdienst meint. Auch könne der Autor auf 3 Mose 19,15 angespielt haben, was wieder auf eine Gerichtssituation hinweisen könnte. Und in V. 6 wird erwähnt, wie die Reichen die Armen verklagen. Andererseits könne der Gebrauch von „συναγωγή“ auf den jüdischen Kontext oder ein frühes Entstehungsdatum des Briefs hinweisen, und die Szene wäre sehr leicht auch in einem Gottesdienst vorstellbar (Blomberg/Kamell). Dibelius wendet aber ein, dass es nicht als Beleg für einen jüdischen Hintergrund herhalten kann. (Zurück zu ) |
| d | Wörtlich: „strahlender“, „glänzender“ (Zurück zu ) |
| e | Subst. Ptz. (Zurück zu ) |
| f | Wörtlich: „hierher [auf diesen] gut[en Platz]“ (Zurück zu ) |
| g | Adversative Übersetzung von καὶ. (Zurück zu ) |
| h | Variante im Urtext: „ἐκεῖ“ steht in manchen Handschriften hinter „κάθου“. Übersetzung dann: „Du stehe oder setze dich dort...“ (gefunden im NSS; sollte noch belegt werden). (Zurück zu ) |
| i | So nach NSS. Alternativ auch „unter“ die Fußbank oder daneben. (Zurück zu ) |
| j | Vv. 2-3 umfassen einen gewöhnlichen, prospektiven Konditionalsatz. (Zurück zu ) |
| k | Wörtlich „in euch selbst“. Alternativ „untereinander“. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich für diese Übersetzung. So etwa Menge: „seid ihr da nicht in Zwiespalt (oder: Widerspruch) mit euch selbst geraten“. (Zurück zu ) |
| l | Dasselbe Wort wird weiter oben für „zweifeln, Bedenken haben“ verwendet, kommt hier aber in seiner Grundbedeutung vor. (Zurück zu ) |
| m | Wörtlich „Richter schlechter Gedanken“. Kann auch als „die schlechte Entscheidungen fällen“ interpretiert und frei übersetzt werden (NSS). Die „Gesinnung“ kann sowohl für „leise“ wie „laute“ Gedanken stehen (Blomberg/Kamell). (Zurück zu ) |
| n | „[in den Augen] der Welt“: Hier als „ethischer Dativ“ (Blomberg/Kamell) interpretiert, was das Augenmerk nicht auf ihre materielle Armut, sondern ihre niedrige Stellung lenkt. Möglich wäre auch die Deutung als lokaler („die Armen, die in der Welt sind“) oder „Dativ der Hinsicht“ („die Armen in Hinsicht auf weltliche Güter“). (Zurück zu ) |
| o | Der Aorist könnte gnomisch sein. Dann: „Erwählt Gott nicht...?“ (Blomberg/Kamell). (Zurück zu ) |
| p | Alternativ: „als Reiche...“. LUT bezieht „erwählt“ auch auf die „Reichen“ und „Erben“. (Zurück zu ) |
| q | Alternativ „gewalttätig behandeln“ (Zurück zu ) |
| r | Das οὐχ am Satzanfang bezieht sich auch auf dieses Verb. (Zurück zu ) |
| s | (Zurück zu ) |