Psalm 15

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Lesefassung (Psalm 15)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 15)

1 Ein Lied von (für, über, nach Art von) David.

JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., wer darf (wird) gasten (Gast sein) in deinem Zelt (in deinen Zelten)a
Und ({und})b wer darf (wird) wohnen auf deinem heiligen Berg (auf dem Berg deiner Heiligkeit)?a


2[Wer] redlich wandelt
Und Gerechtes (recht) tut
Und Wahres sagt (denkt) in seinem Herzen (ausspricht, [was] wahrhaft in seinem Herzen [ist]),c
3 Nicht Verleumdung auf seiner Zunge [hatte],d
([Und])e Nicht tat seinem Genossen Schaden (Böses)f
Und Schande nicht trug wegen seinem Nächsten (nicht lud auf seinen Nächsten?),g
4 Verachtet [den] in seinen Augen Verworfenen ([bei dem] verachtet [ist der] in seinen Augen Verworfene; in seinen [eigenen] Augen verachtet, verworfen [ist])h
Und (aber) den JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-fürchtigen ehrt,
Schwor dem Genossen (zu schaden, zum Schaden?)i
Und nicht ändert,
5 Sein Geld nicht verliehen (gegeben) hat gegen Zins
Und Geschenke (Bestechungsgelder) gegen einen Unschuldigen nicht genommen hat.j


[Wer] dies tut,
Wird auf ewig nicht wanken.“k

Anmerkungen

„Rabbi Simlai lehrte: ‚613 Gebote wurden dem Mose gesagt.‘“, heißt es im Talmud (b.Mak 23b). Gemeint ist das Gesamt aller jüdischen Vorschriften, die nach alter Vorstellung sämtlich von Gott an Mose weitergegeben wurden. Der Talmud fährt fort: „Rabbi Hamnuna sagte: ‚David kam und ließ [diese 613 Gebote] auf elf [Geboten] stehen.‘“ (b.Mak 24a). Gemeint ist Psalm 15, von dem hier also gesagt wird, dass er die elf fundamentalen Gebote enthält, auf denen alle 613 Gebote aufbauen und basieren.l Ps 15 wird schon hier gesehen als weisheitlicher Psalm, der belehrt über den rechten Lebensweg:
„Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg“, wird eingangs gefragt und damit ein Motiv aufgegriffen, das sich auch findet in Ps 23,6; 27,4f.; 61,5; 65,5; 84,4: Wer „im Haus Gottes wohnt“ – in seinem Zelt, auf seinem Berg – steht so unter dem Schutz dieses Hausherrn und darf sich daher sicher wissen vor jeder Gefahr (vgl. Ps 23,4f.; 27,1-3; 61,3f.; auch 5,5). So auch hier: Gebeten wird nicht um eine tatsächliche „Bleibe“, sondern um Gottes Segen und Schutz, für das auch hier symbolisch das „Wohnen im Hause Gottes“ steht (V. 1). Gottes Schutz – das Wohnrecht in seinem Tempel – wird aber nur jenen zuteil, die bestimmte Gebote befolgen und Verbote beachten, die in Vv. 2-5b aufgelistet werden; für diese aber gilt: „Wer dies tut, wird auf ewig nicht wanken“, „nie in Gefahr geraten“ (V. 5cd).m
Weil sie so zentral sind, seien die 11 „Fundamentalgebote“ hier noch einmal gesammelt:

  1. Sei redlich! (2a)
  2. Sei gerecht! (2b)
  3. Sei offen für die Wahrheit! (2c)
  4. Verleumde andere nicht! (3a)
  5. Füge anderen keinen Schaden zu! (3b)
  6. Leiste keine Beihilfe! (3c)
  7. Verachte die, die Gott verachtet! (4a)
  8. Ehre die, die Gott ehren! (4b)
  9. Halte deine Schwüre! (4cd)
  10. Verleihe nicht gegen Zins! (5a)
  11. Sei nicht bestechlich! (5b)

aMit dem Zelt könnte das mischkan gemeint sein, eine Art zeltförmiger transportabler Tempel, den die Israeliten mit sich durch die Wüste führten und der als „Wohnstatt“ Gottes diente (mischkan kommt von schakan, „wohnen“; zum Zelt s. z.B. Ex 25,8f.; Ex 26), oder das Zelt, das David stattdessen zum selben Zweck in Jerusalem errichtete (s. z.B. 1 Chr 15,1; 2 Chr 1,3f.). Der TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. und viele Handschriften haben wohl deshalb auch den Plural „Zelte“ statt den Singular. Später wurden diese Zelte abgelöst durch den Tempel, den Salomo auf dem „heiligen Berg“ Zion als neue Wohnstatt Gottes erbaute. Auch in Ps 27,4-6 werden „Tempel“ und „Zelt“ in einem Atemzug verwendet; vielleicht konnte „Zelt“ später also auch poetisch für den „Tempel“ stehen. (zu v.1)
bTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Und ({und}) - „Und“ findet sich nicht im Codex Leningradensis, aber in vielen Handschriften, LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und Hier und ist damit wohl urprünglich. (Zurück zu v.1)
cWahres sagt (denkt) in seinem Herzen (ausspricht, [was] wahrhaft in seinem Herzen [ist]) - etwas schwierige Zeile, die leider nur selten kommentiert wird. Das Herz ist in der heb. Anthropologie seltener Sitz der Emotionen als des Verstandes; einfacher könnte man also schlicht schreiben: „wer Wahres denkt“. Weil der Psalm hier ethische Regeln aufstellt, würde hier also gesagt, dass Irrtümer ethisch falsch sind. Zu dieser weisheitlichen Vorstellung s. die Anmerkungen zu Ps 14; sinngemäß richtig also Saadja: „Wer die Wahrheit bekennt in seinem Herzen“.
Alternativ könnte man wie in unserer Alternativübersetzung (nach Olshausen) deuten als „Wer ausspricht, [was] wahrhaft in seinem Herzen [ist](so schon Raschi; auch MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich.: „wer die Wahrheit redet, wie's ihm ums Herz ist“); die Rede wäre dann von der Aufrichtigkeit im Gegensatz zur Verlogenheit wie z.B. in Ps 12,3. Sprachlich liegt die erste Deutung aber näher. Viele dt. Üss. übersetzen als „wer von (ganzem) Herzen die Wahrheit sagt“ (z.B. ASTADLER„‚Die Menschen lügen. Alle‘ und andere Psalmen“, Arnold Stadlers frische und recht textnahe Paraphrase der Psalmen, mit der er die biblischen Gedichte „nicht zu Tode übersetzen, sondern in eine Sprache, die lebt“ bringen wollte., BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll., EÜ16, LUT17, NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit., STADDie freie jüdische Psalmenübersetzung von Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“ (Schalom ben Chorin). Eher für Psalmenliebhaber und als Inspiration für die Übertragung der LF interessant als für Exegese und Übersetzungsvergleich; noch mehr aber für Bibliophile: Ein ganz wundervoll gestaltetes Buch.), doch den Ausdruck „von ganzem Herzen“ gibt es mit dieser Bed. nicht im Heb. (Zurück zu v.2)
dVerleumdung - Wortspiel im Heb.: Das Wort kommt von heb. regel („Fuß, Bein“), bed. meistens „(als Kundschafter) laufen“ und kommt damit aus dem selben Wortfeld wie das „wandeln“ in V. 2.
TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Verleumdung auf seiner Zunge hat - W. nach BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia „Wer verleumdet auf seiner Zunge“; lies statt dem Verb rāgal („verleumdet“) besser das Abstraktsubstantiv rāgāl („Verleumdung“), da die Präposition `al („auf“) vor „seine Zunge“ nicht gut mit dem Verb zusammenpasst (so auch ZLHZorell, Franciscus S.J.: Lexicon Hebraicum et Aramaicum Veteris Testamenti. Rom, 1968., S. 755; ähnlich Budde 1915Budde, Karl: Zum Text der Psalmen, in: ZAW 35. 1915. S. 175-195., S. 182). Selbst Sir 5,14, dessen Autor sich wohl an unserem VersEin Teil in einem Kapitel. orientiert, ändert daher dennoch die Präposition el (s. Sir 4,28) nach b. Zur Konstruktion mit Substantiv vgl. 2 Sam 23,2; Spr 31,26; vgl. auch Jes 53,9. So wohl auch MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., OEBOpen English Bible, SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab., TEXKurz für „Textbibel“, einer deutschen Bibelübersetzung, an der Größen wie Baethgen, Bertholet, Budde, Eißfeldt, Kautzsch, Kittel, Löhr, Marti, Siegfried, Socin und Steuernagel mitarbeiteten. Sehr wörtlich und völlig zu unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten.. (Zurück zu v.3)
eTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: ([Und]) - Die Konjunktion findet sich nicht im Text der BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia, aber in wenigen Handschriften, LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr.; nicht aber in VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und Hier. Die Kolometrie des Psalms ist recht klar; in Teil 2 des Psalms wird sonst jede zweite(/dritte) Zeile eingeleitet durch eine Konjunktion – das (anders als in V. 1) nicht sehr gut bezeugte „und“ lässt sich daher erklären als Angleichung an diese Struktur. (Zurück zu v.3)
fseinem Genossen Schaden - Klangspiel: re`ehu ra`ah. (Zurück zu v.3)
gSchande nicht trug wegen seinem Nächsten (nicht lud auf seinen Nächsten?) - Nach der Alternativübersetzung übersetzen fast alle Üss. und Kommentare, was nach den Wortbedeutungen auch möglich wäre, doch ist naßah cherpah `al ein Idiom, das sonst stets „Schande tragen wegen“ bedeutet (s. Ps 69,8; Jer 15,5; 31,19; Ez 36,14; Mic 6,16; auch Ps 89,51). Richtig daher Alter 2007Alter, Robert: The Book of Psalms. A Translation with Commentary. New York, 2007., S. 44: „Nor bears reproach for his kin“; Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 26: „und auf sich keine Schmach ladet ob seines Verwandten“; R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw.: „nicht Schmach ob der Verwandten auf sich nimmt“; Sarna 1993Sarna, Nahum N.: On the Book of Psalms. Exploring the Prayers of Ancient Israel. New York, 1993., S. 98: „or borne reproach for [his acts toward] his neighbor“. Was gemeint ist, ist unklar; sinnvoll aber Ehrlich: „Um eines Verwandten willen Schmach auf sich laden ist so viel, als einen gottlosen Verwandten vor der verdienten Strafe schützen, statt ihn ihr preiszugeben, und sich so derselben Schmach aussetzen“ (ebenso R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw. in den Erläuterungen): Seine Schmach mittragen. Zeile 2 spricht von den bösen Taten, die man selbst begeht, Zeile 3 von Komplizenschaft.
Vv. 2f. sind chiastisch gebaut: 2ab sprechen vom rechten Handeln, 2c vom rechten Reden (im Herzen, also denken); 3a vom falschen Reden und 3bc vom falschen Handeln. (Zurück zu v.3)
hAlso jenen, den in seinen Augen Gott vorworfen hat: den Sünder. Gut daher NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit.: „Er wird den verachten, den Gott verworfen hat“ (ähnlich GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen., TEXKurz für „Textbibel“, einer deutschen Bibelübersetzung, an der Größen wie Baethgen, Bertholet, Budde, Eißfeldt, Kautzsch, Kittel, Löhr, Marti, Siegfried, Socin und Steuernagel mitarbeiteten. Sehr wörtlich und völlig zu unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten.); sinnvoll auch HERKurz für „Herder Bibel“; erstmals 1965 als Vollbibel erschienene Bibelübersetzung. Besonderheit: Der Bibeltext wurde der Reihe „Herders Bibelkommentar“ entnommen; dennoch ist sie stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs. (leider nicht mehr LUT17): „der den Gottlosen verachtet“.
tFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: Alternative 1 folgt dem Text der BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia (so auch die meisten Üss.); sowohl „verachtet“ als auch „verworfen“ sind hier Partizipien und man muss aus dem Kontext erschließen, was Subjekt und was Prädikat ist (so die meisten Üss.). Alternative 2 geht aufgrund derselben Tatsache davon aus, dass beide Wörter den selben syntaktischen Status haben, obwohl das eine am Zeilenbeginn, das andere am Zeilenende steht (ähnlich aber z.B. auch Jes 43,4), die Rede wäre hier wie in 1 Sam 15,17; 2 Sam 6,22; Ps 131; Jes 57,15; Lk 18,13f. von einer demütigen Haltung. So schon TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. und die alten jüd. Ausleger Saadja, Ibn Ezra und Kimchi; auch gerade die grammatisch sehr fähigen Kommentatoren Delitzsch 1894Delitzsch, Friedrich: Biblischer Kommentar über die Psalmen. Leipzig, 5 1894., S. 149; Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 27; Hitzig 1863Hitzig, Ferdinand: Die Psalmen. Uebersetzt und ausgelegt. Erster Band. Leipzig/Heidelberg, 1863., S. 77 und Zorell 1928Zorell, Francisco S.J.: Psalterium Ex Hebraeo Latinum. Rom, 1928., S. 19; auch ALBLudwig Albrechts Übersetzung des NTs und der Psalmen von 1920/1927. Eine wörtliche, aber flüssig zu lesende Übertragung.. Unsere Primärübersetzung geht mit Zuber 1986Zuber, Beat: Die Psalmen. Eine Studienübersetzung unter besonderer Berücksichtigung des hebräischen Tempus. Heidelberg, 1986., S. 29 davon aus, dass das erste Partizip als finites Verb zu vokalisieren ist (ähnlich Dahood 1965Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms I. 1-50. New York, 1965., S. 84, der das zweite Verb, und Driver 1942Driver, G. R.: Notes on the Psalms. I. 1-72, in: JTS 43/2, 1942. S. 149-160., S. 152, der beide Partizipien als finite Verben vokalisieren will). (Zurück zu v.4)
idem Genossen (zu schaden, zum Schaden?) - der also einen geleisteten Schwur nicht bricht.
TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: dem Genossen (zu schaden, zum Schaden?) - die Konsonanten lassen beide Deutungen zu. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. vereindeutigen durch Übersetzung zur Primärübersetzung, MT, TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische., Hier, AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., TheodEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. durch Vokalisierung oder Übersetzung zur Alternativübersetzung. Diese Alternativübersetzung, nach der auf den ersten Blick jemand als gut bezeichnet wird, weil er etwas Böses schwört und dann auch dabei bleibt, ist entweder zu erklären als „etwas schwören, wovon sich dann herausstellt, dass es für jmdn selbst zum Schaden war, und dennoch dem Schwur treu bleiben“ (HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.: „Jeder, der hält, was er geschworen hat, auch wenn ihm daraus Nachteile entstehen“; EÜ16: „Er wird nicht ändern, was er zum eigenen Schaden geschworen hat.“ u.ö.) oder, sprachlich näherliegend, „der schwört, [sich] zu schädigen“ (z.B. durch Fasten oder durch das Einhalten von Sabbatgeboten) und darin hart bleibt (so b.Mak 24a; Saadja; Kimchi, Ibn Ezra, Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 27: „schwor, sich etwas zu entsagen“). (Zurück zu v.4)
jZum Zinsverbot s. Ex 22,24; Lev 25,37; Dtn 23,20f.; Ez 18,8, zur Bestechlichkeit Ex 23,8; Dtn 16,19; 27,25; Jes 1,23; Mi 3,11. (Zurück zu v.5)
kDas „Wanken“ ist in der biblischen Poesie eine häufige Metapher für eine Gefährdung, aus der direkt Vernichtung und Tod folgt. Wer dagegen „nicht wankt“ ist sicher und geschützt und wird daher ewig bestehen; s. bes. gut Spr 10,30; 12,3; auch Ps 16,8; 30,7; 46,6f; 62,3.7; 112,6; 125,1. (Zurück zu v.5)
lb.Mak 24a geht sogar noch weiter: „Wann immer Rabbi Gamaliel [den VersEin Teil in einem Kapitel. Ps 15,5] erreichte, weinte er und sagte: ‚Wer all diese Gebote hält, wird nie wanken; hält er nur eins von ihnen, wird er wanken!‘ Da sagte man ihm: ‚Steht etwa geschrieben: ‚Wer all diese Gebote hält?‘ Es steht geschrieben: ‚Wer diese Gebote hält‘ – das gilt selbst für den, der nur eins von ihnen hält.‘“: Die Gebote in Ps 15 wären so fundamental, das selbst jener, der nur eins von ihnen einhält, auf ewig „nicht wanken“ wird. (Zurück zum Text: l)
mZum Gedanken vgl. z.B. Ps 1: Auch hier werden in Vv. 1f. negative und positive Bedingungen (Vv. 1-2) für Gottes Segen (V. 3) aufgezählt. Zur Formulierung vgl. die sehr nahen Parallelen Ps 24; Jes 33,14-16; Mic 6,6-8. (Zurück zum Text: m)
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