Psalm 16: Unterschied zwischen den Versionen

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{{S|5}} JHWH [ist] das Teil meiner Zuteilung und meines Bechers,
{{S|5}} JHWH [ist] das Teil meiner Zuteilung und meines Bechers,
_Zieher meines Lossteins (Erhalter meines Loses).<ref>''Teil, Zuteilung, Becher, Losstein'' - Vier Begriffe, von denen jeder für sich schon für das ''Schicksal'' eines Menschen stehen kann (zur Becher-metapher s. noch [[Psalm 11#s6 |Ps 11,6]]; [[Ezechiel 23#s31 |Ez 23,31-33]]; [[Habakuk 2#s16 |Hab 2,16]]; [[Markus 10#s38 |Mk 10,38]]; [[Markus 14#s36 |14,36]]; wohl auch [[Psalm 23#s5 |Ps 23,5]].). Die sehr redundante Fügung „Teil meines Anteils“ findet sich denn auch sonst nicht mehr in der Bibel. Der heb. Text ist sogar noch redundanter als der dt., weil hier einige dt. Worte nur als Suffixe realisiert sind. In Zeile 1 stehen neben „JHWH“ nur drei „schicksalhafte“ Worte: „JHWH ''Teil'' meines-''Anteils'' meines-''Bechers''“; ähnlich Zeile 2: „Zieher meines-''Lossteins''“. Drei dieser Begriffe („Teil“, „Anteil“ und „Losstein“) stehen häufig außerdem speziell für das Land, dass nach atl. Vorstellung durch das Schicksal jmds Eigen geworden ist (vgl. [[Josua 13 |Jos 13]] und [[Josua 14#s2 |Jos 14,2]]!; z.B. auch [[Richter 18#s1 |Ri 18,1]]). Dies schwingt auch hier mindestens mit, wie V. 6 deutlich macht (vgl. auch die deutliche Parallele in [[Deuteronomium 32#s9 |Dtn 32,9]]), könnte aber auch rein metaphorisch sein, wie es z.B. NGÜ versteht: „Was du mir für mein Leben geschenkt hast, ist wie ein fruchtbares Stück Land, das mich glücklich macht.“<br />''Zieher meines Lossteins'' ist w. „Halter meines Lossteins“; „der, der meinen Losstein hält“ (mit fast allen Exegeten vokalisiert als ''tomech'' statt ''tomich''). Der Losstein hat seinen Platz in der Mantik, also der Disziplin, mit diversen Hilfsmitteln das Schicksal eines Menschen oder den Willen von Göttern zu erfragen – hier also mithilfe von Steinchen. Dass JHWH das Los des Beters „hält“, meint also wohl, dass er es wirft  (R-S: „Du wirfst mein Los“) – und dabei sozusagen mogelt, weil durch das Losewerfen ja ohnehin der Wille Gottes herauskommen wird –, dass er also das Geschick des Beters ''lenkt'' (ZÜR31: „Du lenkst mein Geschick“) und zugleich „erhält“, was ihm durch dieses Los beschieden wird (Houston/Waltke 2010, S. 331).<br />
_Zieher meines Lossteins (Erhalter meines Loses).<ref>''Teil, Zuteilung, Becher, Losstein'' - Vier Begriffe, von denen jeder für sich schon für das ''Schicksal'' eines Menschen stehen kann (zur Becher-metapher s. noch [[Psalm 11#s6 |Ps 11,6]]; [[Ezechiel 23#s31 |Ez 23,31-33]]; [[Habakuk 2#s16 |Hab 2,16]]; [[Markus 10#s38 |Mk 10,38]]; [[Markus 14#s36 |14,36]]; wohl auch [[Psalm 23#s5 |Ps 23,5]].). Die sehr redundante Fügung „Teil meines Anteils“ findet sich denn auch sonst nicht mehr in der Bibel. Der heb. Text ist sogar noch redundanter als der dt., weil hier einige dt. Worte nur als Suffixe realisiert sind. In Zeile 1 stehen neben „JHWH“ nur drei „schicksalhafte“ Worte: „JHWH ''Teil'' meines-''Anteils'' meines-''Bechers''“; ähnlich Zeile 2: „Zieher meines-''Lossteins''“. Drei dieser Begriffe („Teil“, „Anteil“ und „Losstein“) stehen häufig außerdem speziell für das Land, dass nach atl. Vorstellung durch das Schicksal jmds Eigen geworden ist (vgl. [[Josua 13 |Jos 13]] und [[Josua 14#s2 |Jos 14,2]]!; z.B. auch [[Richter 18#s1 |Ri 18,1]]). Dies schwingt auch hier mindestens mit, wie V. 6 deutlich macht (vgl. auch die deutliche Parallele in [[Deuteronomium 32#s9 |Dtn 32,9]]), könnte aber auch rein metaphorisch sein, wie es z.B. NGÜ versteht: „Was du mir für mein Leben geschenkt hast, ist wie ein fruchtbares Stück Land, das mich glücklich macht.“<br />''Zieher meines Lossteins'' ist w. „Halter meines Lossteins“; „der, der meinen Losstein hält“ (mit fast allen Exegeten vokalisiert als ''tomech'' statt ''tomich''). Der Losstein hat seinen Platz in der Mantik, also der Disziplin, mit diversen Hilfsmitteln das Schicksal eines Menschen oder den Willen von Göttern zu erfragen – hier also mithilfe von Steinchen. Dass JHWH das Los des Beters „hält“, meint also wohl, dass er es wirft  (R-S: „Du wirfst mein Los“) – und dabei sozusagen mogelt, weil durch das Losewerfen ja ohnehin der Wille Gottes herauskommen wird –, dass er also das Geschick des Beters ''lenkt'' (ZÜR31: „Du lenkst mein Geschick“) und zugleich „erhält“, was ihm durch dieses Los beschieden wird (Houston/Waltke 2010, S. 331). Schön FENZ: „D hältst mein Los und wirfst es recht.“<br />
In eingen Kommentaren wird der Sprecher für einen Leviten gehalten: Die Leviten waren von der in Jos 13 erzählten Landverlosung ausgenommen; ''ihr'' „Los war JHWH“ ([[Numeri 18#s20 |Num 18,20]]; [[Deuteronomium 10#s9 |Dtn 10,9]]). Dem scheint aber V. 6 zu widersprechen, wonach der Sprecher offenbar doch Land zugelost bekommen hat. Entweder ist der Dichter also Levit und spricht so metaphorisch von JHWH als „seinem zugelosten Land“, dass selbst V. 6 noch eine Metapher hierfür ist (dass dies möglich wäre, zeigt [[Deuteronomium 32#s9 |Dtn 32,9]]), oder er ist gerade kein Levit und V. 5 spricht metaphorisch davon, dass ihm ein segensreiches Leben beschieden wurde, weil JHWH es ihm beschieden hat, und zu diesem gehört, V. 6., auch liebliches Land.</ref>
In eingen Kommentaren wird der Sprecher für einen Leviten gehalten: Die Leviten waren von der in Jos 13 erzählten Landverlosung ausgenommen; ''ihr'' „Los war JHWH“ ([[Numeri 18#s20 |Num 18,20]]; [[Deuteronomium 10#s9 |Dtn 10,9]]). Dem scheint aber V. 6 zu widersprechen, wonach der Sprecher offenbar doch Land zugelost bekommen hat. Entweder ist der Dichter also Levit und spricht so metaphorisch von JHWH als „seinem zugelosten Land“, dass selbst V. 6 noch eine Metapher hierfür ist (dass dies möglich wäre, zeigt [[Deuteronomium 32#s9 |Dtn 32,9]]), oder er ist gerade kein Levit und V. 5 spricht metaphorisch davon, dass ihm ein segensreiches Leben beschieden wurde, weil JHWH es ihm beschieden hat, und zu diesem gehört, V. 6., auch liebliches Land.</ref>
{{S|6}} Schnüre fielen mir auf Liebliches (liebliches [Land]),<ref>''Schnüre fielen mir auf Liebliches'' - Auch 16a spricht noch von der Zulosung von Land (s. die vorige FN). Die „Schnüre“ sind die „Messschnüre“; bezeichnet werden also die Grenzen seines ererbten Landes (vgl. [[Amos 7#s17 |Am 7,17): Ihm wurde in der Tat liebliches [Land] beschieden (s. ähnlich noch [[Psalm 78#s55 |Ps 78,55]]; [[Micha 2#s5 |Mi 2,5]]). Auch dies kann aber natürlich rein metaphorisch sein.</ref>
{{S|6}} Schnüre fielen mir auf Liebliches (liebliches [Land]),<ref>''Schnüre fielen mir auf Liebliches'' - Auch 16a spricht noch von der Zulosung von Land (s. die vorige FN). Die „Schnüre“ sind die „Messschnüre“; bezeichnet werden also die Grenzen seines ererbten Landes (vgl. [[Amos 7#s17 |Am 7,17): Ihm wurde in der Tat liebliches [Land] beschieden (s. ähnlich noch [[Psalm 78#s55 |Ps 78,55]]; [[Micha 2#s5 |Mi 2,5]]). Auch dies kann aber natürlich rein metaphorisch sein.</ref>
_ja, mein Erbbesitz (der Erbbesitz) dünkt mich schön!<reF>''dünkt mich schön'' - W. „ist schön auf mir“; die Präp. ''auf'' wird hier wie oft verwendet, um anzuzeigen, dass etwas von jmdm ''empfunden'' wird.</ref></poem>
_ja, mein Erbbesitz (der Erbbesitz)<ref>'''tFN''': Heb. ''nachlat'', also auf den ersten Blick „der Erbbesitz“. LXX, Syr, VUL aber übersetzen „''mein'' Erbbesitz“. Wie in V. 2 [https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Psalm_16 Kommentar / Textkritik Vv. 2-4] also wohl defektive Schreibung von ''nachlati'' („''mein'' Erbbesitz“).</ref> dünkt mich schön!<reF>''dünkt mich schön'' - W. „ist schön auf mir“; die Präp. ''auf'' wird hier wie oft verwendet, um anzuzeigen, dass etwas von jmdm ''empfunden'' wird.</ref> {{par|Jeremia|3|19}}</poem>




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{{S|7}}  
{{S|7}} Ich will preisen JHWH, der mich berät,
_ja, [selbst] in den Nächten belehren (züchtigen) mich meine Nieren.<ref>''Nieren'' - In der atl. Anthropologie ist nicht das Herz Sitz der Emotionen, sondern die Nieren. Das Herz ist stattdessen Sitz des Verstandes. Geistige Qualen sind daher im AT „Nierenschmerzen“ (s. [[Ijob 19#s29 |Ijob 19,27]]; [[Psalm 73#s21 |Ps 73,21]]; [[Klagelieder 3#s13 |Klg 3,13]]); dass Gott „Herz und Nieren prüft“ ([[Psalm 7#s10 |Ps 7,10]]; [[Psalm 26#s2 |26,2]]; [[Jeremia 11#s20 |Jer 11,20]]; [[Jeremia 17#s10 |17,10]]; [[Jeremia 20#s12 |20,12]]), meint also im Dt., dass er „Herz und Verstand“ eines Menschen unter die Lupe nimmt. Ähnlich hier: Gott ''berät'' den Menschen, belehrt ihn also auf Verstandesebene, und selbst noch nachts „züchtigen ihn seine Nieren“, Gott belehrt ihn also z.B. durch Gewissensbisse auf emotionaler Ebene (NGÜ: „Selbst nachts weist mein Gewissen mich zurecht“; EÜ: „Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht“).</ref>


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Version vom 29. Juni 2018, 10:20 Uhr

Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Psalm 16)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 16)

1 miktama von (für, über, nach Art von ) David.

Schütze mich, Gott,
denn ich berge mich bei dir (vertraue dir)!


2 Ich sage (du sagst)b zu (über, was ... angeht) JHWH: „Mein ({Mein}) Herr [bist] du!
Mein Wohlergehen (Glück) [ist] nicht außer durch dich (nicht über dir?)!“,b
3 Zu den (über die, was ... angeht) Heiligen,c die im Land (auf der Erde) [sind]: „Diese,d die (meine) Herrlichen:c
Mein ganzes Wohlgefallen [richtet sich] auf sie!“e
4 Es vermehren ihre Schmerzenf (ihre Götzenbilder; es werden vermehrt die Schmerzen derer), die einem anderen (die anderen) nacheilen (?, umwerben?),g
Nicht werde ich libieren ihre Blutlibationen (ihre Libationen mit [meiner] Hand),h
Nicht werde ich heben ihre Namen auf meine Lippen!i


5 JHWH [ist] das Teil meiner Zuteilung und meines Bechers,
Zieher meines Lossteins (Erhalter meines Loses).j
6 Schnüre fielen mir auf Liebliches (liebliches [Land]),k
ja, mein Erbbesitz (der Erbbesitz)l dünkt mich schön!m


7 Ich will preisen JHWH, der mich berät,
ja, [selbst] in den Nächten belehren (züchtigen) mich meine Nieren.n
8


9
10 Denn du wirst meine Seele nicht dem Scheol überlassen, du wirst deinen Frommen nicht dem Sehen der Grube (des Grabes) hingebeno.
11 Du wirst mir kundtun (mich erkennen lassen) den Weg (Pfad) des Lebens; [eine] Fülle (Sättigung) der Freuden ist vor deinem Angesicht, Annehmlichkeiten (Freuden, Liebliches) in deiner Rechten allezeitp.

Anmerkungen

amiktam - Unbekanntes Wort, das vermutlich als Überschrift die Gattung von Ps 16 und Ps 56-60 angeben soll; daher meist mit dem Platzhalterbegriff „Lied“ übersetzt oder einfach transkribiert; für die LF ist wohl ersteres zu empfehlen.
Im Talmudhebräischen bedeutet das Wort „Dokument“, im Neuhebräischen „Epigramm“; LXX hält es für ein ebensolches, in Stein Gehauenes, und übersetzt mit steleographia („Inschrift“, so auch BB und viele Kommentare). In allen drei Fällen wird das Wort aber wohl eher mit miktab („Geschriebenes“) verbunden, das sich als Psalmüberschrift in Jes 38,9 findet (Pietersma 2010, S. 524f.), was man schön an Tg sieht: Dieser hält das Wort wohl für eine Mischbildung aus miktab und tam („aufrecht“) und übersetzt „aufrechte Inschrift“. Ähnlich verfahren auch Aq, Sym, VUL, Raschi und andernorts Tg, zerlegen das Wort in die Bestandteile mk und tm und übersetzen „vom demütigen und aufrechten David“. Dass das Wort unbekannt war, sieht man noch besser an Quinta und Sexta, die bloß transkribieren: machtham. Luther leitet das Wort ab von ketem („Gold“), daher die Üs. „gülden Kleinod“ in den Lutherbibeln. Das „Sühngedicht“ von B-R und Stier2 kommt von einer Ableitung von katam („bedecken“), das auch für das „Sühnen“ von Sünden stehen kann (so z.B. auch Sawyer 2011b, S. 294). (Zurück zu v.1)
bTextkritik: Vv. 2-4 gehören zu den umstrittensten Versen im Psalmenbuch überhaupt. Teilweise liegt das daran, dass sich hier eine Reihe textkritischer Probleme finden; zu diesen s. den Kommentar / Textkritik Vv. 2-4.
Zu Vv. 2-4: Weiterhin sehr erschwert wird das Verständnis dieser Verse durch viele (oben im Text angezeigte oder in den folgenden FNn angegebene) Ambiguitäten, die zusammengenommen dazu führen, dass der Text auf ganz verschiedene Weisen verstanden werden könnte. Hinzu kommt v.a. noch die Problematik, dass das Hebräische keine Anführungs- und Schlusszeichen kennt und daher auch V. 3 oder sogar noch V. 4 als wörtl. Rede vom „ich sage/du sagst“ in V. 2 abhängen könnten; außerdem die Tatsache, dass V. 3b auch als unmarkierter Relativsatz verstanden werden kann. Neben der obigen (z.B. auch von ALB und MEN) gewählten Auflösung hier nur noch die drei häufigsten Alternativauflösungen, die grammatisch auch möglich sind:
  • [Ich (du) sagt(e) zu JHWH: „...“]. Was die Heiligen (Götter) betrifft, die im Lande sind – diese, (und) die Herrlichen –: Mein ganzes Wohlgefallen richtet sich auf sie. (z.B. LUT17)
  • [Ich (du) sagt(e) zu JHWH: „...“]. Was die Heiligen (Götter) betrifft, die im Lande sind – diese, (und) die Herrlichen, auf die sich mein ganzes Wohlgefallen richtet: [V. 4]. (z.B. Ridderbos 1972, S. 157)
  • [Ich (du) sagt(e) zu JHWH: „...“], zu den Heiligen (Götter), die im Land sind – [zu] diesen, (und) den Herrlichen, auf die sich mein ganzes Wohlgefallen richtet: „[V. 4](z.B. Weber 2001, S. 96)
Ein letztes und wichtiges Beispiel für eine andere Auflösung, die den Sinn der Verse völlig verändern würde, ist die von Craigie 1983, Franken 1953, Tournay 2001 und der Jerusalemer Bibel (vgl. wichtig auch Mannati 1972), die amart in V. 2a als 2. Pers. verstehen, die „Heiligen“ als Ausdruck für Götter und 2b als gegensätzliche Aussage von 3b: „Ihr sagt zu Jahwe: ‚Mein Herr! / Du bist mein Glück, über dich geht nichts!‘; zu den ‚Heiligen‘, denen, die da auf Erden sind: / ‚Ihr Prächtigen mein! Bei euch ist mein ganzes Gefallen!‘“. Der Psalmist zitierte dann also vorwurfsvoll synkretistische Gegner, die neben JHWH auch noch irdische „Götter“ anbeten. Will man bei der textkritischen Entscheidung zu 2b nicht mitgehen, wäre diese völlig andere Deutung wohl die nächstwahrscheinlichere; will man die „Heiligen“ nicht als Götter verstehen, wieder eine andere mit sehr unterschiedlicher Bedeutung usw. – Vv. 2-4 sind und bleiben sehr unsicher. (zu v.2)
cHeilige + die Herrlichen - Gemeint sind wohl die JHWH-Gläubigen, vgl. Ex 19,6; Dtn 33,3; Dan 7,21.25; Ps 34,10. Dass sie „im Land“ sind, ist nicht irrelevant: Im AT sind klar die Israeliten JHWHs auserwähltes Volk; auf denselben Gedanken wird auch mehrfach in Vv. 5f. angespielt. Dem Psalmisten geht es gut, weil JHWH ihm wohl tut, und er tut dies u.a. auch, weil er ganz Israelit ist, sich in aller Entschiedenheit an die „Heiligen im Land“ hält, Gottes auserwähltes Volk. Diese sind „herrlich“; ein Begriff, mit dem man im Heb. bes. würdige und mächtige Menschen bezeichnet (s. Ri 5,13: Die „Edlen des Volkes“